Zweites Blatt Freitag 14. Februar 1908 153. Jahrgang Nr. 38 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt bte Lietzener Hamillen- dläller viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. 93er* {ag der Brüh l'ichen lnioeri.'Buch* u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Viedaktion. Expedition und Druckerei: Schulftraße 7. Adresse sür Deveschen: Anzeiger Gießen. FernsprcchanschlußNr.bl. ÄHger A _ VezugSpretS: ÄeMe yf O monaihd)75ie Heutige Yummer umfaßt 12 Seiten Zum japanisch-englische« Abkomme«. Tas „B- T." tarnt aus bester Quelle versichern, daß die Unterredung des Kaisers mit dem englischen Botschafter lediglich mit der Veröffentlichung des Rerchs- anzetgers in Lachen des englischenJnterventionS- Versuches vor Ausbruch des spanisch - amerikanischen Krieges in Verbindung stand- An einen Beitritt -um japanischen Bündnis sei um so weniger zu denken, als Teutschland wiederholt erklärt hat, daß es an dem Schicksal der Mandschurei kein Interesse hat, und gar nicht daran denke, Rußlands Wünschen in Ostasien irgendwie entgegenzutreten. Teutschland wäre aus seiner st r i k t e n N e u- ira li tä t nach keiner Seite herausgetreten. Die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu Japan werden aber doch wohl vielfach unterschätzt- Der Handelsverkehr zwischen beiden Ländern ist recht lebhaft und entwickelungsfähig. Deutschland liefert an Japan hauptsächlich: Zucker, Luche, Maschinen, Schienen, Papier; Japan führt nach Deutschland aus insbesondere Zupfer, Strohgeflechte, Porzellan und Thonwaren. Was Korea anbetrifft, dessen Unabhängigkeit vor russischem E i n f l u ß zu sichern der Hauptzweck des Bündnisses ist, so wurde vor kurzem in einem Aussatz aus der Jeder eines Japaner s darauf hiugewiefeu, daß man mit Recht sagen könne, die Bewohner Nordkoreas leben in Sibirien. Eine große Anzahl von Arbeitern wandert nadj Sibirien, um vom Frühjahr bis zum Winter irgend eine Arbeit zu suchen. In Goldminen sind etwa 8000 Leute beschäftigt- Gold ist der Hauptexport- arlilel Nordkoceas, und -- so sagt der offenherzige japanische Gewähc^maun — die Hälfte des zur Ausfuhr kommenden Goldes i ft in Sibirien gestohlen. Ueberhaupt ist es lein schmeichelhaftes Bild, das der Mann aus dem fernen Osten von den Koreanern entwirft- „Die meisten Auswanderer sind kräftige Männer, von denen viele verheiratet sind- Tie Frauen bleibeii als Strohwitwen zuhause und haben dort ihren Liebhaber. Daß die Koreaner faul sind, findet auch bei den zurückbleibenden Frauen Bestätigung: ans Arbeilen denken sie nicht, sondern leben von dem Gelbe, das ihnen ihre Männer schicken, womit sie auch ihren Geliebten Unterhalt gewähren." „Gemütsmenschen" sind auch die Beamten in Korea: sie nehmen den Koreanern die Ersparnis,e fort. An diese Feststellung knüpft der japanische Schriftsteller die philosophische Bemerkung: Man müsse daher den Koreanern vollständig Recht geben, wenn sie nicht arbeiten, solange sie Geld haben ... In Wladi- wostock giebt es etwa 5000 Koreaner, die sich als „Gepäckträger" anbieten. Auch an der sibirischen Eisen bahn kann man überall koreanische Arbeiter sehen, deren täglicher Lohn von 1 Mk. an beträgt. — Aus diesen Mitteilungen, veröffentlicht in der in Berlin (S- Caloary & Co.) erscheinenden interessanten japanischen Monatsschrift „Ost-Asien", geht hervor, daß auch auf die Japaner der russische Rubel seine alkerprobte Kraft übt- Rußland giebt den Leuten Verdienst, und dadurch erweitert und befestigt es seinen Einfluß auf die einfachste und wirksamste Weise- Auch die Koreaner werden Lob singen Dem, des Brot sie essen. Die Wirkung des Bündnisses auf China tritt rasch in Erscheinung. Tie chinesische Regierung hat die Unterzeichnung des russischen Mandschureivertrags außerordentlich geschickt hinzuziehen verstanden- Soeben liegt die triumphierende Meldung aus Shanhai vor, es werde allgemein angenommen, daß die Unterzeichnung des Mandschureiabkom- mens durch das Bündnis vorläufig unmöglich gemacht ist. Mit anderen Worten: Die chinesische Regierung glaubt sich durch England und Japan soweit gedeckt, daß sie den Russen Trotz bieten kann. Aber das ist gewissermaßen nur die theoretische Seite der Sache- Von ungleich größerer Bedeutung ist die praktische Seite, ob nämlich China willens und imstande dazu ist, Rußland nötigenfalls mit Gewalt aus der Mandschurei zu vertreiben? Bekanntlich haben sich dort die russischen Behörden bereits recht häuslich eingerichtet und sogar Kleiderordnungen für die Bevölkerung erlassen- Also, was wird China thun? Darauf kommt es an. Ein formeller Anschluß Chinas an das englischjapanische Bündnis würde allerdings die Sache wesentlich Lu llnguusten Rußlands verändern. Ter Gedanke eines Bündnisses zwischen Japan und China ist wiederholt erörtert worden, und möglicherweise wird der Gedanke unter dem Trucke notwendiger Entscheidungen in China jetzt bald zur Lhat- Rußland hat ein schlechtes Spiel auf dem politischen -Schachbrett. Aus den Bereinigten Staaten ertönt auch die eifrigste Zustimmung zu den englisch-japanischen Abmachungen- Kein Wunder, denn die Amerikaner waren feit langem auf den russischen Konkurrenten in China erbost. Die Blicke der Welt richten sich nach Petersburg hin. Tort nimmt man sich, wie in der Regel, Zeit zum „Gegenzug". Im englischen Unterhause erklärte Staatssekretär Cran- borne, die Mandschurei fei ebensowenig wie irgend eine andere Provinz Chinas von dem Geltungsbereich des Abkommens ausgeschlossen. Ter Jnl)alt des englisch-japanischen Abkommens sei auch der deutschen Regierung mitgeteilt, und das englisch-deutsche Abkommen bleibe noch in Kraft. «Herrn KrälLes K:övt. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 13. Februar: Soweit die Postbeamten Berlins heute dienstfrei waren, hatten sie sich im Reichstage eingefunden, um dem parlamentarischen Tebut ihres Chefs, des Staatssekretärs Krätke, beizuwohnen. Der neue Herr hatte bei der Vertretung seines Etats dadurch von vornherein einen weniger günstigen Stand als sein Vorgänger Herr von Podbielski, wert die Finanzlage des Reiches im allgemeinen und die der Postverwaltung im besonderen gegenüber den Vorjahren sich verschlechtert hat- Während bisher Post- und Telegraphie auch ihre einmaligen Ausgaben aus den laufenden Einnahmen zu decken in der Lage waren, sind diesmal über die gewöhnlichen Etatsansätze hinaus zu Lasten des Anleihebedarfs des Reichs 20 Mill. Mark in Anrechnung gestellt, in der Hauptsache zwecks weiteren Ausbaues des Fernsprechwesens- Doch die sinan- zielle Seite des Postetats schied einstweilen aus der Erörterung aus; zur Diskussion stand zunächst der Titel: Gehalt des Staatssekretärs, wobei die Wünsche und Beschwerden der Postbeamten durch den Mund der als „Post- redner" bekannten Parlamentarier zur Sprache gebracht wurden. Als solche seien genannt die Abgg. Singer (Soz.), Werner (Antis.), Dr. Müller-Sagan (Freis. Vp.). Eine „Schonzeit" war dem neuen Staatssekretär parlamentarischerseits nicht bewilligt; namentlich die Vertreter der Linken zogen eifrig Me Register der Stritif. Im allgemeinen yber läßt sich sagen, und es wurde auch im Reichstag konstatiert, daß von den früher gerügten Unzuträglichkeiten im Bereich der Postverwaltung ein gut Teil beseitigt ist — dank dem frischen Zug, der das Pod- bielski'sche Regiment ausgezeichnet hatte. Von Temperament ist Herr Krätke wesentlich ruhiger als sein Amtsvorgänger, was zur Genüge daraus ersichtlich