Oriola, Pitthan, Ripper, Schlenger, Schill, Dr. Schmitt, Werth, Wolf. Aie Landtagswahl im Wahlkreis Iieburg— Kroß-Nmstadt. lieber die merkwürdigen Vorgänge, die sich bei der letzten Landtagswahl in Groß-Umstadt ereignet haben, und e'in N a ch sp ie lchaben werden, bringt die klerikale„Starkenb. Provztg." einen Längeren Bericht, dem wir folgendes entnehmen: „Tie antisemitische Minorität mit 9 eigenen Stimmen behielt gegen 13 liberale und 16 Zentrumsstimmen den Sitz im Landtag; gewiß eine vernichtende Kritik für d i e indirekte Wahl. Tie Umstände, die dem Antisemiten Hauck zum Siege verhalfen haben, sind so merkwürdig, daß wir sie der Oefsentlichkeit nicht voreufhalteü wollen. Tie Antisemiten hatten eine bindende Erklärung abgegeben, daß ihre Wahlmänner unter keinen Umständen für einen Groß-Umstädter Kandidaten stimmten. Aus der anderen Seite hatten die 13 liberalen Wahlmänner unaufgefordert ein Flugblatt verbreitet, worin es u. a. wörtlich heißt: Wiederholt haben wir vor der Wahl Herrn Hauck einen Kompromißvorschlag unterbreitet, dahin gehend, daß .sich die Minorität im zweiten Wahlgange der Majorität fügen solle. Unser Vorschlag fand keine Annahme. Trotzdem würden wir Mann für Mann bedingungslos für Hauck unsere Stimme abgegeben haben, falls die Urwahlen gegen Tr. Lahm entschieden hätten. Nachdem aber die Entscheidung für unseren Kandidaten gefallen ist, kann niemand von uns verlangen, ohne uns in unserer Mannesehre und in unserem Gewissen schwer zu kränken, daß wir Hauck unsere Stimme geben. Wir erklären deshalb mit aller Bestimmtheit: Wir halten im ersten und im zweiten Wahlgange treu zu unserem Kandidaten Real- fchuldirektor Tr. Lahm. Tiefe Ausführungen tragen die Unterschriften von 13 liberalen Wahlmännern. Aber trotz aller dieser Beteuerungen sollte es anders kommen. Beim ersten Wahlgang entfielen auf Hebel (Zentr.) 16. auf Tr. Lahm (liberal) 13 und auf Hauck (Antisemit) 9 Stimmen. Tie Liberalen baten den Wahlkommissär um eine halbstündige Unterbrechung der Wahlhandlung; die Zentrumswahlmänner sprachen gegen eine so lange Pause ihr Bedenken aus und ersuchten besonders mit Rücksicht auf den Dieburger Wahlmann, der wegen Beerdigung seiner Frau wieder rechtzeitig zu Hause fein wollte, den Wahlakt sofort weiter zu führen oder eine möglichst kurze Pause eintreten zu lassen. Der Wahlkom- missär erfüllte den Wunsch der Liberalen und die Parteien verteilten sich nun in die benachbarten Gasthäuser. Sofort trat der antif. Abg. Bähr, der eigens zu diesem Zwecke ausOberhessen nach Groß-Umstadt gereist war, mit den liberalen Wahlmännern in Verhandlung, um sie zum Eintritt für Hauck zu bewegen; die Liberalen schienen jedoch standhaft bleiben zu wollen. Die halbstündige Pause war vorüber; der Abg. Bähr war zu den Antisemiten zurückgekehrt und hatte kommandiert: „Bauern, ihr bleibt sitzen, die beiden anderen Parteien mögen es miteinander ausmachen." Tie Antisemiten beschlossen darauf, sich am zweiten Wahlgang nicht mehr zu beteiligen und blieben in der Wirtschaft zurück; die liberalen Wahlmänner standen noch beratend auf dem Marktplatz, während die Zentrumsmänner sich im Wahllokal wieder eingefunden hatten. Obgleich schon einige Minuten über die halbstündige Pause verstrichen waren und man seitens der Zentrumswahlrnänner um Fortführung der Wahlhandlung gebeten hatte, zögerte der Wahlkommissär immer noch; als er endlich den Polizeidiener hinaus- schickte, um die liberalen Wahlmänner rufen zu lassen, baten diese nochmals um weitere 5 Minuten Pause. Trotz des hiergegen eingelegten, zu Protokoll gegebenen Protestes eines Zentrumswahlmannes wurde aüa; diese Frist bewilligt. Nunmehr erklärten die liberalen Wahlmän- ne r dem antisemitischen Vermittler, daß sie geneigt seien, Dr. Lahm fallen zu lassen und für Hauck einzutr eten, worauf die Antisemiten aus dem Gasthaus, worin sie zurückgeblieben waren, herbeigerufen wurden . Bei der nunmehr vorgenommenen Abstimmung wählten die liberalen Wahlmänner geschlossen für Hauck, sodaß dieser die 9 antisemitischen und 13 liberalen, also 22 Stimmen erhielt. Tie 16 Zentrumswahlmänner hielten auch jetzt treu zum Zentrumskandidaten. Tem Abg. Bahr war es gelungen, Tr. Lahm „abzuknöpfen", wie er sich geschmackvoll ausdrückte. Tie Antisemiten hatten dadurch unerwartet gesiegt. Tie Liberalen sind bei den Siegenden, aber thatsächlich