Nr. 241 Zweites Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 14. Oktober RSVS Erscheint täglich außer Sonntag». Dem Steßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem «elfischen Landwirt die «ießener ZamUien. Hättet viermal in der Woche betgelegt. KotattonSdruck iu Verlag der Brühl'lchen Untvers^Buch- u. Stein- druckeret (Pietsch Lrben) Aedaktton, Expedition und Drucrereir Schnlstraß« 7. ttbteffe für Depeschenr Anzeiger Wegen. gserusprechanschlußNr.bl. GießenerAn;eiger ** General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BS83SS VSßnaSprot», monatlich7d Pf^ viertel- tSbrltch Mk. MO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.L.— viertel» fährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die LageSnummer bis vormÜtagS 10 Uhr. ZetlenpretSr lokal IS Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich» für den polit. e. allgem. teil: P. Wittko: für .Stadt und £anb' uni „GerichtSsaal^r 6 Bll Plato: für den Aw zeigen teil: Han» Leck. Bekanntmachung. Betr.: Die Mathlldensüftrmg für die Provinz Ober- heffen. Die diesjährige Hauptversammlung der Mathilden- stistung für die Provinz Oberhessen findet Dienstag den 21. Oktober 1902, vormittags 11 Uhr, im Regierungsgebäude zu Gießen statt, wozu die verehrlichen Mttglieder der Stiftung ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Prüfung der Rechnung pro 1901. 2. Verteilung des UeberschusseS pro 1901 zur Unterstützung gemeinnütziger Anstalten. 3. Festsetzung des Voranschlags für 1902. 4. Ergänzungswahl des Vorstandes. Gießen, 14. Oktober 1902. Der Vorstand der Mathildenstiftung für die Provinz Oberhessen. I. V.: Dr. Naumann. Die KurengeueraLe sind am Montagvormittag halb 9 Uhr vom Brüsseler Südbahnhofe aus nach Paris abgereist. Sie wurden von den zahlreich anwesenden Reisenden und dem Publikum mit Hochrufen begrüßt. Ueber die Angelegenheit der Audienz beim Kaiser lehnten die Generale eine offizielle Aeuße- rung ab, obgleich sie am Wend vorher Vertretern der Presse erklärt hatten, noch vor ihrer Wreise Klarheit in diese Affäre zu bringen. Ein intimer Freund Bothas teilte den bei der Wreise erschienenen Journalisten mit, der angebliche Zwischenfall habe überhaupt nicht stattgefunden und die diesbezüglichen Aus? lassungen offiziöser deutscher Blätter beruhten aus Unwahrheiten. Um die Sache jedoch, nicht noch zu verschlimmern, würden die Generale nicht weiter darüber reden. Tie Generale trafen in Paris mittags ein. Hunderttausende waren auf den Seinen und begrüßten stürmisch die Generale. Starke anti-englische Kundgebungen veranlaßten ein Einschreiten der Polizei, die zahlreiche Verhaftungen vornahm. Ter Verkehr war gänzlich unterbrochen. Als die Generale den Eisenbahnzng verlassen hatten, begrüßte sie der Vorsitzende des Burenhilfsbundes Senator Pauliat. Louis Botha erwiderte in englischer Sprache. Er dankte sür die Beweise von Sympathie, welche die Buren in Frankreich erhalten hätten, und fuhr bann fort: Wir Haden viel gelitten. Wir mußten Frieden schließen. Tas bedeutet für Sie, wie für uns, einen harten Schlag. Ter General sprach sodann die Hoffnung aus, daß den Buren bald Autonomie gegeben werde, denn dieselben hätten in loyaler Weise die Waffen niedergelegt und beschlossen, treue Unter tränen Englanos zu sein. Man dürfe aus dieser Treue aber nicht folgern, daß Buren ungestraft in den Schmutz gezogen ober beleidigt werden dürften. (Beifall.) Nachdem sodann noch drei Redner gesprochen, begaben sich die Generale zu Wagen, die sie des Gedränges der ihnen huldigenden Menge wegen nur mit Mühe erreichen konnten, unb fuhren sobann unter den Grüßen der die Straßen besetzt haltenden Menge nach ihrem Hotel. Beim Eintreffen der Generale hatte Fran Fauqueur 75000 Francs dem General Tewet überreicht, die das Ergebnis der von dem Komitee ,^La Die des enfants bvers" eröffneten Sammlung darstellt. Tewet sprach seinen unb seiner Kameraden Tank für die Spende und zugleich seine Freude aus, sich unter Franzosen zu befinden. Er schreibe den ihnen bereiteten Empfang dem Umstande zu, daß in den Adem der Buren viel französisches Blut rolle. Ter General betonte sodann wiederholt die Dankbarkeit, die seine Landsleute für die französische Nation besäßen. Tie Worte wurden ins Französische übersetzt und riefen allgemeine Begeisterung hervor. Im Hotel wurde ihnen das Fremdenbuch zum Einträgen vorgelegt. Botha schrieb: „Bettler für ein unglückliches Volk." Tewet schrieb: „Der Glaube ist alles". Alsdann erschienen sie auf dem Balkon, um der Menge für die Begrüßung durch Wink zu danken. Man führte kleine Mätzchen auf den Balkon, welche Blumensträuße überreichten. Beim Empfang im Bahnhof bemerkte man außer dem Suren- fomitee unb den zahlreichen Journalisten nur wenige Studenten. Tie Burengenerale empfingen gestern nachmittag die oerschiedenen Unterstützungskomitees, Die sich während des Krieges gebildet hatten. Mehrere überreichten noch weitere Geld lummen. Tie Generale beschränkten sich, die An- sprachen mit kurzem Tank zu beantworten. Delarey äußerte gegenüber Journalisten, er habe sich auf dem Schlachtfeld behaglicher befunden als im Ceremoniell dieser Empfänge. Tie Generale begaben sich zuerst nach dem Ministerium des Innern, wo sie der Senator Pauliat dem Ministerpräsidenten Combes vorstellte. Botha dankte Combes für die Aufnahme, die Frankreich den Buren bereitete; sie hätten feit ihrer Ankunft in Europa Darauf gehalten, zuerst Frankreich für dessen moralische unb materielle Sympathiebezeugungen zu banken. Im Ministerium des Aeußern empfing Delcasss bie Generale in einer privat-Audienz, bie zehn Minuten währte und der niemand außer bem Dolmetscher beiwohnte. Die Suren gaben bann ihre Karten im