Nr. 135 vrfchetnt ««glich außer Sonntag». Dun Gießener Anzeiger werden tret Wechsel mit dein Hessischen Landwirt die Siegener Kamillen» llflttor viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck u. Vertag der Brühl'schen Untvers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erbens Redaktion. Expedition unt> Druckerei: Gchulstratze 7. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprrchanschlußNr.bl. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Donnerstag 12. Juni 1903 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen VezngspretS, monatlich 7b Pf., viertel jährlich Mk. 2.20; durch, Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch« die Post Mk. 2.— viertel sährl. ausschl. Bestellg.j Annahme von Anzeige«! für bte Tagesnummer bis vormittags 10 Nhr.j ZeilenpretS: lokal 12 Ps^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. atigern* teil: P. Witiko: fü^ „Stadt und ßanb" und .Gerichtssaaf:R.Dttt- mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten, Der deutsche Kaiser und das österreichische Parlament. _ Die Marienburger Rede Kaiser Wilhelms hat nicht nur die großpolnische Agitation, sondern die ganze Slcwensippe hüben und drüben empfindlich berührt. Adressiert war sie nur, wie wir gestern bereits ausfi'ihrten, ausschließlich an die Polen in Preußen, die sich für die ihnen äußerst heilsame Zugehörigkeit zum Deutschen Reiche verpflichtet fühlen sollten. An bte Gesinnungsgenossen der hetzerischen Polen auf deutschem Boden hat die polnische Presse die kaiserliche Mahnung in völlig entstellter Weise wcitergegebeu. Der Kaiser sprach: „Polnischer Uebermut will dem Deutschtum zu nahe treten, und ich bin gezwungen, mein Volk aufzurufen zur Wahrung seiner nationalen Güter." Der czechische Abg. Klofac hat nun im österreichischen Abgeordnetenhause, jedenfalls auf Grund von erlogenen polnischen Preßäußerungen, die Stirn gehabt, dem deutschen Kaiser Worte nachzureden, die von niemandem in Deutschland bisher gesagt worden sind. Weder von „polnischer Frechheit", noch von „sarmatischem Uebermut" ist eine Silbe in der Kaiserrede enthalten gewesen, ebensowenig von einer „Aufforderung" 311m „Kampfe gegen das Slaventum". Diese wüsten Angriffe gaben zu Beginn der Mittwochs- Sttzung im österreichischen Abgeordnetenhause dem Präsidenten des Hauses, Grafen Vetter, Vees Winterfahrplans ihr bis spätestens Ende ^unr zu übermitteln. Tie Mitglieder der Kammer sind bereit, Wünsche und Anträge zu vermitteln. Mühlheim a. M., 11. ^unr Ein schreckliches Verbrechen, dessen Kunde heute in den ersten Jkorgen* stunden unseren Li durcheilte, setzt alle Gemüter h« in heftigste Aufregung. Bei dem in der Kleinen Zunrnw- straße wohnenden Schneidermeister Adam Vay, einem allgemein geachteten und bescheidenen Marrn, drangen in letzter Nacht nach 1 Uhr zwei Einbrecher durch em Flurfenster in das Haus ein, nachdem sie aus dem Stalle eine Leiter und ein Beil geholt. Sie begaben sich dann m die Küche, wo sie sich an einigen Topfen mit Latwergen, Butter usw. gütlich tyaten; nach Einbrecherart besudelten sie schließlich die Töpfe in unflathigster Weise. Tann drangen sie in das Zimmer, in welchem Bay schlief, und hieben ihm mit dem Beil mehrmals über die Stirne, sodaß die Hirnschale gespalten wurk^ und die Äugen fast aus ihren Höhlen traten. Im Nebenzimmer schlief die Frau mit einem der fünf Kinder; fie wurde mit einigen Beilhieben bedacht, die aber glücklicherweise meist das Ziel verfehlten; sie trug nur an i^rHcmd eine Verletzung Davon. In einem dritten Zimmer erbrachen die Stäuber schließlich eine Kommode, m der sie aber nur einen Betrag von 75 Pfg. fanden, mit Aichern ie die Stätte ihres Verbrechens verließen. Es ist fraglich, ob der schwerverletzte Vay mit dem Leben Daoonkommen wird. Hoffentlich gelingt es, der ruchlosen ^hater, die offenbar mit den Lokalitäten vertraut gewesen sind, bald E)ClhS a in z^?l. Juni. Tie k r 0 a t i sche 11 Raub er werden nach, Rechtskraft des Schwurgerichtsurteils nach dem Zuchthaus Marienschloß (Rockenberg) überführt irnd nicht, wie es vielfach im Publikum heißt, nach Dem Zellengesan^- nis Butzbach. Nach Marienschloß kommen alle ^genannten unverbesserlichen Verbrecher bezw. solche, die wehr als 10 Jahre Zuchthaus erhalten haben, -fort treten sie sofort in die Gemeinschjafk der übrigen Gefangenen und werden zu irgend einem Handwerk