Nr. 36 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notattonsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch- u. Steindrucke re, (Pietsch Erben) Redaktton, Erpeditto» und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. dl. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 12. Februar LNvS GietzenerAnMger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich 7bPf.,vienel- jahrlich Pik. 2.20; durch Adhole- iu Zweigstellen nionoiltch 65 Pf.; durch dicPosl Pik.2.— vienel- lährl. auoschl. Bcstellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal ISPf, auSivärtS 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. afigem. Teil: P. Wittko; für „Stadt unb Vanb* und , Gerichtes aal': R. Ditt- manu; für den Anzeigenteil: pans Beck. Amt die Volitische Tagesschau. Zar Ermittelung der Haudelswerte. Am 10. d. MtS. ist im Kaiser!. Statisttschen Sachverständigenkommission zur Ermittelung der Werte des auswärtigen Handels u I. 1901 zusammengetreten. Die Kommission wurde i. I. 1880 ins Leben gerufen und zählte damals 19 Mitglieder. Das Bestreben, die durch die Schätzungen ermittelten Werte der Wirklichkeit immer näher zu bringen, führte auf Grund der bei den Beratungen gemachten Erfahrung dazu, die Zahl der alljährlich emzubcrufenden Mitglieder von Jahr zu Jahr zu vermehren, sodaß deren Zahl im Jahre 1889 auf 39, im Jahre 1890 auf 56 und in diesem Jahre auf 100 gestiegen ist, von denen indessen 3 bei mehreren Abteilungen der Kommission beteiligt sind. Für das nächste Jahr ist bereits eine weitere Vermehrung in Aussicht genommen. Die Sachverständigen sind im Einverständnis mit den hervorragendsten Handelskammern aus allen Gebieten des Erwerbslebens ausgewählt. Von dem Präsidenten des Kaiser!. Statistischen Amts -sind in Rücksicht auf die im Reichstag gegebene Anregung, die Beratungen noch intensiver zu gestalten, die Vorsitzenden der einzelnen Gruppen vor dem Eintritt in die Beratungen ersucht worden, bei den Verhandlungen auch die Frage zur Erörterung zu stellen, ob es im Interesse der Erzielung möglichst zuverlässiger Ergebnisse notwendig sein werde, für die Verhandlungen mehr Zeit als bisher zu gewähren, und ob eine solche Aenderung den Wünschen und Anschauungen der Schätzer entspricht. Are Rede des Ar. Kahn. Tr- Diederich Hohn begleitete seinen Geschäftsbericht über die Jahresthätigkeit des Bundes derLandwirte auf der Generalversammlung des Bundes mit Aus- führungen, die außerordentlich reichen Beifall sanden- Wir geoen sie hier dem Wortlaut nach wieder: Tie überaus zahlreiche Versammlung — so zahlreich, wie wir sie noch niemals seit neun Jahren zusammengesehen haben — die allseitige Zustimmung beweist uns das außerordentliche Interesse, das Sie alle au der Gestaltung der Wirtschaftspolitik nehmen und im besonderen an der Stellung, die unser Bund in dem gegenwärtigen entscheidenden Momente einnehmen wird- (Bravo!) Meine Herren, Sie werden hier vom Bundesvorstand nicht Worte gehört haben, oder noch von mir hören, die von Stimmungen eingegeben wären, sondern ruhig überlebte Worte, die von ernsten Auffassungen, mit denen Nur an die ganze Wirtschaftspolitik herangetreten sind und mit denen wir ihr besonders im gegenwärtigen Augenblick gegenüberstehen, erfüllt sind. Meine Herren, auch d i e Rede, die Graf Bülow vor einigen Tagen gehalten hat, wird hier nicht in unseren Reihen einen Wiederhall unb Zustimmung sinden- (Sehr richtig!) Mr werden kühl und ruhig darauf antworten, denn wir wissen ganz genau, daß wir nur durch kühle, ruhige Ueberlegung und Vertretung der Interessen, die uns anvertraut sind, einwirken können auf diesen Staatsmann, auf die verbündeten Regierungen und es darf vielleicht auch wohl gesagt werden, — auch auf die Allerhöchste Stelle. (Beifall.) Meine Herren, wir haben, seit unser Bund besteht, gelernt, viel gelernt, einmal von den Erfahrungen, die die deutsche Landwirtschaft seitdem gemacht hat an sich selbst; wir haben gelernt von den Beobachtungen, die wir im wirtschaftlichen Leben gemacht haben, von den Beobachtungen, die wir an der Industrie und dem Verkehr mit dem Ausland, an der Entwickelung des Auslandes usw. machen und gelernt haben wir vor allen Dingen die großen Bismarck'schen Grundgedanken mehr noch, als wir es ftüher thaten, zu durchdenken, ihre Konsequenzen zu ziehen, und danach allein haben wir unsere Stellung im gegenwärtigen Moment iu wählen. (Lebhaftes Bravo!) Meine Herren, was haben die Handelsverträge gebracht? Eine Zunahme der Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus dem Auslande, die sie erwartet- Vor allen Dingen haben diese Handelsverträge wenig oder gar nicht beigetragen zu der Blüte, die die Industrie eine ganze Reihe von Jahren, etwa von 1895 bis 1899 gehabt hat- So haben wir die Konsequenzen zu ziehen: Meine Herren, die Jndustrieblüte ist zurückzuführen gewesen auf den großen technischen und kulturellen Aufschwung in Deutschland, insbesondere auf die Elektrizität, auf neue Erfindungen und deren Verwertung. Meine Herren, der engen Verbindung, die zwischen der Wissenschaft und Praxis gerade in Deutschland besteht, hat die Industrie ihren Aufschwung zu verdanken. Insbesondere die Elektrotechnik und die Eisenindustrie und die übrigen Industrien sind chnen gefolgt. Tie Industrie hat enorme "Aufträge bekommen durch die Militär- und Marineverwaltung. (Sehr richtig.) Die Industrie hat bedeutende Aufträge bekommen gerade vom platten Lande, wo man genötigt war, Kleinbahnen zu bauen, um an einen 23c. .