Nr. 1«1 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Samstag 12. Juli LSOS Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notattonsdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Umvers.-Buch° u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gietzeu. Fernsprechanschluß Nr. 51. Gietzener Anzeiger w General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BezugSpreiSr monatlich 75Pf.,viertele iäbrlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Post Mk. 2.— viertel jährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreis: lokal 12 Pß, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wtttko: für »Stadt und Land^ uni) „Gerichtssaal": EUlt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Ire Heutige Summer umfaßt 14 Seite«. Hessischer Landtag, ßrsie Hessische Ständekammer. 20. Sitzung. Darmstadt, 11. Juki. Präsident GrafGörtz zu Schlitz eröffnet die Sitzung Um IO1/2 Uhr. 91m Regierungstisch: Staatsminister Rothe Exe., Justizminister Dittmar Exe., Finanzminister Gnauth Exe., Geh- .Staatsrat v. Krug, Ministerialrat Breidert, Geh. Oberschul-- rot Nodnagel. Zunächst wird die Vorstellung der Gerichtsschreiber bei den Amtsgerichten re. beraten. Das Haus tritt dem Beschlüsse der Zweiten Kammer bei, mit Ausnahme der von dieser gewünschten Titeländerung. Dem Anträge Schönberger, den Bau der Nebenbahn Reichelsherm-Fürth betr., stimmt das Haus nicht zu. Dem Anträge Ohl, den Ausbau der Realschule Groß-Umstadt zu einer Oberrealschule betr., und dem Antrag des Stadtvorstandes zu Butzbach in gleichem Betreff stimmt das Haus entgegen den Beschlüssen der Zweiten Kammer nicht zu. In einer Reihe von Vorlagen wird den Beschlüssen des anderen Hauses zugestimmt. Zu der Regierungsvorlage, den Staatsvertrag zwischen Hessen, Preußen und Baden, die Main-Neckarbahn betr., beantragt der Ausschuß, der Vorlage zuzustimmen. Frhr. v. Heyl begründet die Vorlage in längeren Ausführungen, weist auf die durch die Gemeinschaft errungenen Vorteile hin und bedauert, daß die Vertragstreue Preußens in der Zweiten Kammer angezweifelt worden sei. Geh. Kommerzienrat Lauteren stimmt der Vorlage zu, kann sich aber mit der Begründung derselben nicht einverstanden erklären. Zunächst sei es nicht empfehlenswert, in eine Konkurrenz mit den Wasserstraßen einzutreten, welche dem Lande außerordentliche Vorteile bringen. Die aus die Verwaltung der früheren Hess. Ludwigsbahn erfolgten Angriffe seien bedauerlich und nicht berechtigt. Auch er war seinerzeit Gegner des 1896er Vertrages, aber nur soweit es die Form betraf; Preußen habe seinerzeit die Prinzipien so loyal wie möglich festgestellt, doch ist Redner der Meinung, daß man unter anderen Umständen hätte mehr herausschlagen können. Jeder Teil, auch Preußen, habe seine Interessen gewahrt; bezüglich der Verkehrsleitungen sei es doch vielleicht zu weit gegangen. Mit dem Gedanken der Verstaatlichung sei übrigens durch die Ludwigsbahn selbst schon 1882 an Preußen herangetreten worden. Redner ist für die Vorlage, will sich aber in keiner Weise an die Begründung des Berichterstatters binden. Frhr. v. Hehl zu Herrnsheim stellt fest, daß er verdienstvolle Mitglieder des Verwaltungsrates der früheren Hess. Ludwigsbahn absolut nicht habe angreifen wollen, er wisse sehr wohl die Verdienste des Hauses Lauteren nach dieser Richtung zu schätzen. Er wollte übrigens nicht zur Konkurrenz gegen oie Wasserstraßen auffordern, sondern nur den Wunsch ausdrücken, daß man sich gegen diese starke Konkurrenz wahre. Während das Land für den teuren Eisenweg die Kosten und Zinsen aufzubringen habe, fahren die holländischen Schsisfe den ganzen Rhein zollfrei. Man habe viel Geld in den Rhein geschüttet, damit die fremden Schiffe besseres Fahrwasser hätten. Redner wollte nur mit Rücksicht auf die Verhandlungen der Zweiten Kammer aus einzelne Zustände der früheren Hess. Ludwigsbahn Hinweisen. Eine Hauptschwierigteit beim Abschluß mit Preußen seien die Nebenbahnen gewesen, die man in Hessen hatte. Geh Kommerzienrat Lauteren stellt seine persönlichen Verhältnisse zum Verwaltungsrat der Hess. Ludwigsbahn richtig. Er weist darauf hin, daß das dem 1896er Abschluß zu Grunde gelegte Geschäftsjahr von 1894 zufälligerweise ein sehr günstiges war. Festzustellen sei auch, daß man in Preußen nicht den zehnten Teil der von den Bewohnern geäußerten Eisenbahn wünsche erfülle, da dies unmöglich sei, wogegen man in Hessen schon außerordentlich viel erreicht habe. Von einer Vergewaltigung könne daher absolut keine Rede sein. Preußen gebe sich im Gegenteil alle Mühe, geeignete und loyal denkende Persönlichkeiten in die Gemeinschaft zu bringen, damit die vorhandenen' Gegensätze ausgeglichen werden. Man solle daher nicht ungeduldig sein, man werde bann mehr erreichen, als durch Unzufriedenheit. Er müsse auch auf die Gefahr Hinweisen, welche in Sicht war, als im preußischen Abgeordnetenhause ein Antrag aus Ablehnung des Vertrages eingebracht worden war. Geh. Kommerzienrat Michel weift darauf hin, daß der von dem Staat zur Herstellung der Wasserstraßen verausgabte Betrag von 20 Millionen im Verhältnis zu den dadurch erzielten Vorteilen keine nennenswerte Summe sei. Man dürfe die Wasserstraße auch nicht als Konkurrenz betrachten. Festzustetlen sei, daß nur ein ganz kleiner Teil der auf dem Rheine fahrenden Schiffe holländische seien, die meisten seien deutsche Schiffe. Auch in maßgebenden Kreisen der Behörden werde anerkannt, daß Wasserstraßen und Eisenbahnen nicht als entgegenstehende Einrichtungen zu betrachten seien, sondern nur dem Interesse der Konsumenten zur billigen Frachtbeförderung in erster Linie dienen. Freiherr von Heyl zu Herrnsheim rechtfertigt nochmals seine bezugl der unberechtigten Konkurrenz der Wasserstraßen geäußerten Behauptungen und weist daraus hin, daß jetzt sogar durch öen ungünstigen Stand der Schiffahrt eine Reduktion der Kohlenpreise notwendig geworden sei; er wollte nur auf die Auswüchse aufmerksam machen. Als Beispiel wolle er an führen, daß 100 Zentner Weizen von Argentinien nach Worms auf dem Wasserweg dasselbe kosten, wie dasselbe Quantum