9?r. 60 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 13. März 1003 N;enerAnzeiaer " General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Univers.-Buch- w Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Meßen. Jcrn sprrchanscklnßAr.51. VczvgsPreiS: monatlich 7b Pf., viertel-! jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen' monatlich 6b Pf.; durch! die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg.> Annahme von Anzeigen' für die Tages nununep bis vormittags 10 Uhr,i Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem.s Teil: P. Wtttko' fütj „Stadt und ßcmb* und „Gerichtssaal*:R.Ditt'« mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Are Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. Deutsches Deich. Berlin, 11. März. Aus Wilhelmshaven wird gemeldet: Der Kaiser besichtigte auf der Werst das Linienschiff „Wittelsbach*, sodann in der alten Maschincnbauwerk- statt die Maschinen des Linienschiffes „Schwaben". Sodann kehrte der Kaiser auf das Linienschiff „Kaiser Wilhelm II.* zurück und begab sich später zur Teilnahme an der Rekrutenvereidigung nach dem Exerzierhause. Danach hielt der Kaiser eine Ansprache an dieselben, worauf Kontreadmiral Kirchhoff das Hoch auf Se. Majestät ausbrachte. Nach dem Verlassen des Exerzierhauses schritt der Kaiser die Front des zweiten Seebataillons ab und überreichte demselben ein Fahncnband. Hierauf fand Parademarsch statt; nach demselben begab sich der Kaiser nach dem Ofsizierskasino, wo das Frühstück eingenommen wurde. Sodann kehrte der Kaiser an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II.* zurück und erledigte dort Rcgierungsgeschäfte. Am Abend fand beim Kaiser eine Tafel statt. — Der Kaiser hat die Pläne zur Umgestaltung des Grünewald in einen Volkspark genehmigt. — Die Nachricht, daß der Großherzog von Weimar sich mit der Prinzessin Alice von Albany verloben werde, wird von Weimar aus jetzt in schärfster Form dementiert. — Der Generalquartiermeister v. Oberhofer ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Disposition gestellt worden. — Die Wahlprüfungs-Kommission des Reichstages hat die Wahl des Abg. Domnich (frf. Vp.) für giltig erklärt. Bravnschweig, 11. März. Landgerichtspräsident Dedekind veröffentlicht eine Darlegung, worin er die Denkschrift der Regierung über die Stellung der Regentschaft „als einen vergeblichen Versuch bezeichnet, die rechtlich unhaltbare Position der Regentschaft zu sichern. Der Herzog von Cumberland sei, wenn auch behindert,! Landesherr von Braunschweig, für den und in dessen Name der Regent die Negierung führe." München. 11. März. Die Abgeordnetenkammer hat heute Abend den Antrag der liberalen Vereinigung auf Verstaatlichung der Volksschulen gegen die Stimmen der Liberalen, der Sozialdemokraten und der freismnigen Vereinigung ab gelehnt. — Der m der gestrigen gesprengten liberalen Versammlung durch einen Maßkrug an der Schläfengcgend Verletzte soll ein Oberlandesgerichtsrat sein, der wie viele Beamte, Profefforen, Juristen rc. gekommen war, um Hoensbroech zu hören. Ein Rechtspraktikant soll an der Stirn verletzt worden sein. Ausland. Nizza, 11. März. Gestern fand die offizielle Verlobung des Prinzen Mirko von Montenegro mit dem Fräulein Natalie Eonstantinowitsch statt. Basel, 11. März. Der derttsche Kronprinz ist hier eingetroffen. Konstantinopel, 10. März. Das Kriegsgericht verurteilte den Chef des Infanterie-Departements im Kriegsniinisterium, Generalleutnant Rassirn, zur Degradation und Verbannung. Ferner wurde der Marschall Fuad zur Degradation und fünfjähriger Festungshaft verurteilt. New-Dork, 11. März. Einem Telegramm aus Panama zufolge griff General Herrera Aguadulce am 20. Febr. an. Castro leistete 4 Tage Widerstand, dann ließ er die Stadt im Stich, indem er die Reihen der Liberalen durchbrach. Die Aufständischen verloren 7 00 Tote und Verwundete. Minz Keir.rich in Amerika. Philadelphia, 10. März. An dem Diner der Union League zu Ehren des Prinzen Heinrich nahmen 100 Burger teil. Dem Prinzen gegenüber war ein Bild des Kaisers angebracht. Der ganze Saal war in höchst charakteristischer Weise mtt Maiblumen und nach dem Prinzen Heinrich benannten Nelken geschmückt. Während des Mahles hielt Prinz Heinrich folgende Abschiesd-Ansprache: „Ich wünsche. Ihnen für die freundliche Aufnahme zu danken, welche ich in den Vereinigten Staaten gefunden habe. Meine .Herren! Dies ist wohl die letzte Gelegenheit, welche ich während meines Aufentahlts in den Vereinigten Staaten habe, öffentlich zu sprechen. Ich bin sehr betrübt darüber, daß dies so sein muß. Was ich jetzt Ihnen Mitteilen werde, sage ich vor der ganzen Welt: Es war absolut kein geheimer Zweck, der mit meiner Mission in Ihr Land verknüpft war . Sollte jemand von Ihnen ettvas Gegenteiliges lesen oder hören, so ermächtige ich Sie hiermit, dies rundweg zu bestreiten. Mir wurde gesagt, bevor ich meine Reise au trat, Äug' und Ohr so weit als möglich zu öffnen und so wenig wie möglich zu sprechen. In der letzten Beziehung bin ich bange, daß meine Mission fehl- geschlagen ist. Ich sah bedeuterid mehr Dinge, als viele von Ihnen glauben mögen. Ich hörte gleichfalls viel Dinge, darunter viel freundliche Worte von einzelnen Personen, rote aucy Den Jubelruf von tausenden Ihrer Landsleute. Was ich in Ihrer Gegenwart ausspreche, spreche ich vor Ihrer ganzen Nation aus, nämlich meinen herzlichsten Dank für die freundliche Aufnahme nud die Sympathien, welche ich während meines Aufenthaltes in Ihrem Lande fand. Es liegt mir am Herzen, dem Kaiser hiervon Kenntnis zu geben. Morgen trete ich die Rückreise an. Es wäre nickst Recht von mir, wenn ich sagen würde, es thät mir leid, wieder nach Hause zu reisen, aber gleichwohl überkommt mich ein trauriges Gefühl, das Land verlassen zu müssen, wo ich mit so viel Güte und Gastfreundschaft ausgenommen wurde. Lassen Sie mich meine Herren, Ihnen noch, sagen: Lassen Sie uns darnach trachten Freunde zu sein, und lassen Sie es uns auch wirklich sein!" Diese Rede wird in Amerika von allen Seiten sehr freundlich besprochen. Viele