Donnerstag 13. März LOOT 153. Jahrgang Zweites Blatt GietzenerAnzeiger M General-Anzeiger v '**' Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezugSpretS: monatlich 75Pf.,vieriel»' jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweig Nellen' monatlich 65 Pi.; durch« die Post Mk. 2.—viertel-' jährt. ausfchl. Bestellg, Annahme von Lnzrigea für die Tagcsuu.'nmer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 1 SPß, auswärts 20 Psg Lerantworrli ch: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und Land" und „Gerichtssaal":R.Dttt- mann; für den Anzeigenteil: Hans S3cc6 I................ Mill.....BTi MW Nr 61 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamilicil- HMer viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Untvers.-Buch- u.Slein- druckereilPiclsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger ließen. gfCTfprfAanjdi'.nfi 9^.51. Ale Dcukige Mmmer nmfaßi 10 Seite»- DeKauntmachullg. 6etr.: Das Stellvertreterwesen int Gast- und Schankmirt- schaftsgewerbe. Unter Bezugnahme auf die nachstehend abgcbriuftc, vom Gcoßh. Ureisaint Gießen erlassene Polizei-Verordnung rubr. Betreffs fordern wir hiermit alle Inhaber von Wirtschafts- konzefsionen bezw. deren gesetzliche Vertreter auf, innerhalb acht Tagen den Namen eines etwaigen Stellvertreters bei und anzumelden. Weiterhin ist ein Seunuinb§» zeugnis desselben und falls der Stellvertretungsvertrag schriftlich abgeschlossen sein sollte, eine Abschrift der Urkunde vor- zulegen. Gießen, den 12. März 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Polizei-Berovdnung, betreffend das Stellvcrtieterwcsen in Gast- und Schcmk- wirtschaften. 3ur Ausführung der §§ 45 und 46 der Geiverbeordnung wird hiermit auf Grmnd des Art. 78 der Kreisordnung mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 29. Nov. 1901 zu Nr. M. d. I. II[ 5880 folgendes bestimmt: §1. Wird das Gast- oder Schankwirtschaftsgemerbe durch einen Stellvertreter ausgeübt, so hat in den Fällen de§ § 45 der Gewerbeordnung der Konzessionsinhaber, in den Fällen des § 46 der Gewerbeordnung derjenige, für dessen Rechnung da§ Gewerbe betrieben wird, oder der gesetzliche Vertreter desselben innerhalb 8 Tagen nach Beginn der Stellvertretung der Bürgermeisterei (oder besonders bestellten staatlichen Polizcivenvaltung) unter Angabe der Personen des Stellvertreters hiervon Anzeige zu machen. Der Anzeige ist cm Leumundszeugnis des Stellvertreters, und, falls ein schriftlicher Stellvertretungsvertrag abgeschlossen wurde, eine Abschrift desselben beizufügen. . §2’ Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften in § 1 werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark bestraft. _ §3. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Straft. Gießen, 8. März 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- . __v- Bechtold.__________ Wie es auriidUd)a!Tt. Aus Berlin, 12. März, wird uns geschrieben: Die Ausnahme, welche die Rede des Staatssekretärs Frhrri. v. Richthofen über die „Schonung der englischen Empfindlichkeit" in England gefunden hat, erscheint nach den offiziösen Auszügen im ganzen anerkennender, ja freudig bewegter Art. Nur wird von der „Morning Post", dem Organ Salisburys, der Ausdruck des Erstaunens über die Erklärung erwähnt, da doch die Ueberzeugung von der Notwciidigkeit gegenseitiger freundschaftlicher Beziehungeil durch S^anbünigcn der deutschen Regierung mid syste- mansche englandfeindliche Propaganda in Deutschland er- schuttert worden sei. Nach Privatberichten äußert sich auch „Darly Graphic" weniger beifällig über Richthofens Rede. ?U"b bic versucht einen Gegensatzzu Eonftnricncn zwischen den Anschauungen des Staatssekretärs und denjenigen des Reich s k a n z l e r s. „Herr v. RülMofen kennt ..Jeut Werk, welchen Vorteil sein Chef nicht bescht." Im übrigen hält das Blatt, das außerhcllb Ena- lands noch immer vielfacl) als das führende der Londoner Presse gili, die Ausiuhrungen für „persönliche Höflichkeiten ohne politliche Bedeutung." Das ist nicht gerade d^ Don der Erkenntlichkeit und Rührung. Es war gewiß alles Möa- liche bau em deutscher Staatsmann üt dem Augenblick wo die Oeffentlichkert unter dem Eindruck des Sieges Dela- rey s stand, der englischen Nation Trost zusprach, und Anteilnahme an der Verwundung des Lord M e t b u e n Dieses Maß von Güte hätte höher bewertet werden können auf englischer Seite; bann würde man auch dort einmal den aufrichtigen Willen bemerkt haben; die Beziehungen m normale Bahnen zurückzuführen. Ganz unbegründet ist die Annahme, daß Frhr. v. Richthofen gewissermaßen aus dem Stegreif England „persönliche Höflichkeiten" erzeigte Wahrscheinlich irrt, wer in dem Glauben sich befindet, Herrn v. RichthosenS Rede sei für den Grafen v. Bülow eine' lieber*» Eichung gewesen. Graf Bülow vermochte während seiner Erkrankung die laufenden Geschäfte zu erledigen, und es ist anzunehmen, daß die Erklärung des Fchrn. v. Richthofen in den Grurü^ügen mit voller Billigung des Reichs- cmi-lers erfolgte. Auch die „Nationalztg." schreibt soeben- „D i e U e b e r e i n st i m m u n g in der Auffassung der inter» natwnalen Verhältnisse zwischen dem Reichskanzler und dem Staatssekretär gilt in unterrichteten Kreisen als eine voll- Kndige." Auch wir nehmen nicht an, daß die Rede eine Veränderung tn dem deutsch-englischen Verhältnis bekunden sollte. Der hauptsächlichste Anlaß zu der Erklärung dürfte rn dem Wunsch zu erblicken sein, der englischen Regierluna blS bem „Burenhilfsbund" gewährten Konzessionen etwas Augenchmes zu sagen. Frhr. v. Richthofen, der nicht so tote Gras Bülow das Warme mit dem Kalten zu mischen weiß, in für die Oeffentlichkeit bestimmten diplomatischen Ausführungen, ist im Ton und in Einzelheiten vielleicht ein wenig zu weit den „Vettern" entgegengekommen. Die „Times" spricht von einem „gänzlich beispiellosen Ausdruck der amtlichen deutschen Stimmung" und zollt Herrn von Richthofeu „persönlich keinen kleinen Teil der Anerkennung". Daraus geht eine gewisse Verblüffung über die Wärme der Kundgebung hervor. Und das ist ein Zeichen, daß auch in diesem Falle weniger zwar nicht mehr, aber angebrachter gewesen wäre." ^raf HoeuSvroech in München In den Münchener Blättern liegen jetzt ausführliche Briefe über