Nr. 11 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Be^ lag der Brüh l'schc. Univers.-Buch- u. Stein- druckerei (Pietsch Erben- Redaktion, Lrpeditton imb Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen. Anzeiger Gtetzen^ FernsprochanschlußNr.51. Zweites Blatt. Dienstag 14. Januar LNOA 153. Jahrgang GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich7b Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich Ko Ps.; durch die Post Mk. 2.— viert el- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür tue Tagesnummer, bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; sür ,Stadt und Land" und ,Gerichtssaal": R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Deutsches Keich. Berlin, 13. Jan. Der Kaiser wird morgen mittag die Präsidenten der beiden Häuser des Landtages in Audienz empfangen. Er horte heute den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lukanus. — Kapitän Rosendahl, der erste Gouverneur von Kiautschou, ist zur Disposition gestellt, und zum Kontre- Admiral befördert worden. — Gegen die Wahl des fr elf. Reichstagsabg. für Greifswald-Grimmen, Bergrat Gothe in, ist von konservativer Seite ein Wahlprotest im Reichstage eingegangen. — Wie das „Berl. Tagebl." von zuständiger Seite erfahrt, erfolgt die Indienststellung des Linienschiffes „Kaiser Karl der Große" am 4. Februar. Alsdann wird das erste Geschwader der Schlachtflotte vollwertig sein. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht heute Verlustliste Nr. 25 der ostasiatischen Expedition, wonach der freiwillige Krankenpfleger vom Roten Kreuz, Knorr, aus Julienbruch, Kreis Labiau, der die ostasiatische Expedition mitmachte, im Berliner Garnisonlazarett an Hrrnhautentzündung gestorben ist. — Die Zolltarifkommission des Reichstages begann in Anwesenheit der Staatssekretäre Graf Posa- dowsky, Frhr. v. Richthofen und Thielmann, sowie der Minister v. Podbielski und Möller die Beratung des Zoll-- tarifgesetzes. Von § 1 wurde außer dem bereits zurück- gestellten Absatz 2 (Minimalsätze des Getreides) auch Ab- satz 1 nebst dem sozialdemokratischen Antrag auf Aushebung der Nahrungsmittelzölle zurückgestellt. Eine lebhafte Debatte entwickelte sich über den Absatz 3 des § 1, welcher lautet: Auf Erzeugnisse der deutschen Zoll-Ausschlüsse finden die vertragsmäßigen Zollbefreiungen und Zollermäßigungen Anwendung, soweit nicht der Bundesrat Ausnahmen vorschreibt. Den Erzeugnissen deutscher Kolonien und Schutzgebiete können die vertragsmäßigen Zollbefreiungen und Zollermäßigungen durch Beschluß des Bundesrats eingeräumt werden. Dieser Absatz 3 wird angenommen, jedoch hinter die Worte „vorschreibt" ein von den Sozialdemokraten beantragter und von den Staatssekretären Posadowsky und Th'iel- mann gebilligter Satz eingeschaltet, nach dem die getroffenen Ausnahmen dem Reichstage sofort oder bei feinem nächsten Zusammentreten mitzuteilen und außer Kraft zu setzen sind, wenn der Reichstag nicht zustimmt. Eine vorher von den Sozialdemokraten vorgeschlagene Fassung des Absatzes 3, nach welcher auf Erzeugnisse der Zollausschlüsse sowie der Kolonien und Schutzgebiete die vertragsmäßigen Zollbefreiungen und Zollermäßigungen ausnahmslos anzuwenden sind, und Waren aus Deutschland in deutsche Kolonien und Schutzgebiete zollfrei eingehen, wurde abgelehnt. Im Laufe der Debatte erklärte Graf Posadowsky, die verbündeten Regierungen seien bemüht, einen Zollkrieg solange als irgend möglich zu vermeiden. Sollte aber trotzdem einmal die Notwendigkeit eines Zollkrieges eintreten, so seien sie auch gesonnen, ihn mit allen ihnen zustehenden Mitteln zu führen. Dies sei der Zweck der im Absätze 3 vorgesehenen Bestimmung, bei welcher es sich nur um Zeiten äußerster Not handle. Ferner erklärte Gras Posadowsky, der Kommission würden die von ihr gewünschten Drucksachen, xia» mentlich die Produktionsstatistik des wirtschaftlichen Ausschusses zugehen. — Für die bevorstehende Lan d tag s ersatzw ah l in Sorau-Guben-Forst wird von der konservativen Partei an der Kandidatur des Rittergutsbesitzers Schön-Breslau festgehalten, sodaß die Wahl des aufgestellten Buchdruckereibesitzers Albert König in Guben zweifelhaft geworden ist. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Ein Dr. Aeneae im Haag schreibt bezüglich deutscher Postbehörden im „N. Rott. Cour.", die „Nordd. Allg. Ztg." behaupte, daß es in Hamburg fein schwarzes Kabinett gebe. Vielleicht habe sie damit Recht. In Hannover aber werde das Briefgeheimnis verletzt: Zwei von ihm abgesandte Briefe vom 1. September und 9. September — letzterer sogar ein eingeschriebener — seien in Hannover volle vier Wochen zurückbehchten und gelesen worden. Der Einsender verschweigt dabei wider besseres Wissen, daß es sich in beiden Fällen nicht um Oeftnen von Briesen durch die Post, sondern um gerichtliche Beschlagnahme durch den Untersuchungsrichter in einem wegen Untreue eingeleiteten Strafverfahren Han- Politische Tagesschau. Prinz Heinrich von Preußen wird auf seiner Amerikafahrt, die Mitte Februar zu erwarten ist, von seinen beiden Adjutanten begleitet fein. Wahrscheinlich werden sich ihm auch mehrere hohe Marine-Offiziere anschließen. Der Prinz tvird Washington besuchen, vom Präsidenten Roosevelt mit großem Gepränge empfangen und als Gast der Union betrachtet werden. Bereits in N^v-Pork wird er von einem Vertreter des Präsidenten empfangen werden. Ein Offizier des .Heeres und ein Marineoffizier werden zur Begleitung des Prinzen detachiert. Der Präsidentensalut von 21 Schuß wird bet seiner Ankunft abgefeuert. Der Präsident wird den offiziellen Besuch des Prinzen persönlich erwidern und ihn zu einem Diner einladen, dem amerikanische Notcr- bllitäten beiwohnen werden. Es soll alles geschehen, nm dem Prinzen den Aufenthalt so angenehm und denkwürdig wie möglich zu machen. Das nord atlantische Geschwader hat den Befehl erhalten, die „Hohenzollern" auf hoher See zu empfangen und nach dem Hafen zu geleiten. Sie wird mit dem bei dem Empfang von Souveränen üblichen Präsidentenfalut begrüßt werden. Die Kaiseryacht wird von der gewöhnlichen Mannschaft besetzt sein. Außerdem wird sich die