Freitag 14. März 1903 Zweites Blatt Die heutige Dummer umfaßt 12 Seiten Viehzölle in den Bei den Viehzöllen Rechnungsrats bekannten Pro- noch ein dis- 152. Jahrgang Geh. des Nr. 62 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamilien- dlättcr oiermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Untoers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Frrnsprechanschluß Nr. 51. Preußisches Abgeordnetenhaus. Sitzung am 12. März. In fortgesetzter Beratung des Kultusetats beklagt Abg. Roeren (Ctr.) jene Erlasse, wonach geistliche Reliqions- lehrer lediglich als Beamte anzusehen seien. Wie könne ferner ein Kultusminister Schülern gegen den Wunsch der Ettern die Teilnahme an religiösen Vereinen untersagen? Das sei eine Beeinträchtigung der Rechte der Eltern. Der Kultusminister erklärte, jene Erlasse lägen 25 Jahre zurück. Wenn er auch bestreiten müsse, daß der bestehende Zustand die Gefühle der Katholiken verletze, wolle er doch in eine eingehende Prüfung der Frage eintreten. Auf Anregung des Abg. Metzger (natl.) führt der Kultusminister aus, er habe in der Angelegenheit der Herbeiführung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung Veranlassung genommen, mit den beteiligten Ressorts zu verhandeln. So sei denn eine Konferenz der Bundesstaaten berufen. Auch Oesterreich habe in Aussicht gestellt, die Grundsätze der Konferenz auf sein deutsches Sprachgebiet auszudehnen. Ebenso werde auch die Schweiz voraussichtlich dieselben Grundlagen annehmen. Im weiteren Verlaufe der Debatte wird allseitig der Wunsch betont, die Abiturienten der Realgymnasien nicht hinter den Gymnasiasten zurücktreten zu lassen. Ministerialdirektor Alt ho ff bestreitet, daß irgend ein Unterschied zwischen Gymnasial- und Realabiturienten gemacht werde. Sodann wird die bereits im Vorjahre angeregte Frage der Gehaltsaufbesserung der Oberlehrer aufs neue besprochen. Der Kultusminister erklärt, er sei es dem Andenken Miquels schuldig, den Irrtum zu berichtigen, als habe Miquel den Wünschen der Oberlehrer nicht wohlwollend gegenüber gestanden. Es werde dem Hause ein Vorschlag unterbreitet werden, der die Schwierigkeit der Gehaltsfrage behebe. Die Schulgelder würden erhöht werden und von den dadurch erzielten Mehr-Einnahmen von 500 000 Mk. würden 460 000 Mk. für Gehaltserhöhungen verwendet. — Tie Zentrums-Fraktion des Reichstages war heute mittag nochmals zusammengetreten und beschäftigte sich mit dem Zolltarif. Es lvurden bestimmte Positionen des Tarifs, namentlich die Bereich der Erörterungen gezogen, gingen die Meinungen auseinander. Ausland. London, 13. März. Wie seinerzeit gemeldet wurde, war es Anfangs Januar in N i u t s ch lv a n g zwischen Matrosen des amerikanischen Kriegsschiffs „Bicksburg" und russischen Soldaten zu Schlägereien gekommen. Die hieraus entstandenen Schwierigkeiten sind nunmehr, wie Reuters Bureau aus Washington meldet dadurch in befriedigender Weise beigelegt, daß der russische Befehlshaber dem Kommandanten der „Bicksburg" sein Bedauern über den Vorfall ausgesprochen hat. Brüssel, 13. März. Kammer. Am Schlüsse der heutigen Schung, tn der die Beratung über die Vorlage betreffend das allgemeine Stimmrecht fortacfcttt wurde, kam es zu h e f t i g e n L ä r m s z e n e n. Der Mi- nrsterprasrdent de Smet de Raeyer hatte geäußert, die Taktik Graf Hoeusbroech in München. Aus unserem Leserkreise wird uns freundlichst folgende von einem tn München studierenden jungen Gießener her- Ehrende Postkarte zur Verfügung gestellt, die unsere gestrigen ausführlichen Nachrichten über den großen Hoensbroech-Skändal »oll beftätigt. Herr O. R. schreibt vom 12. d. M * j^teru im Kindl-Keller, wo Graf Hoens'broech sprechen Großartiger Tumult von Zentrums- und Antisemiten Seite" öollstakidlg organyiert! Johlen und Brüllen wie in der volle 6er,ammlung und Sprecher verekelt. Maßkrüge, Bierfilze! und owhle, auch Tischplatten wurden geworfen. Besonders die Geschosse äLn « ^üene richteten viel Unheil an. Geistliche in der Soiuane ^‘Singecn wie unsere Schäfer rc. EtzlicheVerwundete nm Krankenhau--. Der Borstandstisch mit faulen Eiern, Stinkbomben re. bombardiert. „Dös war a Gaudi und a Hetz"." Politische Tagesschau. Markante Erklärungen. Aus Berlin, 13. VLarz, wird uns geschrieben: Vor der heute erfolgten Vertagung der Zolltarifkom- misswn bis zum 8. April hat der Staatssekretär des Aus- wärtiaen Frhr. v. Richthosen mit unverblümten Worten der Kommissionsmehrheit ,chie Meinung gesagt". Frhr. v. Richthofen erklärte, das Ausland werd: nach den letzten Beschlüssen — Gemüsezüllen usw. — zu der Annahme gelangen, daß die Mehrheit der Kommission Handelsverträge überhaupt nicht wolle. Frhr. v. Richthofen hätte ebensowohl von einer Annahme oer Verbündeten Regierungen in diesem Sinne sprechen können, denn wenn schon ein Fernstehender jenen Einoruck gewinnt, um wieviel- mehr ein den Dingen Nahestehent^r. Wohl, um nicht einen offenen Konflikt herbeizuführen mit der Kommissionsmehrheit, bezog sich der Staatssekretär auf das Auslano. .'wer es läßt sich auch denken, daß bereits von der einen und anderen auswärtigen Regierung Aeußerungen nach Berlin gelangt sind, die den Zweifel ausdrücken an dem Zustandekommen von Handelsverträgen im Hinblick aus die Haltung der Zollkommissionsmehrheit. Frhr. v. Richthofen beschwerte sich ferner, daß gewichtige Erklärungen, wie er sie gestern namens der Verbündeten Regierungen abgegeben, bei der Abstimmung ohne Wirkung geblieben seien. Ter Effekt dieser erneuten Warnung war, daß zum Schluß noch ein von Frhrn. v. Wangenheim beantragter Zollschutz von 250 Mark — über 200 Prozent t>om Wert! — auf Cycaswedel angenommen wurde, ungeachtet des Protestes der Regierung. Mit knapper Not blieb die Zollfreiheit für frische Blumen und Blüten gemäß der Regierungsvorlage erhalten. Frhr. v. Richthofen machte noch die markante Ankündigung, daß die Regierung gegebenenfalls auch gegen die Beschlüsse der Kommis sion neue Handelsverträge abschließen werde. Das heißt, daß der Zolltarif, wie chn der Reichstag beschließt von der Regierung nicht als eine „gebundene Marschroute" betrachtet wirb, sondern mehr als „Material" für die Vertragsverhandlungen. Anders Wäre es auch wohl ausgeschlossen, z. B. mit Italien zum Vertrag zu ge- Die Verlobung des Prinzen Mirko von Montenegro mit der Tochter des Obersten Kvn st a n t ino vi t sch begegnet in den politischen Kreisen Wiens einer sehr kühlen Auffassung. Es soll sich zwar da um eine Liebesheirat handeln, doch besitzt sie ohne jeden Zweifel auch ihre politische Bedeutung. Indem der Sohn des Fürsten der Schwarzen Berge eine Obrenovitsch, uüd zwar eine Nichte des Königs Alexander, heiratet, würde er dem serbischen Throne, für den die