SrltnMg Mittwoch 12. November LSVS 152. Jahrgang Erstes Blatt. I8chei1 Fabrikaten. Ten Mitgliedern der Mehrheitsparteien beginnt das stimmungen in der ersten Halste der Sitzung eine die Kchte undt amerikanische mischuhe 3^ * zeigten. Eine längere, durchaus sachliche Debatte, in die auch der Bundesratsbevollmächtigte der Hansestädte eingriff, entspann sich über die Frage der Ursprungszeugnisse, deren Einführung die Kommission, entgegen der Regierungsvorlage, beschlossen hatte. Mit 182 gegen 71 Stimmen wurde die Einführung aufrecht erhallen. Es war dies die sechste namentliche Abstimmung des Tages, doch die Massen" mußten noch weiterhin bereit gehalten werden. Fast wären trotzalledem die Mehrheitsparteien über- »»»MM. ».aü,verh,evgl.,su^ -Nenb, 'M- Mig r. la Zeugmiie >r 7794 an die Nr. 266 •rfd)etet täglich aubei Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem hessischen Landwltt die Gießener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegL NotationSdrnck u. Verlag der B r ü h l'schen Unwers.-Buch- u.Slein- druckeret (Pietsch Erben) Stedaktion, Lrvedittoa und Druckerei: Schal st ratze 7. Adresse tüt Deoeschenr Anzeiger Gießen. ^erniprrchanikblußAr 5L Aom „Kriegsschauplatz Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt nnterm 11. November: 3m - i KeKanntmachung. Die Wetzsteingaffe zwischen Lindenplatz und Wetzstein- straße wird wegeu Vornahme von Kanalisationsarbeiten vom 12. d. M. bis auf Weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Gießen, den 10. November 1902. vroßherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Modelleur, Haus bewandert in te 9«iud)t. Kleidungen k! ^anspNichenunleMTL Tchremmehrliüjs Swji uuö ücqis im stx öchijjenbergerweg r. ßin Eingriff in die SchaffenswerKffatt der Kunst. Eine interessante Preßdebatte hat sich in Berlin ent- sponnen aus Anlaß eines neuen Eingriffes in künstlerische Produktion. Es hat sich dabei aufs neue eine wesentliche Meinungsverschiedenheit zwischen dem fachmännischen und dem laienhaften behördlichen Standpunkte, in diesem Falle zwischen der Direktion des Deutschen Theaters und dem Berliner Polizeipräsidium über künstlerische Rechte bezw. über die Befugnis der Zensur entwickell, und es ist richterliche Entscheidung angerufen worden nach Unterdrückung einzelner Stellen in dem Schauspiel „D'Mali" von Max B e r n st e i n, die wohl zur Klärung der verdrießlichen Angelegenheit beitragen wird. Tas Deutsche Theater hat es sich bekanntlich zur Aufgabe gestellt, die moderne Produktion zu förderü, und kann dieses Ziel nur erreichen, indem es ihren Vertretern gestattet, sich in ihren dichterischen Problemen auf der Bühne voll auszuleben. Es wird sich dabei schwerlich nachweisen lassen, daß andere als litterarische und künstlerische Erwägungen für die Theatersachverständigen des Deutschen Theaters den Ausschlag gegeben haben. Jetzt versucht, so'schreibt Eugen Habel in der „Nat.-Ztg.", die Auf.ichtsbehorde eine Miene des Wohlwollens und Entgegenkommens aufzusetzen und den B e s u ch d e r G e n e r a l p r o b e n damit zu rechtfertigen, daß sie ja unter Umständen noch un letzten Augenblick Stellen freigeben könnte, die bei der Lektüre bedenklich -rschienen, aber bei der Aufführung selbst harmloser wirkten, als es sich der Zensor in seiner Amtsstube vorzustellen vermochte. Wir können nicht umhin, in diesem Rechtfertigungsversuche des Polizeipräsidiums eine Spitzfindigkeit zu erblicken, hinter der vermutlich ganz andere Wunsche lauern, und die mit den Rücksichten der öffentlichen Ordnung nichts zu thun hat. Richtig bemerkt die Zenjur, daß das gesprochene Wort zuweilen anders wirkt, als E gefchrie- bene. Sie vergißt dabei nur, daß bieder Unterschied auch hei der Generalprobe äußerst schwer festzustellen ist, und daß er erst bei der öffentlicher! Aufführung durch das Publikum bervorgerusen wird, das in seiner Majorität und oft in unerwarteter Weise entscheidet, welche Wirkungen und Empfindungen gewisse Stellen eines Dramas Hervorrufen. Es wäre ein höchst zweifelhafter Gewinn, wenn ^ich ein Be- '»tter der Zensur noch bei der Generalprobe dazu verstehen Politische Tagesschau. Deutsch-amerikamscher Tabakkrieg. In einem Artikel über Amerika imu die deutsche Tabakindustrie schrieb am 5. November der „Dresdener Anz." folgendes: Wir berichteten schon früher, daß die hiesige Cigarettenfabrik Jasmatzi von Amerikanern crufgekaust worden ist, auch daß weitere Versuche, Dresdener Etablissements zu erwerben, gemacht wurden, jedoch fehlschlugen. Ter amerikanische Trust will zunächst gar nicht als solcher hervortreten; das Publikum soll weiter in dem Glauben bleiben, daß es deutsche Fabrikate nur von deutschen Fabrikanten geliefert erhält. Nach dem Organ des Zentralverbandes