152. Jahrgang Drittes Blatt. Nr. 63 Samstag 15. März LAOS 3 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Zamtlien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sehen Unioers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schul st rahe 7. Adresie für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fkrnsprrchanschluß Nr. 51. ZW G /> Q monat?id)75*”ierteW ^CzwVIIVIwVw vrlllVIUVI s» General-Anzeiger v sxs v für den polit. u. allgem.^ Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WGZ " zeigenteil: Hans Beck. Agrarische Gedanke» eines Nichtbauers. Von Prof. W. Wetz. Wenn ich, nachdem Anhänger und Gegner von Getreidezöllen in Ihrem Blatt sich schon mehrfach geäußert haben, mir in der Frage ebenfalls ein Wort erlaube, so darf ich vielleicht für mich anführen, daß ich aus bäuerlichen Kreisen hervorgegangen und während sechszehn Jahren jährlich etwa fünf Monate auf dem Lande in Rheinhessen zubrachte, wo ich die beste Gelegenheit hatte, einen Einblick in viele mittlere und kleinere, aber auch ein paar der dort seltenen größeren Betriebe zu thun. Diese Gelegenheit fleißig zu benutzen, war um so mehr Anlaß gegeben, als einem auf Schritt und Tritt der Gegensatz zwischen den in städtischen Kreisen gangbaren Ansichten und den thatsächlichen Verhältnissen in der Landwirtschaft entgegentrat und zum Nachdenken aufforderte. Wenn ich schließlich zu einer bestimmten Ansicht in der Frage kam, so glaube ich sagen zu dürfen, daß die Thatsachen, auf die sie begründet ist, richtig beobachtet sind und daß ich als em Mann ohne Ar und Halme nicht dilrch persönliches Interesse mein Urtell trüben ließ. Gegen die Zölle auf Getreide, die von unserer mit erheblich größeren Kosten arbeitenden Landwirtschaft zum Schutz gegen das billiger produzierte ausländische Getreide gefordert werden, führt man an, daß sie nur wenigen Großgrundbesitzern nützten, der Masse der eigentlichen Bauern aber gleichglltig oder schädlich seien und daß es sich nicht rechtfertigen lasse, im Jlüeresse dieser paar reichen Agrarier das ganze übrige Volk zu belasten. Die Gießener Handelskamnier hatte die Verhältniffe im Kreis Lauterbach als vorbildlich für ganz Hessen angenommen und darauf hin behauptet, daß der Bauer in Heffen erst von zehn Hektar ab Getreide über den eigenen Bedarf produzieren und also an Zöllen interessiert sei. Daß sie damit einen starken Mißgriff beging, ist nicht mehr wegzuleugnen. Eine unfruchtbare Gebirgsgegend wie der obere Vogelsberg erlaubt feine Schlüsse auf die Verhältnisse an den Gebirgsabhangen und in den fetten Nied c Hing cn. Das ausgesäte Getreide giebt in fruchtbaren GemaAiMgen den s e ch z e h n f ache n Ertrag, in Bermuthshain tm Vogelsberg sät man auf den Hektar drei Doppelzentner Weizen oder Roggen, um acht Doppelzentner geringer Güte zu ernten. Dieser Reinertrag von fünf Doppelzentnern im Werte von nicht 60 Mark bezahlte nicht einmal die Arbeit des dreimaligen Pflügens, des Eggens und Säens, geschweige denn des Mähens, Bindens, tzeimfahrens und Dreschens, von Düngern ganz abzusehen. Von solchen Betrieben hat >er preußische Landwirtschaftsminister v. Podbielski ge- agt, daß hier eine rationelle Bewirtschaftung nicht möglich ei; hier wäre vielmehr eine Aufforstung am Platz. Bei einer Betrachtung der im ganzen leistungsfähigen Landwirtschaft