Nr. 135 Erscheint täglich außer SonmagS. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem VrMsche« Landwitt die Siegener Lamilien- blLUer viermal in der Woche beigelegt. NotationSdruck u. Verlag der Brüh l'scheu Unwers.-Duch-u.Stein- druckerei (Pietsch Erbend Redaktion, Erpeditlor und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. ^ernsprrchansckluß Nr.öl. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Donnerstag 12. 1S«S SietzenerAnzeigers- W General-Anzeiger " FDL Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen Gießen, den 10. Juni 1902. Betr.: Vertilgung der Herbstzeitlose. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen as direkte Wahlrecht so viel wert, daß er cs auch m i t diesen Cautelen annehmen könne. Die Wahlpflicht werde volkserzieherisch nicht günftig wirken, deshalb werde man des Wahlzwangs entbehren können. Auch der Proportional- wahl stehe er ablehnend gegenüber. Er hoffe, daß sich die Zahl der Gegner während der Debatte vermindern werde, denn er sei überzeugt, daß kein Gesetz so zum Heile des Volkes beitrage, wie das gegenwärtige, und cs fet der größte politische Fortschritt, den wir seit Jahren ge- macht hätten. (Bravo!) Abg. Reinhart (ntj: Für die Vorlage sage er der Regierung seinen Dank. Er stehe nicht unter der Furcht vor der Sozialdemokratie; ebensowenig das Haus. Schon früher seien Zusicherungen betreffs einer Revision des Wahlgesetzes gemacht worden. Die Regierung könne auf die Dauer dem Wunsche der Bevölkerung nach der direkten Wahl nicht entgegen sein. Obgleich zum Reichstag die direkte Wahl ein- geführt sei, ergebe die Statistik, daß immer noch i/4 sich der Abstimmung enthalte. Daraus zögen lediglich die extremen Parteien den Vorteil. Das direkte Wahlrecht könne man indessen nicht ohne Cautelen geben. Eine der wich? Haften hiervon fei die Wahlpflicht. Er gebe dem Staats- muiister zu, daß die Sache schwierig sei und man damit einen Sprung ins Tunkle mache; aber man würde dadurch die säumigen Elemente an ihre Pflicht erinnern. Ein Zwang liege in jeder gesetzlichen Bestimmung. Deni Wahlrecht stehe and), die Wahlpflicht gegenüber. Dadurch werde man die Wähler zur Pflichterfüllung erziehen. Eine weitere wichtige 'Neuerung sei die vorgesehene .Vermehrung der Vertreter der Städte Darmstadt, Mainz, - Offenbach;, Gießen und Worms. Diese fünf Städte brächten über die Hälfte der gesamten Einkommen und Vermögenssteuer auf. Heute seien deshalb diese Städte verhältnismäßig in der Kammer nicht genügend vertreten. Diese Ungerechtigkeit werde durch die Vorlage beseitigt, die an Stelle der 10 Städtevertreter deren 15 versehe . Abg. B ä h r (fr. w. B.) wird für die Vorlage stimmen. Tie Städte seien überall bevorzugt. Mit ihrer nicht ses> hafteii Bevölkerung seien sie seither mehr als genügend vertreten. Tie Beseitigung der Steuertlausel sei auch im Interesse der landwirtschaftlichen Bevölkerung. Dep Wahlzwang, obwohl er theoretisch sehr schön sei, empfehle er nicht. Taß der städtische Einfluß jetzt schon prävaliere, sehe man an der ablehnenden Haltung gegenüber den Oberrealschulen zu Butzbach und Groß-Umstadt. Beamte dürsten in ihrem eigenen Bezirk nicht gewählt werden. Ministerialsekretär Weber erklärt, daß es immer der Wunsch gewesen sei, eine geretere Verteilung der Wahlziffern vorzunehmen. Taß man den Städten eine größere Vertretung zubilligen müsse, ergebe sich aus der Stalistck. Tie Zunahme der BevölkerungSzahl sei in den Städten rapider als aus dem Lande. Der Entivurf habe in dieser Beziehung das Richtige getroffen . 9ibg. Wolf (fr. w. B.): Für ihn sei es das über* raschendste Moment, daß ein von der Regierung vorgelegter liberaler Gesetzentwurf von liberaler Seite bekämpft werde. Mainz und Offenbach solle man einen Vertreter mehr geben, nicht aber den anderen Städten, insbesondere nicht Gießen, das insgesamt nur 2573 Wähler habe, sonst werde Gießen mit dieser geringen Wählerzahl zwei Mgeord- nctc in der Zweiten Kammer und den Bürgermeister und den Kanzler der Universität in der Ersten Kammer haben, also insgesamt vier Vertreter. Die Wahlpflicht verwerfe er, doch werde er sie nicht zu einer Kabinetts frage seinerseits machen. Beamte der politischen Verwaltung dürften in ihrem Dienstkreise wenigstens nicht wählbar fein. Die Agitation sei durchaus notwendig, denn sie sei wie der <5türm vor dem Gewitter und reinige die politische Luft. Man solle sich der Kunst der Entsagung befleißigen und sich in der Hauptsache einigen, bamit etwas zu stände komme. Abg. Backes (ul.) will der Vorlage zustimmen, wenn die bedingte Wahlpflicht eingeführt werde. Diese sei eine gute politische Schule und eine Vorstufe zum allgemeinen Wahlrecht. Abg. Bä h r (fr. w. V.) ist mit den Ausführungen des Abg. Wolf einverstanden, mit Ausnahme der Vermehrung der städtischen Aogeordneten. Wahlbeeinflussungen durch Kreisräte, wie dies vor neun Jahren in Büdingen bezüglich seiner Partei vorgekoulmen sei, müsse man zu verhindern suchen. Nachdem Ministerialsekrelär Weber nochmals die Zahlen der Regierung verteidigt hat, wird die Sitzung vev tagt auf Donnerstag 9 Uhr. Schluß 1 Uhr. Im Priuszischeu Abx^vLduetenhanje wurde am Mittwoch die zweite Lesung des Gesetzentwurfs betreff mb Vorausleistungen zum Wegebau beraten. Die Vorlage wurde angenommen, ebenso die von der Kommission vorgeschlagene Resolution, worin die Regierung ersucht wird, die Behörden anzuweisen, den Kom- munen auf Erfordern die nötigen Auskünfte ^u erteilen, deren sie zur (Ämittelung der Beiträge nach diesem Gesetz bedürfen. Es folgte der Bericht der 11. Kommission über den Antrag von Bockelberg (kons.) betreffend Annahme eines Gesetzes zur Förderung de r inneren Kolonisation. Tie Kommission schlägt eine Resolution vor, wonach die Regierung ersucht wird, in der nächsten Tagung einen Gesetzentwurf vorzulcgen, wodurch der Staat die Ansiedelung mittlerer und kleinerer Landwirte selbst unternimmt. Tie Resolution wurde angenommen. Tie 19. Kommission, welche den Antrag Douglas betreffend die Bekämpfung des übermäßigen Alkohol-Genusses vorberaten hat, empfiehlt die Annahme einer längeren Resolution, welche 12 verschiedene Punkte über Vorschriften bei Verabreichung von Branntwein enthält. Sämtliche Punkte