Nr. 187 Erstes Blatt. ISS. Jahrgang Dienstag IS.August 1902 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit Dem hessischen Landwirt die Lietzener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Univers.-Buch- ».Stein» Druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftratze 7, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Frrnsprechanschluß Nr. 51. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Bezugspreis» monatlich 75^., vierteil jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch diePost Alk. 2.— viert el- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. il allgem. Teil: P. Wittko: für ,Stadt und ßctnb' und „Gerichtssaal*: Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck, Politische Tagesschau. Der vielerörterte Konflikt der Würzburger Professoren mit dem verflossenen Kultusminister Dr. v. Lcmdmann hat mit einer Niederlage der Hochschullehrer geendet. Die unmittelbar nach Schluß des bayerischen Landtages getroffene Entscheidung wurde uns gestern bereits telegraphisch übermittelt. Sie lautet wörtlich: München, 11. Aug. Nachdem am 26. v. M. der einverlangte Rechtfertigungsbericht des Senats der Universität Würzburg beim Kultusminister eingetroffen war, wurde durch Ministerialentschließung vom 9. d. M. die vom Rektor und von neun Mitgliedern des Senats abgegebene Protest-Erklärung nach Form und Inhalt als ungehörig erkannt und ebenso wie die Veröffentlichung, für welche der Senat ausdrücklich die Verantwortung übernommen hat, ernstlich ge- mihbilligt. Bezüglich des Enthebungsgesuchs des Rektors und der beteiligten Senatsmitglieder wurde in gleicher Entschließung ausgesprochen, daß dasselbe aus dienstlichen Gründen sich zurVertretung an Aller- Aöchster Stelle nicht eigne. " Es bleibt abzuwarten, ob die Würzburger Professoren sich hierbei beruhigen werden. Sachlich ist ihr Enthebungsgesuch inzwischen durch Ablauf des Universitätsjahres erledigt, und durch die Entlassung des von ihnen befehdeten Kultusministers ist ihnen immerhin eine gewisse Genug- thuung bereitet worden. Auch hierüber ist jetzt die end- giltige Entscheidung gefallen. Wir teilten gleichfalls bereits gestern mit, daß Prinz-Regent Luitpold das vom Kultusminister Dr. von Landmann eingereichte Entlassungsgesuch unter wärmster Anerkennung seiner mit regstem Pflichteifer und Hingebung geleisteten treuen Dienste genehmigt und den Minister unter Einreihung in die Zahl der Staatsräte im außerordentlichen Dienst bis auf weiteres in den Ruhestand versetzt. Gleichzeitig wurde der bayerische Gesandte in Wien Frhr. von Podewils-Dürniz zum Staatsrat im außerordentlichen Dienst und zum Kultus- minister ernannt. Die neue Taktik des Bundes der Landwirte. Tas Vorhandensein verschiedener Auffassungen über die Taktik innerhalb der Leitung des Bundes der Landwirte wird jetzt von Herrn Edmund Klapper in einem Artikel in der „Zukunft", der die Gründe des demnächstigen Rücktritts des Herrn v. Wangenheim von dem Vorsitze des Bundes auseinandersetzt, zugestanden. Aus dieser Darstellung geht hervor, daß Herr v. Wangenheim einer Verständigung mit der Regierung, so weit dies irgend möglich gewesen wäre, das Wort geredet hat. Diese Tendenz ist auch eine Zeit lang von den übrigen Mitgliedern des engeren Vorstandes gebilligt worden. Erst in letzter Zeit hat sich dann ein Umschwung vollzogen. Klapper läßt durchblicken, daß schließlich auch Herr von Wangenheim die Ueberzeugung gewonnen hat, daß der Weg der Verständigutng ungangbar sei, und daß der Bund nunmehr den von Anfang an von Dr. Roesicke und Tr. Hahn empfohlenen Weg einschjlagen müsse, „es mit der rücksichtslosen politischen Machtesttfaltung des deutschen Bauernstandes" zu versuchen. „Wenn also der Freiherr v. Wangenheim jetzt zurücktreten will, so deduciert Herr Klapper, so läge darin keineswegs der Ausdruck einer etwa entstandenen Gegensätzlichkeit seiner politischen Auffassung zu den Tendenzen der Bundesmehrheit, sondern man könnte daraus nur schließen, er habe sich selbst vollkommen überzeugt, daß auf dem Wege einer Verständigung mit der Regierung heute nichts zu erreichen ist. Er halte darum jetzt den anderen Weg für notwendig, glaube aber vielleicht, daß er persönlich die hierfür erforderliche Kampfnatur nicht besitze. In der Auffassung der Tagespresse nimmt man die Absicht des Rücktrittes als Beweis einer Gegensätzlichkeit in den Tendenzen. In Wahrheit beweist sie nur, daß über die Aussichtslosigkeit jedes Verständigungsver- suches jetzt wieder volle Uebereinstimmung im Bunde herrscht und daß daher die Beschreitung des anderen Weges auf allen Seiten für erforderlich erachtet wird." Die Sozialdemokraten Gießens haben, wie wir bereits gestern mitteilten, wie immer als Erste auf den Plan des Landtags-Wahlkampfes sich begeben. Sie wollen, wie sie sagen, in allen hessischen Wahlkreisen eigene Kandidaten aufstellen und sind, allem Anschein nach, recht siegesgewiß Tie bürgerlichen Parteien werden gut thun, sich auch bei Zeiten zu rühren. Als Reichstagskandidaten haben die Sozialisten den Stadtv. Krumm in Aussicht genommen. Im übrigen scheinen sie von dem in ihrem eigenen Parteiorgan gemachten Vorschläge eines Kartells mit den liberalen Parteien recht wenig zu halten; allenfalls bei Stichwahlen könne diese Frage in wohlwollende Erwägung gezogen werden. Tie liberalen Parteien aber werden hier wohl auch ebenso wenig wie anderswo besondere Geneigtheit zu einem Kartell mit den Sozialisten zeigen. Im Königreich Sachsen wollen bekanntlich die Ordnungsparteien bei den nächsten Reichstagswahlen in Kreisen, die durch die Sozialdemokratie gefährdet sind, gerade gegen diese gemeinschaftliche Sache machen. Das Trennende soll für die Zeit der Wahl vergessen sein, und trotz aller eigenen inneren Gegnerschaft will man Arm in Arm gegen die Sozialdemokraten ankämpfen. Auch die antisemitische Partei ist dabei, und die Kartellmacher glaubten, das Zentrum werde ihnen die Hand reichen. Damit ist es jedoch nichts. Das Dresdener Zentrumsorgan nennt diese Erwartung geradezu „naiD". Bei uns in Hessen liegen ja freilich die Verhältnisse wesentlich anders. Heer und Flöte. Zur Begnadigung des Oberleutnants Hildebrandt, der bekanntlich den Leutnant Blaskowitz int Duell erschoß, schreibt die „Welt am Montag": „Auch wir würden gewiß keinen Anstand nehmen, unsere Meinung über eine solche Begnadigungspraxis unumwunden auszusprechen, wenn