Nr. 109 Erscheint täglich außer ©onniag*. Den» D letzen er Anzeiger werden tm Wechsel mtt dem Vesflsche, Landwirt die Siebener Familien, dtätler viermal in der Woche bergelegt. BtotahonÄbrucf u. Der» lag der vrü h l'scheu Unwerf.-Buch- u.Slein- druckeret (Pietsch Erbend Redaktion. Expedition und Druckerei: Echnlftratze 7. Ldretze für Depescheu: «a-etger Gtetzeu. ^ernsprechanschluß Nr. 5L Montag 12. Mai 19OÄ 152. Jahrgang Zweites Blatt. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Bezugspreis» monatlich 7b Pf., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährl. a»»sschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie TageSnummer oiS vormittags 10 Uhr. ßeUenpreiS; lokal 12 Pf, auöwärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wlttko- für .Stadt und l!anb* und ,Gerichtssaal':R.Ditl» mann; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Deutscher Alottenvereiu. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") Gießen, 11. Mai. Gestern abend farrd im (Safe Gbcl die Hauptversammlung des Provinzial-Ausschusses des deutschen Flottenvereins für die Provinz O b e r h e s s e n statt. Vom Vorstande des Vereins nahmen folgende Herren teil: 1. Bors. Geh. Hofrat Prof. Dr. W. O n ck e n, Geh. Rat Provinzialdirektor v. Bechtold, Bergwerksdirekdor Marx, die Herren Helm, Schad, Bock, Sekretär Blum und G& Hebstreit. Um 81/2 Uhr eröffnete der 1. Vorsitzende die Sitzung und erteilte dem Schriftführer das Wort. Für den Verein war das adgelaufene Geschäftsjahr, obwohl seine agitatorische Thätigkeit mit Rücksicht auf die rückläufige Bewegung im Verkehrsleben, im Handel und der Industrie sich in einem ruhigen Fahrwasser bewegte, doch ein Jahr angestrengter Arbeit. Zunächst wurde dem Verein eine ganz enorme Arbeit au^gcbürdet durch Uebertrlagung der Verteilung der Flottenzeitschrift seitens der Zentralstelle Berlin. Nachdem enolich die Versanotlisten nach langer, mühevoller Arbeit fertig waren, erhielt der Schriftführer, Eisenbahnsekretär Blum monatlich ca. 2i/2 Gentner Druckschriften, welche dann von demselben einzeln an 3250 Mitglieder in ca. 255 Orten der Provinz Oberhessen allmonatlich versandt werden mußten. Diese äußerst mühevolle Arbeit wurde hier bis einschließlich September 1901 ausgeführt. Mit der Versetzung des bisherigen Schriftführers am 1. Oktober 1901 ging diese Arbeit an den Landesausschuß Darmstadt über. Die Lasse wurde durch diese Einrichtung in nicht unerheblicher Weise mehr belastet. Vom 1. Oktober ab führte nach Benehmen mit dem Landesausschuß in Darmstadt der hiesige Provinzialausschuß nur mehr Die Kontrolle der Vereinsmitglieder in der Stadt Gießen und in den Nachbarorten Großen-Linden, Eich, Hausen, Leihgestern, .Grüningen, Heuchelheim, Garbenteich, Langsdorf 'und Wieseck. Während vor der Ueberweisung der übrigen Ortsgruppen der Provinz Oberhessen an den Landesausschuß in Darmstadt, also vor dem 1. Oktober 1901, die Zahl der Vereinsmitglieder in Oberhessen ca. 3250 betrug, beschränkte äch von da ab die Thäligreit des Vereins auf die Mitglieder der Stadt Gießen, 624 Köpfe, mit einem Jahresbeitrag von zusammen 897 Mk., ferner auf 125 Mitglieder in den Nachbarorten mit einem Jahresbeitrag von zusammen 76.50 Mk. Ter bisherige Bestand an Mitgliedern in ungefähr derselbe geblieben. Die Finanzlage des Vereins ist folgende; 5le heutige Nummer umfaßt 10 Seite». Dolitische Tagesschau. Sege» das Verbot der Anwendung vou Borsüurr zu Fleischkonservierungszwecken hat sich, wie wir bereits am SamSatg mitteilten, ein in Berlin abgehaltener Kongreß der Nahrungsmittelinteressenten ausgesprochen. Auf dem Kongreß hielten hervorragende Fachmänner, wie Geh. Medizinalrat Liebreich-Berlin, Dr. med. Gerlach-Wiesbaden und andere Vorträge. Uebereinstimmend erklärten die Redner das vom Bundesrat erlassene Verbot damit begründet, daß man den Bezug des ausländischen Fleisches, das mit Kon- ervierungsmitteln präpariert ist, erschweren wollte. That- ächlich habe das Verbot aber zur Folge, daß Deutschland eine Konkurrenzfähigkeit auf diesem Gebiete im Auslande verlieren werde. Das Verbot schädige auch nicht nur die Produzenten, sondern auch die Konsumenten, da ein weiterer Niedergang des Fleischkonsums statistisch nachgewiesen sei. Professor Liebreich sagte u. a.: Eingeführten Nahrungsmitteln werde häufig der Krieg erklärt. Als der Kakao ein- geführt wurde, gab es auch Interessenten, die dagegen wüteten und ihn ein Getränk für Schweine nannten. Die Versuche auf dem Reichsgesundheitsamte dürften nicht zur Grundlage legislatorischer Arbeiten gemacht werden. Er könne weder für noch gegen Borax und andere Konservier» imgsmittel sprechen. Sie seien unschädlich, wenn man sie in vernünftiger Weise anwende, schädlich, wenn es in unvernünftiger Weise geschehe. Durch das Verbot der Konservierungsmittel würde übrigens in erster Linie der Landwirt betroffen werden, da dann täglich 1000 Stück Vieh weniger konsumiert werden würden. Deutsches Reich. Berlin, 11. Mai. Die „Nordd. Allg. Zeitung" schreibt: Wir traten schon einmal der Legende entgegen, nach welcher vom Kaiser dem verstorbenen Abgeordneten Lieber Anerbietungen wegen Verleihung einer Ordensauszeichnung oder eines höheren Amtes gemacht worden 'seien. In den letzten Tagen wurde abermals in der Presse erzählt, der Kaiser habe Lieber einen Orden und schließlich auch den Oberpräsidentcnposten in Kassel angeboten. Wir wiederholen deshalb, daß alle Behauptungen über Anerbietungen, die der Kaiser dem verstorbenen Zentrumsführer direkt oder indirekt gemacht haben soll, gänzlich aus der Luft gegriffen sind. — Der „Reichsanzeiger" bringt anläßlich des morgigen 50jährigen D i e n st j u b i l ä u m s des Reichsgerichtspräsidenten Oehlschläger einen Artikel, der die an Arbeit wie an Erfolgen ungewöhnlich reiche Laufbahn, auf welche der Jubilar an diesem Tage zurückblickt, schildert und mit den Worten schließt: Weite Kreise des deutschen Volkes werden an dem Ehrentage des ersten Richters warmen und verdienten Anteil nehmen. — In der gestern im Reichstagsgebäude stattgehabten vertraulichen Besprechung in Sachen des Flotten- oereinS, an der u. A. der Chef der Reichskanzlei Geh. Rat Conrad, der sächsische Gesandte Graf Hohenthal und der Reichstagsabgeordnete Prinz Arenberg teilnahmen, ist eine Eingabe an denKaiser besprochen worden, die dahingeht, eS möge in dem Wirken des Flottenvereins und des Flottenverbandes alles beim Alten gelassen werden, d. h., dem Flottenverein