Zweites Blatt. 152. Jahrgang monotlii jährlich Mittwoch 15. Jannar 1903 jährl. auöschk. Destellg. Annahme von Anzeigen für die Lagesnummer bis oormtilogS 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12^3L auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Witt ko- für »Stadt und Land* und „GcrichtSsaal": R.D i t t- mann: für den Anzeigenteil: HanS Beck. Nr. 12 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt bte Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Be> lag der Brüh l'schc Unioers.-Buch- u.Stem- druckerei (Pietsch Erbae- Redaktion, Erpeditioir und Druckerei: Schnlstratze T. Abreffe für Depeschen. Anzeiger Gießen. FernsprrchanfchlußNr.bl. Bezugspreis: " id) 76 ^f., viertel* . , Mk. 2.20; dlirch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dicPost Dik.2.— viertel* GiehenerAnzeiger General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Ate heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. Politische Tagesschau. Deutschland und England. Wie wir bereits meldeten, hatte der preußische Admiral Frhr. o. Send en*Bibrau beim englischen König dieser Tage eine Audienz. Heute wird bekannt, daß er dem König ein Handschreiben Kaiser Wilhelms überreichte. Die »Times* erinnert daran, daß derselbe Herr im Jahre 1896 bei der in England durch Kaiser Wilhelms Telegramm an den Präsidenten Krüger veranlaßten Aufregung der Königin Viktoria einen sehr liebevollen Brief Kaiser Wilhelms überreichte, dessen Inhalt den Eindruck jenes Telegramms in englischen Hofkreisen beseitigen half. Londoner diplomatischen Kreisen hoffe man zuversichtlich, daß ein Meinungsaustausch über den Lhamberlain'scherr Zwischenfall inüondon und Berlin zu einer baldigen vollständigen Beilegung der Affaire führen werde. Das englische Blatt stellt also die Sachllrge so dar, als ob Herr v. Senden mit einer politischen Mission betraut in London welle und als ob es heute noch der Beilegung der Chamberlain-Affaire bedürfe. Beides ist aber durchaus nicht der Fall. Selbst alle übrigen englischen Zeitungen er* keimen die »taktvolle Behandlung von Chamberlains letzter Rede durch die deutsche Presse" an und hoffen, daß die Episode damll abgeschlossen ser, die für uns chatsächlich längst erledigt ist. Jldmiral v. Senden aber ist, wie wir gestern schon mitteilten, von König Eduard zu einer Audienz gebeten worden; er wäre sonst auS London abgereist, ohne den König gesehen zu haben, und daS Handschreiben des Kaisers hätte er sonst durch Vermittlung der englischen Diplomatie dem König zugestellt. Vom offiziösen Berliner Telegraphenbureau wird heute ausdrücklich versichert, daß „von einer politischen Mission des Vizeadmirals v. Senden-Bibran nichts bekannt ist. Senden ist, wie in jedem Jahre, so auch in diesem nach England gegangen, um der regelmäßig im Januar stattfindenden Zusammenkunft der Pachtfreunde für die Helgoländer Rennen beizuwohnen." Die durchsichtige Absicht der von der „Times" aufgcfrischten zweifelhaften historischen Reminiszenz ist selbstverständlich, anzudeuten, der Brief des Kaisers an seinen Onkel enthalte eine Begütigung oder gar Entschuldigung wegen der Aeußerungen des Reichskanzlers über Herrn Chamberlain. Graf Bülow hat durch diese „Notiz" deS Wolff'schen Bureaus kurz und trocken konstatiert, daß die Bemerkung der „TllneS" eine böswillige Erfindung ist. Es ist ganz und garnichts mit der in London hier und da gehegten Hoffnung, der Kaiser werde den Reichskanzler desavouieren und so Herrn Chamberlain und dessen Anhang eine Genugchuung bereiten. Da keine Verleumdung so ein- ,fällig ist, daß sie nicht doch von einem größeren Kreise als ;glaubl)aft betrachtet wird, so war das rasche Dementi durchaus xmgezeigt. Man wird in der Chamberlain-Presse etwas Anderes und Geschickteres ersinnnen müssen, zum Trost dieses „nationalen Heros", der eine ganz ähnliche Rolle spielt wie !s. Zt. der tapfere Boulanger — und vielleicht einstmals «ähnlich unrühmlich von der politischen Bühne ob treten wird. Em vernünftiges Wort — seit dem Chamberlain-Fal eines der wohl wenigen vernünftigen in der englischen Presse — spricht die „Morning Post" durch die Verkündigung der Bereitwilligkeit Englands aus, „vollkommene Herz- lichkeü im, Verhältnis zu der stammverwandten deutschen dlation aufrecht zu erhalten. Die „Morning Post" wird als das Organ des Lord Salisbury betrachtet. Der greise englische Premierminister hält es wohl an der Zell, den Streitfall durch eine versöhnliche Aeußerung zum Abschluß zu bringen. Graf Bülow hatte in seiner zweiten Reichstags-- rede, in der Abwehr gegen Herrn Liebermann von Sonnenberg, die Hand zum Frieden geboten. Es war auf englischer Seite ebenso ungerecht wie unklug, ie zurückzustoßen. Die Obstruktion im vollen Ganze! Man schreibt uns aus Berlin, 14. Januarr Die „Obstruktion" sst in der Zolltarif-Kommission im vollen Gange. Dtll jeder Sitzung tritt das deutlicher zu Tage. Die Vertreter der äußersten Linken haben den konservativen Kanalgegnern abgesehen, „wie es gemacht wlld", um einen Gesetzentwurf mit solcher äußersten Gründlichkeit zu behandeln, so viel Fragen aufzuwerfen, so häusig von der Regierung „informatorisches Material" zu fordern, bis schließlich Keiner mehr auf der Gegenseite ein Interesse hat an der zu Tode gehetzten Vorlage. Heute wurde insbesonnere auf Grund sozialdemokratischer Anträge züm Zolltarifgesetz eine lange Debatte über Syndikate und Kartelle herbeige- sührt. Die Zölle sollen gemäß jenen Anträgen dann aufgehoben werden, sobald ein Syndikat die betreffenden Waren im Auslande billiger als im Jnlande verkauft. Ein Antrag" Brömel (frs. Ver.) verlangte die Zustimmung des Reichstags zu der Befugnis des Bundesrats, Zölle auf solche Erzeugnisse herabzusetzen oder aufzuheben, für welche im Jnlande Kartelle oder Vertriebsmonopole bestehen. Diese Anträge, sowie ein Antrag Fischbeck (frs. Volksp.) wegen Ver- anualtung einer Erhebung über die Syndikate, wurden zwar allesamt abgelehnt — aber der hauptsächlichste Effekt ist trotzdem erreicht: die Beratung ist um keinen Schritt gefördert worden. Das grausame Spiel kann beliebig lang fortgesetzt werden; es sind Anträge zum Zolltarif in geradezu unerschöpflicher