Samstag 15. März LNOA Zweites Blatt. ieMerZmeiger General-Anzeiger '** rlmtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen M m 153. Jahrgang Nr. «3 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamilien- bläller viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Univers.-Buch» u.©tein- bnidcrei (Pietsch Erben) Redaktion, Erpeditton und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprrchanschluß Nr.51. VezugSpreiSr monatlich 7bPs., viertele jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlicf) 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal I2Ps* auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den volit. u. allgem. Teil: P. Wittko- für „Stadt und ßtmb" und „Gerichtssaal":R.Dttt« mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. 'Yie heutige Wnurrner umfaßt 13 Ketten. Hebet den Zolltarifentwurf wirb im nächsten Vierteljahr das Plenum des Reichstages zu beraten haben. Wir werden in unserer, jeder großen Berliner Zeitung gleichkommenden Berichterstattung über diese so außerordentlich wichtige, unser ganzes Wirtschaftsleben beein- flustende Frage fortfahren. Wirwerden während derParlaments- zeü wie bisher unsere Gießener Leser durch Ausgabe eines Vormittagsblatts auf das Schnellste und Ausführlichste über die Verhandlungen unterrichten und zudem bereits in diesem Blatte, das unseren auswärtigen Lesern in bekannter Weife zugestellt wird, die wichttgsten Tagesereignisse mtt- tellen. Kein Bürger und kein Bauer darf es versäumen, sich auf das genaueste Über diese wichtigste Angelegenheit zu unterrichten. Dazu bietet der „Gießener Anzeiger" weitaus die beste Gelegenhett vor allen Blättern des weitesten Umkreises. Daß der „Gießener Anzeiger" auch im übrigen in allgemein interessierender und verständlicher Form alles bietet, was man von einem ersten Provinzialblatt erwarten kann, ist unseren zahlreichen alten und neuen Freunden bekannt. Auch die fortgesetzt steigende Auflage des „Gießener Llnzeigers" bereits das unwiderleglich. Nach wie vor wird der „Gieß. Anz." es als seine Aufgabe ansehen, alle öffentlichen Angelegenheiten mit Freimut und Vorurteilslosigkeit zu besprechen, allen bcflernden Neuerungen, besonders in unserer schönen engeren Hermat, die Wege zu ebenen und, unbeirrt durch einseitige parteipolitische Strömungen, das ©einige zur Erhaltung des Friedens zwischen allen Klassen der Gesellschaft beizutragen. So wie aber der „Gieß. Anz." trotz seiner grund- stÜrzenden Veränderungen, trotz seiner außerordentlichen Erweiterungen und umfangreichen Verbefferungen, die in der letzten Zeit herbeigeführt worden sind, sowohl in der redaktionellen wie in der technischen Herstellung, der alte, nun schon 152jährige Freund des Bürger- und Bauerntums geblieben ist, so hoffen wir auch, daß unser großer Leserkreis uns seine tausendfältig bewiesene Anhängigkeit nicht nur in Zukunft bewahren, sondern sich auch selber immer mehr er» weitem wird. Dadurch werden wir ja gerade in den Stand gesetzt, in unseren Verbessemngen und Vergrößerungen, in allen unseren, dem eigenen Fortschritt gewidmeten eifrigen Bestrebungen fortzufahren und das beste zu leisten, was ein Provinzialblatt irgmd leisten kann, so wird das Verhältnis zwischen unseren Lesem und uns gegenseitig immer lohnender. Jedenfalls werden wir unentwegt fortfahren, den verschiedenen Geistesströmungen auf allen Gebieten zu folgen. Die redaktionellen Verbindungen des „Gieß. Anzeigers" in unserem eigenen Lande wie im Reich sind derartig, daß jedes Berliner oder Frankfurter Blatt für unsere Leser überflüssig wird. In' unserer engeren Heimat, deren politische und wirtschaftliche städtische und ländliche Interessen uns obenan stehen, ist der „Gieß. Anzeiger" durch zahlreiche Originalkorrespondenzen wie kein anderes Blatt schnell und gut unterrichtet, wie auch der sehr ausgedehnte Inseratenteil de§ „Gieß. Anzeigers" der einzige in unserer Provinz ist, der ein detailliertes Bild von unserem Wirtschaftsleben, von unserem mittleren und kleineren Handels- und Gewerbestande liefert. Jeder unserer Leser kennt zudem unsere vortrefflichen Original-Verbindungen mit Darmstadt und mit Berlin. Unsere Berichte über die Darmstädter Kammerverhandlungen haben, wie wir aus wiederholten Zuschriften an uns ersehen, den lebhaftesten Beifall in allen Teilen des Großherzogtums gefunden. Um eine Unterbrechung in der Zustellung des „Gießener Anzeigers" zu verhindem, bitten wir Bestellungen bei der Post rechtzeitig aufzugeben. Durch die Zeitungs- ttäger und Zweigstellen wird der Anzeiger weiter zugestellt falls nicht ausdrücklich Abbestellung erfolgt. Unsere verehrlichen Postabonnenten machen wir von neuem darauf aufmerksam, daß die versuchsweise eingeführte Einziehung der Zeitungsgelder durch das Postpersvnal, da sie sich bewährt hat, dauernd beibehalten werden soll. Wir bitten unsere Postabonnenten im Interesse ihrer Bequemlichkeit und der rechtzeitigen Zustellung der Zeitung von der Neueinrichtung einen möglichst ausgedehnten Gebrauch zu wachem ZStNN der Zosstarifenlwurf fasst. Von besonderer Seite wird uns aus Berlin geschrieben: Mas wird werden, wenn der Zolltarifentwurf keine Mehrheit findet? Diese Frage ist weder verfrüht noch unangebracht. Das lehrt ein Blick auf den bisherigen Verlauf And jetzigen Stand der Angelegenheit. Die Kommission tagte jetzt schon wochenlang. Wie weit ist sie aber trotz allen Fleißes gekommen? Ganze 42 Positionen des Zolltarifs hat sie erledigt. Dabei hat der Tarif fast 1000 Positionen. Dann kommt noch eine zweite Lesung. Nicht zu vergessen iie Stücke, die einstweilen zurückgestellt worden sind, aber Loch nachträglich erledigt werden müssen. So wie die Dinge fetzt liegen und wie die weitere Entwicklung sich ausnimmt, ijt die Wahrscheinlichkeit dafür, daß der Entwurf nicht besetz wird. Sonderlich aufregen wird sich die Regierung über einen solchen Ausgang der großangelegten Unternehmung nicht. Jedenfalls denkt sie nicht daran, den Reichstag deswegen aufzulösen. Auch das Zentrum wird froh fein, diesmal um die Ausübung des ausschlaggebenden Einflusses herum- gekommen zu sein. Wie werden sich nun aber unsere handelspolitischen Beziehungen zum A u s l a n d e gestalten? Maßgebend hierfür ist der Schlußparagraph, der sich übereinstimmend in den Vertrügen mit Oesterreich-Ungarn, Belgien, Italien, Schweiz, Rumänien, Rußland findet. Es heißt da; „Der gegenwärtige Vertrag soll bis zum 31. Dezember 1903 in Wirksamkeit bleiben. Im Falle keiner der vertragschließenden Teile 12 Monate vor dem gedacht ten Zeitpunkte seine Absicht, die Wirksamkeit des Vertrages aufhören zu lassen, kund gegeben haben wird, bleibt dei> selbe in Geltung, bis zum Ablauf eines Jahres von dem Tage ab, an welchem der eine oder der andere der vertragsschließenden Teile ihn gekündigt haben wird." Die Regierung kann nun noch am 31. Dezember 1902 die Verträge kündigen. Ohne etwas neues an deren Stelle zu setzen, wäre das ein gefährlicher Sprung ins Dunkle. Die Regierung wird sich auch schwer dazu entschließen. Angenommen aber wirttich, sie kündigt die Verträge, und es kommt nichts