deutscher Cigarren- und Tabakladeninhaber, „Tie Cigarre", bezweifelt man einstweilen noch in Kreisen der Tabakhändler die Möglichkeit einer Privatmonopolisierung der deutschen Tabakindustrie schon aus dem Grunde, weil es in Deutschland rund 10 000 Tabakfabriken gebe; zur Erlangung der Herrschaft über den deutschen Markt wäre der Ankauf so vieler, zum Teil sehr teuerer Etablissements erforderlich, daß — selbst wenn sich die gegenwärtigen Besitzer alle zum Verkaufe geneigt finden ließen — es hierfür doch eines Riesenkapitals bedürfte, wie es selbst amerikanische Syndikate nicht so leicht würden zusammenbringen können. Auch meint man, daß die große Zahl und der riesige Gesamtumsang der Tabakprodukllons- gebiete für die Monopolisierung dieser Industrie ein unüberwindliches Hindernis bilden würden. Dabei darf aber nicht übersehen werden, daß die Amerikaner mit größter Rücksichtslosigkeit und mit riesenhaften Kapitalien schon andere derartige Ungeheuer ins Leben gerufen haben. Ta es ihnen bei derartigen Ges-chäften nicht darauf ankommt, am Anfänge Millionen zuzusetzen, so brauchen sie nur Roh- schlußfähigkeitsziffer um durchschnittlich 50 übersteigende Präsenz sestgestellt werden konnte. Kritisch war die Situation aber auch jetzt noch, da die Linke es in der Hand hatte, durch Verlassen des Saals die Versammlung beschlußunfähig zu machen. Einstweilen nahm man davon Abstand, doch die Tendenz, bei Anträgen von vergleichsweise unerheblicher Bedeutung namentliche Abstimmung zu verlangen, ließ «deutlich genug erkennen, daß Gefahr in der Luft liege. Als Kuriosum verdient erwähnt zu werden, daß der gesürchtetste Dauerredner der Linken, Aba. Stadthagen (Soz.), heute die kürzeste Rede hielt, die man je von ihm vernahm. Der an die Foyers geflüchteten Gesetzgeber bemächtigte sich schier grenzenloses Erstaunen, als sie hörten, Stadthagen habe sich mit zehn Minuten begnügt! Doch das umfangreiche Material, das Abg. Stadthagen während seiner kurzen Rede in Foliobogen eingehüllt unter dem Arm trug, ließ für später Schlimmes befürchten. „Es wird Euch nichts geschenkt!" Diese Verheißung schien das spöttische Lächeln auszudrücken, das Stadthagens Lippen umspielte. — Während gestern am Regierungstisch nur Kommissare weilten, soh man heute dort die Staatssekretäre Graf Posadowsky und Irhr. v. Thielmann — letzterer beteiligte sich auch an der Debatte — und den preuß. Handelsminister Möller. Es berellete diesen Herren ersichtlich einiges Ergötzen, daß Mitglieder der Mehrheitsparteien, während die Schriftführer die Namen ausriefen, eifrig und mit besorgter Miene die Stimmen zusammenzählten. In dem taktischen Kamps zwischen Mehrheit und Minderheit darf die Regierung in der Thctt die Rolle des Zuschauers für sich beanspruchen; die ReichKtagsstrategen sind in diesem Falle ganz unter sich, und es war ihr Wille, da sie die „warnende Schrift" an der Wand rechtzeitig zu lesen, zu deuten und zu beherzigen sich abgeneigt sollte, gewisse Stellen, die er vorher beanstandet hat, wieder freizugeben. Er könnte ebenso gut plötzlich der Meinung werden, daß andere Stellen, die er früher erlaubt hat, aus Grund des Bühnenausdrucks verboten werden müßten. Es könnte einem strebsamen jungen Herrn, der von der Bedeutung seines Amtes eine übertriebene Vorstellung hat, leicht in den Sinn kommen, sich dabei einen Teil der eigentlichen Re gie b esugnisse anzueignen, wogegen doch im Voraus Verwahrung eingelegt werden müßte. Wir würden auf diese Weise eine doppelte Zensur erhalten, eine des geschriebenen und eine solche des gesprochenen Worts, woran doch im Ernst nicht gedacht werden kann. Wir müssen daher vom Standpunkt der dramatischen Kunst die Ätotivierung, welche das Polizeipräsidium für den Besuch der Generalproben soeben angegeben hat, als nicht überzeugend bezeichnen. In demselben Blatte erzählt Tr. Otto Br ahm, der Tirektor des Deutschen Theaters, mit Bezug aus eine Behauptung des Polizeipräsidiums, er hätte sich gegenüber der Absicht einer „mündlichen Verständigung schroff ablehnend verhalten", den Hergang etwas genauer, auf den das Wort Anwendung finden möchte: Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es heraus. Es heißt in dieser Brahmschen Erklärung: Als ich mich erkundigte, was der Beamte, der über meinen Kopf hinweg mit dem Regisseur zu verhandeln gedachte, denn wünsche, wurde mir im schroffen Bureaukratentone gesagt: Tie Schlußszene „kann nicht so bleiben", sie muß geändert werden. Es war sogleich von behördlicher Anordnung" die Rede, nicht von Verständigung, und dementsprechend mußte auch meine Antwort aussallen. Aber auch wenn der Assessor in höflicheren Formen sich geäußert hülle, wäre das Eingreifen der Behörde inmillen der künstlerischen Arbeit der