Zahl möglich und zulässig nach der Geschäftsordnung. Daß die zolltariffreundttche Mehrheit wenig erbaut davon ist, der Obstruktton ausgeliefert zn sein auf Gnade und Ungnade, kam heute u. a. in einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem Vorsitzenden Abg. v. Kardorff (Rp.) und dem Abg. Singer (Soz.) zum Ausdruck. Bereits ist eine „zweite Serie" von fünfzehn sozialdemokrattschen An* ttägen zum Zolltarifgesetz eingebracht! .. . Preußisches Abgeordnetenhaus. Berlin, 14. Januar. Fortsetzung der Poleninterpellation. Abg. Sieg (nai.) erklärt, dem Deutschtum im Osten liege jeder Gedanke an eine hetzende Thätigkeit fern, gehetzt werde nur auf pottüscher Selle. Abg. v. Tiedemann (kons.) führt aus, die Erregung über die deutsche Unterrichtssprache könne nur von außen hineingetragen sein. In der Schule müssen die Schuldisziplin und die staatlichen Vorschriften maßgebend sein. Er sei dem Ministerpräsidenten dankbar für seine gestrigen Erklärungen, und freite sich, daß man auf die Regierung nach langer Zeit wieder mit festem Verttauen blicken könne. Abg. v. Czarlinski (Pole) bemerkt, nicht die Polen hetzten, sondern die Deutschen. Die polnische Agitation bezwecke, den Polen Muttersprache, Sitten und Gewohnheiten zu erhalten, das sei eine nationale Pflicht. Minister des Innern v, Hammer st ein wendet sich gegen den Vorredner. Der Leitstern der Sokolvereine, der Gedanke an die Wiederaufrichtung Großpolens, der Haß gegen das Deutschtum liege dem Polen tief in der Seele; er begleite ihn von der Wiege bis zum Grabe. Die Regierung werde dafür sorgen, daß deutsch oben bleibe. Abg. Kopsch (frs. Vp.) erklärt, feine Partei sei bereit, zur Wahrung des Deutschtums an positiven Maßnahmen alles zu unterstützen, was unter Wahrung der berechtigten Eigentümlichkeiten der polnischen Bevölkerung geeignet sei, die deutsche Sprache und deutsche Kultur in jenen Landesteilen zu heben. Deutsches Reich. Ber ltu, 14. Jan. Der Kaiser erschien gestern abend in der im Saale der Singakademie veranstalteten Sitzung der deutschen Orientgesellschaft, in der Professor Dr. Delitzsch, der Direktor der Sammlungen der vorderasiatischen Altertümer, einen durch Lichtbilder erläuterten Vortrag hielt über Babe lund Bibel. — An der gestrigen Abendtafel im königlichen Schlosse nahm auch der Reichskanzler Graf Bülow teil. Deute morgen hörte der Kaiser d ie Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und den des Chefs des Admiralstabes. Später stattete der Kaiser dem Grafen Bülow im Reichstagspalais einen längeren Besuch ab. — DeL König erteilte heute nachmittag im hiesigen königlichen Schlosse die erbetenen Audienzen den Präsidien des preußischen Herrenhauses (Frhr. von Manteuffel, Becker-Köln) und Abgeordnetenhauses nach einander. Er hatte die Uniform der Gardehusaren angelegt und war in sehr freundlicher Stimmung. Die Audienz des Präsidiums des Abgeordnetenhauses (von Kröcher, Dr. Frhr. v. Heereman, Dr. Krause) wahrte fünf Minuten, dem Vernehmen nach ist von Politik nicht die Rede gewesen. An den Präsidenten v. Kröcher richtete er die Frage, wie ihm die Hofjagd, an welcher Letzterer teil* genommen hat, bekommen sei Zu allen Mitgliedern des Präsidiums gewendet, wies er auf den Vortrag über Torfmoose beim Landwirtschaftsminister v. Podbielski hin, und verbreitete sich über das Thema: Weide und Kiefer. Herrn v. Manteuffel fragte er, wie es in der Provinz stehe, und ließ sich vom Oberbürgermeister Becker über den Rheinbrückenbau bei Köln einige Mitteilungen machen. — Als der englische Botschafter Sir Frank Lascelles Namens des Königs Eduard den Kaiser beim Neujcchrs- empfang fragte, ob chm der Besuch des Prinzen von Wales genehm wäre, antwortete, wie man jetzt zu beachten weiß, der Kaiser ungefähr folgendes: „Genehm ist nicht ganz der richtige Ausdruck: bin höchst erfreut darüber." — Der Kaiser wird sich bei den Krön un gs feie r- ichkeiten in England gutem Vernehmen nach durch den Prinzen Heinrich vertreten lassen. — Prinz Heinrich trifft am Donnerstag hier ein, um an den bevorstehenden Hoffestlichkeiten teilzunehmen und die näheren Dispositionen für seine Amerikafahrt Ku treffen. Die ihm in New-York zugedachten Aufmerk- amfeiten wird er durch ein Festmahl auf der „Hohen-- zollern" erwidern, zu welchem außer dem Präsidenten Roosevelt die hohen Staatswürdenträger der Union Einladungen erhalten werden. Zu diesem Behufe wird aus dem Silberschatz des königl. Hauses kostbares Tafelgerät an Bord der Yacht gebracht werden. Die vereinigten Sänger von New-York haben eine deutsch-amerikanische Ovation eingeleitet, und einen Ausruf an alle Vereins- Verbände auch außerhalb New-Yorks erlassen. Auch die Städte St. Louis und Chicago hoffen, daß Prinz Heinrich ie besuchen werde. In Chicago traten bereits Vereine zn- ammen, um eine Deputation zu organisieren, die dem Arinzen eine Einladung überbringt — Wie das „Berl. Tagebl." hört, hat der Erzbischof v. Stablewski, dem Wunsche der Regierung gemäß, Instruktionen im Sinne der Mäßigung an de? polnischen Klerus versandt. — Graf Waldersee trifft morgen abend zu bei Hoffestlichketten hier ein, und beabsichtigt, am nächster Samstag seiner näheren Umgebung aus der China-Expo dition ein Diner zu geben. — Am 15. Januar blickt der hiesige schweizerische Ge sandte Dr. Roth auf eine 25jährige Thätigkeit als diplomatischer Vertreter der Schweiz beim Deutschen Reich zurück. — Der Abg. Frhr. Hehl zu Herrnsheim forder. zum Tarifgesetz Kampfbe stimm ungen gegen solch Länder, welche Nachweise über den Kostenpreis und ähnlich. Bescheinigungen fordern. Die Konservativen wollen bei an den Reichstag gelangten Wünschen des Vereins be: Jute-Industriellen Rechnung tragen, die sich auf die er- schwerte Einfuhr von Packmaterial für die zur Aussuh: gelangenden Waren beziehen. — Einzelne Blätter veröffentlichen einen langen Bo richt über die Stellung des Professors Sch Moller zu, gegenwärtigen Wirtschaftspolitik. Er soll sick in seiner jüngsten Vorlesung dafür ausgesprochen haben daß 500 ober 600 Millionen für. innere Kolonisation aus- gegeben und die Zollerhöhungen angenommen werden. — Die Abgg. Bassermann, Hitze und Roesicke brachtet *um Etat für das