Wr. 293 er|an- Beck. $)it Oeullge Bummer umsaht 24 -eiltn. prhninitmndjung. Betr.: Die Ausführung des ReichSgeseheS über die Ab- Änbentng der Gewerbeordnung ootn 80. Juni 1900. Wir bringen hiermit zur Kenntnisnahme der Interessenten,, daß im Jahre 1903 an den nachbenannten Tagen die Vorschriften über die Mindestruhezeit und Mittagspause der Ge- Hilfen, Lehrlinge und Arbeiter (§ 189 * rubr. Gesetze?) keine Anwendung zu finden haben, und die Läden, sowie die offenen Verkaufsstellen an diesen Tagen bis 10 Uhr abends offengehallen werden dürfen: 5 Wochentage vor Ollern (5.—9. und 11. April), 1 Wochentag vor Himmelfahrt (20. Mai), 4 Wochentage vor Pfingsten (27 —30. Mai), 12 Wochentage vor Weihnachten (11. und 12., 14.—19., 21.—24. Dezember), 1 Wochentag vor Neujahr (31. Dezember). Eine Anzahl weiterer Tage, an denen Ausnahmen von den gesetzlichen Vorschriften gewährt werden können, bleibt für unvorhergesehene Fälle vorbehalten. Gießen, den 10. Dezember 1902. Großherzoglii-ue«olizeiamt Gießen. Hechler. ' Vckamitmlichtlng. In der Zeit vom 6. bis 13. Dezember 1902 wurden fa hiesiger Stadt gefunden: 3 Pelzkragen, 2 Regenschirme, 1 Paar Kinderschuhe, 1 Damenumhang, 1 Fingerring und 3 Geldstücke; verloren: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Täschchen mit einem ü-Dollarstück, 2 Pelzkragen und 1 Schürze. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 18. Dezember 1902. Grohherzoglicbe» 'Poitaetami Gießen. Hechler. I)er Konflikt mit Aenezucta. Zu den Vorgängen in Venezuela wird in Berliner amtlichen Kreisen versichert, daß irgendwelche genügende Erklärung deö Präsidenten Castro an die Negierungen von Teutschland und England nicht erfolgt sind. Ueber die Zustände in Caracas kann selbst der deutsche Geschäftsträger vorläufig nichts berichten, dagegen kann auS dem Umstande, daß eine amtliche Depesche nach Berlin auf dem Postamt in La Guayra aufgegeben und richtig befördert wurde, geschlossen werden, daß dort die Zustände nicht allzu schlimm sind. Bisher ist nicht bestätigt worden, daß die vier venezolanischen Schiffe in den Grund gebohrt sind. Vielmehr wird zuverlässig nur mitgeteilt, drei Schiffe seren ausgebracht worden, ein viertes wurde unbrauchbar gemacht, Deutschland wünscht nur die Integrität Venezuelas erhalten xu sehen und die deutschen Forderungen durchzusetzen. Amerika ist nach wie vor mit den Maßnahmen Deutschland- und Englands einverstanden. ES steht zu erwarten, daß die Mächte mit den bisher entfalteten Mitteln auS- kommen werden. Nach einem Telegramm de- Newpork Herold aus La Guayra richtet die Bevölkerung dort Notbefestigungen auf, Frauen bringen Sandsäcke herbei, die Truppen entfalten die nationale Trikolore, nicht Castros gelbe Standarte. Nach Landung der Truppen am Mittwoch zum Schutze der abzieheuden Europäer erfolgte eine Kundmachung, daß etwaige Feindseligkeiten mit einem Bombardement der Forts und Zollhäuser erwidert werden würde. Aus Washington, 12. De^, meldet Reuters Bureau: Eine Depesche des amerikanischen Gesandten in Caracas, Bowen meldet, Venezuela richtete das Ersuchen an ibn, England und Teutschland vorzuschlagen, daH die Streitigkeiten schiedsgerichtlicher Entscheidung unter- breitet werden. Nach wetteren Meldungen aus Amerika trifft Castro enorme kriegerische Vorbereitungen. Alle waffenfähigen Männer zwischen 18 und 50 Jahren sind einberufen, und das Volk strömt scharenweise zu den Jahnen, da der Kampf populär ist. In La Guayra sind schon 926 Freiwillige bewaffnet, und stündlich melden sich mehr, lleberall trifft man mit Mausern bewaffnete Männer. Ter Kriegsminister General Ramon Guerra ist mit 2500 Mann und 18 Geschützen in La Guayra eingetroffen und hat die Geschütze auf den die Stadt beherrschenden Höhen postiert. General Celestino Castro, ein Bruder des Präsidenten, wurde in der heutigen Nacht mit 2—3000 Mann nebst Geschützen in La Guayra erwartet, sodaß die Venezolaner heute 5000 Mann und gegen 50 Geschütze in La 6-uayra zu haben hoffen. Den ganzen Tag und die ganze Nacht wurde Munition nach Fort Lavigia geschafft, das den Hofen überragt. Eines der vorgestern durch den deutschen Commodore Scheder hum Sinken gebrachten venezolanischen Schiffe soll nach einer Meldung aus La Guayra feuernd Widerstand geleistet haben. Tie Londoner Meldung, daß die Verbündeten die Gefangennahme Castros planen, wird in Berlin als unrichtig bezeichnet. Es werde nicht beabsichtigt, einen Feld- zua in das Innere deS Landes zu führen, was geschehen müßte, wenn man Costco festnehmen wollte. Eine solche Expedition wäre nicht blos mit großen Schwierigkeiten verbunden, sondern müßte auch zu Blutvergießen führen, und daS will man vermeiden. Taher wird die Aktion auf die Küste beschränkt bleiben. In London hielt der Minister des Aeußern, Dort» Lanödowne, gestern abend beim Festmahle des United Club eine Rede, in der er sagte, in den venezolanischen Gewässern seien, wie er mit Freuden fcststelle, deutsche und britische Kriegsschiffe und Matrosen Seite an Seite thätig, um Die gerechten Forderungen der beiden Machte durchzu- setzen und im Somaltlande biete Italien unschätzbare Erleichterungen für die Turchführung der Operationen. Redner bemerkte ferner, England hege keine eingewurxelten Antipathien gegen Venezuela. Wenn dieses von Gewaltthaten gegen englische Unterthemen und englisches Eigentum ab- lassen, berechtigte Schuldforderungen bezahlen und auf höfliche diplomatische Vorstellungen nur antworten wollte, brauchte England feinen Streit mit ihm zu haben. Aus Washington verlautet noch: Marinesekretär Moody erklärte am Nachmittag Berichterstattern gegenüber, die Regeirung sende, wenigstens jetzt, kein Kriegsschiff nach Venezuela, da die Gegenwart eines solchen jetzt nicht nötig sei. — Infolge einer telearaphischen Jnstruk- tion sprachen der deutsche und der englische Botschafter dem Staatsdepartement Tank für die guten Dienste des amerikanischen Gesandten Bowen aus, durch welches die Befreiung der englischen und deurschen StaatöangehS-- rigen in Venezuela herbeigeführt wurde. Beide Diplomaten erörterten die gegenwärtige Lage mit dem Staatssekretär Say, der sich erbot, die Botschafter über die Meldungen, welche von der Gesandtschaft in Caracas und den amerikanischen Konsuln eingehen, auf dem Laufenden zu erhalten. Tie Botschafter sind angewiesen, daS Staatsdepartement zu versichern, daß weder England iwch Teutschland beabsichtige, in irgend einer Einzelheit abzugehen von dem Plan einer gemeinschaftlichen Aktion, wie sie in London und Berlin festgestellt und dem Staatsdepartement vor