Erstes Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 13. August 1903 Nach einer Meldung aus Rom gießt das offizielle Organ des Vatikans, der „Osservatore Romano", die Erklärung ab, Präsident L o u b e t würde nichtvomPapste empfangen werden, wenn er der Gast, des Königs Viktor Emanuel im Quirinal sei. preise eine bestimmte Höhe Anträge werden abgelehnt.' Der Zolltarifgesetzes wird angenommen, sich die Kommission auf den überläßt den Fraktionen die Bildung kommission, die am 18. September 63 wird ernst in Südamerika. In Berlin soll an zuständiger Stelle von einer beab- sichtigten Truppenlandung vor Puerto Cabello nichts bekannt sein. Trotzdem läßt sich annehmen, daß die Führer der deutschen Kriegsschiffe ermächtigt sind, in jedem Augenblick die ihnen nonueubig erscheinenden Maßregeln zu treffen. Tort unten in Venezuela befinden sich die Kriegsschiffe „Falke" und „Gazelle". Tie angeblich erfolgte Weisung des amerik anischen Marinedepartements, ein Bombardement ohne vorherige Ansage zu verhindern, erscheint mindestens überflüssig. Es ist solche Piratenmanier am allerwenigsten deutsche Art. Tas sollten auch die Amerikaner wissen. Zn Barcelona währte der Kampf den ganzen Tag, bis die Regierungstruppen aus allen Positionen geworfen waren, teuf 6eiben Seiten gab es 167 Tote. Gefangen wurden der Kommandeur der Regierungstruppen, 8 Generale und 23 Obersten. Alle Läden wurden geplündert, besonders ausländische, ebenso das französische Kabelamt, sowie das amerikanische, italienische und holländische Konsulat. Ter amerikanische Ge,cuidte in Carracas, Bowen, erhielt vom amerikanischen Gesandten in Barcelona ein Telegramm, in dem es heißt, daß die Aufständischen die Stadr plündern. Ein amerikanisches Kriegsschiff fei daher nach Barcelona beordert. Tas neueste Telegramm aus Port of Spain besagt: Tas Gefecht, das zur Eroberung von Barcelona führte, begann am 3. August. Am 6. August drangen die Aufständischen in die Stadt ein. Sie unterhielten das Feuer, Tag und Nacht und zerstörten die Gebäude, soweit sie vorgerückt waren. Am 7. August hatten die Aufständischen Zroeidrittel der Stadt in Besitz. Am 8. August ergaben >ich die Negierungsrruppen. Unter den Gefangenen befinden sich der Präsident von Barcelona, Marcano, der Führer der Regierungstruppen, 8 Generäle, 22 Oberste, 167 Mann sind auf beiden Seiten gefallen. Tie Häuser wurden geplündert, harmlose Frauen und Kinder mißhandelt oder getötet und die Läden geplündert, insbesondere diejenigen der Fremden. Das französische Kabelamt wurde genommen und das amerikanische, italienische und holländische Konsulat geplündert. Die Konsuln verlangen Kriegsschiffe. erreichen. Diese Rest des § 12 des Darauf D er tagt 22. September und einer Siebener-Sub- Nr. 188 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landn-'rl die Siebener tfamihoi-. blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Univers.-Buch» u. Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. »HD * tüotifl- yer L" solchen Beschlusses bewußt werden. Das Reich müsse mit einer ganzen Reihe steigender Ausgaben rechnen. Es sei daher unmöglich anzugeben, ob der Antrag Heim ohne Mehrbelastung des Etats durchführbar sei. —'Die Gleichung enthält vier unbekannte Größen, die Unsicherheit des Zollvertrages und der endgiltigen Zollsätze, die Zunahme der Bevölkerung und der Versicherungskosten. Ohne neue Steuern sei der Antrag Heim nicht gangbar. Der bayerische Bevollmächtigte StaatSrat Stengel führt aus, der Antrag Heim mahne angesichts des jetzigen Defizits und der unsicheren Finanzlage dringend zur Vorsicht in Anbetracht anderer Verpflichtungen pes Reiches, der Tilgung der Reichsschuld und der Sanierung des Reichsinvalidenfonds. Ferner sprechen Dr. Müll er-Sagau namens der Freisinnigen für Ablehnung aller Anträge, Tr. Paasche für die Resolution, ebenso Dr. Barth. Molkenbuhr erklärt, die Sozialisten stimmen für den Zentrumsantrag. Darauf werden alle Anträge und die Resolution Arendt ab- gelehnt. Die Kommission lehnte auch den sozialistischen Antrag, jährlich 60 Millionen des Zollüberschusses zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kleinbauern zu verwenden , ab. Staatssekretär Frhr. v. Thielmann erklärte, daß der Antrag unannehmbar, da das Reich nicht die Millionen dafür übrig habe und der Ka n a l b a u Sache der Ei n z e l st a a t e n fei. Ferner liegen fünf sozialistische Anträge vor: Solange Zölle bei Einfuhr von Nahrungs- und Genußmitteln erhoben werden, treten die ersten §§ 2 bis 18 des Salzabgabegesetzes außer Kraft. Es wird zweitens die Verbrauchsabgabe auf Branntwein auf 0,50 Mark für einen Liter reinen Alkohol herabgesetzt; drittens wird § 43 c des Gesetzes betr. die Besteuerung des Branntweins von 1895 aufgehoben. Außer Kraft treten viertens die §§ 77 und 78 des Gesetzes von 1896 betr. die Abänderung des Zuckerst eu e r g e s e tze s, fünftens hat der Bundesrat die Getreidezölle aufzuheben, wenn die Verkaufs- zur Vorbesprechung der zweiten Lesung zusämmentreten soll. Der Vorsitzende wünscht vergnügte Ferien. Abg. Dr. Hahn dankt dem Vorsitzenden Rettich. Damit ist die e r st e L e s u n g erledigt. iehnnäMen gesucht EM- 6| An braves Lausmädd ’lort gebucht — 3flao> Aeichsiraße L $1 Ein besseres Linde, che», welches persek! nch vugeln lami, zu einem M lM Mädchen aus 1, >er aesuchk. u ertragen Frankiurterslr.j! 373J Mädchen können 0; ' u.Elanzbugeln aninbLc su Fr. Schlemm, Lchlaßg.f Zuberer 'qe;*el^r y Ausland. London, 12. Ang. Ter König nahm heute, in Begleitung der Königin die Parade der Kolonialtruppen ab. Roberts und Kitchener wohnten gleichfalls der Parade bei, nach welcher Ordensauszeichnungen verteilt wurden. Der König richtete an die Kolonialtruppen eine Ansprache, in der er seiner großen Äenugthunng! über den Patriotismus und die Art und Weise Ausdruck gab, wie diese sich in Südafrika hervorgethan haben. Der König fügte hinzu, er werde niemals vergessen, welche Dienste die Truppen deni Mutterlande erwiesen haben. Hierdurch würden die entlegenen Kolonien mehr denn je auf das Engste mit den anderen Teilen des großen Reiches verbunden werden — Tic Durenführer Botha, Dewet und Delarey werden am Samstag an Bord der königlichen Dacht im* Hafen von Portsmouth vom König empfangen werden. Die Generale kommen am Samstag in Southampton> aus Südafrika an und werden der großen Flotten-Revue1 zwischen Portsmouth und der Insel Wight auf einem vom Kolonialamt zur Verfügung gestellten Tampfer beiwohnm. — Milner weilt z. Zt. in Laurenco Marquez. Es handett sich wohl um die Einleituna von Unterhandlungen zwischen England unb Portugal fratreffenb die Lütro-turrA Deutsches Reich. Berlin, 13. Aug. Kaiser Wilhelm hat dem deutschen Marineattachee in Petersburg, Korvettenkapitän Frhrn. v. S ch i m m e l m a n n, persönlich sein Bildnis mit Widmung überreicht. Kaiser Nikolaus zeichnete ihn durch eine kostbare goldene, mit Brillanten besetzte Daba- tiöre aus. — Die Kaiserin konnte wegen einer leichten Unpäßlichkeit nicht, ihrer Zusage gemäß, an der Fahnenweihe eines Kriegervereins aus der Umgegend von Cavinen persönlich teilnehmen. Nach der „Elb. Ztg." ist diese Unpäßlichkeit auf einen Unfall zurückzuführen, indem die Kaiserin gelegentlich eines Ausfluges nach dem Seebade Kählberg beim Aussteigen aus der Dampspinasse sich, den Fuß verstaucht haben soll. — Ter Abg. Ahlw ard t soll nach einer erregten Auseinandersetzung mit seinen ehemaligen