gelangten zur An n a h m e. Alsdann erledigte das Haus noch Petitionen und genehmigte schließlich den Gesetzentwurf betreffend die Vorausleistungen zum Wegebau in dritter Lesung und in der Gesamt-Abstimmung. Minister Frhr. von Hammerstein stellte Polizei- Verordnun gen gegen die Trunksucht in Aussicht: Zur Katastrophe auf Martinique. Der amtliche Bericht des Oberarztes der Kolonien, der nach der Insel Martinique geschickt worden war, um die geeignetsten Mittel zur Beseitigung der Leichen von Saint- Pierre zu studieren, liegt jetzt vor. Dr. Lidin konstatierte, daß die Zahl der Leichen, die beseitigt werden mußten, um die Gefahr einer Seuche, von der mein anfangs sprach, zu verhüten, gering war im Vergleich zu der Menge der Verunglückten. Die meisten Leute, schrieb er (am 13. Mai), die von dem vulkanischen Ausbruche betroffen wurden, liegen unter den cingestürzten Decken und Dachstühlen der Häuser. Da ist nichts zu machen und die Leichen sind durch eine genügende Trümmerschicht gedeckt. Die Straßen sind größtenteils durch die eingefallenen Mauern und die Trümmer der Häuser versperrt. Viele Leichen sind unter der Asche begraben. An das Wegräumen des Schuttes ist nicht zu denken. Diese Operation wäre durchaus unnütz und würde einen beträchtlichen Aufwand von Arbeit erheischen. Sie wäre kostspielig und obendrein gefährlich, einerseits wegen des möglichen Einsturzes von Mauern und andererseits, weil ein neuer Ausbruch des Vulkans die Arbeiter überraschen könnte. Die freiliegenden Leichen findet man in der Umgebung der Bank, des Hospitals, in den Straßen de la Mairie, de Versailles und de Longchamp; manche von ihnen sind halb verschüttet. Ihre Wegschaffung bis nach der Küste, wo sie begraben oder eingeäschert werden sollen, ist wegen der versperrten Straßen und der vorgeschrittenen Verwesung mit großen Schwierigkeiten verbunden. Das Richtigste wäre, man würde diese menschlichen Ueberreste mit Asche des Vulkans und Steingebröckel decken und darüber von dem Blech legen, das massenhaft vorhanden ist. Auf gewissen Punkten, im Hospital z. B., würde es genügen, die Körper mit der heißen Asche zu überschütten, die in dichten Schichten vorliegt. So würde die gänzliche Verwesung rasch erreicht. Wenn man aber auch die Dinge so ließe, wie sie sind imd die Verwesung an freier Luft erfolgte, so wäre, meines Erachtens, die Gefahr für die Kolonie nicht groß. Fast die ganze Stadt war am Fuße eines hohen Hügels, der sie einschloß, gebaut, auf der offenen Seite hatte sie das Meer. Die herrschenden Winde wehen nach der See hin. Die Umgebung wird in einem weiten Uinkreife auf lange Zeit unbewohnbar sein. Die freiliegenden Leichen sind in verhältnis- inäßig geringer Anzahl vorhanden. Ich bin daher der Ansicht: 1. daß es unnütz ist, die unter der Asche und den Trünimern liegenden Leichen aufzusuchen; 2. daß die Isolierung der Gegend von Saint-Pierre für den Gesundheitszustand auf der Insel keine Gefahr bietet; 3. daß jede längere Arbeit, die von einem zahlreichen Personal verrichtet werden müßte, gefährlich sein könnte wegen der Möglichkeit neuer Ausbrüche und wegen der hohen Temperatur; 4. daß cs nicht zulässig ist, das Leben von Soldaten um untergeordneter oder Privatinteresfen willen aufs Spiel zu setzen; 5. daß man allerhöchstens die freiliegenden Leichen durch schleunige Arbeit mit Asche bedecken sollte. Wie man weiß, wurde dieser Rat, bei dem es dem Militärärzte darauf ankam, die Mannschaften zu schonen, denen die Arbeit im ersten Augenblicke zugedacht wurde, nicht befolgt. Man verbrennt die Leichen, wo inan sie ftndet, mittelst einer dünnen Holzschicht, die mit Petroleum übergossen ist; die Arbeiter, die sich dazu bereit finden lassen, werden gegen die Leichenausdünstungen durch eine mit Phenolsäure getränkte Maske geschützt. Die Nachricht, daß am 7. Juni ein Ausbruch des Mont Pelöe Fort de France bedrohte, wo von 10 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags Finsternis herrschte, weckt neue Besorgnisse um die ganze Insel, deren Untergang schon von Gelehrten und einer alten Sage angekündigt wird.__________ 17. Aeutsch-tzvangeUscher Kirchengesangvcreürstag o. Hamm i. Wests., 9. Juni. Ter Evangelische Kirchengesangverein für Deutschland, der jetzt 21 Landes- und Provinzialvereinc mit 1822 zugehörigen Ortsvereinen (darunter 407 Schülerchören), 52 838 aktiven und 8131 inaktiven Mitgliedern umfaßt, hat seinen 17. Kirchengesangvereinstag in diesem Jahre hierher einberufen. Von einem rührigen Festkomitee, an dessen Spitze Superintendent Wilhelm Nelle mit unermüdlichen Eifer thätig war, liebevoll vorbereitet, und von der begeisterten Teilnahme der gesamten Bürgerschaft des im reichsten Fahnenschmuck prangenden Ortes getragen, hatte das Fest auch, auf die Festgäste von auswärts eine starke Anziehungskraft ausgeubt, sodaß Oberkonjislorialrat Tr. theol. Flöring (Darmstadt), der in Verhinderung des Vereinsvorsitzenden, Geh. Kirchenrats Dr. theol. Köstlin (Darmstadts dem Feste präsidierte, am Sonntagmorgen eine ungewöhnlich zahlreich besuchte Sitzung des Zentralausschusses und Provinzialvereins in dem mit Fahnen und Tannen- grün und den Büsten ä>es Kaisers, Luthers und Bachs festlich geschmückten großen Saale des Lutherhauses eröffnen konnte. Ter von dem Vereinsvorsitzenden, ObcrLonsistorialrat Tr. theol. Flöring zum Vortrag gebrachte Bericht an den Zentral-Ausschuß gedenkt zunächst in ehrenden Worten der mannigfachen Verdienste des früheren Vorsitzenden, nunmehrigen Ehrenpräsidenten Wirkt. Geheimrats Tr. theol. Hallwachs (Darmstadt). Der liebste Dank, den ihm die Vereine darbringen könnten, werde ihm das Festhalten an dem deutschen Gesamt-Verein sein, die eifrige Pflege der durch diesen geschaffenen Verbindung der einzelnen Landesvereine und Provinzial-Vereine zu einem lebensvollen, einheitlichen Organismus. Tiefe Zusammenfassung bedeute keineswegs blos einen dekorativen Abschluß der Vereiusorganisation, sondern diene sehr praktischen Zwecken: der Gesamtverein vermittle nicht bloß den regen, gegenseitigen Austausch der Meinungen und Bestrebungen aus dem Gebiete der deutschen evangelischen Kirchenmusik, sondern er gewähre eben als Organ der Gesamtheit den Einzelvereinen einen moralischen