Nr. 161 Erstes Blatt. 152. Jahrgang Samstag 12. Juli LAOS Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehener Zamllien- dlätter viermal in der Woche beigelegt Rotationsdruck u. Verlag bi B r ü h l'sche Untoerl. Buch-u.Stei. biucter • (Pietsch Erben) (Keöah i Expedrtio.. un. Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanschlußNr.51. Siehener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich7bPs., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit u. allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und 2anb* und „Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Erster Pferde- und Fohlenmarkt zu Alsfeld. Am Montag, 28. Juli 1902 findet zu Alsfeld zum ersten Male der neu gegründete Pferde- und Fohlenmarkt statt. Der Landespferdezuchtverein veranstaltet hierbei in Gemeinschaft mit der Großh. Bürgermeisterei der Stadt Alsfeld und dem landwirtschaftlichen Bezirksoerein Alsfeld eine Prä- miiruug von Pferden und Fohlen der Wagen- und Arbeitsschläge im Besitz hessischer und auswärtiger Pferdezüchter, sowie von Händlerpferden. Zur Prämiirung stehen im Ganzen ca. 1000 Mark zur Verfügung. Die Prämiirung beginnt vormittags 8 Uhr auf dem Lindenplatz zu Alsfeld'. Prämiirungs-Plau. A. Prämien für Stuten und Fohlen beider Schläge, gegeben von der Stadt Alsfeld, dem landwirtschaftlichen Verein für die Provinz Oberhessen, den: landwirtschaftlichen Bezirksverein Alsfeld, dem Landespferdezuchtverein und von Freunden der Pferdezucht. 1. Mutterstuten mit Fohlen a. Wagenschläge 3 Preise: 30, 25, 25 Mk. b. Arbeitsschläge 3 „ 30, 25, 25 „ 2. Dreijährige (1899 geb.) Hengst- Stut- und Wallachfohlen a. Wagenschläge 3 Preise: 25, 20, 20 Mk. b. Arbeitsschläge 3 , 25, 20, 20 , 3. Zweijährige (1900 geb.) Hengst-, Stut- und Wallachfohlen a. Wagenschläge 3 Preise: b. Arbeitsschläge 3 , 4. Jährlinge (1901 geb.) a. Wagenschläge 3 Preise: b. Arbeitsschläge 3 , 6. Saugfohlen a. Wagenschläge 5 „ b. Arbeitsschläge 5 , zusammen 650 25, 20, 15 Mk. 25, 20, 15 „ 20, 20, 15 , 20, 20, 15 , 15, 15, 15, 10, 10 Mk. 15, 15, 15, 10, 10 „ Mk, B Prämien sür Pferde von Händlern, ca. 200 M ark. Sämtliche Preise sind übertragbar. Es können nur fehlerfreie Tiere prämiiert werden. Kreuzungs-Produkte sind von jeder Prämie ausgeschlossen. Jinportirte Fohlen rangieren bei den Fohlen ihrer Altersklassen. Deck-, Geburts, bezw. Körscheine sind vorzulegen, Anmeldungen (auf Postkarten) für Stuten und Fohlen find mit Angabe von Alter, Farbe, Geschlecht, Abstammung, ob selbst gezogen, importiert oder gekauft, bis 20. Juli an Herrn Georg Kurtz jr. 1. Beigeordneter, in Alsfeld zu richten, desgleichen auch die Anmeldungen für Händlerpferde (siehe Anmerkung). Zum Besuche dieses am 28. Juli zum ersten Male in Alsfeld stattfindenden Pferde- und Fohleumarktes wird freundlichst eingeladen, insbesondere werden alle Pferdezüchter, -Käufer- und -Verkäufer gebeten, den Markt mit Pferden und Fohle« zahlreich zu beschicken und zu besuchen. Darmstadt und Alsfeld, den 25. Juni 1903. Großh. Bürgermeisterei Alsfeld, Arnold. Der Vorstand des Landespferdezuchtsvereius, v. Westerweller. Naegels. Anmerkung: Diejenigen Pferdezüchter im Großher- -zogtum, welche Stuten und Fohlen per Bahn zum Pferdemarkt nach Alsfeld verbringen wollen, werden ersucht, die vorgeschriebenen Anmeldungen direkt an die Geschäftsstelle des Landes-Pferdezuchtoereins, Darmstadt, Neckarstraße 10, zu richten mit genauer Angabe, auf welcher Bahnstation die Verladung stattfindet. Die Herren Besitzer solcher Tiere erhalten alsdann von der Geschäftsstelle in Darmstadt Frachtermäßi- gungsscheine zugestellt. Gießen, den 8. Juli 1902. Betr.: Gebühren bei Invalidenrente. Das Groscher;ogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des «Kreises. Wie uns soeben mitgeteilt wird, ist es in jüngster Zeit vorgekommen, daß eine Bürgermeisterei für die Beglaubigung von Unterschriften auf den Quittungen der Invaliden- usw. Renten eine Gebühr von 20 Pfg. erhoben hat. Ein solches Verfahren ist unstatthaft und gesetzlich unzulässig. Gemäß § 171 des J.-V.-G. find alle zur Abwickelung von Jnvaltdenversicherungs-Angelegenheiten dienenden Verhandlungen, Urkunden und insbesondere auch amtliche Bescheinigungen gebühren- und stempelfrei, und wollen Sie inskünftig solches strengstens im Auge behalten. I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Heute vormittag wurde in der Nähe von Heuchelheim ein roth- und weiß geschecktes Rind mit weißer Stirne herrenlos angetroffen. Eigentumsansprüche sind innerhalb 3 Tagen bei uns gellend zu machen. Gießen, 11. Juli 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ________________ Hechler.___________________ Der Schluß des hessischen Landtages. ^.Schluß aus Blatt 2.) Der von Sr. Exz. dem Staatsminister Dr. R o t h e bekannt gegebene Landtags-Abschied hat folgenden Wortlaut: Ernst Ludwig von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. rc. Auf Grund der Vorträge, welche Uns über das Ergebnis der Verhandlungen des durch Unser Edttt vom 9. Dezember 1899 einberusenen Landtages erstattet worden sind, erteilen Wir Unsere Landesherrlichen Entschließungen auf die von beiden Kammern der Stände gefaßten Beschlüsse wie folgt: A. Beschlüsse der Kammern über die denselben zugegangenen Regierungsvorlagen. § 1 und 2. Gesetzentwürfe. (Diese werden der Reihe nach! namhaft gemacht.) Es hat Uns zur besonderen Befriedigung gereicht, daß bezüglich der genannten Gesetzentwürfe übereinstimmende Beschlüsse gefaßt worden send, auf Grund welcher der demnächstige Erlaß der betroffen- den Gesetze in Aussicht genommen werden kann. § 3. Betreffend : 1) Nachtragsforderungen zu dem auf das Jahr 1900/01 erstreckten Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und -Ausgaben in den Jahren 1897/98 bis 1899/1900; 2) Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und -Ausgaben im Etatsjahre 1901/02; 3) Hauptvoranschlag der Staatsim Etatsjahre 1901/02; 3) Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und -Ausgaben im Etatsjahre 1902/03. Die gedachten Nachtragsforderungen und Hauptvoranschläge haben in der Fassung, in welcher aus den ständischen Beratungen hervorgegangen sind, nebst den nachträglich erfolgten Be- wililgungen einzelner Posten Unsere Genehmigung gefunden. Zugleich haben Wir die zugehörigen Finanzgesetze in der Gestalt, welche dieselben in den ständischen Verhandlungen erhalten haben, vollzogen und verkünden lassen. — § 4. Betreffend: Nachweisungen über die Einnahmen und Ausgaben an Domanial- und Staatsvermügen und über die Verwendung staatlicher Gelder in der Finanz-Periode 1894/97, die Ergebnisse der Verwaltung des Fonds zur Ergänzung des Familieneigentums des Großherzoglichen Hauses in der Finanzperiode 1894/97, sowie die summarische Uebersicht über die Einnahmen unfb Ausgaben der Landeskreditkasse in der Finanzperiode 1894/97. Es war Uns angenehm, daß die gedachten Nachweisungen und Verwaltungsergebnisse von Unseren getreuen Ständen als gerechtfertigt anerkannt worden sind. — § 5 und 6. Vorlagen. (Auch diese werden einzeln aufgezähll.) Wegen Verwendung der von Unseren getreuen Ständen für gedachte Zwecke bewilligten