angelernt. Einzelzellen existieren in Marienschloß nicht. Tie weitverbreitete Ansicht un Publikum, daß die beiden Räuber Papie und Strila ' die in Neuwied erkannten Strafen von lo Zähren Zucht- ' Haus in Preußen abbüßen müßten, ist ebenfalls unzutresfend. ' fc. Schierst ein, 11. Juni. Dew e t ko mmt. Dieser ' Tage kam ein Herr, der bei der ^kehrsverwaltung in Transvaal thätig gewesen war, mit seinem -vchtuchen hier an und überbrachte dem Weingutsbesitzer und Wein- Händler Christian Schneider, dem Urheber des Wigen Dewet-Deiikmals, Grüße von Christian Dewet rnck dem Hinzufügen, daß dieser gelegentlich einer Reise nach -^.sttsch^ land Herrn Schneider seinen besonderen Tank persönlich abslatten^werd^ 10. Juni. Die Vorbereitungen -um großen 2 6. mittelrheinischen Turnfest werden jetzt mit Hochdruck betrieben. Die Lösung der schwiengsten Aufgabe liegt dem Wohnungsausschuß ob ; gilt es d^, für ca. 6000 Turner und ungezählte auswärtige ^estbesucher für l die Zeit des Festes Obdach zu schaffen. Die Stadtverwaltung 1 V . . , L_______P____QTiotfp hprPTt Pts England und Transvaal. Eine Kapstädter Proklamation besagt, daß alle „Aufständischen", Die nicht Feldkvrnets oder Friedensrichter sind, wenn sie sich vor dem 10. Juli ergeben, nur mit Entziehung des Stimm rechts für Lebenszeit bestraft werden sollen. Die Feldkornets oder Friedensrichter unterliegen irgend einer anderen Strafe, die Todesstrafe ausgenommen. Bedingung ist in beiden Fällen, daß die Betreffenden sich nicht des Mordes oder irgend yuec anderen gegen die Kriegsgesetze ver-stoßenden Hzand- reichen zu können. m. . Y m ... a. Köln, 11. Juni. Dr. Georg Bleichroder, Besitzer des Gestüts „Römerhof" und Burg Lechenich, stieß heute die ün -ll. Ierliegm^de?" Strenge des Gesetzes: 11 * * * deutschen Fahrwasser schwimmenden Blatter.der 10. I 9® Ministerpräsident Dr. Kuypers soll 1 - ofiliüütn iSrriÄTung geg™ !l n text 6 8 hat beschlossen, oon einem tragen und daß der Reichskanzler sich dlcher des^^Ver- Tas Krönungstages Königs trauens der Krone und der einstimmigen ^erMtzung B ^seVn, dagegen an demselben Abend ein großes des Staatsministeriums bewußt gewesen sei, bemerkt die Edua aozus^en vag 8 Außerdem sollen dem Präsi- »«3*•*-“ Berichtigung ist überflüssig. Sie rst auch. nrcht emmal werden. Einwanderung mittelloser Kap- korrekt, denn es wird darin von L«.. r p n ; n ^eu m e ft*& f HEa nacfy $erid)ten gesprochen, wahrend es sich um emen Antrag^gehandelt Bu _ als man früher annahm, so würde selbst hat. Außerdem wird dieser offiziöse <^£1^ den- viel 1OO O0O Mark dort nur vielleicht 20 armen Wenigen, g?gen die er gerichtet ist, keinen Emdrmk °iline Lterstützung "- Nach der kommt bei der Neub es^tz- di-se^Nnwan^rer^m^g^^n ang des Ministeriums der öffentlichen Är . U^en'und unsere Kolonie. Tie Deutsche Buren- äs, U. Lbersinanzrat Lehmann, Unterstaats,ekretar 5^eennS * *o4i>a&,ef" Tu V^g^ b* Lui. Waldeck-Rousseau traf Kolonialpost. mit seiner Familie iuid einigen anderen Herren hier em. ^-c scheinen, wie aus Deutsch-Ostasrika berichtet Der Besuch gilt hauptsächlich der Besichtigung der Hasen-1.^ Qn ber Nordgrenze der Kolonie unausgesetzt auf Dem anlagen und Schtssswerften. Am Samstag erfolgt diel wandeln. In jüngster Zeit sollen die Wetterreise nach, der norwegischen Küste, von wo er einer ■ Britisch-Ostafrika auch in deutsches Gebiet Einladung des Königs von Schweden und Norwegen zur » au« Jn ^ttetten Kämpfen mit Verlust 3°9bS8fernen, 11. Juni. Der Osnabrücker Pastor Wein- vieler Menschenleben viele Viehheerden geraubt aait ist im bremischen Dorfe Borgfeld zum Pfarrer ge->haben. __________ - Ä^rben' Eine obrigkeitlich-Bestptrgrmg Yt mcht er- — Sibyllenort, 11. Juni. Im ^.Bestnden des ö Gießen, den 12. Juni 1902. Königs von Sachsen ist eme 8^11^111^ .. ftCrman Schiller t- Aus Leipzig ging uns nicht vor sich gegangen. Wenn auch die.Möglichkeit kerne^ V bie Nachricht zu, daß der Großh. Hess. Geh. wegs ausgeschlossen ist, daß em Anfall sich seden Augen- trat a D. Prof. Dr. Herman Schiller rn blick wiederhott und dann die ernstesten Folgen haben \~® ) ÖOm 10 aum U.