Morttag 14.2lpril 1903 153. Jahrgang Erstes Blatt. Nr. 86 Erich ei»« täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vesßschen Landwirt die Siebener Zamilien- blLtter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Univers.-Bnch- ».Stein- bcuderei (Pietsch Erbend Redaktion, Erpedttion und Druckerei: Schnlstraßc 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanscklußNr.51. GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger v A8e7 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen VczngSpretS: monatlich 7bPf., viertele tülirlid) Wit 2.20; durch, Abholo- u. Zweigstellen' monatlich 6o Pf.; durch die Post Wit. 2— viertel- ;ährl. üußfdjl. Bcstellg. Annahme von Anzeigen für die Tageömunm« bis vormittags 10 IUjcJ ZeilenpreiS: lokal 12Pf^ arlSwärtö 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. andern.1 Teil: P. Wittko: füp .Stadt und Land^ und , ©cridjt'Sfnal *: ÖL 5) lt t* mann; für den Anzeigenteil: Hanö Beck. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Interessenten, daß bei folgenden Herren Bruteier abgegeben werden: L von rebhuhnfarbigen Italienern bei Postvcrwalter Philtppi zu Mücke, Theodor Stein zu Grünberg, Landwirt Stauff zu Grünberg, Julius Zimmer zu Lauter (Bingmühle). 2. von schwarzen Italienern bei Lehrer Dörr in Lehn« heim. 3. von schwarzen Minorka bei Lehrer K. Reitz 31t Stockhausen, Mühlenbesitzer Bräuning zu Mücke (Waden-- Häusermühle), Louis Christ zu Grünbcrg (Neumühle), Karl Kell zu Grünberg. 4. von Pekingenten bei Landwirt Jäger zu Ober- Ohmen. Die Genannten sind Halter der Zuchtstationcn des Gc- flügelzuchtvereins Grünberg. Der Preis stellt sich für Mitglieder des Vereins auf 10 Pfg. pro Hühnerei und 15 Pfg. pro Entenei, für Nichtmitglieder um je 5 Pfg. höher. Die Eier können auf den Stationen abgeholt werden; für etwa gewünschte Zusendung durch die Post sind 70 Pfg. für die Verpackung zu entrichten. Gießen, am 9. April 1902. Der Direktor des landw. Bezirksvereins Gießen, v. Bechtold. Politische Wochenschau. „Wenn einer eine Reise thut, so kann er was erzählen", er thut's nur nicht immer. In derZolltariskom- Mission hat nach seiner Ferienfahrt Graf Posadowsky über die Ergebnisse seiner Rundreise sich in allen beuticken Idiomen ausgeschwiegen. Er gab nur die eine Erklärung ab, daß die Meldungen, der deutsche Reichskanzler habe dem italienischen Minister Prinetti Konzessionen und Zusagen gemacht, auf Erfindung beruhe. Das war nicht viel. Er hielt dann aber eine sehr bemerkenswerte Rede gegen die Anträge auf weitere Erhöhung des Zolles für Trauben, Most und Wein. Im großen und ganzen wurden trotzdem die Zollerhöhungen für diese Waren von der Kommission angenommen, mehrfach sogar noch über die Anträge der Regierung hinaus. Am zweiten Tage der Kommissionsberatungen das gleiche Bild: Erhöhung der Zölle aus Quebrachoholz, sowie auf Gerbstoffauszüge und Extrakte. Am dritten Tage: Erhöhung der Zollsätze für Vieh- und Fleischwaren, trotz der Ermahnung des Staatssekretärs. Und in diesem Tone ging es weiter. Wenig erfreulich gestaltete sich die zweite Beratung des preußischen Eisenbahnetats, womit der Berliner Landtag seine Sitzungen nach den Ferien wieder aufnahm. Einen gleich starken Rückgang der Einnahmen hatten die Eisenbahnen noch niemals zu verzeichnen wie in diesem Etatsja.hr; und zwar rührt dieser Rückgang vom Frachtenverkehr her, während der Pcri'onenverkehr trotz der Einführung der 45 tägigen Rückfahrkarten nicht erheblich gegen das vergangene Jahr nachließ. Die freisinnige Partei forderte die Einführung von Rückfahrkarten auch für die vierte Klasse. Und während die zweite badische Kammer, nach einer sehr optimistisch preußen- sreundlichen Rede des Ministers v. Brauer, den Main- Neckarbahn-Bertrag, wie vorauszusehen war, an- uahm, wegen der für Baden zweifellosen finanziellen Vorteile, trotz aller sonstigen praktischen Bedenken, die für uns Hessen noch ungleich größer sind, ohne daß wir aus dem Vertrage etwas Nennenswertes zu erwarten haben, kam im preußischen Abgeordnetenhaus,.', das sich über die Willfährigkeit dec Hessen und Badenser, unter die pantoffelndc Verkehrsoberhoheit Preußens zu kriechen, nur freuen kann, auch die preuß. Hess. Eisenbahn gemein schäft zur Sprache. Dabei gefiel sich der Geh. Oberregierungsrat a. D. und freikonscrvative Abg. Gamp in gänzlich grundlosen und entschieden zurückzuweisenden Angriffen gegen die h e s s i s ch e Z w c i t e Kammer. Der Minister v. Thielen, der ja sonst unser Freund nicht ist, rektifizierte den Herrn Gamp, der u. a. die durchaus falsche Behauptung aufgestellt hatte, daß im hessischen Landtag der Antrag gestellt war, in die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschast sollten ausnahmslos alle hessischen Nebenbahnen einbezogen werden. Und „Opfer", wie Herr Gamp meint, hat Preußen wahrlich ebenso wenig Hessen dargebracht, wie irgend einem anderen deutschen Bun desstaate. Minister v. Thielen hat selbst einmal offen zugegeben, daß Preußen auch aus der Eisenbahngemein schäft mit Hessen sehr bedeutende finanzielle Vorteile zieht. Tas weiß auch unser Finanzminister Dr. Gn au th sehr genau. Wenn die preußischen Freikonscrvativen und Na tionalliberalcn in ihren Gemütern den Gedanken wälzen, ob nicht die Aufhebung der preußisch hessischen Eisenbahn- gemeinschaft am Platze sei, so würden viele Heßen diese vermeintliche preußische Drohung sehr gern in die wohlwollendste Erlvüguug zu ziehen bereit sein. Ob der Reichskanzler über die Erfolge seiner Reise mehr zu erzählen gewillt ist, als sein Staatssekretär, bleibt abzuwartcn. Sein unerwarteter „A b stecher nachWic n" während seiner Rückreise aus Italien, der wohl nur für die Oefsentlichkeit unvorhergesehen war, hatte nach den Blättermeldungen neben den üblichen Empfängen, Besuchen, Audienzen und Soupers das Ergebnis, daß die Wahrheit des alten Satzes von neuem bekundet wurde: „Das Bessere ist der Feind des Guten", und so wird der Dreibund weiter wachsen, blühen und gedeihen. Acußerst befriedigt sott unser charmanter Katizler über die Aufnahme in der Donaustadt gewesen sein. Ob er mit gleichen Gefühlen von dorr geschieden wäre, wenn er dem Parlament einen Besuch äbgeßattet hätte, glauben luir nicht. Denn im österreichischen Abgeordnetenhause kam es wieder einmal zu jenen wüsten Szenen, die man dort mehr und mehr „als guten Ton" anzusehen beginnt. Tie Alldeutschen begannen bei der Abstimmung des Antrages um Errichtung einer tschechischen Staalsgewerbc- schule einen ohrenbetäubenden Lärm. Mit Eisenstäben und Büchern wurde auf die Pulte geschlagen. Man sprang auf die Tribüne des Präsidenten, dem die Glocke entrissen wurde. Die Sitzung mußte unterbrochen werden. Und warum dies Toben? Pro nihilo! Ein Mißverständnis bei der Abstimmung hatte es verursacht. Schlver sind die Zlämpfe, die die Deutschen Oesterreichs zu bestehen haben; aber niemals ist es zu billigen, daß die Elite der politischen Bevölkerung eines Landes die Achtung vor dem Parlament so heruutersetzt, die Meinung vor der thatsächlichen Bedeutung einer Volksvertretung dermaßen vermindert, wie cs seit Jahren bei unseren Verbündeten geschieht. Auch wir in Deutschland gehen schweren Zeiten rni Reichstage entgegen. Hoffen wir, daß un)er Parlament für alle Zeiten von nur ähnlichen Erscheinungen verschont bleibt. Kämpfe wahrlich hat es genug gekostet, bis die Völker sich ihre Selbstregierung errungen haben, der Mühen waren zu viele, um das gewonnene Gut nid)t zu hüten. Ein anschauliches Bild hierfür geben die Bewegungen um Einführung des Wahlrechts in Belgien, die immer weitere Kreise ziehen. Aus allen großen Städten, Brüssel, Lüttich und Antwerpen, wie aus den Bergwerksrevieren, kommen täglich Nachrichten von Tumulten. In Brüssel lvurden dem Könige, der von