die Thätigkeit im Jnlande und dem Flotten- oerbanbe das Sammeln von Geldern zum Bau neuer Schiffe im AuSlande. lieber die Verwendung der eingehenden Summen hat der Kaiser allein zu bestimmen. Die Eingabe ist mit großer Mehrheit angenommen worden. Wiesba den, 11. Mai. Der Kaiser traf nm 4Uhr 50 Minuten mit den Herren seines Gefolges hier ein. Zum Empfange erschienen aus dem Bahnhof u. a. der Polizeipräsident. Der Kaiser begab sich heute morgen 8 Uhr 45 Min. mit den Herren seiner Umgebung zu Fuß nach der dem Schlosse gegenüberliegenden evangelischen Hauptkirche und wohnte dort dem Gottesdienste bei. Am späteren Vormittag unternahm er eine Spazierfahrt nach dem Nerobem. Der Schloßplatz ist beständig von einer großen Menge Publikum besetzt. Zu heute mittag 12 Uhr hatte der Intendant v. Hülsen Einladungen ergehen lassen zur Vorbesichtigung des neuen Foyers am Theater, welches der Kaiser gestern abend als erster in Augenschein genommen hatte. Das Foyer, ein besonderer Anbau in Barock und Roccocco, von Baurat Genzmer, zu welchem die Stadt Wiesbaden eine Summe von 600 000 Mark hergegeben hat, ist archttektonisch und dekorativ ebenso prächtig als vornehm. An die Besichtigung schloß sich ein Frühstück. Hierbei begrüßte im Auftrage des Kaisers Herr v. Hülsen die Gäste, brachte ein Hoch auf den Kaiser aus und trank im Anschluß daran auf bie Stadt Wiesbaden. Der Oberbürgermeister erwiderte mit einem Toast auf den Ehrenbürger Wiesbadens, Intendanten v. Hülsen. Es sind eine große Reihe von OrdenK- auszeichnungen verliehen, worden, darunter der Rote Adler- orben 2. Klasse an den Oberbürgermeister. Zur Abendtafel beim Kaiser im königlichen Schlosse waren außer den Herren der Umgebung geladen: der kommandierende General des 18. Armeekorps Generaladjutant v. Lindequist, der Oberpräsident der Provinz Hcss.n-Nassau Graf v. Zedlitz-Trützsch [er und der Großh. säch^che Generalintendant Vigneau. — Mit Glucks Zauberoper „Armada", die in einer völlig neuen, von G .v. Hülsen und I. Schlar herrührenden Bearbeitung gegeben wurde sind in Gegenwart des Kaisers die diesjährigen Festspiele ün Hofcheater eröffnet worden. Das Werk erzielte einen freundlichen Erfolg, den es in erster Linie der ausgezeichneten und wahrhaft glänzend inszenierten Vorführung zu danken hatte. Nicht ganz auf gleicher Höhe hielt sich der künstlerische Eindruck Der Oper Ausland. Wien, 10. Mai. In Anwesenheit des Kaisers, sämtlicher Erzherzoge und Erzherzoginnen erfolgte heute in der Josefskapelle der Hofburg die Trauung der Erzherzogin Maria Christine mit dem Prinzen Emanuel zu Salm-Salm. Paris, 12. Mai. Bisher sind 168 Resultate der Stichwahlen bekannt, wovon 23 den Sozialisten Zufällen, die vier Mandate gewinnen. Insgesamt haben die Republikaner noch etwa 15 Sitze gewonnen. Schloß Loo, 11. Mai. Dem heutigen Krankheitsbericht zufolge hat die Königin eine ruhige Nacht; das Allgemeinbefinden giebt Grund zur Befriedigung. Von heute ab wird täglich nur ein Bulletin ausgegeben werden. Prinz Heinrich der Niederlande und der behandelnde Arzt Dr. Rössingh nahmen heute am Gottesdienste teil. — Die Aerzte statteten heute nur die regelmäßigen Besuche im Schloß ab und halten sich nicht mehr dauernd dort auf. Man versichert, daß die Fttihe, der sich die König i n gegenwärtig erfreut, einen wohlthuenden Einfluß auf das Allgemeinbefinden ausübt. M a d r i d, 11. Mai- Das Tabakmonopol Spaniens erzielte im Jahre 1901 einen Reingewinn von 13 500 000 Pes. und verteilt 19. pCt. gegen 18 pEt. im Vorjahr. Es könnte über 22 pCt. verteilen, verstärkt jedoch seine Reserven bis zu beinahe 13 Millionen, d. i- über 21 PEt. des Betriebskapitals. Die Einnahmen des Staates im Jahre 1901 für Tabak betragen 126 649 302, für Stempel 62 494 509 Pes. Konstantinopel, 9. Mai- Nassirn Pascha, früher Adjunkt von Goltz und zuletzt Chef des Infanterie- Departements, der wegen derselben Angelegenheit lvie Fuad Pascha verhaftet worden war, ist jetzt degradiert und aus dem Heere ausgestoßen worden. Gestern wurde Nassirn nach Ersingian in die Verbannung gesandt. Vr yh eid, 6. Mai. Gestern abend zog eine Schar von Eingeborenen, deren Kraals kürzlich von Buren nieder- gebrannt waren, nach Scheepersnek im Norden, um von den Buren das ihnen abgenommene Vieh wiederzu holen. Sie überraschten das Burenlager und töteten über 30, mehr als die Hälfte des Kommandos. Drei Gefangene wurden eingebracht und den Ortsbehörden übergeben. Tie Eingeborenen erlangten ihr Vieh wieder. Washington, 10. Mai. Der Senat nahm einen Gesetzentwurf an, der den Präsidenten ermächtigt, für die Notleidenden in französisch Westindien die notwendigen Bedürfnisse zu beschaffen und zu diesem Zwecke ihm 100 000 Dollars anweist. — Der Staatssekretär der Aiarine entsandte zur Hilfeleistung nach Martinique das Kriegsschiff „Cincinnati". Der Bestand des Vereinsvermögens betrug am 1. Januar 1901 204.25 Mk. Einnahme pro 1901 1512.20 „ zusammen 1716.95 „ Ausgaben 1664.74 „ Bestand 5Ö.21 „ Saldo des Herrn Schatzmeisters ab 26.55 „ 25.66 „ Betreffs der Ausgaben ist zu erwähnen, daß 1270.65 Mk. an den Landesausschuß in Darmstadt abgeliefert wurden. Es sind dies die Kosten des am 28. April 1901 auf Veranlassung des Landesausschusses in Darmstadt im Stein- schen (Saalbau hier abgehaltenen Flottenfcstes, die Kosten für Schreibhilfe bei der erstmaligen Einrichtung der Versandlisten für die Flottenzeitschrift, die Portokosten für die Versendung der Flotte vom Januar bis in ft. September. Von Veranstaltungen des Vereins ist hauptsächlich das Flottensest zu erwähnen, welches als äußerst gelungen bezeichnet werden konnte und wohl noch lange in der Erinnerung der Teilnehmer bleiben wird. Vorträge wurden im vergangenen Jahre wegen Ueberlastung durch den Versandt der Flottenzeitschrift nur vier vom Schriftführer gehalten, durch die gegen 75 neue Mitglieder dem Verein gewonnen wurden. Sodann wurde zur Neuwahl respektive Ersatzwahl des Vorstandes geschritten: Zu Vorstandsmitgliedern wurden einsttmmig gewählt: an Stelle des verstorbenen Geh. Med.