Nr. 39 erscheint tätlich außer Sonnlags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener KamUiea- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Bel lag der Brüh l'sckn Umoers.'Buch- u.btein druckerei (Pietsch Erben Redaktion, Erpeditio.r und Druckerei: Gchulstratze 7 Adresse für Depeschen. Anzeiger Gießen. FernsprkchanlchliißNr.51. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Samstag 15. Februar 1902 /JF V > q GietzenerAmeigerW w General-Anzeiger ” 'S Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW ____ ” zeiqentcil: Hans Beck. Die heutige Mmmer umsaßt 16 Seite». Politische Tagesschau. Die Zolltarif Kommission ohne Vorsitzenden. Tas war zu erwarten und man hatte es kommen sehen, daß Abg. v. Mardorfs den Vorsitz in der Zolltarif-Kommission mederlegen werde. Der Führer der Reichspattei mit seinen 76 Jahren machte kein Hehl daraus, daß ihn die lieber- nähme des Vorsitzes reue. Für dies undankbare und unerquickliche Amt bedarf es eiserner Nerven. Abg. Rettich (kons.), ein mecklenburgischer Domänenrat, dem jetzt der Vorsitz angeboten werden soll, ist vielleicht mehr diesen Ansprüchen gewachsen. Rettich spricht zwar nicht häufig im Parlament, aber er weiß sich Gehör zu schaffen. Wenn nun auch Herr Rettich eines Tages die Ehre satt bekommt, was dann? Das Zentrum wehrt sich aufs äußerste dagegen, den Vorsitzenden zu stellen, ebensowenig verspüren die Nationalliberalen Neigung, die mit starker Verantwortung behaftete Aufgabe zu übernehmen. Und ein mit Autorität ausgestatteter Präsident, das Mitglied einer größeren Fraktion, muß es schon sein. Sonst lösen sich, wie es gestern in der überaus stürmischen Schlußszene geschah, alle Hande frommer Scheu, trotz des neuesten Kompromisses, von dem wir bereits Arinz Heinrich an Nord des ^Lloyddampfers! Am heutigen Samstagnachmittag 4 Uhr tritt Prinz He i n r i ch an Bord des Ll o Yb-Sch nell bamp s ers „Kronprinz Wilhelm" l)ic Reise über den Ozean an. Einen Augenblick stylen in letzter Stunde die Ainerikasahrt eines deutschen Prinzen, in offizieller Mission und mit glänzendem Gefolge, dies nicht eines romantischen Zuges entbehrende Ereignis, auf ungewisse Zeit hinausgeschoben durch die Erkrankung des Oohnes des Präsidenten Roosevelt. Aber man hat sich aus amerikanischer Seite beeilt, die Versicherung zu erneuern, daß der Besuch des Prinzen Heinrich hochwillkommen fei. In der That hätten die gewaltigen Empfangs-Vorbereitungen, mit denen man sich in den Vereinigten Staaten fast von dem Moment der kaiserlichen Ankündigung an beschäftigte, die empfindlichste Störung durch Verzögerung des Besuchs erlitten. Wer die Amerikaner kennt, weiß, daß sie wie fein zweites Volk, selbst die Franzosen und Italiener nicht ausgenommen, für Feste und Demonstrationen schwärmen. In Amerika geht alles ins Große. Ins Riesengroße aber geht die Begeisterung an nationalen Festtagen. Und eine ganze Reihe solcher Tage stellt das Erscheinen dos Prinzen Heinrich in Aussicht. Wir hörten freilich von jemand, der sich lange in den Per. Staaten ausgehalten hat, die charakteristische Bemerkung: „Es wird gewiß ein kolossaler, überwältigender Empfang werden — aber wissen Sie, wodurch das Schauspiel viel- leicht noch beispielloser sich gestalten könnte? — Wenn Prinz Heinrich ab fagte." . . . Am 22. Februar atmet der Bruder des Kaisers die Luft der Reuen Welt, „bie so kräftig, so frisch und so sprudelnd i|t, daß sie einem zu Kopfe steigt wie Champagner und beim Einatmen berauscht." Prinz Heinrich, der See- ahrer, ist durch sein besonnenes, nicht leicht zum Enthu- iaümuö geneigtes Naturell, besonders berufen, solchen Eindrücken, dem Ansturm der Bevölkerung, den gastlichen Auf- merksamleiten der offiziellen Kreise, dem Sichbemerllich- machen der M’önige des Goldes und der anderen „hervorragenden Bürger", stand zu halten. Deutschland wird mit Wurde und mit Größe vertreten werden, und gerade diese Eigenschaften imponieren den Amerikanern. Daran ist schon heute nicht zu zweifeln, daß die Amerikafahrt Deutschland in nachhaltiger Weise die Sympathien des amerikanischen Volkes zuwendet. Prinz Heinrich hat vielfache Ge- legenhett — er wird sie sicherlich benutzen —, die vielleicht mehr aus Sensationslust als aus Böswilligkeit genährten Vorurteile von der „Einmischungssucht" und dem „Neide" der deutschen Politik auf das gründlichste zu beseitigen. Niemand mißgönnt den Amerikanern ihre kriegerischen Lor- beern, niemand blickt scheel, daß sie auch ihren Platz au der Sonne beanspruchen, niemand, will ihnen in den Arm fallen. Daß gerade Deutschland, nach der soeben erfolgten urkundlichen Beweisführung, seinerzeit einer Intervention in den spanisch-amerikanischen Konflikt widerstrebte, schon diese Thatsache wird manchen leichtfertigen Verdächtiger deutscher Gesinnungen in den Ver. Staaten zum beschämten Schweigen gebracht haben. Ein geistvoller Franzose schildert den Amerikaner, daß er „sich auf niemand verläßt, über nichts erstaunt, nichts für unmöglich häll und nie zurückschreckt, daß er alles glaubt und alles hofft, alles versucht und überall siegt. Fälll er, so steht er wieder auf; er bleibt nie stehen und verliert nie den Mut, sondern geht ftramm vorwärts und- pfeift sein Liedchen" . . . Das sind Berührungspunkte mit deutschem Wesen, deutscher Eigenart. Der hauptsächlichste Erfolg der Amerikafahrt des Prinzen Heinrich wird die Anknüpfung neuer, festerer Fäden Prinzen Heinrich wird die Anknüpfung neuer, festerer sultar von großer Bedeutung. Dagegen wird man nicht ju hohe Erwartungen hegen dürfen über die Folgen des Besuchs in handelspolitischer Hinsicht. Ihre Zollpolitik richten die Amerikaner so ein, wie sie am meisten ihren Interessen dient. In diesem Punkte hört für die praktischen Geschäftsleute die Gemütlichkeit auf. Und wir glaub er. auch nicht, daß irgendwie der Versuch gemacht werden wird, sie zu anderer Meinung zu bringen. Deutschlands Wünsche geleiten den Prinzen Heinrich zu glüdliajtc Fahrt und froher Heimkehr. in unserer Parlamentsausgabe Mitteilung gemacht haben, und der nun doch eigentlich ein friedliches Zusammenarbeiten herbeiführen könnte. Die neuen Bundesgenossen. Man schreibt uns aus Berlin, 14. Februar: Tas Bundesverhältnis zwischen Frankreich und Rußland ist bekanntlich von letzterem zu vorwiegend nicht- politischen Zwecken fruttisiziert worden. Rußland hat sich den französijchen Geldmarkt in einer Weise dienstbar aemacht, daß es selbst den