Biarntz kam, und nrit dem Automobil vom Babnhof ins Scüloß fuhr, von der Menge, in bereit Mitte bie rote Fahne wehte, Demonstrationen dargebracht, in die Hochrufe aus bas allgemeine äLahlrecht hineinklangen. Um weiteres Blutvergießen möglichst zu vermeiden, erwägen die Sozialistenführer bie Nachsuchung einer Audienz beim König. Ain Freitag fand im Ministerium des Innern zwischen dem KabincttSchcf, dem Minister des Innern und dem Oberbürgermeister von Brüssel eine Beratung statt. Der Minister des Innern erklärte dem Oberbürgermeister, daß, falls bis heute (Montag) die Ruhe in Brüssel nicht wieder hergestcllt sei, bie Aufrechterhaltung ber Ordnung ber Militärbehörde übertragen würbe. Ter sozialistische Abg. Dr. Delbaste würbe am Freitag abend durch einen Säbelhieb am Arme bertounbet. In der Steenpoort Straße wurde eine neue Barrikade errichtet. Tie Gaslatcruen wurden ausgelöscht rind aus den anligenden Häusern auf bie heranrückenbe Bürgerwchr Revoiverschüsse abgegeben. Tic Bürgerwchr mußte sich zurückziehcn. Ein Leutnant und ein Artillerist wurden durch Steinwürfe erheblich verletzt. Bei den Unruhen in Ho üben sind zwei Personen getötet und 17 verwundet worben. In Scraing ist die Lage ernster gc-- wordcu. Tic Bergarbeiter Haden einstimmig beschlossen, in den Gencralausstand zu treten. Der sozialistische Stadtverordnete Hattet, welcher als Mitglied der Bürgergarbe keine Munition annehmen wollte, wurde zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Bon diesen tumulluarischen Szenen, die nicht weit vom Bürgerkriege liegen, wendet sich der Blick ein wenig hoffnungsvoller nacy jenem Lande, dessen Scliicksal seit 21/2 Jahren die Gemüter freudig und traurig bewegte. Wurtda schon die Freisprechung Kruitzingers mit einiger Gcnugthuung ausgenommen, so flackerte die Hoffnung bei den in letzter Zeil nicht ganz ungünstigen Nachrichten, die über den Stand der B u r e n s a ch e aus Südafrika tarnen, von neuem auf. Sollte bas, was man nicht mehr für mügf lich zu halten wagte, sich bennoch erfüllen? Am Donnerstag sind Präsident Steijn und bie beiden Mnerale De- w c t und Dclarch unter dem Schutze der Parlamentär- flagge in das von den Engländern besetzte Klerksdorp ein- gezogen. Nun sehen diese den gefürchteten Dcwet doch einmal wirllich Äug' in Äug' vor sich. Mit akeinloser Spannung wirb mau bie Ergebnisse der Verhandlungen in beit nächsten Tagen, erwarten. Möchten sie den Frieden bringen und einem schwer geprüften Volk sein Recht. Auch das Gewissen Europas käme damit zur Ruhe. In London kom-i mentiert man eifrig die schnelle Rückkehr König Eduardsl nach London und die kurze K a b i u c 11 s si tz u n g vom' Samstag, die von nur kurzer Dauer war und wahschcinlich eine neue Anleihe bringen wird, trotz der Friedens-, verhandlngen. Der Friede nist augenblicklich das .Haupt- thcma in sämtlichen englischen Blättern, die meist optimistisch gestimmt sinb. Nach einem Klerksborper Telegramm des „Standard" vom 12. d. M. dauern die Konferenzen der Mitglieder der beiden Freistaaten-Negicrungen noch fort. Tie Konferenz sei vollständig repräsentativ, da alle politischen und militärischen Führer beider Republiken daran tcilnehmen. Steijn trägt einen Verband über dem rechten Auge. Die britischen Behörden behandeln die Delegierten ßin Iösentyeater in Hießen. Hedda Gabler. In unserem Stadtlheater ist für zwei Abende Direktor Gustav Lindemann aus Berlin mit einem Jbsenensemble eingezogen, während unser Direktor Kruse mit seinen Künstlern in L i m b n r g im Saale des Hotels zur Alten Post gastiert, wo er dieser Tage in Brieux' „Roter Rvb c/" den Limburgern und ein paar Gießener Theaterfrcbba" wie im „Peer Gynt" zeigt sich also Ibsen als Satiriker, dessen innerem Blick die Decadence der Gesellschaft vorschwebt, unter beten Personen nicht eine, mit alleiniger Ausnahme von Tante Juliane, mit genügendem Scharfsinn ausstaffiert ist, der es ermöglichte, .Heddas Zustand zu erkennen unb zwänge, ihren unsinnigen Ideen entgegenmtreten. Aber die M sicht dieser Satire tritt in der Darstellung des Dichters wahrlich nicht klar hervor, zumal an S?ebba alle5 krankhaft erscheint, in ihrem öanbeüt nicht cm einziger gesunder Zug liegt, der wenigstens vom Walten eines sonst einigermaßen klaren Verslaubcs spräche. Hätte Ibsen die Hedda als Typus des moralisch halt- unb charakterlosen Weibes der höheren Sphären gelten lassen wollen, so hätte m. E. bas Schauspiel einen unverhältnismäßig höheren Wert. Daß es bennoch zu fesseln und durch die Tragik seiner sonstigen Handlung geradezu zu erschüttern vermag, legt Zeugnis ab von bet eminenten Kunst des Poeten. Das Linbcmann'sche Ensemble kam, warb gesehen unb sieche. Das gewählte Publikum, bas den Saal leider nur halb füllte, stellte ber Künstler-Gesellschaft durch lebhaften echten Beifall nach jedem Akte bas Zeugnis aus, baß sie bei uns gleich am ersten Abenb einen vollen Erfolg errungen hat. Direktor Lin bemann hatte bie Aufführung in Szene gesetzt unb zeigte sich als bas Muster eines modernen Regisseurs. Er hatte uns nicht zu viel von sich unb seiner Gefolgschaft vorhergesagt: bas Werk beS Dichters ist ihm alles. Um es klar herauSzudringen, setzt er offensichtlich sein und ber Seinen ganzes Können ein. Die gemeinhin übliche unb z. B. in Frankfurt meist ganz besonbers auffallende Rücksicht darauf, baß ber einzelne Darsteller sich möglichst günstig präsentiert, ist hier durchaus nicht bemerkbar; Eapricen sind nicht wahrzunehmen, jeder thut an seinem Platze seine Pflicht, fügt sich in den Rahmen des Bildes, das der Jn- szeneur getreu nach ber Dichtung auf bie Bühne stellt. So entsteht ein Zusammenspiel, das muftcrgiltig genannt werden kann unb dessen LebenSwahrheit verblüfft. Alle sind sichtlich bestrebt, nur Teile eines Ganzen zu fein. Diese vornehme Art ber Schauspielkunst, wie Direktor Linbemann sie mit seinem Ensemble pflegt, verdient wärmste Anerkennlmg. Jede Mache, jede Affektiertheit, jedes Haschen nach Effekten war gestern vermieden. Die Menschen auf der Bühne gingen und standen, redeten unb blickten, vergnügten unb langweilten sich, als erlebten sie baS Stück. Unb in dieser Ungezwungenheit zeigte sich die höchste Regiekunst, die leise und In letzter Zeit wird die Nachricht verbreitet, bati zwischen dem Königreich Preußen, dem Königreich Sachsen und den an der hessisch-thüringischen Lotterie beteiligten Staaten eine Vereinbarung abgeschlossen sei oder angestrebt werde, laut welcher die Lose der drei Lotterien in allen genannten Staaten zum Vertriebe zw-, gelassen werden sollen, also die sogenannte Lotterie-F-ved- er^obencn Staatssteuerbeträge fließen in die gemeinschaft- ,rntt der größten Zuvorkommenheit und sorgen bezüglich Unterkunft und Verpflegung in feder Beziehung für ihren Romfort. Botha, Schalk Burger und deren Genossen haben erne Eskorte von ScotS Gards und Steijn, Dewet und Ge- inossen eine solche von Seaforth Highlander. In London iwrrd jetzt versichert, daß ein allgemeiner Waffenstill- Island unmittelbar bevorstehe. Ter scheinbare Friede in Ostasien wurde verlängert durch Unterzeichnung des Mands chureivertrages in Pbkrng: Rußland verpflichtet sich danach, wohlgemerkt: ,jalU keine Wirren ausbrechen und die Handlungsweise! anderer Mächte es nicht daran hindert", innerhalb 18 Monaten das Land in drei Staffeln zu räumen. In achtzehn ^Monaten ! Was kann sich dort in Ostasien alles ereignen! Allein die russische Eisenbahn-Schutztruppe ist bis dahin so weit verstärkt, daß der Bestand in der Besatzung nicht wesentlich verringert sein wird. Das Stück Land, in das der russische Bär einmal seine mächtige Tatze geschlagen hat, wird man ihm schwer wieder abjagen können. Am Ende der Woche kam man wieder mit einer politischen Ueberraschung heraus: diesmal war es die Schweiz deren Bundesrat der Bundesversammlung höflichst mitteilte,' daß er die diplomatischen Beziehungen zu dem dortigen italienisch en Gesandten, Kommandeur Silvestrelli, abgebrochen habe, nachdem die italienische Regierung einer Aufforderung der Schweiz nicht nachgekommen war, ihren Gesandten wegen bedauerlicher Mißhelligkeiten abzuberufen. Natürlich that die italienische Regierung dem schweizerischen — GJqanöten ui Rom, Dr. Carlin, gegenüber das Gleiche, der I Oberrechnungskammer zur Prüfung vorgeleat. alsbald vom Berner Bundesrat beurlaubt wurde. Es Han-' CSSo —-c.