Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Dienstag 14. Oktober WO2 Aus MM und ^and Bekanntmachung. Betr.: Den Anschluß deS Gr. KreisvetermärarntS Gießen an das öffentliche Fernsprechnetz. Die Wohnung deS Gr. KreiSveterinärarzteS Schmidt zu Gießen (Lonystraße Nr. 20) ist auf Beschluß des Kreis- auSschuffeS an das Telephonnetz angeschlossen worden. Gießen, den 13. Oktober 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- Dr. Breidert. rungsvorlagen unb neue Anträge aus dem Hause und Interpellationen nicht ausbleiben; der Reichstag sieht sich also schon jetzt einem voll gerüttelten Maß von Arbeit gegenüber, sellrst wenn sich im Laufe der Beratung über den Zolltarif Herausstellen sollte, daß dessen Erledigung innerhalb der gegenwärtig lausenden Legislaturperiode sich nicht durchführen läßt. Nr. 841 vrschetn« tiglt* außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem Vesstfchea Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scher, Untvers^Buch- u. Stein- drucke rei (Pietsch ttrben) Redaktion, Expedition und Druckereir «chnlstraße 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. grrnsprechanschluß Nr. 5L Gießen, den 14. Oktober 1902. Gedenktage. Zu Arolsen wurde am 15. Oktober 1805 einer der größten Dialer von großartigem Schönheitssinn, höchster Lebendigkeit und Energie des Vortrages, Wilhelm o. Kaulbach, geboren. Charakteristisch ist eine Reihe seiner berühmtesten Schöpfungen („Zerstörung von Jerusalem", „Hunnenschlacht"), in welchen er, häufig allegorisch-symbolischer Ausdrucksnüttel sich bedienend, über die Grenzen eigentlicher Historienmalerei weit hinausgeht. Hochgeschätzt sind ferner seine Zeichnungen zu Reinecke Fuchs und seine Illustrationen zu Goethes, Schillers und Shakespeares Dichtungen. Die Ausschmückung des Treppenhauses im Berliner Museum ist die Hauptleistung seines Lebens. ** Evang. Bund. Wie man uns mitteilt, hat der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes für diesen Winter drei große Wendversammlungen vorgesehen. Dieselben sollen stattfinden am 30. November 1902, am 25. Januar und dem 1. März 1903 im großen Saale von Steins Garten. Ta gewiß vielen noch der erhebende Verlauf der Landesversammlung im letzten Sommer, insbe- sonoere die so anregend verlaufene Wendversammlung in gutem Gedächtnis steht, wird diese Mitteilung sicher mit Freude begrüßt werden, zumal es bereits gelungen sein soll, hervorragende Redner für die genannten Abende zu gewinnen. ** Kammermusik-Abende. Tie seit einigen Jahren bestehenden, von dem Universitäts-Musikdirektor inö Leben gerufenen Abende haben sich bereits vollständig eingebürgert, werden also auch in diesem Jahre willkommen geheißen werden. Zu Herrn Trautmann gesellen sich als fester Stamm die Herren Reb ner (Violine) und Heijar (Cello), denen sich dann abwechselnd als Mitwirkende andere Künstler und Künstlerinnen anschließen. In diesem Jahre sind wieder drei Abende vorgesehen; Herr Challier, der das Arrangement ausführt, nimmt jederzeit Meldung auf Abonnements entgegen. Alles weitere wird in den nächsten Tagen unser Inseratenteil bringen. ** Gastspiel von Charlotte Wiehemit ihrer Pariser Gesellschaft Wie wir soeben erfahren, wird der Komponist der beiden Mimodramen „Die Hand" und „Seine Puppe", Henry Bersny aus Paris, in der Aufführung am Freitag, den 24. d- M., selbst die Direktion oeS Orchesters übernehmen. Der Vorverkauf der Tageskarten beginnt schon diesen Freitag, den 17. d- M. 1? Abend st ern, 13. Lkt- Nachdem vor einigen Tagen die bei der Lahnkalk- und Marmorindustrie seit März beschäftigten polnischen Arbeiter wieder in ihre Heimat abgezogen sind, steht nun seit heute auch die Ziegelpresse ’tilL Trotzdem werden aber den Winter über beide Ringöfen des Werkes in vollem Betriebe erhalten werden. Die Nachfrage nach den anerkannt guten Klinkersteinen unseres Werkes ist derartig stark und andauernd, daß der vorhandene, etwa dreiviertel Millionen betragende Vorrat an geformten Steinen hintereinander fertig gebrannt werden soll. Auch die Anlage zur Massenfabrikation von Terrazzosteinen und von Marmormehl, welch letzteres für chemische Zwecke stark begehrt ist, wird in vollem Betriebe bleiben, sodaß die auf dem Werke beschäftigten heimischen Arbeiter sämtlich den Winter über beschäftigt werden können. Zur Neichstagseröffnung. Heute (Dienstags nimmt der Reichstag {eineVerhandlungenwiederauf. Das Haus hatte ich am 11. Juni vertagt, und zwar nach einer Doppel- itzung, in der drei große Vorlagen verabschiedet wurden, nämlich die Novelle zum Zuckersteuergesetz, die Brüsseler Zuckerkonvention und die Abänberung zum Bran n t w e in st euer ge setz. Man wählle die Vertagung und nicht den Schluß der Session, um die Vorbereitung gewisser Gesetzentwürfe nicht unter den Tisch fallen zu lassen, denn bekanntlich muß beim Wiederzusammentritt des Hauses nach Schluß einer Session jeder noch nicht endgiltig verabschiedete Gegenstand von Anfang an vorgenommen werden, während nach einer Vertagung die Verhandlungen da wieder einsetzen, wo sie unterbrochen wurden. Tas Haus beginnt also seine Verhandlungen mit der 193. Plenarsitzung. Die erste fiel auf den 14. November 1900. Das Haus blieb damals beisammen bis Mitte Mai 1901 und vertagte sich bis Ende November, weil die Seemanns- ordnung noch nicht erledigt war, dann kam ine zweite Vertagung irn.Frühsommer dieses Jahres, sodaß lieb, diese Session mit ihren Unterbrechungen voraussichtlich bis ins ’nerte Kalenderjahr ausdehnen wird. Außer der Beratung des Reichshaushaltsetats, 6ie naturgemäß einen großen Teil der Sitzungen in Anspruch nehmen wird, steht in allererster Linie die Zolltarifvorlage, die sich zusammensetzt aus dem Zolltarif-Gesetzentwurf mit 12 Paragraphen und dem eigentlichen Zolltarif, der nach der ursprünglichen Regierungsvorlage in 19 Abschnitten *946 Positionen umfaßt. Wer den Verhandlungen des Reichstages über die Zolltarifvorlage folgen will, wird sich zunächst den Unterschied zwischen beiden Teilen gegenwärtig halten müssen. Der Zolltarifgesetzent- wurf enthält als wichtigste Bestimmung im Paragr. 1 die Einführung von Minimaltarifen für die vier Hauptgetreidearten Roggen, Weizen und Spelz, Gerste und Hafer. Unter den für diese Getreidearten festzusetzenden Zöllen, nämlich, wie Die Regierung vorschlägt, 5 Mk., 5,50 Mk-, 3 Mk. und 5 Mk. für den Doppelzentner sotten sie überhaupt nicht, also auch nicht aus Staaten eingeführt werden, mit denen wir voraussichtlich neue Handelsverträge schließen werden. Die Zolltommission hat bekanntlich diese Bindung der Zölle nach unten auch für Schlachtvieh beschlossen. Paragr. 