Nr. 2tt2 Erscheint täglich außer Sonnlag«. Tem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dein kesfischen Landwirt die Glehener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh f'sehen Unioers.-Buch- u.Slein- brudetet tPletich Erbens Redaktion, Erpebltton . und Druckerei: Schntstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger «letzen. ßrrnfprfd)anfdi(n6 Är 51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Freitag IS.Dezembcr lSVL vezngspret-: monatlich 75Ps., vierte?« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6ö Ps.; durch diePosl D!k.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. rlnnahme von Anzeigen für die Tagesnuminer bi« vormittags 10 Uhr. Zeiienprei«: lokal 12Ps^ auSwärt« 20 Psg. Verantwortlich für denpolit.u.allgem. Teil Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen V zeigenteil: Han« Beck. Ili, N» l ) Il» IIIIIllI! W,I GietzeimAnzeiger *J' General-Anzeiger y 'Ca7 AuS dem hessische» Staatsbudget 1903/04. Unter »direkten Steuern, Regalien, indirekten Auflagen tmd Einnahmen au8 verschiedenen Quellen — letztere insoweit sie nicht bei den einzelnen Verwaltungszweigen vorgesehen sind"—erscheinen an Einnahmen (die in Klammern bei- gefllgien Zahlen stellen die entsprechenden Voranschlagsbeträge de« EtatSjahreS 1902/08 dar): Mk. Mk. Direkte Steuern, und zwar: Einkommenskeuer. .... 8 714 794 (8466000) Vermögenssteuer 3 083 070 (3 034 091) Steuer au« dem Kondominat Kürnbach Regalien. ...... Stempel « • Erbschaft«- und Schenkungssteuer . . Hundesteuer ...... Rachtigallensteuer ..... Disziplinarstrafen Don den Verwaltungsbehörden erkannte Strafen wegen verletzter Austagenaesetze . Strafen wegen Verletzung von Gesetzen über die direkten Steuern . . . . Gebühren für auf den Steuerkommissariaten für Gemeinden rc. gefertigte Arbeiten Gebühren und Vergütungen wegen Erhebungen für andere Kassen . . Zufällige Einnahmen An Ausgaben sind vorgesehen: 186 (186) 2 500 (3 700) 2 920 000 (2 920 000) 670 000 (600 000) 830 000 (840 000) 20 (20) 14 000 (18 000) 12 000 (18 000) 38 000 (17 000) 102 000 (110 000) 51 000 (58 000) 15 000 (11 000) Steuerkommissäre, Steuerkommissariats - Assistenten und -Gehilfen 451 900 Kontrollbeamte der Lokalkassestellen .... 81 900 Bezirkskassierer rc. ..... 223 340 Untererbebet . * 141275 Pfaudmeister 19 232 ErbschastSsteueramt 16 850 Kosten der Herstellung und deS Betriebs der Stempelmarken ........ 88 000 frormulartcn . 35 000 Ausfälle, Abgänge und Nachlässe 633 310 Verschiedene sonstige Kosten ..... 8 290 Insgesamt liefern diese Steuern rc. einen Nettobetrag von 14 350 063 Mk. zur Deckung allgemeiner Staatsbedürf- nisie. Unter „Verhältnis zum Reich" sind an Einnahmen vor- gesehen: Anteil des Großherzogtums an der Einnahme des Reiches aus Zöllen und Tabaksteuern, aus Reichs- stemvelabgaben, aus der Brauntwemverbrauchs- abgabe und dem Zuschlag dazu .... (Da em Etatsentwurf über die Einnahmen und Ausgaben deS Reiches für 1903 04 noch nicht vorliegt, hat man zunächst im Anschluß an die Festsetzungen im laufenden Reichsetat hier den Betrag von 11100 000 Mk. und bei den Matriku- larbeUrägen den Betrag von 11 600000 Mk., also eine HerauSzahlung der Tiesseite an das Reich von 500 000 Mk. vorgesehen.) Vergütungen auS der Reichskasse für Kosten der Verwaltung der Zölle ...... „ Tabaksteuer „ Zuckerstener „ Salzsteuer „ Branntweinsteuer „ Brausteuer „ Wechselstempelsteiler .... „ Spielkartenstempelabgabe „ Reichsstempelabgaben .... „ Schaumweinsteuer Gebühren für außerordentliche Amtshandlungen im Zoll- unb Reichssteuerverkehr .... Sonstige Einnahmen Zusammen Mk. 11100 000 41117 15 000 50 000 13 690 170 000 207 000 4 000 9 400 5 000 24 000 26 909 5 158 11 671 274 An Ausgaben sind eingestellt: Matrikularbeiträge an da« Reich .... 