wrkaiii "änzenstr.ig ück galten Uft 6711 HfentotiiCi Bazar. >meol hrüch. idter ' L jjJ G n zum billigsten TageZpn, öL & Co., ung engros. Telephon 3 orrd sicher durch Will» kur beseitigt. >d w|w .toria-Drogenf oll Bieley^Üti. drtgS —^rima Nr. 187 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 13. August 1SVS Erscheint täglich aufeer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siehener Zamilien- bläfttr viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Umvers.-Buch» u.Slein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Eichener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Bezugspreis: monatlich 75 Pf., viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePostMk.2.—viertel« jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenprels: lokal I2Pst auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für „©labt unb Land" und „Gerichtssaal": Curt Plato; für den An« zeigonteil: Hans Beck. Die heutige Dummer umfaßt 8 Seite«. des Vom französischen Kulturkampf. der fernt Hal. Deutsches Deich enthalt im trifft er mit Die französische Regierung scheint allgemach doch zu Ansicht gekommen zu sein, daß ein Kulturkampf eine höchst schwierige und mißliche Sache ist- Ihre bisherige Energie scheint am Ende zu sein und sie scheint es satt zu haben, in der bisherigen Weise vorzugehen. Ja, es sieht so aus, als stehe eine neue Krise bevor; die Minister wollen nicht lnehr mitthun. Nach einer Depesche aus Paris seien, der „Libre Parole" zufolge, die jüngsten Unterredungen Loubets mit den Ministern Rouvier und Delcasso als Vorzeichen von Veränderungen im Kabinett anzusehen; man sei geneigt, nach Schluß der ettva noch bevorstehenden Cchulsperrungen einem vermittelnden Vorschlag aus dem bischöflichen Lager näherzutreten. Tas sieht aber doch nach mehr aus. Vorläufig thut man) noch so, als wolle man nicht klein beigeben, aber der erste Schritt zur Versöhnung mit den starren Bischöfen wird wohl weitere zur Folge haben. „Um einer Versöhnung die Bahn zu ebnen", hat der Präsident des Departements Finistöre eine Versammlung der Organisationen des Widerstandes gegen die Schließung der geistlichen Schulen von Lesneven, Plvuda, Saint-Meen und Lefolgoet, an der ca. 400 Personen teilnahmen, einberufen. In seiner Ansprache erinnerte der Präfekt daran, daß die erste Pflicht des Franzosen die sei, dem Gesetze zu gehorchen. Er wurde oft durch Hochrufe auf die Freiheit und die Nonnen unterbrochen. Ter Deputierte Abbe Gayraud und Admiral de Cuverville sprachen sich für die Aufrechterhaltung der geistlichen Schulen aus. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Am Schlüsse der Versammlung erklangen neue Hochrufe auf die Schwestern und die Freiheit. Ter Präfekt sagte aber zu, der Regierung den Wunsch des Admirals Cuverville zu übermitteln, das Dekret über die Schließung der geistlichen Schalen vor den Staatsra t zu bringen. Durch die Berufung an den Staatsrat würde zunächst ein Aufschub aller Verfolgungen eintreten. Die Nonnen versprachen, sich der Entscheidung des Staatsrats zu unterwerfen. In Landerneau sind die am Pensionat von St. Julien angelegten Sigel von neuem abgerissen worden. Der Gras Hautefeulle ist vor das Schwurgericht verwiesen worden, weil er amtliche Siegel von den Ordensschulen ent- zurück. . .. — Die Ankunft de s Königs von Italien wird am 27. ds. nachm. auf der Wildparkstation erfolgen. Zum Empfange des Monarchen werden sämtliche in Potsdam und Berlin anwesenden Prinzen souveräner Häuser uno die Generalität kommandiert. Bei dem am 28. b. stattsindenden Einzug des Monarchen rn Berlin weroen Interesse hat schließlich autf} em Passus aus entern Strandbericht von Norderney wohm der Reichskanzler, wie gesagt, in den nächsten Tagen zuruck- zukehren gedenkt. In dem Strandbrrese heißt es u. a.: Graf Bülow ist nur von Sekretären, Chiffreuren und seinem Diener begleitet. Der einzige vortragnide Rat des Auswärtigen Amtes, der von Begmn semer Rerse hrer anwesend war, und dauernd E t^ rst, Fürst Lrchnowsky, bearbeitet in Abwesenheit des Chefs bie laufenden Geschäfte. Graf und Gräfin Bülow bewohnen hier die Villa Fresenia, die sie für die Saisori von dem Bacher, Graf en Wedel, gemietet haben. Auch Fürst ^tchnowsky, ine Beamten und die Dienerschaft sind m der Villa untergebracht. Westwärts neben ihr befindet sich nur noch eme dem Fürsten Knyphausen gehörige Villa, die Prinz Aren- berg und Familie bewohnt. Gras und Gräfin Mlow baden beide nicht, sondern genießen nur die herrliche Seeluft. Der Besuch Norderneys leidet in dies em d o ch unter dem bisherigen rauhen Wetter, Es sollen 5000 Kurgaste weniger gekommen sein, als tm Borsahre. Der Reichskanzler arbeitet auch hier täglich mehrere Stunden, und nur selten trifft man ihn auf der Promenade, vom „Mohr", bl em Reichspud el, begleitet. Der Kanzler Berlin, 11. Ang. Dem Vernehmen nach werden zur Truppenschau auf dem großen Mainzer Sande, welche der Kaiser abnehmen wird, etwa 20 Infanterie-Bataillone zusammengezogen werden. Die Rückkehr des Kaiser-Paares nach dem Neuen Palais bei Potsdam ist gegen den 24. b- M. zu erwarten. — Nach« dem Besuch des Königs von Italien in Berlin reist das Kaiserpaar mit dem Kronprinzen und den Prinzen Adalbert und Eitel Friedrich bekanntlich nach Posen. Am 5. September wird das Kaiserpaar sich in das Manövergelände begeben und alsdann nach Berlin bezw. Potsdam zurückkehren. — Die Kaiserin gedenkt in den nächsten Tagen mit den beiden jüngsten Kindern von Kabinen abzureisen und aus einer Zwischenstation mit dem Kaiser zusammen zu treffen, um gemeinschaftlich die Fahrt nach Düsseldorf fortzusetzen. Der Kronprinz trifft am 17. ds., nachdem er noch eine größere Anzahl von Städten in Elsaß- Lothringen besucht haben wird, zu einem achttägigen Auf-» ’ Schlosse zu Homburg v. d. H. ein. Dort ___,,.....Ät dem Kaiserpaar zusammen und reift, dann mit diesem gemeinsam nach Berlin bezw. Potsdam tragt zumeist einen dunklen Joppenanzug und die hier übliche Strandmütze. Graf Bülow ist hier sehr populär. Er besucht Norderney bereits im vierten Jahre, und die Norderneyer sind stolz aus diese Auszeichnung. Aber trotz dieser Popularität folgt dem Grafen auf seinen Spaziergängen in der nötigen Entfernung doch der übliche Geheimpolizist, deren hier zwei stationiert sind. Dies ist aber mehr eine Respektsbezeugung gegenüber dem ersten Reichsbeamten, als eine Sicherheitsmaßnahme. Auch ist „Mohr" ein so wachsamer und scharfer Begleiter, daß es eines weiteren nicht bedarf. Das Mittag- und Abendessen nimmt die Familie Bülow durchweg bei „Richter" ein. Gespeist wird dabei in einem für den Reichskanzler reservierten Zimmer, und die gerade anwesenden Reichs- und Staatsbeamten, die sich beim Reichskanzler gemeldet oder ihm Vortrag gehalten haben, sind dann Gäste. Zu nennen wären in dieser Beziehung der Gesandte für Oldenburg und die Hansastädte, Gras Henckel, der Oberpräsident von Hannover, Graf Stolberg, der Regierungspräsident von Aurich, Prinz Ratibor, und der neue Verkehrsminister, Exzellenz Budde. Letzterer kam von Emden hierher und ist seitdem Kurgast. Im allgemeinen sieht und hört man vom Reichskanzler gar wenig. 