und moralisch haben sie verloren; sie gaben ihren Kandidaten trotz bindendster Erklärung preis. M • Soweit das klerikale Starkenburger Blatt. Ferner lesen wir im klerikalen „Mainzer Journ." folgende Korrespondenz aus Lberhessen: Die Nachricht, daß du Zentrumswahlmänner im Kreise Butzbach, welche fest entschlossen waren, den allseits beliebten an t is emiti- i ch e n Bürgermeister Fenchel in Griedel zu wählen, mit Rück sicht auf das Verh alten der Antisemiten und namentlich des antif. Abg. Bähr bei der Wahl in Groß-Umstadt in letzter Stunde jedoch für Ioutz eintraten und damit dessen 3ieg herbeisuhrten, hat hier allgemeine 9kfri:Dig.i;ig i).nwrgcrufen. Tie Antisemiten haben damit in Groß-Umstadt gefugt und dafür einen ihnen unter niederen Umständen vollständig sicheren Sitz verloren. Welchen 'Jtii^en damit der Abg. Bähr jeiner Parteisache gcbraaji hat, mag demselben wohl selbst jetzt schleierhaft sein und wird ihm in der Zukunft noch fraglicher erscheinen. Parlamentarisches. Berlin, 11. Nov. Mehrfach ist behauptet worden, der Reichskanzler Gras Bülow zeige neuerdings dem Zolltarif gegenüber eine nicht zu verkennende Resignation. Sein Interesse für die Vorlage habe nachgelassen. Demgegenüber scheint es angebracht, daraus hinzuweisen, daß in den Foyers des Reichstages die Thatsache viel besprochen wurde, daß gerade in diesen Tagen angesehene Parlamentarier verschiedener Richtungen im Reichskanzler-Palais verkehrt haben. Es kann als feststehend betrachtet werden, daß die dort geführten Unterredungen den Zolltarif betrafen. Rudolstadt, 11. Nov. Im Landtage von Schwarz. burg-Rudolstadt haben die Sozialdemokraten bie absolute Mehrheit errungen. Heer und Flotte. Berlin, 11. Nov. Generalleutnant Georg v. Dinck- lage ist in Charlottenburg am 8. d. M. geftorben. Er war 1825 zu Bentheim geboren und im Jahre 1889 Kommandant von Frankfurt a. M- Berlin, 8. Nov. Wie der „Reichsanzeiger" meldet, wurde dem Oberst a. T. Winterberger zu Weilburg, zuletzt Kommandeur des 2. Bataillons (Weilburg) 2. Nassauischen Landwehrregiments Nr. 88 der erbliche Adel verliehen. Neueste Armee-Einteilung. Vollständige Uebersicht und Unterkunftsliste des gesamten Deutschen Neichsheeres, der kaiserlichen Marine und der Ostasiatischen Besatzungsbrigade mit Angabe der Chefs (Inhaber), Korps-, Divisrons-, Brigade- und Regimentskommandeure, der Bezirkskommandos, der Truppenübungsplätze, Schießplätze usw. Mit drei Buntdrucktafeln, enthaltend die 'Namenszüge der Regimenter und besondere Schulterabzeichen. Bearbeitet nach amtlichen Quellen. 38. Jubrgang. Preis 40 Pf. Berlin, Richard Schröder (vorm. Ed. Dö- ring's Erben). — Tie Neueste Armee-Einteilung ist berichtigt nach dem Stande vom 15. Oktober d. I. Sie gehört zum ständigen Bestände des militärischen Unterrichtsmaterials, wird aber auch von kaufmännischen Kreisen, die zu unserem Heere geschäftliche Beziehungen unterhalten, sowie von jedem, der sich für unsere Armee interessiert, als Nachschlagebüchlein benutzt. Am Schlüsse befindet sich eine farbige Zusammenstellung der Schulterabzeichen unserer Regimenter. Dolitische Tagesschau. Von der Höflichkeit des österreichischen Parlament-. Wien, 11. Nov. Im Einlauf der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses befanden sich Interpellationen und Tringlichkeitsanträge der Sozialdemokraten und Christlich- Sozialen über den „Einbruch" der Polizei in das Arbeiterheim bei der Stichwahl der Favoriten. Die Interpellationen werden vom Ministerpräsidenten v. Körber sofort beantwortet. Er erklärte, es werde alles aufgeboten, um die volle Wahrheit sestzustellen. Schon jetzt könne er aber erklären, daß fein Beamter Befehl zum Eindringen erhalten habe. Das Hinauswerfen von Gläsern aus dem Arbeiterheim fei dagegen außer Zweifel gestellt. (Stürmischer Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) — Zwischen dem Sozialdemokraten Rieger und dem Antisemiten Geßmann kommt es zu einem erregten Wortwechsel, der in Tätlichkeiten auszuarten droht. Lueger hält Rieger gewaltsam zurück, der auf Geßmann losstürmen will. Körber muß seine Rede für mehrere Minuten unterbrechen. Er erklärt bann, daß bei der Wahl im Arbeiterheim mit Stöcken geschlagen worden sei. (Abg. Seitz: Mit Revolvern hätte man die Polizei hinausjagen sollen.) Körber sagt schließlich, daß ein bestimmtes Urteil noch nicht möglich