JBmÄ RA;KFUBT J,M1 Ki'Ä Hi,,dmh7w.O.^ hitrentea kljn/cnuLcai kotten, dregen?,I|N Vo”Vorthtikn|W|”ekfl?! *• than? hinsichtlich neck !*** Abf^ »“«nng derselben,T!hldtf ^V«c° Blätter «r ^icrratis, Pilze, «etr. Champißaoni w steinpiiee n Moteheln , . ” Trüffeln ieoer zu haben bei , t. Melnhänser euenbdue 17. Telph^. einen Posten Kartoffel! prima magnum bornu Wetterauer Ware) hat p.- 'ttt abzugeben ; J. W eitel, «onnenfa Prima gelbe Mäuöchen-Lalatlarto^ Bei Husten tlRrbtlt beweisen Mi; Anickimzen biefffW» klsthltl»»L 35iflie InW Uthma-Bonboni ?7, Wmmsaft, 88*/, Ä.. Wirkung überraschend _ Sulfaten ut Schachteln Ui. 3 Seideln i 30 M. W|K L. Fischbach, J5to$ Ä*g*‘*S gesch^—— r^r7ur~N»ti*', • JJP »ann bei den stch SäffiSg Konlerv'v aö^veppE' J RrWn^rDOn& Iti» SioW3* raße *&£&'** tffcÄ** irk ITA Ji**;1 g»6«" l„gane Beck. 5>ie heutige Yummer umfaßt 12 Seiten. Nachspiel zum Streitfall Dr. Peters - Bebel. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt ttnterm 12. November: Tie „Tuckerbries"-Angelebenheit wird dem Reichstag bei der Beratung des Kolonialetats voraussichtlich nochmals beschäftigen. Abg. Dr. Arendt (Rp.), der für Dr. Peters in die Schranken trat, auch als sich zu dessen Gunsten sonst keine Stimme im Parlament erhob, soll beabsichtigen, das Verhalten des Abg. Bebel (Soz.), des „parlamentarischen Staatsanwalts" des ehemaligen Reichskommissars für Ostafrika, vor dem Lande „festzunageln". Bekanntlich hat Aba. Bebel in einer Unterredung mit Tr. Peters unlängst abgelehnt, die Persönlichkeit zu nennen, die ihn mit dem Tuckerbries „hineingelegt" hat. Cs wird da wohl erregte Auseinandersetzungen geben, an denen auch Mitglieder anderer Parteien sich beteiligen dürften. Die Leichtgläubigkeit des Abg. Bebel, seine Neigung, auf nicht hinreichend verbürgte Mitteilungen parlamentarische Anklagen zu gründen, beginnt in den Kreisen der bürgerlichen Parteien starkes Mißbehagen zu erregen. Som preußischen Landtag. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt ferner: Tie Einberufung des preußischen Landtages noch im Laufe des Jahres ist ausgeschlossen. Der Zusammentritt dieses Parlaments wird, wie gewöhnlich, erst nach Neujahr erfolgen, und es liegt dem Vernehmen nach nicht in der Absicht der Staatsregierung, die kommende Session mit größeren Gesetzesvorlagen zu belasten. Soweit solche in Aussicht genommen sind, werden sie zurückgestellt, bis der die gesamte parlamentarische Situation beherrschende Reichsgesetzentwurf, der Zolltarif, erledigt ist. Das Interesse an den Landtagsverhandlungen wird sich also auf die Etatsdebatte konzentrieren, und hier besonders auf zwei Momente. Einmal auf die ministerielle Antrittsrede des Leiters der Eisenbaynverwaltung — obwohl Herr Politische Tagesschau. Die HandelSkammerwahleu. Durch Neuordnung des „Hessischen Handelskammer-Gesetzes" haben in einigen Wochen allgemeine Neuwahlen zu den Handelskammern stattzufinden. Hessens Handel ist durch dieses neue Gesetz in dankenswerter Weise besser und allgemeiner organisiert und zwar so, daß entgegen der seitherigen Handelskammern, welche fast nur aus Städten bestanden haben, auch das Land nunmehr mitorganisiert ist und somit mitvertreten wird. Unser Großherzogtum ist nach dem neuen Gesetz in sieben Handelskammerbezirke geteilt, und zwar umfaßt die Handelskammer Gießen die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach und die Handelskammer Friedberg die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten, die Handelskammer Mainz die Kreise Mainz und Oppenheim, die Handelskammer Bingen die Kreise Bingen und Alzey, die Handelskammer Worms den Kreis Worms sowie die Bezirke der Gemeinden Lampertheim, Viernheim, Lorsch, Biblis, Bürstadt, Bobstadt, Hofheim, Wattenheim und Nordheim, die Handelskammer Darmstadt die Kreise Darmstadt, Groß-Gerau, Erbach, Bensheim, Heppenheim mit Ausnahme der obengenannten Gemeinden der Kreise Bensheim und Heppenheim, die Handelskammer Offenbach die Kreise Offenbach und Dieburg. Sehr zu begrüßen ist, daß in dem neuen Gesetz durch § 14 die absolut geheime Wahl garantiert wird, was früher nie der Fall war, und wodurch eine Beteiligung der Wähler stets verhindert, bezw. behemmt wurde. Es ist daher anzunehmen, daß die Neuwahlen entschieden befruchtend für den Handel ausfallen werden, da die persönlichen Rücksichten dadurch vollkommen schwinden können, was nur zum Guten des Handelsstandes beitragen kann; besonders wird diesmal ein Handelskammerwahlvorschlag von selten der seitherigen Handelskammern, wie man solche aus Gründen der Selbsterhaltung früher den Mählern darzubieten für gut befunden hat, entschieden als Wahlbeeinflussung betrachtet werden müssen. Zu wünschen, so meint der „Mainz. Anz." sehr richtig, wäre auch, wenn sich allerwärts aus den Kreisen des Handels selbst eine Bewegung Geltung verschaffen möchte, welche die Wählbarkeit der Mitglieder nicht vom Besitz und den Gesellschaftskreisen abhängig machen würde, sondern mehr Wert auf wirkliche Fähigkeiten legte. Vor allen Dingen soll man doch von Handelskammer- Mitgliedern erwarten, daß sie auch mit dem Handel in allen Arten genau Bescheid wissen und soviel Bildung und Intelligenz besitzen müssen, daß sie das Wohl des Ganzen und der Allgemeinheit nie außer den Augen lassen, und niemals ihre persönlichen Interessen zu vertreten haben. Dringend N o t thut es heute mehr denn je, Männer in allen Körperschaften zu wählen, die derartige Eigenschaften besitzen, und nicht stets ihr eigenes Interesse zu vertreten suchen, wie das leider nur zu viel heute in Deutschland der Fall ist. Möge daher Hessens Handel von dem Recht, das ihm von der Regierung garantiert ist, lebhaft Gebrauch machen zum Wohl der Gesamtheit und des ganzen ehrbaren Standes. „Niemand soll es besser gehen, als er es verdient" and so auch dem Handel, falls er Jnteressenlosigkeit durch Nichtbeteiligung zeigen sollte und wieder eine Vertretung alsdann erhält, womit er keinesfalls zufrieden ist. Budde im Parlament kein Neuling ist —, und dann auf die Erklärungen des preußischen Finanzministers Frhrn. v. Rheinbaben zu dem schon einigermaßen in Vergessenheit geratenen „Fall Löhning". Auch der noch frisch in der Erinnerung haftende „Fall Trakehnen" wird zu Erörterungen Anlaß geben. Die Taktik Richters. Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 12. November: Das Verhalten des Führers der Freisinnigen Volkspartei, des Abg. Richter, gegenüber den sozialdemokratischen Anträgen zum Zolltarif, ruft hier und da in den Kreisen seiner politischen Freunde Erstaunen hervor. Abg. Richter hat in der „Freis. Ztg." erklärt, er halte die Taktik der äußersten Linken für falsch. Wie kommt es aber, daß andere Abgeordnete der Freis. Volkspartei für die sozialdemokratischen Anträge stimmen? Hat Abg. Richter nicht mehr entscheidenden Einfluß in feiner Fraktion? Das anzunehmen, fällt doch schwer. Wie erklärt es sich ferner, daß Abg. Richter letzthin gegen einen sozialdemokratischen Antrag stimmte, dem gleichlautenden Antrag der „Freis. Vereinigung" aber seine Stimme gab? Ein so kühl denkender Politiker wie Richter hat für Empfindsamkeit sicherlich nichts übrig. Es ist unwahrscheinlich, daß etwa ein Gefühl der Eifersucht darüber, daß die äußerste Linke im Kampf gegen den Zolltarif die Führung an sich gerissen hat, den Abg. Richter Anträge von dieser Seite ablehnen heißt. Immerhin scheint ein persönliches Moment hineinzuspiel^n, da Richter, den man sonst nicht selten im Gespräch mit sozialdemokratischen Führern sieht, von diesen Nachbarn neuerdings keine Notiz nimmt. Nach einer anderen Auffassung neigt Richter zu der Annahme, daß der Zolltarif zu stände kommen werde, und er überlasse daher den Sozialdemokraten, eine taktische Niederlage zu erleiden. Wer das sind eben nur Mutmaßungen. Auch das schier überschwengliche Lob, das von konservativen Blättern der „politischen Klugheit", der „Besonnenbeit", dem „praktischen Verständnis" Richters gezollt wird, hat bisher den Rufer im Streit nicht aus der Reserve herausgelockt. Das „Berl. Tagebl." konstatiert soeben mit Verdruß, es sei Thatsache, daß die Freisinnige Volkspartei in dieser entscheidenden Situation den Zügel am Boden schleifen lasse. Es scheine, daß hier wieder einmal die beliebten „taktischen Rücksichten" die Freisinnige Vollspartei für ihre wichtigsten Lebensfragen blind machen. Auf Angriffe des „Berl. Taaebl." Pflegt sonst sehr prompt die Antwort der „Freis. Ztg.", wie der Donner dem Blitz, zu folgen. Man darf gespannt sein, ob der Abg. Richter die Gelegenheit benutzen wird, des Rätsels Lösung zu geben, worüber sich viele Politiker den Kopf zerbrechen. Polizeiliche Uebergriffe. Man schreibt uns aus Berlin, 12. November: Zu den letzten durch die Presse bekannt gewordenen Fällen polizeilicher Uebergriffe nehmen heute abend die „Nationalztg." und die „Kreuzztg." entschieden Stellung. Die „Nationalztg." schreibt, daß sich in erschreckender Werse die Mitteilungen über Uebergriffe polizeilicher und anderer Beamten gegen Freiheit und Ehre von Staatsangehörigen häufen. Es sei hohe Zeit, daß den Staatsangehörigen die Zuversicht, gegen unerträgliche amtliche Ausschreitungen gesichert zu sein, zurückgegeben werde. Tas Organ der Konservativen fordert eine gründliche Untersuchung dieser Fälle und ein unnachsichtliches Einschreiten gegen die Beamten, bei denen eine unentschuldbare Pflichtversäumnis vorliegt. Was hier verlangt wird, mag nützlich sein. Aber es kommt mehr aus das Vorbeugen, als auf die Ahndung an. „Allgemeine Anordnungen" seitens des preußischen Ministers des Innern und des Justizministers versprechen nur dann Wirkung, wenn sie äußerst resolut gehalten sind. Zum Vorbeugen, zur Abschreckung gehört aber vor allem, daß die Strafen der Gerichte gegen solche Beamte, die gröblich ihre Befugnisse überschritten haben, exemplarischer aussallen, als dies nicht selten zu bemerken gewesen ist und — daß solche Verurteilte mit möglichst vorsichtiger Auswahl zur Begnadigung empfohlen werden. ___________ Revision de8 Strafgesetzbuchs. Von München aus sind Nachrmsien über eine angeblich vom Reichsjustizamt eingeleitete Berufung einer Kommission zur Vorberatung der Revision des Strafgesetzbuches verbreitet worden. Dagegen wird der „Nat.-Ztg." von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß es sich noch nicht um eine Kommission zur Herstellung eines Gesetzentwurfes, sondern vielmehr um die Bildung einer freien Vereinigung von Männern der Wissenschaft zur Inangriffnahme der erforderlichen rechtsv er gleich enden und statistischen Vorarbeiten handelt. In Fühlung mit. der obersten Justiz- Verwaltungsbehörde des Reiches haben hierüber Vorbesprechungen stattgefunden, die aber einen rein vertraulichen Charakter trugen und zu keinem abschlie ßenden Ergebnis geführt haben. Also viel geschehen ist bisher in dieser Beziehung wahrlich nicht, aber man sieht doch, es wird der Anfang gemacht zu der vom deutschen Juristentag einmütig als dringlich bezeichneten Reform, und das ist erfreulich. Oyne den Beschluß des Juristentages würde doch vielleicht die zeitgemäße Umgestaltung des Strafgesetzes auf die lange Bank geschoben worden fein. Man könnte glauben, die Vorarbeiten seien sehr zeitraubender Art, doch ist die Besorgnis wohl unbegründet, weil der Fleiß und das Interesse der deutschen ^uristen bereits eint umfangreiche Litteratur über Du . - in gehör..wen Fragen geschaffen habe '-wird im . ..... J.u Ausgabe des Sichtens und Prüfens sein, die der „freien Vereinigung" obliegt. Ganz andere Schwierigkeiten werden entstehen, sobald es sich um die Revision des Strafgesetzbuchs im einzelnen handelt. Dabei sind viele Meinungsverschiedenheiten zu überwinden. Eine Beschränkung der Revision auf einzelne Paragraphen, deren Reformbedürftigkeit durch die Praxis der Rechtsprechung dargethan ist, würde zwar die Aufgabe vereinfachen, aber sicherlich nicht den Wünschen der Oef- fentlichkeit entsprechen, die auf eine genaue Durchsicht des ganzen Strafgesetzbuchs Wert legt. Hoffentlich führen die Schritte zur Bildung der „freien Vereinigung" in naher Zeit zum Ergebnis. Deutsches Reich. Berlin, 12. Nov. Ter „Voss. Ztg." wird aus London depeschiert: Wie verlautet, wird der Kaiser nach Beendigung des Besuches auf Schloß Lowther nachSchottland reisen, vielleicht dem Herzog Buccleuch auf Schloß Trumlaurig einen kurzen Besuch abstatten, jedenfalls aber vor der Rückreise nach Deutschland Lord Rosebery in Dalmeny besuchen uuo die Forthbrücke besichtigen. — Tie Erklärung des Gouverneurs von Ostafrika Graf Götzen, bezüglich des Goldsundes ist, nicht in der Weise abgegeben worden, wie sie in den italienischen Blättern geschildert wird. Der Gouverneur erwähnt nur im allgemeinen der verschiedenen Goldfunde, die hier längst bekannt sind. — Tie „Nordd. Allg. Ztg." meldet, daß an Stelle des zum Gesandten in München bestimmten Grafen von Pour- tales der bisherige erste Sekretär der Botschaft in Paris von Sch lö z e r zum Gesandten im Haag in Aussicht genommen ist. — Ter bisherige Chefredakteur der „Nordd. Allg. Ztg." Geh. Hofrat Tr. Wilhelm Lauser ist gestern abend im Alter von 66 Jahren nach längerer Krankheit g e st o r b e n. — Die Urne mit den Aschenresten Heinrich Rickert's, dessen Feuerbestattung in Gotha stattfand, wird in einem Hügel auf dem Friedhöfe von Danzig, der sich neben dem Grabe seiner verstorbenen ersten Gattin erhebt, erfolgen. — Wie eine hiesige Korrespondenz berichtet, wird zum teilweisen Ausgleiche des Reichsdefizits, und zwar soweit es 100 Millionen Mark übersteigt, zu dem Auskunftsmittel einer Ergänzungsanleihe geschritten werden. 