Montenegriner immer besondere Vorliebe gezeigt, ein wenig näher rücken. Es ist jedoch zu beachten, daß die serbische Krone nach der neuen Verfassung wohl auch unter Umständen auf eine Tochter des Königs Alexander, wenn sie vorhanden, übergehen könnte, aber aus kein anderes wirkliches Mitglied der Familie Obreno- vitsch Ja, nach dieser Verfassung zählt weder Oberst Kon- stantinovitsch noch dessen Tochter zu den Mitgliedern der königlichen Familie. Der Prinz, so wird hier werter betont, habe auch schon aus dem Grunde keine Anwartschaft auf den serbischen Thron, weil König Alexander noch jung ist, und die Möglichkeit, daß er noch direkte Erben hinier- lassen könnte, nicht ausgeschlossen erscheint. Schließlich — und das ist die Hauptsache — wird eine montenegrinische Sekundogenitur in Serbien von Rußland nicht gewünscht und würde von Oesterreich-Ungarn niemals zugelassen werden. Die beiden Mächte haben aus ihren Absichten in dieser Sache niemals ein Hehl gemacht — was hoffentlich nicht hindern wird, daß sich die Ehe des Prinzen Mirko mit der Tochter des Obersten Konstantinovrtfch recht glücklich gestaltet. Der Versuch, den König Alexander für eine Thronfolgerschaft Mirkos in Serbien zu gewinnen, ist nach allen Belgrader Berichten gründlich gescheitert. willen wlllkommen geheißen, aber noch herzlicher als Ihren Vertreter und des mächtigen deutschen Volkes. Ich danke Ihnen namens des amerikanischen Volkes für das, was Sie gethan; ich danke Ihnen außerdem persönlich für die huldvolle Form, in der sich Ihre Courtoisie geäußert hat." — Nach einem Londoner Telegramm sind Kopieen der vom Kaiser angefertigten Marine-Tabellen auch dem König Eduard und Lord Selborne, dem C^f der britischen Admiralität übersandt worden. — Die große Uebungsfahrt des ersten Geschwaders mit dem Prinzen Heinrich findet, wie aus Kiel depeschiert wird, Ende April statt, und führt nach England. Eine zweite Fahrt dorthin wird das Geschwader ans Anlaß oer englischen Krönungsfeier unternehmen. — Die „Nordd. Alla. Ztg." schreibt: Die Antwort Lord Lansdownes auf die Anfrage über die Brüsseler Zuckerkonvention liegt nunmehr den Londoner 23lottern vor. Der auf die Stellung der britischen Kolonien bezügliche Teil lautet dem „Standard" zufolge: Nach der Konvention wird es den Kronkolonien nicht erlaubt fein, auf Zucker irgend welche direkten oder indirekten Prämien auf den eigenen oder fremden Märkten zu gewähren. Mas die Selbstverwalt- ungskolonien betrifft, so sind diese nach dem Artikel 11 von der Kommission ausgeschlossen, es steht ihnen aber frei, der Konvention beizutreten, wenn sie dies wünschen, und wenn sie den Beitritt vollziehen, werden sie in jeder Beziehung die Stellung der hohen vertragschließenden Mächte einnehmen. Durch die allgemeinen Abmachungen über die Kolonien sind wir gebunden, dem Kolonialzucker keinerlei Vorzüge vor dem aus den Ländern der hohen vertragsschließenden Mächte her- stammenden Zucker zu gewähren, und es ist klar, daß wir von den anderen Mächten kaum hatten verlangen dürfen, auf eine Vereinbarung einzugehen, wonach für sie die Gewährung von Prämien vollständig ausgeschlossen wäre, während wir unsere volle Freiheit behielten, und dem aus unseren eigenen Kolonien herstammenden Zucker Prämien gewähren. — Ter Bundesrat überwies in seiner heutigen Sitzung den Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung des Paragraphen 7 der Strafprozeßordnung den zuständigen Ausschüssen. Tie Zustimmung wurde zu folgenden Ausschußan trägen erteilt: a) zu den Entwürfen von Ausführungsbestimmungen zum Schlachtvieh - und Fl e i f chb e f ch au g e s e tz vom 3. Juni 1900 und von Prüfungsvorschriften für Trichinenfchauer, b) zu der Vorlage betreffend Einlaß- und Untersuchungsstellen für in das Zollintand eingehendes Fleisch, c) zu dem Entwürfe eines Ausführungsgefetzes vom 3. Juni 1900, e) zu dem Gesetzentwurf betreffend den Servistarif und die Maffeneinteüung der Orte, sowie Abänderung des Gesetzes über die Bewilligung von WohnungsgeldMfchüffen. — Graf Schwerin-Löwitz sagte in der Zoll- tariskommission am Dienstag bei der Hopfenzolldebatte, daß im Wirtschaftlichen Ausschuß die Tabakbauern gefragt worden seien, wie viel Schutz sie brauchten. s * * *Jtun ist zwar in dem vorliegenden Zolltarif der Tabakzoll nicht erhöht Worben; dies soll aber nach der „Freis. Ztg." nur deshalb geschehen fein, weil man nach dem Zustandekommen des Zolltarifs den Tabak noch ganz besonders für die Reichsfinanzeir bluten lassen will. (??) Deutsches Deich. Berlin, 13. März. Der Kais er ist mit der Flottille heute nachmittag auf der „Weser" angekommen und beim Hohewegleuchtturm vor Anker gegangen. Oberbaudirektor Franzius aus Bremen, der zum Vortrag befohlen War, begab sich an Bord des Panzerschiffes. — Kaiser Wilhelm richtete an den Präsidenten Roosevelt folgendes Telegramm: „Jetzt, da mein Bruder die gastlichen Gestade Amerikas verlassen, empfinde ich es als angenehme Pflicht Ihnen auszusprecheu, wie tief dankbar ich und das ganze deutsche Volk sind für den Glanz der Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Aufnahme welche dem Prinzen von allen Klassen des amerikanischen Volkes bereitet wurde. Meine ausgestreckte Hand Wurde von Ihnen mit festem, männlichem und freundschaftlichem Griffe erfaßt. Möge der Himmel unsere Beziehungen mit Frieden und Wohlwollen zwischen den zwei großen Nationen segnen, kleine besten Empfehlungen und Wünsche au 2llice Roosevelt." Präsident Roosevelt antwortete: „Der Besuch Ihres Bruders in unserem Lande trug viel dazu bei, die Ziepe der freundlichen Gesinnungen zu erweisen, welche zwischen den beiden Nationen bestehen, und zwar in jeder Beziehung außerordentlich glücklich. Ich hoffe, daß Sie mir gestatten, Ihnen zu der bewunderungswerteu Art und Weise Glück zu wünschen, in der er sich gezeigt und echteste herzlichste Sympathie und Hochachtung aller sich erworben hat. Wir haben ihn um seiner eigenen Per on Die Studeuteufahrt nach Paris. Zu der Absicht einer Anzahl Leipziger und Berliner Studenten, in einigen Wochen nach Paris zu fahren, um dort mit Mitgliedern der Berliner königl. Theater Schillers Räuber in deutscher Sprache aufzuführen, berichtet die „Post", daß von maßgebender Stelle dem Gedanken der Aufführung entgegen gearbeitet werde, der an sich zwar etwas Bestechliches haben möge, der aber jeraoe jetzt. Wo die Mahlbewegung in Frankreich bereits m Gange ist, leicht zuunliebsamenKundgebungen uyren tonnte, die nur zu leicht gerade das Gegenteil von >entLrSr. haben könnten, was seitens der Studenten beabsichtigt wird. Die „Nationalztg." versichert, der Reichskanzler habe in sehr entschiedener Weise von diesem Unternehmen abgeraten, weil es die normalen