wir nicht zufällig neuerdings von bestunterrichteter Seite darüber aufgeklärt worden wären, daß die Vorgeschichte des Jnsterburger Duells sich doch nicht ganz so verhielt, wie dies seinerzeit in der Presse dargestellt wurde. Schon der Umstand, daß Hildebrandt zu dem gesetzlich zulässigen Mindeststrafmaß verurteilt wurde, legte die Vermutung nahe, daß der Gerichtshof, wenn auch nicht durch die Beweisaufnahme, so doch auf Umwegen Kenntnis von Einzelheiten erlangt hatte, die das Vorgehen des Angeklagten in anderer Beleuchtung erscheinen ließen, als es nach den bekannt gewordenen Thatsachen erscheinen mußte. Diese eigenartigen Begleitumstände sind natürlich auch zur Kenntnis des Kaisers gelangt; das Volk aber kennt sie nicht, und so ist es denn durchaus erklärlich, daß der Begnadigungsakt hier eine starke Verstimmung erzeugt hat. Die erwähnten Umstände sind nicht danach angethan, daß wir sie zum Gegenstand öffentlicher Besprechung machen könnten. Vielleicht geschieht dies aber dennoch; der Monarch hätte daran nicht zuletzt ein ziemlich starkes Interesse." Das klingt recht geheimnisvoll. Wie übrigens das „Ostpr. Tagebl." meldet, fand am 7. d. M. in Insterburg ein Abschiedsessen für den Oberleutnant Hildebrandt statt, an dem auch die Kommandeure der 2. Kavalleriebrigade, Generalmajor v. Willich und der 2. Feldartilleriebrigade, Generalmajor Gronau teilnahmen. Aolonialpost. Ter Verkauf eines Königreiches. Im Aw» zeigenteil des amtlichen „Ttsch Kolonialbl." findet sich eine interessante Versteigcrungsbekänntmachung, aus der ersichtlich ist, wie leicht man in der Südsee „Jnselkönig" werden kann. Am 28. Oktober 1896 starb auf Ponape der Südseeforscher Johann Stanislaus Kubary, und jetzt wird sein Nachlaß an den Meistbietenden versteigert, das heißt erst am 18. April 1903, vormittags 9 Uhr, im Amtsgebäude des kaiserlichen Bezirksamtes in Ponape, Jnselgebiet der Ostkarolinen. Ter Landbesitz besteht aus der Insel Taatik (Mangroveninsel), an der Südseite des Hafens von Lionger gelegen, wertvoll nur für den Holzschlag, zu Ansiedelungen nicht geeignet, Schätzungswert 500 Mark, etwa 80 Hektar groß; der Insel Japutik (Tschaputik) oder Paitik, im Norden des Hafens von Langer gelegen, etwa 6 Hektar groß, zur Anlage einer Handelsniederlassung geeignet, Schätzungswert 1000 Mk., drittens dem Land Mpomp, einem etwa 1000 Meter breiten und tief in das Innere der Insel Ponape sich erstreckenden Laudstreifen, etwa 800 bis 900 Hektar groß, im Norden von dem schiffbaren Flusse Jokola begrenzt, einen Kilometer von der Regierungsnioderlassung entfernt, zu Pflanzungszwecken geeignet. Tas Land ist unbewohnt und noch nickst vermessen. Der Schätzungswert beträgt 15 000 Mk. Das Ausschreiben giebt alle sonstigen Bedingungen bekannt, doch ist es zweifelhaft, ob sich an dem genannten Termine in Ponape viele Bieter einsinden werden, obwohl sie sich durch dritte Personen vertreten lassen können, die aber mit gerichtlicher oder notarieller Vollmacht versehen sein müssen. Der Weg nach den Karolinen ist weit, die Schiffsverbindung sehr schlecht, ein Kabel noch nicht vorhanden, und so wird der Wettbewerb um das Jnseleigen- tum wohl nicht sehr lebhaft werden. Ans Stadt und Kand. Gießen, 12. August 1902. ♦* Dünsberg-Wettturnen. Sonntag den 7. September findet auf dem Dünsberge das diesjährige Wettturnen statt. Dieses ist ähnlich dem Feldbergfeste vor einigen Jahren eingerichtet worden und erfreut sich bereits großer Beliebtheit besonders in Turnerkreisen. Es findet nur Wettturnen in volkstümlichen Uebungen statt und zwar in Freihoch Freiweitspringen, zweiarmig Stemmen und Steinstoßen. Alle Turner, die zwanzig und mehr Punkte erreichen, haben Anspruch auf Preise. Außer Feuilleton. — Menschenfresserei im Herzen Afrikas. Die „Beiträge aur Kolonialpolitik und Kolonialwirtschaft" beginnen mit Veröffentlichung von Aussätzen des vor kurzem heimgekehrten Afrika- sorschers Dr. Richard Kandt. Unter den Bildern von Land und Kiwusee giebt er ein Beispiel eines geradezu greulichen Falles von Kannibalismus. In der Nähe unseres heutigen Lagers, so schreibt er, mitten unter den Bananen, machten wir einen greulichen Fund. Da lag der Kopf eines höchstens vor zwei Tagen geschlachteten Menschen. Die Ohren, Sippen und das Fleisch von Wangen, Hals unb Kinn waren weggeschnitten, die großen Röhrenknochen hatte man zerschlagen, offenbar um Blut und Matt auszusaugen. Die Feuerstelle mit der Asche war noch vorhanden, der blutige Schurz aus Rindenstoff, die Stroh- und Drahtringe des Geschlachteten lagen rings zerstreut im Grase. Ich rief die Führer, sie kannten den Mann; sie sagten, wenn wir suchen wollten, würden wir noch viel andere solcher Reste finden; aber ich verspürte keine Lust dazu. In den „Fliegenden" lesen sich die Kannibalenwitze sehr amüsant, aber die Wirklichkeit ist so ekel- und grauenerregend, daß einem für einige Zeit die Freude an diesen Scherzen vergeht. Ta die unteren Lider und die Wangen entfernt waren, lagen die Höhlen der Augen und des Mulides bloß und die nackten, von Fliegen umschwärmten Augäpfel boten zusammen mit dem bis zum letzten Backenzahn sichtbaren Gebiß den fürchterlichen Anblick eines so schrecklichen Gttnsens, daß ich alle meine ärztlichen (Snmterungen zu Hilfe nehmen mußte, um dieses Bild zu ertragen. Die Führer erzählen, daß vor 4—5 Monaten Mounye das Land überfallen hätte. Was nicht fliehen konnte, sei geschlachtet worden. Die Wahunde hatten immer, wenn ich sie fragte, protestiert, sie seien keine Kannibalen. Ich glaubte es ihnen auch, weil der Körper des von meinen Askaris im Dickicht Getöteten noch nach Tagen unberühtt war. Auch heute wehren sich die beiden Wahunde, die mir Mounye gab, gegen diesen Verdacht, aber sie können nicht mehr leugnen, daß ihre Landsleute, die Waregga. Menschenfresser sind. Ich frage die Kameronseführer, wie der Getötete hierher- gekommen ist, und sie antworten, daß sich eine Anzahl Leute wieder eingefunden hätte, um versuchsweise ihre alte Heimat zu besiedeln. Aber sie seien vor wenigen Tagen, während ich in Kalunga war, von den Waregga überfallen und fast alle o e r ^ehrt worden. Auch 100 Rinder seien den Räubern m die Hande gefallen. Was diese Leute zum Kannibalismus verführt, dafür fehlt mir jede Kenntnis unb jedes Verständnis. Ich vermute, daß viel Aberglaube im Spiel ist. Ihre sämtlichen Nachbarn verachten sie grenzenlos deswegen, sie behaupten