Generalprobe als äußerst störend empfunden worden. Und hier — nicht in der Frage der größeren oder geringeren Höflichkeit — liegt der Schwerpunkt der Sache: zum ersten Male, seit das „Deutsche Theater" besteht, ,ind in dieser Spielzeit Kommissare der Polizei in Generalproben erschienen, um in letzter Stunde, während wir in angespannter und erregter Arbeit unsere künstlerischen Bemühungen abzuschließen wünschten, noch einen Einfluß zu nehmen, der bei aller Wohlaemeintheit nur cm schädigender und verwirrender sein kann. Im Sinne Gegen die Fleischnot hat die Handelskammer in Tüsseldorf Stellung genommen. In ihrer letzten Sitzung beschloß die Kammer: „Die Kammer beschließt, bei dem Reichskanzler zu beantragen, nach Düsseldorf die Einfuhr einer nach den Beschlüssen der Stadtverordneten^Versammlung bemessene Zahl von Schweinen (300 Stück wöchentlich) unter den nötigen Vorsichtsmaßregeln zum Schutze gegen Seuchen zu g e st allen." Ausschlaggebend für den Beschluß war, wie wir in der „Ttschn. Fleischerztg." lesen, die vom statistischen Amte gemachte Feststellung, daß trotzdem in Tüsseldorf im letzten Halbjahr über drei Millionen ftemde Ausstellungs- besucher mit einem sehr starken Fleischverbrauch aufgetreten sind, der Verbrauch an Schweinefleisch der 1899 auf den Kopf der mittleren Bevölkerung noch 22.28 Kilogramm betrug, auf 17.02 Kilogramm im Halb- rumpelt worden. Als eine große Anzahl ihrer Mitglieder, „keines Ueberfalls gewärtig", in der Wandelhalle sich erging, stellte drinnen Wg. Tr. Barth (fteis. Ver.) jählings einen Vertagungsantrag. Tie Linke war in diesem Augenblick an Zahl stärker als die von den anderen Fraktionen im Saal zurückgelassenen „Wachtposten". Ter Vertagungsantrag wäre also wohl angenommen worden, wenn e s nicht den Schriftführern durch anhaltende Benutzung des elektrischen Läutewerkes gelungen wäre, „Hilfsmannschaften in ausreichender Zahl hereinzuzitieren. Voller Zorn stellte Wg. Singer (Soz.) fest, daß diese Abstimmung „ungewöhnlich lange" gedauert habe, ein Vorwurf, den Vizepräsident B ü s i n g für seine Person und Abg. Tr. Paasche namens der Schriftführer zurückwiesen. Den Beschluß der ausgedehnten Sitzung machte eine heftige Auseinandersetzung über die morgige Tagesordnung. Wg. Tr. Bachem (Zentr.) wollte, „in Rücksicht auf die Petitionen zum Zolltarif", den letzteren weiterberaten wissen, erntete damit aber vom Wg. Singer nichts als Spott und Hohn. Singer verlangte die Anberaumung eines der „lange vernachlässigten" Schwerinstage. Tas Haus entschied jedoch gegen lyn. Ter Antrag Aich b ich le r — Aenderung der Geschäftsordnung —, dessen bei dieser Gelegenheit Erwähnung gethan wurde, gelangt noch immer nicht auf die Tagesordnung. Ms neuester Termin hierfür wird der Donnerstag genannt. tabake aufzukaufen, und dieselben zurückzuhalten, um die Fabriken aufs empfindlichste zu schädigen. Wie aus dem Ausweise über die Ausfuhr des Konsularbezirks Dresden nach Nordamerika fürs 3. Quartal hervorgeht, ist diesmal von hier aus, dem Hauvtstapelplatze türkischer Tabake, im Gegensätze zu früheren beträchtlichen Posten, nicht für einen einzigen Dollar Tabak nach Nordamerika ausgeführt worden. Sollte das vielleicht schon der Beginn des Kampfes sein? Heute bereits wird von gut informierter Seite Wetter in dieser Angelegenhell aus Dresden berichtet, daß die Aufkäufer der American Tobacco Company im Gegensatz zu früheren Gepflogenheiten dieses Jahr erst im vierten Quartal erschienen sind. Von dieser Company wurden dieser Tage Aufkäufe in solcher Höhe gemacht, wie solche noch in keinem Jahre stattfanden. Tie Tabakböden unseres Alt- städter Zollhauses, welches fast ausschließlich türkischen Blättertabaken als Niederlage dient, wurden gruppenweise besichtigt und die Bestände nicht nur einiger, sondern fast aller Kindler vollständig aufgekaust. Zu dieser Thatsache wird ferner berichtet, daß die American Tobacco Company seit diesem Jahre in der Türkei bereits eigene Magazine besitzt, um die von den Bauern direkt, unter Umgebung des Zwischenhandels, gekauften Tabake hierin für den Versandt herzurichten. Tie Zeit dürfte also nicht mehr fern sein, wo die Aufkäufer dieser Company überhaupt nicht mehr nach Dresden kommen. Die daraus entstehende Lage muß den deutschen Cigarettenfabrikanten und den Grossohändlern, insbesondere aber auch den Regierungen zu großen Sorgen Anlaß geben. In engem Zusammenhänge mit dem Vorgehen des Trusts scheint auch nachstehende Thatsache zu stehen. Anfang Juni d. I. wurde ein Dresdener Handelsberichterstatter darum angegangen, angeblich für eine auswärtige (sollte wohl heißen ausländische) Tabakzeitung Wochenberichte über den Dresdener Tabakmarkt unter Angabe der jewellig kaufenden und verkaufenden Firmen, des