Beziehungen öwstchen beiden Ländern unter Umständen stören könnte Studenten pflegen sich um diplomatische Rücksichten im allaemeiueu viel zu kümmern, und es ist das auch u^'hres Umtes. In die Zeit der französischen Kammer- wahlen pflegen bekannilich die Pariser Nationalisten in ge- ^a,ci:-r* l * * * ö". verfallen, und so könnte es zu chauvNlisti- scheu Exzeßen gar leicht kommen. Diplomatische Auseinandersetzungen, vielleitch gar Konflikte ernster Natur waren die folgen solcher Vorkommnisse, und daß eine etubentenja^t ixte buti) wohl nicht teert ist. bürsten sich b-i ruhiger UÄeileguug selbst sagen Dte ^bee an hich ist ja Empathisch, aber sie büstt b-iese Eigenschaft keineswegs ein, wenn die Ausführung emstteeilen vertagt wird. Ein Kenner des französischen Uni^s^is lebens machte beMusig einen uK?Mif°Vi^ü darauf aufmerksam, daß gerade die Pariser Studenten- , nationalistischen Elementen durch etzt lK die Beteiligung deutscher Schauspieler an der na$ betrifft, so erfährt die „Voss Qta" daß die jur die Hauptrollen dec Räill)^-" aZik« 9‘ ' MUglieber bes Berliner tzoftheaters^ie^Bcse^gS Ucher Lprechrollen nut Berufsschauspielern forh?rn wahrscheinlich bcn Stubenten nicht Magen wirk Doch es ch zu twarcen, daß soweit Mitglieder von Hchbühnkn in Frage kommen, _ in Ruchicht aus die Stellungnahme bJ« Eltens der Jntenbanteu ein mt chech^. b eC39t anbelen Schauspieler werben K, auch nicht mehr mttthun wollen. ^nn GlcheimAnzeigerW " General-Anzeiger v v für den polit. u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen _______________________________________________________________ zeigenteil: Hans Beck«. — Tie Verurteilung des Steinbach in Potsdam cuiläßlich zefses wegen der „Duell re de" dürfte ziplinarisches Nachspiel haben. H ad er s leb e n, 13. März. Bei der heutigen 2an b» tagsersatzwahl im hiesigen Landtags-Wahlkreise wurden 142 Stimmen für Kaufmann Julius Viielsen-Tammacken (Dane) und öl Stimmen für Amtsgerichtsrat Bachmann (Kandidat der Deutschen) abgegeben. Fünf dänische und ein deutscher Wahlmann waren nicht erschienen. Hannover, 13. März. Zu der in der General-^ Versammlung des Bundes der Landwirte abgegebenen Erklärung des Dr. Hahn, daß die Forderung des Bundes der Landwirte in Bezug auf die landwirtsch as tlichen Zölle auf Vereinbarung mit der maßgebenden Großindustrie beruhten, welcher entsprechende industrielle Zollerhöhung zugesichert sei, bemerkt das Or- ßan des „Zentralverbanoes deutscher Industrieller", daß in dessen leitenden Kreisen von einer ,olchen Verabredung oder Abmachung nicht das Mindeste bekannt sei. wecken so bei den Leuten die Meinung, als ob cs sich.um ein Werk der unter uns wohl vertrauten inneren Mission der evangelischen Kirche handle. Daß es in Wirklichkeit eine amerikanische Sekte ist, deren Art von deutschem Wesen sehr verschieden ist und die darum auch in scharfem Gegensatz zu unserer grunddeutschen evangelischen Kirche steht, daß sie ihre Anhänger zu besonderen Gemeinschaften sammeln, daß sie, wie sie aus dem alttestamentlichen Gesetz den Sabbath und die Speisegebote erneuern, auch die Abgabe des Zehnten von aller Einnahme wieder einführen, verraten sie nicht. Die Rechenkunststücke, mit denen sie die buchstäbliche Erfüllung des Alten Testaments im Neuen erweisen wollen, befriedigen wohl die Neugierde, sind aber zur Förderung einer rechtschaffenen Gottesfurcht völlig wertlos. Wir meinen, ganz unbeschadet der durch den Besuch des Prinzen Heinrich in Amerika erweckten sehr erfreulichen Freundschaft für Amerika bleiben wir doch besser bei unserer deutschen Art! ** Dummejungenstreiche. Ein hiesiger arbeitsscheuer Tag- lühner beschädigte ohne jede Veranlassung die Einfriedigung einer der Stadt gehörigen Hofraite in der Marburgerstraße. Er wurde zur Anzeige gebracht. — Ebenso wurde ein Real- gymnasiast angezeigt, der in der Nacht vom 12. auf den 13. an einem Hause in der Nordanlage im zweiten Stockwerk aus Mutwillen eine Fensterscheibe zertrümmerte. ** Die Kaiser Friedrich-Quelle. Herr I. Weisel, der hiesige Generalvertreter der Offenbacher Kaiser Friedrich-Quelle, teilt uns unter Bezug auf eine in unserer Nr. 59 abgedruckte Briefkastennote der „'Zeitschrift des allgem. deutschen Sprachvereins" mit, daß von ihm weder Anpreisungstafeln noch irgend welche Schriftstücke, die englischen Text enthalten, verbreitet worden seien. Er hat uns das ganze ihm zur Verfügung stehende Reklamematerial vorgelegt und wir haben darin kein englisches Wort vorgefunden. Die Kaiser Friedrich-Quelle treibt aber eine starke Ausfuhr nach England und verbreitet dort auch englische Plakate u. dgl. Ein solches mag also zufällig dem Veranlasser jener Briefkastenbemerkung in die Hände gefallen sein. 0 Mendorf a. d. Lda., 13. März. Gelegentlich eines Vortrags des früheren Burenkämpfers Butz aus Pretoria fand hier eine Sammlung zu Gunsten der notleidenden Buren statt, die 60 Mark einbrachte; in Londorf waren am Abend vorher 26 Mark gesammelt worden. r. Von der Rabenau, 12. März. In voriger Woche veranstalteten die Ortsgruppen Londorf und Geilshausen des Flottenvereins Lichtbildervorführungen über den deutsch-französischen Krieg 1870/71. Der Ueberschuß der Einnahmen, 30 Mark, sowie der Reinertrag au§ einer nach einem Vortrage des früheren Burenkämpfers Vutz veranstalteten Samm- : lung, die 36 Mark ergab, wurde an die Burenzentrale in ; München abgesandt. ö Freiensteinau, 13. März. -Die Schüler der hiesigen Meiningen, Tapezier. * Neapel, 13. März. Gegen den ftüheren Abgeordneten und jetzigen Bürgermeister, sowie zwei Schöffen, den Direktor der Straßenbahn und den Direktor der Gaswerke wurde wegen Beteiligung an der bekannten Beste chungsaffaire die gerichtliche Untersnchung eingeleitet. * Einen lustig en Beitrag zum Kapitel „Gesundbeten" erzählt ein Leser der „Tgl. Rdsch.": Frau von X. begiebt sich vor ungefähr einem Jahre zu einer Gesundbeterin und klagt ihr Leiden. Man erklärt ihr, daß öftere Gebete notwendig seien, um sie wieder herzustellen. Sie hatte sich eine in Liste einzutragen und etwa 20 Mk. zu zahlen. Gewissensbisse, die sie sich machte, da sie alles hinter dem Rücken ihres Mannes gethan, veranlaßten sie endlich, diesem ein Geständnis abzulegen. Als vernünftiger Mensch verbat sich dieser Mann für die Zukunft solche „Scherze" und damit war die Sache abgethan. Es ist nun noch nicht lange her, da erhielt Frau X. eine Rechnung über ungefähr 300 M. Sie hatte vergessen, das Weiterbeten abzubestellen, und so war allmählich die Schuld bis zu dieser Höhe erbeten worden. Um allen Erweiterungen aus dem Wege, zu gehen, hat man die „Schuld" bezahlt. — So wahrhaft geschehen zn Beginn des Jahres 1902! * Mathilde S erao unter der Anklage^des Betrugs. Aus Neapel