von Leipzig nach Worms auf der Eisenbahn. Finanzminister Gnauth stellt fest, daß sämtliche Redner den Vertrag als eine Konsequenz des 1896 er Vertrags ansehen. Thatsache sei, daß man im ganzen Lande diesen Vertrag als von großem Vorteil schildere. Anerkannt sei ferner, daß Preußen bei Abschluß des 1896 er Vertrags loyal und vielfach Über das hinausgegangen sei, wozu es verpflichtet gewesen sei; der Versuch der Zweiten Kammer, durch ihre zögernde Haltung eine Revision dieses Vertrags herbeizuführen, sei daher unberechtigt und unglücklich und ein Mißbrauch der Sachlage und Verhältnisse gewesen. Redner erhofft die allgemeine Zustimmung des Hauses, damit der Schaden wieder gut gemacht werden könne, welchen die Verhandlungen der Zweiten Kammer gebracht haben. Dem Main-Neckarbahnvertrag stimmt sodann die Erste Kammer einstimmig zu. Es werden noch eine Anzahl Rückäußerungen der Zweiten Kammer erledigt. Geh. Kommerzienrat Michel berichtet, daß bezüglich der Errichtung der Irrenanstalten zu Pos. 2 das andere Haus sich dem Beschluß der Ersten Kammer angeschlossen habe, sodaß jetzt beide Anstalten gleichzeitig gebaut würden und die Angelegenheit damit erledigt sei. Graf Solms-Rödelheim berichtete über den Antrag Ulrich betr. die Revision der Eisenbahntarife; das Haus hatte ftüher beschlossen, über diesen Gegenstand zur Tagesordnung überzugehen und beharrt auf seinem Beschluß entgegen dem Beschlüsse der Zweiten Kammer. Graf' So Imls ^Rö d e lheim berichtet ferner, daß das andere Haus sich dem von diesem Hause angenommenen Antrag des Freiherrn v. Heyl, die Ausdehnung der Gewerbe-Ordnung auf die Arbeiterinnen in der Wäsche- und K'leidertonfektion betr. angeschlossen habe. Fürst Solms-Lich berichtet, daß die Zweite Kammer bezüglich des Antrags Schönberger betr. § 88 des Bürger!. Gesetzbuches auf ihrem früheren Beschluß beharrt habe, und beantragt, daß auch dieses Haus auf seinem früheren ablehnenden Beschluß beharre, was geschieht. Bezügl. des Antrags Möllinger betr. die Erteilung von Wirtschaftskonzessionen hat die Zweite Kammer auf ihrem früheren Beschluß beharrt, und beschließt das Haus nach Bericht des Grafen Solms-Lich ebenfalls an dem früheren Beschluß festzuhalten. Bezüglich aller übrigen Beschlüsse bleibt das Haus ebenfalls auf seinem früheren beharren, und wird hieraus die Sitzung um Va3 Uhr geschlossen. Zweite Hessische Ständckammer. 128. Sitzung. Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 11 Uhr. Am Regierungstisch: Ministerialräte Braun, Breidert und 23 e ft, Geh. Oberschulrat Nodnagel. Nach Eintritt in die Tagesordnung teilt der Präsident mit, daß der Abg. Möllinger dem Hause nunmehr vierzig Jahre angehöre. Es sei die Absicht gewesen, heute aus diesem Anlaß seinen Platz zu schmücken. Leider sei derselbe heute nicht anwesend, deshalb bitte er um die Erlaubnis, dem Jubilar die Glückwünsche des Hauses schriftlich zu übermitteln. Zu seinem großen Bedauern habe der Abg. Möllinger erklärt, d8ß er infolge seines hohen Alters ein Mandat nicht mehr annehmen könne. Er bitte das Haus, fidj. zu Ehren des scheidenden Kollegen von den Sitzen zu erheben. Dies geschieht. Es folgt alsdann die Beratung von Rückäuße- rungen Erster Kammer. Dem Beschlüsse der Ersten Kammer hinsichtlich des Antrags Heyl zu Herrnsheim, betr. denbesserenSchutz der Arbeiterinnen in der Wäsche- und Kleiderkonfektion, stimmt das Haus zu, nachdem Abg. Fr enay als Berichterstatter den Beschluß der Ersten Kammer warm empfohlen hat. Bezüglich des Antrags Möllinger, die W1 rts chafts- Konzessionen betr., beantragt der Ausschuß, auf dem frühem Beschlüsse der Zweiten Kammer zu beharren. 2lbg. Breimer beantragt, der Ersten Kammer zuzustimmen, die eine abweichende Stellung einnimmt. Der Ausschußantrag wird sodann angenommen. Es folgt der Antrag Ulrich und Gen., die Eisenbahntarife der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft betr. Die Kammer beharrt in dieser Beziehung auf ihrem früheren Beschlüsse. Das Gleiche ist der Fall bezüglich des Antrags Schönberger, den Ueberhang des Waldes über landwirtschaftlich benutzte Grundstücke betr. Bezüglich der Vorstellung der Gemeinden Eberstadt und Dorfgill bei Gießen, den Bahnbau Lich —Butzbach betr., stimmt die Zweite Kammer der Resolution der Ersten zu; danach sollen die Wünsche der Petenten bei der landespolizeilichen Prüfung des Projektes in Erwägung gezogen werden. Bezüglich der Errichtung von Irrenanstalten tritt die Zweite Kammer nach kurzer Debatte dem Beschlüsse Erster Kammer, wonach die Errichtung von An- stalten in Alzey und Gießen gleichzeitig erfolgen soll, bei. Bezüglich des Beschlusses Erster Kammer, die Vorstellung der Gemeinde Birklar, den Bahnbau Lich —Butzbach betr., bei der landespolizeilichen Prüfung bie Wünsche einer eingehenden Prüfung zu unterziehen, ftunmt bie Zweite Kammer zu. . Hinsichtlich, des Antrags Korell und Schönberger, bie EntschädigungfüranMaul-undKlauenseuche eingegangenes Rindvieh, beantragt der Ausschuß, den Beschlüssen der Ersten Kammer, die sich auf den Standpunkt der Regierungsvorlage stellt, beizutreten. Abg. G u t f l e i s ch als Berichterstatter empftehlt diesen Beschluß, während Abg. Korell bittet, auf dem früheren fast einstimmigen Beschluß der Zweiten Kammer zu beharren. Es dreht sich hier hauptsächlich um die Aufbringung der Kosten; die Zweite Kammer hat seinerzeit beschlossen, daß die Hälfte davon der Staat tragen solle. Die Erste Kammer hat dem nicht zugestimmt. Abg. Wolf wird für den Beschluß Erster Kammer stimmen, da dies der einzige Weg sei, auf dem die Geschädigten eine Entschädigung erhalten könnten. Abg. David bittet, auf dem früheren Beschlüsse W beharren. Ministerialrat Braun erklärt, daß die Regierung von ihrer Vorlage nicht abgehen werde, andernfalls werde das Gesetz fallen. Im Interesse der Sache solle die Zweite Kammer von den früheren Beschlüssen abgehen, und der Regierungsvorlage zustimmen. Andernfalls werde die Auszahlung von Entschädigungen für bereits eingetretene Verluste auf unbestimmte Zeit verschoben. Durch Nichtbei- treten zu der Regierungsvorlage werde man der