Donnerstag 15. Mai 1903 152. Jahrgang Erstes Blatt. toubrcmufeum uni) Volilische Tagesschau. Zur Aufhebung des Diktatur-Paragraphen. Im Zusammenhang mit einer augenscheinlichen autori- srrten Besprechung der Erwägungen, welche für die eigenste Anregung deS Kaisers wegen Aufhebung des Diktaturparagraphen maßgebend waren, wird gesagt: Der übrig bleibende Wunsch nach einer später erfolgenden Gewährung einer eigenen Vertretung der Reichslande im Bundesrate sei Sache der Reichsverfassung. Thatsächlich bildet Elsaß-Lothringen in staatsrechtlicher Beziehung ein monetrnm politicum. Es giebt nahezu ein Dutzend verschiedene Theorien über die juristische Natur des Reichslandes. Wie ist eine andere Regelung der staatsrechtlichen Beziehungen zwischen dem letzteren und dem Reiche herbeizuführen? Die Lösung des Problems auf dem Wege einer Aenderung und Ergänzung der Reichsverfassung war schon in § 2 Absatz 2 deS Gesetzes vom 9. Juni 1871 in Aussicht genommen, über dessen provisorische Bedeutung seine Urheber niemals im Zweifel waren. Der Kaiser führt bekanntlich die Regierung im Reiche und im Reichslande „im Namen des Reichs", also nicht im eigenen Namen, sondern im fremden Namen, im Namen der verbündeten deutschen Fürsten und freien Städte. Während dem Kaiser die Regierung, die er im Reiche führt, gegen seinen Willen niemals entzogen werden kann, da er als Inhaber der 17 preußischen Stimmen gemäß Art. 78 der Ncichsverfassung jede Aenderung dieser Verfassung verhindern kann, beruht die Regierung des Kaisers im Reichslande auf dem 1871er Reichsgesetz, das durch Reichsgesetz wieder aufgehoben werden kann. Würde das jetzige provisorische Verhältnis des Kaisers zum Reichslande in ein definitives umgewandelt werden, so erlangte der Kaiser im Reichslande dieselbe Stellung eines erblichen Regenten, die er schon im Reiche hat. Er könnte dann auch als Regent des Reichslandcs ein Stimmrecht im Bundesrat beanspruchen. Zu den vielen Mutmaßungen, ob der Kaiser in einer tmpulsiven Eingebung des Augenblicks die Aufhebung des Diktaturparagraphen anordnete, oder ob er nach vorheriger Erwägung mit der Reichsregierung handelte, teilt die „Straßb. Post" mit, daß er sich nicht erst in Str a ßburg nach der Unterredung mit dem Staatssecretär v. Köller und dem Bürgermeister Back entschlossen habe, sondern bereits mit der Absicht dort eingetroffen sei, die Maßregel zu treffen, welche dann in dem Erlaß vom 9. Mai zur Ausführung gelangte. Der Reichskanzler hätte sich schon vorher mit der Aufhebung des Diktaturparagraphen einverstanden erklärt, und die Reise des Staatssekretärs Grafen Posadowsky hätte mit der Ausführung zusammengehangen. Die Unterredungen, welche der Kaiser in Straßburg mit den leitenden Persönlichkeiten hatte, hätten ihn in seinem Entschlüsse nur bestärken können. Ausland. P a r i s, 14. Mai. Heute früh um i/49 Uhr trafen Prinz Albrechtvon Preu ßen und P r in z I o a ch i m Al b - recht mit Gefolge au. pbetn Nordbahn Hof ein, wo sie vom Botschafter Fürsten Radolin und den übrigen Herren der Botschaft empfangen wurden. Tie Prinzen unternahmen - ' ■ ' " ‘ 11 "ie besichtigten die Nr. 112 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt ine Siebener ZamUlen- dUtter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der B rü h l'schen Uitloers.'Buch-u.Siein- druckerei (Pietsch Erbeni Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FsrnlprrchansckliißNr.51. ung der geistigen Einigkeit des Vaterlandes erleben würde. Ich werde mich diesem Werke mit Leidenschaft und Beharrlichkeit widmen, die, wie ich hoffe, von Erfolg gekrönt sein werden. (Langandauernder, wiederholter Beifall.) Um 3 Uhr nachmittags begab sich Loubet nach dem Hafen, um die dort liegenden beiden Schulschiffe zu besuchen. Um 5 Uhr erfolgte seine Abfahrt auf dem „Montcalm". VczvgSpret-r monatlich 7b Ps., viertel» jährlich Ml. 2.20; durch Ab hole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Post Mk.2.— otetiel- jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeige« sür die TageSnuninler bi- vormittags 10 Uhr. ZetlenpretS: lokal 12 auswärts 20 Psg. verantwortlich: für den poltL u. allgem. Teil: P. Witiko: für »Stadt und Land" und ,GenchiLsaal":R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: HanS Beck. im Pavillon dauerte über eine Stunde. Der Kaiser lieft sich eingehend von Thielen, Bürgermeister v. Marx und Landrat v. Meister Vortrag halten, wobei auch der neue Entwurf des Baurats Jacobi nach dm Vorschlägen des Bürgermeisters v. Marx in Erwägung gezogen wurde. Eine Bestimmung wurde beute nicht getroffen, das Ministerium soll vielmehr noch einmal diesen letzten Plan ausarbeiten. Gleich nach 3Va Uhr fuhr der Kaiser durch die Luisenstraße, von einem zahlreichen Publikum mit lebhaften Hochrufen begrüßt, nach der Saalburg. 9Lach eingehender Besichtigung des Fortschrittes der Restaurierungsarbeiten unter Führung des Baurats Jacobi verließ der Kaiser gegen 4 dreiviertel Uhr die Saalburg und fuhr nach dem Bahnhof von Homburg zurück, wo um 5i/4 Uhr die Abreife erfolgte. )araus eine Fahrt durch die Stadt; sie besichtigten die Sainte-Chapelle, die Eoncicrgerie, das Louvremuseum und die Alexanderbrücke. Aitf der Botschaft fand sodann ein Frühsttick statt, welchem alle Botschaftsmitglieder mit ihren Damen, sowie der bayerische Geschäftsträger von der Tann beiwohnten. Um i/4l Uhr reisten die Prinzen nach Madrid vom Orsaybahnhof weiter, wo sich Fürst Radolin mit den Herren der Botschaft zur Verabschiedung eingesunden hatte. Haa g, 14. Mai. Tas Befinden dec Königin ist an- dauernd vollständig befriedigend. Von heute ab werden Krankheitsberichte nicht mehr regelmäßig veröffentlicht. Rotterdam, 14. Mai. Der Leibarzt Tr. R ö s s i n g h ist heute mittag von Schloß Äw nach dem Haag zurückgekehrt, u m das Direktorat des Haager Krankenhauses wieder zu übernehmen. Die Königin bleibt nunmehr der Sorge res Dorfarztes Dr. Pot überlassen. Die Kräfte der Pa- tientin kehren langsam zurück. Die Königin unterzeichnete wiederum einige Edikte. A m sie r d a m, 14. Mai. Dem Gutachten der Aerzte zufolge dürste die Königin innerhalb 3 bis 4 Wochen bei günstiger Witterung bie erste Ausfahrt machen können. Die Stimmung im Palaste ist fceudiger. Die Kü- nigin-Mutter und fixer Prinz-Gemahl machen jetzt täglich Spaziergänge. , . Rom, 14. Mai. General Joseph Ottvlenghr ist zum Kriegsminister ernannt worden . Petersburg, 14. Mai. Graf Leo Tolstoi i|t, Blattermeldungen zufolge, wegen der Bauernunruhen beim Zaren