einiger Zeit mitgeteilt worden sei. Unter dem Schuh der Kriegsflotte. Von besonderer Seite wird uns auS Berlin, 12. Dezember, geschrieben: Im Kieler Hafen liegen die kleinen Kreuzer „Mma* z on e", „Ariadn e" und „Niob e" in voller Kriegsbereitschaft und segelfertig für die Fahrt nach Venezuelas Von der Gestaltung der Ereignisse dort wird eS abhängen, ob sie Segelordre erhalten. In Marinekreisen neigt man der Ansicht zu, daß die Entsendung mindestens zweier Kreuzer nach jenen Gewässern binnen kurzem erfolgen wird, und zwar zur dauernden Stationierung. Ein solcher Entschluß der Marineleitung dürste mit Genugthuung begrüßt werden. Tenn schon seit Jahren haben die in Mittelund Südamerika ansässigen oder am Handel mit diesen Ländern interessierten Deutschen um Kreuzerschutz gebeten. Es sei beispielsweise erinnert an die wiederholte Petition Hamburger Kaufleute um Stationierung eines Kriegsschiffe? an der Küste von Guatemala, dessen Kaffee-Pflanzungen und Kaffee-Handel überwiegend in deutschen Händen liegen. Tie Zahl der in Guatemala lebenden Deutschen ist allerdings nicht besonders groß, aber das dort arbeitende deutsche Kapital wird von sachverständiger Seite auf mindestens 200 Millionen Mark geschätzt. Aehnlich liegen die Verhältnisse in den meisten mittel- und südamerikanischen Revu- bliken. Wenn also eingewendet wird, eine Verstärkung der amerikanischen Kriegsschiftsstation erübrige, sich, da in den verschiedenen Freistaaten eine verhältnismäßig geringe Anzahl ÜTeutscher lebe, so kann diese Einwendung nicht als stichhaltig angesehen werden. Ter Zwischenfall mit Venezuela spricht eine deutliche Sprache. Gewaltmenschen vom Schlage eines Castro gießt es allenthalben im spanischen Amerika^ die Neigung zum Aufruhr ist bei der demoralisierten Mischbevölkerung, die ja nichts zu verlieren hat, stets vorhanden, und daß die Ausschreitungen in erster Linie gegen die Deutschen sich richten und richten werden, ist begründet in der instinktiven Abneigung der Romanen und Mischlinge gegen das fleißige, ordnungsliebende germanische Element, die zu schüren die nordamerikanischen Jingo-Blätter, allen voran die Newyorker „gelbe" Presse, stet? bestrebt gewesen sind. Ter Schutz des Lebens und Eigentums Deutscher über See, diese wichtige Aufgabe der Kriegsflotte, wird also für die nächste Zukunft besonders auf Mittel- und Südamerika gerichtet sein müssen. Es ist dies die eigenste Angelegenheit Deutschlands, in die ihm die Vereinigten Staaten nicht hereinzurcden haben. Der Schutz seiner Interessen dem Sternenbanner anheim zu stellen, ist Deutschland nicht genötigt. Es ist in der Lage, sich selbst zu helfen, und wenn das gegenwärtig in den Fierte Vorstellung des T^atervereius. —NN. Gießen, 13. Tez. In der jetzigen unruhigen Zeit vor dem Christfest ist man allgemein nur wenig geneigt oder empfänglich ernste dramatische Genüsse in sich aufzunehmen. Man hat da seinen Kopf schon mit anderen Tinaen voll und also keine Zeit, den am Al'end einzu schlürfend en Denkstoss geistig weiter zu verarbeiten, wodurch doch allein ein dauernder Wert des Theatergenusses geschaffen wird. Es war deshalb eine recht glückliche Idee, auch einmal einen kühnen Griff in das Gebiet der heiteren Muse hineinzu-- thun und daraus den guten, alten „Tr. KlauS" hervor- ruholen, oder richtiger, dessen gelungenes Faktotum Lu- bowski, der mit seinem urbiedern Berliner Mutterwitz nun bald seit einem Menschenalter weit und breit die Lachmuskeln der Zuschauer so stark in Bewegung setzt. Adolf L'Arronge hat sich mit dieser köstlichen Figur allem schon einen ehrenvollen Platz unter den deutschen Bühnen- Humoristen erworben, aber was ihn uns noch näher führt und höher stellt, ist, daß er seinen Humor frei von allen Trivialitäten und Lascivitäten vor unS aufthut, und ihn gleichzeitig umrahmt mit echten, gesunden Charakteren, mit einem Stück warmblütigen Bürgertums, daS in unfern modernen Lustspielen längst fast gänzlich verloren gegangen ist. Hier lacht man nicht, weil man lachen soll, sondern weil man lachen muß über all die trockenen Streiche des vierschrötigen und gutmütigen Tölpels, hier fühlt man und empfindet man mit den Herzen der beiden jungen, weiblichen Wesen, hier ist man aber mich entzückt von dem geraden grundehrlichen Charakter des welt- erfahrenen Arztes, der, im Ernst des LebeuS gelautert, nach dem alten Sprichwort handelt: Im deutschen lügt man, wenn man höflich ist! Ter Manu, deß ist man sichon nach seinen ersten Sätzen sicher, würde sich lieber die rechte Hand abschlagen lassen, als nur einen Schritt von seinem geraden Wege abmeichen und wenn er schein■n bar doch zu einer List oder einem frommen Betrug seine Zuflucht nimmt, um den leichtfertigen, blasierten Max v. Boden zu seiner Pflicht zu führen, so handelt er eben auch hier als Arzt, als ein wirklicher Woh'thäter für Leib und Seele. — Ter Gast des Abends, Herr Eduard Schima- sow vom Kasseler Hoftheater, ist uns noch von seiner früheren Thätigkeit am Wiesbadener Residen^theater in bester Erinnerung. Er bat die Hasimcnrn'sche Schule durchs gemacht und sich damals auch in der Operette mit gutem Glück versucht. Sein Lubowski hat nichts Gemachtes oder Geziertes, sondern schlicht und gerade, wie es der Berliner Possenwitz verlangt, quillt der Humor hervor. Tie kleine Szene mit der Tochter des Tr. Klaus, vor allem aber die Begegnung mit dem ärztliche Hilfe suchenden Bauem- burschen, den er coram publico mit köstlicher Pose und derbem Mutterwitz durch ein großes Glas „Tinktura regia" kuriert, nachdem er den Patienten der Aufschrift gemäß „vor dem Gebrauch" tüchtig geschüttelt hat, und der ihn bann als anacblich „toter Sauer" wie ein Gespenst verfolgt, — daS war eine Glanzleistung sowohl in mimischer, wie in bumo- ristischer Beziehung, die dem Künstler auch einen durch»- chlagenden Erfolg und lebhaften Beifall ein trug. Bon den ihrigen Darstellern deS Lustspiels ist im allgemeinen eben- alls nur gutes zu sagen. Frl. P-eige zeichnete die liebende Tochter Julie, tote die unglückliche Frau des schullicn- überladenen Barons v. Boden in eleganter Haltung und mit svmpethischen Salontönen, dabei aber auch in jeder Situation die Willensstärke, zielbewnhte Gattin gut charakterisierend. Ten Baron gab Herr v. Stahl. Er spielte ihn ganz in dem nonchalanten Gewand des Fatalisten oder des Trübsal blasenden Kavaliers', hätte aber hier und da noch ein wenig schärfer pointteren können: die L'Drrong'sche Lusr- spielfigur kann das sehr wohl vertragen. Am besten ae- lang dem Künstler die Zeichnung deS erwachenden Pflicht- unb