9hir selten sieht man die Gräfin begleitet vom Fürsten Lichnowsky und einem Dachsepaar, auf der Promenade. Sie trägt dann zumeist einen Hellen Strandanzug und einen großen Strandhut mit gelben Blumen. Kras Aülow in Jenen. Reichskanzler Graf Bülow, der am Sonntag in Berlin aus Swinemünde ein getroffen war, hat dort, wie uns gemeldet wird, eine Reihe von Vorträgen aus verschiedenen Ressorts entgegen genommen. Er begab sich sodann zu einem zweitägigen Aufenthalt nach Bayreuth, von wo er nach Norderney zurückkehrt. Wir glaubten in einem der gestrigen Berliner Abknd- blätter ein Interview mit dem Reichskanzler zu finden. Graf Bülow ist in dieser Hinsicht ein „moderner" Staatsmann; er steht den Vertretern der Presse gern Rede — notabene bann, wenn er etwas auf dem Herzen hat, und den Zeitpunkt für geeignet hält, der Öffentlichkeit davon Kenntnis zu geben. Freilich, unterhalten sich Staatsmänner mit Journalisten im stillen Vertrauen, daß das Gespräch möglichst weite Verbreitung finde, dann ist das große Publikum oft nur die Deckadresse für kritische Meinungsäußerungen, die bestimmten Personen und Kreisen im Jnlande oder im Auslande gelten. Ein derartiger Fall lag vor beispielsweise bei den vielerörterten Bemerkungen des Grafen Bülow über die Polenpolitik. Der Vergleich mit den „Kaninchen" ist bekanntermaßen dem Kanzler von den Polen sehr übel genommen worden, obschon gerade die edlen Polen in unschmeichelhaften Ausdrücken gegen das Deutschtum Hervorragendes leisten. Aber es ist ja eine im Alltagsleben häufig zu machende Erfahrung, daß Leute, die gern einen Spatz, und einen recht derben, treiben, keinen Scherz verstehen. Graf Bülow ist vor dem Zorn der Polen nicht bange, er wird sich in die Höhle des Löwen begeben. Wie nunmehr festeht, wird er — so wird uns heute aus Berlin gemeldet — den Kaiser auf seiner Reise nach Posen begleiten. Man darf wirklich gespannt sein, was nun die reiche Phantasie der Polen ersinnt, um dem leitenden Beamten, der die Polenfrage für die wichtigste der Politik erklärte und ein umfangreiches Programm hierzu aufstellte, ihre Abneigung auszudrücken. Einfach ist die Sache nicht, denn Demonstrationen mit dem Erscheinen des Staatsanwalts als Schlußeffekt können zwar die zum „Volk" Gehörigen leisten, aber blaublütige polnische Männer werden wenig Lust verspüren, ihre Haut zu Markte zu tragen. Also eine Kundgebung „loyaler Opposition" ist auszudenken, etwas, das zugleich auf die Massen wirkt, was die Führer der Polen- beewgung stets im Auge behalten. Graf Bülow wird selbst erwartungsvoll fein, was wohl die Polen anstellen mögen? Bei der Gelegenheit der Reise nach Posen bringt aber 6er preußische Ministerpräsident hoffentlich auch den „Fall Löhning" in Ordnung. Die „Nordd. Allg. Ztg." thut konsequent der Enthüllungen keine Erwähnung. Der Fall Löhning existiert nicht einmal für die „Zeitungsschau" des' offiziösen Organs. Am letzten Samstag verlautete, eine Sitzung des preußischen Staatsministeriums habe sich mit den Folgen der „nicht standesgemäßen" Verlobung des Steuerdirektors beschäftigt. Die „Kreuzztg." bezeichnete aber alsbald diese Meldung als sehr wenig wahrscheinlich. Aber, sollte sich unter der „Reihe von Vorträgen" und „mehrfachen Rücksprachen" des Grasen Bülow am letzten Sonntag nicht das Thema befunden haben, das allenthalben auf der Tagesordnung steht? Wir nehmen an, daß Graf Bülow umgehend schriftlichen Bericht eingefordert hat, und diese Mitteilungen durch mündlichen Vortrag zu ergänzen wünschte. Eine Bestätigung der gestern von uns wiedergegebenen Nachricht, die Stellung des Oberpräsidenten v. Bitter in Posen gelte als erschüttert, liegt bisher nicht vor. Es ist auch nickst abzusehen, warum gerade Herr v. Bitter „büßen" soll? Der doch, nach der Löhning- schen Darstellung, gemäß den Berliner Intentionen gehandelt hat, mithin nur an zweiter Stelle verantwortlich lieber die Kaiser-Begegnung sich auszusprechen, das wäre eigentlich ein Anlaß für ein Bülow-Interview gewesen. Denn man ist in Bezug auf die Resultate der Begegnung im wesentlichen auf Schlüsse ziehen angewiesen. Möglicherweise wurde folgende Notiz der „Nationalztg." von der Wilhelmstraße ans inspiriert: „Bon unterrichteter Seite erfahren wir, daß. die persönliche Intimität der beiden Monarchen in den mannigfachen Besprechungen so klar und deutlich zum Ausdruck gekommen ist, daß hinsichtlich der Aufrechterhaltung des Weltfriedens die zuversichtlichsten Erwartungen für die Zukunft gehegt wer- Die Zolltariskommission nahm am Montag die Positionen 916, Fahrrad er, 919 und 920, Fahrradteile aus Eisen bezw. anderen unedlen Metallen, nach der Vorlage an und änderte die Pos. 917 nach einem Antrag Herold dahin ab, daß für zweirädrige Personenwagen im Gewicht bis 150 Kilo 60 Mk. festgesetzt wird, darüber 100 Mk. Pos. 918, Lastwagen, wurde nach der Vorlage angenommen, ebenso die Pos. 921, Seeschiffe, 922, Fluß- und Binnenschifffe für Luxus- zwecke, 923, andere Flußschiffe, 924, Schwimmdocks, Pontons und 925, Wasserfahrzeuge aller Art,, zum Zerschlagen eingehend. Sodann wurden die Pos. 926, Handfeuerwaffen, 927, Bügel, Federn, Hähne, Läufe, 928, Schlösser, Verschlußstücke zu Handfeuerwaffen, nebst Anmerkungen nach der Vorlage angenommen; ferner der Unterabschnitt Uhren, nämlich Pos. 929, Taschenuhren, auch.mit Spiel- Werk, in Gehäusen aus Gold, Stück 3 Mk., Silber, auch vergoldet, mit vergoldeten Rändern, Bügeln, Knöpfen 1,50, ans unedlen Metallen, Legierungen, auch vergoldet, versilbert, aus anderen Äoffen 1ML ; Pos. 930, Uhrwerkzu Taschenuhren, fertige, Rohwerk IchO Mk., Pos. 931, Uhrgehäuse zu Taschenuhren aus Gold 1,50, Silber, uneblen Metallen 0 75 Mk.; Pos. 932, Triebe, Unruhen aus Stahl für Tchchenuhren, Doppelzentner 60 Mk.; Pos. 933, Teile von Taschenuhren aus unedlen Metallen, LegieQingen mit Ausnahme von Trieben, Unruhen aus -^ahl, sowie Gehau,e 200 Mk • Pof 934, Wand- und Standuhren, Taschen- und andere 'Zählwerke 200 Mk.; Pos. 935, Uhrwerke aus u^ edlen Metallen zu deii Pos. 934^unterliegenden Uhren: 60 Mk.; Pos. 936, Turmuhren, Telle dazu aus unedlen M^ tollen 10 Der UtoernbZchnM To n w er kz-euae wird nach dem Enüvurf genehmigt, nanllich Pos. 937, Pfeisenorgeln 25 ML, 938, Zungenorgeln, H a r m o n i u m s, 40 Mark. Pos. 939, Klaviere, 40, Pos. 940 Klaviermecha- niken, Klaviaturen 55, Pos. 941 Streich-und Zupstonwerk- zeuge 30, Pos. 942, Blastonwertzeuge, So, Pvs. 943, mechanische Spielwerkzeuge ohne Gehäuse bei entern