die bereits gemelbeteii Vorgänge im Münchener Kindl-Ketter vor gelegentlich einer Versammlung des jungliberalen VereiiiS. Danach handelte es sich offenbar um einen von vornherein vorbereiteten Versuch, die Versammlung zu sprengen. So schildert ein Blatt die Vorgänge folgendermaßen : „In ganz geschickter Weise hatten sie ihre einzelnen Vorposten auf alle Ecken des Saales verteilt, die durch laute Schluß- R u f e, P f i f s e, G e g r ö h l e und g r e l l e s L a ch e n über die Köpfe der v'elhunbertfachen liberalen Zuhörerschaft mit einander korrespondierten und wie auf ganz bestimmte Signale hin Einer den Änberen ablösten. Denn kaum ivar von den immer gereizter werdenden liberalen Teilnehmern an einer Ecke des weilen Saales einer dieser Radaubruder mundtot gemacht oder schließlich gar mit Gewalt aus dem Saal entfernt worden, so erhoo sich in einer anderen Ecke der Lärm von neuem, um dort ebenfalls Vju der energischen, aber freilich nun auch ebenso lauten und ruhestorenden Abwehr von selten der Liberalen zu führen. So kam es, daß ebenso der Vorsitzende des einladenden Vereins, Rechtsanwalt Goldschmitt, wie Graf Hoensbroech nur in ganz kurzen Intervallen sich Gehör verschaffen konnten, und daß schließlich unten im Saal der Wirt des Münchener Kindl-Kellers und einige jüngere Versammlungs- orbner bald hierhin, bald dorthin eilen mußten, um die immer wieder aufflackernden Lärmszenen zu bämpfen." Allein diese Versuche waren vergeblich. Die Leidenschaften maren nicht mehr zu besänftigen. Hatte man den Grafen Hoensbroech bereits bei seinem Erscheinen mit faulen Eiern beworfen, so griff man jetzt zu Maß trügen, Stühlen und Tischen. Gn Augenzeuge schildert die Szene folgendermaßen: „Gras Hoensbroech begann; kaum hatte er die ersten Worten gesprochen — zum eigentlichen Thema hat er nur gesagt: Sie wissen ja alle, daß im Reichstag von der größten Fraktion, dem Zentrum, ein Antrag eingebracht wurde, der sogen. Toleranzantraa .... da setzte wie auf Kommando links der Lärm ein, ES gab ein Bedünge, mehrere Personen wurden h a n d g e m e : n. Da flog von links der erste Maßkrng herüber und der gab das Signal zu einer regelrechten Rauferei. Gleich flog ein M a ß k r u g zurück, dann kam noch ein halbes Dutzend M a ß k r ü g e hinterdrein, und zwar zum Teil gefüllt. Der eine zerbrach klirrend an dem Pfeiler, und Scherben und Inhalt fielen aus die Streitenden herab. Sogar von der Tribüne wurde ein Maßkrng geschleudert. Dazwischen wurden Stühle in die Höhe gehoben und geschleudert, Tische umgeworfen; Emer hob sogar emeit der schweren Tische und warf ihn nach bent Gebränge hin. Einem bet Herrn, ber still an ber Rebner- tribüne saß, flog ein Krugscherben an die Stirn unb schlug bie Ader burch. Er würbe mit Mühe hinausgebracht, um sich verbinben zu lassen." Einem Stubenten, ber an ben Hänbeln ganz unbeteiligt gewesen war unb eben bezahlen wollte, flog ein Maßkrug an ben Kopf. Blutüberströmt brach ber junge Mann zusammen. Unter ben erheblich Verletzten befinben sich ferner, wie wir heute kurz melbeten, ein Ob erlaub esgerichts rat unb ein Registrator, bie beibe als Zuhörer bem Vortrage anwohnen wollten. Der Erstere erhielt eine Quetschwunbe an ber rechten Schläfe, letzterer eine Quetschwunbe an ber rechten Stirnseite unb an ber Wange. Die Wtmben finb hervorgerufen burch Maßkrugsplitter. Die beiben Herren würben in bas Krankenhaus verbracht, worauf sie sich jeboch nach Anlegung eines Verbandes nach Hause begeben konnten. Die „Kölnische Volkszeitung" erklärt jetzt: „Die Behauptung ber liberalen Presse, ber Skanbal sei burch bie Zentrumsvereine organisiert worben, ist unwahr. Thatsache ist, baß bie betreffenben Flugblätter vorn Führer ber Antisemiten ausgingen." Dagegen heißt es in einem anberen Bericht: „Ein geistlicher Herr in ber Soutane ftanb mitten int Saal, rief bem Grafen Schmähworte zu unb pfiff zwischen hinein burch bie Finger wie ein Viehtreiber." Ein anberer sagt: „Es ist festgestellt, baß bie Angehörigen ber katholischen Gesellenvereine, selbst Lehrbuben zwischen 15 unb 18 Jahren fommanbiert waren, um bie Toleranz ber ultramontanen Kreise bet ber Diskussion bes Toleranzantrags feierlich zu befunben. Die Mitwirkung verschiebener Geistlicher ist zweifellos festgestellt. Dafür finb Zeugen vor- hcmbcn. Die geistlichen Herren waren in gerabezu schamloser Weise bemüht, ben Kampf nicht nur burch belebenbe Psiffe, sonbern auch burch allerlei Anweisimgen zur Organisation zu förbern." Em junger Arzt eilte zu einem Verwunbeten; sofort würbe mit Fingern auf ihn gebeutet: „Der ist ein Jungliberaler" hieß es und ein Bombardement von Stein- krügen wurde alsbald gegen ihn eröffnet. 3>ie angebliche Kuellrcdc des Kaisers vor Gericht. Wir haben bereits in unserem heutigen Morgenblatt das in diesem Prozesse gefällte Urteil mitgeteilt. Es interessieren jedoch auch die folgenden Angaben über den Verblauf der Verhandlung und die näheren persönlichen Umstände der Auge klagten. Geh. RechnungSrat Steinbach ist 1843 geboren. Er hat den letzten Krieg als Jutendanturrat mitgemacht und ist mit bem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, worden. Er sagt u. a. aus: Am 7. Dezember v. I. würbe im Lokal von Menzel die Frage aufgetoorfen, welchen Kummer es Seiner Majestät bereiten müsse, wenn einmal ein Full wie in Instar bürg, im 1. Garberegiment Vorkommen würbe. — Bors,: Sie sollen zum Schluß, als sich die Herren trennen wollten, gesagt haben: Bleiben Sie doch noch, ich Hube Ihnen noch etwas Interessantes zu erzählen. — Angell.: Dessen vermag ich mich nicht zu erinnern. Ich muß erklären, daß ich weder die Offiziere im allgemeinen noch int speziellen im Äuge gehabt habe. Eine Ahficht, wie sie mir unterstellt wird, habe ich in keiner Weise gehabt. Der Angeklagte. St e i-n, ber damalige Mitverleger der „Potsb. Zgt.", hat den Artikel inhaltlich in die Zeitung gebracht. Er. erklärt, die Mitteilung fei seiner Zeitung anonym zugegangen. Er, habe deshalb fein Bedenken bei ber Veröffentlichung getragen, als er dieselbe Sache schon abends vorher genau so habe im Cafe Sanssouci erzählen hören. Das Manuskript konnte noch mit genauer Not in die betreffende Nummer aufgenommen werden. Er habe nur seine Pflicht erfüllt. Er giebt zu, den damaligen