11600 000 Kosten der Verwaltung der Zölle und ReichSsteuern . 668 084 Sonstige Ausgaben 19 000 Zusammen 12 287 084 Die Hauptabteilung „Verhältnis zum Reichs verlangt also einen Zuschuß au5 der Staatskasse von 616 810 Mk. Zweit- ßesstsche Ständekammer. Zur vorläufigen Beratung im Plenum in Gemäßheit des Artikels 33 und 35 der GeschäfiÄordmmg stehen: 5. Antrag der Abgeordneten Haas-Darmstadt und 44 Genossen, die Revision der landständischen Geschäftsordnung betreffend. 6. Antrag der 9Tb ga. Ulrich und Genossen, Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts mit Proportionalsystem, zum Landtag betreffend 7. Antrag der Abgg. Tr. Frenay und Genossen, Gewerbeinspektion betreffend. 8. Antrag der Abgg. Ulriche und Genossen, die Gewerbeinspektion betreffend. 9. Antrag der Abgg. Ulrich und Genossen, Vertretung der Arbeiterschaft im Großherzoglichen Ministerium betreffend. 10. Antrag der Abgg. Tr. Frenav und Genossen, Versicherung gegen Hagelschlag betreffend. 11. Antrag der Abgg. Tr. frenay und Genossen, die Einguartierungslasten betr. 12. Antrag der Abgg. Häusel und Genossen, die Abänderung des Artikels 61 des Gesetzes vom 26. Juni 1884 über die Enteignung von Grundeigentum betreffend. 13. Antrag der Abgg. Ulrich und Genossen, Beseitigung der Hoch^ wassergefahr in den Gemeinden Bürgel und Rumpenheim betreffend. 14. Vorstellung des Gemeindevorstandes zu Bürgel, die Beseitigung des Hochwasferschtauches zwischen Bürgel und Offenbach betreffend. 15. Vorstellung einer Anzahl Einwohner zu Wörrstadt, Gewährung einer Entschädigung für die infolge eines entdeckten Reblausherdes in der Gemarkung Sulzheim getroffenen Maßregeln betreffend. 16. Vorstellung einer Anzahl Oberlehrer, Regelung ihres Besoldungsdienstalters betreffend. 1/. Vorstellung der „freien christlichen" (deutschkatholischen) Gemeinde in Mainz, die Vertretung im Schulvorstand der Stadt Mainz betreffend. 18. Vorstellung der Kreisamtsdiener des Gooßherzogtums, Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse betreffend. 20. Antrag der Abgg. v. Brentano und Genossen, die Entschädigung unschuldig Verhafteter betreffend. 20. Antrag der 9lbgg. Molthan und Genossen, die strafrechtliche Verfolgung von Veranstaltungen trügerischer Ausverkäufe betreffend. 21. Vorstellung des Melchior Thomas zu Nieder- Saulheim, Rechtsverweigerung betreffend. 22. Antrag der 9lbgg. Pennrichs Molthan und Genossen, daS Stempelsteuergesetz betreffend. 23. Antrag der 9f6gg. Ulrich und Genossen, Beseitigung der Stempelstebühren und Einführung einer höheren Progression bet der Einkommensteuer und einer entsprechenden Progression bei der Vermögens^- fteuer betreffend. 24. Vorstellung des Heinrich Hartmann IV. in Külienhain, Rückersatz zu Unrecht bezahlter Hundesteuer betreffend. 15. Vorstellung der Großherzog- lichen Psandmeister, Bewilligung eines fixen Gehaltes und Zuführung der Beitreibungsgebühren zur Staatskasse betreffend. 