Freunden, die in Woldenberg siattsand, darin eingewilligt haben, auf seine Wiederaufstellung im dortjgen Wahlkreise zu verzichten. — In mehreren Wahlkreisen Badens werden die Vertrauensmänner der nationalliberalen Partei in den nächsten Tagen Stellung zur Frage der Männer klöster nehmen. Tie Lage ist namentlich durch den Protest der drei badischen Hochschulen so gespannt, • daß man in ernsthaft zu nehmenden polittschen Kreisen mit der Möglichkeit des Rücktritts des Ministers v. Dusch rechnet. — Ter Allgern. Deutsche Genossenschaftsverband (Schulze-Delitzsch) hält vorn 3. bis 7. September in Kreuznach den 43. Allgemeinen Genvssen- schaftstag ab. Die erste Kommissionslesung des Zolltarifentwurfs gehört älso der Vergangenheit an. Die kleine Schar von Parlamentariern, die in 101 Sitzungen diese Unzahl von Positionen unverzagt aufarbeitete, ging gestern auseinander, um in sechswöchiger Sommerrast von dieser Tage Qual auszuruhen. Noch mehr freilich bedürfen der G*r» f)ohing die Vertreter der Regierung, für die es ein Abgelöstwerd en nur selten gab. Die Erörterung über die Möglichkeit, die aus den Getreidezollerhöhungen usw. zu erwartenden Ueberschüsse für eine allgemeine Witwen- und Waisenversorgung ist, wie bei der ungünstigen Finanzlage und der zurzeit bestehenden Unsicherheit bezüglich des Schicksals des ganzen Tarifentwurfs nicht anders zu erwarten war, refultatlos verlaufen, und sämtliche Verwendungsanträge sind abgelehnt. Bei der zweiten Lesung wird's schwerlich anders kommen. Dagegen steht außer Zweifel, daß die zweite Lesung, besonders die Beschlußfassung über die landwirtschaftlichen Zölle, mit der die Beratung am 22. September wieder ausgenommen werden dürfte, das öffentliche Interesse bei weitem mehr erregen wird, als das bei der ersten Lesung der Fall war. Voraussichtlich wird dann der Reichskanzler in Aktion treten und alles aufbieten, um zu verhüten, daß dem Zolltarif das Schicksal des Mittellandkanals zu teil werde. Einstweilen ruht der parlamentarische Streit, und es ließe sich wohl eine Wette darauf wagen, daß diese Pause aus keiner Seite unangenehm empfunden wird. Die Zolltariskommissiou Zur Beratung der Verwendungsanträge lag am Dienstag ein Antrag Heim vor, nach § 11 des Zolltarifgesetzes einen § 11 a einzuschalten: lieber den Ertrag der Zölle der nach den Tarifstellen 1, 2, 3, 4, 102, 103, 105, 106, 107, 132, 133, 134, IGO, 163 zu verzollenden Waren, welcher den Durchschnittsertrag der Zölle aus 1895 bis 1902 der entsprechenden Pos. des gegenwärtigen Tarifs übersteigt, ist durch besonderes, spätestens bis 1. Januar 1910 zu verabscheuendes Gesetz zur Erleichterung der Durchführung der W i t w e n - und Waisen Versorgung Bestimmung zu treffen. Bis zum Inkrafttreten sind die Mehrerträge für Rechnung des Reiches anzusammeln und verzinslich anzulegen. Im Falle des Nichtinkrafttretens des Gesetzes bis zum angegebenen Zeitpunkt sind die Zinsen und Mehrerträge, sowie die eingehenden Mehrerträge den Jnvaliden-Versicherungsan st alten zu überweisen nach Maßgabe der im vorhergehenden Jahre aufgebrachten Versicherungsbeiträge für die Witwen- und Waisenversorgung. Zweitens ein Eventualantrag Geyer, hinzuzufügen, die Zollerttäge aus den Tarifstellen 5, 6, 9, 33 bis 36, 44 bis 48, 162 treten statt am 1. Januar 1910 gleichzeitig mit dem Zolltarifgesetz in Kraft. Drittens ein Antrag Kauitz, den Ueberschuß des Zollertrages gegen jetzt aus den Tarifstellen 1 bis 4, 102, 103, 105, 106, 107, 132 bis 134, 160, 163, zur Ermäßigung der Jn- validitätsbeiträge zu verwenden. Viertens eine Resolution Arendt, den Reichskanzler zu ersuchen, die Zollüberschüsse, wie sie der Antrag Kanitz genannt, zur Mtwen- und Waisenversorgung zu verwenden und thunlichst bald einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Dr. Arendt führt aus, die Erfahrungen mit der Festlegung von Geldern für einen Zweck, den ein zukünftiges Gesetz bestimmen solle, seien schlechte; ein Zwang für die Regierung, die der Sache zuftimme, sei unnötig. Die Jnvaliditätsbeiträge belasten zwar die Bewohner des platten Landes sehr, aber der Antrag Kanitz verschärfe die Gegensätze noch mehr. Staatssekretär Frhr. v. Thielmann erklärt, der Gedanke einer Witiven- und Waisenversorgung fei an sich sympathisch, man müsse sich aber auch der Folgen eines rin Vom französischen Kulturkampf. In mehreren Ortschaften des Departements Finistöre sind die Ordensschnlen ohne größere Zwischenfälle geschlossen worden. In Mvrlah war der Widerstand jedoch sehr heftig. Während Arbeiter die Thüren des Schulgebäudes einschlugen, steckten die Bewohner Holzscheite, die sie hinter die Thür gelegt hatten, in Brand, sodaß die Feuerwehr alarmiert werden mußte, um das Feuer zu löschen. Die Menge war besonders gegen die die Thüren öffnenden Schlosser aufgebracht, sodaß die Gendarmen des öfteren sie vor der Volkswut schützen mußte. In St. Jean la Poterie mußten die Gendarmen die Menge mit Gewalt auseinandertreiben. Ein Brester Polizeikommissar begab sich in Begleitung einer Abteilung Gendarmerie nach Geuszec, um die Auflösung der dortigen Kongregationsniederlassungen zu erwirken, begegnete aber dem Md erstand der mit Stöcken und Steinen bewaffneten Einwohner. Er mußte sich, ohne seine Aufgabe erfüllt zu haben, zurückziehen. Erst gegen 6 Uhr abends, hat er, von einer Kompagnie des 118. Jnf.-Regts. unterstützt, die Niederlassung unter den Hochrufen einer zweitausendköpfigen Menge auf die Nonnen und die Freiheit geschlossen. Am Dienstag abend legte in Paris der Gerichtsliquidator der aufgelösten Kongregationen Siegel an die Druckerei La Croix an, mit der Begründung, der gegenwärtige Direktor des Blattes sei nur ein Strohmann des aufgelösten Ajsump- tionistenordens, welchem die „Croix" gehört. Das Kriegsministerium erhielt keinerlei Bestätigung des Gerüchts, nach welchem eine Jnfanteriekompagiiie in Quimper sich weigerte, eine gegen die Kongregationsschulen angeordnete M-aßnahme auszuführen. nger Aaulechiiiker sucht i ^ch.Tehallsanjpr.verl.Sc väl. eine Stelle a.e. Archiv Äaubureau. Gefl. Angele r Nr. 03433 an die krpkl iger Mann sucht Stelle ü Wfimr, Aureaudiener M l md vochLNbtt (&<ö qexes in ds'ßxpMm. Lchen, SH, welches langen Zeil -ei Kindern in befietc jern war, wünscht roieta jche Stellung aus bald. IX Känrlch Seipp VII, nngshausen, Kreis Alsi.ll Politische Tagesschau. Der Stapellauf des „Kaiser Wilhelm II." Stettin, 12. Aug. Der Kaiser traf mit Gefolge in Begleitung des Staatssekretärs v. Tirpitz auf dem Torpedoboot „Sleipner" bei kühlem Wetter auf der Werft des Vulkan bei Bredow zum Stapellauf des für den Norddeutschen Lloyd gebauten Schnelldampfers „Kaiser Wilhelm II." ein. Der Kaiser, der Wmiralsuniform trug, wurde empfangen vom Staats-Minister von Geßler, den Zivilbehörden, der Direktion und dem Aufsichtsrate des Vulkan und den Direktoren des Norddeutschen Lloyd. Die Ehrenkompagnie wurde vom Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm IV. (Erstes Pommer. Nr. 2) gestellt. Tausende von Zuschauern begrüßten den Kaiser mit Hurrah von den Tribünen und den zahlreichen Oderdampfern. Der Kaiser begab sich durch eine Ehrenpforte auf die Taufkanzel, wo Fräulein Wiegand das Taufgedicht sprach, welches Dr. Stettenheirn verfaßt hatte. Darauf wurde eine Champagners lasche am Bug des Schiffes zerschellt. Nach dem Stapcllauf, der sich glänzend vollzog, nahm der Kaiser ferner die Maschinenbauanstalt auf dem Oderhof, sowie