begeisterten Russenfreunden in Paris des „Guten" zu viel erschien. Es wird interessant sein, zu beobachten, ob und inwieweit beim ostasiatischen. Zweibund eine solche „Neben"-Wirkung sich zeigt. Hier ist Japan in der Lage des Kreditsuchers. Tie Erfahrungen, die es in dieser Eigenschaft mit seinem jetzigen Verbündeten machte, sind allerdings nichts weniger als ermutigend. Als die japanische Regierung vor einigen Jahren zur Begebung einer Anleihe an den Londoner Geldmarkt herantrat, ereignete es sich, daß nur etwa ein Viertel dieser Anleihe gezeichnet wurde. Die Folge war eine Verstimmung Japans, bie in der Verminderung der Zuwendung staatlicher Aufträge (Kriegsschiffsbauten» an englische Firmen zum Ausdruck kam. Doch diese Verstimmung war vorübergehender Natur. Japan bevorzugte bald wieder die britische Industrie, und die deutschen Firmen sahen sich in der Erwartung umfangreicher staatlicher Lieferungen getäuscht. Dem Verbündeten gegenüber seinen Geldmarkt offen zu halten, wird England nicht umhin können. Tie Japaner müßten nicht die gewiegten Asiaten sein, um von einer finanziellen Nutzbarmachung des Bündnisses mit England Abstand zu nehmen. Just heute kommt folgende Nachricht aus Petersburg: Hiesige Finanzkreise wollen wissen, Japan habe, nachdem seine Anleiheversuche beim Credit Lyonais gescheitert seien, am 28. Januar in London einen Kredit von 1 400 000 Pfund Sterling erlangt. Das am 30. Jan. unterzeichnete Abkommen wird als eine Prämie Japans für diese Anleihe bezeichnet. Die deutsche „St. Petersburger Ztg." sagt in einer Besprechung des englisch-japanischen Vertrages: Uns interessiert vor allem das allgemeine Moment, daß das Abkommen als Zweck die Wahrung der Integrität Chinas und Koreas verfolgen und lediglich der Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens im fernen Osten dienen soll. Wenn das der aufrichtige Wunsch der beiden Kontrahenten ist, dann hat diese Surprise nichts Erschütterndes an sich. Es kann weder in England noch in Japan unbekannt fein, daß auch die russische Staatsregierung ihrerseits voll und ganz für die Aufrechterhaltung des Status quo, d. h. der territorialen Integrität Chinas und Koreas gestimmt hat und daß die in der Vereinbarung zum Ausdruck gelangten Bestrebungen demnach mit den Intentionen Rußlands keineswegs kollidieren. Zu Besorgnisten gievt das Abkommen vorderhand keine Veranlassung. — ,Der Petersd. „Herold" schreibt: Der Abschluß des Bündnisses kommt der russischen Diplomatie in keiner Weise unerwartet. Wir wissen, daß der hiesige Vertreter Japans unsere Regierung in loyalster Weise über das Vorgehen seiner Regierung unterrichtete und daß die russische Regierung schon während der Zeit der chinesischen Wirren mit voller Entschiedenheit als Programm die Integrität Chinas aufgestellt hat. Uns kann es nur recht sein, oaß jetzt England und Japan in friedlicher Weise sich zu dem Standpunkt bekennen. Wir haben also im fernen Osten hoffentlich fünf ungestörte Friedensjahre vor uns, die wir nicht versäumen werden, zum Ausbau unserer Beziehungen zu dem ost asiatischen Nachbar voll auszunutzen. Daß auch die Integrität Koreas von England und Japan an- kannt meinen, kann uns höchst sympathisch berühren. Tie Newyorker „Times" nennt den englisch-japanischen Vertrag eine Koalition gegen Koalitionen. Japan werde als Bundesgenosse Englands in Zukunft von Enttäuschungen, wie die des JayreS 1895, bewahrt bleiben. Die Meldung der Pariser „Lanterne", wonach angeblich zwischen China und Rußland ein Bilanzvertrag abgeschlossen sein soll, wird in Petersburg als unbegrünbet bezeichnet. Englands Haltung vor Ausbruch des spanisch-amerikanischen Konflikts kam am Freitag im englischen Unterhause wieder zur Sprache. Normann bat um Information bezüglich der Versammlung der Botschafter bet europäischen Großmächte in der englischcn Botschaft zu Washington im April 1898. Granborne erklärt: Die Ver,ammlung fand am 14. April 1898 statt- und war zusammenberufen vom englischen Botschafter Pauncefote als Doyen der Botschafter auf die mündlich vorgebrächte Anregung einiger feiner Kollegen. Sie hatte einen nichtformellen Charakter. Was Pauncefote ausgedrückt haben mag, waren seine persönlichen Meinungen und wurden nicht in Befolgung irgendwelcher Jnstrukttonen der englischen Regierung ausgesprochen. Tie Besprechung endete mit der Vereinbarung der Botschafter, identische Telegramme an ihre Regierungen zu senden, in denen eine weitere Mitteilung an die amerikanische Regierung vorgeschlagen wurde. Nach dem Empfang des Telegramms Pauncefotes erwiderte die englische Regierung sofort, und sprach sich gegen die Fassung der vorgeschlagenen Mttteilung an die amerikanische Regierung aus, die sie als unüberlegt bezeichnete. Zwei Tage später wurde Pauncefote miigeteilt, daß sich die englische Regierung entschloß, keine Aktion vorzunehmen. Wir hatten, chließl Cranborne, zur Zeit keineJnsormation über )ie Haltun g de r deutschen Regierung. Auf eine weitere Anfrage Dillons bezüglich der offiziellen deutschen Erklärungen erwidert Cranborne, er habe seiner soeben gegebenen Antwort nichts hinzuzusetzen. Im Washingtoner Repräsentanten Haus wurde dem Mitglied Wheeler eine Redezeit von 15 Minuten gewährt, um betreffs Englands Haltung zu sprechen. Er verlangte den sofortigen Rücktritt des Staatssekretärs Hay, der von Analo- manie besessen sei; ebenso verlange er die Heinischickung des Botschafters Pauncefote. Sehr bemerkenswert finb bie Ausführungen eines Newyorker Blattes. ES erklärt an leitender Stelle, nun sei feftgeftellt, wer ber wirkliche Freunb Amerikas in schweren Zeiten gewesen fei. England fjabc wieder feine b c fa unte Perfidie an beit Tag gelegt und feit vier Jahren immerfort gelogen. Der Artikel schließt mit den Worten: Tem kommenden Prinzen Heinrich: Er kommt von Deutschland, das unser Freund war im Gegensatz zn England. Tie„NeivyorrPreß" konstatiert, baß Lord Pauncefote schlimm e in gell e m m t fei und Erklärungen geben müsse. Deutsches Deich. Berlin, 14. Januar. Ter Kaiser sprach heute beim Reichskanzler Grafen von Bülow vor, empfing im Schlosse den Maler Professor Röchling, hörte die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts Geheimrat v. Lucanus und des Ministers v. Thielen, bei welchen Vorträgen auch der Generalstabsarzt der Armee Dr. v. Leuthold zugegen war, und nahm später die Meldung des Generaladjutanten v. Plessen, des Staatssekretärs