neues zu stände, dann hören die Vertrüge mit dem 31. Dezember 1903 auf. Ab 1. Januar 1904 gilt dann der autonome Zolltarif, dessen Sätze höher sind als die Positionen der Handelsverträge. Dann würden sich aber bei uiis Handel und Industrie noch mächtiger als jetzt rühren, um Handelsverträge zu erreichen. Wir müßten dann also die Caprivi-Verttsä-ge in neuer Auflage Herstellen, um den jetzt gellenden Zustand wieder zu bekommen. Voraussichtlich, wurden wrr, wenn unser autonomer Tarif wieder in Kraft tritt, mit den dadurch betroffenen ausländischen Staaten Schwierigkeiten bekommen. Die a udere, näherliegende Möglichkeit wäre, daß Deutschland die jetzigen Verträge nicht kündigt. Ab 1. Januar 1904 können dieselben dann mit jedem Tage auf ein Jahr gekündigt werden. Aber sie bestünden einstweilen ruhig weiter. Es bliebe alles beim alten, nur daß die Langfristigkeit fortgefallen wäre. Die dritte Möglichkeit bestünde darin, daß das Ausland Deutschland die Verträge kündigt. Daß ein solcher Fall eintreten wird, ist wenig wahrscheinlich Angenommen aber wirklich, es käme dahin, dann würde auf unserer Seite der autonome Zolltarif mit seinen erhöhten Sätzen in Kraft treten. Das Ausland würde sich also selbst den Weg zu uns erschweren. Wird der Zolltarifentwurf abgelehnt, und werden die Verträge gekündigt, dann muß die Regierung etwaige neue Vertragsverhandlungen auf Grund des autonomen Zolltarifs beginnen, so wie seinerzeit Caprivi. Bleiben die Verträge einstweilen in Kraft, ahne daß der Entwurf Gesetz wird, dann kann die Regierung trotzdem in neue Verhandlungen eintreten, hauptsächlich um wieder eine Langfristigkeit der Vertrüge zu erreichen. Die Grundlage bilden dann auch die jetzigen Tarife. In einzelnen Vertrügen, so mit der Schweiz und mit Rumänien, heißt es ausdrücklich: Die vertragschließenden Teile behalten sich die Befugnis vop, nach gemeinsamer Verständigung in dem Vertrage jederzeit Abänderungen vorzunehmen, welche mit dem Geiste und den Grundlagen desselben nicht im Widerspruch stehen und deren Nützlichkeit durch die Erfahrung dargethan werden wird. Daß die Regierung keinen Sprung ins Dunkle thun will, zeigt auch die allgemeine Einleitung zu dem Zoll- tarifentrourfe. Sie sagt nämlich dort, daß die einstweilige Weiteranwendung der geltenden Vertragstarise durch gewichtige handelspolitische Erwägungen für einige Zeit erforderlich werden könnte. Der Kaiser iu Mremen. Bremen, 14. März. Der Kaiser ist gegen Ijalb 1 llhr mittags hier eingetroffen und vom Bürgermeister Dr. Pauli auf dem Bahnhof empfangen worden. Zum Empfange waren ferner erschienen die Chefs des Militär- und Civil- kabinets Graf v. Hülsen-Häseler und Dr. v. Lucanus sowie Oberst Sasse, Kommandeur des Hanseatischen Jnfanterie- Re^iments Nr. 75. Die Tochter des präsidierenden Bürgermeisters Dr. Gröning überreichte Seiner Majestät ein Rosen- bouquet. Hierauf bestieg der Kaiser mit dem Bürgemeister Dr. Pauli den Wagen und fuhr unter den lauten Zurufen der vieltausendköpfigen Menge nach dem Ratskeller, wo Seiner Majestät von jungen Damen aus den ersten.Familien der Stadt Rosen gestreut wurden. Die Suite folgte in einer Anzahl Wagen. Im Ratskeller begrüßte der Präsident des Senats, Bürgermeister Dr. Gröning, den Kaiser. An dem Frühstück im Ratskeller nahmen außer dem Gefolge neun Mitglieder des Senats, Oberst Sasse, der Vizepräsident und der Generaldirektor des „Norddeutschen Lloyd", Konsul Achelis und Dr. Wiegand sowie Oberbaudirektor Franzius teil. Nach dem Frühstück verließ der Kaiser den Ratskeller und fuhr in Begleitung des präsidierenden Bürgermeisters, gefolgt von den Herren seiner Begleitung, zum Bahnhof.' Nach herzlicher Verabredung erfolgte um 2 Uhr 5 Minuten die Rückreise nach Bremerhaven. Der Besuch verlief in jeder Beziehung glänzend und glücklich. Ueberall in Bremen herrschte Feststimmung. Die in den seit dem frühen Morgen zur Begrüßung des Monarchen herbeigeeilten, die Straßen, Plätze und Fenster füllenden Menschenmassen, sowie m den zahlreichen, in buntem Flaggen- und Guirlanden- schmuck prangenden Staats- und Prwathänsern ihren sichtbaren Ausdruck fand. In den Straßen, durch welche der Kaiser fuhr, hatten Krieger-, Militär- und andere Vereine sowie das hiesige Militär und die Schulen, welche heute unterrichtsfrei sind, zur Begrüßung Aufstellung genommen. Auf dem Bahnsteig vor dem Eingang zum Fürstenzimmer war eine mit Malereien und herrlichem Blumenschmuck versehene prachtvolle Ehrenpforte, vor dem Ausgange des Bahnhofs nach der Stadt ein kunstvoller Baldachin errichtet. Auch das Portal des Ratskellers war durch einen architektonischen Vorbau verschönt worden. Der Ratskeller hatte reichen Lorbeer- und Blumenschmuck erhalten. Bremerhaven, 14. März. Der Kaiser ist heute Nachmittag 31/2 Uhr von Bremen hier wieder emgetroffen und begab sich mit dem Lkoyddampfer „Kehrwieder" nach dem bei Hoheweg liegenden Panzerschiff „Kaiser Wilhelm II." Als der Kaiser die Weserforts passierte, gaben die Geschütze der Forts den Kaisersalut ab. Während der Fahrt unterhielt sich der Kaiser besonders mit dem Oberbaudirektor Franzius, den der Kaiser gestern an Bord seines Panzers zum Vortrag befohlen hatte. Um 11 Uhr traf der „Kehrwieder" bei der Lloydhalle ein. Der Kaiser wurde dort vom Vizepräsidenten des Lloyd, Achelis, und dem General- direktor Wiegand empfangen. Volltische Tagesschau. Die Jntrigue gegen den Botschafter v Hollebeu. W. T. B. verbreitet heute folgende Meldung ans Berlin: Die „Nat. Ztg." erfährt gegenüber der Meldung des Londoner „Globe", wonach der deutsche Botschafter in Washington v. Holleben, der nächste Woche nach Deutschland reise, auf feinen Posten nicht zurückkehren werde, daß an hiesiger unterrichteter Stelle weder von einem Urlaub noch von einer Abberufung des Botschafters etwas bekannt sei. Ter von der englischen Presse unter erheblichem Aufwand an Depeschengeldern des Langen und Breiten erörterte „Fall Holleben" ist offenbar nichts anderes, als ein Erpres sun g s v er su ch. Die Angelegenheit hat nicht die geringste politische Bedeutung. Ter ganze Ver- leumdungsfeldzug, von einem Journalisten niedrigster Sorte ersonnen, die ja allenthalben her- urnwirnmeln und in dunkeln Winkeln dummen Klatsch und Abklatsch treiben, ist insofern charakteristisch, als er erneut erkennen läßt, daß gewisse Seiten aus belanglosesten Vorkommnissen Kapital zu schlagen suchen, zur Trübung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Wenn es wahr ist, daß Präsident Roosevelt für die Schaudermär nur ein „verächtliches Lächeln" gehabt hat, so ist damit den Dunkelmännern die angemessene Quittung erteilt. Wie jeder Anständige über sie denkt, wird ihnen ja hinlänglich bekannt fein. Berliner Blätter geben eine erbauliche Schilderung von diesem Preßlumpen. Ter Mensch hat sich vor Jahren mehrfach längere Zeit in Berlin aufgehalten ohne feste Stellung und Beschäftigung. Er war vorher im Dienst des Reuterschen Telegraphenbureaus gewesen, und lag mit diesem Bureau in einem Prozeß, in welchem ihm auch erpresserische Handlungen vorgeworsen wurden. Er suchte damals viele Journalisten