2 bestimmt die Erhebung der Zölle im allgemeinen nach dem Reingewicht, in Ausnahmen nach dem Rohgewicht oder nach Stückzahl, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Verschiedenheit der Verpackung, soweit sie für die Verzollung ins Gewicht fällt, im Tarif selbst zum AuÄrruck kommt. Die folgenden Paragraphen enthalten Bestimmungen über Zollbefreiungen (Grenzverkehr, Passagiergut, Erbfchaftsgut, Durchgangsverkehr, Muster, Proben rc.), sowie die Errnach- ttgung für den Bundesrat, in gewissen besonderen Fällen Zollbefreiung zu gewähren, Paragr. 8 die Behandlung zollpflichtiger Waren aus Staaten, welche deutsche Waren und Schisse ungünstiger behandeln als die anderer Staaten. Paragr. 9 betrifft die Transitlager, Paragr. 10 die Stundung der Zollgefälle, Paragr. 11 Strafbestimmungen und endlich bestimmt Paragr. 12, daß der Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes durch kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des Bundesrates festgesetzt werden soll. Die Uveite Hälfte der Vorlage umfaßt die Zollsätze selbst und zwar mit wenigen Ausnahmen berechnet nach einem Doppelzentner. Tie ganze Vorlage wurde als Entwurf der Regierung Ende Juli v. I. durck) den „Reichsanzeiger" veröffentlicht und beherrscht seitdem vorwiegend die gesamte innerpolttische Lage, unermeßlich ist die Zahl der Versammlungen, der Reden aus berufenem und unberufenem Munde, der Resolutionen, der Zeitungsartikel, welche sich der Zolttarisvorlage annahmen, und der Kampf der Meinungen wogt auch heute noch un- geschwächt hin und her. Der Reichstag selbst ging an die erste Beratung der Vorlage in der 102. Sitzung der gegenwärtigen Session -am 2. Dezember v- I. heran und widmete ihr fast ununterbrochen (nur einmal kam die Poleninterpellation dazwischen) 10 Sitzungen. Dann ging die Vorlage zur Einzel- leratung an die aus 28 Mitgliedern sich zusammensetzende Zolltaristömmifsion. Diese hat bei angestrengter Arbeit fast während des ganzen Sommers ihre Aufgaben in zwei Lesungen vor kurzem gelä|t und voraussichtlich schon am lammenden Donnerstag wird das Plenum des Hauses an der Hand der Beschlüsse der Kommission die zweite Beratung in, Angriff nehmen. Wie sich die einzelnen Parteien zur Vorlage stellen, dürfte im allgemeinen bekannt fein. Der Kardinalpunkt sind die Getreioezölle, den Agrarier konser» vattven find sie zu niedrig, den radikalen Parteien der Linken entweder zu hoch ober sie forbern gar Zollfreiheit, Zentrum, Reichspartei und Nattonalliberale stehen — mit Ausnahmen natürlich — auf dem Boden der Regierungsvorlage. Zunächst, am ersten Tage feines Wieberzusarnmentritts, wird ber Reichstag, wie gemeldet, Petitionen erledigen, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen. Nichts wird in den Parlamenten stiefmütterlicher behandelt, als die Petttionen. Sie werden meistens als letzte Punkte auf die Tagesordnung gesetzt, und da wichtigere Gegenstände die Kraft des Hauses bereits erschöpft haben, sobald die übliche Schlußstunde geschlagen hat, so verschwinden die Petitionen meistens geräuschlos in der Versenkung. Erst wenn Schluß oder Vertagung bevorsteht, erinnert man sich wieder der Petttionen, denn schließlich sind die Wähler auch Menschen. Natürlich liegt ein großes Bündel Petttionen zur Beratung für den ersten Tag vor, unb es ist kaum baran zu benfen, daß sie alle in einer Sitzung erledigt werben. Weiterhin übernimmt ber Reichstag in bem neuen Sessionsabschuitt 49 Anträge aus bem Hause (Initiativanträge), ben Gesetzentwurf, betreffenb ben Schutz der gewerblichen Kinderarbeit, ber in erster Lesung erlebigt ist, ben Entwurf betreffend« die Reichsgarantre für die Eisenbahn Dar-es-Salaam-Mro- goro, der leider angesichts der üblen Finanzlage des Reiches wieder nur schwache Aussichten auf Annahme hat, eine Anzahl von Rechnungssacyen unb zwei Interpellationen, nämlich die der Polen über die Schulverhältnisse in Wreschen unb bie sozialdemokratische über Maßnahmen gegen Die Arbeitslosigkeit. Seit ihre Beratung vertagt wurde, sind Monate vergangen, sie entbehren also des dringenden Interesses, unb es ist wohl anzunehmen, baß sie erst bann wieber auftauchen werben, wenn ber Reichstag aerobe nichts Besseres zu Ihun hat. Außerbem werden auch neue Regie- ** Die hessische Epileptischen-Anstalt zu Nieder-Ramstabt besteht kaum zwei Jahre, unb schon sind 40 Pfleglinge bann aufgenommen worden. Gegenwärtig wird ein Erweiterungsbau ausgeführt, damit auch hessische Kranke aus Bethel bei Bielefeld hierher übergeführt werden können. Welche große Anzahl von Kranken aber beherbergen dagegen die von Bodelschwinghschen An- • finiten! Tie Zahl der Pfleglinge in diesen ist im letzten Jahre von 1707 auf 1768 gestiegen. Ein ziemlich großes Dorf bilden all die zerstteut liegenden Häuser und Häuslein dort im Feld und am Waldesrand. Wohlthätig wirken beide Anstalten, aber sie sind auch reich an Schulden; Bethel legt auf das Pflegegeld pro Kopf 23 Psg. jeden Tag zu, das ergiebt eine jährliche Summe von 155 000 Mk. Freilich^ die christliche Liede hat den Kranken dafür auch so freunb- liche Wohnplätze geschaffen, daß sie sich dort fast wohler fühlen als in der früheren Umgebung, in ber man sie mit Scheu behanbelte, mied und von vielem ausschloß. Ta: die für beide Anstalten bestimmte gemeinsame Hauskollekte mit Genehmigung des Ministeriums demnächst auch an weiteren Orten des Kreises Gießen, zunächst in Lich, zur Erhebung kommen sott, sei auch an dieser Stelle noch einmal auf sie aufmerksam gemacht. Diese Kollekte hat jedenfalls die größte Berechtigung und ihr ist deshalb ein entsprechender Erfolg zu wünschen. ** Bierbrauerei und Bierbe st euerunM in Hessen. 