Blätter überschreiben ihre Berichte mit dem Worte des Prttizen: Laßt uns versuchen Freunde zu sein." „Neroyork Ti 'm e s" schreibt: Es giebt keinen Amerikaner, der dem Prinzen während seines kurzen aber ereignisreichen Aufenthaltes in diesem Lande begegnet oder nicht begegnet ist der nicht bereit wäre zuzugeben, daß es ein glücklicher Gedanke seines kaiserlichen Bruders war, ihn hierher zu senden, ohne daß der geringste Grund vorläge anzunehmen, daß er irgend welche andere Mission hätte als diejenige, sich seinen Wirten angenehm zu machen und ihre freundschaftliche Gesinnung für eine Nation zu gewinnen deren so liebenswürdiger Vcr-, treter er ist. DieBeziehungenzwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland sind auS«i gesprochen besser feit dem Besuchdes Prinzen Heinrich, der somit der herzlichen und guten Wünsche, welche das amerikanische Volk seinem scheidenden Gaste mit auf die Reise giebt im höchsten Maße würdig ist. — „Sun" schätzt den Takt des Prinzen, sein feines Verständnis, seine Würdigung des amerikanischen Sinnes für gute Kamerad-i schäft und der Wunsch zu erfreuen und erfreut zu werden, haben ihm die allgemeine Achtung und Liebe erworben^ ,Ein Lebewohl dem guten Kameraden." Prinz Heinrich kehrte wie aus Newyork gemeldet wird, am Montagabend frühzeitig nach Hoboken zurück uni* blieb einige Zeit an Bord der ,Deutschland. Später gab er an Bord des Schiffes ein Mahl an dem das vom PMp. deuten Roosevelt für den Prinzen eingesetzte Komitee unfr andere Gäste im ganzen 48 Personen, teilnahmen. Es wurden Trinksprüche aus den Präsidenten Roosevelt, Kaiser Wilhelm! und den Prinzen Heinrich ausgebnacht; nach dem ihm gewidmeten Trinkspruch verbeugte sich der Prinz dankend. Reden wurden nicht gehalten. Danach begab sich Prinz Heinrich nach Newyottk mW der Gala-Vorstellung im deutschen Irving Place- Theater beizuwohnen die infolge seines Nichtcintreffens an dem festgesetzten Tage dem 22. Februar, verschoben roorden war. Als Prinz Heinrich vor dem Theater vorfuhr, ereignete sich ein kleiner Unfall. Infolge der brausenden Hurrarufe scheuten die Pferde und das Vorderrad des Wagens stieß heftig gegen die Pfosten auf welchen die Ueberdachung des Trottoirs ruhte. Die Ehrenpforte stürzte mit lautem Krach ein doch richteten der Polizei-Inspektor Thompson und der Sergeant Hodains die Pfosten wieder auf und hielten sie fest während der Prinz, dem beinahe die Mütze vom Kopfe herabgeschlagen mürbe, den Wagen verließ. Der Eingang zum Theater war mit Blumen auf das herrlichste geziert. Den Zuschauerraum erfüllte eine glänzende Gesellschaft die den Prinzen lebhaft begrüßte. Der Vorstellung von Blumenthals ,Fm weißen Rößl" wohnte der Prinz mit sichtlichem Vergnügen bis Mitternacht bei. Den Dienstag-Vormittag verbrachte der Prinz an Bord der „Deutschland". Hier empfing der Prinz die Vertreter des Präsidenten Roosevelt, die ihn während seines ganzen Aufenthalts begleiteten. Dieselben nahmen alsdann an dem A b s ch i e d s m a h l teil, das der Prinz den Teilnehmern an der Rundreise, im Ganzen 28 Personen, gab. Das Mahl war um 1 */2 Uhr beendet. Am Schluffe steckte Prinz Heinrich die American-Beauty-Rose an, wobei er bemerkte: „Dies ist das Abzeichen, welches ich während meiner ganzen Reise bewundert habe." Jeder Gast steckte ebenfalls eine solche Rose an die Brust. Alsdann nahmen die Vertteter des vortrefflichen Freundin: Fräulein Stapelfeld. Sie sang die Arie „Erbarme Dich" aus der Mathäuspassion und „Es ist vollbrackst" aus der Johannespassion voll Johann Sebastian Dach. (Herr Trautmann — irren wir nicht — an der Orgel.) Den Meister aller Meister, Johann Sebastian Bach, noch mehr hervorzuheben, als durch Anführung seines vollen gewichtigen Namens fühlen wir uns zu schwach! Wer vermag ihm genug zu thun? Fräulein Stapelfeld wurde seinen gewählten Werken mit chrer warmen schönen Altstimme — nur glauben wir bemerkt zu haben, daß die Tongebungsart in den höheren Lagen zwar der Kraft des Tones zu gute kommt, aber den Charakter der Vokale fälschte, und auch nicht den natürlichen Klang hat, wie die tieferen Töne — vollauf gerecht und ihre Kunst mochte uns so recht zu Gemüte führen, was es doch für eine erhabene Sache um echte große .Kunst sei! Dazu kann es doch der Liebhaber bei aller subjektiven Hingebung nur sehr selten bringen; denn ihm fehlt es doch wohl an jenem inneren Drang zur Kunst, der jeden großen Künstler zwingt, allen Hindernissen zum Trotz sich ganz der Kunst hinzugeben, wenngleich ihn, den Liebhaber, [eine Liebe zur echten Kunst davor bewahrt, einen Beruf Daraus zu machen, auf den dann der Satz angewandt werden müßte: „Die Kunst geht nach Brot". Und doch muß es ja natürlich auch solche Verufsmusiker geben! Die Sonne aber scheinet diesen wie jenen. Doch auf den Höhen ist nur für wenige Platz; das war so und wird immer jo sein, solange wir voranschreiten und immer wieder neue Höhen entdecken, wenn wir eine erreicht zu haben glauben. Nicht im Erreichten, im Erreichen liegt höchste Befriedigung! Herr G ö r l a ch, dem auch die Knabenchöre zu danken sind, leitete die Ausführung durch den 1. Satz der F-moll Sonate für Orgel von F. Mendelssohn-Bartholdy ein und brachte später noch den 2. Satz, das Adagio. Endlich spielte Herr Franz Bauer die obligate Violine zur ersten Arie aus der MatthäuSpassion und aus dem Konzert Johann Sebastian Bach'S in L-moll bafl Andante (für Violine mit Orgelbegleitung). Es ist sehr erfreulich, daß auch solche Sachen gebracht werden können, und eine dankenswerte Leistung der Herren, wenngleich wir ein größeres Hervortreten des kirchlichen Charakters dieser Werke gewünscht hätten. Htisttiche Wustkauffuörung des Evangelischen Kirchengesangvereins. x , Gießen, 12. März. Ein vortrefflich gewähltes Programm brachte der rastlos und mit schönem Erfolg unter der ausgezeichneten Leitung seines Dirigenten, Universitätsmusikdirektors G. T r a u t man n thätige Verein am Sonntag in der Stadt- iirctje zur Aufführung. Mit gutem Gelingen! Und wie , Bleien Gelegenheiten war in dem weiten Raume kein Plätzchen