— s^) um eine Weigerung der Schweiz, ihre internationalen Pflichten betreffs der Anarchisten dem Wunsche Italiens gemäß zu erfüllen. Man wirft der schweizerischen Regierung vor, sie habe gus Furcht vor den Anarchisten die Veröffentlichung von 50 Artikeln, die das Andenken des Königs Humbert schmähen und zu neuen Mordthaten aufreizen, geschehen lassen. Der italienische Minister Pri- » r Kammer die auf den Konflikt bezüglichen! Schriftstücke zugehen lassen, und in Bern beabsichtigt man die Aktenstücke zum Fall Silvestrelli im Laufe dieser Woche zu veröffentlichen. Wie verlautet, wird das Aktenmaterial von emer Denkschrift des Bundesrats begleitet sein. Aber - v_________________ eitren neuen Alpenübevgang römischer Heere wird das c) die Ziehungstermine nicht in den Zeitraum von vier i| Der Entscheidung der Bertragsregierungen unter-1 die betreffende Regierung sich weder an einem anderen liegen a) die Aufnahme anderer Staaten in die Lotterie- Lotterieunternehmen beteiligen, noch eine andere Staats^ gemeinschaft, b) die Uebernahme von Leistungen an andere lotterie zulassen. Staaten als Entgelt für die Zulassung der Staatslotterie- Alle aus diesem Vertrage zwischen den Vertragsstaaten lose, c) die Zulassung der Lose anderer Staatslotterien etwa entstehenden Streitigkeiten sind der Entscheidung eines auf Grund der Gegenseitigkeit. Hierbei stehen Hessen 28, Schiedsgerichts zu unterbreiten. Tas Schiedsgericht Sachsen-Wemrar 9, Anhalt 8, Sachsen-Meiningen 0, Sachsen- wird in jedem Einzelfalle dadurch gebildet, daß die Präsi- Koburg-Gotha 6, Sachfen-Altenburg 5, Lippe 3, Schwarz- deuten der Oberlandesgerichte zu Darmstadt und Jena je bürg - Gondershausen 2, Schwarzburg - Rudolstadt 2, ein Mitglied und diese beiden Mitglieder ein drittes wählen. Reuß a. L. 2 Stimmen und Schaumburg-Lippe 1 Stimme zu. Ansprüche und Verpflichtungen der Hessischen Landes- Es werden jährlich zwei Lotterien ausgespielt, lotterie und der Thüringisch^-Anhaltischen Staatslotterie Als Reineinnahme gilt die Summe der aus der Lotterie gehen, soweit nicht dieser Vertrag oder das Schlußprvtokoll I erzielten Einnahmen, vermindert um den Betrag aller andere Bestimmungen enthält, nicht auf das aemeinschaft» zu deren Erlangung gemachten Aufwendungen. Ter Rein- liche Unternehmen über. Die hessische Regierung wird thun- ^rag emer reden Lotterie wirb bts zum Betrage von liehst aus Verwendung der Beamten der Thüringifch-Anhal- 1000000 Mart zwischen demGroßherzogtum Hes.en emer- tischen Staatslotterie Bedacht nehmen. Die Ansprüche des I .""o den bei der Thüringisch-Anhaltijchen Staats- gegenwärtigen Lotteriedirektos der Thürinqisch-Anhaltischen lotterie beteiligten Staaten andererseits je zur Hälfte ge- Staatslotterie auf Wartegeld oder Pension werden von der am Reinertrag 1000 000 Mark übersteigt, Hessisch-Thüringischen Staatslotterie übernommen. Das fallt er den Vertragsstaaten nach Maßgabe der Bevölker- Gleiche gilt von den Beamten der Großh. Hessischen Landes- ungszayl zu. . lotterie-Direktion und ihren D,ienstansprüchen. Die jähr- i Iunro®0t6mV uach- liche Verzinsungz- und Tilgungsrente des Kapitals von ss ein. Klaise ieder Lotterie beendet 5027,43 Mk„ welches zur Bestreimng der Kosten für SSepa, des ratur und Umbau der von der Lotteriedirektion gemietete« £l ®'am an die Vertrags- Räume seitens der Gothaischen Staatsregierung anfgewendet ,iaaten zu leisten, ^.ie endgiltige .lbrechnung zwischen I worden ist aebt auf die Heiiiit'bs^'bürinai'ckip der Lotteriedirektion und den Bertragsstaaten wiw vor-1 lUer sXm ift ei unbenommen d^ ReEn Oberre^ fnnÜ n^^ßh. Hessischen Entrichtung »'es oben genannten Kapitals abzulösen. Alle Tic Vertragsstaaten machen sich verbindlich für die ^^^^chremschaftliche Lotterie bezüglichen Unkosten :S!K 1,1 ----------v«« iullu vuy I c) die Ziehungstermine nicht in den Zeitraum von vier 0^33000^wom/tEaE ?onI^e staunende Europa aus diesem Anlaß gewi'ß nicht erleben. Wochen vor Ziehung der ersten Klasse bis zwei Monate f,eröffnet wurde, m der "" i—» . I nach beendeter 3iehung dieser Klaiie d'r I '-*■ Bestehens auf o5 000 vermehrt werden. ^aatslotterie rst soeben der Zweiten Kammer der Stände sowie alle auswärtigen Lotterien einschließlich der Sach- FOrterreunternehmeii1 kommen sWonnen, und daß die kleineren des Großherzogtums zugegangen nebst Begründung. und aller Klassenlotterien dürfen von der Landesreaier- ^tterien m der ständigen Gefahr fchweoen, von den größeren -r -oum Zwecke der Abschließung eines Staatsvertrages ung nur dann genehmigt werden, wenn der ^osvertrieb k^o^ugt zu werden. Diesen Möglichkeiten gegenüber bringt über die Vereinigung dec Großh. Hess. Landeslotterie und nach dem Gutachten der geschäftsführenden Regierung als Vereinigung der Hessisen Landeslotterie und der Thü- ^urchglsch-Anhaltischen Staatslotterie waren zu Be- nachteilig für die H.-ssisch-Thüringische Staatslotterie" nicht ^gischen Staatslotterie, abgesehen davon, daß ein Wett-> ^ollmachtigten vom Gro^herzog Oberfinanzrat Dr. Rohde zu erachten ist. Ueber die Zulassung von Lotterien die I ^lDeJ6 der beiderseitigen Lotterien für die Zukunft aus-^ und Gey. ^inanzrat Dr. Gotz ernannt worden. Die thü- zwar eine Benachteiligung der Staatslotterie befürchten schadet, den Vorteil, daß das gemeinsame Unternehmen rmgifch-anhalttschen Fürsten hatten ebenfalls Bevoll- lassen, indessen ein Interesse des beutieften Reichs^ demnächst über em eigenes Absatzgebiet mit einer Bevölke-- machttgte ernannt, und diese haben unter dem Vorbehalte fördern bestimmt sind, ist aus Antrag der aesckätts- ^uugszahl von etwa 3 300 000 Einwohnern verfügt und der, landesherrlichen^Ratifikation einen Staatsvertrag ver- führenden Regierung eine Entscheidung des Aus chu ses d^uach unter den in DeutschlMid bestehenden Lotterien an be,\en ?^^bl 1 lautet: Die Großh. Hess. Landes- herbeizuführen Jed^ Regierung soll frei stehen', zu wohl- dritte Stelle rückt. Die Größe des eigenen Absatzgebietes 3Uch-Anhaltische Staatslotterie thätigen, gemeinnützigen oder Kunstzwecken, sowie bei Volks- ?.te Möglichkeit, auch bei Beschränkung auf dieses Ge- ^brdeu mtt Wirkung vom 1. Oktober 1902 unter dem festen die Ausspielung von Kunst- und Jndustriecrzeugnissen ^jet, die Lotterie in ihrem Spielplan jederzeit konkurren^- Namen „Heffiich-Thurmgische Staatslotterie" zu einem Waren oder anderen beweglichen Gegenständeii außer barem ^*6 zu erhalten. Das größere Ganze gewährleistet natur- Unternehmen vereinigt. Es folgen weitere 17 Artikel, von Gelde zu gestatten, wenn der Gesamtpreis der Lose iäbrlick 6^^ zum Mindesten denselben Reinertrag wie die zuvor der Verwaltung der Lotterie be- fünfzig Pfennig auf den Kopf der Bevölkerung und für^ getrennten Unternehmungen, läßt jedoch für die Zukunft fuffen. ~te Heisrfch-^huringische Staatslotterie wird für «die einzelne Lotterie den Betrag von 100 000 Mark nicht ^hl auch einen nicht unwesentlichen Mehrerttag erhoffen. 