100 Millionen sollten durch Ausschreibung ungedeckter Matrikularumlagen aufgebracht werden. — Tie Kinderarbeitskommission des Reichstages nahm den § 13 betr. Beschäftigung eigener Kinder mit verschiedenen Amendements an, nach welchem u. a. den Kindern eine zweistündige Mittagspause zu gewähren ist, sowie die Uebergangszeit, während welcher der Bundesrat Ausnahmen zulassen kann, von fünf und zwei Jahre herabgesetzt wird. — Ter Ausschuß zur Bildung eines Hilfsfonds für die im Burenkriege geschädigtenDeutschen in den früheren Burenstaaten erläßt einen Ausruf, in dem daraus hingewiesen wird, daß große Ansiedelungen von Deutschen in den ehemaligen Burenstaaten bestehen, die durch den Krieg in große Not geraten sind, und fordert zu Sammlungen für diese auf. Straßburg, 12. Nov. In einer von den Sozialdemokraten abgehaltenen unterelsässischen Bezirks-Konferenz wurde beschlossen, in sämtlichen unter- elsässischen Reichstags-Wahlkreisen den Wahlkampf unverzüglich aufzunehmen. Vier Straßburger Stadträte bewerben sich um die sozialdemokratischen Mandate. München, 12. Nov. Die Metzger, Händler und Wirte Münchens gründeten einen Viehmarktsverein und eine Viehmarktkasse, um die Käufer finanziell unabhängiger zu machen. Ferner wird eine Einkaufsgenossenschaft angesttebt, die allerdings größere Schwierigketten bieten wird. — Tas Organ der bayerischen Zentrumsfrak» tion, zeigt unverhüllt Mißstimmung gegen den neuen angeblich nicht klerikalen Kultusminister, weil er der Stimmung des Hofs und der übrigen Minister gegen das Zentrum zuneige. Er sei Minister geworden, weil er in Wien eine Frage des Rangvortritts günstig für den Regenten löste. Heer und Flotte. Was kostet ein englischer Soldat? Auf eine Anfrage über die Kosten, die ein Soldat dem Lande jährlich macht, erwiderte Brodrick im Unterhause, daß ein Linieninfanterist auf ö2 Lstrl 5 sh 4 d zu stehen komme,, ein Linienkavallerist auf 58 Lstrl. 16 sh 9 d, ein Miliz- infanterift auf 18 Lstrl. 12 sh 6 d, ein ^eoman auf 19 Lstrl. 13 sh 6 d und ein Volunteer endlich auf 6 Lstrl. Nach dem ersten 2ft)ril 1904 werden sich die Kosten für den Infanteristen auf 59 Lstrü 6 shi 1 d und für den Kavalleristen auf 65 Lstrl. 16 sh 9 d pro Jahr erhöhen. Ausland. Stockholm, 12. 9Lb. „Stockholms Dagbladet" meldet aus Helsingfors: Sicherem Vernehmen nach werden die drei finischen Oberlandesgerichte, die bisher ausschließlich mit finischen Richtern besetzt waren, demnächst w e g f a l l e n und dafür ein Appellationsgericht für ganz Finland in Helsingfors errichtet werden. Tie Richterstellen an diesem Gerichte sollen zur Hälfte mit Russen, zur anderen .Hälfte mit Finländern besetzt werden. London, 11. N. b. Un:e.h iuS AZ < ine An rag^ teilte der Parlaments,', k. 'är der Admiralität, Arnold Forster >ur Erde bestattet; zuerst die junge atholischem, darnach die alte Gräfin am der Lus unseren Geber Hase seltener diesjährige Hasen- Feldiagden. Tiefe der Lbnähme Bein die Klinik begeben. [] Aus dem Oh mt h al, 12. Nov. meindejagden ist in diesem Herbst anzutreffen als je. Zn der That ist die jagd eine sehr schlechte in den meisten besonder griffener Darmstadt, 12. Noo. Der Großherzog enipfing 12. November u. a. den Oberst Pavel, Kommandeur Schutztruppe für Kamerun. Dezimierung des ohnehin in asenkest.indes ist wohl aus zwei Ursachen zurück- Aus Stadl und Land. Gießen, 13. November 1902. •* Personalnachrichten. Der Großherzog hat am 12. November den Fabrikanten Albrecht Buschmann in Darmstadt auf sein Nachsuchen von der Stelle eines Ergänzung Achters an der bei dem Landgericht der Provinz Starkenbing gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Darmstadt zu entheben und den Kaufmann Rudolf Wittich jun. in Darmstadt zum Ergänzungsrichter bei der genannten Kammer für die Zeit bis zum 31. Dezember 1903 ernannt; ferner den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Alsfeld Philipp Knierim auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Dezember 1902, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, in den Ruhestand versetzt, sowie demselben da8 Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen. — Strafe für das Auslöschen einer Laterne. Vor einiger Zeit bemerkte ein Wirt in der Grünbergerstraße, daß regelmäßig eine Zeitlang gleich nach 1 Uhr nachts die in der Nähe seiner Wirtschaft stehende Richtlaterne von unberufener Hand ausgedreht wurde. Er beschloß, zu versuchen, den Thäter in flagranti zu erwischen. Darum ließ er sich um halb 1 Uhr in der Wirtschaft von seiner Frau vertreten und nahm im Schatten eines Vorgartens in der Nähe der betreffenden Laterne Aufstellung und zwar mit einer Peitsche bewaffnet. ES dauerte auch nicht gar sehr lange, da nahte ein Jüngling, leise ein Liedchen pfeifend, ging erst mehrere Male im Scheine der Laterne auf und ab, dabei nach allen Seiten Umschau haltend. Nun kletterte der Pseudolatcrnenwärter flugs in die Höhe und hob gerade den Arm, um das Licht zu löschen, da sausten von unten her die Peitschenhiebe auf ihn ein. Mit der Schnelligkeit eines Blitz- zugeö glitt er herunter und eilte wie ein Hase die Grünbergerstraße hinauf, verfolgt von dem Mann mit der Peitsche, der diese noch mehrere Male knallen ließ. — Am anderen Morgen kam nun zum Ueberfluß noch ein Schutzmann in das Lokal in der Grünbergerstraße, um sich zu erkundigen, ob der Wirt den Ausreißer vielleicht erkannt hätte. Jovial erklärte aber jener: »Der Mann hat sich mir weder vorgestellt, noch hat er mir seine Visitenkarte zurückgelassen, dazu war gar keine Zeit.* Seit jener Zeit brennt die betreffende RichUaterne in der Grünbergerstraße tadellos. •• Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs. Der Verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend beschloß einstimmig, die Begründung eines Verkehrs- Vereins für Gießen in die Wege zu leiten. ES wurde der Vorstand beauftragt, eine öffentliche Versammlung einzuberufen, in welcher die Ansichten der dabei interessierten Geschäfts- und Gewerbekreise über die Frage zu hören sind und in welcher eventuell die Konstituierung eines solchen Vereins vor sich gehen soll. Ter Wirteverein alS solcher wird sich selbstverständlich mit der Führung der Angelegenheit nur dis zu der Gründung des Vereins beschäftigen und ist bereit, m erster Lime als Korporation fi* zu beteiligen, wobei eS den einzelnen Wirten überlassen »leiben soll, außerdem dem neuen Verein als Mitglied bei- zutreten. — Humor im Straßenleben. Ra dell da in starkem Tempo von der Wallchorstraße ein kleines Männchen. Am Marktplatz steht der SchutzmannSposten, der dem Radler chon aus der Ferne zum Absteigen winkt. Gehorsamst hält der Kleine vor dem Manne der heiligen Hermandad, und ehe jener noch die Ungehörigkell des schnellen Fahrens rügen lann, richtet er die Frage an den Beamten: , Wollen Sie Kohlen bestellen ?* Dieser, ob der Frage amüsiert, erklärte: .Kohlen will ich bet Ihnen nicht bestellen; fahren Sie aber das nächste Mal langsam, wie Ihre Konkurrenz und andere vernünftige Leute, sonst muß ich Sie aufschreiben.