Chefredakteur und Mitinhaber Berger nicht mehr gefragt zu haben. Der Angeklagte Groll ist verantwortlicher Redakteur für ben Allgemeinen Teil der „Potsd. Zkg." — Angell.: Ich hatte keinen Zweifel, daß bie Nachricht nicht richtig ge- wesen wäre. Reben des Kaisers waren nicht ungewöhnlich Beleidigung der beiden Offiziere lag mir völlig fern. Zeuge Berger giebt an: Es wäre Sache bes Herrn Stein gewesen, mich sofort zu benachrichtigen, nachdem die Notiz eingegangen war. Mit meinem Wissen und Willen wäre bie Mitteilung nicht in die Zeitung gekommen. Großes Interesse hat die Vernehmung des Kommandeurs des 1. Garberegiments, des Obersten Frhrn. von Plettenberg. Se. Majestät kam sehr häufig unangesagt nach der Kirche ins Kasino. Alt bem in Betracht kommenden Tage waren zu s all kg gerade zehn Herren an» wesend. Ich war im Dienstanzug, weil ich nach dem- Neueit Palais mußte. Tas hat vielleicht zu der Auffassung Anlaß gegeben, als ob es sich um eine dienstliche Angelegenheit handle. Von den in der Zeitung berührten Fragen ist überhaupt nicht mit einem Wort die Rede gewesen. Soviel ich weiß, war Leutnant von Goßler überhaupt nicht anwesend. Lt. v. Kessel kam erst im letzten Augenblick. Auch bie Väter beider Angeklagten waren nicht anwesend. Jedenfalls hat Majestät auch den Leutnant v. Kessel nicht angesprochen. — Vors.: War vielleicht'in früheren Monaten etwas Aehnliches vorgelommen? — Zeuge: Niemals. Ich habe auch die Leutnants von Goßler und Kessel gesprochen: Es ist völlig ausgeschlossen, daß etwas ähnliches passiert sein kann. Garnisonverwaltungs-Kontroleur Winter: Er sei am Abende des 1. Dezember 1901 im Restaurant Menzel gewesen. Geh. Rat Steinbach habe erzählt: 'Se. Majestät sei heute nach beendetem Gottesdienst in der Garnisonkirche in Husaren-Uniform in das Offizierkasino des Ersten Garde- Regiments gegangen und habe sich dort den Offizieren gegenüber sehr miMllig über das Duell geäußert; ganz besonders zwei jungen Offizieren gegenüber gesagt: er würde, wenn ein Offizier sein Duellverbot nicht befolgte, denselben ohne weiteres mit schlichtem Abschied entlassen, auck) wenn der Vater desselben sich bie höchsten Verbienste erworben hätte. — Vors.: Hat Steinbach Namen genannt? — Zeuge: Soweit ich mich erinnere, ist bies nicht geschehen. — Kassierer Oehlhardt: .Er sei ebenfalls im Restaurant Menzel gewesen. Steinbach habe erzählt: Ter Kaiser habe im Offizier-Kasino des 1. Garderegimeuts sich gegen die Leutnants von Goßler unb von Kessel sehr mißfällig über bie Bemerkungen betreffs bes Duells geäußert, und dabei auf die Jugendlichkeit der beiden Offiziere hingewiesen und zu ben anwesenden Reserve-Offizieren gesagt: M. H., Sie sind zumeist Juristen, sorgen Sie in Ihren Kreisen dafür, daß der Duellunfug anfyöre. Steinbach hatte ferner gesagt: Mein Sohn HanS, ber Referendar sei, habe ihm das erzählt." — Vors.: Können Sie bas, was Sie jetzt gesagt haben, mit gutem Gewissen beschwören? — Angell.: Gewiß. Ter Staatsanwalt beantragte gegen Stein sechs Monate, gegen den Redakteur Groll vier Monate unb gegen Geh. Regieruugsrat Steinbach zwei Monate Gefängnis. Tie Verteibiger Plaid irren für Freifprechung ber Angeklagten ober milbe Gelbstrafen. Deutsches Deich. Berlin, 12. März. Ter Kaiser besichtigte heute vormittag in Wilhelmshaven nochmals eingehend die Werft unb später den Neubau des Offizierkasinos. Mittags nahm der Kaiser an der Frühstückstafel beim Admiral Thomsen teil. Das Linienschiff „Kaiser Wilhelm II." mit dem Kaiser an Bord ist bann unter dem Salut der Geschütze in Begleitung des Kreuzers „Hela" unb zweier Torpedoboote nach Helgoland in See gegangen und dort am Abend eingetroffen. — In einem von heute aus Wilhelmshaven datierten Kaiserlichen Erlaß wird dem ersten, zweiten und dritten Seebatainou zur bleibenden Erinnerung an die kriegerischen Ereignisse in China daS Fahnenbanb ber China - Denkmünze verliehen. In dem Erlasse spricht ber Kaiser den Bataillonen das Vertrauen aus daß dieses besondere Zeichen seiner kaiserlichen Gnade denselben em Ansporn sein werde, sich feilte Zufriedenheit in alle Zukunft zu bewahren. — In Cuxhaven fit das Schulschiff „Charlotte" mit dem Prinzen Adalbert an Bord heute nacht wvhl^ behalten eingetroffen. — Der „Post" ßuvolge wird der Reichskanzler Gras Bülow seinen bicgjcüjrigen Osterurlaub in Italien verbringen und etwa am 28. d. M. Berlin verlassen. — Die ,FÄln. Ztg." meldet aus Berlin: Im militärischen Kreisen hält man die Nachsicht, nach welcher Prinz Friedrich Leopold von Preußen demnächst das Kommarxdo über eins der neu zu besetzenden Armeekorps erhalten soll, für thatsachlich unbegründet und vollständig unwahrscheinlich. Die Neubesetzung der zahlreichen hohen militärischen Stellen wird, wie alljährlich, zum 22. März erwartet. — Im Namen Kaiser Wilhelms geschahen, dem „B. T." zufolge, dieser Tage Schritte, um die Erhebung des Erzbischofs Sim ar von Köln zum Kardinal zu beschleunigen. Die Angelegenheit, die dem Kaiser persönlich sehr am Herzen liege, wiä> auch vom Kardinal Kopp unterstützt werden, der im April in Rom eintrifft. Die Ernennung des neuen deutschen Kardinals erscheint namentlich im Hinblick auf ein künftiges Konklave geboten. — Der Militärschriftsteller Fritz H o e n i g ist heute früh in Halberstadt gestorben. — Eine außerordentliche Ehrung durch den Kaiser erfuhr der Postassistent Otto Finger ans Frei- burg i. S. Finger nahm seinertzeit als Einjahrig-Freiwilliger der Marineinfanterie an der Besitzergreifung von Kiautschou teil tu.nd wurde später nach Rückkehr in die Heimat wieder nach Tsingtau berufen, woselbst er noch jetzt weilt und mit der Einrichtung von Telegraphenlinien beschäftigt ist. Für „seine großen Verdienste um das Auslandswohl des Deutschen Reiches" hat ihn jetzt der Kaiser zum Leutnant der Reserve der Marine-Infanterie befördert. — Der „Nat.