Hessens hätten diese Betriebe, die erst bei zehn Hektar den eigenen Bedarf decken, ganz ausgeschaltet werden sollen. Die Kompetenz der Gießener Handelskammer in Fragen des Handels in allen Ehren — ihre Sachkenntnis in Fragen der Landwirtschaft wird wohl -nicht nur von mir bezweifelt. Dr. König hat unwiderleglich nachgewiesen, daß die Zahl der direkt am Getreidepreis interessierten landwirtschaftlichen Betriebe beträchtlich höher ist, als meist angenommen wurde. Sehr dankenswert wäre es, wenn auch einmal das Interesse von Handel und Industrie an dem kräftigen Gedeihen der Getreide bauenden Landwirtschaft zahlenmäßig für ein Dorf oder nur für ein paar Haushalte nachgewiesen würde. Vor sechzig, siebzig Jahren hat der Bauer in e r ft e r Linie für feinen eigenen Bedarf produziert. Er Pflanzte den Hanf, den im Winter seine Frau und Töchter und Mägde spannen. Alle Arbeiten, vielleicht nur das Weben ausgenommen, bis aus der Pflanze auf dem Feld das fertige Hemd, die Arbeitshose und der Kittel wurden, wurden in seinem 'Hause besorgt. Die Wolle, aus der das Wams für den Winter mrd die Strümpfe gestrickt wurden, lieferte das Schaf im Stall. Jin Sommer ging man barfuß, im Winter m felbstgeschnitzten Holzschuhen . Talglichter stellte man selbst her, das Oel für die Lampen oder für die Speisen mahlte EITm—III || | m - dlnWs Ktsdentllm in flMuischtt Beleuchtung. Wie das deutsche Studententum in der Beleuchtung des Auslands sich ausnimmt, davon legt ein Artikel in Nr. 64 des in Palermo erscheinenden Gioruale di Sieilia*) vom 4./5. März ein pikantes, wenn auch wahrlick) kein gerade sehr schmeichelhaftes Zeugnis ab! Das Gioruale schreibt- Die deutsche Universitätsjugend, die wegen ihrer Liebe zu den Studien und ihrer Arsoeitsfreudigkeit so sehr gerühmt worden ist, daß man die deutschen und österreichischen Universitäten dem Ausland als staunenswerte Muster-hin- gestellt, ist in Wirklichkeit nur zu sehr etwas ganz anderes, als was den Lobrednern in anderen Ländern über sie auseinander zu setzen beliebt. In Jena, Heidelberg, Bonn, Würzburg, Leipzig, Graz, Innsbruck und Wien ist es nicht nur schwierig, sondern geradezu gefährlich, fick- in den von Studenten bewohnten Quartieren häufig sehen zu lassen und die Bierhäuser zu besuchen, wo sie sich den halben Tag über aufhalten, oder auf einem Spaziergang an charakteristische Orte sich hinzubegeben, wo sie sich zusammen zu Zechgelagen einfinden. .*) Zur Vereinschaulichuirg des Gesagten finb im Text äiöei Holzschnitte eingefügt, von denen der eine eine Mensur, der andere den Verband eines im Duell Verwundeten darftellt. die nahe Oelmühle gegen Lieferung von Raps oder Nüssen. Bier und Branntwein in weinarmen Gegenden bereitete man ebenfalls im Hause. Ein guter Anzug für Sonntag aus haltbarem Stoss hielt wohl ein Menschenalter, der große gewirkte Shawl vertrat bei den Frauen Alantel und Jacke und wurde im Sommer wie im Winter, bei Beerdigungen wie bei Besuchen oder Hochzeiten getragen und vererbte sich oft von der blutter aus die Tollster oder Schwiegertochter. Wenig nur war der Bauer aus andere angewiesen. Tie einfachen Geräte besserte er selber aus — „die Axt im Haus erspart den Zimiuermann, und gab er auch dem Schmied, dem Wagner, dem Schreiner, dem Schuhmacher und dem Schneider etwas zu verdienen, so war