und Redaktionen auf, um sie für seine Lage zu interessieren. Er hat damals den Eindruck eines Mannes gemacht, der vielleicht nicht ganz normal, jedenfalls nervös sehr zerrüttet und eine zweifelhafte Persönlichkeit war. Er ist ein verhungerter, rabiater Mensch. Es ist sehr bedauerlich, daß es in der Presse solche l^istenzen giebt. Sie begegnen uns aber leider sehr häufig. Das Schicksal dieser Leute ist sehr wandelbar. Nach irgendwie mißglücktem akademischem Studium, mitunter wegen schlimmer, das Strafgesetzbuch streifender Streiche aus akademischen und bürgerlichen Kreisen aus- aestoßen, widmen sich diese Leute, ohne jede Begabung dafür, dem Journalismus, der dadurch in seinem berechtigten Ansehen so außerordentlich schwer geschädigt wird. Hier auch erleiden sie wohl einmal Schiffbruch, hungern und darben, und betteln und erpressen sogar, werden von ihren Eltern verstoßen oder als „verlorener Sohn" in Dachkämmerlein untergebracht, verfallen dem Alkoholteufel und gehen so jämmerlich zu Grunde. Mitunter aber meint es bann das Geschick auch wieder besser mit ihnen, sie erringen sogar wohl einmal einen Redaktionsessel bei einem Wurstblättchen und fühlen sich dann plötzlich wieder groß, bis ihnen dann, nach anderen bumme'n Streichen, der Hals umgedreht wird und sie in den Straßenschmutz wieder hmabsinken, aus dem man sie auflas. Man kann mit diesen Jammermenschen Mitleid haben, zu retten aber sind sie nicht, und im Interesse des gesamten Zeitungswesens wäre es, wenn die Presse ich diese Existenzen abschüttelte, ihre journalistischen Arbeiten einheitlich ablehnte und sie dem Verderben über» litzße, dem sie nun einmal verfallen sind. Nach den Ferien. Unser parlamentarischer 9)dZarbeiter schreibt unterm 14. März: Tie parlamentarischen Freunde der Branntweinteuernovelle werden bei der zweiten Lesung dieses Gesetzentwurfs, nach Ostern, für ein beschlußfähiges Haus p sorgen haben. Tenn es unterliegt feinem Zweifel, )aß die Oppositionsparteien alles ausbieten werden, um das Zustandekommen der Vorlage zu verhindern. Erregte Auseinandersetzungen, die sich unter Umständen durch eine volle Woche hinziehen können, sind bei diesem Anlaß unausbleiblich. Nichts weniger als friedlich dürfte sich auch die zweite Lesung des Süßstoffgesetzes abwickeln; Lange Erörterungen hierüber sind von agrarischer Seite in Aussicht gestellt. Tas Schaumweinsteuerge.etz ist von der Kommission dreimal durchberaten worden, und die Ergebnisse dieser „liebevollen" Prüfungen sind im Bericht 0 Stadt und bei den Zweigstellen kostet sie Hoch-Weisel, des als stellung. In der 1 Mk., durch die i x und beschwerte sich über die Chikanen, denen die Protestanten und Altkatholiken in Oesterreich begegneten. — Abg. Schach inger sagt, man müsse mit aller Entschiedenheit dagegen protestieren, daß ein Redner von Oesterreichern verlange, sie sollten sich unter die Führung eines fremden Herrschers stellen, und ihm dieselbe Liebe und Achtung entgegenbringen, die sie dem Hause Habsburg schuldig sind, und auch jederzeit geleistet haben. — In der Weiterveratung wird der Antrag, die Forderung für die technische Hochschule in Brünn besonders zu beraten, abgelehnt. K o n st a n t i n o p e l, 14. März. Hier wurden gestern wieder 60 Verhaftungen von Offizieren vorgenommen. Unter den Verhafteten sind alle Rangklassen vertreten. Die Gesamtzahl der seit 14 Tagen verhafteten Offiziere beträgt 146, darunter befinden sich fünf Divisionskommandeure. Ein Dekret des Ministers untersagt allen Offizieren, europäische Klubs zu besuchen. Petersburg, 14. März. Es wird beabsichtigt, in China eine selbständige orthodoxe Eparchie zu errichten. Das Oberhaupt der geistlichen Mrsjion in Peking soll zum Bischof von Charbin und China erhoben werden. Unter seiner Verwaltung werden sich sämtliche orthodoxe Kirchen Chinas sowie der Mandschurei befinden. (Das bedeutet den Versuch der religiösen Auslieferung Chinas an Rußland. D. Red.) - Staatsanwalt Zimmermann hat in der letzten Tagung Schwurgerichts zum letzten Male vor den Geschworenen Ankläger plaidiert. Wie wir erfahren, hat er sich für das Richteramt gemeldet. Seine Ernennung zum Richter in Gießen dürfte in allernächster Zeit erfolgen. Die Staatsanwaltschaft verliert in ihm nicht nur einen überaus tüchtigen und gewandten Redner, der es meisterhaft verstand, seinen Standpunkt mit einem gewissen Humor zu verfechten, sondern auch einen scharfsinnigen, seltene Combinationsgabe be- Aus Ktadt und Zand. Gießen, den 15. März 1902. Post bezogen 1.30 Alk. _ 14. März. Die seltene Feier der dia- manlenen Hochzeit begeht morgen das Ehepaar Philipp Diehl II. Das Jubelpaar erfreut sich der besten Gesundheit. Der Ehemann steht im 63. und seine Frau im 80. Jahre. Der Großherzog erfreute die Jubilare durch seine in die Arme, der ihn festnahm. ** Als passendes Geschenk für Schulkinder empfehlen wir unseren Abonnenten die Anschaffung unserer sehr beliebten großen Wandkarte von Hessen und den angrenzenden Gebietsteilen, von der wir noch einen Posten auf Lager haben. Rur dadurch, daß wir im Herbst v. I. die schöne Karte in großer Auflage herstellen ließen, sind wir imstande, sie an unsere Leser für nur 1 Mk. abgeben zu können. Für Richt- die Karte 5 Mk. (!) Da der Restoorrat giltig. , ** Das Promenadenkonzert m der Sudanlage fallt morgen aus. ** Erster Ziegenzucht-Verein Gießen. Gestern Abend hielt der Erste Ziegenzucht-Verein Gießen seine Generalversammlung in der „Stadt Cassel" ab. Die Versammlung war gut besucht. Es wurden den Mitgliedern die neuen eigentlich vom landwirtschaftlichen Verein entworfenen Statuten überwiesen, die hauptsächlich bezweck, das Halten von nur einer Saanen- ziege. Ferner sollen sämtliche hier befindliche, reine Ziegen angekört werden. Sodann fand die Vorstandswahl statt. Der Vorstand wurde von 5 Mitgliedern auf 9 erhöht. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Röding einstimmig wiedergewählt, dem gleichzeitig für seine aufopfernde Thätigkeit und seine Verdienste, die er sich um den Verein erworben hat, lebhafter Dank ausgesprochen wurde. Der Verein zählt gegenwärtig gegen 140 Mitglieder und befindet sich in stetigem Aufblühen. •* Gefaßter Ausreißer. Seit Montag wurde, wie wir mitteilten, ein hiesiger Kaufmannslehrling, der Sohn eines Schreiners, vermißt. Er hatte sich unter der Angabe, ins Wasser gehen zu wollen, aus dem Staube gemacht. Gestern Nachmittag wurde der Außreißer nun, wie uns ein Privattelegramm meldet, von seinem Vater in der Markthalle in Frankfurt a. M. ermittelt. Das Wiedersehen war nicht gerade erfreulich; denn der saubere Sohn ergriff, als er seines Vaters ansichtig wurde, — nicht dessen treue Vaterhand — sondern die Flucht. Ein dichter Menschenschwarm verfolgte ihn. Alle glaubten, es handle sich um einen Taschendieb. In der Brauhausgasse lief der Flüchtling einem Schutzmann abonncnten kostet schnell vergriffen sein dürfte, bitten wir ■ um baldige Besitzenden Kriminalisten. ** Höhere und erweiterte Mädchenschule. Eine zahlreiche Zuhörerschaft hatte sich gestern nachmittag in „Steins Saalbau" eingefunden, um den