Elysee sowie bei ben Präsibenten des Senats unb der Kammer ab. Um halb 8 Uhr fuhren die Gene- 3>ie ?tätige Aummer umfaßt 8 Seiten Politische Tagesschau. Vor der Schlacht. Reichstagsvräsibcnt Graf Balle st rem hatte am Montag, wie die Berliner Tepeschenbureaus melden, eine Besprechung mit bem Reichskanzler Grafen Bülow. Wie inzwischen bekannt geworden, ist es Pfr. Scho- walter,der an den Staatssekretär des Auswärtigen Amts, v. Richthofen, baS gestern erwähnte Schreiben gesandt hat. Eine weitere Unterhaltung bestätigt, baß es lebt glich Rücksichten-gegen England gewesen sind, die bie Generale von einem Audienzgesuch, abgehalten haben. Ter Verlauf b er Affäre ist b er folgende gewesen: Nach ben erfolgten Anregungen einer Zwischenperson, die aber wohlweislich im Unklaren lassen, in toieroeitb er Kaiser persönlich mit der Angelegenheit in Verbindung zu bringen ist, stimmte Tewet einem Besuch beim Kaiser zu. (Sr konnte nicht anders handeln, ohne unhöflich zu sein. Gleichzeitig verlangte er Informationen, nach welchen Formalitäten der Empfang vor sich gehen sollte. Tie Formalitäten, die ein Enthalten von einer Agitation rund Einführung durch ben englischen Gesandten verlangen, bildeten keinen Hinderungsgrunb. Nun blieb blfe offizielle Einladung aus. Tie Generale aber bürfen keine Audienz nachsuchen, um nicht in England anzustoßen, das den leitenden Buren gegenüber sehr mißtrauisch ist. So wird zum Beispiel die Erteilung einer Rückkehrerlaubnis an Wolmarans ober Wessels in Lonbon immer noch, also seit einem halben Jahr, „erwogen". An Fischer unb an Wessels allein finb wertvolle Besitzungen in ber Nähe von Bloemfontein von ber englischen Militärverwaltung noch immer nicht zurückgegeben worben. Ob die Depositen Wessels auf der Bank zu Bloemfontein noch mit dem englischen Auszahlungsverbot behaftet find, wie vor kurzer Zeit, weiß man niefyt, es ist aber anzunehmen. Außerdem wird befürchtet, baß jede Unvorsichtigkeit ber Generale ober anberer maßgebender Suren in Europa zu strengeren Maßregeln von selten Englands in Südafrika führen können. Aus all' diesen Gründen glaubten die Generale, eine f rar e Einladung haben zu müssen, ehe sie die Audienz wagten. Taher bie offizielle Mitteilung ber Generale aus dem Haag vom 6. d. Mts. Unsinn ist es aber, von einer Differenz zwischen Tewet und ben beiden anderen Generalen zu sprechen, wenn das raschere Temperament den einen zu Mitteilungen an die Oefsentlichkeit veranlaßte, bie der vorsichtigere Botha zurückhielt. Tie „N or bb. Allg. Z t g." schreibt: Nach Mitteilungen, bie, wie die „Leipz. Neueft. Nachr." behaupten, direkt aus der Umgebung der Burengenerale stammen, soll im Auftrage der Generale eine Darlegung über bie Frage ihres Empfanges bei bem Kaiser an das Auswärtig e Amt ergangen fein. Staatssekretär v. Richthofen ist allerdings in dieser Angelegenheit ein Privat schreib en des Sekretärs des Burenhilfsbundes, Pastors Scho walt er, zugegangen, indessen haben, abgesehen davon, baß ber Inhalt dieses Briefes nur eine mangelhafte irrige Orientierung über die thatsächlichen Vorgänge verrät, bie Generale, bem Auswärtigen Amte in keiner Weise zu erkennen gegeben, baß sie neuerbings Herrn Sch o w a l t e r als ihren Vertreter bestellt haben. Tas Auswärtige Amt konnte unb kann nur von solchen Erklärung en der Generale Akt nehmen, bie sie selbst unmittelbar oder durch, einen berufenen Vermittler abgeben. Nach einer direkt an das Berliner Buren-Hilfskomitee ergangenen Meldung treffen die Generale Tonnerstag dort ein unb werden dort bis Montag verweilen. Ter bekannte Dichter Ernst v. Wildenbruch richtet von Meran in Südtirol aus eine Zuschrift an die „Nat.- Ztg.", in ber er ausführt, baß er zu»r «Ankunft der Burenführer Botha, Telarey unb Tewet in Berlin, bie anfangs auf ben 21. September angesetzt war, von ben mit ben Empfangsvorbereitungen betrauten Persönlichkeiten ersucht worben war, bie drei Herren mit einer Ansprache zu begrüßen. Gern hatte er sich bazu bereit erklärt, weil er es „als eine Auszeichnung ehrenvollster Art empfanb, ben drei heldenhaften Männern persönlich gegenüberzutreten." Inzwischen hat er sich aber genötigt gesehen, eine im Hinblick auf seine Gesundheit erforderliche Fahrt nach Meran zu unternehmen, wird also, wenn Botha, Telarey unb Tewet in Berlin eintreffen, bort nicht anwesend fein, was er „tief bedauert". Wildenbruch erläßt außerdem in einer Korrespondenz einen Aufruf, in dem er zu Sammlungen für die Suren auf fordert. Ter Ortsausschuß des deutschen Burenhilfsbundes zu Frankfurt a. M. ist eifrig bemüht, bie Surcngenerate auch zu einem Besuch Frankfurts zu veranlassen. Er lädt die Vertreter aller Vereine unb solche Persönlichkeiten, welche bie Not in Südafrika lindern zu helfen bereit sind und sich grundsätzlich mit ber Einladung einverstanden erklären, zu einer vertraulichen Vorbesprechung auf Tonnerstagabend ein. Ausdrücklich wird bemerkt: „Antienglische ober sonstige Demonstrationen unterbleiben selbstverständlich". Vor allem soll es sich darum handeln, bie Bestrebungen ber Generale durch Geldsendungen zu unterstützen. vale, von berittener Garde eskortiert, zum Diner, das bad' Burenkomitee veranstaltet hat. Das Publikum bereitete ihnen auch hier einen sympathischen Empfang. Während des Banketts, bei dem FrSdöric Passy und der deputierte Doumer die Burengenerale feierten, und das bis Mitternacht währte, dauerten die Sympathiekundgebungeu des Publikum- fort Von anderer Seite schreibt man uns aus Berlin- 13. Oktober: Ter Haltung ber Polen in ber Zolltariffrage ist bisher verhältnismäßig wenig Beachtung zugewenbet worben. In biefer Fraktion überwiegt zunächst noch die ablehnende Stimmung gegenüber ben