Mittel wird, soweit dies nicht bereits geschehen, das Erforderliche angeordnet werden. — B. AnträgeundWünscheder Kamm er. § 7. Die Aenderung des Gesetzes über die, landständische Geschäftsordnung vom 17. Juni 1874 betr. Wir haben den Gesetzentwurf vollzogen und im Regierungsblatt veröffentlichen lassen. — § 8. Die Erleichterung und Einquartierungslast sür die um Mainz liegenden Ortschaften durch Erbauung von Baracken und die Vergütung der zur Verpflegung der Mannschaften erforderlichen Zuschüsse aus der Reichstasse betreffend. Die gewünschten Verhandlungen mit der Neichsregierung werden fortgesetzt werden. § 9. Ermittelungen, die Ausführbarkeit einer obligatorischen, staatlichen Mobiliarversicherung betteffend. Zufolge des gestellten Ersuchens werden Erhebungen veranlaßt werden, nach deren Abschluß Wir das Geeignete werden verfügen lassen. — § 10. Die Ausbildung und Anstellung der israelü- tischen Religionslehrer betreffend. Die Regelung dieser Materie werden Wir in Erwägung ziehen lassen. — § 11. Die Errichtung eines Amtsgerichts mit dem Sitze in Lampertheim betressend. Das von Unseren getreuen Ständen hierüber gestellte Ersuchen werden Wir bei Aufstellung des nächsten Staatsbudgets in Erwägung ziehen lassen. — § 12. Die Vergütung der Steuerkommissariatsgehilfen bett. Den Anträgen Unserer getreuen Stände ist bereits Rechnung getragen worden. — § 13. Die Verwendung des Erlöses aus dem Verkauf der Wormser Schiffbrücke zur Beschaffung von Trajektverbindungen in Gernsheim und Oppenheim betreffend. Der Erlös ist unter den Asservaten der Hauptstaatskasse in Einnahme gestellt. Wir werden die von Unseren getreuen Ständen geäußerten Wünsche in Erwägung ziehen lassen. — § 14. Die 'Aushebung desBrücken- geldes im Großherzogtum betreffend. Zufolge des gestellten Ersuchens sind mit den Beteiligten die erforderlichen Verhandlungen eingeleitet worden, die jedoch zu Unserem Bedauern an der ablehnenden Stellungnahme der Beteiligten gescheitert sind. — § 15. Die Arbeiterverhältnisse in den Staatsbetrieben bettessend. Zufolge des gestellten Ersuchens sind Erhebungen veranlaßt worden, nach, deren Abschluß Wir das Geeignete verfügen lassen werden.— C. In Betreff derjenigen Gegenstände, hinsichtlich welcher Wir Unsere Entschließungen auf die im verfassungsmäßigen Wege Uns vorgelegten oder noch an Uns gelangenden Beschlüsse der beiden Kammern in dem gegenwärtigen Land- lagsabschied noch nicht verkünden können, bemerken Wir un Allgemeinen, daß Wir gedachte Beschlüsse in reifliche Erwägung ziehen und daraus nach Befund das Geeignete verfügen werden. Indem Wir hiermtt die gegenwärtige Stäude- versammlung schließen, bleiben Wir Unseren Lieben und Getteuen, den Ständen des Großherzogtums, mit Landes- sürstlicher Huld und Gnade stets wohlgewogen. Gegeben Darmstadt, den 11. Juli 1902. (L. L) (gez.) Ernst Ludwig. (gegengez.) Roche. lieber das Festmahl meldet unser sä.-Korrespondent noch folgendes: In der Mitte der Tafel saß S. K. H. der Großherzog, zu seiner Rechten hatten Platz genommen: Graf von Schlitz, Fürst au Solms-Lich, Graf Solms-Rödelheim, Erbgraf Erbach-Sckön- oerg, Staatsminister a. D. Finger, Geh. Rai Emmerling, Geh. Kom.-Rat Lauteren, Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben, die Land- tags-Aba. Dr. Gutfleisch, Euler, Korell, Schlenger, Ministerialrat Dr. Becker, die Landtags-Abgg. Dr. Frenay, Brauer, Koch, Horn, Weidner. Zur Linken des Großherzogs folgten: Graf zu Erbacb» Fürstenau, Graf zu Erbach-Erbach, Erbprinz zu Leiningen, Ero- marschall Frhr. v. Riedesel zu Eisenbach, Geh. Staatsrat v. Krug, Geh. Kom.-Rat Frhr. v. Heyl, Ministerialrat Dr. Braun, Geh. Justizrat Prof. Dr. Schmidt, die Landtags-Abgg. Backes, Molthan, Pennrich, Geh. Ober-Juslizrat Lohrbacher, die Landtags-Abgg. Bähr, Diehl, Seelinger, Köhler-Langsdorf, Joutz, Frhr. v. Werner. Dem Großherzog gegenüber saß Staatsminister Dr. Rothe. Zur Rechten schlossen sich an die Herren: Präsident Haas, Justizminister Dr. Tittmar, Oberstallmeister Freiherr Riedesel z. E., Geh. Rat Professor Dr. Kitller, Minist. Rat Puckel, Geh. Kommerzienrat Michel, Minist. Rat Dr. Breidert, Freiherr Alb. Riedesel, Landtagsabg. Schönfeld, Landtagsabg. Erck, Land- tagabg. Weich, Landtagsabg. Schill, Hofjägermeister Frhr. v.d. Hopp, Laiidtagsabg. v. Brentano, Landtagsabg. Schmalbach, Landtagsabg. Lang, Landtagsabg. Ripper. Zur Linken des Staatsministers Dr. Rothe saßen: 2. Präsident Schmitt, Finanzminister Dr. Gimuth, Wirkt. Geh. Rat von Knorr, Generalmajor von Herff, 3. Präsiderit Reinhart, Minist. Rat Milbrand, Geh. Kommerzienrat Buderus, Minist. Rat Ewald, Land» tagsabg. Graf Oriola, SÖHnift Rat Dr. Best, die Landtagsabgeordneten Jockel, Leun, Ohl, Kammerherr Frhr. von Rotsmann, Landtagsabg. Breimer, Geh. Kabinettsrat Römheld, Kammerherr Frhr. v. Schenk, Ministerialsekretär Weber. An den Enden der Tafel saßen einerseits Oberkammerherr Fl.-Adj. Rittmeister Kränrer und Hoffunker Frhr. E. v. Heul, atidererseits Kammerherr Frhr. v. Bellersheim, Kammerherr Frhr. o. Leonhardt und Ord.-Osffzier Lt. v. Hundelshausen. Es f e h l t e n die Abgg. der Zweiten Kammer der Stände: Berthold, Cramer, Dr. David, Guntrum, Haas-Mamz, Heidenreich, Köhler-Darmstadt, Möllinger, Morneweg, Noack, Pitthan, Rau, Schöliberger, Ulrich, Wolf und Zinser. Bei der Tafel tranf S. K. H. der Großherzog auf das WoHl des Hessenlandes und seiner getreuen Stände. Graf Görz zu Schlitz brachte ein Hoch auf S. K. H. den Großherzog aus. Präsident Haas toastete auf das Wobl des Großherzoglichen Hauses und dessen Angehörige. Das Menu bestand aus Spargel-Suppe, Forellen, Kalbsrucken, Wildschweinskopf, Champagner-Punsch, Welschbraten und Salat, Arüschokenböden, Savarin mit Erdbeer-Eis, Käsestangen. Hierzu wurden serviert: Sherry, weißer und roter Tischwein, Bier (Münchener Spateiibräu), Sekt L. Röderer, Chateau Maraeaur, Rüdesheimer Berg Ausl. 1886, Tokayer, Portwein. — Die Tafelmusik wurde von der Kapelle des 1. Inf.- (Leibgarde-) Regts. Nr. 115 unter Musikdirektor Hilge gestellt. Programm: Friedensmarsch aus „Rienzi", Ouvertüre zu „Phädra" von Massenet, Phantasie aus Bajazzo von Leoncavallo, „Blumengeflüster" von F.v. Blon, »Trau, Schau, Wem", Walzer von I. Strauß, „Komarinskaja", Phantasie voii At. o. Glinka, Phantasie aus „Siegfried", „Valse chromatiqae“ von Otto Kockert. An das Diner schloß sich noch ein gemütliches Zusammensein in den sog. Kaiserzimmern. S. K. Hoheit unterhielt sich mit seinen Gästen in leutseligster Weise. Volitijche Tagesschau. Zum bayerischen Univerfitätskonflikt meldet heute ein Münchener Telegramm, daß der Kultusminister v. Landmann infolge von Differenzen, die in dem Ministerrat vom letzten Sumstag sich ergaben, am Montag seine Demission eingereicht habe. Ihm wurde „aus Gesundheitsrücksichten" ein längerer Urlaub bewilligt und StaaMrat v. Schraut mtt der Führung der Geschäfte des Kultusministeriums betraut. Die Vermutung liegt nicht allzu fern, daß diese Beurlaubung des Kultusministers der Vorläufer zum Rücktritt aus seiner Ministerstellung sein werde. Staatsrat v. Schraut, der während der Beurlaubitng des Ministers mit der Führung der Ministerialgeschäste