-Rats Pros. Dr. Loh lein wurde Bergwerksdirektor Mümker, für den ausgetretenen Landgerichtsrat Dr. Schäfer wurde Oberlehrer B 1 o ck, für den nach Mainz versetzten Eisenbahndirektor Sch ob er th wurde Dr. Heuser, Bibliothekskustos, für Sekretär Blum (früher Schriftführer) wurde Telegraphist Schad gewählt. Letzterer wurde gleichzeitig als Schriftführer bestätigt. Im übrigen wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Tie Rechnung war von Herrn Weinhändler Helm und Herrn Oberlehrer Block geprüft und richtig befunden worden, und aus den Antrag des 1. Vorsitzenden dem Schriftführer Entlastung erteilt und zwar sowohl dem früheren, Herrn Eisenbahnsekretär Blum, als auch dem jetzigen, Telegr. Schad. Dem Ersteren, der von hier nach Frankfurt versetzt ist, drückt der 1. Vorsitzende den Dattk des Vereins aus für seine ebenso aufopfernden als glänzend erfolgreichen Bemühungen um dessen Forderung. Die Versammlung giebt durch Auf steh en von ihren Sitzen ihre Zustimmung zu erkennen. Hierauf ergriff Geh. Hofrat Pros. Dr. Oncken das Wort zu einem kurzen Bericht über Entwicklung und Stand des deutschen Flottenvereins auf Grund der T hat fachen, welche in der am 20. Februar in Berlin abgehaltenen Mitgliederversammlung zur Sprache gekommen sind. An der Spitze des Vereins stehen jetzt zwei ausgezeichnete Atänner, als 1. Vorsitzender der Fürst Otto zu Salm-Horstmar und Herr Generalmajor Menges. Obwohl man nach Annahme des Flottengesetzes ein Herabgehen der Mitgliederzahl des Vereins hatte erwarten können, hat der Verein im Gegenteil einen Zuwachs von 26201 Köpfen erhalten und zählt jetzt im ganzen 626201 Mitglieder. Hauptsächlich ist an dem Zuwachs Süddeutschland beteiligt, das ja auch bekanntlich eine große Zahl Freiwilliger zur Flotte stellt. Die Organisation ist weiter ausgebaut worden. Tie Gesanttzahl der Gruppen und Vertrauensmänner betrjug am 31. Dezember 2693. Hauptsächlich trug zur Vergrößerung der Mitgliederzahl das Vereinsorgan „Tie Flotte" bet die in einer durchschnittlichen monatlichen Auflage von 275 000 bis 276 000 Exemplaren erscheint. Das Blatt erwirbt sich in immer weiteren Kreisen Freunde durch seinen gediegenen Inhalt, die belletristtschen Beiträge, vortrefflichen Abbildungen usw. i Ein weiteres Mittel zum Werben waren die Vorträge. Im letzten Jahre wurden 751 gehalten, die freilich für den Verein infolge der Notwendigkeit der Beschaffung guter Lichtbilder sehr kostspielig waren. Die Bilanz des Vereins ergiebt ein Barvermögen von 81715.57 Mk., welches durch die Kassen bestände der Hauptausschüsse um 65 835.01 Ml. vermehrt wird. Auch hier in Gießen hat sich kein Rückgang in der Mitgliederzahl gezeigt. Ncur zwei Herren sind aus persönlichen Gründen ausgeschieden . Darauf machte Geheimrat Oncken Mitteilung von einem Rundschreiben der Zentrale, das im April verschickt worden war, und das die w i ch ti g st e n Ergebnisse der Mitgliederversammlung als Anhaltspunkt für die Thätigkeit der Vereinsmitglieder zusammen- faßt. In der erfteulichen Zunahme der Mitglieoerzahl sei ein A n s p o r n gegeben, jede Gelegenheit zur Werbung neuer Mitglieder zu benutzen. Wesentlich sei besonders die Ge- winnungkörperschaftlicherMitg lieber. Gerade dadurch, daß „Tie Flotte" beiden Angehörigen von Vereinen, in Fabriken, Instituten rc. ausliegt, daß möglichst viele andere Vereine an den Veranstaltungen der Flottenvereine teilnehmen, seine Sch(riften re. erhält, kann mit verhältnismäßig geringen Mitteln viel erreicht werden. Ferner muß Bedacht genommen werden auf die Festigu ng und Aus - breitung der Organisation. Für Vorträge und sonstige Veranstaltungen sei auf den Artikel: „Allerlei Fingerzeige für Flottenvereins-Abende" (vergl. „Flotte" 1902, Heft 2, S. 30) hingewiesen. Jede Unregelmäßigkeit in der Zustellung der „Flotte" solle möglichst bald gemeldet werden. Hauptsächlich sei auch dafür Sorge zu tragen, daß die neuen Mitglieder schnell das Vereinsorgan erhielten. Zum Schlüsse wird die Bitte ausgesprochen, es bei keiner Gelegenheit außer Acht zu lassen, daß die vornehmste Auf. jgäbe des Deutschen Flottenvereins darin besteht, jeden deutschen Manu, jede deutsche Frau und nicht rum mindesten die Heranwachsende Jugend von der Notwendigkeit einer starken Wehr zur .See zu überzeugen, zu überzeugen lediglich durch ruhige, sachliche Aufklärung, Belehrung und Anregung in .Schrijt, Wort und Bild. Ein zweites Rundschreiben bezog sich auf eine geplante Abänderung der Satzungen, und zwar kommen hauptsächlich zwei Punkte in Betracht: 1. Der bisherige Mindestbeitrag von 50 Pfennigen als Jahresbeitrag ist, insofern bei einem solchen Beitrag die Lieferung.der Vereinszeitschrift beansprucht wird, zu gering bemessen, da die Herstellungskosten für einen Abdruck der „Flotte" sich jährlich auf 1,25 Mk. belaufen- Es soll infolgedessen ein Zusatz zu dem betr. Paragraphen gemacht werden des Inhalts, daß der Mindestbeitrag für neu ein- treteude Mitglieder, sofern dieselben die Vereinszeitung beziehen wollen, 1 Mk. beträgt- Für diejenigen jedoch, welche nicht in der Lage sind, einen höheren Beitrag als jährlich 50 Pfg. zu zahlen, können die betr. Ausschüsse trotzdem die Lieferung der Vereinszeitschrift bei der Hauptgeschäftsstelle beantragen, welche über diese Anträge selbständig entscheidet. — Ein weiterer Antrag bezieht sich auf die Ablieferung der Gelder an den Hauptschatzmeister in Berlin. Die beiden Anträge wurden angenommen und Sekretär B l u m mit der Vertretung des Vereins in D a r m - stadt betraut, woraus um 10 Uhr die Sitzung geschlossen wurde. ______ S Darmstadt, 11. Mai. Die Landes-Versammlung des deutschen Flotten-Vereins, Landes-Verbands für das Großherzogtum Hessen fand heute nachmittag 4 Uhr im Kaisersaale hier statt. Der Vorsitzende Dr. Willy Merck begrüßte die Er- schieneneu und gab den Thätigkeitsb ericht des Landesausschusses über das verflossene Vereinsjahr. Redner wies darauf hin, daß man fich hauptsächlich aus die innere resp. Verwaltungsthätigkeit beschränkt habe, von großen Veranstaltungen aber abgesehen habe, da man die Entwickelung des großen deutschen Flottenvereins abwarten wollte. Man dürfe die Weiterentwickelung des Verbandes wie des großen Vereins sowohl in idealer wie in finanzieller Beziehung gut nennen, da eine innere Festigung ein- getreteu sei. Mit Bedauern habe man den Verlust empfunden, der dem Landes-Verband durch das Ausscheiden des Generals Menges erwachsen sei, der einen ehrenvollen Rus in den Vorstand nach Berlin erhalten habe. Fiic seine umsichtige organisatorische Thätigkeit wird General Menges der Dank der Versammlung ausgesprochen. Ms neues Ausschußmitglied wurde am 12. Februar Oberst Becker hier gewählt. Der Verband war in der Gesamtvorstandssitzung im Februar in Berlin durch Ober-Konsistorial- ekretär Sonne vertreten. Die Wünsche des Ausschusses ind in entsprechender Form erfüllt worden. Bei der raraussolgenden