in einem Briefe vorstellig geworden. Tolstoi redet in dem Briese den Zaren mit „Du und teurer Bruder" an und bezeichnet als die einzige Möglichkeit, den Bauernstand auf die Beine zu bringen, schleunigste Hilfe der Krone. Weiter spielt er auf eine konstitutionelle Verfassung an und unterbreitet dem Zaren die Idee, die Regierung mtge ihrerseits Land auskausen und es den Bauern zu mäßigen Preisen überlassen. Der Zar hat den Brief richtig erhalten und unlängst dem Grafen persönlich Mitteilung davon gemacht mit dem Bemerken, daß das Schreiben ihn sehr interessiert habe, da es viel Wahres «Die vulkanische Kalastropye. Der MontPelse hat zwar seine verderbenbringende Thätigkeit immer noch nicht eingestellt. Nach gestrigen Mitteilungen von Martinique schien die Eruption des Vulkans ich fogar wieder zu verstärken. Trotzdem muß die Gefahr ür die Gegend von St. Pierre sich verringert haben, da es nach Feststellung der Behörden von Fort de France jetzt leichter möglich ist, in die vernichtete Stadt zu gelangen. Wie dem „Daily Expreß" berichtet wird, ist die Stadt von einigen Forschungsabteilungen von Fort de France aus betreten worden. Als man sich der Stadt näherte, äh man die See mit Trümmern und Lava bedeckt und zahlreiche Leichen einhertreiben. Weitere Leichen lagen aus den Quais. Augenscheinlich sand eine allgemeine Flucht nach der See statt, als der Wirbelwind von Feuer aus die unglückliche Stadt herabkam. Viele Leichen waren durch stürzendes Gestein fürchterlich verstümmelt. Andere waren versengt und wieder andere offenbar durch die Dünste, die dein Berg entstiegen, vergiftet. Eins war auffallend: Sä m t l ich e L ei ch e n warennackt. Die Bekleidung der Neger ist allerdings immer eine spärlick)e. Man nimmt an, daß die Leute die wenigen Kleidungsstücke, die ie anhatten, abrissen, um ihre Gesichter vor dec sengenden Hitze und dem fallenden Feuer zu schützen. In ganz St. Pierre war kein lebendes Wesen zu sehen. Zerrissen und einsam lag die Stadt unter einer Masse von Staub und Steinen da. Die hölzernen Gebäude sind vollständig zerstört, nur wenige Wände stehen noch, lieber der ganzen Szene breitete sich vom Bulkan aus wie ein Sargtuch eine Wolke von Rauch. Die Hitze der immer noch rauchenden Trümmer war unerträglich. Man suchte die Toten zusammen und verbrannte sie mit Hilfe von Holz und Petroleum. Es war nötig, die Leichen der Opfer schnell zu beseitigen, iveil der dura) bie Hitze beschleunigte Verwes ungs- prozeg eine Epidemie zu veranlassen drohte. Etne Anzahl von P r i e st e r n verlas andenflammendenScheiter- Haufen Gebete. Das Bild war über alle Maßen seierlichj und ergreifend. Kleine Kinder, Frauen, Männer, in den Stellungen, wie sie der Tod ereilt hatte, wurden aus die, Scheiteryausen getragen. Ihre brennenden Körper verbreiteten einen fast lrankmachenden Geruch. Das Grollen des Berges in dec Ferne tlang wie ein Grablied sür die Toten und das glühende Licht des Vulkans, welches dann und wann die Finsternis der Staubwolken durchbrach, bildete eine geeignete Beerdtgungssackel. Eine genaue Uitlersuchung ergab, daß der Boden durch zahlreiche Einschnitte zerrissen war, und daß dec ganze Disttikt eine neue Gestalt an» genommen hat. Im nördlichen Teil der Insel ist die Erde m beständiger Bewegung. Dre Einwohner der ganzen Insel leben in panikartiger Furcht. Viele verlassen dre Insel. Die Lebensmittel sind knapp und die Leiden sind außerordentlich groß. Unter den Opfern befinden sich auch zahlreiche Angehörige frommer Orden. Sämtliche Schwestern deS sranzvstfchen Klosters St. Josephs de Eluny, 20 Patres und 160 Schnier der elsässischen Heiligen Geist-Gemeinde, sowie 37 Schwestern und 200 Schülerinnen des Instituts der .Schwestern von St. Josephs sind ums Leben gekommen. ' Unter den durch die Katastrophe schwer Bettoffenen befinden sich auch zwei junge Studenten aus Martinique. Sie sind Bcnoer und kamen nach Par is, um Medizin zu studieren. Am Abend des Unglückstages telegraphierten sie nach Hause, aber das Ausbleiben einer Antwort sagte ihnen nur zu deutlich, daß sie Vater, Mutter, Haus Familie, — kurz alles verloren hatten. Sie sagen, dag niemand in St. Pierre auch nur im Traume daran gedacht habe, daß der Pelse gefährlich werden könne. Es existiere aber eine alte Negerlegende, die besage, daß ein großes Ungeheuer in der Tiefe des Sees schlafe, daß es eines Tages auf.oachen und St. Pierre verschlingen werde. Wie dec Gouverneur von St. Vincent telegraphiert, ist die Lage aus der Insel vie l schlimmer, als nach den früheren Berichten der Fall zu sein schien. An der Qstkuste Der Insel zwischen Robin Rock und Georgetown ist das Land anscheinend inähnlichec Weiseverwüftet wie in St. Pierre- Man fürchtet, daß in diesem Gebiete alles lebende Wesen thatsächlich tot ist. Die genaue Zahl der Umgekommenen dürste wohl nie begannt werden. Tie Betriebsleiter der Plantagen und die Großgrundbesitzer mit ihren Familien sind umgekommen. Gegen 1000 Leichen find bereits beerdigt. 160 Schwerver- letzie wurden nach Georgetown jns Hospital geschasst. Die Einzelheiten des Unglücks sind herzzerreißend und unbefchreibbar. Eine Depesche aus Port Castris auf der südlich von , Martinique gelegenen Insel St. Lucia besagt, die dortige Signalstation meldet, sie habe in der Nacht vom 13. zum . 14. in der Richtung aufFortdeFrance einen Feuerschein wahrgenommen. ES ist zweifelhaft, ob dieser Feuer- rn aus einen weiteren AuSbruch bt5 Pelse zuruckzusühren oder ob etwa gar der nördlich von Fort de France gelegene Berg ebenfalls in Thätigkeit geraten ist. Hoffentlich bewahrheitet sich unsere letztere Bännutung nicht. Auch in dem östlich von Portoriko gelegenen St. Thomas hat jm Dienstag nachmittag ein starkes Erdbeben ilattyifunbtn. Tas b.Syer dänische St- Thomas wird zu , Den virginischen Inseln gerechnet, die, zu den Inseln unter GiehenerAnMer u General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Deutsches Reich. Berlin, 14. Mai. Die „N. A. Z." meldet: Infolge einer Anregung der zur Vorberatung des Brüsseler Vertrages über die Behandlung des Zuckers eingesetzten Kommission des Reichstags wurden im Reichsschatzamt unter Vorsitz des Staatssekretärs Thielmann erneute Vernehmungen von Sachverständigen emgeleitet. Die Sachverständigen sind ausschließlich aus den Kreisen der Zucker- sabrikanteri und der zur Zuckerindustrie in Bfziehung stehenden Landwirte gewählt worden. Zunäch stfindet die Vernehmung der Herren Arnim-Güterberg, Kröger-Alten, Skene