9Lach den für das Rechnungsjahr 1901 ausgestellten Jahresnachweisungen waren im Großherzogtum un verflossenen Jahre 129 Bierbrauereien im Betrieb, gegen 137 im Vorjahr und zwar in der Provinz Rh einh ess en 29 (im Vorjahr 32), in Starkenburg 75 (79) und in Oberhessen 25 (26). In diesen Brauereien wurden im ganzen 1574 087 (1900 1 486 828) Hektoliter Bier gebraut. Hiervon kamen auf Rheinhessen 872578 (815 094), auf Starkenburg 460 378 (440 068) und auf Oberhessen 241131 (231666) Hektoliter. In Rheinhessen betrug die Mehrproduktion 57 484, in Starkenburg 20310 unb in Oberhessen 9465 Hektoliter. Tie Ausfuhr von Bier aus bem Groß- Herzogtum mit bem Anspruch auf Steuervergütung ist auf gleicher Höhe wie im Vorjahre (7400 Hekt.) geblieben. Ter Absatz erfolgte zum größten Teile nach ber bayerischen Pfalz, Baben unb Elsatz-Lothringen. An Brausteuer sind cach Abzug der Steuervergütung für ausgeführtes Bier 1258 631 Mk. eingegangen, 47 793 Mk. mehr als im Vorjahr. (rg.) Lönb er g a. b. L., 13. Oft Am TienÄtag der vergangenen Woche hatten sich etwa 180 Teilnehmer auf ber Station Lönberg eingefunden, um der festlichen Einweihung des neuen Kohlensäure-Werkes Augusta Viktoria beizuwohnen, mit dessen Verwad- tung nicht nur die Gastwirte^Bereinigungen im GroßherzoK- tum Hessen, sondern auch die Frankfurter unb anberen süddeutschen Gastwirtbe^Vereinigungen Verträge wegen Lieferung der für den Bierausschank so nötigen flüffigen Kohlensäure Verträge abgeschlossen haben. Don Ähnberg aus wurde ber Weg durch bie herrliche Lahnlanbschaft unter ben Klängen ber Weilburger Stadtkapelle zurückgelegt. Am Mineralwasserwerk würbe zuerst Halt gemacht, um dieses einer Besichtigung zu unterziehen. Tann gings über die Lahn zum Wilhelmsbrunnen, aus welchem bas neue Etablissement bie Kohlensäure gewinnt. Ter technische Direktor bes Werkes begrüßte hier bie Gäste und gab in kurzen Zügen ein Bild bes Entstehens ber Anlage. Redner gedachte ber Thätigkeit des Vorstandes des Rhein-Main- Gastwirte-Verbandes, dessen Initiative das Werk seine Entstehung verdanke unb schloß mit einem Hoch auf diesen Verband Hierauf würbe das Etablissement von den Gästen eingehend besichtigt, wobei Ingenieur E i g e l - Gießen, nach dessen Angaben ber maschinelle Teil ber Fabrik ausgeführt würbe, die Gewinnung der flüssigen Kohlensäure erläuterte, itoobei man erfuhr, daß außer dem Wilhelms-Brunnen auch das Wasser des jenseits der Lahn liegenden Sprudels Augusta Viktoria teilweise zur Kohlensäure-Herstellung herangezogen wird. Im großen Abfüllraum waren inzwischen die Tafeln gedeckt, um den Gästen mit Kaffee unb Gebäck aufwarten zu können, außerbem stand für die Herren ein kaltes Buffet unb von ber Brauerei Helbig-Weilburg ein guter Trank zur Stärkung bereit. Im Auftrage des Aufsichtsrates ber Gesellschaft machte Generalagent Fröhlich-Gießen ben Wirt, er begrüßte bie Erschienenen unb sprach seine Freube darüber aus, daß man ber gut gemeinten Einladung so zahlreich nachgekommen sei. In feiner Rede wies er ferner bar aus hin, oaß es besonders Gießener gewesen seien, die sich beim Bau des Werkes verdient gemacht. An ber Festtafel toastete Reinemer- Darmstadt auf ben Bunb deutscher Gastwirte, I as kow s ky-Gießen aus bie beutschen Gastwirts-Frauen und ber erste Tireöor des Werkes, Neibharbt, auf bie Schutzpatronin des Sprubels, auf bie Kaiserin Augusta Viktoria. Tie Feier würbe bann in Weilburg im Hotel zur Traube beendet, wo bie Berufsgenossen im gemütlichen Zusammensein noch einige Stunben verbrachten, bis bie Abendzüge sie wieder nach allen Richtungen in die Heimat brachten. )—( Grünberg, 12. Lkt. Ter hiesige Turnverein hatte heute abend im Gasthaus zum wilden Mann eine Gedächtnisfeier der 50. Wiederkehr des Todeschagesj des Turnvaters Jahn veranstaltet. Ter erste Sprecher des Vereins, Herr C. H. Jöckel leitete die Feier mit einer Rede ein unb übergab das Wort bem Lehrer Wolf aus Bersrob, einem eifrigen Turner, ber das Leben und Wirken Jahns von der Wiege bis zum Grabe schilderte und eine Verdienste um das Vaterland, besonders aber um die Turnsache hervorhob. Ansprachen, Vorträge unb Gesang gaben ber Feier die rechte Würze. Auch Tekan Wagner machte sich um das Gelingen der Feier verdient- (l.) Nidda, 12. Ott. Ter Zwetgverein des Gustave Adolf-Vereins hielt heute hier sein JahreKsetz öS) Gietzener Anzeiger W ** General-Anzeiger " ** “SS" v fürbenpolit a. aOgtm, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ___________________________ v zetgenleu: Han« Beck. Gießen, den 18. Oktober 1902. Betr.: Me oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Großh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie ortsüblich veröffentlichen unb gegebenen Falles von der telephonischen Verbindung Gebrauch machen. Dr. Breidert. ©faxtet Schrimpf von Hirzenhain predigte über bas Wvvt „yfir werdet die Wohrhell erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen^". Ter von Pfarrer Her-rmann ver- leserre RechenschastSbericht gerate in allen BereinSaeLieten AorwLrtSschreiten. TaS Schlußwort sprach Pfarrer Sauer von Geiß-Nidda. In Krafts Saalbau fand ein geselliges Beisammensein statt- Hier wurden noch verschiedene Ansprachen gehalten. Pfarrer Sauer gedachte der stillen und segensreichen Wirkung des Frauen Vereins. Pfarrer Werner gab interessante lieberblicke über Wirken, Ent- wicklung und Aufgaben des Vereins iur In lande, insbesondere unter dem Freizügigkeitsgesetz. Ter protestantischen Brüder tat Auslände gedachte Pfarrer Wolf von Remstädt, der der Hauptversammlung zu Cassel beigewohnt hatte. Er erfühlte interessante Einzelheiten aus Spanien, aus Frankreich, wo jetzt ein frischer Zug in die protestantische Bewegung kommt, und aus unserem österreichischen Bruder- hmde. (l.) Bad Salzhausen, 1L Okt. Unsere neuerbohrt^ Solquelle hat einen Salzgehalt von 2.8 Prvz. und eine Wärme von 28 G-vad R. (vegerrwärtig wird ou«h fortgesetztes Pumpen festgestellt, welche Wassermenge die Quelle zu liefern tat stände ist. Auch ist es möglich daß etwa vorhandene Kohlensäure zum Vorschein kommt. Von den Pumpresultaten ist nun der Standort und die Größe des tat nächsten Jahre zu errichtenden Badehauses abhängig. Mainz, 10. Ott Die im Lause der vorigen Woche hier verhafteten Check sä lscher Dreysuß aus Amerika und Weiß auS Eßlingen scheinen noch mehrere Komplizen zu haben. Diele Woche wurden in verschiedenen Geschäften wiederum Versuche gemacht, gefälschte englische Checks zu veräußern oder ein Darlehen darauf aufzunehmen. Die (Ifiedö stad im Werte vvon 200 Pfund Sterling ausgestellt Als die Polizei von den Betrugsversuchen Kenntnis erhielt, flüchtete der Schwindler. Frankfurt, 13. Ott. Tie Eröffnun g des neuen Schauspielhauses wird am 25. Oktober nicht stattfinden. Wiewohl mit dem größten Eifer an der Fertigstellung der inneren Einrichtung gearbeitet wird, hat jetzt eine Beratung der beteiligten Faktoren ergeben, daß e£ ganz unmöglich ist, den festgesetzten Termin einzuhalten. Man hofft, bis zum 1. November fertig zu werden, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß die Eröffnung erst, acht bis vierzehn Tage später erfolgen wird. pa. Marburg, 12. Oft Im Restaurant Lahnlust tagte heute eine Delegiertenversammlung des Hessischen Ath- leten-Berbandes. Außer dem hiesigen Verein waren diejenigen von Gießen, Cassel und Hersfeld vertreten. Nach' Erledigung des geschäftlichen Teiles wählte man zum Verbandsvorsitzenüen Hubenthal-Cassel und zum Ver- bandöstemmwart Köhler-Cassel. Ein Antrag, den griechisch-römischen Ringkampf im Verbände einzusühren, sand Annahme; ebenso beschloß man, das Verbandsfest in jedem Jahre mit Austrag der Meisterschaft stattfinden zu lassen. Festort für das nächste ist Marburg. Tie folgende Telegiertenversammlung soll am 14. April in Cassel abgehalten werden. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Nach längeren Versuchen, das Römerkastell bei Seeligenstadt am Main fteizulegen, ist es jetzt dem ReichD-Limeskommissar Hosrat Kvsler-Tarmstadt gelungen, in einer Tiefe von anderthalb Metern einen für Römerbauten charakteristischen Spitzgraben aufzudecken, oer eine Breite von etwa sieben Metern und eine Tiefe von über zwei Metern aufweist. Infolge dieses erfr«llicheq Resultates längerer Ausgrabungen besichtigte Professor Dr. Hattner-Trier von der Reichs-Limeskommission die" Fundstelle, unb man gelangte zu dem Beschlüsse, die aufgedeckta llmfassungölinie weiter zu verfolgen, da begründete Aussicht vorhanden ist, auch die Ueüerreste der Mstellmauern ans Tageslicht zu ziehen. —In Offenbach hat die Stadtverordnetensitzung beschlossen, das Fleisch-Oktroi vorläufig nicht aufzuheben. — In Werdorf starb plötzlich und unerwartet der Pfarrer Moritz Repp infolge eines Schlaganfalles im Aller von 61 Jahren. Pfarrer Repp hatte noch kurz vorher gesund und wohlbehalten, ohne jegliche Anzeichen von Unwohlsein, im Kreide seiner Familie daL Abendessen eingenommen und sich dann nach seinem Arbeitszimmer begeben. Tort fand ihn seine Frau nach einiger Zeit tot tat Stuhle sitzend. Jahresversammlung des allgemeinen deutschen Naderveröaudes. s Bad Nauheim, 13. Ott- Seit gestern tagt hier die 11. Jahresversammlung des Allgemein en deutschen Bäderver- bano eS. Tie meisten Teilnehmer aus allen Tellen Deutschlands trafen bereits gestern hier ein und fanden sich in den Räumen des Kurhauses zu einer Sitzung zusammen. Heute (Montag) fand im Kurhaus die erste Versammlung stall, in der der erste Vorsitzende, Geheimrat Dr. Michaelis- Rehburg die Versammelten herzlich begrüßte und den Vertretern der Großh. Hess. Regierung, des Kaiser! Gesund- hellSamteS, Geheimrat Professor Dr. Paul, dem ärztlichen Verein Bad Nauheim Dank aussprach. Professor Paul, der aus die hohen Aufgaben des Verbandes hm- wieS, sowie der Vcrlleter der Großh. Hess. Regierung, Geh. Oberbcrgrat Prof. Dr. Lepsius-Darnistadt dankten und wünschten der Versammlung erfolgreichen Verlauf. Den ersten Vortrag hiell der Großh. Badedirektor, Baurat Dr. öfei: „Uebcrb lick über die historische Entwickelung des Bades Nauheim". In außerordentlich anschaulicher Weise schilderte der Redner die ersten Anfänge Nauheim- von der Mmerzeit bis zur Gegenwart und gab der Versammlung ein llares Bild von der groß- arllgen Entwickelung des Badeortes bis zu seiner jetzigen Bedeutung alS eines der ersten Heilbäder der Well. Sodann sprach Tr. L G r ü n h u t - Wiesbaden über „die neuen physikalisch-chemischen Anschauungen in ihrer Anwendung auf Mineralwasser und deren Einteilung". Er zeigte, daß eS notwendig sei, neue Formen der Analysen auszustellen und die Berechnung der Mineralwässer auf Ionen, statt auf Salze festzustellen. In der sehr lebhaften Diskussion, an der sich Geheimrat Paul-Berlin, Sanitätsrat Winkler-Nenndorf, Hinz- WieSbadcn, Koeppe-Gießen beteiligen, wurde darauf hin- gewiesen, daß in der neuen Aufstellung der Analysen doch viel Willkür hcrrsck-e, schließlich wird eine von Sanitätsrat Engelmann cingebrachle Resolution angenommen, welche dahin geht, daß der Allgemeine Deutsche Bäderverband den Kurverwaltungen empfiehlt, neue Analysen anfertigen zu lassen, welche dem Bäderwerke, welches das Reichsgesundheltsamt herauSzugeben beabsichtigt, zu Grunde gelegt werden können. Der folgende Vortrag des Dr. Sieb e I t-FlinSberg: „Die Balneologie und dieLehrevonderBndurchdringlichbarkeilder tzaut für SalLe und [onßige im Wasjer gelöste Substanzen" ftabet ebenfalls eine längere Aussprache und es wird als sicher angesehen, daß die Hautorgane spezifische Bestandteile aus dem Bade aufnehmen. Ingenieur Dr. A. Jsbert-Frankfurt a. M. spricht dann über: „Hölzerne Rohre und ihre Verw en dun g zu Leitungen von Mineral- und Thermalwasser". Die Vortelle der Holzröhren sollen sehr groß sein, zum Beispiel habe daS Holz- keine Einwirkung auf die physikalische und chemische Beschaffenheit deS Wassers, auch die Gefahr des Zerspringens der Röhren beim Einfrieren sei durch die große und natürliche Elastizität des HolzeS ausgeschlossen. Kurdirektor Ratten- Neuenahr hiell einen Dortrag über „Die deutschen Bade- und Brunnenbetriebe und die Nahrungsmittelindustrie - Berufsgenossenschaft". Er erörterte die Gründe, welche zurzeit dazu geführt hatten, die deutschen Bade- und Brunnenbetriebe dieser Berufsgenossenschaften zuzuteilen, es empfehle sich nicht, Schrllte zu thun, um eine neue Berufsgenossenschaft zu bilden oder sich einer anderen anzuschließen, denn die Bäder und Kurorte paßten am besten zu der genannten Berufsgenossenschaft In der Nachmlltagssitzung sprach Sanitätsrat Tr. Axel Winkler -Nenndorf: „Ueber technische Neuerungen bei der Installation von Mineralbädern". Der Redner empfiehlt neue Arten von Badewannen und Erwärmungsmetboden für gasreiche Mine- ralbäder. Es folgten dann noch Vorträge des Ingenieurs Friedrich Dessauer -Aschaffenburg: „Neueres auf dem Gebiete der Röntgentechnik"" mit Demonstra- llonen und des Privatdozenten Tr. H. K o e p p e - Gießen: „Demonstrationen des Haematokriten in VerbindungmiteinerneuenelektrischenCen- triftige". Am heutigen Abend versammelten sich die Teilnehmer des Bädertages, etwa 160 Personen, als Gäste der Großh. Badedirektion zu einem Festessen im Kurhause. pariser Auelle. Tie Pariser machen wieder, so schreibt Karl Eugen Schmidt im „Dag", ein bißchen in Duellen. Dieser Tage hat der General Percin den antisemitischen Juden Gaston Pollonais in den Heilten Finger gestochen, und Herr Pollonais hat dafür den Generell am Daumen so ge- ftihrlich verletzt, daß der arme Verwundete nur mit knapper Not dem am nämlichen Abend im Grand Hotel stattfindenden großen Bankett der republikanischen Parteien beiwohnen tonnte. Sehen Sie, das nenne ich Lebensart, feine Manier, savoir vivre. Rüpelhafte Deutsche schlagen sich die Köpfe ein oder schießen sich gar maustot, die höflichen Franzosen aber begnügen sich mit der