Ä-SSstj» 's»1-.:: MÜE •**v Gietzcuer Anzeiga retärGraf Posadow- >on Sachverflänbigen g, darunter die Reiche ihr. v. Heyl, Graf fc, Gegenüber anderen lit. Nachr.' fest, daß: . Erhöhung bet yorberu: ichen UnttmtyZ er aS‘ möffentlichi 19 e Aichdi^er c- errtzeBurenoberft 6^ : \m Verlage hielt gestern abenS tiro Er schildert: daS M infolge Des ««8*** t Kriege in kurzer M j. >lonie Sie»*» ", Enaländem nach, MB nit dcn Leutl'chen ka'nera ' Iten Zum Schlüsse gab £ *9«*“ " Stadtverord« Haden Mufinden. JSgr$E sfe‘ 'K!S» <■ f" 18 i® '.SÄK MS 6eVißetfe>7 gW ■'S >«■*»► r?ssK Ls-S “H^bblS MM SAH Nr. 268 • rf^eiet täglich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger «verden im Wechsel mit dem Kefflschen Landwirt die Siebener FamUien- blätter viermal in der Woche beigclegt EotalionSdruck u. Der- g bet v r ü h l'schen nwers.-Buch- u. Stein- druckerei (Piepch (itben) ftebaftton, Eroedinoa und Truderet; Schal st raße 7. Adresse für Teoelcheni Anzeiger Gießen. Fernlprechanickluß Ar 51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Freitag 14. November 1®O2 GietzenerAnzeiger ** Eeneral-Anzeiger w Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezag»pret»> monatlich 75'1'1., eiert* jährlich Mk. 2.20, durchs Abhole- u. Zweigstellen monailich 65 Ps.; durch diePosl Alk. 2.— oiertek jährl. aue|d)L Beslellg. Annahme von Anzetgea für die lageSnummex bi» Vormittage 10 Uhr. getlenprei». lokal 12 auflroärt» 20 Pjg. verant woellicht für den polil. il allgem» teil. U Wtitko: für ,etabt und Canb4 und (SeNchiSsaal' 6 u r t Plato, iüt den An- zelgeiiletl: Han» Beck. KeKanntmachung. Betr.: Schweinerotlauf. Die Notlaufseuche in den Gehöften deS-A. Fülberth ttnb des H. C. Schneider in Utphe ist erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln sind aufgehoben. Gießen, 13. November 1902. Großherzogiicheo Kreisamt Gieße». Dr. B r e i d e r t. KrKanntmachung. Betr.: Wie oben. Im Gehöft des Balthaser Weiß in Allendorf a. d. Lumda fft Schweinerotlauf festgestellt undGehöftsperre angeordnet worden. Gießen, den 13. November 1902. Großyerzogttu-e .sneidamt Gießen- Dr. Breidert. Kckaniitmachung. Betr.: Milzbrand. Im Gehöft des Wilh. Jung V. zu Klein-Linden ist ein Fall von Milzbrand festgestellt worden. Es ist Stallsperre angeordnet. Gießen, 13. November 1902. Großherzig.i... bi...»amt Gießen. Dr. Breidert. Gießen, den 11. November 1902. Betr.: Die Unterstützung von Familien der zu Friedensübungen einberufenen Mannschaften. Das Grsßhcyogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises Wir beauftragen Sie, soweit dies noch nicht geschehen ist, die Gemeinde-Einnehmer anzuweisen, alsbald bezüglich der von denselben in obigem Betreffe vorgelegten Beträge mit unserer Kreiskasse abzurechnen. I. 93.: Dr. Heinrichs. politische Tagesschau. VerständigungS-Konferenze«. D. B. Hd. meldet aus Berlin, 13. November: In den letzten Tagen haben wiederum Besprechungen des Reichskanzlers mit Abgeordneten stattgefunden, vorgestern mit Mitgliedern der Mehrheit, gestern mit Nationalliberalen. Nach allem, was man darüber hört, stehen die Tinge auf dem alten Fleck. Tie Zentrumsabgeordneten sollen angeblich einen neuen Versuch gemacht haben, die Bewilligung der Diäten behufs Ermöglichung der dauernden Beschlußfähigkeit der Mehrheit zu erlangen. Nach einem in parlamentarischen Kreisen verbreiteten Gerücht beschäftigt inan sich int Zentrum nunmehr mit dem Gedanken, im Reichstage eine Aufforderung an die Regierung zu beantragen, auf Grund der bisherigen Beschlüsse der Kommission und des Plenums in Verhandlungen über neue Handelsverträge einzutreten. Tie „Nall-Ztg." meint, ein derartiger Antrag würde die Aussichtslosigkeit der Durchberatung des Tarifs und gleichzeitig aber auch den Konflikt zwischen der Regierung und der M e h r h e i t seststellen, da der Kanzler wiederholt erklärt habe, daß auf Grund der bisherigen Beschlüsse der Mehrheit Handelsverträge nicht möglich seien. Tas Blatt bezweifelt dagegen, daß das Zentrum schon jetzt einen derartigen Schritt beabsichtigen soll. Ein solcher „Gedanke" mag im Unmut über die Diäten versagende Regierung von einem Zentrumsmann geäußert worden sein, aber einen so wuchtigen Vorstoß, gleichbedeutend mit dem Abbruch der Unterhandlungen, spart das Zentrum bis zu dem Moment auf, da alle Stricke reißen. Etwas sollen die Freunde der Landwirtschaft doch inzwischen erreicht haben: eine kleine Zulage zum Gerstenzoll. Man sieht wenigstens die Liebe. Der Weizen- und Roggenzoll bleibt unerschütterlich. Ter Wortlaut des Schreibens, das der Vorsitzende des Handelsvertragsvereins an den Reichskanzler gerichtet, wurde uns gestern mitgeteilt. Ter Öandelsvertragsocrem rät.dem Grafen Bülow unter ausführlicher Begründung, sich nicht aus die Durchsetzung des Tarifentwurfs zu verlassen, sondern die Sicherung der handelspolitischen Zukunft allein vorzunehmen. Ein anderer Weg wird ja der Regierung nicht übrig bleiben — sobald die Unfähigkeit der Mehrheitsparteien notorisch ist, die Obstruktion zu überwinden. Wer soweit ist es noch nicht, nach Ansicht der Regierung und der Mehrheitsparteien, die fast eine Ehrensache darin erblicken, den,STrotz der Minderheit" zu brechen. Die Wehrkraft Frankreichs. Eine Pariser Korrespondenz der konservativen „Kreuzzeitung" beschäftigt sich mit der Wehrkraft Frankreichs. Aus Abneigung gegen das Freimuurertum, das sich angeblich der Regierung und der Verwallung Frankreichs bemächtigt habe, wird in dieser Konferenz mit Bedauern von der Demokratisierung des französischen Osfi- zierkorps durch den Kriegsminister Andree, von des letzteren Anordnung über die Einschränkung der militärischen Ehrenbezeugungen und von dem „ängstlichen Auftreten" der Truppen bei den letzten Arbeiterausnänden gesprochen. Gleichfalls irnt Bedauern kritisiert der pariser Gewährs- maiut der „Kreuzztg." den französischen Marineetat im allgemeinen und den Abstrich von 13 Millionen Franken, die zur Fortsetzung des Baues dreier großer Panzer nötig sind, int besonderen. Mit Recht bemerkt die nationallib. „Magdeb. Ztg." dazu: Was soll es heißen, daß bei der Berichterstattung darüber die Franzosen v on d eut sch er Se it e sozusagen Klagen über die Schwächung der französischen Wehrkraft vernehmen? Als vor einiger Zeit der verdiente und sympathische Generaloberst v. Loe sich ähnlich äußerte, ist ihm das mit Recht von der Presse verdacht worden. Tie fragliche Pariser Korrespondenz der „Kreuzztg." verdient wegen ihrer höchst überflüssigen Sorge um die Wehrkraft Frankreichs die gleiche Beurteilung. Parlamentarisches. Berlin, 13. Nov. Tie Geschäftsordnungs- Kommission des Reichstages beriet heute über- die Frage, ob die Wiederholung eines Beschlusses des Reichstages über die geschäftliche Behandlung eines Gegenstandes zulässig sei. Nach längerer Tebatte wurde mit 10 gegen die 4 Stimmen der sozialistischen Wgg. Singer und Meister und der freis. Wgg. Dr. Müller-Sagan und Träger folgender Antrag Gröber-Roeren angenommen: Tie Geschäftsordnung enthält keine Vorschrift, welche den Antrag zulassen würde, einen nach Maßgabe des § 19 Absatz 2 der Geschäftsordnung gefaßten Beschluß über Trennung oder Verbindung der Beratungen innerhalb derselben Tiskussion auf^unehmen. Wien, 13. Nov. In der heutigen Parlamentssitzung kam es, nachdem der Tscheche Sehn al den Alldeutschen Größl ein Deutsches Schwein" tituliert hatte, zu argen Skandalszenen, die in eine Prügelei ausarteten, sodaß die Sitzung zeitweilig sistiert werden mußte. Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 13. November 1902. Anwesend: Bürgermeister Mecum, Beigeordneter Georgi und Magistratsassessor E ursch mann, die Stadtverordneten Brück, Emmelius, Euler, Faber, Dr. Gaffky, Dr. Gutfeisch, Hanau, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Petri, Pirr, Dr. Schäfer, Schaffst aedt, Schiele, Schmoll und Wallenfels. Bürgermeister 2)1 ec um gedenkt zunächst der durch Tod ausgeschiedenen Mitglieder der Stadtoerordneten-Versannn- lugg, Beigeordneten Grüneberg und Stadtverordneten Dr. Fuhr, in ehrenden Worten; die Versammlung ehrt das Andenken derselben durch Erheben von den Sitzen. — Der zum Beigeordneten der Stadt Metderich ernannte, vorher zur Information über die städtische Verwaltung hier thätig gewesene Negierungsassessor Schlosser hat in einem Schreiben an den Bürgermeister seinen Dank für die ihm gewordene Remuneration und Anerkennung seiner Thätigkeit ausgedrückt. — Der Verein für Geflügel- und Vogelzucht hat den Ueberschuß seines Stiftungsfestes im Betrage von 36 Mk. 40 Pfg. der Stiftung zur Beschaffung warmen Frühstücks für bedürftige Schulkinder überwiesen. Stadto. Orbig beantragt, die Punkte 29 und 30 der nichtöffentlichen Sitzung in öffentlicher Sitzung zu verhandeln. — Hierzu bemerk Bürgermeister Mecum, daß der den Kasernenbau an der Grünbergerstraße betreffende Punkt 29 die Finanz- und Baudeputation noch nicht beschäftigt habe, sodaß Vorschläge der Versammlung nicht unterbreitet werden könnten. — Punkt 30 betrifft die Errichtung einer Personenhaltestelle am Rodberg, über die öffentlich zu verhandeln Stadto. Hanau zunächst befürwortet, dcsgl. Beig. Georgi. — Bürgermeister Mecum erklärt, daß es sich noch nicht um endgiltige Beschlüsse handeln könne; diese seien noch abhängig davon, wie die Mittel aufgebracht werden, und ob noch ernstlich die Sache weiter betrieben wird, wenn die Jntereffenten sich nicht bereit erklären, einen Zuschuß zu leisten. Ohne Anrechnung des von der Eisenbahnverwaltung beanspruchten Ersatzes der Betriebskosten und der Anlage der Zufuhrstraßen hätte die Stadt 70 000 Mk. aufzuwenden; er könne die Bewilligung dieser Summe nur dann verantworten, wenn die Interessenten etwa die Hälfte dazu zur Verfügung stellten. — Es wird beschlossen, über den Gegenstand öffentlich zu verhandeln, und sofort in die Debatte eingetreten. — Bürgermeister Mecum teilt hierauf weiter mit, daß die Eisenbahnoerwaltung die Uebernahme der Betriebskosten der Haltestelle auf die Stadt verlange; der Zuschuß werde später eingeschränkt und dann ganz aufgehoben. Er sei der Ansicht, daß die Jntereffenten, deren Grundstücke im Werte steigen, einen Beitrag leisten können; die Finanzdeputation habe beantragt, der Ausführung des Projektes zu- zusriinmen, wenn die Jntereffenten die Hälfte, etwa 35 000 Mk., beisteuern. Das von den Interessenten mit der Sache betraute Komitee hat erklärt, daß ein Beitrag nicht geleistet werde. — Auf Anfrage des Stadtv. Hanau teilt Bürgermeister Mecum mit, daß die erste Eingabe, betr. Errichtung einer Haltestelle am Nordende der Stadt, aus dem Jahre 1886 datirt, daß weitere, dem Plan günstige Beschlüsse m den Jahren 1887, 1893, 1898 und 1901 gefaßt wurden; zur Ausbriilgung der Mittel hat sich die Stadl noch nicht verpflichtet, londern nur zum Ausbau einer Zufuhrstrage. — Stadto. Krumm erklärt, daß sämtliche Mitglieder der Stadt- oerordneten-Versammlung für die Errichtung der Haltestelle gestimmt; an den Kosten dürfe die Ausführung nicht scheitern; die Interessenten zur Beitragsleistung von etwa 35 000 Mk. heranzuziehen, sei nichts unbilliges. — Stadtv. Schmal! bemerkt, daß die Sache die ganze Stadt interessire; es sei deshalb recht und billig, daß die Kosten auch die Stadt trage; es seien ganz andere Anlagen auf allgemeine Kosten gemacht worden; der nördliche Stadtteil sei ins Hintertreffen geraten; wenn es sich aber um eine Sache der Allgemeinheit handle, solle man nicht erst mit dem Klingelbeutel herumgehen. Die von den Vorrednern angezogene Geländespekulation befürchte er nicht, auch könne er sich nicht vorstellen, in welcher Weise die einzelnen Interessenten herangezogen, wie die Beiträge verteilt werden sollen. In Marburg habe sich die Anlage des Südbahnhofes bewährt; die Anlieger seien nicht zu den Kostew herangezogen worden; er halte die Gesamtheit für verpflichtet, hier etwas zu thun. — Stadto. Wallenfels erklärt, daß der projektirte Bahnhof dem allgemeinen Jntereffe diene, mcht nur dem Nordoiertel; das Bedürfnis sei von der Stadt anerkannt worden, das Opfer dürfe nicht gescheut werden, nachdem in anderen Stadtteilen in den letzten 20 Jahren so viel geschehen; er sei für Aufbringung der Kosten durch die Allgemeinheit. — Stadto. Haubach möchte die Gepflogenheit des Staates, die Städte zu den Kostr» heranzuziehen, nicht in der Stadt einführen, denn sonst müßten die Interessenten der Frankfurter Straße auch herangezogen werden, wenn die neuen Kliniken erbaut werden. Die Stadt habe kein Recht, etwas zu fordern, wenn die Haltestelle für notwendig gehalten werde. Daß der Stadtteil sich nicht so entwickelt habe, wie die anderen, liege an besonderen Verhältnissen, stiefmütterlich sei er aber nicht behandelt worden. — Stadto. Hanau bezeichnet eine Wertangabe der dortigen Grundstücke für unmöglich, weil noch kein Bauplan vorhanden sei; er erinnert an die hohen Kosten für die Löberstraße und die Ueberwölbung des Bruchgrabens, die auch nur einem Stadtteil zugute kamen. — Stadtv. Petri erkennt das Bedürfnis für Errichtung einer Haltestelle an, die Erwerbung des Geländes könne nicht viel kosten; wenn mit Errichtung der Haltestelle der Wert des Geländes steige, fei dies nur zu begrüßen; er fei für Ausführung im Interesse der Allgemeinheit. — Stadtv. Huhn hält letzteres auch für gerecht gegenüber einen Stadtteil, der unter der Ungunst der Verhältnisse gelitten. — Beigeord. Georgi betont, daß seit Einführung der Städteordnung die Wahl der Stadtverordneten nach Bezirken gefallen sei und nach dem Grundsätze der Wahrung der Interessen der Gesamtheit gewählt werde. Wenn der Bahnhof nötig, sei eS Pflicht der Stadt, die Mittel zu bewilligen; letzteres könnten allerdings die Interessenten der Stadt dadurch erleichtern, daß sie ihr das Gelände zum jetzigen Ackerwertspreise überlassen, und zeigen, daß auch sie für die Allgemeinheit etwas übrig haben. — Stadtv. Krumm bemerkt, daß der Hinweis des Stadtv. Schmoll auf die Bieberthalbahn nicht anwendbar sei; diese Bahn bringe Verkehr nach Gießen, durch den Nordbahnhof aber werde der Verkehr nur aus einem Stadtteil in den anderen verlegt. Die Interessenten sollten sich selbst über den Zuschuß an Gelände ober Geld einigen; unbillig aber sei die Forderung eines Zuschusses nicht, der Stadtteil auch nicht so arm, daß er das Opfer nicht bringen könne; der angesonnene Beitrag sei im Vergleich zur Wertsteigerung des Geländes winzig zu nennen. — Stadtv. Heichelheim vertritt unter Darlegung des van derFinanz- kommission für ihren Antrag maßgebend gewesenen Standpunktes die Ansicht, daß mit Errichtung der Haltestelle im Hinblick auf andere Vorhaben der Stadt noch gewartet werden könne, wenn nicht die Interessenten beisteuern. Im Interesse des Nordostens sei der Omnibusverkehr eingerichtet worden, der der Stadt viel Geld koste; die Stadt thue ihren Willen kund, wenn sie die Hälfte der Kosten trage; die Gesamtkosten könne die