sei. Jedenfalls werde aber geschehen, was Rechtens ist. (Stürmischer Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Zwischen den Christlich-Sozialen und den Sozialdemokraten setzt sich inzwischen der Skandal weiter fort. Bürgermeister Dr. Lueger ruft fortwährend: Mörder, Meuchelmörder! Wir haben Euch hinuntergedrückt. So klein seid's jetzt! Die Sozialdemokraten rufen: Einbrecher, W a h l s ch w in d ler! Dr. Lueger: Niedergedrückt haben wir Euch. Tas ist halt unangenehm! — Abg. Pemerftorfer stellt den Antrag, über die Antwort des Ministerpräsidenten sogleich die Debatte zu eröffnen. Bei der Begründung des Antrages gebraucht Pemerftorfer den Ausdruck: „Christlich-soziale Jagdhunde!" (Kolossaler Lärm.) Dr. Lueger: „Ah, da giebt's kein Wettersprechen!" Ein neuerliches Schimpfkonzert folgt. Die Einen rufen: Meuchelmörder, die Anderen Wahlschwindler. — Tr. Lueger: Wir haben Euch halt niedergedrückt, alle Viere! (Tie vier gegen ihn koalierten Parteien.) — Dr. Geßmann verhöhnt ebenfalls die Sozialdemokraten. Der Antrag Pemerftorfer wttd abgelehnt und die Debatte über die Regierungserklärung fortgesetzt. Als sich dann der Ministerpräsident v. Körber erhob, begannen die tschechischen Radikalen ju lärmen ; fie riefen: Abzug! Hinaus mit ihm! Wir wollen den alldeutschen Ministerpräsidenten nicht hören. Ter Alldeutsche Stein ruft: Benehmen sich die nicht wie Lausbuben? Lärm. Zazvorka ruft: Fangen Sie zu lügen an? Er erhält einen Ordnungsruf. Ter Ministerpräsident sagt, die deutsche Sprache müsse ein gewisses Geltungsgebiet in den Zentralstellen haben. Andererseits sei der tschechische Wunsch berechtigt, daß der Grundsatz des Artikels 19 und das Kabinettsschreiben des Kaisers Ferdinand zur Durchführung kommen. Ter Minister weist darauf hin, daß seine Grund- züge bedeutend nationale Vorteile für die Tschechen enthalten. (Widerspruch bei den Tschechen.) Ter heißeste Wunsch der Regierung ist, daß ein Kompromiß zwischen den Parteien zu stände kommt. Tie wirtschasttiche Arbeit liege im Interesse beider Nationen. (Rufe bei den Tschechen: Tas sind abgedroschene Phrasen!) Ter Minister schließt mit der Aufforderung, im Streite nicht des arbeitenden Volkes zu vergessen. (Lebhafter Beifall links.) Tie Sitzung wird alsdann geschlossen. » General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Urei; Siehrn. 10. 11. 4. 6. 7. 9. 13. 16. 1. Wahlbez Kreis 6. 9. Rotationsdruck und Verlag der Brühl Ich« UniversitälSdruckerei (Pietsch Erden), Gtetz«. Verantwortlich für den allgemeinen ttfl: P. Wittko: für den Anzeigenteil: tt 9tt gesucht. Läiersw::^ Ü0Ö13I Luche lotort :tttt nachsftMmrlp.^ ohn 30 bi* » Z-raa HüikdW fouerswj dt.___ n n -S Die he»fi chen LandtagSwahLen. Wir geben nachstehend eine Uebersicht aller Städte und Bezirke, in denen Wahlen stattzufinden hatten. Städte: 1. Darmstadt: seither Morneweg (nat.-lib.) und Köhler (nat-hb.). Gewählt L a n g e n b a ch (s r e i s.) und S ä n g (f r e r s.). 2. Ai a i n z: seither Dr. David (So z.) und Haas (So z.). Beide wiedergewählt. 3. Offenbach: seither Ulrich (Soz.). Wiedergewählt. 4. Worms: seither Reinhart (nat.°lib.). Wreder- aewählt. 5. Gießen: seither Dr. Guts! eis ch (frei f.). Wieder- gewählt. 6. Bingen: seither Pennrich (Z t r.). Wiedergewählt. 7. Friedberg: seither Dr. Jockel (nat.-lib.). Geivählt Damm (frei s.). 8. Alsfeld: seither Guntrum (freis.). Gewählt Reh (frei s.). Ländliche Wahlbezirke: 6e onJ Wiedergewählt. Die 25 Abgeordneten, welche in der Kammer verblieben waren, sind: Bähr, Berthold, Brauer, Breimer, v. Brentano, Cramer, Diehl, Euler, Erck, Haas-Darmstadt, Häusel, Horn, Köhler-Langsdors, Korell, Leun, Molthan, Noack, Graf SNilii^chNg^^ hinteren boj oeil 25?* Ä *!*.??’