Geste und stellen sich nur so, als ob sie jemand umbringen wollten. Sogar die Obersten Henry und Picquart, deren Zwist doch gewiß ernst genug war, sintemalen sie sich gegenseitig der Lüge und Fälschung beschuldigten, ritzten cinanoer nur ein bißchen die Epidermis des Vorderarmes und nahmen dann vergnügt und zufrieden Abschied voneinander. So machen es waschechte Franzosen, die wissen, wie unästhetisch ein tot- gestochener und blutiger Leichnam aussieht und wie unangenehm nachher bie Scherereien vor Gericht sind. Tie Ausländer sind dumme Tröpfe und machen es anders. Sie möchten wohl räuspern und spucken wie die bewunderten Pariser, aber sie bringen es trotz aller Anstrengungen nicht fertig. Haben Sie die Geschichte von den beiden edlen Polen, Polen auö der Pvlackei, gelesen? Weil der eine hes andern Zahnbürste benutzt hatte, hielten sie es für notwendig, als waschechte Pariser auf- zutreten, Zeugen zu schicken und Pistolen avzuschießen. Tas nxir soweit ganz schön, aber die Zeugen waren auch nur polnische Pariser, also nachgemachte Ware. Sie kannten die Pflicht des französischen Tuellzeugen nicht, die darin besteht, die blutschnaubenden Kampfhähne vor allem Ungemach zu bewahren. Sie luden also nicht nur die Pistolen mit wirllichen Bleikugeln, sondern stellten außerdem die Gegner so nahe bei einander auf, daß die Kugeln das Ziel erreichen konnten. Hat man je so etwas bei einem Duell zwischen wirklichen Parisern, geleitet von geborenen und erzogenen Franzosen, gehört? Nimmermehr! Tie sehen vorsichtig darauf, daß die Schießeisen zwar mit Pulver und Papier, aber niemals mit Bleikugeln geladen werden. Und wenn die Sache ganz wütend ernst ist, wenn die KampMhne nach Blut schreien wie der Hirsch nach Wasser, dann werden vielleicht Kugeln eingeladen, aber erstens läßt man ein paar hundert Meter Raum zwischen den Kämpen, und zweitens kommandiert man so schnell Feuer, daß zum Zielen nicht Zeit ist. So machen es wirlliche Pariser, die wissen, was sich schickt. Tie edlen Polen aber, die nach Paris kommen, um die Sillen der nation-soeur zu adoptieren, dringen offenbar in diese Feinheiten erst in der zweiten Generation ein, wie das Beispiel des erwähnten Herrn Pollonais zeigt. Ter hätte am Ende auch seinen Gegner totgeftochen oder sich von ihm totstechen lassen, wenn er noch wie fein Vater Salomon Pollack und no-ohs nicht Gaston Pollonais hieße. Mit dem französischen Namen yat er auch das französische Wesen angenommen und begnügt sich mit dem Stich in den Finger. Seine jungen Landsleute aber, die zu zweien nur eine Zahnbürste besaßen, — *unb das scheint doch ein Fortschritt, denn wenn ich nicht sehr irre, besaßen Krapülinski und Waschlapski, die beiden edlen Polen Heines, überhaupt kein solches Instrument moderner Bildung —, waren noch polnisch wild und nur leise pariserisch angetüncht. Sie gingen hinaus in den schönen Wald von Ville d'Avray, traten einander mit wirllich geladenen, wirllichen Pistolen gegenüber, knallten los, und als es aufhörte zu knallen, war einer von ihnen maustot. DaS ist himmelschreiende, wilde Barbarei, und die Pariser Blätter haben recht, wenn sie streng und ernst von oer Sache sprechen und den Ausländern empfehlen, berartige Brutalitäten in ihrer eigenen Heimat abzumachen. Tenn das wäre doch schöner, wenn die französischen Duellanten an fingen, einander allen Ernstes abzumurksen! Tann müßte ja alle Polemik in Zeitung, Parlament und Eass aushören! Tas Leben wäre nicht mehr zum Aushalten, und kein Mensch könnte mehr ein überlegtes Wort sagen! Golt sei Tank sind wir in Paris civilisierte Leute und wissen zu leben. Und wer sich um bring en will, macht daS am besten in seinem Vaterland e ab. Hier zu Lande ist so waS nicht UsuS. Vermischtes. » Berlin, 13. Ott. An der Lüdostseite des Bahnhofes Friedrichstraße wurde heute vormiltaa das Denkmal oes Erbauers der Berlmer Stadtbahn, Geheimrat D i r ck s e n, feierlich enthüllt. * Berlin, 13. Oft- Bei einem Streit, der gestern abend in einem Lokal der Krautstraße ausbrach und der in seinen Folgen fast den Charakter eines Landfriedensbruches annahm, wurde das garize Lokal zertrümmert. Ter PoU^ei, welche ebenfalls, thatllch cm gegriffen wurde. gelang eS nur mit großer Mühe, die versammelte Menschenmenge zu zerstreuen und die Ruhe wieder herzusteUeu. Tie Hauptschuldigen wurden verhaftet. ♦ Paris, 13. Ott- Gestern abend stieß in der Nähe des Boulevard de la Republique ein Straßenbahnwagen piit einem Omnibus zusammen. Sämtliche Passagiere, welche auf dem Verdeck des Omnibus Platz genommen hatten, wurden herunteraeschleudert und erlüten mehr ober minder schwere Verletzungen. Auch die im Innern des Omnibusses beftndlichen Fahrgaste wurden fast sämtlich verletzt. Im aanzen trugen 40 Personen Verletzungen davon; mehrere der Verletzten mußten nach dem Hospital gebracht werden. ♦ Innsbruck, 14. Ott- In dem gestern 2.45 Uhr nachmittags hier eintreffenden Schnellzuge der Süd- babn hat in einem Wagen zweiter Klasse zwischen Schwaz und Hall ein Reisender durch zwei Schüsse in die Herzgegend einen Selbstmordversuch verübt. Die Dokumente lauten auf Hans Matthes aus Deutschland. In seinem Besitze waren 7550 Mark und 90 Kronen, sowie eine Duell- forberung vom Januar. Der Schwerverletzte wurde nach dem Krankenhaus gebracht. * Zweikampf. Ter der Deutschen Volkspartei angehörige Abgeordnete Walz hat, wie aus Graz gemeldet wird, den Führer der Bauernpartei, Baron Rokllansky, zum Zweikampf gefordert, weil letzterer in einer Versammlung ehrenrührige Aenßerungen gegen Walz gethan Halle. *Der österreichische Erfinder Bradsky, von dessen Arbeiten an einem neuen Luftschiff schon berichtet wurde, stürzte nach einer Meldung aus Paris bei seinem ersten Aufstieg ab und blieb tot. Sein Begleiter Morin kam bei der Katastrophe ebenfalls ums Leben. Das Ballon-Unglück ereignete sich dadurch, daß die Gondeleile rissen, wodurch Bradsky und fein Gefährte mit der Gondel auf den Erdboden geschleudert wurden. Der Ballon ist in unbekannter Richtung baj>ongegangen. Bradsky und Morin waren um 8 Uhr morgens von chrem VersucbS- garten ausgefahren. Ter Ballon manövrierte sehr sicher und fuhr über die Stadt hin bis zum Opernplatz. In dem Augenblick, wo der Ballon jedoch die Rückkehr antreten sollte, wurde das Luftschiff von dem Wind erfaßt und nordwärts getrieben. Es hiell sich noch zwei Stunden lang in den Lüften, bis drei Kilometer von St. Denis entfernt, bei dem Dorfe Stains, plötzlich der Ballon zu schwanken begann und der Tragtorb sich loslöste. Die beiden Insassen