Ehrgefühls, bas den Baron bestimmt, sich aus dem dolce sar niente herauö^rreißen und mit Einsetzung aller Kraft für die Existenz seiner Familie zu arbeiten. Mit besonderem Vergnügen haben wir die Leistung des Frl. Sophie Egard als Emma Griesinger verfolgt. Das toat wirklich eine frische. herzgewinnendeBraut voll reizender Naivität und anmut9'hoITer Koketterie, habet doch stets in wohlaemessenen Grenzen sich bewegend und auch die drolligsten Szenen mit Grazie und Natürlichkeit beherrschend. Tie Titelrolle hatte Herr Ger lach inne. Er verstand es, den geraden, rauhen Tr. Klaus mit psychologisch feiner Charakteristik aus'ustatten und eine sehr glückliche Verbindung Krischen der schroffen Außenseite und deut edlen innern Kern, dem goldenen Gemüt des durch Schicksal und Lebenserfahrung in sich gefestigtenArztes herbeizuführen. Den alten reichen Griesinger spielte Herr Töpfert gleich gut in Haltung und Maske, den Referendar Gerstel gab Herr Zoden in korrekter Auffassung und auch Frau Lina Schmidt -als ^rau Tr. Klaus, Frl. Frida Kruse als Haushälterin Griesingers, sowie die Inhaber der kleineren: Partien thaten ihr Bestes zum guten Gelingen des Ganzen. Die Inszenierung durch .Herrn Ger lach hatte mit viel Geschick die wirksamsten Momente hervorzuheben und humorvoll auZ-zustatten verstanden. Tie stanze Aufführung ging tadellos von statten, und hat zweifellos sowohl die Mitglieder des Theatervereins, wie die übrigen Besucher in jeder Weise voll befriedigt. Ella Mensch, unsere gesck)äyte Darmstädter Mitarbeiterin, hat bei Hennann Seemann Nacht, m Leipzig einen Roman herausgegeben unter dem Titel „Der Geopferte, Liebesroman eines modernen Mannes". Der neue große Ritbamm bei Affnan, eines der bedeutendsten Werke moderner Bau- und Ingenieurkunst ist in Gegenwart beS stbedive, deS Herzogs und der Herzogin Connaught, sowie zahlreicher anderer Ehreiigäste feierlich cmqeweiht worden» Tie riesige Stauanlage soll weiten Landstrichen Egyotens erhöhte Fruchtbarkeit verschaffen und dovvelte Ernte im Jahre fiebern. — Eine Meldung darüber besagt: Affuan, 11. Tex. rin dem Festakt Vir Eröffnung der Rilstanwerke nahm da4 diplomatische Corps Egptens, banmter als Vertreter des denlschen Kauers Generalkonsul von Dlüller teil. Als der Khedive und die geladenen Gäste an dem oroßen Tamm eiugetroffen waren, hielt der Minister her amerikanischen Gewässern befindliche Geschwader nicht als ausreichend erachtet wird, so stehen Reserven in der Heimat zur Verfügung. Die Marineverwaltung hat nie ein hehl daraus gemacht, daß sie in Zukunft alle ÄuSlandSstationen stärker besetzen und zu diesem Zweck der Volksvertretung eine neue Kreuzervorlage unterbreiten will. Möa- ltcherweise kommt rnfolge deS Zwischenfalls mit Venezuela diese Kreuzervorlage früher in den Reichstag, als ursprünglich beabsichtigt war. Parlamentarisches. Ter Zweiten Kammer der Stände ist seitens beS Groß herzoglichen Ministeriums eine Regierungsvorlage ruaegangen, enthaltend als Anlage zum Hauptvoranschlag 1903 0t: 1. Tie Uebersicht der Soll-Einnahmen und AuS- gaben des GroßhcrzogtumS für daS ^atSjahr 1901/02; 2. den Spe-ialvoranschlag der Staatsrenten-Ablölungs- Schuldenverwaltung; 3. die Berechnung der zur Tilgung der Staatsschuld auS Landeskulturrentenkapitalien verfüy- baren Mittel; 4. den Voranschlag über den Bedarf für die Verzinsung der von der Lanoeskredit^asse begebenen Schuldverschreibungen ic.] 5. den Etat der Zivilpensionen; 6. die Uebersicht der Kredite und Kreditreste von Ausgaben für die Verwaltung, welche bis zum Bücherschluß 1901/02 noch nicht verfallen sind; 7. die Uebersicht über die zu Ende 1901/02 vorhandenen Fonds aus Anleihen, welche zu den vorgesehenen Ausgaben noch nicht verwendet worden sind, daher als Vorrat erscheinen; 8. die Nachweisung über die Kreditverwendung der bis Ende 1901/02 für daS Vermögen bewilligten Ausgaben, welche durch Dnlehen bestritten werden sollen; 9. die Zusammenstellung der Kredite und Kreditreste des Vermögensbudgets, welche am Schlüsse des Etatsjahres 1901/02 noch nicht verfallen und nicht auS Anleihen zu bestreiten sind. Deutsches Deich. Berlin, 12. Dez. Die „N. A. Ztg." schreibt: Dem Vernehmen nach steht auf dem Gebiete der inneren Verwaltung für die nächste Zeit eine Reihe wichtiger Ver- sonalveränderungen bevor. Ter Polizeipräsident in Berlin v. Windheim' soll als Regierungspräsident nach Frankfurt a. £>. verseht werden. Als sein Nachfolger für das Königl. Polizeipräsidium in Berlin ist Landrat von Barries aus Herford in Aussicht genommen. Für den aus seinen Antrag in den Ruhestand tretenden Regierungspräsidenten v. Hevdebrand und der Lasa in Breslau ist der Regierungspräsident v. Holwede von Danzig nach Breslau designiert und zum Regierungspräsidenten in Danzig der Vortragende Rat im Ministerium des Innern, Geh. Re- gierungSrat v. Jarotzky, bestimmt. — Unter dem Vorsitze des Reichskanzlers Grafen Bülow fand gestern eine Sitzung des BundeSrateS statt. — DaS preußische Staatsministerium trat änter dem Vorsitz seines Präsidenten Grafen Bülow gestern ebenfalls zu einer Sitzung zusammen. — Der „Reichskanzler" meldet jetzt amtlich, daß der Wiener Botschafter Fürsten Eulenburg unter Verleihung des Großkreuzes des Roten Adler-OrdenS mit Eichen- laub in den einstweiligen Ruhestand verseht worden ist. — Die „Berliner Korrespondenz" veröffentlicht die Grundsätze, welche zwischen oen Regierungen derjenigen Bundesstaaten, wo Vorschriften über bedingten Strafaufschub bestehe, vereinbart sind, um auf eine gleichmäßige Handhabung der Strafaussetzung mit dem Ziel späterer Begnadigung hinzuwirken. (Die Bestimmungen sind dieselben, welche auch die Großh. Negierung bereits veröffentlicht hat. Dergl. unsere Mittwochsnummer. D. Red-) Tie „Verl. Korresp." bezeichnet ferner die Vlättermeldung, daß die Warenhaus st euer vom Oberverwaltungsgericht als mit der reichsrechtlichen Gewerbefrciheit unvereinbar für rechtsungiltig erklärt sei, unter Zitat beS Absatzes deS Paragraphen 15 deS Warenhaussteuergesetzes für unzutreffend. Dresden, 12. Dez. Im Befinden des Königs Seorg, der gut geschlafen hat, ist eine Besserung zu verzeichnen. Der Katarrh verläuft normal. Stuttgart, 13. Dez. Bei den D ü r g e r a u S schu ß - wählen wurdm die demokratisch-sozialistischen Zettel gewählt umd zwar sechs DolkSparteiler, darunter ReichStagS- abgeordneter Hoffmann, 3 Sozialdemokraten, 3 Parteilose und vier Kandidaten der vereinigten Rechten. Mit dieser Dahl besitzt die VolkSpartei mit der Sozialdemokratie wie im Gemeinderat die Mehrheit. Frankfurt a. M., 