es nicht allzu viel. Noch weniger harte der Kriämer von ihm. Kaffee wurde nicht getrunken, der Zucker gart als eine große Leckerei und wurde meist durch Honig ersetzt. Bänder, Litzen, Zwirn, Knöpfe tauschte man bei dem hausiereirden „Lumpensammler" gegen alte Lumpen und Knochen eilt. Der Grundsatz war, möglichst alles, was man braunste, selber zu erzeugen und möglichst wenig zu tau, en. Das Geld, das man doch zur Befriedigung bei Handwerksleute brauchte, die, nachdem Ernte und Herbst eingethau, um Martini mit der Rechnung kamen, wie sie ihrerseits bei dem Lider- oder Eisenhändler der Stadt bis in den Winter Kredit hatten, oder mit dem man die Steuern oder ein Ackerziel ouer ein neues Pferd bezahlte, erhielt man durch Verlauf von Getreide, oder einem Rind aus dem Stall. Im allgemeinen war nur die nächste Umgebung |ür ihn als Produzenten ober Konsumenten von Wichligreit. Wie anders t|t das nun geworden! schritt um Schritt hat der Bauer seine Wirtschaft vereinsacht, er hat gelernt, den toubeit intensiver zu bewirtschaften, und er hat sich mehr und mehr daran gewöhnt, seine ganze Kraft auf die Ausnützung des Bodens zu legen und m i t dem erhöhten Erl vag die Dinge zu kaufen, die er früher selber erzeugte. Seit zwanzig Jahren ist das Spinnen abgekommen, weil man fand, datz der Preis des Han,es und des Webens höher sei, als einem der Fabrikant das fertige Tuch verlauste, das Spinnen und mühsame Bleichen nickst einmal gerechnet. So laust denn der Bauer das Leinen, das er für sich und seine Familie braucht und das er dem Gesinde zu Weihnaast schenkt; so kaust er Stoff zu Kleidern, Wolle zu Strümpfen, Schuhe, Oel für seine Lampen, Oel für Salat, Kaffee, Zucker, Reis, toago für seinen Tisch rc. Dazu Lammen die Kraftfutter für den Stall, Palm- und Oelknchen,, Reismeht und Kleie, die Apparate zum Kühlen ober Entrahmen der Milch, die teuren, gut ventilierten Stallungen mit eisernen Rassen, gebrannte ^honplatten und Wasserleitungen, und namentlich die vielen Maschinen zum Dreschen, Säen, Mähen, Binden, Rechen, Reinigen des Saatgetreides rc. Die Pflüge von vier, fünf Konstruktionen für alle möglichen Zwecke, zum Hacken, Häufeln, Flach- oder Tiefpflügen, Eggen für Acker und Wiesen, und schließlich als einen besonders großen Posten die k ü n st l i ch e n Dünger, Kali, Ammoniak, Superphosphat, Chilisalpeter und rlnochenmehl. Der heutige Bauer ist In eminentem Maße Käufer und an feinem Wohlergehen haben Handel und Industrie das lebhafteste Interesse und werden es empfindlich spüren, wenn er nicht mehr kaufkräftig ist. Sieht man nur einmal, in welchem Maße ein Bauer mit vielleicht zwanzig und gar dreißig oder vierzig Morgen Abnehmer für Industrie und Handel ist, der aber zur Bezahlung seiner Einkäufe in erster Linie auf das von ihm verkaufte Getreide angewiesen ist, dann kann man sich nur über die Behauptung wundern, diese Leute hätten kein Interesse an guten Getreidepreisen. Es ist durchaus nicht gleichgültig, ob ein Bauer schon mit drei über erst mit zehn Hektaren Getreide verkauft und am wenigsten für die Industrie, deren Absatz an die Landwirtschaft dach von der Zahl und der Kaufkraft der Abnehmer abhängt. Allein, so wird immer eingewandt, wäre es doch nicht besser, man kaufte zu einem billigen Preise das auslänbische Getreide und die Landwirtschaft