mehr zu haben, sodaß man wünschen möchte, wir hatten nur eine Kirche, aber diese doppelt so groß- insbesondere muß man es bedauern, daß auch der Platz' auf dem Chor für die Ausführenden so eng bemessen rst und bei dem seinerzeit bethätigten Umbau nicht ver- größert cherden konnte. Wie herrlich würde hier nicht zum Beispiel auch Beethovens große Messe zu Gehör gebracht werden formen, — wenn dafür Platz wäre Doch wir müssen schon zufrieden sein mit dem, was ist » Hauptinteresse dürfen wohl die Chornummern Ar sich in Anspruch nehmen. Zunächst Bruchstücke ' aus F- Mendelssohn-Bartholdys Motette für Tenor olo, Chor und Orgel: „Aus tiefer Not schrei ich zu dir" Auf den Anfangschoral folgte das Tenorsolo mit nachfolgendem Chor und dann wieder Choral. Wenn man diese Komposition mit den beiden folgenden a eapella Chören vergleichen wollte, so müßte man diesen unbedingt den Preis zuerkennen; so sehr überragen sie jene an Ursprüng- "chkeit und tiefer Empfindung. Tas gilt ganz besonders von G. A. Perti's: „Ehre sei Dir, o Christe", aber nicht viel weniger auch von Barthol. Gesius': „Herr der du als ein Stilles Lamm" von 1607! Wie kühl stehen neben diesen beiden der korrekte hergebrachte Mendelssohn. Wie warm weckt Perti nicht die rechte Empfindung zu den Worten seines Textes, einer der Unserigen fast aus der heutigen Zeit! Wenn dazu eine orchestrale Begleitung geschrieben wäre, sie müßte ganz moderner Art fein, wie etwa der zum Schluß gebrachte Arnold Mendelssohn: „Das Leiden des £>errn" (nach einem altdeutschen Volkslied) für Chor, Soli, Orgel und Orchester. Ein ganz vortreffliches Merk! Tiefe lapidare Einfachheit und Kraft der Melodieen! Tabei im schönsten Matze dramatisch und jeder Stimmung angepaßt! Es war eine vortreffliche Auswahl, die Ausführung war es kaum minder. Aber die Sachen sind nicht leicht und in einer kleinen Stadt wie Gießen muß auch manche halbe Kraft dankbar genommen werden. Zu peinliche Auswahl möchte wohl leicht zu gar zu kleinen Chören führen und wenn ein so vortrefflicher Dirigent an der Spitze steht, bann wird jeder auf den rechten Platz gestellt und die Unebenheiten verschwinden für den Hörer fast völlig. Tas gilt in diesem Falle vom Chor wie vom Orchester. Tie Kunst, mit der es yerr Trautmann im besonderen versteht, das Maß von Anforderungen an den Chor zu stellen, das er einerseits zu Gunsten eines ungetrübten Genusses für den Zuhörer stellen muß, andererseits an die ihm gestellten Kräfte noch eben stellen darf, ist geradezu vewun- dernswert! Es war jedenfalls vom Programm sehr gut gemeint, daß es auch die Namen derer enthielt, die m den Chorstücken die vorkommenden Soli zur Ausführung brachten; und es ist ja sehr nett, daß wir hier in Gießen „geschätzte Kräfte" haben, die das gern und mit gutem Gelingen thun. Aber wir meinen doch, daß man damit ein klein Stück Eitel kett in eine Sache hineinträgt, wo sie weniger als irgendwo sonst hingehort. Ja, wir meinen sogar, daß die Zuziehung von Lieb hader kräs ten nur dadurch gerechtfertigt ist, daß es sich um eine Aufführung handelte, die nicht, wie ein öffentliches Konzert gegen Eintrittsgeld, angesehen werden will; der ideelle kirchliche Hintergrund ist es, der es ähnlich wie auch wohlthätige, soziale Zwecke, z. B. in Volkskonzerten rechtfertigt, wenn man, doch schließlich aus Rücksichten der Kostenersparnis, Dilettanten zuzieht. Schließlich wollen aber die vielen Berufsfänger doch auch leben! Um so mehr aber muß hier das persönliche Moment zurücktreten. Uebrigens bestätigen wir gern, daß unsere „geschätzten Kräfte" sich bewährt haben; doch schien uns der Vertreter der Baßpartie im letzten Stücke das Tempo etwas zu verschleppen. Ganz brav waren auch die beiden Knabenchöre! Tie Eigenart joldjer Knabenstimmen paßt an sich doch nirgend besser hin, als in die Kirche zu solchen Sachen. Wer in der glücklichen Lage war, den Leipziger Thomanerchor in seinen regelmäßigen Motetten zu bören, wird sich sein ganzes Leben dieser schönen Stnnoen gern erinnern. Sehr dankbar ist jedenfalls der Verein auch feiner Präsidenten Roosevelt von dem Prinzen Abschied. Admiral EvanS schüttelte dem Prinzen die Hand und sagte: „Ich habe dem Prinzen und meinen Brüdern von der deutschen Flotte nur Folgendes zu sagen: Wir freuen uns, daß Sie gekommen sind, wir bedauern, daß Sie fortgehen und wir hoffen, daß Sie wiederkommen. Es macht mir große Freude, als Vertreter der amerikanischen Flotte die Hand der Freundschaft zu ergreifen, welche Sie so gütig über den atlantischen Ocean herüber ausstreckten." Generalmajor Corbin sagte: „Die Erinnerung an die Reise wird für immer in mir wohnen." Unterstaalssekretär Hill sagte: „Die Erinnerung an Ihren Besuch wird stets in unseren Herzen und im Herzen des amerikanischen Volkes fortleben." Darauf wurde eine photographische Aufnahme gemacht, die den Prinzen, umgeben von seinem Gefolge und zusammen mit den Vertretern Roosevelts, zeigt. Um 2 Uhr sandte der Prinz ein Abschiedstelegramm an den Präsidenten. Von Deck der „Prinzessin Viktoria Luise", die neben der „Deutschland" lag, herüber tönte der Gesang, den die vereinigten Sänger von Hudson Countp anstimmten. Die Ausfahrt der „Deutschland" war sehr geräuschvoll, da alle Dampfpfeifen im Hafen ertönten. Fast alle Fahrzeuge waren schön geschmückt. Das Wetter war vorzüglich und Prinz Heinrich stand auf der Kommandobrücke, immerfort nach beiden Seiten grüßend. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Prinz Heinrich verläßt den gastlichen Boden der Vereinigten Staaten. Seine Fahrt nach Newyork, sein Besuch in Washington und vielen anderen Stätten amerikanischer Geschichte und Kultur verfolgt — darüber ist man auf beiden Seiten ohne Belehrung von dritter Stelle einig — keinen bestimmten poli- tischen Zweck. In der Bekräftigung der überlieferten Freundschaftsgesinnung zwischen zwei großen, kraftvollen und hoffnungsreichen Nationen, der Erneuerung des alten Vertrauens, der Bezeugung des lebendigen Verständniffes, das die Eigenart der Amerikaner für die tüchtige Kulturarbeit gerade in demjenigen Lande Europas findet, welches der großen Republik so viele wackere Bürger geschenkt hat, erkennen wir die Bedeutung der Mission des Prinzen. Der glückliche Verlauf dieser Mission läßt das deutsche wie das amerikanische Volk mit reiner Befriedigung auf die nun der Geschichte angehörenden festlichen Tage zurückblicken. Für dieses Wirken im Dienste des Völkerfriedens danken wir dem Kaiser, der die Reise veranlaßte, wie dem Prinzen, der sie mit schönem Erfolg durchgeführt hat. Nicht minder danken wir dem Präsidenten derRegierung und dem Volk - der Vereinigten Staaten für die giftfreie ritterliche und glänzende Aufnahme^ welche sie dem Bruder des Kaisers bereiteten, und neben den amtlichen Ehrungen, die dem Vertreter des Herrschers, Landes und Volkes so reichlich zuteil geworden sind, gedenken wir voller Erkenntlichkeit auch der ungezählten Tausende amerikanischer Männer und Franen, die den deutschen Prinzen überall freudig und aus ehrlichem Herzen willkommen geheißen. Gerade aus diesen ganz fteiwilligen Freundschaftskundgebungen aller Schichten des selbstbewußten Volkes schöpfen wir die Zuversicht, daß der gute Geist, der durch den Besuch im Lande George Washingtons hüben wie drüben sich bethätigte, in den politisch durch nichts getrübten Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und den Vereinigten Staaten zum Nutzen beider Völker fortwirken wird. • * Das Telegramm, das Prinz Heinrich vor seiner Abreise an den Präsidenten Roosevelt richtete, lautet in deutscher Uebersetzung etwa folgendermaßen: Am Tage meiner Abreise möchte ich sowohl Ihnen persönlich wie auch der Nation, deren Gast ich gewesen bin, danken für all' die Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und herzliche Gesinnung, die mir während meines Besuches in Ihrem interessanten Lande ent gegen geb rächt worden sind. Ich hoffe, daß mein Besuch die Gefühle der Freundschaft Uvischen dem Lande, dessen Vertreter ich bin, und den Vereinigten Staaten gestärkt hat. Indem ich Ihnen Lebewohl sage, wünsche ich Ihnen jeden möglichen Erfolg. Ich bitte Sie, mich Frau Roosevelt und Fräulein Roosevelt zu empfehlen, die in so bezaubernder Weise und so herzhaft ihre Aufgabe beim Stapellauf S. M. Jacht „Meteor"' erfüllten. Nochmals herzlichsten Dank. Hoffentlich sehen wir uns wieder. Prinz Heinrich von Preußen. — Der Präsident antwortete: Weißes Haus. An den Prinzen Heinrich von Preußen, Dampfer „Deutschland", Hamburg-Dock, Hoboken. Nicht allein persönlich habe ich mich über Ihren Besuch gefreut, sondern auch für meine Landsleute. Es drängt mich. Ihnen meine Freude auszudrücken darüber, daß ich Sie gesehen habe, und über das thatsächlich Gute, das, wie ich denke, der Wunsch bewirkt, indem er das Gefühl der Freundschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten förderte. Es ist mein ernstester Wunsch, daß dieses Gefühl ständig stärker werden möge. Frau Roosevelt sendet herzliche Anpsehl- ungen. Fräulein Roosevelt würde dasselbe thun, wenn sie nicht abwesend wäre. Ich bitte Sie, meine herzlichsten Grüße dem deutschen Kaiser zu übermitteln. Nochmals danke ich Ihnen für den Besuch und wünsche Ihnen alles Gute, wo immer Sie sein mögen. Theodor Roosevelt. Aus Stadt und Saud. Gießen, 12. März 1902. ** Parlamentarisches. Die sozialdemokratischen Abgeordneten haben in der 2. Kammer eine Interpellation eingereicht, die Großh. Negierung um Auskunft zu ersuchen über die Arbeitsverhältnisse — Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden, Ruhepausen, Sonntagsruhe, freien Tage u. s. w. der im preußisch-hessischen Eisenbahndienst beschäftigen Beamten nnd Arbeiter, soweit sie auf hessischem Gebiet stationiert sind. ’• Extra-Konzert. Man schreibt uns: Musikdirektor Krauß e veranstaltet unter Hinzuziehung des Rezitators und Humoristen Fürst sowie der Konzertsängerin Margaretha Brand mit seiner Kapelle am Donnerstag Abend in Stein's Saalbau einen musikalisch-deklamatorischen Abend, der allgemeines Interesse erregen wird. Die Leistungen unserer tüchtigen Kapelle sind ja allen bekannnt. Aber auch Herr Oskar Fürst ist sehr vielen kein Unbekannter mehr, hat er doch längst, ehe man an „Hebe rbrettl" dachte, dieses Genre gepflegt, ohne zu der wenig logischen Bezeichnung zu kommen. Unter Ueberbrettl versteht man weiter nichts, als die Darbietungen ernster und heiterer Sächelchen auf musikalischem und deklamatorischen Gebiete in künstlerisch vollendeter Weise. Die Vorträge mögen noch so bescheiden sein, der Vortragende muß ein fertiger Künstler sein und sie in dieser Weise interpretieren. Unter der Bezeichnung „Fürstlicher Hnmor" ist eine ganze Reihe von Vorträgen von Fürst in die Welt gegangen, die noch heute zn den besten ihrer Art zählen. Fräulein Brand ist eine sehr ernst zu nehmende Künstlerin, die nur nach dem Höchsten strebt. * * Aus dem Theaterbureau. Der Rest der Theatersaison, welche am Freitag kommender Woche, den 21. d. Mts., schließt, bringt noch einige Neueinstudierungen, z. B.: „Das vierte Gebot", Volksstück von Anzengruber und eine Novität: „Es lebe das Leben" von Hermann Sudermann. * * Der Kinematograph auf Oswaldsgarten, der am Sonntag von dem Sturm so arg mitgenommen wurde, ist nunmehr wieder intakt, so daß heute abend die erste Vorstellung stattfindet. * * NcchtSanwalt Weidig feierte am Montag seinen 70. Geburtstag. Die frühere freiwillige Feuerwehr veranstaltete ihm zu Ehren im Restaurant „Gambrinus" einen Kommers, der einen schönen Verlauf nahm. * * Gießener Fischbörse. In dem Schaufenster der „Gießener Fischbörse" am Marktplatz ist heute ein Riesenfisch ausgestellt. Der Fisch, ein Heilbutt, hat das ansehnliche Gewicht von etwas über 100 Pfd. Bekanntlich ist das Fleisch dieser Fischart vorzüglich. ** Vcrm ßt. Am 9. verschwand ein hier bediensteter Kaufmannslehrling. Nach einem von ihm zurückgelassenen Brief beabsichtigte er, seinem Leben ein Ende zu machen. ** Eine Geistesgestörte Seit einigen Tagen macht sich eine hier wohnende, anscheinend geistesgestörte Frauensperson dadurch auffallend bemerkbar, daß sie auf der Straße Passanten anstößt und belästigt. So