Mitglieder-Versammlung war Hessen außerdem durch Kommerzienrat Meyer-Mainz vertreten. Vorträge wurden im verflossenen Jahre nicht gehalten, da frühere Vorträge den erwarteten Erfolg nicht gehabt haben. Im lausenden Jahre sollen wieder entsprechende Veranstaltungen vorbereitet werden. Die Mitgliederzahl des Gesamt-Verbandes ist von 600 000 auf 620 000, in Hessen auf 5525 einschl. der Körperschaften aus 8224 gestiegen, ein Beweis, daß die Organisation gefestigt ist. Nun liege es hauptsächlich an den Mitgliedern, durch. Werbung neuer Interessenten die schöne Sache zu unterstützen. Hierauf folgte die Rechnungsablage des Schatzmeisters, Stationsvorstehers i. P. Weigand. An Einnahmen sind zu verzeichnen Mk. 10 022.64, an Ausgaben Mk. 9779.36, sodaß ein Ueberschuß von Mk. 243.28 verbleibt. Heroor- zuheben ist, daß Mk. 4400 an den Schatzmeister des Gesamtverbandes abgeliefert und Mk. 1000 vorübergehend auf der Sparkasse hier angelegt sind. An Mitgliederbeiträgen sind eingegangen aus Starkenburg Mk. 3889.85, aus Oberhessen Mk. 3316.10, aus Rheinhessen Mark 1815.19. Oberst Becker hat die Rechnung geprüft und für richtig befunden. Dem Schatzmeister wird Entlastung erteilt und für feine außerordentlich mühevolle und eifrige Thätigkeit Dank ausgesprochen. Hieraus folgte die Beratung der nach den Beschlüssen der Berliner Mitgliederversammlung vom 20. Februar um geänderten Satzungen. Diese werden durch Oberst Becker verlesen und mit kleinen redaktionellen Aenderungen angenommen. Sie sind zum Teil aus den neuen Berliner, zum Teil aus den früheren hessischen Satzungen zusammengesetzt. Hervorzuheben ist, daß den Ortsgruppen- Vertrauensinännern jetzt eine größere Befugnis übertragen ist, auch bezüglich der Abstimmungen wichtige Veränderungen vorgenommen sind. Die Satzungen sollen jedem Mitgliede zugestellt werden. Aus eine Anregung des Herrn Osann II. betr. die .Eintragung des Vereins entsteht eine lebhafte Debatte, in welcher man sich dahin einigte, vorerst noch ein weiteres Jahr abzuwarten. — Hierauf erfolgte die Vorstandswahl. Es werden die Herren: Dr. W. Merck, Fabrikant, Darmstadt; Becker, Oberst a. D., Darmstadt; v. Biegeleben, Ministerialrat, Darmstadt; Blmn, Eisenbahnsekretär, Offenbach; Dittman, Direktor, Mainz; Egnols, Kaufmann und Stadtverordneter, Darmstadt; H. brause, Rentner, Mainz; Meyer, Kommerzienrat, Mainz; Nodnagel, Geh. Oberschulrat, Darmstadt; Oncken, Prof. Geh. tzofrat, Gießen; Osann II., Rechts anwalt, Darmstadt; Schliep- -hake, Kreisrat, Erbach i. O.; Schneller, Baurat, Offenbach; Ed. Sievers, Fabrikant, Offenbach; Sonne, Oberkonflstorial- sekretär, Darmstadt; Weigand, Stationsvorsteher i. P., Darmstadt; O. Wolfskehl, Rentner, Darmstadt gewählt, und Dr. Zimmer ,Chemiker, Darmstadt neu gewählt- Dr. Merck und Herr Weigand werden in ihren Aemtern bestätigt. Alsdann wird nach Verlesung eines Begrüßungs- Telegramms der Ortsgruppe Lauterbach sowie des ^roto^ kolls durch Dr. Kranzdühler die Versammlung geschlossen- Aus Stadt und Kand. Gießen, 12. Mai 1902. • * Von der Universität. Der neu ernannte Lektor der englischen Sprache an unserer Universität, Herr Schilling aus Leeds, hält eine im Vorlesungsverzeichnis noch nicht angekündigte Vorlesung in englischer Sprache über ,,Modern English Noveliata“ (Mittwochs von 6—7 Uhr). * * Finanzmivister Dr. Gnanth weilte am Samstag in unserer Stadt. Er gab zu Ehren der philosophischen Fakultät unserer Umoersität im „Hotel Großherzog" ein Festmahl. Bekanntlich ist Finanzmmister Gnauth vor kurzem von dieser Fakultät zum Ehrendoktor ernannt worden. - Ernennung. Der Gerichtsaccessist Dr. Erich Kintscher, gen. v. Köbke, wurde zum Regierungsassessor ernannt. ** Das Regierungsblatt Nr. 25 enthält: 1. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber betr. Der Großh. Hessischen Provinz Oberhessen ist durch Ent- chließung des Staatsministeriums die Ausgabe der nachbe'eich- neten 3'/,proz. Schuldverschreibungen auf den Inhaber m Gemal;- heit des § 795 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und bezm. des Art. 67 des Hessischen Aussührungsgesetzes zu demselben voin 17. Juli 1899 erteilt worden: ..... 160 Stück ä 2000 Mk. Lit. A Nr. 1—160 = Mk. 160 „ ä 1000 „ 160 „ ä 500 „ 160 „ ä. 200 „ 80 „ a 100 „ 1—160 = 1—160 = 1—160 = 1—80 = - 000 „ 8 000 „ zusammen 720 Stück im GesanUnennwerl von 600 000 Mk. 2. Bekanntmachung, die bänderung der Anweisung zur Ausführung der Bestimmungen m den Titeln VI—X der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich betr. Vom 29. April 1902. ** Stiftungsfest der „Adelphia". Wie jedes Jahr in den ersten Tagen des Mai versammelten sich auch dn'Smal am Samstag Abend Jung- und Altadelphen im oberen Saale des Cafe Leib, um mit einer feuchtfröhlichen Festkneipe die Feier des Stiftungsfestes zu beginnen. Zahlreiche Gäste und Alte Herren waren der Einladung der aktiven Verbindung gefolgt, um im frohen Studentenkreise das 32jährige Stiftungsfest zu feiern. Nach den Reden der Chargierten, bei herrlichen Kneipgesängen und donnernden Salamandern nahm die Stimmung stetig zu, bis sie in der von dem Vorsitzenden der Altadelphia Herrn Medizinalrat Haberkorn geleiteten Fidulität ihren Höhepunkt erreichte. Besondere Erwähnung verdienen die warmen, herzlichen Worte, mit denen Herr Geh. Justizrat Prof. Dr. Schmidt in Vertretimg des Rektors, der leider am Erscheinen verhindert war, der Verbindung die Glückwünsche der Universität überbrachte und den Farben grün-weiß-gold, den Farben des Frühlings, eine erfolgreiche Zukiinft wünschte. Am Sonntag Vormittag vereinigte ein gemeinsamer Frühschoppen mit solennem Katerfrühstück die Festteilnehmer auf der Kneipe. Am Nachmittag stieg der traditionelle Ausflug auf den Gleiberg, auf dem bekanntlich die studentische „Adelphia" am 7. Mai 1870 gegründet wurde. — Auch wir wünschen der studentischen Reformverbindung „Adelphia" ein kräftiges Gedeihen und rufen ihr ein herzliches „Vivat, crescat, floreat* zu. ** Maifeier. Die Gießener Sozialdemokraten veran- talteten gestern im Stadtwalde eine Maifeier, wohin sie von Oswaldsgarten aus unter Vorantritt einer Musikkapelle mar- chierten. Trotz des nicht gerade gelinden Mailüfterls entwickelte sich bald ein heiteres Leben und Treiben. ** Deutscher Feuerversicherungs-Schutzverband. Bekanntlich ind die deutschen Feuerversicherungs-Gesellschaften zu einem Syndikat zusammengetreten, dessen Wirkung sich zunächst für die Versicherten durch erhebliche Erhöhung der