Reichsamt des Innern eine Resolutior betr. Arbeiter-Versicherungen ein. Karlsruhe, 14. Jan. Der süddeutschen Reichskorre spondenz zufolge erachtet die badische Regierung die Hei- delberaer Schlohfrage noch nicht für sprach' reif unb unterläßt bte Einbringung einer entsprechenbe, Vorlage für ben gegenwärtigen Lanbtag. Ausland. Brüssel, 14. Jan. Die heutige Kammersitzun^ artete in einen großen Tumult aus, der bodnrch entstand, daß die Regierung die bereits von ber Kammer angenommene unb dem Senatsausschuß zugewiesene Ge. setzesvorlage zurückzog. Die Regierung griff zu biesir Maß. regel, weil bte Abgeordneten durch Annahme dieses End Wurfs freie Fahrt auf allen Staatsbahnen erhalten hätten Die Llbgg. Neujean und Janson erklärten, die R e g i : r u n g verdiene hierfür auf die Anklagebank gesetzt zu wer- den- Der Katholikenführer Woeste erklärte, der Entivurs sei nur von 52 gegen 50 Stimmen angenommen worden und daher ein Zufallsvotum. Bei diesen Worten erhob sicb die gesamte Linke und verlangte vom Präsidenten einen Ordnungsruf. Der Präsident erteilte diesen aber nicht, sondern hob die Sitzung auf. Nach einer halben Stunde wurde die Sitzung wieder aufgenommen; doch ließ die Linke den Abg- Woeste nicht zu Worte kommen, sodaß dll Sitzung auf morgen vertagt werden mußte. Paris, 14. Jan. Bei ber heutigen Eröffnung bei Kammer würbe Desch anel mit 288 Stimmen ohne Gegenkanbidaten zum Präsidenten gewählt. Nizza. 14. Jan. Don Iayme von Bourdon, der Sohn des spanischen Kronprätendenten Don Carlos, ist infolge eines Sturzes vom Automobil gefährlich erkrankt. Wi.en, 14. Jan. (Budgetausschuß des Abge- o r b n e t e n h a u s e s.) Bei der Beratung des Titels Mmd terium des Innern sprach Ministerpräsident v. Körber über )as Veterinärwesen. Er gab zu, daß die derzeitige Handhabung der Veterinärkonveittion an der deutschen Grenze Klagen veranlaßt habe, weshalb die Regierung wiederholt Reklamationen bezüglich der Viehausfuhr erhoben habe. Trotzdem sei es bisher nicht gelungen, eine ent* prechende Erledigung aller Beschwerden zu erzielen, wenn auch in einzelnen Fällen eine Erleichterung beim Viehexpo rt eingetreten sei- Der Ministerpräsident betonte, daß diese Frage der Regierung außerordentlich am Herzen liege, unb daß sie Pie Bedeutung derselben für die Landwirtschaft, ja für die ganze Wirtschaft überhaupt, nicht verkenne, daß aber die bestehenden Verhältnisse es ihr unmöglich machten, ihre gewiß besten Absichten -in Bezug auf ben Viehverkehr in jedem einzelnen Falle zu verwirklichen- T e t s ch e n, 14. Jan. Der burch sein Duell mit dem ehemaligen Reichsrats-Abg. Wolf bekannt geworbene Professor Dr. Sei bl wurde heute seines Lehramtes an ber lanbwirtschaftlichen Akademie in Tetschen-Liebwerd enthoben. Der Abg. Schönerer weilte in Tetscheu unb hatte eine längere Rücksprache mit Prof. Seidl unb dessen Gattin. Vom Burenkriege Lord Kiichener meldet aus Johannesburg vom 13. Januar: Sell dem 6. Januar sind 20 Buren gefallen, 9 sind verwundet und 203 gefangen genommen worden, während sich 93 ergeben haben. Im östlichen Transvaal scheint sich ber Feind zerstreut zu haben, obwohl er daselbst 500 seiner besten Streiter zusammengezogen hatte, um bei Onverwacht gegen Plumer vorzugehen. Tie Hauptmasse des Feindes im westlichen Transvaal steht westlich von Rusten- bürg. Die Haupt an sammlun gen von Buren im Oranjefreistaat sind beim Wilgefluß unb südlich von Bethlehem. Verschiedene englische Truppenabteilungen halten diese Korn- mondas in Atem. Monro, Lovat unb Follet streifen durch das Dreieck zwischen Jamestown, Aliwalnorth und Lady- grey in der Kapkolonie, wo kleine Burenabteilungen stehen; im Westen der Kapkolonie wird der Feind noch nach Norden zurückgedrängt unb es werden Proviantdepots errichtet, die als Stützpunkte für künftige Operationen jenseits der neuen Blockhauslinie dienen sollen. — Der Streitmacht des Generals Bruce Hamilton gelang es, bis auf drei Meilen an Louis Botha heranzukommen, der auf einem Wagen m der Nacht zum 11. ds. Mts. enttarn. Die Truppen, die vorher einen langen Marsch gemacht hatten, verfolgten Dotha sieben Meilen weit, bis die Pferde erschöpft waren. 32 Buren wurden gefangen genommen. Aus Stadt und Zand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:,,Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, 15. Januar 1902. ** Parlamentarisches. Wir lesen in der „K. V.-Ztg.": Ob die Erhöhung der Vermögenssteuer, die im Lande aus Widerstand stößt, zur Ausführung kommt, steht dahin. In Abgeordnetenkreisen ist man vielmehr geneigt, am Etat ausreichende Abstriche vorzunehmen, um eine der Bevölkerung unliebsame Abänderung des kaum geschaffenen Reformwerks zu vermeiden. * * In der theologischen Fakultät der hiesigen Universität beginnen am nächsten Donnerstag die Klausurarbeiten für die Prüfung in diesem Semester. Der Prüfung unterziehen sich diesmal 13 Herren. * * Die Prüfungen der Feldbereinigungsf- Geometer und Kulturtechniker werden zu Beginn des Sommersemesters abgehalten werden. Die Anmeldungen sind bis zum Samstag, 15. Februar, an den Vorsitzenden der Prüfungskommission für Feldbereinigungs- Geometer und Kulturtechniker in Darmstadt einzureichen. * * Dienstnächrichten. Der Grohh. Regierungsassessor Haberkorn in Dieburg wurde mit Aushilfeleistung bei dem Großherzoglichen Kreisamt Großf-Äerau beauftragt. * *Spär -und Leihkasse Gießen. Der heutigen Nummer liegt der Verwaltungsbericht pro 1900 bei, auf den wir unsere Leser aufmerksam machen. Daraus geht hervor, daß sich dieses gemeinnützige Institut auch in dem Berichtsjahr in erfreulicher Weise gehoben hat. Die verspätete Herausgabe des Berichts hat ihren Grund in der erfolgten Neuorganisation der Verwaltung auf Grund der neuen Satzung. Nach dieser ist nunmehr das Institut auf Gemeindegarantie gegründet, indem außer der Stadt Gießen noch 32 Landgemeinden mit ihrem ganzen Vermögen und ihrer Steuerkrast für Erfüllung der Verbindlichkeiten der Kasse haften. Durch Verleihung der Rechtsfähigkeit auf Grund des Bürgerlichen Gesetzbuches ist die Kasse zur Anlegung von Mündelgeldern geeignet. - Der Sommerfahrplau der Bieberthalbahn, der mtt dem 1. April in Kraft treten soll, zirkuliert jetzt zur Begutachtung in Interessentenkreisen. Es wird uns darüber mitgetellt, daß die in Aussicht genommenenen Zugverbindungen völlig den Verkehrsinteressen des Publikums angepaßt sind. * * ErorternngS-Abende für feine Mitglieder will, dem Beispiele gleichartiger Vereinigungen in anderen Städten folgend, der hiesige Detail!isten-Verein einführen. In erster Linie sollen diese Zusammenkünfte dazu dienen, Anregungen zur Hebung des Detallhandels im Allgemeinen, wie im Speziellen in unserer Stadt zu geben. Ferner sollen die geplanten zwanglosen Jusammenkünfte Gelegenheit bieten zur Besprechung nützlicher und schädlicher Einflüsse im Detailhandel. Der erste Erörterungs-Abend soll am 15. Januar, abends 9 Uhr, im Cafä Ebel stattfinden. * * Geflügelzucht. Auf der Geflügelausstellung in Heppenheim a. d. B. vom 11.