Stadt nicht übernehmen. — Stadto. Huhn weist darauf hin, daß die Herstellungskosten für die Zufuhrstraße nicht in Betracht kommen, well nach Freigabe der Straße für das Bebauen die Kosten von den Bauenden ersetzt würden. — Stadtv. Wallenfels wendet sich gegen die Darlegungen des Stadto. Heichelheim, der der ca. 200 000 Mark kostenden Verlegung des Viehmarktes zugestimmt und verweist meiter auf das nicht rentierende Volksbad, das von der Allgemeinheit bezahlt worden; er halte die Zumutung eines Zuschusses seitens der Interessenten für kleinlich. — Stadtv. Heichelheim hält seine Aeußerung durch oen Hinweis auf bie (nicht zur Ausführung gekommene) Verlegung bes Viehmarktes unb das als Wohlthätig- keitsanslalt zu betrachtende, allen zugängliche Volksbad nicht für widerlegt. — Stadto. Sch mall ist für entschiedene Stellungnahme zur Sache und Sparsamkeit am rechten Platze, wozu bie gegen seine Stimme erfolgte teilweise Aufhebung des Okirois, bessen Ertrag alljährlich im Bubget fehle, nicht zähle. Er solle nicht ein Stabtteil den Rahm abschöpfen, bamit dem anderen ^mr die Magermilch bleibe. — Stadto. Löber gibt feine Freude darüber Ausdruck, daß die Errichtung der Haltiielle allseitige Zustimmung findet; er sei weder an der Ouinibusgesellichast.noch an deren Defizit schuld. — Stadtv. Dr. Gaff ky bezeichnet es als Uebelitanö, daß, wenn die Stadt etwas zur Hebung des Verkehrs thue, eine eteiaerung des Geländepreises eintritt, die nur weniaen Be- fitzenden zu Gute komme- er HLr eS deshalb für recht und Lillig, bezw. würde es mit Freuden begrüßen, wenn bie Interessenten dazu beitrügen. Der Versuch sei gescheitert, und nun würde es sich fragen, ob die Haltestelle nötig sei; der Vorteil der Stadt für die Haltestelle müsse erwogen werden. Abhängig von seiner Zustimmung zur Uebernahme der Kosten auf die Stadt sei die Platzfrage; sobald aber diese ins Spiel lomme, lasse sich nicht mehr öffentlich verhandeln. Die Verhandlung solle erst durchgeführt werden, wenn die Platzfrage gelöst sei. — Stadtv. Pirr ist für Bewilligung der Gesamt- kosten durch die Stadt, da die Stadt den Verkehr in allen Teilen zu heben verpflichtet sei. — Stadtv. Krumm erwidert betr. der Begünstigung des südlichen Stadtteils durch die Klinikbauten, daß^dieselben von dort nicht verlangt wurden, der Staat habe deu Platz für geeignet gefunden. Er möchte die Bodenspekulation auf Kosten der mit 10 Millionen Dlk. Schulden belasteten Stadt nicht fördern helfen, bezeichnet es für recht und billig, daß die Spekulanten etwas an die Stadtkasse abladen und ist der Ueberzeugung, daß die Interessenten die Zahlung leisten. — Stadtv. Heichelheim erklärt, daß auch die Handelskammer sich für die Haltestelle ausgesprochen habe, man habe allerdings damals nicht geahnt, daß die Stadt die Kosten aufbringen solle, er beantragt Rückverweisung der Sache an die Finanzkommission. — Stadtv. Huhn äußert sein Vertrauen zum Bürgermeister, daß derselbe den richtigen Platz für die Haltestelle schon finden werde, weshalb eine Rückverweisung an die Kommission nicht nötig sei. — Beigeord. Georgi stellt hierauf einen Antrag, wonach der Bürgermeister mit der Eisenbahnoerwal- tung in weitere Unterhandlung treten solle, unter der Vor- anssetzung, daß mindestens zwei solvente Anlieger die Gewähr dafür übernehmen, daß der Stadt das erforderliche Gelände zum jetzigen Ackerwerts-Preis überliefert wird. — Stadtverordneter Heyligenstaedt ist für Uebernahme der Kosten auf die Allgemeinheit, wenn das Bedürfnis auf Errichtung der Haltestelle anerkannt ist und die Verbindung des Nordostens mit dem südlichen Stadtteile nicht auf andere Weise (elektr. Bahn) verbessert werden kann. — Stadtv. Hanau tritt entschieden dafür ein, endlich einmal zu einem Entschlüsse zu kommen, wenn nicht der Anschein erweckt werden soll, als beabsichtige man sich um die Sache herumzudrücken. — Stadtv. Kirch legt gegenüber der Aeu- ßerung des Stadtv. Hanau dar, daß für die Finanzkommission lediglich die Geldfrage maßgebend bei Stellung ihres Antrages war, die Errichtung der Haltestelle habe sie als notwendig anerkannt. — Stadtv. Huhn ist für Erwerbung des Geländes ohne Zusage eines Zuschusses der Interessenten. — Auf die Erklärung des Beigeord. Georgi, daß er mit seinem Anträge verhindern wolle, daß die Interessenten schon heute aus dem Beschluß Nutzen ziehen, bemerkt Stadtv. Krumm, daß er gegen den Antrag sei und die moralische Wirkung auf die Spekulation nicht hoch einschätze. — Stadtv. Haubach stellt folgenden Antrag: Die Versammlung ersucht den Bürgernieister, in weitere Verhandlungen mit der Eisen- bahndircktion bezügl. der Errichtung einer Haltestelle Nord einzutreten. Der Beschluß, die Haltestelle zu errichten, soll von dem Ergebnis dieser Verhandlung abhängig sein; falls die Stadtverordneten-Versammlung die Anlage der Haltestelle beschließt, sollen die allenfalls erforderlichen Kosten von der Stadt ohne Zuschuß des nordöstlichen Stadttells aufgebracht werden. Bürgermeister Mecum erklärt, trotz der vorgebrachten gegenteiligen Ansichten auf dem Standpunkt, daß die Interessenten die Hälfte der Kosten beitragen, verharren zu müssen. Die Hinweise auf die Begünstigung des südlichen Stadtteils durch Erbauung von Kliniken usw. seien nicht stichhaltig, die Erbauung erfolge wegen der günstigeren Lage. Ein allgemeines Interesse für den Personenbahnhof am Nordende liege vor, das Hauptinteresse aber hätten die Grundbesitzer; der Antrag auf Errichtung einer Haltestelle sei auch nicht von der ganzen Stadt gestellt worden; die Allgemeinheit hat nicht nur die Hälfte der Kosten, sondern auch die Unterhaltung der Haltestelle (etwa 5000 Mk.) zu tragen; eine Wertsteigerung der Grundstücke in der ganzen Stadt werde nicht eintreten, denn der Wert iverde durch die Zunahme der Bevölkerung gesteigert, die Werte werden sich höchstens verschieben. Die übrigen Stadtteile würden dagegen protestieren, daß ihnen Nachteile zugefügt würden und sie außerdem noch zu den Kosten beitragen müßten. Er bitte dem Antrag der Finanzdeputation zuzustimmen und die Haltestelle nur dann zu errichten, wenn die Interessenten die Hälfte der Kosten aufbringen; wie sie dies fertig bringen, werden sich schon Mittel und Wege finden. — ES wird auf Antrag der Herren Georgi und Gaffky beschlossen, die Sache an die Finanzdeputation zurückzuverweisen. P h. Kröck beabsichtigt, einige Teile seines Neubaues an der Nodheiinersttaße in Fachwerk auszuführen; Dispens wird befürwortet, desgl. das Gesuch des Weißbindermeisters Sch mall um Erlaubnis zur Errichtung eines Geräteschuppens am Wißmarer Weg. Dem Tauschvertrag zwischen der Stadt und dem Fabrikanten Nattmann bezüglich eines kleinen Geländeslreifens in der Diezstraße stimmt die Versammlung zu, ebenso der Vergebung der Bordsteinlieferung für die Longsttaße zum Preise von Mk. 4.50 per laufenden Nieter an die Firma Müller in Allertshausen. Dem Restaurateur Fritz Teigler soll gegen eine jährliche Anerlennungsgebühr gestattet werden, städtisches Gelände und einen Brunnen der ehemals PaScoeschen Besitzung zu benutzen. Das Gesuch des Karl Weber um Anlage eines Geleiseanschlupes an dasjenige der Stadt Gießen bei der Margarethenhütte wird abgelehnt, der pachtweisen Ueberlassung eines TelleS der Waldpazelle nördlich der Llebigshöhe zur Einlage eines Schliefplatzes für Len Verem ,Hundesport" zugestimmt. Von der Aufwendung der zu 570 Mk. veranschlagten Kosten für die Erweiterung der