einen russischen Kreuzer in Augenschein. Hierauf schiffte sich der Kaiser wieder auf dem „Sleivner" ein, und fuhr zum Personenbahnhof in Stettin und begab sich alsbald nach Neugattersleben zur Einweihung des Grabdenkmals der Frau von Alvensleben. Die am Ufer der Oder und auf derselben befindlichen Schiffe waren dicht mit Zuschauern besetzt. Das Gedicht, das Fräulein Wiegand, die Tochter des General-Direktors des Norddeutschen Lloyd, sprach, feiert den Kaiser, der fein Volk mit Kraft und mit Weisheit zu hohen Zielen führe, der den Blick auf das weite Meer lenke und voranschreite, ' um das Meer in friedlichem Kampfe zu erobern. Ihm möge das Schiff gleichen und kühn wie des Adlers Flug feine Bahnen durch die Meere gleiten. Wo es erscheine, möge es den Ruhm des deutschen Namens verkünden, und immer und überall möge das Glück über dem Schiffe schweben. Der neue Riesendampfer „Kaiser Wilhelm II." ist das größte der deutschen Handelsmarine, und besitzt die größte Länge aller bisher erbauten Schliffe. Trotz seinen ungeheuren Dimensionen zeigt der neue Dampfer, auf dem Wasser schwimmend, so elegante fast zierliche Formen, daß man von feiner Größe erst einen Begriff bekommt, wenn man feine Einzelheiten betrachtet. Der Dampfer würde, an Land gebracht, einen hinreichend großen Tunnel für unsere Normallokomotiven abgeben. Er besitzt einen Durchmesser von 5 und eine Höhe (über Deck) von 18,5 Metern. Tie Fortbewegung des Dampfers geschieht mittels zweier, zu beiden Seiten des Steuers befindlichen, Schrauben von je vier Flügeln, welche die Kleinigkeit von je ca, 600 Zentnern wiegen und einen Durchmesser von ca. 71/2 Meter besitzen. Diese Schrauben werden von Maschinen in Bewegung gesetzt, welche 38000 Pferdekräfte indizieren und dem Schiff eine Geschwindigkeit von ca. 23 Seemeilen pro Stunde geben werden- Verschwindend klein ist der Mensch gegen fein Bauwerk, und doch genügt eine Bewegung von ihm, um dem Kolloß Leben zu verleihen — ein Druck auf einen Hebel und die Maschine kommt in Gang. Für alle Apparate an Bord kommt Dampfkraft in Anwendung, so auch bei dem Heißen des'Ankers, der natürlich auch eine, der Größe des Misses entsprechend, Schwere besitzt. jjpi'wuir VezngSpret-r V O monatlich 7oPs., viertel- Giehener AnzeigeiM ** General-Anzeiger " v v kür den polit. u. allgern. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZWZ __________________________ ” zeigemeil: Hans Beck. hewMtisiw ---H [Ch jahrelangen gräflichen x X-n Sofort Änderung ZZW 000 w fierten u-m iebitW-t—'-rTTfigp? SM:- 'WS 4 •kJiv MZ all e 1723 an die Cfi' N und 2 Vom S-tnrretrco MarqmeS am Eng^atrd. Die Ab-- tretimg soll gegen AuAzaLllmg einer großen EntschMigrmgs-- [nnune an England erfolgen. Haag, 12. Ang. Wie verlantet, beabsichllgen Botha, Dewet und Delarey, die von Krüger verwahrten transvaalischien Staatsgelder zn verlangen, nm sie unter die Notleidenden zu verteilen. Sie treffen hier am Dienstag ein. Charkow, 12. Ang. Sestern abend wnrden in der Hanptallee des hiesigen Etablissements Tivoli während des Zwischenaktes ans den Gonvernenr Fürsten Obolenski vier Schüsse abgegeben. Der Gouverneur wurde durch zwei Schüsse am Halse und der chn begleitende Polizeimeister Bessenvw durch einen Schuß am Fuß verwendet. Der Thäter wurde verhaftet, doch ist seine Identität bisher nicht festgestellt worden. Aus AM unii Land. Gießen, 13. August 1902. ?! Vom Pro v in zial -- Museum. Das Museum bleibt, wie wir hören, während der Ferien geöffnet. Wir weisen darauf hm, daß die überaus wertvollen und interessanten Sammlungen im alten Rathaus außer an den Besuchstagen, zu jeder Zeit besichtigt werden können und zwar gegen eine Gebühr von 5 0 Pfg. ä Person. (Sollte das eiserne Gitter unter der Rathaushalle geschlossen sein, so wolle man klingeln.) Das Museum ist in letzter Zett erst wieder durch mehrere Funde aus vorrömischer Zeit bereichert worden. Neu hmzugekommen ist auch eine hochinteressante Sammlung von Tabakspfeifen. Das vorhandene älteste Gemälde unserer Stadt, welches ebenfalls im Besitz des Museums sich befindet, ist von Leib dem Aelteren renoviert worden und zeigt uns in frischen Farben unser Gießen aus der Festungszeit. Im Uebrigen weisen wir darauf hin, daß die Sammlungen neu geordnet wurden und daß jedes einzelne Stück mit deutlicher Schrift zur besseren Orientierung der Besucher kenntlich gemacht ist. ?1 Gemeinden-Vereinigung. Verhandlungen, welche augenblicklich schweben, werden vermutlich dazu führen, daß die israelitische Religionsgesellschaft, die ihr Gotteshaus in der Steinstraße hat, sich mit der andern jüdischen Gemeinde vereinigt. ** Der Liederabend der Sängervereinigung (Liederkranz und Sängerkranz) am Dienstag abend in Steins Saal, welcher zugleich als erstes Debüt dieser Vereinigung zu bezeichnen ist, nahm einen schönen Verlauf. Unter Franz Bauers energischer und umsichtiger Leitung kamen sowohl die größer angelegten Chöre wie auch die einfachen Volkslieder zur schönsten Geltung und gaben ehrendes Zeugnis von dem Wollen und Können der Sängerschaar und ihres Dirigenten. Unterstützt wurde das Konzert durch Fräulein Sophie Schultze, einer jungen Sängerin, die über einen wohl geschulten Sopran verfügt und namentlich im neckischen, helleren Genre durch anmutigen Vortrag und deutlicher Texlaussprache außerordentlich begabt ist. Herr Julius Hahn wirkte als wohlbekannter Pianist mit, sein Part bot ihm Gelegenheit, seine gewandte Technik in den Solos, als auch sein diskretes Zurücklreten m der Begleitung zu bekunden. Allen Mitwirkenden mürbe reicher und wohlverdienter Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft zuteil. ** Das seltene Jagdglück, einen Zwölf-Ender- Kroneuhirsch zu erlegen, halte der Jagdaufseher ttonu dürfer. Der Hirsch kam im Jagdgebiet Kircypers zum Schüß. ** Darrnstä dter Schlvßfreiheitstotterie. Tie Spannung der Spiellustigen, die sich an der Darmstädter SchloßsreiheitSlotterie beteiligen, ist jetzt nach Tarmstadr gerietet, weil dort unter Leitung der Direktion der Hess. Staatslotterie in deren Ziehungssaale durch Notare die Ziehung erster Klasse am Donnerstag den 14. d. Ai. unwiderruflich stattfindet. ** Petroleumtauks auf fiskalischem Gelände. Auch eine frühere Vorstellung der Handelskammer Gießen an den Minister v. Thielen, es möge die Staats- bahnverwaltung aus liativnal-mirtschastlichem Interesse den Eisenbahndirektionen Zurückhaltung anempfehlen hinsichtlich der mietweisen Uebertassung siskatlscheu Geländes zu Petroleum-Tanks ausländischer Gesellschaften, ist jetzt eine Antwort des Ministers Budde eingelaufen, in der er die Zusicherung giebt, dieser Aiigelegeuheit seine ernste Aufmerb- famkeit widmen zu wollen. (Wir glauben indessen nicht, daß sich der Fiskus zu einer prinzipiellen Ablehnung der Gesuche auSlaudifchier Gesellschaften um Ueber- lassung von Terrains verstehen wird. Schon deswegen nicht, weil der Staat die Abwehr der ausländischen Mon» kurrenz den Kommunen, den Privatpersonen und vor allem den Gesetzen Überlassen muß, wenn er nickst will, daß von fremben Staaten Repressalien dafür genommen werden sollen. T. Red.) ** Die Farnilienblätter des Gieß. Anz. enthalten in ihrer heuttgen Nummer em Gedenblatt für Nikolaus Lenau (geb. 13. August 1802) von Paul Wittko. 