Reingewicht von 500 Gramm und darunter 25, andere Spielwerke 40 Politische Tagesschau. Heber die Lage der Maschinellindustrie im Gießener Handelskammerbezirk spricht sich der neueste Jahresbericht nur sehr unvollkommen aus. Es heißt da in der Einleitung: „Am härtesten betroffen wurden diejenigen Industriezweige, die ganz besonders an dem Aufschwung beteiligt waren, die Maschinenindustrie, die Metallverarbeitung und die gesamte Montanindnsttie." Somit erfahren wir aus dem Jahresbericht hierüber fo gut wie gar nichts, es werden nur die kurzen Berichte dreier Firmen, H. Schaffftädt, Fritz Ecearius und Fr. Krogmann, wiedergegeben; dagegen vernehmen wir leider kein Wort von der größten Gießener Maschinenfabrik, Heyligenstädt & Co. Jedenfalls hört man, daß die Maschinenindustrie in ganz Deutschlano z. Zt. nicht eben auf Rosen gebettet ist Die größeren Etablissements dieser Branche leiden durchweg unter der Abnahme besonders der Aufttäge aus Auslandslieferungen. Es wird übereinstimmend gellagt, daß solche Aufträge, trotz ange- tr engt er Thätigkeit der Auslandsv ertretcr deutscher Fabriken, schwieriger zu erlangen seien, als im Vorjahre. Wir hatten unlängst darauf hingewiesen, daß infolge der starken Konkurrenz und gewisser politischer Verstimmungen der üdafrika Nische Martt als Absatzgebiet für deutsche Jndustrieerzeugnisse an Bedeutung einzubüßen scheine. Diese Auffassung findet Bestätigung durch die neuesten englischen Berichte über das Frachtgeschäft mit Südafrika. Es heißt da, daß gegenwärtig eine lebhafte Nachfrage nach Eisen- und Stahlprodutten, Maschinen aller Art und speziell nach landwirffch>astlichen Geräten dort sich geltend mache. Ten Bedarf beispielsweise an Pflügen konnten die englischen Fabriken nur mit Mühe, unter Zuhilfenahme von Nachtschichten, decken. Das mag den deutschen Fabrikanten ein Ansporn sein, ihre besondere Aufmerksamkeit dem südafrikanischen Markte zuzuwenden. Bei der Güte ihrer Erzeugnisse werden sie schließlich auch gegen politische Verstimmungen erfolgreich aukämpfen. Mark, Pos. 944 Tonwerkzeuge nicht besonders genannt 30 Mark, Pos. 945, Saiten, ab gepaßt, Darmsaiten, auch nachs- geahmte 50, überspannen mit Draht 100 Mk. Anmerkung: Drahtsaiten wie Draht, Teile von Tonwerkzeugen wie Ton- werkzeuge. — Tie Kommission nahm schließlich die letzte Position des'Tarifs 946, Kinderspieklzeng, 10 ML, ara und lehnte sodann den Antrag der Sozialdemvf- traten auf Anfügung eines 20. Abschnittes „Orden" ab, der besagt: Pos. 947, Orden, auch wenn von Souveränen verliehen, sind nach Beschaffenhell des Materials, ohne Rücksicht auf Gewicht, keinessaUs untei 1000 Mk. pro Stuck, zu verzollen. Tie Kommission beriet alsdann die zurückgestellten. Zuckerpositionen und nahm Pvs. 174 in der vom Staatssekretär Frhrn. v. Thielmann empfohlenen Fassungl des Antrages Spahn an ,welcher lautet: Rohr-Rüben- und sonstiger Zucker von der chemischen Zusammensetzung desj Rohrzuckers (Saccharose) 40 All., anderer fester und flüssiger aller Art, auch Füllungen und Zuckerabläufe (Syrup, Melasse), Rübensaft, Ahornsaft 40 Mk. Die Kommission nahm Pos. 175, Starkezucker, F-ruchtzucker ic. 40 Mk. an, erhöhte aber darin den Zollsatz für Milchzucker von 40 auf 80 Mk., nahm Pos. 200, Zuckerwerte rc. 70 Mk. an, strich Pos. 382, künstliche Süßstoffe, und änderte Pos. 383 ab, wie folgt: Süßholzsaft mit Zucker rc. versetzt, Brustteig 60 Mk., anderer frei. — T amit ist die erste Lesung der Tar/ifvor- lage erledigt. Unerleoigt sind noch der Rest des 12. Paragraphen des Tarifgesetzes, die Verwendungsanträge Zentrums, sowie der Sozialdemokraten. die Mannschaften der hiesigen Garnison vmn Brcmden- dnrger Thor bis zum Zeughause Spalier bilden. — Prinz Viktor von Italien, Graf von Turin ist heute hier eingetroffen. — Ter Verbandstag deutscher Bäcker-Jn- nu-ngen erklärte sich in Köln fast einstimmig gegen ixte Getre idezoll-Erhöhung, da das Odium der dadurch notwendig werdeirden höheren Brotpreise auf den Bäckern haften bleiben' würde. — Aus Kaudzin wird gemeldet: Tie aus allen Teilen Oberschlesien.s beschickte Konferenz der sozialdemokratischen Partei, an der auch Vertreter des Vorstandes der politisch-sozialistischen Partei teilnahmen, erzielte keine Einigung zwischen deutschenund polnischen Sozialdemokraten. Nach erregten Auseinandersetzungen wurde eine Resolution gegen den Widerspruch der Polen angenommen, die acht Wahlkreise beansprucht hatten. Tie Deutschen beschlossen, keine Kandidaten der Polen zu acceptiereu, sondern nominierten für sämtliche zwölf ob erschle fischen Wahlkreise eigene Kandidaten. Bennigse):, 11. Aug. Unter überaus zahlreicher Beteiligung wurde heute nachmittag Rudolf von Bennigsen zuGrabe getragen. Unter den Anwesenden befanden sich der Handelsminister Möller, der frühere Landwirtschaftsminister Dr. von Lucius, der Kommändierende General von Stünzner, die Spitzen der Behörden aus Hannover, sowie zahlreiche Mitglieder der nationalliberalcn Partei und Freunde uud Verehrer des Verewigten. Nach einer Trauerfeier im Hause wurde der mit Blumen reich geschmückte Sarg nach dem Begräbnisplatze der Familie von Bennigsen getragen. Am Grabe sprach nach dem Gebet und dem Segen des Geistlichen zunächst der Wirkl. Geh. Rat Planck; er schilderte den Verstorbenen als Politiker und Menschen und legte im Namen der nationalliberalen Partei einen Kranz auf dem Grabe des Führers nieder. Dann sprachen Dr. Sattler im Namen der nationallibe- ralen Fraktion des Reichstags und von Eynern namens der Nationalliberalen Fraktion des Landtags und legten ebenfalls Kränze am Grabe nieder, desgleichen ein Abgesandter aus Baden. Mit Gesang schloß die ernste Feier. jK ob lenz, 11. Aug. Wie nunmehr feststeht, wird der Kaiser und die Kaiserin am 15. d. M. von Düsseldorf kommend hier eintreffen und sich an Bord eines Dampfers der Köln-Düsseldorfer Dampsschiffahrts-Gesellschaft nach Bingen, Rudesheim und ev. bis nach Mainz begeben. Die Fahrt bis nach Mainz hängt jedoch vom Wetter ab. Ausland. London, 11. Aug. König Eduard befand sich auch heute ausnehmend wohl. Er hiell heute nachmittag im Buckingham-Palaste eine Sitzung des Geheimen Rates ab, an der die zurücktretenden Minister und ihre Nachfolger teilnahmen. Nach der Sitzung nahm der König eine Investitur vor. — In seiner schriftlichen Antwort auf die von Gibson Bowles s. 3* im Unterhause gestellte Anfrage, ob der Regierung bekannt sei, daß die russische Regierung mit Persien über einen Vertrag verhandele, demzufolge Persien als Gegengabe für die russische Anleihe Schutzzölle auf die aus Britisch-Jndien nach Persien eingeführten Waren legen solle, erklärt Balfour, der Regierung sei nichts davon bekannt, daß über irgend einen derartigen Vertrag verhandelt werde; die Regierung wisse jedoch, daß die Regierungen von Rußland und Persien