ist, daß der Staatssekretär bei seiner Erwiderung auf die ein- stündige Rede des Abg. Singer von sozialdemokratischer Seite nicht unterbrochen wurde. Wenn Herr v. Podbielski sich voll fröhlichen Kampfesmuts mit der äußersten Linken auseinanderfetzte, „regnete" es förmlich Zwischenrufe- Krätke indessen vermeidet es, seine Darlegungen polemisch zu färben. Ihm ist die gemessene, etwas nüchterne Sprechweise des im Verwaltungsdienst herangebildeten Beamten eigen. Tie Postreform wird auch unter Krätke's Leitung nicht „rosten", wenngleich voraussichtlich langsameren Fortgang nehmen. Doch das entspricht wohl auch den Intentionen eines Teiles der Volksvertreter, wie z. B. Abg. Tr. $affe (nl.) heute als wünschenswert bezeichnete, daß die in den letzten Jahren eingeführten Pvstreformen sich erft ein leb en möchten. Ausführlicher behandelt wurden in der Debatte die Angelegenheit der Verletzung des Postgeheimnifses durch englische Behörden (Südafrika), die Poft-Personalresorm und die Frage der Unterbeamten-Gehälter. Tie Resolution des Abg. Gröber (Ztr.), das Uebereinkommen zwischen der Reichsund der württembergischen Postverwaltung, betr. die Einführung gemeinsamer Postwertzeichen, dem Reichstag zur Prüfung der verfaffungsrechtlichen und finanziellen Wirkungen vorzulegen, wurde zur Vorberatung der Budgetkommiffion überwiesen. Abg. Dr. Arndt (RpZ versicherte schon heute den Staatssekretär seiner Genugthuung über diesen Fortschritt auf dem Gebiete der Vereinheitlichung des deutschen Postivensens- — Staatssekretär Krätke kann mit der Ausnahme, die er im Reichstag fand, zufrieden sein. Selbst ein Redner der Linken, Abg. Eickhofs (Freis. Volksp.), gab seinem Vertrauen Ausdruck, daß Herr Krätke die im Betriebe der Postverwaltung noch vorhandenen , bureaukratischen Zöpfe" abschneiden werde- Besonderen Dank würde sich der Staatssekretär jedenfalls verdienen, wenn er der Anregung des Abg. Dasbach (Ztr.) Folge leistete und eine Erhöhung wenigstens des Wohnungs- geldzuschussesderUnterbeamten sür den nächsten Etat vorsähe. Bei den fortgesetzt st eigenbenMiets- p reis en erscheint eine solche Erhöhung angezeigt. Politische Tagesschau. Die Ungarn sind höchst entrüstet darüber, daß der Thronfolger Erzherzog FranzFerdinand bei seiner Reise nach Petersburg feinen ungarischen Reisebegleiter gehabt hat. Am Donnerstag brachte im Abgeordnetenhause zu Budapest der Abg. Komjathi deswegen eine Interpellation ein. Während Ko mj et hi die Interpellation begründete, wurden von der Gallerie Flugschriften in den Saal geworfen, in welchen die Handlungsgehilfen über die Verkürzung des Versarnrnlungsrechtes sich beschweren. Komjathi wünscht zu wissen, ob die ungarische Regierung durch Vermittelung res Ministerpräsidenten an der Feststellung des Plans und >en Einzelheiten dieser Reise tetlgenommen, unb ob die- eCbe denjenigen konstitutionellen Einfluß ausgeübt habe, >er der ungarischen Regierung im Sinne des Gesetzes zu- tehe, und deren Ausübung zugleich ihre Pflicht sei, ferner, ob es wahr sei, daß der Erzherzog ein Mitglied der ungarischen Regierung, den Minister am königlichen Hoflager, als dieser bei ihm in jener Angelegenheit zur Audienz sich meldete, nicht empfangen und ihn dadurch an Ausübung dieser konstitutionellen Pflicht und dieses Rechts gehindert habe. Eine Interpellation Vis- con tai tft ähnlichen Inhalts. In Beantwortung der Interpellationen erklärte der Ministerpräsident Szell, die Reise des Erzherzogs hätte ausschließlich den Charakter eines Höflichkeitsaktes gehabt. Die Reise wurde beschlossen, als der Thronfolger eine russische Auszeichnung erhielt. Bei dem Beschluß, daß den Kronprinzen auch ein Ungar begleiten werde, mußte man bedenken, daß der Empfang sich betätig gestalten würde, daß der Reise eine politische Bedeutung nicht ab» gesprochen werden könnte. Seinerzeit war aber die Be- rusung eines ungarischen Ehren-Kavallrers eine persönliche Frage. Erst als der Minister berichtete, daß der Erzherzog den Grasen Zichy mit der Auszeichnung bedacht habe, gewann die Berufung einen anderen Charakter. Denn es müsse als politisch betrachtet werden, wenn inmitten der BudgetDebatte der Führer einer oppositionellen Partei zu dieser Mission ausersehen mar. Einige Tage nachdem dies bekannt geworden, habe er an zuständiger Stelle seine diesbezüglichen Bedenken vorgebracht und seine berechtigten Besorg nisse fanden dort auch vollständige Würdigung. Dcmzu folge unterblieb die Begleitung des Grasen Zichy. Deutsches Aeich. Berlin, 15. Febr. Der Kaiser besuchte gestern Nach mittag den Prinzen Georg von Preußen anläßlich seines 76. Geburtstages. Heute sprach der Kaiser beim Reichskanzler vor und hörte später im königlichen Schlosse die Vorträge des Chess des Militärkabinetts, des Chefs des Generalstabes der Armee, des Kriegsministers und des Chefs des JngenieurwesenS. Er empfing den Bild Hauer Böse, der em Modell zu der für den Weißen Saal bestimmten Statue König Friedrichs I. vorstellte, und nahm dann den Thee beim Grafen Görtz ein. — Nach einer Meldung aus Kiel überwies der Kaiser der Marine Lausend Exemplare seiner Photographie, die vorzugsweise an Mannschaften der Aacht „H o h e n z o 11 e r n", des Kaiser Bootes „Sleipner", des Begleit Kreuzers „Niobe" und des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." verteilt werden sollen. — Zum Empfang der Erbgroßherzogi u - W i t w e Pauline von Weimar beim Papst hatte die „Germania" bemerkt, die hohe Frau, die schon feit mehreren Jahren den Winter in Rom zubringe, Ijege für den Papst innige Verehrung. Auch sonst unterlasse sie es nicht, alle Kirchenseste während ihres römischen Aufenthaltes zu besuchen, wie sie überhaupt für den katholischen Kultus eine besondere Vorliebe und ein äußerst reges Interesse habe. Jetzt meldet die ministerielle „Weim. Ztg.", daß die Erb- großherzogin-Witwe „außer den Besuchen bei den Mitgliedern des italienischen Königshauses und dem Empfange im Vatikan bald nach ihrer Ankunft in Rom auch dem protestantischen Diakonissenhause einen Besuch abgeftattet hat, um der Oberin die für das Hospital bestimmten Geschenke zu überreichen." — Die Wahlprufungskon.Mission des Reichstages beschloß, die Wahl des Abg. Go th e i n (frs. Vg.) für g il ti g zu erklären, und bei der Prüfung des Nachtragsmaterials zur Wahl des Abg. Sieg (Marienwerder) nochmals «vettere Beweiserhebung beim Reichstage zu beantragen. — Der Chef «des Militärtabiuetts, Generalmajor Gras v. Hülsen-Häseler tritt heule in fein 50. Lebensjahr. Der Kaiser sprach dem General seinen Glücklvunsch anläßlich des Vortrages aus, den Gras Hülsen-Häseler im Schlosse hielt. » — Tie Z o 111 a r i s k o m Ni i s s i o n setzte die Beratung des § 12, wonach der Zeitpunkt des Inkrafttretens des Zolltarifgesetzes durch taisertiche Verordnung mit Zustimmung des Lulidesrats bestiinmt wird, fort. Spahn (Zentr.) beantragte mit Unterstützung anderer KommiffionS- Mitglieder, außer den Freisinnigen und Sozialdemotraten, in die Regierungssassung einzusügen, daß das In traft» treten spätestens am 1. Januar 1905 erfolge. Gras P 0 sado wsky sprach sich gegen den Antrag Spahn aus. Gegenüber einer Bemerkung des Abg. Gothein, er glaube nicht, daß der jetzige Reichstag in der Lage sein werde, den Zolltarif zur Verabschiedung zu bringen, drückte Staatssekretär v. Richt Hof en die Hoffnung aus, daß der jetzige Reichstag noch im staube sein werde, den Zolltarif fe rtig ju ft et len. Abg. Singer