-Ztg." zufolge ist in hiesigen unterrichteten Kreise ix nichts davon bekannt, daß die Regierung den Zolltarif-Entwurf zurückziehen will. — Der Antrag der preuß. Konservativen und des Zentrums über die Erhöhung der Getreidezölle hegt nunmehr gedruckt vor. Er ist unterzeichnet von 142 Konservativen und von 90 Mitgliedern der Zentrumsfrak- tion. Das ist die Mehrheit des Abgeordnetenhauses. Der Vorsitzende des Rheinischen Bauernvereins, Graf v. Spee, hat den Antrag unterzeichnet. Von Zentrumsobgg. hoben den Antrag nicht unterzeichnet: Gras v. Ballestrem, Breuer, Cahensly, Faltin, Hodler, Letocha, Dr. Lieber, Stützet, Dr. Am Zehnhoff. Freiherr v. Wangenheim hat ebenfalls nicht unterzeichnet. Ausland. Stockholm, 12. Mrz. Die Regierung legte einen Gesetzentwurf vor betr. die Ausdehnung des politischen Stimmrechts. Hiernach soll jeder, der das 25. Lebensjahr erreicht hat, das kommunale Stimmrecht ?>aben, ausgenommen diejenigen, welche staatliche oder ommunale Steuer in den letzten zwei Jahren nicht bezahlt haben, sowie Wehrpflichtige vor Ablauf der Dienstzeit. Verheiratete Personen und solche über 40 Jahre sollen zwei Stimmen haben. Paris, 12. März. „Echo de ParLS" berichtet aus London, im englischen llnterhause sei gestern davon die Rede gewesen, daß der deutsche Kaiser aus diplomatischem Wege versuche, den Präsidenten Loubet zu bewegen, gelegentlich dessen Reise nach Rußland Deutschland zu berühren. (?) Das Blatt bemerkt hierzu, es wäre von hoher politischer Bedeutung, wenn sich Kaiser Wilhelm auch nur eine Minute mit dem Präsidenten Loubet aus deutschem Boden unterhalten würde. Madrid, 12. März. Der Finanzminister llrgaiz erklärte, daß bei seinem Scheiden aus dem Amt das Schatzamt über genügende Mittel verfüge, um den Aprilcoupon der auswärtigen Schuld einzulösen und daß er zwei mit der Bank von Spanien geführte Kreditkonti in Höhe von 100 bezw. 50 Millionen beglichen habe. Der Minister glaubt, daß die Krisis sich aus einen Wechsel in der Pechön des Finanzministers beschränken werde. — Zwischen den Senatoren Lanchez und Almarez kam es gestern abend infolge eines Wortwechsels zu Thä t- lichkeiteu. Es fand ein Zeugenaustausch statt. Infolge der Bemühungen des Senatspräsidenten ist der Konflikt auf gütlichem Wege beigelegt worden. Rom, 12. März. Ter Pap st empfing heute den preußischen Gesandten Freiherrn v. Rotenhan, welcher Handschreiben der Großherzöge von Baden und Hessen überreichte. B u d a p e st, 12. März. Der Unterrichtsminister erklärte heute in Beantwortung einer Interpellation, daß ergegendieAbschaffungdesdeutschenSprach- unterrichts in den Kommunalschulen im Sinne der Gesetze nichts thun könne . An allen Mittelschulen jedoch werde dieser Unterricht unbedingt aufrecht erhalten. Lemberg, 12. März. Polenblättern zufolge wurde infolge der Weigerung polnischer Gymnasiasten in Lublin in der Kathedrale die russische Zarenhymne zu fingen, eine Untersuchung eingeleitet wegen des Verdachts einer geheimen Organisation der Gymnasiasten. Ferner sind zwei polnische Hörer reichsdeutscher Anstalten verhaftet, die in die T h o r n e r undPo jener Schüler- Prozesse verwickelt waren, aber infolge ihrer Abreise nach Lublin und Lodz von den preußischen Behörden nicht mehr verhaftet werden konnten. Ion der Niederlage <£oxb Metyuens sind außer den schon mitgeteilten Taten fernere Einzelheiten von Lord Kitchener nicht berichtet worden. In London scheint man geneigt zu sein, den Grund der verschiedenen Mißgeschicke, welche die englischen Truppen in letzter Zeit betroffen haben, in einer Ueberlastung Kit- cheners zu suchen. Dort verlautet, Kitchener solle der administrativen Arbeit, die ihn an persönlicher Führung der Truppen sehr behindert, zum Teil enthoben werden, wodurch chm ermöglicht werden soll, sich an die Spitze eines großen, berittenen Armeekorps zu stellen. Seine Operationen sollen sich dann hauptsächlich gegen de Wet richten. Kitcheners Verlustliste giebt keine Aufklärung über 326 von Riethuens 1200 Mann. Es gilt als selbstverständlich, daß gegen Methuen, sobald er seine Freiheit wiedererlangt hat, eine militärische Untersuchung eingeleitet wird, und daß er kein Kommando wieder erhält. An der Londoner Börse wurde gestern das Gerücht wiederholt, daß die Kolonne des Obersten Green- fells, der sich mit der Kolonne Methuens vereinigen sollte, ebenso von Delorey angegriffen und nieder- gemetzelt wurde. Es entstand deshalb an der Börse eine Panik, doch ist das Gerücht auch heute noch nicht bestätigt. Auch in Amsterdam zirkulieren Gerüchte von eurer neuen englischen Niederlage am 10. d. M. Es heißt jetzt, Dewet und Steijn überschritten vor zwei Tagen die Haupteisenbahnlinie, fünf Meilen nördlich von Wolvehoek, auf dem Marsche nach Westen. Wie verlautet, hat Kitchener um sofortige Absendung von 5000 Mann berittener Truppen gebeten. Krüger erhielt zahlreiche Glückwunschtelegramme aus Deutschland, Rußland, Frankreich und sogar aus den Vereinigten Staaten. Das belgische Unterstützungskomitee für die Buren sandte dem Präsidenten ein Glückwunschtelegramm, worin der Wunsch ausgesprochen wird, er möge Lord Methuen hinrichten lassen, falls Kru- itzinger von den Engländern erschossen werden sollte. Aus"bludt und Laut. Gießen, 13. März 1902. - Das Regierungsblatt Nr. 10 enthält: Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber durch die Stadt Bad-Nauheim betreffend. * * Gewerbliches Schutzwesen. Die Mitbenutzung eines Gebrauchsmusters ist straffällig, wie folgender Fall beweist: Wegen Verletzung eines Gebrauchsmusters war die Verurteilung ausgesprochen, weil der Beklagte seine ihm als Gebrauchsmuster geschützte und mit besonderer Einrichtung am Oberteil versehene Leiter mit einer am Fuße der Leiter angebrachten einem Anderen als Gebrauchsmuster geschützten Feststellvorrichtung versehen hatte. Aufklärung jim gewerblichen Schuhwesen erteilt das Patentbureau Sack in Leipzig. * * Der Kinematograph auf Oswaldsgarten hatte sich gestern eines recht regen Besuches zu erfreuen, was gewiß der beste Beweis für die Güte dessen ist, was er bietet. Und wenn sich das, was er leistet, auch nicht mit den in unseren großen Städten gezeigten Kinematographen messen kann, so kann man denen, die eine solche Vorführung noch nicht gesehen haben, seinen Besuch immerhin empfehlen. ** Hessen und der deutsche Schulverein. Die in einer Interpellation im öftere. Abgeordnetenhaufe (vgl. unser gestriges „Ausland") zum Ausdruck gebrachte Behauptung, die hessische Regierung habe dem Deutschen Schulverein 200 000 Mk. für deutsche Schulzwecke inOesteü- reich zur Verfügung gestellt, ist nach unseren Erkundigungen salsck. Bekannt ist dagegen, daß unser Großherzog, der