Bücherausgabe in der fiefej halle soll abgesehen werden, da die Lesehalle über kurz oder lang in geeignetere Räume verlegt wird. Die Baufluchtlinie für die Häuser Nr. 57—77 des Selterswegs wird genehmigt. Infolge Nachfrage |oGes noch einige Erbbegrc dniS- plätze auf dem Gräberfeld deS alten Friedhofs zu den üblichen Bedingungen abgegeben werden. Der Vergebung der Holzhauer- und Waldkulturlöhne im Stadtwald für 1903/04 sollen die bisherigen Lohnsätze zu Grunde gelegt werden. Die Wiese in den Eichgärten soll auch während deS Winters 1902/03 dem Eisverein unter den seitherigen Bedingungen überlassen werden. Infolge Einspruchs der Gartenbesitzer in den Eichgärten wegen des ihnen durch den Wasserdurchbruch aus den dem Eisoerein überlassenen Wiesen angeblich zugefügten Schadens soll der Graben tiefer gelegt und nach der Moltkestraße geleitet werden. fit Bericht der Oberförsterei ist, um den Stadtwäld in seinem derzeitigen Bestände zu erhalten, die Einschränkung der jährlichen Holzfällungen nötig, was finanziell eincisl Ausfall von 10000 Mk. gleichkommt. Die Versammlung m mit Einschränkung der Fällung einverstanden. Betr. des Gesuches des Georg Ruths ah um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Schillerstraße 14, soll die von dem Kreisamt verlangte Begründung der Befürwortung nachttäglich abgegeben werden. — Die Bedürfms- frage bezüglich des Konzessionsgesuches des Friedrich Schäfer für das Haus Neustadt 1 wird verneint, bezüglich des gleichen Gesuches des Heinrich Gratzfeld für das Haus Steinstraße 23 bejaht. Mehrere Rechnungen über ausgeführte Bau- und Kanalarbeiten werden genehmigt Stadtv. Jann weist auf dem schlechten Zustand des Schiffenberger Weges zwischen der Gartenstraße und dem Eisenbahnübergang hin. Bürgermeister Mecum erklärt, daß ohne Verbreiterung des Weges, die Geländeerwerbung bedinge, die Anlage eines Trottoirs nicht angängig sei. Vor Schluß der öffentlichen Sitzung brachte Stadtv. ;tru mm den Brotpreis der hiesigen Bäcker zur Sprache, lieber diesen Gegenstand werden wir in nächster Nummer berichten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. November 1902. * * Von der Universität Am gestrigen Tage hat der 100 0. Student seinen Namen in das Jmmatrikula- tionsbuch eingetragen. Es ist das erste Mal, daß diese Zahl in einem Wintersemester erreicht und hoffentlich auch überschritten wird. * * Das Gießener Universitäts-Taschenbuch, Wintersemester 1902/03, herausgegeben von der Hof- und Universitätsbuchhandlung August Frees, ist auch diesmal wieder prompt erschienen, mit dem wvhlgetroffenen Porträt des neuen Rektors Prof. Tr. Krüger geschmückt Es enthält ein erschöpfendes Vorlesungsverzeichnis und manche sonstige für die Studierenden der hiesigen Universität wissenswerten Angaben über Jmmattikulatton, Krankenkasse, Stipendien, Honorarstundung, Promotion rc., genaue Mitteilungen über die hiesigen akademischen Vereinigungen, und schließlich auch einen kurzgefaßten Führer durch Gießen. Es ist feit Jahren ein treuer Begleiter jedes Gießener Musensohnes. * * Kranken st ati st ik der hessischen Heil-An- talten und Krankenhäuser. Es giebt im Groß- jerzogtum, nach den statistischen Zusammenstellungen für 1901: 32 öffentliche und 19 private Krankenhäuser. Tie Zahl der Betten ist in den ersteren 2565, in letzteren 721. Was die Zahl der Verpflegten betrifft, so steht das DLainzer Rvchusspital mit 5002 an erster Stelle, dann folgen Tarm- stadt (Krankenhaus) mit 2777, Offenbach (Stadtkrankenhaus) mit 2554, Worms (Krankenhaus) mit 2087 und Gießen (chirurgische Klinik) mit 2019 Verpflegten. Nach der Zahl der Verpsicgungslage weist Mainz 132 949, Offenbach 83 721, Tarrnsladt 66 392, Worms 48 878, Gießen 47 596 Verpflegungstage aus. ** Im Wahlbezirk Offenbach-Land, wo bekanntlich die erste Wahl infolge des Nichterscheinens "i>er bürgerlichen Wahlmänner rejuliatlos verlaufen war, wurde bet der am Donnerstag in Groß-Steinheim abgehaltenen zweiten Wahl von den anwesenden Wahlmännern der Sozialdemokrat Johannes Orb-Offenbach einstimmig als Landtagsabgeordneter gewählt. Tie bürgerlichen Wahlmänner waren wiedernichterschienen. )—( Krofdorf, 13. Noo. Unter den 12 Abgeordneten des Wahlverbandes der acht Landbürgermeistereien des Kreises Wetzlar hat die vereinigte Bürgermeisterei Atzbach- Launsbach für die Folge drei Kreistagsabgeordnete zu wählen. Bisher hatte jede der beiden Bürgermeistereien nur je ein Mitglieo, da aber die Einwohnerzahl der Büraer- rneisterei Atzbach z. Zt. 6866 beträgt, so hatte die Äahl eines zweiten Abgeordneten zu erfolgen. Bei der auf der hiesigen Bürgermeisterei erfolgten Neuwahl wurde neben dem bisherigen Krcistagsniitglied Schultheiß Loh-Tuten- hofen Gemeindevorsteher Pfeiffer- Krofdorf gewählt. Für die Bürgermeisterei Launsbach ging diesmal Gemeindevorsteher Pausch - Wißmar aus ocr Wahl hervor. —t. Grebenhain, 12. Noo. Die Pläne zur B a h n - strecke Grebenhain-Gedern sind nun endlich eingetroffen. Dem Los I, umfassend die Gemarkungen Erain- feld, Bermutshain und Hartmannshain, ist die Bauzeit von 2 Jahren, dem Los II, umfassend die Gemarkungen Lberseemen und Gedern, wegen der großen Terrainschwie- rigketten eine solche von 2 Jahren 8 Monaten gewährt worden. Beide Lose müssen zugleich in Angriff genommen werden. Es beginnen nun sofort die allgemeinen Baueinrichtungen, während der Termin des eigentlichen Bau- anfangs auf den 1. Dezember d. I. vorgeschrieben ist. Einheimische Arbeiter können mm wahrend des Winters eine lohnende Beschäftigung finden, da ausländische Ar- beiter vorerst nicht angenommen werden sollen. () Schotten, 13. 'Nvv. Ein Dahlmann war als „unsicher" bei einigen Kollegen bekannt. 'Ulan sah sich daher genötigt, den Mann vor und während der Wahlen ft r c n ( ui überwachen. Beständig war der „Unsichere" von zwei Bekannten umgeben und man drückte ihm jedesmal kurz vor der Wahl einen Stimmzettel in die Hand. (Tas finden wir nicht, wie unser Korrespondent, „heiter", sondern das scheint uns vielmehr eine höchst unstatthafte Dahlbeeinflussung gewesen zu fein. D. 'Jieb. d. Gieß. Anz.) Z Eschenrod b. Schotten, 13. Noo. Unser altes, baufälliges Kirchlein soll durch ein neues Go 11eshaus ersetzt werden. Schon jetzt sammett man Beiträge zum Baukapital; ebenso verkaufen Kolporteure im Auftrage des Kirchenbauvereins Bilder zum Besten des Neubaues. () Darmstadt, 13. Nov. Tie Sitzung der Stadtverordneten. die heute abend unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Morncwcg stattfand, gestattete sich in der Einleitung ziemlich lebhaft. Ter Stadtverordnete Schupp hatte den eigentümlichen Schritt unternommen, beim Pro- oinzialausschuß Beschwerde resp. Protest einzulegen gegen >ie Ausführung eines von der Stadtverordnetenversammlung gefaßten Beschlusses betr. der Einführung der elet- trischen Bahn in das Johannis-Stadtviertel. Sowohl durch Stadtv. Lberschulrat Nodnagel, wie durch den Oberbürgermeister wurde der betr. Stadtverordnete ziemlich deutlich auf die mindestens „ungewöhnliche" Art und Weise- eines Vorgehens aufmerksam gemacht. — Tie 17 Gegenstände der Tagesordnung boten fast ausschließlich lokale- Interesse. Bemerkenswert ist die Mttteilung des Oberbürgermeisters hinsichtlich des weiteren Ausbaues der elektrischen Bahn namentlich nach den Vororten. Daß die Eini^ gungsbesrrebnngen mit der süddeutschen Eisenbahngesell- chaft einen guten Fortgang nehmen und er hoffe, in einer der nächsten Sitzungen darüber