Rückhalt und den von ihnen vertretenen Wünschen ein moralisches Gewicht, wie dies dem einzelnen Landes- und Provinzial-Verein nicht in diesem Maße möglich sei. Der Bericht erinnert in dieser Hinsicht an das erfolgreiche Eingreifen des Vereins in die Gestaltung des „Melodienbuches zum evangelischen Militär-Gesang- und Gebetbuch". Aus den Verhandlungen, die sich hieran knüpften, sei das sogen. „Festbüchlein" und„Schul- büchlein" hervorgegangen, das den evangelischen Gemeinden Deutschlands einen Grundstock von 30 bezw. 33 Melodien in einer Form darbiete, die es ermögliche, daß sie bei Zusammenkünften der Evangelischen aller deutschen Kirchengebiete wenigstens ohne erhebliche Störung durch disharmonisches Auseinandergeheu gesungen werden können. Ausdrücklich wird betont, daß es sich nicht um Uniformierung des evangelischen Kirchengesanges handle, sondern nur darum, einen „eisernen Bestand von Melodien" zu sichern, deren Form so weit vereinbart ist, daß sie trotz der lokalen Varianten wenigstens harmonisch zusammengehen. Soll die Vereinbarung nicht akademisch bleiben, so müßten nun die Landes- und Provinzial-Vereine das ihrige thun und mit der Durchführung des in Straßburg 1899 gefaßten Beschlusses, der in Cassel 1901 wiederholt wurde, ernst machen. Ter Bericht geht sodann zu dem „Korrespondenzblatt", dem Organ des Vereins, über. In ihm stellt sich das sichtbare Band dar, welches alle Vereine umschließt. Ter Vorsitzende beantragt: Die Landesvereine sollten das Blatt mindestens sämtlichen Chorleitern (zur Zeit 1822), eventuell sämtlichen passiven Mitgliedern (zur Zeit 8131) von Vereins wegen unentgeltlich, d. h. auf Kosten der Vereinskasse zustellen. Einzelne Landesvereine, wie der hHsischie und pfälzische, thun dies schon lange, wahrlich nicht zu ihrem Schaden. Ueber die Thätigkeit der einzelnen Vereine wird Rühmliches berichtet. Zum Schluß teilt der Vorsitzende mit, daß W Periode, für welche er sich als in den Vorstand gewählt betrachte, mit dem 1. September zu Ende gehe, und bittet, den Vorsitz zu diesem Termine in die Hände eines der drei Vorstanosmitglieder, die voriges Jahr zu Cassel gewählt worden, niederlegen zu dürfen, da ihm seine Gesundheitsverhältnisse die Führung der Vorstandsgeschäfte nur in beschränktemm Maße gestatten. An die Erstattung des Jahresberichts schloß sich eine ausgedehnte Diskussion und die Beratung der gestellten Anträge. Ter erste, vom Vorstande gestellte Antrag: „Der Zentral-Ausschuß wolle in Betreff des „Festbüchleins" den in Straßburg i. E. in der Sitzung vom 8. ^uli 1899 gefaßten Beschluß, der in der Sitzung vom 30. Juni 1901 zu Cassel wiederholt worden, abermals wiederholen und einschärsen" sand nach einigen empfehlenden Worten des Prof. D. Sm end (Straßburg) debattelose Annahme. Der zweite, das nun im 16. Jahrgang stehende „Korrespondenzblatt" des Vereins betr., rief eine lauge Erörterung hervor. — Schließlich sanden die folgenden beiden Resolutivnen einstimmige Annahme: 1. In Betreff des „Korrespondenz-Blattes": Ter Zentralausfchuß wolle beschließen, die Vorstände derjenigen Landes- und Provinzialvereine, bei welchen es noch nicht geschieht, zu ersuchen, daß sie im Interesse der Herstellung uni) Erhaltung engerer Verbindung und engeren Austausches der deutschen evangelischen Kirchen- chvre untereinander das „Korrespondenzblatt" den Leitern der zu ihnen gehörenden Kirchengesangvereine undSchüler- chöre von Vereins wegen unentgeltlich zustellen möchten. Tie gesamten Vereine werden ersucht, thunlichst unter ihren aktiven und inaktiven Mitgliedern das „Korrespondenzblatt" zu verbreiten. 2. Ter Evangelische Kirchengesangverein für Deutschland legt den Landes- und Provinzialvereinen ans Herz, die kirchlichen Behörden oder die Synoden ihres Landes oder ihrer Provinz zu bitten, ihnen einen jährlichen B e i t r a g zu ihrer Arbeit für Hebung des Kirchengesanges zu bewilligen." Tie nun folgende Nenw ahl des Vorstandes im Zentralausschusse ergab die einstimmige Wiederwahl der Herren Geh. Kirchenrat Prof. Tr. theol. Köstlin (Darmstadt), Ober-Konsistorialrat Tr .theol. Flöring (Darmstadt), Superintendent Nelle (Hamm) und Professor Tr. theol. Smend (Straßburg) für die Jahre 1901—04. Ter 18. Kirchengesangvereinstag, der voraussichtlich im Jahre 1904 abgehakten werden wird, lud in herzlicher Weise Herrn Pastor Richter für die Provinz- Sachsen und die thüringischen Lande ein; Der Festort selb'st blieb noch unbestimnit. Als Verhaiidkungsgegeustand wird dafür das Thema: „Tie Pflege des Kirchengesanges und der musiea saera auf den 'höheren Schulen" in Aussicht genommen. Tie von dem Vorsitzenden hierauf vorgetragene Verwalt u n g s r e chn u n g weift in Einnahme 595 Mk., in Ausgabe 350 Mk. aus, sodaß ein Kassenvorrat von 244 Mk. verbleibt. Der Vermögensstand des Vereins beträgt 1620 Mark. Eine Erhöhung des Jahresbeitrages von 15 Mk. auf 20 Mk. wird einstimmig angenommen. Auch über diesen Kirchengesangstag wird eine „Tenkschrift" herausizugeben beschlossen und ,nachdem nc.ch darauf hingewiesen worden war, daß die von dem Verein zuletzt aus dem Straßburger Tage im Jahre 1899 angeregte Erhöhung der Kantoren- und Organisten-Gehälter in verschieocnen Ländern bereits gute Früchte gezeitigt, die angeregte Sitzung des Zentralausschusses nach zweistündiger Tauer geschlossen. Am Sonntagabend sand ein Festgottesdienst statt, der „ein einziges, einheitliches Lied von der Kirche" war. Welche Macht der kirchliche Gedanke hier besitzt, trat überwältigend hervor. Tie Wechselgesänge zwischen dem Kirchenchore und Der Gemeinde waren von tiefer Wirkung; der treffliche Kirchenchor fang beseelter denn je. Tie Fest- Predigi hatte Pfarrer prim. Josephson aus Bremen übernommen, und zwar legte er feiner Festpredigt zu Grunde den 118. Psalm, 14.