Kapelle berx zweiten Makrosen division an Bord der,Hohenzollern" einschiffen. Ofsi- hielle Persönlichkeiten werden nicht an Bord sein. In den Vereinigten Staaten kam die Ankündigung des Besuches des Prinzen Heinrich total überraschend und erregt lebhafte Befrredigung. Man betrachtet ihn als einen hertwrragenden Freundschaftsbeweis Kaiser Wilhelms für die Union und als einen hoch diplomatischen Akt. Zn Pariser politiscken Kreisen wird die Amerikafahrt des Prinzen Heinrich als neuer Beweis dafür betrachtet, daß die bisherige europäische Staatengruppierung mit ihren allzu eng gewordenen Programmen nicht mehr allen Bedingungen der Weltpolitik entspreche. Frankreich könne, so wird versichert, ohneEifersucht eine etwaige Annäherung Deutschlands an die Vereinigten Staaten sehen. Daß diese nichts gegen Frankreich im Schilde führen, dafür seien vollwichtige Bürgschaften vorhanden. Auch R'.rßlandS Beziehungen zur nordamerikanischen Republik seien andauernd die besten. wünschen, so fährt das Blatt fort, keine ewige Zankerei mit der Presse und dem Parlament einer Nation, mit der wir auf freundschaftlichem Fuße stehen sollten, aber die Ehre unserer Soloaten kann uns nicht gleichgUtig sein. Das Blatt bedauert, daß die Zuneigung des britischen Volkes gegenüber Deutschland so schlecht erwidert worden sei. „Pall Mall Gazette"' billigt ebenfalls die Erwiderung Chamberlains und tadelt die deutsche Regierung, weil diese die Veröffentlichung von Schmähschriften gegen Mitglieder der britischen königlichen Famllie gestattete. Das Blatt verlangt, daß die deutsche Regierung in dieser Hinsicht eingreife, wenn zwischen den beiden Ländern freundliche Beziehungen wiederhergestelll werden sollen. Der „Köln. Ztg." zufolge herrscht in englischen politischen Kreisen bittere Erregung. Man höre die Erwartung aus- sprechen, der Berliner Besuch des Prinzen von Wales werde unter den jetzigen Umständen nach der vielfach als recht unhöflich und verletzend empfundenen Aeußer- ung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung^, als sei der Thronfolger nicht eingelaoen gewesen, wahrscheinlich unterbleiben- Zur Aufnahme der Antwort Chamberlains schreibt man uns ans Berlin, 13. Januar: Die Erwiderung des Herrn Chamberlain auf die Abfertigung, die ihm vom Grafen Bülow zu teil gewordmr rst, ruft in hiesigen politischen Kreisen nicht viel mehr als ein milleidiges Lächeln hervor. Das hatte man denn doch erwartet, daß dem englischen Kolonialsekretär etwas Treffenderes ,,einfallen" würde, als diese matte, des Geistes entbehrende Gegenäußerung. Das ist auch die Meinung der Berliner Presse. Im übrigen hält man hier die Angelegenheit für erledigt. Von deutscher amtlicher Seite wird, ohne neuen besonderen Grund, nicht auf die Streitfrage zurückgekommen werden. Der englischeBot- schafter in Berlin hat den Reichskanzler auf morgen zum festlichen Diner eingeladen. Das sieht kaum nach einer Kundgebung für Herrn Chamberlain aus. . . . Soweit imfer Berliner R-Korrespondent. Bemerkenswert ist auch die Zeitungsmeldung, daß der Chef des Preuß Marinekabinetts v. Sen d eu-Bibrau, der, wie alljährlich, zur Besprechung der nächster! Segelregatta Dover- Helgoland in London weilt, seine Rückreise nach Berlin bis Mittwoch verschoben hat, da er von König Eduarjb zu einer Audienz besohlen ist. Chamberlains Antwort auf die Rede des Grafen Bülow wird in der englischen ministeriellen Presse natürlich überaus beifällig besprochen. Eiri Beweis von mehr Patriotismus als Urteil. „Dally Telegr." sagt: Der Reichskanzler hat augenscheinlich geholfen, Chamberlain zu einer populäreren und mächtigeren Figur im ganzen Reiche zu machen, als er- vorher gewesen war- Wenn er dies in der That beabsichtigte, so ist er zur Richtigkeit seiner Voraussicht zu beglückwünschen. Graf Bülow durchkreuze die weitsichtige Politik seines kaiserlichen Herrn- Der Kaiser ist, so sagt das Blatt weiter, der begabteste Polittker Deutschlands. Seine Staatämaunskunst ist ritterlich, aber Graf Bülow hat sich als ein unglücklicher Interpret derselben erwiesen. „Standard" greift diesmal nur die Burenfreunde an wegen ihrer schmählichen Versuche, Feindschaft zwischen Völkern zu säen, und fügt hinzu, die deutschen Staatsmänner rnöchten einsehen, daß ein Vergleich zwischen der englischen und der deutschen Armee nur als ein Zeichen der Ächtung für die englischen Soldaten aufgestellt werden könne. Die „Times", die Moming Post", der „Daily Graphit" drücken ebenfalls lebhafte C^srugthuung aus- Aber es fehlt auch nicht an abfälligem Urteilen. Die „Daily Mail" bedauert, daß Chamberlain nicht durch einige weise Morte der brir urfeindlichen Agitation in Deutschland die Spitze abgebrochen habe. Man dürfe nicht vergessen, daß Chamberlain fast jedes Jahr die eine oder die andere Großmacht angreife. Die „Sunday Special" sagt, der Ko- lonialfeiretär habe sich niemals durch Takt und diplomatische Kunst ausgezeichnet; aber hinsichtlich der jüngsten Debatten in Berlin sei er sicherlich — gelinde gesagt — schlecht beraten, indem er das vielleicht unabsichtlich an gerichtete Unheil? verschlimmerte. Die liberale „Daily News" sagt: Pat- merstem wurde von den Feinden Englands gehaßt, Cham- lerlain werde von seinen Freunden gehaßt. Der „Globe" sagt, Bülows Erwiderung sei würdevoll gewesen. Mr bette, dem die Postverwaltung nach den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen mußte. Dem Dr. Aeneae wurde bereits im Oktober v. I mitgeteilt, daß die gerichtliche Beschlagnahme den Grund der Verzögerung bilde. — Die Firma A Goerz u. Co. Limited teilt mit: Zufolge eines uns aus Johannesburg zugegangenen Telegramms sind die Verhandlungen mit dem General- gouverneur von Mozambique wegen Ueberführung eingeborener Arbeiter nach dem Rand zum Abschluß gebracht worden. Man sieht dem Eintreffen von Eingeborenen aus Mozambique bereits in allernächster Zeit entgegen. — Im Jahre 1901 sind in Deutschland 802 Eintragungen von Rech tsanwälten erfolgt gegen ie 742 in den Jahren 1900 und 1899. Die Zunahme entfällt fast ausschließlich auf das Königreich Sachsen. In He s se n wurden 12 eingetragen und 8 gelöscht. München, 