Dienstag 13.Mai 1902 ISS. Jahrgang Zweites Blatt. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen SS EZ vnmmvm Nr. HO Erscheint tLgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger verden im Wechsel mit bem hessische" Landwirl die Siebener ^amUie«. dÜtter viermal in der Woche beigelegt. -Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sch« Nntverst-Buch- u. Steindruckerri (Pretsch Grbew Krdak tton, Lrpeditton und Drucker«: Gchnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Sieben. Aernsprechanscbluß Nr. 51. «e)«g»pret»r monatuch 75 Ps^ viertel» jährlich Dtt. 2L0: durch Aohole- il Zweigstelle» monatticb 65 Pf.; durch die Post DU. 2.—viertel lährl. ausschl. Destellg. Annahme von Anzeige» für bie Tages,umuner bis vormittags 10 Uhr. ZellenpreiS: lokal 12 J3U auswärts 20 Pfg. verantwortlich: für den poltt u. allgem. Teil: P. Witiko: für ,Stadt und Land^ und ^VerichtSfaal': R. D t t t- mann; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Ausland. London, 12. Mai. Unterhaus. Bei der zweiten Lesung der Finanzbill erklärte Schatzkanzler Hicks Beach, die Regierung würde sich aber für die Zukunft die Erwägung der Frage Vorbehalten, wie das hierdurch entstehende Defizit zu decken sei . Harcourt begründet einen Abänderungs- antrag, in welchem erklärt wird, daßj das Haus es adle hnt, auf Getreide und andere für die Bolksnährung in erster Reihe notwendige Artikel einen Zoll zu legen. Parlamentssekretär der Admiralität Arnold Forster teilt mit, daß die Erneuerung des Abkommens der Admiralität mit der White Star-Linie nahe bevorstehe und zwar mit einer Zusatzbestimmung, nach welcher diese Gesellschaft ohne Zustimmuno der Admiralität keines der Schiffe, welche dem Abkommen unterließen, einer fremden Flagge übertragen darf. Die Admiralität sei benachrichtigt woäen, daß nichts in dem von der Gesellschaft mit Pier- vont Morgan getroffenen Uebereinkommen dem Rechte der Admiralität entgcgenstehe, die Bestimmungen ihres Abkommens mit der White Star-Linie bezüglich der subventionierten Schiffe geltend zu machen. Chamberlain erklärt in einer an Howard Vincent gerichteten schriftlichen Antwort, um die gänzliche Abschaffung der Zuckerprämien zu sichern, sei es nötig gewesen, darauf einzugehen, daß ftcmder und britischer Kolonialzucker in den Stand gefetzt werden, auf dem englischen Markte unter gleichen Bedingungen zu konkurrieren. Ein bestimmter Zeitpunkt für die Beratung der Brüsseler Zuckerkonvention könne zur Zeit nicht festgesetzt werden . Budapest, 12. Mai. Im Abgeordnetenhausc gab der Abgeordnete Franz Kossuth die Erklärung ab, daß die Unabhängigkeitspartei jeden Versuch, den mit Oesterreich ab^ischliehenden Ausgleich zu Ungunst en Ungarns abzuändern, mit der schärfsten Obstruktion, eventuell mit parlamentarischer Revolution beantworten würde. Er hoffe, daß £>ie Krone diese Erklärung ebenfalls vernehmen und Ungarn vor dem Schicksal bewahren werde, daß auch hier, wie in Oesterreich, Erie LeSenschaften aufgewühlt und alle Verhältnisse auf den Kops gestellt werden. Paris, 12. Mai. Das Ergebnis der Stichwahlen itz folgendes: Gewühlt sind 3 Konservative, 17 heutige Dummer umfaßt 8 Seiten. Protest der Städte gegen deu Zolltarif. Aus Berlin. 12. Mai, wird uns geschrieben: Die heutiae Kundgebung des Deutschen Städtetages gegen den Zolltarifentwurf, gegen jede Erhöhung der Zolle auf unentbehrliche Lebensmittel, hat einen Verlauf genommen, der ohne Uebertreibungeu ein imponierender genannt werden muß. Rur ist zu bedauern, daß diese Protestversammlung, in der 77 deutsche Kommunen vertreten waren, erst jetzt veranstaltet wurde. Eine Einsprucherhebung kann nie früh genug erfolgen, inib sie Hütte z. B. unter dem Eindruck, den im Juli vorigen Jahres die Veröffentlichung des Tarifentwurfs hervorrief, sicher kräftiger gewirkt. Ja, noch früher war es au der Zeit, die hochwichtigen Interessen der deutschen Kommunen an der Neugestaltung des Zolltarifs energisch wahrzunehmen, da ja seit Jahren von den Vertretern der Regierung kein Hehl daraus gemacht wurde, ' daß die Nahrungsmittel-Zölle eine erhebliche Steigerung erfahren sollten. Der Berliner Oberbürgermeister Kirschner eröffnete die Versammlung und betonte, man habe davon abgesehen, schon auf dem letzten preußischen Städtetag die heutige Frage zu erörtern, weil einmal die Frage des Zolltarifs eine deutsche Angelegenheit sei, und zweitens, weil damals die Stellung der Reichsregierung noch nicht klar gewesen wäre. Die Stellungnahme des Reichstags war aber doch nach dessen Zusammensetzung unschwer vorauszusehen. Immerhin kann selbst rn diesem späten Zeitpunkt der Protest der Städte noch seine Wirkung auf dre endliche Ausgestaltung des Zolltarisgesctzes haben. Denn unbeachtet können weder Reichstag noch Regierung den einmütig gefaßten Beschluß aller hervorragenden Kommunalvertretungen lassen. Die enffcheidenste und am meisten einleuchtende Rede hat Oberbürgermeister Gauß-Stuttgart gehalten. Das Erfrischende und Erfreuliche dieser Ausführungen war vor allem die echt süddeutsche Offenheit, womit der Redner über den Entwurf urteilte. Man blicke scheel auf die Entwickelung der Städte, der alte Haß gegen die Städte trete hier wieder zu tage. Die Rede erreichte chren Höhepunkt in folgenden Sätzen: „Wird diese Vorlage Gesetz, so stehen wir vor einem nationalen Unglück. Wir wollen aber nicht nur Schlimmes verhüten. Wir wollen eine aufstrebende Entwickelung unseres Vaterlandes. Wie war ein solcher Entwurf überhaupt nur- möglich? Es ist der Haß gegen die Stadt! (Lebhafter Beifall und Zuruf.) Was wäre Deutschland ohne die Städte! Sie sind die Träger der Kultur, und darum ist es ein s e l b st m ö r d e r i s ch e s V o r g e h e n, die Städte schädigen zu wollen. Thorheit ist es, vom Reichtum der Städte zu sprechen. Wir wissen es am besten, wie schwer der Städter zu arbeiten hat. Dennoch sind wir nicht aus Egoismus zusammeugckommen, sondern weil wir der Ueber- zeugung sind, daß die Kommunen nicht ruhig zusehen dürfen, wenn der Gesamtheit ein Schaden droht." An Stelle des durch einen Trauerfall verhinderten Stadtrats Fischbeck behandelte Stadtrat Dr. Weigert als Korreferent das Thema der Handelsverträge, deren Notwendigkeit für Deutschland er nachzuweisen sucht. „Und mut komme man, führte er aus, mit solchem Taris, der die schwersten Befürchtungen übertreffe. Deun niemals kann Deutschland darauf rechnen, seine Jndustrieerzeugnisse nach Rußland, Nordamerika, Ungarn, Argentinien usw. aus- sühren zu können, wenn es dem Produkt dieser Länder, dem Getreide, die Grenzen sperrt. So wolle man die Lebenshaltung verschlechten: und die Erwerbsthätigkeit beeinträchtigen. Durchdrungen vom Gefühl ihrer Verantwortlichkeit wollen die Städte