0 Friedberg, 12. Aug. Unsere gestrige Meldung über die Anzeige gegen einen Lehrer in einem größeren Orte des Kreises hat Aussehen erregt. Es wird jetzt versichert, daß nicht der Geistliche jenes Orts den dortigen Lehrer angezeigt hat. Die Anzeige sei ebenso anonym ohne Wissen des Geistlichen erfolgt, der von den erhobenen Beschuldigungen überhaupt erst Kenntnis erlangt hat, nachdem fettens der Staatsanwalt das Verfahren eingeleitet n>ar. Unrichtig ist es, daß derselbe Pfarrer denselben Lehrer eines Meineids beschuldigt habe. Eine Anzeige erfolgte s. Z. vielmehr, weil der Lehrer den Pfarrer vor einer Gerichtsverhandlung durch Bedrohungen zu verleiten versuchte, bei seiner Vernehmung einige Sachen zu verschweigen. Was endlich die Bemerkung anlangt, daß gegen den Pfarrer auch mannigfache Beschuldigungen erhoben werden, so wird eine eventuelle Untersuchung ergeben, in wie weit diese berechtigt sind. Lauterbach, 11. Aug. Das seltene Fest der Drain a u t e n h o ch z e i. t feierten am 11. August die Lehrer i. P. Wolff Eheleute hier. Leonhard Wolfs wurde am 26.Oft. 1815 in Raibach bei Groß-Umstadt geboren und nach Absolvierung des Lehrerseminars in Friedberg im Dezember 1836 als Schülvikar in Eifa, Kreis Alsfeld, verwandt. Seine am 6. September 1825 in der nahegelegenen Hadtmühle geborene Gattin führte er heute vor 60 Jahren zum Traualtar. Mainz, 12. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin werden, wie wir bereits meldeten, am 15. d- M. von Düj- seldorf kommend, in Koblenz eintrenen, und sich an Bord eines Dampfers der Köln-T-üsseldorfer Tampfschiffahrts- Gesellschaft nach Bingen, Rüdesheim und ev. vis nach Mainz begeben. Die Fahrt bis nach Mainz hängt jedoch vom Wetter ab. Dem „Mainz. Anz." wird dazu aus Biebrich geschrieben: Nächsten Freitag gegen 10 Uhr abends fährt der Kaiser mit einem Schiss der Köln- Düsseldorfer Linie an unserer Stadt vorbei nach Mainz. Der Großherzog von Hessen wird nachmittags schon seinem hohen Gaste auf dem Rhein bis Bingen entgegensahren und von dort aus die Reise mit dem Kaiser gemeinschaftlich aus dem Schiff nach Mainz zurücklegen. Während der Vorbeifahrt an unserer Stadt werden sämtliche Villen am Rhein und auch das Schloß beleuchtet sein. — Tie Kaiserin wird noch am Abeiid mtttels Spezialzug von Mainz nach Homburg über Franksurt abreisen, wahrend sich der Kaiser mit dem Groß Herzog, der ihn hier am Rheinuser begrüßen wird, in das Großh. Palais begeben und dort üveruacksten wird. Um) 8 Uhr abends kommt der Dampfer nut dem Kaiserpaar in Bingen an. Dort wird bereits große Beleuchtung der Ufer uno der benachbarten Höhen und außerdem auf der ganzen Fahrt von Bingen nach Mainz eine Beleuchtung der Villen, der Rheinufer und sämtlicher rechts- und linksrheinisch gelegenen Ortschaften stctttsiliden. Für Mainz i)t ebenfalls von feiten der Bürgermeisterei eine Beleuchtung des ganzen Rheinufers vorgesehen, das Schiff wird lebhaft von Böllerschüssen begrüßt werden. Die Bürgermei)ierei hat sich ferner, wie wir schon meldeten, mit den Hausbesitzern der am Rheinuser entlang gelegenen Häuser in Verbindung gesetzt, und haben auaj oiefe ihre Bereitwilligkeit zum Beleuchten ihrer Häuser ausgesprochen; auch wird die Stadt die Straßen uno Plätze in Oer Umgebung des Großherzoglichen Palais beleuchten lassen; dasfelbe werden auch die Hausbesitzer veranstalten. Jo ein offizieller Empfang der höchsten Herrschaften bei ihrer An tun st in Mainz ftattfnibet, darüber sind bis jetzt noch teilte Dispositionen getroffen worden. Weiter ist offiziell bekannt, daß der Kaiser nach beendigter Truppenschau von der Binger Brücke kommend, über die Bingerjtratze und große Bieiche sich an der Spitze oer Fahnentompagnien in oas Großh. Palais begeben wiro, wo jämtliche Fahnen eingestellt werden. Die Stadt wird sowohl aus dem nliceplay als auch auf dem DeutschyauSpiatz größere gärtnerische Anlagen zu Ehren des Kaisers und des Landesfürften zur Ausführung bringen lassen. Die Mitteilung, daß zu der in Mainz stattftn- d end en Truppenschau Bataillone Infanterie zusammen- gezogeil mürben, findet heute in einer Meinung aus Berlin ihre Bestätigung. — Die Musiker und Spielleute der Jnfaiiterie-Regimenter Nr. 80, Wiesbaden (einschließlich des 3. BataillOiis-^omburg v -d. H.), des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 und oes 4. Großh. Hess. Infanterie-Regiments Nr. 118 sind wegen der bevorstehenden Truppenschau zum gemeinschaftlichen Ueben mit den hier garnijomerenöen In,unterw-Musitiapellen gestern bereits m Mainz eingetrosfen und in oen Baracken am Gau- thor untergebracht worden. — lieber die Truppenschau wird uns noch gemeloet: Samstag, den 16. Augup, vormittags 8 Uhr begiebt sich der Kaiser auf den Großen Sand zur Truppenschau, weiche mit Exerzieren des Dragoner- Regiments Nr. 23 eröffnet wird. Es folgt dann das Gefecht der 50. Brigade unter General Vie bahn. Hierauf findet Parademar,ch folgender Regimenter statt: 80, 87, 88, 116, 117, 118, des Pionier-Bataillons Nr. 21, der 25. Kavallerie- Brigade und der Feld-Artillerie-Regimenter 9tr. 27 und 68. Die Fahnen werden von einer Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 116 nach dem Schloise gebracht, wo nach! der Truppenschau Mtttagstafel frattfinbet Die Abreise des Kaisers ist aus 4 Uhr nachmittags angefetzt. Worms, 12. Aug. Gestern nachmittag kurz nach fechs Uhr, als der Personeitzug 211 Ludwigshafen-Worms den Bahnübergang 3 an der Frankenthaler Straße passierte, war in dem Augenblick, als der Hülssbahnwärter Geschwind in Vertretung des dort postterten Bahnwärters Mütter die Barriere gerade geschlossen hatte, das 20 Monate alte Enkelkind des genannten Bahnwärters aus dem Wartehaus hinaus auf das Geleise vor die Maschine gelaufen und von dem Zuge üb erfahren worden. Dem Kinde wurden beide Füßchen über dem Knöchel abgefahren und es verstarb, nachdem es in das städtische Krankenhaus verbracht war. Frankfurt, 12. Aug. Es wurde bereits kurz gemeldet, daß für Freitag, den 15. August, int Hotel Imperial am Opernplatz für das Gefolge des Kaisers Zimmer bestellt wurden. Unter den angemeldeten Gasten befinden sich u. a. der Hausminister v. Wedel und der Geh. Kabi- nettsrat v. Lucanus. Wie lange die Herren hier bleiben, ist noch nicht bestimmt. Vielleicht wird auch der deutsche Kronprinz, der demnächst nach Homburg kommt, für kurze Zeit Franksurt einen Besuch abftatten. Kaiser Wilhelm, der bekanntlich den Delikulalsenthüllnngen in Homburg und Eronberg, nächsten Dienstag und Mittwoch, beiwohnt, wird im Homburger Schloß absteigen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Lindenfels i. O. starb unlängst der Justizrat Karl Schenck, der 1850—52 bei den Starkenburgern in Gießen aktiv und Ehrenmitglied der Bonner Westfalen war. — In der Gemarkung Büdesheim hat jetzt die Großh. Hess. Domänenverwaltung ungefähr vierzig Morgen Weinberge angekauft und zwar in den besten und guten Lagen. — Der Alsfelder Turnverein beging am 10. August die Feier seines 40jährigen Bestehens. Vermischtes. • Breslau, 12. Aug. Oberschlesische Blätter melden, daß in Jawosno bei Kattowtttz mit einer furchtbaren Detonation zweiDampkessel in die Luft flogen. Einzelne Stücke wurden 10 Meter wett fortgeschleudert. Acht Personen wurden verletzt. *Lübbeckei. Wests., 12. Aug. Hier brannte die große Zigarre ns abrik von August Blase nieder. Es sind verbrannt 25 000 Kisten oder 2i/2 Millionen Stück Zigarren und mehrere hundert Ballen Tabak. Die Fabrik ift bereits einmal im Jahre 1873 abgebrannt. Der Schaden ist groß, aber durch Versicherung gedeckt. * Das Recht der unehelichen Kinder soll, wie