12. Dez. Soeben erschien im Neuen Frankfurter Verlag eine neue Streitschrift deS von der Freiburger Curie wegen seiner bekannten Canossa-Schrift von der Frankfurter Staatsanwaltschaft verfolgten Karlsruher Professors Arthur Doethlingk. Die Schrift, betitelt Abwehr und Anklage, richtet sich direkt an die Adresse deS Erzbischofs von Freiburg und zieht den Kirchenfürsten vor den Richterstuhl deS deutschen Volkes. öffentlichen Arbeiten, Hussein Pascha svachri, eine Ansprache an den Khedive, in welcher er die groben Dienste berienigen von Herzen anerkannte, welche hauptsächlich an der Durchführung deS großen Werkes bcteiliqt waren, und die Mithilfe hervorhob, die von den Kommissaren der öffentlichen Schuld geletftet wurde. Rach einer Erwiderung deS Khedive setzte die Herzogin von Connauqht on< sein Ersuchen den letzten Stein in den Damm. Hieran? sprach der Herzog von Eonnaught dem Khedive den Dank kür die Ein» ladiing zur Eröffnung diele! großen Werkes aus, dankte dem Un- terstaatSsekretär der öffentlichen Arbeiten Sir W. ^arstin und den übrigen an dem Unternehmen Beteiligten und heb ebenfalls das Entgegenkommen der Kaffe der öffentlichen Schuld hervor, welche einen erheblichen Teil der nötigen Geldsummen beigesteuert hatte. Alsdann setzte der Khedive die Maschinerie in Bewegung und öffnete die fünf Schleusen, durch die daS Waffer üch mit mächtigem Rauschen ergoß. Nach der Feier begaben ffch die Festteilnehmer an Bord von Dampfern nach Affuan zlirück, wobei sie als Erste die Daiiivffchle»ise des großen Daiiimes pnfherten HteronhmnS Sonn'» teste» »edlcht. Tie Wiener Abendpost veröffentlicht die letzten Verse Hieronnmu» Lorm's, die der Dichter wenige Tage vor seinem Hinscheiden diktiert hat. Die lauten: Die Thränen. Unglückliches Herz, dir ersehnst du die throne« Als strömte mit ihnen von dannen dein Leid! Die» zeigt sich als kurzes vergebliches Wähnen, — Ein Degen liegt dennoch in Thrünen bereit. Das Unglück, je tiefer die Schmerzen entbrennen, Verlangt um so Heister der Thränen Erguh, Den Grund doch des Weh'», das sie offen bekennen — Wohlthuend verschweigt ihn ihr sprachloser Flust. Der Thränen Geheimnis ist dunkel, ste scheinen Ein stumme! Bekenntnis des Himmels ju fein: Die Reue der Schöpfung — und linderndes Weinen ES schließt auf Erlösung ein Hoffen mit em. Aus Stadt und Land. Dießen, den 13. Dezember 1902. — Auszeichnungen. DaS Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem früheren Mitglied der freiwilligen Feuerwehr zu Ober-HilberSheim Jakob Hangen. • * DaS Militärwochenblatt nennt in der Nachweisung der seit 1. Juli 1902 bekannt gewordenen Todes- alle von pensionierten Offizieren: Kolbe, Oberstlt. z. D., zuletzt beim Stabe deS Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm (2. Groß- herzogl. Hess.) Nr. 116. • • DaS meteorologische Beobachtungswesen )eS Großherzogtums Hessen erfuhr in letzter Zeit insofern eine wesentliche Verbesserung, als eine stattliche Anzahl von Beobachtungsstationen neu errichtet wurden. DaS StationS- netz umfaßt jetzt 8 Stationen höherer Ordnung und 35 Regenstationen. Die BeobachtungSergebnisie wurden neuerdings von Prof. Dr. Greiin in Darmstadt zusammengestellt und vom Großh. Hydrographischen Bureau in Form eines Jahrbuches herauSgegeben. Höhere Beobachtungsstationen gestehen in Gießen, Darmstadt, Bad Nauheim, Mainz, WormS, Michelstadt und Alzey. Regenstationeu bestehen in Starkenburg 12, in Rheinhessen 5 und in Oberbesien 18. • * Die Einziehung b er Zeitungsgelder durch >ie Briefträger erfolgt, worauf wiederum aufmerksam gemacht ei, in der Zeit vom 16. bis einschl. 25. deS letzten Monats im Vierteljahr kostenlos; die Briefträger sind zur vollgiltigen OuittungSleistung über die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Die Vorteile, die die Einrichtung für das Publikum bietet, springen in die Augen, wenn man berücksichtigt, daß der regelmäßige Fortbezug der Zeitungen gesichert, der Gang Siir Post und daS föarten an den Schaltern, die am Vierteljahrsschluß besonders stark in Anspruch genommen sind, erspart wird. • • Rach der Riviera. Die ofsiziellen Abmachungen letrefss deS Rioiera-LuxuSzugS sind nunmehr erfolgt; der- elbe verkehrt vom 2. Januar an täglich zwischen Frank- urt und Ventimiglia. Die Berliner und Amsterdamer An- chlüsse fahren zweimal wöchentlich nach und von Frankfurt. Die Route geht wieder über Straßburg, Mühlhausen, Bel- :ort, Lyon, Marseille, Nizza, Monte-Carlo und Mentone; die Züge sind mit Schlaf- und RestaurationS-Wagen auS- gestattet. Um 11 Uhr 40 Minuten Abends ist stets Abfahrt aus Frankfurt. ** &äbet' oder Pistolenduell? Unter reger Beteiligung der Gießener Studentenschaft sand am Donnerstag abend im Auditorium maximum der hiesigen Aula die von der Gießener Burschenschaft einberufene Studentenver- 'ammlung behufs Aussprache wegen Einschränkung der Pistolenduelle statt. Cs nahmen an derselben auch Seine Magnificenz der Rektor und einige Professoren teil. Der erste Referent führte aus, daß zur Austragung von Ehrenhändeln die blanke Waffe am geeignetsten sei und daß zur Pistole nur gegriffen werden soll 1. im Falle schwerster Familienbeleidigung, 2. im Falle körperlicher Unfähigkeit des einen Kontrahenten auf blanke Waffen anzutreten, 3. im Falle ansteckender Krankheit des einen Teiles. Die Pistole sei völlig ungeeignet, im ritterlichen Kampfe die gerechte Sühne für eine Beleidigung herbeizuführen; denn sie sei eine dem Zufall zu weiten Spielraum lassende Waffe, die nicht selten in ernsten Fällen versage und ost bei geringfügigen Streitigkeiten den Tod eines der Kontrahenten herbeiführe. Die festeste Stütze habe daS Pistolenduell im Offizierkorps und zudem befinde sich der Zivilist durch die Ehrengerichtsinstitutionen des Offizierkorps stark im Nachteil. DaS zweite Referat enthielt oeS Näheren die Unterschiede zwischen Offiziers- imb Studentenehrengerichte und die Benachteiligung de! Zivilisten dem Offizier gegenüber, durch die Institutionen des EhrenrateS, dessen H>ruch anzuerkennen man von dem Zivilisten verlange. Die deutsche Studentenschaft müsse demnach mehr wie oilher eine auf dem Grundsatz der gegenseitigen Gleichberechtigung berußendes Zusammenwirken in Eyrenangeleaenheiten anstreoen. Bei der sich daran anschließenden Diskussion ergriff zuerst Prof. Dr. Biermann da! Wort und schloß sich den Ausführungen der Referenten an, Ebenso erklärte sich Oberbibliothekar Prof. Tr. Lxnipt mit denselben vollkommen einverstanden. Tagegen sprach ein Vertreter bei v d. St., fand aber keine Unterstützung. ES wurde dann folgende Resolution an den preußischen Kriegsminister gegen eine Stimme angenommen: An De. Sxeellenz den Herrn Krieal- minister richtet die fatirfaktlongeckende Stichentenschaft Der Universität Gießen dal ergebenste Ersuchen, bei Streitigkeiten zwischen Offirieren und Studenten mehr all bisher für eine paritätische Zusammensetzung der EbrenaerichtS- Organisationen Sarae zu tragen trab grundsätzlich bei kfti!