dagegen ihre Stimme erheben. Indem wir das thun", schloß er, „handeln wir für das, Wohlergehen, den Fortschritt und den Frieden unseres deutschen Volkes!" Ohne Diskussion wurde unter lebhaftem Beifall folgende Resolution angenommen: „Die heute in Berlin versammelten Mitglieder deutscher städtischer Gemeindebehörden sprechen sich, unbeschadet ihrer grundsätzlichen Stellungnahme zu den Zollfragen, gegen jede Erhöhung für Zölle auf unentbehrliche Lebens mittel aus und erwarten gleichzeitig, daß die gesetzgebenden Faktoren auf die Fortsetzung und den Ausbau der bewährten Politik langjähriger Handelsverträge bedacht sein werden." Die offiziöse „Nordd. Allgem. Zta." teilt nur die Leso lution des Städtetages mit, ohne Erwähnung der Sprecher. ______________________________________________ ix. a. äußerte, es sei doch recht schade, daß die hervorragenden Befähigungen Liebers für staatsmännische Geschäfte nicht direkt für Reich oder Staat nutzbar gemacht werden könnten dadurch, daß derselbe in ein höheres Reichsoder Staats-Amt trete unb ihn fragte, ob er vorkommenden Falls nicht dazu geneigt sein würde. Die Antwort Liebers lautete: „Wenn schon, dann erschiene mir ein Amt be - gehrenswert, das des preußischen Finanz-Mini st ers". Nur sehr wenigen näheren Freunden hat,Dr. Lieber über dieses Gespräch Mitteilung gemacht mit der Bitte um absolute Diskretion. Vollstcmdig richtig ist es, daß der Kaiser am 28. März 1898 zur Erinnerung an die Verabschiedung des Flottengesetzes dem Dr. Lieber sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift und Widmung überreichen ließ. In der letzteren war namentlich die vaterländische Gesinnung Liebers hervorgehoben. Gerade diese Anerkennung des Kaisers hat Lieber große Freude bereitet. — Die allgemeine Ausdehnung der Kranken- Versicherung auf die H e i m a r b e i t er , zu der dem Bundesrat durch Gesetz vom 20. Juni 1900 die Ermächtigung erteilt ist, soll wie aus einem Erlaß des Handelsministers zu ersehen ist, jetzt durchgeführt werden. Es ist beabsichtigt, die zwangsweise Krankenversicherung der Haus- Gewerbetreibenden mit dem 1. Januar 1903 in vollem Umfange eintreten zu lassen. — Der Zentralausschuß der fteisinnigen Volkspartei beschloß am Sonntag, nach Erstattung des Geschäftsberichts und einer Vertrauenskundgebung für die Parteileitung, den nächsten allgemeinen Parteitag am 27. bis 29. September in Hamburg abzuhalten. — Am 10. d. M. ist das neue Seemannshaus in Tsingtau eröffnet worden, welches denselben Zwecken, wie die beiden bereits vorhandenen Seemannshäuser der kaiserlichen Marine in Kiel und Wilhelmshaven dienen soll. Der Staatssekretär des Reichs-Marineamts hat zu der Ein- wechungsfeierlichkeit folgendes Glückwunschtelegramm ab- aesandt: Meinen aufrichtigen Glückwunsch zur Weihe des stattlichen Hauses. Dtöge es seinen Gästen unseren braven Mannschaften, stets ein deutsches Heim auf deutschem Boden bieten. Wiesbaden, 12. Mai. Der Kaiser unternahm gestern nachmittag eine Spazierfahrt nach dem Neroberge mit daran anschließendem Spaziergang. Nach der Theatervorstellung versammelte der Kaiser gestern abend die Herren seiner Umgebung zum Bier um sich. Hierzu waren geladen Graf Görtz, Gesandter Prinz Ratibor, Professor Uphues, Professor Knack fuß und Professor Salzmann. Heute morgen ?y2 llhr unternahm der Kaiser einen Spazierritt und hörte später im Laufe des Vormittags den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts. Halle a. S, 12. Mai. An der heutigen Einweihung des neuen Handelskammergebäudes nahmen Handelsminister Moeller, Untcrstaatssekretär Lohmann, Oberpräsident v. Boetticher und andere Vertreter der königlichen und städtischen Behörden teil. Minister Moeller teilte mit, der Kaiser bekundete lebhaftes Interesse für die künstlerische Ausgestaltung des Baues. Ferner gab der Minister verschiedene Auszeichnungen bekannt. — Unmittelbar nach dem Festakte in der Handelskammer, wurde der Präsident der Kammer, Ku h 1 o w , vom Gehirnschlag getroffen. Er starb bald darauf. Colmar i. E, 12. Mai. Der Colmarer Gemeinderat beschloß einstimmig, dem Kaiser den Dank für die Entschließung in der Diktaturfrage auszusprechen. Deutsches Keich. Berlin, 12. Mai. Der „Reichsanzeiger"' meldet: Dm Präsident des Reichsgerichts, Oehlschläger, erhielt du Brillanten zum Roten Adlerorden erster Klasse mit Eichen laub. Reichsgerichtsrat Stellmacher erh*ekt den Roter Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub. — Der frühere Gouverneur von Stuttgart, General: leutnant Frhr. v. Lupin, ist, 72 Jahre alt, gestorben. — Heute begeht der Gen.-Lt. z. T. Adolf v. Knobb« den Tag, an dem er, wenige Tage vor seinem 17. burtstag, vor 50 Jahren beim 3. Art.-Regt, ein getreten ist — Von einem näheren wohl informierten Freund, des verstorbenen Abgeordneten Dr. Lieber geht der „Ger mania" über die sogenannte Lieber-Legende eb seltsamer Bericht zu, dem wir folgendes entnehmen: Boi mehreren Jahren, als Minister v. Miguel noch im Amt war, hatte derselbe bei einem zufälligen Zusammentrcffei eins Unterredung mit Dr. Lreber. m deren Verlauf e Nationalisten, 16 antiministerielle Republikaner, 29 Republikaner, 42 Radikale, 40 sozialistische Radikale, 21 Sozialisten, 4 Guesdisten. Die Konservativen gewinnen 2 und verlieren ebensoviel Sitze, die Nationalisten gewinnen 15, verlieren 17, die antiministeriellen Rupubllkaner gewinnen 13, die Radikalen gewinnen 14, verlieren 11, die sozialisti- chen Radikalen gewinnen 12, verlieren 10, die Sozialisten gewinnen 8, verlieren 4, die Guesdisten gewinnen 2, verlieren 1 Sitz. Somit sind, unter Hinzurechnung des Ergeb' nisses der Hauptwahl 587 Wahlresultate bekannt und unter Zugrundelegung der von den Gewählten vor der Wahl über ihren Dartelltandpunkt abgegebenen Erklärungen ergiebt fidi otgenbe Zusarnmensetzung der Parteien in der neuen Kammer: 50 Konservative, 59 Nationalisten, 99 antiministerielle Republikaner, 111 Republikaner, 129 Radikale, 90 radikale Sozialisten, 43 Sozialisten, 6 Guesdisten. Haag, 12. Mai. Das heute mittag ausgegebene Bulletin konstatiert eine fortschreitende Besserung in dem Befinden der K ö n i g i n. Jede weitere Gefahr könne als ausgeschlossen gelten. Schloß Loo, 12. Mai. Heute nachmittag machte die Köni gin-Mutter eine Spazierfahrt zu Wagen in die Umgebung des Schlosses. Diese Ausfahrt, die erste feit acht Tagen wird als Beweis dafür angesehen, daß das Be ftnden der Königin sehr gut ist. Haag, 12. Mai. Das Zentralkomitee des Niederländischen Roten Kreuzes erhielt am 9. Mai die amtliche Mitteilung, daß die englische Regierung den niederländischen Ambulanzen nicht gestatten konnte, daß sie sich zu den Burenkommandos begeben. Madrid, 12. Mai. Die Festlichkeiten anläßlich der Krönun