5er. ^ertragsstaaten m Selbstverwaltung unter übersteigt, auch der Preis des einzelnen Loses nicht mehr Zusammenschluß mit Thüringen ist aber auch insofern Ausficht der Großh. Hejs. Regierung als als zwei Mark, einschließlich des Reichsstempels, beträgt. erheblicher Bedeutung, als das künftige Unternehmen ge) chaftsfuhrenider Regierung durch eine den Zum Vertriebe der Lose Kollekteure in den Vertrags-andere deutsche Staaten ein willkommenes^ Vertragvstaccken gemeinschaftliche Behörde betrieben, welche staaten anzustellen und Berechtigungen zum Loiehandel ru Anschluß-Objekt bilden kann und vielleicht auf diesem die dienstliche Bennenung „Direktion der „Hessisch-Thü- erteilen, ist nur die Lotteriedirektion befugt. Die Lotterie-«Wege auch die Mißstände, die z. Z. im Lotteriewesen in mngrschen Staatslotreric" führt, und in Darmstadt ihren direktion wird bei gleicher Garantie für guten Losabsatz Deutschland noch herrschen, durch Einführung der Frei«^ re Beamten der Direktion unterstehen als und solides Geschäftsgebahren, sowie bei hinreichender Zügigkeit der Lose verbunden mit einer Kontingen-» Hessi,che Beamte der .Hessischen Regierung. Sie werden Kautionsfähigkeit Bewerbern, die in dem betteffenden Staate Uerung des Spielkapitals wenigstens für die größeren 5™ L,'?9^stbllt, m Ruhestand versetzt und entlassen, ivohnen, den Vorzug geben. Tie Ernennung der Kollek- Lotteriegebiete Deutschlands beseitigt werden können. ^^s^ii7^!t^erhgltnis, insbesondere auch die Gehalts- teure, sowie die Zulassung gewerbsmäßiger Losverkäufer AuchhierinisteinAufaebendeskleinstaatlichenParti- '^„oreier Beamten, gelten die .Hessischen Vor- bedarf der Genehmigung der zuständigen Landesregierung, kularismus und eine Art Großdeutschtum zu erblicken, ein twn und den Kollekteuren gegenüber sofern die Landesgesetzgebung dies vorschreibt. erfreulicher engerer Zusammenschluß einer stattlichen Anzahl EL «IX« J?egierungen und anderen Be- Tie Hessisch-Thüringische Staatslotterie darf in ben Oon deutschen Bunbesstaaten. Preußen aber blickt auf Reawruna nlä Hess. Vertragsstaaten Weber zu Staats- noch zu Kommunalsteuern bleses Vorgehen Hessens mit A r g w 0 h n. In ber preußisch ^•e5Un0 tLerir-^n> Ein herangezogen werben. Tie von den Besoldungen, Marte- ministeriellen „Berl. Korresp." wird heute offiziös g^ Ausschuß ist berecht^t, die Schriftstücke und Bucher der geldern und Pensionen der Beamten der Lotteriedirektton schrieben: " * * * * 5 y Lotteriedirektion nn Darmstadt zu prüfen oder durch 23eJ ...... ------< — - ... - auftragte prüfen zu lassen, auch von der Direktion über,..^ Slcind der Geschäfte im allgemeinen oder über einzelne Ter Vertrag wird auf 15 Jahre abae- ^?bu^de Auskunft zu verlangen. In den Ausschuß wer- schlossen; er gilt jedesmal für einen Zeitraum von Thurnrgisch-Anhal- 0 Jahren verlängert, sofern er nicht mindestens 2 Iahe ttschen Staatslotterie beteiligten Schalen zusammen vier, vor Ablauf seiner Geltungsdauer von einer der Regierungen von der Großh. Hesf. Regierung drei Mitglieder berufen. , gekündigt wird. Tritt eine solche Süningung dn® fo Ärf schön und tadellos nach außen haben will, womöglich Zeugenvernehmungen und andere Unbequemlichkeiten bevorstehen, greift sie in erbärmlicherFeighcit zurPistole. Frl. Rehoff war, wenn man, wie natürlich, von dem oben erwähnten Verlangen Ibsens diskret absiehtt, eine vollkommene Darstellcttn der Hedda. Nichts Verzwicktes, nichts Verschleicttes, nichts von inneren Abgründen, nichts von Tiefe, Ernst und Schwere, mi: der Irene Triesch die Hedda durchaus irttümlich belastet; vielmehr alles rein instinktives Wesen, das aus dem Augenblick Entstehen ihrer Entschlüsse, durchweg unlogisches Verfahren; das ist das allein Richttge. Und dazu eine vollendete Wirk- lichkeitts-Kleinkunst, eine erfreuliche Unaufdringlichkeit in allen Nüancen. Für den Gatten Heddas, den fleißigen Privatdozcnten Dr. Tesman, hatte Herr Holz eine vorzügliche Maske gefunden, und sein Spiel deckte sich mit der Zeichnung, die Ibsen diesem braven Bücherwurm, einem Bonhomme, hat zu teil werden lassen. Diesem guten Manne, dem man freilich eine erfolgreiche Gelehrtenlaufbahn prognostiziett, mit seinem ewigen erstaunten und schon mehr albern als komisch wirkenden „Denk' 'mal, Hedda", wird die Nachwelt ganz gewiß kein Denkmal errichten. Vielleicht ging er in den beiden letzten Akten in nahezu beschränkter Zerstreutheit ein wenig zu weit. Mit scharfer Realistik gestaltete Herr Springer den dem Untergang geweihten Alkoholiker Eilett Löoborg, total verwüstet in seinem gunzen Wesen, vielleicht nur allzu abschreckend häßlich, so daß das lebhafte Interesse zweier chöner Frauen für ihn doch ein wenig verwundert. Ganz wunderbar naturivahr war der Gcrichtsrat Brack des Herrn Jcßncr, ein kalter, überlegener und überlegter Diplomat vom Scheitel bis zur Sohle, in allen Einzelheiten, bis auf . das Ermüdctsein int 3. Akt nach der durchschwärmtcn Nacht, । einfach meisterhaft. Die Damen Rietz, Hofsmann und wie unabsichtlich den Schleier fortzog von all den Rätseln, die der große Norweger in der eigenartigen Charakterstudie zusammengetragen hat und den Hörer mit Interesse, ja fast mit Mitgefühl für das leidende Weib erfüllte, das schließlich in seinem drückenden Zustande sich selber richtet, weil es zu feig ist, das winzige Päcklein zu tragen, das das Leben ihm bringt. Als Hedda Gabler lernten wir Frl. Maria Rehoff kennen, die eine noble, m mehr großartigem als großem Stil gehaltene Leistung gab. Durchaus die Dame der vornehmen Welt, elegant in der Erscheinung und sicher in jeder Bewegung, ganz und gar und in allem rein äußerlich. Die gelangweilte Frau, die den gelehtten Gatten geheiratet hat, weil sie mit ihm in diesem und jenem unwesentlichen Punkt übereinzustimmen glaubte, an dem ihr immer nur an den Oberflächen des Lebens haftendes kaltes Puppenherz hängt, die nichts als sich selber und die Abwechselung, die Sensation liebt, aber viel zu viel Furcht vor jedem Skandal hat, um etwa von den Amüsements der Untreue viel mehr hören zu mögen, als sich für eine Generalstochter int alleräußersten Falle ziemt. Irgend ivelche tieferen Gefühle hat diese Dame, wenigstens in ihrem quälenden Zustande, nicht. Eigentümlich reizend aber wirkt auf ihre Nerven das Bewußtsein, in das Geschick des früheren „Kameraden", für den ste vielleicht als gesundes Mädchen etwas übrig gehabt hat, nachhaltigst einzugreifen, dabei einer harmlosen tapferen Frau den Geliebten abspenstig zu machen und diesen Mann schließ- lich sogar womöglich in den Tod zu treiben. Als sie aber erfährt, daß es mit dem Tode dieses Mannes dem Anscheine nach eine andere Bewandtnis hat, als sie zudem meint, daß ste ihre Zukunft unbedacht in die Hand eines schlauen alternden Fuchses gelegt hat, als sie hört, daß ihr, die nur >ja alles so ganz und gar .-omms U f:vit, so ganz glatt und 1 Kessel fanden nicht besonders reiche Gelegenheit zu Talentproben in ihren kurzen Rollen, Frl. Hoffmann dagegen wiederholt Gelegenheit zur Selbstbeherrschung, die dann jedoch mißlang. Es ist doch eine recht scherzhafte Sache, wenn man sich einmal verspricht oder wenn eine Pistole im entscheidenden Augenblick nicht losgeht, meint diese Dame. Man kann auch anderer Ansicht sein. Jedenfalls bedeutete der erste Abend des Jbsenensembles in Gießen einen vollen Sieg für die gesamte Künstlerschar,, auf den stolz zu sein sie das Recht hat. P. Witiko. _ Wilhelm Busch, der große deutsche Karrikaturist, feiert am. Io. d. M. seinen 70. Geburtstag. Wir widmen dem Jubelgreise in den heutigen Familienblättern einen besonderen Aufsatz. Aber den Künstler über sich selbst zu hören, ist von besonderem Reiz und Wert. In einem Vorwort zu dem soeben erschienenen 44. und 4o. Tausend seines „Pater Filucius" (Preis 1 Mk.) hat Wilhelm Busch, dem Drängen seines Verlegers, der F. Bassermann'- chen Buchhandlung m München nachgebend, in seiner liebenswürdig heueren Weise Einiges über sich selbst mitgeteilt. „Von mir über mich" überschrieb Busch die flüchtige Skizze zu seinem Selbst- portrait. Der wesentliche, seine Jugend und Entwickelung behandelnde Teil läßt in all seiner munteren Leichtigkeit erkennen, welch' em ernschafter Charakter im Grunde der Schöpfer all' der überlustigen kleinen Werke ist Die neueste Nummer der „Berll r ll u st r. Z t g.", Nr. 15, bringt an erster Stelle ein wohlgetroffenes Pottrait von Busch nebst seinen charakteristischsten Gestalten, sowie einen poetischen Glückwunsch dem Künstler dar. In Wiesbaden hat „H e e r 0 h m e", Drama von Jos. r- a u f f, in den ersten drei Acten sehr gefallen. Lauff wurde nach dem dritten Actschluß, welcher stark theatralisch ist, stürmisch ae- rufen. Ter Schluß dagegen verstimmte. y Tomsk, 12. April. Eme Expedition unter Führung des Pro- sessors Laposchnikow ist zum Zwecke botanischer und geologischer Forschungen nach der Provinz Semirjetschcnsk und nach dem Thian- Schan-Gebuge abgegangen. 