Nr. 190 Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Freitag IS.August 1902 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Untvers.-Buch» u. Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftratze 7. Adresie für Depeschen: Anzeiger Gießen. f^ernsprechanschluß Nr. 51. GiehenerAnzeiger ** General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezngSpretS, monatlich 75Pf., viertel iäbrlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2,— viettel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnuminer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 PP, auswärts 20 Psg. verantwortlich: für den polti. u. atigern. Teil: P. Wittko: für ,Stadt und ßanb* und ^Gerichtssaal": Lurt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die heutige Nummer umfaßt 8 Seite«. Das Kntrüstongstelegramm des Kaisers. Wie aus München telegraphiert wird, wurde dort die Nachricht von dem Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten in der Nacht durch Extrablätter bekannt gegeben. In den Restaurants herrschte große Erregung. Vielfach wurde behauptet, der Inhalt des Kaiser- Telegrammes müsse den Regenten verletzen. Von einer Verstimmung kann natürlich im Ernste keine Rede sein, zumal angesichts der Antwortdepesche an den Kaiser. Mit Recht wird darauf hingewiesen, daß der Kaiser in dieser Sache rein als Privatmann und Freund des Regenten ge- hanoelt hat. Wir lassen nachstehend einige wichtige Preßstimmen über |Me neueste Kundgebung des Kaisers zur Kennzeichnung der öffentlichen Meinung folgen: Die Münchener „Allg. Ztg" schreibt: Auf die Kunde von der Ablehnung der für Kunstzwecke geforderten Positron in der Zweiten Kammer war unter den Mitgliedern der Reichsratskammer eine Entschließung im Gange, die abgestrichenen 100000 Mk. auf dem Wege einer Subskrip- tionsgabe der Reichsratskammer dem Prinzregenten zur Verfügung zu stellen, als bereits die Kunde kam, daß von einem Mitgliede des Reichsrats 100 000 Mark bereitgestellt seien. Der Spender ist zweifellos Graf Moy. — Diesen positiven Mitteilungen fügt das genannte Blatt hinzu: Wolle man die edlen Gesinnungen, die spontan das Kaisertelegramm zum Ausdruck bringe, begreifen, so brauche man nur zwei Monate zurückzudenken an die schöne Feier des Germanischen Museums, an die von edlem fürst- llchen Empfinden getragenen Worte, mit denen der Kaiser als Burggraf von Nürnberg der Liebe und Verehrung Ausdruck gab, die, wie in Bayern, in den übrigen deutschen Landen dem erlauchten Regenten und sorgenden Vater Bayerns entgegenschlagen, brauche man nur der Bewunderung und Freude sich erinnern, mit welcher der Kaiser dankerfüllt hervorhob, wie treu Bayern als zweitgrößter Bundesstaat das Symbol germanischer Kultur und künstlerischen Strebens, geführt von seinem kunstbegeisterten Herrscherhause, hüte. Dann werde man sich gern dessen erinnern, wie vor diesen Traditionen sich beugend, der Kaiser sich einst gefreut hat, gewissermaßen Bürger des kunstfreudigen Münchens zu werden und in der Nachfolge der Fürsorge der bayerischen Könige für München als Kunststadt die ihm testamentarisch zugefallene Schacksche Gallerie für alle Zeiten für München bestimmte und dazu das Gal- leriegebäude erwarb. Seinen Namen allein habe der Kaiser unter das Telegramm gesetzt. Er habe nicht als Kaiser, nicht als König sprechen, sondern als erster deutscher Mann und Freund des ehrwürdigen Freundes Empfindungen Ausdruck geben wollen, welche die Kunde von dem volksfeindlichen, fast frivol begründeten Beschluß der Zweiten Kammer überall erweckt habe, wo man sich des deutschen Wirkens und Strebens des Regenten bewußt sei, und darum den Schlag, (b er also gegen dessen Schützling und die Kunst in Bayern geführt sei, schmerzlich mitsühlen mußte. Das Blatt schließt, es werde in Bayern bis hoch hinauf in die Berge noch lange nachklingen, wie der Regent für die freundschaftlichen Worte und das kaiserliche Interesse dankte, ohne auch nur mit einem Wort den Schmerz über die chm an- gethane Unbill zu verraten, wie er so schlicht seiner Freude darüber Ausdruck geben konnte, daß ihm bereits einer seiner Reichsräte die Summe zur Verfügung stellte, mit deren Bewilligung die Zweite Kammer an einer der vornehmsten Aufgaben Bayerns mitwirken und einem sürsoraenden Herrscherhause und dem Lande gegenüber ihre Schuldigkeit hätte thun können. Die „M ünchener Neue st en Nachrichten" sagen, daß die Ablehnung der von der Regierung geforderten 100 000 Mark zur Erwerbung von Kunstwerken weit über Bayerns Grenzen hinaus beachtet und auf das schärfste kommentiert würde," und daß sie vor allem auch als d i r e k - ter Angriff auf Bayerns kun st freundlich en Regenten überall verstanden sei. Das war, sagt das Blatt, in den letzten Wochen unschwer sestzustellen. Die überraschende Impulsive Äußerung des Kaisers läßt aber jetzt erst den scharfen Eindruck erkennen, den das Verhalten des Zentrums hervorrief. Es werden sich auch denen, welche der Erregung, aus der heraus der Kaiser die Bitte an den Regenten richtete, von' Herzen zustimmen, gewisse Bedenken dem kaiserlichen Telegramme gegenüber aufdrängen, indem Kaiser Wilhelm II. an einem Beschlüsse der Kammermajorität eines Bundesstaates eine so scharfe Kritik übt, welche seine Person wieder mitten in den Kampf der politischen Parteien zieht. Die p a r t i k u l a r i st i s ch e Presse würde nicht verfehlen, dem Kaiser Einmischungen in die inneren Angelegenheiten eines anderen Bundesstaates vorzuwerfen, und das Anerbieten, dem Oberhaupte Bayerns die der Regierung von der Kammermehrheit verweigerte Summe als persönliche Gabe zu überreichen, werde gleichfalls nicht unkritisiert bleiben. Sicherlich verbessere es die Situation, daß diese Summe schon aus Bayern selbst zur Verfügung gestellt sei. Statt mit der Ablehnung des kaiserlichen Anerbietens, die wohl hätte erfolgen müssen, konnte nun der herzliche Dank des Regeillen mit dem erfreulichen Hinweis aus den Edelmut eines bayerischen Kunstfreundes verbunden werden. Und so können wir uns um so aufrichtiger dessen freuen, daß durch den Depeschenwechsel der beiden hohen Herren so nachdrücklich und unanfechtbar bezeugt worden ist die h e r z l i ch e u n d persönliche Freundschaft, die den Prinzregenten mit dem Kaiser verbindet, und die aufrichtige Verehrung, die der Kaiser dem Prinzregenten entgegen- bringt. Die Verschiedenheit des Naturells der der beiden Herrscher komnit in den Telegrammen klar zum Ausdruck. Solche