aber auch, daß viele Wahunde demselben Laster stöhnen. Vielleicht wirkt da eine Art psychischer Ansteckung mit. Daß Menschenfresserei einst über weite Strecken Amerikas hin herrschte, geht schon aus der Bezeichnung „Kannibale" hervor, die nur für eine andere Form von Camba oder Eariba, der Bezeichnung für die Urbewohner der Earidischen Inseln, gehalten wird, wo die Spanier bei der Entdeckung menschliche Gliedmaßen in der Sonne trocknen sahen, die als Nahrung verspeist werden sollten. Bis in die jüngste Zeit war, mehr als befarnu sein dürfte, in Zentralamerika und Mexiko Kannibalismus üblich, wenn auch mehr bei Opfern für die Götter, als aus Geschmack an dieser Nahrung. Im Allgemeinen aber sind gegenwärtig die Kannibalenstämme verschwunden, und auch der letzte und der gefürchtetste Kannibalenstamm in den vereinigten Staaten, die Tonkawas, werden in einigen Jahren verschivunden fein. Die Tonkawas waren die schlimmsten Kannibalen, die selbst bis zum heutigen Tage bei allen anderen Stämmen einfach die ,,Menschenfresser" heißen. Es waren ttesenhafte Männer, gute Jäger und unverbesserliche Räuber. Sie hatten eine Uebertieferung, daß ihr Urahn ein Wolf gewesen und daß sie gleich diesem stets umberftreifen und ihren Lebensunterhalt so geroinnen müßten. Andere Indianer verkehrten nicht mit ihnen, sie waren ein ausgestoßener Stamm unter allen ihren roten Brüdern. Als die texanischen Missionen tm Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet wurden, da waren auch einige Tonkawasstämme unter denjenigen, die sich in San Jost zusammen- fandsn. Aber zu Beginn des 19. Jahrhundetts vernahm man wieder Kunde von ihren kannibalischeii Gewohnheiten. Als tue Amerikaner Texas besetzten, dienten ihnen die Tonkowas als Spione gegen andere Stämme, im Jahre 1849 werden sie als etwa 700 gänzlich verlotterte Vagabondeii geschildert. Im Jahre 1857 sammelte die amerikanische Regierung die Reste einiger kleiner Stamme, darunter die Tonkawas und siedelte sie in emer Reservation am oberen Brazosflusse an. Aber die Texaner verjagten sie. Dann kam der große Bürgerkrieg, und Abgesandte der beiden einander bekämpfenden Parteien kamen auch zu den Indianern, um sie sirr ihre Sache zu gewinnen. Die Tonkawas gehörten aber zu denen, die die Anerbietungen zurückwiesen. Sie verblieben an Ort und Stelle am Washita. Jetzt nun war jur ihre Feinde die Gelegenheit gekommen, an ihnen Rache zu nehmen dafür, daß „ihre Verwandten ihr Grab in den Magen der Tonkawas gefunden batten". In der Nacht des 22. Oktober 1862 überfielen die übrigen Jndianer- ftämme die Tonkawas, bei denen auch noch emige Weiße, hauptsächlich Beamte der Regierung, sich befanden. Hierbei kamen 137 Tonkawas, fast die Hälfte des Stammes, um, ebenso die Weißen bis auf einen eiiuigen, den Kommissar Dr. Sturm, der auch die einzige Quelle für inefe Ueberiieferung ist. Auf der Flucht der Tonkawas enthüllte sich ein scheußliches Schauspiel. Die gefangenen Feinde wurden abgeschlachtet und ihr Fleisch in einem Kessel zur Kanidalenmahlzeit gekocht. Von diesem Schlage konnten sich die Tonkawas nie wieder erholen. Sie waren nun heimatlose Flüchtlinge und zogen so herum, bis sie im Jahre 1874 unter den Mauern von Fort Griffin Schutz und Ruhe fanden. Damals betrug ihre Gesamtzahl noch 119. Im Jahre 1882 wurde ein besonderer Agent für sie ernannt, und zwei Jahre später brachte man sie in eine Reservation im Jndianerterritormm. Damals waren es noch 92 heruntergekommene Individuen, die sich unter Zelten und in Strohhütten ansiedelten. Im Jahre 1892 zählten die Tonkawas noch 66 Köpfe, 1898 waren sie auf 53 Seelen zusammen- geschmolzen, darunter 13 Krieger, heute beträgt ihre Anzahl noch weniger, und nach einigen weiteren Jahren wird auch dieser letzte amerikanische Kanibalenstamm verschwunden sein. — Der Kampf um das volle Vereinsrecht der Frauen wird vom Bunde deutscher Frauenvereine im bevorstehenden Winter von neuem aufgenommen werden. Die Frauen verlangen eine einheitliche Regelung des preußischen Vereins- und Versammlungsrechtes. Während bekanntlich bei uns in Hessen, wie auch in Baden, Sachsen u. s. w., in Bezug auf die Zulassung zu politischen Vereinen und Versammlungen kein Unterschied des Geschlechts besteht, sind in Preußen und Bayern die Frauen direkt von nichtöffentlichen politischen Versammlungen ausgeschlossen. Sott der Campanile von Venedig wieder aufgebaut werden? Diese Frage hat das „Giornale d' Italia" einer Anzahl Künstlern und Kunstkennern vorgelegt, unter denen übrigens Deutsche sich nicht befinden. Entschieden dagegen sind die großen modernen Niederländer Meunier, Van der ©tappen und Knopfs. Meunier sagt, es wäre unmöglich, dem Neubau die Patina des Alters zu geben, und dann werden die Architekten doch sicherlich „offizielle", also des göttlichen Funkens entbehrende Künstler fein. Von der ©tappen schreibt die lapidaren Worte: „Dian kopiert keinen alten Baum. Man verjüngt keine alten Menschen. Man baut kein Monument der Vergangenheü neu auf. An Stelle des Campanile würde ich ein Denkmal Sansovinos errichten." Knopff meint: „Der Campanile ist unwiderruflich „tobt." Nach einem solchen Ende „ä la b ieme acte“ darf man ihn keinem neuen Dasein aussetzen. Tann aber würde auch die neue Architektur mit den kostbaren und edlen Monumenten, die ihn umgeben, nicht harmonieren. Weder Stil noch Baumaterialien würden zu demEnsemble stimmen. Auch Italiens größter lebender Dicheer, C a r b u c c i, ist entschieden gegen den Wiederaufbau, der indeffen bereits beschloffene^ache ist. — Die Königin-Wittwe Margherita spendete 20000 Lire zum Wiederaufbau des Glockenturmes der Mattuskircoe. Diplomen erhalten die zehn ersten Sieger auch Eichen-- kränze. Besucher des Wettturnens bezahlen 20 Pfennig, während die Wettturner selbst 50 Pfg. zahlen- Das Turnen beginnt um 11 Uhr. Züge der Bieberthalbahn, die für Interessenten zur Benutzung geeignet sind, gehen in Eiehen ab: 7,15 und 10,20 Uhr V. und treffen in Bieber ein 7,50 und 11 Uhr. Zur Rückfahrt gehen passende Züge in Bieber ab um: 3, 4, 6,05, 7,15 Uhr. ** Silberne Hochzeit. Weißbindermeister Carl Sch mall und Frau feiern heute ihr 25jähriges Ehejubiläum. ** Handwerkerorganisationen. Nach der neuesten statistischen Zusammenstellung bestehen im Grvß- herzogtum Hessen 108 Gewerbevereine mit zusammen 9821 Mitgliedern, 54 Innungen mit zusammen 2852 Mitgliedern und 21 freie gewerbliche