‘Suni um 21/2 Uhr nach kurMm kann, so ist andererseits ebenso gu aiizunehmen, daßder derNacht vom w. ^um Schiller, der als lang- König auch diesmal wiederhergestellt wird, äum mindesten 3 hiesigen Gymnasiums und ordentl. liegen gewichtige Gründe, die fren emer 'unserer Universität bis nahe mi Katastrophe befürchten lassen, md) bor (Wenn em |^T'Sgbcn/cnbcö i„ nächster Beziehung zu unserer Stadt liner Blatt vom Prinzen Friedrich August als dem mengen I .. Schulmann eine wett bekannte und Thronfolger spricht, so ist es falsch, daraus den ^^te Persönlichkeit gewesen. Er hat Generationen hinzu, ziehen, daß Prinz Georg zu Gunsten seines Lohnes g , -inen großen Teil der heranreifenden, männlichen zu verzichten gewillt ist. Es gill vielmehr jur fest!>^heud, L J ‘ unseres Landes in hervorragendem Maße beein- beim Reichsgericht ernannt: ferner wurden der^Rechts- INS zu in Heidelberg und anwalt beim Reichsgericht Justizrat Krantz und der lRassische bromobierte 1876 in Tübingen. Von 1862 Ministerialrat im badischen Justizministerium Dr. Tü- g , p in Wertheim, bis 18^2 ringer zu Reichsgerlchtsraten «nannt. L^sfor am Gymnasium in Karlsruhe, bis 1876 Direktor o Karlsruhe, 11. ,3uni. «r0nf) 11 nj bon Ostern 1876 wurde er als Siam traf heute nachmittag hier ein. einen Leiter des hiesigen Gymnasiums nach Gießen berufen und Stuttgart, 11. Juni. Ter Landtag nahm einen ^iier oes m ) \ ordentlichen Professor Antrag auf Vereinfachung der Formen desamt I^m H bst d^f Landesuniversttät ernannt. 1890 lichen f chjrrftlich>en Verkehrs an. . Mimlied der Dezemberkonferenz für München, 11. Ium. ^m Ausschuß der Ab geo-^r^ höheren Schulwesens. Im Juli 1899 netenkammer sagte^ Minister Graf in ben Ruhestand nach den noch heute m Aller Gedächtnis stehenden, einschneidenden Ereignissen jenes Jahres. Seitdem hat er als Prwatdozent der Pädagogik »».«» mannsche Verlag in ausgezeichneter Ausstattung heraus- ^t, Schulen und andere öffentliche Gebäude zur Herstellung gab, und die ihm noch die hervorragende Anerkennung Massenquartieren zur Verfügung zu stellen. Der Wohn- feiner historischen Fachgenossen gebracht HÄ. Bon femm i usschuß arbeitet aber darauf hm, den ftemden Turnern früheren großen Werken seien heute nur noch.erwähntZerne J 1 ? private Q-uartiere anbieten zu können und («eibändige Et-fchM- dar römflchen Kar ÄÄeHu B-Hufe eben eme Rundfrage, bie SÄ ’S» ,»Ä‘Ä S ’S “ MÄ 7-d.,, «•- "SS“ harter Schicksalsschlag: seine Gattin wurde ihm auf^ en^ vorzüglichen Ruf als gastliche ^esl,ladt, den es s ch setzliche Weise fern von der deutschen Heimat m Eis weisen im Jahre 1886 erworben hat, un Jahre 1902 wiede an der südafrikanischen Küste jäh entrissen. Er hinterlaßt aUe machen. . „ r, zwei Söhne, von denen der ältere Rechtsanwalt m Leipzig, Frankfurt a. M., 11. Tie Atagistratswahl- der jüngere Arzt in Breslau ist. Tie Beerdigung findet Kommission hat vorgeschlagen, für ben ^alt Freitags den 13 b. M., mittags 12 tthrstatt. Blumenspenden l ^^ennung des Dr. Ad ick es äum Oberburgermeiter, nimmt Die Beerdigungsanstalt M. Ritter, Matthaikirchhof Bezüge für die zweite Amtsperiode wie folgt fest- 32 in Leipzig, entgegen rr Een: Gehalt 18000 Mk., Wohnungsentschadigung bOOO ** Eine Reich sh auptbank für Hessen, ^n Mark, Repräsentationsgelder 6000 Mark. unserer Nummer vorn Tienstag rrahmen wir Nottz von ___ - LlHCl , ' , ,f J j- r '» p. a »itf-yn f |Aj*f ft] ("t V (1 I auch g^agt^daß bereits einleitende Schlriw gethan seicri . Berlin, II.Jnni. Der des DWmordrS «l dem Wie irnnmehr m der Angelegenheit dc^ „B. T. uiitterlt,Geldverleiher Löffler angeklagte Agent Thomaschke h ist eine der Handelstammern des Großherzogtumv an die Nacht in seiner Zelle im UntersuchungS--Gefangms einen b^chi? Die dustr!e"dcs ^Graßherzogtums'cm durchaus gerechtes Ber- Thomaschke nach ärztlichen, Gutachten noch langen. Ter Bundesrat hat sich noch nicht mit der Ange-Läf)ig ist. Die Verwundungen des Thomaschle sind leichterer leqenheit beschäftigt. Doch siiid der Verwaltung der Reichs- Natur. Schon gestern abend, nachdem er aus dem Sitzungsbank Die hessischen Wünsche nicht unbekannt aver da W ( . feine Zelle wieder abgeführt worden war, hatte er noch nicht direkt an sie herangetreten sind hat sie sichV ' gezeigt. Thomaschke wird im Untersuchungsge- BSSÄ WS& MM gebürt Wie verlautet, wird rm gegebenen Augenblick die (i$ ist. Als heute morgen der wachhabende Gefangnisbeamte Reichsbank in eine Prüfung der Frage eintreten, und die, Blick in die Zelle des Thomaschke warf, sah er diesen Berichte der hessischen Neben- und. Bankstellen emforb^n. ^^^01111 auf Dem Erdboden liegen. Der Gefängnisarzt 1 ** Radrennen z u Gießen. Die am ^*ori^L9 