Klettendorf, Cofte-Biere, Karcher-Frankenthal, Preiß- ler-^annover, Berendes-Kulmsee und Bruckner-Stralsund stattt Tie sehr eingehend geführten Verhandlungeti werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. — Ter Verein der Spiritusfabrikanten in Deutschland erläßt in Verbindung mit der deutschen Landwicistbastsgesellschast und zahlreichen landwirtschaftlichen Körperschaften und unter Beteiligung der Regierungen von Preußen und anderer Bundesstaaten ein mit 30 000 Mark dotiertes Preisausschreiben zur Gewinnung eines Verfahrens behufs Ueberführung von Kartoffeln in ein Tauerfutter (Trocknung). — Tic angekündigte Polen vor läge sott dem preußischen Landtag in dieser Session nicht mehr zugehen. Die Regierung scheint Bedenken dagegen zu haben, im letzten .Stadium der Session den Landtag noch mit dieser wichtigen Angelegenheit zu befassen. Dagegen soll der Gesetzentwurf über die Befähigung für den höheren Verwaltungsdienst und Über die Aenderung des juristischen Studiums und den juristtschen Vorbereitungsdienst noch erledigt werden. Man rechnet die Dauer der Session nach Pfingsten auf noch 3—4 Wochen. Daß in dieser Zeit noch die Lex Adickes erledigt werden könnte, güt für ^eifelha ttchs.sche Kultusminister sprach sich in der heutigen Sitzung der zweiten Kammer gegen die Ein- stihrung einer juristischen Zwischenprüfung aus. ' L> o ui bürg v. d. H., 14. Mai. Ter Kaiser traf mit Sonderzug um 2.20 Uhr hier ein. Gleich nach der Ankunft hielt EisenbahnmiNistcr v. Thielen im Kaiserpavillon des Bahnhofes einen Vortrag über die Bahnhofsanlage in Homburg v. d. H. Zu diesem Vortrage waren außer dem Eisenbayndirekiions-'präs.denten Thome aus Frankfurt am Main, xanDrat Dr. Meister, Bürgermeister Dr. v. Marx und Baurar Jacobi von hier besvhttn. Nach dem Vortrag fand eine totale Besichtigen zu welcher die drei in Frage kommenden Bahtit,-fsprc^ekkc t.n G. lande nach -ber- uriel ’u durch Sä&i&rit abgeMtt waren. Dre Konferenz enthalte. staubet auf der Auyrt Nach Außlaud. Paris, 14. Mai. Der Präsident der Republik ist heute vormittag programmmäßig in Brest eingetroffen. Das Wetter ist günstig, die Stadt ist überfüllt von Menschen, die Loubet überall mit Hochrufen, sow w mit Rufen: „Es lebe die Republik!" begrüßen. Der Präsident empfing in der Marinepräsektur die Beamten, Bürgermeister und Generalräte des Departements Finistöre. Nach dem Besuch mehrerer Spitäler begab er sich mittags mit dem Minister nach dem Festsaal, wo das vom Departement veranstaltete Bankett stattfand. Die 1500 Personen zählende Versammlung bereitete dem Präsidenten einen enthusiastischen Empfang. Ter Bürgermeister von Brest ergriff das Wort zu einer Begrüßungsansprache, in der er Loubet eine glückliche Reise nach Petersburg wünschte. In seiner Erwiderung dankte der Präsident für den begeisterten Empfang, den man ihm bereitet habe. Er gedachte ferner In lobenden Worten des Wirkens des Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau, des Ministers des Aeußern Delcassö und des Marineministers Lanessan und fuhr dann fort: Tie soeben stattgehabten Wahlen haben bewiesen, daß das Departement Finistäre nicht das einzige Departement ist, das der Republik zugewandt ist. Frankreich ist einmütig gewesen, und unter den ausgezeichneten Männe rsn, die um die Stimmen der Wähler geworben haben, war nicht ein einziger, ber sich für die Monarchie oder das Kaiserreich erklärt hätten. Ich will gern glauben, daß die, welche sich Republikaner nennen, es auch aufrichtig sind und sich weder mit ihren Wahlaufrufen, noch Reden in Widerspruch setzen. Sie haben recht gethan, sieb der Republik anzuschließen, die Frankreich 30 Jahre Frieden gegeben hat. Heute, wo der Kamp vorüber, ist die Zrit der Beruhigung gekommen (Anhaltender Beifall); das will aber nid^t heißen, daß man unbewaffnet Jein soll denen gegenüber, welche die Waffen nicht niederlegen wollen. Man muß sich verteidigen mit allen Mitteln, welche das Gesetz den guten Bürgern gewährt. Ich glaube, daß die Pflicht sich allen auferiegt, nämlich gemeinsam za arbeiten an der Moralisten und materiellen Ea... - V ng des 5ba>euanM. Hierfür i|t die Einigte »l n-.tj und i«y wäre der glücklichste der Präsidenien, wenn ug bie LKederherstell- dem Winde gehörig, sich nördlich an die Kleinen Antillen anschließen. Doch haben, wie die Newyorker Blätter melden, die Erderschütterungen gestern nachmittag wieder auf gehört, bevor thatsächlicher Schaden angerichtet wurde. Die Sammlungen für die unglücklichen Ueber- lebenden nehmen einen erfreulichen Fortgang. Die vom französischen Ministerium der Kolonien eröffneten Sammlungen haben bis gestern mittag drei Millionen Francs ergeben, einschließlich der Beitrage des Auslandes. Die deutsche Kaiserin beauftragte das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz, den Erlaß eines Aufrufs zu Sammlungen zum Zweck der Hilfs- thätigkeit für Martinique in Erwägung zu ziehen. — Von Mitgliedern aller Fraktionen derBerlinerStadtver- ordneten-Versammlung wurde beantragt, den Magistrat zu ersuchen, unverzüglich 40 000 Mark für die durch das Erdbeben auf den Antillen Geschädigten zur Verfügung zu stellen. Der König von Dänemark sandte der Prinzessin Waldemar, die einen Ausruf zur Unterstützung der auf Martinique Geschädigten erlassen hat, 4000 Francs. — Der Papst spendete 20 000 Lire für die Opfer auf Marttnique. 4. Sitzung Großh. Handelskammer Gießen. für die Preise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. Gießen, 13. Mai. Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Balser, Jhrmg, Katz, Nowack, Namspeck, Rinn, Röhr, Schirmer, Wallach und Zurbuch, sowie der Sekretär Vogel. Entschuldigt fehlen die Herren: Kommerzienrat Heichelheim, Dürbeck, Grünewald, Hoos, Mcvll, Schmall und Steinecke. 1. Geschäftsbericht. Der Bahnverwaltung der Dieberthalbahn wurde hinsichtlich der Nichtbcrück- sichtigung wiederholt unterbreiteter Wünsche die Anschlüsse auf Station Abend st ern betr. der Antrag unterbreitet, daß fernerhin die F ah r p l a n e n t w ü r s c von den hierzu berufenen Behörden, der Großh. Bürgermeisterei, der Verwaltung der Bieberthalbahn und der Handelskammer, in gemeinsamer Sitzung beraten werden sollen. Die Großh. Bürgermeisterei ist ersucht worsden,' diesen Antrag ihrer,eits aufnehmen und unterstützen zu wollen. — Beim Be zirks-Eisenb ahnrat wurde seitens unseres Herrn Vertreters in Gemeinschaft mit Herrn Fertsch in Friedberg der Antrag aus Ein legung eines beschleunigten Personenzuges Frankfurt a. M. --Gie ßen gestellt, der 7 Uhr abends in Frankfurt abginge. 