—13. d. Mts. wurden den Gießener Ausstellern folgende Auszeichnungen zu Teil: Joh. Schäfer 3. Ehrenpreis und lobende Anerkennung für Hamburger Silbersprenkel; Ludw. Hanau Ehrenpreis und 1. Preis für rebhuhnf. Italiener, ferner zwei 3. Preffe für weiße und sllberhalfige Italiener, sowie lobende Anerkennung auf Höckergänse; Georg Schäfer 2. Preis für sllberhalsige Italiener. * * Die Ko mmission des He ssis chen H andels- karnrnertages trat kürzlich in Mainz unter dem Vorsitz des Geh. Kommerzienrats und Vorsitzenden der Mainzer Handelskammer Michel und in Anwesenheit des Ver- rreters der Großh. Regierung Oberregierungsrats Dr. Usinger zu einer Sitzung zusammen, um über die Verteilung der zur Verfügung stehenden staatlichen Geldmittel zur Förderung des kaufmännischen Fortbildung sunterrichtes im Betrage von 12000 Mk. Beschluß zu fassen. Nachdem die noch fehlenden statistischen Nachweise über Lehrplan, Schülerfrequenz, sachliche und per- . sönliche Ausgaben seitens der einzelnen Handelskammern beigebracht worden waren, beschäftigte man sich, wie die „Darmst. Ztg." mitteilt, in eingehender Beratung mit dem der Regierung vorzuschlagenden Verteilungsmodus. Nach langen Verhandlungen Einigte man sich schließlich dahin, der Regierung den Vorschlag zu unterbreiten, daß 1) hinsichtlich des Verteilungmodus der vorgesehenen Staatsmitteln bestimmt werden möge, daß für jede Klasse (Klasseneinteilung) ein Betrag von 200 Mk., für jede über die Zahl der sechs obligatorischen Wochenstunden erteilte Unterrichtsstunde ein Zusatzbetrag von 20 Mk. und endlich unter der Voraussetzung, daß mindestens zwei Mehrleistungen in einer Klasse über die Mindestforderungen hinaus, vorliegen, für die betreffende Klasse ein weiterer Zusatzbetrag von 30 Mx. eingesetzt werden möge. Alle Ansätze b^iehen sich auf das ganze Schuljahr. Der Bestand zu Anfang desselben ist maßgebend. 2) Hinsichtlich der Schülerzahl soll bestimmt werden, daß diese nicht mehr als 25—30 Schüler für die Klasse beträgt; größere Klassen sind im Interesse des Unterrichts thunlichst zu teilen. 3) Die Handelskammern sollen darauf bedacht sein, für die Beschaffung von weiteren Geldmitteln in geeigneter Weise zu formen. Hierbei sind die Handelskammern, Gemeinden, gemeinnützige Institute u. s. w., auch die kaufmännischen Vereine, selbstverständlich soweit solches noch nicht geschehen, in Berücksichtigung zu ziehen. Die Regierung soll insbesondere gebeten werden, die Gemeinden, wo dies noch nicht geschieht, zur kostenlosen Stellung von Schullokalen, der Heizung und Beleuchtung zu veranlassen, da die Gerne m den durch Errichtung kaufmännischer Fortbildungsschulen an den Kosten der allgemeinen Fortbildungsschulen Ersparnisse machen. 4) Es soll mit allen Mitteln dahin gewirkt werden, daß die bestehenden in Frage kommenden Schulen sich unge äumt den Forderungen oer Regierung anpassen, damit ie auch für das Jahr 1901/1902 staatliche Beihilfe erhalten können. 5) Tas Schulgeld soll in allen in Betracht kommenden Schulen mindestens 25 Mk. betragen. 6) Um den staatlich anerfannien kaufmännischen Fortbildungsschulen den genügenden Schutz gegenüber anderen Schulen zu gewähren, ist bie strenge Durchführung der in den Leitsätzen aufgestellten Bestimmungen hinsichtlich der allgemeinen Fortbildungsschule, des Privatunterrichts und der sich nicht den Forderungen der Regierung unterwerfenden Schulen wünschenswert. * * Eine unangenehme Suppe haben sich am letzten Sonntag znn» emgchrockt, die von Bichbach nach Vermischtes. * Wien, 14. Jan. Unbekannte Thäter haben in der letzten Nacht in der hiesigen St. Michaels - Kirche ein Muttergottesbild seines Schmuckes im Werte von mehreren tausend Kronen beraubt. Universitäts-Nachrichten. Die „Freie Hochschule in Berlin hat, wie wir bereits kurz berichteten, am Sonntag im Rathause ihre Eröffnung abgehalten. Der Festredner Dr. Bruno Wille sagte u-ä Die freie Hochschule soll unabhängig fein vom politischen und religiösen Parteigetriebe. Sie sei eine höhere Vorbereitungsschule vor allem für die freien Berufe. Großenteils rekrutieren sich gegenwärtig diese Berufe aus Leuten, die nicht in der Sage waren, den auf einer hohen Schule begonnenen Bildungsgang abzuschließcn. Kann die „Freie Hochschule" auch natürlich nicht schon im Moment ihrer Gründung alle dem gerecht werden, was sie sich vornimmt, so wird sie doch von Anfang an angehenden Journalisten Beamten des Verwaltungsfaches, Kaufleuten, aber auch bildenden Künstlern, Schauspielern und Musikern Gelegenheit geben, die neben ihrer Spezialausbildung unerläßliche wissenschaftliche Ausbildung zu erwerben. Lehrern und Erziehern, welche die übliche Seminar-Ausbildung dürftig und unfrei geschult entläßt, wird ebenso die Möglichkeit, ein abgerundetes Wissen zu erlangen. Hervorragend berufen zu Hörern der „Freien Hochschule" sind die Frauen. Sie sind als Gattinnen und Mütter heranzuziehen, am geistigen Leben des Volkes Antell zu nehmen; ihren Händen entwächst die folgende Generation, lind wo die Frauen einen anderen Beruf ausüben, bedürfen sie erst recht einer gründlichen Bildung. Für die A r b e i t e r nun gar ist die „Freie Hochschule" schon wegen ihrer niedrigen Beiträge die ersehnte Erlösung aus der Unfreiheit der Unwissenheit." Es fragt sich nun leider nur, woher die Freie Hochschule die Mithel und Kräfte nehmen wlll, um