v. Tirpitz, des Flügeladjutanten Kapitän z. S. v. Grumme vor ihrer Abreise nach Amerika, songt die Meldung des zum Kommandaiiten in Ulin ernannten bayerischen Obersten o. Steindors entgegen. Um 2.50 Uhr reiste der Kaiser nach Hubertusstock ab. — Das Pariser Sport blatt „Autovelo" berichtet, Kaiser Wilhel m beabsichtige, sich zwei Automobil- wa gen zu je 16 Pferdckräftcn unfertigen zu lassen, womit er eine Reise nach Schloß Ur Ville macl-en Werbe. Ferner wirb gemeldet, daß der Kaiser diese Automobile auch bei den großen Manövern benutzen werde. — Tie Budgetkommis sioii des Reichstages bewilligte für den Umbau und Erweiterungsbau des Tienst- gebäudes für die Post in Offenbach a. M. 75 000 Mk., erste Rate. Für die Herstellung einer Telegraphcnlinie im Innern Teutschostafrikas, von Mpapna nach Tadora, würben anstatt ber geforderteil 602 000 Mk. mit 14 gegen 1.3 Stimmen, die der Freisinnigen, Sozialdemokraten und des Zentrums mit einigen Ausnahmen Mk. 300000 bewilligt. Bei Artikel 46 Herslellung einer Telegraphenlinie im Innern Teutsch- Cftafrifa, 600 000 Ml., entstand eine längere Diskussion. Abg. v. Waldow beantragte die Bewilligung von nur 300 000 Mark, damit zunächst ein Stück der Linie gebaut werden könne. Staatssekretär Frhr. v. Nichthofen erklärte sich damit einverstanden, worauf per Antrag v. Waldow angenommen wurde. Ter Titel 1 des außerordentlichen Etats, Bewilligung von 20 750 000 Mk. für Fernsprechzwecke wurde bewilligt. — Im preußischen Abgeordnetenhaus wurde gestern bie Vorlage über bie Bewilligung weiterer Mittel zur Verbesserung ber Wohnungsverhältnisse von staatlichen Arbeitern unb gering besoldeten Beamten der Vudgettommifsion überwiesen, nachdem sich Redner fast aller Parteien in sympathischer Weise dazu ausgesprochen hatten. Beim Etat der Bauverwaltung brachte die Rechte Wünsche auf Flußregulierungen vor, bie im Interesse der Landwirtschaft geboten seien. Vom Regierungstische wurde erwidert, es handle sich hier um Teile der Kanalvorlage. Die,e werbe ja wieder- lammen, es sei aber nicht angängig, einzelne Telle derselben herauszugreifen. Boemel (frei,. Vergg.) bittet, den Berlin-Stettiner Großschisfahrts-Kanal wenigstens nicht als Kompensationsobjett zu betrachten, ohne daß ihm indessen eine Antwort zuteil wurde. Aus Statt uni) ßauö. Nachrichten von allgemeinem Jntereffe sind uns sletS willkommen und werden angemcffen honoriert. Gießen, den 15. Februar 1902. " Erneunuvgen. Der Großherzog hat gestern die Hoflaquaien Brand, Kempf, Reiß und Seip zu ,Dber- hoflaquaien" ernannt. Dieser Tllel ist seit 1877 nicht mehr verliehen worden. •* Betriebstrankeukafle für das Grohherjogtunr Hesse». Die staatliche Bettiebskrankenkasse für das Großherzogtum Hessen hat un Jahre 1901 an Aerzteh onorar 26 621 Mk. 19 Pfg. bezahlt bei einer durchschnittlichen Mügliederzahl von 3970, sonach pro Hopf und Jahr 6,71 Mk. Das Aerztehonorar betrug in Hessen nach der zuletzt veröffentlichten amllichen Statistik pro Kopf und Jahr: Bei den Gemeindekrankenoersicherungen — 2,41 Mk. „ , Ortskrankenkassen = 3,76 , „ „ Betriebskrantentäffen — 5,59 „ Für bie Medizinalkasse für staatliche Unterbeamte wurden in 1901 an Aerztehonorar bezahlt 4600 Mk.; bei einer durchschnittlichen Mitgliederzahl von 205 entfällt hier pro Familie und Jahr 22 Mk. 44 Pfg. — Hieraus ist ersichtlich, daß die staatliche Betriebskrankenkaffe zu denjenigen Kaffen gehört, die die besten Aerztehonorare zahlen. Eissport. Morgen nachmlltag von 3—5 Uhr findet auf der Eisbahn bei günstiger Witterung Konzert, abends von 7—9 Uhr Eislauf bei elettr. Beleuchtung statt. Das gestrige Eiskonzert war sehr gut besucht. Gegen 7 Uhr abends mußte die Bahn infolge starken Frostwindes geschloffen werben. ** Smrzert. Morgen mittag findet in der NordanLage die übliche Promenadenmusik statt mit folgendem Programm: 1. Krönungsmarsch a. d. Op. „Die Folkunger" von Kretschmer. 2. Ouvertüre z. Op. „Stradella" von Flotow. 3. Corso- Quadrille von Krauße. 4. Szenen a. d. Op. „Lohengrin^ von Wagner. — Verband hessischer Zimmermeister. Dieser Tage fand hier im „Lenz'schen Felsenkeller" eine Versammlung des Verbandes hessischer Zimmermeister statt. Der 1. Vorsitzende de§ GesamtverbandeS, Wittmann aus Darmstadt, erläuterte in sachgemäßer Rede den Stand des Zimmcrhandwerks; er beleuchtete die Auswüchse und Mängel, welche sich in dem Zimmerhandwerk herausgebildet haben, und ging dann u. a. auf die Konkurrenz ein, unter der die Zimmermeister zu leiden haben. Zur Hebung des Zinunerhandivcrks sei es unbedingt erforderlich, daß alle selbständigen Zimmermcister sich dem Verband anschließen, um gemeinschaftlich eine Besserung herbeizuführen. ** In derOrtsgruppe Gießen des „Alldeutschen Verbandes" hielt am Freitag im Cafö Ebel Oberlehrer K. Berger-Worms einen Vortrag über „Deutsche Weltpolitit und Auslandschulen". Der Redner führte zunächst aus, wie das deutsche Voll, später als die anderen- Großstaaten, zu weltpolitischem Handeln berufen worden ist. Bon deutscher Weltpolitik ist die Ausbreitung deutscher Kultur und deutschen Geisteslebens nicht zu trennen. Die deutsche Weltpolitik muß erweiterte Heimatspolitik sein. Sollen die weltpolitischen Unternehmungen Dauer und Bestand haben, so muß eine organisch-systematische Behandlung des überseeischen und auslärrdischen Deutschtums Platz greifen. Es genügt nicht, neue Absatzgebiete für Handel und Industrie zu schaffen. Diese müssen zugleich auch Stapelplätze deutscher Sitten und deutscher Gersteskultur werden, bleibende Pflanzstätten deutscher Arbeit. Nur die Disziplinierung der Arbeit bietet die Gewähr geistigen und wirtschaftlichen Uebergewichts. Dazu gehört eine richtige Schulpolitik für Auslandsschulen. Redner giebt sodann einen kurzen Ueberblick über Geschichte, Stand nnd Zahl der deutschen Auslandsschulen und weist nach, wie die Gründungen solcher einen Temperaturmesser der jeweiliger: nationalen Wärme ab geben. Bis zum Jahre 1870 gab es nur fünfzig solcher Schulen auf der ganzen außerdcutschen Erde (mit Ausnahme von Rußland, Oesterreich-Ungarn, Luxemburg, der Schweiz und der Vereinigten Staaten von Nordamerika), heute zählt man etwa tausend. Redner verbreitete sich über die Mängel des deutschen Auslandsschulwesens, die Wohnungsnot, den Mangel an geeigneten Lehrkräften rc., Schäden, die alle mit dem Fehlen ausreichender Mittel zu s am men häng en. Im einzelnen belegte er seine Ausführungen mit zahlreichen Verspielen. Der „Allgemeine deutsche Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande" leistet zwar Großes, aber auch er wird von französischen, tschechischen und ähnlichen Vereinigungen weit übertroffen. Zum Schlüsse betont Redner die Notwendigkeit der Errichtung eines R eich s sch u lam t es und einer Reichsauskunstsstelle für das deutsche Auslandsschulwesen, wie es Italien z> B. längst hat. — Der Vortrag wurde von den lehr zahlreich erschienenen Zuhörern, hauptsächlich Studenten, mit Beifall ausgenommen. —o. Wüstwillenrod, 13. Febr. Einige Herren von ?iter und aus der Umgegend hatten, durch mancherlei reudige Ereignisse veranlaßt, beschlossen, sich gemeinschaftlich in unserem Dorfe ein festliches Mahl bereiten zu lassen. Dieser Tage wurde denn auch dieser Beschluß zur Ausführung gebracht. Ein Herr hatte sogar zur höheren Feier des Tages acht Flaschen Sekt mitgebracht. Tie Speisen mundeten vorzüglich und mancher empfand schon Prickeln auf der Zunge, wenn er an das edle Naß dachte. Aber, o Schreck! als man die acht Weithalsigen holen wollte, waren sic verschwunden. Ob Diebstahl oder ein Schabernack vorlicgt, konnte nicht ermittelt werden. Doch soll man an jenem Abend verschiedene saure Gesichter gejehen haben. ti. Darmstadt, 14. Febr. Der für nächste Woche angesagte Besuch des Groß Herzogs von Sachsen-Weimar am hiesigen Hofe ist bekanntlich im vorigen Jahre wegen Abwesenheit unseres Landesfürsten verschoben worden. Es wird deshalb diesmal ofsizicller Empfang mit Stellung einer Ehren- Konpzagnie, Galatafel rc. stattfinden. — Gestern Abend folgte der Groß Herzog einer Einladung zu einer musikalischen Abendunterhaltung des Divisions-Kommandeurs General v. Per band. — Zur Verbesserung der oft kritischen hiesigen Feuerlöscheinrichtungen rc. ist die ständige Bereitstellung von 4 Pferden zum sofortigen Transport von Wagen und Spritzen, sowie die Erhöhung der Feuerwache auf 14 Mann vorgesehen worden. — In der gestrigen geheimen Stadtverordnetensitzung wurde das Pensions-Gesuch des Marktinspektors Dick genehmigt. Darmstadt, 14. Febr. Das Scheiden des als Ober- staqtsanmalt nach Gießen versetzten seitherigen Großh. Landgerichtsrats von Hessert hatte gestern Abend auf Anregung dcS Großh. Landgerichtspräsidenten Herz berg er zu einer zwanglosen Abschiedsfeier im BritanniahotelVeranlassung gegeben. Die sämtlichen Mitglieder des Landgerichts und der Staatsanwaltschaft waren der „Darmst. Ztg." zufolge anwesend, und der Verlauf de§ Abends legte eben so sehr von der Beliebtheit dc§ Scheidenden, wie von dem schönen kollegialen Verhältnis der Mitglieder dieses Gerichts beredtes Zeugnis ab. Präsident Herzbcrger verlieh den Gefühlen der Versammelten warmen Ausdruck, wahrend Oberstaatsanwalt Dr. PreetoriuS der Familie des Herrn von Hessert herzlich gedachte und der Gefeierte seinen Dank aussprach. - Kleine Mitteilungen ans Hesien und den Nachbarstaaten. Der in der Gemarkung Nodheim v. d. H., gelegene, der Familie von Rothschild gehörige, 64 Hektar große Wald „Altcrberg" wurde durch den Forstmeister Schwarz in Homburg für den Hessischen Staat zu dem Preise von 50 000 Mk. angekauft. Vermischtes. Scheidungsgründe. In einer Studie der Zeitschrift „The Nineteenth Century" beklagt W. S. Lilly die neuzeitlichen Anschauungen über die unauflösliche Ehe und legt sie der herrschenden materialistischen Weltanschauung zur Last, die auch in der zünftiger: Philosophie das Werd wieder zum vorübergehenden Spielzteug der männlichen Launen berabwürdigen wolle. Die heutige Philosophie verneine das Dasein der Vernunft, setze den Instinkt an ihre Stelle und dieser dränge zu Polygamie und -um Konkubinat. Da, aber nach dem Satze inest in rebus humanis quibant ciLcuürs dir menschliche Entwickelung sicht in einer geraden Linie erfolge, sei zu hoffen, daß die Kirche dieser Lockerung der Sitten wieder Herr werde. Der Verfasser erinnert daran, daß vor allem die Publizisten der französischen Revolution den: unkeuschen Wesen den Weg geebnet hätten. Durch ein Gesetz von 1792 war die Scheidung bekanntlich völlig freigegeben. In den diesem Gesetz folgenden 27 Monaten wurden in Paris allein 6000 Ehen geschoben, und im Jahre 1797 war die Zahl der Ehescheidungen größer als die der Heiraten. Duval, in seinen Souvenirs Thermidoriens, erzählt darüber: „Man ging auseinander so leichten Herzens, als ob man Blumen oder Kirschen pflücke:: gehen wollle. Der Ehegatte hatte seine Geliebte und wurde seines Weibes überdrüssig, die Gattin hatte einen Liebhaber und wünschte nichts sehnlicher, als ihren Gatten los zu sein. Sie sagten sich das, gingen aufs Rathaus, gaben an, daß^sie nicht mehr neben einander leben tonnten, und am selbe:: Tage noch oder am nächste:: war die Ehe geschieden — wegen Unvereinbarkeit der Temperamente. Wer fragte danach, was aus den Kinder:: wurde'? Die Gatten waren sich los, das war die Hauptsache. Es war gar nicht selten, bei dieser fixen Geschäftsgebarung Fälle zu finden, wo sich Leute in sechs Monaten sechsmal hatten scheiden lassen. Dabei, kamen drollige Dinge vor. So wechselten Ehegatten ihre Ehefrauen gegenseitig aus uni) waren über dies Tauschgeschäft so entzückt, daß sie die neue Hochzeit zusammen feierten und die Koste:: auf gemeinsame Rechnung übernahmen." Der Code Napoleon machte diesem Unwesen bekanntlich ein Ende. Heutzutage wuchern nach dem Verfasser die Ehe- scheidunge:: in Amerika. In den Vereinigten Staaten gelten folgende EhescheidungSgründe: Untreue in 46 Staaten, böswilliges Verlassen in 44, Verschwinde:: in 42, Grausamkeit (cruelty) oder Furcht vor Gewaltthätigkeiten in 40, Einsperren in 38, Trunksucht, Unmäßigkeit oder gewohnheitsmäßige Vermischung in 37, Impotenz in 36, Mangel an Voraussicht (failure to providc) in 21, alte Sünde:: vor der Heirat in 13, unanständige Behandlung in 7, Geisteskrankheit in 5, Getrenntlebe:: in 2, schwere Vernachlässigung der Pflichten in 2, wenn der Man:: ein Vagabund ist in 2, wenn das Weib nicht in einen anderen Staat mittommen will in 1, wenn man das Weib vor die Thür setzt in 1, zuheftiges Temperament in 1, öffentliche Verleumdung in 1 rc. Die amerikanischen Gerichtshöfe sind dabei sehr nachsichtig. So verhalfen sie beispielsweise einem Weibe zur Scheidung, weil ihr Mann „sich nicht wüsche, was ihr eine Art Seelenschmerz verursache", einem andern, weil „er" nach 27jährigcr Ehe »gesagt habe: „Tu bist alt und ausgemergelt (morn out), ich rann Dich nicht länger