Getreibezollsätzen ber Regierungsvorlage. Vielleicht spielen hierbei weniger wirtschast- liche, als politische Erwägungen mit Die polnische Frattion ist ja im allgemeinen agrarisch gerichtet. Dem Vernehmen nach ist bas Verlangen bei ihr stark, der Regierung Durch Wlehnung ihrer Vorlage ein Mißtrauensvotum zu erteilen. Dem Delegiertentag der nationlliberalen Partei in Eisenach lag folgender Antrag aus Hannover auf stärkere Betonung ber liberalen Grundsätze vor: „Es ist unter ben gegenwärtigen Verhältnissen be- sonbers dringend notwendig, baß die nationalliberale Partei ihren alten liberalen Grunbcharakter in ent* schiebener Weise bethätigt. Der Delegiertentag erwartet, baß bie Vertreter ber Partei in ben Parlamenten diesen Standpunkt energisch zum Ausdruck bringen." Ta man von mehreren Seiten hierin einen Tadel gegen die nationalliberalen parlamentarischen Fraktionen erblickte, wurde der Antrag zu Gunsten des folgenden zurückgezogen, der einstimmig angenommen wurde: „Ter Delegiertentag begrüßt in den Ausführungen ber Herren Saf(ermann unb Kahl ben Ausbruck ber liberalen Grundsätze ber Partei unb erwartet, baß bie Vertreter im Parlament dies zum Ausbruck bringen." In der Zoll frage wurde folgender Antrag des Zentralvorstandes gegen eine kleine Minderheit angenommen: „Ter Delegiertentag der nationalliberalen Partei erachtet bie Verabschiedung eines neuen Zolltarifgesetzes unb Zolltarifs, sowie das Zustandekommen günstiger langfristiger Handelsverträge für eine wirtschaftliche und politische Notwendigkeit. Er bedauert) daß durch Versagung des e r f o r d er lich en Zo ll s ch utze s für bie Landwirtschaft von rabikaler Seite, Durch Aufstellung übertriebener, das Allgemeinwohl schädigender Forderungen im einseitigen Interesse eines Berufsstandes von agrarischer Seite das Zustandekommen der Vorlage erschwert ober gef ähr bet wird. Ter Dele- giertentag erwartet, daß die Reichstagsfraktion sich im Wesentlichen aus ben Boben ber Regierungsvorlage stellt, baß sie keinesfalls über die in berRegierungsvorlage enthaltenen Mindestzölle hinausgeht unb baß sie weitere Mindestzölle ablehnt." Von bayrischer Seite wird beantragt, die letzten gesperrt gedruckten Worte zu streichen. Dieser Abänderungsantrag wurde gegen 81 Stimmen (von etwa 700) abgelehnt unb ber Antrag bes Zentralvorstanbes im Ganzen mit allen gegen 49 Stimmen angenommen. Die Ereignisse bes nationalliberalen Parteitags werden von den Berliner Sluttern mit Recht dahin ausgefaßt, baß sich ein „Ruck nach links" vollzogen hat. Tie „Voss. Ztg." begrüßt, baß sich „wieber ein frischerer, freierer Geist hervorwagt." Die Annahme ber zuletzt erwähnten Resolution ist zurückzuführen auf die Bemühungen des Abg. Safiermann, der in feinen Ausführungen mit aller Entschiedenheit diese Forderung zur Geltung brachte unb ebenso bestimmt sich für ein stärkeres Betonen des liberalen Gedankens aussprach. T'er oben erwähnte „Tadel" gegen dit- nationalliberalen parlamentarischen Fraktionen wendet sich offensichtlich nur gegen diejenigen, die man Ter Gegenstand ber Unterhaltung wird vermutlich die Tisposition der Zolltarif-Debatten gewesen sein. Nebenbei aber dürfte Gras Bülow sich erkundigt haben, wie im Zentrum die Tarif-Stimmung ist, und wie im Allgemeinen bie Chancen stehen. Gin Mann, wie Graf Ballestrem hat bafür einen scharfen Mick. Nun, das Zentrum will nicht widerstreben, falls wenigstens der Gerstenzoll erhöht wird. Das ist bie unabänderliche Bedingung der bayrischen Zentrumsleute. Anders lehnen sie den Tarifentwurf ab. Tie Bedingung ist an sich nicht so erheblich, doch die Folgen sind erheblich. Denn, wird der erhöhte Gerstenzoll äugeftanben, dann fordern mit verstärkter Nachdrücklichkeit die Konservattven die erhöhten Roggen- und Weizenzölle. Mso entweder grundsätzlich keine Konzession über die landwirtschaftlichen Zollsätze hinaus, oder es beginnt das System ber „Kompensationen" nach bem berühmten Muster ber preuß. Kanalpolitik: Well ber Aue dies kriegt, kriegt der andere jenes. Der Faden ist schier endlos, jede neue Erfüllung zeitigt einen neuen Wunsch oder gleich deren mehrere. Aeußerst lebhaft ist, wie uns aus Berlin ge* schrieben wird, auch bie Nachfrage des Publikums nach Em- laßkarten zu ben Tribünen. Tie Svannung gilt natürlich in erster Reihe ben Erklärungen ber Regierung. Schon bie erste Lesung bes Tarif-Entwurfs hatte sich über Erwarten interessant gestaltet. Jetzt aber kommt bas Hauptkapitel an bie Reihe. Alles Vorhergegangene war nur ein „Aufklärungsgefecht" — freilich ohne das Resultat einer Klärung. In den nächsten Tagen hebt der große Entscheid bungskampf an. Nicht minder geschäftig wie die Vertreter ber Regierung, bie alle Hänbe voll zu thun haben, find die zu Wortführern ausersehenen Wgeorbneten. Alle anderen Ereignisse werden zurücktreten müssen hinter den Ereignissen, die sich demnächst im Reichstagspalast vollziehen. Nicht nur um das Sein ober Nichtsein des Zoll- tarifentwurss handelt es sich — bie Haltung großer Parteien zur Regierung, namentlich der konservativen' Partei, dürfte durch diese Debatten für längere Dauer beeinflußt werden. Vermischtes Die aus acht Personen be- Bad-Nauheims wurde Kandidat aufgestellt worden ist. — Die Mainzer Zen- trumSparte: hat zu der bevorstehenden LandtagSwahl nunmehr auch Stellung genommen, indem von dem Vorstande der Beschluß gefaßt worden ist, selbständig in den Wahlkampf zu treten und eigene Kandidaten aufzustellen. Man war, wie das ,Mainzer Journal * mitteilt, seitens der ti st Zentrumspartci bemüht, gemeinsam mit den übrigen bürgerlichen Parteien der Stadt Mainz, die seil 18 Jahren durch zwei Sozialdemokraten in der Zweiten hessischen Kammer vertreten ist, eine andere