ihr zweifellos recht schönes Ziel zu erreichen. Mteratur, Wissenschaft und Kunst. — Während des Streites um HamerliugS Kopf und kurz nach dem Erscheinen einer vortrefflichen billigen Gesamtausgabe der Werke dieses Dichters (Verlags-Anstalt und Druckerei in Hamburg) ist in Wien das für den Grazer Stadtpark bestimmte große Denkmal des Dichters von Professor Kundmann vollendet worden. In prachtvollem weißen Marmor ausgeführt, stellt es Hamerling überlebensgroß im Lehnstuhl sitzend dar, den Kopf mit dem lang herabwallenden Haar und der ausdrucksvollen scharf geschnittenen Nase nach links gewandt. Der Blick ist nachdenklich in die Ferne gerichtet. Die linke Hand hält ein Buch, die rechte ruht auf der Sitzlehne, lieber den Beinen, die übereinander geschlagen sind, ist ein Mantel ausgebreitet. — In einem schönen Gedicht hat übrigens Robert Hamerlmg sein „Vermächtnis" bargelegt. Den vier 'Elementen wollte er sein Wesen nach dem Tooe weihen. „Den Leib der Erde", sagte er selbst, „Der Leib soll ruh'n". Für diejenigen, die^ in Hamnlings Werken wenig bewandert sind, setzen wir oas Und sterb' ich, geb' ich Mein Wesen gerne Den liebgeword'nen. Den Elementen: Den Geist der Flamme, Die Seele dem Aether, Das Herz der Welle, Den Leib der Erde. Geist soll lodern, Seele sich dehnen, Des Herzens Woge soll weiter rauschen und klingen, Der Leib soll ruh'n. Gerichtssaal M. Gieße«, 14. Jan. Strafkammer. Den Vorsitz führt Landgerichtsrat Müller; die Anklagebehörde vertrat Staatsanwalt Reutz. Der Rottenführer Vhilipp Am end aus Allendorf ist der Gefährdung eines Eisenbahntransportes angeklagt. Am 5. August leitete Amend eine in der Nähe des Gießener Bahnho's auszuführende Geleisreparatur. Noch während er mit seinen Arbeitern an der Reparaturstelle sich aufhielt, fuhr auf der fraglichen Strecke ein Eilgüterzug in der Richtung Gießen—Frankfurt und entgleiste mit drei Wagen an der Stelle, die auszubessern war. Die Dienstinstruktion schreibt vor, daß das Halt- ober Langsamsahr- Signal gestellt werden muß, wenn eine Strecke überhaupt nicht, bezrv. nicht allzu schnell befahren werden kann. Im vorliegenden Falle lag nach den bestehenden Vorschriften die Entscheidung in der Hand hei* Angeklagten. Dieser behauptet, nun einmal, daß die Re-- Jch liebe die Flamme, Das Glanzelement, Im Wetterleuchten, Im Sterirgestimmer. Ich liebe den Aether, Den göttlich-freien, Wo die Winde, die Wollen, Die Adler roanbern. Ich liebe bie Erbe, DaS heil'ge Grün, Wo's holb zu roanbei« Und noch süßer zu rufj'n ist. Gießen reisten. Einer von ihnen hatte seinen Regenschirm an den im Abteil befindlichen Hebel der Notleine gehängt und hielt den Schirm zeitweise mit der Hand. In einem solchen Augenblicke wurde er, als der Zug bei Kleinlinben fuhr, von seinem Reisegefährten an der Hanb gezogen; hier- burch wurde zugleich bie Bremse bewegt, worauf ber Zug langsamer fuhr und ein Bahnbeamter nach ber Ursache der Störung fragte. Die Freube ber übrigen Fahrgäste war groß, als sie den harmlosen Grunb erfuhren. Den beiben Freunden aber eröffnete die Bahnoerwaltung später, daß sie in eine Ordnungsstrafe genommen werden würden. hc. Mainz, 15. Jan. (Tel.-Meld. des „Gieß. Anz.") Der Bibliothekar an der königl. Landesbibliothek in Wiesbaden, Dr. Zedler, hat zwei Fragmente eines bisher unbekannten GutenbergdruckeZ, Teile eines astronomischen1 Kalenders für das Jahr 1448, gefunden. Sie befanden sich unter Handschriften, die aus dem ehemaligen Kloster Schönau stammen. Der Druck rührt von Gutenberg selbst her und ist in Mainz 7 Jahre früher als die stühesten bis jetzt bekannten Drucke entstanden. t. Marburg, 14. Jan. Die Meinig er Hofkapelle veranstaltet am nächsten Freitag, den 17., hier im Museumsaal '.ein Symphonie-Konzert, auf das wir Musikfreunde besonders aufmerksam machen. (Näheres s. Inserat.) Kaffel, 14. Jan. Hier wurde am 12. Januar die Deutsche Anti-Duell-Liga gegründet. Zum Vorsitzenden wurde der Fürst Karl zu Löwenstein, zu seinem Vertreter der Gras Erbach-Fürstenau gewählt, zum Schriftführer Frhr. v. Boenigk-Halberstadt und zu dessen Stellvertreter v. Rüts- Halberstadt. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein auswärtiger, bei einem Handwerksmeister in Alsfeld beschäftigter Geselle wurde — angeblich wegen Mordversuchs, begangen an seinem früheren Meister — verhaftet. — Das Waiblinger'sche Haus in der Wetzlarer Straße in Butzbach, in dem früher eine Metzgerei betrieben wurde, ist zum Preis von 8500 Mk. an Metzger H. Schmidt aus Münzenberg verkauft worden. Die Uebergabe erfolgt am 1. März. paratur beendet und nach seinem Dafürhalten die Strecke fahrbar gewesen sei. Da das Gegenteil der erstlichen Behauptung nicht nachgewiesen werden konnte und die Dienstinstruktion selbst bie Frage der Fahrbarkeit der Strecke in sein subjektives Ermessen stellt, so mußte das Gericht den diesbezüglichen Angaben des An- geklagten Glauben schenken. Andererseits behauptet der Angeklagte Unkenntnis der in Frage kommenden Tienstinstruktion. Demgegenüber sagt zwar der vorgesetzte Bahnmeister aus, erschürfe jedem Unterbeamten strenge Befolgung der Signaloorfchriften ein — mit dem Erfolge, daß — nach seiner eigenen Angabe — die auswärtigen Lokomotivführer behaupten, der Bahnhof Gießen bestehe aus nichts, als aus Halt- und Laugsamfahr-Signalen. Sollte aber auch der Angeklagte die Instruktion gekannt haben, fo war ihm doch zu gute zu halten, daß im Bahnverkehr das Hauptgewicht auf die fahrplanmäßige Zugbeförderung gelegt wird, und daß insbesondere ein untergeordneter Beamter sich im Zweifelsfalle nach bestehender Praxis lieber über eine Dienstmstruktion hinwegsetzt, als sich dem Vorwurf aussetzt, an der Verspätung eines Zuges schuld zu sein. Zu alledem kam, daß nicht festzustellen war, ob die Hauptursache der Entgleisung in der Beschaffenheit der fraglichen Geleisstelle ober in dem Umstand zu suchen war, daß die drei entgleisten Wagen durch einen Pferdetransport gerade auf einer eeite schwer belastet waren und daß die Entgleisungsstelle, über die der Zug mit der erhöhten GeschwindigkeU fuhr, gerade eine Kurve bildete. Bei dieser Sachlage, die durch das Gutachten des Bahnsachverständigen an Klarheit