erklärte, die Sozialdemokraten würden, obwohl sie prinzipielle Gegner der Vorlage feien, für bie Regieruugs- f a f f u n g stimmen. Abg. Graf K a n i tz behauptet, es mache ben Eindruck, als sollten die Interessen der Landwirtschaft hinter die der Export-Industrie zuruckgestellt werden. Der Abschluß günstiger Handelsverträge fei schwieriger geworden. Fischbeck betont, daß der vorliegende Zolltarif die Landwirtschaft bevorzuge, dagegen die Jnoußriearbeiier belaste. Es wuroe über ben Termin noch weiter bebattiert, wobei Staatssekretär Graf Posadowsty bte Behauptung zurückwres, daß der Zollschutz für die Landwirtschaft nur den Großgrundbesitzern z u gute komme. Gras Kanitz fei im ^rrtum, wenn er glaube, daß die Regierung die Landwirtschaft zurückstellen wolle. Ein Beschluß über irgenb einen Antrag erfolgte noch nicht, vielmehr wurde die Weilerberatuiig aus morgeii vertagt. — In der Budgetkommiffion des ^icichstags er» klärte Staatssekretär Krätke, daß die Vorlegung des Postvertrages mit Württemberg wegen der Einheits - mar re an Den Reichstag nicht nötig fei, und berief sich dabei auf Artikel 4b der Reichsoer fassung, nach «oelchern die Verträge mit dem Auslände selbständig abgeschlossen werden. — Dem Reichstag wird demnächst em Gesetzentwurf zugehen, der das gerichtliche Verfahren in Bezug auf das Rechtsverhältnis zwischen Arbeitgeber und A r - beitnehmer im Handelsgewerbe regelt. — Zum Etat der Reichspost- und Telegraphenoerwalt- ung haben die Abgg. Müller-Sagan unb Wiemer beantragt, statt 3000 neuer etatömäfjiger Stellen für oft* affiftenten 4000 in den Etat einzustellen und demgemäß eine Erhöhung der in Betracht kommenden Summe vorzunehmen. — Dem preuß. Abgeordnetenhause ging ein Gesetzentwurf zu betreffend Erweiterung unb Ver- oollftänbigung des Staatseisenbahnnetze s unb Beteiligung des Staates am Baue von Kleinbahnen. Die Vorlage ermächtigt die Staatsreaierung, zur Beschaffung der Mittel (abgesehen von 600 000 Mk. Zuschuß Beteiligter) Staatsschuloverschreibuiigen auszugeben. Näheres über die Emission bestimmt der Finanzmtnister. Lit. L. = 300 000 Mk. Lit. L. Lit. L. Lit. L. Ostmart Parteiri Erstarkt! i Deutschen Osten Di;;: geschlossen 1401—3400 — 1000 3401—5200 — 1800 5201—6700 — 1500 Mk. Mk., Mk., — 2 800 000 1000 Mk. — 2 000 000 500 Mk. — 900000 200 Mk. * * Ausgrabungen des Oberheff Geschichtsvereins. Am 11., 12. und 13. haben m der „Lindener Mark" (Wald in der Gemarkung Großen-Linden) Ausgrabungen stattgcfunden. Anr 11. wurde in dem sogen. Fuchsbau ein Grab ausgedeckt, in dem man Bronce-Gegenstände, einen Eisenring, Urnen und Knochen fand. Noch reichhaltiger war das Grab, das man am 12. entdeckte. Es wurden im ganzen etwa 14 Urnen gezählt» die teilweise noch vollständig erhalten waren. Auch zwei ganz kleine Urnen mit etwa 5—8 Ctm. Durchmesser waren darunter, während die größten einen Durchmesser von über 30 Ctm. hatten. Darunter waren auch mehrere flache, tellerförmige. Eine der Urnen hatte eine intensiv rote Färbung und war ringsum mit schwarzen, dreieckigen Figuren verziert. Sämtliche Urnen hatten eine schiefe, geneigte Stellung, was z. T. auf den Bodendruck, z. T. auf das Sichsetzen der Brandschicht und unzweifelhaft auch auf einen Erdstoß zurückzuführeu ist. Ferner fand man in diesem Grabe Bronceringe, Perlen, Buckel von einem Gürtel, sowie noch gut erkennbare Reste von diesem selbst. Der Gürtel und die Buckel lagerten um einen über den Urnen liegenden Stein von ungefähr 50 Ctm. Länge und 30 Ctm. Breite. Allem Anschein nach ist dieses Grab die Ruhestätte eines Häuptlings. Es stammt aus der „Hallsiattzeit", etwa 700 v. Chr. Geb. Nachdem alle Gegen-' stände frei gelegt waren, wurden mehrere photographische Aufnahmen des Fundortes gemacht. Sämtliche Funde wurden dem hiesigen Museum einverleibt. Man vermutet, daß sich in dem Walde noch zahlreiche andere Gräber befinden. Bereits in den 60er Jahre wurden hier durch Krug von Nidda und Prof. Buchner Ausgrabungen vorgenommen. ** Ehrung. Dem Schriftsetzer Heinrich Sier, der seit 10 Jahren in der Münchow'schen Hofbuchdruckerei beschäftigt ist, wurde gestern aus Anlaß dieses Jubiläums ein prächtiges Bicrservice von dem Chef der Druckerei überreicht. ** Silberhochzeit. Spediteur Adam und seine Ehefrau feierten gestern im engsten Familienkreise das Fest der Silbernen Hochzeit. Zahlreiche Glückwunsch-Telegramme und -Schreiben, sowie eine Anzahl kostbarer Geschenke gingen den Jubilaren aus ihrem Verwandten- und Bekanntenkreise zu. hatte Saul alle Wahrsager und Zeichendcuter aus dem Lande vertrieben. Durch die Philister bedrängt, wandte er sich, da Gott sich ihm, weil er gefrevelt, nicht offenbarte, an eine Wahrsagerin mit der Bitte, ihm den Geist Samuels herauf- zubcschwören, um von diesem Rat zu erbitten. Diese als spiritistisches Medium, wie wir heute sagen würden, erfüllt seine Bitte. Saul selbst sieht nicht den Geist Samuels,^sondern er hört nur von dem Medium, was dieses sieht. * Die ganze Szene bietet das echte Bild einer spiritistischen Zirkel- fitzung. Verschiedene Umstände lassen sich zu Gunsten der Spiritisten deuten, so das Ertanntrvcrden Sauls, der sich verkleidet zur Seherin begab, die Erfüllung ihrer Prophezeiung, daß er am nächsten Tage sterben werde. Dieselben Vorgänge kann man aber auch natürlich erklären, wenn man der Seherin betrügerische Manipulationen unterschiebt. Was sagt nun die Bibel über spiritistische Wunder? An verschiedenen Stellen heißt es, daß nach der Zeit der Apostel Leute er» stehen würden, die verkehrt predigten, an anderer Stelle, daß dies Treiben unter dem Einflüsse des Antichrist fortdauern werde bis zum zweiten Erscheinen Christi. So lange würde Satan unter denen, die nicht gläubig sind, Wunder thun, um die Menschen zu bethören und unter seine Herrschaft zu bringen. Ein Weiterleben sogleich nach dem Tode als Geist oder Seele ist nicht möglich, wie verschiedene Bibelstellen beweisen. Das Befragen der Toten ist nach V. Mos. 18, 10—20 ein Greuel Gottes. — Baumann wird das Thema in feinem nächsten Vortrag, den er nächste Woche halten will, fortführen. Der Redner wußte den Stoff durch Einstreuung eigener Erlebnisse in spiritistischen Sitzungen sehr interessant zu gestalten. in den weitesten Kreisen sehr unangenehm, wenn nicht geradezu kränkend empfunden werde. Während dieser direkten neuen Unliebenswürdigkeiten gegenüber Deutschland erweist man jenseits des Kanals dem ehrenwerten Herrn C ha m b e r l ai n Ehrungen aus Ehrungen in demonstrativer Weise. Man hat ihm am Donnerstag eine Adresse überreicht. In Erwiderung aus eine bei dieser Gelegenheit an ihn gerichtete Ansprache führte Chamberlain in seiner ekelhaft großsprecherischen Weise aus, die Regierung verfolge zwei große nationale Ziele, nämlich die britische Autorität in Südafrika außer Frage zu stellen und die Einigkeit des Reiches ausrecht zu erhalren. Beide Ziele seien auf das engste mit dem Kriege in Südafrika oer- quickt. Chamberlain erwähnte die unerschöpfliche Stärke, die England erwiesenermaßen in seinen Kolonien besitze, und sprach von dem unvermeidlichen Ende des Krieges. Er, Redner, würde aus einen Staatsmann nicht neidisch sein, der in Verhandlungen wieder aufs Spiel setze, was durch die Waffen gewonnen worden sei. Tie Eng- länder seien nicht rachsüchtig; ihre Feinde von gestern würden, wenn sie sich ergäben, morgen als Freunde willkommen geheißen werden. Wenn England sich weigere, den Unversöhnlichen, welche