seit langen Jahren Mitglied des Schulvereins ist, an denselben auch im letzten Jahre seinen üblichen Beitrag von 50 Mk. abgesührt hat. Da in letzter Zeit schon ähnliche Enten an der Donau aufgeflattert sind, so wird man in der Annahme nicht fehl gehen, daß wir es hier mit der Thätigkeit einer planmäßigen Dreibundfeindlichen Agitation zu thun haben; von amtlicher wie nichtamtlicher Seite sollte man diesen interessanten Spuren näher nachgehen. ** Wernin g'sche Kriegsfestspiele. In der gestrigen Sitzung des Gefarntausschusses wurde die Schlußrechnung über die kürzlich veranstalteten Kriegsfestspiele vorgelegt. Der Rechnungsprüfungsansschuß beantragte auf Grund der vorgenommenen Prüfung, dem Rechner Entlastung zu ertellen; dementsprechend wurde beim auch beschlossen. Die Einnahme betrug Mk. 8406,33, die Ausgabe Mk. 5525,56 Mark. Zuzüglich der inzwischen erwachsenen Bankzinsen und einiger Geschenke kommen Mk. 2934,60 zur Verteilung. Jedem Verein wurden Mk. 733,65 bar ausbezahlt. Von dem Kriegervereine sind aus dem chm überwiesenen Betrag bereits Mk. 90, von dem Veteranenverein Mk. 100, von der Kriegerkameradschaft Mk. 12 zur Unterstützung verwendet und die Ausgaben vorlagsweise aus der Vereinskasse bestritten worden. ch. Lollar, 12. März. Zur Feier eines seltenen Festes hatten sich die Kameraden des Veteranen- u. Kriegervereins „Ludwig zur Treue" am Dienstag abeud im Vereinslokale zahlreich versammelt. Galt es doch, das 25- jährige Amtsjubiläum unseres tüchtigen und beivährten Vereinsrechners, Polizeidieners Karl Schmidt III. würdig zu begehen. Der 1. Vorsitzende Heibertshaufen eröffnete die Feier mit einer Begrüßungsansprache und dankte für die rege Beteiligung. Bezirksvorsteher Bruchhäuser- Gießen überreichte sodann nach einer markigen Ansprache dem Jubilar ein von dem Hassiapräsidium gestiftetes Ehren- diplom für langjährige treue Pflichterfüllung im Amte und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog. Der Jubilar dankte für die ihm erwiesenen Ehrungen und gelobte, auch in Zukunft seine Pflicht als Vereinsrechner voll und ganz erfüllen zu wollen. Jn- genieur Feller sprach darauf dem Jubilar Dank aus für die großen Opfer, die er in den 25 Jahren dem Vereine gebracht, und schloß mit einem Hoch auf ihn. Sodann wurde ein Glückwunschtelegramm des Ehrenvorsitzenden M. Baumann -Köln verlesen, an der ein von Bürgermeister Nies verlesenes, von sämtlichen Anwesenden unterzeichnetes Dankschreiben abgesandt wurde. Bürgermeister Nies betonte ganz besonders die großen Verdienste, welche sich Bezirksvorsteher Bruchhäuser für das Kriegervereinswesen erworben habe, und brachte ihm ein Hoch aus. Singen patriotischer Lieder und die schönen Klaviervorträge des Veteranen Neuhahn verschönten die Feier bedeutend und so werden diese frohen Stunden den Kameraden gewiß recht lange in der Erinnerung bleiben. E. Wißmar, 13. Febr. Unsere Gemeinde beabsichtigt, ein Elektrizitätswerk zu errichten. Auf Veranlassung einiger Interessenten hielt am Sonntag Ingenieur Muhlert aus Gießen vor einer stark besuchten Versammlung im Saale des Gastwirt Schneider einen Vortrag über die Versorgung ländlicher Ortschaften mit elektrischer Energie. An der Hand von Zeichnungen und Bildern erläuterte er die zur Licht- und Krafterzeugung erforderlichen Maschinen und Apparate, und deren Verwendbarkeit. Der Preis für die Kilowattstunde ist vorläufig mit 50 Pfennig angesetzt, es ist aber Aussicht vorhanden, daß fiel) dieser Preis noch ermäßigt; die Lampenbrenn- stunde einer 16 fertigen Glühlampe kostet etwa 1,5 Pfg., der Kraftbetrieb etwa 20 Pfg. Die Ausführung des Werkes wurde Herrn Muhlert übertragen. el. Laug-Göns. 12. März. Gestern feierten unser langjähriges Gemeinderatsmitglied und jetziger Ortsgerichtsmann Frey und seine Ehefrau im Kreise ihrer Familienangehörigen das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Viele Glückwünsche und Geschenke liefen bei dem Jubelpaare ein. Der Großherzog verlieh ihnen fein Bild mit eigenhändiger Namens Unterschrift. Die Feier sand durch ein kleines Festmahl ihren Abschluß. Auch wir wünschen dem Jubelpaare, daß es ihm vergönnt fein möge, noch manches Jahr miteinander in der herzlichen Liebe, die es bisher vereinte, zu verleben. -e- Bad-Nanheim, 12. März. Die Million cn - An - leihe unserer Stadt ist nunmehr vom Kreisamt Friedberg, sowie vom Ministerium in Darmstadt genehmigt worden. Die Gelder, welche von der Million jetzt noch nicht benutzt werden, sollen eine verzinsliche Anlage finden. Es dürste sich aber bald Verwendung dafür finden. Auch die Errichtung einer zw eiten Apotheke ist nunmehr sicher; diese wird freilich erst am 1. Januar 1903 im Schulhaus eröffnet werden, das inzwischen durch den großen Schul-Neubau frei wird. Gemäß einem Ansschreiben des Ministeriums wurde» für die Nauheimer Volksschule Schulärzte angestellt. ■— Die Eröffnung des neuen Friedhofes erfolgt durch eine Feier am Oster - Dienstag; es werden sich daran alle Konfessionen beteiligen. Im Gemeinderat ist man sich indessen noch nicht einig darüber, wie lange die Famlliengräber auf dem alten Friedhof noch benutzt werden sollen. Eingaben aus der Bürgerschaft verlangen eine Frist von 10 Jahren. — Hier wurde ein „Verkehrs-Bureau" errichtet, das der Verkehrs-Kommission untersteht. Diese setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Kurverwaltung, des Stadtvorstandes, des Gemeinderats, des Aerzteoereins, des Kur- und Verschönerungsvereins, des Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs und des Bürgervereins. Vom 1. April ab wird das „Verkehrs-Bureau^ im Badehaus 6 untergebracht werden. d. Nidda, 12. März. Zu dem von uns gemeldeten Gelddiebstahl in dem benachbarten Ulfa erfahren wir noch, daß der gestohlene Geldbeutel mit der Regt- mentsnummer 116 gestern in einem Reisighaufen Ijinter der Kirche leer aufgefunden wurde. Darmstadt, 12. März. Die Handelskammer Darmstadt beschloß in ihrer Sitzung vom 10. März gegen die Maßnahme der Eisenbahndirektion Mainz, den Schluß der Annahmezeit für Frachtstückgüter von 7 auf 6 Uhr abends zu verlegen, Verwahrung einzulegen, da es den Kaufleuten und Industriellen oft nicht möglich sei, die Sendungen, welche an einem bestimmten Tage abgesandt werden müßten, vor 6 Uhr abends