“} Hergericht, MM &öc!e"bil —----SWtlltltlHCfltl WO] tzm ichöüesNssss J zu vermieten. WMMMesm i77_______«oMestrajic l 901 >g.W»iürl: , fLlorgen gej. Lustadt«. Kaiser Wilhelm in Kuglaud. Man meldet aus KinasLynn,ll. Nov. Das Wetter ist verändert, der Himmel bedeckt, es weht ein scharfer Wind, Heute nachmittag trat Regen ein. Der deutsche Kaiser, König Eduard und der Prinz von Wales verließen Sandringham kurz nach 9 Uhr und begaben sich im Automobil nach dem Jagdrevier. Die Hühnerjagd dauerte zunächst bis 1 Uhr. Die Jagdgesellschaft, bestehend aus acht Herren, begab sich zu dem auf dem Felde errichteten Zelt, vor dem alsbald die Königin, die Prinzessin Victoria und Prinzessin Karl von Dänemark mit Gefolge in acht Wagen fintrafen. Nach dem Frühstück begaben sich die Königin und die übrigen Tomen nach dem Schlosse Sand- ringham zurück, während der Kaiser, der König und der Prinz von Wales die Jagd wieder aufnahmen und bis zum Eintritt der Dunkelheit fortsetzten. — Wie nunmehr festgesetzt, wttd Kaiser Wilhelm Samstag vormittag von Wolferton abreisen und sich nach Lowthercastle, Sitz des Earl of Lonsdale, begeben, wo er abends eintrifft. Heute früh begaben sich die Majestäten und Gäste auf die Rebhuhnjagd. Es fand ein Frühstück im Zelle statt, zu dem die Königin und die Damen der königl. Familie sich einfanden. Für morgen ist eine große Jagdparthie in Aussicht genommen. Ter „Köln. Ztg." wird aus Berlin gemeldet: Der englische Premierminister hat sich ein wichtiges Verdienst dadurch erworben, daß er es entschieden ablehnte, auf die phantastischen Erfindungen ein^ugehen, die die Presse an die Reise des deutschen Kaisers geknüpft hat. In dieser Beziehung ist viel in der englischen Presse gesündigt worden, und bei einzelnen Kundgebungen hatte man den Eindruck, als ob man damit nur bezwecke, der deutschen Presse einen Spieß e n t g e g e nzu h a l t en, damit sie auf ihn aufrenne. Soweit Portugal dabei in Betracht kommt, haben wir schon lange vor der Kaiserreise darauf hingewiesen, daß die damit verknüpften politischen Betrachtungen jedes wirklichen Hintergrundes entbehren . Es liegt zurzeit gar kein Anlaß zu irgendwelchen auf Portugal bezüglichen Verhandlungen zwischen England und Deutschland vor. Dann brachte die „St. James Gazette" Mitteilungen von ,Verhandlungen über die Räumung Schanghais, die von mancher Seite als von der englischen Regierung ausgehend aufgefaßt wurden. Wir mußten aus verschiedenen Gründen glauben, daß diese Annahme hinfällig sei und daß die Regiernng der Veröffentlichung sernsteht. Die Angaben enthalten verschiedene Ungenauig» feiten, die vielleicht später eine Richtigstellung erfahren. Es ist nicht einzusehen, weshalb man an diesen Verhandlungen herumdeuteln soll, zumal englischerseits zugestanden worden ist, daß diese zu einem Ergebnis geführt haben, mit dem alle beteiligten Mächte zufrieden sein tonnen. Allseitig herrschte der lebhafte Wunsch, die europäischen Truppen aus Schanghai zurückzuziehen und diese an sich nicht eben leichte Frage ist bis auf nebensächliche Formalitäten jetzt so geregelt, daß die Besetzung bald ihr ®nbe erreicht, ohne daß dabei das Interesse irgend einer Macht geschädigt, und ohne daß dem Grundsätze der ,/offenen Thür" Eintrag gechan wäre. Höchstens könnte man sagen, daß die „Politik der offenen Thür" aus den Verhandlungen neu gekräftigt hervorgegangen ist. SSSL ÄSX Uw» erhaii,» jöuSlI Dcenp-rqeu, li i 16 Zahre alt, jwrt M. BraMatz U, I. MM Brüder^ füllet; (tieoiüi;: —Zwei tüchtig leometergeÄ i baldigen limmtt qeius «Mer 11., (Sr. Feldbau Friedberg. ud)e_ einen tüchtigen, ■>.? ' läfftgen Fahrburjcha >6________8g. Hebrr '808] hausburschr Ml. ______Ludwigs 8, )5082j Laufstait All hl iMitiurteiiM 25, Hl a) Provinz Oberhessen. 3. Wahlbez. Kreis Friedberg-Butzbach: seither Jouh (frs.). Wieder- oewählt. 6. , - Alsfeld - Schotten - Grünberg: seither Schönfeld (nl.). Geivählt Hirschel (Antisemit). 9. Lauterbach: seither Zin ßer. Gewählt durch Losentscheidung Mittwoch, 12. November 1902* Erschck-t täglich mit Ausnahme de« Sonntags. < fr. << A A X A A « Di« „Siebener Lamilienblätter" werden dem ■ Je J? S 2 Anzeiger viermal wöchentlich betgelegt. Der V ||!l. UlL I I W_. I. M ■ W W 811 , I. »hessisch« Landwirt" erscheint monatlich einmal. ■ B B ▼ ▼ Stöpler. Lauterbach - Schotten: seither Schmalbach (Antisemit. Wiedergewählt. Schotten-Büdingen: seither Weidner (christl.- soc.). Wiedergewählt. b) Provinz Starkenburg. 2. Wahlbez. Kreis Erbach: seither Lang (nat.-lib.). Wieder- gewählt. peppeuheim-Erbach: seither Tr. Hei den reich " (nat.-l tb.. Wiedergeivählt. Reinheim - Tieburg: seither Schönberger (nat.-lib.). Wiedergewählt. Tiebiirg-Groß-Umstadt: seither Ohl (Antis.. " Gewählt Hauck (Antis.). „ Bensheim: seither Seelinger (nat.