—18. Vers: Der Herr ist meine Macht, mein Psalm und mein Heil. An Den Festgottesdienst schloß sich eine Begrüßungsrede im festlich geschmückten ^a-al des Bürgerschiitzenhoses. Superintendent Nelle sprach die Begrüßung. Er schloß mit einem Hoch auf den Grasen von der Mark, Den Herzog von Westfalen, den König von Preußen, den Kaiser von? Deutschland. Nach dem Gesänge des Kaiserliebes von JuliuS Sturm und nachdem der Kirchenchor sich hatte hören lassen^ trat Generalsuperintendent Tr .theol. N ebe an das Rednerpult, der die Teilnehmer an dem 17. Teutschssn Evangelischen Kirchengesangvereinstag im Namen des Konsistoriums auf dem Boden der roten Erde herzlich begrüßte. Er verbreitete sich sodann über die Notwendigkeit des Kirchen- gesanges, denn der Gottesdienst dürfe kein Vivnolog an die Gemeinde fein, sondern er müsse sich äußern im Leben in der Gemeinde. Im Namen des Vorstandes des Deutschen Evangelischen Kirchengesangvereins und des Hessischen Kirchengesang-- vereins sprach Oberkonsistorialrat Dr. theol. Flöring aus Darmstadt. Bisher habe man in Hamm nur einen einzigen Mann gekannt: Superintendent Nelle, dessen Name allerdings weithin den besten Klang habe. Jetzt kenne man Hamm uni) er sage, die kühnsten Erwartungen seien über- trossen; eine Begeisterung töne entgegen, wie selten wo. Man habe das Gefühl, daß hier etwas gefunden sei, was über den Streit des Tages erhaben sei: Der Kirchengesang, die Musik. Gern wäre man aus allen Teilen TeutsckMnds nach Hamm gekommen, weil man wisse, wie tief.dort die Sache Wurzeln geschlagen. Vor 20 Jahren wäre Der Verein entstanden und manche Tagung hätte ffattgehabt, aber der Tag von Hamm würde im Gedächtnis hasten bleiben. — General-Superintendent Tr. theol. Werner aus Cassek schilderte Die Einwirkungen des kirchlichen Westsalens auf Das benachbarte Hessen-Cassel. Professor D Jul. Smend aus Straßburg sprach über das neue und alte Straßburg. Tas erstere mit jeinen neuen herrlichen Anlagen und kaiserlichen Palästen sei schön, das letztere dagegen, wenn mauern seines Auge habe und die alten Erker und Straßen sprechen lassen könne, wunderschön. Das alte Straßburg sei einst ganz evangelisch gewesen, bis es sich französierte. Erst die neue Zeit habe einen Wandel gebracht; jetzt besitze Straßburg 10 evangelische Pfarrkirchen und eine Garnisonkirche. Ähade, daß durch verschiedene unrichtige Regier- ungsmaßnahmen und dadurch daß manchmal zu den höchsten Beamtenstellen Aiänner berufen wurden, die weder christlich noch sittlich waren, die Fortschritte des Deutschtums gehemmt würden. Von der Aushebung des Diktaturparagraphen solle man sich nicht zu viel versprechen. Der kleine Mann kannte ihn gar nicht, und er erwarte nun, daß das Kleben für die Alters- und Jnvalidenve^icherung aushvren würde u. a. m. Zum Schluß äußerte Redner — ein Westsale — die Hofsnung,!daß, wenn Straßburg eine katholische theologische Fakultät erhalten sollte, M ü n ft e r eine evangelische bekommen werde . Ans Sladl und Knud. Gießen, 12. Juni 1902. g. Vortrag. Wie schon mitgeteilt (siehe auch den Inseratenteil) wird am Freitag den 13. d. M., abends 81/, Uhr, unter Empfehlung der hiesigen eoangelischen Geistlichen der Waldens erpastör H. Th. Gay aus Mailand im großen Saal von Steins Garten einen Vortrag halten über: „Die Waldenser in Vergangenheit und Gegenwart." Der Eintritt ist frei. Unterstützt soll der Vortrag werden durch eine große Anzahl farbenprächtiger Lichtbilder aus Oberitalien, den piemontesifchen Thälern. Es interessiert wohl, etwas Näheres über die Waldenserbewegung zu erfahren. Es sind die Protestanten Italiens, überhaupt die ersten Protestanten; denn sie verkündigten Die evangelischen Glaubenssätze schon 400 Jahre vor Luther, angeregt durch Petrus Waldus, einem Kaufmann von Lyon, der feine Güter den Armen gab, die Bibel in der Landessprache verteilte zum Zweck religiöser Aufklärung gegen die Irrlehren mittelalterlicher Tradition. Natürlich wurde er, wie seine Gemeinde schwer verfolgt. Den päpstlichen Kreuzzügen und Inquisitionen fielen viele Märtyrer zum Opfer. Aber die Gemeinde rettete heldenmütig den Kern ihrer Existenz in den Waldenserthälern von Piemont, und von dort aus hat sie heute eine evangelische Propaganda über ganz Italien verbreitet (heutiger Stand: 49 ordinierte Pastoren, 9 Evangelisten, 6180 Gemeindeglieder, ea. 9000 regelmäßige Zuhörer, ca. 80000 gelegentliche Zuhörer, ca. 4500 Sonntagsschüler, ca. 50 Kirchen und Betsäle). Die Bewegung blüht besonders auf feit dem Toleranzedikt König Carlo Alberto 1848 und unter der Gunst Königs Humbert und Viktor Emanuel UL, sowie auch unter der Gönnerschaft auswärtiger Fürsten z. B. des Großen Kurfürsten, Friedrich Wilhelm III. und Kaiser Wilhelm II., der Die Waldenser auch mit zur Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem einlud. Dort vertrat sie Pastor Gay, der Vater des Vortragenden. Wenn auch nicht unmittelbar veranstaltet von dem Ev. Bund, der bekanntlich am nächsten Sonntag und Montag hier in unserer Stadt seine Hess. Hauptversammlung abhält, ist doch die ganze Bewegung mit den Interessen des Ev. Bundes nahe verwandt. Wenn wir in erster Linie wünschen, daß sich die Evangelischen unserer Stadt, sehr zahlreich an der Festfeier des Ev. Bundes (Sonntag den 15. d. M., 3 Uhr: Gottesdienst in der Stadtkirche, 8^/2 Uhr: Festversammlung in Steins Garten) beteiligen möchten, so hoffen wir doch, daß auch dem Waldenser-Vortrag am Freitagabend ein reges Interesse entgegengebracht wird. ** Aus d e r Z w e i t c n Kammer. Bei Der Kammerverhandlung über die Regierungsvorlage betr. Den Staatsvertrag zwischen Hessen, Preußen und Baden über die Vereinfachung der Verwaltung Der Main-Neckar- Bahn stimmten f ü r den Antrag Die Abgg. Backes, Breu- mer, Mehl, Erk, Euler, Guntrum, Gutfleisch, Häusel, Heidenreich, Jockel, Koch, Köhler-DarmstaDt, Korett, Lang, Leun, Möllinger, Morneweg, Noack, Graf Oriola, Pilthan, Ripper, Schill, Schönberger, Schönfeld, Scelinger, Weidner, Weith, Zinser, Brauer^ Reinhardt und Haas-Tarmstadt; dagegen stimmten die Abgg. Bähr, Berthold, Cramer, David, Fre- nay, Haas-Mainz, Horn, Joutz, Köhler-Langsdorf, Molthan, Ohl, Pennrich, Schlenger, Ulrich, Wolff und Schmidt. ** E i n Querulant. Ein Odenwälder, Lconyard Mei- finger, hat eine Beschwerdeschrist, 12 Bogen stark, an die 2. Kammer eingereicht wegen „ungesetzlicher Behandlung, Aktenänderung, Verweigerungen der Protokollierung von Aussagen beeidigter Zeugen; wie ungenügender Protokollierung von Aussagen derselben und sonstigen Vorkommnissen in einem Prozeß wegen Servitut und sonstigen ungesetzlichen Behandlungen in einem zweiten Prozeß rc." Tas Justizministerium äußert sich dazu