zur Bahn zu bringen. Offenbach, 12. März. Wie die „Offenb. Ztg." hört, scheint mit der kürzlich erfolgten Verurteilung des früheren Sparkassenrechners Maier diese leidige Angelegenheit noch nicht abgetan, zu sein, da es sich, wie wir hören, neuerdings her ausgestellt hat, daß Maier bereits längere Zeit vor seiner Flucht sich Verfehlungen zum Nachteil der Sparkasse — mau spricht von 5000 Mark — hat zu Schulden kommen lassen. Die Untersuchung darüber ist noch im Gange. fc Bingen, 13. März. (Telegr. des Gieß. Anz.) Die beiden Kroaten, die dieser Tage vom Schwurgericht Neuwied zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt wurden, sind nach Mainz gebracht worden, weil sie verdächtig sind, den Raubmordversuch in Kempten (Kreis Bingen) ausgeführt zu haben. Zeugen aus Kempten haben die Kroaten bestimmt als Thäter wieder erkannt. fc. Frankfurt a. M., 12. März. Im Haufe chres Schwiegersohnes, des Kammerherrn v. Bochmer, wo sie zu Besuch weilte, starb im Alter von 59 Jahren Freifrau Dor ette v. Schenck zu Schweinsberg, bekannt durch ihre Thätigkeit als Leiterin der wirtschaftlichen Frauenschule zu Nieder-Ofleiden i. O. Frankfurt, 11. MÄH. Der Finanzausschuß der Stadtverordnetenversammlung erstattet soeben seinen Bericht über den Haush a ltsplan, der bekannllich mit einem Defizit von 190 000 Mk. abschließt. Dem Ausschuß ist es gelungen, durch Erhöhungen von Einnahmeposrtionen und Streichungen an den Ausgaben den Etat um etwa 260 000 Mark zu verbessern, sodaß man nicht, wie vorgeschlagen, unseren Ausgleichsfonds heranzuziehen braucht. Vermischtes. • Brüssel, 12. März. Die hiesige Polizei verhaftete heute Nachmittag den Mörder des jungen Mädchens, dessen geschändete Leiche vor 3 Tagen in Paris im Montmartre-Viertel aufgefunden wurde. Der Mörder heißt Dueoque und war bei einem hiesigen Freunde abge- ftiegen; bei der sofortigen Vernehmung protestierte er heftig gegen den ihm zur Last gelegten Mord. * Gin amtsmüder Herrscher. Aus Budapest wird gemeldet: Beim letzten Hosdiuer sprach Kaiser Franz Joses beim Cercle u. a. auch mit dem gewesenen zweiten Präsidenten der k. Kurie, Felix Szorda. Das Gespräch drehte sich um Szordas vor kurzem erfolgte Pensionierung. Im Laufe der Unterhaltung bemerkte der Kaiser lächelnd: „A u ch ichmöchteschon gern in b e n Ruhestand treten." Das Wort hat in Oesterreich-Ungarn allgemeines Aufsehen erregt. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Darmstädter Bank. Die Bank arbeitet im großen Stil, und hat bis jetzt eine Durchschnittsdividende 7, 5, 8 Prozent gezahlt, doch die 4 Prozent von 1901 find das magerste Resultat. Die Verluste, die das Institut im vergangenen Jahr erlitten hat, stammen hauptsächlich aus der Verbindung desselben mit Herrn Leo Hanaus Gründungen und aus dem Terlindenschen Zusammenbruch. Weiter hat die Bank Schaden gelitten durch die Rheinische Bank und durch ihre Beteiligung bei dem Bergwerk Dannenbaum. Auch das ungünstige Resultat der Commandite Robert Warschauer u. Eie. hat das Verlustkonto vergrößert. Ron dem neuen Geschäftsjahr ver- et man sich alles blute. Es wird darauf hingewiesen, daß die bereits größere Geschäfte eingeleitet hat: Wie die Umwandlung der Chotoladenfabrik Stollwerk u. A. „Auch darf man annehmen", so heißt es in einem Bericht, daß von den großen Rückstellungen, die das Institut öorgenoimnen hat, infolge der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse ein nicht unerheblicher Teil bereits frei geworden ist und man darf endlich annehmen, daß die Bank durch ihre neuen Beziehungen, durch die Neubegründung zweier Filialen und die Errichtung einer weiteren Depositenkasse einen erheblichen Geschäftszuwachs erhalten hat, der erst im neuen Jahre eigentlich mitwerbend werden wird." -- Ein vielversprechendes Geschäft ist die Fusion der Breslauer Dis- kontobank mit der Darmstädter Bank, die perfekt geworden ist. Wir haben unseren Lesern von der Thatsache bereits Mit- teillmg gemacht und sie auch von dem Wesentlichen der Bedingungen unterrichtet. Folgendes ist noch nachzulragen: Die Mk. 20 Mill., um die das Kapital der Breslauer Diskontobank gekürzt wird, zahlt die Darmstädter Bank den Aktionären der Breslauer Diskontobank and dem Liquidationserlös der Berliner Filiale zu 91 Prozent in baar aus, und zwar je zur Hälfte am 1. Juli und am 1. November. Die Darmstädter Bank nimmt eine entsprechende Kapital-Erhöhung vor und zwar soll diese Er- höhivig 20 Mill. Mk. betragen. — Preußische Eentral-Bodenkredit-Akticu-Gesellschaft. Gestern hat eine Sitzung des Verwaltungsrats der Gesellschaft slatt- gefunden, in welcher beschlossen wurde, der Generalversammlung die Verteiliiiig einer Dividende von 9 Prozent für 1901 vor- zuschlagen. $ie Generalversammlung wird auf den 15. April ein» berufen werden und vom 24. März ab der Jahresbericht zur Verteilung gelangen. Gerichtssaal. Ätanfiuri cu M., 12. März. Das Schwurgericht verurteilte beute den Fleischer Felix Eckert, der bei seiner Srsllerung zwei Schutzleute auf der Polizeiwache nut dem Messer ^verletzte, menen Widerstandes gegen die Staatsgewalt uud wegen ^odtschlags zu 13 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. Arn Gießen vertreten durch Earl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 7. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Willehad", Kapttan A. Tratte, notn Norddeutschen Lloyd in Bremen, i|t gestern 3 Uhr nad)« mittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. Neueste Wewrmgen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. S. Darmstadt, 13. März. Zweite Kammer Fort- setznng der Budgetsberatung. Ber Kap. 129, ^Z^tral- lxmwesen" werden für das Justizgedaubc in Mainz d-battelos 124 500 Mark bewilligt, desgl. für Errichtung eines neuen Justizgebäudes in Darmstadt trotz der anfangs ablehnenden Haltung des ^rnanMtsfchusses 30300 Mark als erste Rate. Für die Vergrößerung des Landeszuchchauses Mariei^chtoß werden 116 000 Mrrk be- wüligt. Für die Ausführung der elektrischen lKchtanlage im Prooinzialaruesthause zu Gießen werden 6700 M<^k bewilligt. Bei Kap. 130 werden für Anlegung neuer Grunl^ bücher 250000 Mark gefordert. Die Abgg. Leun und I o u tz bringen einen Antrag ein, nur die Hälfte zu bewilligen. Der Antrag wird vam Justizminister bekämpft und