2. Eine gelegentlich der Beantwortung unseres Jahres- berichtssragebogen uns von einer Als selber Firma unterbreitete Beschwerde über mangelhafte Berückst chti gnng der Stadt Alsfeld bei ihren telephonischen Anschlüssen mit den Orten der Oberpostdirektionsbezirke Darmstadl, Frankfurt a. M. und Cassel, wurde an die Kaiserl. Oberpostdirektion Darmstadt weitergegeben. Es lief hierauf die Antwort ein, es sei. zwar nicht zu verkennen, daß der Sprechbereich von Alsfeld im Vergleich zu anderen in früheren Jahren zur Einrichtung gelangten Fernsprechnetzen wenig umfangreich sei, es seien indessen Schritte gethan, um neue Leitungsverbindungen zu schaffen; diese erstreckten sich inzwischen aus Frankfurt a. M., Offenbach, Weilburg, Limburg und Herborn. Darmstadt, Worms, Mainz, Lauterbach, Salzschlirf und Fulda würden bestimmt im Laufe dieses Sommers hinzukommen, auch könnten Wiesbaden, Coblenz und Köln in Aussicht gestellt werden. Die von den Interessenten in Alsfeld auszubringende Gewährleistungssumme für die Verbindungsleitung Gießen-Als- feld würde sich mit dem Tage der Betriebseröffnung der neuen Stadt-Fernsprechemrichtung in Grünberg von 1000 auf 600 Mark ermäßigen. 3. Auf eine Anfrage des Kaiferl. Patentamtes, ob das Wort „F e l f e n f e 11 e r" im allgemeinen und freien Gebrauch für Bier vor dem 2. November 1894 gewesen sei und daher als Freizeichen zu gelten habe, wurde nach Mitteilungen einer Reihe von Sachverständigen festgestellt, daß öst»mmungen herlwisühre« soll, welche lauten: „Folgende zu Grudenzwecken des Bergbaues bestimmte Hölzer: Rundhölzer bis zu 20 Ctm. Zopfstärke (am dünnen Ende ohne Rinde gemessen) und bis zu 7 M. Länge, fernerSchwellen,Stege,Schwartenbretter, Schwartenpfähle, sämtlich bis zu 6 M. Länge, sowie dünne Brettchen bis zu 1,5 M. Lä n ge." 4. Die im Reichsamt des Innern seit Oktober 1899 herausgegebenen Nachrichten für Handel und Industrie sollen weiter ausgedehnt werden und zwar soll künftig in stärkerem Maße inländisches Material heran- gezoaen werden. Die Kammer kann diese Neuerung nur befürworten, und wird in diesem Sinne Großh. Ministerium berichten. 5. Von einem Beitritt zu der neu gegründeten deutschen Handelskammer für Rumänien in Bukarest wird H. V u III. n IV. // u VI. n VII. VIII. If IX. V Die bereits in zahlreichen praktischen Fällen erprobten bezw. 65 Mk. Rabatt, „ 4000000 Mk. 150 Mk., bezw. 100 Mk. Rabatt, über 4000000 Alk. 200 Mk., bezw. 134 Mk. Rabatt. abgesehen. 6. Verschiedene der Kammer bei der Beantwortung ihrer Jahresberichtsfragebogen unterbreitete Wünsche sollen an die zuständigen Behörden weitergegeben werden. 8. Mobiliarfeuerversicherung: Die Kammer tritt dem Deutschen Feuerversicherungs- jchutzverband bei, dessen Geschäftsführer, Herr Dr. Prange, am 10. Mai in Gießen einen Vortrag hielt (vgl. 9ir. 109 des „Gieß. Anz." vom 12. ds.). Wir möchten nicht verfehlen, an dieser Stelle unsere Wähler auf den Verband aufmerksam zu machen und ihnen den Beitritt zu empfehlen. Die Mitglieder und Wähler der Kammer mit einer Versicherungssumme von über 50000 Mk. genießen einen Rabatt von 33Vs Prozent auf die satzungsgemäßen Verbandsbeiträge. Der Beitrag beträgt: für Klasse I. Versicherungssumme bis 50000 Mk. 6 All., 100000 „ 10 „ bezw. 7.50 Mk. Rabatt, 300000 Mk. 20 Mk., bezw. 14 Mk. Rabatt, 500000 Mk. 30 Mk., bezw. 20 Mk. Rabatt, 1000000 Mk. 50 Mk., bezw. 34 Mk. Rabatt, 2000000 Mk. 75 Mk., bezw. 50 Mk. Rabatt, 3000000 Mk. 100 Mk., Einrichtungen sind vor allem: Revision der Policen, L-okal- inspektionen, Zuweisung routinierter Brandschadenexperten. Das Sekretariat ist zu weiteren Auskünften bereit . 9. Eingänge. 1. Ein Dankschreiben der Großh. Bürgermeisterei Alzey für unsere Bemühungen um Ber- behalttrng der Zugverbindung 431 und 438 Kaiserslautern- Mainz. 2. Mitteilungen des Deutschen Handelstags: Internationale direkte Frachtbriefe, Umkartierungstarife. Verbände von Unternehmern — Anstellung von Handelschemikern — Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz — Sicherung der Bausorderungen — Gerichtsferien; Forderungsklaaen aus Warenlieferungen als Feriensachen. 3. Eingabe des Sächsischen Provinzialvereins für Getreide und Produktenhandel Halle an den Minister für Handel und Gewerbe betr. das Gebahr en der Kornhausgenossen- schaft Halle. 4. Eingabe des Vereins zur Wahrung der Interessen der Chem. Industrie Deutschlands an )en Bundesrat, das Geheimmittelwesen betreffend. 5. Mitteilungen : Vermittelung des Absatzes von Fischereigerät schäften nach Argentinien, Elektrische Beleuchtung )er Stadt Sidney, Permanente Ausstellung von Maschinen und Fahrzeugen in Lima, Lieferungen der Vereinigten Staaten von Amerika in Bangkok, Industrieausstellung 1903 in Osaka, die Aussichten der deutschen Industrie bei den Lieferungen für die Eisenbahnen in Japan. 6. Zweifelhafte Firmen: Magdeburg, London, Madrid, Rustschuk, Kairo, Yokohama, Rio de Janeiro. Aus Stadl und Sand. Gießen, den 15. Mai 1902. ** Das Amtsblatt des Ministeriums der Justiz, Nr. 8, vom 28. April enthält ein Ausschreiben an den Gcneral- taatsanwalt und die Vorsteher der Gefangenanstalten, betr. den Urlaub der Beamten dieser Anstalten. ** Theologische Konferenz. Die alljährlich hier statt- indende theologische Konferenz wird am 29. Mai in Steins Gatten abgehalten. Vorträge haben zugesagt: Professor D. Budde-Marburg über „Das alte Testament und die Ausgrabungen", Pfarrer Lic. Eck-Ostenbach über „Goethes religiös-sittliche Anschauung in der Zeit seines Alters". An den letzten Vortrag schließt sich eine Diskussion an. ♦* 12. Iah re sversammlung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft in Gießen. Das Programm für die 12. Jahresversammlung, die in den Tagen vorn 20. bis 22. Mai hier stattfindet, ist gleichzeitig mit der Einladung zur Teilnahme an dieser Veranstaltung er- chienen. Danach werden die Teilnehmer an der Versammlung am Montag, 19. Mai, abends 8 Uhr, im Hotel Groß? Herzog von Hessen zur Begrüßung und zu einer geselligen Zusammenkunft sich einfinden. Für Dienstag, 20. Mai, vormittags von 9—12 Uhr, ist die Eröffnungssitzung angesetzt, )ie mit Ansprachen, einem Bericht des Schriftführers und mit Vorträgen ausgefüllt wird. Für den Nachmittag von 2—5 Uhr ist die zweite Sitzung mit Vortrag und Demonstrationen anberaumt, an die sich um 5 Uhr eine gemeinsame Partie nach dem Schiffenberg anschließt. Am Mittwoch von 9—12 Uhr vormittags findet die dritte Sitzung statt, in der der Generalredakteur