Prämiensätze, odann durch manche Bestimmungen in den Polizen fühlbar macht, unter denen die Versicherten in Brandschadensfällen benach- eiligt sind. Zur Wahrung der Interessen der Versicherten hat sich vor etwa einem halben Jahre in Berlin der deutsch e Feuerv ersicherungs-Schutzverb and begründet, dessen Mitgliedschaft sich Vereine und Einzelpersonen gegen einen mit der Höhe der Versicherungssumme steigenden Jahresbeitrag, der beispielsweise 6 Mk. für 50000 Mk., teigend bis 134 Mk. bei einer Versicherungssumme von über 4 000000 Mk. beträgt, erwerben können, und dem, wie weiter unten mitgeteilt wird, schon eine stattliche Anzahl Vereine, Verbände und Einzelpersonen beigetreten sind. Auf Veranlassung Gr. Handelskammer und des Detaillistenvereins hielt am Samstag Abend im Cafe Ebel der Geschäftsführer des Verbandes, Dr. Prange, einen Vortrag. Dr. Prange ührte aus, daß neben der Zollfrage keine Frage so wichtig ei, wie diejenige der Feuerversicherung. Der Schutzverband nimmt die Interessen der Versicherungsnehmer wahr, ohne den berechtigten Interessen der Versicherungsgesellschaften zu nahe zu treten; wenn die Gesellschaften kritisiert würden, o sei es geschehen, um vorhandene Mängel zu beseitigen. Die Aufgabe des Schutzverbandes sei cs ferner, bei den Regierungen und gesetzgebenden Körperschaften in Bezug auf die Gestaltung der Versicherungsbedingungen und -Verträge, die Festsetzung der Prämien und Feststellung der Brandschäden die Interessen der Versicherten zu wahren, weitere Bestrebungen seien auf die Förderung des Feuerschutzes und des Feuerlöschwesens gerichtet. Redner ging dann auf die von den syndizierten (ca. 50) Feueroersicherungsgesellschaften aufgestellten Mmimaltarife, deren erster auf die Textilindustrie Anwendung fand, ein, sowie auf die Ursachen, mit denen die Feuerversicherungsgesellschaften die Erhöhung der Prämientarife begründeten; zu diesen Ursachen zählten die angeblich hohen, zu den Prämien in keinem Verhältnis stehenden Brandschäden, Unannehmlichkeiten mit den Rückversicherungsgescllschaften, von denen in Deutschland ca. 20 mit einem Prämienumsatz von 120 Millionen Mk. arbeiten. Das eine besonders verlustreiche Jahr 1899 ist aber nach Redners Ansicht nicht ange- than, eine so einschneidende Maßnahme (Erhöhung der Prämien) zu rechtfertigen, auch fehle es an einer Statistik, aus der die Prämicnerhöhung begründet werden müßte; die Klassifikation in Gefahrenklassen beruhe lediglich auf oberflächlicher, jeder Grundlage entbehrender Schätzung. Wenn auch bezüglich einzelner Industriezweige eine Erhöhung der Prämien gerechtfertigt sei, so sei doch eine Erhöhung, bei der in wenig Jahren voraussichtlich viele Millionen überschießen müssen, ungerecht. Die Tarife enthalten zahlreiche Härten und Rückschritte. Bei der früher den Versicherten zugcstandenen Freizügigkeit des verschieden tarifierten Mobiliars auf demselben Grundstücke wurde z. B. eine Durchschnittsprämie zugestanden, jetzt fordern die syndizierten Gesellschaften dafür die Höchstprämie; die Art, wie die unter die Bezeichnung „notleidende Risiken" fallenden Versicherungen behandelt würden, bezeichnet Redner als volkswirtschaftlich mißständig. Noch wichtiger als die Präinienfrage sei die Vertragsfrage. Die Versicherungsverträge seien für alle Gesellschaften bezüglich der allgemeinen und besonderen Bedingungen vorgeschrieben, so daß keine Gesellschaft Vergünstigungen in besonderen Fällen gewähren kann. Text und Deklaration der Policen sind regelmäßig nachteüig für den Versicherten abgefaßt. Manche Vergünstigungen werden zwar gewährt, aber nur auf besonderen Antrag, wegen dessen Formutnung sich die Vermittelung des Schutzverbandes empfiehlt. Redner kritisiert weiter eine Reihe von Bestimmungen der allgemeinen Versicherungsbedingungen, deren Abänderung hoffentlich z. T. durch das bevorstehende Reichsgesetz über den Versicherungsvertrag erreicht werden würde. Redner erwähnt im Anschluß an die §§ 3, 5 und 7 die Nachteile der speziellen und auf bestimmte Lokalitäten beschränkten Deklaration, die Bestimmung über die Nichtzulassung von Vertretern der Versicherten bei Brandschadenregulierungen, das Vorbehalten der ganzen Entschädigungssumme in Fällen, in denen Teile derselben noch trittig, die Erschwerung des Prozeßverfahrens für die Ver- icherten durch Festlegung des Gerichtsstandes an dem Sitz der Gesellschaft; diese und andere Punkte einseitiger Vertrags. Festsetzung stempelten die angeblich „freie Vertrags- chließung" als eine Fiktion. — Der deutsche Feuer- oersicherungs - Schutzoerband, dem sich bis Ende April 67 Vereine und Handelskammern mit etwa 12 000 direkten und indirekten Mitgliedern angeschloffen hatten, revidiert kostenfrei die Polizen, weist routinierte Brandschaden-Experten zu, stellt Sachverständige zu Lokalinspektionen und wahrt die onstigen Interessen der Versicherungsnehmer. Bei den im Reichsjustizamt stattsindenden Beratungen mit Versicherungs- Sachverständigen über den Entwurf eines Reichsgesetzes über den Versicherungsvertrag war der Schutzverband durch Dr. Prange vertreten. Weder durch die in Aussicht stehende reichsgesetzliche Regelung des Versicherungswesens, noch durch die in Vorbereitung befindlichen Vereinbarungen zwischen dem Versicherungs-Syndikat und dem Zentralverband deutscher Industrieller wird der Schutzverband überflüssig, da er eine dauernde und vor allen Dingen praktische Thätigkeit entfaltet und klare Verhältnisse schafft im Interesse sowohl der Ver- icherten, wie der Gesellschaften und ihrer Agenten. — In -er dem Vortrag folgenden Diskussion wurden verschiedene Fragen, wie Verstaatlichung der Mobiliar-Feuerversicherung, Giltigkeit bereits bestehender Versicherungsverträge nach dazwischen durch das Syndikat erfolgter Erhöhung der Prämien, Entschädigung für Brandschäden in den Lagern der Seehäfen nach Fakturen- oder Marktwert u. s. w. eingehend erörtert, und am Schluß vom Vorsitzenden, Kommerzienrat Koch, der Beitritt zum Schutzoerband empfohlen, der auch seitens einer Reihe von bedeutenden Firmen erfolgte. * * Zechprellerei. Eine von auswärts zugereiste Frauensperson wurde wegen Zechbetrugs verhaftet. Sie hatte sich einige Tage in einer hiesigen Wirtschaft emgemietet und entfernte sich heimlich, ohne ihre Zeche zu begleichen. * * Einbruch. In der Nacht vom 9. auf 10. wurde in einer in der Moltkestraße belegenen Hoftaithe eingebrochen. Verschiedene Wäschegegenstände wurden gestohlen. * * Verhaftung. Ein