Vereinigungen mit zusammen 395 Mitgliedern. Die selbständigen Handwerker in Hessen sind daher in 183 Verbänden mit 13 068 Mitgliedern^ vereinigt. ** Brieffallen. Zur Verpackung der Drucksachen wird von den Absendern lerder noch zu oft ein loses Streifband oder ein größerer offener Umschlag verwendet. In diese losen Hüllen und in die auseinander klafsenden Druck- sacyen verschieben sich leucht Briefe, besonders solche kleineren Formats, und gelangen so an eine falsche Adresse. Im glücklichsten Falle werden die Briefe von den Empfängern der Drucksachen der Post zurückgegeben und kommen mit erheblicher Verspätung an ihren richtigen Bestimmungsort; oft genug aber bleiben sie verschwunden. Zur Verpackung von Drucksachen empfiehlt es sich stets Kreuzbänder zu verwenden oder, bei Benutzung eines einfachen Streifbandes, dieses kreuzweise fest zu umschnüren. Briefumschläge verwende man zur Verpackung von Drucksachen nur dann," wenn sie mit seitlichen Derschlußklappen versehen sind, die einen zungenartigen, zum Einschieben in einen äußeren Schlitz des Umschlages bestimmten Ansatz haben. ** „Sprechen Sie noch?" Diese Frage des Tele- tzhon-Beamten fährt uns sehr oft außerordentlich störend tu' ein längeres Gespräch am Fernsprecher. Eine neue Einrichtung, die am 1. Oktober in Betrieb genommen wird, soll außer anderen Verbesserungen auch den Fortfall dieser höchst störenden Unterbrechungen zur Folge haben. Ter Beginn eines Gespräches wird von da ab durch das Artf- leuchten einer Glühlampe an gezeigt, und sobald die Teilnehmer den Hörer ablegen, erlischt die Lampe und zeigt das Ende der Unterhaltung an. So berichtet man aus Frankfurt a. M. ** Die Hegezeit der Feldhühner und Wachteln geht im ganzen Großherzogtum Hessen, mit Ausnahme der ^Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, mit dem 21. August zu Ende. Für die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten bleibt es bet der allgemeinen Bestimmung, wonach Schluß der Hegezeit am 31. August ist. ** Vom Oetroi. Rat und Stadtverordnete zu Dresden haben an den Reichstag die Eingabe gerichtet, dieser möge dem von der Zollkommisjion beschlossenen Zusatz zum Zolltarifgesetze, wonach die Erhebung indirekter Eingangsabgaben auf Getreide, Me hl, Fleisch und Vieh durch die Gemeinden nicht mehr gestattet werden soll, seine Zustimmung versagen. ‘ Dieser Beschluß werde für die Finanzen einer großen Anzahl deutscher Städte verhängnisvoll sein. Die mäßige städtische Abgabe, wie solche jetzt üblich sei, verschwinde bei der Preisbildung saft ganz; ihre Aushebung würde eine Preisminderung, nicht zur Folge haben, wohl aber in Dresden eine Erhöhung der direkten Steuern um etwa 35 v. H. der Staats ein kommensteuer notwendig machen. Durch diese Eingabe soll" eine vom Allgemeinen Dresdener Mieterverein an den Reichstag gerichtete Eingabe bekämpft werden, die um Annahme jenes Zusatzes bittet und zur Vermeidung erhöhter Steuern für die Allgemeinheit die Mehrbelastung des Grundbesitzes vorschlägt. Diesen'Weg bezeichnet die Eingabe des Rats als bedenklich, da er nur ans eine Steigerung der Wohnungsmieten hinauslausen werde. Uebrigens könnten die Eingangsabgaben ja auch im Wege der kommunalen Gesetzgebung aufgehoben werden, wenn es der Wille der Mehrheit der Bürgerschaft sei. Bad-Nauheim, 11. Ang. Unterhaltungen vom 12. August ' bis 16. August 1902. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr vormittags am Kur- brnnnen. Dienstag, 12. August, nachmittags 41/2—61/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kur- kapelle. Bei gutem Wetter Parkbeleuchtung. Eintritt 50 Pfennig, Kinder 25 Pfg. (große Kurkarten, große Saisonkarten und Tageskarten frei). Abends 8—10 Uhr im Saale Tanz. Mittwoch, 13. August, nachmittags von 4i/2—61/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Mnzert der Knr- kapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: (Benefiz für Herrn Regisseur Hansen.) Alt-Heidelberg. Donnerstag, 14. August, nachmittags von 41/2—61/2 und abends von 8—10 auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Zaubervorstellung des Hofzauberkünstlers Bella- chini aus Marburg. Freitag, 15. August, nachmittags von 41/2—61/2 und abends von 8—10 aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theater-Vorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: Der Zigeunerbaron. Samstag, 16. August, nachmittags von 4i/2—61/2 und abends von 8—10 aus der Terrasse Zbonzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: (Einmaliges Gastspiel von Frau Auguste Prasch-Grevenberg.) Renaissance. Vorläufige Anzeige: Sonntag, 17. August, Konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 aus Gießen. e Bad-Nauheim, 11. Aug. Die Probe - Aufführung eines vieraktigen Verslustspieles fand heute rm hiesigen Kurtheater statt. Das Stück nennt sich: „Der Junker" und spielt im 30 jährigen Kriege. Die Idee des Stückes ist, daß ein Mädchen als Knabe erzogen wird, um so den Gefahren des Krieges zu entgehen. Das verkleidete Mädchen verliebt sich aber in einen schwedischen Ossizier. Unter dem Pseudonym Leopold von Groe- be n soll sich ein bekannter Autor verbergen. Die hübschen Liebesszenen fanden Beifall, während die komischen Szenen mit ihren Wiederholungen ermüdeten. Die Üiovllät war sehr gut vorbereitet und wurde gut gespielt. Erhebliche Streichungen und Aendernugen dürften notwendig sein, um das Stück für große Bühnen möglich zu machen. —i— Friedberg,11. Arrg. Aufsehen erregt die gegen einen Lehrer, der in einem größeren Orte des Kreises ansässig ist. ans Anzeige des Ortsp^rrers in die Wege geleitete Untersuchung wegen Sittlichkeitsverbrechens. Schon einmal ist derselbe Lehrer von demselben Pfarrer eines Meineids beschuldigt worden, das gerichtliche Verfahren aber damals eingestellt unb der Lehrer in jeder Weise rehabilitiert worden. Gegen den Pfarrer werden auch, mannigfache Beschuldigungen erhoben. Nidda, 10. Aug. Heute wurde hier das Jahr eßfest der Kkeiukinderschule gefeiert. Die Ansprache hiell der erste Pfarrer W e r u e r, die Kinder sangen und spielten und wurden mit Milch und Brezeln bewirtet Tie Zahl der Kinder beträgt 62. Die Schwester stammt aus der Anstalt zu Nonnenweier in Baden. — Nächsten Sonntag findet dahier die Einweihung des Kriegerdenkmals statt Darmstadt, 10. Aug. Die Staatsprüfungen im Justiz- und Verwaltungsfache haben in den letzten Jahren recht schlechte Resultate