sich rühmten, sie wünschten die Engländer in Südasrika von Meer zu Meer zu treiben, die Rückkehr in ihre Heimstätten zu gestatten, so sei das nicht Rachgier, sondern Selbsterhaltung. Englands Regierung und Volk wünschtenernstlich einen ehrenhasten Frieden ; dieser Friede müsse aber dauernd sein und England das gewähren, wofür es so viele Opfer gebracht habe. Wenn der Friede geschlossen sei, werde Südasrika so kraftvoll, glücklich und frei werden, wie irgend ein Teil der übrigen Besitzungen des Königs. Als Chamberlain im Laufe seiner Rede zusällig aus die Gesinnungen zu sprechen **m, welche England gegenüber auf dem Kontinent herrschen, sagte er, es scheine unmöglich, das Wohlwollen des Auslandes zu gewinnen ; England, sei aber im stände, sich die Achtung des Auslandes zu sichern. zusammen 6700 Sluck im Gesamtbeträge von 6 Millionen Mk. * * Aus der 2. Kammer. Der Finanz-Ausschuß der 2. Kammer mar gestern unter dem Vorsitz des Abg. Köhler-Worms zusammengetreten, um die Budget-Beratungen zu Ende zu bringen. Der 2. Gesetzgebungs- Ausschuß tritt unter dem Vorsitz des Abg. v. Brentano heute zusammen. Wie jetzt schon mit Sicherheit feststeht, werden die kommenden Beratungen teilweise sehr heftige Debatten im Gefolge haben. * * Bon der Landes-Universität. Das Vorlesungsverzeichnis der Universität für das Sommersemester ist soeben erschienen. Es enthält die Ankündigung der Vorlesungen und Hebungen von 59 Professoren, 16 Privatdozenten und 4 anderen Lehrern. Die durch Geheimrat Löh lein s Tod erledigte Professur für Gynäkologie ist noch nicht wieder besetzt. Der Professor der englischen Philologie Wetz hat Vorlesungen angekündigt, geht aber mit Anfang des Sommersemesters nach Freiburg i. B. Zu Beginn des fommenben Semesters wird voraussichtlich für beide Vakanzen Ersatz geschaffen sein. Die Immatrikulationen für das Sommersemester beginnen am 21. April, die Vorlesungen am 28. April. * * Dortrag. Gestern abend hielt im oberen Saale des Hotels „zum Einhorn" Prediger H. G. Baumann einen Vortrag über „Der Spiritismus im Lichte der Bibel". Der Redner ging aus von Sam. 1, 38. Nach dem Tode Samuels ** Zagdverpachtungen. Die Gemeindejagd in Langd pachtete ein dortiges Jagdkonsortium für jährlich 535 Mk. Der seitherige Pächter der Jagd, Geheimrat Dr. Eckhardt- Gießen zahlte dafür 366 Mk. pro Jahr. — Den Ober- Steinberger Jagdbezirk der Gemeinden Watzenborn- Steinberg, den bisher Forstaffessor Groß-Darmstadt für 315 Mk. jährlich in Pacht hatte, erhielt bei der Neuverpachtung für 400 Mk. Jahrespacht Landwirt Faber-Leihgestern zu- geschlagen. ** Militärisches. Auf Anordnung des Kaisers sollen in diesem Jahre größere Pionierübungen am Oberrhein bei Rastatt und zwischen Elbe und Havel abgehalten werden. Beim 1., 9. und 18. Armeekorps sollen Angriffsübungen mit Fußartillerie unter Scharfschießen der Artillerie stattfinden. ** Die Kaisermanöver finden in diesem Jahre zwischen dem 3. und dem 5. Armeekorps statt, und nicht, iüie früher gemeldet worden wär, zwischen dem 5. und 6. Armeekorps. Zum 3. Armeekorps tritt die 1. Garde - Infanterie - Division, zum 5., das ebenfalls auf drei Divisionen zu bringen ist, die 8. Infanterie-Brigade und das Grenadier-Regiment Nr. 3. ** Großh. Hessische Landes - Lotterie. Nach dem amtlichen Ziehungsplan wird die 5. Großh. Hessische Landes-Lotterie 55 000 Loose mit 22 000 Gewinnen und 7 Prämien in 6 Klassen umfassen. Die Ziehung der 1. Klasse findet am 9. und 10. April, die der 2. Klasse am 6.—7. Mai, der 3. Klasse am 3. und 4. Juni statt. In jeder dieser Klassen werden je 2000 Gewinne und 1 Prämie gezogen. In der 4. Klasse am 2. Juli und in der 5. Klasse am 4. August werden je 1000 Gewinne und 1 Prämie gezogen. In der 6. Klasse, vom 22. August bis 8. September kommen 2 Prämien von Mark 300 000 und Mark 200 000, je 1 Gewinn von Mark 200 000, Mark 100 000, Mark 50 000 re., zusammen 14 000 Gewinne mit Mark 5153 000 zur Ausspielung. Nach § 8 des Spielplanes fallen die für die einzelnen Klassen vorgesehenen Prämien auf diejenigen Nummern, auf die in jeder Klasse der letzte größere Gewinn bis Mark 300.— entfällt. Die Prämie von Mark 300000 erhält in der 6. Klasse diejenige Nummer, auf die am letzten Ziehungstage von den Gewinnen von Mark 100 000 oder mehr der größte dieser Gewinne fällt. Tie Prämie von Mark 200 000 erhält in der 6. Klasse diejenige Nummer, auf die am letzten Ziehungstage von den Gewinnen von Mark 40 000 oder mehr der letzte dieser Gewinne fällt. Wenn Gewinne von Mark 100 000 oder Mar- 40 000 oder mehr sich nicht mehr im Gewinnnummernrade befinden, wird im ersteren Falle die Prämie von Mark 800 000 mit Mark 100 000 dem zuletzt mit Mark 2000 und Ausland. London, 13. Febr. In einem finanziellen Artikel des „Standard" heißt es: Privatmeldungen zufolge wird I a pa n in den ersten Tagen des März auf dem einheimischen Mark: etwa 10 Akillionen Yen 7prozentige kurzfristige Schatzbonds ausgeben. Wie weiter gemeldet wird, sollen diese Bonds gurn Pari-Course ausgegeben werden und ungefähr Anfang August ablaufen. Man hält es für unwahrscheinlich, daß diese Bonds bereitwillige Abnehmer im Lande selbst finden werden. Aus Stadt und SanS. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen unb werden angemessen honoriert. Gießen, den 14. Februar 1902. * * Das Regierungsblatt Str. 6 enthält folgende Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber durch die Stadt Offenbach a. M. betr. Der Stadt Offenbach a. M. ist in Gemäßheit des § 795 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und des Art. 67 des hessischen Aussührungsgesetzes zu demselben vom 17. Juli 1899 mittels Entschließung des Großherzogl. Ministeriums vom Heutigen die Genehmigung zur Ausgabe der nachbezeichneten 3i/3pro= genügen Schuldverschreibungen auf den Inhaber erteilt worden: Posen, 13. Febr. Der Reichskanzler Graf Bülow sandte an den Vorstand des deutschen Mittelstandsbund es folgende Antwort: „Aufrichtigen Dank für die mir imjftamen der deutschen Volksversammlung übermittelte patriotisioe Kundgebung und für die Versicherung treuer Mitarbc. ;nb Förderung deutscher Art und Sitte in unserer 'er Besuch der Versammlung durch Mnner aller ngen ist mir ein erfreuliches Zeichen für die des Gefühls der Zusammengehörigkeit unter den der Provinz Posen. Mögen die Deutschen im •' Unterschied der Konfession und Partei fortan _ . . der nationalen Fahne folgen!" Dessau, 13. Febr. Im Befinden des Herzogs ist eine Verschlechterung eingetreten. Der Herzog erlitt einen Schlaganfall, dessen Wiederholung bei den Aerzten schwere Besorgnis erregt. Wien, 13. Febr. Abgeordnetenhaus. Dr. Lueger erklärt sich bereit, aktenmäßig zu beweisen, daß das Herrenhausmitglied Lobmayer das Wiener Ehrenbürgerrecht unqualifizierbarer Weise erschlichen habe. (Großer Lärm. Wrabetz ruft: Sie feiger Vev- leum d e r! Vor Gericht beweisen Sie das! Gegenrufe:. Schweig, Judensöldling! Entrüstungsrufe bei der Fortschrittspartei. Wrabetz ruft wiederholt: Sie feiger Verleumder, schämen Sie sich. Vogler: Sie schänden den Bürgermeisterstuhl! Wrabetz: Sie haben sich durch Ihre Charakterlosigkeit alles erschwindelt!) — Vogler beantragt, die Debatte zu eröffnen. Der Antrag wird angenommen. Konstantinopel, 13. Febr. Gegen die Flüchtlinge Lutfullah, Sabah und Eddin, die Söhne des in contumaciam Mm Tode verurteilten Damad-Mahmud Paschas, Haidar, den Sohn des verstorbenen Midhat Pascha und den Oberst Zeki, welche sämtlich angeklagt