Verschiedenartigkeit führt sonst leicht zu Mißverständnissen und Gegensätzen. Jeden guten Bayern und jeden aufrichtigen Deutschen muß es von Herzen freuen, wie in diesem Falle der Ko ntrast überwunden wird durch die gegenseitige Hochschätzung und Sympathie und durch das gemeinsame Bewußtsein, im Dienste des großen deutschen Vaterlandes, zum Wohle des ganzen deutschen Volkes, der Erfüllung der schweren Pflichten zu leben, die der Herrscherberuf den Trägern der Krone auferlegt. Der „Bayerische Kurie r", das Hauptorgan des Zentrums, schreibt: „Wären wir von parteipolitischem Egoismus erfüllt, so würden wir Viktoria rufen, denn eine bessereHilfe hätte sich! das'Zentrum gar nicht wünschen können, als sie ihm durch das Kaisertele- gramm zuteil wird; denn es ist der schwerste Schlag, der gegen das Ministerium Crailsheim bisher geführt wurde. Die bayerische Regierungspolitik ist so schwach und unselbständig, daß schon solche Reizmittel angewendet werden ,wie sie das Kaisertelegramm zeigt. Unterstützung von auswärts, von Preußen her ,muß ihr zugeführt werden, um sie anzustacheln und ihre Autorität aufzufrischen. Aber nicht bloß die Schwäche der bayerischen Regierungspolitik in den innerpolitischen Verhältnissen wird durch das Kaisertelegramm in drastischer Weise beleuchtet, sondern auch gegenüber dem Reiche und Preußen. Soweit hat es die bayerische Regierung durch ihr ewiges Nachgeben in der Reichspolitik gebracht, d> aß man im Reiche und in Preußen es für etwas ganz Selbstverständliches und Natürliches ansieht, offenkundig und vor allerWeltin bayerischeAngelegenheiten ein- zugreifen. Der Schatten, der dabei auf das Haus WiMls- bach fällt, wird wohl auch von der bayerischen Regierung peinlich empfunden; denn das Telegramm des Kaisers drängt geradezu die Frage auf: wenn nun einmal durch fürstnche Privathilfe die verlorenen Kunstpostulate des Landesbudgets ersetzt werden sollen, warum hat denn nicht das bayerische Königshaus, das ein erheblich größeres Hausvermögen besitzt, als die Hohenzollern, nicht selbst und zuerst die Mittel gegeben? Die Kundgebung ist zugleich eine eminente Angelegenheit des Reiches. Wir halten es mit Rücksicht .auf das monarchische Prinzip für höchst bedenklich, wenn ein Monarch in eigener Person sich in hie Parteikämpfe stellt. Aber wogegen wir hier schärfste Verwahrung einlegen müssen, ist die Einmischung des Kaisers in die Angelegenheiten der Bundes- st aaten. Mit dem Telegramm an den Prinzregenten Luitpold begiebt sich der Kaiser in das Gebiet Bayerns, und da ruft ihm das bayerische Volk entgegen: Majestät, noch ist das Haus Wittelsbach innerhalb der blau-weißen Grenzpfähle souverän, noch ist es Herr im eigenen Hause. Der Kaiser hat nicht die geringste Kompetenz dafür, die bayerische Abgeordnetenkammer wegen deren Verhalten in einer rein bayerischen Angelegenheit der „schnöden Undankbarkeit" zu zeihen und seine „tiefste Entrüstung" und „Empörung" über sie auszudrücken. Die bayerische Abgeordnetenkammer wird entschlossen die Selbständigkeit und Unabhängigkeit des Landes wahren und das Telegramm des'Kaisers zurück- weisen. Aber auch der Deutsche Reichstag wird nicht umhin können, Stellung zu diesem Telegramm zu nehmen; denn die Konsequenzen, die man aus dem Kaisertelegramm ziehen kann, sind für das Verhältnis der Bundesstaaten zu einander überaus bedenklich Wenn das üblich wäre, was hier in dem Kaisertelegramm zum ersten Male geschehen, bann würde für die bundesstaatliche Gliederung des Reiches schlimme Konflikte entstehen. Die Antwort des Prinzregenten ist eine ablehnende. Hier wie bei den Krisenvorgängen der jüngsten Zeit hat der Regent das Muster eines konstitutionell regierenden Herrschers gegeben, und die Dankbarkeit durch ein streng loyales monarchisches Verhalten zu beweisen, ist eine Pflicht aller Zentrumswähler. Das Kaisertelegramm wird in allen Kreisen ein Echo des verletzten Volksempfindens wecken, im Sinne eines Triumphes über die Regierungspolitik der autoritätlosen Schwäche,die Bayern in solche Wirren versetzt, die Krone und Staat in die durch das Kaisertelegramm geschaffene Lage gebracht." Wir wollen noch hinzufügen, was das verbreitetste und angesehenste deutsche Zentrumsblatt, die „Köln. Volks- z e i t u n g", sagt: Die Ausdrücke, welche der Kaiser in seinem Telegramm braucht, sind stark, sehr stark. Man mag über den Abstrich der Kunstposition urteilen wie man will, Undankbarkeit gegen das £au5 Wittelsbach liegt dem Beschluß der Zweiten Kammer sicher nicht zu Grunde. Gut wittelsbachisch sind die Ablehnenden zweifellos alle, was man von denen, welche zugestimmt haben, mit derselben Bestimmtheit nicht wird sagen können. Der Gegenstand, um den es sich handelt, ist dom schließlich auch recht geringfügig. Das Oberhaupt des Deutschen Reiches sollte unseres Erachtens wegen einer solchen Bagatelle nicht eine so feierliche Kundgebung erlassen. Zur Not hätte ja auch Prinzregent Luitpold die 100 000 Mk. selbst aufwenden können, wenn er es für absolut nötig hielt. Arm sind die Wittels- bacher ja nicht. Politisch wiro, wie wir furchten, die kaiserliche Kundgebung in Bayern ungünstig wirken. Der Abstrich der 100 000 Mk. beruht auf einem Beschlüsse, welchen die Mehrheit der bayerischen Kammer innerhalb ihrer Kompetenz gefaßt hat. Das kaiserliche Telegramm stellt eine Zensurierung dieses Beschlusses dar, welche in Bayern zwei,, sellos als eine Einmischung in bayerische Lande s a n g e l e g e n h e it en empfunden werden wird. Und nicht mit Unrecht. Insoweit wirb nicht nur der weit über das Ziel hinausschießende bayerische Parttkutarismus von der Richtung des „Vaterland", sondern auch das berechtigte bayerische Selbstbewußtsein, wie es in der großen Mehrheit der Bevölkerung lebt, an der kaiserlichen Kundgebung Anstoß nehmen. Die Reichsfreudigkeit kommt dadurch zu Schaden, und das ist zu bedauern. * * Der Katholikentag steyt bevor. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß in diesen Verhandlungen der Depeschenwechsel eine große Rolle spielen wird. Das Bedenkliche einer Gegenkündgebung werden sich freilich die Zentrumsführer nicht verhehlen. Es verdient betont zu werden, daß die obigen Ausführungen der „M. N. N." vom offiziösen Draht wiedergegeben werden, und zwar auch diejenigen Stellen, in denen „gewisse Bedenken" geäußert werden. Tas ist noch nicht dagewesen, daß das offiziöse Depeschenbureau diese und andere freimütige Bemerkungen verbreitet, und es wäre erfreuliche wenn auch in anberen Fällen bie Kritik ber Presse, soweit sie sich in den Grenzen des guten Tons hall, mit Der gleichen Unparteilichkeit und Unbefangenhell von dieser Seite aus reproduziert würde. Da das offiziöse Depeschenbureau fast immer die Billigung einer Regierungsstelle einholt, bevor es Mitteilungen aus hochpolitischen Anlässen weiterbefördert, so ist zu vermuten, daß auch diesmal derart verfahren worden ist, und daß man an amtlicher Stelle sich einverstanden erklärt hat. Man fragt, welcher Staatsmann hat die Verantwortung für die kaiserliche Kundgebung und für deren Veröffentlichung übernommen? Unseres Erachtens kann eine solche Verantwortungsübernahme staatsrechtlich nur für die von Berlin aus erfolgte Veröffentlichung in Betracht kommen. Ohne diese Publikation blieben die Depeschen des Kaisers und des Prinzregenten ein persönlicher Meinungsaustausch, der als solcher nicht der Kritik unterliegen kann. „Offiziell" wurde die Kundgebung durch die Veröffentlichung. Mit Recht sagt die „Voss. Ztg." des Kaisers „Umgebung hätte es wissen können und sollen", daß die 100 000 Mark bereits aufgebracht sind. Ob das Telegramm an den Prinzregenten nach solcher Informierung unterblieben wäre, läßt sich natürlich nicht entscheiden. Wohl aber würde der Inhalt vermutlich anders geworden sein, und das wäre „philosophischer" gewesen. Politische Tagesschau. Sensationsnachrichten aus Rußland. Tie englische Presse sucht offenbar ihrem Aerger ÜB er den guten Verlauf der Rev aler Kaiser begegb nun g dadurch Lust zu machen, daß sie Skandalnachrichten über den Zaren in Umlauf setzt. So wird aus Moskau dem „Morning Leader" gemeldet, daß der Zar feinen intimen Ratgebern gegenüber ganz ernsthaft den Wunsch ausgerückt habe, zuGunstenseinesBruders, des Großfürsten Michael Alexandrowitsch, abzudanken. Seine Majestät solle durch die innere Sage des Landes gänzlich entmutigt worden sein und weder die Willenskraft noch die physische Stärke besitzen, Herr der Sage zu werden und seiner reaktionär gesinnten Umgebung Trotz zu bieten. Sein Entschluß, abzudanken, würde aller Wahrscheinlichkeit nach unwiderruflich werden, wenn die Kai- serin, die im September ihrer Niederkunst entgegen- sehe, ihn diesmal nicht mit einem Thronerben beschenken sollte. Diese Meldung, die außerhalb Englands auch so niemand für bare Münze genommen haben würde, wird nunmehr aus Rußland mit Bestimmtheit dementiert. Nach Privatmeldungen wurde das Attentat auf den Gouverneur von Charkow, FürstenObolenski,im Auftrage des revolutionären Zentralkomitees ausgeführt. Dieses hatte den Fürsten zum Tode verurteilt, weil er anläßlich ber jüngsten Unruhen über zahlreiche Studenten so unmenschliche Prügelstrafen verhängt hatte, daß sie unter den Händen der fie strafenden Kosaken als förmliche Fleisch, klumpen liegen blieben. Da Obolenski ein Dowesches Panzerhemd trägt, kam er mit einer leichten Halswunde davon. Tas Attentat wurde im Sommertheater gegen 10 Uhr abends verübt. Ter Gouverneur stand im Zwischenakt beim Eingang in seiner Soge und unterhielt sich mit dem Präsidenten des Sandschaftsamts Gordejenko, dessen Frau und dem Land- schastsBeanllen Olchowski, als ein in einen Mantel gehüllter junger Mann an bie Gruppe herantrat und in einer Entfernung von zwei Schritten vom Fürsten über die Schulter der Frau Gordejenko einen Revolver auf ihn schoß. Frau Gordejenko ergriff den Attentäter an der Hand, der einen zweiten Schuß abgab, der ebenfalls fehlging. Ter Attentäter wurde hierauf von herbeigeeilten Polizeibeamten und dem Publikum ergriffen und zu Boden geworfen, wobei er heftigen Widerstand leistete, und noch zwei Schüsse abfeuerte. Der Polize im Lister von Charkow, der den Attentäter an der Schuller ergriffen hatte, wurde am linken Bein verwundet. Die Kugel ging oberhalb des Kniees durch das Fleisch, ohne Knochen und Knochenhaut zu verletzen. Dann erst gelang es, den Attentäter zu entwaffnen. Dem Polizeimeister wurde sofort ärztliche Hilfe zu teil, worauf er ins Krankenhaus gebracht und verbunden wurde. Das Befinden ist gut. Der Fürst Obolenski war erst vor einigen Monaten zum Gouverneur von Charkow ernannt worden. Er erhielt für Unterdrückung der Unruhen den Wladimirorden zweiter Masse. Ter Vergiftete weigert sich, seinen Namen anzugeben und irgendwelche Angaben über das Motiv der Thcll zu machen. Der französische Ministerrat beschäftigte sich am Donnerstag mit der Schließung der kongregauistischen Schoten im Departement Finistöre. Mi- nisterpräsidelll C o m b e s teilte mit, daß die Oberin der Kongregation der Schulschwestern ihm angezeigt habe, sie hätte zweimal die Schwestern aufgefordert, auseinanderzu- i Johannesburg vom einigen Monaten gc- hat 30000 Lstr., die 15000 Lstr., Natal sich ins Einvernehmen gesetzt. Kanada Kapkolonie 20 000 Lstr., Neuseeland 10000 Lstr. beizusteuern versprochen. — Reuters Bureau meldet aus 13. August: Es verlautet, das vor Sidney, 14. Aug. Beide Kammern von Neusüd wales nahmen die Vorlage betreffend das Wahlrech der Frauen an. olgcnder Nachricht der Revue du cercle militaire. Darnach ist das Gehalt sämtlicher Leutnants und der ihnen Gleichgestellten, welche mindestens neun Jahre als Offizier gedient haben, durch einen Erlah des Präsidenten der Repu- blick vom 2. Juli d. I., ohne Rücksicht darauf, ob sie der dem Dienstalter nach oberen oder unteren Hälfte der Offiziere ihres Grades angehören, auf jährlich 2988, monatlich 249 Franken festgesetzt worden. Die Bestimmung hat rückwirkende Kraft bis zum 1. April d. I. erhalten. Das Jahresgehalt eines preußischen Infanterie-Leutnants beträgt 900 Mk., erst als Oberleutnant, also nach durch- chnittlicher Dienstzeit von 12 Jahren, erhält er 1500 Mk., also noch lange nicht so viel, als ein französischer Leutnant nach 9 Jahren. Bei der Garde, der Kavallerie und den cchnischen Waffen sind allerdings die Gehälter auch bei uns etwas besser, aber nicht wesentlich. Sie betragen für einen Leutnant der Fußartillerie, Eisenbahntruppen, Telegraphenbataillone ic. 1188 Mk., beim 1. Garderegiment zu Fuß, Kavallerie, Artillerie und dem Train 1008 Mk. Das Gehalt der Oberleutnants beträgt in Preußen gleichmäßig bei allen Waffengattungen 1500 Mk. bildete Coron ation Syndikate, an dem viele führende Persönlichkeiten des Rand beteiligt sind, sicherte sich die Minenrechte über ein Gebiet von 35 englischen Meilen. Der erworbene Anspruch betreffe die Ausdehnung des Wikvaters Rand und des Main Reef und