Landwirtschaft keinen guten Dienst leisten. * Die Abgg. David und Bähr dagegen bitten, auf den früheren Beschlüssen des Hauses beharren zu wollen. Lieber solle man das ganze Gesetz fallen lassen, als dem Bauer so große Lasten aufzubürden. Dazu konnten sie ihre Zustimmung nicht geben. Abg. Köhler-Langsdorf meint, auch hier sebe man- wieder den Gegensatz zwischen Stadt und Land, ba die städtischen Vertreter wahrscheinlich für bie Regierungsvorlage stimmen würden. Letztere sei weiter nichts al£; eine staatlich organisierte Viehversicherung. Er kenne einen' Polizeirat, der bie strengen Kontrolmaßnahmen eines Kreisveterinärarztes zu Hintertreiben versucht habe, well er händlerisch und industriell gesinnt sei. Dieser Sinn werde auch auf der Universität ausgeblldet; deshalb seien auch die meisten 23eamten derartig gesinnt; für landwirtschaftliche Interessen hätten dieselben kein Verständnis. Aber dies werde auch einmal anderes werden. Ministerialrat Emmerling erklärt, daß die Regierung nicht ohne weiteres in der Lage sei, derartige Zuschüsse zu bewllligen. Die Regierung könne die Landwirtschaft nicht einsellig begünstigen, sondern habe bie Interessen aller Stäube zu wahren. Abg. W e i b u e r bittet nochmals bringenb, an dem früheren Beschlüsse sestzuhalten. Lieber werde der Bauernstand auf das ganze Gesetz verzichten. Abg. Korell hätte lieber gesehen, wenn die Regierung, falls sie auf ihrer Vorlage beharre, ein derartiges! Gesetz überhaupt nicht vorgelegt hätte. Um einer Bagatelle willen solle die Regierung das Gesetz nicht scheitern lassen. Obermedizinalrat Lorenz betont, daß man Not-» schlachtungen in das Gesetz nicht aufnehmen könne, denn wer solle denn deren Notwendigkell konstatieren. Der Präsident macht daraus aufmerksam, daß hier keine neuen Anträge mehr zu dem Gesetz gestellt werden können. Hier handele es sich, nur um den abweichenden Beschluß der Ersten Kammer. Nachdem noch bie Abgg. Schmitt, Korell und Köhler-Langsdorf zur Sache gesprochen haben, empfiehlt Abg. Gu t f leis ch als Berichterstatter des Ausschusses, dem Beschlüsse der Ersten Kammer beizutreten. -Die zu schaffende Versicherung für bie Landwirtschaft fei so wertvoll, daß man das Gesetz nicht scheitern lassen solle. Es erfolgt namentliche Abstimmung. Die Kammer beharrt mit großer Majorität auf dem seitherigen Beschllrsse. Bezüglich bes neuen Hanbelskammergesetzes nimmt bie Erste Kammer eine abweichende Stellung in Bezug auf bie Einteilung bes Bezirks Worms ein. Die Zweite Kammer stimmt sodann dem Beschlüsse der Ersten Kammer zu. Die Erste Kammer steht weiter ablehnend gegenüber dem Initiativantrag Haas-Darmstadt, bie Errichtung einer Laub Wirtschafts kämm er betr. Der AuÄ schuß beantragt, auf dem früheren Beschlüsse zu beharren. Abg. H a a s - Tarmstabt: Er sei ber Meinung, baß bie Erste Kammer nur durch irrtümliche Auffassung ber ganzen Sachlage zu einem solchen Besckluffe gekommen sei. Leioer sei ber alte Graf zu Solms-Laubach nicht mehr in der Ersten Kammer, sonst würbe dieselbe wohl zu anderer Ansicht gelangt sein. Es sei sehr leicht, etwas für noch nicht spruchreif zu erklären, was man nicht wolle. Man wolle ihm die ganze Sache an die Rockschöße hängen und sage, baß bie Zweite Kammer in ihrer Mehrheit nicht hinter ihm stehe. 216er er habe sich lediglich zum Interpreten der allgemeinen Wünsche der hessischen Landwirtschaft gemacht. Eine Land- wirtschaftskammer ohne Steuerrecht habe absolut keinen Sinn. Mit Unrecht stelle man seine Person in dieser Frage in den Vordergrund; er habe nur das ausgezeichnet, was! die Vertreter der hessischen Landwirtschaft wünschten. Daß man in diesem Punkte zu keinem besseren Resultat gekommen sei, sei zu bedauern. Er hosse indes, da bie Regierung nach ihrer abgegebenen Erklärung bem Projekte wohlwollenb gegenüberftehe, baß bie Vorlage in Bälde zustanbe komme, bamit Hessen in dieser Beziehung nicht ipp Rückstände bleibe. Abg. Köhler-Langsdorf meint, daß es besser um bie Landwirtschaft stehe, wenn noch der alte Gras Laubach in der ersten Kammer säße. Die zweite Kammer beharrt alsdann einstimmig auf ihrem früheren Beschlüsse. Bezüglich der Bahn Reichelsheim-Fürth beharrt ift Hauppgenssts en schabt Vslitische Tagesschau. An de» Erwerbe chUenischer S«lpeterfelder auch die pommcrjche L a n d w i r t j ch < Der Schluß des Heftchen Landtags. Darmstadt, 1L Jull. idte Kammer auf ihrem Beschluß, ebenso hinsichtlich der be- willigten Oberrealschulen zu Groß-Umstadt und Butzbach. Dasselbe ist der Fall bezüglich des Antrags Wolf, die Zigeuner betr. Dem Gesetzentwurf, die Aenderung des Wahlgesetz es von 18 7 2 (Abänderungen, die durch die neue Steuergesetzgebung bedingt sind) stimmt die erste Kammer in der Fassung des Beschlusses der zweiten Kammer nicht zu, sondern hält an der Regierungsvorlage fest. Abg. David bittet,. auf dem früheren Beschlüsse zu beharren. SLaatsminister Rothe legt dem Haus dringend ans Herz, der Regierungsvorlage zuzustimmen. Abg. Gutfleisch als Berichterstatter betont nochmals, daß das Gesetz eine Verschlechterung des alten Gesetzes auf keinen Fall bedeute. Deshalb möge man der Regierungsvorlage zustimmen. Sodann wird namentlich abgeslimmt. Der Antrag, dem Beschlüsse der ersten Kammer beizutreten, wird abgelehnt. Ebenso wird der Antrag, auf dem früheren Beschluss-e zu beharren, ebenfalls ad gelehnt. Damit ist also wiederum ein Vacuum entstanden und infolgedessen keine Grundlage vorhanden, auf Grund derer die Wahl der Wahl- männer bei der bevorstehenden Neuwahl erfolgen kann. Ein neuer Meisterstreich unserer Zweiten Kammer!! Die Abgeordneten Backes, Gutfleisch, Ulrich und Schmitt erklären angesichts der Angriffe der „Wormser Zeitung" auf den Präsidenten Haas, daß sie dem Präsidenten dankbar seien für die umsichtige Leitung der Geschäfte und sprechen demselben ihre volle Hochachtung aus. Zum Zeichen des unbedingten Vertrauens zu der Geschäftsführung und der Person des Präsidenten erhebt sich das Haus von den Sitzen. Hierauf spricht der Präsident dem Hause seinen Dank für das Vertrauensvotum aus und giebt sodann eine statist:sche Uebersicht über die