gs feier des Königs nahmen mit einem Pferderennen ihren Anfang. Aus ganz Spanien bringen die Eisenbahnzüge tausende von Menschen. Die Polizei trifft umfassende Vorsichtsmaßregeln und brachte viele verdächtige Personen in Gewahrsam. Barcelona, 12. Mai. Die Polizei überraschte eine heimlich tagende Versammlung der Anarchisten und verhaftete 37. Dieselben erklärten, sie versuchten eine Revision des Montjuich Prozesses durchzusetzen. Stockholm, 12. Mai- Ter Reichstag nahm heute in gemeinsamer Abstimmung mit 199 gegen 168 Stimmen die Vorlage zur Bewilligung von 20 Millionen Kronen für den Bau neuer Kasernen an. Die Minorität stimmte für 16 und eine halbe Millionen. Petersburg, 12. Mai. Der Mörder Ssipjä- gins wurde zum Tode durch den Strang verurteilt. Das Urteil unterliegt noch der kaiserlichen Bestätigung. Shanghai, 12. Mai. Wie aus Peking verlautet, protestierte der russische Gesandte gegen das neue englisch-chinesische Eisenbahn-Abkommen, insbesondere auch gegen das darin vorgesehene fremde militärische Subdirektorium bei der chinesischen Regierung nachdrücklich. Auch der Vertreter der Vereinigten Staaten soll dem Abkommen wenig Sympathie entgegenbringen. Nach russischer Versicherung enthielte das Abkommen einen Artikel, durch den anerkannt wird, daß der Eisenbahn-Gesellschaft auch Konzessionen zustehen für die Linien von Tientsin nach Paotmgfu und von Tingtschau direkt nach Tangsachu und von Peking in der Richtung auf Kalgan. Aie vulkanische Katastrophe aus Martinique. Das entsetzliche Unglück, das die Insel Martinique betroffen hat, gab Kaiser Wilhelm Anlaß zu einem Telegramm an den Präsidenten Loubet, in dem er dem französischen Volke seine Teilnahme ausdrückt und zur Unterstützung der die Katastrophe Heb erlebenden 10 000 Mark spendet. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut: Seiner Exzellenz dem Präsidenten der Republik, Paris. Tief bewegt durch die Nachricht von der schrecklichen Katastrophe, welche St. Pierre betroffen, und welche einer Bevölkerung das Leben gekostet hat, die ihrer Zahl nach fast die erreicht, welche in Pompeji um kam, beeile ich mich, Frankreich den Ausdruck meiner aufrichtigen Teilnahme auszusprechen. Möge Gott, der Allmächtige, die Herzen derjenigen trösten, welche unersetzliche Verluste beweinen. Mein Botschafter wird Euerer Exzellenz den Betrag von 10 000 Mark übergeben, um den Betroffenen zu helfen. Wilhelm. Auf das Telegramm des Kaisers traf folgende Antwort des Präsidenten Loubet ein: Paris, 11. Mai. Seiner Majestät dem Kaiser Wilhelm in Wiesbaden. Sehr gerührt von dem Beweise der Teilnahme, welche Euere Majestät die Güte hatten, mir anläßlich des schrecklichen Unglückes, das Frankreich betroffen hat, auszudrücken, bitte ich Sie, meinen lebhaften Dank, wie auch die Versicherung der Dankbarkeit der Opfer entgegenzunehmen, denen »ie zu Helsen beabsichtigen. Emile Loubet. In Frankreich ist man zunächst bemüht, den Ueberleben- den der Katastrophe schleunige und ausreichende Hilfe zukommen zu lassen. Es hat sich laut telegrapischer Meldung aus Paris zur Unterstützung der Bewohner von Martinique ein Komitee gebildet, oas unter dem Vorsitze des gegenwärtigen Kolonialministers steht und dem als Mitglieder die früheren Minister der Kolonien, die Deputierten und Senatoren der Kolonien, die Direktoren der großen Finanzinstirute usw. angeboren. Präsident Loubet benachrichtigte das Komitee, daß er ihm 20000 Francs zur Verfügung stelle; der Kabinettsrat zeichnete sich mit 5500 Francs in die Liste ein. Auch die amerikanische Regierung beteiligt sich tfiatfrüftig an dem Hilfswerk. So hat der Senat einen GesetzLNtwurs angenommen, der den Präsidenten ermächtigt, für die Notleidenden in Französisch-Westindien die notwendigen Bedürfnisse zu beschaffen, und zu diesem Zwecke 100000 Dollars anweist, wLhrent) der Kongreß bereits 200 000 Dollars für Martinique bewilligte. Der Präsident Roosevelt wies alle Regierungsdepartements an,bei der Hilfeleistung für Martinique energisch mitzuwirken und empfahl die Bewilligung einer halben Million Dollar für Martinique. Anläßlich des furchtbaren Unglücks telegra-- phierte der Zar an den Präsidenten Loubet, des Zarenpaares aufrichtige Teilnahme versichernd. Der K ö n i g v o n England sandte dem Hilfskomitee für die Opfer der Katastrophe 25 000 Frcs. Der schwedische Gesandte übergab dem französischen Kolonialminister namens des Königs von Schweden 5000 Frcs. für die Verunglückten. Die gegenwärtige Lage aus Martinique giebt zu immer neuen Befürchtungen Anlaß. Die Ausbrüche des Mont Pelöe dauern an, und nach wie vor geht ein heftiger Aschenregen nieder. Nichtsdestoweniger hat der mutige Kommandant des Kreuzers „Suchat" es gewagt, sich am Samstag mit einer Abteilung Marinesoldaten nach der Stadt St. Pierre zu begeben. Die Stadt, so heißt es in seinem Telegramm, bttde einen brennenoen Trümmerhaufen, unter welchem die Opfer begraben seien. Es sei ihm mit Hilfe dies dänischen Kreuzers „Valkyrien" und des „Pouyer-Quertier" gelungen, die gesamte Bevölkerung von Bourg de Pecheur nach Fort de France zu bringen Der Vulkan Pelee sei noch immer in Dhätigkeit. Ein anderes Telegramm aus St. Lucia schildert den Anblick, der sich den in St. Pierre Eindringenden bot, folgendermaßen: Man fand dreitausend verkohlte, Leichname an der Stätte, too* früher die Kathedrale gestanden hatte. Alle Toten scheinen zuerst erstickt und dann verbrannt zu sein. Einige Leichname sah man noch in betender Stellung. In der ganzen Stadt war von den Bewohnern niemand mehr am Leben. Die Szenen, die sich bei Erkennen der Leichen durch Angehörige abspielten, waren herzzerreißend. Falls nicht eine Massenverbrennung der toten Körper angeordnet wird, droht eine Epidemie auszubrechen. Der „Daily Mail" geht aus St. Lucia eine ausführlichere Schilderung über die Katastrophe von St. Pierre zu, aus der wir folgendes hervorheben: Am Samstag den 3. Mai brachen um Mitternacht dichteRauchwolken mit hochragenden Flammen aus, begleitet von lauten, rollenden Geräuschen. Eine allgemeine Panik erfolgte. Am nächsten Tage sing ein dichter Aschenregen an auf die Stadt zu fallen. Der Vulkan war unsichtbar und niemand wagte sich weit von der Stadt weg, um den Umfang des schnell zunehmenden Ausbruches festzustellen. Am Montag ergoß sich plötzlich aus dem Mont Pelöe ein S t r o m geschmolzenerLava,20 Fußhoch und e i n e h a l b e Meile breit. Er ergoß sich mit einer Geschwindigkeit von 100 Meilen per Stunde vorwärts. Sich durch das trockene Bett der Riviere Blanche ergießend, gelangte der Lavastrom von der 4000 Fuß hohen Spitze des Berges zum 5 Meilen entfernten Meere in drei Minuten und vernichtete alles aus seinem Wege. Der Druck des Lavastromes war so