sind, die Bildung hochverräterischer Komitees gefördert zu haben, sind Haftbefehle erlassen worden. — Ter „Birmingham Post" zufolge soll eine russische Expedition von drei Ingenieur-Offizieren und zwei Militärs im Begriff fein, Petersburg zu verlassen, um verschiedene Teile Kor eas zu durchforschen. Die koreanische Regierung soll freies Geleit und andere Erleichterungen bewilligt haben. Einer japanischen Expedition wurden ganz kürzlich von der koreanischen Regierung dieselben Privilegien verweigert, und zwar in solchen Ausdrücken, daß die japanische Regierung daraus schloß, es würde auch keine russische Expedition zugelassen werden. Brüssel, 13. Febr. Bei Fortsetzung der Diskussion über die Wahlreform frage erklärt sich der Minister des Innern, Tetrooz, gegen die Verfassungsreoision. In Deutschland bestehe freilich das allgemeine Stimmrecht, aber neben dem konservativen Gegengewicht des Bundesrats und der Landesparlamente bestehe dort eine ungeheuere Bevorzugung der konservativen ländlichen Wahlkreise gegenüber den „revolutionären" Zentren, andervelde bespricht die moderne Frauenfrage und besonders das Frauenstimmrecht. Alle Einwände, welche man heute gegen bas Frauenstimmrecht erhebe, habe man vor 20 Jahren gegen das Stimmrecht der Arbeiter angeführt. Die Frau habe ein Anrecht auf die Gleichheit mit dem Manne im Zivilrecht. Die Arbeiterin habe eigene wirtschaftliche Interessen, die denen des Mannes oft entgegengesetzt seien. Tas allgemeine Stimmrecht würde, wie auf die Arbeiter, so auch auf die Frauen erzieherisch 'wirken. Die Fragen des Alkohvlismus, der Prostitution und des Militarismus könnten unter Mitwirkung der Frauen gelöst werden. Paris, 13. Febr. Aus London wird gemeldet, daß König Eduard am 22. März London verläßt und sich n a ch P a r i s begeben wivd, wo er einige Tage zu verweilen gedenkt. Hierauf wird er nach Cannes reisen. Bern, 13. Febr. Der mit großer Spannung erwartete vom Bundesrat vorbereitete Entwurf eines neuen Zoll- tarifes ist erschienen- Er enthält statt der bisherigen 723 Einfuhrpositionen deren 1113, außerdem fünf Positionen für die Ausfuhr. Der Kampf der schweizerischen Landwirte für Erhöhung der Einfuhrzölle ist in Bezug auf Fleischnahrungsmittel nicht ohne Erfolg geblieben. Von diesen Aenderungen werden namentlich Oesterreich und Italien, schwach dagegen Süddeutschland betroffen. Der Zolltarif geht zunächst an die Kommission des Nationalrats und im April kommt er vor das Plenum des Nationalrats. Es werden u. a. vorgesehen, und zwar für den Doppelzentner Getreide 30 Centimes, Wurstwaren 35 Francs, Zigarren 150 Francs, Zigaretten 200 Francs, Bierhefe 3 Francs, Bier in Fässern 6 Francs, Kohlen, Koks und Briketts 2 Centimes, Metallerze frei, Maschinen 10 Francs, Ackergeräte 8 Francs, landwirtschaftliche Maschinen 10 Francs, Dynamomaschinen 10 Francs, eiserne Konstruktionen 8 Francs, Zweiräder per Stück 25 Francs, Drei- und Mehrräder per Stück 35 Francs, Pianos 55 Francs, Sacharin 200 Francs, pharmaceutische Präparate 150 Francs. Nr. 1—140 — 1400 Stück zu je 2000 Mk. Ueber den schweren Irrtum, daß England nicht nur längst alles Wohlwollen, sondern auch alle Achtung der Welt verloren hat, einen Menschen wie Chamberlain aufklären zu wollen, wäre verlorene Liebesmüh. Seine Friedens- sehnsuchtsphrasen wirken nachgerade lächerlich in ihrem Paradoxismus, ebenso wie feine albernen Verheißungen vom Schlaraffenleben des England unterjochten Transvaal. Bezeichnend ist es, daß die belgische Presse mit Schadenfreude die Enthüllungen des „Dtsch. Reichsanz." begrüßt, die geeignet seien, die Sympathieen für England und die Vereinigten Staaten abzukühlen. Schließlich sei hier noch eine Anekdote mitgeteilt, die uns beweist, wie vortreffliche Kenner der deutschen Geographie die Söhne John Bulls sind, ©inen Erfolg, von dem sich der Reichstagsabg. Liebermann v. Sonnenberg nichts träumen läßt, hat dieser mit feiner Reichstagsrede vom 10. Januar gegen Chamberlain erzielt. Es hat seine Rede von jenem Tage jenseits des Kanals arg verschnupft. Bekanntlich hat Sonneberg (in Sachsen-Mei- ntngen) einen bedeutenden Export nach England In der letzten Zeit fiel es nun merklich auf, daß viele, ganz bestimmt erwartete englische Aufträge ausblieben. Dagegen waren die Fabrikanten in Neustadt bei Coburg um so freudiger überrascht, als sie Plötzlich neue wertvolle englische Aufträge erhielten. Und das kam so. Die Engländer hatten keinen Unterschied zwischen Sonneberg und Sonnenberg gefunden, und als sie nun gar hörten, daß ein Mann von Sonneberg oder Sonnenberg, ein gewisser Liebermann, so gegen ihren Chamberlain loszog, riß natürlich der Draht nach Sonneberg. Keine Bestellungen mehr nach dem Orte, nach dem jener Mann seinen Namen trägt! war die Losung. Die Maren brauchten sie aber, unb so gaben sie ihre Aufträge nach Neustadt bei Coburg, in das Land, das in nächster Beziehung zur englischen Königsfamilie steht. Tie Sonneberger sollen auf Herrn Liebermann nicht gerade gut zu sprechen sein. Per deutsche Nurenyitfsöund und ßhumöerlaiu. Die Erklärung des Staatssekretärs Frhrn. v. Richt- Hofen im preußischen Abgeordnetenhause muß alle Welt zu der Ueberzeugung bringen, daß die deutschen humani- tareu Bestrebungen, für die unsere Kaiserin sogar in so schöner Weise eingetreten ist, von England eine schnöde Abweisung erfahren haben. Die glatten und höflichen Diplomatenworte des deutschen Staatssekretärs sagen das direkte Gegenteil von dem, was in Wahrheit über das Verhalten Englands zu sagen ist. Wir stimmen der „Germania" vollkommen zu, wenn sie schreibt: Die englische Antwort auf den von der deutschen Regierung befürwvrt- teten Anrrag des Buren-Hilssbundes enthalte in der Hauptsache eine Ablehnung und damit eine Selb st-An- flage. Indem sie die Entsendung von Nahrung und Kleidung in tyie Konzentrationslager zulassen will, ge- steht.sie stillschweigenb zu, daß es den armen Bur en- 8umrIten tatsächlich am nötigsten fehlt und daß die englische Regierung selbst entweder nicht gewillt oder Nicht im stände ist, diesen Himmel- schreienden Zuständen abzuhelsen. Binn könne darüber kernen Zweifel auftommen lassen, daß die englische Mtwort auf dre humanitäre Bitte des Burerchrlss-BurrHes Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute nnc morgen: VchlrsSkisch 54 pfg. Killdfikisch 54 pfg. Zchvrmkßkisch 56 psz. 1348] 12 St. bereits gefällte glatte Pappelstämme für Wagner u. Schreiner geeign., zu verk. Näh. Seilers weg 41. 0624] Gaötarupeu aller Art, schmiedeis. Firmensch. f.jed.Zweck, neue Emmarllebadew.,gr.Garten- schl., Rasenmährnafchine umzugsh. billig zu verk. Mottkestraße 8. Zn kaufen gesucht auf 1. April in Gießen, Seltersweg bevorzugt, ein größeres Anwesen, bestehend aus geräumigem Wohnhaus mit großem Laden und Gelände zur Erbauung einer größeren Werkstätte. Anzahlung kann in jeder beliebigen Hohe geleistet werden. Gefl. Off. mu Preisangabe und Beschreibung sind zu richten an die Annoncen- Erpäilion von Rudolf Moste, Darmstadt, Louisenplatz 4 unter Elektrotechnik und Fustallattorr* [1843] aufschiebt. Universitäts-Nachrichten l 4°/. Italien. Rente 101.00 41.80 27.70 28.10 114.40 8% Mexikaner . . 4,/e7o Chinesen . . Electric, beb ackert . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien . . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresd« ner Bank . . Beniner Handelsges.. Oesterr. Staatabahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurabütte . . . . Bochum . . . . . Harpener . . . , Reichsanleihe do. Konsole do. . . Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. Reingewinns zu Abschreibungen und Rückstattungen verwendet werden müsten. Die Dividende auf das Kapital von Mark 21000 000 wird demgemäß von 8 auf 5% reduziert. Das Holz lagert an der Kreisstraße Leihgestern-Gießen. Zusammenkunft an der Kreisstraße Leihgestern-Gießen: Abt. Schnabel. Großherzogl. Bürgermeisterei Leihgestern. Heß. — Man berichtet aus Heidelberg: Dr. Steude aus Stade hält zur Erlangung der venia legendi für Physik logte an der hiesigen Universität am 14. ds. seine Probevor lcsung über »Die Vorstufen der Harnsäure im Organismus" — Der Forstassestor Beck, forstlicher Assistent an der Forst- akademie zu Tharandt in Sachsen, wurde, wie man uns mitteilt, zum a. o. Profestor ernannt. — Der Maler Walter Eonz in Karlsruhe ist zum etatsmäßigen Professor an der dortigen Akademie der bildenden Künste ernannt worden. 1. Fastensonnlag. 6V3 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. fahr. Washington, 14. Febr. Man erwartet hier nicht für sofort eine Aenderung der Lage hinsichtlich der Mand- schur ei infolge des englisch-japanischen Abkommens, weil Rußland sich den Vereinigten Staaten gegenüber verpflichtet hat, die Provinz zu räumen, sobald die Ordnung wiederhergestellt und der Schutz der Eisenbahn gesichert fei Ru ß- lan d hätte aber hinzngefügt, es werde sich nur dann Samstag'den 157 Februar 1902. ! zurückziehen, falls keine That einer anderen Macht die alb- Vorabend: 5«° Uhr. Morgens: 9 Ubr. Nachmittags: 3 IKjv gemeine Lage ändere. Es entsteht nunmehr die Frage, Schrtfterkläruug. Sabbctthausgang: 6^ Uhr._________________| oß Rußland den neuen Vertrag nicht als eine solche That betrachtet und dadurch die ErsüUung seines Versprechens 3 Eichen-Stämme 63, 65 u. 72cm Durchm. und8—11 m Länge, 9,15 fm, 99 Elchen-Stämme zs. 24,00 fm 2 rm Eichen-Nutzscheit, 43 Fichten-Stämme zs. 13,19fm und 2 Kiefern-Stämme von 1,45 hn, 84 Fichten - Derbstangen von 4,00 fm. 1352 Zusammenkunft der Steigerer am Eingang in den Wald, an derStraße nach Münzenberg. Bellersheim, 13. Febr. 1902. Der Markmeister Bopp. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Friedberg, 13. Febr. In dem Konkurse der Firma Gebrüder Strauß soll die Schlußverteilung erfolgen. Nach den Mitteilungen des Konkursverwalters betragen die Forderungen im Ganzen 73 976 Mk., das zur Deckung dieser Summe verfügbare Geld beträgt 2666 Mk. — Kampf gegen das Zuckerkartell. Gleich den Chokolade- fabrikanten wollen nun auch die Kolonialwarendetailhändler eigene Zuckerfabriken bauen. Derartige Pläne werden gewöhnlich von fehr ideal veranlagten, wenig praktischen Köpfen ausgeheckt, mit Begeisterung aufgenommen und hinterher findet man doch em Haar darin und es bleibt beim Plan. — Schweizerische Nordostbahn. Für den Umtausch der Nordostbahn-Aktien in eidgenössischen Anleihe ist die zweite Hälfte des laufenden Monats in Aussicht genommen. — Badische Bank in Mannheim. Die Dividende für 1901 wird mit 5 pEI. beantragt gegen 7 pCt. im Vorjahr. — Aktien-Gesellschast für Bauausführung, vormals Georg Loaholdt u. Söhne, Frankfurt a. M. Die Dividende wird mit 7 pCt. rote im Vorjahr in Vorschlag gebracht. — Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart. Die Gesellschaft hat in einer außerordentlichen Generalversammlung beschlossen, 500000 Mk. Aktien zu 177pCt. zu erwerben und durch Amortisation derselben das Aktienkapital von 5 Millionen auf 47t Millionen herabzusetzen. Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft. Ein Ausgleich zwischen den Vertretern der Attionäre und der Schutzvereinigung der Obligationäre soll zustandegekommen sein. Es besteht die Absicht, sämtliche Obligationen, gleichviel ob 47; oder 4%ig, auf Baals von 60% ihres Nominalbetrags in 3%ige umzuwandeln und ihnen einen ein Pfandrecht auf den gesamten Besitz der Gesellschaft, soweit er noch unverpfandet ist, zu gewähren. Für die ausfallenden 40% des Nominalwertes sollen die Obligattonenbesitzer eine Abfindung in Aktten erhalten, aber nicht im vollen Betrage, sondern 20% für die 4%igen und 25% für die 472%igen Titres. Für die alten Aktten ist die Zusammenlegung von 6 zu 1 beabsichtigt. Definitiv ist die Sache noch nicht abgemacht, sie kann noch Modifikattonen unterliegen. Niederrheinische Kreditanstalt vorm. PeterS u. Co. Krefeld. Der Remgewinn pro 1901 stellt sich auf Mark 1967 391 (Vorjahr Mk. 2 174 391). Nach Bekanntgabe der Halbjahrs- bilanz im August v. I. teilte die Bank mit, daß sie bei den bekannten Vorgängen in Dresden, Leipzig, Kassel und Oberhausen weder direkt noch indirekt beteiligt sei und nun erweist es sich als notwendig, daß nicht weniger als Mk. 700 000 (Vsqahr Mk. 180000) also mehr als der dritte Teil des Hosiversteigenmg Donnerstag den 20. Februar l. I., vormittags 9 Uhr anfangend, soll im Leihgesterner Gemeindewald nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 1351 1500 Nadel-Derbsrangen mit 62 fm, 14000 Nadel Wellen-ReisiA, 7000 Nadel lange Wellen, sich zu Gartenspalier usw. gut eignend. . 26.80 . 91.06 . 123.50 ' 219*50 . 19430 . 188.75 . 137.80 . 153.00 . 14760 . 20.50 . 168.90 . 200.50 . 200.2& . 170.00 8. Darmstadt, 14. Febr. Za der gestrigen Sitzung des 4'/, % Portugiesen Finanzausschusses der2. Kammer fanden die seither zwischenP®/ ^T^rkeT ' dem Landwirtschastsrat, der Regierung und dem Finanzausschuß Türke^dose . . ' tragen. Berlin, 14. Febr. Die dem prenß. Abgeordneten- Hause zugegangeue Sekundärbahn-Vorlage beantragt die Bewilligung von mehr als 128 Mill. Mk. Unter anderem werden verlangt zum Bau einer Reben-Eiseubahn von Hers- feld nach Treysa die Summe von 5 685 000 Mk. und zur Deckung der Mehrkosten für den Bau der Eisenbahn von Fried- richsseld nach Friedberg die Summe von 450 000 Mt. und von Kirchberg im Hunsrück nach Hermeskeil die Summe von 815 000 Mk. Berlin, 14. Febr. Abg. v. Kardorf legte den Vorsitz in der Zolltarif-Kommission nieder. Paris, 14. Febr. Die „Lanterne" berichtet aus Peters- barg, ein Allianz-Vertrag sei zwischen Rußland und China unterzeichnet worden. Die verschiedenen Artikel desselben würden erst in einigen Tagen in die Oeffentlichkeit gelangen. Es soll dies die Antwort Rußlands auf den englisch- japanischen Vertrag sein. New-Nork, 14. Febr. Ter Staatssekretär Hay hat em Telegramm an den amerikanischen Botschafter in London gerichtet, worin dieser beauftragt wird, der englischen Regierung den Ber- tritt der Vereinigten Staaten zu der aügrmetNen Politik, welche in dem englifch-iapanifchruVertrag ausgedrückt rst, aurukündigr«. Vermischtes. * Gitschin, 13. Febr. In den nahen Ortschaften Elobitz, Vofitz, Pothrony und besonders in den großen fürstlichen Trautmannsdorfer Steinbrüchen wurde heute Nacht gegen 3 Uhr eine 25 Sekunden dauernde, ziemlich starke Erdbewegung in der Richtung von Nord nach West deutlich wahrgenommen. • Das Großfeuer in Paterson. Hebet Paterson wurde der Belagerungszustand verhängt. Zahlreiche Truppen Überwachen die Stadt; Tag und Nacht durchziehen Patrouillen die Sttaßen, um die Legung weiterer Brände zu verhüten. Viele Einwohner werden vermißt, und man nimmt an, daß dieselben sich nach den umliegenden Dörfern begeben haben. „ „ 91/, Ubr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 Uyr: Christenlehre; darauf sakrarnentalische Bruderschafts-Andacht. Mittwoch Abend um 6 Uhr ist Fastenandacht. Vormittags von » um Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag Jnvocaoit,den 16. Februar. Gottesdienst. 