Geschäftsthätigkeit der zweiten Kammer. Das Haus beschließt alsdann die Sitzung mit einem von dem Präsidenten Haas ausgebrachten und von dem Hause begeistert aufge- nommeneu Hoch auf unser schönes hessisches .Heim atland. Mr eine deutsche tziseuöahugemeiuschast und als nächste Etappe dazu für baldigen Anschluß der Württembergs sch en Eisenbahnen an die pr eußis chl- hessischeGemeinschaft tritt jetzt der württembergisch^ Handelskammertag in einer in seinem Anfttage von dem (Stuttgarter Handelsbammersekretär Prof. Dr. Huber ausgearbeiteten Denkschrift ein, die den gesetzgebenden Faktoren eingereicht wird. Die Denkschrift schildert die gegenwärtige verkehrspolitische Lage in Deutschland. Die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft habe sich in chrem mehrjährigen Wirken beftiedigend bewährt; die mittelstaatttchen Eisen- bahnverwalttmgen seien dagegen an der Grenze ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Leistungsfähigkeit angekommen. Infolge der rückläufigen Bewegung in den Eisenbahn- finanzen und der hohen Anforderungen für den wachsenden Groß- und Kleinverkehr reiche die Kraft der kleineren Vers. Wallungen zur Bewältigung ihrer Ausgaben nicht mehr ans; zu selbständiger Durchführung durchgreifender Reformen seien die mittelstaattichen Verwaltungen vollends ganz außer stände. Die Denkschrift krittsiert dann das sett Jahren an- gekündigte Projekt einer süddeutschen Eisenbahngemeinschaft und bemertt darüber u. a.: „Selbst wenn alle süddeutschen Staaten wirllich zu einem süddeutschen Eisenbahnverbande zu vereinigen wären (wozu nach den bisherigen Erfahrungen wenig Aussicht vorhanden), wäre das Ziel klein und im nationalen Interesse zu bedauern. Erne süddeutsche Gemeinschaft als Selbstzweck würde gleichsam die alte Mainlinie wiederherstellen, in einer Gestalt, die noch immer unmoderner und noch schädlicher wäre als die frühere." Die Denkschrift leugnet (!) im weiteren den preußischen Fiscalismns, spricht von den großen Leistungen und Erfolgen des preußischen Gesamteisenbahndienstes und behauptet hinsichtlich der Tarife, daß die preußischen jetzt die billigsten in Deutschland seien. Nach sehr kurzer Besprechung den Hoheitsrechte, der parlamentarischen Mitwirkung in Eisenbahndingen und allen anderen Einwänden gegen einen Anschluß an Preußen werden in der Denkschrift verschiedene Arten eines Abkommens der süddeuftchen Staaten (zunächst Württembergs) mit Preußen zu einer Interessengemeinschaft des Bahnwesens dargelegt. Die Ausführungen in dieser Beziehung kommen zu dem Schlüsse, daß es nicht schwer fallen würde, den gegen eine Eisenbahngemeinschaft vorgebrachten Bedenken durch entsprechende Verttagsbestim- mungen in ausreichender und befriedigender Weise Rechnung zu tragen. Es wird auf die Gründung und Entwickelung des deutschen Zollvereins hingewiesen und der lleberzeugung Ausdruck gegeben: wie der am 14. Februar 1828 zwischen Preußen und Hessen-Darmstadt geschlossene Zolloertrag die Grundlage war für den großen preußisch-deutschen Zollverein, so bilde jetzt die preußischf-hessische Eisenbahngemeinschaft den Anfang zu einer großen deutschen Eisenbahn- gemeinschaft. sich bei Aufstellung der Haupworanschlage mit der erwünschten Sicherheit und Beweglichkeit den thatsächlichen VerhälMifsen, namentlich auch in Zeiten wirtschaftlicher Schwankungen anzupcmen. Wenn im laufenden Jahre der im ganzen Deutschen Reich ein* getretene geschäftliche Rückgang auch hier im Staatshaushalt sich geltend machte und eine Erhöhung der direkten «steuern notwendig erscheinen ließ, so weiß Ich Ihnen besonderen Tank dafür, daß Sie nicht nur in rechtzeitiger Vorsorge dieser Sachlage Rechnung getragen, sondern auch — dem Anträge Meiner Regierung folgend — die erforderliche Steuererhöhung im Geiste der Steuerreform nur den Vermögenden auferlegt haben. In der Hoffnung aber auf eine Besserung der Lage des Staatshaushaltes bestärkt Mich die gute Entwickelung der verschiedenartigen Betriebe und produktiven Anlagen der Domänen des ^andes, zu deren thatkrästiger Förderung Sie es an Berwckligung der erforderlichen Mittel nicht haben fehlen lassen. „ Tas Gesetz über die öffentlichen Sparkassen schafft für deren innere Entwickelung die nötigen Grundlagen und ermöglicht den- elben die Beteiligung an der beschlossenen Errichtung der staatlichen Hypothekenbank. Indem dieses Institut den Bedürfnissen des privaten Realkredits in weiterem Umfang zu dienen bestimmt ist, erhält die Landeskreditkasse eine entsprechende Erleichterung, welche ie andererseits in die Lage versetzt, neue Aufgaben zu erfüllen, von welchen namentllch die Förderung des Wohnungswesens für Minderbemittelte eine besondere Wichtigkeit für das Volkswohl für ich in Anspruch nehmen darf. Die Genehmigung der bezüglichen Gesetzentwürfe erfüllt mich mit lebhafter Befriedigung. Die erfreulichen Erfolge der staatlichen Unterstützungen auf dem Gebiete der Landwirtschaft haben Sie veranlaßt, auch diesmal in dankenswerter Weise reichliche Mittel für landwirtschaftliche Zwecke zu bewilligen und den von Meiner Regierung vorgeschlagenen gesetzgeberischen Maßnahmen zur Förderung der Viehzucht Ihre Zustimmung zu erteilen. Von der in dem Gesetz über die Handelskammern vorgesehenen Einteilung des ganzen Landes in Handelskammerbezirke und der Schaffung des hessischen Handelskammertags erhoffe Ich eine weitere Förderung der Interessen des Handels und der ^^urch Äbesserung der Gehalte der Volksfchullehrer, sowie durch Erhöhung der Bezüge ihrer Witwen und Waisen haben Sie in dankenswerter Weise zu einer wesentlichen Besserung der Lüge der Volksschullehrer beigetragen. Auch haben Sie em warmes Interesse für die Kunst und für die Erhaltung von Kunstdenkmalern bethätigt und eine besondere Sorgfalt dem Gefetzentwurs über die Denkmalpflege gewidmet, mit dessen Vorlage Meine Regierung auf diesem Gebiet der Gesetzgebung in erster Reihe vorangegangen ist. Mit besonderem Danke begrüße Ich die Serett|leOung der Mittel für den Ausbau und die innere Einrichtung des Museums. Auch durch Ihre Zustimmung zu Neubauten und Ergänzungs- bauten für