26. Antrag der Abgg. Tr. Schmitt und Genossen, Aufhebung der Brückengelder betteffend. Ausland. Wien, 11. Dez. Der Kaiser ist heute zum ersten Male nach seiner Krankheit wieder aus der Hofburg erschienen. Nachmittags kehtte der Kaiser nach Schönbronn zurück, wo er den größten Teil deS Winters zuzubringen gedenkt. Bern, 11. Dez. Die Bundesversammlung be- stättgte für die weitere dreijährige AmtSperiode die bisherigen BundeSräte Deucher-Thurgau, Brenner-Basel, Müller-Bem, Comtesse-Neuenburg und Ruchet-Waadt, sämtlich radikal, Zump-Luzem katholisch-konservativ, und wählte neu an Stelle des verstorbenen Hauser-Zürich den Direktor des (Sen« tralamtS für den internationalen Eisenbahntransport in Bern, Forrer-Wintetthur, radikal. Zum Bundespräsidenten für das Jahr 1903 wurde Deucher gewählt, zum Vicepräsidenten des Bundesrates Comtesse. London, 11. Dez. Seit gestern ist Europa mit Australien durch eine telegraphische Linie direkt verbunden. Das neue Kabel, welches über Kanada geht, wurde gestern dem öffentlichen Verkehr übergeben. Die Wotttaxe beträgt drei Mark. London, 11. Dez. Dem „Daily Chronicle" wird auk Mo ntr ea l gemeldet, daß die neuen Stahlwalzwerke in Sault Sie. Marie haben schließen und ihre 500 Arbeiter entlassen müßen, weil die Werke nicht mit den importierten deutschen Schienen konkurrieren können. In Kanada seien in diesem Jahre deutsche Schienen für über eine Mill. Sterling eingefühtt worden. Man glaube, das kanadische Parlament werde in der nächsten Session einen Zoll auf Schienen legen. Petersburg, 11. Dez. Aus Anlaß des 25. Gedenktages der Uebergabe von Plewna richtete der Kaiser an den Generalfeldmarschall Großfürsten Michael Nikolajewitsch und den ehemaligen Kriegsminister Miljutin ein Schreiben, in welchem er in wärmsten Motten seiner Dankbarkeit Ausdruck giebt. — Bei der jetzt zum ersten Male abgelegten Schlußprüfung bestanden 111 Damen das medizinische Staatsexamen. Konstantinopel, 11.Dez. Sämtliche Botschafter verständigten den Minister deS Aeußem, daß sie die für die europäischen Provinzen verkündeten Reformen, ttotzdem dieselben unzureichend seien, zur Kenntnis nehmen und deren pflichttreue und gewiffenhaste Durchführung fordern, damit der Türkei im kommenden Frühjahr schwere Unannehmlich. Teilen und die dann unausbleibliche Kontrolle der Groß- möchte erspatt bleiben. Aden, 11. Dez. Reuters Bureau meldet auS Garrero vom 4.Dezember, eS gehe das Gerücht, das aber nicht veri- siziett werden könne, daß der Mullah während deS Gebets durch einen Lanzenstich in den Leib ermordet worden sei. Ans Stadt und Land. Gießen, den 12. Dezember 1902. ** Gedenktage. Am 12. Dezember 1766 starb in Leipzig der Dichter und Grammatiker Johann Christoph Gottsched, der sich berufen fühlte, über alle poetischen Erscheinungen zu Gericht zu sitzen. Als Professor an der Universität zu Leipzig gründete er dort eine kritische deutsche Zeitschrift, die unter dem Namen „Die oemünftige Tablerin" lange Jahre bestand. Gottsched war geraume Zeit der gefeierte Kunstrichter deS Nordens, sein Urtext galt als unfehlbares Gesetz deS Geschmackes, bis endlich Lessing seine Autorität und angemaßte Diktatur in Stücke schlug, als er Klopstock verhöhnte. — Eine Angelegenheit von gesundheitlicher Be- deutung und allgemeinem Interesse soll in Berlin polizeilich geregelt werden. ES handelt sich dabei um die Erzielung Feuilleton. • Gustav Freytags „Journalisten" wurden anläßlich des 60jährigen Jubiläums des Werkes auch im Leipziger Stadttheater aufgefühtt. Die Aufführung wurde eingeleitet durch einen Prolog Oskar Blumenthals, den Herr Oberregisseur