13. Jan. Die Kammer der Reichsräte beschäftigte sich bei der heutigen Beratung des Juskizetats mit dem Beschluß der Abgeordnetenkammer, welcher die Regierung ersucht, Israeliten nur im Verhältnis der israelitischen Bevölkerung zur Gesamtbevölkerung in die Justizverwaltung au fzunehmen. Der Ausschuß der Reichsratskammer beantragte Uebergang zur Tages- ordnung in Anbetracht, daß die Anstellung von Richtern ein Recht der Krone bilde. Die Reichsräte Frhr. v. Wuertz- burg und Frbr. v. Soden beantragten den Zusatz „sowie im Hinblick auf die von der Staatsregierung am 29. November 1901 in der Kammer der Abgeordneten abgegebene Erklärung". Im Laufe der Debatte erllärten beide Antragsteller, daß die in weiten Kreisen bestehenden Bedenken gegen die über g r oße Za hl jüdischer Richter berechtigt sei; es sei daher die Erklärung der Re- aicrung, daß bei Anstellung der Richter auf die Stimmung der Bevölkerung Rücksicht genommen werden sollte, zu bc grüßen. Der Antrag Wuertzburg-Soden wurde schließlich angenommen. — Die Kammer der Abgeordneten überwies eine Petitton des Münchener Journalisten- und Schriftsteller- Vereins, welche die Staatsregierung ersucht, im Bundesrat auf Abschaffung des Zeugniszwanges für Journalisten hinzuwirken, nach längerer Debatte der Staatsregierung zur Würdigung. Im Laufe der Debatte sprachen sich Redner aller Parteien für Beseitigung des Zeugniszwanges gegen Journalisten ans. Der Justizminister erklärte, die Frage werde bei der allge meinen Revision der Strafprozeßordnung sicherlich erwogen werden. Ans! and. Kopenhagen, 13. Jan. Der König empfing eine Deputation, welche eine Adresse überreichte, worin dem Wunsch Ausdruck gegeben wird, die dänisch-westindischen Inseln möchten nicht ohne vorhettge Zustimmung ihrer Bevölkerung verkauft werden. Der König sagte, er könne sich während der schwebenden diplomatischen Verhandlungen über diesen Gegenstand nicht ausfprechen und bitte die Deputation, wie er selbst volles Vertrauen zu hegen, daß das Ministerium das Wohl der Insel und ihrer Bevölkerung zu wahren wisse. — Der König erließ ein offenes Schreiben an den is- ländischen Althing, wonach der Althing zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen wird. Der König wirb dem Althing eine Verfassungsreform vorschlagen, wonach ein der isländischen Sprache kundiger besonderer Minister für Island ernannt werden soll, und der Sitz des isländischen Ministe- riums von Kopenhagen nach Reykjavik verlegt wird. Der König fordert den Althing auf, zwischer dieser Vorlage und der im letzten Althing angenommenen, nach welcher der Minister für Island in Kopenhagen bleibt, zu wählen und verspricht diejenige Ordnung der Angelegenheit, die vom Althing angenommen wird, zu bestätigen. Brüffel, 13. Jan. Wie dem Blatte „Le 20. Siöcle" gemeldet wird, ist der aus Tongerloo stammende Pater Bongaerts, der zu der Misfionsgesellschaft von Scheut ge- hötte, in Siaingtzin (China) ermordet worden. Paris, 13. Jan. Wie die heutigen Blätter melden, soll die Reise des Präsidenten Loubet nach Rußland für Ende März oder Anfang Apttl in Aussicht genommen fein. Außer dem Kreuzer „Massena", an dessen Bord Loubet in Begleitung Deleasses reift, werden dem Geschwader noch die Kreuzer „Guithen", „Bonik" und „Montcalm" angehören. Die An- wesenhett des Präsidenten in Rußland wird voraussichtlich drei Tage dauern. — Ein Telegramm aus Makassar über Malta berichtet über die Ermordung französischer Missionare in Paponasien, die unter Leitung Henrik Royers standen. Firminy (Deport. Loire), 13. Jan. Arbeitsminister Millerand hielt hier bei einem Festmahl eine Rede, in der er den Eintritt der sozialischen Partei in die Regierung und ihre Mitarbeit an den Regierungsaufgaben rechtfertigte. Millerand führte aus, dieser Beitritt sei notwendig geworden infolge der Gefahren, welchen die Republik ausgesetzt gewesen fei. In einer Republik, die das allgemeine Stimmrecht habe, müßten die Sozialisten, die daran arbeiteten, demokratische Reformen zu verwirklichen, auch die Ver- antwottung übernehmen, die aus der Mttarbett am öffentlichen Leben hervorgehe. Der Sozialismus habe den hohen Ehrgeiz, die Menschen aus erniedrig en der Unwissenheit und von- Hebeln zu befreien, sowie sie am Eigentum der Gesellschaft, teilnshmen zu lassem Eine Partei, welche die Geseüschaß umformen könne, muffe zuerst das Milieu, in dem sie lebe, ändern. Wie würde sie dazu im stände sein, wenn sie die Bedürfnisse und Interessen dieses Milieus in Bezug auf alle Fragen der auswärtigen und inneren Politik und auf kolonialem Gebiet nicht beachte? Der Sozialismus sei also, glücklicherweise, dazu verurteilt, Stellung zu nehmen. Millerand sagte sodann, er hoffe, die sozialistische Partei werde verstehen, sich die nötige Selbstzucht bei Ausführung dieses Zweckes aufzuerlegen. Wien, 13. Jan. Wegen Unzulänglichkeit der Mittel, die derzeit zur Erhaltung des kaiserl. Hofstaates zur Verfügung stehen, ist eine Erhöhung der kaiserl. Zivilliste in Aussicht genommen worden. Seit dem Jahre 1879 werden zur Erhaltung des kaiserl. Hofstaates m die Budgets Oesterreichs und Ungarns alljährlich je 4 650 000 Gulden eingestellt. Da mit diesen Beträgen ein Auskommen nicht mehr gefunden werden konnte, wird nunmehr beabsichtigt, diese Budgetposten um je 2 Millionen Kronen zu erhöhen. Petersburg, 12. Jan. Es wird erzählt, daß die Kaiserin-Mutter dieser Tage ein Handschreiben Kaiser Wilhelms erhalten' hat, worin der Kaiser die Glückwünsche zum Jahreswechsel ausspricht. Man erblickt darin einen neuen Beweis für die herzlichen Beziehungen, die zwischen den beiden Herrscherhäusern bestehen. — Die „Finlandskaja Gaseta" bringt Tagesbefehle des Generalgouverneurs Bobrikow, in denen er bekannt gibt, daß vom 14. Januar an das 3. finische Leibgarde- Schützenbataillon und Truppenteile der 8 finischen Schützenbataillone, die allmälig aufgelöst werden, ihm als Kommandierenden der Truppen des finländischen Militärbezirks unterstellt werden. Am gleichen Tage hören der Stab der finischen Truppen und die Reserveeadres derselben auf zu bestehen. Ferner solle auch mehr auf die erfolgreiche Erlernung der