eine Reihe von Traversen im ganzen Gebiet. Hauptsächlicher Gründer sei Karl Hanau, Vertreter der Finna Barnato Brothers. E§ wird behauptet, daß an verschiedenen Punkten Schächte angelegt sind und der Reef stets beffer werdend befunden ist. Die Gründer erklären, durch die Entdeckung werde ein Goldfeld erschlossen, daS an Größe dem bisherigen Witwaters Rand gleichkomme. Budapest, 14. Aug. In seiner gestrigen Rede bei der Lenau-Feier in Csastad sagte der Staatssekretär Gulner: Die segnende Hand Hungarias breitet sich über alle Bürger des Landes ohne Unterschied der Zunge aus; aber eins fordert sie als Gegenleistung: In Bezug auf den Patriotismus müssen wir alle gleich sein, ob nun jemand die Landessprache spricht oder ihm eine fremde Zunge geläufiger ist. Hungarias segnender Arm hat aber auch stählerne Muskeln, zerschmetternde Kraft, wenn sich solche Individuen nnden, die unter den Ungarn verschiedener Zunge Zwietracht säen, oder gar Keime der Untreue gegen das Vaterland auS- Heer und Flotte. — Welche Höhe das französische Heeresbudget m Vergleich zum deutschen erreicht hat, erhellt aus Kolonialpost. AuS Kamerun sind nun endlich Nachrichten vom Oberstleutnant Pavel eingetroffen. Diese tragen daS Datum vom 9. Juni und lasten die bestimmte Annahme zu, daß Pavel jetzt bereits die Küste erreicht hat. Seit 6 Monaten war jedwede Nachricht ausgeblieben. Man konnte sich das nur so erklären, daß infolge des Vorrückens der englischen Schutztruppe bis zum Tschadsee Unruhen bis in unsere Sphäre hinein entstanden waren. Ein vom „Bureau Reuter" veröffentlichter Bericht bestätigt gewißer- maßen diese Vermiltung. Die Brilen machen sowohl ben Deutschen wie den Franzosen allerhand Vorwürfe. Die Deutschen sollen es zugclasten haben, daß der Sultan von Bornu, der in Dikoa sitzt, Einfälle m das britische Gebiet mache. Tie Franzosen sollen von dem Sultan 50 000 Toll, verlangt und im Lande Steuern eingctrrebcn haben. Der Reutersche Bericht meldet bestimmt, daß an der britischdeutschen Grenze beträchtliche Wirren entstanden sind. Diese sind offenbar nur durch das gewaltsame Vorgehen der Engländer heroorgerufen worden. Diese wollen durchaus den Sultan von Bornu auf ihrem Gebiet haben; sie forderten den Sultan Gerbai, der 1900 mit den Franzosen nach Dikoa gekommen war, auf, zu ihnen zu kommen. Als er diesem Verlangen nicht nachlam, setzten sie einen anderen Sultan ein und wiesen ihm einen unbekannten Ort, südlich von Kuka, als Residenz an. Man wollte den Sultan Gerbai mit Gewalt holen, die Franzosen hätten sich aber dem widersetzt, da die französischen Truppen schon feit nahezu einem Jahre die deutsche Sphäre wieder verkästen haben, müßte dieser Versuch schon lange her sein. Lme deutsche Truppe liegt wohl etwa seit März in Dikoa. Wie wenig zuverlästig der Reutersche Bericht ist, ergiebt sich nicht nur aus den vielfach unrichtigen Namen, sondern auch daraus, daß er alte Ereignisse mit den neuen verquickt. Fadl-Allah vurde schon vor anderthalb Jahren bei Gudjiba vernichtet, als die Deutschen dort noch garnicht erschienen waren. Reuter pricht von einem deutschen Residenten, der garnicht vorhan- den ist. Der angebliche Einfall des Sultans von Bornu von Dikoa aus in das britische Gebiet wird sich wohl darauf beziehen, daß der damalige Sultan von Bornu, Omar Scinda nach Westen mit seinen zusammengerafften Leuten abrückte, um Fadl-Allah zu bekämpfen, der sich in Gudjiba von neuem rüstete. Er wurde aber zurückgeschlagen und nur das Eingreifen der Franzosen rettete ihn. Um jene Zeit waren weder britische noch deutsche Truppen in jenen Landstrichen. Auf die deutschen Berichte von dort kann man jetzt um so gekannter sein. Von den südameriklmischen Kriegen. Tie Revolution aus Haiti und die Unruhen, die in der letzten Zeit auch die aubcre Neger-Republik St. Dom in g o heimsuchten, haben die Frage der Annexion derJnselHaitidurchdieVereinigtenStaaten neuerdings wieder in den Vordergrund der öffentlichen Erörterung gerückt, ohne daß jedoch von der Washigtoner Regierung Schritte in dieser Hinsicht gethan wurden. In maßgebenden mUitärischen Kreisen ist man der Ansicht, daß der nächste Krieg, an dem die Vereinigten Staaten beteiligt sein werden, sich an der karaibischen See abspielen wird. Der Besitz der Insel Haiti wird in diesem Falle den Bereinigten Staaten in ihren maritimen Operationen einen Stützpunkt von unschätzbarem Werte sichern, der infolge seiner nahen Lage am Panama-Kanal noch wertvoller sein wird als selbst Portorieo oder Tänischf-Westindien. Vom venezolanischen Bürgerkriege meldet heute eine Depesche des amerikanischen Gesandten in Caracas: Tie Lage in Caracas ist sehr kritisch, Tie Plünderung von Barcelona dauert fort; viel wertvolles Eigentum wird zerstört. Tas amerikanische Kriegsschiff „Cincinnati" ist in Barcelona eingetroffen. — Der Befehlshaber des vor Barcelona eingetroffenen amerikanische:: Kriegsschiffes „Cincinnati" meidet: Die Aufständischen haben in Barcelona alle Mitglieder der Civil- und! Militärbehörden gefangen gesetzt. 2J Geschäftshäuser, zumeist Ausländern gehörig, unb 15 Wohnhäuser wurden geplündert. — Eine Privatmeldung endlich besagt: Die venezolanische Regierung beschlagnahmte drei amerikanische Dampfer. Ausland. London, 14. Aug. Der König ist von London abgereist, um sich nach Cowes zu begeben. — Die Kolonialkonferenz hat vereinbart, daß die Kolonien folgende Jahresbeiträge für die Marine leisten: Australien 200 000 Lstr., die Kapkolonie 50 000 Lstr., Neuseeland 40000 Lstr., Natal 35 000 Lstr. Mit Kanada wird ein besonderes Abkommen getroffen. Ferner haben die Kolonien über eine gemeinsame Beisteuer zu einem Natio- nald enkmal für die Königin Viktoria in London Forderung der Frauenbewegung oder einen Teil davon ein- 'treuen wollen. Tro politische und nationale Einheit dieses zutretsu. 