Geidner sprach. Es sind hübsche Gedanken in anmütiger Form, die Blumenthal hier bietet. Die Zeitung vergleicht er mit einem Gatten — wir geben die Stelle hier wieder: , Es gleicht die Zeitung einem bunten ©orten; c>n (einen Wipfeln muntre Vogelstimmen, Und ans den Beeten sprießt ein Blumenflor ein tmdenbfarbiqem Vielerlei empor. Tas ist ein täglich wechselndes Entfalten. Das quillt und treibt und sprießt aus allen Spalten, Auch Unkraut wuchert Üppig zwischen durch . . . Ter Sauerampfer fehlt nicht und der Giftpilz. . . Das drängt sich ein - man muß eS eben leiben; Wer kcmns in einem bunten ©orten meiben ? Doch welcher Ton auch ber Bettunfl schwingt, Unb was sie Gutes, was sie Arges brmqt, Die SN.nbe übt ihr M amt an bet Sttmbe Unb jebes Schaffens Prüfstein ist bis Zett. Das eine berft sie mit Vergessenheit, Das anbre trägt sie fort oon Tlunb su Munde, Unb ob auch manches Wort zu rasch verklingt Es bleibt bie Wirkung, bie es ernst entzunbet — Gleichwie ber Regen, ben bie Flur verschlingt, Sich in ber Saaten Fruchtbarkeit oerfunbet An anberer Stelle läßt er den Dichter selbst reden: Mir ist's, als trat* er selbst in unsre Mitte . . . Vor Euch, des Werks empfängliche Verehrer, 911« feines Lustspiels Künder unb Erklärer Ich lausche ehrfurchtsvoll zu ihm empor Unb wie ein leiseß Mahnen trifft« mi :n Ohr: „Mein Lustspiel soll ein Bilb be§ Kampfes sein. Denn nur in Kämpsen kann bie Kratt gebeih'n Rur falsche Muhmenweisheit rät Euch an, Das kampsbegierige warme Blut zu meistern. Wen heute nichts im Kern ergrimmen kann, Den wirb auch morgen nichts im Kern begeistern. Trum wenn am Geist sich messen will der Geist, Sei vor ber Zeit ber Trieben nicht gestiftet — Rur baß Gerechtigkeit bie Losung heißt! Nur baß bie Waffen rein unb unvergiftet! Unb fragt Ihr, wessen Schlachtgenoß ich bin, So hort mein Werk mit ausgeschloss'nem Sinn. Es trägt Eilch in bie Zeit, ba ber Parteikamps Geführt worb wie ein ritterlicher Zweikampf. Tie Schmetter waren stahlhart unb gewetzt, Doch nicht in Giit unb Bitterkeit geätzt. Ihr sehts an meiner Dichtung frohem Ende: Versöhnte Gegner reichen sich bie £>änbe, Die zwar bie Waffe schonungslos geführt, Doch nie ben Staub ber Straßen aufgerühtt, Unb bie sich finben nach bes Kampfes Wenbe. Gerecht w fein auch in erhitzten Sttmben, Im Gegner nicht ben Menschen zu verwunben, Roch eblem Streit ein brüberlich Verzeih'n — Das birgt mein Werk in seinem tiefften Kerne! Unb barum mög' es Euch ein Mahnruf fein, Damit bas Heute von bem Gestern lerne!" — Die bieSjähnge JahreSgabe ber Goethe-Gesellschatt, bas »lnvollenbete © e b i ch t Schiller? „Deutsche Größ e" (1801) ist soeben in einer vortrefflich ausgesühtten Nachbilbung ber Hanbschrift, herousgegeben unb erläutert von Bernhard Snphon, erschienen unb ben Mitgliebern zugegangen. Die brei Blätter gelblichen Büttenpapiers hängen zusammen, so baß man neben bem Tertabbruck imftanbe ist. bie Folge ber Verse, bie am Ranbe bes Entwutts in Prosa stehen, zu fontrolieren unb ber k-iiische Leser sich auch eine nnbere Folge ber Bruchslücke auf ben einzelnen Blättern herstellen kann, al« Hofrat Suphon im Ein- verstänbnis mit Ernst von Wilbenbruch anqeorbnet k)-tt. Tie Hanb- schritt zeigt überall ben gewaltigen, statten, gewissermaßen begeisterten Schwung bes Lchlller'schen Tuclu«, Streichungeu Aen- berunqen, hoppelte Wenbnngen lasten uns einen belehrenben Blick in bie Werkstatt beS Genius thun. Vielfach