Preises, der Qualität und Quantttät zu schreiben; da der betreffende Berichterstatter die Namen weder nennen wollte, noch konnte, fo zerschlug sich, die ganze Sache. Jedenfalls ist der Mahnruf „Deutsche Tabakindustrie, sei auf deiner Hut" nur zu berechtigt. des io bersten Gerichtshofes sind diese Eingriffe keineswegs. Ich habe gegen das meines Erachtens nicht berechtigte Verfahren der Zensur Klage erhoben und werde dies an allen ähnlichen Fällen auch künftig thun, ohne „Schroffheit", aber im sicheren Gefühle dessen, was im Interesse der Kunst verlangt werden muß. .Kunst und Künstler, Monatsschrift für blldende Kunst und Kunstgewerbe", nennt sich eine soeben ins Leben getretene neue Kunslzeitschrist, herausgegeben vom bekannten Berliner Kunstverlage Bruno Cassirer (Derfflingersll. 16). Das erste Heft dieser Revue, die allem Anschein nach dahin strebt, das vornehmste aller deutschen Kunstblätter zu werden, liegt uns vor. Gleich die Umschlagzeichnung von dem originellen Simplicissimus-Heine ist etwas Apattes: einer getreten steifen, mit wenigen Strichen nur umnssenen Frauengestalt, die ein zur Pyramide gestutzes Bäumchen trägt, küßt ein Knabe die Schleppe; über der graziösen Linie des Frauengewandes schwebt ein Pfau. Das Ganze soll wohl bedeuten,- daß in diesen Blättern der Königin Kunst, die die Schönheiten der Natur sich untetthan gemacht hat, die höchste Verehrung gezollt werden soll. Und nun die weitere Ausstattung. Da sind zunächst sechs künstlerisch vollendete Abbildungen von bekannten und unbekannten, allesamt aber hervorragenden Werken des Frankfutter Meisters Wilh. Trübn er, dem einer der Redak- teure des Blattes, Emil Heilbut (Herrn. Helftich), eine liebevolle und eingehende Bettachtung widmet. Weiter finden wtt unter den Illustrationen die Namen Max Sleoogt, Millet, L. v. Hofmann, M. Liebermann, Wilh. Leibl, Israels und Lukas Cranach (Ruhe auf der Flucht, ein Werk, das bekanntlich neuerdings vom Neuen Berliner Museum erworben worden ist, worüber M. I. Friedländer im Texte der Nummer erschöpfend berichtet). Diese Namen sagen wahrlich genug, sodaß jedes Wort der Anpreisung blasphemisch wirken müßte. Im Texte finden wir sodann als Mitarbeiter W. Bode, Alfted chchttvark und — last not käst—Gerhart Hauptmann, der über das Medicäergrab viel Schönes sagt und, dabei den Historiker Taine in recht entschiedener Tonart abfertigt. Kurzum, die neue Zeitschrift „Kunst und Künstler", auf deren „Gewissen zu schlagen". Sie waren heute zahlreicher zur Stelle, als gestern, sodaß bei den drei namentlichen W- stimmunaen in der ersten Hälfte der Sitzung eine die Be- üini’övy1** .«r e n ihnuberM. C(L &'Jr esri^ÜLtz < ÄSÄ ,al»s i x! -ÄL-HGn-'' nn®6S Fräolem fflSJSä! 'Mädchen u. Lehrling KauihanL.lxljofftt.^ 063] Zuuges Mdchn gejuchl. . 013] Luche joiori M UH nach Krankmri.°--ltm M alleinsiehendL^M, n 30 bis 3ö U sualW Krall Häilfjtofctr, SeUerM üi. 072] JimgttUüdHen : Mge,uch^cuäMW3,l. | Line L-jsraa Kr-GeÄsIeuenbäuck WenM DezngvpretSr w A A. yggg O monatlich75'PI.,oterteU ÄSSHMT V VW . jährlich Mr. 2L0; durch GietzenerAnzeigers ° General-Anzeiger y ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen fahr 1902 gesunken ist. Es wurde ferner darauf hingewiesen, daß in den ersten neun Monaten 1902, verglichen mit der gleichen Zeit der Vorjahre, die Einfuhr von Schweinen abermals gesunken ist, sie betrug 1901: 57 146 Stück, 1902: 53 949 Stück, das macht 3197 Stück weniger. Auch die Einfuhr von Schafen ist nach demselben Blatte, entgegen den Behauptungen des preuß. Landwirtschaftsministers auf der Provinzial-Tierschau in Düsseldorf, zurückgegangen in der erwähnten Zeit (1901: 242336 Stück, 1902: 119 223 Stück, also 24113 Stück weniger). Aus Stadt und Land. Gießen, den 12. November 1902. •* Gedenktage. Auf seinem Landsitze zu Passy starb am 13. November 1868 der italienische Opernkomponist Gioachino Antonio Rossini. Im Alter von vierundzwanzig Jahren hatte er in Rom das Meisterstück seiner Jugend, den »Barbier von Sevilla" erst unter Zischen, bei der nächsten Aufführung aber mit großem Beifall auf die Bühne gebracht. 