schreibt man: „Mathilde Serao, die in ganz Europa bekannte Verfasserin trefflicher Romane und Novellen, deren neuestes Buch, „Riccardo Joannes Leben und Abenteuer" (Verlag von Alb. Lungen in München) besonderes Aufsehen erregte, da sie darin das großartige und vornehme Betrüger-Leben ihrer Heimatstadt Neapel mit Leidenschaft und Anschaulichkeit schildert, wurde durch die im vergangenen Jahre vorgenommcnen Erhebungen des Senators Saredo über die Gemeindeverwaltung Neapels arg bloßgestellt. Vor einigen Monaten ließ sich ihr Mann, Edoardo Scarfogtio, der Herausgeber des verbreiteten Blattes „Jl Mattino", von ihr von Tisch und Bett scheiden, und dieser Tage hat der Staatsanwalt gegen die unglückliche Frau Anklage wegen Betrugs erhoben. Sie wird beschuldigt, im Jahre 1897 den Stadtpolizisten Giuseppe Foti zu einem Darlehen an sie unter der Vorspiegelung veranlaßt zu haben, daß sie seine Beförderung zum Gefteiten durchsetzen werde. Das Darlehen bezifferte sich auf 200 Lire. In demselben Jahre soll sie ein Darlehen von 2000 Lire von einem gewissen Giuseppe de Simone erlangt haben. Sie hatte ihm die Ernennung zum Museumsdiener versprochen. Als dir Ernennung ausblieb, zahlte sie die 2000 Lire bis auf 350 Lire zurück. Die Verschwendungssucht ihrer Angehörigen, stürzte sie ins Unglück." * Vcrh aftung eines Fälschers. In EincinaE ist Heinrich Herr le aus Landstuhl verhaftet worden angeblich wegen Fälschungen im Betrage von 10000 Mk. MrivelMts-Nachrichten. WürzbrrrK, 13. März. Prof. Dr. Hoffa hat die ihm «17 flcßotene Profehur für orthopädische Ehrvurgie an der ihrweqiwt Berlin angenommen. ersten Schulklasse veranstalteten unter der Leitung ihreS Lehrers Sterner am Sonntag einen wohl gelungene» l.nterhaltungsabend, zu dem die Eltern und Kinderfreunde zahlreich erschienen waren. Das Programm war recht reich an Abwechselungen. Vorträge von Gedichten, der Gesang chöner, sinniger Lieder, Aussagen von Sprüchen aus dem Kinder- und Familienleben wechselten in bunter Reihenfolge mit einander ab. Hervorgehoben zu werden verdient die Ge- wandhcit und Sicherheit, mit der die Kinder auftraten. Auf Wunsch der anwesenden Lehrer von Radmühl und Fleschenbach fand am Mittwoch in ihren Orten dieselbe Aufführung nochmals statt. An beiden Tagen wurde eine Sammlung veranstaltet, deren Ertrag zur Gründung einer Schülerbibliothek verwendet werden soll. b Mainz, 13. März. Aus einer rheinhessischen Landgemeinde wird folgender wohl einzig dastehender Fall mitge- tellt: Nachdem die Fortbildungsschule durch die vorgeschriebene Prüfung geschlossen worden war, spendete der Vorsitzende des Schulvorstandes den Schülern ein Faß Bier. Nach Leerung des Fasses leerten dann die leistungsfähigen Schüler noch ein zweites Faß auf eigene Kosten. Wiesbaden, 13. März. Der Ingenieur Kühne, der in Bierstadt ein Elektrizitätswerk zu errichten beabsichtigte, ist der „Bierst. Ztg." zufolge unter dem dringenden Verdachte des Betrugs verhaftet worden. Gleichzeitig mit ihm ein Geschäftsinhaber in Frankfurt. fc. Hauan, 13. März. Am hiesigen Gymnasium wurde über 35 Schüler, die sich an verbotenen Verbindungen beteiligt hatten, das verschärfte conailium abeundi und drei Stunden Carcer verhängt. Die Regierung machte das Zugeständnis, daß die im Abiturientenexamen stehenden Betei- igten das Examen ablegen dürfen. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Schreinermeister Franz Kleinhans in Neu-Isenburg hat sich in seinem Holzlager erhängt. — Am Montagabend vurde in Frankfurt a. M. ein Dienstmädchen, das für einen Lotteriekollekteur Mark 900 von der Post geholt hatte, überfallen und beraubt. Der Räuber, ein noch junger Mensch, hatte dem Mädchen im Hausflur aufgelauert. Er entkam unerkannt mit seiner Beute. Vermischtes. * Göttingen, 12. März. Der Ingenieur S. vom Essenwerk „Karlshütte" bei Delligsen konnte einer Duell- orderung wegen Beleidigung nicht gerecht werden, weil seine Satisfaktionsfähigkeit nicht nachgewiesen war. Er hat sich deshalb vor einigen Abenden in der Nähe seiner Wohnung erschossen. * Freiburg i. Br., 13. März. Prinz Friedrich von Meiningen, der Kommandeur des hiesigen Artillerie- Regiments, soll kürzlich am Schalter einer staatlichen Stelle das folgende ergötzliche kleine Erlebnis erlebt haben. Es war nötig, Namen und Stand anzugeben und der jedenfalls jugendliche Schalterbeamte interpellierte den Prinzen, der Zivil trug: „Wie heißen Sie?" .Friedrich, Prinz von Meiningen." „Was sind Sie?" „Offizier." Der Prinz las dann auf dem ausgehändigten Schriftstück zu fernem uud seiner Gemahlin großem Vergnügen: Friedrich Prinz aus Tie Blockhaus-Linie wurde verstärkt und die englischen Kolonnen operieren jetzt auf Wolvehock zu. Wie verlautet, begeben sich die in Amerika weilenden Buren-Delegierten nach Südafrika, um einen genauen Einblick in den gegenwärtigen Stand der Kriegs- Operationen zu gewinnen. der Sozialisten bestände darin, mit Hilfe der Liberalen zunächst das allgemeine Stimmrecht zu erringen. Das allgemeine Stimmrecht werde von der Regierung abgelehnt. Vandervelde (Sozialist) sagt: Die Erklärungen des Ministers kämen für die Arbeiter einer wahren Kr ie gs- erHarting gleich (Beifall links.) Ausseele (Soz.) ruft, der Mincher habe gesagt, es werde Blut fliesten. Der Ministerpräsident ruft: „Das ist falsch. Sie wollen die Revision der Verfassung mit Mitteln erlangen, deren sich Strastenräuber bedienen." (Lärm links. Ruse: Zur Ordnung.) Ein für chter licher Tumult entsteht. Alle Sozialisten erheben sich. Smeets (Soz.) stürzt aus den Tisch des Präsidenten zu, schlägt mit Fäusten darauf und verlangt, daß der Ministerpräsident zur Ordnung gerufen werde. Andere Sozialisten drängen mit erhobenenFäuftenauf die Mini st ersitze zu. Die Saaldiener werfen sich ihnen entgegen. Die gemäßigten Liberalen suchen die Sozialisten, die vor den Bänken der Minister in drohender Haltung stehen, zu beruhigen. Der Präsident erhebt sich und erklärt die Sitzung geschlossen. . — Nach der „Vlaamsche Gazet" giebt es in Belgien, im Bistum Brügge: 418 Frauenklöster und 40 Männerklöster. Im Bistum Gent: 408 Frauenklöster und 45 Männerklöster. Im Bistum Namur: 114 Frauenklöster und 21 Männerklöster. Im Bistum Luik: 142 Frauenklöster und 32 Männerklöster. Im Bistum Mechelen: 627 Frauenklöster und 94 Männerklöster. Im Bistum Dvornik: 242 Frauen- klöster und 38 Attrnnerklöster. Insgesamt also: 2221 Klöster (1951 Frauen- und 270 Männerklöster). Der Wert des von den Klofterleuten bewohnten und verwalteten Eigentums ist katastermäßig geschätzt auf 612 517 000 Franken. Der Wert desjenigen, in Gebäuden und Grundbesitz bestehenden Eigentums, das an dritte vermietet oder verpachtet ist, wird katasternräßig auf 117 411000 Fr cs. geschätzt. Das