-'l'r heranzukommen. Meine Herren, die Industrie ha! re Chancen überschätzt, und die Börse hat dazu beigetragen, sie zu stimulieren, daß sie es noch mehr that. (Sehr richtig.) Wir haben infolgedessen eine Ueber- produktivn bekommen, auf die dann der Krach gefolgt ist, und wir rönnen dem Bunde dankbar sein, daß er dazu mitgewirkt hat, daß das preußische Abgeordnetenhaus seinerzeit die Kanalvorlage ablehnte; denn sonst wäre die künstliche Jndustrieblüte noch mehr in die Höhe getrieben worden, und der Krach würde ein viel schlimmerer für d'e gesamte Industrie geworden sein. (Stürm, anhalt. Beifall.) Meine Herren, wir sind damals bei der Kanalvorlage gerade vom Bunde aus in die Oeftentlichkeit getreten mit der Forderung, ein bestimmtes Verkehrssystem, Vrr- kehrsprogramm nack) nationalwirtschaftlichen Rücksichten aufzustellen, und in der letzten Kanalvolage war uns die Regierung schon einige Schritte auf dem "Wege der Verwirklichung dieses Systems gefolgt. Meine Herren, wir haben auch auf dem volkswirtschaftlichen Gebiete allmählig es erreicht, ein System aufzustellen, und von diesen wissenschaftlich wohl durchdachten System aus wählen wir unsere Stellungnahme augenblicklich in dem Kampf um den Zolltarif. (Sehr gut!) Meine Herren, wir wissen jetzt, daß für die deutsche Nation der Jnlandsmarkt und der Absatz auf demselben wichtiger ist, als der ganze Absatz nach denr Ausland. (Sehr richtig.) Die Enquete des Reichsamts des Innern hat uns das Ergebnis gebracht, daß auch dieGroßindustrieDeutschlands nur zu ein Fünftel ihre Erzeugnisse ins Ausland absetzt, und zu v i e r F ü n f - teln auf dem deutschenJnlandsmarkte. (Hört! hört!) Wir wollen der Landwirtschaft und der Industrie den Jnlandsmarkt erhalten oder wieder erobern- Meine Herren, das ist das große nationale Ziel, das wir uns im Sinne Bismarcks gestellt haben. (Lebhafte Zustimmung.) Tamm meinen wir, daß unser Zolltarif so bemessen werden muß, und unsere wirtschaftlichen Verträge mit dem Auslande so gestaltet werden müssen, daß die Rücksicht auf den Jnlandsmarkt iu alleroberst steht- (Erneute lebhafte Zustimmung.) Uno, meine Herren, nachdem Graf Bülow das Wort, das zunächst im Bunde der Landwirte gebraucht war, das Wort von der „H e i m a t s p o l i t i k" angenommen hatte, da glaubten wir, auch er würde die Sorge um den Absatz auf dem Jnlandsmarkte voranstellen und nicht die Frage nach dem Neuabschluß von Handelsverträgen- (Sehr richtig!) Meine Herren, immer klarer wird es, daß der Absatz nach dem Auslande auf der ganzen Linie gefährdet ist. "Bei der ersten Lesung des Zolltarifs im Reichstage ist von maßgebenden "Vertretern der Industrie uns die Gefahr gezeigt worden, die dem Absatz der deutschen Industrie im Auslande droht- Es läßt der Tag sich absehen, an dem wir werden sagen müssen, der Absatz unserer Eisenindustrie ist nach den jetzigen Hauptaufnahmelandern zu Ende- (Hört, hört.) Ter Absatz der Textilindustrie wird in nicht zu ferner Zeit, die wir wohl alle noch erleben werden, zu Ende sein. Nur die Industrien, die in Deutschland zu einer besonders eigenartigen Entwickelung gekommen sind, wie die chemische Industrie und einige andere, haben einen solchen Vorsprung vor dem Auslande, daß sie vielleicht für 30 Jahre glauben, die Neberlegenheit noch aufrecht erhalten zu können- Aber abgesehen von diesen Vor- sprungsindustrieen können wir von der übrigen deutschen Industrie sagen: der Tag wird kommen, wo der Auslandsabsatz zu Ende ist (sehr richtig), und darum meine Herren, ist die wirtschaftliche Rechnung falsch, die vom Auslandsabsatz der Industrie ausgeht (sehr richtig) und darnach unsere ganze Wirtschaftspolitik bemessen möchte. (Sehr richtig.) Das sage ich sine ira et studio, nach nüchterner reiflicher Ueberlegung und in Uebereinstimmung mit einer großen Anzahl nationalwirtschastlicher Gelehrter in Deutschland, deren Zahl übrigens von Tag zu Tag wächst. Meine Herren, unsere wirtschaftliche Rechnung muß ausgehen von dem Jnlandsmarkte. Diesen wollen wir der Landwirtschaft wieder gewinnen und wollen die mehr als eine Milliarde ausländischer landwirtschaftlicher Produkte vertreiben vom inländischen Markte durch Ausnutzung unseres Bodens und unserer deutschen Arbeit. (Lebhaftes Bravo.) Wer weiter, meine Herren, wir wollen auch der Industrie behilflich sein, die industrielle Auslandskonkurrenz hier