sehen", einem dritten, weil „er" seine Fußnägel nicht beschneiden wollte, einem vierten, weil „er" sein armes Weib durch Tabakrauchen an- und ausräucherte. Auf der anderen Seite erlangte vor amerikanischem Gerichte ein Mann die Scheidung, weil ihn seine Frau mit dem Abstäuber aus dem Bette jage, ein anderer, weil „sie" ihn verächtlich behandelte und gesagt hatte: „Tu bist überhaupt fein Man::", ein dritter, weil „sie" seine Kleider nicht ausbesserte, nicht kochte und seine Knöpfe nicht annähte, ein vierter, weil „sie" ihn: einen derben Stoß mit ihrer Tournüre (Will) her bnstle) gegeben hatte. Alles das heißt in Amerika „cruelty", der Begriff ist also so dchnungssähia ,to:e unser grober Unfug. Man ersieht aus der vorstehenden Schilderung, daß die neue Welt nicht bloß auf wirtschaftlichem Gebiete mit der alten Mutter Europa [in Wettbewerb tritt, und daß besonders das glückliche, leichtlebige Frankreich einen erfolgreichen Nebenbuhler hat in seinem Divorcons! Gerichtssaal. M. Gießen, 14. Febr. Strafkamme r. Ten Vorsitz führte. Landgerichtsrat Müller, die Anklagebehörde vertrat Gerichtsassessor Dr. Hetzel. Ter Malergetzilfe Emil Th am in aus Bad-Landeck ist megeit Bettelns von dem Schöffengericht Bad-Nauheim zu 3 Wochen Haft und zur Ueberweisung an die Landespolizeibehörde verurteilt morden. Gegen die Ueberweisung hat er Berufung eingelegt. Da in der heutigen Verhandlung feslgestellt wurde, daß der Angeklagte in den letzten zwei Jahren längere Zeit gearbeitet hat, so war das Gericht der Ansicht, daß z. Zt. die Strafe der Heber- Weisung an die Landespolizeibehörde unangebracht sei und hob das erstinstanzliche Urteil insoweit auf. — In der Privatklagesache des Johannes Kreuder XI. von Grün berg gegen den Wilhelm B i n d e w a l d daselbst hat das Schöffengericht Grünberg den letzteren wegen Beleidigung zu einer dreitägigen Gefängnisstrafe und zu den Kosten des Verfahrens ausschließlich derjenigen des Verteidigers des Privatklagers verurteilt. Gegen das Urteil haben beide Parteien Berufung eingelegt. Die des Angeklagten lvird verworfen, da feststeht, daß er den Privatkläger durch die — nicht bewiesene — Beschuldigung des Diebstahls beleidigt Hal. Ter Prioatkläger hat Berufung eingelegt, weil die Kosten seiner Verteidigung nicht zu beit dem Angeklagten awerlegten Kosten gerechnet worden sind. Das Gericht gab der Berufung in diesem Punkt Folge, indem es davon ausging, daß in dem Privatklageverfahren die Verurteilung zu den Kosten mit Notwendigkeit die Verurteilung zur Zahlung der Gebühren und Auslageit des gegnerischen Anwalts umfaßt. — Der Bankier Ludwig Rothschild von Büdingen hat wegen Nichtreinigung der Straße vor seinem Anwesen in der Bahnhöfsstraße zu Büdingen einen Strafbefehl auf 1 Mk. erhalten und ist mit seinem dagegen eingelegten Einspruch vom Schöffengericht Büdingen abgewtesen worden. Nach Art. 25 des Kunst- straßenqesetzes von 1896 liegt die Straßenreinigung den Gemeinden ob, „falls nicht durch Polizeivorschriften ein Anderes bestimmt ist." Durch eine Polizeiverordnung für den Kreis Büdingen von 1898 ist die Pflicht der Straßenreiniguug den Anliegern auserlegt worden. Angeklagter bestreitet die materielle GiltigkeitdieserPolizeiverordnung, da die Vorschrift des Art. 25 des Kunststraßengesetzes nur durch eine Polizeiverordnung außer Kraft gesetzt werden könne, die bereits z. Z. des Inkrafttretens des Kunststrastengesetzes — mithin im Jahre 1896 bestanden habe, nicht aber durch eine :m Jahre 1898 erlassene Verordnung. Diese Ansicht stützt Angeklagter auf den Wortlaut des Art. 25: „Falls nicht . . . bestinunt ist". Tas Gericht tvar jedoch in Hebereinstimmnng mit der ersten Instanz der Aussassung, daß das Kunststraßengesetz einen generellen Standpunkt unter Vorbehalt vor Abweichungen durch Polizeiverordnungen einnehme und daß es genüge, daß die Polizewerordnungen zu der Zeit vorhanden sind, in der Streitigkeiten über die 'Reinigungspflicht zum Austrag kommen. Das (Bericht bestätigte daher das erstinstanzliche verurteilende Erkenntnis. — Der Landwirt Fritz Otto aus Trais-Horloff ist wegen Tierquälerei zu 16 Mark Geldstrafe vom Schöffengericht Hungen verurteilt worden. Er hat gelegentlich einer Hühnerjagd eine Katze, die seinen Hund übersprang, angcschossen und sich um das Tier, das infolge der Verwundung sich nur langsam fortbewegen konnte, nicht mehr gekümmert. Es verging fast noch ein Tag, bis die Katze verendete. In Hebereinstimmung mit dem ersten Richter erblickte das Berufungsgericht in dem Verhalten deö Angeklagten — abgesehen von der dokumentierten Gestihlsroheit — eine boshafte Tierquälerei, die mit Recht das Aergernis verschiedener Personen erregt habe. Als übliche Geldstrafe wurde statt oes Betrages von 16 Mark ein solcher von 6 Mark angesetzt. — In der Privatklage- sache Deeg gegen Zahrt, beide aus Homberg, bestätigte das Gericht das freisprechende Erkenntnis der ersten Instanz unter Verurteilung des Privatklägers in die Kosten der Berusungsinstanz. 8t. Gießen, 14. Febr. Schöffengericht. Das Schöffengericht verhandelte^ u. a. in der Strafsache gegen einen hiesigen Studenten wegen Sachbeschädigung. Der Angeklagte hat eine Straßenlaterne zerschlagen und wird zu einer Geldstrafe von 60 Mk. verurteilt. Wegen des gleichen Vergehens in Verbindung nritRuhe- .slorung war der Sohn eines hiesigen Händlers unter Anklage gestellt worden. Da er des Vergehens der Sachbeschädigung nichk überführt werden konnte, erhäll er mir wegen R ush eftorung eine ©träfe von einer Woche Haft.— Ein Metzger aus Watzenborn wird b<> schuldigt, beim Schlachten eines Schweines die Hntersuchung durch den Fleischbeschauer seines Wohnortes unterlassen zu haben. Da er sich angeblich einer Verfehlung nicht bewußt war, hatte er gegen den ihm zugegangenen Strafbefehl Einspruch erhoben, der uides heute verworfen wird. Mlerulur, Wissenschaft und Kunst. — Mit dem 20. Kongresse für Innere Medizin, der, wie schon mitgeteilt wurde, vom 15.