Vertretung zu verschaffen, welche Bemühungen indes resultatloS verliefen. An dem Wahlkampfe werden sich jetzt also daS Zentrum, die Nationalliberalen und die von den Demokraten und den Deutschfreisinnigen unter» Schlachtgewicht, seit zwei Wochen wird aber der Schweinepreis mit 66—68 Mark per 50 Kilo Schlachtgewicht amt- lich notiert. Infolge dieses Preisrückganges Jinb wieder eine Anzahl Schwcmemetzger mit dem Preis der Fleisch- und Wurstwaren auf die früheren Preise zurückgegangen. pr. Pfund itzkraut per — Stadttheater. Mittwoch wird als zweite I ließen. volkstümliche Vorstellung »Der Hüttenbesitzer" von Darmstadt, 13. Okt. Dem Vernehmen nach tritt die Georges Ohnet aufgeführt. Die Rolle der ,AthenäiL" spielt evangelische Landessynode am Dienstag, 28.Oktober, diesmal Fräulein Adelheid Mannstaedt. Die Wieder- zusammen. Die Sitzungen sinden im StändehauS statt und holung von PhilippiS erfolgreicher Novität »Das große werden voraussichtlich einige Tage in Anspruch nehmen. — Licht" findet am kommenden Freitag, den 17. d. Mts., statt. Ein hiesiger Rentner hat sich heute vormittag in seiner Woh- ** Zu den Landtagswahlen. In einer Ver- nung in einem Anfall von Schwermut erschossen. trauenSmänner - Versammlung der deutschfreisinnigen Mainz, 13. Okt. Die hiesige Armee-Konsero en- Partei, welche gestern in Ingelheim stattfand, wurde fabrik eröffnet diese Woche ihre diesjährige Schlachtkam- beschloffen, für den Wahlkreis Ingelheim-Finthen den Rechts- pagne. Geschlachtet werden täglich 25—30 Ochsen, deren anwalt Ferdinand Börkel aus Mainz als Landtagskandldat Fleisch in der denkbar kürzesten Zeit gekocht, geschnitten und aufzustellen. Dieser Wahlkreis wurde früher immer durch in Büchsen verpackt wird. Zu dem Stopfen der Büchsen einen Freisinnigen vertreten, ist aber bei der letzten Wahl sind zirka 100 Personen nötig, welche Arbeit in zwei großen von dem Zentrum erobert worden, welches den Rechtsanwalt Räumen vorgenommen wird, in denen die peinlichste Rein- Dr. Frenay von Mainz in den Landtag entsandte, der seitens lichkeit herrscht. Die Köpfe der Ochsen gehen an die Vieh- deö Zentrums zu der bevorstehenden Wahl wiederum als | lieferanten retour und werden an Private verkauft. — Der Preis für Schweine ist auf unserem Viehmarkte im Laufe der letzten 2 Wochen wieder etwas zurückgegangen. Seither kosteten nach dem amtlichen Marktberichte auf unserem Vichhof die Schweine Mark 68 bis 70 per 50 Kilo allgemeinen Kranken Hause verstarb. Als der That dächtig ist der 17 Jahre alte Lehrling Jakob Groß verhaftet worden. c, _ . * Mannheim, 13. Okt. Ter verhaftete Direktor Böhm war auch Testamentsvollstrecker und ^>er- mögensverwalter d.es >)lachlasies der verstorbenen Gräfin de La Ross. Wie der Korrespondent des genannten Blattes von zuverlässiger Seite erfährt, ist dieser dlachlaß nicht mehr intakt. Böhm soll über 100 000 Mk. für sich verwendet haben. . Gießen, 14.Okt.Marktbericht. Auf dem heutigen WochenmarN kosteten: Butterpr.Pfd. 0,90—1,00 Mk., Hühnereier pr. St. 7—8 Psg., 2Slck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., (Enteneier 0—0Psg., Käse pr.Stck. 5—9 Pf.,Kasematte2Stck. 5—0Psg., Erbsen pr.Ltter 19Psg., Linsen pr. Ltter 32 Psg., Taubenpr. Paar 0,60—0,80 'DIL. Hühner pr. oL 1,00—1,30 Mk., Hahnen pr. Stück 0,60—0,85 Mk., (Enten pr. Stück 2,00—2,30 Alk., Gänse pr. Psd. 50—65 Pfg., Ochsenfleifch pr. Psund 66—76 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Psg^ Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund stützten Sozialdemokraten beteiligen. * * Zu dem Selbstmord des Bürgermeisters Wörner in Bad-Nauheim wird der ,^Frankf. Ztg." geschrieben: Im Januar 1894 kaufte ein aus Kottbus zugezogener Arzt ein Haus am Allceplatz. Bor Abschluß des Kaufvertrages bedeutete ihn Bürgermeister Wörner, der den Akt vorzunebmen hatte, daß nach hessischem Gesetze die Anwesenheit Der Ehefrau des Arztes und deren Unterschrift unbedingt notig sei, obwohl der Arzt erklärte, daß seine Frau nicht miterbe und er nach dem in Kottbus geltenden Rechte (Gütertrennung) allein kaufen könne. Ter Bürgermeister blieb bei seinem Verlangen. Um die Formalität zu erfüllen und den Kaufvertrag schnell abzuschließen, rief nun der Arzt seine Frau telegraphisch von Kottbus nach Nauheim. In einem späteren Ehescheidungsprozeß^und bei Ableistung eines Lffenbarungseides berief sich die Frau des Arztes auf ihr an^bliches Miteigentum an dem Haus in Nauheim. Ter Ar strengte einen Prozeß dagegen an und ließ den SBürgernieifter Wörner als Zeugen vorladen. Tiefer soll nun am 15. April 1901 vor dem Landgericht in Gießen einen falschen Eid geschworen haben und sollte deshalb am 11. d. M. verhaftet werden. Tem entzog er sich durch Selbstmord. — lieber die Beerdigung Wörners wird uns von unserem Nauheimer Korrespondenten folgendes geschriebenUnter Beteiligung der meisten Vereine und fast der gesamten Bevölkerung ' gestern nachmittag 4 Uhr Bürger- beerdigt. Pfarrer Vogel hielt meisterWörner ___ v nach dem Texte: „Richtet nicht, auf daß Ihr nicht gerichtet werdet eine ergreifende Leichenrede, und danach legten die Vorstände der Vereine Kränze am Grabe nieder. Allgemein nimmt man jetzt an, daß verletztes Ehrgefühl, die Angst vor dem Niederlegen seines Amtes, verbunden mit Schwermut, den Unglücklichen in den Tod getrieben habe. Wörner war außerordentlich gefällig und gerne hilfbereit gegen jedermann, hat aber zu sehr an dem alten Gemeinde- ordnungssystem festgehalten, sodaß jetzt bedeutsame Veränderungen für Bad-Nauheim bevorstehen dürften. *• Die Bürgermeisterwahl zu Bersrod hat der werden. t _ Berlin, 13. Okt. Die Abendblätter melden, das Abschiedsgesuch des Oberpräsidenten der Provinz Hannover, Grafen