wir der Wiener Halbmonatsschrift „Dokumente der Frauen" entnehmen, in Rußland durch ein neues Gesetz, das feit längerer Zeit im Kronrat vorbereitet wird, geregelt werden. Die wesentlichen Besttmmungen dieses Gesetzes sind: Uneheliche Kinder haben nach dem Tode des Vaters den gleichen Anspruch auf die Erbschaft wie die ehelichen. Sie tragen wie diese Oen Namen des Vaters- Der Vater ist verpflichtet, für die Erziehung seiner außerehelichen Kinder bis. zum Tage der Großwhriakett, bezüglich der Mädchen bis zum Tage ihrer Verheiratung zu sorgen. Der zu leistende Beitrag richtet sich nach dem Vermögen des Vaters und dem „sozialen Stande" (?) der Mutter. Auch der Mutter muß der Verführer die Kosten ihrer Schwangerschaft, Entbindung und ihrer Krankheiten jederzeit vergüten und ihr eine jährliche Rente ausfetzen. Bor der Eheschließung zur Welt gekommene Kinder werden durch diese ohne wetteres legüüniert Schließlich soll auch den natürlichen Kindern nicht mehr, wie bisher, der Eintritt in den Staatsdienst verwehrt sein. Wird dies Gesetz Wirklichkeit, so fteltt sich damit das barbarische Rußland an die Spitze aller Kulturnationen. Universitäts-Nachrichten. — Zum Würzburger Universitäts-Konflikt und seinen Folgen. Ter Bescheid der bayerischen Staatsregierung in der Würzburger Prosessoren-Affäre läßt die Frage offen, ob Kultus- minifter o. Landmann berechtigt war, den bekannten Vorwurf auszusprechen, der den Würzburger Senat zu seinem Enthebungsgesuch veranlaßt hat. Ter Bescheid führt die Umstände art, die den Minister dahin brachten, die bekannte Aeußerung zu Ihun, sagt aber nichts darüber, ob der Minister aus der Aktenlage die Be- gründtlng zu seiner Aeußerung hat nehmen können. Wie schon mitgeteilt wurde, sagt der Regierungsbescheid ferner, daß die Regierung dem Regenten aus dienstlichen Gründen das Enthebungsgesuch des Senates nicht unterbreite. Unter diesen dienstlichen Gründen ist bie Erwägung zu verstehen, daß die Uebernahme des Amtes eines Senators eine Pflicht eines Professors sei, und daß es deshalb nicht angängig sei, ein Enthebungsgesuch einzureichen. — Tie Meinung, daß Freiherr v. E r a m e r-C l e 11 dasjenige Mitglied der Kammer der Reichsräte sei, welches der Regierung die vom Zeiitrum gestrichenen 100 000 Mark für Kunstankäufe des Staates privatim zur Verfügung gestellt hat, wird als irrig bezeichnet. Tie „Augsb. Abendztg." nennt den Grafen Moy als Spender der 100 000 Mark. Emer dritten Versioii zufolge, soll der Erzgießer Ferdinand v. M i l l e r der Freigebige sein. Von anderen Blattern wird auch Prinz Ludwig von Bayern genannt. — Der Internationale Lrieutalisteu-Kougreß voin 4. bis zum 10. September in Hamburg, an dem die Gießener Professoren Bartholomae, Schwalln und Stade teilnehmen werden, wird, wie man uns mitteilt, in folgenden Seklionen tagen: 1) Linguistik, allgemeine und' indo-germanische Sektion, 2) a. Indien, b. Iran, 3) Hinterindien und Ozeanien, 4) Zentral-Ostasien, 5) allgemeine emitische Sektion, 6) islamitische Sektion, 7) ägyptische und afrikanische Sprachen, 8) Wechselwirkungen zwischen Orient und Oecident. Anmeldungen von Vorträgen sind an den Generalsekretär, Tr. F. Sieveking, Hamburg, Börsenbrücke 2, zu richten. — Die jährliche Versammlung der Lociets beige de chirurgie finbet in diesem Jahre am 8., 9. und 10. Sepiember statt. Es kommen ausjchlieglich nachstehende drei Fragen zur Sprache: 1. Tie Behandlung der Appendicitis. Berichterstatter: A. Broca, Paris; A. Galtet, Brüssel; C. Roux, Lausanne und Sonnenburg, Berlin. 2. Tie Behandlung von Glieder-Brüchen. Berichterstatter: A. Depage, Brüßel; Rottschild, Frankfurt und Th. Tufsier, Paris. 3. Die Opercrtionsasepsie in Bezug auf Vorbereitung der Hände, des Operationsfeldes, des Verbands- und Räthe-Materials. Berichterstatter: Walravens, Brüssel.—Die Gesellschaft will den Grund legen zu einer Internationalen chirurgischen Gesellschaft. — Der „Deutsche Burschenschafter", das Organ der Burschenschafter an den Technischen Hochschulen, veröffentlicht folgendes Preisausschreiben: Sämtliche Leser der genannten Zett- fchrift werden eingeladen, sich an einer Verdeutschung der fremdländischenAusdrückederStudentensprache zu beteiligen. Verlangt wird eine möglichst erschöpfende Zujammen- ftellung der Fremdwörter der Studeiitensprache mit ihrer Verdeutschung. Sämtliche Arbeiten müssen spätestens bis 1. April 1905 der Schriftleuung des „Deutschen Burschenschafters" in Darmstadt eingesandt werden. — Aus Heidelberg wird geschrieben: Ter Custos an bet Universitätsbibliothek, Dr. R. Sillib ist zum Bibliothekar ernannt worden. — Alan schreibt aus Marburg: Der Professor der Philosophie Fr. S ch o t t k y beabsichtigt, einen an ihn ergangenen Ruf an die Universität Berlin anzimehrnen. — Dem Professor an der Universität Berlin, Geh.-Rach v. V a h l e n, wurde der Stern zum Kronenorden 2. Kl. verliehen. Kunst und Wistenschnjl. Kastel, 11. Aug. Der aus allen Teilen Deutschlands zahlreich besuchie Kongreß der Deutschen geologischen Ge- s e l l s ch a s I wurde heilte vormittag durch den Geschästsführer Geh. Bergrat Prof. Beyschlag-Berlm eröffnet. Der Bürgermeister Joch- inus begrüßte im Rainen der Stadt Kassel die Versammlung. Darauf wurde zum Vorsitzenden der Unioersilätsproseffor Geh. Oberbergrat Credner-Lelpzig gewählt. — Zum heutigen 100. Geburtstage Lenaus hat die Wiener Halbmonatschrist ,91 e u e Bahne n" (herausgegeben von Staus v. d. March und K. M. Klob) ein Lenau-Hest erscheinen lassen, das durchweg dem Gedächtnisse des größten österreichischen Lyrikers gewidmet ist. Eingeleitet wirb bie Ehrmig burch em Ge- bicht „Zur Jahrhundertfeier" v. Maurice v. Stern. Tem kurzen lebensgeschichtlichen Abriß (von Rolanb Hammer) folgt ein Brief Sophie v. Löwenthals an Lenau. Daran schließt sich K^M. Klobs Artikel „Mein Liebling" worin Lenau als Dichter bet Schwermut gefeiert wirb. Hieraus bespricht R. Charmatz Lenaus Verhältnis zu seiner Zeit nnb Ernst Ely Lenau als Kulturlämpser unter Anführung zahlreicher Belegstellen. Freiherr Gleichen-Rußwurm (ein Urenkel Schillers bekanntlich) untersucht bie Stellung Lenaus zu unserer Zeit. Es folgt nun eine Reihe von Besprechungen über neue Lenau-Ausgaben. Tie letzten Setten bes Heftes enthalten ein Gedicht von Wilhelm Holzarner: „Ans das Sterben des Dichters" und einen Epilog zum 13. August" aus der Feder Staufs v. d. March. Das Ganze schließt mit dem letzten Gesänge der ./Albigenser". Tas Heft ist mit Abbildungen Lenaus sowie von dessen Grabmal geschmückt. Preis des Heftes 30 Pf. — Wie aus Stuttgart gemeldet wird, soll die „Illustrierte Welt" vom neuen Jahrgang ab mit dem „Buch für Alle" verschmolzen werden. — Ein Prinz im Orchester. Wie w i r von privater Sette aus München erfahren, hat Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, der nicht nur ein vielgesuchter Arzt, sondern auch Musiker und Kunstmäcen ist, als erster Violinist bei der Aufführung der „Aleistersinger" im Orchester des Prinzregenten-Theaters mit- gewirkt. Rach der Vorstellung überreichte der Prinz dem Intendanten von Possart auf der Bühne einen Riesenlorbeerkranz mü der Widmung: „Dem genialen Schöpfer des Prinzregenten- Theaters und der Münchener Wagner-Festspiele". Gerichtssaal. Gießen, 9. Aug. Gewerbegericht. Ten Vorsitz führt Stadtverordneter Keller. Die Sufanne Ferber hier als gesetzliche Vertreterin ihrer Tochter Katharine klagt gegen den Restaurateur Hell hier auf Zahlung von 6 Mk. Restlohn, welche der Tochter von ihrem Lohn als Spülmädchen abgehalten worden seien. Die Klage fand durch Vergleich ihre Erledigung. — Der Kellner Friedrich D ü h r k o p p hier verlangt von dem Restaurateur Peter Herr hier für 3 Monate ein Salair von 45 Mk. Der Beklagte beantragte kostenfällige Klagabweijung,^weil Salair nicht vereinbart gewesen und er keinem seiner Kellner Salair zahle, lieber die Behauptung des Klägers, daß ihm Anspruch auf Salair zustehe, auch wenn solches nicht vereinbart gewesen, hat das Gericht Beweisbeschluß erlaßen und sollen in Erledigung desselben Sachverständige vernommen werden. M. Gießen, 12. Aug. Ferien st rafkammer. Den Vorsitz fuhrt Landgerichtsrat Müller, die 2lnkl«^ebehörde vertrat Staatsanwalt Hoos. — Der Maurer Ludwig Schön von Großen-Bllseck war voni Schöffengericht Vilbel wegen Widerstands gegen bie Staatsgewalt zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verutteilt worden» vernichtet. Sandel und Verkehr. Uolkswirischast. Wetter Z to eo bis vom -AnL CeibniL Cakes Cakes - Tabrih Darmstädter Möbelfabrik (160 Zimm.