—18. April zu .oen statt- fmdet, ist eine Ausstellung von pharmaceutischcn, chemischen usw. Präparaten und von Jnstrumten und Apparaten, soweit sie für die innere Medizin Jntereffe haben, verbunden. Anmeldungen zu dieser Ausstellung nimmt der ständige Sekretär des Kongresses, Geheimrat Dr. Emil Pfeiffer in Wiesbaden entgegen. Berlin, 14. Febr. Björn so ns Drama „Maria von Schottland" sand im Berliner Theater eine kühle Aufnahme. Tie Schicksale Maria Stuarts werden bis zur Ermordung Tarnleys vorgeführt. Die Handlung ist sprunghaft, die Eharaklere bleiben undurchsichtig. Die Aufführung war recht mcingelhaft. Arbeiterbewegung. Triest, 14. Febr. Ter Ausstand dauert fort. Alle Fabriken und ©efchafte sind geschlossen. Der Straßenbahnoerkehr wurde eingestellt. Besonders große Ansammlungen fanden vor dem Lloyd- gebäude statt, wo die Menge die Fensterscheiben zertrümmerte und gegen die Wache, ivelche mehrere Personen verhaftete, Steine schleuderte. Hierbei ivurbc ein Wachmann verletzt. Infolge orohender Haltung der Menge wurden alle Plätze, später die ganze Stadt militärisch besetzt. Ter Frachtoerkehr der Südbahn ist eingestellt. Nach einer heute Nachmsttag abgehalttnen Arbeiterversammlung zogen Tausende nach der inneren Stadt über den Eorso zu der Piazza Grande, wo sie vom Militär über den Börsenplatz zurückgedrängt ivurden. Die Menge sammelte sich indeß wieder, fiel dem Militär bei der Piazza Grande in den Rücken und bewarf es mit Steinen. Ein Oberleutnant mürbe an Brust und Kops getroffen und stürzte zu Boden. Das Militär gab daraus Feuer. Fünf Personen wurden getötet und viele verivnnde t. Beim Säubern des Börsenplatzes wurde rwch eine Frau durch Bajonettstiche schiver verletzt. Die weitere Zerstreuung der Menge erfolgte durch die Sicherheitswache, die ebenfalls die Waffe gebrauchen mußte. Zahlreiche Personen wurden noch verwundet und viele Verhaftungen vorgenommen. Die Treher'sche Brauerei wurde von Demonstranten wiederholt angegriffen und durch zivei Kompagnien Infanterie geschützt. Von den Schwerverletzten starben noch sechs Personen. An Ver- wundeten zählt man 22. Auszug aus den KirchrubWrn der Staiit Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. M a r f u § g e m e i n b c. Ten 8. Febr. Konrad Höfler, Fuhrknecht zu Gießen und Elisabethe Lerch, geb. Rosenbecker, Ww. des Tienstmanns Heinrich Lerch. Johann Georg Leinbach, Dienstknecht zu Gießen und Emilie Katharine Margarethe Hermine Gabriel, Tochter des Schuhmachers Karl Gabriel zu Herborn» Seelbach. 9. Wilhelm Johannes Wistler, Schlosser zu Gießen und Karoline Marie Konradine Johanna Weisel, Tochter des Mineral- wasserhändlers Johannes Weisel zu Gießen. Johannesge- m e i n d e. Den 8. Febr. Johann Georg Kraft, Metzgennelster zu Gießen, ein Wittwer, und Marie Schmidt, Tochter des Straßen- meisler August Schmidt zu Gelnhausen. Johann Peter Klem, --Lag« löhn er zu Gießen, und Elisabethe Schmidt, Tochter des Fabrikarbeiters Ehristian Schmidt v. zu Gießen. Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 9. Februar. Dem Taglöhner Nikolaus Jßlei eine Tochter, Luise Franüska Paula, geboren den 3. Sept. Dem Araschinenmeister Philipp Alei- ninger eine Tochter, Ottilie, geboren den 27. September. Dem Fabrikant Karl Alalkomesius eine Tochter, Anna Maria -Henrietlc, geboren den 10. Dezember. Lukasgemeinde. Den 9. Februar. Dem Kapellmeister Paul Polster eine Tochter, Marianne Amalie Adolphine, geboren den 26. November. 12. Dem Packmeister Friedrich SDlüUer eine Tochter, Marie Luise, geboren den 27. Januar. Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 12. Februar. August Karl Äiagnus Balthasax Noll, Oekonom, 80 Jahre alt, starb beit 10. Februar. Markusgemei n b c. Ten 9. tfebruar. Karoline Lang geb. Stall, Ehefrau bes Taglöhners Wilhelm Lang, 61 Jahre alt," starb den 9. Februar. 10. Karl Keil, Lederhändler, verheiratet, 60 Jahre alt, starb den 8. Februar. Johannes- gemeinde. Ten 11. Febr. Wilhelm Steinbach, Aiaurermelstev, 52 Jahre alt, starb den 8. Februar. 13. Georg Heß, Rentner 67 Jahre alt, starb den 10. Februar. Handel und Verkehr. Volkswirlschasl. Märkte. Gießen, 15. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenniarkt kosteten: Butter pr. Pfund 0,90—1,10 Mk., Hühnereier pr. Stück 7—8 Pf., 2 Stück 00.00 Pf., Käse pr. Stück 5—7 Pf., Käsematte 2 Stück 0—0 Pfg., Erbsen pr. Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 1,00—1,20 Alk., Hühner pr. Stück 1,20—1,80 Mk., Hahnen pr. Stück 1,30—1,80 Alk., Enten pr. Stück 2,40—2,80 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch j)r. Psniü) 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Psmü) 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,50—0,00 Alk., Weißkraut per Stück 00-^00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 7,50—8,50 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9—15 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg. Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Älarktzeit darf nicht im Umherziehen feilgeboten werden. — Mannheimer Tabakbericht. Die „Südd. Tabak°Ztg." schreibt: Die erste Fermentation der neuen Tabake ist zum größten Teile beendet und lautet das Urteil übereinstimmend, daß wir es mit einer sehr guten Ernte zu thun haben. Besonders werden die Bühlerthaler und Breisgauer Tabake gerühmt, die bestes Umblatt liefern. In Einlagetabäken der neuen (Srnte ist schon ziemlich aufgeräumt, da fortgesetzt nach auswärts alles darin Geeignete schlank begeben wird. Auch entrippte Einlage, sowie avlatirte, wird rasch aufgekausl. In der Preislage bis 98 Mk. ist wieder Verschiedenes in Aplatie-Einlage umgesetzt worden. Tabak. Im Lause der Berichtswoche lag das Geschäft im Allgemeinen sehr ruhig, es wurde wenig umgesetzt. Nach nns zu- gegangenen Berichten soll ein Posten 1901er Rheinbayrisch-Ober- länber Sandblatt teilweise verhagelt von Spekulant an Händler zu Mk. 28 per März lieferbar, sowie eine Parthie 1901er Neckarthäler Tabak zwischen Mitte und Ende Mk. 30 per Juli verlauft worden sein. Ferner wurde ein Posten 1900er Oberländer entrippte Einlage zu Mitte Dlk. 80 versteuert umgesetzt. In losen Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine Mk. 8,50 bis 9.50 gebündelte feine Mk. 11 bis 11.50. Getreide. Bei anhaltender guter Kauflust hatten wir während der vergangenen Woche ein recht leibhaftes Geschäft. Amerika, La- plata, Rußland und Rumänien Haden ihre Forderungen erhöht und ucute 2—3 Mk. mehr als am Schluß der Vorwoche. Roggen ist unverändert. Gerste. Futtergerste fester, Braugerste unverändert. Hafer sehr fest. Mais fest. Die heutigen Notirungen sind: Redwinter 2 141 Mk. Kanfas 2 139—140 Mk. Sübruss. Weizen 131 dis 143 Mk. Laplata Weizen feinere Qualität 140—142 Mk. Rufs. Roggen 108 Mk. Russische Futtergerste 105 Mk. Russischer Hafer 130—145 Mk. Mired 'Mais 120 Mk. Laplata Mais rye terms 107 Mk. Donau Mais 105 Mk. per Tonne cif Rotterdam. — Wir machen auch an dieser Stelle auf die im Anzeigenteil unserer heutigen Ausgabe veröffenllichte Bilanz der Hypotheke«» baut in Hamburg aufmerksam. britanniens. c Wetter Februar Wien, 14. Febr. In der gestrigen Sitzung des Gc 9-' 456 Ungar. Goldrente Tendenz: ruhig. P. W. Martini, Herren-Mode-Artikel Hof-Hut-Fabrik Passiva. Aktiva. ,ft 51 57 29 7b 391,449,242(02 Gewinn- und Verlust-Conto ultimo Dezember 1901. Debet. Per 29 95 16,016,131,64 Hypothekenbank in Hamburg * Bilanz ultimo Dezember 1901. 