hat sie gestern und vorgestern mehrere Herren und Damen auf der Straße belästigt, einen Herren und zwei Damen hat sie sogar ins Gesicht geschlagen. Von Seiten der Polizeibehörde sind die nötigen Schritte eingeleitet worden. ** Kriegerkameradschast ,Hassia^. Der Abgeordnetentag der Kriegertämeradschaft „Hassia" findet diesmal in Oberhessen, und zwar am Sonntag, 1. Juni, in Grünberg statt. — Die Gewinne der zweiten Gesellschaftslotterie der „Hassia" müffen bis zum 1. April abgeholt und verloren gegangene Lose bis zum selben Tage angemeldet sein. — Die dem Landesverband der „Hassia" für 1901 von der Versicherungsgesellschaft „Providentia" zu zahlende Gesamtbonifikation, wovon die Vereine, deren Mitglieder versichert sind, die Hälfte erhalten, beträgt 18 309.47 Mk. An Brandschäden waren in 1901 7002 Mk. mehr zu zahlen wie in 1900. Es ist also im abgelaufenen Jahr ein außerordentlich günstiges finanzielles Ergebnis erzielt worden. ** Buchb-nder-Verkmigung. Auf Einladung mehrerer Buchbindermeister Oberhessens tagte, wie man von auswärts meldet, am 9. d. M. hier eine Versammlung behufs Gründung einer Buchhinder-Vereinigung zu gemeinsamer Vertretung der Interessen des Standes. Die anwesenden Meister erklärten sich bereit, die Vereinigung sofort zu konstituieren. In einer demnächstigen Versammlung sollen die Statuten beraten werden. — Die Vereinigung scheint unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ihr Leben fristen zu wollen, da sie uns über ihre Absichten und Wunsche zu orientieren unterlassen hat. Hungen, 11. März. Auf dem gestrigen Schweine- markt konnte die Nachftage nach Ferkeln und Einleg- schweinen nicht befriedigt werden, es war eine große Menge Kau stieb hab er erschienen, aber der Auftrieb war nur ein knapper mittelmäßiger. Letzterer Umstand dürfte dem am gleichen Tage in Echzell stattgefundenen Schweinemarkt zuzuschreiben sein. Die Preise waren denn auch bei einem vollständigen Ausverkauf des Marktes sehr hoch. Zu Anfang hielten sie sich auf der normalen Höhe, als jedoch um 9 Uhr noch eine Menge Käufer eintraf und ein weiterer Schweineauftrieb nicht mehr erfolgte, schlugen die Händler auf. In kurzer Zeit war der Markt geräumt. (Einleger kosteten das Paar 110—116 Mk., stärkere Ferkel im gleichen Verhältnis. Es waren sogar ganz geringe Milchferkel zum Verkauf angeboten. Auch diese wurden sämtlich verkauft zu doppelt so hohen Preisen als in früheren Jahren. Darmstadt, 11. März. Schon im Laufe des Vormittags wurden der Prinzessin Elisabeth zahlreiche Glückwünsche und Blumenspenden dargebracht. Mittags fand im „Neuen Palais" Familientafel statt, an welcher die Erbach-Schönberg- schen Herrschaften teilnahmen. Für den Abend war im Hoftheater eine Ovation für das hohe Geburtstagskind geplant. — Im „Britannia-Hotel" hat Prinz Reuß XIX. nebst Gemahlin, Generalleutnant und Kommandeur der 34. Division in Metz, Wohnung genommen. — Wie man uns mitteilt, befindet sich Hauptmann v. Sclasinsky, bei dem, wie wir gestern berichteten, sich plötzlich auf dem Kasernenbof Symptome geistiger Umnachtung zeigten, auf dem Wege der Besserung, sodaß seine baldige vollständige Genesung erhofft werden kann. b Alzey, 11. März. Die für Rheinhessen projektierte Irren-Anstalt soll dem Vernehmen nach hier errichtet werden. Gerichtssaal. Gießen, 11. März. (S traf ka mmer.) Die Staatsanwallschaft vertritt Oberstaatsanwalt von Hcssert. — Zuerst kommt zur Verhandlung die Strafsache gegen die Armenhausbewohner, die Eheleute Kohler III aus Homberg. Dieselben sind durch Urteil- Erkenntnis des Schöffengerichts Homberg vom 10. Januar wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sie ebenso wie die Staatsanwaltschaft haben gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Die Berufung der beiden Angeklagten und die der Staatsanwaltschaft wird als unbegründet verworfen. — Verbandelt w:rd darauf wegen Kuppelei gegen die Eheleute Weitzel, Oie in Bad-Nauheim eine Wirtschaft haben, welche sie zu einer Animierkneipe eingerichtet und so der Unzucht Vorschub geleistet haben. Die Verhandlung, wird wegen Gefährdung der Sittlichkeit unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ge» führt. Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wirb Urteil dahin lautend verkündet: Beide sind schuldig des Vergehens gegen § 180 St.-G.-B. W. wird zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahre und drei Monaten verurteilt. Frau W. in eine Gefängnisstrafe von einem Jahre verurteilt. Sechs Wochen der Untersuchungshaft kommen beiden in Anrechnung. W. werden die bürgerlichen Ehrenrechte für fünf Jahre aberkannt. Außerdem werden die Angeklagten in die Kosten verurteilt. AuS der llrieitsbcgriinbung ist indeß folgendes heroorzuheben: das Gericht ist um denvillen über den Antrag der Staatsanwaltschaft weit hinausgegangen, da die Angeklagten, trotzdem wegen ganz desselben Vergehens m Bad-Nauhenn vor nicht langer Zeit eine Verurteilung erfolgt ist, doch chren -betrieb forme etzt haben und da durch die Angeklagten Mädchen dem Verderben zugeführt worden sind,dieponHaus ausinkemerWeisenpradesti- niert waren. Da die Angeklagten geständig sind, wird die erlittene Urüev- suchungshaft aufgerechnet. — Hierauf ergehen die Urteile auf Em- uehuna gefälschter Ein- und Zweimarkstücke. — Die Verhandlung gegen Oie Katharina Balser aus Gießen wegen Diebstahls wird, da die Angekagle nicht erschienen ist, aus den 25. März 1902 vertagt. Gegen die Angeklagte ergeht Haftbefehl. — In der Strafsache gegen Karl Eppler aus Eupen und Heinrich Schmi bt aus Dossenheim wegen Betrugs- und Urkundenfälschung wird nach mündlicher Verhandlung Termin zur Verkündung der Entscheidung auf Freitag den 14. Marz anberaumt. — Der Berufung des Taglöhners Geisel ans Hesfeld wird in der Weise stattgegeben, daß derselbe unter Aushebung der Verurteilung wegen Betrugs des Vergehens der Unterschlagung im Sinne des § 246 St.-G.-B. für schuldig erklärt, zu 2 Wochen Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens verurteilt wird. — Der in Untersuchungshaft befindliche Andreas Theodor Held von Offenbach wird des einfachen Diebstahls im strafrechtlichen Rückfalle und des Vergehens wider die Sittlichkeit aus § 183 St.