stürzten aus einer Höhe von 400 Metern herab auf das freie Feld. — Bei der Pariser Poli^eipräfettur ist heute (Dienstag) ftüh folgende Depesche des Präfetten des Departements Seine et Marne eingegangen: „Ter Ballon Bradsky ist bei Ozoir-la-Ferriöre, 28 Kilometer von Paris, niedergegangen. Die Ballonhülle ist zerrissen, das Habel zerfasert, und ein Korb ist nicht vorhanden. (Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz.") * In den Verdacht, den Tod feiner Frau herbeigeführt zu haben, war der ins Ausland geflüchtete Inhaber euies Patentbureaus Franz Barthels aus Berlin geraten. Seine um 16 Jahre ältere Frau, die ihm ein bedeutendes Verniögen mit in die Ehe gebracht hatte, war nach den Bekundungen der Kinder aus ihrer ersten Ehe und einer Aufwartefrau sehr häufig groben Mißhandlungen von feiten ihres Mannes ausgesetzt gewesen. Wenige Stunden vor ihrem Tode soll die Frau von chrem Manne mit Faustlchlägen gegen Koos und Schläfen derartig bedacht worden jein, daß sie ihr Bewußtsein verlor. 9lach den Angaben der Stieftochter des Barteis ist dessen Frau verschieden, ohne nach teuer Mißhandlung die Besinnung wieder erlangt zu haben. Da BartelS 14 Tage nach dem Tode seiner Frau unter Mitnahme ihres noch übrig gebliebenen Vermögens, sowie nach mehrfachen Unterschlagungen ihm anvertrauter Gelder flüchtig wurde, ist gegen ihn ein Verfahren wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgange eingeleitet worden. Die Leiche der Frau Bartels wurde behufs Obduzierung auf dem Jerusalemer Kirchhofe ausgegraben und im Sch au Hause geöffnet Die Sezierung ergab, daß nicht ein Gehirn sch lag, wie BartelS unter seinen Bekannten verbreitet hatte, sondern BlMungen in der Schädelhöhle den Tod der Frau herbeigeführt hatten. Die Spur des verfolgten B weist nack London. * Tas teuerste Taschentuch der Welt besitzt, nach der „Fronde"", die Königin Helena von Italien, die, als sie noch Prinzessin von Montenegro war, mit Leidenschaft Spitzen sammelte. Diese Leidenschaft wuchs noch, als die iDtontenegrinerin Prinzessin von Neapel, bann Königin von Italien wurde. Und eines Tages fand sie ein Taschentuch, ein wahres Wunder, das einzig in seiner Art fein dürfte. Dieses Taschentuch ist aus echten, allen venetianischen Spitzen hergestellt. Es stammt nachweislich aus den letzten Jahren des fünfzehnten Jahrhuiiderts und ist trotz seines hohen Alters sehr gut erhalten. Rian schätzt seinen Wert auf mindestens 40 000 Mart, d. h. es giebt Leute, die es für diesen Preis kaufen würden (?), aber die Königin denkt natürlich nicht daran, den kostbaren Schatz zu verkaufen. Kunst und Wlssenschüsi. — Das neue Berliner Theater-Projekt deS Direktors Br ahm scheint sich verwirklichen au sollen. Im Potsdamer Viertel, m der Nähe des Potsdamer Platzes soll das neue Haus aus einem Grundstück erstehen, das groß genug ist. allen baupolizeilichen Ansorderungen zu genügen. Em bekannter Architekt hat bereits die Pläne entworfen, welche die Zustnnmuna aller Beteiligten gesunden haben. Direktor Brahm wird nur Pächter des Haiyes werden. Für die Erwerbung des Grundstückes und den Bau des Theaters ist ein Finanz-Konsortium in Bildung begriffen. Der Plan geht dahin, das Theater aus dem Hinterland des Grundstückes zu erbauen, dagegen an der Vorderseite der besseren Rentabilität halber ein Wohnhaus nut doppelter Einfahrt zum Theater zu errichten. — Der Verlag und die Redaktion des „Allgemeinen Deutschen Kommersbuches"' (Moriy Schaueiiburg in Lahr) haben emen Preis von 300 Mark ausgesetzt für die beste Betonung des „Deutschen F1 o t t e n 1 i e d e 5', das Rudolf Hermaiins in Elberfeld gedichtet und dem Lahrer Kommersbuch zur Verfügung gestellt hat. DaS Preisrichteramt haben übernommen GotNried Angerer in Zürich, H. Bielmg in Mannheim, Professor Iulms Scheidt m Karlsruhe, I. C. Schmitt m llahr und Th. Tillmann iii Elberfeld. Die Entscheidung erfolgt spätestens bck zum 1. April 1903. Dresden, 13. Oktober. Tie fünsaktige Dichter-Komödie von Max Halbe, ,W a 1 p u r g i s t a g', brachte^ bei ihrer heutigen ersten Aufführung in dem sonst ruhigen kgl. Schauspielhaus diesmal eine äußerst lebhafte Auseinandersetzung. Nach dem gedanklich wertvollen ersten und lmerarisch interessanten zweiten Akt gab es vielfachen Applaus. Alsdann staute die Tichterkraft ab und es folgte viel Zischen, namentlich nach dem auseinander fließenden vierten Hauptakt. Darstellung und Regie waren vorzüglich. Stitttgart, 13. Oktober. Tas neue königliche Interims- l h e a i e r ist gestern eröffnet worden. Es ist tu sechs Monaten durch die Architekten Elsenlohr und Weigle erbaut worden. Ter Saal, welcher bei der festlichen Beleuchtung gestern abend euua ti"S Heuen der -3" ow < r.f«d ss! Ä xj0.1l«, UNd flimmern. rasche» 8« bd N« i tm. f Wicfl (6m -Mm Heu tiinat zur i tr.t Rarabtn cdoiaud) ei einbatm ntnnl rouxi wurde. et<* fitbtrtit »arii red Une suid in & CT™ SRitti Mwickun Henn Feli »und Isen, toniumeai r.idjmutag und Talili N Mai haj BMrnt Utaba übt st'l angeblick znchnüe Q d -rskt 6ad innerhalb futberung - sonst die. Siel JWote Derlei und vch Sro l t 1 31 Sagei Bei (htfua Men, Evuuer bei a a v b Kur-, i llt! tzt th tx ttl ■« . *,eBei et y« 3e \ die Gondel- lJ Gefährte mit ct wurden. Ter Mgen. Brodsky ,chrem Versuch? «rte sehr sicher Wlh. In dem Mehr antteten »rnd ersaßt und Stunden lang - 2enis entfernt, wn zu schwanken e beiden Insassen a herab aus das lsettur ist heute es Präfekten des en: „Der Ä meter von N- rissen, tott Len. (Lizener Astern 2.45 m Äe der Aschen Cchm, säs Wurde nH an. ®tai gemeldet ^on Rokitansky Z S- hm 11 schon berichtet ang bei seinem ^er Morin o Leben. seiner Frau ins Wland ge- Mizöarthels : ältere Frau, die die Ehe gebracht Linder au» chrer r häufig groben ?s au-gesetzt ge- e fall die Frau egen Mf und sie ihr Bewußt- ter des Bartels c DL L Marahm ihm uaü) mehrfachrn >t flüchtig wurde, :perverletzung mii ;ie Leiche der Hm dem Zerusckm use geöffnet ju chlag, wie Lanei- andern Zlutungeo cbeigesührt hatten. London- - er Welt beschl, lena von 3tfl* Montenegro war, Leidenschaft wuchs von Neapel, darw zT---s!°^L s emM ui 1™“ 0® e6)t™, E? „„mt Zlürhuumls S *® i*? S i>. h- es W chA _ let,yr0^nW zu lo^ n DOS neu! Platzes fou ® aflyl groß 9ellUJ,i(i)iieii jin bekann Zustun'^Lchterdö w^-Äes unö da )n®**g bM* 'N , ^des^ »?fje m»* xinfay" 8 i*»uCt9b«ius)l; ?Vi*e en»1«1 „ ch < - (i,!