Erstes Blatt. 1SL. Jahrgang Montag 13. Oktober 1902 Nr. »40 Ovftehrt tSgttch außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Gießener Kamillen» blätter viermal in bet Woche beigelegt. Notation»druck u. Verlag der Brühl'lchen tlntvers^Buch- u. Stein* drucken i (Pietsch tttben) Redaktion. Expedition und Druaereir Vchnlstraße 7. Adresse für Depeschent «»zetger «ietzen. sternsprrchanschluß Nr. 5L A Ä Bezugspreis» ® ZyrX © monalUch7LPs.,vienett GletzenerMzelgerW W General-Anzeiger ” ** ‘SS" v ** für den polit, a. allgein. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen KMZ __gelgenteil: HanS Beck. Hauptversammlung des landtv. Vereins für die Provinz vberhefieu. Zur diesjährigen ordentlichen Hauptversammlung beehre ich mich, die Vereinsmitglieder hierdurch auf: Samstag, bett 25. Oktober d. tz., nachmittags 2 Uhr, in „SteiuS Garte»" in Gieße» ergebenft einzuladen. Gegenstände der Verhandlung werden fein: 1. Erstattung des Jahresberichtes; 2. Vortrag des Herrn Prof. Dr. Albert-Gießen über das Thema: , Welche Gesichtspunkte sind bei Auswahl des Saatgutes im Gebiete der Provinz Oberhessen zu befolgen*. Hardt-Hof, den 11. Oktober 1902. Der Präsident des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen: I. V.: Schlenke. Kie ßmpfangsfrage der Kuren-Keuerale von der wir auch in unserer heutigen „Politischen Wochenschau" Notiz nehmen, ist immer noch ungeklärt. Es liegen heute nur einige Privatmeldungen vor, aus denen nichts zu entnehmen ist. Wie die „Berl. Reuest. Nachr." mitteilen, ist die Initiative betreffs einer Audienz beim Kaiser vom Reichskanzler ausgegangen. Von ihm in Verbindung mit dem Auswärtigen Amte seien auch die einleitenden Schritte geschehen. General Dewet gewährte dem Haager Korrespondenten der „Frkf. Ztg." eine Unterredung. Dewet zeigte sich zunächst verschlossen und erklärte, man müsse selbst Freunden gegenüber zurückhaltend sein, weil sonst leicht jedes Wort in Deutschland falsch ausgelegt weroen könnte. Schließlich äußerte sich Dewet wie folgt: „Selbstverständlich sind die Auslassungen der „Rordd. Allg. Ztg." nicht pure Erfindung, aber die Ueber- mittelungen wurden uns von dritter Seite gemacht, die ims nicht direkt genug dünkte. Einer einigermaßen offiziellen Einladung hätten wir ohne Weiteres Folge geleistet und ganz bestimmt hätten wir uns an den englischen Gesandten gewandt, wenn dies offiziell gewünscht worden wäre. Aufforderungen, die uns nicht bestimmt und deutlich genug sind, können für uns nicht maßgebend sein". „Aber", fuhr Dewet fort, „im Grunde genommen, muh es uns wider st reden, zu einem Kaiserbesuch genötigt zu werden. Ich wünsche, hier nicht mißverstanden zu werden, denn die Persönlichkeit des deutschen Kaisers ist mir und meinen Burengeneralen hoch. Wir würden es uns zur großen Ehre gerechnet haben, wenn ein illustrer Fürst uns einfachen Leute hätte sehen wollen, aber der Besuch beim Kaiser hätte no twendi ger Weise den Besuch beiden Staatsoberhäptern aller Mäch te, die wir bereisen, notwendig gemacht. Hierdurch würde unsere Reise in das politische Fahrwasser getrieben, was wir unter allen Umständen ver- meiden wollen. Wir sind Privatleute, die Herumreisen, um für ihre unglücklichen Landsleute Geld zu sammeln; das ist ganz allein unser Zweck, nichts anderes, und diesen Zweck wollen wir tlar und reinlich festhalten." Dr. Leyds erklärte in einer Unterredung, daß man sich bald überzeugen werde, daß es vorellig gewesen sei, das Benehmen der Burengenerale als merkwürdig zu bezeichnen. Ucbrigens habe er den Generalen niemals Vorschriften gemacht, da er ihnen überhaupt nichts vorzuschrei-- ben habe. Botha und D e l a r e y sind am Sonntag aus Utrecht wieder in Brüssel eingetroffen. Auch Dewet ist nach Brüssel abgereist, um Botha und Delarey nach Paris und Berlin zu begleiten. Dem „Berl- Tagebt." wird aus Brüssel berichtet: Botha weist darauf hin, daß die englische Regierung, die über die Turnee ber Burenführer eine so große Mißstimmung zeigt, bereits in Vereeniging bei Unterzeichnung des FriedensprotoLolls von den Buren über ihre Absichten unterrichtet wurde, ohne denselben zu widersprechen. Ueber die Reise Krügers nach Men tone am 14. b. Mts. wird berichtet, daß der Präsident über Brüssel, Luxemburg, Basel, Luzern, Mailand und Genua reisen wird. Diese Abänderung der früher geplanten Route ist deshalb vorgenommen worden, um dem Präsidenten einen ermüdenden Empfang in Paris zu ersparen. Ire Ausstände in IranLreich, Z5eLgie», Kenf und Amerika. Im Kohlengrubenbczir: von Pas de Calais ist die letzte Nacht ruhig verlaufen, nur ein m den Gruben in Lens aufgestellter Posten wurde durch einen Sternwurs am Kopfe schwer verletzt. Auch im Kohlenbecken von Noeux war die Nacht ruhig. In den Reihen der Ausständigen macht sich eine gewisse Abspannung bemerkbar. Nach amtlicher Feststellung soll der Vorfall in Terre-Noire, über den in unserer heutigen Politischen Wochenschau die Rede ist, mit dem Ausstande nichts zu thun haben. In merkwürdigem Widerspruch dazu steht aber die Meldung, daß aus Anlaß gerade jener Vorgänge das Vundeskomitee der Grubenarbeiter des Loire-Departements als Mannest an die Arbeiter des Loire-Departements em Schreiben richtete, in dem entschieden gegen die Entfaltung der Polizei und Verwendung des Militärs gegen die Ausständigen Einspruch erhoben und die Negierung darauf hingewiesen wird, daß es ihre Pflicht sei, Neutralität zu beobachten. Der Polizeipräfett und der Bürgermeister von St. Etienne statteten der Witwe des durch einen Gendarmen erschossenen Ausständigen Colombet einen Besuch ab und sprachen ihr Trost und Unterstützung zu. Die Frau ist Mutter von drer unmündigen Kindern. Der Gendarm Breuil, der Colombet erschoß, wurde ebenso wie der Wächter Pouchot, der den ersten Anlaß zu diesem Drama gegeben hatte, von vier Gendarmen ins Gefängnis abgeführt. Die Menge machte wiederhott den Versuch, sich der Verhafteten zu bemächtigen. Tie Stahlwerke in Denaie und Anzin verkünden, daß sie angesichts der hohen Forderungen der belgischen Kohlengruben für Kohlen, genötigt seien, in zwä Tagen den Betrieb einzustellen. Das in Charleroi am 12. dieses Monats zusammen getretene Nationalkomitee von vier belgischen Kohlenbecken