-G.-B. schuldig erkannt und in eine Gesamtgesangnisslrase von einem Monat und vierzehn Tagen sowie in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft wird auf die erkannte Strafe angerechnet. Born Burenkrieg. Es ist in der That nicht gerade viel, was die englische Regierung dem Bnrenhilfsbnnd zugestanden hat bei dessen Bemühungen, den in den Konzentrationslagern Eingeschlossenen Beistand zu leihen. Insbesondere ist der Wunsch unerfüllt geblieben, durch Entsendung von Ambulanzen den Verwundeten zn Hilfe zu kommen. Die Buren halten den Weg offen für deutsche Ambulanzen, die englischie Regierung aber kann über iHv Mißtrauen, daß dadurch militärische Pläne vorzeitig bekannt werden möchten, nicht hinweg- rommen. Zu zwei Konzessionen hat sich aber England doch verstanden: zur Beförderung der Liebesgaben direkt in die Buren lager, anstatt über Prätoria, und zur Gewährung von Zoll- und Frachtfreiheit für solche Sendungen. Bezüglich der Bildung von Lokalkomitees in den Lagern wird als eine gewisse Garantie für ordnungsmäßige und zweckentsprechende Verteilung anzusehen sein, daß Geistliche der holländischen reformierten Kirche als Sekretäre der Lagerkomitees wirken sollen. Nach Lage der Dinge scheint füp jetzt nicht mehr erreichbar zu sein. Die deutsche Regierung hat es offenbar an Eifer nicht fehlen lassen, und sie darf den Dank und die Anerkennung aller beanspruchen, die an dem humanen Werke der Burenhilfe teilnehmen. Der Staatssekretär des Auswärtigen, Frhr. v. Richthofen, der gestern im preußischen Abgeordnetenhause von der And wort der englischen Negierung Mitteilung machte, knüpfte jedoch noch einige „allgemeine Bemerkungen" an, und diese werden nicht ohne Widersprach bleiben. Frhr. v. Richthofen plädierte, kurz gesagt, für die Schonung der Empfindlichkeit der englischen Nation. Man solle diese Empfindlichkeit möglichst nicht herausfordern. Frhr. v. Richthofen erwähnte die letzte schwere Niederlage der Engländer und meinte, es entspräche der Würde der Nation, menschlich mehr Anteil zu zeigen bei der Verwundung des Lord Methuen, der als einstiger Militär- Attachee in Berlin das freundlichste Andenken hinterlassen habe. Wir bezweifeln, ob es sehr glücklich war, gerade bei diesem Ereignisse „freundlichen Zuspruch" anzuregen. Man kann Lord Methuen bedauern, aber dies Bedauern wird ,toeit überwogen von der großen, fast alle Schichten der Bevölkerung erfüllenden Befriedigung, daß es dem Buren- Helden Delarey und seinen Mitstreitern gelungen ist, diesen glänzenden, folgenschweren Sieg zu erringen. Persönlich mag Lord Methuen ganz vortreffliche und mit Recht geschätzte Eigenschaften besitzen; über seine strategischen Fähigkeiten jedoch hat man keine hohe Meinung. Und das mit ebensoviel Recht, nach der Reihe von Mißerfolgen dieses Befehlshabers. Nur für den Augenblick wird in London mit herber Kritik an Methuen zurückgehalten, indessen doch zugegeben, daß seit Colenso und Maggerssontein den britischen Waffen kein so ernster Schlag zugefügt wurde. Da nun einmal die deutschen Sympathien auf der Seite der Buren sind, so ist es nur natürlich, daß dieser Sieg den Buren von Herzen gegönnt wird. Noch mehr als der Erfolg an sich gereicht zur Befriedigung, daß die Energie der Buren ungeschwächt ist, daß sich noch manche ähnliche That von ihnen erwarten läßt. Wird denn aber wirklich von Deutschland aus die „englische Empfindlichkeit" gar so sehr herausgefordert, wie dies Frhr. v. Richthofen annimmt? Es sind die harten Thatsachen, nicht die harten Worte, welche die englische Nation verletzen. Dem Wollenden geschieht kein Unrecht, lautet der alte Rechtssatz. England hat diesen ungerechten Krieg heraufbeschworen, dafür muß es eben auch die Konsequenzen in vollem.Umfang auf sich nehmen. Frhr. von Richthofen führte ein Beispiel an, zum Beweis, daß gewisse haarsträubende Beschreibungen über die Behandlung der Gefangenen durch die Engländer unzutreffend find. Tie gefangenen Buren in Ceylon genießen nach dem Zeugnis eines deutschen Generals eine erstklassige Verpflegung. Daß Uebertreibungen, ja Unwahrheiten Vorkommen in Kriegsschilderungen, ist seit alten Zeiten bekannt. Aber wieviel absolut einwandfreies, beglaubigtes, von den Engländern selbst nicht geleugnetes Thatsachen- material ließe sich entgegenstellen denjenigen Fällen, in denen die Pflichten einer zivilisierten Nation erfüllt worden sind! — Frhr. v. Richthofen drückte zum Schluß seiner Rede die Hoffnung aus, bei freundschaftlicher Gesinnung könne Deutschland vielleicht doch „ein gutes Wort einlegen für unsere gemeinsamen Vettern in Südafrika." Ob den Buren nach solchen stärkenden Erfolgen darum zu thun ist? Nachgerade hat England das größere Interesse an der Beendigung des unglücklichen Krieges. Was es nun thun wird? Wir werden's ja sehen! Aus Amsterdam wird gemeldet: Aus der Umgebung Krügers kommende verläßliche Nachrichten versichern, daß laut telegraphischen Meldungen die Verlustziffern auf englischer Seite bedeutend höher seien, als sie im Unterhause angegeben wurden. Angeblich hat noch ein zweites Treffen stattgefunden, über dessen Verlauf Einzelheiten noch nicht eingetroffen sind, das aber gleichfalls zu Gunsten der Buren entschieden wurde. Die Burendelegation erklärte, diese neueren Meldungen seien treffliche Illustrationen zu den regelmäßig auftauchenden englischen Versicherungen, als, wenn die kämpfenden Dnrengenerale dringend um Frieden nachsuchten. Für die nächsten Tage würden weitere Treffen signalisiert. Inzwischen hat bereits die deutsche Dnren-Z en- träte in München vom Deutschen General-Konsulat in Kapstadt und von den Deutschen Konsulaten in East- Pnnhmt und Durban außer den Quittungen über einige (Uptk, unb Warensendungen die ausdrückliche Mitteiluug erkalten daß sie im Einvernehmen mit den engl. Be- Lörden auch ferner ihre Beihilfe zur Wohlthatigkeit. in den Konzentrationslagern unbehindert „in jeder una“ zur Verfügung stellen und auch