Stolberg wurde unter Verleihung des Kronenvrdens erster Klasse genehmigt und Regierungspräsident Wentzel in Wiesbaden zum Nachfolger ernannt (Tr. Wentzel trat in Wiesbaden fein Amt am 1. April 1898 an; er tarn von ftobtenfa, iw er । ■. ialauSfcbufi in feiner Sitzung am Samstag, wie ™ 0 rf'lt * d-r Tb'tl Hofgeismar und Mar bürg; 1889 wurde er als vor- die Kosten des Verfahrens verurteilt. In der Verhandlung tragender Rat in bad landwirtschaftliche Ministerium be- kam zur Sprache, daß der Versuch der Wahlbeemflustung m rufen. D. Red.) unzulässiger Weise gemacht worden fei. U. a. sei Freibier — Tie drei Buren, welche sich vorige Woche I)ier gefpenbct worden, um die Wähler zu beeinflussen. Es wäre aushietten, haben Berlin wieder verlassen. Kommandant ^er Wahl Stimmengleichheit erzielt worden, wenn ins- Botha ist zum Besuche eines ihm befreundeten befonbere zwei Wähler nicht beeinflußt unb zur Stimmabgabe nach Schlesien, die beiden anderen naä) Holland gereist. e|nen Kandidaten genötigt worden wären, für den sie 66—76 Pfg., Nut)- UNO Rindfleisch pr. Pfuno öv—04 Psg., fleisch pr. Pfund 70—80 Pfg^ -Lchweinefleisch, gesalzen. 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 68—72 Pfg., Hammelfleisch 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 4,00—4,50 Mk., We _ Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 8,30—3,50 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Tie Marktzeit dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Gegenstände des Wochenmarkwerkehrs dürfen vorjöeginn der Marktzelt überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit nur auf den dafür bestimmten und angewiejenen Verkaufsplätzen, also auch nicht im Umherziehen, feilgeboien werden. Arbeiterbewegung. Terre-Roirc,13. Okt Heule Morgen fand das Begräbnis des von einem Gendarmen getöteten Arbeiters statt. Tie Feier, der über 10 000 Personen beiwohnten, verlief ohne Zwischenfall, obgleich besondere polizeiliche Vorkehrungen nicht gctrofren waren. Tie Gemeindemitglieder von Terre-Noire, ein Vertreter des Präfekten, der Bürgermeister, dessen Beigeordneter, der Gcmemderal sowie eine Samt (Etienner Abordnung nahmen Teil. Tie Grubenarbeiter von Samt (Etienne erschienen mit Fahnen. Am Grabe wurden mehrere Reden gehalten. Rew-Aork, 13. Okt. Von zuverlässiger Seite verlautet, der Sekretär des Knegsamles, Root, sei am Samstag vom Präsidenten Roosevelt beauftragt worden, Morgan aufzufordern, 'Mittel ausfindig zu machen, wie der Ausstand beigelegt werden könne. Morgan habe das Verlangen m Erwägung gezogen, den Sekretär Root fedoch später davon unterrichtet, daß er nichts zu thun vermöge. Briefkasten brr Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) M. Hof. Tie Polizeiverordnungen, von welchen § 366, Zister 10 des Reichsstrafgejetzbuches spricht, beziehen sich sänulich auf die Verkehrssicherheit auf öffentlichen Wegen, Straßen und Platz«» -------------------------sonst nicht gestimmt hätten. Der Provinzialausschuß schloß ^lluHUUV* sich im allgemeinen den in der Verhandlung zur Sprache London, 13. Okt- Tem „Atarning Leader" wird aus gebrachten Gründen für die Kassation der Wahl an und kam Madrid gemeldet: In Murria haben die Bauern das zu dem oben mitgeteilten Erkenntnis. Bureau der Zeitung „Tiario^ überfallen, die Druckerei .)(. Krofdorf, 13. Ott. Tie Lehrer des Jnspek- ^erstört und zwei Redakteure schlimm tionsbezirks Wetzlar waren am gestrigen Tage zu ihrer verletzt m .. . . . diesjährigen Amtskonferenz hierfelbst versammelt. Kreis- T»e Polt-n dementrerl^das Frücht «spektor Geibel-Dudenhofen hatte Krofdorf zum 4Tnnfl nach einer b4jährigen Wirksamkeit IN unserer (Be- cJvUP A1UU1 UllV c-WHU. tneinbe in den wohlverdienten Ruhesland getreten. Gewiß Gießen, 14. Oktober 1902. ein seltenes Fest, wenn ein Lehrer solch' lange Zett in treuer - Hofnachrichten. Der Fürst zu Isenburg- Pflichterfüllung an einem Orte gewirkt hat. Kem Wunder, Birst ein traf vorgestern zum Besuche des Großherzogs in daß die Feier daher auch unter ansehnlicher Beteiligung von Jagdschloß Wolfsgarten ein. Der Großherzog und sein Setten der Vorgesetzten, vieler Geistlichen, sowie sämtlicher hoher Gast fuhren gestern vormittag nach dem Kranichsteiner Kollegen aus Stadt und Land stattfand. Der Senior der Park, um auf Hirsche zu pürschen. — Der Groß Herzog Lehrerschaft, Altha uS-Münchholzhausen, nahm nach einem hat für die Prinzessin Elisabeth bei Jagdschloß Wolfsgarten einleitenden Gesang das Wort und sprach im Namen der nach dem Plane deS ProfesiorS Olbrich ein reizendes Garten- Lehrerschaft feinen Glückwunsch aus. Der Kreisschulinspektor Häuschen mit einem Gärtchen davor erbauen lasten, welches richtete ebenfalls herzliche Worte an den Jubilar, wie er in ba6 höchste Entzücken der Kinder bildet. seiner langjährigen AmtSthätigkeit mit Treue und Gewissen» — Die Verpflichtung und Einführung des Hastigkeit feines Amtes gewaltet, dasselbe in einer schwierigen Rektors und der beiden Hauptlehrer an der hiesigen Zeit begonnen, aber in Deutschlands großer Zett ruhmreich Volksschule findet heute statt. vollendet habe. Um seinen Dank für die ihm dargebrachten - Auszeichnungen. DerDroßherzog hat den nach- Ehrungen abzustatten, ergriff hierauf Lehrer Weil selbst das benannten Beamten in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn- Wort, bann folgte ein weiterer Gesang, womit bie offizielle gemeinschast auS Anlaß ihrer am 1. Oktober l. Js. erfolgten Feier ihr Enbe erreichte. Der Verlauf bes dann folgenden Versetzung in den Ruhestand folgende Orden verliehen: am Festessens im Freund'schen Gasthause legte Zeugnis ab 23. August d. IS. dem Güterexpedienten Jakob Frieds am von der Wertschätzung und Beliebthett, deren sich Herr Weil zu Mainz daS Silberne Kreuz deS Verdienstordens Philipps erfteut. deS Großmüttgen, am 6. September d. Js. dem Eisenbahn- —Winterschonzeit fürFische. Mildem 15.Oktober sekretär Friedrich Adam zu Mainz daS Ritterkreuz 2. Klasse beginnt die Winterschonzett für Fische; sie dauert bis deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Sta- 14. Dezember einschließlich. tionSassistenten Wilhelm Kern zu Bingen daS Silberne p. Friedberg, 12. Okt. Heute nachmittag 4 Uhr Kreuz deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen; am fand in der Stadtkirche ein Volks-Kirchenkonzert statt. 