groß, daß die See meilenweit an der Küste 300 Fuß zurückwich und dann mit einiger Gewalt, ohne viel Schaden zu thun, zurückkehrte. Laute Detonationen erfolgten in kurzen unregelmäßigen Intervallen, und sie waren so laut, daß man sie 300 Meilen weit hörte. Montag nacht war der Krater eine Masse schauerlicher Flammen, die Berge hoch schossen, am Dienstag spie der Vulkan immer noch gewaltige Massen rauchiger Dämpfe und Lava aus, während die rollenden Geräusche und Erdbeben unaufhörlich andauerten. Der Krater und die Spitze des Berges tonnen durch dicke Wolken unsichtbar gemacht; die Stadt wurde von einer ein Viertel Zoll dicken Schicht von Lavastaub überdeckt. Tausende von Personen, die in der Nähe der vulkanischen Region wohnten, suchten Zuflucht in St. Pierre und anderen Orten der Nachbarschaft. Einige wenige begaben sich in Fischerbooten nach St. Lucia oder Dominica. Mittwoch morgen ließ der furchtbare Zustand ein wenig nach, aber um 2.30 Uhr nachmittags begann die schwere Kanonade wiederum. Am Donnerstag früh erschien der Quebecer Dampfer „Roraima" im Hafen und ankerte. Der Morgen war verhältnismäßig ruhig. Plötzlich ergoß sich eine Art Wirbelwind von Dampf, kochend heißem Schlamm und Feuer über die ganze Stadt und den Hafen. Mit einem Male war die Stadt in Brand, das Feuer selbst schien zu rennen. Das Kabelschiff „Grappler" soll zuerst getroffen worden sein, aber alle anderen Schiffe kenterten auch sofort, verbrannten und sanken zugleich in der See, die wie >e»in kochender Kessel erschien. Die Geretteten der „Roraima" sagen, eine Springflut sei über ihren Dampfer gegangen, welche die Boote, Sparren und den Schornstein sofort wegriß. Wasser und Schlamm kamen wie vom Himmel herunter, während der Himmel selbst in undurchdringliche Dunkelheit gehüllt war. Als die Ueberleben- den der „Roraima" wieder etwas sehen konnten, bemerkten sie, daß Stadt und Schiffe furchtbar brannten. Die ganze Zerstörung war in weniger als 20 Minuten nach der Eruption erfolgt. Der erste Ofsizier der „Roraima", der fick unter den Geretteten befindet, erzählt: Der Schiffsagent, der an Bord gekommen sei, habe Befürchtungen in Betreff des Mont Pelöe ausgesprochen, da heißer Sand gefallen sei, indessen war der Vulkan nunmehr ruhig und die Löschung der Fracht begann. Plötzlich hatte man oas Gefühl, als ob man geschüttelt werde. Die Luft erzitterte und aller Augen wandten sich nach dem Mont Pelöe, aus welchem eine himmelhohe Feuersäule emporschoß, dann barst der Berg auseinander und die Flamme schlug vom Himmel auf die Stadt und den Hafen zurück. Darauf stieg unter gewaltigem Tosen eine entsetzliche Flutwelle empor. Heißer Schlamm ergoß sich und der Untergang der Welt schien herbeigekommen. Alle Schiffe stanoen in Flammen. Die Stadt St- Pierre war in Rauch nt nd grauen Staub gehüllt und der Hafen war voller Leichen. Nach Meldungen aus Dominica vom Sonntag fließt die Lava im Norden von Martinique weiter. Der ganze nördliche Tell der Insel ist verwüstet und seiner Vege- tati on beraubt. Ueber 1000 Flüchtlinge befinden sich in Lecarbet und Cafe Pilope bei St. Pierre. Fortwährend werden noch Teile von Leichen in der Umgebung von St. Pierre gefunden. Soldaten und Gendarmen sammeln dieselben und verbrennen sie auf den öffentlichen Plätzen. Der Verivalter der Insel Dominica telegraphiert: Die Katastrophe von Martinique stellt sich als n o ch schrecklicher heraus, als die bisherigen Berichte darstelllen. Flüchtlinge melden, daß sich neue Krater nach vielen Richtungen hin öffnen. Die Flüsse sind ausgetreten, weite Landstrecken an der Nordseite der Insel unter Wasser gesetzt. In anderen Bezirken drängt sich die überlebende Bevölke- rxjmg zusammen. Es herrscht fortwährend fast völlige Dunkelheit. Ich alaube nicht, daß Guadeloupe für die unsägliche Not genügend Hilfe bieten kann. Die Mehrzahl der Mannschaft des in Santa Luna eingetroffenen Dampfers „R o d d a m", die bei der Katastropbe von Martinique teils ertrunken ist, teils schwere Brandwunden davontrug, sollen Deutsche sein, die in Hamburg an Bord gegangen waren. , Nicht minder s chrecklrch ist die Lage der Bewohner der Insel St. Vincent, wo, wie bererts gemeldet, der Vulkan Souffriöre in Thätrgkeit ist. Die Ausbrüche scheinen immer stärker zu werden und haben bereits zahlreicheOpferan Menschenleben gefordert. Bereits gestern erhielten wir ein Telegramm, demzufolge die Zahl der Toten auf 500 geschätzt wird. In einer späteren Depesche heißt es, es seien bereits mehr als 1000 Personen gelötet und schon 700 Lerchen geborgen. Der Souffriöre sei beständig in heftiger Eruption und bei Kingstown (im südlichen Teile der Insel St. Vincent) fällt beständiger Hagel von glühenden Steinen und Asche, indessen sei bis jetzt dort noch kern ernstliches Unheil geschehen. Auf dem Lande, sechs Meilen im Umkreis des Berges sehe man rauchende, versengte Streifen. Die Quellen seien versregt, die Seen dampften überall, über dem ganzen Archrpel hingen dunkle Aschwolken, das Tageslicht verdunkelnd und sich aus Schiffe und Land senkend. Aus Stadt und Zand. Gießen, den 13. Mai 1902. * * Bereiuigungs-Geometer. Die während der letzten Woche stattgehabte Prüfung als Bereinigungs-Geometer haben bestanden die Großh. Geometer 1. Klasse Beckebach-Osthofen, Hofmann-Darmstadt und Vogt-Worms. * * Kanalisations-Arbeiten. Am Ufer der Wieseck, direkt an der Brücke über das Flüßchen im Zuge der Bahnhofstraße, werden seit einigen Tagen Bohrungen vorgenommen, wohl um zu ermitteln, wie die Untergrundverhältnisse unter dem Bett der Wieseck sind. Bekanntlich soll an jener Stelle das große Siel für unsere Kanalisation unter dem Flußbett fortgeführt werden. * » Befitzwechsel. Das früher Bleicher Schmall'sche Grundstück, großer Stcinweg 5, zuletzt der Witwe Pabst gehörig, wurde von dieser für 24 000 Mk. an den Weißbinber- meister Wilh. Seipp veräußert. * * Rohheit. Ein in hiesiger Stadt herumlungernder Taglöhner von Burkhardsfelden schlug gestern Abend ein hierin Diensten stehendes Mädchen in der Schulstraße ohne jede Veranlassung mit der Faust derart auf die Brust, daß das Mädchen hinfiel und längere Zeit besinnungslos liegen blieb. Der Thäter, der sich entfernen wollte, wurde von zwei anwesenden Soldaten festgehalten und von dem hinzukommenden Schutzmann in Haft gebracht. * * Gefaßter Einbrecher. Der Einbrecher, der in letzter Zeit die hiesige Gegend unsicher machte, insbesondere den Einbruch bei Wirt Weber in Duten Hofen und bei Wirt Spam er in Romrod beging, wurde ermittelt und in Metz verhaftet. In seinem Besitze befanden sich die aus dem Diebstahl zu Dutenhofen stammende Taschenuhr, sowie 2200 Mk. Bargeld, das von dem Diebstahl in Romrod her- rührt, sowie der ebenfalls dort gestohlene Trauring. Der Einbrecher nennt sich Weber, heißt aber richtig Le votier und ist Ende März aus der Irrenanstalt Marburg, wo er interniert war, entwichen. * * Ein Schwindler. Ein angeblicher Baumeister mietete sich gestern in unserer Stadt unter der falschen Vorspiegelung, beim Stadtbauamt hier angestellt zu sein, zwei Zimmer. Er wußte dabei seinen Mietsherrn zu bestimmen, ihm 26 Mk. zur Auslieferung seines angeblich am Bahnhofe befindlichen Koffers zu leihen, in dem sich 500 Mk. befinden sollten. Mit diesem Betrage ist er verschwunden. * * Gießener Volksbad. Im April wurden 7365 Bäder verabreicht gegen 7244 im März 1902 und 6978 im April 1901 oder 'int Durchschnitt auf den ganzen Badetag 273 Bäder gegen 278 im März 1902 oder 268 im April 1901. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 3061 Männer, darunter 750 zu 10 Pfg., „ 682 Frauen, „ 149 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klasse 235 Männer, 67 Frauen, „ 2. „ 670 „ 473 _ „ Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 122 Männer, 21 Frauen. Brausebäder 1864 Männer, 170 Frauen. Die Personenwage wurde von 200 Personen benutzt. Das Bad von 13 Personen besichtigt. * * Historis cher Verein für dasGroßHerzogtum Hessen. In der in Darmstadt abgehaltenen siebenten und letzten Monatsversammlung sprach Prof. Dr. Lorentzen aus Heidelberg vor sehr zahlreicher Zuhörerschaft über das Thema: „Die Sage vom Rodenstein er". Schon in Urzeiten, so führte Redner aus, war der Wandergeist eine der bekanntesten Sagengestalten in Mitteldeutschland. Die Wandersage hat an sich mit dem Rodenstein nichts zu thun. Sie ist vielmehr an den Schnel- lerts gebunden. Nie wurde der Rodenstein als Sitz des Geistes genannt, sondern immer hieß er Schnellertsherr oder Landgeist. Aber die Erbauer des Schnellerts warpn unbekannt, und die Phantasie drängte duhin, aus dem Geiste eine Person zu machen; so wurde aus dem Geiste ein Ritter, dessen Sitz inan nach dem Rodenstein legte. Die Ausgestaltung der Sage ist das Werk der Romantik, und es ist ja auch klar, daß der Stoff gerade für Romantiker außerprdent- lich anregend war. Interessant war es, wie Redner die verschiedenen Stadien entwickelte, welche die Sage im Laufe von nicht 100 Jahren durchlaufen Hut. Zunächst wurde aus dem Landgeist ein Raubritter, um zuletzt, um 1822, mit der Zeit des wachsenden Nationalbeivußtseins, als Vorbote eines Krieges aufzutreten und nach Herstellung des Friedens wieder in den Schnellerts zurüc^ukehren. Vielfach wurde bis in die 50er Jahre der Rodensteiner als Symbol der deutschen Einhcitsbestrebungen betrachtet. Diese Form wäre vielleicht 1870 zu neuem Leben gekommen, wenn sie nicht in ihrer Entwickelung zerstört worden wäre durch I. V. Scheffel. Scheffel faßt ihn nicht mehr als den patriotischen Herold auf, ,andern als den Ritter, der keine Ruhe findet, weil er versäumt hat, den letzten Schoppen zu trinken. Hiermit wurde auch der letzte Hauch von echter Poesie dem Rodensteiner abgestreift. Nur ein Gedicht Scheffels schlägt die alten Töne an, bei dem jedoch der ernste Charakter dnrch den Nachsatz des „Rum, plum. plum" und eine fidele Komposition verloren gegangen ist: „Es regt sich was im Odenwald." Dem Redner wurde lebhafter Beifall zu Teil. Bei Beratung der Sommerausflüge wurde u jo. der Besuch von Worms, wozu Herr Geh. Oberbaurat Hofmann eingeladen hat, in Aussicht genommen. Herr Hofmann wird die Wiederherstellungsarbeiten am Westchor des Domes er- läutern. t. Rödgen, 10. Mai. Eine Frau von hier stellte emerr Behälter mit kochendem Wasser in das Zimmer und entfernte sich einen Augenblick, ihr anderthalbjähriges Kind allein in dem Zimmer zurücklassend. Als sie wieder zurückkam, befand sich das Kind, jämmerlich schreiend, mit dem Kopfe in dem Behälter. Der sofort herbeigerufene Arzt legte einen Notoerband an, worauf das arme Geschöpfchen in die Klinik nach Gießen gebracht wurde. Es ist den erlittenen Brandwunden erlegen. o. Weckesheim b. Friedberg, 12. Mai. In unserem kleinen Dörfchen wurden dieser Tage durch den Gesangverein „Frohsinn" 48.40 Mk. für die Frauen und Kinder der Buren in den Konzentrationslagern gesammelt. w. Ober-Mockstadt, 10. Mai. Bei der gestrigen Bürg er* meist erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Mickel einstimmig wiedergewählt. — Heute fand im „Gasthaus §ue Krone" Generalversammlung des Vorschuß- und Kreditvereins statt. Es wurde beschlossen, wie im Vorjahr eine Dividende von 8 pCt. zu verteilen. Der Gesamtreingewinn betrug in 1901 9914.83 Mk. Die Einnahmen in diesem Jahre betrugen 826 483.94 Mk., die Aktiva 1 306 684.27 Mk. Die Mitgliederzahl belief sich auf 328. — Auch in hiesiger Gegend hat der Frost vielen Schaden gethan. Die Aussichten auf eine gute Futterernte sind sehr gesunken. Auch die Obstblüten haben stellenweise gelitten. o. Hartmannshain, 11. Mai. Gestern gingen die Pferde des Gasthofbesitzers Sch malb ach hier, mit denen der Knecht auf dem Acker beschäftigt war, durch und rannten gegen ein daherkommendes Fuhrwerk. Die Deichsel drang in das Kummet des einen Pferdes und schützte es somit vor ernsten Verwundungen. Der Knecht dagegen, der die Pferde aufhalten wollte, nahm Schaden und mußte sich in ärztliche Pflege begeben. Friedberg, 12. Mai. Der Direktor des hiesigen Predigerseminars, Professor Dr. Weiffenbach, feiert am 25. Mai seinen 60. Geburtstag. Zu dieser Feier sind ihm von den verschiedensten Seiten Ehrungen zuge-dacht. Die Mitglieder der evangelischen Konferenz für das Großherzogtum Hessen, deren Vorsitzender Weiffenbach ist, werden ihrem verdienstvollen Präsidenten an seinem Ehrentage eine besondere Ueberraschung bereiten. Gelegentlich der diesjährigen Konferenz, deren Termin noch aussteht, wird überdies eine gemütliche Nachfeier veranstaltet werden. Offenbach, 10. Mai. Der Kreistag genehmigte in seiner vorgestrigen Sitzung die Errichtung einer Kreis-Wanderbibliothek. In mehreren Gemeinden des Kreises wurden schon früher Volksbibliotheken gegründet, welche bereits reichen Segen stifteten und meist von allen Konfessionen fleißig benützt werden. Die neu errichtete Wander-Bibliothek will nun diese ersprießliche Einrichtung auf den ganzen Verwaltungsbezirk aus Mitteln der Kreiskaffe ausdehnen. Offenbach, 12. Mai. Gestern geriet der Arbeiter Euler mit seinem Sohne, der den China-Feldzug mitgemacht, in Streit, der so heftig wurde, daß der Vater dem Sohne fünf Messerstiche versetzte, sodaß seine Aufnahme ins Hospital notwendig wurde. Die dazwischentretende Mutter erhielt einen Stich in die Hand. Der Vater wurde in Untersuchungshaft genommen. fc. Mainz, 12. Mai. Der Kaiser wird während seines Wiesbadener Aufenthaltes unsere Stadt besuchen und die im Bau begriffenen neuen Kasernen, sowie die vollendete neue Militär-Bäckerei in der Neustadt besichtigen. Wiesbaden, 12.Mai. Frau von Cohn-Oppenheim hat, wie verlautet, dem Kaiser eine sehr hohe Summe, angeblich eine Million Mark, für Zwecke der Kunst zur freien Verfügung gestellt. ok. Kassel, 12. Mai. Es steht jetzt fest, daß der Truppenübungsplatz für das 11. Armeekorps mit dem für das 18. Armeekorps vereinigt werden und in das Gelände von Wermertshausen (Kreis Marburg) und Rud- dingshausen (Oberhessen) gelegt wird. DieserUebungsplatz wird der größte im deutschen Reich.