ferner bereit sind, die Vermittelung von Geld- und Maarensendungen zu übernehmen Quittungen und Dankschreiben aus Johannes- bura Bloemfontein, Pietermaritzburg, Bermuda und Cevlon beweisen alle den ungestörten Fortgang der Wohl- tkätigkeitsarbeit und die fortgesetzte englische Konzession d^r zoll- und frachtfreien Wareneinsuhr. Hocherfreulich ist nach zuverlässigen Angaben, die Verbesserung der Konzentrations-Lager durch Barackenbauten. Geldiendungen richte man an das Check-Konto 466 der Bayer. Hypotheken- und Wechselbank, München. Kandel unS Verkehr. Volkswirtschaft. a _ Darmstädter Bank. Die Fusion der Breslauer TisfoiUo- hont mit der Darmstädter Bank soll unmittelbar bevorstehen. Tie Abmachung acht dahin, daß das Breslauer Institut sein Aktien- kWstal von 45 Mill, auf 25 Mill, herabsetzt. Die Aktien werden inx Verhältnis von 2 zu 3 gegen Darmstädter Bankaktien um- getauscht unter Zuzahlung von 5 pCt. seitens der Darm- städter Bank. ----- Meteorologiscde Beobachtungen der Station Gießen. März e "y vo 2 ZI c c « H- c äc? a> ~ er: -2-'S1 sZ 1L 1L 12. »öchste Temperatur am 10.—11. März + iiedrigste ,, 10.—11. „ — 2“ 747,1 4- 6,2 8,2 45 W. 4 9* 747,9 4- 8,5 3,5 67 NW. 2 7” 751,5 8/5 100 8. 1 Wetter ^Sonnenschein Bew. Himm. ^Heller „ 7,60 C. 5,9° C. Neueste Meldungen, vriginaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers. S. Darmstadt, 12. März. 2. Kammer. Fortsetzung der Budgetberatung. Die Kapitel 101—122 werden genehmigt. Bei Kap. 103 wird von Mvlthan, Wolf und Weidner die luxuriöse Ausstattung der neueren Staats- bauteu gerügt Geh. Oberbanrat Hofmann tritt für die moderne Bauweise ein, die eine Vereinfachung, aber auch Ausbildung des ästhetischen Gefühls anstrebe. Mehrkosten entständen dadurch nicht. Bei Kap. 107 „Betriebskrknken- kassen" fragt Reinhardt an, ob die Mitteilung des hessischen Landesvereins der AerZte, daß sie von jetzt ab wieder die Minimaltaxe von 1899 ansetzen würden, auch an die staatlichen Betriebskrankenkassen ergangen fei Oberfinanzrat Fuchs bejaht dies. Im Hause geht die allgemeine Stimmung dahin, daß dadurch sämtliche Betriebs- und Ortskrankenkassen in ihrer Existenz gefährdet seien. Reinhardt erklärt, man werde bei der Beratung der Gesetzesvorlage betr. die Standesordnnng der Aerzte gegen diesen Beschluß vorgehen. Bei Kap. 115 „Pensionsverhältnisse der VolksBekanntmachung, betreffend: Verpachtung vn Gelände der Stadt Gießen. Acht Parzellen Gelände am Hamm, in der Nähe der Neumühle sollen Samstag den 15. März, nachmittags 5V2 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich verpachtet werden. Gießen, am 12. März 1902. 2081 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Knaben-Handarbeit. Sonntag den 16. d. Mts., von vormittags 11 -iS nachmittags 2 Uhr, soll in dem Konferenzzimmer der Stadtknabenschule eine Ausstellung der von den Schülern im diesjährigen Unterrichtskursus für erziehliche Knaben-Hand- arbeit gefertigten Gegenständen stattfinden, zu welcher wir hiermit einladen. Gießen, den 11* Marz 1902. 2078 Mecum, Bürgermeister. Hahn, Oberlehrer. Mkanz am 31. Dezember 1901. Aktiva. JL H 1. Warenvorrat 3886.11 2. Kassenvorrat 1443.91 3. Mobilien 145.— 4. Debitorenkonto 2203.55 Passiva. JL H 1. Aufgenommene Kapitalien 1800.— 2. Mitgliederguthaben 1365.— 3. Reservefonds 1031.44 4. Betriebsrücklage 1031.43 5. Dividenden 2450.70 7678.57 7678.57 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1900 136 Während 1901 gingen zu 6 2067 1 42 Während 1901 gingen ab 4 Daher Stand der Mitglieder Ende 1901 " 138 Konsum Derein Hroßen-Lmden. Emgetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Der Direktor: Der Rechner: Der Lagerhalter: Johs. Hantel. Ph. Pirr UL Georg Muhl II. AeiMlen-VeMsgeseWst Gießen. Wir ersuchen unsere Mitglieder, die Bestellscheine bis zum 20. d. Mts. ausgefüllt an den ersten Vorsitzenden, Herrn A. Dickore, Schanzenstraße 8, zurückzugeben, andernfalls auf rechtzeitige Lieferung des bestellten Kohlenquantums nicht gerechnet werden kann. Mitglieder, welche Briketts (Grube Friedrich) wünschen, wollen diese ebenfalls bi§ zum obigen Termin bestellen, jedoch nicht unter 25 Centner. 2082 Der Borstand. schullehrer" werben der Antrag Backes und die Vorstellung der Lehrer bezügl. Erhöhung der Pensionen für erledigt erklärt, nachdem der Finanzminister mitgeteilt hatte, daß hierzu 150 000 Mark notwendig wären, die der Regierung nicht zur Verfügung stehen. Bei Kap. 123 wird die 1. Rate für den Bahnhof Darmstadt mit 400 000 Mark bewilligt unter der Voraussetzung,' daß den Wünschen Darmstadts betreffend die Lage des Bahnhofes Rechnung getragen wird. Berlin, 12. März. Wie in parlamentarischen Kreisen angenommen wird, ist die Ansicht, daß der zollpolitische Antrag der Konservativen im Abgeordnetenhause noch vor den Osterferien zur Verhandlung kommen wird, zur Zeit wenigstens noch nicht zutreffend. Man glaubt übrigens, daß der Antrag, auch wenn er von der Mehrzahl der einzelstaatlichen Landtage angenommen werden sollte, unberücksichtigt bleiben wird. Wilhelmtzhaven, 12. Marz. Unverbürgten Meldungen zufolge, hielt der Ka iser gestern Mittag bei der Ueberreichung des Fahnenbandes an das 2. See-Bataillon eine Ansprache, welche an die Vorgänge in China anknüpfte. Er gedachte der Teilnahme, die das Bataillon daran gehabt, dankte dem Truppenteil für seine Treue und Pflichterfüllung. Er sprach die Erwartung aus, daß, wenn der Kaiser sie wieder rufen sollte, die Truppe in gleicher Weise ihre Pflicht thun werde. London, 12. März. Der Kriegsminister hatte gestern Nachmittag in der Angelegenheit de8 Austausches Lord Methuens gegen Kruitzinger eine längere Audienz mit der Königin. Wie gerüchtweise verlautet, soll General Green» fells ebenfalls eine schwere Niederlage erlitten haben. Die Einzelheiten werden noch geheim gehalten. London, 12 März. Die amtliche Verlustliste der Kolonne Methuen betragt 3 Offiziere und 38 Mann tot, ein Oberst, ein Oberstleutnant, 5 Offiziere und 72 Soldaten schwer verwundet. Der Oberstleutnant ist seinen Wunden bereits erlegen. Leicht find ein Hauptmann ein ein Leutnant verletzt. 