1 »ügigkett gegenseitig zugestanden worden sein soll. Erne derartige Vereinbarung ist aber zwischen Poeußen urrd anderen deutschen Staaten weder abgeschlossen noch zur Zeit beabsichtigt. Es ist mithin das Spielen in sämtlichen außerpreußischen Staatslotterien nach wie vor in Preußen strafbar. In Hessen und Thüringen strebt man dagegen diese Lotterie- freizügigkett an und wird sie im Verkehr mit dem Königreich Sachsen wohl auch erreichen. Preußen muß aber natürlich immer seine Extrawurst haben und tritt nur dann in Verbindung mit den anderen deutschen Staaten, wenn es seinem Geldbeutel allein von Vorteil ist! Wie in Eisend ahnd ingen, so in Lotteriesachen. Semper idem! Nun, es geht in manchen Dingen Gott sei Dank auch ohne Preußen!_______ Aus Stadt und Sand. Gießen, den 14. April 1902. — Von der Universität. Der Groß Herzog hat am 12. 2lpril den Privatdozenten Dr. Wilhelm Horn zu Gießen, wie die „SDarrnft. Zig." meldet, zum außerordentlichen Professor der Landesuniversität mit Wirkung vom 1. Mai 1902 an ernannt. Wie wir hinzufügen können, ist dem Prof. Horn die durch Prof. Wetz' Berufung nach Freiburg erledigte außerord. Professur für englische Philologie übertragen worden. Der außerord. Professor bei der philosophischen Fakultät der Landesuniversität Dr. Kornemann wurde auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienste entlassen. * • Audienzen. Der Großherzog empfing am 12. April den Professor Dr. Pitz, Direktor der Großh. Realschule zu Alsfeld. • * Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Hauptmann v. Selasinsky, Batteriechef im 2. Rhein. Feldartillerie-Regiment Nr. 23, seither im 1. Großh. Feldartillerie- Regiment Nr. 25 (Großh. Artilleriekorps) das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. - Ernennungen. Der Großherzog hat den Oberlehrer an dem Schullehrer-Seminar zu Friedberg Professor Dr. Frenzel zum Kreisschulinspektor bei der Kreis-Schul- kommission Worms, den Oberlehrer an der Realschule zu Oppenheim Dr. Dittmar zum Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen, am 12. April den Oberlehrer an der Realschule zu Alsfeld Roth zum Oberlehrer an dem Gymnasium und der Oberrealschule zu Offenbach, sämtlich mit Wirkung vorn 1. Mai an, ernannt. — Der Großherzog hat den Finanzaspiranten Pons •aus Langen zum Ministerialregistrator beim Ministerium des Innern mit Wirkung vom 1. April ab, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Msfeld Dröll zum Amtsrichter in Bensheim und den Gerichtsasseffor Dr. Heyer aus Darmstadt zum Amtsrichter in Alsfeld, beide mit Wirkung vom 1. Mai 1902, den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Langen Haubach zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Zwingenberg und den Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Schotten Bopf zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Langen, beide mit Wirkung vom 1. Mai 1902 an, und den Revifionskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Worms Bauer zum Rendanten bei dem Salzsteueramt Wimpfen ernannt. * * Hotel-Verkauf. Herr G. Nauheimer hier verkaufte sein Hotel und Cafs „Großherzog von Hessen" für den Preis von 250 000 Mk. an Herrn Aug. Hell aus Wiesbaden. Die nötigen Mittel und anerkannte fachmännische Tüchtigkeit werden es dem neuen Besitzer ermöglichen, das schöne Etablissement in weiterem flotten Betriebe zu erhalten. * * Verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend. In der letzten Generalversammlung wurden in den Vorstand gewähtt: Hotelier Mund (Victoria-Hotel), 1. Vorsitzender, Kaspar Stein (Steins Garten), 2. Vorsitzender, Bernd (Hohenzollern) und Klages (Franks. Hof), 1. und 2. Schriftführer, Max Jaskowsky (Aquarium), Rechner — gleichzeitig Ortsrechner der Bundes-Sterbekasse. Zu Beisitzern wurden gewählt die Herren: Hettler, Roch, Jeldhaus, Herr und Sauer. w. Darmstadt, 13. April. Gestern empfing Ministerialrat Braun eine aus sechs Vertretern bestehende Kommission der Gastwirte des Großherzogtums, um deren Wünsche in Betreff der zu erlassenden Ausführungs-Bestimmungen wegen der vom BnndeSrat auf Grund des § 120 e der Gewerbe- Ordnung herausgegebenen Verordnung, die Beschäftigung der Angestellten im irt§geroerbe angehend, entgegenzunehmen. Die Kommission war in der Lage, darauf hinzuweisen, daß in der vorliegenden Frage die Wünsche der Prinzipale sich vollständig decken mit denen der Angestellten, soweit dieselben organisierten Verbänden angehoren und als solche befragt werden konnten. Ministerialrat Braun versprach, thunlichst weitgehend die vorgetragenen Wünsche bei den in Aussicht stehenden Maßnahmen der Regierung zu berücksichtigen. w. Nikder-Rarnstadt, 13. April. In der Epileptischen Anstalt befinden sich jetzt 23 männliche und 10 weibliche Pfleglinge. Die Erbauung des von Anfang an in Aussicht genommenen zweiten Flügels kann im Hinblick auf dies rasche Wachstum nicht aufgeschoben werden, wenn die Anstaltsleitung nicht sehr bald in die unangenehme Lage versetzt werden soll, Anmeldungen aus Mangel an Raum abzuweisen. Es steht zu hoffen, daß auch jetzt wieder die Gaben reichlich fließen, damit der Neubau noch im Laufe dieses Jahres unter Dach kommen kann. Auch der innere Ausbau der Anstalt ist vorgeschritten. Auf Grund des Beschlusses, daß auch erwachsene weibliche Epileptische ausgenommen werden dürfen, hat bereits ein 19jähriges Mädchen Aufnahme gefunden. Zwei weitere weibliche Erwachsene werden demnächst eintreten. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. — 3'/rProz. Anleihe der Provinz Oberheffcu. Aus eine Anleihe von 600 000 Mk., deren Erlös zum Bau des Siechenhauses in Gießen dienen soll, waren Offerten eingefordert worden. Den Zuschlag erhielten die Bankfirmen Aron Heichelheim- Gießen und Gebr. Neustadt-Frankfurt a. M. zu 98,06. Die Bank für Handel und Industrie-Darmstadt hatte, wie wir hören, 97,73 geboten. — Preußische KousolS. Gleich allen übrigen Werten sind in den letzten Tagen auch die preußischen Konsols etwas zurückgegangen; es war dies nur eben eine Folge der allgemeinen Bewegung. Man hat aber auch nach anderen Gründen gesucht und sie darin gefunden, daß die Einnahmen der preußischen Staals- bahnen im abgelausenen Rechnungsjahr einen gewaltigen Rückgang erfahren haben. Diese Kombmatwn ist eine ganz salsche, da der Rückgang der Eisenbahneinnahmen eine längst bekannte Sache ist, die von Monat zu Monat an den Ausweisen genau verfolgt werden konnte. Das Auf- und Absteigen der Eisenbahneinnahmen steht mit dem preußischen Staatskredit in gar keinem Zusammenhang, da die preußischen Finanzen die besten der ganzen Welt sind und aus einer Grundlage ruhen, die nahem unerschütterlich genannt werden darf. Die ganze preußische Staatsschuld ist durch das Vermögen in den Eisenbahnen gedeckt, und wenn auch der Ertrag je mit den Konjunkturen hin- und herschwankt, so hat der Staat