in einem längeren Schreiben, aus dem namentlich folgendes hervorgeht: Schon während des Prozeßverfahrens machte Leonhard Meisingcr allerlei Versuche, dem Prozesse eine andere Wendung zu geben. So lehnte er den prozeßleitenden Richter des Amtsgerichts Höchst wegen Besorgnis der Befangenheit ab. Dieses Ablehnungs-- yesuch wurde ober von dem Landgericht als unbegründet zurückgewiesen. Im Mai 1898 richtete Leonhard Meisinger an das Ob crlandesgericht eine Beschwerde gegen denselben Amtsrichter wegen angeblich gesetzwid- drigenVerhaltens bei der Zeugenvernehmung. Die Beschwerde wurde von dem Präsidenten des Landgerichts emgeheird geprüft und darnach als unbegründet abgewiesen. Außerdem erhob Leonhard Meisinger bei der Staatsanwaltschaft in Darmstadt gegen eine größere Anzahl von Zeugen, die in jb'.cm Rechtsstreite seines Vaters für diesen ungünstige Angaben gemacht hatten, Anzeige wegen Verletzung der Eidespflicht. Alle diese Anzeigen, die zum Teil erhoben wurden, als der Prozeß noch anhängig war, wurden von der Staatsanwaltschaft sorgsam geprüft, mußten aber als grundlos zurückgewiesen werden. Meisinger beruhigte sich nicht bei den Entscheidungen der Staatsanwaltschaft, sondern führte dagegen Beschwerde an den Großh. Generalstaatsanwalt. Aber auch von dieser Stelle wurden nach Prüfung der Akten die Anzeigen für unbegründet erachtet. Wiederholt hat sich Leouh. Meisinger beschwerdeführend auch an das Justizministerium gewendet. Dasselbe konnte jedoch nach genauester Prüfung der Beschwerden zu keinem anderen Ergebnisse wie die vorderen Instanzen gelangen. Von einer absichtlichen Unterdrückung voll Zeugenangaben kann keine Rede sein. Da aber die Zeugenprotokolle mit großer Sorgfalt und sehr eingehend abgefaßt sind, so ist auch die Annahme ausgeschlossen, daß versehentlich ein wesentlicher Punkt bei der Protokollierung übergangen worden sein könne. Der dritte Ausschuß beantragt, der Beschwerde keine Folge zu geben. *♦ Eine ergötzliche Szene kam jüngst auf dem Fuldaer Bahnsteig unseres Bahnhofes vor. Kam da vom Stationsgebäude her in großer Eile eine junge Dame auf den Bahnsteig gelaufen. Einen Augenblick stand sie unschlüssig still; dann wandte sie sich an den dienstthuenden Assistenten, der vor der eingehängten Kette stand, durch die das Ueberschreiten der Geleise verhindert werden soll, mit der Frage: „Wo muß ich nach Köln einstcigen?" Ter durch Dienstgeschäfte stark in Anspruch genommene Beamte antwortete, auf den Tunneleingang zeigend, „unten durch". Gehorsam bückte sich die junge Dame und kroch unter der ziemlich niedrigen Kette durch, worauf sie sich wieder aufrichtete und den Assistenten fragend ansah, seine weiteren Weisungen erwartend. Daß die kleine Szene bei den Umstehenden nicht geringe Heiterkeit hervorrief, ist selbstverständlich. ** Fleischofferte für unsere Garnison. In unserer gestrigen unter dieser Stichmarke veröffentlichten Notiz hat sich ein Druckfehler eingeschlichen, der berichtigt werden muß. Tie Metzger verlangten bei der Submission für Rindfleisch nicht 1,10, sondern 1,18 Mark. ** T i e hessische Handwerkskammer hat Mr ihre demnächst stattsindende Plenarversammlung für das nächstfolgende Rechnungsjahr einen Voranschlag zur Beratung aufgestellt, welcher mit 23 320 Mk. in Einnahmen und Ausgaben abschließt. Tie Einnahmen aus der Staatskasse belaufen sich aus insgesamt 9100 Mk., und jene aus den Kreiskassen auf 11 200 Mk. An Prüfungsgebühren von den Meisterprüfungen wurden 2500 Mk. in den Voranschlag eingestellt. Man nimmt also an, daß sich mindestens 100 Handwerker und Gewerbtreibende der nächsten Meisterprüfung unterziehen würden. Als Beiträge zu den Kosten der Gesellenprüfungsausschüsse sind 775 Mk. vorgesehen. Dem Beamtenpensionsfonds sollen 2000 Mk. überwiesen werden. w. Wißmar, 9. Juni. Die Gemeinden Wißmar und Krofdorf haben je einen Bullen zu der landw. Wcmder-Aus- stellung nach Mannheim geschickt. Von Vogelsberger Vieh waren nur 20 Tiere ausgestellt, die den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf angehörten. Von den Tieren aus dem Kreise Wetzlar erhielt nur der von Wißmar ausgestellte Bulle in seiner Klasse den 1. Preis, während die Aussteller aus dem Hinterlandkreis mehrere Preise erzielten. 4- Krofdorf, 9. Juni. Gegenwärtig werden in den einzelnen Gemeinden der vereinigten Bürgermeisterei die Steuerzettel ausgetragen. Da die Kommunalkasse hier feit einer Reihe von Jahren auch die Staatssteuern erhebt, so werden sämtliche Steuersätze den Steuerpflichtigen auf einem Steuerzettel zugestellt. Diese hat infolgedessen eine ziemlich große Gestalt angenommen, deren Anblick allein schon Schrecken einjagen kann. Den Steuerpflichtigen, die Einkommensteuer zu zahlen haben, wurde diesmal zum erstenmal der Steuerzettel verschlossen zugestellt. i. Laubach, 10. Juni. Das auf uralter Sitte beruhende Ausschuß fest fand vom 8. bis 10. d. Mts. »tatt. Am Montagvormittag bewegte sich ein Festzug, an dem sich alle Schützen beteiligten, in üblicher Weise durch die Stadt, vorangeführt wurde von Knaben der prächtig geschmückte Hammel, der erste Preis für den besten Schuß, gestiftet von Sr. Erlaucht Graf Otto Solms, auch die übrigen Preise, darunter ein von der Gräfln gestiftetes Kleid, wurden getragen. Als der Zug unter den munteren Weisen einer Kapelle im Schloßhofe angelangt war, brachte Schützenhaiiptmann Löber ein Hoch auf das Grafenhaus aus und lud die hohen Herrschaften zum Feste ein. Sehr beinerl'enswert war die Antwort, die Graf Otto mit frischer, weithin schallender Stimme gab. Er sagte, dies Fest halte vielleicht ein Fremder, der die Verhältnisse nicht kenne, für die Laubacher Kirchweih, dies sei aber ganz anders, es sei ein lokal-patriotisches Fest; wolle man Vaterlandsliebe im Volke erhalten, so sei vor allem die Liebe zur engeren Heimat zu pflegen, und gerade dies Fest bekunde die Anhänglichkeit des Laubachers an seine Vaterstadt und seine viele Jahrhunderte alte Verbindung mit dem gräflichen Hause, deshalb ziehe auch der Zug zum Schlosse und stiftete Graf und Gräfin die ersten Preise. Ein Fremder nur könne meinen, das Schloß sei nur das erste Haus und der Graf der reichste. Aber wer die Verhältnisse und die Geschichte der Stadt kenne, wisse, daß