- Schlau lächelt der Kleine und fährt langsam über den Marktplatz weiter, hat doch sein Witz das Herz beS Schutzmannes milder gestimmt. - Turnerisches. Man schreibt uns: Des, nächsten SamStag stattfindenden Winterfestes des Turnvereins, gegründet 1846, sei hierdurch besonderer Erwähnung gethan, ist doch diese Festlichkeit eine der schönsten des Vereins. Und m der That, die Besucher werden ob des ihnen Gebotenen überrascht fein. Neben einigen schönen SoloS der hiesigen Regiments-Musik wird das Programm auch einige turnerische und gesangliche Aufführungen bringen, letztere vorgetragen vom Sängerchor des Turnvereins. Diesem anreihend wird die hiesige Theatergesellschast (Direktor Kruse) mit dem Dreiakter .Die goldene Eva- auswarten, welchem sich anschließen wird das Märchen: .Die Elfen im Walde-, einem lebenden Bilde, mit einem großartigen, rasch aufeinanderfolgendem, mittels elektrischem Scheinwerfer brillant beleuchteten Szenenwechsel. Man sieht, der Vorstand ist bemüht, seinen Mitgliedern einige recht schöne Stunden zu bieten. Hierbei sei darauf hingewiesen, daß zur Beseitigung des schon oft beobachteten Mißstandes, am Eingänge Kontrolle geübt wird, um nur diejenigen zur Festlichkeit zuzukaffen, die auf Grund chrer Mitgliedschaft dazu berechtigt sind. pa. Allendo rf a.d.Lda., 12. Nov. Ein Schmerzenskind für die unlängst eröffnete Bahnstrecke Londorf- Lollar scheint die Ueberführung über die Chaussee Londorf- Allendorf zu sein. Der eine Pfeiler der eisernen Brücke ruht nämlich auf Lehm- ober sogenanntem Lette-Boben, ber be- stänbig nachgibt, sobaß infolge von Riffen erst unlängst zwei starke Steinstützen angebaut werben mußten. Auch bieses half nichts, vielmehr entftanben neue Risse. Man hat sich nun genötigt gesehen, unter großen Kosten einen Tunnel unter den ziemlich hohen Bahnbamm zu graben, um an bas Fun- bament bes Pfeilers zu gelangen, ber burch Anlagerung von Betonmassen vor weiterem Sinken bewahrt werben soll. Um jebe Erschütterung zu vermeiden, muß der Zug jedesmal vor der Brücke halten, um möglichst langsam hinüberzufahren. ng. Groß-Felba, 12. Nov. Am Montag inspizirten die RegierungSräte Dr. Wagner und Noack aus Darmstadt nebst Hauptlehrer Schindel aus Alsfeld die hiesige Handwerkerzeichenschule. Die Herren sprachen sich über die Leistungen der Schüler sehr anerkennend aus, was ura so mehr ins Gewicht fällt, als die Schule, die unter Leitung des Architekten Kockerbeck auS Gießen steht, erst vor einem halben Jahre eröffnet worden ist. Gleichzeitig wurde mit dem Inhaber der Groß-Feldaer Kummet- und Geschirrfabrik Louis Völzing em Abkommen wegen Abhaltung von Meisterkursen für das Satllergewerbe getroffen, dahingehend, daß derartige Kurse nicht, wie anfänglich geplant, m Gießen, sondern am hiesigen Platze unter Gewährung von staatlicher Beihilfe stattsinben sollen. () Schlitz, 12. Nov. An den am Montag stattgehabten Beisetzungsfeierlichkeiten der beiden Gräfinnen von Schlitz gen. von Götz, der Gräfin Sophie, Gemahlin des Grafen Cemil, und der Gräfin Anna, der Mutter des Grafen nahmen teil als Vertreter des Kaisers: HauSmarschall Frhr. v. Lynker; als Vertreter des Groß- herzogs von Hessen: Frhr. Moritz Riedesel, Oberstallmeister, Darmstadt; als Vertreter des Großherzogs von Sachsen-Weimar: Hofstallmeister Graf Münster und Kammerherr von Eichel, Weimar ; ferner Fürst von Jsenburg- Birstein; Fürst von Solms-Lich; Erbprinz von Isenburg- Büdingen; Prinz Ludwig von Solms-Lich; Prinzessin Maria von Solms-Lich, mit Tochter, Prinzeß Louise; Erb- graf von Erbach-Schönberg; Graf von Erbach-Fürstenau; Graf Solms-Rödelheim; Graf Solms-Laubach; Erbmar- schall Frhr. Ludwig Riedesel; Major Friedrich Riedesel mit Gemahlin; Graf Görtz-Wrisberg; Prinz von Ratibor mit Gemahlin und Tochter, Prinzeß Taxis; Graf Ortenburg; Graf Giech; Prinz Hohenlohe-Ingelfingen; Gräftn Amalie Isenburg-Philipp seich; Gräfin Bertha Solms- Rödelheim; Graf Jsenburg-Meerholz; Graf Bylandt- Rheydt; Baronesse Marie Riedesel; Komtesse Wedel; Kammehrherr von Göden mit Gemahlin, Weimar; Baronesse Waldenfels; Fürst Schönburg; Erbprinzessin Schönburg mit Sohn Prinz Günther und Tochter Prinzessin Sophie; Prinz Otto Wittgenstein; Prinz Franz Wlltgenstein mit Tochter Prinzeß Eleonore; Prinz Otto Constantin Wittgenstein; Graf und Gräfin Villeneuve; die Eltern der Gräfin Sophie; Graf Franziseo Villeneuve; Monsieur de Barau- diarau; Geh. Regierungsrat Tr. Hinzpeter. Die Teilnahme der Schlitzer Stadt- und Landbevölkerung an dem Trauergottesdienst und dem Leichenbegängnis war ungeheuer. Der verwitwete Graf Emil befand sich in Johanniter- uniform. Die beiden (Gräfinnen wurden auf dem für das Gräfliche Haus reservierten Teil des Friedhofes in gewöhnlichen Gräbern zur Erde bestattet; s Ä Gräfin Sophie nach katholischem, darnach zuführen. Das Frühjahr mit seinen naßkalten Tagen biL in den Juni hinein konnte der Vermehrung der Familie Lampe nicht günstig sein. Tie zwellen und wohl auch ersten: Sätze gingen ein. Dazu waren aber gewiß aucb sehr wenige Hasen aus dem vorjährigen Felde übrig geblieben, roetl nämlich im letzten Jahre der Pacht vielfach alles weg- geschossen wird. Eine Neuverpachtung der Jagden hat aber in den meisten Gemeinden im vorigen Winter stattgefunden. Soll die Hasenjagd in solchen Feldjagden wieder einigermaßen emporgebracht werden, so muß sie vor allem roeib- männisch gepflegt werden. Zur weidmännischen Jagdpflege gehört aber als erste Bedingung, nicht alles.wegzuschießen, was vor den Rechen kommt. Andernfalls flieht es teuren Hasenbraten, wie von einem solchen der „F. G.-A." berichtet. Hiernach hatte eine Jagdgesellschaft von 30 Jägern dieser Tage zwei Hasen erlegt. Tie Kosten der Herren Nimrode beliefen sich auf 265 ML, demnach kam ein Hase auf 132,50 Mark zu stehen. § Vom Vogelsberg, 12. Nov. Eine auffallende Erscheinung in diesem schönen Spätherbste ist das gänzliche Fehlen der bekannten Vogelarten ui unseren Hecken, Hainen und Feldern. Wenn sonst um diese Zeit >ie Schlehen süßer, die Mehlfäßchen des Weißdornes bur- junberrot und alle Heckenfrüchte reif geworden, dann hechte eine große Zahl von beerenfreffenben Vögeln die verödeten Felder. Ebenso suchten ganze Schwärme von Tistelftnken, Hänffingen, Blutffnken u. a. die noch reichlich Samen tragenden Sträucher an Rainen und Bachesufern ab. Gegenwärtig sieht man aber nichts von allem dem, einen Krametsvogel, feine Schwarzamsel, selbst keine Staare, ebenso keine der genannten Samen fressenden Arten. Es wäre gewiß von Interesse, zu erfahren, ob man auch in anderen Gegenden ähnliche Beobachtungen gemacht. t Darmstadt, 12. lllov. Gestern abend fand ÜR „Kaisersaal" die Mitgliederversammlung des Hessischen Landesvereins für Toten-Einäscherung statt. Tr. Heil gab einen kurzen Ueberblick über die krematistischeo Ereignisse seit der letzten Mitgliederversammlung und ho anders über die Vereinsthätigkeit. Ter Redner wies daraus hin, daß das Mainzer Krematorium im Frühjahr n. I. als 8. in Deutschland und als 2. in Hessen in Betrieb ge>» nommen werde. In Worms ist ein herein für Toten- Einäscherung für Worms und Umgegend" gegründet roorben, >em