aufgewiesen, sie haben gegen früher gezeigt, daß die Prüflinge sehr mangelhafte Kenntnisse haben, was zimi guten Teil auf ungenügende Leistungen im sogen. Vorbereitungsdienst zurückzuführen ist. Diesen Erwägungen scheint sich auch das Justizministerium nicht zu verschließen, denn es hat, wie man zuverlässig erfährt, die Prüfungskommission gutachtlich gehört. Es ist aber auch notwendig, daß für das in Gießen abzulegende erste juristische Examen durchgreifende Aenderungen herbeigefühtt werden. Es muß für das Unioersitätsstudium immer wieder gefordert werden, daß die praktischen Hebungen für die Studierenden obligatorisch gemacht werden, wie andererseits gewünscht werden muß, daß dem akademischen Prüfungskörper praktische Juristen zugeteilt werden. Beim Vorbereitungsdienst der Gerichtsaccessisten endlich muß eine richtige Unterweisung in der Anwaltspraxis gefordert und eine entsprechende Verteilung unter die einzelnen Anwälte angestrebt werden. Nur so kann wirksame Abhilfe geschaffen werden. Fttf. Ztg. Mainz, 9. Aug. Wir lesen in der „Frks. Ztg.: Man teilt uns mit, daß am Donnerstag abend auf dem Bahnhofe in Darmstadt die Herren Rechtsanwalt Tr. Geßner, Amtsrichter Dr. Mah r, Oberrechnungsrevisor Reitz el und Hofbuchhändler Reitzel, sämtlich aus Darmstadt, von der Bahnpolizeibehörde auf telegraphisches Ersuchen von Groß-Gerau aus sistiert werden mußten, um sie zu zwingen, sich zu legitimieren. Sie sollen auf der Fahrt von Mainz bis Groß-Gerau einem Mitreisenden gegenüber ihre antisemitische Gesinnung derart be- thätigt haben, daß dieser, ein junger Kaufmann aus Groß-Gerau, halb ohnmätig in Groß-Gerau ankam. Die Herren, die der B a h n p 0 l i z e i b e h ö r d e Groß-Gerau die Angabe ihrer Namen verweigerten, mußten in Darmstadt dazu gezwungen werden. Ta Anzeige beiderStaatsanwaltschäft erstattet ist, und jedenfalls daraufhin eine Untersuchung eingeleitet werden wird, wollen wir von einer Wiedergabe der uns übermittelten Einzelheiten zunächst absehen. — Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern nachmittag in dem Hause eines Bantters ab. Zum Entsetzen der Passanten stürzte sich der 80jährige Privatmann Joh. Bapt- Bopp vom Dach herab auf die Straße und blieb mit zerschmettertem Schädel tot liegen. Der alte Mann, der in guten Verhältnissen lebte, muß die That in einem Anfall von Geistesstörung verübt haben. Mainz, 11. Aug. Kommenden Freitag mit dem Zug um 3 Uhr 28 Min. wird der Groß Herzog mit Gefolge $um Empfang des Kaisers hier eintreffen und im Großh. Palais Wohnung nehmen. Tie Schmückung der Straßen uni) Plätze unserer Stadt wird in derselben Weise vorgenommen werden, wie dies bei der früheren Anwesenheit des Kaisers der Fall war. Am Samstag fand bereits auf der Bürgermeisterei eine gemeinsame Besprechung mit den Hauseigentümern derjenigen Straßen statt, welche der Kaiser passieren wird. Die HEs'besitzer haben sich bereit erklärt, das ihrige zur Straßenschmückung beizutragen. Während der Anwesenhett der Fürsten werden sämllich^ disponiblen Gendarmen der Provinz Rheinhessen und Starkenburg hier zusammengewgen. Zur Absperrung der Straßen in unserer Stadt wird außer der Polizei auch die gesamte Mannschaft der Feuerwehr herangezogen werden. Ter Kaiser wird, wie telegraphisch aus Düsseldorf gemeldet wird, am Freitag Nachmittag gegen 1 Uhr Düsseldorf verlassen, um sodann mit der Äsenbahn nach Koblenz zu fahren. Tort besteigt der Monarch, ein Dampfboot der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft, mit dem er nach! Mainz fährt, wo er gegen 10 Uhr abenos eintrifft, um im Großh. Palais zu übernachten. — Tie israelitische Religionsgemeinde beabsichtigte bekanntlich ein neues israelitisches H 0 spitalin der Neustadt und zwar in der Gonsen- heirner Hohl zu erbauen. Nachdem der Protest der dortigen Bewohner gegen die Errichtung dieses Hospitals sowohl von dem Krciscmsschluß als auch von dem Provinzialausschuß zurückgewiesen worden war, unterliegt die endgiltige Entscheidung darüber nunmehr dem Großh. Ministerium. Dr. Ri. Worms, 10. Ang. Heute ist, das 26. Mittelrhein. Kreisturnfest mit einer volkstümlichen Veranstaltung beendet worden. Trotz der Kirchweihen in der Nachbarschaft war der Festplatz besonders am Abend ganz vorzüglich besucht und es scheint nun fast ausgeschlossen, daß ein Defizit den Garantiefonds in Anspruch nehmen werde. Am Nachmittag fanden Jugend- spiele (Sacklaufen, Wurstschnappen usw.) statt, die oft stürmische Heiterkeit erregten. Die Bierzelte und Schaubuden hatten auch nicht ihren schlechtesten Tag. Am Abend wurde in der Festhalle, die wieder vollbesetzt war, konzertiert. Das Programm hatte außerdem die zum größten Telle schon am Haupttage gegebenen Nummern. H 0mb u r g v. d. H., 11. Aug. Gelegentlich der zweiten Saalburg-Fahrt der Vereinigung der Saalburg- Freunde wird am 18. August auf der Saalburg eine Ausstellung veranstaltet werden, welche die bisherige Thä- tigkeit und Bestrebungen der Vereinigung zum Ausdruck bringen wird. Der Kaiser wird ebenfalls der Ausstellung einen Besuch ab statten. Born Feldberg, 10. Aug. Der Feldbergturm ist jetzt seines Gerüstes entkleidet und macht einen imposanten Eindruck Die Arbeiten im Innern des Turmes werden noch den ganzen August und Anfang September in Anspruch nehmen. Bis zu den Kronberger Feierlichkeiten ist der Turm noch nicht fertig, die Einweihung wird nicht vor Mttte September sein können. Wohl aber darf man annehmen, daß der Kaiser eines schönen Tages von Cronberg oder Homburg aus den monumentalen Aussichtsturm besuchen wird. Eine Frankfurter Firma hat dem Taunusklub ein kunstvoll gebundenes Fremdenbuch, ein „goldenes Buch", für den Turm geschentt, in das der Kaiser bei dieser Gelegenhell als erster seinen 4camen eintragen soll, lieber Erwarten rasch hat der Tau- nusklub die erforderliche Bausumme von etwas über 60 000 Mark durch die reichlich zufließenden Beiträge aus Privatkreisen zusammengebracht. — Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Mittelbuchen bei Hanau hat sich un Hause seiner Ellern der Heidelberger Student der Chemie, Friedrich Lecker, erschoßen. Der Grurrv zu oenr Seivstrrrord soll ein amerikanisches Duell fein. — Der deutsche Kronprinz wird am 17.August in Frankfurt eintreffen und zu etwa achttägigem Aufenthalt sich nach Homburg be» geben. Vermischtes. Neumünster, 11. Aug. Zwischen dem Architekten, V a s e ck vom königlichen