496,092 60,000 556,092 9b 2,236,693 37 4 4 4 Lckt.bew.Him. Bed. Himmel 1.4° 0. 7,7° 0. 12,791,172 532,834 51,144 . 101.00 . 42.00 . 27.70 . 28.17 . 114.60 L 45.00 14. 14. 15. 745,7 750,0 8J/o Mexikaner 4*/g /j Chinesen Electric. Bei uckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresd« ner Bank . Beniner Handelsges Oesterr. Staatebahn Lombarden . , Gotthardhahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . X 13,098,345 60,000 65,000 Caasa und Guthaben bei Banken Kassenbestand........ Girogutbaben bei der Reichsbank und bei der Vereinsbank, Hamburg . . Guthaben in laufender Rechnung bei der Deutschen Bank und bei der Berliner Handels-Gesellschaft, Berlin Wechsel-Conto Diskontierte gekündigte Effekten Effekten des Reservefonds (.Hamburg., Preuss., Säcbs. und Reichs-Anleihen; davon ins Pfandbriefdeckungsregister eingetragen Mk. 3,311.572 50) . . . Darlehen auf Hypotheken .... Hypotheken (davon ins Deckungsregister eingetragen Mk. 359,969,144.57) . . Fällige Hypotheken-Darlehnszinsen (rückständig Mk. 36,293.23) . . . . Bankgebäude-Conto Hamburg . . . Bankgebäude-Conto Berlin . . . . Debitoren in laufender Rechnung . [391,449,24 Credit. 4,871,022 98,000 367,752,704 3,672,370 600,000 500,000 579,992 3Vi°/o 3°/j 3V,°/o 3°/0 3,yg°/n 82 96 lü Reichsanleihe do. Konsole do . . Hessen An Pfandbrief-Zinsen...... , Beamten-Unterstützungsfonds , Bankgebäude-Conto Hamburg . „ Unkosten-Conto: Saldo des Contos...... Vortrag auf neue Rechnung . . Ueberschuss 7o 82 84 4°/. Italien Rente . . . 4*56 Portugiesen . . . •>0/ Portugiesen . . . 156 C. Türken . . . Türkenlose 4% Griech. Monopo 1-Anl 4‘/,56 äussere Argentiner dringend interpellieren. . (Lettinje, 14. Febr. Ein Muselmann uberfchrttt mit sei daher nicht länger möglich. Die Regelung der irischen Frage verlange vielmehr die Aufmerksamkeit und Energie der beiden großen politischen Parteien Groß- Hamburg, den 31. Dezember 190L Hypothekenbank in Hamburg. Die Direktion: Dr. Karl. Dr. Gelpcke. Dr. Bendixen. Der Jahresbericht kann kostenfrei direkt von Aktienkapital-Conto...... Satzungsmässige Reserve . . . . Reserve-Con to II, für etwaiges künftiges Pfandbrief-Disagio u. s. w. . . . . Hypothekenpfandbriefe 4%ige Pfandbriefe X I ♦ 95,210.öü 15,229,284'18 588,951 09 102,685 57 Bilanz-Conto . . Hypotheken-Zinsen Zinsen-Conto . . . Provisions-Conto . ,Red StarLinie" Antwerpen. Der Posldarnpfer .Nederland^ der Red Star Line, in Antwerpen, ist laut Telegramm am 12. Februar wohlbehalten m Philadelphia angekommen. 2,3 3,1 5,4 3,0 4,0 2,9 NE. NE. . 102.00 . 91.80 . 101.85 . 99 65 . 99.90 Bekanntmachung. In der Zeit vom 6. bis 15. Februar 1902 wurden iv hiesiger Stadt Gefunden: 1 Photographie, 1 Muff, 1 Kindergummischuh und 1 Pelerine; . Verloren: 1 Anhängsel (Hirschkrone m Gold emgefaßv und 1 silb. Fingerhut; Entlaufen ist: 1 kleiner, rehfarbiger Spitzhund. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben chre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 15. Februar 1902. «roßherzogliwes Polizeiamt Gießen. Hechler. . 218.90 . 194.80 . 138.50 . 187.30 . 151.70 . 148 00 . 20.10 . 169.00 . 192.10 . 201.50 . 17LOO . 26.70 . 91.00 . 122.00 Jede Mutter muss nach Gebrauch bestätigen, dass 983 Faidol in Säckchen das beste Kindernährmittel ist. Vorzügl. für Magen- u. Darmleidende, Wöchnerinnen, Kekonvaleieent Ueberall erhältlich zum Preise von 6» Pfg. General-Vertreter f.Giessen: Chr. L. Thoma», Fiahnhofstr.81 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 3*A%ige - ..... Fällige Hypothekenpfandbriefe . . Fällige Coupons unserer Pfandbriefe Dlvidenden-Conto (Restanten) . . . Vorträge auf Provisions-Conto . . Vorträge auf Hypothekenzinsen-Conto Vorträge auf Unkosten-Conto. . . Beamten-Unterstützungsfonds . . Kreditoren in laufender Rechnung. Gewinn- und Verlust-Conto - •. « . 4* .% Oesterr. Silberrento 101.30 " " » . . 101.25 Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Univer sitäts - Druckerei, Schulstr. 7 356 Hessen —.— 456 Oesterr. Goldrente . 103.10 Frankfurt a. M., Roesmarkt 8 beehrt sich anzuzeigen, dass sein Vertreter vom 16. bis inkl. 80. Februar im Hotel Groaa- herzog von Hessen (Kleiner Saal) mit einer Ausstellung aämtl. Neuheiten der Herren - Mode- Branche, sowie auch in Invree-, Jagd- und Sport-Artikeln anwesend sein wird. [0645 Saragossa, 15. Febr. Tie Frau Oberstabsarzt Plena, eine Schwester des Grafen Vinaza, ehemaligen spanischen Botschafters in Wien, und bekannte Sitterarin, wurde in der vergangenen Nacht von ihrem Gatten ermordet. Der Gattenmörder verübte Selbstmord. amtlich glInzktd begutachtet: ©SALUTARiS® Nätr TOILETTE-FETT-SEIFE Ua6ttrtTCf1«i tir Saat- ■ Wntpfitae«Rein, and, n>art«i. C. Naumann, Seifen- u. Pnrfcmenefabrik, Offenbach a.M. Uebereingtimmung mit den Büchern der Hypothekenbank in Hamburg bescheinigen wir hiermit. Hamburg, den 9. Januar 1902. H. Augener. P- Galles. C. Kall. 1374 der Bank oder durch die Pfandbriefverkaufsstellen bezogen werden, Abbruchs-Material. Alte, gut erhaltene Fechr, etjüren. Srtpyrn, Ziege! sowie eine KrKereinrichtung mit Lpitgelscheibe» Rollläden re. am Abbruch d-8 Metzger Kreuderlchen Hauses in d» Reuftabt sofort abzugeben. Näheres bei H. Winn. btt hem im L.— LeilbronWolvchork erreichten, nur mehr 600 Buren vor sich batten Die übrigen Buren waren, 1400 Mann stark, bereits nach dem Osten durchgebrochen und stehen jetzt rvud um Reitz. Dewet kam nicht durch die Blockhanslrute Dbabaucho hindurch, er wird wahrscheinlich wieder versuchen, nach Rorden durchzubrechen und die bei Reih stehenden Strertkrafte wieder nuter sein Kommando zu sammeln. London, 15. Febr. Man verfichert hier, dah, falls der weitere Verlauf des Krieges es erlaubt, Kitchener im April nach England zurückkehreu werde, um den Kronungsfeieruch- leiten beizuwohnen. Es ist jedoch noch nicht sicher, ob Kitchener bei dem Kröuungsfeste wird zugegen fern können. Nachdem ... u„_. ------- ■ - > „ • k < Äitdiener endgültig Südafrika verlassen haben wird, begibt ^^s die Grenze in der Absicht zu stehlen, wurde aber er sich alsbald nach Indien. von der montenegrinischen SchiLdwache bemerkt, welche Toulon 15 Febr. Die Uebuugsfahrt des n en en zwei Nizams erschoß, einen Ntzam und den Muselman P.n...fchisf.