- traaung von Ehrenhändeln dem Säbel als der ritterlichen Waffe vor der Pistole den Vorrang verschaffen zu helfen. Wir bitten all Grundsatz anzu erkennen, daß such bei Dtreltigkeitm zwischen Offizieren und Studenten zur P stole nur gegriffen werden soll: 1. im Falle schwerster Familienbeleidigung, 8. im Falle körperlicher Unfähigkeit einel Teile! die blanke Waffe zu führen, 3. im Falle, daß ein Kontrahent mit einer ansteckenden, durch dal Blut übertragbaren Krankheit behaftet ist. Die Studentenschaft wird bei ihrem Vorschläge von dem Gedanken getragen, daß el bei den gleichen Anschauungen der Offiziere und fatilfaktionl- gebenden Studenten in Ehrenangelegenheiten nicht schwer sein müßte, über die jetzt bestehenden Meinungsverschiedenheiten hinweg zu einer beide teile befriedigenden Lösung der Duellftage zu gelangen. Die Studentenschaft ist weiter der Ansicht, daß das Leben der Offiziere und Studenten dem Vaterlande gehört und daß e! nicht wegen kleinlicher Zwistigkeiten auf daß Spiel gesetzt werden darf. Eine ausführliche Begründung unsere! Ersuchens finden Ew. Excellen» in dem anliegenden Bericht. Die Gießener Studentenschaft. L.: die Gießener Burschenschaft. ** I u der Dezember -Versammlung de« Kriegervereinl hielt der Jntendantursekretär t P. Seiger einen Vortrag über die Belagerung der Gesandtschaften in Peking. Ter Vortragende, der feine Informationen an Ort und Stelle ein gelogen hat, wußte die Kuf- merkfamkeit seiner zahlreichen Zuhörer in hohem Grade zu fesseln. Gestützt auf feine genaue Lokalkenntnil, entrollte et ein anschauliche! Bild der Vorgänge vom ve ginn bet Magerun« bi! zum Entsatz der Gesandtschaften durch die Truppen her Verbündeten. Sehr eingehend behandelte er den an unserem Gesandten v Kettelet begangenen Meuchelmord. Mit Stolz mußte eS jeden Zuhörer erfüllen, daß gerade der Fübrer der deutschen Äesandt- fchaftlwache Leutnant Graf Soden sich während der gsnzen Bclngeruna in fa hervorragender Weife ausgezeichnet hat. In verschiedenen sehr kritischen Situationen hat sein schnei, diges Vorgehen die schwerste Gefahr abgewandt. Durch den Vortrag wurde die dem Grafen Soden verliehene hohe Auszeichnung — bekanntlich erhielt er den Orden pour te mörite — durchaus verständlich. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine Mühe. Die Versammlung war sehr gut besucht. Der Bezirks-Kommandeur, Herr Oberstleutnant v. Mosch, mehrere Offiziere unsere! Regiments und de! Deurlaubtenstande?, sowie verschiedene Ehrenmitglieder bc-$ Vereins hatten sich eingefunden. Auch Angehörige anderer hiesiger, der Kriegerkameradschaft „Hasste angehöriger Vereine waren der Einladung des KriegervereinS gefolgt Der Kriegerverein hat ein sehr wertvolles Geschenks einen chön auSgestatteten DibliothekSschrank, erhalten. Der Vor- itzende sprach dem ungenannt bleiben wollenden Geber in >er Versammlung den herzlichsten Tank auS. ** 59 i e kalt i st e! heute? Diese Frage hört man in diesen Tagen allerorten, auf der Straße und am Stammtisch, und eS kommt da gar leicht zum Streit, weil der Eine behauptet, eS seien —10 Grad, der Andere —12 Grad, währerid ein Dritter sagt, daß bei ihm draußen im Vorort —15 Grad gewesen wären. Häufig wird der Streit da- mrch geschlichtet, daß man sich deS Unterschiedes von Celsius« und Reau?nurgraden bewußt wird und die —10 Grad all Reaumur und die —12 Grad als Celsius erklärt, und wenn )ie —15 Grad dann auch noch al! CelsiuSgrade angesehen werden, so ist die Ginigung bald erzielt Diese Einigung ist aber häufig nur eine scheinbare, denn e! kann sehr wohl )er Fall sein, daß obige Mgaben nach der Celsiusikala oder nach der Reaumurskala gemacht sind. Daran! erfolgt aber, daß eS an den drei Orten, wo sich btc bewußten Thermometer befinden, oerfiyieben kalt gewesen sein muh. Deiche! ist aber nun die richtige Temperatur? Zur Entscheidung dieser Frage erscheint es zeitgemäß, hierauf etwas einzugehen. Dorausfetzuna ist dabei natürlich, daß )aS betreffenbe Thermometer richtig zeigt, waS leider sehr häufig nicht der Fall ist; Fehler von 1 Grad sind bei den üblichen Fensterthermometern durchau! nicht so selten, all man meint. Vorausgesetzt wird ferner, daß nur Celsius- grade oder richtiger Centigrade (d. h. Hundertgrade) gemeint ein sollen, da ja diese für alle öffentlichen Zwecke (Krankenhäuser, Schulen ic.) allein nur noch gebraucht werden dürfen. Menn es windstill und klar ist, können Erde und Lust ihre Wärme ungehindert in den kalten Weltraum ausstrahlen und sich, da keine neue Luft zugeführt wird, ganz enorm abkühlen. Diese Abkühlung beginnt unten an der Erde und schreitet allmählich nach oben hin fort, sodaß eS in der Regel unten kälter sein trkb als oben; da ja auch kalte Luft schwerer ist als warme, wird sie sich um so leichter unten ansammeln und dort bleiben oder nach tiefer gelegenen Orten abfließen. Es können oft Pftanzen auf einem Blumenbeet der oberen Etagen noch ohne Frostschaden stehen, wenn unten im Garten schon alles gefroren iff. Andererseits ist zu bemerken, daß es außerhalb der Stadt, wo die schützenden Häusermassen fehlen, an und für sich kälter ist. § Butzbach, 12. Dez. Unter Leitung deS Großh. Kre>!. ratö Fay zu Friedberg fand im Rathause daselbst die gut besuchte diesjährige Generalversammlung deS Mathilden stists Friedberg-Butzbach statt. Außer der Rechnungöablage standen als wichtige Punkte für Butzbach auf der Tagesordnung: Tie Anstellung je eine! neuen Rechners uno Kontrolleurs, sowie der Dau eine! eigenen Kassengebäudes dahier. Es wurden ernannt: Wilhelm Weickhardt in Butzbach zum Rechner und W. A. Grüninger daselbst als Kontrolleur: die Erwerbung eine! Bauplatzes in der Dismarckstraße hier für das projektierte neue Spar- kassegebäude fand die Zustimmung der Versammlung. - Nach der für 1900 erstatteten NecbnungSablage hat ba! Gesamtstift wiederum günstige O^eschästSergebnisse zu verzeichnen: die Aktiva beträgt 8 094 610.68 Mk., die Passiva 7 761 179.59 Mk. und der Reservefonds biernach 333 431.09 Mark. Das Gesamtvermögen einschließlich Reservefonds bat sich gegen das vorhergehende Berichtsjahr bedeutend er- höht, ebenso die ©umrne der Einlagen und der nicht er- hofenen