Zwecke der Hochschulen, zur Errichtung je emer Irrenanstalt in Oberhessen und Rheinhessen, eines Gymnasiums m Worms, oroie von Justizgebäuden in Darmstadt und Atainz haben Sie den Wünschen des Landes Rechnung getragen. Wenn es nicht mehr gelungen ist, die bet der erfreulichen Entwickelung der Technischen Hochschule erforderlichen baulichen Einrichtungen und Ergänzungen auf der Südseite der Anstalt, sowie den gebotenen Umbau des Hoftheaters den Vorlagen Meiner Regierung entsprechend zu sichern, so gebe Ich Mich der Erwartung hin, daß sich der künftige Landtag der Bewilligung der für diese Zwecke erforderlichen Mittel nicht entziehen wird. Ich entlaffe Sie mit der Versicherung Meines fortdauernden Landesfursllichen Wohlwollens. Möchten die Ergebnisse Ihrer Beratungen und Beschlüsse kleinem geliebten Land und Volk zum Segen gereichen! _ , „ Nach dieser Thronred e verließ S. K. H. der Großherzog in Begleitung seines Dienstes in der nämlichen Ordnung wie beim Eintreten den Thronsaal. Der Staats- Minister gab sodann den Landtagsabschied bekannt und erklärte hiernach, auf Allerhöchsten Befehl. S. K. H. des Großherzogs den Landtag für geschlossen. Darnach fand im Schlosse H o f t a f e l statt, an der außer den Spitzen der Behörden, die Wgeordneten beider Kammern sehr zahlreich teilnahmen. (Schluß int ersten Blatt.) der „Landw. Wochenschr. f. Pornm." über eine außerordentliche Generalversammlung der Genossenschaft heißt es: Ritterguts-Besitzer Beelitz - Garden gab als Haupt- referent zunächst ein Bild über die Entstehung des Plaues, Salpeterfelder zu erwerben, und teilte roeiter mit, daß die Felder Atacama und Anteile der Felder Esmeralda getauft feien. Der Referent gab ferner eine Uebersicht über die Weltmarktslage, über die Kosten und zutünftige Preisgestaltung, sowie über die Not- wendigkett, für die deutsche Landwirtschaft Salpeterfelder zu erwerben. Es soll eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von ca. 10 bis 12 Millionen Mark gegründet werden, wovon ca. 6 Millionen! Mark von der deutschen Landwirtschaft gezeichnet werden sollen. Von dieser Summe entfallen ungefähr i/2 Millionen Mark auf Pommern^ diese Summe kann von Vereinen oder auch von Einzelpersonen aufgebracht werden. — An diese Ausführungen schloß sich eine längere Diskussion. Als Resultat wurde konstatiert, daß die Einzelvereine unb Einzelpersonen gebeten werden sollen, die Attien zu zeichnen, und die Zeichnungen sobald als möglich der Hauptgenossensch^st zuzusenden. Es sei dazu eine Stimme aus dem freisinnigen Lager erwähnt. Die „Stell. Ostseeztg." schreibt: Es muß also der deutschen Landwirtschaft doch immer noch nicht so ganz schlecht gehen, wenn sie so enorme Summen an ein Unternehmen zu wagen sich entschließen kann, dessen Aussichten zum mindesten doch höchst zweifelhaft sind. Schon allein die Frage ist bisher unbeantwortet geblieben, wie wohl die chilenischen Besitzer der erworbenen Felder dazu kamen, sich eines Besitzes zu entäußern, der nach den Darstellungen der Befürworter der Gründung einen so ganz unzweifelhaften und so beträchtlichen Gewinn abwerfen muß. Der Leipziger Bankprozetz. XVIII. Leipzig, 11. Juli. Die Aufsichtsratsmitglieder weisen auf eine Bemerkung des Vorsitzenden das Ansinnen zurück, daß sie in dem gestern erörterten Expose sowohl wie in dem Geschäftsbericht für 1900 eine Verschleierung vorgenommen hätten. Es sei eine Verschweigung gewesen, das Bewußtsein einer unrechten H an d lun g hätten sie nicht gehabt. Am 28. März 1901 habe wieder eine Aufsichtsrat s-, itzung stattgefunden, in der die Direktion die seit 1896 ent- tandenen gesamten Engagements der Trebergesellschast daregte. Der Aufsichtsrat war bei den enormen Engagements der Trebergesellschast der Ansicht, nach Kassel am 4. April eine Konferenz einzuberufen, eventuell bei den Großbanken in Berlin eine Hilfsaktion zu Gunsten der Leipziger Bank eiuzuleiten. Exner sagt aus, man sei damals über die Höhe der Obligo — einige 80 Millionen — erstaunt gewesen — er selbst auch. Die in Berlin in Aussicht genommene Hilfe wäre erwünscht gewesen, um den Trebertrust durchzuführen. In einem Schreiben an Exner vorn 1. April 1901 bemertt Schmidt, daß der Beschluß der Verwaltung der Leipziger Bank, nach Kassel zu kommen, ihm und seinen Aufsichtsratsmttgliedern durchaus nicht passe. Kassel stehe in einfacher Verbindung mit der Bank und lasse sich nicht von obenher behandeln. Schmidt schlägt im Einverständnis mit Sumpf Eisenach als brüten Ort zur Zu- ammenkunft vor. Schröoer und Mäher sagen, daß in jener Sitzung vom 28. März 1901 zu chrem Erstaunen die Engagements der Bank bei der Trebergesellschaft die Zah l w eit überstiegen, die ihnen vorher genannt war. Auch Wölcker und Vörster feien über die damalige Aufklärung erschrocken gewesen. ^Vörster stellte ein Obligo von 87 069 000 Mark fest. Micken betont gleichfalls, daß er über die Höhe des Obligo erschrocken gewesen sei. Dem Zeuaen Wuthe ist bekannt, daß für die Sitzung vom 28. März 1901 eine Aufstellung bezüglich des Obligo vom Settetär gemachlt wurde Wie Exner aussagt, ist dieses auf einzelnen Zetteln und Bogen geschehen. Diese wichtige Aufstel-. lung ist, wie der Vorsitzende festftellt, nicht mehr auf- zufinden gewesen. Exner bemertt dazu, daß er am 1L März 1901 sich Notizen über das chm damals mügeteilte Obligo der Trebergesellschast gemacht habe, und daß dies Obligo hiernach 40 900 000 Mark ohne das Wechsel-Obligo- betragen habe. Erst der 28. Attirz habe chm volle Klarheit gebracht. Der schließlich durchgesetzten Zusammenkunft ging am 2. April 1901 eine vertrauliche Besprechung in Dodels Wohnung voraus, wo in Anwesenheit der Herren Dodel und Schröder, Wilken, Wölker, Mayer und Vörster und beä inzwischen verstorbenen Schäfer, die Frage eines juristischen Vertrauensmannes erwogen und die Aufnahme einer großen Obligationenanleihe durch die zu fusionierende Trebergesellq schäft angeregt wurde. Man war sich laut Protokoll darüber klar, daß sich die Position der Bank nach dem Zustandekommen der Fusion bessern würde. Am 5. April fand bann die Konferenz der beiberfeiligen