-lib.). Vermischtes. dem Unsere Anträge sind Da zurzeit allenthalben wieder die Einschätzungen für Iw Einkommensteuern vorgenommen werden, sei darauf besonders hrngewiesen, daß Arbeiter und Dienstboten an ihrem steuerbaren Einkommen die von ihnen zu zahlenden Bei^ träge für Kranken- und Invalidenversicherung abziehen dürfen, sodaß z. B ein Arbeiter mit einem Jahresverdienst von 900 Mk. nicht in der Klasse IV mit 11 Mk- Steuer herangezogen werden kann, sondern nur in Klasse III mit 9 Mk. ,, »er Eventualantrag Brömel und der Antrag Gothein abgelehnt, letzterer auch gegen die Stimmen der Nationalliberalen m namentlicher Abstimmung. Hierauf wird der Antrag Albrecht mit 189 gegen 71 Stimmen abgelehnt, wodurch die übrigen Anträge erledigt sind. § 7a wird in der KommisnonSfasiung mit 182 gegen 71 Stimmen in namentlicher Abstimmung angenommen. Es folgt die Beratung über §8; der erste Absatz lautet: Zollpflichtige Waren, die aus Ländern herstammen, m wel- chen deutsche Schiffe oder Waren ungünstiger behandelt werden als die anderer Länder, können neben dem tarifmäßigen sonst nichts dringendes vorlieg.'. Der Antrag Finger wird abgelehnt. Schluß nach 6V* Uhr. LanDmairnsrraßc 6, entgegen. ** Besteuerung der Einkommen von Arbei- 11 et n und Dienstboten. Die „N- H. '861." schreiben: Aus Stadt und Land. *♦ Aus dem Bureau des Stadttheaters. dichter. Abg. Bachem (Ztr.): Würde die Linke die namentlichen 'Ästimmungen auf das früher übliche Maß zurückführen, würden auch wir entgegenkommen können. Abg. Singer (Sor.) sagt: Dazu können wir Vorredner keine Aussicht machen. durchaus ernst. (Gelächter rechts.) Präsident Graf Balle st rem erinnert daran, daß Schwerinstage doch nur angcsetzt werden sollten, wenn eits, dem Vicepräsidenten Büsing und dem Schriftführer Paaschc andererseits über diese Abstimmung. Als nunmehr Präsident Graf Balle st rem dem Abg. Stadthagen (Soz.) das Wort erteilt zur Fortsetzung der Diskussion, wird Stadthagen mit großem Lärm empfangen. I Nachdem der Abg. Stadthagen kurz gesprochen, wird gegen1 6 Uhr ein Vertagungsantrag Spahn (Ctr.) und von Nor- mann (kons.) angenommen. Der Präsident schlägt vor, die nächste Sitzung morgen i um 12 Uhr abzuhalten mit der Tagesordnung: Fortsetzung der Zolltarifberatung. Abg. Singer (Soz.) bedauert, daß seit langer Zeit keine Schwerinstage angesetzt seien zur Beratung der Jnitativ- anträge. Abg. Bachem (Ctr.) sagt, die Fortsetzung der Zolltarifberatung sei mit Rücksicht auf die zahlreichen Petitionen roün» chenswerter. (Lautes Gelächter links.) Abg. Singer (Soz.) meint, wenn man den Wunsch deS Volkes erfüllen wolle, sei es am besten, die Beratungen des Zolltarifes ganz abzubrechen, und das Volk vor diesen» Tarif zu bewahren. (Lärm rechts.) Abg. Bachem (Ctr.) entgegnet, die zuletzt eingegangenen Petitionen verlangen vielfach das Zustandekommen des Tarifs. Nach einigen Bemerkungen des Abg. Heine (Soz.) beantragt Abg. Sing e r (Soz.), auf die morgige Tagesordnung außer den Jnitalioanträgen auch die Petitionen zum Zolltarif zu setzen. (Heiterkeit.) Abg. Pachnlcke (fr. 8er.) bemerkt: Je mehr wir die Beratung der z-ahlreich vorliegenden Initiativanträge beschleunigen, um so eher kommen mir zum Antrag Aicy- au\ Trotzdem die Feuerwehr eine intensive Thätigkeit em'altet, dürfte es verloren sein. Kapstadt, 11. Nov. Der Braud von Eastlondou hat ausgehört. Der Schaden wird auf 200000 Psuud berechnet. Antrag. Handelsminister Möller ist am Vundesratstische erschienen. Staatssekretär Frhr. v. Thielmann (auf der Tri- ■ Hüne schwer verständlich) tritt für die Regierungsvorlage ' ein. Der Umstand, daß bis jetzt nur zwei Artikel im i alten Tarif nicht genannt feier», biete keine Gewähr, daß sich im Laufe der Zeit nicht neue Artikel herausstellten. Die Annahme der Regierungsvorlage sei besonders zu em- . pfehlen mit Rücksicht auf dre Vertragsverhandlungen, die sich doch nur auf solche Artikel bezögen, welche im Tarif genannt feien. Abg. Spahn (Ztr.) spricht für die Kommissionsfassung. Man solle sich nicht vorher binden. Sollten neue Waren auftauchen, für welche em Zoll in Frage Komme, so sei später noch immer Zeit, sich bezüglich derselben zu einigen. i Abg. Stadthagen (Soz.) wendet sich gegen die Regierungsvorlage. Abg. Pachnicke (fr. 8er.) führt aus, die Frage habe nur eine akademische, aber leine praktische Bedeutung. Es sei gar nicht gesagt, da'ß ctiua neu auftauchende Artikel Überhaupt den zotlpslichtigen Klassen zugezahlt werden müßten. Der erste Antrag wird hierauf in namentlicher Abstimmung mit 179 gegen 76 Stimmen abgelehnt. Ebenso