auf dem Jnlandsmarkte zu schlagen und eventuell zu vertreiben. Auch dort handelt es sich um Werte, die weit über eine Milliarde hinausgehen. Das sind die beiden großen Ziele, die wir ins Auge fassen. Dazu aber, meine Herren, ist es nötig, daß die für den Jnlandsmarkt arbeitende Industrie und die für den Jnlandsmarkt arbeitende Landwirtschaft solche Zolle bekommen, daß sie unter dem Schutz dieser Zölle für die neue Periode wiederum abzuschließender Handelsverträge genügend gesichert ist und die Konkurrenz des Auslandes, auf dem Jnlandsmarkt aushalten kann. (Bravo.) Dazu, meine Herren, brauchen wir einen Minimaltarif und wir müssen der Regierungsvorlage gegenüber sagen, es fehlen diesem Minimaltarif die Sätze für fast alle landwirtschaftlichen Produkte. Einige wenige sind darin mit Minimaltarifsätzen gebunden, und deshalb, meine Herren, bedarf dieser Zolltarif der Korrektur und diese Korrektur wird die Kommission des Reichstages und später das Plenum an ihm vornehmen. Deshalb, meine Herren, muß über den neuen Zolltarif weiter verhandelt werden und deshalb darf das Wort niemals uns jetzt noch nicht entgegen gehalten werden, weil der inländische Markt nicht gesichert ist durch die Vorlage, die die verbündeten Regierungen uns unterbreitet haben. Nun, meine Herren, wir wissen aber, daß wir in diesem Kampfe um die Sicherung des Jnlandsmarktes nicht allein dastehen werden, die Industrie brauchte eine Veränderung deraugen- blicklichen wirtschaftlichen Lage viel nötiger nochalsdie Landwirt schäft. (Sehr wahr.) Sie kann es auf die Tauer nicht ertragen, daß vor allen Tingen Nordamerika die Meistbegünstigung zugebilligt wird. Sie brand)t Ursprungsatteste, sie braucht in der Hauptsache andere Tarife, wie wir sie haben wollen, und darum werden wir in unserem Kampfe nicht erlahmen. Wir wissen ganz genau, meine Herren, nach den wirtschaftlichen Verhältnissen, wie wir sie in den letzten Jahren gehabt haben, wird ein neuer Aufschwung für die Industrie nicht wieder kommen; ihren ausländischen Wsatz kann sie im erheblichen Maße nicht erweitern. Auch für sie liegt das Hauptinteresse auf dem Jnlandsmarkte, ihn zu sichern, wo er bedroht ist, und ihn zu erobern, wo sie ihn noch nicht besitzt. Und, meine Herren, danack; werden luir streben, — und werden uns vom Reichskanler Grasen Bülow darin nrcht erschüttern lassen — (.Langanhaltender, stürmischer Beifall und Händeklatschen). Meine Herren, wenn wir das nicht thun, so thun wir es etwa nicht allein von unferient Standpunkte aus, nein aus nationalen Gründen thun wir es. (Bravo!) Wir wissen ganz genau, daß, wenn bte Vorlage der Regierungen, wie sie jetzt gestaltet ist, angenommen wird, ohne Bindung d'er landwlrlsd)aftlid)en Zölle, diese in der Hauptsache wieder .üompensationsobjekte für die Handelsverträge abgeben werden. Wenn für 12 Jahre Handelsverträge abgeschlossen werden, mit Erhöhung der Jndustriezölle, neben indurstiellen Vorteilen, gegenüber dem Ausland mit ungenügendem Agrarschutz im Jnlande, bann, meine Herren, wird die landwirtschaftliche und die klein- büraerliche Bevöllerung, die mit ihr zusammengehört und unter ihr wohnt, der Zahl nad) weiterhin mehr und mehr zurückgehen. Tann, meine Herren, wird eine vorübergehende neue Jndustrieblüte geschaffen werden, ohne gefidjerte Arbeitsgelegenheit (Sehr richtig), ohne gesicherten Absatz; dann werden wir nod) viel mehr Tausende, ja Zehntausende von Arbeitern iu Zukunft haben, als wir heute schon haben am Schluß der letzten! künstlichen Jndustrieblüte. (Sehr richtig!) Tie Zahl der Proletarier wird ins Ungemessene wachsen, und daneben wird auch die Zahl der Millionäre eine kleine Vermehrung erfahren (Heiterkeit); der Mittelstand aber in Land und Stadt wird mehr und mehr an Zahl und wirtschaftlid)er Bedeutung zurückgehen. Meine Herren, es würde die Vorlage, wie O)raf Bülow sie vor dem Landwirtsd)aftsrat vor einigen Tagen vertreten hat, wenn sie so angenommen würde, zur weiteren Proletarisierung der deutschen Nation führen. (Lebhafte, allseitige Zustimmung.) Darum, meine Herren, auch aus diesem Grunde müssen wir als nationale "Diänner, die uiijer deutsches Volk wirtschaftlich und militärisch widerstandsfähig erhalten wollen, aus Liebe zu unserem deutschen Volke und ebenso aus Liebe zu unserem Kaiser und unseren deutschen Fürsten; und darum, meine Herren, müssen und werden wir hart unb fest bleiben (Stürmischer, langanhaltenber Beifall.) Meine Herren, wir werben uns auch nicht beirren lassen durch die fingen, gewandten Worte, wie Graf Bülow sie gebraucht hat, aus denen baä. herausklang: „Macht es doch nicht wie die unartigen Kinder, sondern seid verständige Leute und laßt mit Euch reden!" Wir werben uns nicht beirren lassen burch Angriffe wie bie offiziöse Presse sie in diesen Tagen bereits wieder bringt, als ob es gemeingefährlich wäre, wenn die deutsche Landwirtschaft diesem Proposctum des Grafen Bulow nicht zustimmen wollte. Nein, meine