sich die seitherigen Wormser Mttglieder des Hessischen Landesvereins angliedern werden. Tie Vorarbeiten und Vorverhandlungen wegen eines in Darmstadt zu errichtenden Krematoriums haben zu dem Ergebnis geführt, daß der Bürgermeisterei Pläne und Kostenvoranschlag für ein auf dem von der Stadt im Prinzip bereits zur 23er* ügung gestellten Platze an der Südwand des südöstlichen Teiles des Friedhofes an der Nieder-Ramstädterstraße zu errichtendes Krematorium überreicht werden konnten. Ter Entwurf sieht ein Gebäude in Kapellenform srühgotischen Stils vor mit größerem Versammlungsraum; gleichzeitig ist ür die Beisetzung von 300 Aschenresten Raum geschaffen. Es ist eine hydraulische Versenkung für den Raum vorge- ehen und a ls Ofensystem wurde dasjenige von Klingen* tierna-Beck vorgeschlagen. Der Verein hat nun an die Stadt- lerwaltung das Ersuchen gerichtet, das itrematorium eitens der Stadt erbauen zu lassen, während der Verein u den Kosten zinsenfrei 25 000 Mk. sofort zur Verfügung teilt. Tiefe Summe ist durch Zeichnung unverzinslicher Anteilscheine aufgelegt und sofort verfügbar. Ter Stuften» vranschlag rechnet mit 54 000 ML einschließlich Ofen, Der» enkungsvorrichtung und Kosten für Bauleitung. Durch Vermietung beziehungsweise Verkauf der Urnennischen (300 ä 50 ML) würden in einiger Zeit an die Stadt 15 000 ML zur Zurückzahlung gelangen, sodaß die Stadt zunächst mit einem sozusagen a svnd perdu-Zuschuß von nur ca. 14000 Mark zu rechnen hätte, wogegen die Gesamtanlage, die ja Eigentum ber Stadt werden soll, einen Bauwert von 54 000 Mark repräsentiert. Tie Entscheidung der Stadtverwaltung wird hoffentlich in günstigem Sinne ausfallen, sodaß baldigst der Bau eines Krematoriums in Darmstadt verwirklicht wird. Zum Schlüsse teilte der Vorsitzende noch mit, daß die für den Krernatoriumbau eingebauten Gelder sich in offenem Depot der Bank für Handel und Industrie dahier befinden. Durch Zuruf wurde der seitherige Vorstand wiedergewählt und zum Schlüsse dem Vorsitzende ber Dank des Vereins für dessen Mühewaltung ausgesprochen. -n- Mainz, 12. Nov. In dem hiesigen Dom ist man eben mit der Aufstellung deS Grabdenkmals für den 1899 verstorbenen Bischof Haffner beschäftigt. TaS auS dem Atelier beS Professors Busch in München hervorgegangene Denkmal, baS in weißem französischen Kalkstein auSgesührt ist, zeigt ben Bischof in UeberlebenSgröße fmenb neben einer Engelsfigur. — Vom Verein Mainzer Kaufleute ist eine Eingabe an baS Justizministerium in Darmslabt gerichtet roorben, in welcher für eine reichSgesetzliche Erweiterung bet Kompetenz ber Kammern für HanbelSsachen unb eine Vermehrung beS RichterpersonalS petitioniert! wirb. Der Verein Mainzer Kaufleute ist ber Ansicht, baß nur hierburch ben großen Mißstänben unb Verzögerungen ernstlich begegnet werben könnte, welche burch Ger ich tS- ferien veranlaßt werben. Ein ähnliches Gesuch ist schon früher von einer HanbelSkorporation in Darmstadt an baS Ministerium gerichtet roorben, blieb aber ohne jeglichen Erfolg. — In ber Schuhfabrik ber Firma Walbmann hier sind heute morgen sämtliche Zwicker in A u Sst an b getreten. Der Grund dazu soll fein, baß ber Fabrikinhaber sich weigert, ben erst kürzlich vereinbarten Tarif zu zahlen. △ Fronhausen, 12. November. Beim AuSschachten der Erbe am Lahnufer bei Roth stieß man gestern nachmittag in einer Tiefe von fünf Meter auf einen mächtigen Eichenstamm von 12 Meter Länge unb 1 \ t lotet Durchmesser. Um ben Riesenstamm entfernen zu kennen, zersprengte man ihn mit Dynamit. I Marburg, 12. Noo. Gelegentlich einer Blitz- licht-Ausnahme in einem hiesigen photographischen Ateli er erfolgte heute nachmittag jebenfalls burch Kurzschluß eine Erpl 0 sion, burch bic baS ganze Glasdach zerstört wurde. Der Brand, welcher sofort ausbrach, wurde halb erstickt. Der entstandene Schaden dürfte nicht unbedeutend sein. fc. Kassel, 12. November. Der wegen betrügerischen BankerottS von ber hiesigen Staatsanwaltschaft steck brieflich verfolgte Lebcrhänbler Jaczst von hier wurde in Lonbon verhaftet. Frankfurt, 12. Nov. Dieser Tage wurde hier eine Vereinigung für Vogelschutz unb Vogellieb- nrit, feit dem Vorjahr sei das en glische MiLtekm eer- ae schwader rnn ein Schlachtschiff, drei Kreuzer und zwölf Torpebobootszcrstörer vermehrt worden. Sanbringham, 12. Nov. Ter heutige Tag ist für Me Bevölkerung ein Festtag. Auf allen Straßen im Walde sind Menschen in Scharen angejammert Heute war ihnen gestattet, den M a j e ft ä t e n auf die Jagd zu folgen. Gegen 2 Uhr nachmittags wurde von den Majestäten und den Damen der königlichen Familie das Frühstück in einem Zelt unmittelbar neben der Fahrstraße eingenommen. T in .Herein für Toten. :nd" gegründet worden, üglieder des hessischen Tie Vorarbeiten und Tarmstadt zu ei« dem Ergebnis geführt, 1 Kostenvoranschlag für cinzip bereits zur Ver- hroanb des südöstlichen >er-Ramstädterstraße zu werden konnten. T« ellmform frühgotischer lgsrauw! gleichzeitig fr :esten Raum geschasst für den Aum w4t> msjenige von Klingen, i hat nun an die W -t, das Krematorum , während der Lerein sofort zur Verfügung muns unvech.nÄW xW«. Tn fcb MMich Ofen> Lauleitung. Durch Ander ürnennischen W I die Stadt 15000 $1 ’ die Stadt zunächst wt huß von nur ca. W ie Gesamtanlage, hieJJ nen Bamert von dOOO ig der Stadtoerwaüuns Msallen, sodaß bBO Tarmstadt verwickch »rsihende noch mrt- daß Alten SeLer sich m l und Jndusttie dahier ögcP hinmorden läßt, die dann an die Delikatessenhändler oerfauft werden. Der Vortragende hat in hiesigen Geschäften unter achthundert Stück nur neun echte Kram- metSvögel gefunden. (Frkf. Ztg.) fc. Frankfurt a.TL, 12. 91OD. Leutnant Claret dtm den 13. Husaren, der vor einigen Jahren flüchtig ging, Hat sich vor Kurzem der Militärbehörde dahier gestellt. Das Verfahren gegen ihn wegen Fahnenflucht, mit der ein anderes Vergehen des Exleutnants zusammenhängt, befindet füch noch im Vorstadium. Die Anklage i|t noch nicht erhoben. Leutnant Claret ist ein natürlicher Sohn des Königs Leopold von Belgien und einer Dame aus Kassel. Vermischtes. * Berlin, 12. Nov. Tas junge Mäd d) en, welches zusammen mit dem geisteskranken Nißle in einem Hotel der Friedrichstadt erschossen aufgefunden wurde, ist die 27jährige Tochter einer Schutzmannswitwe Seifert aus der Swrnemünderstraße. Ob Nißle im Einverständnis mit dem Mädchen gehandelt hat, ließ sich noch nicht feststellen. • Hamburg, 12. Nov. Der Dampfer v©orrento* der hiesigen Rhedereifirma Rob. M. Sloman jr. gehörend, ist nach einem bei der Rhederei eingegangenen Telegramm vorgestern in der Nähe vom Kap Finisterre gestrandet. Der Dampfer gilt als vollständig verloren. • Stockholm, 12. Nov. ^Svenska DagbladeP will wissen, daß schon in diesem Winter drahtlose Telegraphie zwischen der schwedischen Flottenstation Karls- . Frona und fünf norddeutschen Küstenstationen mit je 160 Kilometer Entfernung zur Verwendung kommen soll. • Christiania, 12. Nov. Von den bei dem