ginge zu anderen Kulturen, etwa Gemüsebau, Hühnerzucht rc. im Großen über? Der Gemüsebau ist an bestimmte Böden gebunden, er gedeiht z. B. in der dckihe von Mainz, wo Iber Marktpreis ber weißen Gemüse etwa ein Drittel des Gießener Preises beträgt. Von der Friedberger Landwirtschaftlichen Schule wurde der Versuch gemacht, die Landwirte der Umgebung zum Ge- Ein deutscher Vollblutstudent muß vor allen Dingen die „Macht am Rhein" zu fingen verstehen, jenes die teutonische Rasse verherrlichende, höchst chauvinistische und andere Nationen verhöhnende Gurgel-Lied, er muß ferner täglich seine 10 Glas Bockbier trinken und außerdem im Gesicht die Merkmale feiner persönlichen Tapferkeit tragen, d. h. einige entstellende Narben, die Folgen der Hiebe mit dem Rappier (Schläger), dem famosen Säbel, mit dem sie der allerunbedeutendsten Veranlassung wegen im Duell sich befehden. In Wien find in diesen Tagen die Duelle unter den deutschen Studenten so zahlreich geworden, daß die Polizei Veranlassung fand, sich um dieselben zu bekümmern, um in irgend einer Weise den auflodernden Zorn der „Rheinwächter" zu mäßigen ober die Orte ausfindig zu machen, wo sie sich hinbegeben, um ungestraft sich zu schlagen. Und die Entdeckung war eine höchst überraschende. Nachdem die Polizei in das Haus einer gewissen Kai har ine Pietsch eingedrungen war, wohnte sie einer wahrhaft verblüffenden Szene bei. In einem großen Salon hatten sich viele Studenten auf ungehobelten, hinten an den Wänden auf- gestellten Bänken niedergelassen und tranken luftig ihr Bockbier, während in der Mitte des Saales einige Paare mit wahrhaft teutonischer Wut sich duellierten. In einer Ecke aber stand ein Tisch, auf den alles zum Verbinden von Wunden hingelegt war. Die Polizei arretierte natürlich müsebau zu veranlassen, da Nauheim, Friedberg, Gießen und Marburg bequeme Absatzgelegenheit boten. Allein der Versuch, Oberhessen von Franksuri und Main§ unabhängig zu machen, schlug fehl, da der Boden sich als ungeeignet erwies. Nicht mehr Erfolg versprechen auch die anderen Vorschläge, die nur an einzelnen begünstigten Plätzen einmal glücken möchten. Der Haupiarkikel, mit dem der Bauer das, was et kauft, bezahlt, ist uno bleibt eben das Getreide, und besonders gilt das für Hessen. Der Raps, der früher noch fleißig gebaut wurde, fehlt heute beinahe ganz. Die bäuerlichen Brennereien, die früher aus Kartoffeln und Zwetschen Branntwein gewannen, sind infolge einer unglaublich ungeschickten Steuerpolitik in den fünfziger Jahren alle eingegangen. Von Marlo,fein und Rüben werden nur in guten Zähren mäßige lieber,cynsse abgesetzt, der Absatz an Milch Butter und Käse deckt kaum das zugekaufte Futter für den Stall: mit was in aller Welt soll dann der Bauer bezahlen, wenn nicht mit feingebautem Roggen, Weizen, Gerste und Hafer? Und wie kann er auf die Dauer bestehen, wenn er diese billiger verkaufen muß, als er sie selber erzeugt? Allerdings hat in einigen wenigen Gegenden Hessens die Zuckerrübe dem Getreide den Platz als erstes Handels- gewächs streitig gemacht. Allein wie lange Deutschland an oas Ausland Zucker verlaufen und dafür Brotgetreide einkaufen kann, ist noch fragliche Kommt, wie zu befürchten, ein Rückschlag,- so erhält der Getreidebau damit wieder eine erhöhte Bedeutung. Man wirst eni, ob mit dem Zoll