beauftragt wurde, ist vor wenigen Tagen zum Regierungspräsidenten von Oberbayern ernannt worden ,an Stelle des Präsidenten v. Auer, der nach Vollendung des 70. Lebensjahres mit dem 1. August aus seinem Amte ausscheidet. Dr. v. Landmann ist 1845 als Sohn eines Försters geboren. Gymnasium uub Universität besuchte er in München mit solch emsigem Fleiße, daß er schon mit 17 Jahren das Abiturientenexamen und mit 24 die letzte juristische Prüfung imd zwar mit der ersten Note bestehen konnte. Herr v. Landmann trat zur Verwaltung über, war aber auch Jahre lang in der Anwaltschaft, als Handelskammersekretär und als volkswirtschaftlicher Redakteur der „Allg. Ztg." thätig und machte Reisen durch ganz Europa. Während seines langen Aufenthaltes in Berlin, wo er stellvertretender Bundesratsbeoollmächtigter war, hat v. Landmann mit großem Fleiße an vielen juristisch- vollswirtschaftlichen Fragen ntitgewirkt. Die Ernennung zum Minister, die 1895 nach dem vorzeitigen Tode des erst 49jährigen Kultusministers v. Müller erfolgte, war als die Beförderung eines tüchtigen Juristen und fleißigen Verwaltungsbeamten aufzufassen. Man erwartete, daß v. Landmann sich ebenso geschickt in das Untcrrichtswesen einarbetten werde wie seiner Zeit in die Volkswirtschaft. Daß ihm dies trotz seines Fleißes nicht gelungen ist, zeigt neben anderem die große Mißstimmung in Vollsschullehrer- und Professoren kreis en. Herr v. Landmann soll kürzlich einen Weinkrampf ge* habt haben und ist thatsächlich körperlich derart angegriffen, daß sein Gesundheitszustand ihm die Erledigung des Kultus-- etats nicht mehr gestattet; selbst die Freunde Larrdmanns gestehen zu, daß er sich feine Stellung unnötig erschwerte. Jedenfalls hat das Gesamtministerium, das mit seiner Autorität den Kullusminister während der ungeschickten Behandlung des Schuldotationsgesetzes deckte, sich nicht ebenso für die ungeschickten letzten Redewendungen Landmanns in oie Bresche gestellt. Deutsches Reich. 93erlitt, 11. Juli. Aus Odde wird gemeldet: Der Kaiser empfing heute den früheren französischen Mi- ttlsterpräsidenten Waldeck-Rousseau, der gestern abend, an Bord der „Ariane" Hier angekommen war. Wäldeck- Rousseau, der Eigentümer der 9)od)± „Ariane^" Menier und die übrige auf der Yacht befindliche französische Gesellschaft wurden zur Abendtafel auf der Yacht ,^ohenzollern" geloben. — In London ist aus Berlin die Nachricht eingelaufen, daß Kaiser Wilhelm, falls die Gesundheit des Königs Eduard es erlaube, mit ihm auf hoher See in der Nähe der Insel Wight am 3. August auf der Rückkehr von der Nordlandsfahrt Zusammentreffen werde. Zu der Berufung des Generals B u d d e an die Spitze des neuen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten ist nach einer hiesigen Korrespondenz ausdrücklich die Kana l- Vortag e als eine der e r st e n und wichtig st en Aufgaben seiner ministeriellen Thätigkeit bezeichnet worden. — Die Zollkommission nahm die Positionen 586 bis 593, Geflechte und Flechtwaren aus pflanzlichen Stossen mit Ausnahme von Gesvinnstwaren nach der Vorlage au. Nur Pos. 589 Korbflechtwaren, andere Flechit- waren, grobe, roh oder gefärbt, gebeizt, gefirnißt, aus ungeschälten oder geschälten Ruthen, Rohr, Peddig oder Holz- spahn wurde auf Antrag Wallenborns von 3 auf 4 Mr. erhöht. Ebenso wurden die Pos. 594 bis 599: Besen, Bür sten, Pinsel, Siebwaren nach der Vorlage an- ■genümmen. ‘ Von dem daraus beratenen 10. Abschnitt betr. Waren aus tierischen oder pflanzlichen Schnitz- oder Former st offen werden aus Absatz a, Waren aus tierischen Schnitzstoffen, Pos. 600 bis 607 ebenfalls nach der Vorlage angenommen. Abg. Gras Kanitz erklärte, daß er einen neuen Handelsvertrag mit Oe st erreich für im höchsten Maße unwahrscheinlich halte. — Eine von sozialdemokratischen Vertrauensleuten von Berlin und Umgegend gestern abend einberufene öffentliche Protest Versammlung, in welcher der Reichstags-Abg. Ledebour über „Die Greuelthaten des Zarismus" einen längeren Vortrag _ hielt, wurde von dem überwachenden Polizeileutnant auf Grund des Vereinsgesetzes aufgelöst. Die Versammlung war von etwa 1800 Personen beiderlei Geschlechts, darunter auch Studentinnen, besucht. '— Eine Ges amtorganisation der deutschen Juden soll, anstatt des allseitig abgelehnten Iudentages, ins Leben gerufen werden. Der vorbereitende Ausschuß hat eine Umfrage über die Notwendigkeit einer solchen Organisation unter den jüdischen Gemeinden, wie unter den Rabbinern veranstaltet. 227 Gemeinden haben unbedingt, 7 bedingt dem Plane zugeftimmt. Doch fehlt es dem Projekte auch nicht an Gegnern. So erklärte die große Juden- gemeinde F r a n k f u r r a. M. sich entschieden gegen den Plan mit dem Bemerken: So weit politische Interessen im engeren Sinne in Betracht kommen, erachten wir eine Organisation der Juden nicht für empfehlenswert, sondern für schädlich" Von 219 Rabbinern haben sich 92, darunter die Rabbiner der größten deutschen Kultusgemeinden u. a auch Berlins für die Schaffung einer solchen Organisation ausgesprochen. Ein großer Teil der 1553 dem Deutsch- Israelitischen Gemcindebunde angeschlossenen Gemeinden hat überhaupt nnch zu der Frage keine Stellung genommen. tDer Ausschuß leitet inzwischen eine lebhafte Agitation ein, um die Gemeinden, ohne Unterschied ihrer Mitgliederzahl, chrer Bundesstaatszugehörigkeit und ihrer religiösen Richtung, zur Befürwortung des Organisationsprojektes zu bewegen. — Durch einen von dem Bundesrat in seiner letzten Sitzung gefaßten Beschluß wird Dresden demnächst eine Reichsbank Haupt stelle erhalten. Im Königreich Sachsen gab es bisher nur in der Stadt Leipzig eine Reichsbankhauptstelle . Mit Dresden wird es fortan 18 Steugd« hankhauptstellen im Deutschen Reiche geben. Ausland. London, 11. Juli. Amtlicher Mitteilun g zufolge findet die Krönung zwischen dem 8. und 12. August statt. Tas genaue Datum wird demnächst bekannt gegeben. Tie Prozession des Königs nach dem Krönungstage ist aufgegeben worden. „Reuters Bureau" erfährt, es werde keine amtliche Einladung an die fremden Höfe zur Krönung ergehen. Paris, 11. Juli. Deputiertenkammer. In der Abendsitzung bringt Aynard eine Interpellation betr. den Erlaß des Ministerpräsidenten über den Schluß der K o n g r e g a n i st e n s ch u l c n ein. Ministerpräsident Corn- bes verlangt, daß diese Interpellation erst nach Erledigung der Tagesoronung beiaien werde. Aynard erhebt dagegen Widerspruch und erklärt, die Interpellation werde, wenn sie hinausgeschoben würde, gegenstandslos werden, da sie dann vor einem fait accompli stünde. 