Schlußfeierlichkeiten der höheren und erweiterten Mädchen-Schule beizuwohnen. Ter Sängerchor der Anstalt brachte zur Aufführung: „Waldmeister und Rebenblüte^, ein Elfenmärchen von I. Siedler, in Musik gesetzt für zweistimmigen Chor und Soli mit Klavierbegleitung von X. Klughardt. Unterstützt wurde der Chor durch Frau Prof. Rahn und Frl. I. Krauße von hier,, dre dre Soli übernommen hatten. Mährend uns die gesanglichen Leistungen des Frl. Krauße von früher, bekannt waren, hatten wir zum ersten Male Gelegenheit, die gut geschulte Altstimme der Frau Prof. Rahn zu hören. Mrt ganzer Hingabe wußte sich der Chor seinem Leiter, Herrn L. Geller, anzupassen. Musterhaft war die Diszrplrn, mit der der Chor auftrat. Die Klavierbegleitung lag in den Händen des Herrn Mulch, Lehrers an der Anstalt, der in feinster Weise seine Aufgabe löste. Schlicht, ungekünstelt und echt kindlich waren die Deklamationen, so daß man seine Freude an den kleinen Deklamatoren haben mußte. Von den Chören, die besonders gefielen, heben wir hervor: Lied der Libellen „Sum, sum, sum, wir Libellen find nicht dumm", ferner den „Aufruf", um den gefangenen Prinzen Waldmeister zu befreien. Sehr wirkungsvoll waren der Chor der Kräuterelfen: „Tas ist der Bösewicht, schonet ihn nicht!" und der Schluß- Chor „das Abschiedslied an das Hochzeitspaar." Frau Prof. Rahn brachte das Solo: „Waidmeisters Klage" vortrefflich zu Gehör. Vollendet waren die Darbietungen des Duetts und Chors in der „Verleumdung", in der Frau Prof. Rahn Die Verleumderin, die Base „Grün- bergia", trefflich wieder gab, während Frl. Krauße als „Nebenblüte" die Sin Loge der Treulosigekit des Prinzen sehr anpa,scnd zurüawieS. Ergreifend war das Terzett der Kaiserblumen: „Kornblume, Veilchen, Maiblume", in dem die LieblingSll'r.men des Kaiser Wilhelm L, Fried- rich III. und Wilhelm II. gepriesen wurden. Als der letzte Ton auf dem Klavier ausktang, lohnte reicher Beifall die Aufführenden. Alle Anwesenden verließen mit sichtlicher Zufriedenheit den Saal, dankbar für die schönen Darbietungen. . *• Klmstverein. In der Gemälde-Ausstellung rm Thurmhaus am Brand hat in dieser Woche wieder ein teilweiser Wechsel der Gemälde stattgefunden. Die Ausstellung enthält nahezu 100 Gemälde. Neu ausgestellt find unter anderem zwei Porträts „Großherzog v. Baden" und „Fürst Bismarck* von M. Koch-München. „Verdientes Brod", „Es war einmal" von I. Marx-Heidelberg. „Nomsdalshorn in Norwegen" von F. Moeglich-Berlin. „Sommernachmittag" von C. Schichhardt - Stuttgart. „Herbstabend" von H. Leitzen- Braunschweig. „Moorteich" vonH.Kreyßig-München. „Andernach am Rhein" von N. v. Asdutin-Wiesbaden. „Gris" von Sofie Ley-Karlsruhe u. s. w. ** Das „Kaiferpanorama", Ecke Lindenplatz, bringt in dieser Woche Ansichten aus der Schweiz. U. a. wwd dem Beschauer die St. Gotthardbahn vorgeführt, dann sieht er Luzern, den Pilatus, den Vierwaldstättersee, Rigi-Culm, Brunnen, Flurlen u. Lintenstsck, Unterwalden, Uri, Andermatt u. s. w. Die Bilder treten plastisch hervor und lassen den Besucher fast vergeffen, daß er in den wunderbar abgetönten Perspektiven und den lebensvollen Darstellungen nur eben Bilder sieht. Sie versetzen ihn vielmehr unmittelbar genießend und mit handelnd in die geschaute fremde Welt hinein und wirken auf diese Weise auch anregend und belehrend. Wer sich schon einmal einer der vorangegangenen Serien erfreut hat, der wird' sich auch dieses nicht entgehen lassen, und eine „billige" Alpenreise mitzumachen. ** Fortbildungsschule. Gestern Nachmittag von 4 bis 6 Uhr fand die öffentliche Prüfung an der hiesigen Fortbildungsschule statt. Es wurden drei Klassen der verschiedenen Gruppen geprüft, und zwar kamen folgende Themen zur Behandlung: „Zollwesen, Arbeiterschutzgesetze und gewerbliche Kalkulationen." Die Art der Behandlung und die sicheren, prompten Antworten der Schüler gaben Zeugnis davon, daß es den Lehrern gelungen war, diese schwierigen Unterrichtsstoffe zum Verständnis zu bringen und zum geistigen Eigentum der Schüler zu machen. Es herrschte bei den erschienenen Zuhörern nur eine Stimme der Anerkennung über die vorgeführten guten Leistungen, und es wurde von berufener Seite mit Befriedigung bemerkt, daß unsere hiesige Fortbildungsschule den Forderungen der Gegenwart, den Unterrichtsstoff an das praktische und berufliche Leben anzuschließen, in jeder Beziehung Rechnung trägt und in äußerst geschickter und erfolgreicher Weise zur Durchführung bringt. Die ausgelegten schriftlichen Arbeiten der Schüler dienten ebenfalls dazu, dieses Urteil zu unterstützen. Leider waren bei der Prüfung wenig Lehr Herren erschienen. Es wäre zu wünschen, daß sie sich persönlich überzeugten, wie seitens des Leiters und der Lehrer der hiesigen Fortbildungsschule keine Mühe und Arbeit gescheut wird, die praktische und berufliche Ausbildung der Lehrlinge in jeder Hinsicht zu fördern, geleitet von dem Grundsatz: „Nicht für die Schule, sondern für das Leben," sodaß die immer noch hier und da auftauchenden abfälligen Urteile über die Fortbildungsschule endlich verstummten. So viel man uns mitteilte, war auch das Betragen der Schüler im verfloßenen Winterhalbjahr recht gut. ** Ans dem Theaterbureau. Der letzte Sonntag dieser Theatersaison, 16. März, bringt zwei Ausführungen, nachmittags 4 Uhr nochmals den beliebten Schwank „Die Dame von Maxim" bei billigen Preisen, abends 8 Uhr eine Wiederholung von „Zaza", diesmal mit Fräulein Elsa Henze vom deutschen Theater in Hannover als Gast. Letztere ist eine volkstümliche Vorstellung, zu welcher Abonnementbillets Giltigkeit haben. — Am Montag, den 17. d. Mts., geht Hermann Sudermanns neues Drama „Es lebe das Leben" in Szene. Der hohen Honorarkosten wegen gelten für diese 97ovität mittlere Eintrittspreise; AbonnementbiUets sind mit Zuzahlung Preußisches Abgeordnetenhaus. Sitzung am 14. März. M>g. Faltin (Ztr.) bemerkt, der Religions-Unterricht müsse in der Muttersprache erteilt werden. Kultusminister Dr. Studt erklärt, der Grund zu allen Klagen liege in der polnischen Agitation, die die Jugend politisch vergifte und sie auf diese Meise von dem abziehe, was sie zuerst lernen sollte, Pflicht und Disziplin. Die den Polen entgegengebrachte Teilnahme habe dazu beigetragen, die großpolnische Agitation aufs schlimmste zu verstärken. Abg. Roeren (Ztr.) führt aus, seine Partei habe von jeher den deutschen Unterricht in den polnischen Landesteilen energisch empfohlen; aber ebenso verlange sie im Interesse der Herzensbildung der Kinder polnischen Religionsunterricht auf allen Stufen. Kultusminister Dr. Stud t tritt der Legende entgegen, daß polnische Kinder ungerechtfertigter Weise streng bestraft worden seien. Die Kinder seien in der Schule zurückbehalten worden, um den nötigen Grad sittlicher Reife zu erwerben. Dies entspreche durchaus den gesetzlichen Vorschriften, von einer Verfassungsverletzung könne feine Rede sein.