russischen Schrift und Sprache bei der Mannschaft gesehen werden, da ohne Kenntnis derselben in Zukunft eine Beförderung zu Unteroffizieren nicht stattfinden könne. — Im Kwan stu-Gebiet ist neuerdings ein Gold - fieber ausgebrochen. Ein in Port Arthur wohnhafter russischer Bergingenieur, den die Regierung beauftragt hat, Goldsuchern Erlaubnisscheine auszustellen, hat bereits 300 Conzessionen ausgefolgt. Deutscher Reichstag. (Schluß aus der Parlamentsbellage») Abg. Dr. Arendt (fortfahrend): Was aber Herr Bebel über den Krieg von 1870 gesagt hat, ist schlimmer, als das frechste Vorgehen des Auslandes. In Süd-Afrika handelt es sich um einen Existenzkampf Englands, die Buren werden sich noch lange ihrer Haut wehren. Heber die Haltung Deutschlands täuscht man sich in England. Sympathien für die Buren erzeugten den Engländerhaß. Staasssekretär Dr. Graf v. Posadowsky bestreitet, daß unsere Absatz- und Bankkrifis mit dem Börsengesetz zusammenhängt. Hoffentlich lernt das Publikum, daß es am besten ist, seine Gelder in sicheren, wenn auch bescheidenen verzinslichen Papieren anzulegen. Die Ausführung des Börsengesetzes liegt den Einzelstaaten ob. Abg. Dr. Hermes (frs. Vp.): Im Falle Spahn stelle ich mich auf den Standpunkt des Prof. Mommsen. Bedauerlich ist es, daß sich an den Universitäten Einflüsse geltend machen, die nur geeignet sind, tüchtige Kräfte fern zu halten. Nur die wissenschaftliche Qualifikation, nicht die Konfession, muß die Hauptsache fein. Um diesen Fall zu versüßen, noch ein paar Worte über das Saccharingesetz. (Heiterkeit) Dr. Oertel wünschte eine sehr hohe Steuer. Aber eine solche Steuer würde keine Erträge bringen, weil sie die Industrie ruinieren würde. Abg. Fürst Radziwill (Pole): Dr. Sattler irrt, wenn er meint, seine Ausführungen über Galizien seien nicht zu widerlegen. Wir haben deshalb noch nicht auf ihn geantwortet, weil die Besprechung unserer Interpellation vom Dezember v. Js. nur vertagt worden ist und demnächst fortgesetzt werden wird. Es ist unrichtig, daß wir auf diese Fortsetzung keinen Wert mehr legen. Wir haben die Debatte nicht zu fürchten. Informationen beweisen, daß Herrn Sattler eine bedenkliche Entgleisung vom Wege der objekfioen Wahrheit passiert ist. Thatsache ist, daß die Zahl der ruthenischen Volksschulen in Galizien zugenommen hat. Dagegen giebt es in Preußen trotz feiner 3 Millionen Polen keine einzige polnische Schule. Auch im schärfsten Kampfe sollte zweierlei nicht unter die Räder kommen: Wahrheit und Gerechtigkeit. Hieraus vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr. (Fortsetzung der ersten Lesung des Etats. Interpellationen Arendt (Rp.) und Oriola (nafi-lib.)„ betr. Jnvalidenpensionen. Interpellation Albrecht (Soz.), betr. die Arbeitslosigkeit.) Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestaltet.) Gießen, 14. Januar 1902. ** Der erste Schuee im neuen Jahre. Die Temperatur ist im Verhältnis zu dem warmen Wetter der letzten Wochen heute etwas gesunken. Auch zu schneien begann es gegen Mittag. Leider fielen nur wenige Flocken und die freudigen Ausrufe der Jugend, daß es nun doch noch die erwünschten Schlittenpartien und Schneeballenschlachten geben würde, waren wiederum verfrüht. ** Dem Religionsbekenntnis nach waren am 1. Dezember 1900 im Großherzogtum Hessen 746 201 Evangelische, 341 486 Röm.-Katholische, einschl. Altkath., 90 Ruff.-Orth, und Angehörige anderer griech.- (Orient.) kathol. Kirchen, 23 Ev. Brüder (Brüdergemeinde, Herrnhuter), 545 Menno- niten, 279 Baptisten, 32 engl. und schott. Kirche, Presbyterianer, 87 Methodisten, 428 Apostolische (Jrvingianer), 2442 Deutsch-Kath., 3323 Freirelig. und Freiprotestanteu, 88 Dissidenten, Sonstige 121, 24 486 Israel., 7 Bekenner sonstiger nicht christl. Religionen, 176 Personen anderen Bekenntnisses, 85 ohne Angabe des Religionsbekenntnisse. — Die Stadt Gießen zählte 22 084 Eoang., 2464 Röm.- Kath., 2 Ruff.-Drthod., 11 Mennoniten, 6 Baptisten, 8 Jrvingianer, 6 Deutsch-Kath., Fveirel., 6 Kisfid., im Hauptvoranschlag Akademische c-i p 2 27 10 => 1 19 1 Gy inan Seminaristische 1 2 2 11 9 8 ■>i - 2 2 4 1 6 1 2 1 1 2 o CT O O) m 13 parandenanstaltcn und Taubstummenanstalten ist eine Aen- berung der Aufrückungsfristen im Gehalt geplant. Für diese Lehrer besteht zurzeit noch die bis zum Jahr 1897 für die Volksschullehrer übliche Aufrückimgsgebühr von 5 Jahren. Nachdem für die letzteren durch das am 1. April 1897 in Wirksamkeit getretene Gehaltsgesetz vom 11. April 1896 die dreijährige -Aufrückungsfrist eingeführt worden ist, sind die seminaristtsch gebildeten Lehrer an den Gymnasien rc. unter allen Lehrern und auch unter den Zivilbeamten die einzigen mit fünfjährigen Fristen. Da Gründe für ein Weiterbestehen dieses Zustandes nicht mehr bestehen, soll unter Beibehaltung des Anfangs- und Endgehalts, sowie des 30 jährigen von der Prüfung an zu berechnenden Zeitraums, nach welchem letzterer erreicht wird, alle 3 Jahre eine Zulage von 175 Mk. eingeführt werden. Für die technischen Lehrer ist eine Aen- derung der bestehenden vierjährigen Auftückungsftisten nicht geplant, da die Absicht besteht, die zur Erledigung kommenden Stellen künftig wieder mit seminaristischen Lehrern zu besetzen. Als völlig neue Forderung erscheint eine solche von 5000 Mk. für naturwissenschaftliche Fortbildungskurse für akademisch gebildete Lehrer an den höheren Lehranstalten. Die raschen Fortschritte auf dem Gebiet der Naturw'ssenschaften und die Unmöglichkeit, daß sich die Lehrer dieses Fachs wissenschaftlich auf dem Laufenden halten, solange sie hierbei lediglich auf chre privaten Mittel und Studien angewiesen sind, haben den Gedanken nahegelegt, abwechselnd an der Landesuniversität Gießen und an der Technischen Hochschule zu Darmstadt naturwissenschaftliche Fortbildungskurse für Oberlehrer unter der Leitung von Fachgelehrten und mit Benutzung der Lehrmittel der naturwissenschaftlichen Institute der genannten Hochschulen zu veranstalten, wie man sie in anderen deutschen Staaten bereits mit Erfolg ins Leben'gerufen hat. Die an- geforberte Summe soll zur Honorierung ber Leiter und zur Bewilligung von