hat Schiller einen Teil ber neben bem Profaentwuf (ber offenbar bie erste Rieberfchritt bietet) stehenben Verse mit ftebernber $>anb schnell ausgeführt, dann aber, wo^fhn ber Flug ber Gebanken die postenbe Form nicht gleich finben ließ, nur schnell ein sich bem entsprechenben vorher- gehenben Verse paorenbes Reimwott hingeschrieben. Gegen End« finben sich einige Strophen vollstänbig ausgesührl: Schwere Ketten brückten alle Völker auf bem Erbenballe Als ber Deutsche fie zerbrach, Fehbe bot bem Vatikane, Krieg ankünbigte bem Wahne, Ten bie ganze Welt bestach. Höhern Sieg hat ber errungen Der ber Wahrheit Blitz geschwungen Der bie Geister selbst befreit, Freiheit ber Vernunft erfechten Leiht für alle Völker rechten, Gilt für alle ew'ge Zeit. Ein Beispiel traqmentarischer 9ht§fü6ntnft ist da? folgende, wo bie zusammengehörigen Reimpaare nicht zur Ausführung gekommen sind: Deutschlands Majestät unb Ehre Ruhet nicht auf bem Haupt seiner Fürsten. Stürzte auch in Kttegesflammen Deutschlanbs Kaiserreich zusammen, Deutsche Größe bleibt bestehn. Daneben, zu späterer Einfügung in die Strophe heißt es: „Wohnt auf feiner Bürger Haupt". Man muß Bernharb Suphon aufrichtig bankbar sein, baß et unsere Kenntnis bes nationalen Dichter? auf biefe Art bereichert hat, unb es wäre zu erwägen, ob nicht biefe gewaltigen Gebcmkenguabern Schillers, vielleicht nur bie fertigen Strophen, mit seinen populären Gebichten in unsere für bie Iugenb bestimmten Schillerausqaben aufzunehmen sinb, nachbem fie so lange in Goebekes großer kritischer Ausgabe unbeachtet blieben. Pietro Mascagui hat ungeachtet der zahllosen Wiberwär- tigfetten, die ihm de-' seiner amerikanischen Tournöe begegnet sind, ge- «Lieven gebrachte Kranke kommen. ' — Cefterreich war bisher da- einzige Land, ii l Doktorand noch geduldet wurde, anderwärts em er» Lir grün bet erscheine iVflcüein der lit mionberbeit im nun doch, dav das iamoie Xueldien von etilen und hochftapleii cheit Helionen nur zu iaüchen Vorspiegelungen benutzt wurde, be* Tuberkulose der Lungen Magendarmkatarrh Vleubilbungen Lnngenenlzünbung Gehirnschlagfluß Krampten 'Altersschwäche Summa: Vermischtes. • Köln, 11. Dez. Der Rhein ist von Oberwesel bi* St. Goar mit einer festen Eisdecke überzogen. Der Kölner Pegel zeigt mittags nur 0,80 Meter. Die Kälte hält an, sodaß das MitlelrhemeiS gleichfalls zum Stehen kommen dürfte. Die Rahe ist vollständig zugefroren, die Mosel bis Trier. Im Dmsburger wie im Ruhrorter Hafen ruht der Kohlenverkehr. * Zell a. d. M., 11. Dez. Gestern Abend 1 Uhr brach hier an der Hauptstraße Feuer aus, welches 10 Häuser eben Weiche, tft er längst ausgcmerzl. 'A u egupttschen Stil zeigt, ir- sind, wie beneblet wird, die schonslen Entdeckungen, die dis jetzt in der Nekropole von Ält-Kar: , ;o > macht worden sind. einäscherte. * Herne, 11. Dez. In der hiesigen Maschmenfabn! kürzte heute, wie das ,Herner Tageblatt* meldet, eisernes Gerüst, das zur Anlegung eines Brunnens richtet war, zusammen und begrub sechs Arbeiter. Meister wurde tot hervorgezogcn. Die übrigen fünf Ar» beiter sind so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen - pyWJm I-stt bestehenden l>chrl,choi Produktionvon Mrll. Zent- Orte l-lbst Unterkunft gesunden, ein gutes Z-^en für di-L°^n°Pper^^D°rrme^n^ werkthättge Nächftenliebe der Emwohnerfchast. Ebenso wurde . - ^Q(ucfcr mit jedem Jahre wächst. Tenn Länder, ihr sämtliches Vieh von den Nachbarn m die Ställe