Herren, unser Gewissen und Pflicht gegenüber der ganzen Nation zwingt uns, auf diese Vorlage der Regierung nicht einzugehen. (Lebhafter Beifall.) Meine Herren, wir wissen es ganz genau, es wird mancher laue Freund nachher vielleicht kommen und wird sagen: „Warum habt Ihr nicht das Erreichbare genommen! Der Weizenzoll soll ja höher bemessen werden, auf ganze 5.50 Mk., Der Roggenzoll auf 5 Mk. usw." Es werden manche kommen unb werden sagen: „Ihr mußtet nehmen, was man Euch geben wollte, zumal es so liebenswürdig angeboten war (Heiterkeit) und zumal man auch gesagt hat, es wird die Landwirtschaft damit wieder zu glücklichen Stunden kommen." Nein, das können wir nicht. Wir werden sogar ein gewisses Odium, daß daraus entstehen sollte, ruhig tragen, umsomehr, wenn wir uns vergegenwärtigen, was entstehen würde, wenn wir unsere Zustimmung dieser Vorlage geben würden. Für 12 Jahre würden wiederum Handelsverträge abgeschlossen mit einer Vermehrung des Absatzes der Industrie im Inland und Ausland, mit Erhöhung der industriellen Lohne, und andererseits würde die deutsche Landwirtsd)aft bei dem ungenügenden Zollschutz in die Lage kommen, dieselben Löhne ihren Arbeitern zahlen zu müssen, um sie auf der Scholle zu halten — ja, sie würde nicht noch einmal 12 Jahre überhaupt ans ihren Reserven existieren können. (Sehr richtig!) Wenn bann eine solche neue Periode kommen würde, so würde die deutsche Landwirtschaft mit Fingern zeigen auf diejenigen, bie nicht klug unb einsichtig genug gewesen sind, die nicht genug Nerven und Mut gehabt haben, um auch einem Grafen Bülow zu widerstehen . (Stürmischer Beifall.) Wir scheuen die Verantwortung, die daraus erwachsen würde, einer Neuregelung von Zolltarif und Handelsverträgen zuzustimmen, bet welcher die Land- wirtschaft nidjt im stände ist, neben der Industrie im Jnlande als gleichwertiger wirtschaftlicher Faktor dazustehen, und die Konkurrenz mit der ausländischen Landwirtschaft aufzunehmen — deren Konkurrenz — darüber täuschen wir uns dock) nick)t, meine Herren, — für uns noch von Jahr zu Jahr gefährlicher werden wird. (Sehr richtig!) Darum glauben wir, daß wir trotz dieser ablehnenden Worte des Grafen Caprivi (Zurufe: Bülow!) feine Veranlassung haben. Verzeihen Sie, Graf Bülow ähnelt in der letzten Zeit entschieden etwas mehr dem Grafen Caprivi — (große Heiterkeit unb Zustimmung', und es konnte mir dieses Wort wohl entschlüpfen. Wir werden mit aller Energie an dem für Reckt erkannten festhalten. Wir werden unsere Freunde in der Zolltarifkommission des Reichstags bitten durch die Worte des Grafen Bülow sich nicht einschüchtern zu lassen, in der Ueberzeugung, daß das Land hinter diesen Männern stehen wird. (Sehr gut! bravo!) Will man die Lebensinter- effen der Landwirtschaft nicht berücksichtigen. ? wird man' noch ein, vielleicht noch ein zweites Jabr trarten müssen, bis man überhaupt einen neuen Zolltarif ober neue Handelsverträge bekommt. Tie Industrie, meine Herren, kann :rden- Der Bewerber überreicht halb abgerauchte Zigarre- Raucht seiner Auserkorenen eine Februar Wetter p c s GO — 3,1 — 8,4 925 925 ? 35 77 96 97 W. SW. SE. 743,0 745,5 746,8 3,9 3,5 2,3 •ß 8 M fiäsiiiur oestes Mundwasser der Welt! lieber die religiösen'Vor st ellungen der Eingeborenen ist noch wenig bekannt- Der Ahnenkultus, Animismus, scheint die hauptsächliche Form ihrer religiösen Verehrung zu sein. Tänze und Feste, bereit es eine große Zahl _ giebt, haben aber bisher nur wenig zur Klärung unserer Kenntnis von diesen Dingen beigetragen- Tie von dem Vortragenden ausgestellten Gegenstände können, in zwei Abteilungen gesondert werden. Einerseits waren es Vögel und Schmetterlinge, alle von den prachtvollsten Farben und viele von großem Wert, andererseits Schmucksachen, Gebrauchsgegenstände und Waffen der Eingeborenen. Eine große Reihe von Photographie en, die zum Teil auch in dem von Dr. Hagen herausgegebenen Buche „Unter den Papuas", Wiesbaden, 1899, abgebildet sind und von denen eine große Anzahl in Form von Lichtbildern vorgeführt wurden, unterstützte den fesselnden und reichen Inhalt des Vortrags auf das Ausgiebigste. Ehen werden geschlossen, indem wenige For- ** Zagdvcrpachtung. Die Gemeindejagd Nonnenroth, die bisher das Fürst!. Solms-Braunfels'sche Haus für 600 Mk. Jahrespacht inne hatte, ging bei der Neuverpachtung mit 1075 Mk. jährlichem Pachtzins an Stationsvorsteher Burk- Lich über. 8 Butzbach, 12. Febr. Infolge der nassen Witterung ist die Wetter, wie auch ihre Zumässer, derart angeschwollen, daß von Griedel ab flußaufwärts bis in die Nähe Münzenbergs verschiedene Wiesengründe, bezw. Felder überschwemmt sind und die Mühlen stillestehen. N. Ober-Seemen, 10. Febr. Dem Vernehmen nach soll mit dem Bahnbau der Strecke Gedern—Gr eb en Hain begonnen werden, da die Vermessungen zu Ende sind. Damit soll auch der Arbeitslosigkeit gesteuert werden. Zuerst sollen Auffüllarbeiten und Brückenbauten vorgenommen werden. 