eine Revision des bestehenden Zolltarifs beabsichtigen und daß einige der vorgeschlagenen Zölle wahrscheinlich eine ungünstige Wirkung auf die Einführung von Waren aus Britisch-Jndien haben werden. Die englische Regierung habe sich mit der indischen über den Gegenstand in Verbindung gesetzt. Haag, 11. Aug. Das Allgemeinbefinden Steijns ist zufriedenstellend. Reitz ist gestern hier eingetroffen und heute von Krüger empfangen worden, der morgen nach Utrecht zurückkehren wird. Brüssel, 11. Aug. Von allen Seiten laufen noch fortgesetzt Condolenztelegramme bei der Witwe des Burengenerals Lukas Meyer ein, auch ein solches von General Kitchener. Frau Meyer ist durch den Tod ihres Gatten so angegriffen, daß sie ernsllich erkrankt ist und das Bett hüten muß. Budapest, 11. Aug. Im kroatischen Badeorte Lipik kam es bei einem Feste, dem viele Ungarn beiwohnten, zu einer großen anti-ungarischen Demonstration. Die kroatische Jugend stürmte einen Pavillon, auf dem ungarische Fahnen angebracht waren, riffen diese herunter und beschmutzten und verbrannten sie. Konstantinopel, 11. Aug. Das russische Turmschiff Rostislao, unter dem Kommando des Großfürsten Ale- rander Michaelowitsch sowie zwei andere Turmschiffc, zwei Kanonenboote und ein Transportschiff unter dem Kommando des Admirals Hillebrand besuchen seit einigen Tagen die türkischen Häfen am Schwarzen Meer. Man bringt diesen Besuch dort mit der Errichtung einer russischen Kohlenstation in Zusammenhang. — Die Offiziere und Arbeiter der Marine-Artilleriewerkstatt in Tophane haben seit längerer Zeit keinen Sold mehr erhalten und nahmen daher eine drohende Haltung gegen den Minister an. Man versuchte zunächst, sie durch kleine Zahlungen und mannigfache Versprechungen zu beruhigen, später wurden jedoch einige zwanzig der beteiligten Offiziere verhaftet und ins Innere von Anatolien abgeführt. New-Port, 11. Aug. Der amerikanische Gesandte Bowen in Caracas telegraphiert, daß die Deutschen beabsichtigen, Truppen bei Porto Cabello zu landen, da dort deutsche Interessen gefährdet seien. Das Kabinet wies darauf den Kommandeur des Kreuzers „Topeka" ebenfalls an, Truppen zu landen. — Ein Telegramm aus Port-au-Prince meldet, daß die Stadt Goave-lc-Petit völlig zerstört wurde. Jede der beiden kriegführenden Parteien wird beschuldigt, der anderen den Brand gelegt zu haben. Der ftanzösische Kreuzer „Dassas" brachte Vorräte nach Goave-le-Petü und kehrte von dort mit 200 Frauen und Kindern an Bord zurück. — Da sich viele Japaner auf den amerikanischen Wake-Midway- Jnseln im Stillen Ozean niedergelassen haben, entsandte die Bundesregierung ein Kriegsschiff „zur Untersuchung" dorthin. Aus Stadt und Land. Gießen, 12. August 1902. * * Oeffentliche Lesehalle. Da die Bücherausgabe am 19. Juli für 6 Wochen geschlossen wurde, konnten nur in den zwei ersten Juliwochen Bücher verliehen werden. Die Zahl dieser Bände beträgt 998. Davon kommen auf: Erzählende Litteratur 481, Illustrierte Zeitschriften 262, Versdichtungen 11, Litteraturgeschichte 5, Jugendschriften 130, Länder- und Völkerkunde 19, Kulturgeschichte 6, Geschichte und Biographien 18, Naturwissenschaft, Technologie 29, Seewesen 11, Hauswirtschaft 5, Gesundheitslehre 9, Philosophie und Religion 7, Fremdsprachliches 5 Bände. Nach auswärts kamen 18 Bände. * * Iugendfest. Wie uns von feiten der Schule mitgeteilt wird, möchten Eltern schwächlicher Kinder oder solcher, welche im ersten oder zweiten Schuljahr stehen, sich in der Nähe des Zuges oder der Spielplätze aufhalten, um sich ihrer Kinder nötigenfalls annehmen zu können. — In einem Zimmer der Leib'schen Wirtschaft wird eine Sanitäts-- wache eingerichtet, damit, wenn nötig, sofort HUfe zurhand sein kann. • * IXeb er ein Koschat-Konzerft wird aus München berichtet: „Gestern (Freitag) veranstaltete das Koschat-Quintett, bestehend ans den Herren Rudolf Traxler, Walter Fournes, Clemens Facher, Georg Haan und Thomas Koschat im großen Saal des Münchener Kindl-Kellers ein Konzert, das sich eines kolossalen Besuches zu erfreuen hatte, denn lange vor Beginn war fast kein Stuhl mehr zu bekommen, und bald hatten sich die wackeren Sänger die Gunst und Synwathien ihrr Zuhörerschaft errungen; man jubelte ihnen aufs herzlichste zu, und immer wieder mußten sie eine Zugabe spenden." i. Großen-Bufeck, 12. Aug. Bei dem am Sonntag veranstalteten Vereinswettturnen des Turnvereins erhielten in der Oberstufe: 1. Preis Karl Rühl 55,75 Punkte, 2. Pr. Chr. Rohrbach 54 P., 3. Pr. H. Scheid 52 P. Unterstufe: 1. Pr. Wilh. Schneider 71,75 P., 2. Pr. Heinrich Hahn 61,75 P., 3. Pr. Chr. Schäfer 57,75 P., 4. Pr. L. Mattern 54,75 P., 5. Pr. Ph. Schäfer 52,75 P., 6. Pr. H. Scheid I. 51,75 P. § Butzbach, 11. Aug. Der von Gendarm Ebert verhaftete Schreinergeselle Jakob Schäfer, gebürtig aus Ilbenstadt, soll einge stand en haben, in dem Jagdhause — das im Walde der Gemeinde steht — einige der vermißten Sachen entwendet zu haben. Dagegen schwebt bezüglich der weiteren, den Mehrwert repräsentierenden Gegenstände noch ein geheimnisvolles Dunkel; alle Indizien sprechen dafür, daß der Einbruch von Mehreren oder zu verschiedenen Zeitpunkten verübt sein muß. Solche Plünderung wie die ftagliche kann Einer allein doch nicht wohl bewerkstelligen; ebensowenig die rasche Bergung der vielen Gegenstände. sd. Darmstadt, 11. August. In der Granit- und Syanitschleiferei von Ludw. Best, Nieder-Ramstädterstraße 47, brach heute abend in den Maschinenräumen auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, welches alsbald eine mächtige Ausdehnung zu nehmen schien, da der Gasmotor daselbst stand und die Räume selbst, meist aus Holz errichtet, viel brennbaren Stoff boten. Es wurde „Großfeuer" gemeldet. Der alsbald herbeigeeilten Feuerwehr gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken, sodaß der Schaden nicht sehr bedeutend sein dürfte. — Heute vormittag wurde in der Nähe der Ludwigsbuche die 13jährige Tochter eines auf dem Jagdschloß Kranichstein wohnenden Hofbediensteten, welche nach Arheiligen zur Schule wollte, von einem ca. 20 Jahre alten Burschen an gepackt und zu vergewaltigen versucht. Auf das Geschrei des Kindes eilten alsbald Leute herbei, sodaß der Wüstling von seinem Opfer abließ und das Weite suchte. Worms, 11. Aug. Während der Dauer des Turnfestes wurden an Getränken das nachstehende Quantum konsumiert: In dem Haupt-Festzelte zirka 7913 Flaschen Wein, darunter 6000 Flaschen Turnerwein (Firma Mahler), 1300 Flaschen Forster (Schäfer, Tochtermann), 300 Flaschen Bernkastler Doktor (Langenbach), 100 Flaschen Deidesheimer Traminer (Clemens), 40 Flaschen Liebfraumilch (Geist u. Cie.), 11 Flaschen Forster Kirchenstück (Langenbach), 50 Flaschen deutscher Rotwein (Ebel), 26 Flaschen Medoc (A. Weigand), 40 Flaschen Schaumwein, Henkel trocken (Heilgers), 25 