1829 folgte sein „Wilhelm Tell", mit dessen Komposition er sein Wirken abschloß. Der Hauptreiz Rossinis liegt in den Melodien, mit welchen er seine Zeitgenossen und die Nachwelt in Entzücken versetzt. Wimpfen, 10 .Nov. Im nächsten Jahre werden es 100 Jahre, daß unsere Stadt hessisch geworden ist. Tü,eser Tag soll durch ein allgemeines Volks-und Heimat s f e st begangen werden. In einer demnächst stattfindenden Bürgerverfammlung soll ein vorbereitender Ausschuß gewählt werden. () Limburg, 11. Nov. Die Kommission zur Förderung der Lahn ran ali sati on hielt vor einigen Tagen hier eine Sitzung ab. Der Vorsitzende, Generaldirektor Kaiser- Wetzlar, berichtete, daß die Städte Wetzlar, Weilburg, Limburg, Ems, Oberlahnstein, Diez, Runkel, Villmar, Niederlahnstein, Braunfels, Nassau, Ehringshausen sowie eine größere Anzahl von Firmen für Agitationszwecke rund Mark 6000 aufgebracht hätten, nachdem schon früher Mark 13000 freiwillig für denselben Zweck gezahlt seien. Die Kosten für das von der Firma Havestadt u. Contag in Wilmersdorf ausgearbeitete technische Projekt der Lahnkanalisation stellen sich auf rund Mark 15 000, die nunmehr bezahlt sind. Zur Einleitung der notwendigen größeren Agitation wird für April 1903 eine allgemeine Jn- teressentenversammlung nach Limburg einberuien werden, in welcher über den technischen und den wirtschaftlichen Teil des Projektes Vorträge gehalten werden sollen. In dieser Versammlung soll außerdem der Antrag gestellt werden, einen Lahnkanalverein nach dem Vorbilde des Moselkanalvereins zu bilden. Bei Besprechung der von der Wasserbauinspeklion Diez geplanten Regulierung der Unterlahn kam einstimmig die Anschauung zum Ausdruck, daß für diese nur eingetreten werden könnte, wenn ihre Ausführung im Rahmen des großen Kanalproiektes sich bewirken laßt. Vermischtes. * Berlin, 11. 9tuo. In der Sonntagnacht wurde an der Grenze der Jungsernhaide im Haselhorster Gebiete a u f einen Militärvosten ein Ueberfall verübt. Ein Kanonier vom Garoe-Fußartillerie-Regiment stand auf dem Uebungsplatze Posten, auf welchem sich eine Menge Artille- me-Material befand. Er bemerkte, wie sich zwei Männer an einem Munitionswagen zu schaffen machten. Als der Posten die Äiänner anrief, wurde er von diesen angegriffen, konnte sich ihrer aber erwehren. Tie Männer ergriffen hierauf die Flucht und konnten nicht ermittelt werden. * H a l l e a. S., 11 Nov. Bei Nebra ertranken gestern äbend in der Unstruth drei Männer, die Schiffseigentümer Gebrüder Hornbogen und der Schiffer Herfurt. Sie lvaren im Begriff, auf einem roh gezimmerten Floß über den Fluß zu setzen, als dasselbe sank. Zwei Söhne Horn- bogens vermochten sich durch Schwimmen zu retten. * Altenkirchen, 11. Nov. In der benachbarten Gemeinde Friesen wurden drei in einer Kiesgrube beschäftigte Arbeiter verschüttet. Ter eine, Vater von 6 Kindern, war sofort tot, die beiden andern sind schwer verletzt. Ein in der Grube befindliches Pferd wurde gleichfalls getötet. * Paris, 11. Nov. Tie Angelegenheit des Bankiers Boulaine zieht immer weitere Meise. Wie mitgeteilt wird, sind auch zwei höhere Gerichtsbeamte in der Sache kompvomittiert und werden gerichtlich belangt werden müssen. * Newyork, 11. Nov. Tie im Bau begriffene Brücke über den Eastriver zwischen Newyork und Brooklyn ist durch Feuer beschädigt worden. Ter Schaden wird auf eine halbe Million Dollars geschätzt. Zwei Brücken für Fußgänger, die an den Hauptkabeln hängen, sind zerstört. Tie Behörden ließen den Verkehr aus dem Eastriver einstellen, weitere Hefte wir unsere Leser gleichfalls zu verweisen gedenken, verspricht nach ihrem ersten Heft, zur Förderung des deutschen Kunstgeschmackes Wesentliches beantragen. -tt- — Tic Slädtcbundthcatcridcc findet immer mehr Freunde. In der Provinz Posen ist neuerdings bet Gedanke auigetancht, daß von einem ans Einwohnern mehrerer Städte zu gründenden Theatcroerein ein besonders befähigter Bühnenleiter gewonnen werde mit der Verpflichtung, in zu vereinbarenden, je nach den örtlichen Verhältnisfen sich richtenden Zeiträumen Vorstellungen in einer bestimmten Anzahl von Städten zu geben. Tie zu cugaguciibcii Kräfte füllen ein gutes Mittelmaß darstellerischer Leistungen, ein zu beschaffender ausreichender Fundus eine würdige Ausstattung garantieren. Ta der Eintrittspreis verhältnismäßig niedrig sein soll, ivürden die Einnahmen die Unkosten nicht decken und es müßten deshalb Subventionen sowohl seitens des Staates einerseits wie feilend der Kommunen, ö e z w. öeL Theatervcreins andererseits gewahrt werden. Tie «ache halt man auch dort für sicher durchführbar, und man ertcimt auch dort an, daß auf diese Weise großer Segcii gestiftet wird. Tie Städte befämen dadurch eine namentlich auch iür die Heranwachsende Jugend sehr wichtige und wünschenswerte Anregung. „Alt-Hcidelbcrg", das Meyer-Försterscke Schm,spiel, das bet uns in Gießen auch Heuer immer wieder volle Hauser dem Theaterdlrektor macht, ist jetzt auch tm Rewyorker Deutschen ^.Heater anfgcfuhit und enthusiastisch ausgenommen worden Das Theater mar ausverkauft. Unter den Zuschauern befanden sich »ahlretche An.eiikaner, die auf deutscheii Universitäten studiert hatten und sie und die Mitglieder des deutschen Vereins der Co- lumbia-lbuücriitat, der vollzählig erschienen war, stimmten in die Studentenliede' ein, die aus der B. > imgen wurden = rür- mischer Beifall