des Tierreiches Bericht erstatten wird; es erfolgt sodann die Wahl des nächsten Bersamm- luugsortes, woran sich Vorträge schließen. Nachmittags von 2—5 Uhr erfolgt die vierte Sitzung mit Vorträgen und Demonstrationen. Donnerstag, 21., vormittags von 9—12 inbet die fünfte Sitzung statt, in der der Bericht der Rech- nunasrevisoren entgegengenommen wird, dem sich Vorträge anschließen. Nachmittags von 2—5 Uhr steht die Schluß- itzung mit Vorträgen und Demonstrationen an. Nach Beendigung derselben ist ein gemeinsames Mittagessen im Großherzog von Hessen geplant. Zum ersten Male seit dem Bestehen der deutschen Zoologischen Gesellschaft konstituiert ich auf der Jahresversammlung eine fachwissenschaftliche Sektion, die bann eine Sitzung ab halt. Bisher find 14 Vorträge, barunter 3 mit Demonstrationen, und 6 Demonstrationen angemelbet. Am Freitag, 23., machen bic Teilnehmer einen Ausslua nach Frankfurt a. M. zur De ichtigung des Senkenbergischen Mu,eumS und des Zoobogi chen Gartens. Für ben Nachmittag ist der Besuch der Saalburg bei Hom- rurg vorgesehen, womit die Veranstaltung beschlossen wird. Die Deutsche Zoologische Gesellschaft ladet einheimische und auswärttge Fachgenossen, sowie Freunde der Zoologie, welch« als Gäste an der Versammlung teilzunehmen wünschen, herK lich ein. '* Eisenbahndienst, Zum Stations-Assistenten wurde er» nannt der Stationsdiätar Walther in Lang-Göns. Versetzt wurden die Stations-Verwalter Malchus von Londorf nach Kahl und Schreiner von Zell-Romrod nach Groß- Karben; die Stations-Assistenten Sem ml er von Alsfeld behufs Verwaltung der Station nach Zell-Romrod; Zimm,ermann von Betzdorf als Stationsoerwalter nach Londorf; Neuhaus von Rüdesheim nach Gießen und Börner von Gelnhausen nach Gießen. * ’ Pfingstverkehr auf der Eisenbahn. In der Zeit vom 17. bis 21. Mai werden Sonderzüge verkehren. Der Fahrplan dieser Sonderzüge ist auf den Stationen durch Plakate kenntlich gemacht. * * Verschüttet. Zu der unter dieser Stichmarke gestern von uns veröffentlichten Notiz wird uns mitgeteilt, daß das Unglück sich nicht auf dem hiesigen Braunsteinbergwerke, sondern auf der Grube Raab bei Wetzlar, wo der Arbeiter beschäftigt war, zutrug. * * Schneefall. Der Wonnemonat macht in diesem Jahre, ein gar zu griesgrämiges Gesicht. Die Herrschaft der drei Eisheiligen sollte eigentlich doch jetzt vorbei sein. Aber nach wie vor bemühen sie sich, der Welt zu zeigen, daß ihr Regiment selbst in der Mitte des Mai noch auf festen Füßen steht. Bis jetzt ist unsere Gegend verhältnismäßig noch gut weggekommen. Aber man soll nicht zu früh frohlocken. Wer heute früh zwischen 5 und 6 Uhr zum Fenster hinaussah, wird ein nicht wenig erstauntes Gesicht gemacht haben, als er sah, wie dichte Schneeflocken lustig durcheinander wirbelten und die Dächer der Häuser eine weiße Hülle trugen. Zum Glück hörte der Schneefall bereits in den Morgenstunden wieder auf. Aber trau, schau, wem! Ob er nicht wiederkommen wird? Der Sonnenschein in den letzten Wochen hat uns schon zu oft betrogen, als daß man sich noch zu festen Plänen für die Psingstfeiertage entschließen könnte. M. Beueru, 15. Mai. Nachdem unsere Winterfrucht, sowie das Laub der Obstbäume durch die seitherige Kälte ganz gelb geworden ist, hat es jetzt auch lustig zu schneien begonnen. Der Schnee liegt bereits ca. 2 Zoll hoch und es schneit immer noch weiter, sodaß man sich hier in die Weihnachtszeit versetzt glaubt. () Ober-Ohmen, 14. Mai. Dem hiesigen Krieger- Vereine, der am 8. und 9. Juni d. I. sein 25jähriges Stiftungsfest im Verein mit dem Bezirks-Kriegerfest feiert, wuüde gestern eine vom Kaiser verliehene Fahnenschleife durch den Kreisrat Dr. Me Hör feierlich überreicht. Zur Feier waren die Mitglieder des Vereins, sowie der Bezirksvorsitzende Ranft-Grünberg, Pfarrer Jung und Bürgermeister Kratz von hier versammelt. Kreisrat Dr. Melior erwähnte in feiner Ansprache, daß der Verein der Pflicht, welche den Kriegervereinen obliege, feit 25 Jahren nach» gekommen sei, wofür er bieje hohe Auszeichnung erhalten habe. Er schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog. Der Präsident des Kriegervereins Rühl sprach für die hohe Auszeichnung den Dank des Vereins aus und gab der Versicherung Ausdruck, daß die Mitglieder auch fernerhin treu zu Kaiser und Reich stehen und echte Kameradschaft pflegen würden. Nach der Ueberreichung \ blieben die Versammelten noch längere Zeit in fröhlich- festlicher Stimmung in ihrem Vereinslokale beisammen. ? Groß-Eichen, 14. Mai. Gestern fand in unserer Gemeinde die Neuwahl des Bürgermeisters statt. Aus der Wahlschlacht ging siegreich unser seitheriger Bürgermeister Schombert mit 107 Stimmen hervor, der Gegenkandidat erhielt 40 Stimmen. Die diesige Musikkapelle brächte dem Wiedergewählten ein Stänochen, und bald ordnete sich ein Zug, der unter Vorantritt der Kapelle dupch das Dorf marschierte. r. Eberstadt, 14. Mai. Gestern stürzte ein hiesiger Knecht von dem Gerüst der Scheune herab. Er zog sich dabei einen Bruch des Schulterblattes und einer Nippe zu. b. Mainz, 14. Mai. Der gestern Morgen unfern des hiesigen Zentralbahnhofes in Brand geratene Post- packwagen des Orient-Expreßzuges Ostende-Wien enthielt, wie wir seitens der hiesigen Postbehörde erfahren, zum größten Teile nur gewöhnliche Briefe, Mustersendungen , Einschreibebriefe und Zeitungen. Wett- und Geldsendungen werden mit den Orientzügen überhaupt nicht befördert. Die angebrannten Briefsäcke wurden auf das hiesige Postamt gebracht, wo sie einer sorgfältigen Bearbeitung unterzogen rourben. Die Sendungen, deren Adressaten noch zu ermitteln waren, wurden auf anderem Wege roecker- beförbert. Der Beamte, ber ben beschäbigten Wagen zu be» bienen hatte, schlief in bem Schlafraum bes Postwagens und mußte bei bem Ausbruch bes Branbes geweckt werben. Frankfurt a. M., 14. Mai. Prinz unb Prinzessin Friebrich Karl von Hessen werben in ben nächsten Tagen von hier zu bauernbem Aufenthalt nach Schloß Frieb- richshof übersiebeln. Wiesbaden, 14. Mai. Heute morgen fanben Spazier- gänger im Walb bei Wiesbaben Zwei junge Damen aus Elberfelb, bie burch Revolverschüsse verletzt waren, vor. Beibe waren stark berauscht. Wie bic eingeleitete Untersuchung ergab, haben bie Damen aus Schwermut über ben vor einigen Wochen erfolgten Tob ihrer Mutter, woburch sie völlig elternlos geworben, ben Entschluß gefaßt, sich gegenseitig zu töten. Sie kauften sich zu biesem Zweck zwei Revolver, unb nachbem sie burch Austrinken einer Flasche Cognac sich ' Mut angetrunken hatten, schossen sie aufeinanber. Sie rourben ins stäbtische Krankenhaus gebracht. Man hofft, sie am Leben zu erhalten. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Halle, 13.Mai. In der Aussichtsralssitzung der Riebeck'schen Montan werke wurde bie Bilanz für bas mit bem 31. März abgelaufene Geschäftsjahr sowie die Gewinn- und Verluslrechnung vorgelegt. Einschließlich des Gelvinnvottrages von 84 440 Mark teilt sich der Bruttogewinn auf Mk. 3363577 gegen Mk. 3 474 711 bei 70 084 Mark Vortrag im Vorjahre. Nach Abzug der Geschäftsunkosten und Abschreibungen, letztere im Betrage von Mk. 955445 gegen Mk. 886081 im Vorjahre, verbleibt ein Reingewinn von Mk. 1767 546. Es wurde beschlossen, der am 25. Junr nach Halle einzuberufenden Generalversammlung eine Dividende von 12 Prozent (i. 25. 14s, Prozent) vorzuschlagen sowie nach Dotierung des Extrareservefonds und nach Abzug der statutenmäßigen Tantiemen und anderen Rücklagen den Rest von 2)1 f. 84343 Mark auf neue Rechnung vorzutragerü 3proz. Deutsche Staatsanleihen. Mrt wachsender Besorg. niS verfolgt das Kaprtalistenvublikum daS langsame aber stetige Bekanntmachung. Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung Großh. Kreisamts Gießen wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. -ießen, den 13. Mai 1902. .Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Grunobesitzer, welche ihren Grundbesitz entweder ganz oder teilweise nicht selbst bewirtschaften, werden hierdurch aufgefordert, bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemeinde, in deren Gemarkung die Grundstücke liegen, bis zum 1. Juni l. Js. schriftlich oder mundluh zu Protokoll den Antrag zu stellen, daß der aus die ^teuerkapi- talien ihrer Grund,rücke oder einzelner derselben entfallende Beitrag zur Berufsgenossenschaft von einem anderen als Betriebsunternehmer zur Zahlung Verpflichteten, erhoben werde. Tie Anträge muffen auch die notigen Angaben über die Pachterträgnifte der einzelnen Äofe entüLllen- Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittmann. 3. 4. TlVO-riC ß iSCUltS CaTes-fabrlft f 102.00 92.00 101.55 91 95 99.75 102*90 372°/o 8-'/j 31/.®/ 0 3°/o 3*/8°/o Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen . 2'5.60 . 8,9.60 . 100.50 . 00.00 . 213.40 . 1'13.70 . 130.80 . 139.00 . 151.60 . 146.00 . lts.10 . 167.00 . 200.00 . 19C-.50 . 172.70 28.80 00.00 112.00 44.00 Tendenz 101.60 45.20 8"7q Mexikaner . 4‘/g k Chinesen . Electric, öoi ackert Nordd. Lloyd . , Kreditakuen , . Disnonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdener Bank . Ber iner Handelsges, Oesterr. btaatobahn Lombarden . , Üuttbarabahn . . Laura, litte . . . Bochum .... tlarpener . . . : fest. 40/ Italien. Rente . . . 4*,'2% Portugiesen . . < .0/ Portugiesen..... 1% C. Türken . . « Türkenlose..... 4% Uneoh. Monopol -Anl. 4*/,% äussere Argentiner Sodann wird zur össentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 10 der Verordnung vom 11. Huni 1888 von nachverzeichneten Objekten ein Beitrag zur Berufsgenossenschaft "^l^von^Grundpi^e'n, welche zu einem land- oder forstwirt- * schaftlichen Betriebe überhaupt nicht gehören; 2 von allen Gebäuden nebst zugehörigen Hofraumen, Gescttschaftsverein. Heute wurden gezogen zur Rückzahlung: I für den L Juli 1902 die Obligationen Nr. 23, 112, ' 271 des Anlehens vom L Januar 1836, 17 sur den L Oktober 1902 die Obligationen Nr. 64, 81 des Anlehens vom 1. Oktober 1900. Gießen, den 13. Nim 1902. 3725 Ter erste Direktor: Gebhardt. wundet. Fort dc France, 15. Mai. Die Ruinen von St. Pierre werden militärisch bewacht aus Furcht vor den Pirateii. Ter Gesundheitsrat hat beschloßen, die Bevölkerung des nördlichen Teiles der Insel auf die verschiedenen Tistrikte des Südens Jtt verteilen und ihnen Lebensrnittel zu verabreichen. Ter sl’iont Pelae lätzt noch immer ein unheimliches Getöse ver> mchmen, fein Anblick ist beunruhigend. Auf der Se.te von Basse-Pointe erkennt man deutlich drei leuchtende Punkte. Man nimmt an, dass dieselben drei nene Krater sind, die sich geöffnet haben Der Hauptkrater ist noch immer in ThatisMt. Zahlreiche Uebctlebcnbe, weiche versuchten, sich aus Baien nach der nahe gelegenen Insel Dominica zu fluchten, find ertruuke«. Auf sämtlichen benachbarten Inseln tr-ffen Hilsscorps ein. New-York, 15. Mai. Der Ausbruch beä SoufrUre dauert fort. Der nördliche Teil von St. Vincent ist ein ei5«. ziges Flammenmeer. Die Hauptstadt Kingstown ist vqx. läufig trotz des Aschenregens noch unversehrt- Das zur /Hilfe, leistung be|iimmtc amerikanische Schulschiff „Dixie" trat uachtö die Reise an Die Fahrt dauert sechs Tage. Parts, lo. Mat. Aus Port 0, a st r i s wtrd gemeldet: Obwohl die Stadl in Sicherheit ist, wird sie doch for-t- während von einem Aschenregen überschüttet. -Bev Bultan ist durch Rauch und Aschewolken verdunkelt Newyork, 15. Mai. Die der Corrn to-Gtsen» ba h n - G e s e l l s ch a s t gehörigen D 0 ck s bet Momotom.bo an der Nordwestseite von Nicaragua sind durch ern Grd« beben zerstört worden. Der Berg PLomowmbo fpetc Rauch und Asche aus. Y „ Rotterdam, 15. Mai. Königin Wilhelmma beor- derte das holländische Panzerschiff „Königm-Regentin" von Guracao nach Martinique. Das Panzerscyiss nimmt Nahrungsmittel rc. mit, um der notleidenden Bevölkerung uaw’a?' 15. Mai. Das kanadische Parlament be- willigte einen Kredit von 50 000 Dollar für die Opfer der Katastrophe aus Martinique. Vermischtes. • Berlin, 14. Mai. Die Veruntreuungen des hier verhafteten Direktors von der Verwaltung der Lederindiistrie- undPapiermacherberufsgenossenschaft, Georg Meyer, belaufen sich nach den bisherigen Feststellungen auf über 5 3 000 Mark; doch sind die Ermittelungen noch nicht abgeschlossen. Meyer galt in weiten Kreisen als ein durch und durch religiöser Mann. Er war nicht nur ein fleißiger Kirchenbesucher, sondern beteiligte sich auch eifrig aktiv an der Besserung der Menschheit, indem er in den Sonntagsschulen als Behrer amtirtc. Einer größeren Zahl von Wohlthätigkeitsvereinen gehörte er als Mitglied an und auf Sammellisten für kirchliche Zwecke prangte sein Name stets mit größeren Beträgen. • Straßburg, 14. Mai. Oberleutnant Drittel vom Jnf.-Regt. Nr. 143 hat sich heute Vormittag hier in feiner Wohnung erschossen. Als Motiv der That wird Schwermut bezeichnet. • Rom, 14. Mai. Nach einer Meldung der „Agenzia Stefanie" aus Neapel ist der Vesuv entgegen anderslautenden auswärts verbreiteten Gerüchten volllomnien ruhig. 2. ®lai 1902. 