iCuDpe wurde sofort herbeigerufen; dieser konstatiette, daß 1 zur Verteilung kommenden Preise, dw ^ewiß das Jnttresst - P pp 'thomaschke etwa zwanzig Risse und Mitglieder des Kuratoriums wollen ihre Karten im Safe bann herauszuziehen. Er hatte sich zu diesem Lettler in Empfang nehnren. Tie Karten zu den bejfer>en jn)e(^c offenbar auf Den Tisch gestellt, um so das Venula- Plätzen sind abends zu bedeutend ermäßigten Preisen zu Qu§ bcm er den eisernen Haken losmachte, er- haben, wie aus dem Inserat in der heutigen Nummer! J - S wu Plakaten crfui-.lich ift 2a bic Nachfrage danach schon jetzt stark ist, i|t Den I nteref s enten dr ui gen D zu empfehlen/ sich die gelvünsü^en Plätze vorher zu sichern. lnnent. * Ab- herein ^Qien ‘ dein Streit, -eins luniner Oglich, bereit, ^che- Mken- -r hier mrmer- em all- !en in ch ein Stalle Mn in ?erzen, l'udelten Tann Stinte, ld die Rimmer mch jie sicherer Hand mer er- in der welchem fraglich, ttommen ter, die nb, halb er wer- mH dem nd nicht, engefmig- Mlmnten )r als 10 sofort in -erden zu existieren njicht im >lrila erst en Zucht- Messend. UIAejer alluug in Weichen mb Wein- hiesigen mit dem i) Teutz'ch- perjönlij) \t werden hwierigsien s doch, für besuchet für memaltung e bereit et* Herstellung Ler Wohnen Turnern können und dfrage, die - wird dein । m Turne» 1902 wieder Mtstvahl- i Äieder- ^emeilter, w S oigungljW*’ ’S -- 6*J sind teich^b >5. triW’ä89'' >d-s°"bm i*n6e* h mit !««* d°r ®tu>‘ werden' J.’StoW* 3CIt (,n bau $£ . sßentiin* । öay t.f er* (05m* ,, Seftfl :ö Jb «•* 25.70 89.30 105.50 S-'/q Mexikaner . . 4*/2 Vo Chinesen . , Electric, bchackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . . 102.20 . 92.80 . 101.85 . 92.70 . 99.90 . 99.25 . 102.90 3l/2% Reicheanleihe 3°/o do. 3Va°/o R^nsols . . 3% -do .. . . 3l/z°/n Hessen . . 3’,2% Oberhessen 4% Oesterr. Goldretne . 216.70 . 187.70 . 139.90 Teiephomscher Kursbericht jfc'rankiort ». 11., 12, Jun» 1902. Oesterr. bilberrento 101.80 4% Ungar. Goldrente , . 101.65 40/ Italien. Rente . . . 102.75 4V2% Portugiesen . . . 46.20 i°/ Portugiesen.....29.40 1% C. Türken . . . . —.— Türkenlose ...... 113.60 Dresdener Bank .... 146.80 Beniner Handelsges. . . 158.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 151.20 Lombarden , . . , . 19.00 Gotthard bahn.....169.50 Lauranütte...... 206.20 Bochum ....... 200.20 . 178.00 Harpener . . 4% Grieoh. Monopol -Anl. 44.30 4'/2% äussere Argentiner —.— Tendenz: still. 1503 SekanntMchM§ Von heute an werden die hiesigen Gemeinde - Stein - brüche durch die Gemeinde selbst betrieben und wird ein jeder, wer aus den genannten Brüchen Steine beziehen will, gebeten, sich an Großh. Bürgermeisterei dahier zu wenden. Münzenberg, 11. Juni 1902. Großh. Bürgermeisterei. Gorr. 4371 Heugras- Verstergerung der Grast. Oberförsterei Arnsburg. Mittwoch den 18. Juni wird das Heugras der Gottes- aekerthal-Wiesen und derVierzig Morgen, sowie das Heu- und Grummetgras der Langenzugswiese versteigert. Beginn 9 Uhr vormittags im Kloster, Fortsetzung bei Colnhausen um 10 Uhr. 4366 kurs der Lei Von den Thätern hat man noch keine Spur. hiebe. General Lyttleton hat Newcastle (Natal), 12. Juni. In ganz Italien ist ein Wetter- Oberitalien sind zahlreiche Schnee- Die Temperaturen.sind überall anor- dafür gesorgt, daß der konnte. Rom, 12. Juni, st u r z eingetreten. In fälle zu verzeichnen, mal gesunken. das Kommando über die Truppen in Natal nredergelegt, um demnächst den militärischen Oberbefehl über ganz Südafrika zu übernehmen. Er ist gestern nach Natal abgereist. Die „Times" sagen dazu: Diese Nachricht ist der überzeugendste Beweis für das Vertrauen, mit dem die Militärbehörden in Südafrika und die Regierung in London die Lage in Südafrika betrachten. Die Thatsache, daß dieser Schritt Lyttletons für angezeigt erachtet wurde, noch ehe der Krieg 14 Tage vorüber ist, ist ein deutliches Anzeichen dafür, daß das Mißtrauen in der Bevölkerrmg geschwunden ist und kein Grund besteht, weshalb Kitchener nicht bald aus Südafrika zurückkehren sollte. m ordet. Wilna, 12. Juni. Dr. Michailow, welcher bei den Prügelstrafen des Gouverneurs als ärztlicher Sachverständiger fungierte, wurde zur Strafe hierfür vom revolutionären Komllee in ein Haus gelockt und erhielt dort 5 0 Stock - vormittag 8 Uhr mit seinem Automobil auf der Fahrt von Düren nach Lechenich mit einem Wagen, dessen Pferde