brach auS, als der . . „ zweiten Akt hoch^ ging und Heidelberg sich den Btickcii . . . a::cr . u, den' Besuchern befand sim auch Earl - nta tiie deutsche Stuben trieben hat. da ein Regen von Feuerbränden md) glühenden Ersen von der Brücke herunterfiel. Ter Brand brach in der Spitze des 355 Fuß hohen Turmes auf der Newyorker Seite aus. * Cigarren ohne Tabak werden seit einiger Zeit in Paris angeboten. Sie sollen den Personen, denen der Genuß des Tabaks untersagt ist. den Genuß des Rauchens Vorräuschen, indem sie einen reichlichen uni) unangenehmen Rauch entwickeln, dem völlige Unschädlichkeit und sogar eine keimtötende Eigenschaft zugeschrieben wird. Ter Gesundheilsbeamte in Paris, dem eine Untersuchung dieser Neuheit übertragen worden ist, hat jedoch nachgewiesen, daß der Rauch der Cigarren ohne Tabak durchaus nicht so harmlos ist, sondern entweder einen Ueberschuß an Ammoniak oder Salzsäure enthält. Es ist infolge dessen beschlossen worden, den Verkauf dieser sonderbaren Glimmstengel zu verbieten. * Die Gebürtig leit der Reichsbevölkerung. Im „Reichsanzeiger" werden die auf Grund der letzten Volkszählung ermittelten Hauptzahlen über die Ge° bürtigfeit der Reichsbevölkerung veröffentlicht. Wir heben daraus folgendes hervor: Von den 56 367178 Personen, die am 1. Dezember 1900 die ortsanwesende Bevölkerung des Deutschen Reiches ausmachten, waren 55 529 229 im Deutschen Reiche, 829 599 in außerdeutfchen Staaten, 257 in deutschen Schutzgebieten und 131 aus See geboren. Bei 7962 blieb der Geburtsort unbekannt. Von den im Deutschen Reiche Geborenen wurden 47 529 697 innerhalb des Staats (für Preußen, Bayern und Hessen auch innerhalb der Provinz oder des Bezirks) ihrer Geburt gezählt, 7 999 332 außerhalb desselben. Berlin hat bei 1076 319 außerhalb geborenen Zugezogenen und 275 372 nach anderen Teilen des Reichs verzogenen gebürtigen Berlinern im Bevölkerungsaustausch ein Mehr von 800 949 Kopsen gehabt. Eine Verminderung durch Ueberschuß der Weggezogenen trat ein in Hohenzollem mit 7769, Hannover mit 20 444, Westpreußen mit 185 360, Pommern mit 218 600, Sachsen mit 266 448, Posen mit 322102, Schlesien mit 441 270 (darunter der Regierungsbezirk Oppeln allein mit 148 278) und Ostpreußen mit 451916. Im ganzen hat Preußen 361115 Personen mehr an das übrige Deutsche Reich abgegeben als von dort empfangen. Auch in Bayern beträgt der Verlust durch innere Wanderung 97 032, in Württemberg 120 058 und in Mecklenburg-Schwerin 84 183. Die meisten deutschen Kleinstaaten haben ebenfalls einen Bevölkerungsverlust durch Wegzug erlitten. <£r* heblich war der Ueberschuß des Zuzugs nur in den Ju- dustriegegenden und den Hansastädten, sowie in den Reichslanden. Die Großstädte hatten sämtlich einen Ueberschuß des Zuzugs der Reichsgebürtigen. Im ganzen lebten in den Großstädten unter 9120 280 Personen nur 3 948388 Einheimische, dagegen 4 954 773 Zugezogene. Nächst Berlin hatten im Bevölkerungsaustausch den größten Ueberschuß der Zugezogenen Hamburg mit 256 941, München mit 247 655, Leipzig mit 172 404, Breslau mit 161908, Dresden mit 144 362, Frankfurt a. M. mit 129 977, Köln mit 119 907 und Nürnberg mit 117 775. * Welche minderwertigen Elemente sich unter den englischen Offizieren finden, zeigt ein Vorfall, der aus London berichtet wird. „Vor kurzem kam es zwischen zwei Rittmeistern, Thompson und Hay-Clark, während der sog. „Church-Parade", d. h. während der „Nachderkirche-P r o m e n a b e" im Htchepark $u London am Sonntagmittag, wo alles, was zur „Cröme" gehört, in elegantester Toilette erscheint, spazieren geht, zu einer Prügelei. Thompson war soeben zum Regiments-Adjutanten in einem Ieomanrykorps ernannt worden. Hay-Clark hätte gern diesen Posten gehabt und wußte in seiner Wut nichts Besseres zu thun, als mehrere Briefe an den General, an das Kriegsamt und an den Regimentskommandeur zu schreiben, in denen er konstatierte, daß in der Karriere des Thompson „gewisse dunkle Punkte vorhanden seien, die fein Verweilen auf einem so wichtigen uni) verantwortlichen Posten unmöglich machen sollten. Thompson hörte von den Briefen, traf den Schreiber int Park und stellte ihn zur Rede, wurde aber höhnisch abgewiesen, worauf er den hinterlistigen Kameraden mit ein paar kräftigen Boxer flößen auf die Nase und in die Augen regalierte. Die Polizei mußte einschreiten und beide verhaften, — und dieses alles inmitten des vornehmsten Publikums Londons. Thompson wurde vom Polizeirichter zu fünf Pfund Sterling Strafe verurteilt, — von einer mllitärischen Aburteilung der beiden Offiziere, die auch in Südafrika waren, hat man aber nichts gehört." * Der Sohn der Berge. Touristin: ,Hst hier noch kein Unglück passiert beim Edelweißsuchen ?" — Führer: „Na, na. Unglück is no ko