nicht gewann, gelangte das Gericht in Uebereinftimmung mit dem Anträge der Atcklagebehörde zu einer Freisprechung. Verteidiger Dr. Jung. — Der wegen Diebstahls vielfach vorbestrafte Johann Pfeiff aus End- bach sucht durch einen Schwall von Redensarten und Ausflüchten die Anklage, im August 1901 der Stadt Gießen gehörige Dach- kandeln gestohlen zu haben, zu entkräften. Bei dem Diebstahl selbst war er zwar unbeobachtet, jedoch hat er vor dessen Begehung einen Arbeitskollegen zur gemeinsamen Ausführung des Diebstahls — erfolglos — aufgesowert und hat nachher unter dem seltenen Namen eines Johannes Müller die Dachkandeln zu verkaufen gesucht. Trotz dieser Belastungsmomente und trotzdem der Angeklagte fast alle, auch die ungünftigften, Zeugenaussagen mit einem „Richtig" begleitet, leugnet er hartnäckig — offenbar mehr aus Gewohnheit als aus Lleber^eugung. Das Gericht verurteilt chn zu einer achtmonatlichen Gefängnisstrafe und spricht ihm auf die Dauer von 3 Jahren die bürgerlichen Ehrenrechte ab. Verteidiger: Rechtsanwalt Arnold. — Der Gastwirt Gilbert Koch aus Münzenberg versuchte am 28. November o. I. in einer Wirtschaft dort mit dem Gendarmen Berger aus Rockenberg einen Vertrag zu Gunsten seiner Gäste abzuschließen. Diese wurden nämlich dadurch belästigt, daß die Gendarmerie allzustteng auf Einhattung der Feierabendstunde hielt. Hierüber beschwerte sich ber Angeklagte bei Berger und wollte ihm zur Ausgleichung der gegensätzlichen Auffassungen ein Glas Bier und 1 Mark, m bar bezahlen. Seine guten Absichten, denen er durch 7—8maliges Angebot des Geldes Nachdruck verlieh, wurden jedoch von dem Gendarmen verkannt und als Bestechung zur Anzeige gebracht. Seine Unbestraftheit schützt ihn vor dem Gefängnis und läßt ihn mtt einer Geldstrafe von 50 NA. — eventuell 8 Tage Gefängnis — davonkommen. Verteidiger: Rechtsanwatt W i n ö e cf er. — Die Schweizer August Götzmann und Ludwig Lauth auf Hof Tiergarten bekamen nach ihrer Ansicht nicht genug zu essen und halfen diesem Uebelstand dadurch ab, daß sie ihrem Dienstherm 5 Eervelatwürste und zwei Schwartemagen mtttest Einsteigens und Erbrechens stahlen. Dafür erhält Götzmann, der auf die Idee kam, und alles vorbereitete, 5, Lauth, der mithalf, 4 Monate Gefängnis. Götzmann, der nach seiner ersten Vernehmung bei der Rückkehr auf den Hof Tiergarten den Beleidigten gespiett und sich daselbst der Bedrohung, des Hausfriedensbruches, und der Sachbeschädigung schuldig gemacht hatte, wird in eine Gesamtgefängnisstrafe von 8 Monaten verurteilt. — Der Zimmergeselle Fr. Karl Gottwalt aus Rodheim hat in einer dortigen Wirtschaft wie er angiebt so kräftig mit einer Armenbüchse gespielt, daß die als Verschluß dienende Kordel mit Plombe zerriß, oer Deckel aufsprang und der Inhalt — Mk. 1.50 — herausfiel. Nach der Beweisaufnahme steht jedoch fest, daß die Kordel von dem Angeklagten zerschnitten ober zerrissen worben ist in ber Absicht sich den Jnhatt der Büchse anzueignen. Er wird wegen schweren Diebstahls zu 4 Monaten Gefängnis unter Anrechnung einer 14tägigen Untersuchungshaft verurteilt. Verteidiger Rechtsanwalt Katz. — Der Lehrer Karl Becker aus Flensungen ist der Körperverletzung im Amte angeklagt. Er hat einigen Mädchen seiner Schule Ohrfeigen gegeben, obwohl nach dem Schulgesetz bie, weibliche Jugend — gegenüber der männlichen bevorrechtet — nicht mehr geschlagen werden darf. Die Züchtigung war daher widerrechtlich und strafbar, da jede Ohrfeige es an sich hat, das körperliche Wohlbefinden zu stören — wenn auch die aussagenden Schülerinnen darüber verschiedener Ansicht waren, mtthin eine Körperverletzung im Sinne des Strafgesetzes barzustellen. Die Lage des Falls ließ eine milde Auffassung als angebracht und die 23er- rjängung einer Geldstrafe von Mk. 25 als ausreichend zur Sühne erscheinen. Verteidiger: Rechtsanwalt Leun. Landwirtschaft. — Die von der Posener Landwirtschattskammer angeregtero Fortbildungskurse für Landwirte haben wegen mangelnder Beteiligung ausfallen müssen. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Krauksnrt a. M., 14. Kan. Der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. hat die jetzt zur Ausgabe gelangende 31Ajpro5entige‘ Anleihe im Nominalbeträge von 10 Millionen Mark an das Bankhaus Mendelsohn u. Co., die Berliner Handelsgesellschaft inl Berlin und an das Bankhaus Lazared Speyer-Ellissen in Frankfurt a. M. begeben. — Die Höchster Farbwerke erwarben, wie verlautet, ehr neues Patent zur Herstellung künstlichen Indigos nach dem billigeren Verfahren. — Kasseler Trebertrockuuugs Gesellschaft. Dem Konkursverwalter Justizrat Fries wurde für seine Mühewaltung für bie Zett vom 4. Juni bis 31. Dezember vor. Js. ein Honorar von 75 000 Mk. bewilligt. Den vier übrigen Mitgliedern des Gläubiger-- ausschusses (zwei Rechtsanwälte und zwei Kaufleute) werden je 40 000 Mk. gezahlt. Das Honorar für den Bücherrevisor ist noch nicht festgestellt; jedenfalls aber wird es höher als 40 000Mk. sein. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Januar Barometer auf 0° reduziert 1 der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchttgkeit Windrichtung Windstärke Wetter 14. 2ib 759,5 + 1,9 3,5 65 N. 2 Bed. Himmel 14. 935 762,5 — 1,8 3,7 92 WNW. 2 Sternh. „ 15. 72S 766,0 — 3,6 3,4 98 8W. 2 Bew. „ Höchste Temperatur am 13. Jan. bis 14. Jan. + 2,7° C. Niedrigste „ „ 13. „ „ 14. „ — 1,9» C. ■ ........ Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 15. Jan. Der Großherzog verlieh der früher in Frankfurt und jetzt hier wohnhaften Pianistin Frieda Hodapp den Charakter als Kammervirtuosin. London, 15. Jan. Das amtliche Blatt veröffentlicht eine Petition, welche von einer großen Anzahl hervorragender Männer der Wissenschaft Philologen, Professoren der Jurisprudenz, Theologie, Geschichte und Anderen unterzeichnet ist, und welche um die Genehmigung zur Errichtung einer britischen Aka- demie zur Förderung des Studiums der philo sophischen und politischen Wissenschaften bittet. Die Unterzeichner wollen die ersten Mitglieder der Akademie sein. London, 15. Zan. Tie englischen Kriegs-Verluste seit dem 6. Januar belaufen sich auf 204 Tote, 145 Verwundete nnd 4 Vermißte. — Aus Ladybrand wird gemeldet: Gestern um Mitternacht durchstürmten 25 Buren zn Pferde die Blockstation in der Nähe von Tabanchu unter heftigem englischem Feuer. Diese Buren zogen nach der Richtung von Tewetsdorp und gehörten dem Kommando Brandt an. Eine große Menge Getreide ist bei den letzten Expediiionen. die bezweckten, das nordwestliche Gebiet zu säubern, vernichtet worden. Paris, 16. Zan. Das „Journal" berichtet aus Nizza über eine Spionage-Affäre, welche angeblich dort entdeckt worden sei. Die Untersuchung in dieser Angelegenheit sei im Gange. Obgleich Einzelheiten fehle», will das Blatt versichern können, daß eine hohe Persönlichkeit deutscher Nationalität, welche dem Adel angehöre und Offizier in der preußischen Armee fei, in der Angelegenheit verhaftet wurde. Berlin, 15. Jan. Der Hofmarschall des Prinzen Heinrich, Frhr- v. Seckendorf, begab sich nach Berlin, um vom Kaiser wegen der Amerikafahrt des Prinzen Heinrich Anordnungen zu empfangen. Der Tag der Abreise steht noch nicht fest. Hamburg, 15. Jan. Die an Staatsbauten beschäftigten italienischen Arbeiter wurden entlassen, um der Arbeitsnot zu steuern. London, 15. Jan. Die „Evening News" schreiben in einer Extra-Ausgabe, es brauche keine Ueberrnschung zu verursachen, wenn da anscheinend Gründe für diese Annahme vorliegen, daß der geplante Besuch des Prinzen von Wales anläßlich des Geburtstages des Kaisers Wilhelm Lis auf späterhin verschoben wird. Thatsache sei, daß der erste Vorschlag, den Thronfolger als Zeichen herzlicher Gesinnung nach Berlin zu senden, von dieser Seite ausging. Die Reden Bülows und Chamberlains werden in diplomatischen Kreisen als persönlicher Streit aufgefaßt, als etwas, was keiner rnste Spannung zwischen den beiden Staaten Hervorrufen könnte. Die Beziehungen beider Regierungen seien völlig glatt. Nichts sei an maßgebenoer Stelle vorgefallen, was den Besuch des Prinzen in Deutschland zu Geeigneter Zeit verhindern könnte. Ein besserer, für die beiderseitigen Herrscherhäuser bequemerer Zeitpunkt als das Ende des Januar würde vereinbart werden. Das Gerücht, daß die Botschafter in Berlin und London einen längeren Urlaub nehmen würden, dürfte durchaus unbegründet sein. London, 15. Jan. Der „Standard" sagt in einem Artikel über den Zensurbericht für Schottland, in dem besprochen wird, welche Reste der keltischen Bevölkerung sich dort noch vorfinden, dan die Existenz von mehr als einer Sprache in demselben Staat vom britischen Gesichtspunkte eine solche Unzuträglichkeit bilde, daß, wenn sentimentale Erwägungen die einzige Entschuldigung dafür seien, die wenig gebräuchliche Sprache lebendig zu erhalten, die Regierung berechtigt sei, daraus zu bestehen, daß die Sprache der Mehrheit von allen erlernt werde. London, 15. Jan. Asquith hielt gestern in Hanley eine Rede, in welcher er ausführte, es sei die Ansicht aller Engländer ohne Unterschied der Parteistellung, daß die Armee einer jeden Nation, welcher Zeit der Weltgeschichte sie auch angeyöre, stolz bar auf Jein könnte, mit der südafrikanischen in Bezug auf Mut, Ausdauer und Menschlichkeit verglichen zu werden. London, 15. Jan. „Daily Telegraph" meldet aus Malta, England habe einen diplomatischen Vertreter ernannt, der sich in Tripolis niederlassen soll- Die englische Regierung hat die Wichtigkeit dieses Postens anerkannt- Paris, 15. Jan. Die Staatsanwälte von Paris, Lyon, Bordeaux, Marseille u. a. Städte ordneten die st r a f re ch t - liche Untersuchung gegen mehrere Mitglieder des Jesuitenordens wegen Vergehens gegen das Vereins- gesetz an- Mehrere Jesuiten, darunter der bekannte Pater Dulac, sind beschuldigt, eine Vereinigung gebildet zu haben, die dem neuen Vereinsgesetz nicht entspricht. Madrid, 15. Jan. In Miranda und Salamanca ist ein Auf stand ausgebrochen, der sich hauptsächlich gegen die Steuereinnehmer richtete. Dieselben mußten in die Gendarmerie-Kaserne flüchten, um geschützt werden zu können. Rom, 15. Jan. Die Verhandlungen bezüglich "der Errichtung einer katholischen Fakultät an der Universität in Straßburg haben zu einer endgiltigen Beilegung dieser Frage geführt- Der heilige Stuhl genehmigte die Errichtung der Fakultät. Heber Kompensationen hierfür verlautet vorläufig noch nichts. T e t s ch e n, 15. Jan. Pros. Seidl dementiert die Nachricht, daß er seines Amtes enthoben worden sei. Thatsache sei nur, daß der Prager Landesschulrat bei ihm angefragt hat, ob er wegen seines Duells in eine gerichtliche Untersuchung gezogen worden sei- Krakau, 15. Jan. Der „Nowa Reforma" zufolge ordnete der Korps-Kommandant Feldzeugmeister v- Fiedler an, daß sämtliche Offiziere der ihm unterstehenden Truppen die russische Sprache zu erlernen haben- Sofia, 15- Jan. In den letzten Tagen ist es in den hiesigen Straßen wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des macedonischen Co- mitäs gekommen. Wie die Blätter melden, kam es hierbei zu schweren Verwundungen- Petersburg, 15. Jan. Durch eine Verordnung bu; Unterrichtsministers würbe nunmehr den Studentenge-i stattet, Vereine und Hilfskassen zu gründen,, Bibliotheken und Lesehallen zu errichten, Kura-, torien zur Beschaffung von Arbeit für Studenten sowie Kor-- porationen zum Zweck der Erörterung von künstlerischen^ litterarischen und wissenschaftlichen Fragen zu organisieren. New-Iork, 15. Jan. Die beiden Marrne-Architekten, welche die Pläne zur Kaiser-?) acht entworfen haben, und denen die deutsche Botschaft alle Aufträge an die Erbauer zugehen läßt, wollen wissen, daß der Taufakt am 4. März stattfmden und die "Jacht den Namen Alice nach Miß Roosevelt erhalten soll. Der „Sun" hofft, daß bei den zu erwartenden Feierlichkeiten sich die Deutsch- Amerikaner, die besondere Veranstaltungen planen, nicht allzusehr in den Hintergrund stellen, sondern daß die Feier amerikanischen Charakter tragen werde. — Nach der „St. James-Gazette" wird Prinz Heinrich nach dem Stapellauf der neuen kaiserlichen "Jacht eine längere Rundreise durch die Vereinigten Staaten unternehmen. Washington, 15. Jan. Der amerikanische Aus^ schuß des inter-ozeanischen Kanals hat beschlossen, Cromwell einzulabcn, um Erklärungen über den Manama* Kanal zu geben. Cromwell ist Agent der Vereinigten Staaten für den Panama-Kanal. Die Erklärung der französischen Gesellschaft über die Arbeiten bei dem Panama* Kanal seien dem Ausschuß nicht genügend. Telephonischer Kursbericht. S’/gO/o Reichsanleihe . 