2 Sero. Himmel 2 Sternh. „ 1 Nebel Aie tzingevorenen des deutschen Schutzgebiets n. Melanesien. Gießen, 11. Febr. Bereits in Nummer 32 unseres Blattes erwähnten wir kurz den Vortrag, den Hofrat Dr. B. Hagen-Frankfurt am Main am Donnerstag in der „Gesellschaft schäft für Erd- und Völkerkunde" über das obige Thema hielt. Wir geben heute den Inhalt dieses ebenso interessanten wie lehrreichen Vortrags in ausführlicher Weise wieder. Meteorologische Beobachrungen _________der Station Gießen. 11. ii. 12. Ans Stadt und Land. (Der Mdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestaltet.) Gießen, 12. Februar 1902. Religionsgeschichtliche Vorträge. Wir machen nochmals darauf aufmerffmn, daß der letzte dieser Vorträge zum Besten der deutschen Heilstätte in Davos nächsten Freitag Abend 8 Uhr im Konsirmandensaale der Johanneskirche slattfindet. Professor Holtzmann wird über „Tas Evangelium und die Konfessionen" sprechen. Karten zu 75 Pfg., für Studierende und Schuler zu 50 Pfg., sind in der Ricker'schen Universitäts- Buchhandlung und abends beim Eingang zu haben. ** Benefiz Schneider. Zum Vorteile des Herrn Schneider findet am Freitag eine Aufführung des Üindauschen Schauspiels „Maria und Magdalena" statt. Das Stück hat ja bereits ein Alter von 30 Jahren, trotzdem aber ist es heute kaum veraltet. Es ist reich an höchst lebendigen und fesselnden Situationen, hat einige originelle Gestalten und der Dialog ist beweglich und geistreich. Herr Schneider wird wohl Gelegenheit finden zur Entfaltung der ganzen Fülle seines schönen Talentes und der vollen Wärme seines künstlerischen Empfindens. Eine seiner vorzüglichsten darstellerischen Eigenschaften ist em feines künstlerisches Taktgefühl, wodurch er alles Zuviel zu vermeiden weiß; es zeigt sich sowohl in; Situationen der Leidenschaft wie da, wo er seinem liebenswürdigen Humor Ausdruck zu geben Gelegenheit findet. Gerade dadurch erzielt er die echtesten Effekte, dadurch hat sein Spiel den Schein der Natürlichkeit. Es gelingt chm auch fast immer, die Pointen des darzustellenden Charakters m angemessener Form wirkungsvoll hervorzuheben. — An seinem Ehrenabend wird Frl. Emmy Hoffmann, Solotänzerin vom Herzog!. Hoftheater in Altenburg, die Zwischenakte durch choreographische Vorführungen aufs angenehmste ausfüllen. SÄnstoife&i'Ä von Elten & «süssen, JS* Krefeld. I Angebaut werden Vegetabilien, Taro, L)cuns und Tabak, weniger Sago. Ter Brotfruchtbaum liefert seltener Nahrung. Fische werden überall gefangen. Tie Jagd ist wenig ergiebig. Schweine werden bei Festlichketten I verzehrt und Hunde als besonderer Leckerbissen betrachtet. Wer jemandem einen Hund schenkt, wird sozu,agen dadurch sein Pathe. Das Beteltauen ist allgemein. Tie Anfertigung von Thonwaren ist wohlbeiannt. Töpfe führt besonders die Insel Bilibili aus. Tie Töpferei wird wie die Seilerei und Flechtarbeit besonders von den Weibern geübt. Tie Männer fertigen die prachtvollen Holzschnitzereien für Häuser, Waffen, Fahrzeuge an. Außerdem betreiben die Männer die Jagd, die Weiber dagegen den Ackerbau. Eisen- und Schmiedekünst ist überall unbekannt. Die ganze Nordküste befindet sich noch im Zustande der Steinzeit. Und so geraten die Eingeborenen, bei denen die Europäer sich niedergelassen haben, plötzlich aus der Steinzeit in unser Zeitalter der Elektrizität, was für sie voraussichtlich den Untergang bedeuten wird. Rangunterschiede bestehen unter den Eingeborenen so gut wie gar nicht. Es giebt nur einen Rat der Alten und , eine Art Unterhaus, in das die durch irgendwelche tüchtigen Leistungen bevorzugten Männer ein- treten^ Tas Ganze ist eine republikanische Verfassung ohne Spitze. Ueberdies hat jedes Torf seine eigene Sprache, sv daß die politische Zersplitterung ungehener groß ist. Meist haben auch nur Oie iiüchstgelegenen Dörfer mit einander Verkehr, namentlich im Handel und durch Heiraten. Doch scheinen sich manckie Dörfer überhaupt in zwei Abteilungen zu teilen, damit der Anforderung, daß der junge Mann aus seinem Dorf herausheiraten könne, genügt werde. Höchste Temperatur am 10. Niedrigste „ „ 10. Febr. bis 11. Febr. + 3,5° C. „ „ 11. „ — 3,2° C. Tie Tierwelt ist äußerst eigenartig und bilder leinen Uebergang von der malahischen zur australischen Fauna. Sie ist jedoch auf derselben Grundlage erwachsen wie die australische, hat sich aber später nach der Losreißung von Australien eigenartig entwickelt. Tie Zahl der Säugetiere ist für ein tropisches Land nicht allzugroß Besonders charakteristisch ,ind das Baumkänguruh, das Kusu- Es kommi auch der Ameisenigel auf Neu-Guinea in drei Arten vor, nicht aber das australische Schnabeltier. Ungeheuer groß dagegen ist die Zahl der Vögel und nicht minder groß die Pracht ihres Gefieders. Kasuare, Tauben, Papageien, Eisvögel, Honigfresser und Paradiesvögel sind die häufigsten. Tie Para- I diesvögel fallen durch ihre glänzende Färbung und die eigentümlich