Stadt und Grafenhaus durch eine Jahrhunderte alte Geschichte zusammengehörten. Sein Hoch galt der Stadt Laubach. Auf dem Festplatz entwickelte sich am Ausschußuwntag ein reges Treiben, ein rechtes Volksfest, bei dem alle Stände, von der gräflichen Familie an bis herab zu den einfachsten Leuten, sich beteiligten. Den ersten Preis gewann Kaufmann Justus. Wie üblich wurde auf ihn vor feinem Hause ein Hoch ' gebracht, während der Hammel, von kräftigen Händen gehalten, alter Sitte gemäß aus dem höchsten Fenster des Hauses schauen mußte. Von den Jugendspielen am Dienstag erwähnen wir das großx Freude und Wetteifer erregende Spiel des Hahnenschlages. Auch diesmal zeigte es sich, wie tief eingewurzelt hier dies Fest ist. Solche Volkssitten sind zu pflegen. p. a. N i d d a, 10. Juni. Tas Fest des 25jährigen I u b i- Universttüts Uiny r i ch ten. Halle a. 2., 10. Juni. Wie das hiesige „Volksblatt" meldet, wurde die B i b l i o t h e k der hiesigen r u s s i s ch e n S t u d i e r e n- d e n polizeilich beschlagnahmt. Lemberg, 10. Juni. Infolge Intervention des Reichsratsabg. Glombinski wurde der Streik der S l u d i e r e n d e n an der technischen Hochschule b e i g e l e g t. ZandWütschast. läums unserer freiw. Feuerwehr, verbunden mit dem 5. Kreisfeuerwehrtag des Kreises Büdingen, steht nun nahe bevor, und die umfangreicheil Vorbereitungen gehen ihrem Ende entgegen. Das Fest findet am 14., 15. und 16. Juni statt. Aus dem reichhaltigen Programm heben wir die für jedermann interessanten Uebamgen der Niddaer und verschiedener benachbarten Wehren, den Festzug, zu dem gerade die Mittagszüge rechtzeitig einlaufen, das Volksfest auf der 25 000 Quadratmeter großen Festwiese (Musik: 30 Mann starke Kapelle der Schule fiir Militärmusik in Königstein) hervor. Der Zutritt zu dem Festplatz ist sür jedermann vollständig frei. Friedberg, 11. Juni. Tie Zahl der die hiesige Gewerbe-Akademie besuchenden Techniker ist in der letzten Zeit so gestiegen, daß die bisher in Gebrauch befindlichen Räumlichkeiten des alten Augustinerklosters bei weitem nicht mehr ausreichen. Tie Stadtverordneten haben daher beschlossen, als Notbehelf bis zur Fertigstellung des projektierten großen neuen Akademie-Gebäudes auf dem Schulhofe einige Baracken als Zeichensäle zu errichten und entsprechende Beträge Mr Herstellung und Einrichtung bewilligt. Mainz, 10. Juni. Die tödliche Verletzung, die, wie ivir berichteten, der Hausbursche Keller dem Lauerer Rech in der Sonntagnacht mit einem Messer beigebracht hat, zeugt von einem gewaltigen Stoß, mit welchem die Waffe in das Herz eingedrungen ist. Tie Wunde ist etwa 16 Zentimeter lang und klafft über 5 Zentimeter auseinander. Nach neueren Ermittelungen hat es Keller von seinen eigenen Kindern erfahren, daß sich seine Frau mit Rech in dem Schöfferhof befände. Ms denn Keller das Zimmer betrat, wurde er zunächst von seiner Frau gesehen; diese verließ dann eilig das Zimmer und begab sich in den Hof, wohin ihr Rech nach folgte. Keller begab sich nun zurück in den Hof, wo die ersten Schimpfwörter und Drohungen fielen. Von dem Hofe aus begab sich die Gesellschaft in die kleine Schösferstraße, wo sich alsdann das Drama abspielte. Marburg, 9. Juni. Meinungsverschiedenheiten über den projektierten Umbau unseres a l t h i st o r i s che n Rathauses zwischen dem Oberbürgermeister und dem Vizebürgermeister Siebert traten in der letzten Stadtver- ordnetensitzung hervor. Jeder hatte ein besonderes Projekt in Vorschlag gebracht. Der Oberbürgermeister will den versteckt liegenden westlichen Seitanvorbau des Rathauses niederreißen und an dieser Stelle einen Erweiterungsbau aussühren, sowie zwei Häuser an der westlichen Seite des Marktplatzes niederreißen und auf diese Weise Raum schaffen, damit die Front des erweiterten Rathauses rechst imposaust in die Erscheinung tritt. Bizebürgermeister Siebert will dagegen nur das Innere des Rathauses einem Umbau unterwerfen. Es ist zu erwarten, daß das Projekt des Oberbürgermeisters stärkerem Widerstand begegnet, da durch seine Verwirklichfung der mittelalterliche Eindruck des Marktplatzes verändert würde. Balduinstein, 11. Juni. Pünktlich 5 Uhr gestern Nachmittag tarn der Hofsonderzug mit der Königin Wilhelmine von Holland in Begleitung der Königm Mutter hier an. Zum Empfang der Königin war bereits am Vormittag der Fürst von Waldeck eingetroffen. Er begrüßte zunächst die Königin-Mutter und alsdann die Königin Wllhelmine, indem er beide herzlich küßte und der Königin einen Blumenstrauß überreichte. Die Königin Wilhelmine wurde aus einen Trag st uhlgehoben, richtete sich aber rasch aus und ging am Arme des Fürsten von Waldeck durch den Bal)nhos. Im offenen vierspännigen Galawagen erfolgte die Fahrt zum Schloß Schaumburg, wohin der Fürst von Waldeck mit der Begleitung bereits vorausgefahren war. Die Königin sah sehr gut aus, grüßte liebenswürdig nach allen Seiten und war sichtlich darüber erfreut, daß eine Anzahl Holländer sie hochleben ließen. Schloß Schaumburg ist festlich geschmückt. Der Prinzgemahl begleitete den Ho,zug bis Koblenz und begab sich von da nach Oesterreich zur Jagd. Er soll erst in den letzten 14 Tagen des Aufenthaltes -der Königin Wilhelmine hier erwartet werden. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 12. Juni. Zu dem 50jährigen I u b i l äum des G er m a u i f d) e n Museums in Nürnberg wird Professor Erich Schmidt die Glückwünsche der Akademie der Wissenschaften nnb des Berliner Museums überbringen. Leipzig, 9. Juni. Im Prozeß Geyger-Klinger hat auf Anordnung Klingers Justizrat Dr. Broda dem Vertreter Geygers heute nachmittag neue V e r g l e i ch sVorschläge unterbreitet. Badenweiler, 11. Juni. Der Dialer Eckmann, Professor am Berliner Kunstgewerbemuseum, ist beute vormittag gestorb en. Ueber Lilingers Beethoven-Denkmal schreibt der Frankfurter Komponist Beruh. Scholz u. A. folgendes: Ich maße mir kein Urteil über den Aufbau und andere künstlerische Qualitäten des Monumentes an. Meine Frage geht einfach dahin: Entspricht Klingers Beethoven dem Bilde, welches dessen Werke in mir her- vorgerusen haben? Verkörpert es mir den Mann im Geiste und im Charakter feiner Schöpfungen? Und da muß ich antivorten: Nein! Tas ist nicht