Kostenzuschüssen für bie Teilnehmer ber. Kurse verwenbet werben. (Darmst. Ztg.) ** Die Sparkassen im Großherzogtum Heffev. Anfang des Jahres 1899 war der Bestand der Sparkassen int Großherzogtum Hessen an Guthaben einschließlich ber gutgeschriebenen Zinsen 189 756 212 SDlf. bei 229 946 Einlegern; Enbe 1899: Bestand 197 400 946 Mk. bei 236 927 Einlegern. Auf 1000 Einwohner kamen 1880 119,43 Einleger mit je 72,25 Mk. Einlage, 1899 214,40 mit je 178,63 Mk. Einlage. ** Aus dem Theaterbureau. Als 5. Volksvorstellung wird am Mittwoch das vieraktige Schönthan'sche Lustspiel „Cornelius Voß", mit welchem die diesjährige Theatersaison eröffnet wurde, zur Aufführung gelangen. — Der kommende Freitag bringt zum Benefiz für den Spielleiter Herrn Heinrich Gerlach ein Gastspiel des Fräulein Franziska Hesse vom Stadttheater in Stettin als „Margarethe" in Goethes „Faust". D. Dors Gill, 13. Jan. Als Ersatzmann für das im November v. I. zum Beigeordneten gewählte Gemeinderats- mitglied Martin Sames wurde heute Johannes Gorr mit 39 Stimmen in den Gemeinderat gewählt. Sein Gegner Heinrich Grieb erhielt 30 Stimmen. Es ist dies die vierte Wahl, die in dem letzten Halbjahre in unserer Gemeinde zur Ergänzung der Gemeindevertretung ftattfanb. Früher gingen bie Wahlen gewöhnlich ohne besondere Aufregung und bei schwacher Beteiligung vorbei. Anders war es bei den letzten Wahlen. Mit wenigen Ausnahmen machten alle Stimmberechtigten von ihrem Rechte Gebrauch. Zwei Parteien standen sich gegenüber und mit ihnen zogen Parteihader und Parteihaß in unser sonst so friedliches Dörfchen ein. Die Erregung ist so tiefgehend, daß sich selbst nächste Angehörige verfeindeten. Die allgemeine Losung bei den Wahlen war: „Feldbereinigung". Ehe über diese Angelegenheit Klarheit geschaffen ist, wird wohl feine Ruhe in unserem Orte einkehren. Es wäre deshalb zu wünschen, daß man darüber bald ins Klare käme. — Grimberg, 13. Jan. In einer vom Ortsgew erb e- o er ein einberufenen, zahlreich besuchten Versammlung hielt gestern nachmittag im Gasthaus „Zum wilden Mann" hier Handelslehrer Heckelmann aus Offenbach einen Vortrag über „Erwerb un Feld, in ber Werkstatt, in bem Laben, an ber Börse und im Spielsaal". Einleitend wies der Redner darauf hin, daß Arbeit keine Last, sondern die Würze des Lebens sei, Entziehung der Arbeit dagegen als Strafe empfunden werde. Sowohl die Landwirte als auch die Handwerker klagten heute über schlechte Zeiten. Wenn auch diese Klagen in gewisser Hinsicht berechtigt seien, so sei ber Ackerbau, rationell betrieben, immer noch lohnend. Wie der 13 28 11 21 11 9 9 ben G 12 20 8 16 8 5 3 Zusammen ß CT 11 Sonstige, 895 Iso, 5 Bekenner nicht christl. Religion, 12 ohne Angabe des Religionsbekenntnisses. *e In dem Staatsbudget für 1902/03 sind die Einnahmen für da§ Gymnasium in Gießen an Schulgeld mit 27 400 Mk., insgesamt 28 270 Mk., die Ausgaben mit 64 720 Mk., der Staatszuschuß mit 36 450 Mk. veranschlagt. Für das Gymnasium in Büdingen sind die entsprechenden Zahlen: Einnahmen 12 000 (17 300), Ausgaben 51 500, Staatszuschuß 34 200 Mk.; für die Augustinerschule (Gymnasium und Realschule) in Friedberg: 26 000 (36 040), 92 240, 56 200 Mk.; für das Gymnasium Fridericianum in Laubach: 11000 (25980), 48700, 22720 Mk.; für bie Realschule in Alsfeld: 8 600 (14874) 36 084, 21 210Mk.; für die Realschule in Butzbach: 9000 (16500), 36470, Gymnasium in Gießen Realgymnasium u.Real- schule in Gießen . . Gmnnasium in Büdingen ..... Gymnasium und Realschule in Friedberg . Gymnasium und Fride- 19 970 Mk. begründet. Die Zahl der Lehrerstellen folgende: Für die seminaristisch gebildeten Lehrer Mafien, Realgymnasien, Ober-Realschulen, Realschulen, Prä: ricianum in Laubach Realschule in Alsfeld . Realschule in Butzbach umsichtige Landwirt, so müffe auch der Handwerker sich den veränderten Zeitverhältniffen anzupaffen suchen. Für viele Handwerker, z. B. Uhrmacher, Schlosser, Buchbinder, Schuhmacher' u. a., sei die Einrichtung eines Ladens neben dem Werkstattbetrieb unerläßlich. Thöricht sei es, wenn ein Handwerker, wie dies häufig beobachtet werden könne, aus Eitelkeit seinen Sohn einem sogen, gelehrten Berufe zuführe, während er auf dem Boden des Handwerks oft einen wett lohnenderen Erwerb finden könnte. Redner bezeichnet es als seine Hauptaufgabe, die Handwerker mit ihrem Berufe zu versöhnen, und sucht an der Hand zahlreicher aus dem Leben gegriffener Beispiele nachzuweisen, daß auch heute noch das Handwerk goldenen Boden hat. Gänzlich zu verwerfen sei bie Sucht vieler kleiner Leute, ohne Mühe, durch Spielen in der Lotterie ober an der Börse, reich und glücklich zu werden. Weit ratsamer sei es, seine Ersparniffe in einer Sparkasse oder in guten deutschen Wertpapieren anzulegen und den Grundsatz zu beherzigen: „Je mehr Prozente, desto größer das Risiko". Mit dem ernsten Hinweis, daß ohne Arbeit fein Reichtum zu erwerben fei, schloß Redner feine von köstlichem Humor gewürzten Ausführungen, für die ihm der Vorsitzende des Gewerbevereins, Spenglermeister Kaiser, den Dank der Versammlung aussprach. f Homberg a. d O., 13. Jan. Am Samstag Abend hielt Handelslehrer Heckelmann aus Offenbach tm hiesigen Ortsgewerbeverein einen Vortrag über „Allereinfachste Buchführung für Handwerker und Gewerbetreibende." Redner verbreitete sich über zweckmäßige Aufbewahrung der Korrespondenzen, Anlegung des Kontokorrents für Lieferanten und Kunden, Aufstellung der Bilanz und endlich über Anlegung des Kassabuchs. Einfache, übersichtliche und dennoch vollständige Buchung aller Geschäftsvorfälle müsse erstrebt werden. Redner empfiehlt daher unfern Handwerkern für den Verkehr mit jedem Geschäftsfreund das Anlegen dünner Sondermappen, die, alphabettsch geordnet, in einem Regal von etwa 15—20 Fächern Platz finden. War schon das Thema an und für sich für unsere Handwerker und Kleinkaufleute von ganz besonderem Interesse, so wurde der Wert des Vortrags noch wesentlich erhöht durch die Art und Weise des Vorttags; denn der Redner verstand es, die trockene Materie überaus anschaulich zu gestalten. Das lebhafte Interesse, mit dem die Zuhörer den Darbietungen folgten, sowie