3n der Ltadtkirchc. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Tr. 16 r e i n. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MarkuSgemeindc. Pfarrer Dr. Grein. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäusgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Nächttkünfttgen Sonntag, den 23. Februar, findet im Abend- gottesdienst Beichte und heil. Abendmahi für die Markusgemeinde statt. Anmeldungen dazu vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vormittags 9'/, Uhr: Professor u. Drews. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche. Montag, den 17. Februar, abends 8 Uhr, B i b e l ft u n b e im Konsirmandenfaale der Johanneskirche. Pfarrer Euler. Mittwoch, den 19. Februar, abends 6 Ubr, 2. Passions- andacht in der Johanneskirche. Pfarrer Eul er. Dienstag den 18. Februar, nachmittags 5*/, Uhr findet im Schwesternhaus Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde statt. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Samstag den 15. Februar. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 16. Februar. •i Mrnck 50000 den vier zuletzt mit Mark 1000 Gewinn, • (»hteren Falle die Prämie von Mark 200000 mit je Mark 25 000 den acht zuletzt mit Mark 400 gezogenen Nummern als Prämie zugeschlagen. — Zusammen werden Mark 6 590 250 zur Ausspielung gebracht. — Die von der Mr.fAen Lotterie-Direktion zur Durchführung übernommene ^^lastfreiheit-Lotterie der Stadt Darmstadt, die im Februar und März zur Ausspielung kommen sollte, ist, wie wir hören, vorerst verschoben. el Rieder-Wöllstadt, 14. Febr. Gestern mittag wurde der Taalöhncr Georg Röding in seiner Wohnung erhängt befunden. Der Verstorbene stand im 62. Jahre. „ x Schotten, 13. Febr. Gestern ging die alte städtische tlieaelHütte, die in der Nähe des Lehrerheims liegt, durch Kauf an Herrn Gräf hier über. Gräf beabsichtigt, hier eine Geflüaelzuchtanstalt einzurichtcn. Die Stadtverwaltung trug ück anfangs mit dem Gedanken, das Gebäude abzubrechcn und das Material zum Bau emes zweiten Armenhauses zu verwenden. Mit dem Bau des Armenhauses wird baldigst begonnen, ba hier fortwährend Wohnungsverlegenheit herrscht. _£er Ergänzungsbau zu unserem Rathaus ist äußerlich sertta gestellt und harmoniert prächtig mit dem alten Bau. Mainz, 13. Febr. Der Raiffeisen'sche Genosienschasts- verband der Kreise Mainz und Oppenheim hat bcschlosien, in Mainz oder in dessen Nähe ein genossenschaftliches Getreide- lagerhaus zu errichten. - Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Im St. Dmcenz-Hospttal in Mainz starb unerwartet der Assistenzarzt Dr. Alerander Barth an einer Herzlähmung tm Alter von kaum 27 Jahren, ohne daß Anzeichen einer Krankheit oder auch nur eines Unwohlseins vorher bemerkt worden wären. — In W ormS wurde ein Kaufmannslehrling wegen Sittlichkettsverbrechens verhaftet. — In Frankfurt a. M. entgleiste am Mittwoch früh 6" auf dem Ostbahnhof die Lokomotive des um diese Zeit von Frankfurt abgehenden Personenzuges. Der Materialschaden ist unbedeutend, die Passagiere fliegen in einen Hilfszug und fuhren mit halbstündiger Verspätung weiter. H. W. in Daubringen. In früherer Zett kam es wohl vor, daß den Duellanten die Augen verbunden wurden. Daß sie etliche I Male um sich gedreht wurden, verbot sich schon deshalb, weil ja I einerseits damit der Zweck des Duells oft überhaupt nicht hätte I g»/,o/g erreicht werden können und andererseits alsdann auch die Möglich-1 30/0 kett vorhanden war, daß zufällig einer der übrigen Anwesenden 31/,0/g getroffen worden wäre. Jetzt werden Pistolenduelle nur noch mit | 8% offenem Visier ausgefochten. London, 14. Febr. Das Gerücht, baß Saltsvur^ nach der Krönungsfeier sich von dem aktiven politischen Leben zurückzichen werde, nimmt immer festere Formen an. Tie heutigen Blätter fügen noch hinzu, daß Selisburp bei dieser Gelegenheit vom Könige den Herzoge titel erhalten werde. L 0 ndvn , 14. Febr. Man beginnt hier zu b e dauern, daß der englische-japanischc Vertrag gegen Rußland gerichtet ist und legt beretts Unruhe an den Tag über den Eindruck, den er auf Rußland ausüben werde. London, 14. Febr. Alle von hier nach Rußland über den englisch- japanischen Allianz -Vertrag- gesandten Tepe sch en wurden, wie verlautet, den Auf. geberit mit dem Bemerken zurückgestellt, daß der russische Zensor dieselben, weil staatsgefährlich, nicht durchgelassen hat. Madrid, 14. Febr. In Coruna kam der deutsche Dampfer „Nestor" mit 30 Schiffbrüchigen des spanischen Tampfers „Guernica" an, der im Biscayschen Meerbusen unterging. Die Rettung der Schiffbrüchigen war äußevst schwierig und gefährlich. Petersburg, 14. Febr. Wie aus Elisabethpol gemeldet wird, ist dort um 12.55 Uhr ein Erd b eben ver- I spürt worden, welches mehrere Sekunden dauerte. Einige Hauser erhielten Risse. Ein zweiter Stoß erfolgte fünf Minuten später in der Richtung von Norden nach Süden. Aus Baku wird gemeldet, daß das Erdbeben die Kreisstadt Schernacha g ä n z l i ch z e r st ö r t e. Einzelheiten fehlen noch. Auch in Ascana ist ein Erdbeben verspürt worden. Newyork, 14. Febr. Graf Baudissin von der Götzenzollern" empfing den Besuch des Generalkonsuls und I Kommandeurs Wood als Vertreter des Admirals Barkerj und suchte dann den Admiral und General Brooks, den Kommandanten des Lstdepartements, auf. Graf Baudissin wurde mit dem Mmiralssalut und der deutschen Nationalhymne empfangen. Darauf fuhr er zum Bürgermeister Low. I Uederall, wo er erkannt wurde, fand er die herzlichste Begrüßung. Der Bürgermeister hielt während der gcgcnfcitacn I Begrüßungsreden minutenlang die Hand des Grafen, der feine Freude über den allgemein so herzlichen Empfang ausdrückte. — Der junge Roosevelt ist außer Ge- 101.95 91.75 101.80 91.55 8 */j% Hessen .... 100.00 3% Hessen.....—.— 4% Oesterr. Goldrente . 103.10 41ja% Oesterr. Biiberrente 101.30 4% Ungar. Goldrente . . 101.30 Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. H., 14. Februar. schwebenden Verhaudlnugeu, zu denen mehrfache Klagen aus 4% üriech. Monopo.i-Ani. 45.00 Laudwirtschaftskreisen sowie Differenzen zwischen 4V,% äussere Argentiner — Regierung und LaudwirtschaftSrat Anlaß gegeben haben, Tendenz: fest, ihren Abschluß dahin, daß der vom Referenten Abg. Weidner ' ■ — -----' dagegen ein^von der Regierung vorgeschlagenes Expo°,°7n ßlkvkllMtttverem für Gießek u. Umg. den Ansfchußbericht aufzuuehmen beschloßen wurde. Zudem Expose sollen die von der Negierung vorgeschlagenen Instruktionen, die für die Folge von den Provinzialvereinen bei Verwendung Sonntag den 16. Februar, nachmittags .3 Uhr, der Staatszuschüffe wahrzunehmen find, »iedergelegt werden. im bekannten Lokale. Damit dürften die gegen den Landwirtschastsrat und die Provinzial- Die Tagesordnung ist durch Nr. 2 der Biene" bekannt, vereine mehrfach geführten Klagen gehoben werden. Auch werden Zahlreicher Besuch erwünscht. Der Borstand, vorauefichtlich durch die Plenarverhandlungen die von der Mehrheit — f des Ausschußes gestrichenen Gelder wieder eingestellt werden. Mg MWU- Der Ausschuß genehmigte ferner die von der Regierung vorgeschlagene . 09 J Errichtung einer Weinbaudomäne in Mainz. Ein Antrag Häusel Berftergerung. aus M-Hrbemlliguug °°u «oovOM. für Schul haus baute» ~ tt 21 h Mts., wurde abgelehut. Ein weilerer Antrag Weidner bett. d>- « j 1/ n uhr an. G-halts°°rb°N°r°ng °°» Lehrern in abgelegenen G°. „„b im Markwald meinten des Odenwalds und Vogelsbergs wurde snr ct‘etlle* u SeUergheim salzendes Bau- llart, da die Regierung ihre Berettwilliglett ausgeiprdchen hat. « Nuhhalz versteigert: dem ihr sympathischen Antrag näher zu treten. 