der Beethoven, der mit seinem Gott gerungen, bis er ihn segnete und ihm den Frieden gab, das ist nicht der Mann, der sich durch tiefstes Leid zur Verklärung durchgerungen hat, der uns im Adagio der neunten Symphonie und im Bene- dictus der großen Messe Klänge aus einer höheren Welt und überirdischen Trost brachte, der im Finale der fünften den Jubel des Siegers, des Ueberivinders aller irdischen Pein, uni) im Schlußsatz der neunten den Hymnus an die Freude, das hohe Lied der Brüderlichkeit angestimmt hat! Nein, der Beethoven, wie ihnKlinger bildete, als einen mürrischen Mann, der mit geballten Fäusten dasitzt, wie einer, der jeden, welcher ihm unbequem würde, mederschlag en möchte — das ist nicht der Beethoven, wie er im Herzen seiner Jünger lebt! — Die in der AnajadHu-Moschee in Damaskus durch Professor v. Soden und Dr. Viola gefundenen sehr wertvollen Dokumente sind vom Sultan der deutschen Botschaft übergeben worden und gehen nach Deutschland werter. in der ganzen Baumwollzone. Insekten verursachten m Teilen von Texas, Louisiana und Georgia einigen Schaden. Kandel und Verkehr. Uolkswirlschafl. Hamburg, 11. Juni. Die „Hamb. Nachr." schreiben: Generaldirektor Ballin hat gelegentlich der Probefahrt des neuen Post- dampfers „Blücher" in der Tischrede eine abfällige Aeußerung über die Schifffahrt-Subsidien gethan, die in einigen Blättern so dargestellt wurde, als ob Ballin sich im Besonderen geaen die deutschen Schifffahrt-Subsidien gewandt habe, während thccksächlich von Schifffahrt-Subsidien im Allgemeinen die Rede war. Auf unsere Anfrage bestätigte uns Ballin, daß sich die Aeußerung gegen die von England her drohende Ueberspannung des Systems der SchifffahLts^Subsidien richte, und hat uns zu der Erklärung ermächtigt, daß die Aeußerung in erster Linie an die Adresse der „Times" gerichtet war, welche in letzter Zeit in ihrem Deutsch e n h a ss e soweit vorgeschritten sei, daß sie durch gröblich entstellende Mitteilungen über die Subsidien, welche die beiden großen deutschen Gesellschaften seitens der deutschen^Regierung genießen, in England eine Bewegung schürt, die auf die Bewilligung einer großen Subvention an die englischen Schifffahrtsgesellschaften binausläuft. Diese Angelegenheit ist seit einigen Wochen in England akut geworden und die Aufmerksamkeit auf die Lenkung der außerordentlichen Gefahr, welche damit das Schifffahrtsgewerbe bedroht, war die Ansicht jenerAeußerung. Die Hamburg-Amerika-Linie ist, wie übrigens hier noch einmal bemerkt sein möge, nur mit zwei Schiffen an der vom Deutschen Reiche bezahlten Postvergütung beteiligt. Es sind das die beiden Reichspostdampfer „Hamburg" und „Kiautschou", welche gemein- sanr mit den Schiffen des „Norddeutschen Lloyd" auf der Linie nach Ostasien verkehren. Es muß immer wieder betont werden, daß die deutsche Schifffahrt durch keinerlei Regierungsprämien hachgebracht wurde und gefördert wird. Sie konkurriert mit den anderen großen Schifffahrtsnationen durchaus aus der gleichen Basis der eigenen Kraft. England ist vollständig inr Jrrtmne, wenn es annimmt, durch die Subsidien- politik seine Position gegenüber Deutschland und Amerika verbessern zu können. Einer Prämreirpolckik Englands, die diesem Lande wirklich einen entschiedenen geschäftlichen Vorsprung geben kann, mußte seine hauptsächlichsten Konlürrenten einfach folgen. Tann wäre die englische Schifffahrt lediglich in ein ihr ungewohntes unsicheres Fahrwasser gedrängt, ohne Vorsprung zu gewinnen. Märkte. Simbutfl a. d. L., 11. Juni. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 14.75 Mk., Weißer Weizen 14.60 Mk., Korn 11.44 Alk., Gerste 9.30 Mk., Hafer 8.63 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Alk. Gerichts saal. Mainz, 9. Juni. Schwurgericht Der Sackträger Ph- Knopp aus Dittelsheim ist der Körperverletzung und des Todt- chlags, der Handarbeiter Hch Die tz aus Worms und der Erdarbeiter Moritz Berg aus Soest der Körperverletzung angeklagt. Sämtliche Angeklagte sind verheiratet, wohnen in Worms und sind häufig vorbestraft, Tietz nicht weniger als 36 mal. Die Angeklagten sind, besonders der Dietz und Berg, Raufbolde der gefährlichsten Art, die in Worms allgemein gefürchtet waren. Staatsanwalt Dr. Friedrich führte aus, daß nach der Krtminalstattstik sich die Verbrechen in Rheinhessen feit den letzten 10 Jahren ungeheuer vermehrt hätten. Besonders Worms stehe allen voran, die Körperverletzungen und Sittlichkeitsverbrechen seien an der Tagesordnung. Tas Gericht verurteilte den Knopp zu 10 Jahren 1 Monat Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust, den Dietz zu 8 Monate und den Berg zu 1 Jahre Gefängnis. Berlin, 10. Juni. Prozeß Sanden und Genossen. In Sachen der Herren Richter und Bollmann beschließt der Gerichtshof bei Beginn der heutigen Verhandlung, die Einwände der Verteidiger gegen die Sachverständigenqualltät der beiden Herren als unbegründet zu oerroerien. 9lach der Bekundung des Zeugen Javarrdt, der früher bei der Preußischen Hnpothekenaktienbank an- gestellt ivar, ist er im Jahre 1894 vom Kommerzienrat Sander damit betraut worden, statistische Unterlagen für eine neue Wertschätzung der beliehenen Grundstücke zu schaffen. Er erinnere sich, daß nach seinen Ermittelungen 1£ Millionen gefehlt hätten. Es sei ihm gesagt worden, daß diese Summe durch Eession von den anderen Instituten erworben würde. Eduard Sanden bestreitet das Fehlen von 14 Millionen Mark. Die Arbeiten des Zeugen Javandt sollten nur Versuchs- und Probearbeiten darstellen. Tie Verhandlung geht nun zu den Grundstücksspekulationen über, die Eduard Sanden und Puchmüller gemeinschaftlich gemacht haben. Eduard Sanden steht bei diesem Kapitel unter der Anklage der Untreue, Puchmüller der Beihilfe dazu. Eduard Sanden bestreitet, daß der Zweck der bei den Grundstücksspekulationen vorgekommenen Manipulationen der gewesen sei, die buchmäßige Feststellung zu unterdrücken, daß sie die Gelder ihrer eigenen Bank zu Privat- spekulationen in Anspruch nahmen. Richtig sei es, daß er uni) Puchmüller als Direktoren der Bank kein Konto bei derselben haben wollten. Von einer Verheimlichung des Sachverhalts habe keine Rede sein können. Die beiden Angeklagten werden weiter beschuldigt, daß sie