-Einricht), Preisl. grat. 3821 Gartenstraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Strecke genau besichtigten und Einladungen während ferne-- ÄUsenryarres in ^nguuiu mu. Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und r. Die neue Bahn ist besonders Niesern gesprochen habe. . Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und von großer Bedeutung, denn Paris, 13. Ang. Hauptmann M a n g r n sowie Oberst Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. ng zwischen Thüringen nach dem z nach ^eisa geplant, denn die dort abgehen sollten, druckten santtliche Oss2 Schreiner, 6 Taglöhner, 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, 1 Knecht, n Tann sind schon dazu ein- Regiments die Ansickft aus, ste nach dem Bahnhose st Arbeiter, 3 Hausbürschchen im Atter von 14 bis 16 Jahren, mnn alsdann Anschluß an die bereiten, was iedoch der Oberst verbot. Trotzdem gaben 1 Hausbursche oder Lagerarbeiter, 3 Dienstmädchen, 2 Laufsrauen^ :auen, kchr aufgeschlossen. rÄ'Ä'SSÄ «.affen uub. dm einen oünl'tiflen Fortgang genommen. 4 2 4 2" 9m 8,4 8,6 8,4 102.90 92.80 102.75 92.45 100.55 99.50 103.80 102.30 102.25 102.90 47.20 29.30 28.30 113.40 43.50 67 84 83 14,8 11,8 11,5 746,7 747,4 747,6 Reicheanleihe do. Konsole . do. . . Heesen Oberhessen Höchste Temperatur Niedrigste „ Vannes, 13. Aug. Die Gendarmerie hat in vielen Orten der Umgegend weitere Schließungen von Dr- Wer sich einen wirklich dauerhaften Schirm wünscht, lasse sich denselben genau nach Wunsch und Auswahl des Materials bauen. Kein Schirm-System, welches bei mir mcht repariert werden könnte. Stets sosortige u. billigste Bedienung. 4669 Schirrnfabvit ML Levi. 8% Mexikaner . . 4,/2°/o Chinesen . . Electric. Sohuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgee. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden • • • Gotthardbahn . , . Laurahütte . . . . Bochum . , « * . Harpener .... Tendenz: ruhig London, 13. Aug. An der Börse wurde gestern beantragt, 2310 Millionen Vierprozent, russischer innerer Anleihe zur Notierung zuzulassen. London, 13. August. „Daily Mail" meldet aus Ma- deira über ein Interview ihres Korrespondenten mit den Burenführern an Bord des Dampfers „Sassa". Dewet und die übrigen Burenführer betrachten das Resultat des Krieges mit Ruhe. Dewet ist damit beschäftigt, ein Buch über die Kriegs-Operationen herauszugeben Als ihn der Korrespondent stagte, in welchem Augenblicke er während des Krieges am meisten bedrängt gewesen sei, erwiderte ! Dewet, daß er niemals in solcher Lage war. London, 13. Aug. Bei den K r ö n u n g s -Feiger - . 26.35 . 91.70 . 84.00 . 106.80 . 215.60 . 182.60 . 134.30 . 142.20 . 153.40 . 152.40 . 17.80 . 17LOO . 192.00 . 180.25 . 163.00 11. August 11. y Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. kN., 13. August 1902. 12. 12. W. W. w. y "C s § Kandwirtschast. Washington, 12. August. Nach dem Wochenbericht des A ck e r b a u b u r e a u s hat die BamnwollenerMe jm allgememen , Finanzminister Witte ist nach Odessa ab gereist. Durch - Zirkular wurde den Blättern verboten, dessen Erwähnung zu thun, wodurch die verschjiedensten Gerüchte entstanden sind. Es hieß, Witte sei inkognito in, Reval gewesen, um mit Bülow zu konferieren, was indessen nicht zutrrfft. Pietermaritzburg, 12. Aug. Aus Anraten des Ministeriums erließ der Gouverneur von Natal den noch nicht verbüßten Teil aller Strafen für Hochverrats welche auf zwei Jahre Gefängnis oder weniger fauieten., Tie Geldstrafen sind nicht erlassen. - Washington, 12. August. Der Kommandant _ . e- . amerikanischen Kriegsschiffes, Macchias, meldete tele- Bed. Hmmrel er betrachte die Blockade von Kap Haitien " als auf geh ob en. Ein amerikanischer Schooner meldete, " das blockierende Schliff sei nicht am Platze.________________ Rhein geschaffen, während man st..,. ~ - -- lllmwege hat. Schon bei dem Bahnbau Fulda—Tann hatte man Sie Berlängerung dieser Strecke bis nach Ge.s.a geplant, denn du ganzen Bahnhossangelegenheitrn in Tann sind sth^" ?«" gerichtet worden. Bon Geisa hat man alsdann Anschluß andre Strecke Hünseld—Vacha—Salzungen und Vacha Gerstungen. Auch sür die Rhön ist die neue Bahn von größter Bedeutung; du Jihon wird durch sie bis ins Thürmger -and vollständig dem Ver- lchtell. taats?eg^Uub seiveir 'efQnn,en$onii,riUltu^ euientlhifh?^ aus. Eilande g^^esuch 'Be^q V’e »“AVSiefe J ?""en. Wie ,^ ,bJemer, nben hnc ßJL, Re. WM IW ? r Aon anderen ^nannl. Kongreß vom 4. bis en werden, roitb, w 9en: h AnguW all. VA Wx\, b. iron, -Iwen, allgemeine 1- ägyptische und 1 Lychen Orient und Nnd an den General- nbrütfe 2, zu richten, 'er Locitte beige be 'i 9. und 10. September ^ende drei Fragen zur dicuis. Lerichterflatter: • Rou^ Lausanne und g von Glieder-Brüchen, ollschild, Franksutt und epsie in Bezug aus Vor- er, des Lerbands- und oens, Brüssel. - Tie Ge- irnationalen chirurgischen ter", das Organ der ochschulen, verojsenllicht lejer der genannten Zeu- üerdeuischung der Lludentensprache lerschöpsende Zusammen- -ipradje mit ihrer teilens bis 1. April 1905 jdfflters' m Darm- r: Ter Cuslos an bet zum Bidliüihckar er- bürg'. Ter K, einen an ihn er- TÄw* morden 2. Kl. verliehen. a-n u. März ds. Js. mit dem A-b°-t-rzug i-rT-x-S tort. In d-n Sb-rschw-nnut« Morgen nach tgrer M-Hlzeit eine ®tnni« Sfhtlre 5» auf te: $ia%nn stehen büeVwuibi Ernte -rnftlulM Schaden genonnnen und ch w nn-nchen Letten gewahren. ..... . . Für Cigarettenraucher. Einer der vielen Artikel, welche bis vor weniaeu Decennierp ausschließlich vom Auslande importtrt wurden, ist dre Ergarreüe.! Obgleich dem deutschen Eigaretten-Fabrckanten genau dreselben Bv- zugsguellen für die berrölhigten Rohmaterratten drenm wre dem Ausländer, so hat sich die bedauerliche Erschemnug des VorurterV in den maßgebenden Kreisen leider auch hrer nur allzusehr geltend gemacht. Erst seit dem politischen Aufschwünge Deutschlands bringt man von Seiten der Konsumenten auch den Eigarettenfabrttaten deutscher Herkunft mehr Vertrauen entgegen, -rhatsachlich tarn unö nruß der deutsche Eigarettensabrikant ein gualrtcttrv überlegenes Fabrikat gegenüber den vom Auslande eingesührten bieten könne^ schon aus dem Grunde, weck er in der Lage ist, mfolge Wegfalles l Uut .ber hohen Einsuhrspesen, denen jedes importierte Fabrikat untw. lichkeiten in Indien im Januar nächsten Jahres morsen ist, bei gleichen Qualckätcn bedeutend niedrigere Verkaufs- wird wahrscheinlich der Herzog von Connanght den Königs preise zu normier«™. Tabak- und Cigarett-nsabrik OK teilen Teulschlands zahl' i geologischen Gt' i den Geichaslssührer M 7 et Bürgermeister Jocy- lassel die Bersammlun- lliiwersnälsprosessor Geh stage Lenaus hat dä .