Material, die Möbel, Kunstwerke usw. stellen den bei ver- schiedc.ien Gesellschaften abgeschlossenen Brandversichen- uugeu zufolge einen Wert von 365 418 000 Franken dar. Paris, 13. März. Das Finanzministerium macht bekannt, daß der Reinertrag des Tabakmonopvls im abgelaufenen Jähre 333 872 825 Frcs. und derjenige des Zündhölzchen-Monopols 23 800 000 Frcs. ergeben hat. Madrid, 13. März. Das Kabinett Saga st a hat seine Demission eingereicht. Rom, 13. März. Ein Geschwader, bestehend aus drei Schlachtschiffen und drei Kreuzern, wird zur Krönungsfeier des Königs Eduard nach England abgehen. Wien, 13. März. Abgeordnetenhaus. In der fortgesetzten Debatte über das Budget der Landesverteidigung erklärt Svozll, die Tschechen seien keineswegs Feinde einer tüchtigen Armee, aber die Grundlage einer tüchtigen Armee sei die Zufriedenheit der Völker. Die Regierung halte an dem Wahne fest, daß Oesterreich eine deutsche Mission habe und vergesse, daß Oesterreich ein Völkerstaat sei. Unter der gegenwärtigen Heeresleitung gelange die Armee nicht zur entsprechenden Tüchtigkett. Redner bringt eine Reihe von Beschwerden vor und findet es sonderbar, daß die Grenze gegen Rußland, welches nie gegen Oesterreich Krieg geführt habe, stark befesttgt sei, während die böhmisch-deutsche Grenze keine Festung habe. Des Redners Partei sei keine Feindin Oesterreichs, sondern nur eine Feindin eines deutschen Oesterreichs. Landesverteidigungsminister Gras Welsershetmb er Harte, die Einführung der zweijährigen Dien st zeit brächte neben großen Kosten viele Bedenken. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen könne von einer Verminderung der Wehrpflicht nicht die Rede sein. Der Minister wies die gegen das Heer und die Gendarmerie erhobenen Vorwürfe zurück, darunter den, daß das Wehrsystem die Entwickelung des Handels hemme. Dies geschehe vielmehr durch den inneren Hader der Völker OestereichD. — Gegen den Jesuitenpater Collevei aus Venedig, welcher bei einer in Dignano (Istrien) gehaltenen Fastenpredigt „unflätige Aeußernngen" gegen die italienische Königs familie gethan hatte, ist von der Bezirkshauptmannschaft in Pola Strafanzeige erstattet worden; außerdem wurde dem Pater die Abhaltung weiterer Predigten untersagt. New York, 13. März. Das Staats d e par t>e m e ntt nahm keine Notiz von den Ankündigungen eines Journalisten Witte gegen den deutschen Botschafter v. H 0 l l e b e n, da Beweise gänzlich fehlen. (Vgl. unser heutiges Morgenblatt.) Aus Stadt und Sand. Gießen, 14. März 1902. LU. Ablehnung. Als Direktor der Frauenklinik und ord. Professor der Gynäkologie (an Prof. Dr. Löhleins Stelle) ist der ord. Prof. Dr. v. Herff in Basel berufen worden, hat aber den Ruf ab gelehnt. ** Erlaubniserteiluug. Der Kaiser hat dem Eisenbahn- Stationsvorsteher 1. Klasse Baßmann zu Kiel die Erlaubnis zur Anlegung des demselben verliehenen Ritterkreuzes 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erieilt ** Gedenktag. Gestern waren 10 Jahre vergangen, seit Großherzog Ludwig IV. die Augen schloß. Das Gedächtnis des Verewigten, der die hervorragendsten Herrschertugenden in sich vereinigte und durch seine Leutseligkeit sich die Herzen aller, mit denen er in Berührung kam, im Fluge eroberte, wird in Hessen unauslöschlich fottleben. Insbesondere werden die Veteranen der hessischen Division den gestrigen Tag seinem Gedächtnis gewidmet haben. War er doch in unserem großen Kriege ihr Führer, der oft mit eigener Lebensgefahr unter dem Donner der Geschütze ihnen voranging, das Vorblld eines Soldaten und echten Deutschen. — Der Großherzog und die Prinzessin Heinrich von Preußen begaben sich vormittags in das Mausoleum auf der Rosenhöhe und legten an der Ruhestätte ihrer Eltern Kränze nieder. ** Parlamentarisches. Die Abgeordneten Molthan, Dr. Schmitt und Genossen haben in der Zweiten Kammer zu dem Finanzgesetz den Anttag eingebracht: Dem Attikel des Jinanzgesetzes folgende Fassung zu geben: „An Einommensteuer kommen die in den Art. 13 und 46 des Ge- etzes vom 12. August 1899, die allgemeine Einkommensteuer betreffend festgesetzten Beträge zur Erhebung. Dagegen werden an Vermögenssteuer die in Attikel 13 des Gesetzes vom 12. August 1899, die Vermögenssteuer betreffend, festgesetzten Bettäge nur bet Vermögen von 3000 Mark bis 15 000 Mk. erhoben, während bei Vermögen über 15 000 Matt eine Erhöhung dieser Beträge um 36*/lt Prozent, somit der Steuersatz für je 1000 Matt Vermögen von 75 Pfg. eintritt. •* Brotrevifiov. Gestern fand durch die Schutzmannschaft eine Brotrevision bei verschiedenen hiesigen Bäckern statt. Bei zwei Bäckermeistern wurden Brote beschlagnahmt. Die beiden Bäckermeister wurden zur Anzeige gebracht, da sich Brote mtt erheblichem Mindergewicht in ihren Verkaufsstellen vor- fanben. ** Verhaftung. Ein durchreisender Handwettsbursche verübte in angetrunkenem Zustande in mehreren Straßen rnhe- störenden Lärm. Er mußte deshalb ins Hastlokal gebracht werden. ** Die „Adventisten vom siebenten Tag", von denen wir neulich berichteten, entfalten in der That eine sehr rührige Propaganda in unserer Stadt. Ihre Abgesandten gehen von Haus zu Haus, laden zu ihren Versammlungen ein, sammeln Beiträge und bieten Schriften zum Vettauf an. In der üblichen Att verschleiern sie dabei chre wahren Absichten. Sie reden immer nur von der „Hamburger Mission" und er- Dom Burenkrieg. Nach im Haag eingetroffenen Meldungen wurde die Kolonne Kekewich bereits am 4. März von dem Kommando Deloreys bei Doorn laagte Überfällen und vollständig zersprengt. Die Kolonne Green- fells dürfte, nachdem die Kolonne Methuen geschlagen worden ist, den Rückzug angetreten haben, wird aber jedenfalls von Delarey verfolgt. Wie aus Amsterdam gemeldet wird, thut sich in der Umgebung des Präsidenten Krüger überaus zuversichtliche Stimmung kund über den weiteren Fortgang des Krieges, die genährt wird, durch neu eingetroffene Depeschen, über deren Inhalt jedoch Stillschweigen beobachtet wird. Im englischen Unterhaus erklärte Kttegsminister Brodttck, er nehme an, daß General Methuen und Oberst Townsend freigelassen seien, obgleich das in dem betreffenden Telegramm nicht ausdrücklich gesagt sei. Die Untersuchung gegen Kruitzin ger sei verschoben, weil die Prüfung der Zeugenaussagen noch nicht beendet sei. Healy fragt, ob die Regierung ebenso hochherzig sein und Kruitzinger frei lassen werde. Tie Frage wurde vom Minister bezeichnenderweise nicht beantw ortet! Man darf sich also darauf gefaßt machen, daß England seinen Barbarismus so wett treibt, den unbegreiflichen Edelmut der Buren mit einer himmelschreienden Gewallt hat zu vergelten. — Methuen hat fid) übrigens während seiner Dienstzeit als Militärattache der englischen Botschaft in Berlin im Februar 1887 die Rettungsmedaille am Bande verdient. Ter damalige Oberstleutnant Methuen nahm hervorragenden Anteil an der Rettung eines Arbeiters Pieper in Charlottenburg vom Tode des Ertttnkens, wobei er sich einer erheblichen eigenen Lebensgefahr aus- setztc. Er ist ein Mann von großem Reichtum und eleganter Erscheinung, ein Liebling der besten Londoner Gesellschaft. Nack) Telegrammen aus Heilbronn bestätigt es sich, daß Dewet und Stein in der Nacht vom 9. März die Hauptlinie wenige Meilen nördlich von Wolvehock, also nur eine kurze Strecke südlich von der Transvaal-Grenze überschritten habe, und auf dem Marsche nach den: Westen sind, offenbar um sich mtt Delarey zu vereinigen. Gerichtssaal. 