10. September d. Js. dem Bahnmeister Konrad Bischofs Veranstaltet war dasselbe von dem Organisten Müller an zu Lauterbach die Krone zum Silbernen Kreuz des Ver- der Stadtkirche zum Besten des Orgelbaufonds. Es wirkte dienstordens Philipps des Großmütigen, den Lokomotivführern mit Fräulein Jäger-Lich (Sopran), Herr S im on-Mainj Cornelius Rieger und Adam Aul, beide zu Aschaffen- (Violine) und die GesangSabteilung des evangelischen Ar- burg, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift .Für beitervereinS. Vorzügliches leistete besonders letzterer Chor, treue Dienste". dessen Gesänge auf eine ausgezeichnete Schulung schließen * K o b le n z, 13. Okt. Ter „Kvbl. 3tg." zufolge t o t e t e in der letzten Nacht in dem benachbarten Rübenach em Arbeiter während eines Streites eine Per f on durch D^sser- 'tiche und verwundete sechs, darunter ewige fchwer. Ter Thäter wurde verl-aftet. * Tort mund, 13. Ott. Die aus acht Personen bestehende Familie des Arbeiters Witte ist an Vergif- unklsersch einun gen erkrankt. Tr ei Kinder sind ge- orben, die anderen Personen sind außer Lebensgefahr * Magdeburg, 13. Okt. In einem hiesigen Hoiel er sch o ß sich heute mittag der Kaufmann Carl Reimes aus Halberstadt. Tie Motive zur That sind unbekannt. — Einbrecher verübten in dem 2chuhwarenge,chäft von Ärciy berg einen Einbruch und räumten das ganze Sager auf. * Mannheim, 13. Okt. Eine schwere Messer- affaire spielte sich in der verflossenen 9Lacht zwischen 12 unb 1 Uhr in der Restauration „Zur Tomschanke" m der Nähe des Paradeplatzes ab. Eine Anzahl junger Leute war in Streit geraten. Fünf oder sechs der 'Beteiligten schlugen, und stachen auf den 19 Jahre alten Kaufmann August W^or- ner ein. Tab ei erhielt Wörner einen so gefährlichen >stich in die Brust, daß er während des Transports nach dem G'rrtTiftmruiufe verstarb. Als der That ver- rin stimmig angenommene erste Antrag, ist tm Gegensatz zu bat Forderungen des Herrn Basiermann und Geh. Justizrat Professor Kahl bei weitem nicht so markant tote der hannoversche Antrag. Im übrigen wird eine nahe Zukunft lehren, ob durch den Beschluß zum Zolltarif-Entwurf die Einigkeit der nationalliberalen Reichstags fraktion her- gestellt ist. Deutsches Reich. Berit«, 13. Ott. Ter Kaiser hat seine Wrrise | von Lad in en bis Freitag den 17. ds. verschoben. — Nachträglich werden Einzelheiten einer Rede be*1 tarnt, die der Kaiser am vorigen Tiensitag im Offizierkasino des dritten Grenadierregiments in Königsberg hielt. Wie ein Telegramm aus Königsberg berichtet, feierte 5er Kaiser unter anderem den neuen kommandierenden General deS ersten Armeekorps v. d. Goltz mit folgenden Worten: Nun kann ich ruhig schlafen, jetzt habe ich einen Häseler im Westen, einen Häseler im Osten. — Nach der „Dtsch. TageSztg." liegt die Broschüre des entlassenen Verbandsrevisors Bühring in der Angelegenheit deS Majors Endell auch dem Ehrenrat in Posen vor. Ferner ist seitens Endells die ehrengerichtlicbe Untersuchung gegen den Landrat von Wittich, beantragt worden. — Wie aus Halle gemeldet wird, erklärte der freif. Rrichstagsabg. Tr. Barth in einer Versammlung der lib. Vertrauensmänner zu Wittenberg, daß er für Wittenberg» Schweinitz nicht wieder kandidieren wolle; daraufhin wurde einstimmig Stadtrat Sichler-Wittenberg als Kandidat aufgestellt. Tr. Barth teilte auf Grund ihm gewordener zuverlässiger Information mit, daß die R e i cb s- tagswahlen im Juni nächsten Jahres ftattfinben Gerichtssaal. sä Darmstadt, 12. Oft Strafkammer. Ter Dienst». knecht PH. Freund, 25 Jahre att, aus Gießen, sowie fern Kollege, der 27jährige K. F. H a u f f e aus Torgau, haben am 24. August 1902 auf der Straps Reinheim—Spachbrücken den ^ienflknechi Andreas Baumann unvermutet von hinten zu Boden gensfen und ihm mit Messern 15 Stichwunden m den Kopf, der Stirn, das Gesicht und in die rechte Hüfte zugesügt, sodaß er blutuber- strömt bis zum 'Morgen liegen blieb. Baumann befindet sichz.Zt. noch im Tiatonlsfenhaus dahier. Für diese ungemem rohe^Thal wird Freund zu einem Jahr drei Monaten, Hausse zr ernemJahrGefängnis oerurttilt Kassel, 11. Okt. Im Cioilprozeßversahren wurde heute hier ein Nachspiel zum Treberprozeß verhandelt. Ein hiesiges Bankhaus, welches durch den Treberkrach arg geschädigt wurde, klagte auf Entschädigung gegen den früheren zweuen Tlrektor der Trebergesellschail, B o l l m a n n, der jetzt m Hannover ansamg UL Es waren ein Fünftel der im Treberprozeß vernommenen Zeugen geladen. Die größte Anzahl der Zeugen vermochte auch dieses Alal keine bestimmte Auskunft zu geben. Bollmann selbst erwiderte auf die Aussagen, daß seine Thätigkeit m der Finanzableilung nur begrenzt gewesen sei. Direktor Schmidt hätte ihm stets die Höhe des Kredtts mitgetedt, welchen diese oder jene Bank der Gesellschaft eröffnet und er habe innerhalb dieses Kredits die Wechsel ausgestellt. Ter wahre Stand der Gesellschaft sei ihm bis zu deren Zu- ammendruch unbekannt gewesen. Die Sache wurde schließlich zwecks weiterer Beweiserhebung vertagt. Im nächsten Termin ollen die Akten aus dem Treberprozeß