Näheres mitteilen zu können. — Im Anschluß hieran sei aus der geheimen Sitzung noch ein interessantes Vorkommnis mitgeteilt. Wie der Oberbürgermeister berichtete, hat ihm ein hiesiger Einwohner den Betrag von ca. 900 Mark und dazu ein Begleitschreiben übersandt, in welchem er in reuiger Weise bekennt, er habe seit Längeren Jahren seine Steuern nicht hoch genug angegeben und schicke deshalb» um fein Gewissen zu entlasten, den hinterzogenen Betrag mit Zins und Zinseszins ein. Die Stadtoerordnetenver- ämmlung war natürlich über diese durch die Thal bewiesene Einkehr des reuigen Sünders sehr erfreut Sir ft ein, 13. Nov. Eine häßliche Szene spielte sich dieser Tage auf dem hiesigen Bahnhöfe ab. ®n Bauer nebst seiner „besseren" Ehehälfte hatten einen Waggon Heu. zu verladen. Ersterer sollte die Tecke regelrecht anbringen, teilte sich aber ungeschickt an. Hierüber geriet feine Ehefrau in argen Zorn. (Äe ergriff eine Heugabel und bläute ihren Ehegemahl jämmerlich durch. Nachher zeigte der Mann größere Anstelligkeit und verrichtete sein Geschäft zur größten Zufriedenhett feiner Gebieterin. Groß-Umstadt, 13. Nov. Sämtliche Wahl- männer der Kandidatur des Realschuldirektors Tr. Lahm erlassen int „Ld. B." folgende Erklärung: „Wir haben in unserem Flugblatte vom 3. November gesagt, int ersten und zweiten Wahlgange treu zu unserem Hanbibaten, Real- schuldirektor Tr. Lahm, zu f)alten. Wenn wir trotzdem im zweiten Wahlgange für Georg Hauck in. von Schaafheim timmten, so geschah dies, nachdem Tirektor Tr. Lahm die Kandidatur auf unseren Wunsch niedergelegt und uns auf diese Weise unseres Versprechens entbunden hatte. Dieses Entgegenkommen unseres Kandidaten war veranlaßt durch die bestimmte Erklärung seitens der Wahlmänner des Herrn Hauck, andernfalls das Wahllokal zum zweiten Wahlgange überhaupt nicht betreten zu wollen, wodurch wtt in die Zwangslage versetzt worden waren, durch weiteres Beharren dem Kandidaten des Zentrums, Stodttechner Uebel, indirekt zum Siege zu verhelfen. Um dies zu vermeiden, waren wir genötigt, wie geschehen, zu handeln." — Tr. Lahm bemerkt hierzu: ,Hch erkläre, daß ich mit meinem Rücktritt von der Kandidatur es als selbstverständlich ansah, daß meine Wahlmänner jeder Verpflichtung für meine Kandidatur entbunden waren." Aus Rheinhessen, 13. Nov. Die „Zigeuner» plage" bildet eine stehende Rubrik in unseren Lokalblättern. Tie Unverschämthett der braunen Gesellen kennt kaum noch Grenzen. Tte Bevölkerung ist darüber febr erbittert. In der Gemarkung von Texheim bei Oppenheim ist ech dieser Tage zu einer wahren Schlacht mit den Sohnes und Töchtern der Puszta gekommen, lieber 40 derselben lagerten dort mit 6 Wagen mehrere Tage lang. Tie Pferde ließen sie auf den angesäten Feldern Herumlaufen, wo dieselben großen Schaden anrichteten. Vorstellungen halfen nichts, sodaß sich der Gemeindevorstand in Dexheim genötigt sah, Gendarmerie herbeiholen zu lassen. Als zwei Gendarmen die Zigeuner derjagen wollten, leisteten diese den heftigsten Widerstand, und es kam zum Handgemenge. Tie Beamten zogen vom Leder und hieben scharf ein. Der Kampf dauerte zwei Stunden. Einige 100 Bauern,, mtt Stöcken und Dreschflegeln bewaffnet^ unter st ützten die Beamten. Auf beiden Seiten ging ein wahrer Steinhagel hernieder, und es gab hüben und drüben Verwundete. Erst als von den Zigeunern einige durch Säbelhiebe schwer verletzt zu» sammenbrachen, gaben die übrigen Fersengeld. Friedlicher letzten sich die Bauern von Hohen-Sülzen mit einer größeren Zigeunerbande auseinander. Auch diese ließ chre Pferde auf den mit Wintersaat bestellten Feldern weiden. Als,die Zigeuner sich, weigerten, den Schaden zu bezahlen, pfändeten die Bauern auf Anordnung des Bürgermeisters ein denselben gehöriges Pferd, wöbet sie sicht natürlich nicht den schlechtesten Rosinante aussuchten, und brachten bann die Gesellschaft mit Gewalt, aber ohne Blutvergießen, über die Grenze ihrer Gemarkung. Tie Behörden sind insofern machtlos gegen das braune Gesindel, als dasselbe meist mit Gewerbescheinen als Pferdehändler, Kesselflicker usw. versehen ist. Frankfurt, 13. Nov. Eine elektrische Eisen^ bahnzug-Deckung wurde heute auf einer von der königl. Eisenbahndirettion Frankfurt fett längerer Zett ein* gerichteten Probestrecke auf der Linie Sachsenhausen—Gold* stein in Anwesenheit des Cisenbahnpräsidenten Thoms unb anderer hoher Eisenbahnbeamten geprüft. Tas Alten- b eetener und Offenbacher Eisenbahn-Unglück wurden in ihren Sttuationen nachgeahmt und gezeigt, wie der Apparat solche Vorkommnisse zu verhindern un stände ist. Auch Unfälle durch gesperrte Eisenbahn-Ueber- gänge und falsche Weichenstellung wurden geschickt Derrn ie den. Ter "Apparat, der auf dem Führer stand der Lokomotive untergebracht ist, funtlümierte tadellos und soll in den nächten Wochen dem Eisenbahnminister auf der hiesigen Versuchsstation vorgeführt werden. Die Erfinder sind Frankfurter. Tie Verwertung hat die hiesige Gesellschaft für Eisenbahn-Zugdeckung übernommen. Wiesbaden, 13. Nov. Prinz Heinrich von Waldeck-Pyrmont ist im Alter von 58 Jahren hier gestorben. "Dr.W.KnechfsMagenbitfer ..SÄNTIS” isl^bei Magen-u.Ddrmbeschwerden das vorzüglichsteu unentbehrlichste Hausmittel. Probefiaschei - er^|ich Woth’s Teigseife ö ij'inuyigire Küchen- uni " ™ sowie Schürzen Preis per Packe: 2U Pjg. Fabrikant I. Gioch, Hanau. I 140 Bei 7928 1. 2. 3. 4. Winterschuhe zu billigsten Preisen. 7862. •eeeeeeeeeeeeeeeeeee 7897 1,25 M. 140 ML Stückcokes .... Nutzcokes Nr. 1 . . Nutzcolcs Nr. 2 . . Entnahme von mindestens 200 Stückcokes .... Nutzcolcs Str. 1 . . Nutzcokes Nr. 2 . . nuten Bürgermeisterei offen. Heuchelheim, den 14. November 1902. Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim. Kreiling. Mitteilung des Ergebnisses der Oberreoision der Rechnung für 1900 durch Großh. Ober-Rechnungskammer. Desgleichen des Ergebniffes der Vorprüfung der Rechnung für 1901 durch den bestellten Revisor; Entlastung des Rechners. Mitteilung des Ergebniffes der stattgehabten Kaffen- reoisionen. Verteilung des Reingewinns und Bewilligung der Mittel: a. zur Prämiierung von Dienstboten, worauf der Monarch ernst antwortete: „Es bedeutet, daß ich beabsichtige, dem Zweikampfe so lange zuzusehen, bis einer den anderen getötet hat und dann lasse ich den Ueberlebenden wegen Mordes auf hängen!" — Die Geschichte ist völlig wahr, nur hat sie sich nicht in Preußen, ereignet, sondern in Schweden, auch nicht unter der Regierung Wilhelms IL, sondern unter der Karls des Zwölften, der 1718 verstarb. * Unverblümt. Man schreibt der „Münch. Post": Einen gelungenen Famulus besitzt ein hiesiges medizmi- sches Institut. Wie sein Herr und Meister ist auch der Diener Abstinent, der eifrig für den Antialkoholis- mus Propaganda macht. Als Vorstand eines Kriegervereins ließ er seine Getreuen zusammenkommen, und hielt ihnen einen einstündigen, mit derben, aber guten Witzen reich durchsetzten Vortrag über: Herzneurosen infolge Al- koholmißbrauchs. Zum Schluß meinte der Brave noch: „So, jetzt habt's ös hoffentlich aus meinem lichtvollen und anschaulichen Vortrag etwas gelernt, und sauft's in Zukunft nicht mehr wie a Stier; i hab' mir übrigens gnug Müh' geben, bis i mein'u Herrn Professa die Arbeit abgnommen hab, i hab mir halt dacht, von mir könnt's mehr lerna als von dem, denn der reö't viel z'gscheid für Euch versussne Manna!"- . . IM ML . . 1,20 ♦ • l,2i> , Gentnern: . . 1,-ML . . 145 , . . 