schließlich adgelehnt, wahrend die Regierungsvorlage angenommen wurde. Dresden, 13. März. Die internationale Korr" meldet aus Newyork: Tie Regierung von Mexiko bat beschlossen, in sämtlichen höheren Lehranstalten vom 1. Januar 1903 ab die deutsche Sprache neben der englischen als obligatorischen Unterrichts-Gegenstand eur- znmhren. , London, 13. Marz. Eine vom Krregsamt veroffenülchte Liste der englischen Verluste bei der Niederlage Lord MethuenS gibt folgende Zahlen an: Getötet wurden an Offizieren und Mannschaften 63, verwundet 119, gefangen genommen 204. Da 550 Mann gleich bei Beginn des Kampfes entflohen, so betragen die Verluste im Ganzen 936 Maun. Paris, 13. März. Das Blatt „Rappelt" veröffentlicht ein Telegramm aus Amsterdaul, worin mitgeteilt wird, daß eine Subskription eröffnet touib:, umDelarey einen goldenen Ehrendegen zu überreichen. M a r s e i l l e, 13. März. Zwischen englischen und französischen Matrosen kam es gestern bei einer Diskussion über Delarey's Sieg zu einer Schlägerei. Eine Anzahl französischer Matrosen wurde verwundet. Lissabon, 13. März. Tie Regierung hat einen glän- zenden Empfang für die de u t s che Kai se r Y ach t Hohenzollern in Ponta Delgada angeordnet, welchen Hafen die Yacht auf der Rückreise anläuft. Lemberg, 13. März. Der am 7. März in Warschau verhaftete Oberst Grimm hat seit 7 Jahren an mehrere westeuropuische Mächte Zeichnun gen und Mobilislernngs- plane verkauft. Bei der Haussuchung wurden Quittungen über 400 000 Rubel Honorar und 2500 Rubel bar gefunden Zwei Frauen, welche Dokumente ins Ausland zu bringen pflegten, wurden gleichfalls verhaftet, ebenso ein zweiter Offizier samt seiner Frau. Die beiden Frauen wurden.der Polizei da- durch verdächtig, daß fie beinahe unausgesetzt aus Reisen zwischen Rußland, Deutschland und Süd-Frankreich waren. Der General- st ab sch es des Warschauer Bezirks, der im Auslande auf Ur- taub war, wurde telegraphisch zurückberufen und hat seinen Abschied erhalten. Der Kriegsminister ist nach Warschau gereist. Der General-Gouverneur von Warschau General Ezortkow soll von diesem Posten abberusen werden. Petersburg, 13. März. Im Befinden Tolstois ist eine plötzliche Verschlimmerung eingetreten. In der Nacht zum 11. schlief er fast gar nicht. Während des ganzen folgenden Tages war seine Stimmung gedrückt. Eine allgemeine Schwäche macht sich bemerkbar. Der Puls war gestern Abend sehr schwach und setzte ost aus. Rew-York, 13. März. Der Dampfer „Providente'", der auf dem Missisippi regelmäßige Fahrten macht, ist gestern früh gekentert. 20 Personen, darunter 2 Passagiere sind ertrunken. — L'-1 - Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. 13. Märe. 3*/e% Reichflanleihe , . 101.75 8"/> do. ... 92.35 Konsole , . . . 101.65 3% do ...... 92.20 3*/s% Hessen .... 100.20 3% Hessen ..... —.— 4% Oesterr. Goldretne . . 103.00 4*/,% Oesierr. tiilberrente 101.60 4% Ungar. Goldrente . . 101.20 4"/ Italien Rente . . . 100.85 4‘/9% Portugies- n . . . 42.70 °/ Portngiesen. .... 28.45 1% C. Türken .... 28.10 Türkenlose......114.60 4% Uriech. Monopol -Anl. 45.40 4*/a% äussere Argentiner —.— 3u/o Mexikaner .... 26.50 4,/a /, Chinesen .... 90.80 Electric. Sol.ackert . . . 113J.0 Nordd. Lloyd ..... —.— Kreditaktien , . . . , 219.70 Diskonto-Kommandit. . . 196.50 Darmstädter Bank . . . 142.40 Dresdener Bank .... 138.40 Berliner Handelsges. . . 157.40 Oesterr. Staatsbahn . * . 146.00 Lombarden ..... 18.60 Gottharibahn ..... 169L0 Laorahütte...... 2020.0 Bochum ...... . 199.50 Harpener ...... 166L5 Tendenz: ruhig. „Henneherg-Seide“ ZW schivarz, weiß u. farbig für Blusen und Roben von 95 Pfg. bis Mk. 18.65 p. Attr. Absolut keinen Zoll zn zahlen! da die portofreie Zusendung der Stoffe durch meine Seidenfabrik auf deutschem Grenzgebiet erfolgt. — Nur echt, wenn direkt von mir bezogen! Muster umgehend. [842 Hochfeine, stilvolle l Hof-Möbelfabrik und mb • • » t Kunstsohreinerei von Einrichtungen | sä 758 Etablissement allerersten Ranges. Grossh. Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtungen Auf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner Haupt-Kollektion. MAGGI’5 ! Sotzverfteigerung FX Mittwoch den 19. März ' > Atzh 1902. vormittags 10 Ubr an- ' ' IK 16/02. Donnerstag 1902, rrachmb den 17. April ERFA 1902, vormittags 10 Uhr am fm 66 fm 13 rm 50 1. 750.— 2. 3. 1(fl>/tz Abschreibung 108.— C/2 5772.17 Gros. 2110 73 703 Täglich Rodheimer- frische XliüiniU strafte 2. 21. 2105 Vormund. 2092 BOUILLON- KAPSELN 3598.73 1598.27 10 72 Schweizer-, ESamer- Rchm-, Liwbiirzn- Sililli-, Kröilter- TtailgenküirMl- JL $ 467.17 3. 4. 5. 6. Die Mahlmühle des Heinrich Karle zu Lauter, welche sich in gutem Zustande befindet und das ganze Jahr über Wasser hat, soll nebst 20 Morgen Aecker und Wiesen Famüienverhältnisse halber auf 6 Jahre verpachtet werden. Lauter, am 12. März 1902. Heinrich Herzberger, Fichten-Stärnme und -Stangen, Eichen-Stämme und -Stangen, Schicht-Nutzholz, Buchen-Scheit und -Knüppel, Fichten-Schicht-Reiser. Passiva. Aufgenommenes Kapital Geschäftsanteil der Mitglieder Reservefonds Betriebsrücklage Warenschulden Reingewinn Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1900 Während 1901 gingen zu Während 1901 gingen ab Daher Stand der Mitglieder Ende 1901 Flur 5/461 — 1869 qm Wiese am Krofdorferweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 12. März 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. fangend, kommt in dem Pfarr- und Kirchenwald Crumbach, Pfaffenberg und Tiefenstrud folgendes Nutz- und Brennholz zur Versteigerung: Aktiva. Kaffenvorrat Warenvorrat nach Einkauf Ausstände Mobilien nach Ein vollständig arrondiertes Hofgut in Oberhessen mit 119 Morgen Ackerland und 91 Morg. Wiesen, sowie mit guten Gebäulichkeiten ist alsbald an einen tüchtigen Landwirt zu verpachten. Der Ackerboden ist gut und die Wiesen sind sehr ertragsfähig. Offenen unter a B 2091 an die Expedition dieses Blattes. Bekanntmachung. Privatier Karl Pröscher II. in Gießen, geboren am 17. September 1853 in Schotten, evangelisch, verheiratet, ist durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts vom 6. März 1902 wegen Trunksucht und Verschwendung entmündigt worden Gießen, den 12. März 1902. Großh. Amtsgericht. 