ans passiert." — Touristin: „Also ist noch niemand ab-gestürzt?" — Führer: „Sall wohl, aber blos Fremde!" Unwersitäts-Nachrichüu. Darmstadt. In den letzten Tagen des vorigen Monats kamen, jo lejen wir im „Vorwärts" in Darmstadt zwei russische Studenten an, die in Rußland relegiert waren, um sich für das Wintersemester zu immatrikulieren. Ter eine hatte dies auch bereits gethan, als am anderen Tage abends ein Kriminalbeamter sich bei ihnen einstellte und sie einlud, dem Polizeirevier einen Besuch abzustatten. Hier wurden sie in ein Verhör genommen und am andern Tage zu dem Rektor der Hochschule gerufen, der dem einen seine Studiengelder wieder zurück g a b mit dem Ausspruch: „W er in Rußland einmal von der Universität verwiesen ist, den brauchen wir hier in Deutschland auch nich t." Im Korridor der Hochschule hatte sich inzwischen ein Kriminalbeamter eingefun- den, der sie nach dem Polizeirevier spedierte, wo ihnen eröffnet wurde, innerhalb 24 Stunden Darmstadt zu verlassen, da man sie sonst abschieben würde. Tie Studenten verlangten einen schriftlichen Ausweisungsbefehl — um, wie sie nachher erzählten, die Sache einer Zeitung zu unterbreiten — der ihnen icdoch verweigert wurde. — iWir können em solches Voi> gehen des Rektors mir billigen. Auf Deutschlands hohen Schulen, besonders auf den technischen, macht sich^ ohnehin eine Anzahl zweifelhafter ausländischer Elemente zum Schaden der deutschen bildungsbeiliffenen Jugend breit, die sich an den Brüsten der deutschen alma mater fett saugt, um nachher ihre infolge ihrer mangelhaften Vorbildung doch immer iwch gar sehr lückenhaft gebliebene Weisheit im Auslande als deutsches Wissen auszugeben und damit sehr zum Nachteile der deutschen Wissenschaft und mehr noch der deutschen Jn- d u ft r i e zu protzen und »n gute Stellungen zu gelangen. Leute, die russischen Hochschulen so roemg zur Zier gereichten, daß man sie von bannen schickte, kann man bei uns in Tentschland wahrlich nicht brauchen. Tie Red. des „Gieß. Anz") München, 11. Nov. Anläßlich der Immatrikulation hiell dieser Tage der Rector magn.ficas der Universität, (Bepeimrat Tr. v. Winckel, eine Ansprache und berührte dabei aua) öie Organisation des akademischen Lehrkörpers. Dabei äußerte der Rektor llich: »Ersessen tarnt ferne Professur werden, und wenn ahm kommen sollte, so wäre das überaus traurig. Wenn jrei- auch hier Protektion, Cliquenwesen und dergleichen sich geltend ntachen, rote eS ja leib er nicht zu leugnen Qt, s» ist das eben menschlich nnd überall fo/ — Amtlich wird bekannt gemacht: Ter a.-o. Professor Tr. Kun Hensel in B e r I i n ist zum orbentL Professor m der philosophischen Fakultät der Universität Marburg ernannt worden. — Man schreibt aus Heidelberg: Ter Professor der Ohren- hellkunde Dr. Passow ist aus Anlaß feiner Berufung an die Berliner Universität zum Geh. Medizinalrat ernannt worden. — Ter Privatdozent der Augenheilkunde Dr. Braunschweig und der Pnoatdozent der Hygiene Tr. Sobernheim in Halle sind zu Professoren ernannt worden. — In Zürich beging dieser Tage Pros. Röl (if er, Lehrer an der zahnärztlichen schule bet Universität Zürich, seinen 70. Geburtstag. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. An der Frankfurter Börse roube die Zulassung von 26 Millionen 4 pro-. Hypothekenpfandbriefe Serie 12 15 der Bayerischen Boden-Kredit-Anstalt in Würzburg genehmigt. Die von dem Köln-Müsener Bergwerkö-Aktien-Veret« für das Jahr 1901,02 festgesetzte Dividende von 6 pLll gelangt von jetzt ab zur Auszahlung. Bruchsal, 10. Nov. Auf den 6. Dezember ist eine außerordentliche Generalversammlung der Maschinenfabrik Bruchsal, Aktien-Gefellschast vorm. Schnabel u, Henning, einberufen. WchkMche ziebklW dcr Todesfälle in der Ltadt Kietzes. 44. Woche. Vom 26. Ott. bis L Nov. 1902. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (inkll 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 16,06, nach Abzug von 2 Ortsfremden 12,06 °/oo. Kinder Anm.: Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von audroärtS nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Masern 1 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr 1 Lungenentzündung 1 1 — — Lungenkatarrh 1 1 — Herzleiden 1 1 — — Leberkrankheit KD 1(1) —• — Zuckerkrankheit Darminvagination 1 2(1) 1 KD 1 Summa: 8(2) 6 (2) 1 1 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 13. November, abends 8 Uhr: Bibelstunde im unteren Konsirmandensaal, Kirchstraße 9. Marc. 1. Pfarrer Scheunemaan. Formau (Schnupfenäther) klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideale- SchuupfeumiLtel bezeichnet! Bei leichtern Schnupfen Forrnan-Watte (Dose 30 Pf.) Bei starkem Schnupfen Forman - Pastillen (60 Pfg.) zum Inhalieren mittels RiechgläSchenL. Wirkung frappant! In allen 78,9 Apotheken. Man frage seinen Arzt. vn Güter höchstes ist eme s«te ver- hrtltttnrt erhält Leib und Seele gefunbOimb UullUlly, verspricht ein hohe« Alter. Entbehren Sie dieselbe, ist Ihr Mage» krank, btt Darm trüg, müssen Sie in der Wahl der Speisen vorsichtig fein — dann versuchen Sie es mü Dr. W. 