schließlich noch genügend andere Einnahmequellen, um über ein Minus in den Betriebsverlältniffeu der Eisenbahnen mit Leichtigkeit hinwegsehen zu können. — Zum Börseugesetz. Der badische Finanzminister Buchenberger hat eine entschiedene Rede für die Börsen gehalten und erklärt, es sei Aussicht vorhanden, daß gegenüber der Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Börsen Hilfe geschaffen werde. Er warnt davor, populäre Gesetze zu schaffen, die von der Tagesströmung diefiziert werden. — Zur Charakteristik des Börsengesetzes teilt bte Direktion der Diskonto-Gesellschaft mit, daß ein Rentier, der sich später selber Konzertzeichner nannte, bei ihr Warschau-Wiener Obligationen zeichnete und als er wegen Verweigerung der Abnahme verklagt wurde, den Differenzeinwand erhob. Das detr. Amtsgericht habe dann die Beweiserhebung beschlossen und den Börsenvorstand um sein Gutachten ersucht. — Akkumulatorenwerke System Pollak, Frankfurt a. M. Die Gesellschast zeigt an, daß Herr Massenbach nunmehr aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Im übrigen würden die Geschäfte der Gesellschast in unveränderter Weise fortgesührt. Heute (Montag) findet eine Sitzung des Aussichtsrates statt, in der das Ergebnis der Revision zur Vorlage gelangen soll. An der Frankfurter Samstagsbörse war der Kurs der Aktien abermals gestrichen. — Der industrielle Niedergang. Anläßlich der Debatte über den Eisenbahnetat im preußischen Abgeordnetenhaus hat der Eisenbahnminister eine ermunternde Rede gehalten. Er hat die Meinung ausgesprochen, daß der Notstand nahezu im Schwinden begriffen sei. Es würden bedeutende Summen für neue Bauten uird Anschaffungen verwendet werden. Daß viel Geld der Industrie zugewendet roerben soll, hört man gerne und wird man glauben können, aber daß die wirtschaftliche Depression nächster Zeit schon behoben sein wird, will kein Einsichtiger mehr recht glauben. — Eine serbische Anleihe soll wieder einmal in Sicht sein. In der Skuptschina wurde dieser Tage ein Ukas des Königs verlesen, wodurch der Finanzminister ermächtigt wird, eine Vorlage behufs Aufnahme einer 5°/oigen, durch den Ueberschuß des Monopol-Ertrags garantirten Anleihe im Betrage von 50 Millionen Nominal zu unterbreiten. Jüngst hat die Ottomanbank gegen Schatzbons eine 7°/oige Anleihe im Betrage von einer Million Francs unter der Bedingung einer l%igen Eommissionsgebülw gewährt» Was wird Serbien erst zahlen muffen, wenn es 50 Millionen Fres. haben will. Tie Skuptschina hat deshalb auch erst die Vorlegung des mit der Bankengruppe abgeschlossenen Vertrags verlangt, ehe sie sich über die Anleihe schlüssig macht. Zur Lage der Kohlcuiudustric. Wie aus Effen gemeldet wird, betrug die Kohleusörderung der Syndikatszechen im Atonal März 3 667 510 Tonnen. Abgesehen vom Dezember 1899, m welchem Atonal die bekannten Verkehrsstörungen herrschten, hat das Syndikat eine ähnlich niedrige Kohlenförderung nicht gesehen. ■ -____ . ... Gerichtssaal. Leipzig, Samstag, 12. April. Das Reichsgericht verwarf heute dieR e v i s io n von 18derim W r e s ch en e rSchulkrawall- Prozeß verurteilten Angeklagten. Stallgegeben wurde der Revision des Schuhmacherlehrlings Wisniewski. Das Urteil gegen W., wider den wegen groben Unsugs auf 4 Wochen Gefängnis ev fannt worden war, wurde ausgehoben und die Sache an das Land» gencht zurückverwiesen, da bei der Strafbemessung nicht beachtet worden war, daß dem noch nicht 18 Jahre alten Angeklagten höchstens eine Haststrüse von 20 Tagen auserlegt werden konnte. Die bezüglich der übrigen Angeklagten vorgebrachten Revifions- grünbe wurden gemäß dem Anträge des ReichsanwaltS verworfen. Tie Behauptung, daß der Gerichtshof außer den Ergebniffen det Beweisanfiiahme auch privates Wißen zu feinen Feststellungen benutzt habe, sei unzulreffend. Ferner sei die Behauptung unbegründet, daß Zeuge Kreisschulinspeetor Winter bei seiner zweiten Vernehmung am 19. November (nach Schluß der Beweisaufnahme am 16.) nochmals hätte vereidigt werden müssen; denn eine Entlassung des Zeugen war nicht erfolgt. Auch die materiellen Rügen, die hauptsächlich ungenügende Feststellung des Thatbestandes des tz 144 (Beamlen-Nötigüng) behaupteten, wurden als unbegründet verworfen. Vermischtes. König Eduards Cigarren. König Eduard, der als Raucher Ungeheuer passionitt, Liebt die theuersten Eigarren, Die Havana importtrt. Aus dem feinsten Kraut gewonnen Und behandelt mit Geschick, Kosten sie schon in der Heimath, Wie man sagt, vier Mark das Stück! Frellich ist auch ihre Größe Ungewöhnlich kolossal, Und den meisten Rauchern würde • Ihr Genuß vielleicht fatal. Doch der König hat's ja sicher Schon als Prinz so weit gebracht, Daß ihm auch der stärkste Tabak Nur noch wenig Skrubel^uaHt^ Auszug aus öeu Kjrchkuduäjeru der Stadt Gieße». Evangelische Gemeinde. Getaufte. Lukasgemeinde. Den 5. April. Dem Pscrrr» amtskandidat, Repetent bei der theol. Fakultät, Eduard Edwin Becker ein Sohu, Franz Theophil Fritz Otto, geb. den 2 März. Den 6. Dem Professor Geh. Justizrat Dr. Arthur Schmidt eine Tochter, Erna Marie, geboren den 21. Februar. Dem Postboten Heinrich Wichelm Jullmann eine Tochter, Emma Luise, geb. den 14. Februar. Dem Bureaudiener Georg Trapp eine Tochter, Else Elisabetha, geboren den 28. Februar. Johannesgemeinde. Den 6. April. Dem Gastwirt Johann Matter eine Tochter, Paula Regina, geboren den 22. März. Den 9. April Dem Händler Johannes Ruth eine Tochter, Katharina Johanna, geboren den Getraute. Lukasgemeinde. Den 5. April. Heinrich Wahl, Bahnarbefter zu Gießen und Karoline Wack, Tochter des Landwirts Karl Wack zu Königsberg. Beerdigte. Johannesgemeinde. Den 4. April. Marie Scheid, 59 Jahre alt, ledig, Hospitalftin, starb den 2. April. Den 7. Elisabethe Michel, Witwe des Taglöhners Heinrich Michel, 74 Jahre alt, Hospitalftin, starb den 3. April. Den 10. Apr.il. Karl Lotz, städtischer Arbeiter, 40 Jahre all, starb den 9. April. Eine Frau altert frühzeitig, S5 ** macht, als ohnedies nötig ist. Dies geschieht unbedingt, wenn sie sich bei der Wäsche mit einem billigen, schlechten Waschpulver plagt, das nicht reinigt und ihr noch nebenbei die Wäsche ruinirt, anstatt bequem zu arbeiten mit Giolh's gemahlener Kernseife mit Salmiak und Terpentin, die höchste Waschkraft besitzt und infolgedessen koloffale Arbeftsersparnis bringt. Enthält kein Ehlor oder den Händen oder der Wäsche schädliche Substanzen. Täglich steigender Absatz beweist allgemeine Beliebtheit und vorzügliche Qualität. Per Packet 15 Pfg. Fabrikant I. Gioth. Hanau a. M. Hessische Blätter für Volkskunde herausgegeben im Auftrage der Vereinigung für hessische Volkskunde von Adolf Strack. Band I, Heft 1. Gießen (v. Münchowsche Druckerei) 1902. 