Bauamt 9Zeumün)*ter und einem Kieler Studenten der Medizin fand ein Säbelduell statt. Beide Gegner wurden erheblich verletzt, der Architekt schwer im Gesicht. Hamburg, 11. Aug. Hinsichtlich der „Primus"» Katastrophe hat der Untersuchungsrichter nach Prüfung des Aktenmaterials die Anklage gegen beide Schiffsführer erhoben. Ter Termin findet demnächst vor dem Altonaer Landgericht statt. Plauen, 11. Aug. Wie man aus Neuhof meldet, sind bei einem fürchterlichen Sturme durch den Einsturz einer Scheune 30 Arbeiter verschüttet worden. Fünf wurden getötet, fünf schwer verletzt. Paris, 10. Aug. Das "der Familie Humbert gehörige Schloß Tives-Eaux ist bei der gestrigen Versteigerung für 129 000 Fr. losgeschlagen worden. Mezieres, 8. Aug. Nach neueren Feststellungen sind bei dem Eisenbahnunglück in Signy le Petit 14 Personen verwundet worden. Es sind Arbeiter der Ostbahnwerkstätten, die §nr Teilnahme am Musikfeste nach Lille fahren wollten. Wien, 9. Aug. Gestern stürzte ein Tourist beim Edelweißsuchen am W0 ester ab und blieb t0 t liegen. Es war sehr schwierig, die gräßlich verstümmelte Leiche zu bergen. T e p li tz-S chö n au, 11. Aug. Beim Prebisch-Thore in der Richtung nach dem Winterberge wurde ein aus Frankfurt stammender Tourist, der mit seiner Familie einen Ausflug unternommen hatte, vom Blitze erschlagen. Seine Familie kam mit dem Schrecken davon. Algier, 11. Aug. Hier herrscht eine un b eschr eidlich e Hitze. Der Siroceo hält an- Während der Manöver des 1. Bataillons des 1- Zuaven-Regiments bekamen sechs Mann den Sonnenstich. Ein Mann ist tot, zwei schwer, die übrigen leichter erkrankt. Drei Mann bekamen beim Baden am Strande gleichfalls den Sonnenstich und liegen hoffnungslos darnieder. * Verkehrunfälle. Ein von Charleville nach Lille (Frankreich) gehender Schnellzug, in dem am Sonntag sich mehrere Musikvereine befanden, entgleiste in der 'Nähe von Signy-le-Petit. Fünf Personen sind tot und etwa zehn schwer verletzt. — Bei Jillvn ^Belgien) wurde bei" einem Eisenbahnübergange ein Wagen der elektrischen Straßenbahn von einer Lokomotive erfaßt, wobei 17 Insassen des Straßenbahnwagens zum Teil schwer verletzt wurden. * Raubmord. Wie aus Wien telegraphiert wird, ist im Vororte Rudolssheim ein Raubmord entdeckt worden. Tas 80jährige Fräulein Wilhelmine Jullich von Tabaktrafik, wurde mit durchschnittenem Halse tot in ihrem Zimmer, das an das Verkaufslokal an stößt, aufgefunbetu. Laden und Wohnzimmer waren vollständig ausgeraubt. Als Urheber des Raubmordes wurde am Sonntag im Prater der 28jährige Messerschmied Anton Schöne kl, verhaftet. Er wurde bereits wegen Einbruchsdiebstahls vom Lani>- gerichte Rattbor steckbriefliche verfolgt. "„FrauDoktoramüssertsi ch" Eine unliebsame Ueberraschung wurde einem jungen Arzte aus einem Berliner Vorort zuteil, der, um ein wenig Abwechselung in die Oede seines Strohwllwerdaseins zu bringen, — während feine Gattin in einem Nordseebade weilte, — die Einladung eines Hamburger Freundes zu einer Spritztour über Sonntag annahm. Während des Tages wurden die Hamburger Sehenswürdigkellen in Äugens Hin genommen, der Abend galt einem Bummel durch St. Pauli, bekanntlich demjenigen Tell der schönen Hafenstadt an der Elbe, in welchem man sich nicht langwellt. Nachdem die Freunde eine Anzahl von ,^8ergnügungslokalen „atigeflappert" hatten, begaben sie sich, um dem lustigen Tage einen würdigen Abschluß zu geben, ins Cafe H., das als Rendezvousplatz der Lebewett beEannt ist. Der Gast aus Berlin war in bester Stimmung und hatte eben sein Glas erhoben, um mit seinem Begleiter anzustoßen, als plötzlich ein Pärchen eintrat, bei dessen Anblick der Arzt erbleichte — er hatte in der Tarne, die anscheinend in rosigster Laune am Arme ihres schpn bejahrten Seladvn hing^ seine eigene Frau erkannt. Er wollte seinen Augen nicht trauen, zumal er erst tags zuvor einen zchtlichen Brief von ihr aus dem sttllen Seebade, in das sie sich zur Erholung ihrer Sterben begeben, erhalten hatte. Von der geplanten Spritztour hatte der lebenslustige Ehemann seiner Frau nichts mitgeteilt, sodaß ihr die Begegnung gleichfalls ebenso peinlich als unerwartet kam. Es stellte sich heraus, daß sich die junge Frau Doktor im Seebade gelangweilt und ohne viel Bedenken die Einladung eines Hamburger Kurgastes zu einem kleinen Abstecher nach seiner Vaterstadt angenommen hatte, von deren Herrlichkeiten er so viel zu erzählen wußte. Eine gefällige Freundin besorgte inzwischen die Beförderung ihrer Briefe an den Herrn Gemahl, sodaß diese den Pos^ stempel des Badeortes trugen. Trotzdem die überrraschte Frau Doktor ihren Galan im Stiche ließ und sofort auf ihren Mann zueilte, den sie von der Harmlosigkell dess unverhofften Zusammentreffens mit dem Bemerken zu überzeugen suchte, „sie hätte sich, bloß ein paar Tage amüsieren wollen", ging dem Gatten diese Prolongierung einer Badebekanntschaft denn doch^ ein wenig zu weit. Die vergnügungssüchtige Frau Doktor wurde zu ihren Ettem heimgeschictt und dürfte sich bald, der Ehefesseln ledig, weiter amüsieren können, ohne unliebsame Begegnungen befürchten zu müssen. Vniversllüts-Nachrichlen. Eisenach, 8. Aug. Unter dem Vorsitz des Grafen P ü ck l e r -- Berlin tagt gegenwärtig hier die 12. allgemeine deutsche chriftliche Studentenkonferenz. Anwesend sind gegen 150 Kommilitonen aller Fakultäten. Vertreten sind die Univerfitäten: Basel, Berlin, Bonn, Dorpat, Erlangen, Gießen, Göttingen, Greifswald, Halle, Heidelberg, Kiel, Marburg, München, Straßburg, Tübingen, Rostock und Leipzig, sowie die technischen Hochschulen: Braunschweig, Dresden, Charlottenburg, Chemnitz, Murweida, Karlsruhe, Stuttgart, Darmstadt und München. Tas Ziel der christlichen Studentenoereinigung ffl Vertiefung christlichen Lebens und Anregung christlichen Werkes unter der Äadeinischen Jugend zu erzeugen. Tie Mitglieder der allg. deutschen christlichen Studentenvereinigung gehören dem christlichen Studenten-Welibmrd an, dessen letzter Abgeordnetentag mehr als 45 000 Studeiiten an etwa 900 Universitäten und cmderen Hochschulen der WeU vertrat. Aus der ^Bereinigung haben sich viele Mitglieder zum Dienst für die äußere Mission bereit erklärt und sich »um Zweck der Vor- berellung für diesen Beruf in dem Studsntenound für Mission zu- damit ste sich an der großartigen Kirche und Schuld Wetter 11. August 15,70 c. 10,2° 6. 