- . gestern chr gefälligen fctnbrud «acht,, faßt tm »<^««1000 13«- fenen. Die Einrichtung deS Bühnenhauses entspricht ebenfalls allen Anforderungen. Die Aufführung deS ^annhSuser^ gab vollauf Gelegenheit, darzuthun, daß aus der neuen Bühne alle Schwrerlg- ‘eitcn der Dekorationskünste und szenischen Dechrut mit Lerchttgkett IM. überwinden sind. _ Yrüsiel, 11. Ott Dem hiesigen Arzt Lermaux gelang bte Herstellung eines Heilserums gegen Keuchhusten. Kitteratur. — In Heft 4 der illustrierten Zeitschrift ,,Aür alle ®ett" OrutfcheS VerlagShauS Bong u. Co. in Berlin, pro Heft 40 Pfg.) inbtt man u. a. Porlrait und kurze Lebensbeschreibung deS Histo- ilerS unserer LandeSuniversität Geheimrats Pros. Dr. Wilhelm '3 ncfen. Dr. 0. Damm nennt Oncken .einen der bedeutendsten >eatschen Geschichtsschreiber^. Dasselbe Heft zeigt ferner Virchow |n seinem patuologtschen Museum, den verstorbenen Kölner Musik- 'loektor Prof. Willmer, den großen französischen C-hemiker Berthelot rc. fiiir interessanter illustrierter Artikel behandelt die drahtlose Tele- ihpnie, und die umfangveiche Rubrik „Neueste Erfindungen und iutbedungen* bietet in populärer Form viel Wissenswertes. Der >ellletristtsche Tell der Zeitschrift richtet sich in erster Linie an das Bürger- und Bauernhaus, in dem sie alle 14 Tage ein gern ge- ehener Gast zu sein verdient Arbeiterbewegung. Glaucha», 18. Oft Infolge eines gestern in einer öffent- ichen Tertilarbeiter-Versammlung gefaßten Beschlusses, für Mera'no eäne Arbeit zu liefern, sind heute vormittag die Arbeiter in zwölf Webereien in den AuSstand getreten. Parts, 18. Oft Unter den Ausständigen macht sich bereis Uneinigkeit bemerkbar. Die Bergleute des Nordbezirks trab in Lohnunterhandlungen mit den Gesellschaften eingetreten, ifate sich um die Beschlüsse der allgemeinen AusstandSleitung zu luinmern. Unter diesen Umständen verspricht der Ausstand em ka.|cheS Ende zu nehmen. — Die Bergleute des Loire-Devarte- in«ntS haben dem Präfekten erklärt, daß sie selber die Ordnung den dem Begräbnisse deS verschiedenen Eolombe übernehmen DÜcben. Rom, 18. Oktbr. In Giarratana, einem Städtchen bei Blobica (Sizilien), das der Schauplatz der letzten Wasserflut war, nölten heute streik ende Landarbeiter Die Kameraden am öanae zur Arbeit hindern. Es entstand ein Konflikt, bei dem die Karabinieri den Rückzug nach der Kaserne nur durch Waffen- irbrauch erzwingen konnten. Zwei Bauern sind tot Ein hendarm, der durch die wütende Menge von den anderen gereimt rourbe, floh in ein Haus, wo er grausam niedergemetzelt Ducbe. KpieLpLl» der «rrüügte« Frankfurter SladttheaLer. Opernhaus. Mittwoch den 15. Oktober'): 1. Abonnement-Konzert unter Mwirkung des Herrn Mfred Reisenauer und unter Leitung deS Herrn Felix Weingartner. Donnerstag den 16. Oktober: ,Tann- t&der und der Sängerkrieg auf Wartburg'. Freitag den 17. Ott es khlossen. Samstag den 18. Oktober: ^er Postillon von tojumeau*. Hieraus: Ballet-Divertissement Sonntag den 19. Oft, nachmittags halb 4 Uhr: „Die Geisha.' Abends 7 Uhr: „Samson mt> Dallla". Montag den 20. Okwber geschlossen. Ocffentliche Aufforderung. Auf dem Grundstück Flur VI Nr. 291 der Gemarkung Lollar haftet laut gerichtlicher Verfügung vom 8. Dezemder 18 L2 eine Hypothek zu Gunsten deS Frredrich Runge in Klein- jtnben über den Betrag von 450 Gulden. Dieser Betrag i angeblich bereits zurückgezahlt. Die Hypothekurkunde kann mbeffen zur Löschung nicht vorgelegt werden. Das unter- feichnete Gericht fordert deshalb alle, welche Ansprüche in dieser Sache bilden zu können glauben, auf, diese Ansprüche Nnerhalb zwei Monaten vom ersten Erscheinen dieser Auf- jjeberung anzpmelden bei Vermeidung des Rechtsnachteils, daß sanft die Löschung der Hypothek verfügt werden wird. Gießen, den 8. Oktober 1902. 7142 ________ Grotzherzogliches Amtsgericht______________ Gascokes. Preise seit 10. Hril 1902: Für den Eentner ab Verkaufsstelle: ttück-EokeS........ 1,10 £Dlt tzmß-SoleS, ausschließlich trocken gelagert, m zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Osenschächte pasiend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthrcrcit, gangbarste So r t e....... . 1/85 Mt Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit......1,80 Mk. Ja Wagenladungen von mindestens 36 Centnern: Stückcokes.......1,05 am. Nußcokes Nr. 1.....1,20 „ Nußcokes Nr. 2.....1,25 „ Bei Entnahme von mindestens 200 Centnern: Stückcokes.......1,— Mk. Siußcokes 9tr. 1 .... . 1,15 „ Nußcokes Nr. 2.....1,20 „ Für Cokesabnehmer, welche zwei und mehr Doppelwaggous letziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Eentner. Für Anfuhr an bad Haus werden ü Pfeuuig für den tentner berechnet „ _ , NB. Sofern das Verbringen der Cokes — bis zu 6 Centnern — auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufivand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Ceutuer Me§ statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der Klrmkldms dn GisroKes von 1 bis 5 Eentner limzerichtet, nämlich bei den Herren: «acheuheimer & Schaumberger, Marburgerstraße 22, Joh. Fischer, Aliceslraße 19, H. Hof, Bahnhofsttaße 84, Gebr. Kahl, Frankfurrerslraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, ^ircheiiplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktsttaße 10, Georg Schäfer, Lrcherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gascokes Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch n Mengen unter 5 Centnern. Die Preise unserer Gascokes für die Abnehmer außerhalb kr Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der t^roirückvcrgütuug von 4 Pfg. für den Gentner. Gießen, den 16. April 1902. 3086 L Städtisches Gas- und Wasserwerk Gieße». SchanfvielhanA. Mittwoch den 15. Oktober*): Zum 70. Geburtstage Eduard TemvelleySr Neu einstudiert: „Klrstämnestra/ Donnerstag den 16. Oktober: Dramen-ZvkluS zum Abschiede vom allen Schauspiel- Hause. 2L, vorletzter, Abend. Charlotte Birch-Pfeiffer (geb. 1799, geft 1868h -Die Grille/ Freitag den 17. Oktober: „Des Meeres und der Liebe Wellen.' Samstag den 18. Oktober: „NaAiß." Sonntag den 19. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: Zum 100. Male: „EharleyS Tante/ Abends 7 Uhr: Dramen-Zyklus zum Abschied vom allen Schaufpielhause. 22. und letzter Abend. Theodor Körner (geb. 1791, geft 1818), Carl Malß (geb. 1792, geft 1848). Zum ersten Male: „Der Nachtwächter/ Hierauf: Neu einftubiert: Der alte Bürgerkrniitän/ Montag den 20, Oktober: „Die zärtlichen Verwandten.^ •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Oktober Barometer auf 0* reduziert C' -Z Absolute 1 Feuchtigkeit D Relattve Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 18. 2“ 756,0 12,8 6,8 61 SW. 2 Bew. Himmel 13. 