angeordneten Federn auf, die bald dem IKopf, bald dem Rücken und den Schultern entspringen. Der Vortragende hatte einen Paradiesvögel, Paradisea Apoda, ausgestellt, sowie auch zahlreiche Papageienarten, die für die Wälder Neu-Guineas bezeichnend sind. Diese sowie die Kakadus sind es vor allem, die den sonst toten Wald durch ihr Geschrei beleben. Ter Kasuar lebt auf dem Graslande, scheut aber auch den dichteren Wald nicht. Von den übrigen Tieren fallen be- 1 sonders die Schmetterlinge durch ihre Schönheit und Eigenart auf. Der Redner zeigte einige äußerst seltene, darunter besonders Ornithoptera Paradisea. Die Bevölkerung des Landes ist im allgemeinen noch wenig bekannt. Man rechnet sie den Melanesiern zu und bezeichnet ihre einzelnen Stämme als Papua. Hagen glaubt, daß eine ursprüngliche Bevölkerung vorhanden gewesen sei, über welche ein indischer Einfluß gebreitet wurde. Einerseits scheinen die Bergstämme den älteren Typus zu repräsentieren und die Küstenstämm> den jüngeren. Dann aber ist es sehr auffallend, daß die Manner der Küste von Kaiser Wilhelmsland einen anderen Typus zeigen, als die Frauen. Sie scheinen einen verfchiedneren, besser entwickelten Typus zu repräsentieren als die letzteren, die auffallend an die Frauen der Hottentotten und Buschmänner erinnern, so daß man es hier vielleicht mit einem seit frühester Zeit konservierten Stamme zu thun hätte, dessen Männer durch die erobernden Eindringlinge getötet, dessen Frauen aber- übrig geblieben wären. Diese Bildung gilt zunächst aber nur für die Küste von Kaiser Wilhelmsland- Tie Bewohner sind meist wohlgestaltet, mittelgroß und kräftig sehr groß am oberen Augustafluß. Ihre Haut ist dunkelbraun, wechselt aber bei den einzelnen Individuen von tiefschwarz bis zum hellen Gelbbraun- Im Innern scheint die Bevölkerung ganz . nackt zu gehen, wie am mittleren Rarnu. An der Küste tragen die Männer meist einen Lendenschurz aus Baumrinde ober bedecken sich mit einer Muschel an einer Schnur- Die Frauen besitzen Gras- oder I Iaserröcke. Im übrigen pflegt der Schmuck und die Bemalung die Kleidung zu ersetzen- Der Schmuck ist äußerst pr imitiv- Erbestehtaus Zähnen von Wildschweinen und Hunden, aus Fruchtkernen Muscheln in Platten und Schildpatt- Durch die Nase stößt man Stifte aus Muscheln, Perlmutter oder Holz; in den Ohren trägt man große Scheiben, um den Hals Schnüre aus weißen Muscheln, sonst Armbänder, Taschen mit Hundezähnen ober Samenkernen und Troddeln- Das Haar wird sorgfältig aufgebaut, mit Kämmen, Federn, Blumen, Kräutern und Stäbchen geschmückt- Peinigt das Ungeziefer zu sehr, so wird das Haar mit Kalk eingerieben und erscheint dann nach kurzer Zett fuchsrot- Die Bemalung ist verschieden und richtet sich oft nach bestimmten Zwecken, hat z. B. ein Mann, der zwei Frauen besitzt, eine von ihnen verloren, so färbt er die eine Hälfte schwarz, die andere bleibt rot- Tie Zähne werden oft schwarz gefärbt. Tätowierung ist selten; dagegen kommen Hautnarven vor, die in Verbindung mit den zahlreichen Hautkrankheiten die Eingeborenen vielfach abschreckend machen- Eine sehr große Kunstfertigkeir wird in der Herstellung der Bogen und Pfeile geübt; auch besitzen die Eingeborenen Schwerter, und alle diese Gegenstände werden mit ausgezeichneter Schnitzerei verziert. Die gewaltigen Bogen werden von den Eingeborenen mit Leich- tigreit gespannt, während die Europäer zumeist nicht dazu imstande sind oder die Bogen zerbrechen- Tie Hütten bestehen aus Gerüsten, über die Matten gelegt werden- Hier und da findet man zweistöckige Hütten in den Gebirgen langgestreckte, schmale, im Innern meist stnstere Behausungen. Tie Tächer werden aus Laub hergestellt und reichen bis an den Erdboden herunter- Das ' Hausgerät ist nicht ganz gering. Man findet Körbe, Schüsseln, Kürbis schalen, Thontöpfe, Schemel aus Holz, Bettstätten aus großen Rindenstücken. Charakteristisch sind - die Junggesellenhäuser, in denen die unverheirateten Männer der Stämme wohnen, und die auf den Bäumen errichteten Baumhütten. Nach der holländischen Grenze Neu-Guinea, die größte Insel der Erde, ist in ihrem nordöstlichen Teile deutsches Schutzgebiet- In der Mitte wird die Insel durchzogen von einem krystallini- schen Schiefergebttge, an das sich weiter nach der Küste Pi im deutschen Schutzgebiet ein Sedimentgebirge, junge Eruptivgesteine und schließlich Korallenkalk anschließen, der mächtig gehoben ist und in großen Terrassen zum Meere abfallt. Vor der Küste liegen Vulkane. Das innere Gebirge, Bismarckgebirge, ist mindestens 4000 bis 4500 Meter hoch und soll zeitweise Schnee tragen- Die nach der Küste zu liegenden Gebirge, namentlich die Finis- terre-Kette, erreichen 2000 bis 3000 Meter, die der! Küste nahen Gebirge 1000 bis 1500 Meter. Zwei große Flüsse fließen zwischen der Hauptkette des Inneren und den Küstengebirgen in langen Längsthälern, merkwürdigerweise einander entgegen. Von der holländischen Grenze kommt der