66 S. 8°. Seitdem die im Titel genannte Vereinigung nicht mehr eine Abteilung des Oberhessischen Geschichtsoereins, sondern als selbständiger Verein neu organisiert ist, hat sie in kurzer Zeit großen Aufschwung genommen und im ganzen Lande eine bedeutende Mitgliederzahl gewonnen. So ist sie schon jetzt in den Stand gesetzt, eine neue Zeitschrift zu begründen, deren erstes Heft seit wenigen Wochen vorliegt. Damit aber ist sie gleichzeitig eingetreten in die große Bewegung, die zur Erforschung unseres gesamten Volkslebens, eine junge Wissenschaft, die Volkstunde, geboren hat. Tie Ziele, die sich die Blätter stecken, sind weit. Zwar wollen sie in erster Linie die Erforschung heimischer Sitten und Gebräuche, Märchen, Sagen und Lieder, mit einem Wort heimischen Volkstums fordern, aber sie wollen auch dem Ganzen als dienendes Glied sich einreihen und die Erörterung allgemeiner Fragen der Volkskunde pflegen. Tas vorliegende Heft trägt dieser doppelten Ausgabe Rech? nung. Es wird eröffnet durch einen Beitrag Hermann Useners, des bekannten Forschers auf dem Gebiete der Religionsgeschichte, in Bonn über den alten Merseburger Zauberspruch, der gebrochene Glieder heilt. Albrecht Tieterich, Professor an unserer Universität, verbreitet sich anknüpfend an seinen früheren Aufsatz in den Blättern für Hess. Volkskunde über Himmelsbriefe. Er weist nach, daß schon im griechisch-römischen Altertum solche Briefe existiert haben, deren Spuren teilweise auf jüdisches Gdbiet hinüberführen. Ter alte Glaube an die Himmelsbriefe hat sich noch bis in die neueste Zett hinein zähe gehalten. Dieterich führt ein Beispiel aus dem Jahre 1451 an und teilt den Bericht eines Offiziers mit, wonach diesem i. I. 1864 beim Auszug in den dänischen Krieg ein Himmelsbrief als Schutz gegen Gefahren aller Art angeboten worden ist. Kein Soldat aus den Brandenburgischen Regimentern soll damals ohne Himmelsbrief ins Feld gezogen sein. — In dem dritten Aufsatze von allgemeinerem Interesse spricht Prof. Trews über „religiöse Volkskunde". Er weist darauf hin, daß der Glaube unseres Volkes nicht nur der bibel- mäßige und offiziell ttrchliche ist, sondern daß der schlichte Mann eine Menge Ideen hege, „die das Volk sich selbst geschaffen, selbst gebildet hat und woran die nie rastende, roenn auch noch so konservative Seele des Volkes immer weiter arbeite". In der Erforschung dieser Volksrellgion sieht Trews eine lohnende Aufgabe der Pfarrer. — Der heimischen Volkskunde gelten zwei größere Aufsätze. In dem ersten der beiden läßt Oberbibliothekar Pros. Hermann Haupt einen längst verstorbenen stillen Forscher zu Ehren kommen. Karl B e r n b e ck ist nie an die Oeffentlichkett getreten, aber umso eifriger hat er in enger Studierstube und draußen unter dem Volk, in Wald und in Feld geforscht und gesammelt. Da er — von Jugend auf gelähmt — nie nach einem Amt gestrebt hat, konnte er sein ganzes Leben seinen Neigungen und Liebhabereien widmen. Von seinen bedeutenden Sammlungen sind die Sternwaffen, mehr als 100 Steine, wie schon Kraft berichtet, größtenteils in das Wiesbadener Museum gelangt. Von seinen schriftlichen Aufzeichnungen hat die Universitätsbibliothek mehrereBündel Notizen und halbfertiger Aufsätze erhalten. Aus chnen schöpft Haupt seine interessanten Mitteilungen. Bernbeck stand mit dem Volk und besonders der Jugend üt stetem regem Verkehr, daher haben seine Aufzeichnungen zur Volkskunde einen hohen Quellenwert. Die Proben, die Haupt giebt, stammen zum großen Teil aus dem hessischen Hinterland, einer noch wenig erforschten und bekannten Gegend. Sie ersttecken sich aus Sagen und Kinderlieber, auf Gebräuche bei der Hochzeit und auf das Verhältnis der jungen Eheleute in dem ersten Jahre der Ehe. Tann werden Heiland Zaubersprüche gegen Feuer und Pestilenz, für das Blut- stillen, gegen den Brand and ein Festmachen gegen Feuerwaffen, schließlich ein Stück Aberglauben aus Langd mitgeteilt. Ten hier erzählten Brauch, einem Kinde im ersten Lebensjahre, wenn es zum erstenmale in ein Haus kommt, ein Ei dreimal im Munde herumzudrehen, um das Zahnen zu erleichtern, kann ich für Gießen betätigen. Hier und auch im Vogelsberg berührt man dem Kinde mit der Spitze des Eies dreimal das Zahnfleisch. Bezüglich des Zauber- .spruches gegen Feuer vermag ich folgendes mitzutetten. Ich erinnere mich aus meiner itinbfyeit der oft wiederhollen Erzählung einer alten israelitischen Frau, wonach hier in Gießen einmal ein großer Brand gewütet und allen Lösch- versuchen getrotzt habe. Endlich sei ein Mann aus Heuchelheim gekommen, sei mit einem Laib Brot unter dem Arm dreimal um die Braridstätte herumgegangen, habe dabei einen Zauberspruch (dessen Text ich vergessen habe) gesprochen und dann das Brot in die Flammen geworfen. Tas Feuer sei darauf sofort erloschen. Nach einer anderen Wendung war es ein zinnener Teller, nach einer brüten ein Laib Brot und drei zinnerne Teller, die den Flammen geopfert wurden. Vielleicht ist diese Sage eine Erinnerung; an den großen Brand vom 27. Mai 1560, der 168 Häuser einäscherte und so den „Brandplatz" schuf. Ich wäre für eine genauere Mitteilung der Sage sehr dankbar. — Einen sehr schonen Bettrag liefert Prof. Adolf Sttack über hessische Vierzeiler (Schnödahüvfel), deren er 86 mitteüt. Es sind dies kleine, ursprünglich zum Tanze gesungene Liedchen, deren Vorhandensein somit auch für Hessen nachgewiesen ist. Ter Verfasser hat Recht, wenn er meint, daß es wett mehr solcher Liedchen gebe, als er augenblicklich mitzutetten vermag, ganz abgesehen von den unzähligen Varianten. Zu Nr. 63 und 64 mochte ich bemerken, daß beide auch i)ier an einander anschließend gesungen werden, es wird aber zwischen sie ein dritter Vierzeiler ein geschoben: Sie giebt m’r drei Brocke Damit soll ich locke: Komm Hinkelche bi Komm Hinkelche bi. Es würde zu weit führen, auf den Inhalt des AuffatzeA näher einzugehen. Ich empfehle die treffenden Ausführungen der Beachtung der Leser. — Eine „Bücherschau" und „Geschäftliche Mttteilungen" schließen das Heft ab. Alles in allem glaube ich sagen zu dürfen, daß mit dieser Veröffentlichung die Vereinigung ihrem Ziele ein tüchtiges Stück näher gekommen ist und daß die werbende Kraft; der „Blätter" ihr viele neue Freunde zuführen wird. K—L C. Röhr & Co Spezialität: Betten und Wäsehe Kleiderschränke Km der b erstellen Waschkommoden Niederlage bei: 2008 Aug.Noll.Kahllhofstr.öl Holzbettstellen la. 2015 Hosen Ware in 1® Allein-Verkauf der berühmten Fabrikate 0. Herz & Co., A.-G. Billige Preise. wr Gute Bedienung. 2988 2968 Schulstraße 5. 2165 R. 8. 111. 2840 Gießen, am 7. April 1902. 2809 Ich Doering. 2809 2800 ZU verkaufen MrnWWknlKe Box-Calf, Chevreaux eto. allen Formen und Weiten. Beachten Sie meine Schaufenster. 8 Wochen alte Ferkel, | prima,zu verkausen.Aieqekpfad 30. Complette Schlafzimmer. Eis. Bettstellen in grosser Auswahl vorrätig. Zeichnungen und Preisliste stehen zu Diensten. Generaldepöt für Hessen: Rieb. Brann, Frankfurt a. M., Gr. Hirschgraben 11. Probekuren von Mk 8.50 an. Binsen 29io Jacken Schürzen re. werden zu sehr billigen Preisen abgegeben. Robert Stuhl, 23 Neustadt 23. Patent-Stahlspringfeder- Matratzen erprobter Systeme — in allen Preislagen — für Bettstellen jeder Grösse lieferbar. Schlafzimmer- Möbel 3 teil Matratzen mit Seegras-Füllung mit Kapok-Füllung mit Rosshaar-Füllung. Itt Direktor der Kallgeuoffeuschast des en. Arbeitervereins Emgetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. 016071 Schöne Gemüsepflanzen empfiehlt Wilh. Gerhard. Ur Mnseen nnö Zainndet zu kaufen gesucht. Alte Musikinstrumente, alte Stickereien und Wandteppiche, alte Porzellane, als: Gruppen, Figuren und Gefäße, alle Holz- iguren und geschnitzte und ein« ;elegte Möbel, farbige und chwarze englische Kupferstiche, alte Dosen und Fächer, alte Taschen- und Standuhren, alte Dosen in Gold, Silber, Elfenbein, Schildpatt re.. Feine Miuiaturbilder und Oelge- mälde. Offerten sind gefl. einzusenden poste restante Frank- urt am Main Hauptpost unter Beachten Sie meine Schaufenster. Frische Eier 2 Stück 11 Pfg., 20 Stück Mk. 1.05 empsiehll W. Ullrich, 01548 7 Schloßgaffe 7, bei Blutarmut, Frauenkrankheiten, Magenbeschwerden, Nervenschwäche, n. schweren Wochenbetten, Operation., Blutverlusten. PROSPECTE kostenlos durch die Verwaltung in BOPPARD & Rh. unoxa ist das beste, sicherste Mittel gegen Motten. Pack 20 Pfg. Adler-Drogerie Seltersweg 39 Otto Schaaf. 2143 Grösste Auswahl in Neuheiten für Damen, Herren und Kinder " in schwarz, braun, rot, Kalbleder | Krankheiten E schleppen die Ratten u. Mäuse ins Haus. Vertilgt dies, mit,Acker torll PhilippSchwagerWw.,®rog.,010X^8 Zestage den yirzt nach d. trefflichen Heilwirkung des Eamscheider Stahlbrunnen / Emil \ / Fischbach Außöodenanstrich jedweder Art VLackfarbe ^^alle Sorten, 3m KlavierKimmkii empsiehll sich 2808 Herm. Bauer, Dammstt.34,11 Pünktliche inib gute Ausführung zugesichert. billiger abgeben zu können und leiste für jedes Paar Garantie. Kier-, Wem- uni MerWichk Fäaschenabfüllschläuche Verdichtungen jed. Art, Treibriemen {oroie alle technischen Artikel für maschinelle Betriebe. 