scheuten, zusammen. Vleichröder, der das Automobil selbst führte, geriet unter den Wagen und erlitt einen schweren Schädelbruch. Er ist gestern abend 10 Uhr gestorben. "Dresden, 11. Juni. Als heute nachmittag der Kriminalbeamte Marcus den nach Verübung eines Raubmordes aus Altona geflüchteten Matrosen Speck in einem Hause am Bahnhofsweg verhaften wollte, schoß Speck den Beamten nieder und entflcj), wurde aber ergriffen. " Leipzig, 10. Juni. Die 1. Vorsitzende des Allgem. deutschen Frauenvereins, Auguste Schmidt, ist heute hier gestorben. "Spa, 11. Juni. Die Polizei verhaftete vier Hochstapler. Zwei derselben, amerikanische Staatsangehörige, sind beschuldigt, in England und den Vereinigten Staaten Schwindeleien in Höhe von 2 0 0000 Frs. verübt zu haben. Der Dritte, ein Oesterreicher namens Dovietowsli, soll in Dortmund 30000 Mk. gestohlen und sich dann in Spa niedergelassen haben. Den größten Teil der gestohlenen Summe soll er bereits an der dortigen Spielbank verloren haben. * Paris, 11. Juni. Wie mehrere Blätter berichten, dehnt sich die Untersuchung gegen die Familie- H u m bcrt - D'Anvignac jetzt auch nach Sibirien aus. lÄn Mitglied der Familie Humbert soll mehreren Freunden gegenüber vor einiger Zeit erklärt haben, daß er sich nach Sibirien zurückzuziehen gedenke, wo die Familie D'Anvignac große Liegenschaften habe. Toulon, 10. Juni. Die Leiche des bei einer Ballonfahrt verunglückten Marineleutnants Baud in wurde auf der Rhede von Hyöres aufgefunden. "Dünkirchen, 12. Ium. An Bord des hier aus Indien eingetroffenen Dampfers „City of Paris" sind zwei Todesfälle an Beulenpest vorgekommen. • Wien, 11. Juni. In dem in der Nähe von Wien belegenen Kornneustadt wütete in der letzten Nacht ein verheerender Brand. Eine große Anzahl Wohnhäuser wurde eingeäschert. Von Wien gingen mehrere Dampfspritzen zur Hilfeleistung ab. Wienerneustadt, 11. Juni. Bei der Inspizierung oes 5. Dragoner-Regiments durch den Erzherzog Otto stürzte der beste Reiter des Regiments Oberleutnant Rupprecht mit dem Pferde, wobei ihm die Hirnschale zertrümmert wurde. " Prag, 11. Juni. Die dem Grafen Sternberg gehörige ZuckerfabrikZasnuck ist total niedergebrannt. Der Schaden beträgt 1 Mill. Kronen. • Ermittelte Verbrecher. In Würzburg wurde, wie erinnerlich, im Januar d. I. auf die Freiin Thekla v. Truchseß ein Raubmordversuch verübt. DieThäter sind nun ermittelt. In Hermsdorf wurden im April die Eheleute Eisenbach wegen mehrerer in München, Frankfurt, Würzburg usw. verübter ähnlicher Verbrechen verhaftet. Die nun nach München ausgelieferten Eheleute Eisenbach wurden, wie festgestellt ist, als die Thäter der an Freiin v. Truchseß, nun in Nürnberg, verübten That festgestellt und werden nach der Aburteilung in München nach Würzburg verbracht. Sie hatten sich in Hermsdorf häuslich niedergelassen und dort eine Villa erworben. » Verhaftung eines Bankiers. Die Pariser Polizei verhaftete den Direktor derLondonerFiliale einer großen Berliner Bank. Wie verlautet, ist die Verhaftung auf das Auslieferungsgesuch der deutschen Regierung erfolgt. Dem „B. T." zufolge handelt es sich um den Bankier Hugo Löwy. zlnioerMts-Uachrichteu. Darmstadt, 1L Juni. Dem Doktor-Jngenier Ernst Vetter- f ein ist die venia legendi für Baukunst an der hiesigen Technischen Hochschule erteilt worden. Landwirtschaft. — Einige kräftige Banernworte, die in der Generalver- /anunlung der Südwestdeutschen Abteilung des Bundes der San d w irte in an n t) c 1 m am Sonntag gesprochen worden sind, verdienen noch nachträglich Erwähnung. Unser hessischer Landsmann Fritsch erklärte: Von 7'/, Mark Zoll nicht einen Pfennig herunter! Heute sei's Mode, ins Ausland zu gehen und D a m e n d e s u ch e zu machen, aber wichtiger, als die amerikanische Freundschaft, sei der deutsche Bauer. In seiner klangvollen Mundart stellte der pfälzische Bauör Groß einen derben symbolischen Vergleich zwischen den Reichshunden Tyras und Mohrchen an, indem er bemerkte: „Caprivi bot den Karre in'n Dreck nei geführt, aber der Geist Bismarcks soll erhalte bleiwe. Bülow sieht feiner aus, aber was hawe mer davon? Den U n n e r s ch i e d sieht mer schon am Hund. Ten Bismarck sei Hund, des ischt ä deutsche Dogg gewese, die ischt gestände wie a deutsche Eich . . . der annere ischt a englischer Pudel, der werd geschore, wie mir von de Englänner. Das läßt tief blicke!" eines Parlaments-Ausschusses