- „Ch°.°°n°bg°br°ch°n^Mandant der „Hohen- werden, da em Kesselrohr platzte und em Schra ,oUern" Graf Baudissin, stattete gestern dem Major flügel brach. ° Loboken einen Besuch ab, den dieser alsbald aus der Lemberg, 15. Febr. Das Blatt Slovo Polskr laßt sich ^^^nzollern" erwiderte. Ebenso erschienen am 23. Fe- aus Warschau telegraphieren, daß Tolstoi gestorben sei. ber Oberbefehlshaber des Departements des Ostens, Liverpool, 14. Febr. Rosebery htell gestern ^^^ralmajor Brooke, und der Kommandant des Arsenals, bei einer großen liberalen Demonstration eine tnebe, in ^miral Barker, mit ihren Adjutanten auf der „Höhender er den Besuch des holländischen Ministerpräsidenten dem Grafen Baudissin einen Gegenbesuch zu Kuyper in London auf sich bezog, der was man mich ' sagen möge, nicht nur dem Besuche ber Bilder alter Meister Yokohama, 14. Febr. Reuter. Aus die Nachricht galt, und in der er der Antwort Landsdownes aus die Abschluß des englisch-japanischen Abkom- holländischen Vorschläge volle Würdigung zu teil werden $ veranstalteten die Industriellen und Kommerziellen ließ Er stimme aber, führte er weiter aus, nicht d amit ^rhgrfAaften eine Festlichkeit. In Tokio fand ein Fackel- überein, daß die Regierung ben 3) el e g i er t en tetn er^tubenten statt, welche unter Absingung eines r eies Geleit gewähren wolle. Das jungst veröfsend-o. » hierut komponierten politischen Liebes zur engl> lichte Blaubuch zeige, daß er im Mm 1901 den Burenfuhrern » Gesandtschaft und zum Auswärtigen Amte zogen. Die schriftlich nahe legte, es sei nunmehr Zeit, sich mit den welche sich Nationale Union nannte, löste sich aus, Engländern zu e i u i g e n und vorschlug, daß irgend jemand das Bündnis der Grund ihres Bestehens hin- in Europa Krügers Genehmigung zu solchem Schritte nach- .. geworden ist. Die Führer der Opposition stimmen suchen solle. Es sei daher wohl wert, zu erroagen, ob ^^Abkommen zu. man ben Delegierten nicht ae statten sollte, nach Südafrika> ________________— zu gehen, wenn man bie Garantie habe, dah sie im In- . , . teress- des Friedens hingingeu Man müsse eure zukünftige SäNffSNaMrlMleN. Niederlassung von Bur und Briten un Auge Q? > y . gegenüber dem Abkommen mit Japan riet, erklärtel^n -vammore angciommen. er, daß bie liberale Partei, bie 16 Jahre nicht am Ruder war, ein neues Programm haben müsse, nicht ein altes, abgetakeltes. Eine irische Gesetzaebung, wie Gladstone sie vorschlug, sei tot. Er sei persönlich durchaus gegen ein unabhängiges irisches Parlament Eine Allianz zwischen den Iren und ber liberalen Partei Couverts mit Firma liefert billigst Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 16,016,13 lj 64 Die Telephonischer Kursberichte Frankfurt a. M., 15. Februar. Höchste Temperatur am 13. Febr. bis 14. Febr. Niedrigste „ „ 13. „ „ 14- — Kraftfnttermittel. Entgegen der allganeinen Erwartung, d-tz sich infolge der eingetretenen winterlichen Witterung d,e ^roge ^Archtfutlermittel lebhafter gestalten wurde, bewahrt unfer Markt andauernd eine ruhige Halmng. Preise baden daher auch nur roenia Aenderung enahren, und sind die Umsätze m disponibler Ware ohne Belang. Für: Abschlüsse aus Herbst, mck Winlerlieserung zeigt sich mehrfach Interesse, ledoch scheuern die meisten Geschäfte an den zu hohen Forderungen der Fabriken. Mehr beachtet, auch von feilen des Consums, stnd dagegen sogen, haarfreie Erdnußkuchen, die verhälMismäßig preiswert auf --ommer- und ^^dichmarkt. Lause der Berichtswoche entwickelte stchlmeinbera ts kam es bei der Verlesung der Interpellation das Geschäft an den einzelnen Märkten nicht schr flott, im Allge- des Gemeinderats Nechanskl) betreffend die vom Bürgermeinen dürste der Handel als mittelmäßig zu bezeichnen sem. Wie Zister Lueger im Reichsrate eingebrachte Interpellation immer wird prima Großvieh rasch uingeseyt, wahrend auch ml die Wahlfondsversammlungen der Fortschrittspartei dieser Woche an einigen Plätzen mittlere L-ualttaten ettvcrs dc! ier ä u e r ft stürmischen ©eenen, die sich später nach Beachtung sanden. Kalber wurden an "s"geri Maaten sh T Uebergnag zur Tagesordnung wieberholten. Gemeinde- &aSq.m0SeinTto Ä Gruses °n ben BorMenben eäutm. und Mtlchicbwe.non blieb ,ebo* ,.»nl.ch u-berhand. —s" bte O^f&on Neueste Meldungen. Gtiiug Budapest- rriaiualdrahtmeldungett des Gießener Anzeigers. Belgrad stieß während.des Rangierens vor ber Station Crtßiuaio 9 ö .ft frflh «so Feketehegy mit einem beschleunigten Guterzuge zu- Kiel, 15. Febr. Prinz Heinrich ist heute früh s am men. Ein Bahnangestellter wurde getote t, ber Zug „ach Bremen abgercist. führer des Güterzuges schwer verletzt. Die Passagiere kamen Loudon, 15. Febr Die Marineforderungen mit bem (5d)recfen b/t Uhr in dem Distrikt Alte Kühunter am Niederbessingener Weg. Ferner sollen: Freitag den 21. Februar 1902 versteigert werden: Heute und Montag: ßdjfrnflrifdi §4 | hält »rob einem verehrlichen Publikum bestens empfohlen. Kndgnsch 50 pfg. Durchmesser und bis zu 22 m Länge; Stämme Kiefern-Bauholz von 14 bis 28 Durchmesser und bis zu 12 m Länge; — Fichtenstangen mit 5,60 fm; sämtliche Stämme sind ohne Rinde gemessen. Herrn Georg Schlierbach IV heute früh «>/, Uhr nach langem, mit grosser Geduld getragenem Leiden zu sich zu nehmen. 0565] Ein Fräulein empfiehlt sich imKleidermachcu in u. außer deM-Hause. Asterweg 48HL Vorzüglicher deutscher u. franz. Kognak ärztlich empfohlen die Flasche von Mk. 1.50 an in gut gelagerter Qualität stets vorrätig bei 1396 Mk. 80 Mk. an. $ Lehrfabrlk ß rPrakt. Ausb. v. Volontär. L MA- ncbinenb.u.Elektrotechnik. Cure. 1 Jahr. Prosp. d, Georg SchmidtAOo., IlmenauI.Th. Steins Garten. Sonntag den 16 Februar 1902: Grosses Konzert 1386 aufigeführt von der Kapelle des Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter persönlicher Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Anfang 5 Uhr. Eintritt 35 Pfg. Bier per Glas 12 und 15 Pfg. Der Anfang und die Zusammenkunft ist des Morgens 9% Uhr im Buchenberg auf dem Vicinalweg von Hattenrod nach Albach am Waldeingang. Technikum Strelitz (Mecklenburg) Ingenieur-, Technik.-u. 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