91nch bai Landtagswahlen., scheu jOandeS darf nie und mmMenuehr beruh« »«den. Een, ihre Schritte waren aber ergebnislos gewesen infolge des Widerstandes der Eigentümer der Schulräume unb eines Teiles der Bevölkerung. Aus den amtlichen Berichten und aus Privatmitteilungen gehe hervor, daß die Widerstand sbew egiung, die man zuerst als brthotsich hin- aestellt hatte, ganz unzweideutig royalistisch sei. Diese Bewegung habe heftige llnruhen zur Folge gehabt, die unter das Strafgesetz fallen und gerichtliche Verfolgung nach sich ziehen würden. In diesem Sinne^ seien dem Generalstaatsanwalt Weisungen von feiten des Justiz- Ministers zugegangen. Tie oppositionellen Blatter in Paris beeilen sich, zu erklären, die Behauptung der Regierung, daß die Bewegung royalistisch sei, stellte lediglich einen Versuch dar, die öffentliche Meinung über die eigentlichen Gründe der Bewegung zu täuschen und sich aus der durch allzu scharfe Maßnahmen verursachten schlimmen Lage zu befreien. Die gegen einzelne Persönlichkeiten etwa angestrengten gerichtlichen Verfolgungen würden jedoch in keinem Falle eine Lösung der Schulfrage bedeuten können. Ter „Jntransigeant" versichert, Präsident Loubet habe sich bei Rouvier darüber informiert, ob er im Falle einer Minist e r kr ise bereit wäre, den Vorsitz des neuen Kabinetts zu übernehmen. Rouvier habe dies mit dem Hinweise daraus abgelehnt, daß es bei dem Ernst der Lage unmöglich sei, die jetzige Politik weiter- zu führ en. Ter Fincmzrninister soll jedoch, seine Mitwirkung in Aussicht gestellt haben. Nachdem die an die kongregauistischen Schulen mehrerer Gemeinden in der Gegend von Chamoöry gelegten Siegel bereits einmal vernichtet und wieder ersetzt worden waren, hat die Gräfin Costa de Beauregard sie das zweite Mal in Laravoire zerbrochen, lieber den Vorgang wurde ein Protokoll aufgenommen. Ter Gemeinderat von Chambery hat einstimmig bei zwei Stimmenthaltungen eine Glückwunschfadresse an die Regierung gerichtet. In Ploudauiel bei Lesueven sperrten die Landleute die zu der Schwule der Nonnen führenden Wege mit Stacheldraht ab und legten vor der Thüre des Gebäudes einen tiefen Graben an, den sie mit Wasser füllten. Ter Präfekt hat daraufhin dort und in anderen Orten seines Departements Finiftöre das Gesetz über Zusammenrottungen anschlagen lassen. Wahlen rrsw. sollen die Mitglieder Gelegenheit nehmen, dem politischen Einfluß der Frau Boden zu gewinnen. (Da haben wir ja angeregte politisch Debatten am Familientische zu erwarten, unb eifrige Kandidaten müssen sich schon die Mühe geben, festzustellen, welcher Teil in jeder Ehe das Zepter schavingt und für bte Abgabe der Wahlstimmen ausschlaggebend ist.) . . . — Eine Konferenz der sozialistischen Frauen Deutschlands soll am 13. September, also am Vorabend des sozialdemokratischen Parteitags, abgehalten werden. Auf der Tagesordnung steht die Frage: Wre bilden wir Agitatorinnen heran? Ferner der gesetzliche Schutz der Frauen-, Kinder- und Heimarbeit und die politische Gleichberechtigung des weib- lichen Geschlechts, insbesondere auf dem Gebiete des Vereins- und Versammlungsrechts. Wie winzig diese ganze Fraueribewegung ist, illustriert wohl am besten die -that- sache, daß die Vertrauensperson der „Genossinnen Deutschlands" eine Gesamteinnahme von 1009 Mk. zu verzeichnen hat. 9üif allen sozialdemokratischen Gewerkschafts-Konferenzen in diesem Sommer sind Klagen darüber erhoben worden, daß es nicht möglich sei,' das weibliche Element auch nur in nennenswertem Umfange in die Organisation hineinzubringen unb festzuhalten. Ter Tanzboden wäre der schlimmste Feind der Agitation unter den Frauen. In der That heute giebt es trotz mehr rote zwanzigjähriger Agitation unter den Frauen und trotz Hunderttausender gewerblicher weiblicher Arbeiter nicht eine einzige nennenswerte weibliche sozialdemokratische Organi- ation. Nicht ein einziger der vielen bekannten männlichen Agitatoren hat eine Frau, die sich um die Frauenbewegung geflimmert hat oder in den Mitgliederlisten dieser oder jener weiblichen Organisation steht. Frau v. Vo Ilmar rc. wird sicherlich nur ein, stilles Lächeln über ihre agitatorischen Mitschwesteru haben. — Eine sozialdemokratische Konferenz erledigte einen Antrag, der Parteitag möge beschließen, daß das offizielle Dkuzen unter denParteige- n offen eingeführt werde Und jeder Genosse ein deutlich sichtbares Erkennungszeichen trage, durch liebergang zur Tagesordnung. Norderney, 14. Aug. Reichskanzler Graf Bülow ist, begleitet vorn Legationsrat o. Below-Schlatau aus Berlin hier eingetroffen. München, 14. Aug. Tie „Münch Allg. Ztg " verzeichnet heute als bisheriges Ergebnis der Reichstagswahl in Forchheim-Kulmbach: Faber (Natlib.) 2 43 8, Zöllner (Zentr.) 2261, Tein Hardt (Soz.) 1215, Weiln- böck (B. d. L.) 1358 und Wölfel (Bayr. Bauernbund) 146 Stimmen. Kiel, 14. Aug. Admiral v. Köster beglückwünschte namens des Offizierkorps der Marinestation der Ostsee heute den Prinzen Heinrich auf dem Gute Hemmelmark zu seinem 40. Geburtstage. Deutsches Deich. Berlin, 14. uug. Mau meldA aus Altengrabow: Ter Kaiser hielt heute in Begleitung des Grafen von Turin auf dem Truppenübungsplatz große Kavallerie- Übungen ab. Der Kaiser, in der Uniform der Leibgardehusaren, kommandierte selber und ließ verschiedene Kavallerie-Tivisionen eine Reihe von Angriffen aussühren, wobei noch Artillerie und Infanterie hinzugezogen wurde. Um 11 Uhr hielt der Kaiser Kritik ab und nahm dann einen zweimaligen Parademarsch sämtlicher Truppenteile, einschließlich der Leibgendarmerie, ab. Die berittenen Truppen gingen erst im Trab und dann im Galopp vorbei. Seine Majestät führte selber beide Male die Truppen dem Grafen von Turin vor. Um 11 Uhr 40 Min. kehrte der Kaiser mit den Staut) art en nach dem Barackenlager zurück. Heute abend reifte der Kaiser mittels Sonderzuges nach Düsseldorf. — Zur Teilnahme an den Kaisertagen in Posen werden als Gäste des Kaisers dort erwartet: der Kron- prinz, Prinz Albrecht von Preußen, General-Feldmarschall Graf Waldersee, Prinz Leopold von Bayern mit zwei weiteren bayerischen Prinzen, Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich, Lord Roberts, der englische Kriegsmirrister Brodricks und Generalleutnant Kelly-Kenny, der italienische Kriegsminister sowie drei amerikanische Generale. — Zu der Meldung der Londoner Truth, Kaiser Wil- helm habe König Ehuard eingeladen, chm nach dem Besuch von FredenSborg einen Besuch auf Wilhelmshöhe abzustatten. schreibt die „Post", daß ihres Wissens der Aufenthalt des Kaisers auf Wilhelmshöhc für absehbare Zeit überhaupt nicht in Aussicht stehe. — Der „Post" zufolge ist an hiesiger unterrichteter Stelle nichtsdavon bekannt, daß Deutschland dem venezolanischen Insurgenten führ er Matos seine Absicht mitgeteilt habe, die Stadt Barcelona zu besetzen. Man weist es hier entschieden von der Hand, daß Deutschland sich herbeilasse, mit einem Führer der venezolanischen Insurgenten zu unterhandeln. — Dem Bundesrat ist von dem Königreich Sachsen ein Antrag zugegangen betreffend die Herstellung silberner Denkmünzen auS Anlaß des Todes des Königs Albert. — Ter Vorstand des Deutschen Vereins für Frauenstimmrecht hat ein Rundschreiben an seine Mit- Kieder erlassen, in dem er diese darauf aufmerksam macht, daß die Neuwahlen zum deutschen R e i ch s r a g nahe bevorstehen. Der Vorstand fordert darin die Mit- alieder auf, sich mit dem bisherigen Abgeordneten in Verbindung zu setzen und ihn zu befragen, ob er wieder kandidieren und ob er sich bindend verpflichten wolle, für die Mainzer Kaisertag. L Mainz, 14. August. In Anbetracht der bevorstehenden Truppenschau and heute, wie der M. Anz. schreibt, auf dem großen Sande eine Vorparad e statt, die der Kommandeur der 25. hessischen Division, Generalleutnant Frhr. von Gall, leitete. An dieser Vorparade nahmen teil die Jnfant.