2il7 ersetzt die Rasenbleiche, es wird als Zusatz zur Seife anstatt Soda nud allen sonstigen schädlichen Pulvern verwendet. Man verlange es in allen Geschäften. Niederlagen in G i e ß e n bei den Herren: die vor dem Schleenbecker Ehefrau von Grundstücke Gießen: Flur 26/114,8 A. & G. Wallenfels, Kolonialw., Markt Chr. Wallenfels, Kolonialw., Markt 17. Wrlh. Haas, Kolonialw., Bleichstraße. Gebr. Noll, Kolonialw., Bahnhofstraße. Chr. Bieker, Kolonialw., Neustadt. Niederlagen in Lollar bei den Herren: Karl Zimmermann, Kaufmann. Heinrich Geißler VI., Kaufmann, ©«r Unverlangte An er kennung. ä 12 und 16 Pfg., jede 2 Portionen enthaltend, empfehle als die besten aller einem gleichen Zwecke dienenden Präparate. Christian Wallenfels, Inh.: Albert Wallenfels, Marktplatz 17. und bezw. dessen Krofdorf stehenden der Gemarkung — 306 qm Hof- m-d Gervais empfehlen in frrscher feinster Ware zu billigsten Preisen reite aus der Weißerde, auf den obersten Riegelpsao, Bekanntmachung. Die Rechnung der Gemeiude-Krankenverficherung pro 1901 liegt während acht Tagen, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an gerechnet, zur Einsicht der Beteiligten auf dem Bürgermeisterei-Bureau — Zimmer Nr. 15 — offen. Bemerkungen zu derselben können in der genannten Zeit bei der unterzeichneten Behörde erhoben werden. Gießen, 11. März 1902. 2115 .Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 1. 2. Donnerstag den 24. April 1902, nachmittags 2 Uhr, werden die vor dem Namen des Friedrich Wilhelm Busch in Gießen stehenden Grundstücke: Flur 35 Nr. 8»/10 — 1660 qm Hosraite auf der Grün- bergerstraße, Flur 35 9b:. 86/10 — 392iH/.eo qm Grabgarten daselbst auf hiesigem Ortsgericht öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 12. März 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 2109 A. & G. Wallenfels 21 Markt 21. Telephon 46. , nachmittags 2*/r Uhr, werden aus hiesigem Ortsgericht Namen des Earl Anfang der Versteigerung zu obiger Stunde im Psaffenberg. Crumbach, 10. März 1902. Der Bürgermeister: Wagner. 2104 Versteigerung alter ZZauteite. Samstag den 15. d. M., nachmittags 4 Uhr, werden im Kreisamtsgebäude auf dem Brandplatz zu Gießen folgende noch brauchbare Bauteile unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen versteigert werden: 9 Stück Fenster mit Hausteinumrahmungen, 4 Paar Jalousieläden, 1 Flügelthüre, verschiedene Bretterthüren, 1 Holzpumpe u. 1 steinerner Wassertrog. Gießen, 12. März 1902. Großh. Hochbauamt Gießen. Neuling. 2107 das beste moderne W aschmittel. Kein Seifen-Pulver. Für Stoffwäeche. Für bunte Wäsche. Für weisse Wäsche. Spart Seife! General-Vertreter: Chr. Ludw. Thomas 2102 Liessen. Holz - Versteigerung Versteigert werden: Hch. Müller, Direktor. L. Schlund II. Hofmann, Rechner.2096 Vorzügliche MrahN-Tafkibulltr WeghmerßeigeMg. Mittwoch den IS. März d. I. wird das Planieren von co. 500 lsd. Metern Weg an der Herrn annschn eise, Disll^Junge Buchen bei Reinhardshain, sowie das Ehaussieren von 300 lsd. Metern Weg daselbst an Ort und Stelle versteigert. Zusammenkunft nachmittags 2 Uhr im Distrikt Junge Buchen auf der Kreisstraße Reinhards- Hain—Winnerod, am Anfang der Hermannsschneise. Grünberg, 12. März 1902. Großh. Oberförsterei Grünberg. Schober. 2106 des kandwkrtsch. Konsumvereins zu Kausen Eingetr. Genoffenschast mit unbeschr. Haftpflicht am 3L Dezember 1901, 685.— 1500.— 503.66 1013.91 1319.60 5772.L7 69 4 Flur 26/1143i/100 — 1121qm Grasgarten daselbst, Flur 26 1143«/^ — 185 qm Hof- raiie dasÄbst, Flur 26-114” 1#0—231 qm Grabgarten daselbst, Flur 26/252« M — 46 qm Hof- raitegruud am untersten Riegelpfad, Mur 26/251»/lo — 359 qm Grasgarten daselbst, Flur 3/85 u. 86 — 2044 qm Wiese am Krofdorferweg, Flur 3/87 u. 88 — 1812 qm Acker daselbst, Flur 3/91 — 4056 qm Acker daselbst, Flur 5/438 — 1038 qm Wiese 1) Montag den 17. März d. J. aus den Distrikten Koppe, Krummstrauch, Klösgesrod, Zichaag, Göbelnroder Tannen, Psaffenloch und Grauwinkel der Forstwartei Harbach: Stämme: 4 Eichen — l1/, fm, 302 Fichten = 148 fm, 96 Kiefern — 45 fm, 24 Lärchen = 16 fm; Derbstaugeu: 58 Fichten = 4 fm. Zusammenkunft vonnittags VrlO Uhr im Distrikt Koppe, Abt. 1 bei Göbelnrod, bei Stamm-Nr. 483. Nur das Holz im Distrikt Koppe, Abt. 1, wird bei der Versteigerung oorgezeigt. Die Nummern des zur Versteigerung kommenden Holzes sind blau unterstrichen. 2) Dienstag den 18. März d. J. aus den Distrikten Stemkaute, Beltershamer Wald, Ochsenstall, Hoherod, Aller Laag Wirberger Waldlache, Junge Buchen, Hain, Kaulhain re. der Forst- wartei Reinhardsbain: Stämme: 8 Eichen — 6 fm, 185 Kiefern — 115 fm, 3 Lärchen = 3 tm; Derbstaugeu: 23 Fichten = 2 fm Scheiter rm: 121 Buchen, 3 Birken, 14 Eichen, 397 Nadelholz^ 2 Aspen; Knüppel rm: 63 Buchen, 35 Eichen, 228 Nadelboll 3 Aspen; Rerstg rm: 90 Buchen, 39 Eichen, 336 Nadelholz- Stöcke rm: 16 Buchen, 8 Eichen, 277 Nadelholz. , . Zusammenkunft vormittags 7,10 Uhr im Tistrikt Steinkaute ber Bellersham, bet Stamm-Nr. 2562. Nur die Kiefernstämme tm Distrikt Stemkaute werden bei der Versteigerung vorqezeiat alles übrige Holl wtrd von 11 Uhr vormittags an bei Herrn Wtrt Max Becker, Bellershatn, verkauft. Die Nummern des zur Versteigerung kommenden Brennholzes sind blau unterstrichen. Grünbera, 12. März 1902. Großherzogliche Oberförsterei Grünbera. Schober. ßamemöerts-z Kronen-, ArrWücks-Käse Fromage de Brie Gießen, den 6./B. 02. Herrn L. Spuck TL, Lollar. Ich habe Jbr Fabrikat Tropelin zur Weißwäfche verwandt nd damit vorzügliches Resultat erzielt. Tropelin erspart die iasenbleiche, giebt der Wäsche einen angenehm erfrischenden Wohl- Öt wirkt desinfizierend und verleiht der Seife vorzügliche kraft. Die Wäsche gebt rasch von statten und ist Ihr Zusatz eine Lust zum Waschen für jede Waschfrau. Ich bitte um gefl. Besuch. Achtungsvoll 01044 gez. I. C. Wallenfels, Dampffärberei u. chemische Wäscherei. Wes» wäSä —g Hotel Einhorn, Freitag u. Montag 8'/. Uhr. Freitag: „Christus des Gesetzes Ende". — Wir machen ganz besonders auf diesen Vortrag aufmerksam. Eintrllt freu Pred. H. G. Baumann. Fomril hergest. aus feinstem, sterilisierteM alloholfteiem, moussier end em Apfelsaft, per Fl. 20 Pfg^ per Dtzd. 2 Mk. empfehlen 2108 Hrageser & Wayer Grüubergerstraße 27. 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