1,20 „ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Heuchelheim für bocS Jahr 1903/04 liegt vom 17. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Jntereffenten auf dem Bureau der unterzeich- Friedrich Magnus Weiüeogasse 10 •^etOengaffe 10 empfiehlt sein reichhalliges Lager in Schuhwaren für Wer, Samen uni Herren und amerikauisthe Gummischuhe Gascokes Preise seit 10. Heil 1902: Größe 9tr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbar ste Sorte . . Größe 9hr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Artthracit Zn Wagenladungen von mindestens 36 Gentnern: Einladung. Die Vertreter der Vereinsgemeinden werden zur ordentlichen Hauptversammlung, welche Freitag, den 21. d. Mts., n rchmittags 3‘/2 Uhr im Saale der höheren Mädchenschule dcchier (Schillerstraße) stattfindet, ergebens! eingeladen. Tagesordnung. Kunst und Wissenschaft. Frau Agnes Sorma gastierte in diesen Tage? im Hof- und Nationaltheater zu Mannheim,und zwar in dem Einakter,4Zephtas Tochter", in Schnitzlers holdestem Liebesstück ,4!ibelei" und in Wilbrandts bedeutendem Menschheitsdrama, der„Meister vonPalmvra" lieber ihr Auftreten in diesem letzteren Drama sagt der Kritiker der „N. Bad. Landcsztg.": In den fünf Rollen, die ihr der Dichter auferlegt, tritt sie einmal als Jüngling auf; und eigentlich müßte man sich, trotz der Anmut der Ephe- bengestalt gegen das Unkünstlerische solchen Experiments! beim Poeten selbst wehren, nicht minder wie die Empörung der nicht perversen Kunstreizen Zugänglichen die Hamlet- Darstellerinnen trifft. Viermal aber giebt sie Weibesleben! und -Welt. Sie durch gleitet die Kontraste der Gefühle^, Leidenschaften und Charaktere, steigt vom Märtyrertum durch Verworfenheit und menschliches Irren zur Heiligung^ pilgert durch Wüsten, jauchzt in Bacchanalen, gelobet sich dem Herrn und thut Gutes den Menschenkindern; ist Zoe, das Gottesgeschöps, Phöbe, das jung verderbte Dirncheu,, Persida, die glaubensverwirrte Gattin, Zenobia, die milde^ Erlöserin. Sie giebt Anfänge, Ausblicke, Endszenen, Stücke von vielen Tragödien; das schönste ist Phöbe, in seidenen' Kissen kauernd (man muß an die ,4Züdin von Toledodenken), am größten die schmerzensreiche Atutter unb1 wenn die segensreiche Seele in irren Fahrten und Wand-j lungen vorwärts schreitend, am Ende der Tage den Äien- scheu und sich wiederfindet. Immer schwebt es hold um sie, das Weib, wo die Düse allgemein Mensch und Trief ch nervös, Natur, Zeitgeist würde. b. „ „ „ Sparern, c. zu wohlthätigen und gemeinnützigen Zwecken. 5. Bewilligung der Kosten für die Pfennigsparkasse. 6. Beratung und Festsetzung des Voranschlags für 1903. 7. Wahl von Verwaltungsratsmitgliedern. 8. Wahl von vier fehlenden Sparkasscvertretern in Gruppe c durch die Vertreter der Gruppe b (Bürgermeister der Landgemeinden). Gießen, den 3. November 1902. 7787 Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Vermischtes. * Karlsruhe, 13. Nov. Die „Badische Presse" bringt I He Mitteilung eines hiesigen Bürgers, derwegenNicht- Izahlung einer Strafe von einer Mark, die in i'aftftrafe umgewandelt war, bei der Vornahme der Ver- htaftung von vier Schutzleuten mißhandelt mnb gefesselt wurde. Tue hinzugeeilten Kinder lmrrden durch Stöße und Säbelhiebe verletzt. Mit zerrissenenKleidern und gefesselt wurde der Mann un Gefängnis abgeliefert, wo er nach Erlegung der Mark in Freiheit gesetzt wurde. Nach dem ärztlichen Zeugnis erhielt ein Knabe eine Stichwunde in die Nase und ein Mädchen hatte an der linken Seite eine größere rote Stelle. Äer Vater zeigt Schürfungen, Schwellungen an den Hän- ! Iben und Handgelenken und Kontusionen des Kopfes. Tie „Badische Pr." erinnert dabei daran, daß die Behörde auch uroch keine Erklärung über die widerrechtliche Verhaftung eines englischen Obersten durch die hiesige Polizei gegeben h-rbe. * Paris, 13. Nov. Der Abg. Congy wurde gestern v m einem Wagen überfahren und an Brust und Kops schwer verletzt. — Wie verlautet, soll der Apell- a;erichtsrat Andrieux infolge seiner Verwickelung u» die Boulaiue-Affaire aus dem Amte scheiden mollerr. Bemerkt wird nocb, daß Andrieux bei den letzten Wahlen Gegner des jetzigen Finanzminifters Rouvier war. * Belovar (Kroatien), 13. Nov. In der Kohlengrube Lrojstvo stürzte ein Förderschacht ein. Zwei Ar- I b-ater wurden getötet und mehrere schwer verletzt. * Petersburg, 13. Nov. Nach amtlichen Angaben ip in Russisch-Ostasieu vom 31. Oktober bis 3. November eilt Cholerafall, in Soeul vom 24. bis 30. Oktober kein Cholerafall vorgekommen. In Odessa wurde vom 4. bis 11. November ein pestverdächtiger Fall fest- « gestellt, der tödlich verlies. * San Francisco, 13. Nov. Der Dampfer „New- pwrt", der aus Panama eintraf, berichtet über einen Ausbruch des Vulkans Santa Maria inGuatemala, durch den die Ortschaften Palmar, San Felipe, Colombia u nb Coatepac fast völlig zerschrt sind. Viele Menschenleben || sollen verloren sein. * Die Unterschlagungen bei der Wenzels - Vorschußkasse in Prag betragen, wie von dort gemeldet wird, nach den neuesten Feststellungen nahezu 7 Millionen fcro neu. * Der Kopenhagener Muttermörder. Das erwähnte abscheuliche Verbrechen eines jungen Kopenhageners, dem die eigene Mutter zum Opfer fiel, hat in bet Bevölkerung Kopenhagens größte Entrüstung hervor- g-trafen. Die gesamte hauptstädtische Presse widmet sich scht ausschließlich diesem Ereignis, und bringt detaillierte Berichte, aus welchen die näheren Umstände des Mordes hervorgehen. Als eine finländische Bark auf der Kopenhagener Rhede die Anker lichtete, fand man im Wasser 2lii Bündel zusammengeschnürter Fußbodenteppiche, die, wie bie Untersuchung ergab, eine unbekannte Frauenleiche enthielten. Man nahm sofort einen Mord an, kam aber erst auf die Spur, als nach einigen Tagen der Maler Jör- geifen das „Verschwinden" seiner Mutter anzeigte, und sich Krieskasten der Redaktion. M. J. Dem neuen Landtage werden folgende Nationale liberalen angehören: Reinhart, Mollinger, Braun, Lang, Dr. Heidenreich, Schönberger, Seeiinger, Stöpler, Breimer, Diel, Erch. Haas-Darmstadt, Häusel, Graf Onola, Pitthan, Schill, und Weiche somit 17 Abgeordnete, wozu noch der zwar fraktionslose, aber Öen' Nationalliberalen nahe stehende Abg. Euler zu rechnen ift. Ob bta beiden Mandate in Darmstadt, die bekanntlich mit nur 2 Stimmen Mehrheit gewonnen wurden, und deren Ungilttgkeitserkläruna beantragt werden soll, dem Freisinn erhallen bleiben, ist noch frag-, lich. Die vorwiegerid agrarische Zusammensetzung der Kammer? hat sich eher verschärft als gemildert, und es sind nunmehr auch! 17 Abgeordnete, vorwiegend vom Land, die keiner bestimmt ausgesprochenen Fraktion angehören und dabei in ihrer Alehrzahl bie' agrarischen Interessen in den Vordergrund stellen. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß die fällig gewesenen Dcrmanialgefälle, nämlich Holz- und Grassteiggelder, bis zum 25. d.,Mts. an Großh. Bezirkskasse Gießen II abgefuhrt werden müssen. Gießen, den 11. 9looember 1902. 7950 Eropyerzogluhe DUt.gcimeifterei Gießen. Mecum. Hausbesitzer. Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wafferabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst oewährleislet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung. Reparaturen und Anschauung von Hauswasserlettungen werden am schnellsten von denjenigen Jnslallationsgeschäfren besingt, welche die betr. Hauswasserleitungen s. Zt. ausgefuhrt haben. Gießen, den 1L 9lovember 1902. Städtisches Gas- und Wafferwert Gießen. Otto Bergen. Giseiidahn-Zeitung. Berlin, 13. Nov. Ter „Reichsanz." meldet: Zwischen. Vertretern der beteiligten Reichs- und preußischen Ressorts» sowie der Bundesregierungen mit Staatsbahnbesitz fand gestern die Beratung des im Reichseisenbahnamt ausgearbeiteten neuen Entwurfs über die Verladung unps BeförderunglebenderTiere an Eisenbahnen ftatt; Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, doch ist zu hoffen, daß sie zu einem befriedigenden Ergebnis^ führen werden, wobei eine Reihe Wünsche, die auS landwirtscha ftlich en Kreisen und im Interesse be^i Tierschutzes laut geworden sind. Berücksichtig^ u n g finden wird. SÄ. lche" u1? beut, >-> 7»,. >“£?Ä Ä n er » ein ra r ? bie Thal be- iwAne M XW ab. Ein Bam > Waggon HA ' cmbringeu. ',ergem seine lgabel und bläute llh durch. Nachher und verrichtetejein erner Mieterin. Sämtliche Wahl» Erektors Tr. Lahm W. „Wir haben in gesagt, im ersten -rm Kandidaten, Real, Wenn wir twkdem im lü von Lchaasheim Tirektor Tr. Lahm die dergelegt und uns auf tbunden hatte. Aeses war veranlaßt durch Wahlmänner des hem m zweiten WahlgMgr i, wodurch wir in dir :n, durch weiteres Arms, Stadttechner llebch Um dies zu vermeidet , zu hcmdeln." - Ä e, daß ch mit meine 15 selbstverständlich c Verpflichtung für me: >v. Tie,Zigeuntt i in unjeren LokalbL ien gellen lernt kam baiübtt lehr bei Oppenheim ist ech i(6t mit dw. Mer 40 derselbe Tage lang. Tie M ldern herumlaufen, uv n. Vorstellungen W irstand in Texheiiu en zu lassen. WM Len'leistetest km zum HandgE hieben Einige 100 hl««/ aeln bevefiuet, beiben^nß er und esHube« A als M Mr . .Mische Eiskl ' von 1 ute auf ew, äc rt nie-ffn ^omez, pHÄä ill'Ä »0« Vorkehrungen zcgen düs Einfrieren Her Mus-Wafseckitiiugkii. Unter Hmweis auf tue ^Bestimnumgen über Anlage der Haus- wasserlettungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des Wassers In den Hauswasserleitungen bet etntretender KäUe vorzubeugen, es erforderlich ift, die Hauswasferleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser befindliche Hauptabjperrhahn geschlossen und dann das sett- lich desselben befindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestelll, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das in der Hausleitung stehende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das In dem obersten Stockwerk des Hauses befindliche Zapfventll der Hausleitung offen zu halten, damtt die Luft Zutritt in die Leitung erhalle. — Ein größerer Tell des Wassers kann auch schon durch das Zapfventtl der untersten Küche entteert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. — Nach stattgehabter Entleerung sind die beiden Zapfventtte, welche dem Eintrttt der Lust und der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des Hanptabspcrrhahnes erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapfen und Drehung im Sinne eines Uhrzeigers, bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffuen des Haupt- abfperrhahnes geschieht durch Drchung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Marge,is der Hauptabsperrhahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hof- räumen, Gärten usw. sind während des Winters mittelst chrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und erteill hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betreffende Leitung gefertigt hat. Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfichll es sich, die Wassere,ttnahme auch während des Tages auf kürzere festgesetzte Zeit zu beschränken und während der übrigen Tageszett die Hauswasjer- leitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durcb Küchen unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhallung eines kleinen Herdfeuers vorbeugen. Auch empfiehll es sich, in kalten Klosett- oder sonstigen ungeheizten Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern daselbst die Lettmig nicht schon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt ift, die Temperatur durch ein Oeschen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhallen. Sehr kalt stehende, insbesondere auch abgestellte und vorübergehend nicht m Gebrauch befindliche Klosetts (rote in Vereinshäusern usw.) werden durch Einstreuen von etwas Salz (Viehsalz) m das Schlußwasser des Syphons (Wasserabschlusses) gegen Auffrieren der Schüsseln geschützt. Die Wassermeffer nebst dem nächstauschließenden Teil der Rohrleitung sind während des Winters mtt Stroh, Säcken oder ähtttichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch nameM- lich die betr. Kellerjenster geschlossen zu hallen. — Die Herstellung aller Wassermeffer, die in Folge ungenügenden Schutzes gegen Källe Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der Bekanntmachung, >etr.: Ausführung des Gesetzes vom 7. Juli 1896, 24. September 1900 Entschädigung für an Milzbrand, Rausch brand und Schweme- rotlauf gefallenen Tiere. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Kreis- llwsschuß des Kreises Gießen in Gemäßheit des Art. 7 des oben- erwähnten Gesetzes für den Bezirk der Stadt Gießen die Herren L-iadtoerordneten Helfrich und Oekonom Kitz zu Schätzern und dfe x> irren Ehr. Haubach L und Heinrich Noll VH. zu Stellvertretern Dacjdben ernannt bat. Gießen, den 10. November 1902. 7944 Graßherzogluye Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Hercrusstellte, daß die ^Zerschw-rmdene" mit der Leiche identisch sei. Erst auf das Drängen anderer Familienangehöriger machte der Sohn die Polizei aufmerksam auf das „Ausbleiben"' seiner Mutter. Der Verdacht des Mordes richtete sich sofort gegen den Sohu, nachdem von anderen Hausbewohnern erschwerende Momente vorgebracht waren. So hatte man beobachtet, wie der junge Mann sich damit beschäftigte, den Fußboden eines Zimmers in der Wohnung zu waschen, und wie er das Zimmer verschlossen hielt. Im übrigen benahm er sich gleich nach dem Morde keineswegs verwirrt. Er war guter Dinge, sang, spielte Klavier usw. Das Geständnis des Mörders erfolgte schneller, als man es erwartet hatte. Nach der eigenen Erzählung des Mörders verübte er die That allein; er bedinte sich dabei eines Auftrennmessers, mit welchem er seiner Mutter einen tiefen Halsschnitt beibrachte. Als Motiv giebt er Uneinigkeiten mit der Mutter an; so wollte sie beispielsweise nicht in seine Verlobung willigen, urrd hatte ihm allerlei Vorhaltungen gemacht über sein arbeits- und verdienstloses Leberr. Nachdem bie Frau den Geist aufgegeben hatte, packte der Unmensch die Leiche in alte Teppiche ein und trug sie zum Hasen, wo er sie ins Wasser warf. Ob er dabei Mll- 1)elfer hatte, weiß man nicht bestimmt; der Mörder leugnet es. Auf die Frage des Richters, wie er nach der That hätte so vergnügt sein können, erwiderte er: ,4Zch glaubte, der Mord werde wohl niemals aufgeklärt werden!" *EinZweikamPf. In dem englischen Blatte „Answers" befindet sich eine kleine Geschichte: „Ein höherer ; Offizier erhielt von dem Schiedsgericht die Erlaubnis zu einem Zweikampfe unter der Bedmgung, daß man Majestät von dem gewählten Orte der Zusammenkunft und der angesetzten Zeit in Kenntnis setze. Als die Duellanten auf dem Rendezvousplatze erschienen, waren sie nicht wenig erstaunt, den Monarchen dort zu treffen und zwar neben ; einem frisch errichteten Galgen sitzeno. Der Ausforderer des Duells wagte schüchtern zu fragen, was dies bedeute, Für Cokescchnehiner, welche zwei unb mehr DoPPelwaggmrS beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Gentner. Für Aufuhr au daS Haus werden 5 Pfennig für bett Gentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Cokes — bis zu 6 Gentnern—i auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall re.) mtt keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Gentner Cokes statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der Ulmotrimuf der Gascokes von 1 bis 5 Lentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer & Schaumberger, Marburgerstraße 22, Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, Gebr. Kahl, ^ranksurlerstraße 151, Eb. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Llcherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5. Diese Firmen berechneir obenstehende Preise unserer Gascokessamt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch tn Mengen unter 5 Gentnern. \ Tie Preise unserer Gaseokes für die Abnehmer außerhalb ber Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag ber- Octroirückvergütung von 4 Pfg. für den Gentner. Gießen, den 16. April 1902. 3086 Städtisches Gas- unb Wafferwert Gießen. Für den Gentner ab Verkaufs' Stück-Gokes . Nuß-Gotes, ausschließlich trocken gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: UeWMgung. Am L Dezember 1902, vor- mütags 10 Uhr, wird im diesseitigen Geschäftszimmer Kaserne I der Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren für die Garnison Gießen auf die Zeit vom 1. Hanuar bis 80. Juni 1903 verdungen. Die LieferungS - Bedingungen liegen im Geschäftszlmmer aus; btejelbcn töniien auch gegen Zahlung der Selbstkosten bezogen werden. 7929 Schriftliche und versiegelte An- gebote sind im Geschäfrszimnrer vor Beginn des Termins mit der Aufschrift: »Angebot aus Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren^ versehen abnigeben. Garutfouverwaltuug. LichubmchlMlM. vberförsteret Oberscheld zu Dillenburg (Deutz-Gießener und Schcldethalbahn) Dislr.Söb und 96u Hohekoppe, co. 1000 rm gesundes Buchenklafter- Holz (ca. 700 rin Scheit, 800 rm Knüppel), sowie 200 rm Neiserknüppel vor dem Einschläge im Ganzen oder in größeren Partien zu verkaufen. Entfernung von der Station NikolauSstoüen der Scheldethalbahn 2—8 km. Offerten bi« Montag, den L Dezember vorm. 10 Uhr einzureichen. Bedingungen in der Schreibstube der Oberförsterei ein» zusehen.7934 Gemeinde Lützellinden sucht einen Bullen reiner Vogelsberger Rasse über 18, aber nicht über 20 Monate alt. Anerbietungen sind bis längstens 25. d. Nits, an den Herrn Vorsteher zu Lützellinden schriftlich zu richten. 7927 Gr. Rechtenbach, den 13. Noobr. 1902. Daß Bürgermeister-Amt. Kümmelkäse 1 per Pfund 30 Pf. Markt 21. I Hasen! Stets frisch geschossene Hasen empfiehlt Ebel. Wtldhäudler. wenn ich nur meinen Caiarrb los wäre!« Kun, etae Seb achtel von fay’s achten Sodener Mineral-pa$tilkn * genügt, einen leichten Ca- tarrb zu beseitigen u. einen schweren zu bekämpfen. Kaufen Sie eich eine Schachtel für 86 Pfg. in der nächsten Apotheke und Sie werden diese Behauptung sicher gerechtfertigt finden. Prima echte KHm licrDtlatwnrß grantjuiter Würden Neue Linsen 6686 soeben frisch eingetrofsen bei A. & 6. Wallenfels, Markt 21. Telephon 46. Diesen dertb 68ft , PrtliwBril|< v8tll Ntnorragtidm Qaillflti- Mtif< twpfuhit Menrafwnith* Emil Finchbtkch L Gleeaen. «2vv | Sonntags-Aerein für Mädchen. Die Vereinigung der jungen Mädchen am Sonntag soll für das Winterhalbjahr am näd)|ten Sonntag den 16. November wieder chren Anfang nehmen. Die Vereinigung findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saale der Kleiuliuderfchule; die Mädchen tonnen zu jeder Zeit kommen und gehen. Von 4 bis 5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute, unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden. Eröffnungsfeier am Sonntag dem 16. November er., nachmittags 4 Uhr. Wir laden die Mädchen zu zahlreicher Beteiligung ein, und bitten Eltern, Herrschaften und Geschäftsinhaber, ihre Mädchen auf den Sonnlagsoerein Hinweisen und denselben die Teilnahme gestatten zu wollen. Gießen, den 1L November 1902. 7905 Für den Vorstand: Dr. Naumann, Pfarrer. Heneral-Jersammlüng Samstag den 15. November 1902, abends 8 Uhr, im „Schipkapaß", bei Wirt Arnold. Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung. — 2. Rechnungsablage. — 3. Wahl der Rechnungsprüfungskommifswn. — 4. Ersatzwahl des Vorstandes. — 5. Verschiedenes. Gießen, den 1. 9tovember 1902. 7671 Der Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem ersten Vorsitzenden, Herrn A. Diokor6, Schanzenslraße 8, vom 1. bis 14. Äiovember zur gefl. Einsicht der Mitglieder offen. 7671 W.rhrMkr GWAsmciu. Lrdeiilliche Mitglicdmcrsmmlilllg Donnerstag den 20. November 1902, abends 8l/< Uhr, im oberen Saale des Cafv Ebel. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, Rechnungsablage und Eiitlastung, Vorstandswahl nach § 16 der -Satzungen. Hiernach um 9 Uhr: Vorlegung uud Erläuterung der wichtigsten neuen Erwerbungen für das Vereins-Museum durch den MuseuniS-Konservator Herrn Hauptmann a.D. Kramer. Gäste find bei dct diesem Teil des BereiuSabeudS willkommen. ftjMT' Während der geschäftlichen Verhandlungen unb des Vortrags ist Rauchen und Speisen mcht gestattet. Gießen, 3. November 1903. 7932 Der Vorstand. PUT' SSSHM krtt eit i putzt besser als jedes andere Putzmittel. ■ 18941 III II I II ■■■ I I ~ Theater-Verein. 2. Vorstellung: Samstag den 15. November. Gastspiel von Agnes Sorina als „Nora“. Anfang 8 Uhr pünliuieh. Ende 10V, Uhr. Tegeekarten bei Ernst Challier und an der Kasae im Pre'86 v.-n Mk. 6 b » Mk. 2 7"dv Abonnements Konzerte. Die Kapelle des Infanterie-Regiments »Kaiser Wllhelm" (2. Großh. Hess.) Nr. 116 erlaubt sich zu einem CykluS von Abonnements-Konzerten emzuladen. Die Konzerte finden in Stein'S Garten statt. — Dieselben werden mit Streichmusik ausgeführt, wozu ein mufik- und kunstliebendes Publikum eingeladen wird. Der AbonnementSpreiS für 6 Konzerte beträgt: Familienbillet bis zu 4 Personen ä 2)lf. 7.— Famlltendlllet bis zu 3 Personen ä , 6.— Personenbillet ...... ä f 2.20 Kassenpreis.......ä , 0,50 Die Liste zirkuliert. Der Anfang der Konzerte wird im .Gießener Anzeiger" bekannt gegeben. 0. Krausse, Grossh. Musikdirektor. Karten im Vorverkauf sind bei Herrn Ernst Challier, Neuenweg, zu haben.7694 Seit 21 Aayrea nicht mehr hier. Meckaaisches Ihealer von H. Pottharst in Hießen, Kswalds Harten. Freitag abend 8>/, Uhr: Klöftiiilgs-Llirßtlliillg. An den Wochentagen: Täglich Vorstellung, abends 8'/, Uhr. Sonntags: 3 Vorstellungen. 4, 6 und 8‘/i Uhr. Eintrittspreise: Reservierter Stuhl Mk. 1.25 (Familienkarten, 3 Stück zusammen und mehr m 1 SDlt), 1. Rang 1 Alk. (Familien- kanen, 4 Stück zusammen und mehr ä 75 Pfg.), U. Rang 50 Pfg., Gallerte 30 Pfg. Kinder unter 10 Jahren zahlen auf den drei ersten Plätzen die Hälfte, haben aus Gallerie feinen Zutritt. Mittwochs und SamStagS finben nachmittags 5 Uhr Kinder- und Kamillen-^»orUellüngen statt. Eintritt für Kinder L Rang 80 Pfg.. IL Rang 20 Pfg., Gallerte 10 Pfg. Erwachsene volle Preise, haben jedoch das Recht, ein Kind frei einzuführen. Zu diesen hochintereffanten Vorstellungen ladet ergebenst ein Die Direktion. DaS Theater ist fnßwarm geheizt. 05091 Turnverein. * Empfehle hochelegante Stiefel und Schuhe für Herren, Damen u. Kinder. Beizende Neuheiten in Ball- und Gesellschafts- Schuhen, Hausschuhen etc. in grosser Auswahl. 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