3n/1 do. . . 3Vi% Konsole . . . 8% do..... 3 Hessen . . . 3% Heesen .... 4% Oesterr. Go'drente 41 6% Oesterr. tiilberrente 4% Ungar. Goldrente . 4°/ Italien. Rente . . 4VS % Portugiesen . . °/ Portugiesen . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose ..... 4% Griech. Monopo 1-Anl 41/J% äussere Argentiner Frankfurt a. ül., 15 . 101.70 . 90.30 . 101.50 . 90 31 . 100.20 * 102*65 100.50 . 100.90 . 101.00 . 40.50 . 26.85 . 27.30 . 105.60 42.45 3u/o Mexikaner 4,/g /, Chinesen Electric, bei ackert Nordd Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstädt- r Bank Dresd n»r Bank . Ber iner Handelsgeq. Oesterr Staatsbahn Lombarden . . Gotthar ibahn . . Laurai.ütte . . . Bochum .... Harpener . . . Tendenz: fest Januar. . . 26.55 . . 87.60 . . 117.00 ‘ *. 203*80 . . 185.40 . . 129.80» . . 132.60 . . 144.20 . . 140.40 . . 20.30 . . 168.60 . . 192.20* . . 180.50 . . 164 JK1 JRonnefeldts Thee jt»» wird allgemein gelobt und weiterempfohlen. Proben der 4 Hauptaorten Mk. 1.— „Franco“ Cbce-Tmport RonneleMt. Traaktert a. M. Bruder und Schwager Herr Peter Ruckstuhl im 70. Lebensjahre. Giessen, den 14. Januar 1902. 508 vi 528 empfiehlt münbigt erklärt. 521 statt, zu welcher hiermit eingelaben wirb. ■530 510 Alsfeld. 519 Heller. PulveruW. 0315 WW Lich, am 14. Dezbr. 1901. Großh. Amtsgericht. Carl Ruckstuhl, Durlach, Julius Ruckstuhl, Äug- Struck, Fr. Jordan, Carl Haack, Höchst Familie Familie Familie Familie Familie Eichenschniüholz- Versteigerung im Licher Stadtwald. Donnerstag den 30. Januar, vormittags 9y2 Uhr beginnend, sollen im Licher Stadtwald, in den Distrikten Großhäuserbcrg, Vorder- und Hinterwalb, versteigert werden: 180 Eichen-Stammabschmtte von 36 bis 70 cm mittlerem Durchmesser — 170 fm Inhalt (ohne Rinde gemessen). Die Zusammenkunft ist auf der Kreisstraße Lich—Hattenrod, am Waldeingang. Lich, den 14. Jan. 1902. Großh. Bürgermeisterei Lich. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Louise Ruckstuhl Sophie Klingelhöffer Wilhelm Gengnagel Verlobte. Giessen im Januar 1902. Die Beerdigung findet Donnerstag den 16. er., mittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Moltkestrasse 26, aus statt Kekanntmachung. Der Landwirt Konrad Buß IL, wohnhaft in Eber-- stadt, wird wegen Verschwend, ung und Trunksucht für ent- Todes-Anzeige- Heute früh 10 Uhr verschied sanft unser innigstgeliebter, treu besorgter Gatte, Vater, Grossvater, Schwiegervater, Fischerei-Anteile“ der Stadt abzugeben. Näheres Hamrnstr. 11, pari.jO21h Freitag den 17. Sannar 1902, nadunittagö 3% Uhr, findet in den oberen Raumen der Alice-Schule eine General-Versammlung Der Vorstand der Alice-Schule Im Auftrage desselben: Krau B. Gebhardt. Hardt: 37 Eichen-Stämme mit 53,37 fm, teilweise starke Stämme bis zu 5 fm, vorzüglich zu Schreinerholz geeignet. 2. Im Distrikt 22, Unterwald : 319 Nadelholzstämme mit 109,85 fm von 6 bis 14 m Länge und 15 bis 45 cm Durchmesser, darunter schöne Schnittstämme. 3. 32 rm Nadelschichtholz. Der Anfang ist des morgens um 10 Uhr im Distrikt 10 (Eichenhardt) bei Nr. 330. Frankenbach, 13. Jan. 1902. Der Bürgermeister. Schneider. 520 0218® WWW Donnerstag den 16. d. M., nachmittags 2'/, Uhr, sollen dahier Neuenweg 28: Hausund Küchengeräte aller Art zwangsweise gegen Barzahlung oerstergert werden. 0212 Gießen, am 15. Januar 1902. Seipel, Gerichtsvollzieher. □ OOOOOOOOOQ HeuWeiin.MWe Morgen Donnerstag: Metzelsuppe, !wozu ergebenst ein- ladet 0222 H. Gräber. DOG^-OOOOOOOti Morgen Donnerstagabend MchlsiW. Iagdverpachtung. Samstag den 1. Februar, nachmittags 2 Uhr, soll die hiesige Feldjagd auf weitere 6 Jahre auf dem Bürgermeisterei-Bureau verpachtet werden. Otterbach, 14. Jan. 1902. Gr. Bürgermeisterei Otterbach. Schneucker. 525 "Nutzholz- Versteigerung. Mittwoch den 22. Januar werden folgende Holzsorttmente in dem Gemeindewald zu Frankenbach versteigert werden: 1. Im Drstrckt 10, Eichen- .ffi. Garantiert reinen 3tcn«lionig von Oberhess. Bienenzüchtern Cementplatten Thonplatten Mosaikplatten Porzellanplatten Emailleplatten liefert und verlegt 53 Emil Horst, Giessen, Baumaterialien-Fabrik und Großhandlung. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen GartenitraKe 2. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Möbelschreiner, 1 Kellner, verschiedene Fuhr- und Landwirtschaftsknechte, 4 Lauffrauen, 1 Köchin, 1 Köchin zur Aushilfe. Nachfrage der Arbeitgeber: 2 Schreinerlehrlinge, 2 Laufftauen, 2 Köchinnen. MTENTU' .SACK-LEIPZIG1?, C. Roth II. Nach!. Wallthorftraße 5. Pr. frische Eier 2 St. 15 und 7 Pfg. empfiehll 0214 W. Ullrich, Schloßgasse 7. Lokomobile, gut erhaltene, fahrbar, billig zu verkaufen. Günstige Gelegen- heit für Zimmermeisler u. Dresch, maschinenbesitzer. Vorteilhafte Zahlungsbedingungen. 166 Carl Haas jr. Meyer's Km.-Wcon für VS «Df statt 170 Mark zu Od «wvU verkaufen. 5. neueste Auflage. 17 Prachrbände, wie neu. Adresse P. T. postlagernd Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 526 » 527 Zwei Damen suchen eine Solider Herr sucht für jetzt Fernsten 136 Carl Frensdorf. Ws lltaiirftt UNd grOeu ginnen vorzüglich 514 5 Tüchtige Schreiner gesucht 517 Nordanlage 28. 522 Lieferung jeden Quantums frei ms Haus. Lehrling-Gesuch Großhandlung ges. Schriftl. Off. u. Nr. 327 an die Exped. d. Bl. Eine M. Hof-Wenzel. Lilieigelucht WWWU) (Offcnr Stellen UWMWM '--W Für Reinheit sämtlicher Weine wird garantiert. Raster Tokajer Das Komitee. Bier im Glas. Cognac, » » Preis-Listen gratis und franco. ■w per Pfund 30 Pfg. Feinste Tafel-Zander per Pfund 70 Pfg. Lebendfr. Flusshecht per Pfund 70 Pfg. Lebendfrische Barsche per Pfund 40 Pfg. Bel Abnahme von mehreren Flaschen Preisermässigung. 0166] Schön möbl. Zimmer mit Kab. u. Stübchen m. Bett, a.W.a. mit Kost, zu verm. ALäusburg 9. Die Beerdigung findet Donnerstag den 16. d. Ms., nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, SLeinstraße 17, aus statt. Faust Tragödie in 5 Akten von W. v. 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