1 ' 8. Darmstadt, 14 Febr. Prinzessin Heinrich von Preußen mit den Prinzen Sigismund und Heinrich und der Großherzog von Sachsen-Weimar werden nächste Woche hier zum Besuch des Großherzoglichen Hofes erwartet. — Der Grotzherzog hat dem Pfarrer Meucke zu Wölfersheim die cvangel. Pfarrstelle zu Dortelweil (Dekanat Rodheim) über- Gestern nachmittag */z6 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere liebe, unvergessliche Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Tante Frau Adolfine Nagel im 81. Lebensjahre, was wir hiermit allen Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme anzeigen. 1344 Die trauernden Hinterbliebenen: Gustav Nagel und Frau. Edmund Nagel und Frau. Marie Nagel, geb. Becker. Giessen, den 14. Februar 1902. Die Beerdigung findet Sonntag den 16. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Brandgasse 4, aus statt. an Gießen, den 14. Februar 1902. 0627 Vermiet mm en UWUW lilietiuTmlje Johanna Schiink, geb. Nagel. Robert Hecker und Frau, geb. Nagel. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante stratze 2.» jmo zwei elegante 6-Zinunerwohnungen per April zu vermieten. 770 Näheres Frankfurterstraße 29. Die Beerdigung findet Sonntag den 16. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Kanzleiberg 5, aus statt. Zwei ältere Ltilölmnöe suchen zum 1. März 2 möblierte Zimmer. Offerten mit Preis- ang. unt. 0614 an die Erp, d. Bl. Crednerstrasse 14 schöne 5-Zrmmerwohnung nebst Zubehör sofort zu vermieten. Berufsagenten gegen feste Tagegelder und allen Orten tüchttge Vertreter Täglich 10 Mk. g verdient Jedermann durch den Verkauf eines zugkräftigen Artikels. __A. Duroldt, Plauen i. B. 1341] Wir suchen einen tüchtigen Reisebeamten gegen festen Gehalt und Reisekosten, mehrere Wer will hören? —: „Spiritismus und Verkehr mit den Tote« unter der Lampe des göttlichen Wortes". Montag abend SV, Uhr, Hotel Einhorn. Eintritt frei. [0620] Prediger H. G. Banmauu. 1272] Für einen Schreinergesellen wird Stelle gesucht. Näheres auf dem Armeuamt. Suche sofort Ersatz für erkrankten, voraussichtlich länger verhinderten 1316 W* Schreiber, “ffca Dauernde Stellung nicht ausgeschlossen. Bewerber (15—18Jahre, VorkennMisse im Bureaubetrieb erw.), woll. 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Jura Simplon Prine Henry . Northern Pac. Transvaal . 147 60 144.50 20 40 4 Bayern . . . 105.30 105.45 5 Chinesische Anl. 100.— 99.50 37, do. I. E. . . 94.50 94L0 3V, do. unk. 1907 . 95.10 94.90 Sodafabrik . 382— 381— 2() 7( 4 Bayer. St.-Obl, Heff. St.-Obl. . 100.40 100:80 100.20 104.50 6 5 M Chinesen. . . n ... 104.90 104.90 4 Allg^>tschLleinb. 60.30 56.10 4 3V, Preuß. Hypbk. . do. 1905 . . 87*20 91.30 78.10 Fabrik Griesh. Chem. Fabrik 214.90 216— 169.60 169— 3 % 3 SH do..... do..... Württemberg. . 99L5 89.75 100.40 100.10 89.90 100.35 4X 3^ 3 „ v. 1898 Egypt. priv. . „ garant.. 91.50 103.60 100.— 89.60 100 — 4 Ausländische. Elisab.-B. strft. Kaschau-Oderbg. 102.05 101,75 37- 37- Rhein. Hypbk. unt. 1904 Westdtsch. Boden- credit in Cöln 96.70 96— Albert. . . Elektr. Boese . „ Kontinent Nürnbg.. „ Helios . 167.60 110— 168.95 106.10 64— 95^40 93*60 8^ Bremen v. 1899 99B0 99.90 5 Mexico v. 99 . 99.20 99.05 4 95.50 94.70 —,— ---4--- 3X Hambg. v. 1899 —.— 5 do. Ser. I-IV.. 41.60 41.50 v. 91 . . . —-■■■ 4 Ung. Lds.-Ctr.. 95.20 93— 40— 39 50 Lose 3 do. Süber . . 26L5 26.90 4 Lombardm. . 94.- 93.10 „ Lahmeyer 120— 122— 6 Ausländische. G riech. E.B. von 1890 . . . 39.10 38.20 3H Ztädte-Gdttg. Gießener (alte) . 3 4 3 3 do..... Oest. StaatSb.. do. I—VIII . do. v. 85 . . 102*05 d» _ 90*40 102*40 94.20 90.55 4 4 Diverse. Buderus . . Eisenb. Rtbk. . 96.20 97— 96— M Schultert „ Siemens u. Halske Filzfabr. Fulda 124— 147.70 101.50 124.75 147.75 100.50 4 4 5 in Prozenten. Bad. Thlr. 100 Bayer. Thlr. 100 Donau-Regul. . Coln-Mindener Madrider . . Mein. Thlr. 100 Oesterr v. 1860 Oldenb. Thlr.100 Raab-Grazer Türk. Frs. 400 145.80 165.90 141 164*05 138 25 4 4 3 4 47« Griech. Monop. Italiener Rente Oester. Goldrle. Oester.Silberrte 45.40 101.10 103.30 101.40 44.45 101.10 103.10 101.40 3)4 4 3)4 4 4 do. v. 96 . . Mainzer. . . do..... Offenbacher. . Wormser . . 102*40 103.30 98— 102.50 103.15 3 8 8 3 do. Erg.-Netz . Prag-Dux 96 . Raab-Oedenbg. (alte) . . . do. v. 97 . . 93.20 85.10 79.90 72.50 93.40 84,50 78.50 71.80 41,, Hirzh. u. Lollar vank'Attien. Dtsch. ReichSbk. 98— 156.95 155— Löhnberg.Mühle Faber u. Schlei- cher .... Maschf. Gritzner Schncllpreffcn 70— 130— 165.25 70— 130— 161.50 313 3 4 5 3 136.80 131*60 152.70 130 134— 43.80 130.40 148.70 129 50 L Oest. Lokalbahn 8L25 82L5 3X do..... Frankfurt a. M. 97.80 97.50 4 Rudolf Gold . 101.95 101.95 Berliner Hand. 153.20 150.50 Frankenthal . 173— 172— 2i/2 108.20 105.90 b H Galiz. Karl- 3X —.— 98.80 3 Jtal. gar. E. B. 65.- 64,30 Darmstadt. Bk. 187.40 134.40 Schuhfabrik Otto 3 115— 114.20 Ludw^Bahnin 101.— 101.05 3* Darmstadt . . 97.75 97.60 3 Livorneser . . 65.85 — — Deutsche Bk. . 211.70 210— Herz u. Co. . 129.10 131— 4« Silber . . . 4 Mannheimer . 108.50 4 Sczil. v. 91 . 101.60 100.65 Dtsch. Genoffbk. 105.50 104.40 Siemens Glas 236 90 239 80 pr. Stück i. Mk. Portug. Staat. 41.65 42.20 4 Münchener . . 103.80 103.60 5 Toscanier . . 102.80 102L0 DiSct.-Comm. . 195.80 190.50 Nordd. Lloyd . 113.25 112.90 3 do..... 27.50 27.40 4 Nürnberger. . 104.— 103.80 4 Ruff. Südost . 98.90 98.80 Dresdner . . 138.50 187.60 Concordia Berg- Ansbacher fl. 7 Augsburg, fl. 7. Brschw.Thlr.20 Freiburg. Frs. 10 Mailand. Frs. 10 65 5 4 Rum. am. Rte. Rumän. v. 1890 97.25 85.45 95.60 82.75 4 4 Pforzheim . . Wiesbaden . . —.— 102.90 103.75 4 4 do. Südwest Rjäsau-UralSk. 98*80 98*90 Franks. Bank . D.Eff.u.Wechs.0 189— 188.10 werk . . . Dortmund.Union 285— 57.50 271.25 51.75 30.30 130 29— 4 Ruffen v. 80 . 101.10 96.30 4 Babenhausen . 102.50 4 Wladikawkas . 99.20 99L0 Bank . . . 107.20 105.50 Eschwlr. Berg- 31 50 30 20 8M Russen Gold- 4 Liffaboner . , 74.50 72.90 5 Anatolier . . 102.30 101.95 Pfälzische Bank 119.75 117.50 werk . . . 203.90 200— 17*50 4 Anl. . . . Ruff. Staats- Rte., Rubel . Schweden v. 80 Schweiz . . . —•— 96.30 104.— —• — 4 4% Rom 11-VIII . Buenos-AireS . 100.95 100.- 3 Salon.-Mon. . 60.15 59.40 Schaffhsr. „ Bank für Süd- 124.40 121.90 Donnersmarkhütte . . 194.50 190.50 Meinmger fl. 7 Pappenh. fl. 7 30*90 32.50 28*70 30— 3H 8-i 96.30 103*50 Standerhrl. An!. 99.60 4 Pfandbriefe. Frankf.Hypotbk. deutschland . Mitteldtsch. Nationalbk. 102.60 111.90 109.30 102.60 110.20 105— Hörder Bergw. Kölner Bergw. Mannst.-Fa^on 120.10 333— 142— 118.75 326— 142— Venediger L. 30 28.90 28— 3 101.— 101.— 4 S.-Braunf.. . XIV .. . 101.20 101.10 Oest. Crcd.-Att. 220.90 215.50 Nordstern Bergw. 219.50 218— 4 Serben v. 95 . 68.20 68.20 äl/r do..... —.— —— .-- 37, do. xn-xin . 96.25 95.50 Wien. Bankver. 120.20 118.60 Phönix " 144.80 143— 4 Spanier. . — 79.40 37» do. Lich . . —.- ——- 37, do. xv . . 96.30 95.50 Riebeck Montan 207.— 207 — 5 Türk. Zoll-Obl. 102.50 102.10 3t, Isenb.-Bierst. . 96.90 97.85 4 Frkft. Hypoth.- Schalker Grub. 336— 325— 1 do. conv. Lir. B. | do. conv. Lit. 0. —.— —♦*— Crcditverein . 100.-- 99.60 Bochumer Guß. 199.10 188.50 1 —♦— 4 do. Ser. 27 . 100.30 100.- Gelsenk. Bergw. 188.80 172—