Fl. Luginsland (Werger u. Co.), 1 Flasche Pommery, 26 Flaschen Siegfriedsekt (Guntrum) wurden im Glas ausgeschenkt, ferner 5600 Fläschchen Wasser (von den Firmen Ebel u. Scholl). In dem Schoppenweinzelte wurden verzapft zirka 25 Hektoliter offener Wein (Geist u. Cie.) und 3900 Fläschchen Wasser. In den drei Bierzelten wurden im Ganzen zirka 340 Hektoliter Bier ausgeschänkt (vom Wormser Brauhaus, Werger'sche Brauereigesellschaft und Elephantenbräu). Der Voranschlag, welcher 8000 Flaschen Wein, 7000 Liter offenen Wein, 300 Hektoliter Bier und 6000 Krüge Wasser vorgesehen hatte, ist demnach mit Ausnahme des Schoppenweines ziemlich erreicht worden, während der Wasserverbrauch ein größerer war. Frankfurt a. M., 12. Aug. Für den 15. August ind im Hotel „Imperial" am Opernplatz für das Gefolge res Kaisers Zimmer bestellt worden. — Der Nach- olger Karl Sängers in der deutsch-katholischen fteireligiösen Gemeinde, Prediger Wilhelm Klauke, wurde am Sonntag in sein neues Amt eingeführt. Hanau, 11. Aug. Der sozialdemokratische Wahlverein ur den Reichstags-Wahlkreis Hanau-Gelnhausen beschloß in einer gestrigen Generalversammlung, den bisherigen Abg. Hoch auch für die nächste Reichstagswahl als Kandidaten aufzustellen. — Bekanntlich wurde kürzlich in Birstein einer Zigeunergesellschaft ein Mädchen von 6 Jahren abgenommen, da man es aus verschiedenen Gründen für ein gestohlenes Kind hielt. Da die von der Gerichtsbehörde angestellten Erhebungen nicht dazu geführt haben, daß das Kind von jemand als das seinige anerkannt worden ist, wurde das unter dem Verdacht des Kindesraubs im hiesigen Landgerichtsgefängnis internierte Zigeunerpaar wieder entlassen. Das Kind, das vorläufig bei dem Fürsten von Jsenburg-Birstein ein Unterkommen gefunden hatte, wurde den Zigeunern wieder übergeben. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Wie man aus Friedberg berichtet, wurde bei dem vom Altertumsverein vor dem Fauerbacher ww voraenommenen Ausgräber? eures alte« römische« Brunnens ein römischer, dem Jupiter gewidmeter Votiosiein mit der gut erhallenen Inschrift „Jovi optimo maxiao“ gefunden ; er wurde dem Friedberger Altertumsmuseurr überwiesen. — Aus Mainz wird gemeldet: Das Pfeü eines Pionier-Offiziers kam in der Witzstraße zu Fall, wodurch der Offizier schwer verletzt wurde. Unter Beihilfe mchrerer Frauen brachte man ihn in die Wohnung eines dort wohmnden Schmiedes, wo dem Besinnungslosen alsbald auch die erste ärztliche Hilfe zu Teil wurde. Sodann wurde er nach Mainz ins Garnisonlazaret verbracht. Vermischtes. * Koblenz, 11. Aug Tie Frau des Telegraphen- beamten Brendgens aus Köln spazierte am Vormittag mit zwei kleinen Kindern am Moselufer. Hierbei würbe sie von einem Manne überfallen, der ihr mit einem StUet eine 6 Millimeter breite Wunde in den Unterleib beibrachte. Tie schwangere Frau wurde zu chren hier wohnenden Eltern gebracht. Der Thäter ist noch nicht gefaßt. Er ist 25—30 Jahre alt, hat ein fahles Gesicht und trug einen grauen Anzug und schmutzigen Stroh Hub * Berlin, 11. Aug. Aus Eifersucht auf ihren Mann hat die 26 Jahre alte Frau des Möbelpoliers Paul Hartung sich und ihr Kind durch Gift umgebracht. Tie Frau hat dem Kinde Lysol zu trinken gegeben und dann selbst dieses Gift zu sich genommen. Wie versichert wird, war die Eifersucht der Frau völlig grundlos. * Berlin, 11. Aug. Ein raffinierter Betrug ist in der Verwaltung des sozialdemokratischen Holzarbeiterverbandes, Verwaltungsstelle Berlin, entdeckt worden. Der Beitragssammler Tannenberg hatte sich bereits vor längerer Zeit Quittungsmarken für einen in Wahrheit gar nicht existierenden Holzarbeiter- Gesangverein anfertigen lassen, uud den Mitgliedern des Holzarbeiterverbandes, bei denen er Beiträge einkassierte, diese Marken statt der echten Verbandsmarken in das Verbands buch gefiel)t. Die falschen Marken waren den echten täuschend ähnlich. Außerdem wußte der unredliche Beitragssammler bei der Abstempelung so zu hantieren, daß die Aufschrift der Marken ganz mit Stempelfarbe bedeckt und daher unleserlich wurde. Dannenberg konnte den Schwindel mehrere Jahre lang betreiben und hat so den Holzarbeiterverband um erhebliche Summen geschädigt, deren Höhe erst durch genaue Revision der Bücher sestgestellt werden kann. Der Betrüger wurde der Staatsanwallschaft angezeigt. * Koburg, 11. Aug. Während einer unvermuteten Kassenrevision ist der Stadtkassen- assistent Klett flüchtig geworden. Die Höhe der unterschlagenen Summe ist noch nicht festgestellt. * Hamburg, 11. Aug. Bei einer Feuersbrunst in ihrer Wohnung in der Marxstraße erstickte eine sechzig- jährige Dame. * Bern, 10. Aug. Laut Bericht aus Chamounix sind am Col du Dorne zwei Alpenklubisten während eines Gewitters erfroren. Ihre zwei Führer, die in den Grands Mulets Hilfe holen wolllen, stürzten in Gletschergründe und sind ebenfalls tot Von Chamounix sind Führer karawanen auf gebrochen. Dort sah man mit btm Fernrohr, wie eine Person längs des Abhanges des „Petit Plateau" am Montblanc hinabrollte und dann in einer Spalte verschwand. Kurze Zeit darauf erblickte man zwei Gruppen sich abwärts bewegen, deren jede eine Leiche zu transportieren schien. Das „Petll Plateau" ist ein fast völlig flaches Schneefeld, etwa 2Y^ Wegstunden oberhalb der „Grands Mulets"; fein südlichster Teil ist den vom Dome du Goüter herunterkommenden Lawinen ausgesetzt. lieber dem „Petit Plateau" zieht sich eine steile Wand hin, die „Grands Montes", durchschnitten von einer zum „Grand Plateau" führenden, gewöhnlich halb mit Schnee und Eis gefüllten großen Spalte. — Die Klubisten sind die Herren I. Stehling aus Straßburg und Henri Maud ui t aus Paris. Stehling ist ein Sohn des früheren Bankiers Stehling. Er hatte vor kurzem die juristischen Studien beendigt. — Tie Mittwoch an der Sudseite des Aralp Horns infolge Ausgleitens verunglückte Dame ist ein Fräulein Hanhart aus Zürich. Der Arzt hat Schädelbruch und Kopfwunden konstatiert. Es ist aber Aussicht auf Genesung vorhanden. * Bukarest, 11. Aug. In der Zentral-Werkstätte des hiesigen Hauptbahnhofs wurde eine Falschmünzer- Wer kstätte entdeckt, deren Mllglieder sich aus der Zahl der hiesigen Schlosser rekrutiert. Diese haben seit Jahren alsches Geld in Höhe von ca. 700000 Lei in Verkehr gesetzt. Port Arthur, 11. Aug. Seit dem 15. Juli bis 2. August sind 246 Chinesen und 70 Europäer an der Cholera erkrankt. Davon starben 219 Chinesen und 27 Europäer, darunter 11 russische Soldaten. Viele tausend chinesischer Arbeiter verließen aus Furcht vor der Cholera )ie Stadt und begaben sich nach Tschifu. Tie Gesellschaft des russischen Roten Kreuzes versieht' die Stadt mit gutem Trinkwasser. • Dammbruch. Nach einer Meldung aus Madrid erfolgte in dem Minendistrikte von Santander ein Dammbruch eines großen Wafferreserooirs, das zum Erzwaschen diente. 