Kaiserin Augusta-Fluß, von Südosten der Ramu oder Ottilien fluß. Beide münden dicht bei einander an der Nordküste ungefähr unter 4 Grad südlicher Breite. Beide sind schiffbar, doch haben ihre Thäler heute noch keine Besiedelung. Tie Ansiedelungen drängen sich überhaupt an der Küste zusammen, insbesondere an der Astrolabe-Bai, die in das Land einschneidet. Ein zweiter größerer Busen P der Huon-Golf. Zwischen ihnen liegt die große Halbinsel, die an ihrer Ostseite den früheren Hauptort von Kaiser Wilhelmsland, Finschhafen trägt. Dieser wurde 1891 verlassen, aber 1901 wieder eröffnet. Der jetzige Hauptort ist Friedrich Wi l h e 1 m s h a f en an der Astrolabebai. Die genannte Halbinsel übt einen I ei g en t ü m l i ch e n Ci n f l u ß auf das Klima von Kaiser Wilhelmsland aus. Sie hält nämlich in chrem nörd-1 lichen Teil die Südostwinde, und in ihrem südlichen • Teil die Nordwestwinde zurück. Infolgedessen fallen an ihrer Nordseite bei Nordwestmonsun die meisten Niederschlage des Jahres. An ihrer Nordostseite dagegen wird der sonst trockene Südostpassat zu einem regenbringenden Winde, da er an der Küste emporsteigt, und sich abkühtt. Tie Niederschlagshöheii find sehr beträchtlich. Sie erreichen an einigen Stellen 6000 mm- Ein ausgesprochener Wechsel der Jahreszeiten ist nicht überall vorhanden- Manche Stationen haben in allen Monaten Regen- Doch ist in Friedrich Wilhelmshafen der Südwinter Juni bis September, am trockensten, in Finschhafen und Umgebung da- . gegen der Südsommer, Januar und Februar- Die Schwankungen derRegenrnenge sind sehr bedeutend. Manche Jahre sind äußerst regenreich, andere sehr arm an Niederschlägen. Tie Malaria ist an der Küste vorhanden. Doch tritt sie im allgemeinen leicht auf, so daß Europäer von einiger Widerstandsfähigkeit sich unschwer attlimatiJ fieren. Nur in Finschhafen raffte das Fieber im Januar 1891 zahlreiche Europäer, Malaien und Chinesen dahin- Dysenterie ist ebenfalls unter den Eingeborenen verbreitet und belästigt hier und da auch die Weißen- Tie Flora trägt einen durchaus indisch-malaiischen Charakter, besonders an der Nordtüste, also un öeut.chen -Schutzgebiet, weniger auf der Südseite, in BritisckEeu- zu'nehmen U^ftchllauteU'^r^st^^^ZaU "dtt Guinea, wo australische Pflanzen in größerer Zahl auf- Dörfer und Versammlungshäuser an Größe zu. treten. Bezeichnend ist es, daß Neu-Guinea den größten1 <"----- -- ' .....«■ - ' — Teil seiner Pflanzen mit dem malayischen Archipel, viel weniger Arten mit Australien und Polynesien, gemeinsam hat. Eine Reihe von Pflanzen sind sogenannte Sam m e l- typen, die die Merlmale verschiedener Gattungen in sich vereinigen und daher von besonderer Wichtigkeit sind. Lokalvariationen sind sehr allgemein. Oft beherbergen zwei nahe gelegene Punkte Pflanzen von so großer Verschiedenheit, daß man einen weiten Zwischenraum zwischen ihnen annehmen müßte. Ueberdies haben sich auf Neu- Guinea viele Pflanzen in eigenartiger Weise entwickelt, so daß zahlreiche endemische Gattungen Vorkommen. Es sind bereits etwa 50 betannt. Manchem Botaniker gilt Guinea als der Schlüssel für das Verständnis der Pflanzenverbreitung in der ganzen Umgebung. Im deutschen Schutzgebiet herrscht der Wald vor. Mangrovenwald giebt es nur wenig, dagegen kräftigen Hochwald von großartigster Entwickelung mit wenig Unterholz, aber mächtigen in drei Stufen über einander emporsteigenden Bäu-! men, die bis zu 50 Meter Höhe erreichen. Palmen sind! sehr z a h l r e i ch, Kokospalmen an den Küsten, Sagopalmen in sumpfigen Niederungen in dichten Beständen, die oft armdicke Kletterpalme, Rotang, die Areka oder Betel- palme, sämtlich in den niederen Teilen des Waldes. Cha rakteristisch sind ferner die Muskatnußbäume, die Myristi caceen, von denen allein 30 Arten betännt sind, und endlich die Ameisenpflanzen, d- h. nicht die ameisenfie.sew den Pflanzen, sondern die mit den Ameisen in einem Pchutz- und Trutzbündnis befiirdlichen, auch sonst in den Tropen häufigeii, oftmals hohen Bäume, wie Endospermum Formrrarum, dessen hohle Stämme von Ameisen bewohnt werden. Ter Neu-Guinea-Wald liefert zahlreiches Nutzholz, wertvolle Rinden, tieibenbaumrooUc, eine Reihe von Ge s wird nußmitteln, und überdies sind zahlreiche tropische und malitäten erfüllt werden. 