beschloß, 15 Pwzent Lohnerhöhung äu verlangen. Es wurde Beschluß zu Gunsten der ausständige» französischen Grubenarbeiter gefaßt, um die Lieferung bei* gisch er Kohlen nach Frankreich zu verhindern. Der Sekretär der Vereinigung der Dockarbeiter von Frankreich und Algier, die zum internationalen Dockarbei- terverbande gehört, hat dem Sekretär des Bergarbeiterverbandes schriftlich mitgeteilt, daß er an die Arbeiter in allen Häfen ein Rundschreiben gerichtet habe, keine aus dem Auslände eintteffende Kohle auszuladen. Er fügt hinzu, in den Häfen würden Abstimmungen vovgenommen über eine allgemeine Arbeitseinstellung. Tie am allgemeinen Ausstand in Genf beteiligten Arbeiter beschlossen am Sonntag, unter Protest gegen die Maßnahmen der Polizei und der Truppen (2000 Mann Kantonaltruppen waren zum Schutze der Stadt aufgeboten worden) die Arbeit wieder aufzunehmen. Rach amtlicher Mitteilung wurden bei den Unruhen 50 Soldaten leicht verletzt; 230 Verhaftungen wurden Vorgemen, 110 Ausländer ausgewiesen und über die Grenze abgeschoben, darunter 45 Italiener, 30 Franzosen und einige Deutsche. Wie aus Newyork gemeldet wird, ist auch die unter Morgans Mitwirkung ab gehaltene Konferenz zur B e i- legung des Kohlen st reiks resultatlos verlaufen. Die einberufeneu Milizen fraternisieren vielfach mit oen Streikenden. Die Grubenbesitzer drängen jetzt auf sofortige Heranziehung von Bundestruppen. Die Kohlenhändler haben beschlossen, 1500 Tonnen Anthraeitkohlen zu billigem Preise an Arme der Stadt abzulassen. Weitere Kohlenvorräte sollen der Arbeiterklasse demnächst zur Verfügung gestellt werden. An vielen Orten sind Zusammenstöße vorgekommen. Man glaubt, daß eine Mobilisierung der' aktiven Truppen notwendig werden wird. Im Streik» gebiet befinden sich 857 Kohlengruben. Die Zechenbesitzer sind anscheinend entschlossen, keine onzessionen zu machen. Am Dienstag sollen die Grubenbesitzer eine enbgütige Antwort geben. Der President ber Organisation der Mi- nerarbeitet im Westen Amerikas, Meier, sagte den Streiken- ben in Pennsylvanien Hilfe zu, um bie allgemeine Kohlennot zu steigern und ben Wiberstand ber Minenbesitzer zu brechen. Deutsches Keich. Berlin, 12. Ott. Der Kaiser hat angeordnet, daß den Angehörigen des zu Besatzungszwecken in China verbliebenen verminderten ExpeditionsLorps die Dienstzeit bei ber Pensionierung doppelt anzurechnen ist, sofern sie mindstestens sechs Monate gebauert hat. — Die Kaiserin weilte zu einem längeren Besuche bei der Gräfin v. Görtz-Schlitz im hiesigen West-Sanatorium. — Reichskanzler Graf Bülow ist hier wieder eingetroffen. — Die gestrige Sitzung des Bundesrats war vom Reichskanzler zur Beratung über die Zolltariffrage einberufen worden. Das Zentrum scheint seine Zusttm- mung zur Regierungsvorlage noch davon abhängig zu machen, daß der Minimalzoll für Gerste erhöht und auch die Zölle für Vieh und Fleisch gestei- ge rt werden, jedoch unter Verzicht auf die in der Kommission als unerläßlich bezeichnete Bindung nach unten. — Der Senior en konv ent des Reichstags ist auf den 14. d. M. einberufen worden, um über die 2. Lesung ber Zollvorlage zu beraten. — Wie ein Lokalblatt mitteüen kann, steht die Ernennung des Oberbürgermeisters von Danzig, Dr. Delbrück, zum Oberpräsidenten von West Preußen nahe bevor. Die Ermordung eines Deutschen wird aus Venezuela berietet. Der Verwalter der Venezuela- Plantagen-Gesellschaft Adcun Rüssel ist, wie „Wolffs Bureau" aus Caracas meldet, auf dem Wege nach der Plantage Caracaca ermordet und beraubt aufgefunden worden. Die Regierung hat sofort einen Staatsanwalt ab hoc für die Untersuchung bestimmt. Es heißt, daß bie Thai von Revolutionären begangen fei. i Kirche «nd Schule. Hannover, 12. Oki. Gegen ben Pastor DörrieS wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, weil er aus dem national-sozialen Parteitage einen Vottrag hielt über das Thema: .Verdirbt die Politik den Charakter?" — Die Eisenacher Konferenz hatte bekanntlich in ihrer letzten Tagung in der Ueberzeugung, daß ein engerer Zusammenschluß der deutschen eoangel. Landeskirchen, insbesondere zur Wahrung und Förderung der gemeinsamen evangelischen kirchlichen Interessen nach außen dringend wünschenswert sei, und in der Absicht, diese Angelegenheit in Uebereinstimmung mit den deutschen eoangel. Kirchenregierungen thunlichst zu fördern, zur Bearbeitung der Angelegenheit einen besonderen Ausschuß bestellt. Am 10. Oktober trat der Ausschuß in Wittenberg zusammen. In den an diesem und dem folgenden Tage dott im Lutherhause abgehaltenen Sitzungen wurde über die grundlegenden Bestimmungen eine Verständigung erzielt. Die an die Konferenz zu richtenden Vorschläge werden von dem Ausschuß in der zweiten Lesung endgiltig festgestellt werden. Ausland. Paris, 11. Okt. eDr „Matin" berichtet au3 Wien, Graf Engen Esterhazy sei ans bemJesuitenorden ausgeschieben und verlange nunmehr auf gerichtlichem Wege bie Zurücker st attung seines von ihm eingebrachten Vermögens im Betrage von einer Million Francs. — Der König von Portugal, der gestern abend hier eintraf, beabsichtigt, mit ber Regierung in Verhandlungen cinzutreten, betreffend Vereinigung der lateinischen Rasse. Es werden dieserhalb Konferenzen zwischen dem König und Delcasss ftattfinben. Madrid, 11. Okt- Der Gouverneur der Bank .. if Sp anien und Vertreter der Tabakmonopol-Gesellschaft und mehrerer Eifenbahngesellschaf- t e n traten heute abend im Finanzministerium zu einer Besprechung über die Bildung eines Syndikats zum Ankauf von Gold zusammen. Die Stimmung zeigte sich dem Plane durchaus günstig. Es wurde fein enbgiltiger Beschluß gefaßt, da die Teilnehmer an der Besprechung erst mit ihren Auftraggebern beraten wollen. Die nächste Versammlung wird nächsten Samstag ftattfinben. Wien, 11. Okt- Die griechische Gesandtschaft erklärt die Gerüchte von dem Verschwinden der Gemahlin des Prinzen Nikolaus, der Großfürstin Helene, für erfunden. Die Großfürstin befinde sich in Begleitung ihres Gemahls in Kopenhagen zum Besuch. St. Pö lten, 12. Okt. Bei dem heutigen chr ist l ich * sozialen Parteitag kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Klerikalen und Freisinnigen. Die Christlich-Sozialen unternahmen