bereits vielfach vorbestrafter Mensch mußte wegen Trunkenheit verhaftet werden. Auf dem Wege nach dem Haftlokal widersetzte er sich dem transportierenden Beamten, indem er um sich trat und schlug. Er wurde zur Anzeige gebracht. * * Eine unglaubliche Rohheit verübte gestern Nachmittag ein hier bediensteter Knecht auf dem städtischen Friedhöfe. Der Mensch, der anscheinend sich im angetrunkenen Zustande befand, pflückte auf verschiedenen Gräbern die schönsten Blumen ab und nahm sie mit. Er weigerte sich bei seiner Sistierung seinen Namen anzugeben und mußte zur Feststellung seiner Personalien nach der Polizeiwache gebracht werden. Er wurde zur Anzeige gebracht. * * Befitzwechsel. Maurermeister Georg Pfaff verkaufte an den Forstgärtner i. P. K. Dörmer das Schiffenbergerweg 64 neu erbaute Haus für 20000 Mk. * ' Der Holzarbeiter-Verband, der in Mainz tagte, beschloß nach mehrtägiger Kommissions-Beratung in seiner am Samstag Mittag stattgehabten Schluß-Sitzung die Einführung der Arbeitslosen-Unterstützung für seine Mitglieder, welche am 1. Juli 1903 in Kraft tritt. Der Verband zählt 50 000 Mitglieder. • * Hundesport. Bei der vom 10.—12. ds. Mts. ab» gehaltenen Ausstellung von Hunden aller Rassen in Hamburg wurden Gießener Ausstellern nachstehende Preise zuerkannt: Herm. Förster für Dackelhündin Rheingold-Erda zwei 1. Preise nebst Ehrenpreis. Aug. Schwan für glatth. Pinscher-Rüde Luchs-Hardthof zwei 2. und einen 3. Preis. Louis Rosenthal und Georg Ford ach für rauhh. Pinscherhündin Meta vom Lahnthal 1. und Ehrenpreis für beste Schnauzerhündin der Ausstellung sowie Zuchtpreis des deutschen Pinscherklubs. * * Die drei gestrengen Herren, mit denen man in Nord» deutschland den 11. bis 13. Mai, in Süddeutschland den 12. bis 14. Mai meint, treten in der Regel mit besonders niedriger Temperatur auf, unb sie sind nicht bloß strenge, sondern auch mächtige Herren, wie sie Friedrich dem Großen bewiesen, der, um seinen Willen durchzusetzen, gegen die Meinung des Hofgärtners demselben befahl, die Lorbeerbäume früher herauszusetzen. Es geschah, und dieselben litten bedenklichen Schaden. Das grimme Auftreten der gestrengen Herren Mamertus, Pankratius und Servatius liegt in der Regelmäßigkeit der Winde, die während der Winterszett hauptsächlich von Südwest und den angrenzenden Himmelsgegenden in Westeuropa wehen, sich dann aber nach Westen wenden und von da nach Norden und dann wieder zurückgehen. Der Wendepunkt im Norden, vor Eintritt der beständigen Wärme, trifft gewöhnlich auf Mitte Mai. Der Nordwind führt natürlich kalte Luft herbei, die Süddeutschland etwas später trifft, doch sind diese Tage dort trotzdem auch als die „Eismänner" bekannt. * * Hessische Bergwerke. Im Großherzogtum Hessen waren nach den Mitteilungen der Zentralstelle für Landesstatistik im Jahre 1900 29 Bergwerke im Betrieb, davon 3 in Starkenburg (Messel, Bockenrod und Seligenstadt), die anderen alle in Oberhessen. Darunter sind 7 Braunkohlenbergwerke (Meffel, Seligenstadt, Melbach, Weckesheim, Wölfersheim, Rinderbügen und Trais-Horloff) mit einem Jahresprodukt von 199 846 Tonnen im Wert von 657 585 Mk. (per Tonne 3.29 Mk.) und 505 Arbeitern. Ferner 22 Eisenerzbergwerke Bockenrod, Geilshausen, Gießen, Grünberg, Hungen (2), Langsdorf, Lich, Lumda, Stangenrod (2), Stockhausen (Kreis Gießen), Bleidenrod, Freienseen, Nieder-Ohmen (2), Ruppertenrod, Sellnrod, Wettsaasen, Obcr-Rosbach, Ilsdorf (Solms) und Ruppertsburg mit einer Jahresproduktion von 189 521 Tonnen im Wert von 1607 527 Mk. (pr. Tonne 8.48 Mk.) und 1296 Arbeitern. Außerdem wird in Gießen und Ober- Versteigerung. Dienstag den 13. d. Mts, versteigere ich gegen Barzahlung: 1. Neustadt 55 dahier, nachmittags 2 Uhr: 220 Paar Damen-Stoffhandschuhe, 2 Ladenschränke, 1 iiaben- theke, 1 Nähmaschine, 1 vollständiges Bett u. diverse Möbel. 2. Lchiffeubergerweg 24, nachmittags 3 Uhr: 1 vollstänü. Bett, 1 Blumentisch, 1 Eisschrank, 1 Petroleum. Ofen, 1 Rohrsessel, 15 Hühner und ein Hahn. Versteigerung zu 2 findet bestimmt statt. 3670 __Vorn, Gerichtsvollzieher. Mittwoch dkll 14. Mai I. I. nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'scheu Saale versteigert: Möbel aller Arten, 1 Ladeneinrichtung, 1 Schreibmaschine, 2 Hobelbänke u. a. 3673 Geißler, Gerichtsvollzieher. Unübertroffen zur Haut- und Schönheitspflege sowie als beste Kinderseife ärztlich empfohlen. Ccibniz 'Waffeln Cakes -Tabrlfe O 7b nuööoii * . • • 4% Oesterr. Goldretne . 1 Kg. (2 Psd.s Tafelbrot (4 „ (4 , . 24 Elbsenreiscr 101.80 91.70 101.65 91.50 99.80 102*60 2 1 2 48 72 Gießen, den 10. Mai 1902. Großh. Amtsgericht. 3u/o Mexikaner . . 4Vq /o Chinesen . , Electric, tiobackert . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien , . . Diekonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatnbahn , Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laural। Otto . . . . Bochum . . , . . Harpener . . . . 25 26 kommen sein. New-Uork, 12. Mai. Zn St. Thomas schätzt mau die Zahl der in St. Vincent Umgekommeueu auf 500. Auch Paragraphen in Elsaß-Lothringen wird, wie man hier glaubt, der Sache der Straßburger Fakultät zu gute kommen. Newport, 12. Mai. Nach emer Depesche aus St. Lucia betrag der von Madame Humbert auf die Erbschaft entliehenen Summen auf 55 Millionen Francs, wovon sie ist der nördliche Teil der Insel St. Vincent durch eiuea gewaltigen Lavastrom zerstört worden. Kein Schiff kann sich der Nordkiifte nähern. Die Zahl der Umgekommeueu wird aus 200 geschätzt. Sechzig sollen durch Hitzschlag umge. 15 Millionen zurückgezahlt habe. * Zürich, 10. Mai. Der seit dem 1. Vtai verkehrende neue Nachtzug Mailand—Zürich—München, der dort Anschluß nach Berlin hat, entgleiste heute um 1 Uhr 5 Min. morgens kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof St. Gallen auf durchweichtem Untergrund. Die Lokomotive und drei Wagen flogen aus den Gleisen und wurden teilweise demoliert. Fünf Personen wurden verletzt. Ter! Materialschaden ist. bedeutend. * R o m, 10. Mai- Auf dem Mittelmeer herrscht starker Südweststurm. Zahlreiche Schifibrüche werden gemeldet. Bei Danzio ist ein aus Marseille eingetroffener britischer Dreimaster gestrandet. Ein Leuchtturm wurde zerstört; die ihn bedienenden Matrosen konnten erst nach mehrstündigen verzweifelten Anstrengungen durch Bote der Kriegsmarine gerettet werden. Naa) Meldungen aus Civita Vecchia find alle im Hafen befindlichen Schiffe mehr oder weniger schwer beschädigt; eine Brigg ist gesunken. * C i v i t a V e c ch i a, 10. Mai. Durch einen furcht- baren Sturm, welcher die ganze'Nacht wütete, wurden 10 Segelboote, deren Besatzung sich zuvor gerettet hatte, auf Felsen geworfen. Die Hasenmauern sind 200 Meter Länge fortgerissen. Die Einfahrt zum Hafen ist vollständig versperrt. * Carpineti, (Provinz Ginilia), 10. Mai. In Ma- rola wurde durch einen Bergrutsch ein Haus zerstört. 