2500 freie Schulen würden dann geschlossen sein. Redner wird während seiner .Ausführungen von der Linken heftig durch Schlagen auf die Pultdeckel unterbrochen. Er ist sehr erregt und nennt das Vorgehen der Regierung drakonisch und ein solches, wie es bei gesitteten Völkern unbekannt sei. (Lebhafte Bewegung.) Ministerpräsident Combes will sodann unter dem Beifall der Linken das Wort ergreifen, der Lärm wird jedoch so stark, daß Eombes nicht zu Wort kommen kann uni) die Rednertribüne wieder verläßt. Der Lärm im Saale wird jetzt unbeschreiblich. Präsident Guillain bedeckt sich und erklärt die Sitzung für aus geh oben. Der Tumult dauert fort und droht in Thätlich leiten auszuarten. Schließlich werden die Tribünen geräumt, nur die Deputierten bleiben noch im Saale zurück, Nach Wiederaufnahme der Sitzung um Vsll Uhr beantragt der Vorsitzende die Verhängung der Zensur über den Abg. d'Aufsray, welcher Eombes insultiert hatte. Auffray erklärt, er ziehe seine Worte zurück, halte aber aufrecht, daß der M i n i st e r p r ä s i d e n t einen verbrecherischen Alt begangen habe. Die Zensur wird beschlossen und Combes besteigt wieder die Rednertribüne. Sofort fängt die Rechte ihr Pultdeckelkonzert an. Die Reckfte protestiert gegen die Abstimmung über die Interpellation Aynard. Der Vorsitzende giebt zu, übersehen zu haben, daß ein Antrag auf namentliche Abstimmung vorlag. Scl)licßlich wird nach Mitternacht die Vertagung der Jnterpellaiion beschlossen. Bloemfontein,11. Juli. Eine Anzahl von Suren» Offizieren und Beamten der früheren Regierung hat sich g eweigert, den Treueid, der in sehr bindenden Ausdrücken abgefaßt ist, zu leisten, wenige ober erhoben Widerspruch dagegen, eine Lillärmrg zu uvterzeichnen, in der König Eduard ouestarurt wikd. Vancouver, 11. Juli. Hi»r sirr getroffene Postnachrichten aus Australien nNtbe«, die Eing^h openen der Salomon-Inseln beabsichtigen, wlle Weißen .auf der Insel zu ermorden, weil ihnen verboten worden sei, auf den Zucker-Plantagen zu arbeiten. Sie hätten bereits drei Personen ermordet, den Kapitän eines Handelsschiffes, ein en Missionär und seine Frau._________________________ Ans Stadl und Land. Gießen, den 12. Juli 1902. — Auszeichnungen. Der Großherzog hat verliehen: dem General-Oberarzt der 15. Division Dr. Lindemann, seither Oberstabsarzt un 2. Dragoner-Regiment (Leib-Dra- goner-Regiment) Nr. 24, das Ritterkreuz 1. Klasse und dem Kasernen-Jnspector a. D. Balser, seckher bei der Garnison- Verwaltung Darmstadt, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. ** Auszeichnung. Dem Stationsverwalter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschast Konrad Faust zu Ober-Ramstadt ist aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden. ** Personalien. Der Gerichtsschreiber bei dem Amts- gericht Wöllstein Karl Seitz ist zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Wimpfen, der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Groß-Umstadt Adam Weimar zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Gernsheim und der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Ortenberg Nikolaus Distel zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Wöllstein ernannt worden. ** Geheimrat Professor Oncken beabsichtigt laut Anschlag am schwarzen Brett seine Vorlesungen am Montag und Dienstag wieder aufzunehmen. ** Aenderung der Ferientage. Infolge einer Anordnung des Ministeriums des Innern (Schulabteilung) haben die Gymnasien allen Eltern ihrer Schüler die Frage vorzulegen, ob sie 1. die bisherige Ferienlage (Anfang an dem dem 15. August nächstgelegenen Sonntag, 5 Wochen, eine Woche Pfingst-, drei Wochen Osterferien), oder aber ob sie die daneben zur Wahl gestellte Ferienlage vorziehen, daß 2. die Sommerferien Anfang August beginnen (6 Wochen), Ostern zwei und Psingsten eine Woche Ferien bringen. Den Eltern ist ein entsprechendes Formular zur Ausfüllung zugegangen. ** In der Gemälde-Ausstellung im Turmhause am Brand sind zwei Gemälde, Portrait, von Helene Oncken, neu ausgestellt. Die zirka 80 ausgestellten Gemälde bleiben nur noch acht Tage, einschließlich zweier Sonntage, ausgestellt. * • Das Promenaden-Konzert fällt morgen aus. * * Die Kapelle des 2. Garde-Dragoner-Regiments wird, wie aus dem Inseratenteil ersichtlich ist, am Dienstag den 15. d. Mts. in Steins Garten zwei Konzerte geben. Ueber die Leistmigen dieser Kapelle schreibt die „Saarb. Ztg." u. a.: „Was die Kapelle bot, war so sorgsältig einstudiert, so ktang- schön zum Vortrag gebracht, daß die Zuhörer nach jeder Nummer des Programms der Musik mit lebhaftem Beifall kaufte. Wir wollen besonders ein Solo des Herrn Peschke hervorheben, das die seltene Begabung des beliebten Kapellmeisters im schönsten Lichte 1 zeigte. Wie Gesang erklangen die weichen, glockenreine Töne der Trompete, die Begleitung des Liedes war übrigens geradezu musterhaft dezent und sich der führenden Stimme anschmiegend." * * Der Zirkus Walles beabsichtigt am Mittwoch hier in Oswalds Garten eine Anzahl von Vorstellungen zu eröffnen. Er verweilte bisher in Frankfurt und hat sich dort, nach uns vorliegenden Preßstimmen, in hohem Maße die Gunst des Publikums zu erringen gewußt. Gerühmt werden eine Pferde-, Esel-, Hunde- und Ochsendreffuren. !? Besitzwechsel. Die Hofraite des Oberpostassistenten Karl Sehrt, Liebigstraße 57, wurde von der Firma Katzenstein u. Seipp, für 56 000 Mk. erworben. !? Bahnhofs-Umbau. Die jetzt bereits crufge- schlagenen eisernen Hallen auf dem Ober hessischen Bahnhof lassen erkennen, daß, wenn die Ueberdachung der Bahnsteige erst fertiggestellt sind, diese ganze Anlage überaus praktisch und vornehm ausschauen wird. !? Der Vetzberg, Die Schwesterburg unseres Gleibergs befindet sich in reckst trauriger Verfassung. Nicht nur daß die wenigen Reste der Ruine, welche unsere Landschaft in Verbindung mit Der Ruine der Burg Gleiberg malerisch beleben, dem gänzlichen Verfall preisgegeben sind, sondern es führt auch kein passierbarer Weg bis zum Gipfel des Berges,' von wo sich dem staunenden Wanderer ein herrlicher Rundblick darbietet. Es wird uns mitgeteilt, daß von einflußreicher Stelle hier Wandel geschaffen werden soll und daß wegen der Zugänglichmachung Dieses wundervollen Aussichtspunktes in Bälde die nötigen Schritte unternommen werden. * * Hütten an der Hardt. Wie uns heute mit- geteilt wird, hat derBerschönerungsvereinin seiner letzten Sitzung beschlossen, am Rande der Hardt eine Schutzhütte zu errichten, und zwar rechts, seitwärts des zum Gleiberg führenden Weges, gegenüber dem Bichlerschen Gnts- hofe. Die Stelle war bereits seither durch Aufstellung einer Ruhebank als Aussichtspunkt gewürdigt, und gern hemmt der Wanderer den Schritt, versunken in den Anblick des lieblichen Landschaftsbildes. Die Mittel für den Bau sind zum großen Teck durch Spenden Hochherziber NaturfreunDe aufgebracht; die Arbeiten werden unverzüglich in Angriff genommen, sodaß die Vollendung schon Anfang August erwartet werden darf. Die geräumige Doppelhalle, in gefälliger Form in Fachwerk aus Gälischen Verblendern aufgeführt, wird mit ausreichenden Sitzplätzen versehen. Die Gelegenheit, in dem geschützten Staunte nach dem steilen Aufstieg kurze Rast bei behaglicher Umschau zu halten, ist sicher nicht allein zahlreichen Besuchern unseres Gleibergs willkommen, auch Die mehr der Bequemlichkeit huldigenden Spaziergänger dürften jetzt häufiger ihre Schritte nach diesem Punkte lenken, da die gastliche Hardtterrasse zu seiner nächsten Nachbarschaft zählt. Angesichts dieses neuen Beweises ersprießlicher Thätigkeit können wir unseren gestrigen Wunsch nur wiederholen, es möchten recht viele unserer Mitbürger die gernemnurigen Bestrebungen des Verschöne- rttngsvereins durch chren Beitritt