Zinsen solcher; andererseits wurden in 1900 an Unterstützungen 17 041 Mk. bezahlt resp. gewährt. Ta! vor 50 Jahren gegründete Mathildenstist hat sich kn! auf den heutigen Tag als höchst segensreiche! b<*n Sparsinn fördernde! Geldinstitut unsere! Kreise! bewährt: der Rechner, Weickhardt wirkte aT< vorheriger ffontrr9-iur nahezu 30 Jahre bei der hiesigen Kasse in erspriesslicher Weise zur Zufriedenheit bei VerwaltungSrates und b*r. Einleger. Hungen, 13. Dez. Hin bedauerlicher NnglffckSsaff trug sich gestern abend hier >n. Der 65 jährige Knecht Adoii Dürz stürzte vom Heuschober herab und erlitt einen doppelten Beinbruch. Mainz, 11. Dez. Degen bei schweren Verbackt", ihr Kind im Juli 1896 ermordet zu haben, wurde gegen eine gewiße Dorothea Witter stein au! Eltville eine Untersuchung eingeleitet. Der Staatlanwalt bittet um Auskunft über den Verbleib bei Kindel. Die Wittersiein bedanp- tet, daß ste da! 15 Tage alte Kind im Juki 1896 einer gewissen Frau Engel in Poppelldorf bei Bonn überaeben Kobe. Die angestellten Ermittelungen haben eine Aufklänmg nicht gebracht, eine Frau Engel hat in Poppelsdorf überhaupt nicht existiert. m. Marburg, 12. Dez 5flut einem m ber heutigen Stadtverordnetensitzung erstatteten Bericht betrugen im vorigen Jahre die Einnahmen in der städtischen Gasanstalt 290 929 Mk., die Aulgaben 240 462 Mk. und der Hebet- schuß 50 464 Mk. Frankfurt, 12. De, Auf bet Zeil brach gestern gegen Abend die in den fündiger Jahren stehende Wittwe Marg. Göbel infolge eine! Herzschläge! zusammen und war sofort tot. — In einem Haufe der Mallstra he in Sochstn- bansen spielten sich gestern Nachmittag auiregende Szenen ob. Die 71 Jabre alte Frau Maraarethe Müller wollte sich im hatten Stack «ul dem Fenster stürzen. Do ste daran verhindert wurde, versuchte sie sich mit einem Küchenmeffec bn TuKobem |u öffnen, aber auch biesel Vorhaben wurde vereitelt, ste verletzte sich nur unbedeutend. Der Arzt, der ber- beigtrufen wurde, bemerkte an der Greisin Zeichen von «Aeiftelgestörtheit und ließ sie nach der Irrenanstalt bringen. — Heute Maraen benutzten zwei 'Spitzbuben die Abwesenheit be« »astwirieS Schramm, «artenstraße 101, um diesem die Kaffe samt der Schublade zu stehlen. Sie setzten sich dann eiligst aus die Trambahn und sichren gen Bornheim, verfolgt von einem mittlerweile requiriertem Schutzmann, dem e« jedoch nicht gelang, ihrer habhaft zu rofrbrn_ __ Der Rettungswagen del Samaritervereinl wurde vorgestern nach Aeckdach gerufen. Dari halte der Storch Eberh. Metzger. 8 empfiehlt empfiehlt billigst 05509 87eo/, 87,0/ *•/» . 101.91 . 90 96 . 102 05 91.90 . 100.60 . 99 80 . 103 00 101.55 . 101.65 . io3.?o . 48.90 . 30 80 . 28 30 . 121 20 44.60 Georg Schäfer LicherNrake 9. Rdehaanieiba do. J Keneole , do . . ilrnrllf lilrltninarn. vrlginaldrahtmeldungen deS Gießener Anzeiger. Nohrstühle und Sessel in fitpRcr Auswahl, sehr billig. 8684 Pb. Schlatter. . 24 26 . 90.70 . 76 50 . 95.10 . 211 20 189 00 . 186.00 . 143.20 . 15690 . 146 00 . 17.70 179.00 . 203.75 . 169.50 . 167.60 Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. N18. Dezember 1902. Veste Sorten Nußkohlen I. n. II. Berte „Eentrinn", p. Etr. l,30Mk., bei größerem Quantum billiger. Anthraz tkohlen Coces, Briketts von Grube „Friedrich" bei Hungen ,»n>te kliMtMW Hch Eine noch gut erhaltene 18685 Trorkeuhnlle 3 Stockwerke hoch, ist auf Ab- druck zu verkaufen. Will». SeU» I.. Ludmigstr. 28., auch einige konservative Organe ecklären, Gegner einer Volitst zu sein, welche eine längere Aktion gegen Venezuela nach sich ziehen würde. (Die englischen Blätter führen ja immer gern das große Wort. Wir meinen aber, Zeit abwarten wäre hier doch besser ain Platze! D. Red.) London, 12. Dez. Hellte abend sind zwei Verträgt veröffentlicht worden, der eine zwischen England und Abes- ynien, der andere zwischen Abessynien, England und Italien. Der erstere sieht die Abgrenzung zwischen dem Sudan und Abessynien vor. Ncgus Meuelik verpflichtet sich, weder Bauten aufzunehmcn noch aufnehmen zu lassen im Blauen Nil, Tsauasee oder Sobat, die deren Gewässer hindern würden, sch in den Nil zu ergießen. Menelik gestattet England, in bei Nachbarschaft von Itang an den Ufern des Flusses Poaro ein Gebiet zu wählen, das nicht größer als 400 Hektar ist und auf eine Ausdehnung von mehr als 2 Kilometer an den Fluß angrenzt. Dieses Gebiet wird von Menelik der englisch-ägyptischen Regierung verpachtet werden, die darüber die Verwaltung übernehmen lind es als HandelSitation besetzen wird, jedoch sich desselben weder zu politischen noch militärischen Zwecken bedienen darf. Menelik räumt den Engländern das Recht ein, durch das abessynische Gebiet eine Eisenbahn zu bauen. Der zweite Vertrag betrifft einige Abänderungen der Grenze zwischen Abessynien und der Kolonie Erythräa einerseits und letzterer und dem Sudan andererseits. London, 12. Dez. Der Minister dcS Acußercn, Lord LanSdowne, hielt heute abend beim Festmahle des United Elub eine Rede, in der er sagte, in den venezolanischen Gewässern seien, wie er mit Freuden feststelle, deutsche und britische Kriegsschiffe und Matrosen Seite an Seite thätig, um die gerechten Forderungen der beiden Mächte durchzusetzen und im Somalilande biete Italien unschätzbare Erleichterungen für die Durchführung der Operationen. Redner bemerkte ferner, England hege keine eingewurzelten Antipathien gegen Venezuela. Wenn dieses von Gewaltthaten gegen englische Untertanen und englisches Eigentum ablassen, berechtigte Schuldsorderungen bezahlen und auf höfliche diplomatische Vorstellungen nur antworten wollte, brauchte England keinen Streit mit ihm zu haben. Marseille, 13. Dez. Trotz der gestrigen Streit- Ereignisse verlief der Abend und die heutige Nacht ruhig. Die Truppen patrouillieren immer noch die verlassenen Quais ab. In der militärisch besetzten Arbeiterbörse erklärte der Sekretär der Streik-Kommission, eS werde ein Aufruf der Streikenden an die staatlichen Arbeiter gerichtet werden. Nom, 13. Dez. Die Tribuna bezeichnet die letzte Reichs» lagSrede deS Grafen Bülow als eine neue Gefahr für den Abschluß neuer Handelsverträge, da sie mit ihrer Voran- sjellung veterinärer Motive zur Verhinderung aller Einfuhr- Produkte Anlaß zu willkürlichen Interpretationen biete, waS bei dem Fleischbeschaugesetz bereits der Fall gewesen sei. Nom, 13. Dezember. Der „Patria" zufolge hat bet Dampfer. .Elba", welcher sich nach ben chinesischen Gewässern begeben wollte, Befehl erhalten, unverzüglich nach Venezuela zu gehen. Mequinez, 13. Dez. Hier sinb beunruhigende Nach- richten