vorgelegt und Adolf Schmidt als Zeuge vernommen werden. ES kam übrigens zur Sprache, daß die Verhandlungen mü der französischen Regierung bezüglich Schmidts im Sinne der deutschen Behörden zu Ende geführt worden sind, und Schmidt diesen nun kerne Schwierigkeiten mehr bereiten kann. Kassel, 13. Oktober. Die Voruntersuchung gegen den fruy«eo Treberdireklor Schmidt wird voraussichtlich in den nächsten acht Tagen beendet werden. Die Anklage lautet auf betrügerischen Bankerott und Vergehen gegen tz 814 des Handels- gesetzbuches. Die Hauptverhandlung wird wahrscheinlich schon tm Dezember vor dem Schwurgericht ftattfinben und mindesten- vierzehn Tage dauern. Tie Verteidigung Schmidts führt Justtzral Eckels aus Göttmgen. Potsdam, 13. Okt. TaS Schwurgericht verurteilte den Maler Otto Wagner aus Nowawes, welcher angeklagt war, am 21. August die verwittwete Justizrätin Jßmer ermordet und beraubt zu haben, wegen schweren Raubes au lebenslänglicher Zuchthausstrafe und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Tie Schuldfragen auf Mord und Totschlag wurden verneint. Zan-el und Uerkchr. Volküwirlschasl Loudon, 13. Oktober. Der Preß Affociation wird die Meldung der .Financial ^ew^^ bestätigt, daß die Regierung binnen kurzem eine Bill vorlegen werde betr. Aufnahme einer von der englischen Regierung zu garantierenden Transvaalanleihe im Betrage von dreißig iDli Ilion en Pfund. Markte. Beim Verlassen deS Restaurants ttnrrben dir flnrrncfr- vvy aber doch dringend 37,°/° Türkonlose . . -Aal. 2. Tag. Bo: H»ettb6 5.15 Uhr. Bratheringe. eißkoht Mark an. BOhon TOD niederen Absätzen. 7219 Käse p.Pfmd FrantiyrWStitioer Mäusburg 12. Mäusburg 12. N, Beiss. Feinsten Medizinal- in Flaschen und 6910 ausgewogen. FrühstücksLäse 10—15 ilarin“ 7208 nrch eingetroffen. 7216 empfiehlt 7065 7058 empfehlen 0. Röhr & Co. Speziell für das Erlernen des Tanzens führe ich einige dauerhafte Sorten mit hohen und Mainzer Handkäse 05 Thüringer Stangen 15 101.09 92.35 102.90 92.10 100.10 99.70 103.00 1 (1) 1 (1) 103.10 50.60 81.50 28.45 122.20 44.00 Schloßkäse Gervais Emmenthaler Edamer Gouda Briekäse Chester Roquefort Rahmkäse Limburger Parmesan Kräuterkäse 24 35 Reiohsanleihe do. Konsole . do. . . Echte 7082 Richard Buchacker, Reuenbäue 11. »ft. Hl Hl dringend den Wunsch geäußert, die Buren-Generale 8% Mexikaner , . , 4,/g% Chinesen . . . Electric, ßohuckert . . Nordd. Lloyd . . < Kreditaktien . . , . Diskonto-Kommandit, . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . , Berliner Handelsges. < Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . . Laurahütte . . . . Bochum Harpener..... Tendenz: fest. 1,20 1,00 1,00 1,20 1,80 1,80 —,80 —,48 1,60 p. Stck. H 10 Jagdwesten gewebte lacken Bismarck-Heringe Berliner Rollmöpse russische Sardinen Meter Bücklinge Feinste Blrechdurchfall L-mgentuberkulose Ltehirnabsceß_____ t in Gießen nicht, der Treppen kann Gottesdienst in der Synagoge^ Südautage. Israelitische Neligionsgemeinde. Donnerstag, den 16. und Freitag, den 17. Oktober 1902: Friedberger Pferde - Lose a Mk. 1, 11 Stück Mk. 10, (Ziehung 22. Cttober d. Js.) zarantiert rein, bei 7008 CbristianWallenfels 17 Marktplatz 17 am Kriegerdenkmal. Le^ephon 262. Gegründet 1826. Neue holl. Bollhcrtnge „ marinierte Heringe Neueste Meldungen. Oviginaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Laubhütteufest. 1. Tag. Vorabend: 5.15 Uhr. 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Sinfo. uggejchadigiMSe, iroeüen Hannover an$igi[L imommtntn jtugtn mochte üiiii dieses nann schlemidem ginanjaMiing nur ihm D die Höhe Sauf dertzesellschost die Wechsel auöge- jm bis zu dem Zu- e wurde schließlich 1 nächsten Lemin ■gelegt und Doli (am übrigens zur Men Regierung irden ju Unbe gelt Schwiengkeiten lautet aus * des Handels chrscheinlich itiM m nben und minbtiiw midts führt verurteilte den Al« igeklagt war, am ZL gmer ermorde. i iu lebenslang Mrd und Totschlez Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Dienstag, den 14. Oktober, nachmittags 51/, Uhr, findet im kiconfirmandensaal der Johanneskirche Bereinigung der neukonfir- m irrten Aladchen der Lukasgemeinde statt. Pfarrer Euler, tötet, benacheinA i&t iafc" W l"i‘ i-S°r «us SmA« jy d« ^Utchen Stich « dem ver- W Groß ver. shafltete Di. strecker und Ver. torbenen Gräjin -NMMen Blattes uhlaß nicht mehr l'ch verwendet 4% Griech. Monopol.--- w ____,_____ , Iten oahrn 4>/s% äussere Argentiner gebracht wurden, die Feindseligkeiten einzustellen; er werde nicht wieder zur Büchse greisen, well er den Fried en sv ertrag unterzeichnete. Er'sei glücklich, sich in Frankreich zu befinden, das er stets geliebt habe und aus Büchern kennen lernte. Die Buren wollten eine Ökonomische Unab- hüngigkeit, das sei der Zweck der Reise. Der General gedachte mit ehrenden Worten des Grasen Villebois- Mareurl. Dann sprach Delarey, der den Frauen Frankreichs für ihre Opferwilligkeit dankte. Die Buren würden nicht vergessen, daß französische Blut in ihren Adern rollte. Hierauf dankte Botha für den Empfang und sprach die Ueberzeugung aus, daß Südafrika nur von Südafrikanern gut verwallet werden könne. Redner dankte den Burenhilsskomitees für ihre Unterstützung und schloß: Werfen Sie uns eine gute Rettungsleiter zu, wir werden uns derselben gut zu bedienen wissen. Endlich! sprach Senator Pauliat über die Arbeiten des Burenkomrtees. Hottrsdienst ter israelitischen Keligionsgesellschast. L onnerStag, den 16. und Freitag, den 17. Oktober 1902: Hütteufest. L Tag: Vorabend: bM Uhr. Morgens 800 Uhr: Predigt. l«:chmittags 400 Uhr. 2. Tag: Vorabend 6*° Uhr. Morgens 8" Uhr. Sabbathfeter am 18. Oktober 1902. Freitagabend 5U Uhr. Morgens 8" Uhr. Nachmittags 4 Uhr. vMbbathauSgang 