dauernd unterstützen. — Gleichzeitig erfahren wir, daß der Verein Hundes Port für den anzulegenden Sportplatz auf Terrors Terrasse, über den wir bereite beric^eten, aus hellgelben Berblendsteinen ganz nach dem Modell in zoologischen Gärten ein Raub- zeughaus hat Herrichten lassen und Darin bereits fün Füchse und zwei Dachse untergebracht hat. Für Tierfreunde bietet sich dadurch Gelegenheit, den schlauen Meister Reinecke ungsstört zu beobacksten. * * Patentamtlicher. Dem Zahnarzt Schwalm hier wurde unter Nr. 138 594 ein Deutsches Reichs-Patent erteil unter der Bezeichnung , Zahnärztliche Bohrmaschine." Die Maschine ist dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche zur Be- arbeckung erforderliche Werkzeuge, wie Bohr-, Fräse-, Schleif-, Polier- und Reinigungsvorrichtungen auf concentrisch zu einer gemeinsamen ideellen Achse gelagerten Wellen derart angebracht sind, daß die Werkzeuge ohne Veränderung der Lage und Spannung der Triebschnur einzeln d. h. unabhängig von einander oder mrch gleichzeitig von der hohen Antriebswelle aus m Thätigkeit gesetzt werden können. (Mitgeteilt vom Patentbureau Jack, Leipzig.) ** Die Enteignung des Geländes für die Klinik» bauten. Unserem gestrigen Artikel über das vorstehende Thema Ügen wir auf Wunsch des Rechtsanwalts Grünewald noch hinzu, daß dieser hinsichtlich des von ihm empfohlenen Geländes nicht von „Klinikbauten in Tannenwäldern" gesprochen hat, sondern nur hervorgehoben hat, daß das Terrain gegen Nordoslen durch Hügel, Stadt und Gärten geschützt sei." x Heuchelheim, 11. Juli. Wer heute in Heuchelheim war, staunte über die kolossale Vorbereitung zur Kirchweih. Außer bei den Metzgern wurden in jeder Wirt- chaft 1 bis 2 Schweine und 1 Rind geschlachtet, ferner wurden Berge von Kuchen gebacken. In den Gartenwirt- chaften sind überall Tische aufgestellt und große Zelte errichtet worden; zum Teck ist auch elektrische Beleuchtung eingerichtet worden. § Butzbach, 11. Juli. Der infolge eines WortstreiteS gestern abend von seinem Gegner mittels Taschenmessers ebensgefährlich verletzte Soldat von hiesiger Leibkompagnie wurde in das Johanniterspital verbracht, während der Thäter, ein Elsässer, in Untersuchungsarrest sich befindet. Bad Nauheim, 11. Juli. Immer wieder wird von Fremden darüber geklagt, daß hier den Katholiken nur ein kleines ärmliches Gotteshaus zur Verfügung steht, doch soll noch in diesem Jahr mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen werden. Vermögenden katholischen Kurgästen ist hier Gelegenheit geboten, ein Scherflein dazu beizutragen. Augenblicklich sind viele katholische Priester hier, sodaß jeden Morgen von 5% bis 8 Uhr ununterbrochen Messen gelesen werden. Jeden Dienstag Abend ist gemüthliche Zusammenkunft katholischer Kurgäste, die jedoch nicht zahlreich besucht wird. *) Ober-Bessingen, 10. Juli. Nachdem die 5te* gierung eine bedeutende Summe bewilligt hatte, finden noch weitere Bohrversuche nach Quellen für die geplante Wasserleitung statt. — In dem benachbarten Ettingshausen hat man bereits definitive Beschlüsse über die dort ebenfalls geplante Wasserleitung gefaßt. Als Quellen hat man die außerordentlich wasserreichen Wiesen bei der Sommersmühle bei Queckborn gewählt. Noch im Laufe dieses Jahres soll mit den Arbeiten der Leitung begonnen werden. 8ck. Darmstadt, 11. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog übernachtet heute im Refidenzschloß und wird am Samstag nach Schluß der Audienzen und Vorträge wieder nach Wolfs garten zurückkehren. Offenbach, 11. Juli. Gelegentlich der letztens Millionen-Anleihe hatten sich die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft gegen die Befreiung Offenbachs von der Einreichung eines Prospekts ausgesprochen und zwar wegen der angeblich zu hohen Beschuldung der Stadt, in der auf den Kopf 450 Mark Schulden kämen. Oberbürgermeister Brink erklärte nun in der gestrigen Stadtverordneten- Versammlung, er habe es für seine Aufgabe gehalten, festzustellen, wie die Aeltesten zu dieser falschen Ansicht gekommen seien. Die Antwort lautete dahin, daß irrtümlicherweise die Einwohnerzahl Offenbachs mit 40 000 statt circa 53 000 angenommen worden fei; bei der letzteren Zahl würden also nur 340 Mk. auf den Kopf kommen. Der Oberbürgermeister hat darauf geantwortet, daß nach hiesigen Be- red/nungen ca. 350 Mk. für den Kopf angenommen werden, und zugleich angefragt, was die Aeltesten zu thun gedächten, um den durch den Jrrthum etwa angerichteten Nachteck wieder gut zu machen. Daraufhin schreiben jene nunmehr, daß sie beabsichtigen, den richtigen Sachverhalt den Zeitungen zu übergeben und ihn auch in ihrer Korrespondenz zu veröffentlichen, sowie dem Minister davon Mitteilung zu machen. — Weiterhin wurden in der Stadtv.-Versammlung zur: Beschäftigung von Arbeitslosen weitere 5000 Mk. bewilligt; trotz der günstigen Jahreszeit haben sich nämlich die Arbeitslosen hier nicht vermindert, sondern es ist deren Zahl von 65 im vorigen Monat auf 70 in diesem Monat gestiegen. Bon am es, 11. Juli. Wie wir gestern bereits tele- graphisch meldeten, ist auf der Liegenschaft des Kaufmanns Heß ein Brand ausgebrochen, der infolge des herrschenden starken Südwestwindes eine gefahrdrohende Ausdehnung annahm. Den vereinten Anstrengungen der Feuerwehren von Bonames und aus der ganzen Umgegend gelang es aber, den Brand zu lokalisieren, sodaß gegen 11 Uhr vormittags die Gefahr als beseitigt angesehen werden konnte, wenn auch das Feuer noch nicht völlig gelöscht war. Total eingeäschert sind zwei Scheuern und einige Stallgebäude, dagegen ist es den Feuerwehren, die mit sechs Spritzen arbeiteten, gelungen, die benachbarten Wohngebäude zu halten. Personen sind bei dem Brande nicht zu Schaden gekommen; auch über Viehverluste ist nichts bekannt geworden. Die abgebrannten Gebäude sind zum Teil bei der Frankfurter „Providentia" versichert. Der Brandschaden dürfte recht beträchtlich fein. Wetzlar, 11. Juni. Auf dem Tierschaufeft der Lokalabteilung Wetzlar erhielten für hervorragende Züchtungen u. a. Preise: Gemeinde Wißmar einen 2. Staatspreis (100 Mk.), Georg Bepler-Kinzenbach einen Preis von 20 Mk., Wilh. Mohr, Karl Schäfer, Schulth. Petry, Wilh. Althee, Wilh. Rühl und Karl Stroh-Reiskirchen je einen Preis von 10 Mk., Phil. Debus, K. Schiefer- stein, Heinrich Pf aff -Launsbach einen Preis von je 6 Mk., Johann Müller-Dutenhofen einen Preis von 10 Mk. — Nach Ansicht der Preisrichter hat die Zucht des Vogelsberger Rindes im Kreise Wetzlar wesentliche Fortschritte gemacht. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Im kommenden Jahr findet der 15. Deutsche Feuerwehrtag in Mainz statt. Mit dem Feuerwehrtag wird eine Ausstellung von Feuerwehrgerätschaften verbunden werden. — Das kleine Kind, welches in Albig bei Alzey von einem Kindermädchen mit Schwefelsäure vergiftet worden ist, ist an den erlittenen Brandwunden verschieden. DaS Kindermädchen, welches verhaftet worden war, ist wieder auf freien Fuß gefetzt worden, woraus heroorgeht, daß das Mädchen nicht bie Absicht gehabt haben -E, da- Kmd za M« -» ” *“ 7 vergiften. — Eine m den vr-rzigern stehende tfrou m >_ Mainzer Handelskammer hat vor einiger Zeit die geheuerlich, daß seir Groß-Karben ertränkte sich in der durch das Dorf Errichtung einer Reichsbankhauptstelle in Mainz bean- tueife zulässig ist. E v p Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. St. Vincent innerhalb vier Stunden drei Erdbeben. ♦ Die Verhaftung des Seminar-Oberlehrers Collmaun wegen zalreicher Sittlichkerts- verbrechen bildet gegenwärtig in Greiz das Tages- aesvräch. Der Verhaftete, Sohn des Seminar-Drrektors, ist unverheiratet und soll die Strafthaten schon seit 1897 verübt haben. Der begabte junge Mann hat dre theologischen Examina bestanden und hieU zuweilen Predigten. Seinem schwergeprüften greisen Vater wendet sich ausrrchf- tige Teilnahme zu. Collmann ist, nachdem er im Gefängnis .1____— r.c-.wrA-rxuorfitrfi. itTrfpTttntnmpn batte, rur Beobacli- 25.45 91JL5. 101L0 212*90i 184.50 136.40! 144.50- 156.30 149.40- 17.40 168.70 199^0 191.00 168.70 brechens im Amte wrr junglt gemeiDet yaoen, aus uer 4o/üriech. Monopol.-AnL suchungshast entlassen. Er wirb sich wegen der ihm zur Last ge-1 äussere Argentiner legten Missethat vor dem nächsten Geschworenengericht zu verant-1 —i-®-- Uebung der l.u. Ä. Rotte. Gießen, am 11. Juli 1902. b!2L Traber, Branddirektor. Depositenkasse Giessen. (Darmstädter Bank.) Johannesstrasse L Giessen. Ecke Senenweg. He ■ 9 In fast allen Fällen hab autjucken. aÄ«sk Seife gänzliches Aufhören dieses lästigen Nebels gebracht. Z. h. p. St. Mk. 1.25 in Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder vom Fabrikanten I. Gioth, Hanau. 43« 102.45 92.90 102.10 92.55 100.15 99.40 103.40 102.00 103*25 47.20 2920 41/aVo Chinesen . . . Electric. Schlickert . . Nordd. Lloyd . . ♦ Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . , Dresdener Bank . . . Beniner Handelsges. . Oesterr. Staatabahn . . Lombarden ...» Gotthardbahn .... Laurahütte .... Bochum ..... Harpener Tendenz: still. An- und Verkauf von Wertpapieren. Einlösung von Coupons, Geldsorten etc. Entgegennahme von Bar-Einlagen gegen Verzinsung mit und ohne Kündigung. Die Verzinsung beginnt mit dem Tage der Einzahlung. Hinterlegungsstelle für Mündelgelder Cassastunden: 8 bis 12*/, Uhr und 2 bis 6 Uhr. Sonntags geschlossen. Bekanntmachung. In der Zeit vom 5. bis 12. Julr 1902 wurden irr hiesiger Stadt Gefunden: 1 Damentäschchen mit 1 Taschentuch, 1 weißes wollenes Betttuch und 1 Perkussionshammer. Verloren: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 silb. Cylinder- uhr, 1 Cigarrenetui und 1 schwarzes Ledertäschchen. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 12. Juli 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _________Hechler. Submission. Die Lieferung von Weißzeug, Kleidern, Bettweck, Stoff zu Stores, Krankenteppichen, Roßhaarmatratzen und das Aufarbeiten von Roßhaarmatratzen für die neuen Kliniken soll auf dem öffentlichen Submiffionswege für das Rechnungsjahr Sender"Weise^^schweigt^ di/",Tribuna". Nur die offiziöse! Samstag den 26 Juli 1902, mittags 12 Uhr, Agenzia Jtalrw' erklärt, der Botschafter sei ab gereift, unter Beifügung von Stoffmustern an dre Großh. Verwaltung ehe die Nachricht von der Reise des Königs bekannt wurde, der neuen Kliniken einzureichen. Es sei keine Rede von einer Kränkung Italiens. Zuschlagsfrist bis zum 2. August 1902. Innsbruck, 12. Juli. Aus einer Partie auf dre Hrtt- Die Lieferung kann auch verteilt vergeben werden. Spitze stürzte ein Student ab und wurde schwer ver-' Prc?g^12^Juli. Die 23jährige S ch a u s p i e l e r i n Kussel hat sich wegen zahlreicher Enttäuschungen rn ihrer Künstler-Laufbahn vergiftet. Prag, 12? JjuXi. An. die Poüzel-Dircktion g-lmrgte -ms einer deutsch-polnischen Gemcmde an der russigen . , . Grenze eine autographierte Postkarte, in der um bic SScr l Donnerstag den 17. Juli d. Js., abends 8*/a llhr, R‘U.%to^’’Ä,eÄ,,|fl im T«rmha«,e am Brand: u^d gewahrte erst nach dem Erscheinen des Blattes daß der „Steckdriesi- sich ans den d°ut chen Kaiser b^og. Sofort wurde telegraphische von allen Behörden die bitt; Nummer des Blattes von der Polizei zuräcwerlangt Zugleich sind quch die Berliner Behörden von dem Ersetzen worren haben. , tige Teilnahme zu. teollmann tjt, na-r>oem er ™ Äu ^'lornuttagäÄS S°W mit einen Selbstmordversuch unternommen hatte, zur Beobcuh- Veruntreuungen, Diebstäblen und Hehlereien von Fahrrädern und tung seines Geisteszustandes ut das Furstl- Landesrranken-1 ^^h^tzErfatzleilen im Werte von über 11000 All., die m den Haus überführt worden. Adlerfahrrad-Werk en entwendet worden sein sollen. Hm» Anklage richtet sich gegen den langjährigen La- Universitäts-Nachrichten. gegew den feit 15 Jahren^ für die Werke thätigen Offenbacher und »erNu 11 ^uli Am schwarzen Brett der hiesigen Urnver- Hanauer Vertreter, Fahrradhändler Heß und dessen. GMyts- srtät wurde'heute em*e Bekanntmachung des Rektors angeschlagen, flihrer Karl Koch, welche der Hchleru ^schuldigt sind. Die Staats- tnnnnrh bie Aulaiiunadbebinqunqen für Russinnen anwaltschaft beantragt gegen Koch und yeß te 1 ^ayr »zucyl eri cb w ert worden sind Die Reise-Zeugnisse der russischen Haus, gegen Otto 2 Jahre Gefangms; das Gerrcht erkennt fedoch ^-^er frühere Bibliochekar an der Konigl. Bibliothek Prof. Staatsstskus (Lotteriedarlehnskasie) gegen die Konkurs»er» Dr Gustav K o i s i nn a ist zum außerordentlichen Professor an Verwaltung der Leipziger Bank, ^as Landgericht Lewzig Llwerphilosophischen Fokullät ernanM worden.^ entschied in erster Instanz, daß die Leipziger Bank der Dar ehns- — Der Prozessor für Dermatologie an der Leipziger Um- lasse, von welcher sie em Darlehen gegen em aus Wechseln be- versität, Dr. Gustav Riehl, wurde an Stelle des verstorbenen stehendes Unterpfand erhalten hat, für die Summe von 13 07 00 Professor Kaposi als Ordinarius der dermawlogischen LehrkanzelIMark nicht nur darlehnsmatzig, sondern auch wechselmaßig m * Bi ent i UnioetfiSt btnijm, roo ml tommenben t, a f t b a r fei Au, Antrag ü-s Ve-t-eiers des Fiskus wurde d.e Wintersemester seine Lehrthätigkeü beginnen wird. I Entscheidunaus^^^9^Septemder pertagt.M^MMM^^^^^==s ..........