werden der Eventualantrag Pachnicke und der Antrag von Wangenheim in einfacher Abstimmung ab gelehnt, letzterer gegen die Stimmen der gesamten Rechten. § 6 wird in der Fassung der Kommission angenommen, ebenso § 7 ohne Debatte. Es folgt die Beramng über den von der Kommission vorgeschlagenen § 7 a, wonach bei der Zollabfertigung Erklärungen über das Herstellungsland der Waren für diejenigen Waren abgegeben werden müssen, die je nach dem Herstellungsland einer verschiedenen Zollbehandlung unterliegen. Ein Antrag Gothein will, daß in solchen Fällen die Anwendung des niedrigeren Zollsatzes von dem Nachweis des Ursprungs abhängig gemacht werden kann. f)lahere Bestimmungen soll der Bundesrat treffen. Ein An - trag Albrecht fugt die Bestimmung hinzu, nach der dem Reichstag von den bezüglichen Entscheidungen des Bundesrats Mitteilung zu machen ist. Abg. Gothein (fr. Ver.) führt au5, der KommisfionS- ibeschluß bedeute eine Belästigung von Handel und Industrie. Bei einem Zollkrieg würde nicht daS Urfprungelanb getroffen, sondern der deutsche Importeur und bic beutsche Jnbustrie, die auf den Import von Rohstoffen angewiesen feien. Direktor im Reichsamt des Innern Wermuth erklärt: Die verbündeten Regierungen können keinesfalls dem Eintrag zustimmen, daß die Vorlegung aller einzelnen, vom Bundesrate erlassenen Bestimmungen im Reichstage erfolgen soll. Ihnen wäre eS willkommen, wenn der Paragraph ganz gestrichen ober doch m der Form deS Antrags Gothein Annahme finden würbe. Abg. Molkenbuhr (Soz.) meint, bic Annahme des KommissiondbeschlusseL würbe nur Zollchikanen herbeiführen. Abg. Spahn (Ctr.) tritt für den Kommissionsbeschluß, Abg. Semler (natl.) für den Antrag Gothein ein. 9lbg. Brömel (fr. Ver.) beantragt Streichung des § 7 a, eventuell Hinzufügung der Bestimmung, daß dem Reichstag bic Kontrolle vorbehalten bleibt auch für den Fall, daß der Paragraph in der Faffung des Antrags Gothein angenommen wird. Hanseatischer BunbeSratSbevollmächtigtcr Klügmann führt aus, die Kommlsfionsbeschlliffc würden große Belästigungen und große Beunruhigung zur Folge haben. Nachdem noch Aög. Stolle (Soz.) gesprochen, werden —o— Bad-Nauheim, 10. Nov. In einer zahlreich besuchten Versammlung, die der hiesige Bürgerverein einberufen hatte, sprach Rechtsanwalt und Notar Röm Held von Gießen über dieSlädteordnung und ihre Vor* - - - . rrr , . /-^«izüge vor der Landgemeindeordnung. Nach einer ein- Zoll einem Zuschlag bis zum doppelten Betrag diesem^atzetz gehenden allgemeinen Darstellung ging Redner auf die ober bis zum vollen Wert unterworfen werden; tarpmaBig ipe^C[(en Nauheimer Verhältnisse über und kam zu dem j ollfreie Waren können mit einem Zoll bis zur Hälfte bc6 5^^[uffe, daß die Einführung der Städteordnung Bad- Wertes belegt werden. Nauheim zwar nicht unmittelbar aus allen Kalamitäten Ein Antrag Pachnicke will die Worte „bis zur Höhe befreie, daß sie aber nennenswerte Mehrkosten der Ge- des vollen Wertes" streichen; ein Antrag Gothein will das memde keinesfalls verursache, dagegen ihr nach und nach Wort „doppelt" durch „voll" ersetzen und statt „zur Hälfte- ganz bedeutende Vorteile bringen werdeBa^uherm .. “ < v 1 <>.. J habe bisher schon an Vcrwaltungskosten 11900 Mark auf- >etzen, „bis zu 1 Fünftel. 9, h , dnrck gebracht, während das doppelt so große Friedberg für Em Antrag Albrecht will daS Wort -Länder _ durch 9.^ städtische Verwaltung nur 10 700 Mark bezahle. Ein „Staaten" ersetzen und hinter „können' einschalten „so wett fuchtiger (Btäbtebürgcrmeifter, der die erforderliche prak- nicht Vertragsbestimmungen entgegenstehen'. tische Erfahrung mitbringe, könne wohl mit weniger oder Zum Absatz 2 des § 8 liegen zwei Anträge Gothein bMigeren Hilfskräften arbeiten, als das bisher in Bad- und Albrecht vor, diesen Absatz zu streichen. Nauheim der Fall gewesen, da er ja, anders als der Abg. Brömel (fr. Ver.) beantragt getrennte Beratung Landbürgermeister verpflichtet sei, seine ganze Arbetts- der beiden ersten Absätze. kraft in den Trenst der Stadt zu steilen habe So kann Vizepräsident Busina sagt: Es erhebt sich kein Wider- Bad-Nauheim durch Einführung der stadtcordnung s-m- v ° v , s Opntmm i Verwaltung unter Umstanden noch verbilligen, ne hohen spruch . . .