Direktoren unb Aufftchts- rate in Kassel statt. Schmidt erstattete eingehende Darlegungen über die technische und finanzielle Organisation der Gesellschaft und über die Rentabilität der Tockfterunter- nehmungen. An diese Sitzung schloß sich eine zweite vom 6. April bei Schmidt, in der u. a. der Geldbedarf für die Trebergesellschast (im April 980 000, Mai 650 000 und Juni 500 000 Mark) und die neuen Transaktionen mit der Bank besprochen wurden. Exner sagt auf Deftagen aus, daß man trotz des Obligos von 87 Millionen immer noch weiter habe arbeiten wollen. Die Bank habe selbst eigene Gutachten einholen lassen. Dobel überzeugte sich babei an Ort und Stelle von den Aufträgen und Umsätzen in Kassel. Ebenso hat Schröder einen günstigen Eindruck von Kassel gewonnen Er wollte aber gleich Dodel die Absendung des Sekretärs Wuthe nach Kassel erzwingen, was auch zugestanden wurde. Es sei unbegreiflich, wie Schmidt aufsneuedenAuf- sichtsratin Kassel zu täuschen verstanden habe. In der Kasseler Sitzung sei es nicht so ruhig zugegangen, wie aus dem Protokolle hervorzugehen scheine. Man habe sich scharf Ungefaßt. Ueber Schmidt befragt, äußert Meyer, der Mann habe etwas Fascinierendies gehabt und nicht den Eindruck eines Schwindlers gemacht. Exner hatte gegen Schmidt insofern Mißtrauen, als dieser nicht mehr mitteilte, als was die Bank wissen durfte. Nach einer kurzen Pause wird der Zeuge Wuthe über die von ihm in Kassel vorgenommene Prüfung der Bücher vernommen. Zeuge tritt der Anschauuung entgegen, daß er viel früher über die Trebergesellschast orientiert gewesen sei, vielmehr sei er nach Kassel ganz uneingeweiht über die wahren Verhältnisse gekommen. Die ihm für Kassel gegebenen Direktiven seien ihm daher befremdlich er* schienen. Zeuge hat ziuiächst in die unausgeführten Bestellungen aus Waren Einsicht genommen. Bei späterer Durchsicht der Kontokorrenten fehlten aus dem Bankkonto an be-ffen Saldo 3 DH- Heute nachmittag 41/2 Uhr würbe ber 3L Landtag von . S. K. H. dem Großherzog geschlossen. Zu biefem Akte versammelten sich im Großh. Schlosse um 4 Uhr: die • dienstthuenden Kammerherren unb Kammerjunkern in bem Fahnensaäl; um 4,15 Uhr die Mitglieber ber Ersten Kammer in ben Assembleezimmern; bie Mitglieber der Zwei- ■ ten Kammer in den Russischen Zimmern; die Mitglieder des Staatsministeriums in dem Fahnensaal; die Hof- : floaten und Adjutanten in dem Rampensaal. Die Zweite Kammer wurde durch den als Zeremonienmeister dienstthuenden Kammerherrn Frhr. v. Bellersheim in den Thron- f aal ein geführt. Nachdem sie chre Plätze eingenommen Halle, erfolgte die Einführung der Ersten Kammer durch den Ober-Zeremonienmeifter und hierauf die der Räte der Ministerien durch den als Zeremonienmeister diensllhuen- den Kammerherrn Frhrn. A. v. Roksmanu. Die Erste Kammer erhiett ihre Plätze zur rechten, bie Zweite Kammer zur linken Sette des Thrones diesem gegenüber; die Rate der Ministerien nahmen die Plätze zur llnken Seite des Thrones ein, in dem Raume zwischen diesem und den Sitzen der Wgeordneten zur Zweiten Kammer. S. K. Hoheit der Großh erzog begab sich aus die Meldung des Ober-Zeremonienmeisters, daß die Einführung der Versammlung stallgefunden habe, in den Thronsaal. Der Zug ging in folgender Ordnung: zwei Fouriere, die dienitthuenden Kammerjunker, die dienstthuenden Kammerherren, die Zeremonienmeister, der Ober-Zeremouien- melfter, S. K. H. der Großherzog, der Staatsminister und die Minister der Justtz und der Finanzen, die General- und Flügeladjutanten, die nicht funttionierenden Hofchargen. Bei Eintrttt des Zuges in den Saal erhob sich die Versammlung von chren Sitzen. Der vorantretende Dienst begab sich auf die linke Sette des Thrones. Die Fouriere nahmen zu beiden Setten am Thronhimmel Stellung. Der Staatsminister, die Minister der Justiz und der Finanzen und der S. K. H. dem Großherzog nachfolgende Dienst steltten sich zur Rechten des Thrones. S K H. der Großherzog hielt von dem Throne folgende Anrede an die Stände: Meine Herren Stände! Mit hingebender Pflichttreue haben Sie sich den Angelegenheiten und dem Wohle des Landes während des 21. Landtages in anstrengender Arbeit gewidmet. Bei Schluß deffelben gereicht es Mw zur besonderen Freude, Ihnen Meinen Dmrk und Meine Anerkennung hierfür perfönlich aussprechen zu können. Durch Vorlagen Meiner Regierung und durch Anträge aus Ihrer Älitte waren Sie mit außergewöhnlich zahlreichen, zum Teil sehr bedeutungsvollen, schwierigen und umfangreichen Aufgaben betraut, beueu öie eine gewissenhafte Prüfung gewidmet haben, und welche größtenteils zu befriedigenden Ergebniffen geführt haben. Durch eme Ergänzung des Artikels 5 der Verfassungsurkunde sind dre Grundsätze über die Regentschaft festgestellt und ist hierdurch eine Lücke des Verfaffungsrechts ausgefiillt worden. Für Ihre Zusttmmung zu den hieraus bezüglichen Gesetzentwürfen sage Ich Ihnen Aleinen Landesherrlichen Tank. Eine Gesetzesvorlage Meiner Regierung über die Landstände bezweckte eine Revision des Wahlgesetzes, namenttich durch Einführung direkter Wahlen, sowie durch eine den veränderten Der- hÄtnissen rliechnung tragende, mäßige Vermehrung der Zahl der Abgeordneten. Leider hat es die Kürze der Zeit, welche Ihnen noch zur Verfügung gestanden hat, nicht ermögllcht, die Verhandlungen zu Ende zu führen. Durch Ihre Zustlmmung zur Einfüglmg auch der Main-Neckarbahn in die Belriebsgemeinschaft der Heffischen und Preußische Staatsbahnen haben Sie die gegebene Folgerung gezogen aus der zum Segen des Landes wirtenden Eisenbahngemeinschaft mit Preußen. Die reichen Ueberfchüsse aus dieser Gemeinschaft haben es erleichtert, durch wiederholte Verwilligungen die Erbauung ^weiterer Nebenbahnen zu fördern und damu auch den Bedürfnissen bes örtlichen Verkehrs gerecht zu werden. Nach Ergänzung der nut dem 30. Landtag vereinbarten tiefgreifenden Umgestaltung des Ltaatssleuerwesens durch einige Heinere Steuergesetze, wie nach vorläufiger Anpaffung der ®e= meindebesteuerung an die Reform der Staatssteuern, konnte diese ganze Gesetzgebung mit dem Jahre 1901 02 in Kraft gesetzt werden. Die