__________________________________________ Deutsches Reich. Berlin, 14. März. Der Kaiser hat dem Oberbürgermeister Kirschner durch das Auswärtige Amt -einen langen Artikel aus der „New-York Review" vom 13. Februar d. I. zugehen lassen, welcher sich in der verbindlichsten Weise über Berlin und die hauptstädtische Verwaltung ausspricht, und u. a. Berlin als eine der reinlichsten bestgepflegtesten Städte der Welt erklärt. Der Oberbürgermeister hat dem Kaiser für diese Aufmerksamkeit schriftlich gedankt. — Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, lautet der deutsche Originaltext der Depesche, mit der Präsident Roosevelt das in englischer Sprache abgefaßte Danktelegramm des Kaisers beantwortete, wie folgt: „Ihres Bruders Besuch in diesem Lande wirkte bedeutend darauf hin, die freundliche und wobl- wollende Neigung darzuthun, welche zwischen den beiden Völkern existiert. Derselbe war in jeder Beziehung glückbringend und ich hoffe, Sie erlauben mir, daß ich Ihnen gratuliere zu der ausgezeichneten Art und Weise, in der er sich verhielt. Er hat sich wahre und herzliche Teilnahme und die Achtung aller, mit denen er in Verbindung kam, erworben. Wir bewill- kommneten ihn seiner selbst halber, hießen ihn dann auch noch herzlicher willkommen als Vertreter Ihrer selbst und des mächtigen deutschen Volkes. Ich danke Ihnen im Namen des amerikanischen Volkes für das, was Sie vollbracht haben. Ebenfalls danke ich Ihnen persönlich für die huldreiche Gestalt, in welcher Ihre Gunstbezeichnung sich darthut." — Ter „Reichsanz." veröffentlicht die Verlechung der Krone zum Großkreuz des Roten Adler-Ordens mit Eichenlaub an den bisheriger: Generalquartiermeister v. Ober- Hoffer und des Großkreuzes des Roten Adler-Ordens mit Eichenlaub an den bisherigen kommand. General des württembergischen Armeekorps, Freiherrn v. Falken- Hausen. — Tie Minister der Finanzen, Landwirtschaft und des Innern ließen dem preuß. Abgeordnetenhause eine umfassende Denkschrift zugehen über die anläßlich des landwirtschaftlichen Notstandes in den östlichen Landesteilen ausgeführte Hilfsaktion. — Ten „Bert. Polit. Nachr." zufolge ist die Unterrichtsverwaltung nicht gewillt, Latein als fakultativen Lehrgegenstand einzuführen. Ausland. London, 14. März. In Finanzkreisen lagen heute Bankierdepeschen vor, wonach die Nachricht vom Tode Cecil Rhodes nunmehr bestätigt wäre. Brüssel, 14. März. Bei Eröffnung der heutigen Kammersitzung erwähnt der Präsident die gestrigen Zwischenfälle und den dadurch entstandenen Tumult. „Es sind", so sagte er, „Drohungen ausgestoßen worden; ich muß erklären, daß die Worte des Ministers nicht gegen die dem Parlament schuldige Achtung verstoßen haben." Hieraus entsteht neuer Tumult. Abg. Fourne- nwnt bemerkt: „Das ist eine Lüge!" Der Vorsitzende stellt fest, daß ein Mitglied der Linken gegen die ihm schuldige Achtung verstoßen habe, und ersucht den Abg. Fournemont, seine Aeußerungen zurückzuziehen. Fourne- nemont schreit: „Beweisen Sie, daß die Linke gestern Drohungen ausgestoßen hat!" Der Vorsitzende erteilt hierauf dem Finanzminister das Wort zur Rechtfertigung. Der Minister erklärte: „Man wirft uns vor, gesagt zu haben, das Blut fließen zu lassen. Kein Minister hat aber solche Worte geäußert. Ter Abg. Dernblon dagegen hat die gesamte Rechte und die Minister als Mörder bezeichnet. Ich habe gesagt, daß die äußerste Linke das allgemeine Stimmrecht mit Mitteln zu erlangen droht, wie es Wegelagerer thun; ich habe hierdurch nur eine Haltung qualifiziert." Wien, 14. März. Abgeordnetenhaus. Bei der Spezialdebatte über das Unterrichtsbudget wies Abgeord. Eisenkolb unter Heilrusen und Händeklatschen der Alldeutschen aus die Stellung hin, die sich Deutschland unter Führung des glorreichen Geschlechtes der Hohen- zollern errungen, und führte aus: Ta die Deutschen in Oesterreich ein integrierender Bestandteil des deutschen Volkes seien, nähmen sie daran teil, ob es den Tschechen, Slowenen und Kroaten recht sei oder nicht. In Oesterreich aber und in der ganzen Welt habe der Adel und Klerus sich verbunden, um die Weltherrschaft für sich zu erringen. Ihre Zentralkanzlei sei der Vatikan, daher erkläre sich der jesuitische Geist, der insbesondere im Unterrichts-Ministerium herrsche. Redner besprach sodann unter heftigen Ausfällen auf die. katholifche Kirche und unter dem Widerspruche des Zentrums die Organisation des Katholizismus, sowie die religiöse Bewegung unserer Tage äboui Dureukrieg. Daß es ein Akt unverdienter Großmut der Buren England gegenüber ist, Methuen wieder in Freiheit zu setzen, dieser Ansicht sind einmütig Oefsentlichfeit und Presse. Aber man wirst die Frage aus, ob Delar ey nicht im Interesse seiner Landsleute gehandelt hätte, wenn er sich ein gleichwertiges Zugeständnis, z. B. die Freilassung Kr uitz rn g er s oder Cronjes, ausbedungen hätte. Noblesse hat nicht immer aus Noblesse zu rechnen; Leute wie Chamberlain denken in diesem Punkt sehr kühl, sobald die Politik dabei in Betracht kommt. Die Londoner „Daily Mall" glaubt, die britischen Militärbehörden würden gleiches mit gleichem vergelten. Es sei in solchem Falle unwandelbarer Brauch, einen feindlichen Offizier von mindestens gleichem Range in das Feindeslager zurückzusenden. Warten wir ab, ob dre englische Regierung diese Annahme des Londnoer Blattes rechtfertigt. Ueber das, was im Kriege „Brauch" ist, mehr noch: Pflicht und Völkerrecht, hat sich England so oft hinweggesetzt, daß ein neues Beispiel kaum noch verwundern könnte. Korrekt und sympathisch berührend wäre es gewesen, wenn unmittelbar nach Empfang der Nachricht von der Freilassung Methuens die englische Regierung sich revanchiert hätte. Im Unter- Hause in London antwortete der Krieasminister auf eine Anfrage, unter welchen Bedingungen Lord Methuen von den Buren freigelassen worden sei, er habe keine Information, die darüber hinausgehe, was bereits bekannt gegeben fei. Sehr bemerkenswert ist, daß Feldmarschall Lord Wol- s e l e y, wie aus London gemeldet wird, allerdings in angeblich privaten Angelegenheiten, mit dem Obersten Thor- neycroft sich nach Südafrika einschifsen wird. Londoner Blätter berichten aus Heilbron vom 12. ds.: Am Sonntag wurde ein neues großes Treiben veranstaltet. Die britischen Linien dehnten sich von Frankfort auf dem rechten Flügel bis Lindley auf dem linken Flügel aus. Fünf verschiedene Kolonnen gingen in westlicher Richtung gegen Wolvehoek vor, zwei Offiziere mit einer Kavallerie-Wteil- ung operierten vor den Truppen und suchten das Rhenoster- Thal ab. Hierbei wurden neun, nach anderen Meldungen sogar nur fünf Buren, gefangen genommen, die sich in Höhlen versteckt hatten. Leider gelang es aber der Hauptmacht der Buren unter Mentz zu entkommen. Die Buren trieben wieder eine Herde wild gemachter Rinder gegen die Blockhauslinie zwischen Heilbron und Wolvehoek und brachen in der entstandenen Verwirrung fast alle durch. Insgesamt wurden 50 Buren gefangen genommen. Das Kommando unter Mentz hatte einen Toten. säuberlich nebeneinandergestellt. Das Plenum hat also Die Wahl. Daß die Debatte belebt wird, werden sich die Herren aus den weinftohen Gauen Südwestdeutschlands' aneglegen sein lassen. Diese Erörterungen haben erfahrungsgemäß manch' heiteres Intermezzo. Mit der Fortsetzung der Beratung der Seemannsordnung, kommt