Erd- kutsch in Dunderslcmdsdalen Berunglüückten, sind bisher drei tot und elf verletzt geborgen. Mehrere Personen werden »och vermißt. * Cardiff, 12. Nov. In der Ozean-Kohlengrube bei Merthyr-Tydvil blieb ein Förderkorb, auf dem 30 Bergleute hinaufbefördert wurden, infolge Versagens der Maschinerie stecken. Gleichzeitig stockte vorübergehend die Ventilation, sodaß fünf Bergleute erstickten. Lüttich, 12. November. In dem hiesigen Theater »Pavillon de Flore" kam es gestern abend zu ernsten Ausschreitungen. Als einer der Schauspieler, den König Leopold darstellend, die Bühne betrat, veranstalteten die anwesenden Studenten einen Höllenlärm, sodaß die Polizei intervenieren mußte. Ein Student wurde wegen LHLtlichkeiten gegen den anwesenden Polizeikommifsar ver- h astet. Paris, 12. Nov. Ein Gerichtsschreiber des Untersuchungsrichters wurde seines Amtes entsetzt, weil miter den bei dem Bankier Boulaine beschlagnahmten Papieren sich Briefe von ihm befanden, worin Boulaine über die gegen ihn geführte Untersuchung auf dem Laufenden ge- h,alten wurde. * Louvaine, 12. Nov. Hier wurde heute ein alter Dann von 60 Jahren von einem Tandem überfahren und b-lieb auf der Stelle tot Die beiden Radfahrer erlitten, »nicht unerhebliche Verletzungen. * W i e n, 12. Nov. In der hiesigen Wagenfabrik von Lübler barst während des Betriebes die Schmirgelscheibe eimer Dampsschleiftnaschine, wodurch ein Arbeiter getötet n.nd zwei tötlich verletzt wurden. Eingesandt. Aür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Ärtifel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wer Gelegenheit hatte, am vergangenen Sonntag das tnfte Konzert des Konzertvereins zu besuchen, der konnte ich des Eindruckes nicht erwehren, daß die in allen Stücken » wohlgelungene Ausführung einen glückverheißenden Au- ang für die musikalische Wintersaison bedeutete. Um so mehr mußte es überraschen, und befremden, wie nicht mir über das Orchester, sondern vor allem über eine v ortreffliche Solistin in m. E. nicht zutreffender Weise q begurteill werden konnte. Vielleicht dienen die nachfolgenden, aus musikalischen Städten stammenden Referate dazu, dem Publikum zu beweisen, daß die von dem Herrn Lrrtiker vorerst über Fräulein Agnes Leydhecker aus Berlin ausgesprochene Meinung nicht die einzig her- schende ist, eine Solistin, welche von den bedeutendsten musi- lolischen Autoritäten (Arnold Mendelssohn-Darm- slidt, de Haan-Darmstadt, Pros. Reimann-Berlin il a.) aufs Wärmste empfohlen ist. Es mag noch hinzu- g-fügt werden, daß, um die höchste Vervollkommnung zu mreichen, die Dame in der letzten Zeit bei Frau Viar- dot-Garcia in Paris noch sehr erfolgreiche Studien b '.trieben hat. Jedenfalls hätte die Sängerin meines Er- achtens geradezu uneingeschränktes Lob verdient. Ter berliner „Börsen-Courier" sagte über ein jüngst stattgehab- trs Konzert, wie folgt: „Am vorgestrigen Abend führte sich im Bechsteinsaale die Sängerin Fräulein Agnes Leyd- h icker mit einem Liederabend aufs Günstigste ein. Ter tonnte Klang ihres sonoren, altähnlichen Mezzosoprans gewann ihr von vornherein die Spmpathieen der Hörer umb ihr beträchtliches gesangliches Können, im Verein mit der ungekünstelten Wärme ihres Vortrages ließen diesen Eindruck von Lied zu Lied immer stärker werden. Unter ihren Tarbietungen hoben sich das Bach'sche „Todessehnsucht" durch Innigkeit des Ausdrucks und Mo- zurt's „Veilchen" durch die schlichte Grazie der Wiedergabe besonders hervor. Auch das Brahms'sche „Wie In ft Du meine Königin" hört man nicht oft so gesungen." — Tas „Darmstädter Tageblatt" berichtet über Fräulein Leydhecker: „Eines durchschlagenden Erfolges hatte sich die Liedersängerin des Abends, Frl Agnes Leydhecker Mt erfreuen, welche vier Brahms'sche Lieder mit gereifter Kunst, schöne Tongebung, und edler Wärme der Empfindung vortrug. Bewährte sie sich in diesen Liedern, die ganz hervorragende gesangliche Leistungen waren, als eine Br ahm s- sängerin par excellence, so bewies sie in dem Vortrag zweier graziöser Lieder von Felix Weingartner, daß sie eine nicht weniger als einseitige Ausbildung erhalten hat und den weitestgehenden Anforderungen ihrer Kunst zu genügen weiß." Ist es aufs Tiefste zu bedauern, daß eine, wie sich hierin ausspricht, auswärts wohl angesehene Künstlerin*) in Gießen in dieser Weise angegriffen wird, so erscheint es mir auch in Bezug auf die Leistungen des Orchesters nicht angebracht, hier die künstlerische Bedeutung der hiesigen Militärkapelle als solche in den Schatten zu stellen. Dies gefährdet den musikalischen Frieden aufs Schwerste! Es muß doch anerkannt werden, daß der Einzelne sein Bestes zu leisten bestrebt und die Gesamtwirkung eine höchst befriedigende war. Wie leicht in den Blasinstrumenten hie und da etwas passieren kann, weiß jeder, der schon öfters Symphoniekonzerte besucht hat. Ja, in den besten Orchestern kommen solche lleinen Versehen vor; ist es doch Thatsache, daß im letzten Weingartner-Konzert in Frankfurt a. M. die bekannte Hornstelle in der Eroica völlig mißglückt ist! Ist aber daraus einem Orchester ein Vorwurf zu machen? Schließlich noch ein Wort über den Konzertsaal, auf den wir in Ermangelung eines größeren Saales, vor allem eines Saalbaues angewiesen sind. Hier Abhilfe zu schaffen, wird einer wohl fernen Zeit ja Vorbehalten sein. Vorerst müssen wir dem Vorstände des Gesellschaftsvereins Dank schuldig sein, daß er, wie seither, den Saal für Konzertausführungen überhaupt noch zur Verfügung stellt! Alles in allem habe ich den Eindruck, der Herr Kri- tiker habe in den, wohl gut gemeinten Ratschlägen über das Ziel hinausgeschossen, und befürchte, mit dieser Kritik habe er unserem musikalischen Leben zum Mindesten nichts genützt. Auf weitere Erörterungen in der Zeitung werde ich mich nicht einlassen, werde dies vielmehr dem Gutdünken des Konzertvorftandes, in Bezug auf die Bemerkungen über die ÄRusikkapelle aber deren verdienten Leiter, Herrn Musikdirektor Krauße, anheimstellen, weitere diesbezügliche Schritte zu thun. " Professor D r. Walther. ♦) Welchen Rufes sich Frl. L. in Berlin erfreut, geht daraus hervor, daß sie soeben für ein großes Konzert (Cantate Don Bach u. a.) in der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche in Berlin von Prof. Reimann engagiert worden ift Anmerkung der Red aktion. Wir haben diese Zuschrift des Herrn Prof. Dr. Walther in der Voraussetzung veröfsenllicht, daß damit eine weitere öffentliche Debatte über das erste Konzert des Konzertvereins verhindert wird, und haben uns bereits veranlaßt gesehen, weitere Zuschriften zur Kritik des Herrn......... zurücFu- w eisen. _____________ Was ist ein Schliefplatz k Unter den 18 Nummern, aus denen sich die Tagesordnung für die Sitzung der Stadtv.