denn der Landwirt)- schäft auf die Dauer geholfen werde. Seit wann denn ist es Ausgabe deS Staates, weiter als für die nächste Zutun ft zu sorgen? Ist etwa unser Exporthandel und unsere Exportindustrie so sehr auf die Dauer berechnet? Man bedenke doch, wie viel unsere Landwirtschaft in den letzten dreißig Jahren gelernt hat. Seit mit dem Ende der sechziger Jahre die Kenntnis von der Bedeutung der künstlichen Dünger in die entlegensten Dörfer drang, hat sich überall die Intensität Ides Betriebes erheblich gesteigert. Es wird doppelt soviel gearbeitet und doppelt soviel, stellenweise auch dreimal soviel wie im Jahre 1870 geerntet. Noch, ist unsere Landwirtschaft nickst an der Grenze ihrer Leistungs- ,ähigkeit angelangt. Vielleicht verdoppelt sie in manchen Gegenoen in dcechig weiteren Jahren abermals ihre Erträge. Können die nichtlandwirtschaftlichen Kreise billigeres Brot — beiläufig sind die Ausgaben für Brpt bei einem Steigen aller Löhne seit dreißig Jahren ständig zurück- gegangen — nur um den Preis einer notleidenden Landwirtschaft erlangen, so glauben wir, sie hätten keinen Grund, sich dessen zu freuen. Handel und Industrie würden einen guten Käufer im Jnlano verlieren, und wenn die Industrie auch ein großes Angebot billiger Arbeitskräfte hätte und vorübergehend damit das Ausland unterbieten könnte, so ist in diesen kurzen Erfolgen kein Segen — am wenigsten für ein Volk als Ganzes betrachtet. Die Heftigkeit der industriellen Krisen, die Menge der Arbeitslosen, für die Notstandsarbeiten gefordert werden, sind von solchen Erfolgen-nicht zu trennen. Die Lehren des letzten Jahres sind hoffentlich noch unvergessen. Bei der Wahl zwischen Notstandsarbeiten und landwirtschaftlichen Zöllen — denn so wird sich ungefähr das Problem zuspitzen — werden mit mir wohl Viele sich für landwirtschaftliche Zölle entscheiden, ihre Bedeutung für die Reichsfinanzen ganz beiseite gelassen. Die Geschichte Roms enthält ein Beispiel von unterlassenem Bauernschutz, dessen verhängnisvolle Folgen M o m m s e n mit glänzender Beredtsamkeit entwickelt. Die Geschichte Englands weist ähnliche Sünden gegen seinen Bauernstand auf, die man jetzt zu spät erkennt. Doch damit bin ich schon auf die politische Seite der Frage gekommen, über die sehr viel zu sagen wäre, während es nur meine Absicht war, Ihren Lesern einige Beobachtungen über bäuerliche Verhältnisse Hessens zu unterbreiten, in die ich durch zufällige Umstands einen Einblick erhielt. ———, I Warnung vor Fälschung wödöP ’n noch in Pulverform noch mit Cacao B »V vllvl gemischt, sondern 1790 ■nur» ’n Flaschen mit eingeprägtem Namen ist Uul l>r. Monimel’8 ilaemtatogen echt, ä die Kämpfer wie die Megäre (das böse Weib), das die Wohnung gemietet und die Schläger und das Bier herbeigeschafft hakte. Die Duelle hörten aber deswegen nicht auf. Sie haben gegenwärtig eine Tradition für sich, der man schwerlich wird entsagen fönnen, und die nach den Darlegungen der pangermanischen Tagesblätter der teutonischen Rasse einen Vorrang derleiht vor den lateinischen Stallhasen (Kaninchen) und den slavischen Schweinen.