13 Personen kamen dabei um. Nosbach zugleich Manganerz gewonnen Die beiden Salinen (Ludwigshalle bei Wimpfen und Bad-Nauheim) hatten eine Jahresproduktion von 17 496 Tonnen im Wert von 474 438 Mark (pr. Tonne 27 Mk.) und eine durchschnittliche tägliche Belegschaft von 151 Arbeitern. Die Hüttenwerke hatten eine Gesamterzeugung im Wert von 2 576 488 Mk. und eine durchschnittliche Arbeiterzahl von 245. Werke für Gußwaren zweüer Schmelzung bestanden im Jahre 1900 25 (Darmstadt (4), Eberstadt bei Darmstadt, Offenbach (8), Michelstadt, Münster bei Dieburg, Steinbach bei Michelstadt, Gießen, Hirzenhain, Lollar, Ruppertsburg, Mainz (2), Worms (2), Pfeddersheim) mit einer mittleren Arbeiterzahl von 1470. An Eisenmaterial (Roheisen, altes Guß-, Bruch- und Wascheisen) sind im Laufe des Jahres verschmolzen worden 26 517 Tonnen. An Gießereiprodukten sind gewonnen worden 21468 Tonnen im Wert von 4 462 317 Mk. (207 Mk. pr. Tonne). Im Ganzen hatten die Bergwerke, Salinen, Hüttenwerke usw. bei durchschnütlich 3667 Arbeitern einen Produktionswert von 100408.24 Mk. Bad Nauheim, 10. Mai. Unterhaltungen. An den Wochentagen spielt die Kurkapelle täglich nachmittags von 8hn«höhmT mit I rätungen"ra"eܰSteijn unb Schalk Burger erklärten, daß sie I neten Genchts Nachlaßrerwalt. Rücksicht auf die allgemeine Geschästsdeprejsion nicht bewilligen zu keine Vollmachten besäßen. Hierauf wurde ihnen bis zum Ung zum Zwecke der Befriedigkönnen, kündigleir die Maurer und Steinhauer den Beginn des 15. Mat Zeit gegeben, mit den Buren zu konferieren, (sine ung der Nachlaßgläubiger an= allgemeinen Streiks auf 'tachsten Aiontag am Gewißbeit. daß die Burenführer beabsichtigen, sich zu er» georbnet Handel und Verkehr. llolKLwirtschast. 9e6eVa6r 1 mai^e SIättec verzeichnen das Gerücht, derEufm?nn J^n^B^in WÄÄÄM'IU bestem? . 36M aelanöt wieder eine Siotbenbe uon 10 Prozent zur Der- Teil der von Frau tzumberi erichwtndelten Millionen teUunq für Wahlzwecke verwendet zu haben, wurden strafgerichtlich Dortmund Gronau-Euschedcr Eisenbahn. Tie General- verfolgt werden. Es verlautet, Frau Humbert und chre versammlimg hat die Twidende auf 8',, % (wie i. V.) bezw. 6.3 8 Familie sei nach Spanien geflüchtet., Prozent für die jungen Aklieii festgesetzt. Paris, 12. Mai. Der dem brasilianischen Deputterten Ter SchiM-hrtöttust • lenlbare Luftballon „Pox-, betreute ML°ndon^°Bl^^-Mr Richtungen tonst-uieren^! früh ausstieg, explodierte. Die bciben Insassen sind t o l., zu haben. Nahrungobcrg 9. i> . , . b« , 2 , (4, , ) (2 „ ) Weißbrot 26 „ 3 w (6 , ) , ) „ 52 „ Der auswärtigen Bäcker. 1 Kllogramm (2 Pfund) Weißbrot bei: L. Schmidt, Gr.-Linden. . 24 H W. Weitzel, Lang-Göns L. Steinmüller, Gr.-Linden 24 „ Heinr. Weber, peuchelheim 24 W. Steinmüller, L.-Göns . 24 „ W. Fabel, Wteseck . Karl Post, Wieseck . oev zivent nur genauer, uuuj vi«. ,, . • . n.«*» ng zu sein wird in erregter Weise besprochen. Diesen Umstanden > ruh l ge Nacht, gegenüber wird d,e von dm deutschen Limen beobachtete Haltung Wieder g enes UU g. . , als glückliche anerkannt und den englischen Rhedereien als Beispiel Nom, 12. Mai. Das Unwetter dauer! allenthalbnr vorgesührt. Ä v m f t . im Lande an. Aus Como wie aus Savona kommen Nach- Anleihe der Stadt Brüssel. Tie Stadt Brussel hat «ne ^^,1 über Schneefall. Der Apennm i|t schneebedeckt. neue mit 2'/, Prozent verzinsliche Anleche von 75 Millionen tfg. gbcnfo -:inb Piemont eintreffenden Eisenbahnzuge mit einem französischen Bankconsortmm ju 101,77 /, abgeschloffen | einer Sehneedecke überzogen. Tie Kälte in 9tord-JtaliQi " gaurabütte. Tie Auistchtsratssttzung jft grotz. Mchin in der das Endergebms des 3. Quartals vorgelegt wird, stnder am Verkehr der Tampsschtsse tsm Go f ist teilweise erngesteu^k 27 b TL fca t Der Schaden, den der Orkan frei Cwtta Vecchi« an^erichteL Märkte. hat, wird aus zwei Millionen geschätzt. Die Volksvertret-^ Grüuberg, 10. Mai. FruchtmarkL (Turchschnüts- ung ÖOJl Malta versagte die Fonds für die K r o n u n g s-^ preis pro 100 Kilo.) Weizen 17.00 bis 00.00 Mk., Korn 14J2 bis LCier König Eduards mit der Erklärung, Malta be-f 00.00 Pr, Gerste 14.00 bis 00.00 M., Haier 16.40 bis 00.00 Mk., L de sich in Sklaverei und habe eher Anlafi zur Trauer, Erbsen 00.00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 0Ü00 Mk., Wicken 00.00 Mk., Freude _ Baron v. Hertling ist tn Rom finge* 5aT Dnq .«ent. beS »on Seite® verlautet, btaftg ©iefe &“)^nuücfa^iftohetmigen bet ^ita)inarft. er diesmal in Rom bessere Ausnahme suchen „reife. 8um Verkäme stmrden 650 Ochsen, dämmer 131 au* früher , da der Vatikan noch tmmer unter dem gunstrgeri Oesterreich, 82 Bullen, barunter 2 aus Oesterreich, 1119 Kühe, Fersen, Eindruck der Jubiläumo-Mission des Kaisers nud^^brev Stieremrd Rinder, OKuh aus Oesterreich, 302Kälber, 171 Schafe und deutscher Fürsten steht . Auch die Abschaffung des Diktavar^ Hämmel, 1190Schweine,0Ziegen,0Ziegen-,00Schaflammer. Bezahlt' - x n ---------- ivurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen l.Qualtlat 66—68Mk., 2. Qual. 60—63 All., 3. Qual. 51—57 Alk.; Bullen l.Qual. o5 bis I 57 Alk., 2. Qual. 51—53 Mk.; Kühe 1. Qual. 60—61 Alk., 2. Qual. 57—59 Mk., 3. Qual. 46—49 Mk, 4. Qual. 38—40 AU., 5. Qual. 85-36 Alk. Kälber:!. Qualität80-82 Psg., Lebendgewicht 49-50 Pf., 2. Qual. 76—79 Psg., Lebendgewicht 46—48 Psg., Schlachtgewicht 64—68 Psg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 64—66 Psg., 2. Qual. 60—62 Pffg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Lchweure 1. Qual. 64 Pfg., Lebendgewicht 50 Pfg., 2. Qual. 62—63 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., 3. Qual. 52—56 Psg., Lebendgewicht 00—00 Psg. — Geschäft bei Hornvieh schleppend, bei Kleinvieh gut, Markt: geräumt. Ueberstand bedeMend. Im urt de Trance itt in Gefahr. ko. Frankfurt a. M., 12. Mai. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Port v c g r a n c e —g— Am-") Amtliche Siotiernngen der heutigen Fruchtmarktpreise. - Wetzen AU. 17.25—17.50, Kurhessischer Mk. 17.50—00.00, La Plata —---- ---- « -a§ gj|t 17.25—18.00, Roggen (hiesiger) Uebersetzt und bearbeitet von Benno Jacobsen. Samstag, 17. Mai, abends 8 Uhr Theatervorstellung: „DieKinder der Exzellenz". Lustspiel in 4 Aufzügen von Ernst v. Wolzogen und William Schumann. Sonntag, 18. Mai, Konzert der Kapelle des Thüring. Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau. Montag, 19. Mai, Konzert der Cornet-ä-Piston-Virtuosin Frl. Sophie Branden unter Mitwirkung der Kurkapelle. b. Mainz, 11. Mai. Die beiden jungen Leute, die, wie wir ant Freitag berichteten, aus dem Rhein gezogen wurden, ______ sind nickt zufällig in den Fluß gestürzt, sondern haben sich Mk. 17.25—18.00, Kansas —. - . — - - L Furcht vor'der ^’LngLftaV U .eben „eJmenU“S; wollen. Der eine der Lebensmüden verschwand alsbald ui - enmehl 0 AU. 24.50—25.00, 2. Qualität Alk. 22.50 den Wellen, während der andere lebend aus dem Wasser bis Mk. 23.00, 3. Qualität Mk. 20.50-21.00, Roagenmehl 0 gezogen wurde. In das Spital gebracht, versuchte er sofort Mk. 22.50-23.00, 1. Qualität Mk. 21.25-2!L-60, fflieUenrrete SWt 8.75 sinen neuen Selbstmord, wovon er indes mit Gewalt abge- bis ML ^9.00, RogseEete^ oo.oo-^oo.OO?6 All^ per halten wurde. I ioo Kg. ab hier. Frankfurt a. M., 10. Mai. Heute Vormittag kurz^nack - ' ——— 11 Uhr entstand in der Droguerie von I. I. Haas, Fahr- llflUltl ÄiLlÜUNgM. gaffe 115, em Groß feuer. Der Commis Louis Hemtze ^.jgj„^,hrahtmeldungett des Gießener Anzeigers, füllte Broncetmctur ab und kam dabei einem brennenden Darmstadt 12. Rtai. (Privattelegramm des Gasofen zu nahe. Das Gefäß explodierte und setzte im Nu • ' Großherzog ist Sonntag Nachm. den ganzen Laden m Brand. Der Commis wurde leicht Begleitung seiner Schwester, der Prinzessin verletzt. Das Feuer ergriff mit rasender Schnelligkeit den Battenberg, die ihn bei seiner Rückkehr i^ichsauieihe ganzen Laden unb sprang auf das mr Entresolbestndltche Schlosse Wolfsgarten am Samstag empfangen hat, s"/» do. Möbclgejchäfl von Marx über, das fast vollständig ousJ ^(o’’ Heiligenberg abgereist und wird dort einigehWo Ko^oi» . branute. Sie ganze Berufsfeuerwehr war m ^hatlgkett, doch > 1 » v nehmen. — Samstag Nachmittag wurde Hessen * ' arbeitete hauptsächlich die Wache aus der Münzgasse. SieI ^gr. @arniron durch Divisionskommandeur vo n Per- >3^ Hessen . . Hausbewohner wurden mtt Mühe gerettet. . . bandt allarmirt und dem neuen Stadtkommandanten Gene- — Hersfeld, 11. Mai. In der Familie eines^Landwirtes ^^^jor v. Lyncker vorgestellt. Dabei wurde em Offizier in Motzfeld sind 6 Kinder am Typhus erkrankt. ^nf.-Reqts. 115 von einem Schlaganfall betroffen.! jüngste Kmd ist der Krantheü erlegen. K joq auf dem Wege der Besserung befinden. Vermischtes. London, 12. Mai. ein Telegramm des Administrators • Paris, 10. Mai. Hier ist ein koloffaler Erb- der Insel Dominika an Chamberlain besagt, daß infolge des schaftsschwindel entdeckt worden, der von einem Ehepaar Ausbruchs des MontPl^e 40 0 00 Menschen umgekommen Humbert verübt wurde. Das Ehepaar ist flüchtig. Die sind und 19 Schiffe im Hasen von St. Pierre ihren Unter- S5ÄStswfitoiÄ. 12.« «».....U*1Ä. ... ■«« 21.00.0. Dom.- « * ,l“,H"o Tu S? «I."5ulnot«. Ur haftet. Man glaubt, bag Frau Humbert bebeutenbe Summen uniher SSuremMtgierteu. Wie mügenommen habe. Der ^emps" beziffert den Gesamt- ^^Aautet seien die Engländer zu einer En ts ch äd i g u n g ' 1 v ------ m bon drei Millionen Pfund rum Wiederaufbau der Farmen und Abschaffung des Verbannungs-Dekretes bereit. Die Buren verlangen eine autonome Regierung und nach einem Zeitraum von fünf Jahren 4 Mitglieder im I Eretutiv-Rate der Transvaal-Regierung. London, 12. Mai. Der Korrespondent des Reuter- scheu Bureaus in Pretoria führt in einem vom 19. April datierten Schreiben aus: Alle damals in Pretoria anwesenden Delegierten der Buren waren anscheinend wohlauf, mit Ausnahme Steijns, der außer einer Augenkrankheit auch nervenkrank war und dessen Zustand sehr schlimm scheine. — In der ersten am 12. April abgehaltenen Konferenz stellten die Delegierten als Basis der Verhandlungen die Forderung der Unabhängigkeit aus, für1 deren Bewilligung den Uitlanders das liberale Wahlrecht zugestanden werden sollte. Auch wollten die Buren die Forts schleifen. Als die Forderung von der britischen Regierung abgelehnt wurde ,legten die Delegierten eine Reihe Bedingungen vor, auf deren Bewilligung sie den I Buren raten würden, sich zu ergeben. In diesem Stadium der Verhandlungen traf Miln er ein und nahm mit Krt- I chener an allen weiteren Konferenzen teil. Die Forderung der Buren, die Waffen zu behalten, wurde ohne weiteres a b g e l e h n t. Die britische Regierung kam aber in der Frage der Entschädigung für die niedergebvannten Farmen und Wiederausstartung derselben entgegen, erhob auch keine Schwierigkeiten hinsichtlich der geforderten Amnestierung der Aufständischen der Kapkolonie. Die Delegierten gaben zu, daß diese Leute eine Strafe für die Rebellion| (fipffpfithdlP treffen müsse, hoffen aber, daß die Bestrafung in nicht mehr als der Entziehung des Bürgerrechts bestehen werde. Es scheint, als ob diese ^rage keine unuberwindlia)en^chwie- ülHUUUllllUll|llUy* rigkeiten schuf. Die britische Regierung lehnte dagegen ab, Ueber den Nachlaß des am schon jetzt einen Tag für die Einführung einer repra.enta- De-ember 1901 verstorbe- tiven Regierung zu bestimmen. Dies war überhaupt der ^zemoe | springende Punkt der ganzen Verhandlungen. Im Laufe nen Schneidermeisters Äarl der Verhandlungen zeigte sich, daß Steijns Fanatismus Prmper m Gießen wurde I keinerlei Mßigung erfuhr. Zum Stillstand kamen die Be- durch Beichlutz des unterzeich- Danksagung dem Ableben unserer unvergesslichen Tante Für die zahlreichen Beweise der Teilnahme bei Hensel geb. Eeitzel Frau Emilie sagen herzlichen Dank Giessen. Hanau, Wiesbaden. 10. Mai 1902. verbunden mit 3664 Bleichstraße 31. 3482 vermieten. 1572 rerbindunc aufmerksam. 3671 Hochachtungsvoll Robert Ziegler. Seltersweg 53 3260 Hotel Kühne gesucht. Braves Dienstmädchen gesucht. 3663 Juli zu vermieten. 3369 ungen 3583 Mäusburg 4 zciu-t Matjesheringe M neue Kartoffeln empfiehlt 3675 üllKtliMsImtoei!!! 2165 gesucht. 3426 sucht. Steins Garten. '°rnenh praohhJ° junges Hausbürschchen gegen guten Lohn per sofort gesucht. Der Vorstand 3658] 02173 Settersweg 35. Niederlage bet: 2008 Aita.Noll,KMbMr.51 Damenbinden DWK8NM (iinpfrlilmiacn Serini et ungen 2673] Schön möbl. Zimmer in angenehmem Hause, ruhige Lage, zu Perm. 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