auS Tezza eingetroffen. Der Sultan ist gestern hierher zurückgekehrt und hat einen Teil der Truppen, etwa ■ 2000 Mann, nach Fez abgesandt. Tanger, 12 Dez. Der Sultan von Marokko ist nach dem Lager bei Fez zurückgekehrt. Es heißt, das j Gros der Armee soll nach Soja gesandt werden. . Washington, 13. Dez. Das Staatsdepartement hm bis jetzt noch keine Antwort auf den Schiedsgerichts- । Vorschlag erhalten, welchen es im Auftrage der venezola- ' nifchen Regierung den Kabinetten von London und Berlin ; gemacht hat. Man hat wenig Hoffnung auf eine günstige Antwort. (DaS meinen wir auch.) Caracas, 13. Dez. Wie vertraulich von einer eng» , lischen Persönlichkeit mitgeteilt wird, steht das Bombarde- । ment auf den Hafen von La Guayra unmittelbar ; bevor. PhoiiJrapbische Apparate und Utensilien in rrfi-et r Anawnhl. P692 Klein«* e *pp-rte ft Ä Hirt-, 8'J/o Mexikaner . , 4*/« / Chineeen . . Elpctr r. Mo- ackert . . Nordd Lloyd . . . Kreditaktien . . . Diekonfo-Kommandit. . Darmetädt-r Bank . . Dreedfiier Bank . . , Ber Iner Randelegee. Oeeterr StaaUbahn . . Lombarden . . . . Gorthar 'Hahn .... Lanra fltte..... Bochum...... Harpimer .... Tendenz: behauptet. _ । I Bowi« 8680 I I MIMPiosch । — $n ber für ben 8. Januar 1908 Hngubendenben General- Versammlung bet Bereinigten Brauereien Aktiengesellschaft in Frankfurt a. TL, hat ber Vorstand be- schlossen, die Verteilung einer Dividende von 6 Prozent vorzu- schlagen. — An ber Berliner Börse wurde der Antrag gestellt, 2 Mill. 8 7, pr oAnleihe der Stadt Bonn von 1902, l L Reihe, zum Börsenhandel zuzulassen. — Die am 2.—15. Januar n. IS. sälligen Coupon« und^ verlosten Stücke der 4 v r o z. amortisalbe Königlich Serbischen Staats-Anleihe vom Jahre 1896 werden vom 2 Januar n. I«. ob eingelöst. Tabak. Im Laute der vergangenen Woche wurden Tabake in Sandholen zu Mk. 27—30, in Schaarhol zu Tlf. 26 27 verknust. Durch da» anhaltende Frostwetter trat im Einkäufe Hin- ftnnb ein, diese Witterung ist den noch am Dache här m Tobaken nur förderlich. Einige kleine Porthieen wurden a«.., m Langenbrücken zu Mark 24 verkauft. Das Geschäft m alten Tabaken ruht nahezu vollständig, es wurde unS nur ber Verkauf von co. 150 Rentner Bellheimer bekannt. In losen vfälzer Rippen geschästSlo«, lose seine 9—10 Tlf., gebündelte 11 12 Tlf. Petroleum. Seit letztem Bericht ist die erwartete offizielle Preissteigerung einqetreten und notiert z. Zt. amerikanisch 22.10. Der Verfalls beschränkt sich aus die Deckung deS offenen Zwischen- bedarf. Getreide. Bei fester Tendenz de« Weltmarktes verkehrte auch unser Markt hier in fester Haltung; wozu auch noch ber überraschend früh und plötzlich einqetretene SchifsfahrtSschluy beitrug. Tie Umsätze bewegten sich allerdings in ziemlich engen Grenzen. DaS Angebot war ebenfalls nur mäßig. Roggen unverändert. (R e r ft e lest. Hafer fest. Mai« lehr fest. Die heutigen Dotierungen sind: Debminter H Tlf. 126—128. Kansas II Tlorf 126—127. Südruff. Weizen Tlf. 121-142. Rumän. Weizen Tlf. 125—185. Ruff. Roggen Tlf. 103. Ruffische Fultergerste Mk. 93-94. Tuff. Hafer Mk. 105—125. Laplata-Mai« r. t. Mk. 113. Mixed Mais Januar-Ablad. Mk. 95-96 per Tonne cif Rotterdam. Märkte. «letzen, 18.Dez. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarft kosteten: Butter pr.Psd. 1,10-1,20 Tlf., Hühnereier 1 St. 8—10 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Vsg., Enteneie 0—OPfg., Käse vr. Ctck. 5—8 Pf., Käsemotte2 Stck. 5—6Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Toubenvr. Paar 0,80-0,90Tlf., Hühner pr. St. 2 00—1,20 Tlf., Hahnen pr. Stück 0,70—1,25 Tlf., Enten pr. Stuck 6,00—2,60 Tlf., Gänse pr. Pfd. 48—64 Pfg., k?chsenfleisch pr. Pfund 16-76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60-64 Psg., Sch'veme- steisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—72 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,50—6,00 Tlf., Weifckrant per Stück 00-00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 8,50—4,50 Tlf., Milch ner Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 0—00 Psg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. , , Die Marftzeit dauert von morgen« 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Gegenstände des Wochenmarftverfehrs dürfen vor Beginn ber Marftzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marftzeit nur auf den dafür bestimmten und angewiesenen VerfaufSplätzen, also auch nicht im Umherziehen, seilgeboten werden. es LH 9lment§ Uh "ri »äs tt-ät ft». , elc dmignn 63 tann seht 1b Ve[fiu=üi ZwM etjcl:; ,.1’° sich natürlich, k; 9t tvas leidtt (* ®rib sind bei 2 nicht so leiten,’ti daß nur 6^ tbertgrabe)^.': !n Zwecke (hrS wcht werden dbi- en Erde unb. cktraum au;siics- toitb, ganz r? :nten an derb fort, sodatz- oben; da j? irb sie sich • ben oder nöl' i ost Mn;,- ch ohne Frchftr alles gefrr ': ußerhalb n, an unbfj^ 25/25 Briefbogen und Couverts im Karton mit geprägt. Monogramm 4 60 Psg., so lange Vorrat. H. Kühn, Papierhandlung. 8682 0 welch' Malheur! Geschieht mir recht, warum bleibe ich nicht bei unserer alten Verbindung |8686 Schirmfabrik M. Levi, wo wir schon 20 Jahre arbeiten lassen, da kommt so etwa- nicht vor, denn da sind nur gelernte, tüchtige Fachleute beschäftigt und wird nur prima Material verwendet. g des W fttfe* mfe daskk!ti?B mg statt. Gr b« Punkt, mg ji wiA w Dau eines wjtw ernennt: 8W V. L Grunin- s eines Baupla W « ® rrtzEage hat k ttzngeWe P - 68 M, die kHva i ßiernrö sich d- sjahr btbtM ü' -n und der m J wurden in i- 'v, Hfl l bewährt^,, hmger fr: ässe«S ftungN^' ttliftm»1* s-iSi -•cs5 "*,1! Mhüiip! loppelM - id heutig eine" ” «n vow »<-» im>r-’ -ll'L- 61" «#«>*: A» lob' ilerwt'l .