genommen. Nordamerika, auch Japan, beginnen Salpeter in ihren Es dürfte aber für einen Teil der armen Abgebrannten recht landwirtschaftlichen Betrieben zu brauchen, die früher schwer sein, ihren Viehstand sich zu erhalten, da sämtliche daran gar nicht dachten. Unter den deutschen Landwirten Futtervorräte dem Feuer zum Opfer gefallen sind, die größten- besteht, und mit Reckt, die Defürchtung, daß sich der teils nicht versichert waren und für deren Ersatz auch vielfach Bezug von Salpeter immer schwieriger geftalten wird, die Mittel fehlen. Schon gestern sah man viele Wagen mit unb besonders daß et zu sem wird Heu und Stroh von Kirchhain aus dem Dorfe zufahren, da srüher ehe sich eine .andere Sti^ Man schnelle Hilfe not thut. Denn die Lage der Armen ist^sehr ^lpetersilder zu sickern, und die Herstelluna, Verfracht traung m jeder Beziehung. — Bei dem Brande ist auch em Salpeters selbst in die Hand zu nehmen. Die junger Mann namens Joseph Pfeiffer verunglückt, der einen .jßrcu^. Regierung hat schon seit Jahr und Tag Sach- Beinbruch am Knöchel erlitten hat. Dem Joh. Sprenger finb t>er)'tänbige nach Chile gesandt, die die Verhältnisse gründ- neben seiner Habe auch noch 2 Ziegen verbrannt. — Ueber lich studierten und aus Deren eingehendste Gutachten sich die Entstehung des Feuers ist sicheres nicht bekannt, doch!die Erwerbung eines Teiles der Salpeterfelder und im wird Brandstiftung vermutet. Gestern haben Zeugenoerneh-1 Betrieb befindlicher Salpeterwerke stützt. Eine Hamburger mung-n hi-- Wunben unb man erzählt sich, baß Haftungen bevorfllhen. tripUanrngen ab, indem sie sich selbst wieder mit einem .. ------------- > - - sehr erheblichen Aktienkapital an dem Unternehmen be- IflllLünirildlllfL heiligte. Andere Anlagen und andere Salpeterfelder wur- _ _ m 2 Vin T. K ben dazu erworben, so daß das ganze Unternehmen Sg. Darmstadt, 10. D-ez. Der 40. Verbandstag ber ber deutschen Salpeterwerke ein Kapital von einigen 30 »en landwirtschaftlick)en Genossenschaften fand gestern ^a'rF erfordert, das nur noch zum kleineren Teile Dezember im großen Saale des „Darmstädter Hofes" ' „^men ist. Man hofft so mit Bestimmtheit es zu in Darmstadt statt. Der Saal faßte die zahlreichen Besucher wichen, daß die deutschen Salpcterwerke dem deutschien nicht. Tie Nebenräume waren von Besuchern gefüllt, die Landwirt noch für lauge Zeit den Bedarf an Selpeter stehend während einiger Stunden den Verhandlungen .-^rn zu Preisen, die nicht abhängig sind von denen, folgten. Der Vorsitzende begrüßte die Versammlung, den ^7 unablässig mit diesem Artikel in wilder Weise speku- Vertreter der Regierung, ferner die Vertreter der Land- Heren f0 daß ber Preis des Salveters unausgefetzt Wirtschafts-Gesellschast in Wien und den technischen Se» Mjtoantt, wie der Kurs eines zweifelhaften Börsenpapiers, fretär des Verbandes ber landwirtschaftlichen Genossen- aum Schluffe wurde noch referiert über die ßrgani- schaften Italiens. Diese Herren aus Oesterreich und Italien ber gcnoffenschaftlichcu Viehverivertung in Teutsch- wohnten den Verhandlungen mit großem Interesse bet, [Qnb Trotz der' entgegenstehenden großen Schwierigkeiten, und erwiderten die Begrüßungsworte in herzlicher Weise, bie nur ^tit Beharrlichkeit zu überwinden sind, werden wobei das gute Deutsch, welches der italienische Gast Jahr Fortschritte gemacht, die in absehbarer Zeit aus Piazenza sprach, besonders ausfiel. Sxmn flröfiere Erfolge