200 Mann werden vermißt. Ein Offizier wurde von den Buren wieder frei gelassen. — Die Engländer hatten außerdem am 6. März bei Voschmanskop ein Gefecht, wobei ein Mann getötet und ein Hauptmann und acht Soldaten verwundet wur- den. — Am 7. Marz hatten sie ein Gefecht bei Kl'pdrift, wobei sie 2 Tote und 18 Verwundete hatten. — Am 25. Februar verloren die Engländer bei Wildkhok 2 Tote und 6 Verwundete, darunter einen Hauptmann. — Das Kriegsamt teilt mit, daß die Verwundung Lord Methuens schwerer ist, als anfänglich vermutet wurde und daß sich sein Zustand seit gestern verschlimmert hat. Das Wundfieber, welches bisher einen normalen Verlauf hatte, nahm gestern einen ernsten Charakter an. Lady Methuen ist gestern aus Madaira eingrtrofien. S e wurde sofort von der Verwundung ihres Gatten unterrichtet und kehrte nach Südafrika zurück — „Daily Mail" meldet, daß die Operation Lord Methuens die letzte sein sollte, da Kitchener Lord Methuen eine Stellung im Generalstabe zu Pretoria angeboren hatte. — Man berichtet, daß Kruitzinger, falls er zum Tode verurteilt werden sollte, begnadigt werden würde. Dies soll den Schritten der Königin von England zu verdanken sein, welche große Sympathie für die Bärenführer an den Tag legt London, 12. März. Rhodes' Kompagnon, Alfred Beit in London, erhielt folgendes Telegramm au§ Capstadtr Cecil Rhodes Zustand ist äußerst ernst. Es wird das Schlimmste befürchtet. London. 12. März. Aus Gram über die Niederlage Lord Methuens hat sich hier ein angesehener Börsenmakler erschossen. Washington, 12. März. Die Buren-Delegierten Wol- m ar ans und Dobruyn haben gestern dem Präsidenten Roosevelt einen Besuch abgestattet. Die Unterredung dauerte 10 Minuten. Nach ihrer Rückkehr au§ dem Weißen Hause erklärten die Delegierten, sie hätten dem Präsidenten die Versicherung gegeben, daß sie niemals beabsichtigt hätten, die Intervention der Vereinigten Staaten anzurufen. Telephonischer Kursbericht Frankfart a. M.. 12. März, 8Va°/0 Reichsanleihe . . 101.75 30/ do. ... 92.30 3i/,0/ Konsole .... 101.80 3O/o do 92 25 3' 'z0/, Hessen .... 100.00 3% Hessen —.— 4 % Osten- Go'dretne . . 103.00 4‘2% Gestern. Silberrente 101.60 4% Ungar. Goldr-mte . . 101.10 4°/ Itaben Rente . . . 100.80 4*'3% Portugiesen , . . 42.75 0/ Portugiesen. .... 28.50 1% C. Türken .... 28.10 Türkenlose 114.40 4% Griech. Monopol -Anl. 45.50 4’/2% äussere Argentiner —.— 8°/q Mexikaner .... 26.60 4V?7 Chinesen .... 90.70 Electric. Set ackert . . . 111.00 Nordd Lloyd .... —.— Kreditaktien , . . . . 220.70 Diskonto-Kommandit. . . 195.30 Darmstädter Bank . . . 142.00 Dresdener Bank .... 137.10 Ber in er Handelsges. . . 156.50 Oosterr Staatsbahn . • . 145.50 Lombarden .... 18.80 Gotthar lbahn .... 168.60 Lanrahütte ..... 201.60 Bochum ...... 199.00 Harpener 166.00 Tendenz: fest. Forman (Schnupfenäther) klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach als geradezu ideales Schnupfenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman-Watte (Dose 30 Pfg.) In hartnäckigen Fällen Forman-Pastillen zum In- haliren 50 Pfg. Wirkung frappant! In allen Apotheken. Man frage seinen Arzt. 2053 KT qinl im Gesicht und an den Händen, Ir CpO“ reißt bei rauhem Wetter auf und macht viele Schmerzen. Hierbei können derartige Personen keine Seife gebrauchen, mit Ausnahme von Oberweyers Herba- Seife, welche nicht allein auf der sprödesten Haut keine beißende brennende Empfindung hervorruft, sondern durch ihre wunderbaren Zusätze die rissige spröde Haut geschmeidig und zart macht und die offenen Stellen zuheilt. Frau B. in Remscheid schreibt: „Erwidre ergebenst, daß gesandte Herbaseife bei meiner spröden Haut, trotzdem ich's schon mehrere Jahre mit anderen Mitteln versucht habe, zu meinem Erstaunen guten Erfolg gehabt und drücke Ihnen hierdurch meinen besten Dank ans. Werde Ihre Seife in meinen Bekanntenkreisen bestens empfehlen." Zu haben in Apotheken und Drogerien per Stück 1.25 Mk. oder durch den alleinigen Fabrikanten I. Gioth in Lanau^a^M^^^^^^^^^^^^^^^^^907 Hosiversteigerung im GießkNkl StaMmolb. Montag den 17. März 1902, vormittags 97, Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald in dem Distrikt WaldShnte versteigert werden: 3 Stämme Eichen-Bauholz mit 2,9 km, 17 Stämme Eichen-Schwellen- Holz mit 7,96 fm, 50 Stämme Eichen-Grubenholz mit 19,92 fm, 95 Fichten-Bauholz mit 23 fm, 228 Fichten-Derbstangen mit 21,46 fm, 33 rm Buchen-Scheitholz, 94 „ Eichen-Scheitholz 25 rm Buchen-Knüppelholz, 73 „ Eicken-Knüppelholz, 4 rm Naoel-Knüppelholz, 7 rm Buchen-Stockholz, 47 „ Eichen-Stockholz, 10 rm Naoel'Stockholz, 5250 Wellen Buchen-Reisig, 2460 Wellen Eichen-Reisig 4640 Wellen Nadel-Reisig. Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 7. Schneise. Gießen, am 10. März 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ________Mecum. ____2077 Holzverkauf, ßgl. Olinfölstkrei Krofdorf. Zu Beginn des Nutzholz- Verkaufs am 18. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, im Freund- schen Saale zu Krofdorf werden aus den Kreuzschlägen und dem Lindenschied noch 20 rm Buchen-Scheit und -Knüppel und 20 m Reiser verkauft. 2073 Bekanntmachung. Donnerstag den 13. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, sollen dahier, Neuenweg 28: Haus- und Küchengeräte aller Art, 17 Bände Brockb. Lexikon und eine vollständige Ladeneinrichtung u. v. A. zwangsweise gegen bar versteigert rverden. Gießen, 12. Marz 1902. 2085 Seipel» Gerichtsvollzieher. Slcint MWco vorzüglicher Herdbrand zu Mk. 1.20 per Ctr. franko Keller offeriert Kernr. Kof, Kohlenhandlg. (Bestellungen Bahnhofstr. 33, nn Laden links). 974 Kunst-Verein. Die Gemälde - Ausstellung im Turmhaus am Brand bleibt wegen teilweisem Wechsel der Gemälde zwei Tage geschlossen. 2069 Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzett erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen herzlichsten Dank Fritz Flimm. Mathilde FliMM, geb. Müller. | Goldene Medaille Paris 1900. i Delmenhorster j Hansa-Linoleum Gediegene Ware. 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