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Aus den Zinsen der Friedrich Heyer von Rosenfeldfchen Stiftung sollen am Todestag des Stifters — 21. Dezember — 07 Mk. 20 Psg. an solche evangelische, würdige Stadtarme verteilt werden, welche selbst in Gießen geboren sind und deren Eltern wnb Großeltern ebenfalls dorten zur Welt kamen und daselbst das Bürgerrecht inne haben oder hatten. Anmeldungen zum Benig Lieser Zinsen sind auf dem Armenamt bis zum 1. Dezember 1902 zu erstatten. __ Gießen, den 6. November 1902. 7875 Großherzvgluhe Burgermeiüerei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felfing Eheleute au Gießen sind die dtesjährigen Zlnsen und zwar: 171 Mk. 43 Psg. ■m zehn in Gießen geborene würdige Arme und 34 Mk. 29 Psg ■in fünf würdige Wttiven zu gleichen Teilen zu vergeben. Anmeldungen hierzu haben bis zum 10. Dexember aus dem Bureau Ler unlerzeichneten Behörde — Zimmer Nr. 4 — zu erfolgen. Gießen, den 6. November 1902. 7877 Die Armen-Deputation der Stadt Greßen. Mecum. 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Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, M nvährerrd derselben das in dem obersten Stockwerk des Hauses M befindliche Zapsventtl der Hausleitung offen zu halten, damit bie ätust Zutritt in die Lettung erhalte. — Ein größerer Teil d^s M Wassers kann auch schon durch das Zapfventtl der untersten ^üche M entleert werden, wodurch die Entleerung im §reiche dem Einttttt der Luft und der Enlleerung des Wassers I Sk dienten, wieder zu schließen. W Das Schließen deö HanfiiabsperrhahneS erfolgt Kh durch Aufsetzen des beiaegebenen Schlüssels auf den vier- kantigen yahnzapfen und Drehung im Sinne eines Uhr- zeigers, bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffuen des Hartpt- absperrhahneS geschieht durch Drehung m entgegengesetztem W ©inne, biö Widerstand erfolgt. Bchuss Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperr- M Hahn wieder vollständig geöffnet werden. & Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hos° M raumen, Gärten usw. sind während des Winters mrttelst ihrer be- W i anderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu enlleeren und erteilt W hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Aus- M 5mft, welcher die betreffende Leitung gefertigt hat. Bei auhatten- KL wer außerordentlicher Kätte empfiehtt es sich, die WafferenMahme M mrch während des Tages aus kürzere festgesetzte $cit zn be° M sihränken und während der übrigen Tageszeit, die vauswasser- Lzitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem W Einfrieren jola-er Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutzter Wohuuugeu geführt sind, kann man durch Unterhattung eines Eg Beinen Herdfeuers voroeugen. Auch empfiehtt es sich, in katteu W Klosett- oder sonstigen ungeheizte« Räumen, durch welche die g| Wasserleitung führt, sofern daselbst die Leitung nicht schon durch g*? aine Umhüllung gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch U am Oeschen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. W Sehr katt stehende, insbesondere auch abgefteffte und vorüber- SA gehend nicht in Gebrauch befindliche Klosetts (wie in Vereins- 8 ffäusern usw.) werden durch Einstreuen von etwas Salz (Viehsalz) » Li das Schlußwasser des Syphons (Wasserabschttisses) gegen Auf- § ärieren der Schüsseln geschützt. 2 Die Wassermeffer nebst dem nächstauschließcnden Teil v Wer Rohrlettung sind während des Winters mit Stroh, Säcken 3 aber ährllichen Schutzmitteln gegen Kätte zu umkleiden, auch nament- M Lich die betr. Kellerfenfter geschlossen zu hatten. — Die Herstellung ES Mer Waffermeffer, die in Folge ungenügenden Schutzes L gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der W Hausbesitzer, ^^hlenen Dorkchrungen wird dem Wasserabnehmer 8 die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer W aber werden Beschädiguugeu au Leitung und Gebäude fern M aehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Borpchtsmatz- «geln allen Beteiligten znr ganz besonderen Beachtung. Reparaturen und Auschauung von Hauswasserlettungen werden am schnellsten von denjenigen Jnstallatioiisgeschaften besorgt, welche B die betr. Hauswasserleitungen s. Zt. ausgefühtt haben. Gießen, den 1L November 1902. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. Otto Bergen.__7897 W Marburgerstratze 22. A. 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