2789 Telephon 249. Hebrüder ^eorg Walllhorstr. 24. Toiletten Nachtschränke Wohnungs-Wechsel. wohire jetzt bei Herrn Instrumentenmacher Schmidt Bahnhofstraße 37, Mittelstock. Otmar Weidig, Rechtsanwalt. LMlUWschchd« to.ärititenitrtiiis zu Gieße«. Emgetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Einladung zu einer aHemiMichell General-Persamllliig welche Dienstag dr« 15. April l. I., aöends 9 ItSr, m der Herberge zur Heimat dahier stattfinden soll. Tages-Ordnung. Abänderung des Statuts nach dem bereits jedem Genossen gedruckt zugegangenen Anträge. Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes werden die Ge- rwsien dringend gebeten, sich in obiger Versammlung vollzählig einzufiuden. Fertige Federbetten mit 6 Pfund Federn gefüllt Stück zu 12.—, 15.—, 18.- 21.— Mark und besser. Zu enorm billigenPreisen offerieren wir Gardinen abgepasst und am Stück, weiss und orZrns. Ronleauxköper in allen Breiten. AndoniannsM. Inn.; Gebr. Imheuser. Abt. "Weisswaren. Marktplatz»—10. 393 Vorzügliches Sauerkraut LchllMWen Stute Rüben Salz- ll. Wg-8arken Preiselbeeren in 50% Zucker sowie Fisch-, Fleisch-, Lbsi- nh Eemüse-Kuservei! empfchlenzuden billigsteuPr^isen 1 & G. Wallenfels Markt 21. Telephon 46. Portland - U aus den ersten Fabriken Mark 1.75 pro ein Luk C. Kübsamen, Telephon 259. — Westanlage 60. M Bii M unter zwei die Wahl, zu verkaufen. Bäcker Kliugelhöffer, Asterweg. wachsamer Hofhund zu verkaufen. Zu erfragen 01627 tut Kaiserhof. Empfehle mein grosses Lager in 1285 Herren-Wäsche Oberhemden mit leinenen Einsätzen von Mk. 3.— an. Mass-Bestellangen in kürzester Zeit. Fritz Bowack Ausstattnngs - Geschäft und Wäsche-Fabrik. i Kaufen Sie Ihre Schuhe und Stiefel | | im Schuhwaarenhaus von | | Marktstrasse 9 la. SÜSS Wettergasse g Zuschneide -Lehranstalt Grünbergerstraße 14 a (Mittelbau). Matznehmen, Mufterzeichneu, Zuschneiden und Verarbeiten _____ Ä kann jede Dame gründlich erlernen. 1819 Rw Der Kursus beginnt am 21. AprU 1902. -HSff Petri, geprüfte sihrerm. Körbe unD Stühle werden billig geflochten. Ferd. Parthier Wwe., Seltersweg 81. Interessanteste und reichstaltigfle Ausstellung dieser Art. 8 Abteilungen — 1000 Sehenswürdigkellen. Neu! Ausgestellt: Lebensgroß! ff/m ! Zkräs. Noosevett, ^räs. Mc. Kinley, Z'rLs. Aauk Krüger, 1NVU. Aelaray, Grc. Kraf Waloersee, Lord Kttchener, Miß Stove, amertü. Misstovariu, Königin Araga von Serbien :c. Lebensgroß k Verbrecher-Llbteilung: Lebensgroß! ffpn ! ^rolgosz, der Mörder des Präsidenten Me.Kmley; ZSresci, Ivll« der Mörder des Königs von Italien; Math. Kueißel, der bayerische Raubmörder u. s. w. 2949 Abteilung mechanischer Kunstwerke. ÄWp* Prachtvolle kostümierte Koloffalgruppen, als: Avdianerrache, Horilla und seine ZSeute, Ite zerrissene Kose, Rache ist süß. Ich und meine Schwiegermutter, Die Klatschöaseu 2C. ♦♦ Neu! Bölkerrassensammlung. Lebensgroß! O Belehrend! Große Naturaliensammlmrg: Belehrend! Neu.' Eine Million Mark Sensationell! in allen deutschen Neichsmür^en auf einem Haufen. Reu! Abteilung Panorama: Ausgestellt! ffpH 1 I>ie Ermordung des Präsidenten Wc. Kinley in ZSnffato. Aer schreckt. Zlutergang des deutschen Schulschiffes Hueisenan. Lebend! Schluß-Abteilung: Lebend! Johanna, die schwerste Konfirmandin der Welt! SV* 14 Jahre alt, 285 Pfund schwer, konfirmiert zu Osthofen a. Rh. am 23. Februar dieses Jahres. Alles ohne Nachzahlung zu sehen! 1 Antritt r L Platz 30 Pfg., 2. Platz 20 Pfg., Kinder und Militär ohne Charge die Hälfte. Der Besitzer: h. Ohr Unwiderruflich nur 4 Tage auf Oswalds Garten vom 13. öis 16. April, täglich geöffnet von nach«. 2 öis aöends 10 Ahr Zum ersten Male hier! Ph. Ohrs Universum. Wie haben Sie es nur ferÜH gebracht, daß diesesmal die Fußböden so prachtvoll geworden sind ?— Mit I „O. Fritzes Berusteiu-Oel-Lack- farbe" rst es weiter kein Kunst- siück, dieselbe übertrifft an Haltbarkeit, schnellem Trocknen und elegantem Aussehen alle anderen Fußbodenlacke. Kissen mit 21/, Pfund gefüllt Stück zu 4.75, 5.50, 6.70, 8.—, 9.— Mark und besser unter Garantie für voUtitändig reine und neue PüUong. 2SSS Bekanntmachung. in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versamm- nrng beratene und festgesrellte Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1902 — vom 1. April 1902 bis 31. März 1903 —-sowie die Voranschläge des Stadterwellerungsfonds, der Armen- raffe rmd des Gas- und Wafferwerks, sowie des Elektrizitätswerkes für dieselbe Zell liegen in Gemäßheil des Artllel 83 der Städte- vrdnung während 8 Tagen auf dem Bürgermeisterei-Büreau — Ammer Nr. 15 — zur Einsicht der Betelligten offen. Gießen, den LL April 1902. 2960 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Vergebung von Walzeisenträgern Für den Neubau einer Uni- Versitäts-Bibliothek zu Gießen wird unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 die Anlieferung von 42155kg Walzeise«-I-Trä- geru öffenttich ausgeschrieben. Unterlagen find gegen Selbst- Lostenpreis von uns zu beziehen. Angebote mit bezeich- uender Auffchrift bis zum 25. d. Mts^ vornr. 11 y2 Uhr, dem Ervffnungstermin, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 12. Aprll 1902. Großherzogliche Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. Becker. 2989 Versteigerung. Dienstag den 15. d. Mts., nachmittags 2 Uhr versteigere uh Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1. allerlei elektrischBeleuchtungs- artikel, als Elemente, Glocken, Kupferdraht, Klingeln, Jfolier- knopfe, Telephonrasten, große und kleine Birnen, diverses Werkzeug tu WerkzeuaschränLe, Küchengeräte, 1 Bütte, alle Kleidungsstücke und 3 Panelbretter, 2. Po^ellanwareu, Korsetten, Damen-Sonnenschirme und Möbel aller Art. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. 2977 Born, Gerichtsvollzieher. Es ißt kein Schuh-Geschäft W im Stande i j gleiche Jagdverpachttrng. Die nach getroffenem Uebereinkommen mll dem Großh. Staate nunmehr der Gemeinde Treis a. Lda. zustehende, links des Lumdabaches gelegene Jagd, umfaßend 371,79 ha Wald und cd. 575 ha Feld, wird Freitag den 25. April L mrchmittags 2 Rhr, auf dem Rathaus zu Treis a. Lda. auf weitere 6 Jahre verpachtet. Es wird noch bemerkt, daß der in Treis a. Lda. gelegene Bahnhof an der Neubaustrecke Lollar—Londorf, welche voraussichtlich am 1» Juni l. I. eröffnet wird, direkt im Jagdbezirk liegt. Pachttiebhaber, deren Qualifikation nicht notorisch vor- llegt, wollen sich vorher bei unterzeichneter Stelle genügend -ausweisen. Treis o. Sbcu, am 14. April 1902. Großh. Bürgermeisterei Treis a. Lda. Benner. 2990 Gasthaus mit Hofraum, Stallung u. Nebengebäuden, inmitten der Stadt beleben, ist per sofort oder auch später unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. 2816 Näheres in der Gxped. d. Bl. Großer Schreibtisch verkaufen. flache nerßadeäfen * R. F*. _ Gebrauch. über70.0£O' Gashßizöfen Vertreter an rast allen Plätzen. Z s- wW' Mße für- Austiger' llonbbet i rebungtn b -D vm 6.-1 hamiter-l - U lürzlich in ba§ dec C Mgß verc Pros. Dr. btt Polen- genannt it Kaiser, w Äitschiedei Polenp Aen. - Sie ftei * Al-»'« bitk®“ M d-S ' N™*1' rtatan. mnister [ auch bei J teil -Lei betr. die liandes tulel, der t bestimmt, iv für die Prej Msten stra lande liegt ft letztere d M der Drn gestrengt toi Wohnlicher Wiesbal Siebe ftiedene ho erklärt ft gut unte Rommen ipube über ^g-Liebere . 8omi,i ri^uib h Ne. joroi psangen Toi Müll JP« von ^ichsräthe yigien ^taatsregie der q Womm M habe. Nettes die pi Mf, gj "« solche * mittag im \ ane fr %6o Utib