1L £ 03 2 W 2 'S' tn ß- C5 £ «s «s» rr 64 SZ CD $=: N CO KN P o CQ N 2 e 0 5 2 r- QS> o c® 2 R N o Lö? c0N c; K CD X 0 t 2 jo N rdi *8 Sonnenschein Heller Himmel Lew. Himmel © u © O -2 N 2 1 2 © £ O CO V 2 L K L 2 o CO CD e 5 K CQ^ 5^ s T. pogßmu ■=(10013 gtnjß tXQ O L ns» CD L ,a. c N §» ft» e» 2 « 2 e «st 2" o ua ® ® ü — ® £ « «4-» V CO t- © «st CD i sO- 9 K SCF-JD "2 •G'~ 1 ti C o 5 £ .-h O»£3 — o o> ^S>?5 e e . ZK t»5 8 vd (y ”§ ö -> s» ä N H 3 W S CQ $S «a S'E'^ cn-rt T 2 § «st e N^ -O-Q §§ 3-kbZ c ® 2 $ O " * ~ c* p «j> 2 o Ql^3 G «st ZZ- «St b.S s® Höchste Temperatur vom Nieorigste „ „ tote9* CQ^-g g S e 0 E 2 « 2© Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Note« der Frankfurter Bank unb der Bank frir Süd- dcntfchland. Da die beiden Banken auf das Recht, Noten aus- »uqeben, verzichtet haben, und nachdem der Ausruf und die Em- nebuna der von den beiden Banken ausgegebenen Banknoten angeordnet worden ist, sind jetzt die Großh. badischen Staatskaßen angewiesen worden, die Noten der genannten Banken fernerhm nicht mehr in Zahlung zu nehmen. — Türkische Tabakregie-Gefellschast. Das Geschafts,ahr der Gesellschaft ist nut Ende Februar abgelaufen. In den Kreisen der französischen Aktionäre waltet das Bestreben vor, dre Dividende, welche im Vorjahre 16 Fr. betrug, mit 17. Fr. zu-bemeß en. Mart hält es für wahrscheinlich, daß dieser höhere Dtvidendenbetrag acceptiert werden wird. Die Tabakregie-Gefell,chaft hat an die türkische Regierung ein Darlehen von 50 000 Pfund gewahrt; es ist dies eine Antizipativ-Zahlung des diesjährigen Gewinnanteiles der Pforte. Das Darlehen ist binnen einem Jahre rückzahlbar und mit 7 0. H. verzinslich. A — Ledcrwerke vorm. SPicharz, Onenbach a. M. Aus Verwaltuiigskreisen wird mitgeteilt, daß das Geschäft im ersten Halbjahr befriedigend sich entwickell habe, sodaß, normale Verhalt- >M»LL 1,3 —• i <- öo-o Ä x: CD« ss 2 erlange"' ® Landwirtschaft. Gieße«, 10. Aug. Am 10. September findet auf den städti- chen Marktanlagen zu Gießen Herbstpferdemarkt stach Der vorjährige Herbstmarkt war mit etwa 300 Pferden, der diesjährige Fruhiahrsmarkt mit etwa 400 Pferden befahren und von Händlern und Landwirten sehr gut besucht so daß recht bedeutende Käufe abgeschlossen werden konnten. Auch m diesem Jahre erhofft man einen guten Markt. M,t dem Markte ist emePramnerung verbunden, für welche 1565 Mark zur Verfügung stehen; die Pra- mnerungs'Kommisfton besteht aus den Herren Oekonomierat Schlenke, Vorsitzender, Oberstleutnant v. Dormann-Greyen, Stellvertreter, Gutspächter Bene-Oberweimar, Oekonomierat Hoffmann- Hofgüll, Schlachchofdirektor Liebe-Gießen und Gutspachter Muller- Neuhof. An Preisen sind die folgenden vorgesehen : U Abteilung. Reitvserde • 1 Preis 50 Mark, 2. Preis 30 Mark. 2. Abteilung. WaÄn^de pa^se zu prämiieren): 1^ Preis 80Mk 2. Preis 60 Äik 3 Preis 40 Mk. 3. Abteilung: Arbeitspferde (paarwel e zu prämiieren) ». schwere; 1. Preis 80 W, 2. Preis 60 Mk., 3. Prms W M^b leichte: l. Preis 60 Mk., 2. Preis 40 Mk, 3. Preis 20 Mk. 4. Abteilung: Arbeitsschläge (einzeln zu prämiieren): &. schwere: 1. Preis30Mk, 2.Preis20Mk.; b.leichte: 1.Preis 30Mk, 2.Preis 20 Mark. 5. Abteilung: Arbeitsschlage: Die,e Pferde muf en nachweisbar 6 Monate im Besitz von Landwirten sein, die Mitglieder des Landespferdezuchtvereins oder der landwirtschafuichen Prooinzialvereine des Großherzogtums sind, a) pacmvefte zu prämiieren: 1 Preis 50 Mk, 2. Preis 30 Mk, 3. Preis 20 Mk., ™eÄne Ä: 1. Preis 30M, 2. Preis 20 All, ». Preis 10 AÜ. 4. Abtellung: Fohlen kalten und warmen Schlages, a) dreijährige: 6 Preise von 50, 40, 80, 30, 20, 20 Mk.; b) zweijährige: 6 Preise von 40, 30, 30, 20, 10, 10. 7. Abteilling: Zucht" tuten kalten und warmen Schlages. Prämien für mlandische Füchter, welche Mitglieder des Landespferdezuchtvereins sind. Atutterstuten mit Fohleii oder nachweislich gedeckt: 8 Preise von 75, 50, 50, 40, 30, 30, 20, 20 Mk. In den Abteilungen 1—4 wird für im Privatbesitz besindliche Pferde, die auf diefem Markt nicht um Geldpreise konkurrieren, je 1 Ehrenpreis gegeben. In den Abteilungen 2, 3 und 4 werden nur Händlerpserde zugela fen. Ler Prämiirungsplan, welcher die näheren Bedingungen enthalt, wird von Oekonomierat Schlenke auf Nachsuchen übersan^__________ M rin L^tot > der sr- • 6,1 hSfty* ‘“’Ähs letzt. W ^uinbert n» Wn worden ^Wangen M n le PM • )uib Allster <“» »E fin Xourift beim xSUtz her mit /einer Fa- Ee t>om Riße RU aern öchreckn xunbestzreib- Lahrend der Ma- egments bekamen Lcann ist tot, zwei frei Manu bekamen 'n Sonnenstich und n Charleville nach in dem am Tonn- nden, entgleiste t. Fünf Personen tzl. - Bei Zillon bcchnübergMge ein M einer Lokomotive Mbchnwageus M : telegraphiert wird, wrd entdeät worden, line Jullich von in halse tot in ihrem mstößt, aufgesunden. idig ausgeranbt. W Sonntag im Prater hönetl, verhaftet. ö/LM um Lmd- f (äwiÄ« ^te ans einem Du» MwMelmgm die ringen, — während weilte, - die Ein- m einei Spritztour s Tages würden die wen schein genommen -l. Pauli, bekammuh ^>t m der Elbe, in Mb em die Freunde Ei Abgeklappert lustigen Tage emm & das als Rendez- Gast aus Berlin m sein W erhoben, tbWt - “ Ä ,sier L-mie -m ! jmie eis«16 M tränen, S»»“ a SiZ*jg ,a hatte, in Mld- » Äjrfn W liebsanle -mmengeschlofse«. Di-gegemvä^geKE^enz hmE «. m ia Tbemen: L ,Der Weg zu dem lebendigen Gott^. Res. In- Lktor des Tholuk-Konvcks Jäger-Halle a. -Die (^angelisatron Welt als unter Vorrecht, geboten durch L.e Forde-nmgen der Reienroort". Ref. Pfr. Eorrevon-Frankfurt a. M. 3. .Das Leben n Gott". Ref. Pfr. Stockmeyer-Hauptwell (Schweiz). ..b O -r csS ^*sS »» b 2 msse für das 2. Semester vorausgesetzt, auf ein befiereS Ergebnis zu hoffen sei. _ — Wie«, 10. Aug. Wie von mformierter oeüe verlautet, wird der Alpine -Montan -(9 esellschaft im Laufe dieser Woche die Mitteilung zugehen, daß die Regierung die Vornahme der Vermehrung des Aktien-Kapitals genehmigt hat. DZ K ,2t «s> in 5 2 JJ ü o c 5$ ' ' CH Di-jQ F* S-» S E - Ä M. Seidenstoffe«« een Hteo & Keussen, BÄ Krefeld. -— kÖ <—• *— tzl OTl o e g C 0 *5 *rt 0 0 §4 S j; w cd“ 2 si — «s> P --ZN- GZ o L> ± O) (O d k «2 ts 10. August bis 10. „ „ a aaaj«£6 gdlpocutpl --lpnvre ' aaajnDE^^Ze Q c m- ä.gs.egöa S «LS Gerichtssaal. Neuwied, 8. August. Tie Voruntersuchung gegen den Exdirektor L. O. B 0 e i n g von der F a b r i k feuerfester und säurefester Produkte in Vallendar ist geschloffen; die Verhandlung gegen Boeing beginnt am 29. September