4*/t% Oesterr. ßilberrente 101.75 Tendenz: fest. •y Wetter s 2138 + 2 2 2 Sonnenschein Sternh.Himm. Sonnenschein 8. SE. SSE. 5 12,20 (X 3,4° C. Z 8u/o Mexikaner . . 4,/e7o Chinesen . , Electric, tichuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . Diskonto-Kommandi Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsgee Oesterr. Staatabahn Lorn barden , . Gotthardbahn . , Laurau litte , > « Bochum . . « . Harpener , , » . . 26.50 . 90.70 i 114.00 219*30 . 196.10 . 142.40 . 138.50 . 157.20 . 146.00 . 19.30 . 169.80 . 208.00 . 199.90 . 166.50 Die Haltung Lose öffentlich vergeben werben. Die Bedingungen sind bei Großh. Hochbauamt Gieße» in den Dienststunden zur Einsicht offen gelegt und sind Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen bis längstens Donnerstag den 3. April L I., norm. 10 Zlhr, an die unterzeichnete Behörde einzusenden. Zuschlagsfrist: 3 Wochen. Mainz, den 10. März 1902. Verdingung. Anlieferung der im Etatsjahr 1902/03 zur Unter- der Ufer- und Flußbanwerke an der Lahn Gießen und der Landesgrenze bei Heuchelheim er» Großh. Wasserbauamt Mainz. Schmitt. 8Ve% 8% sy.o/o 8% August Septbr. Oktober Novbr. Dezbr. 1903 Januar Februar 496 Ungar. Goldrente . , 4o/u Italien. Rente . . . 4‘/a% Portugiesen . . < »0/ Portugiesen. . . . 196 C. Türken . . . Türkenlose...... 4% Griech. Monopol.-Anl. 47,96 äussere Argentiner 12.-13. März 12.—13. „ ltzer m Monat: 1902 Mä« April Mai Juni 378°/o Hessen . . . 396 Hessen . . . . 496 Oesterr. Goldretne . Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Verdingung. Die Ausführung derPfaster- und Chausfierarbeiteu an der erweiterten ^Rodheime» straße soll Freitag den 21. März, vormittags 11'/, Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 2 während der Dienststunden offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genanten Termin einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 14. März 1902. Das Stadtbauamt. Schmandt. 2137 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Reichsanleihe do. Konsole , do. , . zwischen forderlichen 300 cbm Wasserbausteine sollen in einem Versteigerung aller Aauteile. Samstag den 15. d. M., nachmittags 4 Uhr, werden im Kreisamtsgebäude auf dem Brandplatz zu Gießen folgende noch brauchbare Bautelle unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen versteigert werden: 9 Stück Fenster mit Hausteinumrahmungen , 4 Paar Jalousieläden, 1 Flügelthüre, verschiedene Bretterthüren, 1 Holzpumpe u. 1 steinerner Wassertrog. Gießen, 12. März 1902. Großh. Hochbauamt Gießen. Neuling. 2107 Höchste Temperatur am Niedrigste , , Arbeitnehmerbeisitzer Gustav Krüger, Eisendreher Johann Schäfer, Weißbinder Joh. Rudolph, Cigarrenm, Derselbe, für d. ausgeschied. Gg. Dahmer Derselbe, für den gestorbeuen Paul Kertzig Adolf Hensel. Schriftsetzer Christ. Peterson, Schneider Aug. Bock, Drechsler Wilhelm Laucht, Maurer. Heinrich Baum, Glaser Heinrich Männche, Schreiner Gust. Hollberg, Bierbrauer. 101.75 92.35 101.70 92.15 100.20 102*90 unseres Landes, die an Orten mit überwiegend katholischer Be° DÖlferung ^esteh^.2I6enbmaf)I§|ejern finden statt Gründonnerstag, Abends 8 Uhr, und Karfreitag im Vormittagsgottesdienst, ledes- mal für die Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam. 2ln= Meldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Katholische Gemeinde. Samstag den 15. März. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ Abends um 8 Uhr wird ein fremder Priester Beicht Horen. Sonntag den 16. März. Passionssonntag. — Großes Gebet. Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste hell. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Aussetzung des Allerheiligsten; Begum des Großen Gebetes. 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. , 10 Uhr: Tie dritte heil Messe. Von morgens 7 bis nachmittags 6 Uhr Betstunden; die letzte Stunde ist nachmittags um 5 Uhr; darauf Schluß des Großen Gebetes mit Te Deum. Mittwoch abend um 6 Uhr ist Fastenandacht. Donnerstag und Freitag abend um 8 Uhr: Fasteupredigt, gehalten von einem Ordenspricster. Donnerstag und Freitag nachmittag 3—6 Uhr wird ein remder Priester Beicht hören. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Buderussche Eisenwerke zu Wetzlar. Dem Geschäftsbericht der Aktiengesellschaft für 1901 entnehmen wir: Das Geschäftsjahr hatte empfindlich unter den Verhältnissen zu leiden. Namentlich wurden in den Verbraucherkreisen die zu hohen Preisen ge-- thatigten langfristigen Abschlüsse in Rohstoffen und Erzeugnissen des EiseimewMies als eine drückende Last immer mehr empsunden. Wahrend wir unsere Erz- und Koksverträge erfüllen mußten, streßen wir sowohl in der Abnahme des von uns verkauften Erzes wie deS Roheisens auf große Schwierigkeiten. Wir sahen uns, nachdem die vochandenen Lagerplätze gefüllt waren, wegen des schlechten Absatzes von Roheisen schon rm Juni gezwungen, einen Ofen bis auf Weiteres außer Betrieb zu setzen. Die von dem Robeisensyn- dikat wiederholl gemachten Versuche in Gemeinschaft nut den Koksund Eisenstein-Äyndikaten eine Hi herbeizusühren, schlugen fehl, well Mitwirkung ganz entschieden ab Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. b. Darmstadt, 14. März. Die Zweite Kammer setzte die Budgetberatung fort. Nach Erledigung einer großen Anzahl von Anträgen wurden die Regierungsvorlagen, betr. die summarische Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Landeskreditkaffe in der Periode 1894/97, und betreffend die Anlegung und den Betrieb der Dampfkessel u. s. w., genehmigt. Abg. Weidner fragt betr. der Diensteinkommen der Bürgermeister an. Der Staatsminister antwortet, Erhebungen seien im Gange. An eine Erhöhung der Bezüge sei vorläufig nicht zu denken. Sodann beantwortet der Justizminister die Interpellation Köhler-Langsdorf und Genossen bezüglich der Handhabung der Rechtspflege am Amtsgericht Darmstadt. Der betreffende Amtsrichter habe erklärt, er habe in keiner Weise den Glauben erwecken wollen, daß das jüdische Bekenntnis