________________________ Vermischtes. * Halle a. S., 12. Mai. Die von der hiesigen Staatsanwaltschaft eingeleitete Untersuchung über die Ursachen des Eisenbahnunglücks bei Zschortau ist wieder einge- stellt worden. * Breslau, 12. Mai. In der ruffischen Grenzstadt Salocznetz (Boleslawetz? Red.) brannten etwa 300 Besitzungen völlig nieder. Eine Dienstmagd und X5 Kinder sind verbrannt. Viel Vieh und Vorräte sind vernichtet. Gegen 4000 Menschen sind obdachlos. Bei den Rettungsarbeiten erliten zahlreiche Personen Brandwunden. * Erlangen, 12. Mai. In Herzogenaurach wurde am Samstag ein 20jähr. Handwerksbursche verhaftet, der im nahen Welkenbach zwei Wirtskinder mit Beilhieben ermordete und ein drittes Kind schwer verletzt hatte, als sic ihn beim Stehlen überraschten. * Paris, 12. Mai. Die Insassen des dem brasilianischen Deputirten Severo gehörigen verunglückten lenkbaren Luftschiffes „Pax" waren Severo selbst und der Erbauer des Ballons, Ingenieur Lachambre. Eine beträchtliche Volksmenge hatte dem Aufstieg im Parke von Vaugirard beigewohnt und folgte den Bewegungen des Ballons. Anfangs ging alles gut, nur schien die Landung einiges zu wünschen übrig zu lassen, da der hintere Propeller sich nur mit Schwierigkeit bewegte, wodurch der Ballon öfter sttll stand Als derselbe sich in einer Höhe von 450 Meter über der Avenue Maine befand, erhob sich ein leichter Wind. Infolgedessen drehte der Ballon sich um sich selbst im Kreise herum. Plötzlich schlug aus der Mitte desselben eine Flamme heraus. Eine furchtbare Explosion erfolgte. Der brennende Ballon siel mit ungeheurer Schnelligkeit zur Erde, wobei er ein Haus und mehrere Bäume der Avenue Maine streifte. Man beeilte sich, den beiden Luftschiffern zu Hilfe zu eilen. Die beiden hatten jedoch bei dem Sturze entsetzliche Verletzungen und Brandwunden erlitten. Nach Ansicht der Arbeiter, welche bei der Herstellung des Ballons beschäftigt waren, soll der Unfall auf die Explosion des Petroleumreservoirs zurückzuführen sein. Andere meinen, daß das Wasserstoffgas aus dem Ballon entwichen sei. Eingehende Untersuchung ist im Gange. Bon zahlreichen wlssenschaftllchen Mutorl v a ____«arx. ... Of«nhn AHdldRI. täten Ln in allen "«teilen do» beliebteste Haurmlttel. Ansichtspostkarten der Schweiz, die IntereNaiUeNru totfienbe*. 24 Serien k 5 etütf ftnh inJaft allen Avotheken gratis erhältlich »L- 75- cerit) \tmtfc unb die im .enbete neue iter Euler gemacht, in -ohne fünf § ßoSpiial ter erhielt jufyingß* daß der >s mit dem in das Ge- unb Rüd- lebungsplatz -penheim >umme, an* Kunst zur Mfeibe der Knecht gegen ein I in bas w emsten ferbe auf- ; ärztliche jen Staats* fachen des -er einge* nn toicb 'rneser. «eeN entfernte allein £ ' befand rem tze, verband 1 ließen erlegen. Mete» rn Buren hiesigen feiert am jinb ihm icyt. Die ostherptz, den ihrem i eine be. der dies, wird über* eben. e m feiner ffianbet* neben schon its reichen fleißig be- t will nun cwaltungs* ^rger^ ' 2)li(fe{ Haus zar Kredit, iahr eine ^gewinn 1 diesem 4.27 A, ‘ hiesiger lusstchlen die Obst- Grenzstadt « 300 B-- b unb P Vorräte smo )g. Seiden ibivunben- r°ch »”bt t verhastet, t Beilhieben ;t hatte, als t brasiliani' etten lenk- Ibst und der ;ine al«"8: .t einig® > , i Wmd. greife 6ft t»«™, * S°"'" bte*b‘ w°b-> « Ln-st-L -tz ch° A-. 1’S« Telephonischer Kursbericht 3*/0 .Mexikaner Für die Redaktion verantwortlich i. B.: R. Dittmann. Blusen und ^iusers-üemden von 85 PIg. bis 12 Mark. S4SS r Neuheiten in hochmodernen IW Auffallend billige Preise bei nur guten Qualitäten in Folge gemeinsamen Einkaufs mit circa 200 Geschälten.= Reiche Auswahl. 37»% 3% 37,% 3% 372% 25.60 89.40 104JM) 106.10 210.70 183.50 135.50 138.70 151.80 142L0 14.70 167.00 199.00 194.50 172,00 101.95 91.80 10L90 91.65 99.80 102*70 101.75 101.70 101.70 45.35 29.10 26.00 111.90 44.30 Reichsanleihe do. KodboIb . do. . . Hessen Steter Eingang von Neuheiten. • Alex««üria, 12. Mai. Mehrere kleine Ortschaf Len im Innern des Landes stehen in Flammen. In der vergangenen Nacht sind die Werkstätten der Eisenbahn von Kairo durch Feuer zerstört worden. Die Feuersbrünste haben unter der Bevölkerung große Erregung heroorgerusen. 3% Besäen . . . . < 4% Oeeterr. Goldretne . . 47,% Oesterr. ßilberrente 4% Ungar. Goldrente . . 40/ Italien. Rente . . . 47,% Portugiesen . . . oO/’ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 41/.,j äussere Argentiner 478Vo Chinesen . . Electric. Bchuckert . Nordd. Lloyd . . « Kreditaktien , . . Diskonto-Kommundit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsgea. Oesterr. titaatebahn . Lombarden . • < Gotthardbahn . . , Laurahütte . . Bochum . . . » Harpener . . • , Leipzig, 13. Mai. In dem Prozeß Geyger-Kling er sind die Unterhandlungen bereits soweit gediehen, dass em Vergleich zwischen beiden Künstlern gesichert ist. Voraussichtlich werden keine öffentlichen Erklärungen erlassen. Brüssel, 13. Mai. Die Ei senbahnbrücke zwi- scheu Sumet ünd Ransart wurde auf einer Strecke von 40 Metern mit D y n a m i t g e s P r e n g t, gleichzeitig wurde die Das Arsenal wurde ohne Widerstand preisgegeben, und K Regierung ging in die Hände der Revolutionären über.' W Personen wurden g e t ö t e t, und drei v e r w u n d et. Eine provisorische Regierung wurde eingesetzt. ' Landwirtschaft. Bom hessischen Landwirtschafterat. In dar jüngsten -- des^landroirtschaftlichen Provmzialverems ^ur Rhern - wurde ein von der Regierung vorgelegter Arbeiterbewegung. *vrtti.OTnrf Y> Mai. Der Streik in der Hartkohlenreawn Hal die Äderung "dort völlig lahmgelegt. Tie Zahl der Strerken- den beträgt 150 OOP-__ Rcw?)ork, 13. Mai. gort be Staute ist oollge- brinnt mit Obdachl-jen, die billig et,ch°p!t find. St. Pierre lana immer nur nach mit Gejahr betreten werde» und die llieUuugs-Korps haben die Minen te.lwe.Ie dnr-h!