die Terrainspekulationen lediglich zu ihrem eigenen Nutzen vorgenommen und sehr große Gewinne erzielt haben, während die Bank geschädigt worden sei. Eduard Sanden und Puchmüller bestreiten letzteres; ebenso werden verschiedene rechnerische Aufstellungen der Anklage und daran geknüpfte Schlußfolgerungen von den Angeklagten als unzutreffend bestritten und behauptet, daß sie auch bei verschiedenen Grundstücken sehr große Verlliste gehabt hätten. Der Staatsanwalt hebt hervor, daß diese Verluste gegenüber dem enormen Schaden der Bank minimal sei. Die Angeklagten bestreiten hierauf auch, daß sie bei dem Spekulationsgeschäft sich von eigensüchtigen Motiven hätten leiten lassen. Sachverständiger Geh. Äat Hecht spricht sich eingehend über eine Reihe dieser Spekulationsgeschäfte aus, die er für unzulässig und zum Teil für pflichtwidrig erachtet. Er weist auch darauf hin, daß die Grundschuldbank nach ihren Statuten in der Regel nicht Hypotheken zur zwecken Stelle erwerben dürfte. Der Vorsitzende erörtert noch das Verfahren der Angeklagen, indem er die Verhältnisse von Schöneberger Grundstücken im Einzelnen mit den Angeklagten durchgeht. — Morgen wird die Verhandlung fortgesetzt. Turin, 11. Juni. Das Gericht, verurteilte sechs Höchst ab ler, die das Jesuitenkolleg auf raffinierter Weise um 246,000 iüre beschwindelt haben, zu Gefängnisstrafen von 5 bis 17 Jahren. New-York, 10. Juni. Das höchste Gericht bestätigte Johann Mösts Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gleich dem Schreiber dieses wird dieser Tage mancher Gießener Geschäftsmann durch eine mit 10 Pfennigen belegte Mahnung zur Erneuerung des Gewerbepatentes bedacht worden sein. Ist der geringfügige Verlust auch zu verschmerzen, so bleibt er dennoch empsindlich und hätte vermieden werden können, wenn die betr. Steuerzettel unter der Rubrik deS 1. Fälligkeitstermines den Vermerk trügen: Gewerbepatent erneuern! Werden alle übrigen Steuern angefordert, warum diese Art Gewerbesteuer nicht? -o- — Auf der Mannheimer Versammlung des Bundes der Landwirte erzielte der L a n d es v o r s i tz e n d e für Hessen, Fritsch, demonstrative Zustimmung mit dem Ausspruch, der deutschen Regierung sollte die deutsche Landwirtschaft wichtiger sein als die amerikanische Freundschaft. Wenn es heißt: ,/Jliebcr mit den Brotwucherern!" so antworten wir: „Nieder mit den Bauernschindern!" New-Jork, 10. Juni. Nach dem Wochenbericht des Wetter- Bureaus ick Regen ganz allgemein von Nöten, am meisten FBAM JOSEF Bitterwasser ist das beste natürliche Abführmittel. §998 ------------ Erhältlich überall. ------------ Srüder Schmidt 83 Seltersweg 83, Eisenwaaren-Handlung, 83 Seltersweg 83. 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Oktober 1902 zum Nennwert gegen Einlieferung derselben nebst den noch nicht verfallenen ZinLscheinen und zu- gehörigen ZinSschein-Anweisungen, und zwar bei der evangelischen Kirchenkaffe (Herrn Rendant Döring) dahier oder bei den hiesigen Bankhäusern. Nom 1. Oktober d. I. an hört die Verzinsung der ausgelosten Schuldverschreibungen auf. Gießen, den 10. Juni 1902. 4370 Der Evangelische Gesammt-Kirchenvorstand. Dr. Naumann. -FL/ Würfelnd 5 Eiserne 2532 chob^arreo von 75 bis 100 LUer Inhalt werden angefertigt bet Kari Germer in Heuchelheim bet Gießen. 50 Darren stets auf ^agcr. 15,995.69 2 i,93S 21 b,ö45,'-53.26 | Milkst' (ßuehner Wiesbaden. Elektrische Licht u. Kraft- Anlagen in jedem Umfange. Centralen lür ßtüdte. Lieferung sAmmtllch. ßed»rte-Artikel. Ingenieur-Besuch und Projekte kostenfrei. Bekanntmachung, betru Die Vergebung der Zinsen des Christian Gerhard Hast- scheu Vermächtnisses. DuS obigem Vermächtnis sind zehn Gaben zu 19 Mk. 71 Pfg. tm zehn bedürftige Familien, bezw. Witwer oder Wttwen zu DCrfl Anmeldungen zum Bezug fraglicher Zinsen sind bis zum 25. Juni 1902 emschl. bei dem Armeuamt (Ztmmer Nr. 4) mund- lm groeeon Saal von „Steins Garten“: Oeffentllche Fesivereammlunx; unter Mitwirkung des Kirchenge»ang- vereins. Begrüssungen. Vorträge von Prüf Dr. Krüger - Oieesen über „Römische Eindrücke“, und Pfarrer lic. Dr. Diehl-Hireoh- horn über „Warum haben wir evangelischen Hessen, geschichtlich betrachtet, allen Grand au reger Anteilnahme an der evangelischen Bewegung in Oesterreich?“ Allgemeine Gesänge. Schlusswort. Montag den 16. Juni: Vormittags 8 Uhr in „S.eins Garten“: b tzung des Vorstands und der Vertrauensmänner des hessischen HülfeaasBchuBBes nur Unterstützung der evangelische* Bewegung in Oesterreich. Vormittags iu1/, Uhr ebendort: Geschlossene JUt^liedrr • Vei> Sammlung des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes. Dabei; Besprechung der Frage: „Welche Uründe hegen vor, dass die evangelischen Gemeinden Oberbessens gerade jetzt mehr als seither an den Aufgaben und Arbeiten des Evangelischen Bundes sich beteiligen?“, eingeleitet durch Pfarrer F r i ts ch - Ruppertsburg. Nachmittags 21/, Uhr; Gemeinsames Mittagessen in »Steins Garten*. (Preis 2 Mark.) Zu allen Veranstaltungen sind die Evangelischen Giessens und der Umgegend herzlich eingeladen; zu der Mitglieder-Versammlung haben nur Mitglieder Zutritt. 4248 Cafe £db, 8765] Inh.: Jakob Noll, 38 Wallthorstratze 38. Kraft. Mittagstisch von 12 bis 2 Uhr, im Abonnement 70 tu 90 Pfg. Reichhaltige Abendkarte. Vorzügliche Weine. Münchener Bürgcrbräu. Hiesige Helle Biere. Billard (Furstenweger-Mainz) Fluss- und Seefische Nousttstaz, 26.1»ni 1902 nachmittags 2'/, Nhr soll auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Hermann Bogt stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 1/491 — 56 qm Hofraite auf dem SelterSrveg nochmals öffentlich meistbietend ver|leigert werden. Gießen, den 4. Juni 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. ___________Gros._______4176 Donnerstag den 10. Juni 1902, nachmittags 2'/, Uhr, werden aus hiesigem Ortsgericht die dem Wich. Steinbach und bezw. dessen Ehefrau vor Namen stehenden Liegenschaften der Gemarkung Gießen öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 28. Mai 1902. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 3982 Verdingung. Die bei der Fetdbereüngung Daubringen weiter zur Ausführung gelangenden Meliorationsarbeiten, bestehend in: la. I'iftlstii verzapft Con