bei Eidesleistung mehr geschätzt werde. Nach dieser Erklärung habe zu einem Disziplinarvorgehen kein Grund vorgelegen. Es entspinnt sich eine längere Debatte, in der besonders Dr. Gutfleisch den antisemitischen Ausführungen entgegentritt. Darauf vertagt sich die Kammer bis zum 25. März. Dresden, 14. März. König Albert wird' voraussichtlich im September zum Besuch des Kaisers Franz Jose; in Wien eintresfen. Dorpat, 14. März. Infolge einer von einer Gruppe weniger russischer Studenten erfolgten Demonstration ist nun auch die Schließung der Vorlesungen in der hiesigen Universität gefolgt. Die Mehrzahl der Studierenden sind Balten, die sich stets jeder politischen Demonstration ferngehalten haben. Auch in Petersburg sind alle Hochschulen geschlossen. London, 14. März. Aus Peking wird gemeldet: Die Vertreter der europäischen Mächte traten gestern zusammen, um über die Abschaffung der provisorischen Regierung in Tientsin zu beraten, worum die chinesische Regierung ersucht hatte. Die Versammlung konnte eine Verständigung nicht erzielen. Die Vertreter beschlossen, diese Frage den verschiedenen Truppenkommandanten zu unterbreiten und deren Meinung über diese Angelegenheit einzuholen. — „Daily Mail" meldet aus Pietermaritz-- b ur g: Die Spezialgerichte, welche über die Fälle von Rebellion in Natal ab geurteilt haben, haben bereits 500 von 800 Angeklagten verurteilt und die übrigen vem Kriegsgericht überwiesen. Die Gesamtsumme der verbüßten Strafen beläuft sich auf über eine Million Franks. Sämtlich e Angeklagten sind ruiniert und wenden von befreundeten Familien erhalten. London, 14. März. Die „Times" meldet aus Peking: Di« chinesische Regierung erhielt die Mitteilung, daß 8 französische Offiziere in Kwangsie an der Grenze von Tongking ermordet worden sind. London, 14. März. Nachdem Lord Methuen au Ehrenwort in Frech eit gesetzt worden ist, glaubt man, da^ Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. 11., 14. März. Meratur, Wissenschaft und Kunst. Den Erreger deö Krebses entdeckt zu haben, behauptet der Berliner Arzt Dr. Feinberg. In der neuesten Nummer der .Deutsch, medizin. Wochenschrift" teilt er das Ergebnis semerUnter- suchungen, die bis in das Jahr 1899 zuruckreichen, mit. Es handelt sich um Krebsgeschwülste, die ganz kurze Zeit bestanden hatten. Dr. Feinberg hat diese an der Hand exakter Methoden sorgfältig untersucht und in den Gewebsschnitten eigenartige Gebilde gefunden, die er als „einzellige, selbständige tierische Organismen bezeichnet. Sie unterscheiden sich von allen Körperzellen und ähnlichen Dingen ganz scharf und stehen nach Dr. Feinbergs Heber- zeuguna sicher in ursprünglichem Zusammenhang mit den Streos- geschwulsten. Dr. Feinberg glaubt sogar, in zweifelhaften Fallen durch Aufsind en dieser Gebilde die etwaige bösartige Natur eurer Geschwulst sicherstellen zu können. Die Untersuchungen, deren Ergebnis sicherlich berechtigtes Aussehen erregen dürsten, fuw aum Dell in der ersten medizinischen Klinik der Cbarllä, ble Profegor von Leyden untersteht, zum anderen Teil in dem botanischen Institut der Berliner landwirtschaftlichen Hochschule angestellt und von autoritativer Selle kontroliert worden. Weitere Prüfungen werden zeigen müssen, ob Dr. Feinbergs Untersuchungen wirklich zur Entdeckung der eigentlichen Krebserreger geführt haben. „Hausschatz deö Wissens". (Verlag von I. Reumann, Neudamm.) Der „Hausschatz des Wissens" ist eine wohlfeile Hausbibliothek in vornehmster Form, eine Sammlung von gemenwer- ständlichen Werken, welche das allgemeine Wissen umfaßen und zu billigsten Preisen bei oester Qualität des Gebotenen auf den Büchermarkt gelangen. Die neu erschienenen Hefte 252—260 enthalten: Länder und Völkerkunde von Dr. Paul Lehmann, Lfg. 35 bis 39. Kunstges chichte, von Prof. Dr. Max Schmid, nebst Geschichte der Musik und Oper von Dr. El. Cherwood, Lfg. 9/10. Die Physik von H» Mäser, Lfg. 9. Die Chemie von Dr. Mar Vogtherr, Lfg. 1—2. Der Preis einer Lieferung betragt nur 60 Pfennig. —— s Gießen, 11. März. (Gewerbeaericht.) Den Vorsitz führt in Vertretung des Beigeordneten Wolff Stadtverordneter Keller. Als Beisitzer fungieren Schneidermeister Heinrich Leib und Bierbrauer Gustav Holtberg hier. Es findet durch Auslosung die Festsetzung der Rechenfolge statt, in welcher die Lei- -- Thclliakeit zu treten haben: Arbellgeberbeisitzer Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag Judica, den 16. März. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags SV, Uhr: Pfarrer Dr. Grein. ?ormlltags 11 Uhr: Militärgottesdienst, Beichte und bell. Abendmahl für bie Milllargemeinde. Pfarrer Dr. Grein Nachmittags 2'/, Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde Abends 6 Uhr. Piarrer S ch l ° N ° g b Mittwoch, den 19. März, abends 6 Uhr, 6. Passionsaudacht. v Pfarrer Dr Grein. Montag den 17. Mär^ abends 8 Uhr, Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. a Dr. Grein. In der Joharnreskirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasaemeinde. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Vogt. ^iarrer ul ec. Montag, den 17. März, abends 8 Ubr, Bibelstunde tm Konsirmandensaal der Johcmneskirche. Pfarrer Euler. Dienstag den 18. März, nachmittags b1/ Uhr, findet im Schwesternhaus Vereinigung der Unfirmierten Mädchen der Lukas- gememde statt. Pfarrer Euler. Am Sonntag Palmarum, den 23. März, Land sS-Buß- und Betrag. An diesem Tag« nach allen Gottesdiensten Sammlung zur Unterstützung von hilfsbedürftigen evangelischen Gemeinden Seine. Leib, Schneidermeist. Karl Stohr, Schlossermeist. Gustav Gerhardt, Friseur Heine. Winn, Bauunterneh. Karl Berg, Schuhmachernr. Fr. Hennings, Bäckermeister L. Emmelius, Fabrikant E. H. Müller, Schreinerin. Ludw. Pirr, Metzgermeister C, A. Faber, Spenglerin, Ed. Krumm, Kaufmann I. Kirch, Bahnhofsrestaurat. Herabsetzung der Abschlußpreise - - namentlich das Kokssyndikat seine Mitwirkung ganz entschieden ablehnte. Das Roheisen-Syndllat wählte schließlich den Weg der Verschmelzungsgeschäfte, um den Abnehmern von Gießerei-Roheisen entgegen zu kommen. Die Preise für Zukäufe wurden auf Mk. 53 bezw. Mk. 49 für Gießerei- Roheisen Nr. 1 bezw. Nr. 3 für die Tonne ab Hütte, also well unter den Gestehungskosten festgesetzt und die Lieferfrist für die sich ergebenden Verschmelzungsmengen vis Ende 1902 ausgedehnt. Der weitaus größte Teil der Abnehmer machte von diesem Anerbieten Gebrauch. Wenn trotz dieser Sachlage das Ergebnis als befriedigend bezeichnet werden darf, so beweist es, daß die Grundlagen unseres Unternehmens gesund sind. Es betrugen in den Jcchren 1900 und 1901: der Roh gewinn Mk. 143589158 bezw. Mk. 1957 68773, die regelmäßigen Abschreibungen und Zurückstellungen Mk. 690000 