-Regtr. Nr. 87, 88, 80 (außer 3. Bataillon), die Flügelunteroffiziere >es Infanterie-Regiments Nr. 116, das Infanterie-Leib- regiment Großherzogin Nr. 117, die Flügelunteroffiziere des Infanterieregiments Nr. 118, die Un t er o f f izier s chule Biebrich, das Faßartillerie-Regiment Nr. 3, das Pionier- Bataillon Nr. 21, die Dragoner-Regimenter Nr. 23 unb 24 und die Feldartillerie-Regimenter 9h:. 27 und 63 mit sämtlichen Musikkapellen und Spielleuten (auch die auswärtigen waren zur Stelle). Das Infanterieregiment 9h:. 116 von Gießen traf um 5.33 Uhr bezw. 6.22 Uhr hier ein. Es wird nach der Parade hier gespeist und begiebt sich am gleichen Tage nach Gießen zurück. Aus dem großen Sande wird von den Pionieren ein Kaiser zelt errichtet, was schließen läßt, daß fick der Kaiser per Wagen nach dem großen Sande begiebt und dort erst zu Pferde steigt. — Morgen trifft vom Fnf.-Regt. 92r. 116 aus Gi e ße n ein Unteroffizier-Doppelposten ehr, der im Schlosse die Wache vor den Gemächern des Kaisers übernimmt Nach der Rückkehr ins Schloß am Samstag werden die Kriegervereine dem Kaiser eine feierliche Begrüßung bereiten. — In Begleitung des Kaisers befinden sich seine Schwester, die Prinzessin Friedrich Karl von Heften, und der Kronprinz von Griechenland. Der Groß Herzog von Hessen wird heute nachmittag um 3.15 Uhr von England aus in Darmstadt eintreffen. Wenn es seine Zeit erlaubt, wird er dann dem Kaiser bis an die Grenze von Hessen, nach Bingen, entgegenfahren, wo jedenfalls auf dem Dampfer des Kaisers die Begrüßung stattfindet Der Großherzog wird dann ebenfalls mit dem Dampfer nach Mainz fahren. — Für die Laiserfahrt auf dem Rhein hat die Provinzialdirektion Rheinhessen folgende besonderen Vor- sichtsmaßregcln angeordnet: In der Zeit von 2 Uhr nachmittags bis 11 Uhr abends ist an beiden Rheinufern von Mainz bis Bingen das Schießen in einer Entfernung biä 500 Meter landeinwärts, vom Ufer aus gerechnet, nur derart gestattet, daß die Mündungen der Kanonen und Böller vom Rhein abgewendet, landeinwärts gerinnet sein müssen. Auch darf von den Schiffen aus, beim Passieren des Kaiserschiffes auf eine Entfernung von 300 Meter vor und hinter dem Kaiserschiff überhaupt nicht, nur nach dem Lande zu ge* schossen werden. Flöße dürfen von 1 Uhr und zu Thal treibende Segelschifte von 5 Uhr nachmittags ab die Stromstrecke, die der Kaiser befährt, nicht befahren. Das Fahren mit Nachen ist von 7 Uhr ab, bis nach Passieren des Kaiser- schiff es verboten. Sonstigen Schiffen und Motorbooten ist das Befahren der Rheinstrecke von 6V2 Uhr nachmittags ab nur noch mit besonderer Erlaubnis gestattet. Die fcchrplan- mäßige Personen-Dampfschiffahrt kann während der Kaiser- fahrl vollsUindig aufrecht erhalten werden. — Die Ausschmückung der Stadt Mainz verspricht großartig zu werden. In der 9Jlitte des Zeughausplatzes erhebt sich eine Palmengruppe, aus der am Freitag abend Hunderte von (Äühlampen ihr Licht erstrahlen lassen werden. Eine große Anzahl von Bogenlampen erleuchten den Platz, dessen Hintergrund das mächtige Reichswappen von Lampions umschlungen zeigt. Vom Palais bis zum Aliceplatz ergeben sich 300 Flaggenmasten, die, durch Tanneguirlanden mit einander verbunden, eine herrliche Via triump Halis bilden werden. Die Hauptsorgfalt wird auf die Beleucht ung, des Rheinufers am Freitag abend gelegt werden. Wuchtige Scheiter Haus en erheben sich am Hier und werden Vermischtes. Prozesses sehr gespannt. =9? ernähren und müssen vielfach zu gesundheitswidrigen Nahrungsmitteln greifen. Ueber die beispiellose Teuerung, bis hier in Posen herrscht, bringen zwar fast täglich, sämtliche hiesige deutschen und polnischen Blätter lange Artikel, aber bis letzt hört man nichts von einem durchaus notwendiges Eingreifen der Behörden. Tausende von Meuscheu nähren sich hier nur noch vou Kartoffeln und Cichorienbrühe, wozu in günstigem Falle ein Stück Brot kommt. Selbst der Mittelstand mutz fich Einschränkungen auferlegen. Die Ernte fällt gut aus, es fehlt an Lebensmitteln nicht und die ganze enorme Preissteigerung ist hier nur eine künstliche. Falls Iwir nicht eine Hungersnot bekommen sollen, ift tziLv ein Einschreiten der Behörde notwendig. Pächter prozessieren bereits seit einem Jahre mit dem Verein für Chemische Industrie und man ist auf den Ausgang des Hamburg, 15. Aug. Eine 2000 Köpfe starke Ver- Cll aus Hessen und denlsammlung der Droschkenkutscher und Fuhrwerksbesitzer der Großh. Staatsanwaltschaft beschloß gestern abend den sofortigen Aus st and, da die steckbrieflich verfolgte Lehrer Wenzel, Polizeibehörde ihre Wünsche bei Ausarbeitung bet NE ' ' welcher sich vor mehreren Monaten Droschkenfuhr-Ordnung ablchnte. ' roeitT ' ' - - Leipzig, 15. Aug. Ein Hochverrats-Prozeß, ,, wird angekündigt. Gegen den Reisenden Edo Becker anS IWolfenbüttel ist Anllage wegen Verrats militärischer IGeheimnisse erhoben worden. Der Prozeß findet dem- I nächst vor dem Reichsgericht statt. — In dem Prozeß gegw- Katholische Gemeinde. Samstag den 16. August. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur, heil Beicht. 13. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6‘/2 Uhr an: Gelegenheit zur heil Beichl v um 7 Uhr: Die erste heil Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite heil Meße. „ w 9i/a Uhr: Hochamt mit Predigl Nachmittags um 27, Uhr: Sakrainentalijche Bruberschasts-Andachl Gottesdienst in der Synagoge, Südantage. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag, ben 16. August 1902. Vorabend: 7" Uhr. Morgens: 8'° Uhr. Predigt. Nachmittags: 4 Uhr. Sabachausgang: 8116 Uhr. Methodisteu-Gemeinde. (Asterweg 16.) Evangelischer Gottesdienst. Sonntag abend 8 Uhr: Predigl Mittwoch abend 87, Uhr: Bibelstunde. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Dr. Grern. Die Kinderkirche fallt aus. In der Johannesktrche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Lleukonsirmiertea ans ber, Johannesgemeinde. Vormittags 972 Uhr: Pfarrassistent Vogl (Kirchgang der hiesigen Kriegervereinigungen zur Gravelotte- feier.) Sonntag, abends 8 Uhr, Versammlung und Bibelbesprechung im Konftrmandenjaal der Johanneskirche. Johannes, Kap. 8^ 30—36. UnioersttAs-Nachrichte«. — Der berühmte Augenarzt Geh. Rach Prof. Dr. Karl Schweigger -in Berlin feierte sein goldenes Doktorjubllauml Ihm wurde der Rothe Adler-Orden 2. Klasse verliehen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 12. Sonntag nach Trinitatis, den 17. Augn.st. Gottesdienst. Luaezündet, in Verbindung mit Hunderten von PechfackÄn, stmrg durch chemische Stoffe, dre von der Frie^ichshuüeaus von der Ingelheimer Au vis zur Landungsstelle des Kaiser- in die Horloff geleitet worden sind, zu suchen rsl Die Fsich- schiffes eine ununterbrochene Lichtlirrie schaffen, einen An-' -- *■ r-u ~--sn°vo1t' buck von überwältigender Schönheit. Von der Landungsbrücke bis zum Schloß werden Masten mit Gurrlanden, Wimpeln, Flaggen und 1500 Lampions die wirkungsvolle Ausschmückung vollenden. — Das hiesige Gouvernement hat den Vertretern der hiesi gen und auswärtig e n P r e s s e für die Truppenschau durch denKarser einen O f f i z i e r zur Verfügung gestellt, welcher beauftragt Kirche und Schule. In der Aachener Bistumsfrage wird gemeldet, daß em wichtiger Schritt zur Verwirklichung dieses Zieles gethan ser. Es bandelt sich um die Bewilligung von 300 000 Mk. zur Bestrettmrg tzer Kosten der Errichtung des Bistums durch die Aachener Stadtverordnetenversammlung. * Bonn e- -ar--r! wardea E- bch-chre l-ht-n S°an!ah s . rr°r r .errrn^^uckt e ha^ch P aehwh. kunft zu erteilen- - Die iWli^Dussekborsm: Ge,ellich-st b>,e KatechismuSlchre m hl°siS-r.Kwch°. NachDas stieß an einen am Wege stehenden Baum, wird morgen abend zwei Dampflchtsse und zwar um 7 Uhrdem Kirchentor fiel das Mädchen so unglücklich, daß su . stcntte unt> teine Frau sind tot Der. abends bis Oestrich und um «Uhr w Bewußtsein verlor. Sie wurde m ein Haus getragen, wurde schwer verletzt blikum zur Bersugung stellen. Dre glluMsrt dieser I ^tljchx Behandlung genommen wurde. Heute Lemberg, 14. Aug. Baron Severin Bra- Danchser geschieht rm MMuß an das twr,er,ch-ritz 3 uhr ist sie ihrem Leiden erlegen. Ws Ur- ni${i h^ sich wegen sinanzieller Schwierigkeiten er- Aus D a r m st ° d t suche des Todes wird ein Schädelbruch oernurtet schosse n. Ttes ist in der FamLe des BaronS sack krcrzxr^ der Parade am Samswg den 16. Wrft vm (äteo^erioflt 1 14. Aug. Das seltene Fest der dia- Zeit der dritte Selbstmord. . „ , Mnd7ndk^Lunche°n wird zu^Ged^ken serviert 2Lan^nen Hochzeit feieri heute, noch in voller Mstigkert ‘ Ueber Die ^Abreise des Kaisers erfolgt um 4 Uhr Der das Ernst SchmiedetscheEhepaar hier. Der Mann ho ^Atet "^^g- >» t.^^^s Grotzherzog fährt kurz darauf nach Jagdschutz Wolss- das 82ste, die Frau das-80st° Leb-nchah^ubeychr-tten. »KS'ÄMt worden seien. Aus Nachfrage wird garten. Der Hofhalt bleibt daselbst brs zum 12-Sehtember, ^ man noch jeden Tag auf dem ^elde arbeiten sehen- ^j^teitt, daß die Cholerineepidemie große Fort- an welchem Tage die feierliche Enthüllung des Denk- ®r0^er30g hat den Eheleuten zu dieser seltenen -.^6 macht. In mehreren Schnlklassen fehlen acht Kinder, mals jur dre verswrbene Ul"e aus dem fein $ilt) init einem Handschreiben übersandt Hauptsächlich wwd die arme Bevölkerung von dieser Epido- WilhelmsPlabvordemnEnPal^^terstEsrnd n wüte - (: Homberg a. d. Ohm, 14. Aug. Letzten Sonntag ^b-t/ofse'u. Infolge der seit einigen Wochen hier er^ Von dresem Tage M bis MM ^^ß^Wanover wird V- Turnverein sem 40jähriges Bestehen, getretenen hochgradigen Teuerung vermögen sich, 'Rvrnrod in weit von dem Manöverterrarn entfernt liegt, statt, zu welchem suh auch Gauverlrerer yeim-Vielen r I eingesimden hatte. Nachdem am Sonntag der stattliche Fest--1 Hilft 4Tnnh zug sich an der Oberförsterei aufgestellt hatte, bewegte er sich ^115 MÜvl UlU> UUttv. unter Vorantritt einer guten Musikkapelle durch die festlich , Gießen, 15. August 1902. geschmückten Straßen des Städtchens. Die Jubilare und — Der Großherzog hat gestern abend London ver-1 Begründer des Vereins eröffneten mit der alten Vereinsfahne lasten und trifft heute nachmittags 3 Uhr 37 Min. in Darm- den Zug. Die eigentliche Feier auf ^m Hochberg wurde stadt ein leingeleitet durch eine Begrüßungsansprache des 1. Sprechers! 8 Landtagswahlen. Mtt dem Schluffe der letzten Gnifkowski. Nachdem Pfarrer Port die eigerttlrcheFest- (31.) hessischen Legislaturperiode haben die unten bezeichneten rede gehallen hatte, wurden die noch lebendeni 7 Gründer Abgeordneten in Oberhessen auszuscheiden und demnächst des Vereins durch den Vorsitzenden mtt Festfchlerfen ge- neue Wahlmänner- und Abgeordneten-Wahlen in den nach- schmückt. Fräulein E. Gerbet uberrelchte sodann nn Namen benannten Bezirken stattzufinden (die in Klammern beigesetzten der Frauen und Jungfrauen ^me Mächtig gebettete Fahnen- Zahlen geben die Jahre der von den Abgeordneten schon schleife, wofür Th. Löchel den Dank desVereir^ aussprach, zurückgelegten landständischen Dienstzett an): In der Stadt Zum Schluß dankten Gauoettreter Gießen: Justizrat Dr. Gutfleisch (9); in der Stadt Fried- herzliche Begrüßung rmd Rechtsanwalt leidig-Gießen rm berg: Justizrat Jöckel (251/,); in der Stadt Alsfeld: Namen der Jubilare für dre besondere Ehrung. Nach dieser C. Gun drum II. (12); im UL Wahlbezirk: W. Joutz Feier fand ein Wettturnen unter den Turnern des Vereins in Butzbach (6); im IV. Wahlbezirk: Geh. Regierungsrat statt, bei dem L. Kirbach den^ ersten Preis errang. Am Schönfeld zu Schotten (IO1/»); im IX. Wahlbezirk: Bürger- folgenden Tage fand bei recht günstigem Wetter em Jugend- meister Zinßer von Schlitz (16-/,); im X. Wahlbezirk: fest statt, bei dem im G-tzenfatz. ^nm ; eme Bürqerme-ster Schmalbach zu Crainfeld (14); im XI. Wahl- nchtige Feststimmung M) Bahn brach dw eme stattliche bezirk: Bürgermeister Weidner von Herchenham (6). Die Zahl der Festteilnehmer bis zum frühen Morgen zusammen- Urwählerlisten sind in den betteffenden Gemeinden schon so- hielt. r weit aufgestellt und an manchen Orten ist bereits die Wahl- Laubach, 14. Aug. N-chdm. vor Kurzem dre Tele-! kommission gebildet, so daß in unserer Provmz