aufzuweifen haben werden. — Es war erstattete der Vorsitzende Verbands- Triektvr Geh. mittlerweile 2 Uhr nachmittags geworden. Volle vier Rat Haas, den umfangreichen Jahresbericht, dem nur Stunben hatte man schon verhandelt. Ter Vorsitzende das Wichtigste entnommen sei. Der Verband der hessischen schloß die Versammlung und mahnte zum ferneren festen lcmdwiriscl-aftlichen Genossenschaften fetzt sich zusammen Zusammenhalten zum Segen der hessischen landwirtschaft- ans 545 Vereinigungen. Im verflosfenen Jahre war e8 Genossenschaften und des landwirtschaftlichen Ge- Hauptaufgabe des Verbandes, die inneren Einrichtungen derbes, und die Geschäftsführung dieser zahlreichen Genossenschaf- " • • ten zu vervollkommnen, sowie die gesetzlich vorgefchriebenen ___ A H v Revisionen durchzuführen. Tie weitere Msgabe des Ver- Qnftrnmm HTnrmftnht bandes auf Vermehrung von Kredit und Bezugsgenossen- A^oßh^ogtmn H fs , . H z g(.). 1 .' ichaft-n hinzuwirk-n, ift nicht mehr in b-m Maß- wi- \^atl,b“ ®r,< C In srith-r-n Jahren «forbeilid), ba nahezu baS ganz- unburchlch°„-n So Psg, mit Schreibpapier burchlchosl-n Land mit einem weiten Netze von derartigen Genossen-120 3(2) 3(2) — — 1 — 1 3(3) 8(3) — 1 1 — KD KD —■ 1 1 — 1 1 1 — 11 < 6) 9(6) 1 1 :rn ötnb \ W i Mschinenjabä tt* meltä, eu I Brunnens r Mrvtn. t ibnyn ftnf fc n Wmm zp ion DJernäh überzogen. In Dieter. Mi M zm er g zugM te i Rch-Ä^m jgSS* ii Baükü-ckze, »egen kV $N( rouröen jin von * L flw*' , *’ v- *«' beni M,i er vorher». ^tunter llnil ein. Ä DLL f?£t ä)iijt, t?fl"!1 Heiter 1ie das Ach 7-nerhin ob« N^autny jeele QtL "enhoekkuilb m. Auslage er. Kl) uni) aus eV*^nn , ötenjjen M Wn würbe - Jien tDüröe Den N beifer »er. Sewürdlgt ton, ingstxeije bürjte " °nS heiz ' Milchen iU- MgMer^ ®» N8t* WH. har er op & hier EinM und 2eber»bt> ende imb^uü ferner juw b« zu Äeihiuch^ des S4i,;. ist bit,; ergangen if Rl < n i». BM' ■injregenl »»« ing tür-BerbiO'- meldet :me Re^ *9*4,, de eine 0U; ibilte bifs'” hselX‘ Coursbericht von Joseph Herz, Bankgeschäft, Giefien, Nenenbänen 4!. E Weihnachts-Ausverkauf in Schuhwaaren Seltersweg 33. 8651 Die schönste und größte Auswahl in Mk. ä 1.88 1.75 2.10 6.50 NB. Während deS Weihnachts-AuSverkaufeS gebe sämtliche Schuhe und Stiefel zu jedem annehmbaren Preise ab. 7939 7976 insbesondere Wettergasse. Marktstrasse 9. ■ä 17 August Ossiiiiiiin Ferd. Nennstiel 89 Seltersweg 89 Möbel-Handlung. Vlockkiraße 8 Wöbelhandlung. Reichhaltiges Lager in 8446 Fr>tnk > Lieferung. Unter Garantie. TA 4.50 6.50 6.50 2.75 8.25 7.85 0.49 0.59 8.15 8.65 0.89 3- 4.50 % 2.80 2.30 3.25 4.15 5.95 f ¥ I Hasen! Stets frisch geschossene Lasen empfiehlt Khei. Wildhändler. Wcginn am 12. Dezember, abends 6 'gtßr. ■■iwum Große Preisermäßigung gewähre ich auf meine sämmtlichen Schuhwaaren Prima echte Kothacr ßfrndtifwnr{t granfiurkr Würßüen Nene Linsen 6686 soeben frisch eingetroffcn bei A. & G. 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Hnl EolmS-Braunf. bo. . . . 101.10 101.3-1 40.10 Gelsi'kirch.vrgw Harvener „ ftiberma , Laura , Hörder „ Ille , Vböntr „ 174.9-) 174 20 167.20 167.3" 175.45 175.- 203 25 203.- 101.50 100.10 180.50 184.— 113.50 112.10 4 4 37, 4 1 Preust Central- Boden . . Westdeutsche. . do..... Preuß. Hypoth.- Akr.-Bk. abg.. 1.O2.9o| 102.20 96.20 98.65 102.60 102.20 96.20 98.45 4 5 3 Wlabikawk 95 steuerst. Anatolier . . Salon.-Ntonast tose tn Prozenten. 99.2o' 103.15 63.10 99.96 103.— 63.10 Badische . . . 