-Verjammlung für heute zuiammensetzt, befindet sich unter 7. die Vermietung eines Teiles der Waldparzelle nördlich der Liebigshohe als Schliefplatz. Viele Leser der Tages- Ordnung, die sich vielleicht gefragt haben, was ist ein Schliefplatz? begnügen sich mit dec Antwort: das ist ein Platz, den die Jäger brauchen, um Hunde abzurichten. Der Schreiber dieses weiß auch nur ungefähr wie es da zugeht, er ist wohl gelegentlich eingeladen, sich die Sache anzusehen, hat aber immer höflich dankend abge- lehnt. Auf dem Schliefplatze werden, sage ich, um gemeinverständlich die Einrichtung zu erklären, künstliche Fuchsbaue hergerichtet. Natürliche Fuchsbaue sind röhrenförmige Hohlräume unter der Erde, in denen sich der Juchs, wenn ihm Gefahr droht, verbirgt, in denen auch die Füchsin ihre Jungen zur Welt bringt. — In die auf dem Schliefplatz durch Menfchenarbeit hergerichleten Fuchsbaue werden eingefangene Füchse einzeln eingesetzt und diese durch junge Hunde gehetzt. Die jungen Tachsel sollen hier chre Studien machen, sie sollen Raubzeug würgen lernen. Um die jungen Hunde nicht scheu und bedenklich zu machen im Angriff, giebt man ihnen entsprechende Gegner. Im zeitigen Frühjahr, wenn die Füchsin im Bau Junge geworfen hat, werden diese durch Ausgraben gefangen und für den Schliefplatz groß gefüttert Die jungen Thiere werden eingesperrl und mit Kartoffelsuppe, Brod, Eier und auch Fleisch (Vögel, Mäuse) ernährt Ihre natürliche Behendigkeit, ihre Verschlagenheit und besonders die Entwickelung ihrer Gebisse bleibt ui der Gefangenschaft zurück. Diese jungen Füchse sind daher ihren Gegnern, den Hunden, auf dem Schliefplatze ungefährliche Gegner, wenn sie auch in der Todesangst und infolge der Schmerzen, die ihnen die Bisse der Hunde verursachen, sich verzweifelt zu wehren suchen. Wie lange es dauert, bis der junge, in der Gefangenschaft aufgewachsene, schlecht entwickelte Fuchs unter den Bissen der Hunde endlich stirot, das ist sehr verschieden. Ist der Fuchs ver- Aroeifelt tapfer, so dauert die Qual lange und er hat unter Umständen zwei, drei Gegner zu bestehen. Aber auch alte Füchse, auch Dachse werden eingesetzt, die zu dem Zwecke irgendwie lebend eingefangen sind. An diese hetzt man aber nur alte erfahrene Hunde. Wer den bissigsten, geroanbeften Hund hat, der das Raubzeug am gewandtesten abwürgt, erhält den ersten Preis. Ist diese Abrichtung junger und alter Hunde auf dem Schliefplatz notwendig? Oder deutlicher gesagt: Ist dieses zu Tode ängstigen und zu Tode quälen dcs Raubzeuges auf dem Schliefplatze notwendig? Ich glaube nein 1 Zu allen Zeiten hat man mit Recht und mit Erfolg Füchse gejagt und man hat dabei in freier Jagd mit alten Hunden junge angelernt Der Fuchs wird aus feinem Bau durch den Hund gesprengt und kommt so zu Schuß, oder wird im Bau fest- gehalten und ansgegraben. Dabei können auch Grausamkeiten Vorkommen, die der echte Waidmarm nach Möglichkeit vermeidet. Er tötet das jagdbare Tier so rasch als möglich, jede Quälerei ist ihm zuwider. Er ist auch in dieser Beziehung barucherzig gegen das Raubzeug. Was auf den Schliefplätzen geschieht, ist eine unnütze Grausamkeit, eine Thierquälerei, die sich Sport nennt und als solcher respektiert {ein will. Wie hat sich das ganze deutsche Bürgertum vor etwa 15 Jahren entrüstet ausgesprochen über das sportmäßige Tauben- schießen? Wenn Leute, die nichts besseres zu lhun hatten, Tauben einzeln auffliegen ließen, um sie herabzuschießen, so war das vielleicht als eine gute Vorübung anzusehen, um später mit Geschick das jagdbare Flugwild herunterholen zu können. Denn je geschickter die Jagd mit Pulver und Blei geübt wird, um so weniger grausam ist sie. Es wird dann weniger Wild angeschossen, das sich häufig verkriecht und jammervoll zu Grunde geht. Aber man hat dies sportmäßige Taubenschießen, durch die öfientliche Meinung gezwungen, als Tierquälerei verboten. Man sperrt einen Landwirt ein, der ein störriges Pferd jedenfalls übet Gebühr gestraft hat, und daneben läßt man mit besonderer Raffiniertheit auf dem Schliefplatze Füchse und anderes Getier durch ungeschickte Hunde zerfleischen und nennt diese straflos bleibende Tierquälerei einen eport, an dem sich die anständigsten Menschen beteiligen dürfen, ohne darauf angesehen zu werden. Wäre es sonst möglich, daß eine Vereinigung von Sportsleuten die Stadtverordneten-Ver- fammlung angehen könnte um Ueberlassung städtischen Geländes zur Errichtung eines Schliefplatzes? Ader fragt man erstaunt, warum darf man nicht zum Sport Tauben schießen? Warum darf man nicht störrige Pferde prügeln, bis sie thun, was sie sollen, wenn daneben die Quälereien auf dem Schliefplatze geduldet werden? Uebertreffen denn nicht die Grausamkeiten auf dem Schliefplatze alle anderen? Sind fte keine Tierquälereien, weil sie sich gegen Raubzeug richten? Unsere Stadtverordneten werden hoffentlich auf städtischem Gebiet keinen Schliefplatz errichten lassen! Ob es nicht die höchste Zeit wäre, dem grausamen Sport, der auf den Schllesplätzeu im deutschen Reich geübt wird, ein recht schnelles Ende zu machend Ich bin der Meinung. Kunst und Wissenschaft. Rom, 11. Nov. Der Kommandant des im Hasen von Sydney liegenden Schiffes „Carlo Alberto" telegraphierte dem Marines Ministerium, der „Carlo Alberto" habe auf der ganzen Reise von England bis ins Innere des Hafens von Sydney täglich radio- graphische Depeschen von der Station Polothu erhalten. Die Alitteilung des Marineministeriums fügt hinzch dies bestätigt die, Möglichkeit, sich gleichzeitig mit Den Küsten von Europa und Amerika während der Fahrt auf dem atlantischen Ocean in Verbindung zu halten, wenigstens bis zu einer Entfernung von 3000 Mellen. Es würde also noch leichter sein, Verständigungen zwischen den beiden Kontinenten zu sichern mü Hilfe von Stationen, welche über Apparate verfügen, die starker sind, als diejenigen, welche man zweckmäßig auf den Schiffen auf- stellen kann. Unwerslläts-Nalyrüyteu. Der Professor Dr. med. E. v. Düring-Pascha zu Konstantinopel ist zum außerordentlichen Profeffor in der ^eb^ zinischen Fakultät der Universität zu Kiel ernannt worden. pa. Ullendorf a. d. Lda., 12. Nov. Heute wurde hitt, vom schönsten Herbstwetter begünstigt, der diesjährige Nickels-Markt abgehalten. Es waren etwa 2000 Schafe aufqetrieben sowie viele FerkA, die beide guten Absatz fanden. Eine Menge Stände, über 60, umsäumten den Atarktplatz, die auch gute Geschäfte machten, da die Bauern von Nah und Fern sich zahlreich eingefunden hatten, um ihre Bedürfnisse zu decken. Das beste Geschäft machten wohl wieder die Wirtschaften, die sich für das leibliche Wohl der Markt- besucher nach Kräften eingerichtet hatten. Krieskusten der Redaktion. Großh. Betriebstnfpettion II Gießen. Ihrer gestrigen Berichtigung war allerdings noch folgender Schlußpassus an gefügt: »Die Darstellung in der bctreffeneen Zeitungsnotiz beruht also auf vollständiger Uillenntnis der Betriebs- und Stations-Verhältnisse in Beienheim, und ist nur geeignet, unbegründete Aufregung und Beunruhigung im Publikum hervorzurufen und den Schein einer Dienstoernachlassiaung seitens des betreffenden Stationsbeamten zu erwecken." Wir hatten diesen Satz nicht zum Abdruck gebracht, da in der ihm vorgehenden Aufklärung des Falles das Thatsächliche und Wesentliche gesagt ivorden war und diese Worte über den Rahmen einer preßrechtlichen Berichtigung hinausgehen. Telephonischer Kursbericht« 3*/g% Reiohsanleihe . . 