die „Wasserkante" zu chrem Recht. Das Schicksal dieses von Session zu Session geschleppten und dabei dringlichen Entwurfs ist noch immer nicht abzusehen. Alles in allem: ein reichhaltiger und interessanter Beratungsstoff, dessen Bewältigung die Zeit bis Pfingsten vollauf in Anspruch nehmen wird. II l/zfäfo T genügt für xk 7Z2Dessen cinlage M )on 4 fo§ hiesige sn der ver- :n folgende Wetze und ung und die en Zeugnis schwierigen und zum ie bei den er- nnung über :be von be- nsere hiesige nroort, den üebcn anzu- d in äußech cung bringt. |ülcü dienten leider waren i. Es wäre wie seitens Idungsschck che und beit zu fördern, ule, sondern md da auf* Mule end- ar auch das hr recht gut. e Sonntag MMPN, rM „Die oewds 8llhr ,it FMein zannover rftellung, zu n. - Am nanns neues Der hohen mittlere t Zuzahlung erworben hah r zW gegen- bring, -b dem tze. -orunnen, 1 u- s. w. 1 Besucher Pechek- >en wilder frb uriü Nin^ cend. eien ersieh n, und e'm» fr mit ' ^utnu terlweisex n9 enthi^ ! V*«m -du-marck» war ein, w 9lot, N" von * Leihen, X'^der, r Abend hielt Versammlung war gut be- gentlich M überwirp, rter Saanrn- reine Zi/3^ swahl statt, erhöht. Zum mig wieder- rde, wie n>u r Sohn eme; Angabe. M * i ein Alarkthalle'" ien m°r ns als er!«”6 Laterhand j ssä sS* -iW±» «W51 “ .. (wn»W . Kestvo^ bei JU' i baldig - . M di-' («« ’ PH» *"W i* 45.10 Tendenz: fest. 101.85 92.50 101.80 92.25 100.25 S'/o Mexikaner 4V2 /. Chinesen . Electric. bo» uckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Ber iner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lom barden . . Gotthard bahn . . Lauraliütte . . . Bochnm . . , » Harpener . . • 100.95 43.70 28.50 00.00 . 219.50 . 196.30 . 142.10 . 138.60 . 157.00 . 146.00 . 18.90 . 169.80 . 204.00 . 200.50 . 166.00 . 26.50 . 90.90 . 114.50 Vermischtes. • Bonn, 14. März. Dieser Tage fand hier ein -schwers Säbelduell zwischen dem Stud. jur. V. aus Neheim vom Akademischen Juristenverein und dem Stud. chem. H. aus Bonn, Konkneipant der Norddeutschen Verbindung, statt. Nachdem 36 von den festgesetzten 50 Gängen durch, gepaukt waren, wurde die Erledigung des Ehrenhandels verschoben, da H. durch drei Säbelhiebe über den Arm kampfunfähig gemacht war. Grund: Auseinandersetzung mit gegenseitigen Ohrfeigen in einem Nachtcafe. Der Zweikampf soll nach Wiederherstellung des Verletzten fortgesetzt werden. • Leipzig, 14. März. Der Untersuchungsrichter am Landgericht, Assessor Stockmann, tötete sich durch einen Revolverschuß. Der Verstorbene stand im 31. Lebensjahre. Als Motiv des Selbstmordes gilt hochgradige Nervosität. • London, 14. März. Der „Eoening News" wird aus New-York gemeldet, daß der Küchenchef Ruppert Fritz,, der bei dem Stapellauf der Yacht des Kaiser"' Wilhelm dasEssen lieferte, durch die Rarität/^ jäger ruiniert worden ist. Er lieh sich große Silberzeug für die 2000 Gäste und viele von diesen nöhche" Mester, Gabeln, Löffel, Salzfäster und andere Gegenwände als Andenken mit. Fritz kann das fehlende Silb^eiig nicht ersetzen, er meldete seinen Konkurs an unfr, *rat von seiner Stellung als Oekonom des Liederkranz -§lub zurück. • Paris, 14.März. Vorgestern hat sich vom Eif^^ turnt ein Student herabgestürzt, der Geliebte Vera Golo, der bekanntlich vor einigen Monaten angeblich irrtümlich auf den Vater des Kammerpräsidenten Deschar^ einen Schuß abfeuerte. Frll Golo war gleichzeitig mit tf)rtm Geliebten in selbstmörderischer Absicht in die Seine gesprungen wurde aber gerettet. • Mordthaten. In Heiligenkreuzsteinach wurde des Ratschreiber Beckenbach nach einem Wirtshausstreit aur Gerichtssaal. Gietzcu, 14. März. Standgericht. Vor dem Standgericht unseres Regiments hatte sich gestern der Musketier Arnold von der 4. Kompagnie wegen Gehorsamsverweigerung und Nichlausführung eines von einem Vorgesetzten erteilten Befehls zu verantworten. Ter Unteroffizier Becker hatte ihm besohlen, 8 Uhr durch den Kanal nach Kiel abdampfte. Beim Passieren der „Charlotte-' nahm deren Besatzung Paradeausstellung. Die „Charlotte" folgte dem „Kaiser Wilhelm II." nach Kiel. Leipzig, 15. Man. Die Revision des Redakteurs der Staatsb. Ztg. Böckler, der wegen Beleidigung des Fustizrat C a s > e l in Berlin zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wurde vom Reichsgericht verworfen. Karlsruhe, 15. März. Heute früh fand hier die Hinrichtung des Doppelmörders, ehemaligen Fremden- ^egionärs August Herberger aus Roelnsheim statt. Stuttgart, 15. März. Das Kriegsgericht hat den R e ch- nungSrat Merz im Kriegsministerium wegen Unter* sch^agung von 30 500 Mark zum Schaden des Unter* stützichgsvereins für Witwen und Waisen der Unteroffiziere des i3* Armeekorps zu drei Jahren Grfängnis ver- urtellt. t Kaiserslautern, 15. Marz. Redakteur Eduard Jost, Dichter der Pfälzer Lieder, ist im Alter von 65 Jahren in Neustadt an einem Gehirnschlage gestorben. 210£i>on, 15. Alärz. „Daily Mail" berichtet aus Pieterma^^ö^rg: Ein Buren-Kommando, bestehend aus 60 Sann, hat die Drakensberge und den Kulupaß durchschritM und befindet sich augenblicklich auf einer Farm am 61:1211 Tugelafluß-. Eine Kompagnie Yeomanry ist gegen da^ Kommando entsandt worden. Die Garnison von LadysmÄ ist gleichfalls in Alarmbereitschaft gesetzt morden. — Du heutigen Blätter veröffentlichen den Wortlaut einer Rede die Sir Asquit gestern Abend gehalten hat und worin ber liberale Führer erklärt hat, daß die Handlungsweise Buren gegen Methuen äußerst würdig und hochhedg gewesen sei. — „Morning Leader" hebt den allgemein günstigen Ton der Presse hervor und sagt, dies sei ein gui.es Zeichen, welches beweise, daß die Haltung der Engländer gegen überden Buren eine Aenderung erfahre. — „Daily News" veröffentlicht den Brief eines ai£ Kapstadt zurückgekehrten Journalisten, welcher feststellt-, daß die Ausnahmegesetze den BurenmehrRekruteN zusuhrten, a l s s i e überhaupt brauchen konnten. — Ei^ amtliche Note, welche zu später Nachtstunde veröffentlicht worden ist, teüt mit, daß die Wunden Lord Methans und des Obersten Town- send sehr ernster Ratur seien. — Die Blätter teilen mit, daß die Ber-Eg des neuen Budgets am nächsten Donnerstag bea-'unen werbe. Der Etat verlange keine neuen Einkunftsquotten, werde aber eine neue Anleihe for» dern. — „Daily Talegrrph" meldet aus Colon (Mittelamerika): Die Insurgenten haben einen bedeutenden Sieg über die Truppen Castros davongetragen. Die Städte Andalusia und David sind Don den Insurgenten erobert worden. Die Armee Castros befindet sich auf der Flucht. Vbotoaraphie mit eigenhändiger Namensunterschrift. — Der beliebte Lehrer Geck verläßt demnächst unseren Ort, um eine Schulstelle in Villingen anzunehmen. Herr Geck war auch Schriftführer des Hausberg-Wetterauer Sängerbundes und hat ru dessen Gründung und Bestehen viel mitgewirkt. 