105.65' 100.60 100 50 4H 4 do. Gold v. 1888 do. äust. v. 1897 78 50 71 70 77.60 71.45 3*/, Nfend.-Birftetn. 98.30 97.80 Hoelch Stahl SchalkerGruben 139.50 13^.9" 322.-1 320— Lisend.'priorlt. 4 4 Bab. Tblr. 100 Bayer. Tblr.100 146.70 159.— 15980 Bayer. St.-Obl. k; bo..... . Hess. Et.-Obl. . H; do..... ! do ... . Ü; Württemberg. . ; Bremen v 1899 Zl, Hambg. v. 1899 105.35 100.70 105.60 100.75 89.- 100.60 100.— 105.55 100 90 105 70 100.50 89.30 100.60 100 — Co ü« O1 * ü1 •t* 1 Chile Gold.Anl. Chinesen. . . do..... bu..... Mexicaner Serie 1—4 . Mexicaner v. 99 do..... 87 50 103.90 98.90 90.70 38.50 99.60 24.80 89.1,0 104.50 99.40 90. 75 — 99.65 24.45 15 7 < 37, 2 7 4 11 vank-AMen. Reichsbank . . Bera.-Dtärkische Bank . . . Berliner Bank. Berliner HblSg. Darm»äbler Bk. Deutsche Bk. 154.- 88.90 156.60 136.- 210.90 154.25 88 — 156.10 136 - 211.10 4 37, 4 Magdeburger Bergwerk . . Buderus. Pfandbriefe. Franks. Hvvotbk. Serie 14 bo. Serie 15 Frkf.Hvv.-Creb.- 102.60 102.- 108.-1 103 - 100,80 100.80 96.40 96.4" 1 4 4 4 4 5 5 Dux-Bodenbach von 1891 . . Elilab. steuerst. Fran, Iolevh Kalchau-Oderbg. Oesterr 'Nordwestbahn R . bo. Südbahn (8omb.) 99.501 101.60 1- -0 40 99.30 109.- 104 40 101*50 100.40 99.30 104.30 "" 3 / 37z 4 Gothaer Präm.» Pfbdr. I. . . do. II . . Coln-Mindener Pkadriber . . Meiugr Präm.- Psdbr. Thlr. 100 .. . Oesterr. v 1860 136*45 48.30 136.20 152.35 121.30 111.25 48- 186.30 152.45 Ausländische. #/tt BoSnier . . . I Griech. E.B. von 1890 . . 100.40 40.50 100.40 40.10 3K 3 >4 Provinz- und Städte.Anleiht Oberbkssen . Siarkenburqer 99 80 99.60 99.90 99.50 8 4 3 5 8’ 4 DiSconto-Ges. . Dresdner Bk. . National-Bk Schafshsr Bkv.. Lest. Creb.«Akt. 188.40 143.20 115.50 114.75 210.70 189. - 143 - 115 40 11380 211.10 3J> 3lA 4 4 " «erein 1905. bo 1906. bo. tilgbare Frkf Landwtsch Hamburger Hy- 101.40 101.20 96.20 ' 6.2« 96.3*1 96.30 98.50 98.8C 4 3 3 4 bo . . . . bo. . . . Raab-Oedenbg. Eds. . . . Rudolsbahn. . 89 80 63.10 72.- 100.45 90.10 63.20 72.50 100.80 3 do. v. 1854 Oldenb. Thir.40 Türk. FrS. 400 Unverzinsliche 130.25 121.45 130*25 121.60 Griech. Monov. 44.60 44 10 4 Rhemprovinz 103.90 104.- Industrie-Aktien Votbeken-Bonk 100.— 100.1k 102.75) 102.7? 95.05 95.- 95.701 95 7k 102.50 102.50 96.-1 96.- 101.40 101.4« 1 102.8s 102.80 1 96 75 96.7? — pr. Stück u. Mk. - Italiener Rente ! ! do. . . . . F/a Oeüer.Silberrte I Oester Goldrte. (Kl Portug. Staat. < do..... । Rum. am. Rte. - Rumän. v. 1890 ( Gold «Russen v. 1880 . !Ki do..... Russen tt. 1902 I Serben tt. 1895 I Spanier. . 103.25 101'40 102.95 49.40 81.10 98 — 85.90 100.25 96.40 99 55 74.85 86.50 103.30 69.20 101.50 49'10 81.IC 98.- 86.- 100.50 —.- 99.80 74. IE —. - 3X |4 3)4 3M '4 3M 3 >5 3M 4 3M 3« 4 37, 4 do. . . Gießener. . to. . . . frankfurter. Darmstädter do. . . . Mainzer. . i Offenbacher. Wormser bo. . . . Heidelberger Mannheimer Bao Nauheimer Lissaboner 100.10 103 25 99^90 98*80 98*85 98.71 104 20 98.50 77.50 100.3« 103.2? IOO’.- 1 — ; 99.- , 99.1 : 98.70 1 98.60 98 70 104- 98.51 77.50 14 20 10 8 10 10 Mainz.Braueret Farbw Höchst . do Griesheim Clektr.Labmeyer „ Schuckert „ Siemens u. Halske Mafchf.Grietzner do. Kleyer . Bochum Bergw. Concordia „ Elchweiler 279 - 359 - 2O2.2C 73.55 77.10 11750 189.- 159.50 169.1C 278.5t 213.5k 279.- 1 35b - 217.— 75.51 80. - 122.30 172.50 157.50 ) 168.40 275.5s 212.8s 4 37, 37, 4 37, 4 4 3*' Ser 1 41—250 do. unkündbar bi« 1910 bo. Serie 46 bt« 190 . bo.