5 die Deutschen eingeführt seiner Auserkorenen eine 1 diese den Stummel auf, so ist der Antrag angenommen, '■ im anderen Falle hat der Begehrende einen Korb erhalten. kommt es aber auch vor, daß Jünglinge ihre Frau aus einem entfernten Stamm holen. Dann wird symbolisch der Vrautraub dargestellt, und die jungen Männer des Ortes, in dem die Braut wohnt, durchschießen den aus diesem Torfe mit der Braut Eiitfliehenden mit einem Psei! den Unterschenkel. _ Hagen führte dieses Beispiel an, um zu zeigen, da,) jedensalls der Brautraub die Grundlage des Brantkaufes gewesen sei. Tie Frau steyt im allgemeinen ziemlich h o ch. Stirbt jedoch der Mann, so beginnt für sie eine üble Zett. Sie muß sich das Haar in Schnüre flechten, sie muß auf dem kaum zugeschütteten Grabe ihres Mannes mehrere Wochen sitzen bleiben, sie muß das Gesicht für alle Zetten schwarz färben. AKs Warten nicht aushalten; die Industrie Iv^b! nu^nurein, unv uaerotes ii LlC T ^bc ^5.. siebziger Jahre ihrerseits subtropische Pflanzen durch durch Geltendmachung ihrer Wunsche ein Ende gemacht hat worden, mtt der damaligen fteihäiidlerischen Periode und den Zoll- Tie tarif von 1879 herbeigeführt hat, so wird auch die'"'«-"' 11 ^nbuftrie uns kommen und kommen müssen, und die verbündeten Regierungen werden, wenn sie an das dauernde Wohl des deutschen Vaterlandes denken, sich die Sache noch einmal überlegen müssen. Sie werden vor allen Dingen dem deutschen Volke die Möglichkeit geben müssen, durch seine verantwortlichen Vertreter im Reichstage chnen überhaupt erst einmal die Forderungen der deutschen Landwirtschaft zu entwickeln, was ja bis jetzt in der Zolltariflommission nichr geschehen ist. Tann werden wir uns wieder sprechen und wir wollen daran festhalten, daß wrr von dem für recht Erkannten unter feinen Umständen, abweichen, daß wir keine Neuregelung des Zolltarifes zu- laffen, die eine neue Periode botv 12 unglülckichen Jahren sür dre deutsche Landwirtschaft herbeiführen würde. Daran, meine Herren, lassen Sie uns unverbrüchlich festhalten und den Männern damit eine Rückendeckung geben, die in dem augenblicklichen schweren und verantwortungsvollen Kampfe für die deutsche Landwirtschaft mitten darin stehen. (Stürmischer, minutenlang anhaltender Beifall und Händeklatschen.) VE4K, bettet. )et jinb, °n Licht- EU und t te&4 S.I* •Ben C yw m, Endlage l stirbt Zeit, -nutz auf Mehrere ,Ie Seiten ^Ein. ultus ret te(i' 1 es eine ■nJ9 zur tragen, ^stände ^erfeüs Pracht. Wts dn An. drezutn •achrichlen geslattet.) »02. wchmais u Besten ) Menb ittfrM und die udierende versitäts» Schneider 1 Schau- 2tück hat :r ist es ligen und und der oird wohl le seines Krischen en Eigen- »durch er «wohl in hebend &erabe in Spiel, ftvmmei, gemessener grenabend Herzogi. Mhische enroth, 600 M. itung mit r Burk, :erung ist chwollen, Münzen- chwemmt rach soll ain be* Damit ft sollen cbgn. \ Mer IßStßS sser iff.L i. Himmel mH. . el r-» ti sr K - Tß P A N 3 ® C Ä cd o "e p o S <4» - o $? .K O E <5 3 >3 » 'S' Q 2 s 3 E o o 'S c 8 •s — *o S 'M = _ = d ^3 en -2-2 .-Ü x> o yD O v jj. E c 5. .. b 2 b c - p E C xd o ÖS CD C . M O E 5 O 2® XD » s 6 E O Q3 SS c H® = Q o c — £ c xd i“ p . O y- p L d >5 ° . SE: <-o O ^7 » - . O E "S TD _ CD -C, E = -°3 » - 'S' Z4 — — s - ^-L 52^ -LL ö)2 c • E «> :E ^ sJ- c . .. c >S w e 50 00 O *8® ».. X) « o o s» E> 2> e cn ÄS L G Auß « Sa X> := <55. C *pl e 5 CQ^ O S " O ro “ C c- ~ E Z>V LE E £ IS) o CD O i-< C7 o L ÄS p »e* c K = E o es 2 O ÄS 0Ü *27 c c up'R ZL CD -SD -O § ä ’t 'S1 c& JO .. c? :C S (N Q r »O 2 ■sQ S s 'S = CD E CD S E W 1 00 5J CQ -o s 2 ar» CD C c a X Q e ä 'S* - 5 *e e E ^Ä E P »e— c 'S E £ CQ j£- oa 2 QD«^ <3 aß jj c 3 S A ZN Q . p K E P LZ c € C nJ- § 5 »o o äo^5 „ an ‘S'.E E>e E 1,5 E -jj E 'S' C-** '-i CD «ß U2 CD C O V 5 « s« M CD E .. § 5 CD . E P c As; >e o Z 'S'E o *- 1 o ZÄS N . — E C9 D E N U p ö -SiP ___§ K &ÖS ’m C eo ° *s E E 5 ° -5 LG X> u »e'p § E u CJ o co-g « E o E j* jO -*p" O El P ’S p-2 E 'S ZK p »es 2 E C — t9 = = c c en fS -t5 s ECO 'S' C - e L E - Q -8» -c 5 ’p CD 'C -A 0-2. - *p s § c -2 -p CD^ CS p ».§.£ H ra '■p — c K § E a -o p e c E p. c « E 'S" E E c n CD & N 2 'S' to" >b p p X> P E 2 L) © f p p P O CD £ E ? c ® g E ** o -E CD DE -- KN O .L E Sp £ S P ** K E 3 ö» CD - — p P XD -c."E *Ö p XD CD «s CD CD E *» ' e 'm 8 5 E <ö» dO 5- C E'-CO - Er c p p . -E -s g-E cd^ ±: E P =o E :E ’E -c.5 N- p o 2 CD.E3 p P 7?^ L e"*^—XD p P 'S'© -O o P p ‘o-E a S sr oo (M X> E C P c 3 P isa d E 1» « « L E E «5$ a- -n E L p -52 - So iE-3 P P .. CD p E -=r-c X3 -r Q € rs p p' ®Q — X> c: ö s 'S- 5 2* - o E q xj-~J O-'CV« ip-tt “ 3 ’ E <* ■E>» ^_*ctiC(S) « — — 2s£.*t 2-co /D — E p § r4 tfj- 2 5^ •«-an CD^S» POE XD — c 2 *• p - X X, -*S=-e L P-NZK C- E L LZH «-* L p p xT ’S ES P 22 r-> E<2 p E p 3 E p ♦ >b c 2-0 E3 S-p>—? — «p» XD.S^ 2 —=c 2*2- ö ^§<3 L ^—» P P^=- CD #9 ro co cS» 3 c s an XD - p ■52 cd-E ZK an .3 >b 3 X5 Söö E CD • »DOM Empfehle mein grosses Lager in 1285 Herren-Wäsche Oberhemden mit leinenen Einsätzen von Mir, 3.— an. Mass-Bestellungen in kürzester Zeit. Fritz Nowack Ausstattnngs - Geschäft und Wäsche-Fabrik. Emil Kalbfleisch Bildbauerei und Grabsteingeschäft Grünbergerstrasse 16. Infolge Aufgabe meines Geschäfts verkaufe mein grosses Lager in 386 (Ipa hfifn] n All jedem annehm VR 1 dUnlVUlVH baren Preise. St. Benno hochfeines 1277 früher Salvator Neustadt 12 Neubau genannt 1173 5 522 ff empfiehlt 622 31 Näheres bei H. Winn. 1222 Hütten- u. Gascoks Klötze u. Brennholz melierte Kohlen Briketts 5 5 Fische u. 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