6 Darmstadt, 14. März. In der gestrigen Stadtoerord- netensitzung regte Stadtv. Osann die Oberbürgermeislerei an, dem Prinzen Heinrich, der, soweit Redner instruiert sei nach der Rückkehr von Amerika in Darmstadt Aufenthalt nehmen werde, einen begeisterten Empfang zu bereiten. Der Vorsitzende sprach seine Freude über diese Anregung aus und erklärte, er werde im Einverständnis mit der Stadtverordnetenversammlung sich mit dem Hofmarschallamt deshalb ins Benehmen setzen. Der Anttag wird emitimnug genehmigt. — Fermr machte der Oberbürgermeister bie Mitteilung, daß der Abschluß des städtischen Voranschlags für^l9O2/O3 u n g ü n ft i g sei. Man müsse mit einem bedeutenden Steuer- ausschlag für die Gemeindesteuer rechnen. — In derselben Sitzung kam auch der Gegenstand zur Entscheidung, der bisher nur in geheimer Sitzung verhandelt wurde, die Gasversorgung der neuen Merck'schen Fabrik, der das Gas zu dem Vorzugspreis von 7 Pfg. pr. Kbm. geliefert werden soll. Dieser Vorzugspreis wurde der Fabrik schließlich bei namentlicher Abstimmung mit 28 gegen 10 Stimmen bewilligt. ‘ r b. Mainz, 14. März. Die gerichtliche Untersuchrmg hat ergeben, daß die beiden Kroaten, welche im Hebbar in Hocchheim bei Ehrenbreitstein den verwegenen Srraßen- r rub ausgeführt haben, auch die Thäler des an einem Kantinenwirt in Kempten vollführten Raubmordversuchs sind. Ferner hat sich herausgestellt, daß der eine der Beschuldigten bei der Gerichtsverhandlung in Neuwied einen falschen Namen, Pliekas, angegeben hat, unter dem er zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. , Telephonischer Kursbericht Frankfurt u. JA., 15. März. Zmdel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 14. März. Nach dem „Reichsanzeiger* wies in der heutigen Sistung des Zentralausschusses derReichsbank Präsi- dent Koch auf die aus dem Wochenbericht sich ergebende steigende Goldfülle hin. Die Anlage, die seit Jahresschluß um 492 Mill., in Wechseln allein um Mk. 296 Mill., gesunken war, betrage jetzt 17 bezw. 3 Mill, weniger, als in den beiden letzten Jahren, frellich immer noch erheblich mehr, als in den übrigeu fünf Vorjahren. In Gold habe die Neichsdank jetzt den höchsten Bestand seit ihrem Bestehen erreicht, obwohl im lausenden Jahre bei den wenig günstigen fremden Wechselkoursen nur geringe Goldankäufe aus dem Auslande zu machen gewesen seien. Die Golddeckung der Banknoten sei seit Jahresfrist um 9,2 Proz. gewachsen. Die steuerfreie Notenreservesei erheblich höher als in den Vorjahren bis 1895. Der Privat-Dis- tont fei m den letzten Tagen geftiegen, aber noch volle 2 Prozent niedriger als m der gleichen Zeit des Vorjahres. Die fremden Wechselkurse seren rn den letzten Tagen etwas gefallen und nicht bermruhigcnd hoch. Zu einer Aenderung des am 11. Februar aus 3 Prozent ermäßigten Diskont liege kein Anlaß vor. Die bisherigen Deputierten des Zentralausschusses rmd deren Vertreter wurden wiedergewählt rmd die Neuwahlen zu den Bezirksausschüssen bei den Reichsbanthauplstellen vorgenommen, über die der Reichskanzler entscheidet. Hieraus wurden iwch einige Gattungen Schuldverschreibungen zum Lombardverkehr zugelassen. Adler Fahrradwerke Frankfurt a. M. In der ordentlichen Generalversammlung, in welcher der Jahresbericht und die Dividende genehmigt wurden, teilte der Generaldirektor mit, daß sich die Aufträge in Fahrrädern bei einem kleinen Preisrückgang ungefähr auf vorjähriger Höhe halten. In der Autonwbil» und Schreibmaschinenbranche gehe das Geschäft gut, die Abteilungen mußten enveilert werden. Die Nachfrage nach Automobilwagen ist über Erwarten gestiegen und er hoffe, daß mit der Zeit die Erträgnisse früherer Jahre wieder erreicht werden. Die AltierrgcscLfchaft für Maschirrcnpapicrsabrikation in Aschaffenburg wird 10 Prozent Dividende in Vorschlag bringen gegen 12 Prozent im Vorjahr. J a dem Heimwege erschlagen. — Nach einer Meldung aus Schmalkalden wurde der Bauinspektor Armbreckt^gus, Breitenworbis ermordet im Bett aufgefunden. Vom Thäter fehlt jede Spur. V • Opfer des Gesundbetens. Nach eine Meldung aus Hannover sind in Kirchrode binnen kurzer Zeit fünf Opfer des Gesundbetens mangels ärztlicher Hilfe g e st 0 r b e n. ° Neueste Meldungen. Origir^ardrahtruLldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 15. Akärz. Wie man in parlamentarischen Kreisest wissen will, soll die Verzögerung der Verösfent- lichunll des Bundesratsbeschlusses wegen Gewährung von i'chädigungsgeldern in Form eines Pauschquantums an die Mitglieder der Zolltarif-Kommission darin begründet sein, daß Präsident Graf spa lieft rem, der mit der Ausführung der Vorlage oetraut werden sollte, die Gewährung eines Pausch-Quau- tums bei dem vor dem Sommer zu erwartenden Wechsel eines Teiles der Kommissionsmitglieder für unzweckmäßig erklärt, und dal)er seine Mitwirkung versagt habe. Cuxhaven, 15. März. Der Kais er trifft hier am 18. März auf dem Linienschiff „Kaiser Wilhelm II" ein und empfängt die „Deutschland" mtt dem zurückkehrenden Prinzen Heinrich. Brunsbüttelkoog, 15. März. Das Panzerschiff „Kaiser Wilhelm II." ish heute früh 7 Uhr hier ein getroffen. Als das Schiff, das von dem Aviso „Hela" begleitet wurde, in der Schleuse festgemacht hatte, ging Prinz Adalbert an Bord und meldete sich beim Kaiser. Sodann begrüßte der Kaiser seine Gemahlin in der Kaiserballe. Tas Kaiserpaar stattete darauf dem im Binnenyafen liegenden Schulschiff „Charlotte" einen Besuch ab. Kurz vor 8 Uhr begab sich das Kaiserpaar mtt dem Prinzen Adalbert an Bord oes „Kaiser Wtthelm IL", der um et/ o/T^Reichsanleihe 3% L do* 31/0/0 J^oneols . 30/„ >do • • 3 72% Hessen . ai . uziehen und auf das Zimmer Nr. 28 zu gehen, um r.I * i waschen. Diesem Befehl ist Arnold angeblich nicht nach- npfmn'meit, weil er Furcht hatte, er solle gewaschen (geschruppt) merbp n. In der Beweisaufnahme konnte nicht festgesteUt werden, ob dii.' Annahme des Angeklagien berechtigt war. Die Zeugen habent nicht gehört, daß der Unteroffizier Becker von gewaschen wert-geredet hat. Dieser selbst erklärt, er könne eine Angabe über jbas, was er dem Angeklagten auf dem Kasernenhofe gesagt bat Lucht mehr machen, da er sehr erregt gewesen sei. Der Gerichtshof erkannte, indem er den Arnold wegen Nichtausfuhrung eines? militärischen Befehls verurteilte, auf 21 Tage strengen Arrest. Wega" Gehorsainsverweigerung fand eine Verurteilung nicht statt, weil »Arnold sich bereits anschickte, aus Zimmer Sir. 28 zu gehen, als tfin Bote bei ihm eintras, um ihn dorthin zu holen. Der Ver- urrpifite erkannte die Rechtskraft des Urteils sofort an. hc. Frankfurt a. 0)1., 14. Atärz. In einer Sandtrockenhalle am cpbermoinfcii, einem Schlupfwinkel für Obdachlose, wurde in der ^stacht vom 9. auf 10. Januar einer der dort Schlafenden, der 28 J^hre alte Kutscher Karl Heyeck aus Heidelberg, aus gering- fugia^' Ursache von drei Schlasgenossen mit Knüppelir totgeschlagen. Aeuiel erhielten die rohen Gesellen vom Schwurgericht ihre Strafe: ^QQljbner Ludwig Hostmaiin, 1873 zu Alichelau geboren, 10 Jahre ^uchh'hous, Taglöhner Giistav Oieusch, 1870 zu Grünberg 1. Heß en geborv211' 8 Jahre Zuchthaus und der Taglöhner Friedrich August Aiein) l880 S" Olaiilm geboren, 4 Jahre Gefängnis. fWien, 14. Wärz. Der oberste Gerichtshof verwarf die Nichtigkeitsbeschwerde des Ritters v. O f e n h e i m wegen seiner Verur^^ung zu 1 Monat Kerker, weil er den Bürgermeister Dr. «.Heger jum Duell gefordert hatte. 3% Hes.....