der Beifall am Schluffe lassen hoffen, daß der Zweck des Vortrags erreicht und unsere Handwerker für eine geordnete Buchführung gewonnen worden sind. Ober-Mockstadt, 13. Jan. In der vorigen Woche wurde auch die hiesige Gegend von einem Schwindler unsicher gemacht. Er stellte sich dem hiesigen Arzte wie auch im Pfarrhause als Dr. Wolf von Wächtersbach vor und bat um Nachtherberge. Da er merkte, daß feinen Angaben nicht getraut wurde, erklärte er, Schuhmacher zu fein und ging dann nach Ranstadt. Gegen 9 Uhr abends kam er dort hin, und wußte durch geschickte Art des Erzählens von feinen Lebensschicksalen den Lehrer Kr. für sich zu gewinnen, der für ihn Nachtquartier rc. besorgte. Am andern Morgen versuchte er noch einen Diebstahl auszuführen. Als er ertappt wurde, verschwand er. w Friedberg, 12. Jan. 36 Gemeinden unseres Kreises mit zusammen 35900 Einwohnern haben durch Vermittelung des Krcisamts mit einer Versicherungsgesellschaft Versicherungsverträge gegen die gesetzliche Haftpflicht abgeschlossen. Die Gesellschaft verpflichtet sich demgemäß, der Versicherungsnehmerin diejenigen Entschädigungszahlungen zu ersetzen, die diese in ihrer Eigenschaft als Eigentümerin, Mieterin oder Verwalterin der ihr gehörigen, von ihr emiictcten oder verwalteten Grundstücke, und die sie in ihrer Eigenschaft als Gemeinde wegen der durch Unfall während der Dauer dieser Versicherung erfolgten Tötung oder Beschädigung von Menschen auf Grund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen leisten muß. Es ist auch diejenige gesetzliche Haftpflicht eingcschlossen, welche der Versicherungsnehmerin in den in der Police bezeichneten Eigenschaften wegen Beschädigung fremder Sachen und Tiere erwachsen kann. Die Prämien werden durch die Kreiskasse vorgelegt und von den einzelnen Gemeinden erhoben. Sie belaufen sich auf zusammen 287 Mk. 20 Pfg. Die Beitrüge der einzelnen Gemeinden werden auf die Einwohnerzahl ausgeschlagen. Billiger und bequemer dürften sich Gemeinden nicht gegen die Ansprüche, die auf Grund der Haftpflichtgesetz-Bestimmungen erhoben werden können, versichern können. Ein einziger Unfall, der etwa durch Eis an einem Brunnen, schlechtes Pflaster, ungenügende Reinigung und Beleuchtiing u. dergl. einer Gemeinde zur Last füllt, kann sie unter Umstünden mehr kosten, als die Ver- sicherungsbeitrüge in 100 Jahren. b. Mainz, 13. Jan. Wie gerüchtweise verlautet, wird der Groß Herzog noch vor der Karnevalszeit auf kurze Zeit hier Aufenthalt nehmen. — Die erste Mainzer Kochkunst- Ausstellung ist gestern Abend zu Ende gegangen. Sie hatte sich bis zum Ende eines zahlreichen Zuspruches zu erfreuen, weshalb auch das finanzielle Ergebnis ein über Erwarten günstiges ist. Da die Anordnung der Ausstellung wie auch die Darbietungen der Aussteller allseitig gelobt iverdcn, hinterläßt auch in dieser Beziehung die Ausstellung eine angenehme Erinnerung. m. Wiesbaden, 13. Jan. Infolge der Explosion eines Petroleumheizofens brach in vergangener Nacht in der Geflügelzüchterei auf Kloster Klarenthal Feuer aus, welches das ganze Gehöft, Wohnhaus, Ställe usw., mit dem gesamten Mobiliar einäscherte. Auch eine größer Anzahl Hühner kam in den Flammen um. Der übrige Teil des Geflügels rettete sich in den nahen Wald. Frankfurt, 13. Jan. Die heutigen Demonstrationen der Arbeitslosen nahmen ihren Anfang am Roßmarkt, der wegen der dort stattfindenden unentgeltlichen Ausgabe des „Arbettsmarktes" überhaupt stets am Nachmittag der Sammelplatz von Leuten ist, die Arbeit suchen. Nach Ausgabe des Blattes zogen etwa 1000 Personen in Begleitung zahlreicher Polizeimannschasten in Sie WeiHadlergasse hinein und durch diese weiter bis zur Schnurgasse. Aus dem Trierischeu Platz aber kam es zu einem tumultuaris ch en Auftritt. Die Polizei soll sich dabei wenig geschickt benommen haben. Die Schutzleute — die uniformierten mit dem blanken Säbel in der Faust, die Geheinischutzleute nut Ochsenziemern bewaffnet — drangen auf die in ängstlicher Flucht sich zurückziehenden Menschen, von denen auch nicht einer ben Versuch machte, sich irgendwie zur Wehr zu fe£en. Man bemerkte auf denk Trierischen Platz eine Anzahl Frauen, die Pakete trugen uub ganz zufällig in den Schwarm hineingeraten waren. Sie und viele ändere hatten unter der entschieden zu weit gebenden „Energie" der Polizeiorgane aufs Empfindlichste zu leidem Die „Demonstranten" benahmen sich durchaus friedfertig- Ein zweiter größerer Tumult ereignete sich nicht weit davon, an der Ecke der Lindheimergasse und Schnur- oasse- Auch dort kamen harmlose Passanten plötzlich in bedrängte Lage- Wer nicht schnell genug enteilen konnte, wurde einfach zur Seite gestoßen. Derartige Dinge spielten sich noch an verschiedenen Stellen in größerer Zahl ab. Es erfolgten mehrfache Festnahmen. Gegen ö Uhr war Überall alles ruhig. („Frkf. Ztg.") - Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In der Prinz Karl-Kaserne in Mainz stürzte beim Turnen ein Soldat der 11 Komp. 87. Jnf.-Rgts. vom Querbaum und erlitt eine schwere Schädelverletzung. Er wurde be- wußllos in das Garnisonlazarett gebracht. An seinem Auf- fommen wird gezweifelt. — In Schwickartshausen feierte dieser Tage der 81jährige Landwirt Johs. Aßmus sein 50 jähriges Jubiläum als Feldgeschworener. Als ein Zeichen ihrer Liebe und Wertschätzung überreichten ihm seine Kollegen aus der llmaegend einen Sessel. Der Kriegerverein, dessen Ehrenmitglied der Jubilar ist, überreichte ihm eine Pfeife. Vermischtes. • Aachen, 13. Jan. Der Bankier zur Helle wurde gestern Abend im Bureau von drei Personen überfallen. Sie mißhandelten den Bankier, raubten zirka 100 Mark und entflohen, als auf seinen Hilferuf Leute herbeieilten. • Budapest, 13. Jan. In Südungarn und Serbien führte die Donau Hochwasser und ist aus den Ufern getreten. Weite Landstrecken sind überschwemmt. In Boria konnten die Einwohner durch rasche Flucht das nackte Leben retten. Gerichtssaal. Jena, 13. Jan. Gestern früh trat, wie bereits kurz gemeldet, unter dem Vorsitz des Oberstleutnants Frhrn- v. Haustein in der hiesigen Kaserne das Kriegsgericht zusammen zur Aburteilung des Leutnants Thieme, der am 