eine förmliche Attacke gegen die St. Pöltener, worauf diese mit einzelnen Steinwürsen antworteten. Die Gendarmerie war machtlos. Vier Kompagnien Infanterie stellten mit gefälltem Bajonnet bie Ruhe toieber her. Die Christlich-Sozialen fuhren alsbann nach Wien zurück, während die Freisinnigen eine Kundgebung für Bürgermeister Bölkl und gegen Dr. Lueger veranstalteten. Sofia, 12. Okt. In einer Sonderausgabe der „Ri- formi" wird behauptet, daß die Aufständischen vorgestern Dschumaja Hofierten und dreitürkiscye Kanonen wegnahmen. Die Aufständischen hätten Dörfer mit türkischen Einwohnern zerstört. Konstantinopel, 12. Ott. Zwischen einer großen bulgarischen Bande und türkischen Truppen soll bei Petrie oberhalb Serres ein Zusammenstoß ftattgefunben haben. Die bulgarische Bande soll hierbei 100 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen verloren haben. Auch die Türken sollen Verluste gehabt haben. Aus Stadt und Land. Gießen, 18. Ottober 1902. * • Hofnachrichten, lieber eine Reise deS Großherzog s nach Indien wird aus Sim la gemeldet, daß der Großherzog dem Krönungsdurbar in Delhi beiwohnen wird. Es bleibt abzuwatten, ob sich diese Mitteilung bestätigt. (Simla ist Sommerresidenz des VizekönigS von Indien.) • * Provinz ialauSsch uß. In der öffentlichen Sitzung des Provinzialausschusses, welche am Samstag Vormittag Vs9 Uhr begann und nach einer Unterbrechung bis nachmittags 5 Uhr fortgesetzt wurde, wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Bett, die Kanäle in der Ortsdurchfahrt von Eifa. Beschloffen wurde, den Rekurs der Gemeinde Eifa abzuweisen und die Gemeinde in die Kosten deS Verfahrens zu ver- utteilen. 2. Bett, die Dienstführung der Hebamme Jffly in Udenhausen. Die Entscheidung wurde ausgesetzt und soll am 22. Oktober 1902 verkündet werden. 3. Betr. die Reklamation des Heinrich Karl Geisel gegen den Voranschlag in Reibertenrod von 1902/03. Es wurde beschlossen, den Rekurs abzuweifen und den Rekurrenten in die Kosten deS Verfahrens, sowie zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 40 Mk. an die Provinzialkaffe zu verutteilen. 4. Bett, die Nutzung von Obstbäumen in der Gemarkung Nidda. Die Entscheidung wurde ausgesetzt. Es soll vorher eine Augen- scheinseinnahme ftattfinben. 5. Bett, den Ersatz von Baumpflanzungskosten in der Gemarkung Bergheim. Die Beschwerde ber ©emeinbe Bergheim wirb als unbegrünbet zurück- geroiefen unb bie ©emeinbe in bie Kosten bes Verfahrens verurteilt. 6. Bett, bie Bürgern: ei sterwa hl zu Bers- rob. Es würbe beschloffen, die Wahl zu kassieren und die Gemeinde in die Kosten des Verfahrens zu oerurteilen. Zum nation alliberalen Parteitag, der z. Zt« in Eisenach tagt, waren von hier aus delegiett die Herren Kommerzienrat Em melius, Kommerzienrat Heyligen- staedt, Hoflieferant Kirch und Amtsrichter Dr. Fuhr- Ottenberg. * • Der dies jährige hessische Notarstag findet am 15. Oktober in Mainz statt. w Die feierliche Tinführrrrrg des neuen Pfarrers der MarkuSgemeinde, Tcheunemann, fand gestern in der zum Erntedankfest schön geschmückten Stadtkirche durch den Dekan Strack aus Leihgestern statt. Nachdem der Dekan in einer Ansprache auf die Bedeutung dieses TageL für die Gemeinde, wie den neuen Pfarrer hingewiesen, verpflichtete er diesen zur treuen und gewissenhaften Führung seines Amtes, worauf ihn Pfarrer Schlosser mit kurzem Segensgruß zum gemeinsamen Dienst in diesem Gotteshause willkommen hieß. Dann nahm der eigerttliche Erntedankgottesdienst mtt Gesang der Gemeinde und der Ehorschule und Attardienst seinen Anfang. In seiner Predigt legte Pfarrer S ch e u n e m a n n die vierte Bitte des Vaterunsers, „Unser täglich Brot gieb uns heute", auS. Er wies besonders darauf hin, wie „unser" Brot das Brot sei, das wir uns mit unserer Arbett verdient haben und daß der Segen Gottes darin bestehe, daß er unS zur Arbett berufen habe und uns Arbeitskraft und Arbeitsfteudigkett schenke. Auch Pfarrer seien Arbeiter. Er habe geglaubt, sich dem Ruf in die größere Arbett, die in der Stadt seiner warte, nicht entziehen zu dürfen, obwohl ihn seine Natur mehr zur Stille und Zurückgezogenheit und zum innerlichen Ausbau des Lebens hinziehe, weil er gefürchtet habe, es nicht mit gutem Gewissen und ohne Einbuße seiner Arbettsfteudigkeit thun zu können. Die Predigt mit ihren warmen feinen Gedanken, hat, wie wir glauben, ganz den rechten Ton gettoffen, um dem neuen Pfarrer die Herzen der Gemeinde zu gewinnen und es war gewiß aus vollem Herzen gesprochen, als Herr Direktor Rausch, da er in der Stadtkirche im Namen des Kirchenvorstandes der MarkuSgemeinde ihren Pfarrer begrüßte, ihn des vollen Vertrauens versicherte, das der Kirchenvorstand ihm entgegenbringe. Möge ihm denn Gottes Segen im neuen Amte reichlich beschieden sein! * • Die hiesigen oberen Justizbeamten, Richter und Rechtsanwälte machten am Samstag einen Ausflug nach Marburg, um mit den dortigen Kollegen einen geselligen Nachmittag zu verleben. • • M ilitärisches. Beim hiesigen Jnf.-Regt. ttaten am 1. Oktober 29 Einjährig-Freiwillige ein; gegen früher ist die Zahl erheblich gestiegen. Die Rekruten rücken am 22. Ott. ein. Beim Regiment ist eine Lehrerkompagnie in Stärke von 60 Mann am 2. Oktober eingestellt worden, von den 120 Einberufenen wurde die Hälfte wieder entlasten. * * THeater-Verein. Ein Inserat in unserer heutigen Nummer teilt den Mitgliedern des Theatervereins mit, daß die Abonnementskarten bei Herrn Challier abzuholen sind, also ni'cht zugeschickt werden. Gleichzeitig weist es darauf hin, daß die Karten wegen des großen Andranges zur Wiehe-Vorstellung nur bis 2 1.Oktober reserviert bleiben, dann anderweitig verwendet werden wüsten. ** Städtebundtheater Gieße n-Marburg. Aus Marburg wird uns geschrieben: Da es mit dem projektierten Städtebundtheater nicht so schnell geht, wie man anfänglich hier dachte, hat sich hier vorläufig ein aus den angesehensten Kreisen zusammengesetzter The- ater»Verein gebildet, der den Zweck verfolgt, für günstige Theater-Verhältnisse hier zu sorgen. — Wie wir schon mitteilten, wird in der nächsten Gießener Stadt- verordneten-Bersammluug eine Kommission gebildet werden, die mit einer Kommission der Marburger Stadtverordneten (die bereits