3732 Grohherzogliches Kreisamt Gießen- v. Bechtold. Arbeiterbewegung. Stockholm, 1L Mai. Nack den Bcschlünen der sozialdemokratischen Parleiorganisatiou soll morgen überall m Schweden aus politischen Gründen der allgemeine Ausstand einlretUi im bis zur Beendigung der begmnenben ^cratimg ber ^0^^ betr das politische Stimmrecht bauern. In bcn meisten Stadien wirb der Ausstand in bet Mehrzahl ber Erwerbszweiae effektn.' werben da nur solche Arbeit ausgechhrt werden wird, welche snr das Leben und die Gesundheit der Bewohner erforderlich ist. In mehreren Städten werden währeiid des Ausstandes ferne Zeitungen er- cheinen. Die hiesige G a s a n st a l t erklärt roegen des morgen beginnenden allgemeinen Ausstandes in den nächsten ^agen kem Gas liefern zu können. Tie Regierung zog wegen des ^lusstandes Trnppciwersiarkuiigeii aus den Provinzgarnuonen heran. Versuchs, sondern nur aus Totschlag und versuchten Totschlag, ob- wohl Jager vor der Metzelei, die er mit dem Messer oornahm, noch den vergeblichen versuch gemacht hatte, seine Kmder zu oergu en indem er ihnen Kaffee, üi welchem Sckwefelholzerkuppen aufgewe.chl waren, zu trinken gab. Tie Ehefrau Lagers lst vor einigen Wochen aus der Untersuchungshaft entlaßen worden, da ich der Verdach ber Branbsliftung gegen sie nicht aufrecht erhallen ließ. Das Urteil lautete au! zehn Jahre Zucht Haus und zehn Jahre Ehi-oertufl. Neueste Wctbuugeu. Originaldrahtmeldungen des Gießener 2lnzeigerS. 8. Darmstadt, 15. Mai. (Pnoat-Telegr. des „Gieß. Anz.") Der Großherzog wird heute nachmittag 4 Uhr 23 Alin, mit dem fahrplanmäßigen Schnellzuge über Frankfurt nach Wiesbaden zum Besuche des Kaisers fahren. Voraussichtlich wird er der heutigen ^Heater-Bor- stellunq beiwohnen und morgen hierher zurückkehren. Berlin, 15. Mai- Die deutsche Automobil- Ausstellung ist gestern nachmittag hier er- °Met worden. a 15. Mai. Seit 6 dreiviertel Uhr herrscht hier starkes Schneetreiben bei 2 Grad Warme. Görlitz, 15. Mai. Ter Direktor der Maschmenbauschulc S pauer ist verhaftet worden. Er wurde der Unterschlagung amtlicher Gelder beschuldigt. Rotterdam, 15. Mai. Man glaubt in hiesigen Burenkreisen nach wie vor, da ßder an d d er B ur en- sache keineswegs zum unbedingten Nachgeben berechtigen würde. Falls aber wirklich gute Aussichten auf das Zustandekommen des Friedens bestunden, dann mußte Eng- land w e i t e r g e h e n d e K o n z e s s i o^i e n gemacht haben. Sonst hält man es für unmöglich, daß SteM, ^ewct, Botha und Delarey für die Wassenstreckung zu haben waren. So viel weiß man jedoch, daß die Burcnsuhrer jedenfalls einen bestimmten eventuell garantierten Termin für die Einßuhr- una der Selbstverwaltung und die feste Zusicherung em er allgemeinen Amnestie für die Rebellen verlangen wurden. Qm Laufe dieser Woche wird ein neuer Bericht dev Generals q C. Smuts erscheinen, der darthun soll, daß die allgemeine Lage der Kommandos günstiger sei als in der zweiten Halste bCy R^om^ 15.0*Mai. Als Kardinal Bacilieri, der Erzbischof von Ve rona, vom Balkon seiner Villa aus dem Feuerwerk , das ihm zu Ehren veranstaltet wurde, zu,ah, wurde ein F l i n t e n s ch u ß auf ihn avgefeuert. Tie Kugel schlug in die Wand ein, ohne den Kardinal oder die neben ihm stehende Marquise Rudini treffen. - Gestern nachmittag leistete der neu ernannte Kriegsminister Ottolenghi in die Hände des Königs den Treueid. Teplitz, 15. Mai- Die Behandlung, welcher sich Prof Virchow unterzieht, ist von befriedigendem Erfolg begleitet. Das Allgemeinbefinden ist sehr günstig. Kasch au, 15. Mai- Während der gestrigen Bvi> stellung im hiesigen Theater erschoß sich der Schau- "piclcr Karl Nowak wegen hoffnungsloser Liebe zur Prima, bonna. Es entstand eine furchtbare Panik, sodaß die Vor^ tellung sistiert werden niußte. Mehrere Zuschauer und Schauspielerinnen fielen ihn Ohnmacht. Pretoria 15. Mai Aus allen Teilen des Landes treffen Bure ii-T elegierte ein, die nach Vereenig- ing unterwegs sind. Morgen früh werden sämtliche legierte versammelt sein. Man hofft, daß die erfte Kow« serenz morgen stattsinden kann. Middelburg, 15. Mai. Am 9. Mm haben die Buren in ziemlich großer Anzahl eine engli s ch e P a t r o u i l l e im Distritte von Akiddelburg angegriffen, o Engländer, darunter ein Hauptmann, wurden getötet, 2 ver> Q6mniis|aaL L: Gictzcu, 14. Mai. Schöffengericht. Ein hiesiger Wirt war zur Anzeige gebracht unb mit einem Strafbefehl bebacht worben, rae.1 =l je.ne Kellnerin n.djt polijeilid) angemelbet hatte. Sein Einspruch ist insofern von Erfolg begleitet, als ihm bas Schöffengerichi anstatt ber polizeilicher,eits über ihn verhängten Äelbstrase von 3 All. eine solche von nur 1 Mk. auferl^te. — Stoch befferen Erfolg mit bem Rechtsmittel bes Einspruchs hatte em Handelsmann aus Mainzlar. Ihm war cm Strafbefehl zu- aeaangen, weil er bie Straßenriniie vor seinem Hause nicht gereinigt hatte. Ter Zuslaiib ber Rinne war infolge emes Regengusses eingetreten, ber Re Ortsstraße überflutet hatte, ^as Schoffen- qericht erkannte auf Freisprechung, weil für solche Eventualitäten nickt der Bürger, sondern die Gemeinde verantwortlich fei. Bautzcu, 14. Mai. Tas blutige , Familiendrama, welches sich am 20. Januar d. Z. in dem idyllischen Gebirgsborfchen Oybin bei Zittau abgespielt hat, beschäftigte heute bas hiesige Schwurgericht. Wie seinerzeit in ber „Fraiikf. Ztg. berichtet würbe, Halle ber in Oybin wohnenbe, 44 Jahre alte Hanbelsmann Fer- binanb Jäger, dessen Ehefrau am 'Mittag bes 20. Januar vom Genbarmen wegen bes Verbachts ber Branbfllftung verhaftet worden war, wenige Slimben später seine brei Kmber im Alter von S, 3 und einem halben Jahre mit einem Kuchenmesser m der furchtbarsten Weise zilgenchtet, indem er ihnen die Pulsadern durchschnitt und die Kehle zu durchschneiden versuchte, -rann verlegte ec sich jdbft in gleicher Weise. Das jüngfte Kind wurde als Leiche auf- gesunden, die beiden älteren Knaben sind nach langem Kranken- ?ag"r zwar gerettet worden, werben ..aber infolge der furchtbaren Messerschnitte an ddn Handgelenken für immer anr Gebrauch der Hände gehinder'/ fein. Auch der schwer verletzte Jäger wird un Zittauer Krankenhause wieder hergestellt und hat sich nun heute vor dem hüstgen Schwurgericht wegen der Derzweiflungsthat zu verantworten.