„-^herausgegebm von "i.pe? “Ifi“ - (jtoßien oslemlchischcn °ammet,rAR M w S sß»rhälmi5 «•*£«» («” r Soieus i» i Die Lieuw y . von N?Auen ein n des pest -^ben des • ,‘Üul das beder ®er! ,t nut -»'Lui I«®“ Ä. ... -SÄ guDwi0 n^etn a»c? ^.b^derEA iiolmislbe*,Theater5 mlt s«t*iä** .vier des Hamburg, 18. Aug. Wie die ^Hamb. Nachr/ erfahren, R o s c o f f (Departement Finistere), 12. August. Ju schloß die Hamburg -Amerika-Linie ber-eits im vorigen Merlaix ist gestern eine Kompagnie desi 118. Jns^Regts. Monat über die Lieferung von 1600000 Ztr. oberschlesischer aufaevslanztem Baionnet und einem Geschütz ein- K o h l e n ab. Daß Oberschlesien früher nicht konkurrierte, war eure getroffen, um die S ch l i e ß u n g der d o r t i g c n g e i Preisfrage, nicht eine Ouatttatsfrage. . , lickien Niederlassung zu erzwingen. Anwesend Aug. Das^to^^^ SSSS« auch der Polizeikommissar und Gendarmerie, sowie D^eu^scher ReiÄsanleihe und 277794400 Mk. 3 prozeut. der Deputierte Graf de Mun. Die Menschenmenge hiett Vreuüif cher Konsols. den Platz vor der SckMe besetzt, de Mun protestierte gegQl Aktien-Zuckerfabrik Büdiugeu-Ltockheim. Die Gesellschaft die Schließungs-Dekrete und erklärte, die Bevölkerung wolle verzeichnet bei 1 Mckl. Mk. Aktienkapital und 240000Mk. Anleihe-stacht gegen die Armee kämpfen und batden Komrnan- schuld einen Reingewinn von 9132 Mk. (i. V. 12 429 Mk.) lTiel^^^^ die Truppen das Bajonnet abnehme^ , Generalversammlung setzte die Dividende auf Ab pGt. fest gegen lassen. Der Kommandeur kam dem Wunsche deA 2,5 pEt. i. V. Buchschulden haben sich von 13648a auf 292386Mk. ^ , nach Die Truppen zogen sich unter Hochrufen . erhöht, doch sind auch die Ausstande der Debitoren von 189 1691 . Kx - ö. August 15,2<> c- „ 5,8° C. "" 3V2% Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. 30/^ D. B. Hd. Mainz, 13. Aug. Die zur Truppenschau zu-1 sammengezogenen Infanterie-Regimenter veranstalten mit st oesterr. Goidretne. ihren Regiments-Kapellen Freitag abend einen großen st Oesterr. Silberrente Fackelzug nachi dem Großh. Schlosse. \4% Ungar. Goldrente . Kiel, 13. Aug. Das Schöffengericht sprach gestern nuchst°/a Italien. Rente . . sechsstündiger Verhandlung die Redakteure der „Kieler N. 4V-5L Portugiesen . . Nachr." wegen der in dem Blatte erschienenen Angriffe Portalen. . . . auf die Polizei frei. Es handelte sich um die Verhaftung . und unberechtigte Festhaltung eines Zungen Mädchen^. 4o, Grieoh. Monopol.-Ad Hamburg, 13. Aug. Gegen den Senatsspruch rn14,^ % äussere Argentiner Sachen der „Primus"-Katastr0phe ist Berufung - eingelegt worden.Die Angelegenhett wird daher nochmals vor dem Oberseeamt Berlin oerhandett werden. — Die Sammlungen für die Hinterbliebenen haben bis jetzt 200 000 Mark überschritten. Außer 32 Vollwaisen sind 143 andere Personen unterstützungsbedürftig. London, 13. Aug. Die „Morning Poft" meldet aus Johannesburg vom 12. d. M.: Nicht amtlich verlautet, !daß Botha und Delarey zu Mrtglrederu des neuen Gesetzgebenden Rates ernannt werden ytCCIinittm» UIC «Ul lull MW.-., , — -----> --- - ' ■ , - 1 ± aiucuci, u mi w.i begleiten was jedoch der Oberst verbot. Trotzdem gaben j Ha^sbuffche oder Lagerarbeiter, 3 Dienstmädchen, ihnen drei 7>auvtleute das Geleit. 11 1 sn,1 ^,-t1 rs-mohipnt. d Parisi Aug. Der Abg. Abb^Getrault^ver-, Waschfrau, 1 Putzfrau, 1 Kaufmann, 1 Expedient. _ Nachftage der Arbettgeber: 2 Glaser, 1 Wagner, 1 Sckremer, nffPnttÄ rinen'®tief‘ in^dem er gegen bte M)auptmia|l ©dmetber, ied)uf)mach^ ÄS Lß d^e jetzige Bewegung antirepublikanisL 13 Dienstmädchen, 1 Lauprau, 2 Lauimadchen._______________ sei. Der Brief schließt mit den Worten: Ni eder mit in feder beliebigen Schriftart und Kotitoiu Eombes, es lebe die liberale Republik.- IltmfAnO f°r e' ,Orok mit 3irtc‘n °ncr Der Marineminister Pelletan beschloß, das Los i>er Vereinigungen, liefert zu mäßigen preise»! Matrosen zu verbes)ern und bei^ielsweeft^dre UniversltätL'drUckerei. zchulftratze Z. L«r Angeklagte fuhr am Gießen—Grünbera. Da er auz oer . fr von dem Schaffner aufgefordert, in den Wagen zu gehen oder einen anderen Wagen auszusuchen. wetteren iklegenheit soll nun Angeklagter dem Schaffner thatttchen Wlder- ,-nb geleistet haben. In erster Instanz wurde er auf das Zeugnis Schaffners verurteilt. In der heutigen Verhandlung wurde ei n umfangreicher Entlastungsbeweis aufgeboten. Jm Widerfpruch mmt der Aussage des Schaffners bezeugten mehrere Wonen, dag )er Angeklagte sich lediglich gewehrt, nicht aber den Schaffner an° griffen habe. Das Berufungsgericht hielt zwar den Schaffner iu völlig glaubwürdig, seine Aussage iedoch bei der unklaren Sach° cu;e nicht für genügend zu einer Verurteilung des Aiigeklagten und urach daher diesen von Strafe und Kosten f r e x. 4.er btetzger- iLielle Daniel Stumpf von Butzbach hat einen Anderen ohne iJe Veranlassung in höchst gefährlicher Weise durch Messerstiche bleist. Mir Rücksicht auf die bisherige Unbestrastheil und die An° q-ilrunkenhett des Angeklagten z. Z-der Ko^erverletzung sah das Erricht von Verhängung der sonst üblichen schweren Strafe ab und kannte nur auf eine zehnmonatliche Gefängnis ft r ase ,itr.tec Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft. — -^er Dieiist-1 e^ö^t doch sind auch die Ausstände der Tebitoren von l891691 \yppr pon^ d^n^Ernaäncien der Schule zurück De -mrcht Kaspar B e l z von Butzbach ist gleichfalls der Korp.erver- fleftiegen< $8eim ^nbxtat beut^cf)cr3uc£^rafTlner^el^ h Mbft unb bat die .c zmig mittelst eines Messers angeklag^. Er hat emem alteren bie Gesellschaft mit 500 Alk. (100 Mk.) beim Deutfchen Zucker- Mun 0 neke dann bte Nack Ver- Ilann ohne Ursache einen sehr tiefen Mefferstich in den Arm ver-st' ^at mit unverändert 500 Mk. Stammeinlage beteiligt. Schwestern der Gewalt zuzwerchen. && ie-nt Da der Angeklagte mehrfach, u. a. auch wegen Körper- 9 Rheinische Malzfabrik, A.-G. in Liquidation, Gerus- lesung des Dekrets legte der Polizettommissar Siegel an. Dudeimnq vorbestraft ist, erkannte das Gericht auf 1 I a h r G e - , Die auf ben 4. August einberufene Generalverjamm- Die Nonnen begaben sich unter lebhasken Hochrufen der i«n g n i s. — Der mehrfach vorbestrafte ^.aglohner Eduard» K Iaut eiU|timmigen Beschlusses der Aktionäre vertagt und ^e begleitenden Menge nach der Kirche. dämmer von Schallenburg ist beschuldigt,^em. »tei^seug xnx S-Hseyt I eüve nfcue Generalversammlung auf den L September anberaumt. Petersburg, 13. Aug. Man ist hier entzückt V-ou o.on 3 Mk. gestohlen zu haben. Ter Diebstahl isttrafrecht° Magen. Nahrung?