seitherigen Ergebniffe lassen das Ziel der Reform, ine Verschiebung der Steuerlast aus die leistunasfähweren Schultern, wie insbesondere die Entlastung des flachen Landes im Ganzen als erreicht erschemen, während die von Ihnen gutgeheifecne gleichzeitige ^Einführung einjähriger StaatShaushakts-Peru^deii es ervrögttcht, Fronen. Schmidt meinte, diese 3 Millionen standen tot geheimen Konto. Schmidts Wechselkonto sei ganz gewaltig gewesen und habe auch unrichtiges Buchen englischer Anteile aufzuweisen gehabt. Wuthe verliest seinen an die Bank erstatteten Bericht, aus dem her- ivorgeht, dah die Trebergesellschast in Kassel bis Ende Februar 1901 in elf Monaten einen Umsatz von rund 21 Millionen einschließlich der Umsätze mit den Tochtergesellschaften machte. Gr sagt ferner aus, daß er die Entpsin- dung hatte, die Direktion in Leipzig wolle verhindern, daß er die Buchungen, welche ihm in Kassel ouffielen, zur Sprache bringe. Am 9. April 1901 lehnt Schmidt in einem Briese an die Bank ab, sich in Wuthe einen Aufpasser nach Kassel setzen zu lassen, dagegen wolle er diesen als thatsächlichen Beamten und Vertrauensmann engagieren. Nach vielfacher Konferenz zwischen Schmidt und der Bank wird von einer nochmaligen Entsendung Wuthes nach Kassel abgesehen. Weiterberatung morgen vormittag 9 Uhr. Ergänzung. Das Aussichtsratsprotokoll vom 3. Mai 1901 gievt Aufschluß darüber, daß der Angeklagte Schröder in Kassel das Geheimbuch eingesehen hat und dabei Schmidt mit einer Schuld von vier Millionen Mark belastet fand, wahrend an Forderungen Schulze-Dellwig mit 600 000, Otto 800 000, Gebrüder Sumpf 830 000 und Schlegel 120000 Mb -für Tantiemen, Dividende rc. verzeichnet waren. Das von Gxners Hand geschriebene Protokoll über die Aufsichtsrats- iitzung vom 20. Juni 1901 berichtet über die Diskontschwie- xigkeiten: Die Reichsbank bittet, keine Treberwechsel mehr ^eiuzureichen, die sächsische Bant will das hohe Konto vermindert wissen. Erstere hatte für 16 Millionen Wechsel einschließlich zwei Mlllionen Kasseler im Porteseuille, letztere ifür 171/2 Millionen, einschließlich 4 750 000 Kasseler. Man war darüber klar, daß jetzt die größte Gefahr bestehe. Auch die Diskontfirma G. Kerttog-Berlin bestätigte die Animosllät »gegen die Accepte der Leipziger Bank gegen ein starkes Äusgebot von Treberwechseln. Stun wurde beschlossen, mit L>er Deutschen Bank zu verhandeln und sich mit derselben Mer eine 'Hilfsaktion zu verständigen. Damll war das Ende da. ^AasMg ws bin StMirssotsregisttt«. dcr Siebt Meßen. Aufgebote. Juli. 3. Karl Gümbel, Postbote dahier, mit Karoline Mandler in Krofdorf. 5. Heinrich Schwöbel, Lehrer dahier, mit Johanna Karoline Elisabethe Pfaff hierselbst. 6. Friedrich Hermann Schnecko, Friseur dahier, mit Dorothea Kaiser in Offenbach 6. Heinrich Konrad Gertz, HUfswagenmeister dahier, mit Anna Johannette Henriette Muth in Battenfeld. 7. August Maael, Taglöhner dahier, mit Elisabethe Ortmüller hierselbst. 8. Wilhelm Gustav Hemzel- mann, Monteur in Nürnberg, mit Elisabethe Margarethe Gernand dahier. 8. Georg Ludwig pernrich Beck, Großh. Steueraufscber dahier, mit Slnna Luise Spies hierselbst. 8. Daniel Mähler, Schlosser dahier, mit Luise Karoline Christiane Michel hierselbst. 9. Gustav Weiß, Großh. Gerichtsassessor dahier, mit Louise Sander in Darmstadt. Eheschließungen. Juli. 5. Dr. Heinrich Otto Rösler, technischer Betriebsleiter in Rodach mit Elise Altvater dahier. 9. Heinrich Georg Ludwig Martin Wagner, Lehramtsassessor in Langen, mit Wilhelmine Adolfine Mathilde Hahn dahier. 9. Gustav Hugo Dittmar, Fabrikant in Liebenzell, mtt Elisabethe ©tief dahier. Geborene. Juli. L Dem Betriebsletter der Gießener Omnibus-Gesell- fchaft Adolf Braun eine Tochter. L Dem Lokomotivheizer Heinrich Ehelmüller eine Tochter, Marie Lina. 4. Dem Heizer Heinrich Schiffer eine Tochter, Katharina Elisabeth Louise. 6. Dem Schneider Johann Karl Schön ein Sohn, Heinrich Wilhelm. 6. Dem Dienst- kuecht Georg Hartmann eine Tochter, Elisabethe Johanna. 7. Dem Lokomotivheizer Theodor Hebstreit eine Tochter. 9. Dem Kausmcum Emil Weißenberg ein Sohn, Walter. Gestorbene. Juli. 4. Katharine Möser, geb. Rodenhausen, 74 Jahre alt, Mühlenbesitzerin dahier. 6. Heinrich Meister, 61 Jahre alt, Krankenpfleger dahier. 6. Geheime Rat Hermann v. Bechtold, 66 Jahre alt, Großh. Provinzialdirektor dahier. 9. Johannes Feußner, 34 Jahre alt, Schristsetzer dahier. Ansziig ans den Kjchevbüchkrs der Ktnbt Sichn. Evangelische Gemeinde. Getraute. Matthäusgemeinde. Den 5. Juli. Heinrich Otto Rösler, Dr. phil., technischer Betriebsleiter zu Rodach im Herzogtum Coburg, und Elise Altvater, Tochter des Bautechnikers Friedrich Jakob Alwater zu Gießen. Den 10. Juli. Gustav Hugo Dittmar» Fabrikant zu Liebenzell im Schwarzwaldkreis, und Elisabethe ©tief, Tochter des verstorbenen Stadtbaumeisters Johannes ©tief zu Gießen. Denselben. Heinrich Georg Ludwig Martin Wagner, Lehramtsassessor zu Langen, und Wilhelmine Adolfine Mathilde Hahn, Tochter des Kohlenhändlers Louis Hahn zu Gießen. Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 6. Juli. Dem Großh. Amtsrichter Ludwig Neuenhagen ein Sohn, Curt Wilhelm, geboren den 4. April. Den 10. Juli. Ein unehelicher Sohn, Johannes, geboren den 11. April. — Markusgemeinde. Den 6. Juli. Dem Schneider Wilhelm Noll eine Tochter, Else Elise Sophie, geboren den 13. Juni. Denselben. Dem Taglöhner Bernhard Baüpel ein Sohn, Wilhelm Ludwig, geboren den 31. Mai. Denselben. Dem Taglöhner Justus Sauer eine Tochter, Klara, geboren den 23. März. — Lukasgemeinde. Den 6. Juli. Dem Heizer Nikolaus Meßbecher ein Sohn, Ernst Philipp, geboren den 20. Juni. — Jobannesgemeinde. Den 7. Juli. Dem Pfarrer zu Stumpertenrod Friedrich Landmann ein Sohn, Friedrich Wilhelm Ludwig Helmuth, geboren den 18. Juni. Beerdigte. Markusgemeinde. Den 6. Juli. Katharine Möser, geb. Rodenhausen, Witwe des Mühlenbesitzers Heinrich Möser, 74 Jahre alt. starb den 4. Juli. Den 11. Juli. Johannes Feußner, Schriftsetzer, verheiratet, 35 Jahre alt, starb den 9. Juli. — Lukasgemeinde. Den 8. Juli. Heinrich Meister, Krankenpfleger, 60 Jahre