4. d. M. den stud. chem. Held im Zweikamps erschossen hat, und des Hauptmanns v- Seebach als Kartellträger. Es wurde hierbei festgesdellt, daß dem Leutnant Thieme durch den Schlag ins Gesicht die schwerste Beleidigung zugefügt wurde, die einen Offizier treffen kann. Da das gesamte hiesige Ofsizierkorps am Neujahrstage zur Kour nach Weimar gefahren war, konnte Leutnant Thieme erst am 2. Januar die nötigen Schritte unternehmen. Auf seinen Wunsch begab sich Hauptmann v. Seebach als Kartellträger zu den Germanen, um Held folgende Forderung zu überbringen: Zehn Schritt Distanz, gezogene Pistolen mit Visier, Kugelwechsel bis zur Kampfunfähigkeit- Hauptmann o. Seebach hatte sich, um Zeitverlust zu vermeiden, auf den Weg gemacht, bevor der militärische Ehrenrat die Forderung begutachtet hatte; der letztere tagte zu derselben Zett und genehmigte die Forderung- Von der Germania bemühte man sich lebhaft, dem studentischen Brauche gemäß den Ehrenhandel mit dem Säbel auszufechten, und man erklärte sich bereit, die Forderung cmfs äußerste zu verschärfen (ohne alle Bandagen, nur in Hose und mit Paukhandschuh). Der Säbel wurde aber von Thieme abgelehnt, da er nicht Säbel fechten fonnte, durch eine dreimonatliche Krankheit zum Gebrauch der blanken Waffe zu sehr angegriffen war, und da auch eine Hinausschiebung des Duells zum Zwecke des Einpaukens in Anbetracht der Schwere der Beleidigung unthunlich erschien- Es einigten sich endlich die Parteien auf eine Milderung der Forderung insofern, daß fünfmaliger Kugelwechsel vereinbart wurde und dem Unparteiischen (Hauptmann Frhr. v. Malapert), sowie den Aerzten die Entscheidung über Fortsetzung des Kampfes nach einer Verwundung überlassen wurde- Am Samstag früh 81/2 Uhr fand der Zweikampf auf dem Stern statt- Nach zweimaligem erfolglosen Kugelwechsel wurde im dritten Gange Leutnant 'Thieme in den hals getroffen, Held in die Brust. Tie Kugel zerriß die große Herzschlagader und verletzte das Rückenmark, so daß der Tod sofort eintrat. Leutnant Thieme reichte dem Gegner zur Versöhnung die Hand, Held war aber wahrscheinlich bereits tot, jedenfalls bewußtlos. Thieme wurde unter Annahme mildernder Umstände zu zwei Jahren drei Monaten Festungshaft, Seebach ebenfalls unter Annahme mildernder Umstände zu 14 Tagen Festungshaft verurteilt- Märkte. Gießen, 14. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kosteten: Butter pr. Pfund 0,85—0,95 Mk., Hühnereier pr. Stück 8—9 Pf., 2 Stück 00.00 Pf., Käse pr. Stück 5—7 Pf., Kasematte 2 Stück 0—0 Pfg., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. Stück 1,00—1,40 Mk., Hahnen pr. Stück 0,90—1,50 Mk., Enten pr. Stück 2,20—2,50 Mk., Gänse pr. Psd. 60—75 Pfg-, Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 3,50—0,00 Rck., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,00—5,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9—15 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg. Kriefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) B. tu Schotten. Die Noten „Genügend" und „Befriedigend" dürften im Allgemeinen gleichwertig sein. In den verschiedenen deutschen Landestellen und in den verschiedenen Lehranstalten wird teils „genügend", teils „befriedigend" gebraucht, aber immer als Vorstufe zu der höheren Note „gut", während beide Noten an derselben Lehranstalt nicht in Anwendung kommen, woraus doch auf die Gleichwertigkeit zu schließen ist. W. B. tu Lollar. Die Beigeordneten in Landgemeinden sind in den Gemeinderatsfltzungen in allen Fällen stimmberechtigt. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungerr des Gießener Anzeigers. Frankfurt a. M., 14. Zan. Heute vormittag fanden hier zwei Versammlungen von Arbeitslosen statt, die von etwa 1400 Personen besucht waren und ruhig verlieseu. Es wurden Resolutionen bezüglich Schaffung von mehr Arbeitsgelegenheit angenommen. Berlin, 14. Jan. In parlamentarischen Kreisen glaubt man neuerdings aunehmen zu muffen, daß ein Teil der deutschen Eiuzelstaaten sich nicht mit den bereits vorliegenden Beschlüßen der Reichstagskommisfion, die den Toleranzantrag des Zentrums zu beraten hat, einverstanden erklären wird. München, 14. Jan. Die Beerdigung des Dr. Sigl sand unter großer Teilnahme statt. Auf Wunsch der Hinterbliebenen wurde die Leiche vor ihrer Ueberführung in die Gruft seziert, wobei sich als Todesursache ein hochgradiges Gehiruleiden ergab. Weimar, 14. Jan. Die Unterhandlungen der thüringischen Regierungen wegen Errichtung einer gemeinsamen thüringischen Technischen Hochschule find dem Abschluß nahe. Als Sitz der Hochschule soll Jena bestimmt werden. Chicago, 14. Jan. Der deutsche Männerchor „Germania" beschloß, den Prinzen Heinrich einzuladen, nach Chicago zu kommen. Es ist ein großer Empfang geplant. Berlin, 14. Jan. Jrn Abgeordnetenhause soll die Zentrums-Interpellation, bett, das Altenbeker Eisen- bahn-Unglück, nachdem die Besprechung der Interpellation zur Polenfrage zu Ende geführt sein wttd, zur Besprechung gelangen, also der ersten Lesung des Etats voran-' gehen. Minister v. Thielen hat sich bereit erklärt, die Interpellation sofort beantworten zu wollen. London, 13. Jan. Das Komitee für den Helgoland- Becher beschloß, um den Kaiserbecher am 21. Juni mit in; Wettbewerb zu treten. Der Gehalt der Yachten ist auf 80 Tonnen, anstatt 70, wie es früher der Fall war, fest- gesetzt worden. London, 14. Jan. Campbell Bannermann hielt hier gestern abend «auf einer Versammlung der liberalen Vereinigung Londons eine Rede. Er sprach die Freude über die Rückkehr Roseberys in das öffentliche Leben aus. Der Krieg könne nur auf dem Wege der Versöhnung,nicht auf dem der Unterwerfung beendigt werden. Er er^ klärte die Behauptung von der beabsichtigten Gründung einer 3. Partei für falsch und fügte hinzu, das Schicksal der liberalen Union sei eine furchtbare Mahnung für den maß^ losen Ehrgeiz gewesen. Da er bezüglich des Krieges im wesentlichen einer Meinung mit Roseberys Partei sei, so tehe fein Hindernis entgegen, daß irgend ein Liberaler mit Rosebery in der Frage des Krieges zusammengehe. Es werde nicht seine Schuld sein, wenn ein solches Zusammengehen