^^Tie Anklage lautet nicht auf Mord unb Mord- Gießener Fischborse Telephon Nr. 50. Marktplatz 5. Telephon Nr. 60. Empfehle Donnerstag und Freitag morgen eintreffenb: la. grossen Cabliau ohne Kopf, per Pfund 12 Pfg. Bekanntmachung. Die Heberolle über die Beiträge zur land nnd forstwirtschaftlichen Bcrnfsgenossenschaft für das Jahr 1901 hegt von heute an während vierzehn Tagen aus der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Innerhalb euier wetteren Frist non Aiuei Wochen, nach Ablauf der Offenlegungsfrist, kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in^lnfnrud) Genommene gegen bie SeittagSberechnung bet bem ißorftanbe ber ianb- unb forft- wirtichaittichen Ieru,sg-n°ffen,chnst Sinfprud) erheben (liehe § 21 ber -Berorbnung vom 11. Juli 1888, Regierungsblatt E. 83). Gießen, den 13. Mai 1902. 3733 Großherzogilche ^Bürgermeisterei Greßen. Mecum. Telephonischer Kursbericht. i raukiurt M. 11., 15. Mai 1902. 3% Hessen .... 4% Oesterr. Goldretne . 4*/t% Oesterr. Biiberrente 101.75 4% Ungar. Uoldrente . . 101.90 ohne Kopf, per Pfund 20 Pfg. Hezialgeschäst für feinste Marinaden unb Räucherwaren. Wiederverkäufer Engrospreise. Prompter Versandt nach auswärts. .ouis Bühl, Marktplatz 5. Alles zu denselben Preisen bei den Herren: 2294 Wilhelm HaaS, Kolonialwaren, Bleichstraße 18. Emil Kalbfleisch, Kolonialwaren, Marburgeritraße 25. orcc, - SpÄ Kuckes der Zprvz. deutschen Anleihe. Seit Anfang Mn, tt, b.e S°r°- R-'chs°nl-L- non «.40 auf 9L80 -uruck- und die 3proz. Konsols von 9220 auf 91.60 Wenn dies W^eme etlichen Stuckgänge sind, so ist eben der Rückaang an ..2s (.4 aud) nod) so klein, ein verstimmendes Aioment, m^il u irstNassige Papu-re betrifft Wir haben schon vor Kurzem dt?Erscheinung damit erklärt, daß bie Hauptsache des 'Rüdaanaä in Umtausch-Operationen gegen hoher verzinsliche Vaväre^zu suchen ist. And) wird andererseits angenommen, baß bteP3pro£ Anleihen zu den mebrtgften Zinsfayen zu vorubergeheu' b« Gelbanlagc gekauft würben und fetzt nut Gewinn -ur Reali- rJLna fommen. Weiter fällt noch der Umstand ms Gewicht, das, KZl Lächsifch- Mente zu erruartc. tfl uon beten bem- »^stioern Erscheinen wir gleichfalls bereits Thücilung gemacht habend Ter sächsische Finanzminister hat bereits eine Aufforderung ttlaffen Offerten auf All. 50 Millionen neuer Anleihe zu machen, ferner 'erinnert man sich, daß bei Begebung der großen Rerchs- anleihe bie Rede davon war, daß damit der Bedarf des Relch^ ,wch nicht gedeckt und eine weitere Anleihe von 120 Mill. Mk. zu erwarten ist Auch diese eventuelle neue Mission, selbst wenn sie n^ck nickt o bald zu ernmrten ist, mag mit auf den Kurs drucken und beXlb halten wir es für durchaus angebracht, wenn von offuiöjer Seite bie Mitteilung in bie Presse gelangen rourbe, daß eine Weitere Emission für absehbare Zell nicht in Aussicht steht. Oft gegenwärtiger Zeit bes wieder etwas knapper gewordenen Melbftanbes unb der pessimistischen Stimmung m den Borfenkreifen, drücken schon geringe Abgaben auf die Kurse der betreffenden Werte und sind davon auch Papiere fenöfefter Art nicht ausge- Haus- und Ziergärten; von Grundstücken von Betrieben, deren Sitz außerhalb des Landes gelegen ist; . . . von steuerpflichtigen Grundstücken, deren land- und forstwirischaftiicye Benutzung dauernd eingestellt ist, ei es, daß jede Nutzung aufgehört hat, sei es, daß an Stelle der land- und forstwirftchaftlichen eine gewerbliche Benutzung getreten ist (z. B. Verwandlung eines Ackers in einen Steinbruch). . . Diejenigen Grundbesitzer, welche derartige Besreiungs- aründe die sich der amtlichen Kenntnis entziehen, geltend machen können, werden ausgefordert die Befreiung bet her Bürgermeisterei derjenigen Gemarkung, in welcher das Grundstück gelegen ist, bis zum 1. Juni L zu be- '^^atanHurtcr LebenSverficherungs-Gefellfchaft. Laut uns oorliegenbem Geschällsbencht hat sich 1901 durchdie. Neuauf von 1800 Personen mit 1977 Polizen über 9806433 Mark Beisiche- ningskapital u>ib All. 40293 fährliche Rente der Gefanllverfiche- rungsbestanb, abzüglich der durch Tob unb bei Lebzeiten erloschenen Versicherungen auf 20575 Personen unb 22IM ^iz über Mk. 96873442 Versicherungskapllal unb Mk. 377 016 Jahresrente gehoben. 9lach Abzug aller Verpflichtungen betragt ber Ueberschuß Alark 108454 unb es gelangt eine Dwibenbe von W ^Azi"ge?Bank'"in Konkurs. Eine zweite Adschlagsbivi- benbe in Höhe von 20 Proz. gelangt im Oktober zur Auszahlung, so baß bann insgesamt 50 Proz. gezahlt sinb. t Her chen Hain, 13. Mat. Der heute hier ab gehaltene erste diesjährige Viehmarkt,, der sogen. W^purgis- markt, hatte unter schlechtem Wetter zu leidem Es herr.chte ein solches Schneegestöber, daß die Marktbesucher gezwungen waren, sich unter Schutz der mit Tuch überspannten Hutten der Wirte zu begeben. An Rindvieh war nichts aufgetrieben, dagegen waren etwa 500 Stück Schweine da, welche sämtlich infolge der Witterung auf den Wagen blieben unb m Tücher eingepackt wurden, um sie vor Krankheiten zu fchutzen (ein Ferkel ist, jedenfalls infolge der Kälte, auf dem Marktplatz verendet,. Am meisten waren Ferkel aufgesahren, die fast alle verkauft wurden, das Paar 6 bis 8 Wochen alt 55 bis 60 Mk., 8 bis 12 Wochen 65 bis 75 Mk. Ferner waren da sogen. Einlegeschiveine, die ebenfalls sehr gesucht waren; das Paar wurde verkauft mit 100 bis 120 Mt. Auch hierm wurde fast alles verkauft. Fette Scüweine und Zuchtschweine waren nicht vorhanden. Im allgemeinen war der Handel gut. Rur infolge der schlechten Witterung gingen die Preise etwas zurück. Der „Johannismarkt" findet am 23., 24. und 25. Juni statt. < Probat n hochfein S kandiert. Kaffee < per 7i Ko. 1 40 Mk. Probat m naturell geröstet 7, Ko I 00 M. Lindenplatz 12. Z^aLev1-Z>amps-Kaffee- KöAeret „Probat“. 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Mai statt- nphnhtpn P.ihwnrt __nr<. , lJluu ä 9?5Q^ten Sitzung beschloßen hat, eine weitere Abgabe von Bade- | Filets zu ermäßigten Preisen an Krankeu- und Diottorkaffen für I die Holge nicht mehr zu gewähren. ' ' Der Reslbestand von Billets für Dampf- und römis^i^P Der Vorstand. können in Arbeit das beste moderne Waschmittel Philipp Six btt, Dachdeckermstr. Rodheimerstraße 23. tau lvat Zunahme Wandel, schrist st konstatier lieber di- Bericht l daß nach alles gut Tschilt, durch die distrikt, ui Lersckdir oiinder ungstri Lriegsmin lommissio intematit Garnison sprechend briaade Buogetkc Zentrum Auflösun Regierun budgetmu tischen Gr nach den Diese Tschili sü wohl da Stärke ve Peking schon her Städten Deutsches W— toirt) । rung ift i dieses Des * denn au» fein heh! die st aa brigade : der Kom frühe st! chr ein i im Inter gestaltet I unumgäni Bedürfnis ju belasse. 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