—— 4% oe8terr. Goldretne . . 103.00 4‘z % Oe8,err- bilberrente 101.70 4% (Jng.ar- Goldrente . . 101.15 40/ ItahPn Rente . 4’/a% Portugiesen . Oo/ Port^ieaen» . « • 1% C. Türken . . . Türkenlo8® • • • • • 4% OrieE. Monopol - Am. 47, % äiS88®1"6 Argentiner Birmingham, 15. März. Die „Birmingham-Post^ erfährt aus Berlin, Kaiser Wilhelm lasse ein interessantes Krönungs-Geschenk für König Eduard Herstellen, u. a. auch eine Sammlung von gemalten Portratts der Königin Viktoria und all ihrer lebenden Nachkommen mit dem Vermerk von Namen, Staatsangehörigkeit und Stellung. Die Sammlung wird in einem in feinstem Leder gebundenen Album enhalten sein, das die Monogramme des Königs Eduard und der Königin Alexandvai in Brillanten trägt. Madrid, 15. März. Der Kriegsminister hat angeordnet, daß die Soldaten, die ihre Dienstpflicht beendet haben, wegen der Drohung der extremen Parteren, Ruhestörungen Hervorrufen zu wollen, unter den Fahnen bleiben sollen. Madrid, 15. März. Eine amtliche Note, die gestern veröffentlicht wurde, verfügt, daß sämmtliche Soldaten, deren Dienstzeit abgelaufen ist, unter den Waffen bleiben sollen, infolge der Drohungen der extremen Parteien, Unruhen hervorzurufen. Wien, 15. März. Ein Amberger Polenblatt berichtet: Am Tonuerstag fand m Brzczany ein Duell auf Pistolen zwischen zwei Schulern der 2. Gymaafial-Klasie, die sich tu dasselbe Mädchen verliebt hatten, statt. Ste schossen aus zehn Schritte Distanz. Einer wurde lebensgefährlich ver» wund et, während der andere leicht verletzt wurde. Petersburg, lu. wcärz Oifrzroie Mitteilungen besagen, daß ein vorbereitetes, für gartz Rußland bestimmtes V o 11 s s ch u l g e s e tz auch für nicht russische Kinder die russische Unterrichtssprache vorsieht. Nur int ersten Jahre soll aushilfsweise die Muttersprache zugelafsen werden. Sommersprössen ^4=Tm3Tm^m langen steten Gebrauch von Oberrneyers Herbaseife, ivelcher garantiert völlig unschädliche, aber sehr wirksame Stoffe gegen alle Haut- unreinigfeiten beigemischt sind. Bestandtelle 90 Proz. Seife, zwei Proz. Salbei, 3 Proz. Amica, 1,5 Proz. arab. Wafferbecherkraut, 3,5 Proz. Harnkraut. 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März • 1002 werden versteigert aus den Distrikten Sicklergeheg, HundsiegS- tanne, Dietzenkohl, Rinnweqe, Kirchgeheg, Dietrichswald, Ham- ftruch, Katzengeheg, Holzapfel- brusch, Frauleinslust, Altebrunnen, Gebrannteeiche und Steinberg: Stämme: Eichen 2 Stück von 12 bis 18 cm m. Dm. mit 0,18 fm, Riefern 1 Stück von 18 om DL Dm. mit 0,36 fm, Fichten 45 Stück von 11 bis 27 cm hl Dm. mit 8,01 fm; Derbstaugeu: Fichten 284 Stück mll 14,63 fm; Reisstaugeu: 180 Stück mit 1/69 fm; Scheiter rm: Buchen 32, Elchen 2, Stadel 88 1. HL worunter 22 rm Rundscheit, hiervon 14 rm 2l/i m lang, 23 2. Kl.; Knüppel rm: Buchen 160,Birten6, Eichen 38, Nadel 107 L HL 29 2. Kl, Erlen 22 1. HL, 4 2. HL, Aspen 18; Reifer rm; Buchen 528, Eichen 236, Birken 20, Nadel 184, Erlen 44, Aspen 48; Stöcke rm: Buchen 10, Eichen 8, Birken 1, Nadel 92 L Kl., 65 2. KL, Erlen 2. — Tas zerstreu! fitzende Holz in den Tistrikten HamstrrUh, Hatzenaeheg, Holz- apseldrusch, Fraulemlust, Alte- brumttn und Gebrannteeiche. sowie das Holz im Distrikt Diet- richSwald wird nickt vorgezeigt, Steigliebbaber wollen sich ba§= selbe vorher ansehen. Die Zusammenkunft ist vor- millags 10 Uhr auf dem Kirchweg Rüddingshausen — Londorf kauf. Dienstag den 18. März d.J., vormittags 8 Ubr, sollen im Klein-Lindener Bahneinschnitt 200 Kieferustamme und um 11 Uhr vorm. auf Haltestelle Gr.-L,nden 460 Stück alte Holzfchwelleu öffenllich versteigert werden. 2196 Gr. Bahnmeisterei 16 Gießen. Fussboden- Anstrichfarben, sowie alle übrigen Farben, Lacke, Oele, Carbolinenm, Pinsel, Stahlspähne, Bohnerwachs u. bergt empfiehll 2187 August Noll, Bahnhofstr. 51. 3« verkaufen ein Adler-Fahrrad u. ein Salzer Damen-Fahrrad, fast neu, bei Lonis Rothenberger Wwe., ________Neuenweg 22. 2169 [yin Krühjahrsüberzieher sowie V ein schwarzer Tailleurock zu oerk. Seltersweg 81, Hinterhaus. bei sorgfältigster Ausführung ‘HemTpiÄ Wwe I M Arte» S°mlbciten, rote Zöp/e, Dreher rc., werden Ansang 4 Uhr: Won uni, dauerest angefertigt. | Nachmittags-Boxstellung zu Heinen Preisen. *n engL Tül1’ sPachtel und Lacet. iül ülsliBO ^ante Schlafzimmer-Gardinen und Eouleaux-Cöper-Störes Ä, mit Spachtel-Stickerei. öiOrCS Heilen io Heilen Portieren. El list Blöednei^ Seltersweg. i bellllar und wohlschmeckend. Alles n 10 Pfd.-Postkollis franko gegen Nachn., 6 Pfd.-Kollis Mt. 4,50 mrd Mk. 5,50 franko. 1675 Fr. Berkhoff, Honig-Zentrale, Göttingen. D.Scbmall Sohlossgasee 12 Sohlossgasse 12 empfiehlt sein Lager in allenSorten Damen-, Kinder- und Herren-Stieseln von den feinsten bis zu den kräftigsten Arbeiter-Schuhen und Stiefeln, sowie [2198 Konfirmanden-Schaiir- und AugSiefel in nur gediegener Ware sehr billig. Gesangbücher in allen Preislagen empfiehlt H. Schneider, Kirchenplatz 5. 01087] Buchbinderei u. Papierhdl. Mit dieser Sorte wird eine Kartoffel in den Handel gebracht, die dem längst gehegten Wunsch ledes Gartenbesitzers und Land-I roirtg endlich entspricht und und treitbar die größte Errungenschaft »Uu 1/ in den bis jetzt erzielten Erfolgen noch gut erhalten, ungefähr 1 m der Kartoffelkultur resp. Züchtung lang, zu kaufen gesucht. 2100 neuer Kartoffelsorten bildet uno | Zu erfragen in der Exped. ist der dazu gewählte Name TT? TT ” .Triumph" die richtige Bezeich- WktzllMt MklöMk I "afes es zu bedeuten hat, große, -u k-usen gesucht. Nah. m d.Exp. c^mackhafte, mehlige Kartoffeln “)on im Juni aoernten und auf >en 2)!arkt bringen zu können, bedarf .keiner weiteren Erwägung.. M , ihre An- und Verkauf herum,' und läßt sich deshalb sehr Wa,che, ^no^i^nhen11^ Silberfache'n, Antiquitäten, 20—in Zahl, Metallen, Eifen, Lumpen und nelbfirh sie Scknie npih nnh I « ffanzer i^iurichtnugen^ 17l U mü glatten Slugem Sie koKt fich ausgezeichnet und dürfte Energischen Nachhrlfe-Uuter- als die wohlschmeckendste Früh- m allen Ochern, besonders kaftoffel zu bezeichnen fein. ^ur Nachprüfungen, erteilt billig Knorrn ist der Ertrag; einer »k°d. ph.l. Näheres i. d. Exp. d. Bl. en Aönehrner er von 25 Pfd. oUftUsl. Ctr. ae= 2199 Breunholz- Versteigerung. Freitag den 21. März L I. werden unter anderem versteigert: 1. Aus dem Dom.-Distrikt Trünberg (7 Klm. von Station Schotten): 495 Rm. Buchen- Scheiter. • 2. AuL dem Dom.-Distrikt Mickenberg: 122 Rm.Fichten- Bremcknüppel (2 und 1 Mtr, lang). Zusammenkunft um 10 Uhr vorm. auf der Spalierstraße, Distrikt Grünberg, bei Nr. 711. Schotten, 14. NtLrz 1902. Gr. Obersörsterei Feldkrücken. ______Diese nbach. 2180 ZiviiiiZSütlstcigetiisz. Montag den 17. März 1902, nachmittags 2 Nhr, versteigere ich in Krofdorf (Zusammen- tunst HaltestelleKrofdorf-Gleiberg) gegen gleich bare Zahlung meistbietend etwa 50 000 Stück gebrannte Backsteine und zwei doppelfpännigeArbeitüwagen. Wetzlar, den 14. März 1902. 2191 Plaumauu, Gerichtsvollzieher in Wetzlar. Zur Kon rmation ompfeulü Bace-Handschuhe Hemden in weiss Kragen Manschetten Chemisettes ECrauatten In modernsten Facons. August Waag 60 belterswea 60.