gebildet ist), die Frage eines Städtebundtheaters zwischen Marburg, Gießen und event. Bad- Raufieim näher erörtern soll. Buntes Theater des Wiesbadener Ope- retten-Ensemble. Tas Wiesbadener Operetten - Ensemble, das mit seiner letzten Vorstellung in Steins Garten so großen Beifall sand, wird am Donnerstag, den 16. d- M., einen letzten Serenissimus-Abend mit neuem Programm veranstalten. U a. nennen wir: drei Brettln lieber von HanS Buchwald: a) Tas Kätzchen, b) Die Mieze vom „Goethe"-Bund, c) Mädchenlied. — Der Bette lbua von Maxftadt, Die Musik kommt von Oskar Strauß. Ferner: „haben Sie nicht den kleinen Cohn ge- sehn" von Julius Einödshofer, und „Bruder Sieb er* lich" von Hans Buchwald, Text von Detlev v. Liliencron. • * Menagerie-Zirkus Charles. Am Samstag eröffnete der hier am Mittwoch Abend bereits eingetroffene Menagerie-Cirkus Charles seine Vorstellungen. Jedes der riesigen Zelte, in denen die Menagerie untergebracht ist, ist 120 Meter lang und 20 Meter breit, sie bieten nicht nur Raum für die Menagerie, bequeme Sitzplätze und Stehplätze für das Publikum, sondern auch einen Riesen-Manege-Käsig, in dem die Hauptnummern des Raubtier-Drestur-Zirkus am (SamStag vorgeführt wurden. Die Menagerie besitzt drei verschiedene Arten Löwen, bengalische Tiger, Jaguar, Panther, Leoparden, Pumas, Silbcrlöwen, Bären, ein Rudel Wölfe, Schakale, Hyänen, Lamas, Zebus, Strauße. Natürlich fehlen auch die lustigen Affen und ein gelehriger Elefant nicht. Letzterer ist ein Ricsentier von nicht weniger als 40 Zentnern Gewicht; er zeigte sich bei den Vorstellungen als Akrobat, Faßläufer, Drehorgelspieler u. A. mehr. Als vorzüglich dressiert müssen eine Gruppe von Wölfen und Hyänen sowie vornehmlich die Löwen der Schaustellung gerühmt werden. Einer der Löwen produzierte sich als gewandter Kunstreiter auf einem Pferde. Ein anderer zeigte sich als Seiltänzer. Wie am Samstag findet auch in jeder ferneren Vorstellung cm Ringkampf zwischen einem Bändiger und einem Löwen statt. Außer diesem Tierbändiger, Signor Lontano, traten noch der schwarze Tierbändiger Salem, der Direktor, Dompteur Charles und die zwei Tierbändigerinnen Miß Cora und Miß Helio auf. Die Vorstellungen verdienen das größte Jntereste und können nur empfohlen werden. * * Spar- und Leihkasse Gießen. In der letzten Versammlung wurde dcsinitw beschlossen, daß vom 1. Januar 1903 ab der Zinsfuß für Einlagen von 3^ Proz. auf 8*/t Prozent herabgesetzt wird, nachdem auf eine diesbezügliche Bekanntmachung keinerlei Kündigung von Kapttalien erfolgt war. Für eMliehene Kapttalien mar 4*/4 Prozent Zinsen beantragt, sie wurden auf 4l/s Proz. festgesetzt. * • Der gestrige Sonntag, der sich, nebenbei be- merkt, durch ganz erträgliches Wetter auszeichnete, brachte den Gießenern zunächst wieder das seit mehrerern Wochen entbehrte Promenaden-Konzert derMüuärkapelle. Taö Nachmittags-Konzert derselben Kapelle fand m Steins Saalbau statt. — Der Zweigverem Gießen des hessi- schen WaisenschutzeS veransialtete in demselben Saale emen gutbesuchten, aus Konzert, Theater und Ball beslehen- den FamiRenabend. — Dem Abschießen deS Schühen- v er eins, das am heuttgen Montag fortgesetzt wird, folgte ebenfalls ein unterhaltungsreicher Familienabend im Schützen- hauS. — Tie Freiw. Gailsche Feuerwehr feierte am Samstagabend im Cass Leib das 47. Stiftungsfest unter zahlreicher Betettigung. Der Feier, die in Konzert, emem von Mitgliedern flott gespielten Einakter und Tanz bestand, wohnten auch Vertteter des Kreisamts und der Bürgermeisterei, sowie Branddirektor Traber bei. Nach Begrüßung der Erschienenen durch den 1. Hauptmann Linden st ruth sprachen Stadtverordneter Loos im Namen der Stadtverordneten ; Branddirektor Traber überreichte dem Wehrmann Jakob W all b recht das von der Stadt gestiftete Diplom für 15jährige Dienstzett, sowie der Wehr als eigenes Angebinde einen silbernen Fahnennagel; stellv. Hauptmann Faber sprach im Namen der Gießener Freiw. Feuerwehr. Verdienten Beifall fanden die Gesangsvorträge des Gesangvereins „Heiterkeit" unter Leitung des Dirigenten Becker. — Der Kaufmännische Verein beging unter gewohnter starker Beteiligung sein 29. Stiftungsfest in Steins Saalbau. Dem Konzert folgte das von Mitgliedern des Stadttheaters zur Aufführung gebrachte Lustspiel die „Fee Caprice". Der nach weiteren Konzertstücken folgende Ball sand gegen 6 Uhr morgens seinen Abschluß; der übliche Sonntags-Nachmittagsausflug vereinigte zahlreiche Festteilnehmer auf der Textorschen Terrasse. — Der Gesangverein Heiterkeit unternahm eine kleine Sängerfahrt ins „Treppchen" in Heuchelheim; in demselben Lokale hielt auch die Freiw. Gailsche Feuerwehr die Nachfeier ihres Stiftungsfestes. — Der Samstagabend versammelte die „Fünfziger" in der Restauration Alb old zur „Feier mehrerer Geburtstage". Wie uns mitgeteilt wird, trugen zur Verschönerung der Feier nicht nur humoristische Lieder und Vorträge und em Streichquartett, sondern auch mehrere Vertreter auS der Sippe der Hasen bei, die sich wohlgespickt und gebraten den anscheinend durchweg mit gutem Appetit auSgestatteten Fünfzigern präsentierten. Zur Entgegennahme des Berichts über diese Feier fand am Sonntag eine Extrasitzung auf dem Windhof statt. :: Wies eck, 12. Okt- Gestern abend versammelten sich im „Gambrinus" sämtliche Arbeiter der Firma Wilhelm Meyer, Zigarrenfabrit, hier, etwa 100 Personen, um das Fest der Einweihung der n euen Firma zu begehen. Das Fest verlief in fröhlichster Weise und ließ das gute Einvernehmen zwischen Arbeitgeber- und nehmet aufs Beste erkennen. (*) Lollar, 13. Okt. Vorgestern Nacht gegen 2 Uhr wurde unsere Feuerwehr alarmiert, da in dem benachbarten Staufenberg Feuer ausgebrochen war. Es brannte eine vor zwei Jahren neuerbaute Scheuer nieder, welche voll- gefüllt war und dem Feuer reichlich Nahrung bot. Der Besitzer der Scheuer soll nicht versichert fein. Die Entstehung des Feuers ist unbekannt. Londorf, 12. Okt. Für heute nachmittag 3 Uhr war hier in der Göbelschen Wirtschaft eine antisemitische Wahlversammlung einberufen, in welcher Herr Reuther aus Offenbach sprechen sollte. Es waren jedoch nur etwa 15 Mann erschienen, sodaß der Vortrag ausfallen mußte. )( Bad-Nauheim, 