(lautes Oho!rechts und ""Zentrum.) Interessen, die Bad-Nauheiw Hand in Hans mit der ftc- Abg. Spahn (Ztr.) widerspricht dem Antrag Bro ' g^erung hierin dieser gegenüber unb in )einer eigenen 8er- Abg. Singer (Soz.) beantragt, auch über den dritten Mögensverwaltung zu vertreten habe, verlangte einen ge- Absatz getrennt zu verhandeln. (Heiterkeit.) _ _ wandten und gesetzeskundigen Städtebürgermeister. Die Abg. Stadthagen (Soz.) weist darauf hin, daß schon kosten für die städtischen Beamten erfahren durch die bei den Verhandlungen über den jetzigen Zolltarif der da- Einführung der Städteordnung keine Erhöhung und ebenmalige Präsident von Seydewitz gemeint habe, die Verhand» sowenig ändere sich etwas in den Pensionsverhältnissen langen gingen am schnellsten vorwärts, wenn man derselben. Lediglich die vorübergehende Pensionszahlung stber verschiedenartige Punkte emes Paragraphen gesondert anjen ^^'Anstäge Singer und Brömel werden abgelehn. dalanzrerung Abg. Pachnicke (fr. Ver.) befürwortet feinen Antrag, i kommen und Steuererhöhung aus diesem Grunde brauche Der Antrag findet auf der Linken genügende Unter- ^her nicht befürchtet zu werden. Es sei daher erfreulich, stützung, während die Bänke der Rechten und des Centrums daß Bad-Nauheim die Einführung der Städteordnung be- zunächst schwach besetzt sind. Während Vicepräsident Büsing schlossen habe, und daher in aller Kürze nicht mehr nur sich zum Schriftführer wendet, um dessen Urteil über die I dem Namen nach, sondern auch in Wirklichkeit eine hes» Majorität einzuholen, strömen die Abgeordneten der Rechten fische Stadt sein werde. herbei und unter großem Lärm des Hauses und lebhaften V i e r n h e i M, 8. Nov. Untere neuer baute e b a n g c - Oho-Rusen links wird der Vertagung-an.rag abgelehnt h-'r^t werden Die E^eihunkwLblr folgt unter großer Unruhe des Hauses eine lib()afte Provinz, Cberfonfiftorialrat D. Flöring, vornehmen. Auseinandersetzung zwischen dem Abgeordneten Singer einer- > . .. ... > > Chemnitz, 11. Nov. Heute nacht verübte ein 21 jähr. Dien st Mädchen einen Mordversuch an ihrem früheren Geliebten, einem 25jährigen Steinmetzgehilfen, dem sie mit einem Messer mehrere schwere jedoch nicht tätliche Wunden am Halse beibrachte. Der Schwerverletzte wurde nach dem Lrankenhause gebracht, die Thäterin verhaftet. * Zu der Operettenverschwörung im Bunten Theater zu Berlin, von her uns vor einigen Tagen eine drahtliche Nachricht zuging, demzufolge auf Kapellmeister Oskar Straus ein R e v o lv e r a 11 e n tat verübt worden fein sollte, lesen wir jetzt in einem Berliner Blatte: „Verschiedene Zeitungen lassen in der Berichterstattung über das dem Kapellmeister Straus widerfahrene Ätalheur durchblicken, daß dieser Herr von Arbeitern unseres Theaters verprügelt worden wäre. Hierauf erwidern wir, daß keiner von uns Herrn Straus ein Haar gekrümmt hat, eine Thatsache, die zum Ueberfluß durch die Feststellung von unser aller Alibi bestätigt worden ist. In dem für Herrn Straus so kritischen Augenblick stand der Vorhangzieher am Vorhang und der Schnürbodenmeister auf dem Schnürboden. Alle übrigen aber befanden sich in der Lheaterkantinc. Zur Erläuterung des Vorfalles, dessen passiver Held unser Kapellmeister geworden ist, sei noch erwähnt, daß Herrn Straus ein gleiches Unglück wie das vom Freitag früher schon sowohl am Theater des Westens, als auch am Secessions-Theater widerfahren ist. Die Ursache solcher Unannehmlichkeiten scheint in dem etwas anmaßenden Wesen des Herrn Straus zu liegen." So das vom technischen Personal der genannten Buhne berichtende Schreiben. Eine neue eingehende Untersuchung hat bestätigt, daß überhaupt n i ch t g e s ch o s s en worden ist. Cs wurden von der Polizei jetzt in dem dunklen Gang Revolverschüsse abgcfeuert, und un Zuschauerraum gehört. Straus blieb aber bei seiner Behauptung und tam auch Sonntagabend nicht in das Theater. An demselben Tage meldete der Direktion Frl. Bradsky, daß sie infolge der durch das Attentat hervor gern jene Aufregung nicht im stände sei, aufzutreten. Die Leitung sandte sofort den Theaterarzt zu Frl. Bradsky, der keinerlei Krankheit fand. Ta zur Abendvorstellung weder Fräulein Bradsky noch Straus erschienen, wurde beiden die so- __fertige Entlassung wegen Vertragsbruchs mitgeteilt. Gleichzeitig wurde ihnen das Betreten des Bun- Iten Theaters verboten. Frl. Bradsky soll außerdem zur Um! Zahlung der Vertragsstrafe angcl-alten werden. Deutscher Reichstag. 