- und G enußm i11elgew erb e stAebenswürdigke-tt und der Leutseligkeit des d eutscheNj li hem Rückfall begangen. Unter Zubilligung mildernder Umstande st^ ^ über Mangel an Beschäftigung. In der d^aueret, Kaisers die sich auf Schxitt und Tritt dokumentierte, imrd der Angeklagte zu einer G e a n g n 1 s st r a f e von Müllerei, sowie in der T a b a k - I n d u st r 1 e hat das Geschäft a r f «r S du sich 6 Monaten, abzüglich eines Dlonats erlittener Untersuchungshaft, ■ erreyr zwqcyen oern,^ur>-n üKrurtetit — Der Tagwhner Wckhelm Merle von Angenrod ist st^ ^uH Hochjasion emsetzte. erhielten dagegen in ländlichen In- Kaiser Wilhelm ordentlich herzliche awgeklagtz im März d. I. einem Anderen derart mit einem (Btocf ^^ieorten Diele gewerbliche ^lrbetter, du sonst um eine Stellung Entrevue trug einen vollkommen inttrneii Charcckter, ba aai den Kopf geschlagen zu haben, daß dieser eine Mutenbe ^61:= vcrIcqen qewesen wären, für mehrere Wochen Beschäftigung. nachweislich die Vereinbarung gettoffen worden war, sich lTzung davontrug und bewußtlos zu Boden stürzte. Das Schöffen- Märkte. gegenseitig aller offizieller Reden zu enthaften. ensp i|erid)tAlsfeld hatte den wegen ^lB^an^>^ungDoibeiuaUen Mainz, 12. Aug. Ter heutige Vieh markt war nur mit herzlich bewegten sich Graf Bülow und Graf Lambsdorff lUgeftagtenroegenKörperverletzung wittelftemesSefahrlichenW^ @tüc£ befahren, die sofort Nehmer sanden. Der hier sjK(m darf die Konsequenzen dieses herzlichen Besuchs eine Gefa ngnis strafeoon 5M on a^uverurtetit herrschende Zustand wird wohl nicht mehr von allzu langer Dauer u weitgehend betrachten Zunächst schwiN det in maß- - ***,)”“ hatte und gesetzlich zur Eidesleistung nicht zugelassen werden konnte. ------------" ~ Mi Rücksicht hierauf und auf die innere Unglaubwurdigkeit der ckussage dieses Zeugen sprach die Strafkammer, unter Aushebung das eritinstanzlichen Urteils, den Angeklagten von Strafe und Kosten ! »ei. — Der Dienstknecht Konrad Merz IV. von Attenham wird hojchuldigt, den dortigen Schulverivalter durch die Anrede mit „Du" uwb durch Zurufe wie „verdorbener Schusterbub" und ähnliche 1 9r Ideides in Gegenwart von Schullindern) beleidigt und ferner den- ä je Iben mtt Begehung des Verbrechens des Totschlags bedroht zu haben. Das Schöffengericht Ulrichstein hatte den Angeklagten des- ___ halb zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 4 Wochen verurteilt. Die ^lrastammer fetzte die Strafe auf 10 Tage Gefängnis^, herab unter Auferlegung der Kosten der Berufirngsinstanz. — 12. I QMif die Staatskasse. Die Strafkammer hielt zwar gleich dem 13, Schöffengericht den Thatbestand der Bedrohung und Beleidigung - wenn auch nicht auf Grund des § 186, sondern des § 185 des I Slr.-G.-Bs. — sür gegeben, hielt jedoch dem Angeklagten die Er-I reaung über vielsache Züchtigungen fernes Sohnes durch den Lehrer, m der die Worte gefallen waren, in weitergehendem Maste als du erste Instanz zu Gute. Das Gericht erachiete sür festgestellt, daß der Schulverwalter bei Ausübung seines Lehrerberuses du erforderliche Ruhe imb Lebensersahrung vielfach habe vermißen lallen, urib daß daher die Reaktion der Bevölkerung hiergegen, so nn vor- liegenden Fall das Verhalten des Angeklagten, begreiflich sei. - . Der Dienstknecht Johannes Hamel von Vadenrod ist der quatt- idierten Urkundensälschung angeklagt. Er hat einen Mietvertrag mit einem falschen Namen unrerschrieben und dem betreffenden k>ienstherru ausgehändigt. Auf Grund dieses Mietvertrags blieb eu alsdann auch einige Wochen in Diensten. Vor dieser Begangen-1 jchast hatte Angeklagter bereits vielfach Mitgeldschwrndeleien unter ialschem Namen verübt, wegen derer er, wu er wußte, verfolgt n>urbe. Das Gericht nahm an, daß der Angeklagte eine Täuschung über seine Persönlichkeit nicht habe heroorrusen wollen und auch nicht hervorgerufen habe, da es ja dem Dienstherrn mcht aus ^e|t- ftdlung der Persönlichkeit des Angeklagten angekommen sei, son sern nur darauf, daß der den Vertrag Abfchtteßende auch dem Ertrage gemäß eintrete und Dienste thue. Daß der Angeklagte oielmebr nur in Eonsequenz der Thatsache gehandelt Habe, .daß er d-isher einen falschen Namen benutzt hat, und daß er seine Er- xieisunq besürchten mußte, wenn er seinen richtigen Namen angnb, und daß mithin eine rechtswidrige Absicht sehle. Aus düsen Gründen erfolgte die Freisprechung des Angeklagten. — Du Kerhandlung gegen den Taglöhner Ludwig Sch mahl von lyranfem b ach, der des Diebstahls im strafrechtlichen Rückfall angeklagt ist, iroird zwecks Erhebung weiterer Beweise auf den 19. ds. Mts. D erlagt — Der Landwirt Konrad Eyrina von Ober-Mockstadt h.at öffentlich in Nidda gegen einen dortigen Rechtsanwalt du Beschuldigung erhoben, derselbe habe ihm einen Betrag von oOO Mk. u nterschlagen. Die Verhandlung ergab du völlige Grundlosigkeit | I d ieses Vorwurfes. Mit Rücksicht aus die schwere der Beleidigung, 3 d te einen Anwalt besonders empsindlich treffe, hielt das Gericht e-iru eremplarische Bestrasung für am Platze und verurteilte den tingeflagten zu einer Gefängnisstrafe von 9 Monaten. Dem beleidigten wurde die Befugnis, das Erkenntnis auf Kosten des Verurteilten zu veröffentlichen, zugesprochen. — In der Privat- Magesache des Zimmermanns Wilhelm Wien gegen den Schreiner Ludwig Faulstroh, den Taglöhner Gottfried Blumenthal Mid dessen Ehefrau und den Schlößer Karl Blumenthal, sämtlich von Rodheim, ivegen Körperverletzung, waren alle Angeklagten wom Schöffengericht Vilbel sreigesprochen worden, mdem das Ge- ncht teils annahm, daß die Angeklagten du fragliche Mißhaiidlung botd Privattlägers nicht verübt, teils Notwehr als vorliegend erachtete. In der heutigen Verhandlung, die aur Grund der Be- i-äuna des Privatklägers staltsand, gaben eme Reihe von dem, .. . . . , V4.lHy4 ««. ------ ----- ~ . 1 ibtorpn neu aeladener Reuae eine von früheren Zeugenaussagen vertreten. Benid^e in Dresden", die sich infolge ihrer streng reellen Grund- dwart abweisende Sachdarstellung, daß das Gericht beschloß, die London, 13. Aug. Die! „Mornmgpost^ meldet8U einer der ersten Uiilernehmunaen dieser Brauche m name Beweisausnahme, wie sie vor dem Schöffengericht statt- Johannesburg vom 11. August Nach der heute^erfolgten' ^^tschland herausgebildet hat (über 500 Arbeiter), fett ein paar ciesmiden habe, nochmals zu wiederholen, die von dem Privat- Bekanntgabe betrug die Ge Id fo r d e run g d er Ranb Jahren unter der gesetzlich geschützten Bezeichnung rdner benannten ^euqen von Amtswegen zu laden und neuen minen im ab gelaufenen Monat ungefähr 150 000 Unzen, „Salem AleLkum ■ Lerhand lungslermin auf den 12. September ds. Js. anzu- 5399 viixyn mehr als im Vormonat, und soviel ^„e Eigarettenmarke in den Handel, du blstsichüich der^Pr«s- Lr^umen als im Januar und Februar 1902 zusammen. Der Wert würdigtest das Vollendetste in^Eigaretten GisenlmhnZeitung. ™ , ö entsprechen. . - thuuna für ein bis dahin bevorzugtes ausländisches Fabrikat einen — Neue Eiseubahuverbtndung : Güßen über Fulda R o t t er d am, 13. Aug- Um werteren. unttebsamen Ge-^^igergesagt aber, einen überlegenen Ersatz «ach dem westltcheu Thüringen. Das P'-'oiekt^der.^uen Bahn Achten betreffs eines Zerwürfnisses Kwrfchen ^bn zu haben. non Tann nach Geisa scheust gesichert. Jahre lang schwebt undLukas Meyer kurz vor dem ^ode — LKLK Arb°itsnach»ve>s der Stadt Gtchm =S”~"w«« 5 ™ alle Bauschmierigkesten aufzeichneten. Die neue Bahn ist besonders diesem gesprochen habe. - auch für militäfftrcttegische Zwecke von großer Bedeutung, denn dadurch wird eine direkte Verbindung zwi '**’ des V688 5724 WmMjllUlbe! nQo^nung zu vermieten. 5505 Wallthorstraße 13. Küchenmöbel. 5725 Zimmer» Kühne sen Asterweg 2. Modell 1902 Modell 1902 5731 Cassel. 5732 56061 Lchuhmachcrgeselleu Stellend efudjr DrslhMiles lHiettu*rnri)c (Offrur Slrllni n I even- 5516 rnestine Hopfner GrimöergerstraLe 17. Üfm Samstag den 16. treffe ich mit einer groß. 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