*) x Tie Wahrheit ist indessen die, daß die Lateiner und Slaven ihrerseits mit Verachtung Hinsehen auf die Gemeinschaft mit übermütigen jungen Leuten, die ihre Zeit in den Bierhäusern hinbringen, immer berauscht infolge der unendlichen Trinkgelage, voll Fett- und Nikotingeruch, der durch den enormen Konsum von Speck und Sauerkraut wie durch die zahlreichen, riesenhaften Pfeifen hervor- gerufen wird, die man im Innern jener Höhlen raucht und mit den Ställen des Augias vergleichen kann." So weit das sizilianische Blatt. Bismarck pflegte zu sagen, daß das Thun und Treiben eines Studenten auf einer deutschen Universität eine Kraftübung (tour de force) aufweise, über die nicht alle sJiatio nalitäteu üch Hinwegsetzen könnten. *) D. h. den Studenten in den romanischen und slavischen Ländern. Das Vertraue« der Ms-m MAGGI-Auszeichnungen: 2 Gross Preise, 20 Gold. Medaillen, 3 Ehrendiplome, 3 Ehrenpreise; viermal äusser Wettbewerb: 1887 Mailand, 1884 Zürich, 1889 und 1900 Weltausstellungen Paris (J. Maggi, Preisrichter). 1717 diesem Gebiet. In Fläschchen schon von 35 Pfennig an. hat sich wohl selten ein Produkt in so hohem Grade erworben, wie die gr altbewährte Maggi - Würze. Infolge ihrer Vorzüge ernwglicht sie, g= richtig verwendet, große Ersparnis rm Haushalt. Denn wenige Tropfen genügen, um schwache Bouillon und Suppen, sowie Saucen und Gemüse JaT überraschend zu verbessern. tigae Stic MAGGI-VFürzo ist und bleibt das edelste Produkt aus Aufgebot. Auf Antrag der Johannette Noll, geb. Petri, in Gießen als Bevollmächtigte von 1. Christian Emil Martin Karl Löber in Brighton, 2. Minna Löber in Brighton, 3. Marie Noll, geb. Löber in Newark, ist das Aufgebotsverfahren zum Zwecke, der Todeserklärung des im Jahre 1836 in Gießen geborenen und im Jahre 1862 nach Neuseeland ausgewanderten Emil Vogt, zuletzt wohnhaft in Gießen, eröffnet worden. Derselbe wird hiermit aufgefordert, sich spätestens im Aufgebotstermin: Mittwoch den 19. November 1902, vormittags 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte zur Empfangnahme seines Vermögens zu melden, widrigenfalls er für tot erklärt und sein Vermögen seinen sich meldenden nächstberechtigten Verwandten ausgeliefert wird. Bis zum gleichen Termine sind etwaige Erbansprüche bei Meldung der Nichtberücksichtigung bei dem unterzeichneten Gerichte geltend zu machen. Zugleich werden alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermin dem Gerichte Anzeige zu machen. Gießen, den 6. März 1902. 2126 Großherzogliches Amtsgericht. Vergehung. Für dos Großh. Provinzial-Arresthaus dahier soll die Lieferung der folgenden, für die Zeit vom 1. April 1902 bis 31. März 1903 erforderlichen Verzehrungs- nnii MmP-AMstiiniie: Brod, Wecke, Ochsenfleisch, Schweinefleisch, Kalbfleisch, Frank- furter Würstchen, gemischte Wurst, Schweineschmalz, Butter, Cocosnußbutter, Kaffee, Milch, Bohnen, Erbsen, Linsen, Gerste, Mehl, Reis, Gries, Hafergrütze, Nudeln, Grün-Gemüse (Weißkraut, Wirsing 2C.), Salat, eingemachte Bohnen, Gurken, Handkäse, Heringe, Eier, Thee, Chokolade, Zucker, Mohnöl, Salz, Lorbeerblätter, Pfeffer, Nelken, Kümmel, Muskatnuß, Essig, Krystallöl, Petroleum, Zündhölzer, Seife, Schmierseife, Soda, Putzpulver, Vitriol, Spiritus, weißer Sand, Stroh, Thran, Wichse, Fensterleder, sowie ca. 600 Centner reine Stückkohlen, ca. 800 Centner gewaschene Nußkohlen, 30 his 50 mm Durchmesser, und ea. 30 rm Tannen- Scheitholz; ferner soll die Entleerung der Senkgruben während der angegebenen Zeit im Submissionswege vergeben werden. Versiegelte Angebote und — soweit thunlich — Proben sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermine Mittivch beit 19. März 1992, mmltG 10 Uhr, auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft dahier — Justiz - gebäudc, Zimmer Nr. 43 — niederzulegen. Bis zu diesem Termin werden auch Gebote auf die sich im Provinzial - Arresthause ergebenden Lumpen, Küchen- absälle und das abgängige Lagerstroh entgegengenommen. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betreffend, enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten aufgestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Kanzlei Großh. Staatsanwaltschaft eingesehen und gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können. Bezüglich der Cocosnußbutter kann der Zuschlag erst nach stattgefundener Prüfling der vorzulegenden Proben durch den Anstaltsarzt erfolgen, im Uebrigeu bleibt der Zuschlag 3 Tage vorbehalten. Gießen, am 27. Februar 1902. 1726 Der Großh. Ober-Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Oberheffen. v. Hessert. Spar- und Veihkajse Gießen. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Verwaltungsrat beschloffcn hat, den Zinsfuß für alle Einlagen bei unserer Kaffe auf 33/4 Proz. zu ermäßigen und zwar für neue Einlagen mit alsbaldiger Wirkung, für bereits bestehende vom 1. Juli l. I. ab. Diejenigen Einleger, welche mit dieser Zinsermäßigung nicht einverstanden sind, werden ersucht, dies bis zum 1. k. Mts. bei unserer Kaffe anzuzeigen, worauf dann Rückzahlung der Einlagen am 1. Juli l. I. stattsinden wird. Erfolgt eine solche Anzeige nicht, so wird unterstellt, daß die betreffenden Einleger mit der Ermäßigung des Zinsfußes einverstanden sind und ihre Kapitalien bei unserer Kaffe stehen lassen wollen. Gießen, am 11. März 1902. Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. 2042 AeiiWm-Bez«zs-8eseWlist 8iehk«. Wir ersuchen unsere Mitglieder, die Bestellscheine bis zum 20. d. Mts. ausgefüllt an den ersten Vorsitzenden, Herrn A. Dickors, Schanzenstraße 8, zurückzugeben, andernfalls auf rechtzeitige Lieferung des bestellten Kohlenquantums nicht gerechnet werden kann. Mitglieder, welche Briketts (Grube Friedrich) wünschen, wollen diese ebenfalls bis zum obigen Termin bestellen, jedoch nicht unter 25 Centner. 20SL Der Borstand. Holz-Versteigerung. Mittwoch den 19. März 1902 werden aus den Abteilungen Brauhof 1, Zellenrod 9, 29, Tempel 13, Wüstc- kopf 23, Sommerberg 35, Kirchberg 39, Dörnergrund 46, Gezuckerter Kopf 49 versteigert: Buchen: 7 rm Knüppel, 270 Wellen, 3,2 rm Stöcke; Eichen: 6 rm Scheiter, 11 rm Knüppel, 310 Wellen, 5 rm Stöcke; Ahorn, Ulmen, Elsbeere: 3 rm Knüppel; Nußbaum: 5 rm Scheiter, 90 Wellen, 1 rm Stöcke; Nadel: 219 rm Scheiter, 168,6 rm Knüppel, 10140 Wellen, 140 rm Stöcke; Weichholz: 2960 Wellen. Das in Brauhof 1, Tempel 13, Sommerberg 35, Kirchberg 39 und Forsthaus Baumgarten lagernde Buchen-, Eichen-, Elsbeer-, Nußbaum-, Nadel- und Weichholz-, Scheiter-, Knüppel-, Reisig- und Stockholz wird nicht vorgezeigt, es kommt gegen mittag am Bahnwärterhaus auf der Kreisstraße Gießen—Steinberg zum Ausgebot. Steigliebhaber wollen dieses vorher cinsehen. — Gleichzeitig kommt auch eine Partie leerer Dungsäcke daselbst zur Versteigerung. Zusammenkunft vormittags 9’/2 Uhr auf der Kreisstraße Gießen—Hausen, an der Knickschneise. Nähere Auskunft erteilt Forstwart-Aspirant Dietrich zu Baumgarten. Gießen, den 11. März 1902. Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. _______________________Heyer.___________________2153 Knaben-Handarbeit. Sonntag den 16. d. Mts., von vormittags 11 bis nachmittags 2 Uhr, soll in dem Konferenzzimmer der Stadtknabenschule eine Ausstellung der von den Schülern im diesjährigen Unterrichtskursus für erziehliche Knaben-Hand- arbeit gefertigten Gegenständen stattsinden, zu welcher wir hiermit einladen. Gießen, den 11. März 1902. 2078 Mecum, Bürgermeister. Hahn, Oberlehrer. Preuss. Renten-Ver Sicherungs-Anstalt (Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit) Gegründet 1838. in Berlin, Kaiserhofstr. 2. Gegründet 1838. I Renten- und Kapital-Versicherung auf den Lebenstall besonders empfehlenswert zur Erhöhung des Einkommens, zur Altersversorgung und zur Sicherstellung der Mittel für Aussteuer, Studium und Militärdienst 584 Vertreter: Ohr. Emil Derschow, Frankfurt a.M., Kaiserstr. 14,Kaiserpl. Real- und WWW (Privatschule mit Pensionat) in Marktbreit a. Main. Die Reifezeugnisse berechtigen zum einjährig-freiwilligen Dienste. — Ausnahme-Alter 10—16 Jahre. 1525 Prospekte durch J. Hamm. Rektor. Aofmännisches Institut (10IC höhere Mädchenschule mit Fortbildungskursus). Zu Ostern finden noch einige Kinder und junge Mädchen in meinem Pensionat Ausnahme. Fortbildung in Wissenschaften, Sprachen und im Hauswesen. Vorbereitung zum Volksschullehrerin- 0. v. Szczepanski, Darmstadt.__________________Neckarstratzc 5.________1715 Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege. Ordentliche Generalversammlung Dienstag den 18. März d. Fs., nachmittags 5 Uhr, im oberen Saale des Gemeindehauses (Kirchstraße 9). Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Prüfung der Rechnung und Entlastung des Rechners. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes. Die Mitglieder des Vereins werden hiermit auf Grund der §§ 4, 5 und 7 der Statuten ergebenst eingeladen. Der Vorstand: Schlosser. 1924 EmgeWtt MliW- «i> Itaitmmii. Vereinsabende: Souutag, Montag, Donnerstag u. Samstag, von abends 8 Uhr an. Versammlungsort: Diezstraße 15. — Gäste willkommen! 192 Der Vorstand: Dr. Naumann, Pfarrer. GrsmMsMttMdM von höchstem Nährgehalt leicht verdaulich und sehr schmackhaft. Aerztlich empfohlen. Niederlagen: Emil Kalbfleisch, Marburgerstr. Udolf Bieler, Marktstraße. Karl Eichmann, Nordanlage. Adolf Lenhardt, Klinikstrajze. Ludwig Gräf, Leihgesternerweg. Joh. Deibel, LudwigSplatz. PH. Gaus, Dammstraße. Gg. Adami, Seltersberg. I. Tragefer, Grünbergerstr. E. Heiuzerltng, Schissenberger- wcg. IBM Alleiniger Produzent: F. Pfeiffer, Mvstadt 24. Garantie. Allerbilligste Preise. Illerbeste Marken. Corona- - BQriopp's Rader Reparaturen. Ausstattnnp- und Ersatzteile. Job. Fr. Schaaf renommiertestes Geschäft der Branche in Giessen 44 Wetzsteinstrasse 44. Emil Pisior Nchf,, Giessen Allem-Aerkauf der (Original Irischen Gefeir. Alleinverkauf des „Deutschen Iörster-Hfen" Größtes Lager in Liefen und Kochherden. Schloss r. Aaubeschlage. Werkzeuge. Landwirtschaftliche Geräte, Spaten rc. 1764 Drahtgestecht. Stacheldraht. Gartenscheren. Waschmaschinen. Wangen. Wringmaschinen. Wagen und Gewichte. 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