bezw. Mark 120482207, der Reingewinn Mark 745 89158 bezw. Mack 752865 66. Die Zurückstellungen haben gegen das Vorjahr eine Erhöhung von Mack 51482207 erfahren und der Reingewinn ist um Mack 697408 gestiegen. Dieses Ertragnis gestattet die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent auf das ganze Aktienkapital von Mk. 7 500 000 gegen 9 Prozent im Vorjahre auf Mk. 6 000 000 Aktien Buchstabe,^, und B und 41/, Prozent auf Mk. 1 500 000 Aktien Buchstabe C. Zu beachten ist hierbei, daß die Röhrengießerei, für deren Erbauung die im Jahre 1900 beschlossene Kayitalserhöhung von Mk. 1,500,000 bestimmt war, an dem Erträgnis noch nicht beteiligt ist. Butzbach, 13. März. Bei schönstem Frühjahrswetter fand heute der 25. Butzbacher Fasel- und Prämiierungsmarkt statt. Der Besuch war recht groß. An Rindvieh und Schweinen waren gegen 1000 Stück zugetrieben. Der Handel war bei hohen Preisforderungen mittelmäßig. Eine das Silberjubiläum unseres Faselmarktes kennzeichnende Erhöhung der Prämiierungsgeldmittel ermöglichte den Mehrankauf von Vieh au[ dem Markt und eine Verbesserung der Gewinnchancen. Zur Prämiierung gelangten etwa 100 Stück Rindvieh der gesuchtesten Wetterauer und Vogelsberger Racen, welche sodann, geführt von ihren Besitzern, mit Musst vom Markt durch die Stadt an den.Hessischen Soft geleitet wurden, wo die Auszahlung der Preise erfolgte. — Auf dem Krammarkt waren ziemlich viel Veckaussstände aufgeschlagen. Hier herrschte reges Treiben. 101.20 100.85 43.30 28.50 28.25 45J0 derselbe, sobald es sein Gesundheitstzustand erlaubt, nach England zurückkehren wird. — Die Morgenblätter erklären ziemlich einstimmig, daß Delarey sich durch die Freilassung Methuens als Edelmann gezeigt habe. —. Mehrere Blätter fragen, welche Haltung die englische Regierung angesichts dieser Großmütigkeit ein schlag en werde. Viele Blätter sind der Ansicht, daß die beste Antwort, die ein würde, eine andere Spaltung gegenüber de n Bärenführern englischerseits anzunehmen. „Daily News" sagt, dies sei eine gute Gelegenheit, um die Ver^ bannungs-Proklamation zurückzuziehen. „Morning Leader" erklärt, es gebe drei Arten, sich dankbar zu erweisen: 1) die Buren künftighin nicht mehr als Ban - ditenzu behandeln, 2)denAmbulanzenfreresGe- leit zu geben und 3) Kruitzinger nicht mehr als Rebellen, sondern als Kriegsgefangenen zu behandeln. — Nach Meldungen aus Kapstadt macht der Kräfte-Ver?* fall bei Cecil Rhodes rapide Fortschritte. Madrid, 14. März. Die Unterhandlungen für den Abschluß eines Handelsvertrages zwischen Spa- nien und Nordamerika, welche seit längerer Zett im Gange waren, sind endgiltig gescheitert. Mailand, 14. Aiärz. Die Bewegung unter den Landarbeitern wächst. Im Bezirk Copparo ist ein allgemeiner Ausstand ausgebrochen. In Rovigo streiken seit vorgestern 20 000 Landallbeiter. Die Behörden sandten Truppen nach allen bedrohten Punkten. Wien, 14. Viärz. In hiesigen unterrichteten Kreisen verlautet mit Bestimmtheit, der Reichskanzler Graf Bülow werde gelegentlich seiner Osterreise mit dem Grafen Go- luchowsky eine Zusammenkunft haben. Auch stehe es außer Zweifel, daß Bülow den leitenden italienischen Staatsmännern begegnen werde. Bukarest, 14. März. Das Zuchtpolizeigericht verurteilte die vier Hauptanstister der vor dem Kammer- gebäude am 24. Februar stattgehabten Unruhen zu viermonatigem und 37 Angeklagte zu dreimonatigem Gefängnis, 12 Angeklagte wurden sreigesprochen. Semlin, 14. März. Hier wurde eine weitverzweigte Falschmünzerbande aufgehoben. Viele Bauern sind kompromittiert, bei denen große Summen falschen Geldes beschlagnahmt wurden. Konstantinopel, 14. März. In den letzten Tagen sind in Medina 158, in Mekka 13 Ch olera-Fälle konstatiert worden. Newyork, 14. März. Die „vereinigten deut* schen Gesellschaften von G ro ß-N e w yo r k" wui> den Mittwoch von den im deutschen Empfangs-Komitee vertretenen Vereinen provisorisch konstituiert, um eine dauernde Org anisation des New Yorker Deutschtums zu schaffen. Die Vereinigung soll sich in amerikanische Politik nur insoweit einmischen, als nativistische Uebergaifse oder Störungen der historischen Freundschaft mit dem deutschen Reiche bekämpft werden müssen. Die definitiven Ziele sind dagegen die Stärkung des Einheitsgesühles unter den deutschen Eingewanderten, Schutz ihrer angestammten Kultur und Bedürfnisse und die Erhaltung der deutschen Sprache. Wöchentliche Ucderßcht der Todesfälle mder Stadt Sießes. 10. Woche. Vom 2. bis 8. März 1902. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (infL 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 22,08, nach Abzug von 6 Ortsfremden 10,02 %o. Kinder Jagd-Gebraiichshund-Cliib Giessen. Zu der am 16. März, nachmittags 4 Uhr, im Hole» Vroßher-og von Hessen (Saal) stattfindenden Generalversammlung luden wir hiermit Freunde und Gönner ergebenst ein. 2147 Daö Komitee. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Lungenschwindsucht 2 (1) Neubildungen (Krebs) 3 (2) 1. Lebensjahr: 2 (1) - 2,-15. Jahr 8 (2) — Bronchitis 1 — 1 Eiterung u. Blutvergiftung 3 (8) 8 (3) — — Krämpfe 2 — 1 1 Summa: 11 (6) 8 (6) 2 1 März Barometer aus 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit 13. 2*5 752,7 + 8,4 3,9 48 13. 9« 753,6 + 0,6 3,6 75 14. 1^15 754,0 - W 84 93 iSa.rtmann Fabrikant in Langen geziemend in Kenntnis zu setzen. Giessen, den 14. März 1902. Dor C. C. der Starkenburgia L A.: Hetz 2149 hiermit unseren herzlichen Dank. 2146 -n vermieten. 1017 Kosten-Anschlag reichen. L. HMiem Wt-LE Qirbeiter tonnen Kost uni) Logis 4* echalt. Schiffenbergerthal 56. W. (Offcnr Stellen ii uermieten 1876 zu Zeil 30. 1666] Für einen 18jährigen Gürtttergeh-Lfen wird Stellung gesucht. Näh. ans dem Armsnamt Gießen Burbaum zuGartenweg°Einfaffung verkauft 2152 H. Geißler VI , Lollar. furt a. M. Neue Leibach. Wer beabsichtigt, Ausbau einer Ortsstraße hier im Ort, veranschlagt zu 1900 Mk., desgleichen Herstellung eines Verbindungswegs zu derselben zu 500 Mk. zu übernehmen, wolle sein Anerbieten bis zum 22. d. Mts.,vormittags 10 Uhr, zu welcher Zeit hier Eröffnung statt findet, mir schriftlich ein- fLine «.Zimmerwohnung mit V-> allem Zubehör sofort zu vev° mieten. Seltersweg 62. [285 Unterfertigter C. 0. erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine liehen E. M. E. M., A. H. A. H. und i. a. C. B. i. a. C. B von dem plötzlichen Ableben seines lieben A. H. Ehrenmitgliedes 387] Beletage, besteh, aus sechs Zimmern, Badez., ger. Korridor und allem Zubchör, in meinem 9leubou BiSmarckstr. 38 zu verm. Chr. Schmidt, Löberslr. 10, 1. Besseres Mädchen au kleinem Kinde gesucht. Gut Nähen und Büoeln erwünscht. 1980 Näheres in der Exped. ds. Bl. 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