12. Oft. Bürgermeister SBörner fiat sich ertränkt! Am Samstag vormittag um 10 Uhr sand man im großen Teich die Leiche, die bereits um 11 Uhr geborgen werden konnte. Wörner hatte bei dem Teichhauswirt Gerbet ein Glas Bier getrunken. G- merkte seinem Gaste ein verändertes Wesen an, schöpfte Verdacht und folgte dem Weggehenden bald nach. ’ Er fand Hut, Stock und Ueberzieher des Bürgermeisters am Ufer des großen Teiches nicht weit vom - Teichhaus. Sofort veranlaßte er die Absuchung des Ufers. Was den tüchtigen Beamten zu dieser Verzweislunasthat getrieben hat, Dürfte in Kürze aufgeklärt werden. Wie man hört, soll gegen ihn eine Anklage geschwebt haben, die sich auf einen Ehescheidungspryzetz bezieht. Auch habe seine Verhaftung bevorgejtandcn. Wie im Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht vorn Tode des Bürgermeisters durch die Stadt, überall Bestürzung hervorrusend. Welcher Beliebtheit und Achtung sich der Verstorbene erfreute, dürfte daraus hervorgehen, daß er im vorigen Jahre mit er- drückender Mehrheit zum dritten Male »um Bürgermeister gewhält wurde. Er war ein Anhänger der Landgemeinde- Ordnung. Man hofft, daß unser Badeort jetzt Städteordnung erhält. (-) Stockhausen (Kreis Lauterbach'), 10. Ott. Geh. Kirchenrat D. ThomasStock trat dieser Tage in den wohlverdienten Ruhestand. Er ist einer der ältesten Geistlichen Hessens und steht nahe der 80 er Jahre. Es war ihm vergönnt, vor einiger Zett sein oOjähriges Dienstjubiläum zu feiern. Auch ist er Ehrendoktor der evangell theologischen Fakultät der Universität Gießen. Lange Jahre war er Dekan des Dekanats Lauterbach und Mitglied der Kreisschulkommission. Er wird nach Gießen übersiedeln. sd. Darmstadt, 11. Ott. Mtt einem Flobertgewehr erschossen hat am Samstag nachmittag der 13 Jahre alte Richard Keil hier den dreijährigen Knaben Peter Waiker. Der Erschossene war ein Zwilling. Die Mutter trug einen Knaben auf dem Arm, während sie die anderen an der Hand führte, als der Thäter mtt dem aus der elterlichen Wohnung entnommenen Flobert hinzukam mit den Worten: „ich will mal sehen, ob ich Dich treffe", losdrückte. Die Kugel ging dem Kinde in den Hinterkopf und veranlaßte den sofortigen Tod. sd. D a r m st a d t, 11. Okt. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Mainzer Handelskammer, Geh. Kommerzienrat Michel, fand heute im Dtadtverordnetensaale zu Mainz ein hessischer Handelskammertag statt. Als Ver- Vertreter der Regierung waren Ministerialrat B r au n sowie Ministerialsekretär Malhiß anwesend. Tie Tagesordnung war sehr umfangreich, die Sitzung dauerte von halb 12 bis nach 4 Uhr. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden referierte Handelskammersekretär Dittmar- Mainz über die Ausführung des Handelskammergesetzes. Nach längerer Debatte, an welcher sich auch Ministerialrat Braun beteiligte, stimmte man dem Vorschlag zu, daß das Gesetz ui zwei Abschnitten erscheinen soll, und zwar soll der Abschnitt bezüglich der Wahlberechtigung und der Wählbarkeit am 1. November d. I., der Rest am 1. Januar 1903 in Kraft treten. — Zur Beratung der neuen Geschäftsordnung für den hessischen Handllskanimer- tag wird eine von Mitgliedern der Kammer zu Mainz, Tarmstadt, Offenbach und Gießen beftchenDe Kommi,wn gewählt: Derselben Kommission wird auch Pos. 10 betr. die Fristbemessung für Anträge auf gemeinsame Beratung von Einläufen allgemeiner Bedeutung überwiesen. — Bezüglich der Feststellung von Grundsätzen für die Verteilung deS Staat Zuschusses zu den Kosten der Hmidelskarnmer wird nach eingehender Besprechung beschlossen, der Regierung vorzuschlagen, daß sie den bisherigen Modus beibehält und den größeren Handelskammern je 600 Mk., bat kleineren Kammern je 450 Mk. als besonderen Zuschuß bewillige, ebenso solle die Regierung für die Kosten deS Handelskammertages im nächsten Budget einen Beitrag vor- sehen; Ministerialrat Braun wird entsprechende Vorschläge machen. Ueber das kaufmännische Fortbildungsschulwesen und Veranstaltung von Ausbildungskursen für Lehrer an den kaufm. Fortbildungsschulen berichtet Sekretär M e ß m e r - Mainz, eine Kommission wurde dann mit Anstellung vorbereitender Erhebungen beauftragt. Ueber die Zolltarif frage berichtet «schloß- m a ch e r- Offenbach, dessen Resolution angenommen wird, nach welcher die Regierung ersucht wird, gegen die Beschlüsse der ersten Lesung der Zolltarifkommission Stellung zu nehmen. — Ebenso wird eine weitere Resolution angenommen, welche sich gegen die in Aussicht genommene reichsgesetzliche Abkürzung der Arbeitszeit und die Verlängerung der Mittagspausen für die Arbeiterinnen über 16 Jahre richtete; die Errichtung einer Reichsbankhauptstelle in Hessen verursacht eine ca. einstündige, teilweise sehr eingehende und heftige Tebatte, in welcher die Vertreter der Handelskammern von Mainz und Tarmstadt je für sich das Privileg des Sitzes der neuen Einrichtung in Anspruch nehmen. Schließlich wird von diesbezüglichem Vorschlag an Die Regierung über den Sitz abgesehen. — Ein Antrag Stahl-Fried berg betr. die Feststellung der Bedeutung der Handelskammern als Vertretung von Handel und Industrie wird zurückgezogen, nachdem Ministerialrat Braun erklärt hat, daß nach 8 1 des Gesetzes die Handelskammer allein die berufene Stelle als Vertreterin für Handel und Industrie sei. — Ferner wird beschlossen, Die Regierung zu ersuchen, daß sie veranlasse, daß den Handelskammern von feiten der betr. Eisenbahndirektionen alsbald nach Fertigstellung die Entwürfe betr. die Eisenbahnfahrpläne in mehreren Exemplaren zugehe. Tie Regierung soll ferner ersucht werden, in Zukunft den Handelskammern die vertraulichen Nachrichten über Handelsbeziehungen mit dem Auslande v egelmaßig zugehen zu lassen. AIS Vorort wird auf Vorschlag Pareus-Tarmstadt Mainz wiedergewählt und hierauf mir Tankesworten die Versammlung geschlossen. Hieran schloß sich ein gemeinsames, anregend verlaufenes Mittagessen. ßd. Mainz, 11. Ott. Der heute im großen Saale der „Stadthalle" stattgehabte 7. hessische Katholikentag erfreute sich eines guten Besuches aus allen Landesteilen, besonders war die Geistlichkeit stark vertreten, auch waren sämtliche Zentrumsabgeordnete erschienen. Den Vorsitz fühtte Reichs- und