102.10 8% do. ... 91.85 8V,°/o KooboIb .... 101.80 3% do......91.50 87Hessen .... 100.35 3% Oberhessen . . . 99.80 4% Oesterr. Goldrente . . 103.00 4l/a% Oesterr. Silberrente 101.30 4% Ungar. Goldrente, , . 101.70 4% Italien. Rente . . . 103.00 4'/,-6 Portugiesen . . . 50.10 8% Portugiesen. .... 3L15 1-6 C. Türken .... — Türkenlose ...... 123,00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44JJ0 47,-6 äussere Argentiner —.— 3% Mexikaner .... 25.20 4,/21/o Chinesen .... 92.60 Electric. Sch ackert ... 80.25 Nordd. Lloyd . . . . 95.50 Kreditaktien.....211.10 Diskonto-Kommandit. . . 187.40 Darmstädter Bank . . . 137.60 Dresdener Bank .... 142.00 Berliner Handelsges. . . 155.70 Oesterr. Staatebahn . . . 149.80 Lombarden . ♦ . . . 18.90 Gotthardbahn.....180.50 Laurahütte......198.00 Bochum ....... 166.75 Harpener......166.75 Tendenz: ruhig. Neueste Meldungen, vrigirraldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger. München, 13. Nov. Dem Ministerium des Inner» ist ein Entwurf zur Ausführung der Matnkaualifie- r u n g zugegangen, ausgearbeitet von einem zu dfersem Zwsck in Aschaffenburg errichteten Bureau. Birmingham, 13. Nov. Ein Umbau der kaiserlichen Jacht ,Meteor"' soll beschlossen sein mit einem Kostenaufwand von 200 000 Mk. Lille, 13. Nov. Etwa 1000 Bergleute sind an gefahren. Es macht sich Neigung zur allgemeinen Aufnahme der Arbeit bemerkbar. Paris, 13. Nov. In Blayo ereignete sich gestern abend ein schwerer Unglücksfall. Bier Personen hatten während eines starken Sturmes ein Bovt befliegen, um sich über die Gironde setzen zu lassen. Das Boot kippte jedoch um und alle vier ertranken. Infolge des Sturmes scheiterten alle Rettungsversuche. — Wie nunmehr amtlich bekannt wird, handelt es sich in der Schwindel-Affaire des Bankiers Boulaine bei dem vielgenannten bom- promitttierten Magistratsmitgliede um den Appellations- gerichtsrat Andrieux, gegen den bereits das gerichMiche Verfahren eingeleitet worden ist. Die Mitglieder des Magistrates wurden vom Generalprvkurator einem Verhör unterzogen. Paris, 13. Nov. Die Insassen eines von Paris Lmr- menden Automobils setzten auf der Landstraße bei Fontaine la Louvet eine Wiege mit einem Knaben aus. In der Wiege lagen 14 000 Fran^ und ein Brief mit der Bitte, den Knaben, der einer vornehmen englischen Familie angehöre, bis zur Volljährigkeit zu erziehen. Rom, 13. Nov. Ter amerikanische Botschafter überfuhr mit seinem Automobil einen achtjährigen 5.naben> der sterbend ins Hospital gebracht wurde. K-' .abinieri führten den Botschafter und den Führer des ' Uomobils nach der Kaserne von Brozzi, wo der The^bestzand aufgenommen wurde. Wien, 13. Nov. ^kie für heute angesagt.n allgemeinen Audienzen wurden vom Kaiser Franz Josef abgesagt^ weil sich der Monarch bei einer Fahrt im offenen Wagen einen schmerzhaften Rheumatismus zugezogen hat. Petersourg, 13. Nov. Offiziös wird gemeldet, daßf der Sultan seinen Lieblingssohn, den Prinzen Amed Esfendi, demnächst nach Petersburg zum Besuche des russischen Hofes senden werde, um damit den Beweis der innigen Freundschaft, welche zwischen Rußland und der Türkei besteht, zu dokumentieren. Es sei wahrscheinlich, daß Prinz Amed auch mehrere andere europäische Höfe, insbesondere den Berliner Hof, besuchen werde. von 65 Pf. an p. Mel, letzte Reichem . Franto u. schon verzollt ins V " geliefert. Reiche Musteraussiung ;; gehend. Aciuenfabrlk üt-j berg, Zürich. Ball-Seide v -Einfach bafr ist, wer die’Wirkuh^M 4? DrXnechFs Magenl>'itfei;lSänHsf'; u- l. ' ", • -11' b€l MMM3rmby8ch>verden Keß bef lasche M^ßZKLuberaH erhal Flieh. ____________•__'______' ___*1 Eberstadt, ben 12. November 1902. 7919 Die Beerdigung findet SamStag den 16. d. MtS., nachmittags 1 Uhr, statt. Neues Dürrobst sagen besten Dank 7924 Landbutter 45 50 36 30 70 80 48 Aweischea i Pfund 20, 30, Apfclrivge Kirschen Kranzfeigen Aprikosen Arünellen Ast. Mischobst bei L. Mieinbäneer, Neuenbäue 17. Telephon 7920 Pf. 99 99 99 99 846. ^Lehrer Schneider und Zlamitte. ß. Ad. Koch und Aamilie. Heuchelheim, Gießen, den 13. November 1902. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Morgen: 7868 8t»finrütild) 54 i)fg. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Sem Philipp Görlach IV. früheren Bürgermeister nach langem, schwerem Leiden durch einen sanften Tod im 86. Lebensjahre in em besseres Jenseits abzurufen. Sie trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Hkm Dietrich Christ Vergebung von Lieferungen für die Krovinziat-Siechenanstalt zu Hießen. Für die Proviuzial-Siecheuaustalt in Gießen sollen die nachverzeichneten Gegenstände im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden: 'VO Stück eiserne Bettstellen m.Pa- tentstahlsedermatratzen 10 , eiserne verstellbare Kett- {inen 200 , eiserne Nachttische mit Glasplatte u. Schublade 400 , Matratzenschoner aus grauem Segelleinen 200 , dreiteilige Matratzen mtt SeegraSsüllung u.Fließ- auslage 200 „ Keilkissen mit Seegrasfüllung 200 , Federtlsien 400 „ wollene Schlafdecken,da- rnnter 20 weiße Decken 600 , Schlasdeckenbezüge aus Baumwollstoff 600 , halbleinene Betttücher 600 Stück Kissenbezüge aus Baumwollstoff 660 „ Handtücher 120 , Küchenhandtücher 60 , Teller- und Gläsertücher 6 „ Tischtücher 4 , Bügelteppiche 4 , Bügeltücher 150 , Bellunterlagen aus Ealmuc 50 , Badetücher 115 , Schürzen verschiedener Art 60 , Staubtücher 50 , Spültücher 50 , Bodenlumpeu 40 , Halstücher 400 , Taschentücher 12 , Leichentücher. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift „Angebote auf Lleiernngen für die Proouizial-Siechenanstall' vergehen, sowie unter Aelschlatz von Muster« bu3 Samstag den 29. November t. Is., vormittag» 10 Uhr, hn RegierunaSgebäude zu Gießen, Zimmer Nr. SO, einzureichen, um welche Zett die Eröffnung der Angebote erfolgt, welcher die 6ubmiltcnte« anwohnen können. Die Beschreibung der zu liefernden Gegenstände, sowie die Lieferungsbedingungen können gegen Einsendung des Betrages von 1 Mark von dem Baubüreau der Provinz Oberhessen zu Gießen, NegterungSgebäude Zimmer Nr. 20, bezogen werden. Gießen, den 11. November 1902. 7917 Der Provinzial-AuSschuß der Provinz Oberheffen. Dr. Breidert. Akiidmislhk Voltlögk. Nicht Dienstag den 18., sondern Freitag ben 21. November, pünktlich 8 Uhr abends AöerbiöliothcLar Professor Dr. Haupti Friedrich der Große und Voltaire. Porten für die sämtlichen Vorträge und Einzelkarten sind in der Kerbcr'schen, Frccs'jchen und Ricker'schcn Buchhandlung, Studentenkarten beim Universttätshausoerwalter zu haben. 7918 zum Einkochen, soweit Vorrat reicht, per Psd. 85 Pfg. H. F. 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