6“ Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6* Uhr, abends 5 Uhr. Robert Ml Neustadt 23 empfiehlt zu billigsten Preisen: 7217| Siu Waggon schönes Weißkraut wird preiswert abgegeben. Hofgut Leu st ad t, Äation Stockheim. nen Pfund. ML der Volksmenge lebhaft begrüßt. Roanne, 14. Ott. Die Webereibesitzer langten, daß die Arbeiter auch am Samstag nachnrittaH für sie arbeiten. Die Arbeiter weigerten sich jedoch, too-. rauf die Arbeitgeber beschlossen, zwei Prozent der Arbeiter zu entlassen. Diese 12 000 Mann erklärten sich mit den Entlassenen solidarisch und verlangten WiedereinshelLmg andernfalls wollen sie in den .Aus st an d treten. Saint-Etienne, 14. Okt- Die Setzer erklärten, sich mit den Grubenarbeitern solidarisch Knb beschlossen den allgemeinen AuSstand. Prag, 14. Okt. DaS De'' Wöchentliche jlederflchtber fcobtefälk in brr Stobt (Siefen. 88. Woche. Vom 14. Septbr. bis 20. Septbr. 1902. ik^mvohneiAahl: angenommen zu 26 400 (infL 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 5,91, nach Abzug von 2 Ortsfremden 1,97 °/oo. Kinder starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom L Lebensjahr: 2.—16. Jahr Aestellungm auf la. Weißkohl allerfeiuste QualttLi für SanerkrantfabrUatto« per Zentner frei inS HauS Mk. L90, bet Mehrabnahme billig« werden entgegengenommen. Lieferung von Mitte Oktober an. Carl Kaufmann Louis Bühl Haudelsg'artuerei Fischbdrse 7010 11 Bahnhofstraße 11. Markt 5. Telephon 50. Summa: 8 (2) 2 (2) — 1 Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel bar Todesfälle in der betreffenden Krankhett auf von auswärts nach L ießen gebrachte Kranke kommen. Stabt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: SlhiknvriiS, 54 psß. Me. Berl. Röllmtzse prt Stück 6 Pf., 100 Stück 5,50 Mk. We. Bismnlkherillge per Stück 10 Pf. Me. rufi. Sardinen per Psd. 40 Pf. 7210 E. Dort. ^frbni^C Berlin 14. Okt. Roch dem Verlauf der letzten Bundesraissttzung wird in unterrichteten Kreisen an- genommen, daß der Bundesrat seinen bekannten Standpunkt in Bezug auf die Mindest zölle nicht auf- geben wird, auch nicht in Bezug auf den Mindestzoll für Gerste. Irgendwelche Beschlüsse wurden nicht gefaßt. — Die Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte veranstaltete gestern abend eine te 1 SiÄ'""Präg,H Okt.'°TÄ'Defizi t bet der Wenzel», das Berliner Po liz eipräsidium habe wiederholl und Vorschüße ässe soll über 5 Mrllion en dringend den Wunsch geäußert, die Buren-Generale tragen. ^te Kasse wird am 2^ bS. eine ^I^or^ntllchck möchten bet der Fahrt zu ihrem Hotel denWegdurchdaö Generalversammlung abhalten, worin über ihr Schstksal cpfr Brandenburger Thvr vermeiden. Berlin, 14. Okt. Die vom Staatssekretär Grafen Posadowsky in der Zolltarifkommis'' kündigt« Enqueteüberdie Kar telle wird mit kontradiktorischen Berbandlungen über das Walzdraht-Syndikat und ^btüift-Svndikat demnächst ihren Anfang Port au Prin ce, 14. L-rr. "pte megiernngsrrnffp«^ nehmen. Es werden dabei die Vertreter dieser Kartelle und welche die Beschießung von Montciuri ^emommen hatt^ LL Wnehmer, unabh^gi.e Sachverst^ige ver. E« --n zen werden Aufstände gegen die Regierung gemeldet. ü7n, Rewyork, 14. Okt- In Chicago hat die MLuge und gestern nacht das Holzpflaster der Straße aufgerissen, W mte damit zu Heizen. Tie Polizei mußte einschreiten.z schieden werden wird. W1,u|cn ' Belgrad, 14. Okt. ReuerdingS zirkuliert daS Gv- ssion anae- rücht, daß die Reise des MnigspaareS nach Livaviok :d mit kontra- wegen angeblicher Unpäßlichkeit der Zarin einen unliebsamen Aufschub erfahren habe. Port au Prin ce, 14. Oft. Die Regierungstruppeo^ ‘ 'jung von Montciuri unternommen batten, ,were Verluste. Wie verlautet, hatten fi£ nommen werden. Berlin, 14. Oft. In der am Freitag abend zu Ebren der Burengenerale in der Philharmonie stattfinden- den Versammlung wird neben dem Abg. Luck ho ff i dem Pastor Riemann als dritter Redner das bekannte Herrenhaus-Mitglied C^af Mirbach sprechen und das Hoch auf die Generale ausbringen. Wegen des gewaltigen Andranges zu dieser Versammlung ist nunmehr noch eine zweite Versammlung ebenfalls in der Philharmonie für nächsten Montag abend in Aussicht genommen. .... London, 14. Oft. Der Preis für Hauskohle »/° stieg um einen Shilling, für Jndustriekohle um M Sh. /0 pro Tonne. , , , ... 872% Hessen - . Lüttich, 14. Ott. Die Hausbrandkohlen sind 3% oberhessen uut 2 Francs per Tonne gestiegen. Da Belgien bedeutende 4% Oesterr. Goldrente Lieferungen nach Frantteich 'ausgeführt hat, wird hier ein 472% Oesterr. ßilberrente 101.10 Mangel an Industrie-Kohle befürchtet. 4% Ungar. Goldrente . . 101.45 Paris, 14. Okt. Gegen Ende des den Bur en gen e- 4% Italien. Kente . taten zu Ehren veranstalteten Tiners wurde denselben ^^»o^Äen^ ' eine silberne Plakette überreicht, dre auf der einen n Äken ' ' Seite das Bild Krügers und auf der anderen eine allego- * rische Darstellung der beiden Republiken zeigt. Tew et hiell eine Rede, in der er schilderte, wie die Bu C. Roth II. Nachfolger Telephon 322. Wallthorstratze &. „ Camembert 50 n bester Ware empfiehlt [7222 L. Steinhäuser, islephon 346. Neuenbäue 17. Lebevde Lahuhechte, Aale, Karpfen uns Backfische 04555 sowie sämtl. Geefische stets z. haben Gießener Fischhaus M. Simon, Asterweg 1. Prompter Versandt nach auswärts Für gebrochenes, feinstes Tafelobst suche Lieferant für ca.80—100 Ctr. i J. M. Schulhof. Tanzschuhe in grösster Auswahl und verschiedenen Ledersorten Kissen mit 2Vi Pfund gefüllt, Stück zu 4.75, 5.50, 6.70, 8.—, 9.— Mark und besser unter Garantie für vollständig reine und neue Füllung, Emma Sewing Wetzsteinslr. 45. Wetzsteinstr. 45. Maschiueustrickerei. 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