Landlagsabg. Dr. Schmidt. Als erster Redner sprach Prof. May-Benöheim über die kathol. Studienvereine, deren Förderung im Interesse der kath. Glaubensgenossen sehr erwünscht sei, da die kath. Bevölkerung in Beamtenkreisen 2C. lange nicht dem Gesamtoerhältnis entsprechend vertreten sei. Reichs- und Landtags-Abg. Dr. Schmidt referiert über die Aufgaben und die Stellungnahme deS Zentrums und der kath. Bevölkerung bei den bevorstehenden Landtagswahlen und forderte zu eifriger Agitation auf. Interessant war, daß der Redner zu heftigstem Kampfe gegen die Sozialdemokraten aufforderte und bemerkte, daß das von der Regierung gegenüber dem Zentrum manchmal zum Vorschein kommende Wohlwollen keineswegs von Herzen komme, sondern nur so lange anhatte, als sie des Zentrums Stärke fürchte. Domkapitular D. Reich-Mainz verliest ein Antworttelegramm auf eine an den Papst gerichtete Begrüßungsdepesche. — Der letzte Katholikentag vor zwei Jahren war mindestens um die Hälfte besser besucht. Frankfurt a. M., 12. Okt. Der auf dem Großen Feldberge vom TaunuSklub erbaute Turm wurde heute mittag feierlich eingeweiht. Dem Festakte wohnten die Landräte der benachbarten Kreise, die Vorsitzenden sämtlicher Zweigvereine des Taunusklubs und eine nach Tausenden zählende Menge bei. Oberbürgermeister Adickes-Frank- furt a. M. sprach als Vorsitzender des Gesamtausschusses Allen den wärmsten Dank aus, die zum Gelingen deS Werkes beigetragen haben. Das Hoch auf den Kaiser brachte Landtagsabg. Göschen-Frankfurt a. M. aus. Vermischtes. ♦ Karlsruhe, 10. Okt- Heute nachmittag fand die Beerdigung des im Duell gefalle neu Studenten der Rechte Karl Reiß unter zahlreicher studentischer Beteiligung aus Freiburg und von hier statt. Ta die katholische Ktrche dem Duellanten die kirchliche Beerdigung versagt, war der Geistliche als Privatmann erschienen. In einer kurzen Ansprache hob er hervor, der Verstorbene sei ein Opfer einer verkehrten öffentlichen Meinung, eines falschen Ehrbegriffes und eines sündhaften Vorurteils geworden. Auch die Vertreter der Korps der Karlsruher Technischen Hochschule wohnten der Beerdigung bei, und ein Vertreter des Korps Franeonia, durch dessen Mitglied Ruff der Verstorbene gefallen ist, legte einen Kranz nieder. * Heidelberg, 12. Okt- (Ein Kommis im Kolonialwarengeschäft von Metzger hierselbst gab gestern abend auf seinen Principal zwei Schüsse ab, ohne indes zu treffen. Ter Kommis erschoß sich sodann selbst. * Eisenbahnunfälle. Ter Eilzug 115 Würzburg- Hof stieß am 11. d. M. abends bei Gaedheim (Bayern) mit einem Güterzug zusammen. Zwölf Personen wurden verletzt. Zwischen Metz und Diedenhofen stießen zwei Güterzüge zusammen. 10 Wagen entgleisten und wurden zertrümmert. Zwischen Fersay und Estr6e- Blanche in Frankreich wurde, wie man annimmt, von aus ständigen Grubenarbeitern der Versuch gemacht, einen Zug dadurch zur Entgleisung zu bringen, daß ein großer Steinblock auf die Schienen gewälzt wurde. Tie Maschine ist indes nicht verunglückt. — Ein von Mailand kommender Expreßzug stteß bei der Einfahrt in den Bahnhof Veraltt auf eine Lokomotive. Vier Leute vom Zugpersonal wurden verletzt. * Der Gehalt der Zigarren und Zigaretten an Keimen ist in der letzten Zett wiederholt zum Gegenstand eingehender Untersuchungen gemacht worden, und ängstliche Gemüter, die überall Bazillen wittern, haben es häufig vorgezogen, sich das edle Kraut abzugewöhnen aus Furcht, ein paar von diesen tückischen Kleinlebewesen in den Körper hineingelangen zu lassen. Daß diese Besorgnis unter gewissen Voraussetzungen nicht ganz von Der Hand zu weisen ist, zeigen die Untersuchungen eines italienischen Forschers, Dr. Luigi Peserico. Die Stummel der Aßen Saale der olikentag et> andesteilen, to ich waren sä«- . Vorsitz H» ls erster SRto ol. Studien' kath. GlackiE' ölkecung in Be« nis entz'prechend Dr. Schmidt lungnahme des bevorjteijenben Agitation auf. em fiampfe und benwlte, itrum maxv&)» "oo1 U, ol§ ft des . Neich-MW den Papst ge- Katholikentag vor besser besucht. [ dem Großen :m wurde heute e wohnten die enden sämtlicher nach Tausend AdickeWnl- Aesamtau-lchO- ngm W®etJlS fiaifet iiachtl & i Seifig : u"8ä. ,tct vch »L »««-»teitV Sfäi die !>^n Sielluna |ulion °nge? genommene ’\eit und die Uur die K, *-«.4 W eine tl ■W Selatte «am L «des bei JleeH fcb c,un9 über den berg bett, die °uimern als e wird zurück- t hat, daß nach . die berufene dustrie sei. _ ersuchen, daß on feiten der tigstellung die iu mehreren ferner ersucht ne vertrau- mgen mit dem u- As Vorort i,uz wiederge- rsammlung ge, nes, anregend mW N1 W nph Stuben hei studentische »«s* rS- rLs b ye^ne in- ^'Kannselbsl- Ak Mrzburg' fees Ss’is sten^strtt' und V von n t । »°yL mH«' und ^KgeN' iolt und t loolde"'haöcn SS •ÄS iBLsL KriesKasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Henchelbetm. Wenn von einem unserer Träger versucht toorben ist, stir die von uns den Lesern kostensrer gelieferten Wintersahrpläne eine Gebühr zu erheben, so sei nochmals ausdrücklich darauf hingeivieien, daß jeder Abonnent des Gieß. Anz." ein Exemplar der Fahrpläne ohne Vergütung erhält. Don Schwindsüchtigen gerauchten Zigarren dermdaen, wie Dr. Peserico im Archiv Nir Hygiene unttetlt, die Tuberkulose mit Sicherheit unmittelbar, nachdem sie geraucht worden lind, und selbst noch bis zu zwei Wochen naher, falls Ile trocken aufbewahrt bleiben, zu übertragen. Sie vertieren diese Jnfektionssähigkeit etwa innerhalb zehn Tagen, tooferu sie an einem feuchten Ort aufbewahrt werden. Es ßcheint nämlich, als ob das Wasser auS dem Tabak Stoffe löst, welche den Tuberkel-Bazillen die Giftigkeit, vielleicht Iogar die Lebensfähigkeit nehmen. Soviel aus den aller- ingS nicht sehr zahlreichen Versuchen, die Dr. Peserico mit den auf der Straste und in den CafdS aufgelesenen Ztgarrenresteo anstellte, bervorgeht, ist die Gefabr einer Üebertragung der Tuberkulose durch Zigarrenstummel selbst in Padua, wo bie Sterblichkeit an Lieser Krankheit übermäßig groß ist, verhältnismäßig geling. PesericoS Versuche fiüen durchweg negativ LUS. In an gekauften Zigarren konnten Tuberkelbazillen Überhaupt nicht nachgewiesen werden. Im übrigen ist der Gehalt der Zigarren und Zigaretten an Keimen weder be- ßonderS groß noch besonders verschiedenartig. Schimmelpilze und Kartoffelbazillen nehmen den ersten Platz -ein; Llsdann kommen einige eitererregende Bakterien, derenAn- wesenheit vielleicht manche eitrige Erkrankung erklären kann, «lr welche der 'Raucher bisweilen die Zigarren cmzu- ßchuldigen pflegt. Handel und Verkehr. Voikswirtschast. Märkte. g. «tetzen, 1L Dtt Der heutige Obstmarkt war sehr gut besahren, daS Angebot übertraf die Nachfrage, vieles Obst mußten die Händler wieder wegbringen. Die Preise gingen infolgedessen etwas herunter; Laseäpsel kosteten je nach der Sorte A—10 Pfg., Birnen 10—15 Pfg^ Zwetschen 10 Psg. Tue Obstpreise Mitten mit Ausnahme der Zwetschen noch mehr heruntergehen. Grünberg, 11. Oktober. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 15.48 bis 15.60 Mk., Korn 14.86 bis 16.00 M, Gerste 00.00 bis 00.00 Mk., Hafer 18.78 bis 14.00 Alk., Erbsen 00.00—00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00.00 SDtL Kartoffeln 4.50 bis 0.00 Alk. ko. Arankfnrt a. M., 13. Oft (Telegr. Orig.-Bericht des .Gieß. Anz.^). AnUliche Notierungen der heutigen Liehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 449 Ochsen, 149 aus Oesterreich, 28 Bullen, 1 aus Oesterreich. 875 Kühe, Fersen, Stiere und ksiinder, 0 aus Oesterreich, 272 Kälber, 449 Schafe und Hämmel, 1091 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen l.Qualität71—73Mk., L. Qual. 66—68 Alk., 8. Qual. 68—64Mk.; Bullen 1. Quall 62 bis öl Mk., 2. Quall 68—60 AU.; Kühe 1. Qual. 66—68 2JIL, 2. Qual. 6 2-64 Mk., 8. Quall 54—56 Mk, 4. Quall 45-48 Mk., 5. Quall (Hl—00 Mk. Kälber: 1. Qualität80—82 Pfg^ Lebendgewicht 50—00 Pf., S' Quall 78—76 Pfg., Lebendgewicht 44—46 Pfg., Schlachtanvicht 62—65 Pfg., Schafe: 1. Quall Schlachtgewicht 68—65 Pfg., 2, Quall 59—61 Pfg., 8. Quall 00—00 Pfg.; Schweine 1. Quall stH—OOPsg^ Lebendgewicht 54 Pfg., 2. Quall 67—68 Pfg^ Lebendgewicht M1/« Pfg-, 8* Quall 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend; bei Kleinvieh gut Alles verkauft. ko. g-rauksurt a. M., 13. Okll (Orig.-Telegr. des „Gießen. Ulnq.") Amtliche 9lotierunaen der heutigen tzruchtmarktpreise. !! Kerzen AU. 15.50—15.75, Kurhessischer Mk. 15.75-16.00, La Plata QJlt. 17.50—00.00, Kansas AU. 17.50—00^)0, Roggen (hiesiger) Mark 14.00—14^)0, Gerste (Wetterauer) DU. 15.25—16.00, Franken- sLlder Atk. 00,00—00,00, Hafer AU. 14^0—15.00, Mais AU. 13.50—00.00, Q'eizenmehl 0 All. 25.25—25.75, 2. Qualttät DU. 23.25 bi» All. 28.75, 8. Qualität Mk. 21.25—21.75, Roggenmehl 0 M. 28.00—28.50, L Qualität AU. 21.75—28.00, Weizenkleie DU. 8.75 bis All. 9.00, Roggenkleie AU. 9d0—10.00, Maiskeime Mk. 10.00 biß Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried DU. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Spirtpü» ber orrrträgtru Frankfurter Ziadühratrr. Opernhaus. Dienstag den 14. Oktober, abends 7 Uhr: .Romeo und skulle. * Schaufplelhaus. Dienstag den 14. Oktober, abends 7 Uhr: .DeS Meeres und der Liebe Wellen/ Politische Tagesschau. Der uatioualliLerale Delegierteutag trat am 11. d. M. in Eisenach zusammen. Anwesend sind etwa 700 Teilnehmer. Äe erste Versammlung begann mit einer nach Frirm und Inhalt vollendeten Gedächtnisrede HammacherS auf Bennigsen. Tann folgte die Wahl deS Bureaus. Gewählt wurden: als Ehrenpräsident Hammacher, alS Präsident Büsing und zu Vicepräsidenten Sattler und Krause. Tas erste Referat hatte Bassermann über „Die polittsche Lage und die allgemeine Stellung der Partei". In seinen Ausführungen sprach, er sich, na. gegeneine englandfeindliche Politik aus und forderte, daß unsere Rüstung zu Lande und zu Wasser auf der Höhe bleibe oder auf sie komme. Er betonte, die Ablehnung der Auslandkreuzer sei ein Fehler gewesen, und sprach sein Vertrauen aus, daß der Kaiser für den Ausbau der Flotte sorgen werde. TaS Korreferat hatte Pros. Kahl übernommen, welcher sich hauptsächlich gegen Polen und Zentrum äußerte. Nach längerer Debatte referierte Patzig über den zweiten Punkt der Tagesordnung: Organisation und Agitation." Herr Dr. von Frege, der sattsam bekannte frühere Vicepräsident des Reichstages, teilt in einem Schreiben an die „Kreuzztg." mit, sein Gesundheitszustand sei derart schlecht, da^st er nicht daran denken könne, seinen Platz im Reichstage einzunehmen Nur die lleberzeugung, daß sein Wahlkreis bei einer Nachwahl gefährdet sei, der Sozialdemokratie anheimzufallen, und dringende Bitten, bis zum Schlüsse dieser Wahlperiode auszuharren, hielten ihn ab, sein Mandant niederzulegen. Herr v. Frege geht dann in dem Schreiben auf den Zolltarif ein und äußert sich dahin, daß, wenn der jetzt vorliegende Tarif scheitere, er sehr pessimistisch in die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands sehe, welche nur durch ehrliche Bundesgenossenschaft der Landwirtschaft und Industrie eine gesicherte fei. Ter Ertrinkende greif, e auch nach der schwankenden Planke, zumal wenn das rettende Boot in so unsicherer Ferne erscheine, wie eine feste Mehrheit des ReichMrgs für einen die Landwirtschaft ganz befriedigenden Zolltarif. Gerne wolle er sich geirrt haben, wenn ein besseres Resultat als die Regierungsvorlage zu erreichen sei; das Recht, an der Lauterkeit seiner Absicht zu zweifeln, räume er aber niemand ein, auch nicht den Matadoren der Maßlosigkeit, wo dieselben auch sitzen mögen. Zu diesem Schreiben erklärt die „Kreuzztg.", sie könne diesen Ausführungen nicht zu stimmen, wohl aber teile sie die Meinung des Herrn v. Frege, daß nur durch ehrliche Bundesgenossenschast der Landwirtschaft und Industrie die Zukunft Teutschlanos eine gesicherte sei. Aber man müsse bedenken, daß die Industrie die ihr ehrlich von der Landwirtschaft dargebotene Bundesgenossenschaft nicht angenommen habe und noch immer daran festhalte: ,Ahr müßt uns (denen es gut geht) alles zugestehen, was wir wünschen, wir bekämpfen eure Wünsche (obwohl es euch schlecht geht)." Tas sei keine ehrliche Bundesgenossenschaft mehr, und deshalb lehre sie, die ,Meuzztg.", dieselbe ab und bekämpfe jede Erhöhung industrieller Zölle. Schmettere die Zolltarif- Vorlage, bann sehe sie durchaus nicht pessimistisch in die Zukunft. Neueste Meldungen. vrtginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. New