213. Litznrrg vom LL November. Dm Ministertisch befindet sich Staatssekretär Frhr. b. Richthofen, und Kommissare- Präsident Graf Balle st rem eröffnet die Sitzung um 12,20 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Beratung des Zolltarifs. Dieselbe beginnt mit der namentliche nAbstim- mung über den Antrag Albrecht zu Ziffer 12 des § 5, welcher sich gegen die Zollfreiheit für Seeluxusschiffe wendet. Ter Antrag wird mit 195 gegen 50 Stimmen abgelehnt. Es folgt die namentliche Abstimmung über den Antrag Müller-M e in in g e n und Mülle r-Sag an zu derselben Ziffer, welcher die Einführung von Baumaterialien für Schiffe, die zur Ausübung der Fischerei verwendet werden sollen, zollfrei haben will. Ter Antrag wird mit 181 gegen 70 Stimmen abgelehnt. Tie Staatssekretäre Graf Posadowsky und Frhr. b. Thielmann find im Saal erschienen. Ter Zusatzantrag Albrecht, unter Ziffer 12 Fi scherei- garne zollfrei zu lassen, wird in namentlicher Abstimmung mit 84 gegen 72 Stimmen abgelehnt. Schließlich wird § 5 in der Kommissionsfassung in einfacher Abstimmung angenommen. Es folgt § 6. Derselbe hat in der Vorlage folgenden Passus: „Waren, die im Tarif nicht besonders genannt und auch in keiner Tarifstelle einbegriffen sind, werden denjenigen Tarifstellen zugewiesen, in denen die ihnen nach der Beschaffenheit am nächsten stehenden Waren aufgeführt sind." Die Kommission lehnte diesen Passus ab. Ein Antrag von Wangenheim will die Regierungsvorlage wieder Herstellen. Ein Antrag Pachnicke will statt dessen setzen: „Im Tarif nicht besonders genannte, auch in keiner Tarifstelle einbegriffene Waren sind zollfrei." Ein zweiter Antrag Pachnicke will für den Fall der Annahme des Antrags von Wangenheim hinzusügen, daß der Bundesrat die Zuweisung der betreffenden Waren übernimmt, und daß die getrogenen Bestimmungen dem Reichstage mitzuteilen sind. Abg. Speck (Ztr.) berichtet über die Kommissionsverhandlungen. Abg. Roesicke-Kaiserslautern (B d. Landw.) befürwortet den Antrag von Wangenheim. Abg. Pachnicke (fr. 8er.; begründet seinen Antrag. Mit der von der zwmmission beschlossenen Streichung des Absatzes der Regierungsvorlage \ci nicht die wünschenswerte Klarheit bezüglich der tm Taris nicht genannten Waren hergestellt. Warum solle für solche' Waren Zollpflichtigkeit und nicht Zollfreiheit vorgesehen werden'? Sollte das Prinzip der allgemeinen Zollpflichtigkeit für im Tarif nicht genannte Waren eingeführt werden, bann möge man wenigstens dem Reichstag die Kontrolle nicht Vorbehalten. Redner beantragt namentliche Abstimmung für seinen vielfachen Wünschen zu entsprechen, gelangt am Freitag .... .. r . .. den 14. November das fünfaftige Schauspiel von finit 11 UNv IUI fll UlUlL Wilhelm Meyer-Förster „Alt-Heidelberg" nochmals zur a ’ Aufführung. I Boston, 11. November. MaScagni wurde aus Anort» ♦* Volkskonzert. Wie wir dem „Hess. Nass.Volksb." I nunq des Cbergenfatt- nach Hüucrleaung^ einer Bürgjchas^ vrm entnehmen, beabsichtigt der hiesige Ev a n g. A r b c i t e r ■ 4000 Tollars, die er selbst beibrachte, m ^rechen gesetzt, sofort verein nicht nur unter seinen Mitgliedern, sondern auch nach der Haftemlaßuna Gelangte Masc^i semen srichereo für die weitesten Schichten unserer Einwohnerschaft ein ^en Ver haf?umg größeres Volkskonzert bei einem billigen Eintritt am-p '-d^inndclen -crhanung. 30 Pfg. pro Person zu veranstalten. Der hie'ige Gesangs--- ---~ vereiu „Sängerkranz" hat sich bereit erklärt, sein demnächst llciifltr Wclouugen. im eigenen Verein zu gebendes Konzert, worin dieser Verein - F & ein größeres Chorwert mit Solls und Orchester „Die Kreuz Origlnaldrahtmeldungcn ««zergeh fahre r" von Gade zur Aufführung bringen wird, Ende Berlin, 11. Nov. Zn W e i tz en s e c verwund^ em November zu Gunsten eines Volkskonzertes zu wieder- Berliner Magistratsbeamter in der Wohnung eines ^reun holeii. Diese Aufführung verursacht aber bedeutende Kosten, I des s c i n e Fra u mit ci ne mR evolverschu p schwc , sie kann nur dann gesichert erscheinen, wenn eine starke und und erschoß sich dann selbst. rege Beteiligung stall findet. Eine Vorverkaufsstelle wird Rouen, 11. Nov. Gestern abend 9^g »as, dem demiiächft befamu gegeben werden, doch nimmt auch die Herzog ^voii Orleans gehörige^Lchloß Vorbestellungen den Eintrittskarten einstweilen der 2. Vorsitzende des Evang. Arbeiteiwereins Z. Ritsert,