alt, starb den 6. Juli. — Johannes gemeinde. Den 5. Juli. Wilhelm Stroh, Tapezier, Sohn des Tapezrerers Ludwig Stroh, 20 Jahre alt, starb den 3. Juli. Weilburger Wetterdienst. Die Houptschwierigkeiten, welche der Einführung des neuzeitlichen praktischen Wetterdienstes sich fast überall entgegenstellen, dürften vorwiegend auf dem geringen Verständnis beruhen, welches er beim großen Publikum findet. Man verlangt Unmögliches von demselben, nämlich untrügliche Sicherheit. Ein zufällig beobachteter Treffer oder ein ebenso zufällig beobachteter Fehlschlag der Wettervoraussagen sind vielfach für das Urteil maßgebend. Die Witterungserschcmungen werden als etwas vom „Zusalle" abhängiges, ungeregeltes betrachtet rc. Und doch kann sich jeder so leicht ein selbständiges Urteil über alle diese doch jedermann interesfierenden Dinge bilden durch regelmäßiges Betrachten der „Wetterkarten", was bei einiger Uebung nur wenige Augenblicke in Anspruch nimmt Die von einigen großen Zeitungen feit Jahren bereits veröffentlichten Wetterkarten haben beim großen Publikum nur wenig Gegenliebe und Verständnis gesunden, hauptsächlich wohl, well sie zu spät in die Hände des Lesers gelangen (selten früher als am nächsten morgen) und weil der in der Zeitung zur Verfügung stehende Raum nicht ausreicht, für das Verständnis der Karten hinreichende Erläuterungen zu geben. Tie Karten der Seewarte kommen für die Allgemeinheit schon ihres hohen Preises wegen kaum in Betracht Sett vorigem Jahre werden in Berlin für das mittlere Norddeutschlcmd ausgezeichnete Karten heraus-! gegeben, aber leider auch erst am abend versandt Erst der Weilburger Wetterdienst hat gezeigt, daß es möglich ist, Wetterkarte« in bescheidener, so doch vollkommen genügender Ausstattung, sch schnell herzustellen, daß sie schon um 12 Uhr mittags versandt werden können. So können sie durch die Post in fast allen Srädten Hessen-Nassaus und Oberhessens und in sehr vielen Dörfern noch am gleichen Nachmittag ausgetragen werden. Ein rückseitiger wechselnder Text dürfte hinreichendes Verständnis für die Karte vermitteln. Sie haben sich denn auch seit der kurzen Zeit chres Bestehens sehr gut eingeführt, doch ist natürlich das Ziel noch längst nicht erreicht, welches sich der Wetterdienst mtt diesen Karten vorläufig gesteckt hat, daß sie nämlich zum mindesten in jeder Ort? schäft mtt leidlicher Postverbindung regelmäßig öffentlich ausgebängt werden. Probenuminern versendet der Weilburger Wetterdienst gern überall hin. (Die Mitteilungen des, auch für Oberhessen sehr interessanten Wellburger Wetterdienstes werden im „ Gießener Anzeiger" an dieser Stelle regelmäßig veröffentlicht werden. D. Red.) Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 1L 11. 12. 2“ 926 725 hi Ä * p - QJ G? ö-.. £ ty c5-Q & c*. - 2 'S' § 744,5 15,0 749,2 12,4 752,1 11,3 9,9 78 8,5 79 8^ 83 SW. NW. w. Bed. Himmel w 9 w e Höchste Temperatur am 11. bis 12. Juli 16,5° C. Niedrigste , „ 11. „ 12. „ 11,3° C. Hochfeine, stilvolle 1 Hof-Möbelfabrik und ■■■ » । ■ 1 Kunstsohreioerei von Einrichtungen | 758 Etablissement allerersten Ranges. 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Lehrlinge: 2 Bäcker, 1 Friseur, 1 Schlosser, 2 Schuhmacher, 1 Schneider. Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister, Abt. B, wurde heute bezüglich der Firma „Wetzlarer Optische Werke M. Hensoldt & Söhne, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" zu Gießen eingetragen: Sitz der Firma ist nach Wetzlar verlegt. Gießen, am 10. Juli 1902. , 5107 Großh ermöglich es Amtsgericht. Br ennholz - Verkauf. In der Königlichen Oberförsterei Elbrighaufen bei Battenberg sollen aus dem Einschlag des Wirtschaftsjahres S1901/02 folgende Holzmengen im Wege des schriftlichen Aufgebots verkauft werden: Los I: Distr. 98 und 99 — 21 rm Buchen-Scheit, 176 rm Buchen-Knüppel, 9 rm Weichholz- Knüppel, 1 rm Nadelholz-Knüppel. Los II: Distr. 123e, 125, 129 — 61 rm Buchen-Scheit, 120 rm Buchen-Knüppel. Los III: Distr. 123c = 156 rm Buchen-Knüppel. Los IV: Distr. 131 = 97 rm Nadelholz - Knüppel, 2,5 und 1,2 m lang, sämtlich trocken, und 157 rm Nadelholz-Reiser III. Kl. Die Gebote sind für jedes Los getrennt pro Raummeter Scheit, Knüppel und Reiser abzugeben. Tas in den Einzelnen Schlägen sitzende Holz wird auf Verlangen durch Herrn Förster Usin g er zu "Pfütze vorgezeigt. Die schriftlichen Gebote sind unter verschlossenem Umschlag mit der «Aufschrift: „Submission auf Brennholz" an die Ober- -försterei Elbrighausen zu Battenberg so zeitig abzusenden, daß solche zu der am Montag den 21. Juli d. I., vormittags 10 Uhr, im Geschäftszimmer der Oberförsterei in Gegenwart etwa erschienener Bieter ftattsindenden Eröffnung der Gebote in die Hände des Forstmeisters gelangt sind. Mit Abgabe des Gebotes unterwirft sich Bieter bedingungslos den Verkaufsbedingungen, welche gegen Abschriftgebühren von hier bezogen werden können. MAS Aufforderung. In Gemäßhell des § 24 der Satzung haben Antrag auf Kraftloserklärung von abhanden gekommenen Sparkaffenbüchern, deren Verlust glaubhaft gemacht worden ist, gestellt: 1. Konrad Hinkel in Naunheim bezüglich des Einlage- Luches Nr. 17046 über 3100 Mk. 2. Feldwebel Banse dahier als Bevollmächtigter des Sergeanten Roth dahier bezüglich des Einlagebuches Nr. 11849 über 37.62 Mk. 3. Edmund Salomon zu Gelsenkirchen bezüglich des Einlagebuches Nr. 22726 über 20 Mk. Ansprüche und Rechte Dritter sind innerhalb 6 Wochen vom Tage des Erscheinens in diesem Blatte bei dem unterzeichneten Direktor der Sparkasse anzumelden unter dem Rechtsnachteil, daß die Einlagebücher für kraftlos erklärt und die Antragsteller als Berechtigte angesehen werden, falls eine Anmeldung unterbleibt. Gießen, den 12. Juli 1902. Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Gießen. Wiener. 5091 Eleg. Haus mtt Vorgarten, prima Lage in Bad-Nauheim sehr geeignet für Pensionshaus, letzt etagenweise vermietet, für 41000 Alt., nicht unter 5000 Mk. Anzahü sofort zu verkaufen wegen ausw. Geschäftsübern. Off. unter Nr. 02989 an die Exped. d. Vl. 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