vor der hiesigen Strafkammer. Es sind mehrere 4-age für diese Verhandlungen angejetzt. • Ä — Die sächsische Amnestie «nd Bankdrrcktor Dr. Gentzsch. Die von uns gebrachte Meldung von dem Erlaß zweier weiteren Amnestien, einer für sämtliche politische Vergehen und dre andere für nut Gefängnis bis zu drei Jahren bestraften Vergehen, hat zu dem Gerücht Veranlassung gegeben, daß der im Leipziger Bankprozeß zu drei Jahren Gefängnis verurteilte Direktor Dr. Gentzjch unter die letztere Art der Amnestie siel. Das ist natürlich n i dj t der Fall. Nach dem Strafgesetzbuch ist eme nut Gefängnis bedrohte Handlung cm Vergehen. Da Gentzjch nun gerade drei Jahre bekommen hat, so könnte man allerdings zu der Ansicht kommen, Gentzjch werde durch die Amnestie berührt. Aber nur bei flüchtiger Beurteilung. Tenn Gentzjch ist wegen betrugv- rischen Bankerotts, also wegen eines Verbrechens, verurteilt und nur durch die Zubilligung mildernder Umstände vor dem Zuchthaus, dem jein Kollege Exner anheimsiel, bewahrt worden. Agram, 9. Aug. Der Schauspieler Andreas Eseplch, der s. Z. seine Geliebte erschoß und dann sich selbst schwer verwundete, wurde zum Tode durch den S t r a n g v e r u r t e i l t. Sport. Frankfurt a.M., 10.Aug. Im heutigen Stadt-Achter- Re n n e n um den Wanderpreis der Stadt Frankfurt siegte die „Frankfurter Rudergejelljchaft Germania." Sie hat sich bereit erklärt, in dem für den 31. ds. Mts. in Frankfurt a. M. stattsindende« Achterrennen zwischen der Pariser und der Frankfurter Aiannschast zu starten. • .2 E) .2 'y fcL«s» jd -s (^.2 w >ratars vergütet werden. an — Eine neue Heiligtumsfahrt. In M.-Gladbach sindet )Om 9.-19. d. Mts. eine Schau von Heiligtümern statt. Ste um aßt folgende Gegenstände: Einen großen Teil Wischtuches, auf oalckem Ebristus das letzte Abendmahl nut fernen Jüngern gefeiert — Viele Bruchstücke eines Kelches, deffen der Heilmch sich am Men Abendmahle mit den Jüngern bedient hat. - Ein Schußelchen e-mtcicben wie vor. — Ein Stuck von dem Purpurkleide, in v^lchem Christus von den Soldaten verspottet wurde. -Vier Linere Teile von den Gewändern der heiligen Jung,rau Wcaria. - Kwei kleinere Teile von den Kleidern des heiligen Johannes IsLs Evangelisten. - Partikeln vom Holze des Kreuzes unseres vetrn und von anderen Leidenswerkzeugen. - ^etle von dem »che welches das Haupt Christi im Grabe bedeckte; von dem 10 dien RIe%e, in welchem Christus von Herodes verspottet ~ bW ein Geschenk für den Papst. In Neapel hat sich ein ^mitee gebildet, das Leo XIII. zum Abschluß seines Papsyubllaums eir eigenartiges Geschenk barbringen will. Tas bourbomsche ^onigs- taus besaß einst in früheren besseren Zeiten einen überaus kostbaren frasilischen Topas im Gewichte von nicht weniger als 1 Kilo und Gramm. Der wunderbare Juwel von unberechenbarem Werte jver einem neapolitanischen Künstler, dem Professor Andrea Cartello, weiland Direktor der Münze in Neapel, übergeben worden, damit „ daraus ein Relief schneide: Christus, rote er das eucharistische itaot austeilt. Zehn Jahre brauchte Cartello zu seiner Arbeit und icrroanbte dabet gegen 100 000 Lire zu Dtamantstaub, Schleif- -einen u. s. ro. „Politische Wechselfalle" bewirkten es, daß der loftbare Topas im Besitze des Kütistlers verblieb, der ihn seinem Lohne Nicola und dessen Gattin Ermengarda de Cmtlls vererbte. L iese boten ihn dem Conte di Caserta an; der Herr verzichtete aber auf den Erwerb und hat das Ehepaar in dem alleinigen recht- mäßigen Besitze des Edelsteins bestätigt. Er ließ aber hutzusugen, daß er höchlich befriedigt sein wurde, „wenn der Stern durch Vermittelung der Gläubigen als Geschenk m dte Hande des Heiligen Leters tarne." Der Direktor des Nationalmuseums tn yteapel hat l as Gutachten abgegeben, daß der Topas das ausgezeichnetste Kunst- ID ert sei, das in neuerer Zeit in der Edelstemichnetdekimst ver- iertigt morden. Daraufhin hat sich das Komitee-unter-demEhren- uorfine des Erzbifchofs Adami und dem Präsidium des Marchese ar Salice Mario Tonacelli und des Barons Lmgi de Matteis ge- Ibilbet, das sich ein zwiefaches Ziel gesteckt hat: L bem Reuigen ■ 3 ater am Schlüsse feines Jubiläums den. künstlerisch so herrlich I qeidimüdten totein zu schenken, „wie ihn kein Herrscher und kein Äujeuni besitzt", und 2. zum Atikauje desselben dte ganze«.kacholijche Köthen L «nh., 10. Aug. In der Akademie-An- •Heaengeit hatten Der Oberbürgermeister und derStadtverord- lenvorsteher eine Audienz bei dem Staatsmlmster Dr. v. Kosentz. i arfelbe nahm eine wohlroolletrde und entgegenkommende Haltung 11 der Frage der Uebernahme der Anstalt tn städtische Verwaltung, >18 seitens Der Regierung möglichst erleichtert werden wurde, ein. 1 lernen und Charakter des Instituts seien betzubehalten. Die Aka- .e niekommission beschloß, die Verroaltungsubernahme bereits zum iLchsten Semester stattsinden zu lassen. Dmektor Dr. Holzapfel be- ii«prucht eine Absindungssumme von 125000 Mk. und dte Aus- Lchigung des Pensionsfonds von 19 000 Dtt. Beide Forderungen uerbät Lgelehnt. Dr. Holzapfel soll nur der Taxwert des In- £ a 2 >0 »5 E “ August Barometer auf 0° reduziert t -tcinpeiuua der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung 11. 11. 12. 225 925 745,6 747,3 747,7 15,8 11,0 9,0 7,8 7,5 56 80 88 SW. w. W. Orpheum Schanzenstr. 18 Schanzenstr. 18 Cfi 5436 . 8, S . ia- Karlstadter ÜSäS”1 Kliyltll Portland-Cemenl jeder Ad. 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Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, I EmU Pistor Nachfolger, Marktsttaße 10, Georg Schäfer, Lrcherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgaffe 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gascokes ^samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch! m Mengen unter 5 Centnern. Die Preise unserer Gascokes für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der vctroirückvergütung von 4 Pfg. für den Ceutner. Gießen, den 16. April 1902. 30861 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Anstrich MtnrflHI Hochglanz, hart 4.llllsUtvlU, und rasch trocknend, in Dosen, auch lose ausgewogen. »otaiölc, wichse, Stahlspähne. Victoria-Drogerie Adolf Bieler, Marktstr. 5. A | f ag I 3tt der That tst Ort dar sicherste, wirksamste, zuverlässigste Carl Graf, Giessen 3n$ekten-Zötung$mittd speziell für fliegen, Zlöhe taufe, Kakerlaken, Schwaben rc. 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