- ---------- ...... • ............t- lle „in Mamz bean- ^se zulässig ist. Er enthält Bele fließenden Nidda. Man nimmt an, daß Krankheiten m der tragt und dieserhalb em scheu Kaisers in Bezug aus seine M wiese zu begehen. Zugleich werden daver -ILeManipse und 12. Juli. Marktbericht. Aus demheutigenWochenmarkt Helenen Wett er sturm. Wollenbrüche, Hagelschlag und. Preisverteilung stattsinden. kosteten- ^utterpr.Pfd. 0,95—1,10 Mk., Hühnereier pr. St. 6—7 Pfg., fürchterliche Stürme haben unberechenbaren Schaden an-, "■ ' 2Stck. 00-00 Pfg., Gänseeier 11—12 Pfg., Enteneier 7—S^g., Raje berichtet. In Szent-Gal wurden durch Blitzschlag 60 ÖEnilifdlteS» vr.Stct. 5-7 Pf., Käsematte2Stck. 0-0Psg., ^bs^" pr.Lüer 19 Pf^., Wohnhäuser samt Nebengebäuden eingeäschert. Kassel 12 Juli D.? d» Ddmäne Trendelburg träalA,°crsL-n^L' dZ «L°e7d dİ^ihLes"Ä !siür^nteu infolge Lohnstreitigkciten die A^iciter mit §chwei!Ie-1GrasersBulo'w^in^Wbsxn^e^Nd^u^che^Bewegnng Sensen und anderen Werkzeugen bewassnctdnsTöohnUKuh»^^gg Psg., Schweinefleisch, gesaizui, Pfund und die Polensrage Gegenstand cingchcndster fcöttei Haus des Besitzers. m n ti »rt a 184 Pfq^ Kalbfleisch pr. Pfd. 66—70 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund rung zwischen dem deutschien Reichskanzler und dem Grafen Köln, 11. Juli. Der hochbetagte D ekan R opp erts ^o—70Pfq. Karwffeln pr. 100 Kgr. 5,00—6,00 Ack., Weißkraut per Goluchowsky gewesen ist. Bülow habe sich bereit erklärt^ aus dem benachbarten l^renfeld ^n der^iminal- ^„^oo—ooPfg.,Zwiebelnpr.ZenMer 10,00—11,00AU. Alilch per alldeutsche Bewegung in Oesterreich zu desavouier Polizei verhaftet und zwar unter der Anschuldigung ^iter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 0-00 Pfg., mKorben 00—00Pfg.I.daaeaen gefordert, daß die österreichische! schw eren Sittlichkeit s v erb rech en s. Trauben Oo—00 Pfg. Kirschen 20—30 Pfg. Reaieruna strenger als bisher gegen die gro ß-po lnischs ' Berlin, 11. Juli. Gestern mittag wurde der Land- Tauer der Marktzett von morgens 7 Uhr bts nachmittags 9 9 I ^^ali^ienvorgehe Die Haltung des! iSisfex: swa'3 4 schwere Verletzung an der sind Ferkel aufgetrieben und gesucht gewesen. Bet der Itarteit Fort de France, 12. Juli. Gestern fand wiederum Dame, die ihn begleitete, Uey ihn m em ^on^sih^ Nachfrage waren die Preise auch ziemlich hoch; es kosteten z. B. vulkanischer Ausbruch^ statt. bringen. Auf dem Wege dorthm erlitt er einen starken S^^.j„ger, je nach Alter und Qualität, 34 bis 100 Mk. per Paar.I ____ ------ d^^Ch^a mbery (Savoyen), 11. Juli. Das Dors Villard bei Albertville wurde gestern nachmittag durch■ eine kieken. 11.» Prozeß Dr. Tille. Die StrafsacheP/Vo Schlamm- und Steinlawine furchtbar verwüstet. bi“ verro< Frau Dr. Tille aus Bad Nauheim wegen Ur° 3 /%, Zwei Greise sollen ums Leben gekommen fern. kuiidensälschung in 2 Fällen kommt am 5. August vor unserer ° 7" ♦ Erdbeben in Westindien. Durch den neuen Strafkammer erneut zur Verhandlung, nachdem Anfang Mm be° ° Ausbruch des Mont Pelse ist das direkte Kabel reils schon ein Mal verhandelt und wegen weiterer Beweiserhebung imiichen Ni wvork und Martinique zerrissem — Nachrichten I die Verhandlung vertagt ivorden war. Jur neuenTermin rotrö I 0 Strafkammer in Haft genommen. | 50/, Portosiesen. . 1? Gegen 4V0« Mk. Kaution ist der Bürgermeister vonl Tü°ken Babenhausen im Vogelsberg, besten Inhaftnahme wegen Ver- ^^losc . , ' brechens im Amte wir jüngst gemeldet haben, aus der Unter- , ___m vS firh tnPAPn bpr ihm inr Last ae= I _/0 _ . v Kunst und Wissenschaft. Originaldra^meldungen^des Gießener Anzeigers. Vision elnqeleqt. Landtagsmandat mederlegte, das Ritterkreuz i. Kt.I Patriz Huber ist aus dem Verbände der Darm- des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, städ ter Künstlerkolonie a u s g e t r e t e n und wird seinen Fr ankfurt a M., 12. Juli. Wie der „General-Anz. Wohnsitz dauernd in Berlin nehmen. meldet, hat der Unterstaatssekretär im Reichsamt des ....... -' Innern Rothe seine Pensionierung beantragt und wird Stnflrf voraussichtlich im Herbst in den Ruhestand treten. London, 12. Juli. Die heutigen Morgenblatter Regatta. Die Nennungen zu der am 27. Juli stattfindenden ^llen fest daß die Enttäuschung des NichteiN- 11. Ruder-Regatta sind sehr zahlreich emgelaufen.19 Vereme 'nn'' £oxb Kitcheners durch die guten Nack)- haben 39 Boote mit 183 Ruderern gemeldet. Dre ersten Rennen "«l l Befinden des Königs ausgeglichen wird, werd«! von den besten mitteldeutschen Mannschaften bestritten und welcher sich gestern nach Southampton be- Sei bet jüngft gÄtTum &d)'n7r empfanden, mußte nnöer- | ftatfgebabten Bimdesturnfahrt des Alecklenburg-Strelitz'schenTurner- richteter Dinge wieder zuruckkehren Der Dampfer soll bur.des nach Fürftenberg errang Lahr- Strelitz den 1. Preis mit heute eintreffem Wie es heißt, soll Kitchener die Ver- 35 Punkten beim Wettturneii. (Lahr machte u. a. den größten spätung selbst verursacht haben, um der Ltaot Soutyirmpton Weitsprung mit 5.60 Mtr.) Lahr flammt aus Gießen; er ist der Aeleaenheit zu geben, ihm, Kitchener, heute den Ehren- Sohn des Molkereibesitzers Lahr in der Schaiizenstraße mw wurde 5 n x n, r b r i e f übergeben zu können. ots Zögling vorn Männerturnverein ausgebildet, dem ferne fetzigen ° g 12' yier hat das Zusammentreffen Pistungen in weiter Ferne alle Ehre machen. L $ deutschen Kaisers mit dem früheren sranzösi^ • sck en Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau über- Kandel und Verkehr. Ualkswirtschast. I* ®“6n^^^nf?Ä^en^SrSnÄ^n Frankfurter Börse. Die heutige Börse zeichnete sich durch Höflichkeit überschritten und wichtige Themata berührt habe, feste Haltung aus. Die Anregung kam von Wien und war her- diesem Anlaß wird an Combes' Aeußerungen erinnert, norgerufeii durch die anscheinend von Erfolg begleitete Internen-1 er Waldeck-Rousseau, sobald dieser die Ab,rcht kund geben tion des Kaisers in der Ausgleichsfrage zwischen Oesterreich und n ,^. wieder an die Spitze der Geschäfte zu treten, gern Ungarn. Dieser Umstand wirkte so be esugend, daß Kreditaktien wieo^uu v. 2 Prozent anzogen und wurden unsere leitenden Bankaktien hier-1 *• v Aussehen ruft ein Telegramm des NtzoLsmL? TüLMr„Gi°?n°^ d'JtÄÄ- b°s°gt der Ö& r t ei*i- luniere deutschen Anleihen. Für Bergwerks- und Hütten-Aktien s ch e B 0 ts ch af te r rv^PetersburgVorabend der geigte sich wenig Begehr, da Berlin mrdere Kurse für diese Gattung Ankunft des Konrgs von ^ztalren Die ruN chch,e tmÖ- Der Konkurs der DeutschenHandelsschuldbauk ist nach ^oßem ^Patho? vorder ganzen Presse erörtert Auffat-1 bis zum Vetteilunq der Schlußauote a u f g e h 0 b e n worden. \P ? -T .J sthir W nffniDfel Samstaa den 26. Paris, 11. Juli. Das Handelsgericht erklärte den Konkurs mber die „Caisse Generale des Familles". „ Berlin, 11. Juli. Zwischen dem Oberbürgermeister von Posen Wittinq und der N a t i 0 n a l b a n k f u r D e u t s ch- land sind Verhandlungen wegen Eintritts desselben m die Direktion der Bank im Gange. - Zur Lage der elektrischen Industrie iu Lüddeutsch- land. Die Jahresberichte der größeren Elektrizitatsgesellschaslen siiid noch nicht erschienen. Bemerkenswert ist, daß, wahrend in früheren Jahren die Elektrizitäts-Gese l l s ch a f t do r m. | Schuckert u. Co. den Jahresberichten em ausführliches Referat über chr Etablisiernent beigab, die Gesellichast dies Heuer unterlassen hat. Es geschieht dies wahrscheinlich deswegen, um ja über den Geschäftsgang der Gesellschaft vor Erscheinen ihres eigenen Jahresberichtes nichts in die Oeffentlichkeit bringen zu lassen und wenigstens kurze Zeü noch die Kurse auf dem derzeitigen Nweau zu erhalten. — 3m Fernsprechverkehr von Berlin mit Basel, von Fr ankfurt a.M. mit Basel, Genf, Luzern, St Gallen, Zürich und einer Anzahl kleinerer Orte, sowie zwischen Mülhausen und Straßburg i. E. mit den oorgenannien Orten wird dem Reichsanzeiger zufolge Demi 1. August ab der Nachtdienst emgesuhrt Die Ge- Statt jeder besonderen Anzeige. 5120 Wies eck, den 12. Juli 1902. Die Beerdigung findet Sonntag den 13. Juli, nachmittags 2 Uhr, statt. als 5111 Giessen, den 12. Juli 1902. 5127 Alice-Hochschule 3325 Das Kommando. 5118 Der Vorstand. 