York, 13. Okt- Wie die „Tribüne" meldet, ist Präsident Roosevelt entschlossen, beim Kongreß die Ab- schaffun g der Eingaugszölle aus Koble durch- zusetzen. Die Abgeordneten des Kohlen-Reviers werden diesen Antrag bekämpfen, daß diese Zölle abgefchafft werden. Die Kohlen aus Neu-Schottland könnten alsdann denen der Vereinigten Staaten Konkurrenz machen. Brüssel, 13. Okll Dem gestrigen Gottesdienst in der evangelischen Kirche wohnten die Generale Botha, De- larey und Ferreira mit ihren Damen bell Delo et traf 9 Uhr abends hier ein und hielt vom Balkon des Hotels mit Telarey Ansprachen an die Menge, in denen sie nochmals der Brüsseler Bevölkerung für den warmen Empfang namens des südafrikanischen Volkes dankten. Heute früh 8 Uhr reisten die Generale nach Paris. Genf, 13. Okll Der Generalstreik ist für beendet erklärt worden. G r e i tz, 13. Okt. Gestern abend entstand infolge der Explosion einer Petroleumlampe ein Gro»feuer, welches einen Teil der Marktstraße, im ganzen 12 Hauser, einäscherte. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Schaden wird auf 7—800 000 Mark veranschlagll New York, 13. Okll Ein seltsamer Streck ist hier ausgebrochen. 2500 Journalisten haben ihre Tchätia- keit eingestellt. Dieselben fordern als BeriMerstatter eut Minimal-Honorar von 70 Dollar. Mehrere kleine Blätter haben ihr Erscheinen einstellen müssen. St. Etienne, 13. Okt. Der Abg. Briant des Loire- Departements hat dem Ministerpräsidenten Combes mitgeteilt, daß er ihn über das tragische Vorkommnis in Terre noire interpellieren werde. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. JBL.. 1L Oktober 1902. 378°/o Reichsanleihe . . 102.00 30/o do. ... 92.30 3*/.% Konsole .... 102.00 8% do......92.15 3*/2% Hessen .... 100.20 396 Oberheeaen . . . 99.60 4% Oesterr. Goldrente . . 102.80 4l/,% Oeaterr. BUberrente 101.80 4-6 Ungar. Goldrente . . 101.40 40/0 Italien. Bente . . . 108.30 4V,-6 Portugiesen . . . 50.70 0% Portugiesen, .... 81.85 156 C. Türken .... — Türkenloae 122.60 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44L0 Suasere Argentiner —.— 8% Mexikaner .... 26.60 4,/s9/o Chinesen .... 92.65 Electric. Bohuckert . . . 82.00 Nordd. Lloyd . . . . —.— Kreditaktien .... 216.00 Diskonto-Kommandit . . 188.00 Darmstadter Bank . . . 185.80 Dresdener Bank .... 142J5O Berliner Handelsges. , . 156.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 158.75 Lombarden .... 20.40 Gotthardbahn 179.00 Laurahütte ..... 202.50 Bochum ...... 177.75 Harpener 170L0 Tendenz t fest. Henkel’s Bleich-Soda, bestes und billigstes Waschpulver «189 macht die Wäsche blendend weiß. Nur echt, wenn in Paketen mit dem Namen „Henkel". Schutzmarke „Löwe". Erhältlich in Drogen-, Kolonialwaren- und Seifengeschäften. Durch die W bedeutende Vergrößerung Z meiner SeschSstrlokalltSten habe ich meine Läger in Seidenstossen, Uleiderstosfen ***** ******* und Damen Uonsestion aus; höchste erweitert und biete ich bezüglich preise die größten Vorteile, welche nur von einem SpezittlgesehRft füu Allodewauen geboten werden können. Sur Besichtigung meiner wgebenst ein. herbst- und Vinter-Neuheiten lade ich meine hochverehrte Nundschast Sari Nowaa. Eröhtes Spezialgeschäft sür Modewaren in Vberhejsen. ♦ ♦ ♦ Blumenspenden bmifenb verbeten. 7169 I Altenbamberger Kehrenberg per Flasche Mk. 2.50 4 Deutsche Rotweine 7181 ohne Glas Lit..Fl. 0.76 G den 18. Oktober 1902. 7182 Beite Die Beerdigung fbibct Dienstag den 14. Oktober, nachm. 2 Uhr vom Sterbehause Schmerstraße 27 aus statt. kauf bei 7189 Fr. Helm, Vorsitzender. 7188 Gießen, Hamburg, den 11. Oktober 1902. 7177 6907 in erprobten ersten Qualitäten. Ernst Baiser Wustmrg 11 Tanzlehrer, Sonuenstraße 5. furt a. M. 7160 Wiener. 7170 7173 müssen anderweitig vergeben werden. und von 90 Pfg. an per Pfund und höher. 7067 % 'V HrlM-tiits von Neu- Grdeuer Eauzemer Eafeler (Sraacher Lepte haben 2.— 1.60 und tbrtfi« f gtrnfprtch Medoc EHLteau-Bellevue St. Julien . . . Ellerstädter Türkheimer Feuerberg Krühpurguuder . . . W a« I u dich« Denn um 8 zllladk n Obermoseler. Enkircher . . Alfer . . . Trittenheimer Piesporter . Sämtliche Mosel und Saarweine sind von ersten Weinproduzewen in Originalfüllung bezogen. Am IV, M »IrtM«! bei 4«f< bei SOeret tage e neue ff M b beabsi« Adolf Bieler, Viktoria-Drogerie, Marktstr. 5. •=.*& »■ 5 v a. '/.Lll..Fl. I ohne Glas '/. Lit.-Yl. Mk. 0.50 Dürkh. 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Mitglieder werden höflichst ersucht, ihre Abonnemcnts-Kartcn möglichst bald bei Herrn Lhallier in Empfang nehmen zu wollen; eine Zusendung findet auSnahmlos nicht statt. Der große Andrang zur Wiehe-Vorstellung (am 24.) zwingt den Vorstand, als letzten Termin den 21. Oktober zu bezeichnen; alle bis dahm nicht abgenommenen Karten toutbe Berlin gebrach dur T, bedürfe Reaierr Achtung! 04682] Komme Dienstag mit einer Ladung frisch gebrochener Zwchcheu Karl Pfeiffer, Lubslhailszitturr Älein-Liudeu, Fraukfurterftraße 88. Bestellungen werden in der Gärtnerei Wtthelmftraße 16 entgeg engenommen. -‘tuin-t Ingres fr-ie es sauchte, ln den weite M er | Landes d-UIschk! toeltot «neifc ^btlä Bodevhetmer ..... Türkheimer Laubenheimer Niersteiner Deidesheimer Forster Ruppertsberger Traminer . . Wachcuheimer Bächel . . . . Deidesheimer «apelleuberg . . 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Oktober, mütags 12 Uhr, vorn Sterbe- Hause, Wehsteinstraße 40, aus statt. Lchristliche Arbeiteii Nachtragen von Büchern, Korrespondenzen, AuSschreiben von Rechnungen rc. wird von einem tüchtigen Kaufmann exakt und billig besorgt. Offerten unter Nr. 04586 an die Expedition. 04526] Gestern Älbend auf dem Wege vorn Hotel Schütz nach der Sonnenstraße ein Pelzkollicr verlöre». Ab^ugeben gegen B» lohnung«Lonnenskraße 6.^ Telegramm! Ich treffe DienStag Morgen mit einer Partie Rhein. Tafettran» ben, frischer Nüsse und Ein. machpfirfichc in der Schulstraße ein. 17166] Anton Schneider. 3 Vorzüge vor allen Hausmitteln und Medikamenten, nämlich Wirksamkeit, Billigkeit und Vielseitigkeit hat Fiucoi (100 % austral. Eucalhptus'Oel.) Eine Flasche dieses wunderbaren Naturproduktes ersetzt eine ganze Hausapotheke. 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