14 Personen, meist Kinder, sind dabei ums Leben gekommen. * Ein Duell in Budapest, das selbst in der an Zweikämpfen so überreichen ungarischen Hauptstadt viel Aufehen erregte, wird gemeldet. Es fand in der Honlved- Kavallerie^serne zwischen dem Grafen Felix Harnoncourt und dem Sportsman Ernst Wahrmann statt. Vor acht Tagen spielte Wahrmann auf dem Schlosse des Grafen Harnoncourts Ezka im Tovontaler Komitat mit dem Kreis- irjt Dr. Messinger und zwei Geisllichen Tarock. Im Laufe beä Spieles schleuderte Wahrmann dem Arzt den Ausdruck „Trottel" zu. Tr. Messinger erhob sich, verließ das Schloß und sandte seine Zeugen. Diesen erklärte Mahrmann, „-Hatte!" sei feine Beleidigung, wenn sich der Arzt durch den Ausdruck beleidigt fühlen sollte, so möge er ihn bei Gericht belangen. Zum Beweis, daß er dem Zweikampfe nicht aus Feigheit sich entziehen wollte, verweise er auf die 18 Duelle, )ie er bereits ausgefochten habe. Tic Zeugen verfaßten nunmehr ein Protokoll, Zeugen dieser Szene waren Graf Harnoncourt und Prinz Jaime von Bourbon. Es kam zu einem Wortwechsel zwischen dem Prinzen, Grafen Harnoncourt und Wahrmann, wobei der Gras gegen den letzteren eine drohende Stellung annahm. Wahrmann stürzte ins anstoßende Gemach und kam mit einem Revolver zurück. Ter Gras schlug Lärm, rief die Dienerschaft zusammen, in- Lwuwe« fiuhte Wadrmorm lein Hell in der Flucht und ftchk M Budapest $nrM MMertoeAe toter in n< Eisenbahn-Zeitung Den Ehauffeevou gieicgiaus unerugeuuaj ucm tTurcf) derl Bau dieser kleinen Strecke, wodurch die xmte Strecke von Butzbach nach der preußischen G 2M0i KriesKasten der Redaktion. Dienstzeit zu zahlen. 3Va% 3% 3V,% 3% 3x/2°/o . 102.90 . 92.80 . 102.65 . 92.70 . 100.60 . 99.70 . 103.75 102.20 . 102.35 . 102.90 . 47.20 . 29.40 . 28.35 . 113.60 . 43.40 Reiohsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberheesen stibssiut bestes Mundwasser der Welt! y y .. preußischen Grenze erst ihren L-nsbau findet und erst recht ihren Zweck erfüllt, werden viele Sparwasser, Butzbach. c , . hpanau i. yeiu. w/o Gestorben: Daniel Konrad in Schotten. — Frau Hedwig pecherkrt., 3,5% Harnkrt. Graulich, geb. Hoffmann in Butzbach. 86.20 106LO 216.001 183.00: 134.00 142.60- 153.80 152.70 17.90 17L101 192.00- 187.20' 163^0 vom —15. Jahr hu 1 4% 56 Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4°/j Italien. Rente . . . 4'/, % Portugiesen . . . 3%. Portugiesen 156 0. Türken . . . . Türkenlose - 4% Griech. Monopol.-Anl. 4%% äussere Argentiner Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. M., 12. August 1902. 3% Mexikaner , . . 4,/2°/o Chinesen . . . Electric, Schuckert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatebahn . . Lombarden . . , . Gotthardbahn Laurahütte Bochum .,<>.* Harpener .... Tendenz: fest. Familien Nachrichten. Verlobt: Ottilie Schuchard, Neuhof bei Gießen nut Georg 31/2% 4% Oesterr. Goldretne Universüäts-Uachrichten. — Bei einer öffentlichen Doktorpromotiou an der Ber° ün e r Universität erklärte der derzeitige Dekan der juristischen Wultöt, daß Studierende, die mit einem nrchthuma- ; stischen Reifezeugnis versehen seren, zwar zum luristlschen -, sicher im Gefängüis von Smolensk wegen der Moskauer, F-ebruar-Unruhen internierten Studenten an. D^s Gouverneur entließ sie mit einer kurzen Ansprache, worin', er zur Arbeit und Ruhe aufforderte, aus ihrer sünfmonat-/ lichen Haft. P1 „ , New York, 12. Aug. Heftige Regensturme haben; im Staate New-Jersey einen gewaltigen Schaden angerichtet., ,Der Bahnverkehr ist unterbrochen. In Cansas City sind hunderte von Dörfern fvrtgerissen worden. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin 12. August. Die Leiche des Kohlen-- finnh PrÄderraao der bekanntlich in der Jrren- anttatt^errberae vlüfilich gestorben und ohne Benachrichtigung seiner Frau begraben worden ist, wurde gestern ® ÄÄe n $ toV1 Urenb em Eisenbahuzug Stop en nag en, s Miuuten fn.ua Summa: 13 (6) 8 (3) b (3) Anm.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an,wie mel der Todesfälle in der betreffenden Kranchett auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Kronen, meistens in Silber, gestohlen, ohne eine Spur zu hinterlassen Der Inhalt war die gesamte Tagesu- Einnahme der Küsten-Station Charlotten- lun d. London, 12. August. Gestern fand die letzte- Sitzung der Kolonialminister statt. Obgleich das Resultat geheim gehalten wird, wollen mehrere Blätter wissen^ ldaß der Zollverein nicht zu Staude gekommen ist. Der einzige Vorteil, der von England erlangt wurde, sei eine Bevorzugung der englischen Handelsschiffe m den Gewäfferu der Kolonieen. So soll Neu-Seeland eine Tarifherabsetzung I ähnlich derjenigen, welche bereits Kanada zugestandeu hat. einführen. London, 12. Aug. Bei der in Dublin abgehaltenen !Protestversammlung gegen die Krönung König Eduards, der speziell als für Irland nicht bindend erklärt wurde, verhaftete die Polizei den irischen Exdeputirteu Cil- bcide wegen Aufruhrs auf Grund eines fett einer Woche be*. stehenden Haftbefehls. Paris, 12. Aug. Das „Echo de Paris" oeröffent*. licht folgendes sensationelle Telegramm: Gerüchtweise oer» lautet, eine Kompagnie Infanterie aus Quimper,^ I welcher der Befehl erteilt worden war, Ordensschwestern ml IDouarnenez zu vertreiben, habe den Gehorsam nerV Gießen, den 11. August 1902. Die Mitteilung des „Gieß. Anz.H Nr. 186 1. Blatt, daß die Bewohner des T e u s e 1 s L u st g ä r t ch e n s bet der ^tadtver- tuahung um Aenderung dieses Straßennamens emgekommen sind, giebt mir zu einigen Bemerkungen Veranlassung. Straßennamen,! die sich von atters her erhallen haben, sind für die Geschichte einer Stadt von großem Werte, da sich m chnen em Stuck historischer Ueberlieferung erhalten hat, die auf manchen dunklen Punkt em Licht wirft. So ist der Name des Asterwegs die letzte Er- innerung an ein ausaegangenes Dorf Achstadt; der Sellersweg^ erinnert an das Dorf Selters, der Lindenplatz wohl an die Statte, da ehedem unter einem Lindenbaum Gericht gehegt wurde. Die ! „Wetzsteins Gasse" (sol), „Zozels Gasse", „Hunds Gaffe" (so!) ver° danken ihre Flamen bestimmten Besttzverhaltmssen, so auch der „Oswalds Garten" und das „Teufels Lustgärtchen". Die,e alten ylamen zu ändern, heißt sich an ihnen und an unserer historischen Ueberlieferung zu versündigen. Der alle Name der Sonnen- Straße, der „in der Sonne" lautete, ist leider offiziell abgeanöert worden, aber ich hoffe, daß die Stadtverwaltung künftig allen derartigen Aenderungsversuchen einen kräftigen Damm entgegensetzen möge. ®- Gießen, den 11. August 1902. Hochgeehrter Herr RÜiakteur! In allgemeinen sind die hiesigen Behörden und Bewohner bestrebt, das Ansehen der Stadt nach innen und außen zu heben, sie zu verschönern, soweit die Kräfte hierzu ausreichen. Diese Anstrengungen haben auch vollen Erfolg gehabt, man