9“ 754,6 9,6 7,4 84 8. 2 14. 7“ 750,7 7,6 7,0 90 8. 2 Bed. Himmel Höchs e Tem peratur am 2.-1: . Oktal er 12,£ °c. Niedrigste ■ ■ 12.—13 8,3° C. Schisssnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 11. Oktober. (Per transatlantischen Telearapb. Der Doppelschrauben-Postdampfer „Main", Kapitän C. v. Borell, vom Norddeickschen Lloyd in Bremen, ist heute 1 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. GingesanÄt (Für Form und Jnbo.lt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keine-rlei Verantwortung.) Der Fahrplan der Lahnbahn bat feit einigen Jahren eine speziell für die Reisenden vierter Klasse sehr ungünstige Abänderungen dadurch erfahren, daß der Zug 406 ab Gießen 9,50 Uhr vormittags vor Eintreffen des Kasseler Zuges 774, welcher 9,56 Uhr eintrifft, abgelassen wird. Der Zug 406 hat zwar m Wetzlar längeren Aufenthalt und fährt erst weiter 10,21 Uhr nach Eintreffen des Schnellzuges nach Köln. Die Reisenden vierter Kl. nach (Stationen der Richtung Weilburg, welche 9,56 Uhr in Gießen eintreffen, sind unter den jetzt obwaltenden Verhältnissen gelungen, entweder von Gießen bis Wetzlar den Schnellzug zu benützen, somit eine entsprechende Nachzahlung zu leisten ober bis 12,10 Uhr, über 2 Std^ in Gießen zu warten. Diesenr Uebelstand könnte da- Bekanntmachung. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 26. September L I. wird hierdurch zur öffenttichen Kenntnis gebracht, daß der Verwaltungsrat die Herabsetzung deS Zinsfußes für alle Einlagen vom 1» Januar 1903 ab auf 3 Vi% und für alle ausgeliehenen Kapitalien auf 4^/g°/o, genehmigt hat. Gießen, den IS. Oktober 1902. Der Direktor der Spar- und Leihkafle Gießen. 7170 Wiener. Verdingung. Die bei der Feldbereimgung I Daubringen weiter zur Ausführung gelangenden Arbeiten, be- ftehend in: veranschl. zu Mk. 1. Lhaussierungsarbeiten 1404.— 2. Fuhrleislungen 877^0 8. Steinsprengungsarbeiten 1000.— sollen Donnerstag den 16. d. MtS., vormittags 10 Uhr, auf Großherzoglicher Bürgermeisterei Daubringen durch öffentliches Ausgebot vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen ebendaselbst zur Einsicht offen. Gießen, den 9. Oktober 1902. Großh. Kulturinspektion. _______Wißmann. 7125 Verdingung. Der Bedarf an Viktualien und Gemüse für den Küchenbetrieb ist vom 1. 11. 02 bis 31. 10. 03 zu vergeben. Lieferungsbedingungen und Gegenstände der Verdingung sind vorher auf Stube 71 — Zahlmeister-Geschäftszimmer — der Kaserne I einzusehen. Angebote, schriftlich und versiegell. sind genau nach dem ausgestellten Verzeichnis bis zum 18. Oktober d. I. an die unterzeichnete Küchenverwaltung einzusenden. 7176 Küchenoerwallung 11/116. Beim 3. Bataillon Jnf.-Regls. Kaiser Wilhelm Nr. 116 soll die Lieferung der in dem Küchenbetriebe erforderlichen Bittualieu vom 1. November L Js. ab auf 1 Jahr vergeben werden. Vertrags - Bedingungen liegen auf dem Geschäftszimmer deS Bataillons zur Einsicht auf. Offerten sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen der Küchen-Verwaltung zum 17. Oktober L Js. einzureichen. [7158 Die Küchen-Verwaltung ______111. Kaiser Wilhelm. Ausgebot. Die Lieferung des Bedarfs an Kartoffeln, ca. 120000 kg, Erbsen Linsen, Bohnen, Reis, Graupen, Nudeln, Weizenmehl, Pflaumen — getr. —, Kaffee — gebr. —, ca. 200 kg monatL, Zucker, Salz, Pfeffer, Limburger Käse, sonstigen kleinerenKüchenbedürf- mffen und frischen Gemüsen (mit Angabe der Preise pro kg), Essig, Salatöl und Härmgen für die Unteroffizier- und 2)iann- fchaftsküche des 1. Bataillons Infanterie-Regiments Kaiser Wll- helm Nr. 116 soll für die Zeit vom 1. November 1902 bis Ende März 1903 im Wege des öffentlichen Ausgebots vergeben werben. Die Lieferungs - Bedingungen können auf dem Zahlmeister-Geschäftszimmer des L Bataillons eingesehen werden. Angebote, ganz ober teilweise, mit der Auffchrift: „Angebot auf Lieferung von Kartoffeln, Erbsen, Linsen u. s. ro/ sind verschlossen, gut versiegest und portofrei bis spätestens 21. Oktober d. Js. an die unterzeichnete Küchenverwaltung einrnreichen. Den Bewerbern ist es freige- stelst, zu dem Verdisigungstermin, welcher am 22. Oktober d. Js. morgens 9 Uhr in der Zeughauskaserne, Zimmer Nr. 12, statt- findet, zu erscheinen. Angebote, welche zu irgend welchen Zweifeln Anlaß geben und solche, welche nach Eröffnung des Termins eingereicht werden, finden keine Berücksichttgung. Die Angebote müssen die Erklärung enchalten, daß der Bewerber sich den ihm bekannten Bedingungen, welche der Ausschreibung zu Grunde gelegt sind, unterwirft. 7206 Kücheuverwaltuug des L Bataillons Infanterie- Regiments Kais er Wilhelm Nr. 116 l*W. Montag, Mittwoch und Freitag von vormittags 9 Uhr an bei Hofbäcker Noll Mäusburg. 4960 Modes. Hüte werden chic garniert. M. Seng, früher Köhler & Wenzel Nachf. 7105 Sestersweg 50, II. durch abgeholfen werden, wenn die Fahrzett beS Zuges 774 6J4, Uhr morgens ab Kassel, welcher ohnehin bis Gießen eine 18 Minuten längere Fahrzeit hat als andere Zuge und der auch m Mav- bürg ca. 15 Minuten Aufenthalt hat, derart geregest wrrd daß er bereits 9,40 Uhr in Gießen emtrifft, sonach Anschluß an den Zug 406 der Lahnbahn erhält. — Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß dem bestehenden Mißstände abgeholfen wird. --- ——t M M Form an (Schnupfenäther) klinisch erprobt und arztlicherseüS mehrfach als geradezu ideales Schnupfenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman-Watte (Dose 30 Pfg.) In hartnäckigen Fallen Forman - Pastillen zum Inhalieren 50 Pfennig. Wirkung frappant! In allen Apotheken. Man frage seinen Arzt. 7201 „Der Spielplan ist geändert, B weil Herr Banderini wegen Heiserkeit abgesagt hat.^ Solche und ähnliche Ankündigungen liest man alle jage zum Aerger des Publikums, der Direktion und der Künstter selbst. Und doch ließe sich jeder Heiserkeit und damit der Notwendigkeit einer Absage leicht begegnen, wenn Sänger und Schauspieler sich an den ständigen Gebrauch von jSr Fay's echten Sodener Mineral-Pastillen gewöhnen iDoUten. Dieselben üben auf den Blagen und Darm einen ^8!^. äußerst wohlthuenden Einfluß aus. Die Schachtel kostet nuvbo Pfg. und ist in allen Apotheken, Drogerien und Alineral- wasserhanblungen zu haben. 6824 lieber unreinen Teint inÄ) i^Jul^l902: Ihre „Obermeyer's Herba-Seife" hat sich bei unreinem Teint, sowie bei Akue (Unreinigkeiten ber Gesichtshaut) gut bewährt und ist von sehr guter Einwirkung auf gejunbe unb kranke Haut. Z. h. i. Apotheken, Drogerien u. Fabrikant I. Gioth, Hanau 10. 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