5124 llrrfdni'hnieo Einpfkliluttgen Für die Zeit des dem Großh. Notar Röm Held dahier erteilten Urlaubs vom 16. Juli bis 16. August L I. ist demselben der Großh. Notar Justizrat Metz dahier । Vertreter bestellt worden. Gießen, 10. Juli 1902. Der Großherzogliche Landgerichts - Präsident. Montag den 14. Juli 1902, abends 81/, Uhr pünktlich Uebuug. 'TP© Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme danken herzlichst 03013J Ziege zu verkaufen. Dammttraße 4. geb. Heil. Gießen, den 12. Juli 1902. NttGnmGmIusbeginnt um16. fnli Anmeldungen nimmt die Lehrerin Frl. Renner entgegen. O I Tapezier-mdPlilfterllrbeitkil werden nach wie vor stets angenommen und gut ausgeführt von Pantaleon Hollmann, Tapezier, Neuenbäue 6. 5109 Entflogen ein Kanarienvogel. Wiederbringer erhalt Belohnung. 03022 Frankfurtcrsträße 61. Ein Morgen |i prachtvolles " auf dem Halm zu verkaufen. Elise Grün, Marktstraße 1. Frisch geleerte 4692 Weinfässer in allen Größen empfiehlt Ludwig Kohlermann IV., Küferei, ZSteichstraße 12. Obstpresse zu verleihen. Versteigerung. Dienstag den 15. Juli l. I., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 3000 Bände Universal-Bibliothek, 770 „ Leihbibliothek, 100 Schulbücher, 1 Lädentheke, 1 Bohrmaschine und Möbel aller Art. 5130] Born, Gerichtsvollzieher. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Gatten, Vaters, Sohnes, Bruders, Schwagers und Schwiegersohnes ^eussner besonders für die trostreichen Worte des Herr:: Pfarrer Dr. Grein sagen wir innigen Dank. Jur Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emma Feussner. Nene Holländer VMeringe empfiehlt 5116 Wer erteilt Nachhilfe-Unterricht einem Realschüler der Untertertia. Offert. u.Nr.03016 an die Exp.dÄl. litt verkaufen TM-AMrkms 61 Bahnhofstraße 61 Die Porzellan- und Glaswaren , Nippsachen, Haushaltungs-Gegenstände u. s. w. müssen bis zum 18. Juli vollständig geräumt sein und es werden diese Gegenstände zu jedem einigermaßen anneh mb arenPreise abgegeben. 5129 Mache besonders auf größeren Vorrat von Lampeu-Cyltuderu und -Schirmen aufmerksam. I. Bocck, Konkursverwalter. Arbeitspserdk-Markt zu Frankfurt a. M. Am Montag dem 4. August d. I. findet aus dem Platze des Landwirtschaftlichen Vereins, Lstendslraße 30, ein Markt für Arbeitspferde statt. Derselbe beginnt morgens 6 Uhr und endet abends 6 Uhr. Nähere Auskunft erteilt das Sekretariat des Landwirtschaftlichen Vereins, Ostendstraße 30, woselbst auch Anmeldeformulare zu haben sind. 5097 Der Vorstand des Frankfurter Landwirtschaftlichen Vereins. Kullmann. 5090 Vergebung von Kauarbeiten. Die zur Herstellung eines eisernen Thores mit Lungstein- thorpfeilern beim Kesselhaus der neuen Kliniken nötigen Steinhauer- und Schlosser- arbeiten nebst Materiallieferung werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerial- erlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf den Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebotsvermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 25. d. Mts., vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 9. Juli 1902. Großh. Hochbauarnt Gießen. Neuling. 5088 Die trauernden Hinterbliebenen In deren Namen v. Bechtold, Grossh. Kreisamtmann. Drchestrion oben. -w Das preiswürdiaste, dauerhafteste, bequemste Werk für Tanz und Konzert, besser als alle Saiteninstrumente. Ein solches mit 10-Pfg.-Einwurf, Takt schlagend. Kapellmeister, großartiger,gepackt. Tonfülle, erbaut vom Altmeister Ketterer-Vöhrenbach, steht bei mir zum Anhören und Verkauf. 5089 Bauer, Instrumentenmacher, Gießen, Wetzsteingasse 43, N. 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Lebensjahre in dem Herrn sanft entschlafen ift Mit der Bitte um stille Teilnahme: Im Namen der trauernden Hinter-liebeuerr: Juda Stern. Goncordia. Morgen Sonntag: Ausflug nach Arnsburg. Abfahrt 2.25 Sonntagskarte. Bei ungünstiger Witterung: ______Bereinslokal. 5108 8. R. 11885. Alle aktiven Fahrer werden gebeten, Montag den 14. Juli, abends 8’/a Uhr, mit Rädern im Schützenhause anzutreten. Vereine Üdor nimmt ein 3jähriges Kind ^17kl (Mädch.)dieWocheüberin Pflege. Sonntag ausgeschloss. Off. erb, unt. Nr. 03028 an die Exp. d. Bl. SucheSchiffsjungen I. Brandt, Heuerbaas, Altona, _________Fischmarkt 22. 5133 5 bis 600 M. gegen gute Sicherheit. Offert, unt. Nr. 03015 an die Exped. d. Bl. AlkoholfreieTrauhenweine Lorcher.......pr. N. 1.20 Piaöenwiesbacher „ „ „ 1.75 Bodentbaler Auslese......2.50 bei größerer Abnahme entsprechenden Rabatt, empfehlen Trageser & Player, 5119 Telephon 348. Grüubergerstraßc 27. Achtung! Mache meine frühere Kundschaft nochmals darauf aufmerksam, daß die von mir gelieferten Flaschen des Augusta- Victoria-Sprudels nicht an Trageser & Mayer, sondern an Dr. Mettenheimer's Nachf., Inh. Carl Weidig, abzugeben sind, andernfalls ich jede fehlende Flasche mit 12 Pfg. berechnen muß. msi Louis Lenz, vorm. Dr. Mettrnheimer's Miueralwafferfavrik. Den p. L Einwohnern von Gießen und Umgegend zur gefl. Kenntnis, daß Circus Walles mit einer exquisiten Circusgesellschaft nebst 33 Schul- und Freiheitspferden sowie dressierten Ochsen re. auf dem Platze Oswalds Garten am Mittwoch dem 16. Zuti eintrifft. Gröffnungs-Vorstellung Mittwoch den 16. Juli, nbensts 8 Uhr. Keine marktschreierische Schwindelreklame. Alles Nähere folgt durch Annoncen, Plakate rc. 5134 Hochachtend Die Direktion. Heuchelheim. Sonntag -en 13. nnb Montag -en 14. Jnli: Kirchweihfest. Gutbesetzte Tanzmusik wozu ergebenst einladet 5116 Jacob Pfaff, Astunrt. Heuchelheim. Sonntag den 13. nnb Montag -en 14. Jnli: Großes Kirmesfest zur Ludwigsburg (C. Kruse) Zm Lock: Tanz-Unterhaltung. Im Garten gedecktes Zelt. Vorzügliches Bier, 3/io Liter Denninghoff. Gute Speise« und Getränke und flotte Bedienung. — Es ladet ganz ergebenst ein 5105 C. Kruse. Wieseck. Sonntag den 13, Juli: Gutbesetzte Tanzmusik im alten Dorfeld'schen Garten. 5io2 Philipp Kreiling. Sonntag den 20. Juki d. J.: Grosses MIM in Wissmar vttbyllhtn mit 15 Klnl.-ArchllttMN. Offen für jeden Fahrer. Fest-Programm* Morgens 6 Uhr: Weckruf. — 8 Uhr: Beginn des Rennens Strecke Wißmar—Ovenhausen und zurück. Als Preise sind vier Ehrenzeichen ausgesetzt. Einsatz 2 Mk. Meldungen nebst Einsatz sind brs zum 19. 1. Mts. an Wilhelm Bittendorf, Metzger in Wißmar zu richten. —9 bis 10 Uhr: Frühkonzert.— 2 Uhr mittags: Ausstellung des Festzuges. — Don 3 Uhr an: Konzert, BollS» belustigung und Tanz in dem Etablissement des Herrn Restaurateurs Schneider. 02987 Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein _________________—_______ Der Vorstand. Iieihgesterii Sonntag brn 13. nnb Montag brn 14. Jnli: Kirchweihfest. Hierzu laden ergebenst ein 02978 Johannes Faber XII. Philipp Arnold. Grossen-Linden Wirtschafts-Eröffnung. Einein verehrten hiesigen und auswärtigen Publikum, sowie werten Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung, daß ich in meinem in der Bahnhofstraße 44 gelegenen neuerbauten Hause eine Lk Gastwirtschaft Ü errichtet habe. Es wird mein eifriges Bestreben sein, durch Verabreichung von guten Speisen und Getränken allen Anforderungen meiner mich beehrenden Gäste zu entsprechen und bitte um ge* neigten Zuspruch. Hochachtungsvoll 513P Heinrich Fischer.