nicht stattfinde. — Nach Bannermann sprach Spencep und erklärte seine Zustimmung zu der Rede Roseberys, die auf ein Zusammengehen Roseberys mit verschiedenen liberalen Gruppen hinzudeuten scheine. — Beide Redner wurden von der Versammlung begeistert begrüßt. Auch Miß H 0 b - hvu.se war anwesend und gleichfalls Gegenstand von Huldigungen. Ehe die Redner sprachen, wurden von der Gallerte Flugschriften herabgeworsen, worin Rosebery des Verrats an der Sache der Liberalen beschuldigt wird. Der Brief, in dem er sein Nichterscheinen entschuldigt, wurde mit Beifall, in das sich indes auch Zischen mischte, aufge,. nommen. London, 14. Jan. Reuter meldet aus Peking vom 13. Januar: Der amerikanische Konsul in Niutschwang teilte dem russischen Verwalter mit, es sei kein Beweis dafür erbracht worden, daß amerikanische Matrosen mit der Erschießung eines russischen Sol da ten im Zusammenhang ständen. Songer erhielt eine Abschrift' des neulichen Briefwechsels zwischen dem Konsul und dem Verwalter, worin ersterer wiederholt Beschwerde darüber führt, daß die Russen in die Rechte der Ausländer eingriffen. London, 14. Jam Lord Pensag, Führer der liberalen unionistischen Gruppe, hat seine Demission gegeben mit dem Hinweise darauf, daß eine Existenzberechtigung dieser Gruppe nicht mehr vorhanden sei. Gr hat die Mitglieder ersucht, entweder sich den Konservativen anzu- schließen, oder eine besondere Gruppe zu bilden, welche Lord Rosebery unterstützt — Aus Pretoria wird gemeldet: Die Zahl der kämpfenden Buren und „Rebellen"' beläuft sich noch immer auf eo- 13 000 M anm Telephonischer Kursbericht, Frankfurt a. 31.. 14. Januar. 3V,o/o Reicheanleihe . . 101.60 30/., do. ... 90.30 3V,o/o Konsole .... 101.70 30/0 do...... 90 25 Hessen .... 100.00 3% Hessen —.— 4% Oesterr. Goldrente . 102.60 4x(6% Oesterr. Silberrente 100.20 4% Ungar. Goldrente . . 100.80 40/ Italien. Rente . . . 101.00 41/,% Portugiesen . . . 40.50 »0/ Portugiesen .... 26.95 \% C. Türken .... 27.40 Türkenlose ..... 106.80 4% Grieoh. Monopo l-Anl 42.30 ‘47,% äussere Argentiner —.— 8% Mexikaner .... 26.50 4V2 A Chinesen .... 87.90 Electric. Sol uckert . . . 116.00 Nordd. Lloyd .... —.— Kreditaktien 203.50 Diskonto-Kommandit , . 184.90 Darmstädter Bank . . . 129.70 Dresd- ner Bank .... 131.90 Ber iner Handelsges. . . 143.70 Oesterr. Staatobahn . . . 139.75 Lombarden .... 19.70 Gotthardbahn .... 167.10 Laurahütte ..... 193.00 Bochum ...... 181.25 Harpener ..... 164.00 66 Seltersweg 66 8706 Seltersweg 66 Parterre und erste Etage. M ö Ü N&Ä« Sm Parterre und erste Etage. Spezial - Geschäft für Betten, Bettwaren und Schlafzimmer-Möbel Permanente Ausstellung von 20 kompletten Schlafzimmer-Einrichtungen 486 in jeder Preislage und jedem Geschmack. Grösste Auswahl in einzelnen Bettstellen, Schränken, Waschtischen und Jtachtschränhen. Illustrierte Musterbücher und Preisanfstellnngen stehen gern zu Diensten. MA- Billigste Preise. Franko-Versandt nach auswärts. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Villingen liegt vom 16. bis einschließlich 23. Januar d. I. zur Einsicht der Interessenten bei mir offen. Villingen, den 13. Januar 1902. 183 Der Bürgermeister: Rühl. Kunstverein. Die Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand bleibt wegen größerem Wechsel der Gemälde von morgen, Mittwoch, an 4 Tage geschlossen.487 I Statt besonderer Anzeige. Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen 5 hocherfreut an 484 ■ Ferdinand Krämer und Fran, Giessen, den 14. Januar 1902. Bertha, geb. Levy. B g I I 1 Statt besonderer Anzeige. Theodora Atzelhöfer Paul Elsner , Verlobte. Darmstadt. Giessen. WWWWKMKMMMM Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Land- witts Christian Nebe in Gießen ist Termin zur Abnahme der berichtigten Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendungen gegen das berichtigte Schlußverzeichnis der bei der Vetteilung zu berücksichtigenden Forderungen auf Freitag den 14. Februar 1902, vormittags 10 Uhr, an beraumt worden. 473 Gießen, 10. Januar 1902. Der Gerichtsschreiber des Großh. Amtsgerichts. Iagdverpachtung. ^Freitag den 7. Februar 1902, vormittags 11 Uhr, soll im Gemeindehause dahier unter den daselbst bekannt gemacht werdenden Bedingungen die hiesige Gemeindejagd, umfassend 1200 Hektar, davon 300 Hektar Wald, in zwei Abteilungen auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Wieseck, 13. Januar 1902. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 475 Iagdverpachtung. Samstag den 25. d. M., nachmittags 2 Uhr, soll im Schulsaal dahier die der Gemeinde Annerod zustehende Feld- und Waldjagd auf weitere 6 Jahre unter den dabei bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Annerod, 14. Januar 1902. Großh.BürgermeistereiAnnerod H o rn. 491 Mittwoch den 15. Januar 1902, nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: Sofas, Kommoden, 1 Silberschrank, 1 Vertikow, ein Regulator, 1 Kleiderschrank, eine Nähmaschine, 2 Faß Wein, ein or. Tisch, 1 großer Ladenschrank mit Glasthüren, 1 Ladenregal mit vielen kleinen Gefachen, eine große Pattie Glas- u. Porzellanwaren u. v. a. 485 Geißler, Gerichtsvollzieher. Donnerstag den 16. d. M., nachmittags 1 Uhr, versteigere ich Marktplatz 20 dahier einen Schreibtisch, 1 Sofa, 1 Ber- tikow u. 1 Zimmertisch zwangsweise gegen Ba^ahlung. Die Versteigerung findet bestimmt statt und können die Sachen vorher dortselbst angesehen werden. 0194 Gießen, 14. Januar 1902. Seipel, Gerichtsvollzieher. MMWMii Fetzt ist die schönste Zeit! um die Fahrräder für die beginnende Saison in der mechanischen Werkstätte von Carl Graf Laden: SHloßgasse, wieder in Stand setzen zu lassen. 477 Glocken, Laternen, Pneumatiks. X' !- - t LJ Habe noch einige Achtel-Lose M Hess. Lsicks-Lottme abzugeben. Haupt-Ziehung vom 24. Januar bis 4. Februar. F. G. Wig. Fauldrath 417 Kirtorf (Oberhessen). Doppelt raffiniertes 465 „Adler"-Borax ist das beste Waschputter für jede Haushaltwäsche. Macht schneeweiß und ist äußerst billig. Jeder Versuch überzeugt fosott. Ltto Schaaf, Settersweg 39. Masken-Anzüge und 433 Dominos zu verleihen. 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