dre engeren phonlertungen m ösllicher Rrchttmg nach Ulrichstem und Wahlen schon in Bälde erfolgen könnten. ■ in südlicher nach Hungen fertig gestellt worden ftnd- wwd !! Wettturnen. Wie wir bereits meldeten, soll am nun mit der Erbauung einer solchen m nördlicher Richtung 7. September das Wettturnen auf dem Dünsberg stattfinden, über Lauter nach Grünberg begonnen. An lltztere wwd das Nicht besonders günstig scheint dieser Tag gewählt, da an hiesige gräfliche Schloß-mtt emer demselben Tage die Kirmesfeste in sämtlichen Ortschaften der — Der Bau der Bahnstrecke von hier nach Mucke hat Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach abgehalten werden. Die in den letzten Monaten wesentliche Fortschritte zu verzeuhnen, Feste sind ein für allemal auf den ersten Sonntag im Sep- so wurde Ende voriger Woche der zwischen hier und Freien- tember festgesetzt und sicherlich wird das angekündigte Düns- scen durch das sogenannte Kaff führende Tunnel nach acht- bergturnen hierdurch beeinträchtigt werden. Die Jugend wird monatlicher Arbett fertiggestellt. Die Arbeiter, die beim j deshalb zu Liebe der Kirmeß auf das Dünsbergfest verzichten. Tunnelbau beschäftigt waren, schmückten den Eingang mtt *• Kündigung von Dienstboten. Als wichtiger Tannenbäumen und die Baulettung veranstaltete für sie tm Kündigungsgrund für die Dienstherrfchast ohne Ein- benachbarten Frerenseen em kleines Fest. Eme unlrebsame Haltung der Kündigungsfrist ist nach den im „Regie- Verzögerung erleidet m der Nahe bet Stabt bet Bahnbau ranqsblatt- veröffentlichten Gesetz, sofern nicht besondere Um- durch die Nichtertellung der Bauerlaubms (eckens emes Grund- stände eine andere ^Beurteilung rechtserttgen, namentlich an- besitzers. Man ist allgemein erstaunt darüber, daß innerhalb rusehen, wenn ein Dienstbote: 1) sich eines Diebstahls, einer des letzten Jahres, sett welchem der Bahnbau un Gange ist, Veruntreuung oder eines unsittlichen Lebenswandels schuldig diese Angelegenhett auf dem macht; 2) die in Gemäßhett des Dienstverttages ihm ob- werden konnte. Demnächst wird sich der ProvMoialausschuß liegenden Verpflichtungen beharrlich verweigert; 3) der Ver- damit zu beschäftigen haben. Merkwürdigerweise wacht ber, warnung ungeachtet mtt Feuer und Licht unvorsichtig umgeht den die Schuld an der Verffchleppung trifft, gelegentlich des oder die ihm anvertrauten Tiere mißhandelt; 4) sich Thät- Bahnbaues e n gutes Geschäft, indem er vom Wagen h rctt) lichketten oder grobe Ehrverletzungen gegen die Dienstherr- an die Arbeiter Bekleidungsgegenstande, wie Arbetts-Blousen, schäft oder deren Familienmitglieder zu Schulden kommen läßt; -Hosen und Hemden m Menge verkauft. .... 5) mit den Familienmitgliedern der Dienstherrschaft oder mtt Mainz, 14. Aug. Zum Boykott ^es hessischen den Hausbewohnern verdächtigen Umgang pflegt oder das Vieh Händlern ere ins. Auf Veranlaffung der hlesigen im Hause dienende Gesinde zu Handlungen verkettet, welche Metzgermnung fand gestern eme Beratung mtt den Ober- wid^ die Gesetze oder wider die guten Sitten verstoßen; meistern der Metzgermnungen von den Nachbarstadten statt, 6) zu den von ihm übernommenen Dienstleistungen unfähig in welchen große Vlehmartte abgehalttn werden, nämlich von oder mit einer abschreckenden Krankhett behaftet ist; 7) länger Wiesbaden, Frankfurt a. M. und Mannheim. Einstimmig als vierzehn Tage durch Krankheit, Freihettsstrafe oder M- wurde das schroffe Vorgehen des Viehhandlerverems verurteilt wesenhett an seinen Dienstleistungen verhindert ist; 8) schwanger und sodann die entsprechenden Maßnahmen getroffen. Der ist; 9) ohne Erlaubnis der Dienstherrschaft sich über Nacht »Franks. £tg.*,wirb। bagu S^^et: aus deren Wohnung entfernt oder andere Personen bei sich Händlern abgehaltene Versammlung beschloß, nach einer beherbergt; 10) das Dienstbuch sich abzugeben weigert; Rücksprache mtt dem Oberbürgermeister, den hiesigen 11) sich überhaupt solcher Handlungen schuldig macht, welche Markt von nächster Woche ab wieder der seit- nach ihrem Wesen mtt dem für das Dienstbotenverhältnis herigen Weise zu befahren. Dieser vernünftige Be- erforderllchen Verttauen ober mit einer geregelten Haus- schluß wird wohl zum Teil darauf zuruckzufuhren sem, daß rotr IX unnerXS fmb. in Wiesbaben bie Schlachthausdeputation IN Ueber- Neueste Meldungen. Butzbach, 14. Aug. In ber gestrigen Gern ein be-einstimmung mit dem ^9^ d^n Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers, ratssitzung wurden zu Urkundspersonen bei der Wahl der die Anordnung gdatf«baCWgofd Hamburg n. d. H., 15. August. Die Kaiserin isb Wahlmänn-r für bie Laabtagswahl Karl ©abeimann II. bttettion bem ür bte äolqe jurüS Lute Botmittag mit ber Prinzesfia Viktoria Lmse unb bem- und H. Melchior gewählt. - Auf dem Selbe bei Nieder- einen Diens ags-Viehmarkt abzuhalten, für die Folge zurück y ^achim hier e ingetto ff en. Sie begab fich zu Weisel wurde gestern ein 17jähriger Bursche emrischt, der m zuziehen ser. 25iäbriae Jubel- Wagen nach dem Schloß. Der Zug hielt nicht vor dem einer Erziehungsanstalt untergebracht, dort jedoch entsprungen -L- !^arnz, , jscher Vereinigungen Kaiserpavlllon, sondern schon vorher. Die Kaiserm gmg ist. Er soll von Nieder-Mörlen gebürtig jem imd wollte feier des .rbarioe§ EmXX roegen i^eS verletzten Fußes auf einen Stock gestützt, offenbar einmal wieder seiner Heimat einen Besuch abs allen. Deutschlands rmd des ^m Wagen. mon. Grünberg, 14. Aug. Dem Kunstschlosser Bürger- ems hat heuteuntersehr z ch^^orationen aus ganz Berlin, 15. Aug. Der Oberbürgermeister von Poser^ meister Sann in Weitershain ist von der Grotzh. Zentral- treten, katholischerLaufman sch ^^reten sind nahezu Witting, hat sich in den letzten Tagen hier aufgehallen, stelle für die Gewerbe der ehrenvolle Auftrag geworden, im Deustchland ihren Anfang g stimmen. D e Zahl der Während seines Aufenthaltes hatte er teils Besprechungen iw Interesse des Handwerkes die Ausstellung m 2 Cgpeflition des öiessener Anzeigers empfiehlt sich jur Vermittelung von Anzeigen für sämtliche Leitungen des In« u- Auslandes )u Originalpreifen in allen Tönen, rasch und hart trocknend, 5439 Parkett wachs Stahispähne sowie alle sonstigen Ingredienzien zum Anstrerchen und Wichsen der Fußböden empfiehlt Emil Fischbach. un Einschnitt billig zu haben bei 03507 Wildhändler Ebel. Schulstraße Ecke der Sonnenst große Auswahl in allen Preislagen. 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