darf ohne Ueber- treibung sagen, daß der größere Teil der Stadt Gießen einen vornehmen, schönen Eindruck gewährt und die Ueberzeugung giebt, dasi Schönheits- und Kunstsinn hier nicht fremd sind. Umsomehr ist es zu beklagen, daß neuerdings vor den „Thoren" und an den Straßen der Stadt so unschöne Holzpfosten, welche Bekanntmachungstafeln tragen, ausgestellt wurden, welche wahrlich keine Zierde genannt werden können. Auch in solchen kleinen Angelegenheiten darf man nicht versäumen, Kunstsinn zu bethätigen. In vorliegendem Fall war es z. B. leicht, von den m nächster Nahe befindlichen großen Eisengießereien Plakatstander zu beziehen, die > nicht nur dauerhafter sind, sondern auch den Anforderungen einer „kunstsinnigen Bevölkerung vollauf genügen". (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) E. M. In einem Falle wie der von Ihnen geschilderte (selbstverschuldetes Kranksem) kann der Dienstbote sofoff gekündet werden. Selbstverständlich ist auch nur Lohn für die wirkliche nehmlich die überraschenden Vorgänge bei derDeutschen Genossenschaftsbank, über welche wir an anderer Stelle ausführlich berichten. Es machte sich Mißbilligung baruber gellend, daß die Schuld an den Verlusten, von welchen die Bank so hart betroffen worden ist, nur dem schwer ^krankten Gesellschafter Siebert zugeschoben wird, wahrend doch die übrigen Mitglieder des Vorstandes chre Pflicht nicht erfüllt Haden, wenn sie die Maßnahmen des Herrn Siebert ohne ernste Prüfung billigten. Die Gesamttendenz wurde hiervon nur roemg berührt, indem man der Ansicht ist, daß dieser Fall, nach den schweren Verlusten des vergangenen Jahres, nur eine Ausnahme bildet. - Bankaktien wenig verändert. Kohlenwerte wurden lebhaft gehan- belt und erfuhren Preisbefferungen. Deutsche Fonds stetig. Ausländische Renten stetig und seit. Kunst und Wiffenschasl 1 Paris 8 August. Dr. G a r n a u 11 erklärte in einem Interim zu den Aeußerungen Prof. Dr. Kochs gegenüber einem Mitarbeiter des Figaro", Dr.Koch müße über die Bedingungen, unter bien er Aarnault) seine Versuche angestellt habe, schlecht unter- iriStet Um Was den Vorschlag Kochs anbetreffe, Milch von tuberkulösen Kühen zu trusten, so sei dieser nicht ern|t zu nehmen. Angesichts seiner tranigen Konstitution, werde er einer Erkrankung lange Beit Widerstand leisten können. Das Zerstörung s w e r k l) abe übrigens bei ihm schon begonnen und Prof. 'Ucfc werde bald sehen, ob er es mit einem Charlatan zu thun habe. Gingesan-t. (Für Form und Jnhatt aller unter dieser Rubrik stehenden d er Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber I - , keinerlei Verantwortung.) L-usvau sinoer uno erji tcu-ji “ uux, »lorgeu Wald hessischer Gemeinden und des hessischen Staates er- | h Mich wertvoller unb erhält eine ganze Anzahl preußischer Dörfer, U nut ihren Bedürfnissen auf die landwirtschaftlichen Erzeugmffe der Wetterau, wie Stroh, Getreide und sonstige Futterartckel angewiesen sind, eine höchst notwendige Verbindungsstraße." — Mit dem L Februar n. I. wird eine tiefeusichneidende Venderuna in dem Avancement der preußischen Eisenbahner eintreten. Während die unteren Beamten seither n sog. Anstellungsbezirken (immer drei Nachbar-Direktlonsbezlrke) iurebrangierten, wird diese Einrichtung mit obigem Datum m Weg- kominen, und es sollen die Anwärter für Stationsvorsteher-, 3ahn- und Werkmeister-, Güterexpedienten-, Statwnseinnehmer- Stellen alsdann durch den gesamten preußisch- lefsischen E i s e n b a h n b e z i r k rangieren und so zur I Mstellung gelangen. Bei der Rerchspost wird dies sett langer Zeit lO gehandhabt. Vom 1. Februar n. I. an wird demnach ein Vor- Lcher-Anwärter von Memel oder Triest nach Gießen oder Worms and ein Einnehmer-Anwärter von Saarbrücken nach Lyk an der mlssischen Grenze zur Beförderung versetzt werden können. -gandel und Verkehr. Volkswittschasl. Deutsche Genoffeuschaftsbauk von Soergel, Parrisius u. Eo., Berlin nnd Frankfurt a. M. Eine schmerzlichte Ueberraschung wird den Aktionären dieses Institutes zu Teil d»!irch die Mitteilung, daß in der Hauptabteilung in Berlin schwere Werluste entstanden sind, die den Gewinn des ersten Halbjahres I L9O2 und den größten Teil der sett Jahren angesammelten Ress r v e absorbieren. Die Verwallung beruft für Ende dieses Monats eine Generalversammlung ein, um die Bilanz per 30. Juni inorzulegen. Die Geschäftsführung führt die Verluste auf den schwer I e rkrankten Gesellschafter Siebert zurück. Die enormen Verluste be- tieffen die Gewerkschaft Kyffhäuser die Accumullttorwerke Watt, die Spiritusglühlicht-Gesellschaft, F. Schuchhardt u. Cc^, sowie einige damit zusammenhängende Debitoren. Jur die beiden ersten Unternehmungen sind 2 Millionen, für letztere->300 000 Mk. und fiir Dubiose ein Viertelmillion abzuschreiben. Ferner sollen auf Weteiligung und Effekten - die, wie die Verwaltung der Bank s-lbst zngiebt, viel zu groß waren - 920 000 Mk. in Reserve gesollt werden. Insgesamt 3 470 000 Mk. Das laufende Geschäftsjahr soll am 30. Juni abgeschlossen werden, um den Gewinn ' ves ersten Halbjahres frei zu bekommen. Nach Msorbierung müssen nock 2 670 000 Mk. der Reserve entnommen werden, so daß noch wei Millionen Reserve verbleiben. Zugleich wird der freihändige Rückkauf von 6 Aiill. Mk. Aktien & 102 pCt. oorgeschlagen. Der n,n«° Wert der Aktien stellt sich mit 2 Mill. Rel-roe auf ca. 107 pKt Wie der Bericht jagt, ist dem Herrn Siebert zu srere Hand ge- Caiien worden. Wenn die Darstellung genau und ootlftanbig ii. trifft Herrn Siebert schweres Verfchulden. Gegenüber der Bank ihm Pflichtvertetzung. W-siwtrtfchaft und Mwer-r Vertrauensbruch zum Vorwurf zu machen. Löon einer Regreßpflicht wird im Bericht nichts gesagt. Jetzt erst flommt die Verwaltung mit dem Eingeständnis, daß die Konsortien »nd Effekten für die Verhältniffe Diel zu hoch seren und bafe e§ Jur S Bank nicht „o h n e Ä ed e n k en" wäre, dieselben un b^hengen Umfange zu betreiben. Diese Ges chas te sowie die Finanzier u na e n standen schon immer im Widesspruch mtt dem eigent- ?iche!i Zwecke der Bank Die V-mk sollte nach, § 1 des Statuts hauptsächlich den Genossenschaften mit Bankkredtt entgegenkommen. Die Frankfurter Filiale wurde hauptsächlich zur Erleichterung im öerkehr mit den süddeutschen Genossenschaften errichtet. Den Au f- HiAtSrat trifft auch in diesem Falle der Vorwuff "1011^6^= er Auf ich? VÄtzender des Aufsichtsrates ist der Retter öugo Hemies, der noch dem Aufsichtsrat einer ganzen Reche von Lternehimingen angehört, biei ju b« ©euthfio;^&eii^en^\ ian£ Beziehungen haben: stellvertretender Vorsitzender ist der ötadtverordnetenoorsteher Dr. Langerhans; wettere ilufsicbtsrates sind Dr ^riß Schneider m Potsdam, Genoss enschafts- nwalt Dr Crüaer ReiÄstagsabg. Karl Blell m Brandenburg, Zankdirektor Karl üild in Wiesbaden, ^^neralagent Hobrecht m Frankfurt a. 9)1. und Bürgermeister Nizza m Ribnitz. ÄU aS ttffi e”'b r"p 0 n’jÄ Mß xT ent auf das Aktienkapital von 650000 Mk. verteilt w«ben soll. Die Anlagen bestehen in 293 929 Immobilien, 73 848SJlMmm S« M.eta's.Uh eine M W Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Verwaltungsrat den Zinsfuß für neue Darlehen aus unserer Kasse vom L Oktober L I. ab auf ermäßigt hat und daß auch eine solche Ermäßigung vorn. L Januar 1903 für alle diejenigen Schuldner eintritt, welche seither 4i/2% Zinsen gezahlt haben. Gießen, am 8. August 1902. Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Gießen. Wiener.5722. Anerkannt bestes Mittel gegen Wschlvch, ^wielen,5üjlcntoeiniciiiL sind Ir. HöWes hygien. West-Mz-Weil (patentiert in ber ganzen Wett). Dieselben können auch als Brandsohlen vom Schuhmacher. emjj gearbeitet werden. — Allemverkauf für Gießen und Hingegen Wilh. Piank, Ledertzdig., gy rmederverkänfer erhalten Rabatt. aus ChMvMix sind ist en während eines Wrer, die in den rügten in Gletscher- m Lhamounix sind sah num mit oem des „Petit :nb bann in Eckte man zwei xi jede eine Leiche vt Meau" ist ein Wegstunden ober- blichster Teil ist den senden Lawinen aus- sieht sich eine steile rchschnitten von einer lewöhulich halb mit jte. - Die Llubrsten lastburg und Henri ui-ohn des fruhtten E die j-ri>ki-he» m d« Sühfejte ,5 oerungluitc t Ms Z°rf4 » idw l°nM-rt. ® M-Le-M-d-s vr sich aus der 000 Lei IN MW t W !?■ ’S ® M«. b Sm "ld,‘ *£«****■ Madrid . b„ i- y* » »4 a & t«”' Äaurbv"' barn^ LV? Spott. Hannover, 11. Aug. Janowski gewann den ersten Preis des Schach t u r n i e r s. Ledig? Siebzeh' Johr alt war des Lische Unn das erjchtmol vor Gericht, Dumm warsche jo zwar e bische, Doch fe hat e lieb Gesicht. Bauernborsch, die dahte klage, Eifersucht warsch um die Lies, Unn do mußt se alles sage, Wie se heeßt, wie alt fe is. „Ledig?" freet fe do der Richter. Dumm guggt ihn die Lisbeth aa*. Der schneidt zornige Gesichter, „Ledig?" duht er nochmals frah'. „Ledigduht er's drittmol frehe, Und do sät die Maad geschwinn: „Ei, eich kann mie do net lehe Do midde inn die Stubb eninn. Elinor-Vampa. Ueber Hautansschläge Ihre „Oberweyers Herba-Seife" bei zwei Patienten mit chromschem, Ekzem in Anwendung gebracht, und bin ich mit dem ©tfolgfdjr wfrieden. Z. k f. Apotheken, Drogerien u. Fabrikant I. Groth,, Oanau L Best?: 90% Seife, 3% Arniea, 2% Salbei, 1,5 /0 Wasser-, a nO/ .(3rtrnfrt. 5711 Es starben an: Zusammen: Erwachsene: ön 1 1. Lebensjahr: 2. | Lungentuberkulose 4(1) 3(1) — Gehirn tuberkulöse 1 (1) — I Neubildungen 3(3) 1 (1) I Stimmritzenkrampf 1 — I Lungenentzündung 1 1 I Herzfehler 1 1 I Verunglückung 1(D 1 (1) | unbekannter Ursache 1 _ 1 f£etn jg. Schneider für dauernd a, Woche ges. Bahnhoistt. 18. 0348» tojfmii gesucht. Westanlage 32. Ö5U2 I. Atzbach, Grünbergerstr. 10a. Die altbewährte Unten, i. d. alten Sprachen w. ert. Off. u. Nr. 03488 a. d. Exp. zu oenrrieten, 5711 Der Vorstand. WWWWche h’vmiclmtiwn Siel le ii-G e suche verschiekieilts MAGGI lUict nein d)c (Offciir Stelle» Zn u erb. Hilf eit 1. Stock, 5--Zimmerwohnung, per 1. Oktober zu vermieten. Bloltkestr. 2 Zimmerw. per sofort oder später zu verm. Näh, das. 1 Treppe hoch. 3095 08377] Hierdurch bringe ich höfl. zur Kenntnis, daß ich das von meinem Manne seither betriebene Geschäft LlivcMcrt weiter führe. Wilhelm M Wm. Große Mnhtgaflc 13. Donnerstag dell 14. Angnst, nachmittags 21/t Uhr, werden in dem Hause Ludwig- straffe 57, LL, freiwillig versteigert: 2 vollständige Betten, 1 Nacht- und 1 Waschtisch, 1 Sopha mir Lederbezug, 1 Kommode (Altertum), 1 Tisch, 1 Kleiderschrank, 2 Bücherregale, 2 Spiegel u.cum. Versteigerung bestimmt. 5720 Geißler, Gerichtsvollzieher. Student, Med., sucht ein älterer Student, Med., als Reisebegleiter. Off. unt 5687 an d. Exp. Ö721] (fein junger Hausbursche, 15 bis 16 Jahre alt, auf sofort gesucht.Emil Fischbach. '-«MH: Wolfspitz zu verkaufen. 03447 Aelsenlsllcr. Die Beerdigung findet Mittwoch den 13. d. Mts^ vormittags 10 Uhr, vom Friedhöfe aus statt. Mittwoch den 13. d. M. nachmittags Präzis 1 Uhr: Antreten am Turmhaus am Brand. Uniform: Tuch rock und Mütze. .Wil V1! O hat alle Vorzüge der wl Ul Stock unseres Wohnhauses, Ue 6 3immer u. Zubehör, Alice- straße 25, zu vermieten. 2595 Kauflmann & Cie. Flasche Mk. 1.80, 2.50, 3,—, 3.50, 4.—, 5.— Cognac zuckerfrei Flasche Mk. 3.— Vorzüglich für Genesende und Zuckerkranke. General-Vertretung für Oberhessen und Nassau-West: _____ Ad. Geisse, Giessen. 6715 14. VIII. 1902, abends 9 Uhr Versammlung im Cafe Ebel. 5706 Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott gefallen hat, unsere liebe Mutter, Großmutter und Tante jm Theodor Rühl Witwe gestern nach langem, schwerem Leiden im 64. Lebensjahre zu fich zu rufen. Aie trauernden Kinterölieöenen. In deren Namen: Wilhelm Rühl, Spengler. Theodor Rühl, Büreauvorsteher, Löberstraße 6. Gießen, den 12. August 1902. 5717 Einige Waggons schweres Wn-Ruchch (LauW für sofort zu kaufen gesucht. Gefunden ith Kloster Arnsburg ein goldener Ring. Abzuholen 5719 Stephauflraße 13, IV. L FiitterliefetiiW für das Tierspital in Gießen. Für die Zeit vom 1. November 1902 bis zum 31. Oktober 1903 soll die Lieferung von Heu, Stroh (Maschinen- u. Handdrusch), Hafer, Weizenschalen, Futtermehl u. Hundekuchen für das Tierspital vergeben werden. 2. Verkauf voil Mager. Der in der Zeit vom 1. November 1902 bis zum 31. Oktober 1903 gewonnene Dünger soll nach dem Gewichte, so wie er sich in der Grube findet, an den Meistbietenden verkauft werden. Reflektanten werden ersucht, ihre Angebote an die Direktion bis zum 15. September d. I. einzureichen. Die Bedingungen find in dem Tierspital, Frankfurterstr. 85, einzusehen. 5709 Gießen, 12. August 1902. Die Direktion des Tierspitals. 1 OHfin Mark auf erste Hypo- luUVU thek, la. Objekt, per 1. Hfttoöer gesucht. Näh. durch ja. Mallach, Bisrnarckslraße 14. Spar- und kMasse Giessen. Wegen des morgen — Mittwoch den 13. L Mts. — dahier stattfindenden Jugendfestes ist nachmittags unsere Kasse geschkossen. Gießen, den 12. August 1902. 5718 Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Gießen. Wiener. 4000 Mark gegen Sicherheit gesucht. Offerten unter 03424 an die Erpedition d. Bl. erbeten. Jagdverpachtung. Montag den 1. September d. I. (nicht Freitag den 22. August), nachmittags 2 Uhr, soll die mit dem 1. September d. I. wieder leihfällige Kemeinde-Zagd auf dem Rathaus dahier unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Rodheim a. d. Bieber, den 4. August 1902. Der Bürgermeister: Bechtold. 5584 5525] Ein möbliertes und ein unmöbliertes Zimmer zu vermieten.Asterweg 5. 5373] Kleines Familienlogis per 1. Oft, zu verm. Alicestr. 20. Frankfurterftr. 33, I Hrohnuugsgejuch. Kl. 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