^ | *tne 25jährige Ehefrau plötzlich überrascht, sodaß ihre schleu- eige Ueberführung in die städtische Entbindungsanstalt nötig Murde. Die bedauernswerte Frau war von Rodheim in tvberhessen gekommen auf ber Suche nach ihrem durchge- o;Qngenen Mann und auf dem Weg nach Vilbel, ihrem Wohnort. Kleine M itteilun gen auS Hessen und den 'Nachbarstaaten. In H ö ch st a. M. explodierte in einer Sauhütte auf bisher unaufgetlärte Weise der Ofen. Drei Maurer wurden dadurch so erheblich verletzt, daß sie Aufnahme im städtischen Krankenhaus finden mußten. — Ter Fuhrmann Nürnberger aus Griesheim ist heute morgen im StaatSgüterbabnhof in Frankfurt vorn Wagen ge- i kürzt und hat sich eine erhebliche Schüdelverletzung zu- gezogen. Er fand im städtischen Krankenhaus Aufnahme. - Ein junger Mann, der vergangene Nacht auf der Zeil jin Frankfurt mit einem Revolver spielte, schoß sich । iu6 Unvorsichtigkeit eine Kugel in die Hand. — Ein Holzhauer aus Gedern aß gefrorenes Brot und liegt nun ' ferner krank darnieder. llntürrritüts-lliifliriditrn. München, 12. Dez. Der „Allg. Zlg." zufolge hot Profeffor itrufiuS au4 Heidelberg die Berufung auf den Lehrstuhl für I klassische Philologie an der hiesigen Universität an Stelle des ®e- jeunrat« Christ annenomnien. Gerichlssaal. E. Dietzen, 9. Dez. Strafkammer. E« kam zur Verhandlung die von Adam Marsteller, dem Gememderechner Leidig II. mb der Frau Schmalz, sämtlich von Grünlingen, gegen da« Urteil Vrotzh. Schöffengerichts Lich vom 19. Juli d. I. eingelegte Be- rufunfl. Durch genannte« Erkenntnis waren die Angeklagten oegen Beleidigung deS Bürgermeister« Gilbert IIl. von Grüningen ijit einer Geldstrafe von je 60 Tlf. verurteilt worden. ES wurde •blgenber Sachverhalt festgestellt: ES war von dem Angeklagten DlarfteÜer eine Eingabe an das KreiSamt gerichtet worden nut Iler Rubrik: „Die AmtSehre des Bürgermeisters Gilbert III. von -Srüningen betreffend", in ber von „unwürdigen Vorkommnissen" I)fe Rede war. ES sollte insbesondere gerügt werden, daß der föürgermeister Holz, welches von dem Polizeidiener Hudler zu 27 Tlf. »gesteigert worben wäre, mit nur 16 Tlf. als Einnahme emge- ragen hätte. Dtese Darstellung ist von ber Angeflagten Schmalz aud- । regangen unb verbreitet worben. Die beiben anberen Angeflagten er- • fuhren gleichfalls davon -, dteseTlttteilung fam ihnen gerade recht, da sie geeignet war, die Wiederwahl Gilberts als Bürgermeister in Frage ,iu stellen. Marsteller trug diese Verdächtigung denn auch weiter; !o wurde sestgestellt, daß er einem Steinberger Landivirt, namenS Sender, davon erzählte. Nachdem er in einer Wirtschaft roeaen ' dieser Versteigerung in seiner Eigenschaft als Mitglied de« Ge- neinderateS zur Rede gestellt worden war, ließ er sich von Leidich aeranlafien, die Amtsführung des Bürgermeisters bet dem Kreis- nute in der angedeuteten Weise zu fritifieren. ES wurde sestgestellt, daß die Behauptungen ber Eingabe falsch sind. DaS Holz var zu 16 Mack versteigert worden. Tie Strafe konnte — wenn auch der Schutz des § 193 St.-G.-B. bet der Einreichung einer Eingabe an die vorgesetzte Behörde zugebtlltgt wurde — nur bzgl. ber Angeklagten Schmalz heruntergesetzt werden, da die Ausdrucks- Teile dte gehässige Absicht der beiden anberen Angeklagten, dem Bürgermeister eine Beleidigung zuzufügen unb ihm bei der Wahl nt schaden erkennen ließ; letztere dagegen mehr als Weckzeug der ersteren erschien. Berlin, 13. Dez. Im Kreise Lieqnitz-Goldberg- Haynau ist eine Stichwahl -wischen dem freisinnigen und sozialdemokratischen Kandidaten erforderlich. Dieselbe ist au Freitag, den 19. Dezember, festgesetzt worden. Berlin, 13. Dez. Tie heutigen Depeschen über die Lage in Venezuela lauten ziemlich widersprechend. Ter „Lok.-Wnz." meldet über London, baß in der gestrtgen Ditzung deS nordamerikanischen Kabinetts die Lage ausführlich diskutiert werde. Man beschloß, dem Gesandten Bowen die Ermächtigung zu erteilen, als Vermittler zu fungieren und vorläufig Bowen Depeschen bezüglich der Schiedsgerichtsfrage England und Deutschland zugehen zu las en. — In London zirkulierten gestern abend Gerüchte, denen zufolge Präsident Castro zum Nachgeben neigen soll. Ein Telegramm lautet: Castro werde schwacher. In gut informierten Londoner Kreisen glaubt man, Castro werde, da er fände, daß Deutschland und England entschlossen seien, fest zu stehen, in ein SchiedS- verfahren mit den Vereinigten Staaten als Schiedsrichter einwilligen. — Demgegenüber wird dem genannten Blatte aus Newyork gemeldet: Ter Aufntf des Präsidenten Castro hat jeden Gedanken an eine Fortführung der Revolution beseitigt. Venezuela sei einig ist dem Entschluß, die Invasion zu bekämpfen. Die Thatsache, daß die bewaffneten Venezulaner die nationale Trikolore führen, bedeutet, da es sich um einen nationalen Kampf handle. — Nach einer Journal-Meldung ist das Zollhaus von La Guayra unter dem Schutz der Geschütze der Kriegsschiffe von den Verbündeten besetzt worden. — Nach einer Meldung auS Washington hat sich da- Staats-Departement nicht verpflichtet, die im Falle einer Blockade dem amerikanischen ficmbel etwa auferlegten Beschränkungen anzuerkennen. Ein diesbezügliches Gesuch Deutschlands vom vorigen Jahre nahm das Staats-Departement einfach zu Protokoll. London, 12. Dezbr. .Daily Mail* meldet au« Caracas, daß die venezolanischen Streitkräfte sich nach Puerto Cabello begeben und daß die dort wohnenden Deutschen sich auf die Kriegsschiffe .Vineta* und .Ariadne" geflüchtet haben. Beide Kriegsschiffe bereiten sich zum Born- bardement vor. Zahlreiche Fremde sind nach Trinidad au5- gewandert. London, 13. Dez. Die liberalen Morgenblätter und Ut Mm' »u eert 105471] ttrebnerfir. 6, pt Seb litten sowie ein rBnim Fcdechßksmn zu verkaufen. 6690 Heinrich MÜhlich, Dammstraße. Sons MmbW lö ist mit schönem, großem Laden preiswert zu verkaufen ober zu vermieten. 05423 Nähere« durch Juliu« Buch. i % Ob-rheeBHi . . « 4-4 Oeterr. Oo'drente 41', % Oeeterr. Rilberrente 4-4 Unerar. Oeldr^nte, . , 4®/ haben Rente . . . 4*', H Portngiee n . . . 8/ Portwrenglte Diskretion pqefldiert. rchwirjk AH zu verleihen, auch preiswert > verkaufen, Iackettfaeon von 22 Mark, Gehrockfa<:on von 47» T •. an bis zu den elegantesten bei ]7iLZ W. Kambach, Kanzleihr, 9. Verloren w” ein grünes Damen - Verte- monnale mit Inkalt 9n,ev>< Belohn, adzuq. köberßr *- Serein Slmidtin Samstag, den 20. Tezbr. aberrdS 8 Uhr yifiljnadibfritr mtf dem RelfenfelTtT. Freunde können eingefüütt werden. Um zahlreiche Bkt,il'g''ng ersucht Der Vorstand. Wir machen untere geehrten Damen darauf aufmerksam, da« besondere Einladungen nicht ergehen und bitten wir. oorftebenR Bekanntmachung alS foldte s betrachten. Neuerbautes Haus, zu einer Metzgerei sehr geeignet, an einem größeren industriereichen Crte in Lressen- Nasiau (Bahnstation) unter sehr günstigen Bedingungen zu ver- 8163 Bezahle hohe Preise für Hasensettr, Marder, Jltise, Füchse und Kaninfette. Tie Kürschnerei von A. Kretz,sch mar 22 Marktplatz 22. Ankauf non Suinpen, finoitn, Bifti nnb Metallen. Jacob Neustädter Wallthorstraße 46. Auf Wunsch werden dieselben Montag, den 15. d. M. vormittag- ' ,12 Uhr soll auf der Polizeiwache, Weidengasfe 5, ein gefundenes Faß Aepfelgelö, etwa 1 Gentner schwer, meistbietend versteigert werden. >8688 lkießen, den 13. Dezbr. 1002. Saöper, Polizeiwachtmeister. vor den Festtagen Zivil dl wünscht häusliche, sehr vermög. Dame mit strebs. 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