verlangen, welcher beauftragt werden soll, eine Untersuchung über die Art und Werse der Kriegsführung in Südafrika einzuleiten. Die Opposition will die zahlreichen Bestechungsfälle und die groben militärischen Fehler vor einem Militärgericht abgeurteilt wissen. Paris, 12. Juni. Der wegen seiner Beteiligung an der Humbert-Affaire verhaftete Notar Langlois sagte gestern vor dem Untersuchungsrichter aus, daß der eigentliche Urheber des ganzen Schwindels thatsächlich der verstorbene Justiz Minister Humbert, der Schwiegervater der Schwindlerin, gewesen sei. Nach seinem Tode habe sein ehemaliger Sekretär als juristischer Beirat der Frau Humbert Schwindel so lange fortgesetzt werden Wien, 12. Juni. Als Ministerpräsident v. Körber gestern im Reichsrate den Preß-Ges etz-En tw ur f vorlegte, erschienen große Scharen Arbeiter vor dem Parkv- ment unter dem Rufe: Heraus mit der Preß^-Resorm. Lemberg, 12. Juni. Die Beamten des Magistrats haben dem tschechischen Reichsrats-Abg. Klofac ihren Dank und chre Hochachtung dafür ausgedrückt, weil er int Reichsrate gegen die polenfeindliche Marienburger Rede Kaiser Wilhelms Protest erhoben hat. (— !!) Petersburg, 12. Juni. Im Militär-Lazarett zu Norvy Margalan wurde eine barmherzige Schwester und deren Mutter aus bisher unbekannten Gründen ec* beantragte die Freilassung Lynch'S gegen Kaution, doH wurde der Antrag abgelehnt . London, 12. Juur. Ehamberlatn führte gestern abend auf einem Bankett der Kolonialbeamten den Vorsitz und hielt eine Rede, in welcher er ausführte, es sei für beide Teile ein ehrenvoller Friede zustande gekommen. England habe alles erlangt, wofür ess gekämpft habe. Es sei ein großmütiger Gegner in allem gewesen, was persönliche und prrvate Verhältntsse angehe, opferte aber nichts von wesentlicher Bedeutung und that nichts, was die schließliche Lösung der südafrikautschen Frage schädigen könnte. Tie Art, wie dre Buren ine dinaungen aunahmen, sei ein gutes Vorzeichen für die Zukunft! England habe viel zur Befestrgung deD Reiches gethan. Der „Standard" meldet aus Durban dorn 10. Juni: Schalk Burgher teilte den Blättern den Wortlaut der Refolution mit, welche die in Vereemgtng versammelten Lurghers am 31. Mai angenommen haben. Tie Resolution spricht ihr Bedauern darüber aus, daß die englischen Bedingungen genau, wie sie sind, angenommen oder abgelehnt werden müßten, und beklagt ferner, daß England das Unterhandeln aus der Grundlage der Unabhängigkeit vder der Erlaubnis, mit den, Burenoertretern in Europa in Verbindung zu treten, verweigert habe. Die Resolution bemerkt sodann, es bestehe kein angemessener Grund mehr für die Erwartung, daß die Wetterführung des Krieges die Unabhängigkeit sichern werde, und keine Berechtigung mehr für die Verlängerung der Femdselrg- leiten. Tie Resolution spricht daher die Annahme der gestellten Bedingungen und die Zuversicht aus, daß sich die Lage bald bessern und die Bevölkerung in den vollen Genuß der Privilegien treten werde, auf welche sie Anspruch habe. Loudon, 12. Ium. Die Liberalen werden die Ernennung Gewinn erzielen. , . — Die Verluste des Sächsischen Staates durch den Kon- ' '.pziger Bank betragen, unter Zugrundelegung einer 65prozentigen Konkursquote, 3 294 575 Mk.; sie erklären sich wie aus einem nunmehr von der Finanzdeputation der Zweiten sächsischen Kammer erstatteten Bericht heroorgeht, in der Hauptsache aus einer mangelhaften Beaufsichtigung der Kasse. Obwohl in den für die Lotteriedarlehnskasse erlassenen Vorschriften nur die Diskontierung von Wechseln gestattet ist, haben die mit der Leitung betrauten Beamten, gegen die teilweise das Disziplinarverfahren eingeleitet ist, auch Wechsel bestehen und bei sonstigen Lombardgeschäften auch eigene Aktien der den Kredit der Kasse m Anspruch nehmenden Aktiengesellschaften als Pfand zugelassen. — Hamburger Militärdienst-, Aussteuer- und Alters- Berficheruugsgesellschaft. Dem Gefchäftsbericht pro 1901 entnehmen wir die folgenden Zahlen: Es liefen Anträge em über Mk. 8277935 Versicherungssumme und Mk. 14 838 jährliche Rente. Ende vorigen Jahres waren in Kraft All. 40 035 250 Versicherungssumme und Mk. 95182 jährliche Rente. Die Prämien--Einnahme betrug Alk. 3117305, die Zinseneinnahme Mk. 244971. Die Prä- mien-Reserve erhöhte sich tm Berichtsjahr von Mk. 5827368 auf Mk. 7585558, der Sicherheitsfonds von Mk. 62794 auf Mk. 100612, der Hypothekenbestand betrug am 31. Dezember 5731540 Mark. Die Gesamt-Aktiven betragen Mk. 8545653.26. Der erzielte Ueber- schuß beläuft sich, nach Vornahme reichlicher Abschreibungen und Rücklagen, auf Mk. 294092. Nach Bildung eines Extrafonds von 105000 Mark verbleibt ein bilanzmäßiger Ueberschuß von 189092 Mark, der satzungsgemäß zur Verteilung gelangt. Aus dem Dividendenfonds entfällt auf die betr. Mitglieder beider Branchen eine Dividende von 6 Prozent der Jahresprämie. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. 8. Darmstadt, 12. Juni. Die Zweite Kammer setzte die Beratung der Wahlrechts-Vorlage fort. Abg. Jockel nimmt vorerst einen ablehnenden Standpunkt ein, da die Materie noch nicht spruchreif sei. Dafür spreche auch die Thatsache, daß gerade die Nationalliberalen sich in der Frage vollständig gespalten hätten. Nach der Vorlage würden besonders Bildung und Besitz zn kurz kommen. Die geheime Wahl führe zu Mißständen und verderbe den Charakter. Man solle zunächst eine abwartende Stellung einnehmen und Erfahrungen sammeln Staatsminister Nothc weist daraus hin, daß es sich in der Vor- läge um ein Stück Verfassung handle, das man sehr gründlich prüfen müsse. v. Brentano erklärt, die Regierung habe sehr Recht, wenn sie ein kautelenfreies Gesetz nicht schaffen wolle. Die dem Entwurf beiliegende Tabelle gebe ein erschreckendes Beispiel von der Wahlmüd.gkeit des Volkes. Das sei der beste Beweis, daß man nach einem anderen System drängen müsse. Durch die Vermehrung der städtischen Abgeordneten habe die Regierung billigen Wünschen Rechnung getragen. Die Befürchtung, daß die extremen Parteien durch den Entwurf in Vorteil kämen, sei nicht berechtigt. Es sprechen noch mehrere Abgeordnete teils für, teils gegen den Entwurf, worauf die Weiterberatung auf morgen vertagt wird. Es sind noch zehn Redner vorgemerkt. Berlin, 12. Juni. ° Der Kaiser hat für das 20. mitteldeutsche Bu n d es s ch i e ße n einen Ehrenpreis gestiftet. Sibyllenort, 12. Juni. Der heute früh 7Uhr über das Befinden des Königs Albert ausgegebene Krankheitsbericht lautet: Die vergangene Nacht war durch beschwertes Atmen und dadurch bewirkte allgemeine Unruhe öfters gestört. Die Herzthätigkeit bedarf noch hier und da der Anregung. Der Appetit ist noch fortdauernd gut. Leipzig, 12. Juni. Wie verlautet, sollen unter Beteiligung von Berliner Buchhändlern Unterhandlungen zur Gründung einer nationalen deutschen Buch- Händler-Bank eingeleitet sein. London, 12. Juni. Oberst Lynch wurde vordem Polizeigericht wegen Hochverrats angeklagt und die Verhandlung nach der formellen Beweisaufnahme über seine Verhaftung bis zum Samstag zurückgestellt. Lynch benahm sich aus der Anklagebank mit kühler Gleichgiltigkeit. In einem früheren offenen Briefe hatte Lynch erklärt, er sei Burgher der südaftTikanischen Republik gewesen, als er für sie die Waffen ergriff, doch sei seine Handlung auch als irischer Protest gegen die Mtß^- Regierung aujzufassen. .Der irische Wg. Oberst Nolan Gerichtssaal. Kassel, 11. Juni Eine Vernehmung des verhafteten Direktors Schmidt von der T r e b e r t r 0 ck n u n g s-G e s e l l s ch a f t hat hier durch eine fünfgliedrige Kommission des Landgerichts Leipzig stattgefunden. Das Verhör erfolgte im Untersuchungsgc- angnis und betraf Schmidts Beziehungen zur Leipziger Bank, gegen bereu Direktoren und Aufsichtsräte bekanntlich oom 16 d. Akts, ab in Leipzig verhandelt werden wird. Ob Schmidt zu dem Prozeß nach Leipzig transportiert werden wird, ift noch zweifelhaft. Der Verhaftete hat ein zwanzig Seiten langes Geständnis zu Protokoll gegeben. Berlin, 11. Juni. Prozeß Sauden. Der Sachverständige Geh.-Rat Hecht erklärt, daß er einen Tag freie Zeit haben muffe, um noch eine Reihe von Buchprüfungen vorzunehmen, die auf das Verhältnis der einzelnen Institute zu einander, auf ver- jchiedene Hypolheken-Transaktionen re. Bezug haben. Es wird infolgedessen beschlossen, heute in der Verhandlung nicht sortzusahren. Ter Vorsitzende verliest noch ein Anschreiben der Direktion der Neuen Bodenqcjellschaft, durch das sie festgestellt sehen möchte, daß die in der Verhandlung durch die Rechtsanwälte Bollert und Bernstein gegebene Darstellung über verweigerte Emsichtnahme der sämllichen der Llquidationsbilanz per 4. März 1901 zu Grunde liegenden Unterlagen nicht zutreffend und das Verfahren der Direktion in der "Angelegenheit durchaus korrekt gewesen sei. Eine Liguidationsbllau', der yieuen Bodenakt,engefelljchaft existiere nicht, wohl aber eine der Deutschen Grundschuldoanl Die Direktion sei bereit, alle gewünschten Urkunden dem Gericht zur Verfügung zu stellen. Tie Rechtsanwälte Bollert und Bernstein hatten aber, als ie in dem Bureau der Neuen Bodengesellschaft erschienen und nur einen Prokuristen antrafen, auf den Direktor nicht warten wollen, ondern ertlcinai, daß sie der Gesellschaft den Gerichtsbeschluß zn- tellen lassen r über. Lie Rechtsanwälte Bollert nnb Bernstein teilen hierauf b:e Angelegenheit wesentlich anders _t>ar. Beide hätten den Eitidruck gehabt, als ob die Neue Bodengeselljchast sich hinter formalen Schwierigkeiten verschanzen wollte. Der Gerichtshof erklärt nunmehr die Sache für erledigt. Dre Verhandlung wird morgen fortgesetzt. ,, .. . Parts, 11. Juni. In dem Prozeß, welche die Witwe des Obersten Henry gegen Reina ch anstrengte, weil dieser den Obersten Henry als Komplizen Esterhazy 's bezeichnete, beantragte der Staatsanwalt Abweisung d e r K l a g e mit der Begründung, daß Reinach niemals daran dachte, die Witwe Henrys und deren Sohn zu verleumderr. Remach machte nur vom Rechte als Historiker Gebrauch und handelte zweifellos in gutem Glauben. Die Abweisung werde auch durch den Wunsch gerechtfertigt, da» die durch die Dreysusangelegenheit hervorgerusene Bewegung cm Ende nehme. Das Urteil wird rnorgen gefällt. Rom, 11. Juni. Der Brigant Al u s 0 l i n 0 wurde nach zweimonatlichem Prozeß von den Geschworenen in Lucca unter Ausschluß mildernder Umstände zu l e b e n s l an g l i ch e m 3uti)t= Hans verurteilt. HanÄol und Verkehr. Volkswirtschaft. — Süddeutsche Kabelwerke. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung wird sich mit Herabsetzung des Grundkapitals durch Zusammenlegung von 5 Aktien in 4, ferner mit dem Antrag der Geschäftsübernahme der Mannheimer Lelcgraphendraht- und Kabelfabrik vorm. Schachrerer zu beschäftigen haben. — Die Obsiprodutten-Fudustriegefellschaft in Koblenz wird das Grundkapital auf 416 000 Atk. Herabsetzemund dann wieder durch Ausgabe neuer Aktien auf 2 Millionen Mk. erhöhen. — Dortmunder Union. Ueber die ordentliche Generalversammlung wird noch der folgende Stimmungsbericht veröffentlicht: Tie Generalversammlung stand zwar von vornherein unter dem Eindruck des Unabänderlichem Desto lebhafter aber wurde aus den Kreisen des mittleren Aktienbesitzes die Oppoiition begrüßt, zumal da sie sich bei aller Schärfe in sachlicher Beziehung doch durchaus vornehmer Formen bediente. Der Vorsitzende nahm die Angriffe mit stoischer Ruhe auf. Von Fachleuten würde es bedauert, daß dem Aufsichtsrat eine technische Lapacitat fehle, auch wäre es sehr wünschenswert, daß derselbe intime Fühlung mit der Betriebsleitung hätte. Lebhafte Aufmerksamkeit wird m industriellen Kreisen der Frage der künftigen Ausstattung der neuen Hemrlchs- Hütten-Gefelljchaft zugewandt; insbesondere dürfte es für den Wert der vom Aufsichtsrat den Union-Aktionären in Aussicht gestellten Bezugsrechte auf die Aktien dieser Gesellschaft ins Gewicht fallen, wenn die wertvollen Kostenberechtsamen, welche die Union bei Blankenburg a. d. R. besitzt, der Heinrichshütte angegliedert werden sollen. — Aktien-Gesellschaft für Feld- und Kleinbahnen, vorm. Orensteiu u. Koppel. In dem ziemlich unerquicklichen Bericht des Direktors Orenstein über die Geschäftslage wird die Beendigung des Transvaalkrieges als ein für die Gesellschaft jedenfalls glückliches Ereignis bezeichnet, doch könne sich die Hebung des Absatzes dorthin nur allmählich, von Monat zu Monat entwickeln. Die südafrikanische Filiale, die im vorigen Jahre mit einem erheblichen Verlust abschloß, wird in diesem Jahre einen nennenswerten Am 11. Juni, morgens 2% Uhr, verschied nach kurzem, schwerem Krankenlager unser guter Vater, Schwiegervater und Grossvater, der Geh. Oberschulrat Prof. Heiman Sohiüer* was wir hiermit statt besonderer Meldung anzeigen. ■i 4369 Tribünenkarte^Sperrsitz: Vorverkauf Mk. 2.20, der Kaffe an Per L. Oktober Gattelplcch für Mitglieder des D.-R.-B. im Vorverkauf Ml. 0.50, an Borverkauksstelleu: ®icl‘7iS( H-"l«r-sar«uüag- ... .. ■■ 1 ---Handlung Hch. Noll-MauSburg. Areu-ptatz 10. mieten. ,l»' Übl. Zimmer mit oder ohne Pen|. zu oerin. Kirchenplatz 6 I. 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