-r cht. Leben ift nicht mehr angetroffen worden. Das furchtbar« unterirdifche Getöfe und der Afchenregen dauer» fort. Martinique wird jetzt durch eine Wafferslut bedroht. da die Muffe angefchwolleu find. Sonbon, 13. Mai. Der Mont Pelfie hat jetzt nur noch ein Drittel (einer f riib ere« e. SiMStt-j» Spuren find gänzlich verwischt durch Lava und Aschemaffea. Tas Standrecht wurde verkündet, um Plünderungen zu verhüten. Auf drm ganzen nördlichen Teile der Zusel Martinique brennen noch die Drtschaften. Tausende von Landbewohnern leiden Hunger. ... London,13. Mai. Das Kolonialamt Hal dem englischen Kreuzer „Pallas" Befehl gegeben, mit Lebensmitteln von Jamaika nach St. Vincent abzugehen. — Aus Fort de France wird gemeldet: Man versichert, daß sich über tau end Ec rettete in den Ortschaften Carbett und Pilote in der Rahe von St. Pierre befinden. Man stöht noch immer in der Nahe der Stadt auf zahlreiche Leichen, welche von Soldaten und Gendarmen auf Scheiterhaufen verbrannt werden. Die Lava fließt andauernd in breiten Strömen von der Spitze de» Kraters herab, begleitet von heftigen Erschütterungen und Kunst und Wissenschaft. — Strindberg's dritte Gattin, die Schauipielerin Bosse, hat die Scheidungsklage eingereicht. Frau Strindberg begründet jhre Klage damit, daß sie von ihrem Mann mißhandelt worden iei. donnerndem Getöse. . Paris 13. Mai. Die Nachrichten von Martinique werden namentlich in Marseille Havre und Bordes welche Häfen in vielfachen Handelsbeziehungen -u der Insel stehen, mit angstvoller Spannung erwartet. Die Telegramme der Korrespondenten der Handelshäuser m St. Pierre treffen spärlich ein und enthalten nur die 9^amen am Leben gebliebener oder getöteter PeZonen. In allen drei Städten werden Sammlungen für die Opfer der Katastrophe veranstaltet. Mehrere Kaufleute m Borvttru^ gehen morgen in Southampton an Bord des „Atrato nach Martinique in See, um sich an Ort und stelle au^ bCI Nfh in 81 o nWlei2.n‘(Dlai. Das iJtepräfaiUniienW» unb der Senat genehmigten für die Hilfeleistung auf Martinique und 2t. Vincent 200 000 Dollars, anstatt der vom Präsidenten Roosevelt nachgesuchten 500000 Dollars. Die Bill geht nunmehr zur Genehmigung an den Pra^ sidenten zurück. _ . c London, 13. Mai. Ein Telegramm ans st. Vincent be» richtet, daß die Nachrichten uou Stunde ,u Stu ab» schlimmer lauten. Tie Aerzte und Krankenwärter bejnrch. tcu eine neue Katastrophe Kauze Familien find umge. kommen und auf allen Teilen der Insel liegen hausen oon Let- chen. Militär, Behörden und die Ueberlebenden legen breite Laufgräben au, um die Leichen zu verbrennen.____________ Costumes-Röcke werden, um zu räumen, mit 20% Rabatt verkauft. Giessen A HolterhoS Söhne, 20 Seltersweg 20. 20 Selters weg 20. sowt* w' ______ _________ . i«i». Kunst und Wistenlchusl. Die 31. Waudcrversammluug des Deutschen Photo- graPheu-Bcreiuo findet vom 11. bis lo. August lu Düsseldorf statt. Für die mit derselben verbundene Ausstellung photographischer Erzeugnisse und Gebrauchsgegenstande-ist das Kunstgewerbemuseum in Düsseldorf in li^stenswurdiger Wefie^zur cvjaninilung des fablenlpnbifatf ben T,"?ÄatzverhLlMiss^aben sich, rost m der ^aSmluna betont wurde, für die meisten Zechen im laufen- ben Mon-U -n^n g« bic Nach- richt,^daß Morgan mit der Manchester Ship Kanal-Kompany em Abkoinmcn gelcklossen^habe, für unbegründet. zlnioersttäls-Uachrutilrii. — Aus Würzburg wird geschrieben: An der Universität 4nb 1000 Studierende immatrikuliert, 57 mehr als im Sommer- jemefter 1901. — An der juristischen Fakultät König sb erg ist ßeS lanDroivqa)Qiumjen eine außerordentliche Professor für Römisches Recht geschaffen r, Essen in Mainz wurde cm von der Regierung vorgelegtc worden. Die vorläufige Verwaltung derselben wurde dem Privat- HlnIraq op auch die übrigen in Hessen befichenden landwirtfchas ° dozenten Tr. jur. Alfted Mernigk in Breslau bis aus weiteres l^en Verbände in dem hessischen t!andwlrtschaftsrat vertretensei übertragen. - Ter 0. Professor der Zoologie an der Wiener s^'^ zur Beratung gestellt. Es handelt sich bei dies» ^age Unwettuät, Dr. F. B r a u e r, Tlrektor unb Leiter der zoologischen hauptsächlich darum, ob der „Bund der Landwirte und die ve Abteilung am Raturhistorischen vofmuseum. feierte seinen <0. (Sc- .-Abenden Bauernvereine Sch und stimme un hessischen Lanöwin burtstag - Prof. Dr. Partsch, 0. Professor der Geographie ™ nn finde.i sollen. Ter Vorschende hob bei der ber Breslauer Universität, der für die Wiener Universität U^ser Angelegenheit hervor, daß in dem ^andwirischastsrat ,elbs an Stelle des Professors T 0 m a s ch e k primo et uuico loco als ^^äudlich nur solche landwirtschaftlichen Verbindungon Zlusiiahnie Ordinarius für die verwaiste Lehrkanzel in Vorschlag gebracht können, welche keine Politik treiben, Antrag, worden war, hat die an ihn ergangene Berufung abgelehnt. pcn der Vorsitzende gestellt, fand hierauf einstimmige Annahme, so - ----------- 1 daß für die Folge der Bund der Landwirte und die Bauernvereine durch >e eine Stimme i,n Landivirtschastsrat vertreten sein werden. ^itterarijche Neuerscheinungen. (Besprechung vorbehalten.) Deutscher Soldatenhort', tzeft Nr. 22, »eriaajM Karl "Sigismund, Berlin 8W., Dessauerstr. 13. Vierteilahrtich 1,80 ^ie Reit", nat.-soz. Wochenschrift, Nr. 31, Verlag bet „Hilfe", Berttn-Schöneberg, Vierteljährlich 3M., L.nzeümmmcr 3ÜSPf8iet Burenfreund", Organ der ver. Burentomit^, Heft Nr. 20, Berlin W. 62, Eourbisrestr. 2. Abonnement halbzähv- ^„Dav^re^^Wl°r^'Franks. Halbmonatsschrift für Fo^ chritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens, 9lr. 8. Frankfurt tu sDiam, Neuer Frankfurter Verlag. Preis viertestcll)rlich 2 ML, a Luns'rgewerbe fürsHau s", 2. Jahrg. Heft.7, ün V. 35, Lützowstr. 9, Verlag von O. Lienkkampf. Preis mertel- jährlich 4Ü0 Alk., » Hest 2 Aik. - Gerilsttssaal. Darmstadt, 12. Mai. Auf Grund des § 188 des B. G.-B., wonach „ein Rechtsgeschäft nichtig ist, das gegen die gtiten Mitten verstößt , fällte die Zivilkammer 11 des hiesigen Landgerichts eine interessante Entscheidung, die vom Oberlandesgericht bestätigt wurde. Es handelte sich um die namentlich auf dem Lande weitverbreitete Unsitte des Freihaltens im Wirtshause bei Gemeindewahlen. Gelegentlich der Bürgenneisterwahl in Dornheim war der Vater eines der Kandidaten sehr splendid gewesen und hatte bei den Inhabern 1 m ^IcibV bis zum 21. September verjchiedener bort.ger &irS6äu|er bcftellt daß i-d-rmami mi! I°me n Siplome’u^ Medaillen des Kosten bis zu der am nächsten Tage stattfindenden Wahl unenl I geossnet. ostr | ) 9 g •, , • , aq nrririiii’hpncn Stif- das Nachl-h-n. poff-ntlich macht das viele Wirte jur alle Zukunit und^e Au^t-llun^hi^^ ®r7m 1. Mm erafincten Industrie.. vorfi^tig. Gewerde- und SunftausftcUung dajelbst, übernommen— Auskünfte Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.! Dwitschen^P^hoto^r^plsen-Dereins'^K^ Sch wie" i^Äimar, jeder- Kahrrad-Judustrie. Während die meisten Jndustriepapiere \ zeit kostenlos erteilt. ------ sich schon seit längerer Zeit auf dem Wege der RüÄivärtsbewegung------ — — »p... »».trtit beftnben, haben die Sötten derjeniaen Maschinenfabriken, die <^ahr-- tl? rüber fabrizieren, in der letzten Zeit eine wesentliche Kurssteigerung thf des Giesiener Anzeigers. ÄhtsasÄK« tion besonders betont, daß in Gummireifen für Fabrrader emIAnKerger" crus Petersburg steht dre ZarmSep- starker'Absatz eingetreten sei. Auch wird so ziemlich allgemein tember einem freudigen Familien-CreigniS enr angenommen, daß die Krisis für das Fahrradaeschaft vorüber ist, Die Nachricht sei bolllummen authentisch, da sie der und der Geschäftsgang wieder in eine gesunde Bahn emlenkt. Pie v » Umgebung »des Kaiserpaares entstammt. Ueberproduktion war die hauptsächliche Ursache der Krisis 'mu-ähnben 13 Mai. Zur gestrigen Mittagstafel beim und diese ist geschwunden, da die meisten Etablissements die aus- aßte8baben, ld. lÄräfin Görtz geladen. Gestern schließlich Fahn-ader fabrizierten, zusammengebrochen sind und die- Kaiser waren Gras und Gräfin U0I5 9 J ^igen, bie den Sturm überstanden haben, auch andere Gebiete Nachmittag unternahm der Kaiser eine Ausfahrt und einen ber Atoschineninbustrie aufnahmen. Die Einschränkung &er ~ die Waldungen am Neroberge. Zur Abend- heimischen Fahrradproduktion wird auf ca. 30 Prozent der ®e- 7 6 8 9 qelaben. Nach dem Theater ver- samtproduktlon geschätzt. Ferner ist die amerikanische Konkurrenz täfel war Admirat noster geiaoen. , > vom deutschen Fahrradmarkt so gut wie verdrängt und was mst weilte der Kaper mit den Herren seines oes g a) ü ins Gewicht fällt, der Fahrradhandel auf Abschlagzahlung hat beinl Bier. Heute Vormittag hörte er den Vortrag des Ehefs garu bedeutend nachgelassen. Das Radfahren ist nicht mehr Sport-, Militärkabinets Grafen Hillsen-Haeseler. es ist nicht mehr Modesache, sondern das Fahrrad ist ein not- «rh 13 Mai. Auf dem Rhein bei Rhein- wenbiges un-ntb-hrUch-z aeiuotbeu. Sonn a. dratzen mit zwei Jnjasjen Was die außerdeutsche Konkurrenz betnsst, so hat sich feststellen dorf schlug yeure sruq ein jiu j lanen, bas alle °k°ti!ch°n Marken, mit gan, geringen Änsnahmen>um, von d-nen em« 77 s™ (S,nn».fitinaer nur Schundware lieferten. Aus vberschlesten. Der Kohlenmarkt hat sich werter verschlechten. Die Absatzschwierigkeiten nchmen noch immer zu, so dass man sich zu weiteren Fördereinschränkungen entschliessen mußte. Der Umsatz des Roheisenmarktes bleibt bemebwenb, die Bestänbe nehmen langsam ab. Der Erzmarkt ist wesentlich reger geworden. In ben letzten Tagen sind sirr Lieferung un 2. Semester etwa 52000 Tonnen abgeschlossen worden. Ter A lt- kifenmarkt ist still. Die Werke haben im 2. Quartal so erheb- _ iich über Bedarf gekauft, daß der erste Bedarf be§ 3. nirnttals I Absicht verhindert wurde, bereits mit gedeckt wurde. Das alzro h r en g es chas t leidet onD 13 Mai Die Besserung irn Befinden unter der für die nächstenJahre auch nicht zu beseitigenden Ueber- Schlotz Loo, ->‘ui. 11 b aroduktton. Es sind zu viel neue Fabriken m den letzten Jahren der Königin halt an. mtstanden. Die Beschäftigungseingänge in G r 0 b b l e chen sind Paris, 13. Mai. In der An g e 1 eg enh e'il Huui- aoch immer unbefriedigend, da die Maschinenbauer, Konstrukteure wurde gestern abend der frühere Notar, Geschasts- unb Kesselschmiede unter Befchäftigunasmangel noch immer leiden. Lanqloisverhaftet. Für Handeleisen werden 8rvochentliche Liesersristen verlangt, das 8 . ^3 Mai- In einem Tanzlokal kam es Gußröbreiigeschäft ist quantitativ glänzend, die Prelse werden weiter " Qßvnb zu b 1 u t i g e n A u s s ch r e i t un g e n. Zahl- verdorven durch den Kampf des Syndikats wider die östlichenl g s aKorimünr mürben acroediielt zwei Personen Werke Tie von der Berliner Börse ausgegangenen Nachrichten reiche Revolverschusse wurden gewea)seil, z 4- I über die umfangreichen Arbeiterentlassungen in Oberschlesicn sind wurden getötet und eine ^ahl Verl Vt unriditia Bei allen größeren yuttem und Grubenwerken des Madrid, 13. Mau Die Ko n ig in-egenrin Reviers haben keinerlei außergewöhnliche Entlassungen statt- kehrte heute zum letzten Male den Vorsitz in dem MiNister-- gefunden. . . rat Am Abend trat das. Kabinett unter dem Vorsitz des Bochumer Bergwerks-Gesellschaft. Die Gcncralversamm- ' tcrürä«bcnten Sagafta zu einer Sitzung zusammen. luna hat beschlossen, den 186481 Mark betrag.eiiden Gew,nicht Minister für Handel und öffentliche Arbeiten, Eanale)as, zu Abschreibungen zu verwenden, sondern 100000 Mark der Re-1 77 p„tffh(Dikn eine Ministerkrise herbeizuftihren. ferve zuzuweifen und den Rest vorzutragen. Tie Vorwurse wegen 1 I ) " ' syj^a| <>n P p s t a.wia sind dieser Aufstellung eU zu ,pessimistischen Bilanz wurden von ber ^et: J3 e t e r °root^ ei[ fte zu Wn ntcrnaü0nate ''-bau9c}cüi4ah Frankfurt a. M. In ber bell Urhebern der letzten Bauern-Un^heu Porten. B^- Auffichtsratssitzung würbe beschlossen, der auf den 2. Juni cmzu- schiedeuen anderen steht noch Der Prozeß bevor. Die peti>en berufenden Generalversammlung bic Verteilung cmer Tivideiide Gehängten haben einen falschen Ukas verfaßt, worin die von 12 Prozent auf die Stamm- und Pnor,tatsakticn (rote t. V.) ^^rn aufgefordert wurden, gegen die Gutsbesitzer zu re- °”Än-12. Mai. 2er Senval.— ber Serlin.r "ätten sicher R°ath-na^,"mn'Handels' 9 Petersburg,J3 M-i, Meldungen aus Mta gefellschast. Der VerwalNingsrat nahm Kenntnis von dem Ent- ist das B e fin den 0 l st 0 iS derartig, dass eine v oll g e schlusse des Justizrats Winterfeldt, aus der Stellung als Geschäfts- PZied er gen esung zweifellos erwartet werden Eann. Inhaber der Berliner Handelsgesellschaft auszuscheiden. Rew v or k, 12. Mai- Rach einer Depesche aus p o rt- Esfcn a. d. Ruhr, 12. Mai. Wie die „Rhem.-Westz. Ztg. Prinee tarn es anläßlich des Wechsels der Pra- meldet, beschloß der Aufsichtsrat des Kokssyndikats, die für s^.7.tschaft zu Einern Gefecht zwischen ^Hegierunö^- das erste Halbsahr geltenden Kokspreilc auch sur da- Swette Halb- I/u ' ° Gegenpartei, wobei die letztere siegte, jahr aufrecht zu erhalten. Demselben Blatt zufolge nahm die or-> truppen uno .... — Fernsprecher 231 5 1 Sämtliche 3688 10 5 i/ J, Saasa. jr., Kreuzpläh. unseren herzlichsten Dank. 8680 3583 Mäusburg 4. mieten. Kreuzplatz 10 beten. 8687 Stieimeg 41, ptt, lereä Markt 15 2877 wird 3689 Znr Anfertigung Erstev Bäcker auf sofort gesucht. 02184 arten- mit Markt 21 3687 Juli zu vermieten. 3369 fort zu vermieten. 2175 WWUWW eXsTeXs UermirtnnMu Verbandstoffe L.M 0.17 !,75 0.90 3685] Per L Oktober, ev. auch früher, eine Wohmurg, 5 Zimmer zu vermieten. >p L, Ludwigstr. 28. Bleichpla^ mieten» LS-D 3692 ff. ff. Blütenmehl 10 Pfund Mk. 8.50 Wen eiogetroffeii ein großer Poste« Somer-HMsAhe ZM«iii> Wl Wtlktlazeil gesucht. 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