Dienstag 11. November 19021 ISS. Jahrgang Erstes Blatt Pfennig. rdsarben. pW Konfert-Uerein. und erfüllt und mit jener löned Rereivölokal Vejember zu vergeben. __ Hoheuzollcni Erstes Konzert (9. November 1902). Gieß en, 10. Nov. Gießen, 10. November 1902. Betr.: Wandergewerbescheine. Das Grsscherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises Da nach § 60 der Gewerbeordnung der Wandergewerbeschein für die Dauer deS Kalenderjahres erteilt wird, wollen Sie alle diejenigen Personen, welche den Gewerbebetrieb im Umherziehen im Jahre 1903 fortzusetzen oder zu beginnen beabsichtigen, durch wiederholte ortsübliche Bekanntmachung auffordern, ihre Anträge auf Erteilung des Wandergewerbescheines bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei ihres Wohnortes jetzt schon und so zeitig zu stellen, daß sie zu Anfang deS nächsten Jahres im Besitz des erforderlichen Gewerbescheines sein können. Die Anträge wollen Sie uns, unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars, baldigst vorlegen. Tie Änsendung alter oder schon gebrauchter Wandergewerbeschcine an uns hat zu unterbleiben. Wir machen Sie zum Schlüsse zur Bedeutung der Antragsteller darauf aufmerksam, daß nach dem Gesetz vom 12. August 1899 über den Urkundenstempel, Nr. 87 des Tarifs, bei Erteilung des Wandergewerbescheines ein Stempel von 4 Mk. verwendet wird, und empfehlen Ihnen, den Betrag gleichzeitig mit den bezüglichen Anträgen durch Postanweisung portofrei an uns einzusenden. Dr. föreibert todelleur, ittuS bewandert in 6p h gesucht. Meldunaenin anlprudjen unter M/ ie öMedition bS.Jbs.l 'trllenacbLTcrlaoit 'akanzenliste-'Mannheim,1 Gießener Anzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Mit einem kurzen Blick auf die spätere Lebensperiode des Reformators schloß Redner seinen warmherzigen, geistvollen Vortrag. — D-ie Lutherfeier wurde in würdiger Weise durch Gesänge des Kirchengesangvereins der Mar- tiusgemeinde verschönt und schloß mit dem stehend ge- üngenen alten Lutherlied: Em feste Burg ist unser Gott! Kunden aU^teiM^ ZAlgev auch * »;T Feinen 17 W uuu:fl inaes Fräulein IMlWki Zn den ^andtagswahlen. liegen uns heute mehrere Zuschriften aus dem Lande vor. Unser Herr -i-Korrespondent schreibt aus dem Wahlkreise Schlitz-Lauterbach: Ter Landtagswahlbezirk Lauterbach, der die Amtsgerichtsbezirke Lauterbach und Schlitz umfaßt, war seither 15 Jahre hindurch durch den nationalliberalen Bürgermeister Zinßer-Schlitz vertreten. Schon bei der vor. Landtagswahl war von der Lauterbacher Seite aus Bürgermeister Stöpler-Lauterbach als Gegenkandidat ausgestellt worden; Stapler hatte aber schließlich noch vor der Wahl Verzicht geleistet. Bei dem den Lauterbachern im besonderen Maße eigenen Lokalpatriotismus wäre eine Nichtproklamierung einer Lauteroacher Kandidatur für die diesmalige Wahl sehr wunderlich gewesen, und doch hörte man nichts und konnte auch auf Fragen nicht erfahren, ob oder daß eine Kandidatur Stöpler beabsichtigt sei. Auffallender Weise hüllte sich alles in Lauterbach in tiefste Verschwiegenheit. Es herrschte öffentlich eine Sttlle und Ruhe, die fehr verdächtig erscheinen und geheime.Verabredungen vermuten lassen mußte. Und in der That, im letzten ALvmente vor der Wahlmännenvahl erschien im Lauterbacher Blatte ein Aufruf zur Wahl des Bürgermeisters Stöpler, dessen Hauptbegründung war, daß der Landtagsabgeordnete 15 Jahre von Schlitz gestellt sei und daß nun Lauterbach als Borort des Kreises auch an die Reihe kommen wolle und dürfe, eine Begründung, die in einer Schlitzer Entgegnung als „komisch wirkend" bezeichnet wurde. Bon einem Programm des Bürgermeisters Stöpler war in dem Wahlaufruf keine Rede, ebensowenig davon, — und es kotmte auch davon nicht die Rede sein, — daß etwa der bisherige Abg. Zinßer den Wahlkreis nicht vorteilhaft vertreten habe. Auch in den folgenden Aufrufen für Stöplers Wahl spielte die obige Begründung eine Hauptrolle, nur daß in ihnen der Verfasser derselben mit ungenierter Kühnheit „als die wahrhaftige Ueberzeugung aller, die beide Herren näher kennen, aussprach, daß der ganze Wahlkreis und alle Berufsstände an Bürgermeister Stöpler höhere Erwartungen als an den seitherigen .Vertreter stellen könnten." In Lauterbach sah man nach den Wahlmännerwahlen mit Siegeszuversicht der Wahl Stöplers entgegen, während die besser Eingeweihten wußten, daß außer den 15 Schlitzer Wahlmännern sich von den 17 Wahlmännern des Lauterbacher Amtsgerichtsbezirks drei für Zinßer bestimmt erklärt hatten. Jedoch ist an Bee inf lus sung der Wahl- männer der Lauterbacher Ortschaften von Lauterbacher Seite geleistet worden bis zum letzten Augenblick vor der Wahl, was nur geschehen konnte. Bei der Wahl ergab der erste und zweite Wahlgang Stimmengleichheit für Zinßer und Stöpler. Es waren also Wahlmänner trotz ihrer vorher abgegebenen Erklärungen umgefallen. Tas Los mußte entscheiden; es entschied für Stöpler. Auch diese Wahl hat gezeigt, daß der jetzige Waht- modus nichts anderes ist als ein den Charakter verderbender Kuhhandel. Ferner aber hat diese Wahl eine gereizte Stimmung des Schlitzerlandes gegen Lauterbach hervorgerufen, deren Nachwirkung die Lauterbacher Geschäftswelt wohl noch lange schmerzlich empfinden wird. So viel aus jenem nordöstlichen Teil unjeres Landes. Aus Burkhardsfelden geht uns die Nachricht zu, daß März 1841 zu Leipzig im Gewandhause unter Mendelssohns Leitung ihre erste Aufführung unter größtem Beifall erlebte. Schumann selbst wollte sie ursprünglich „Frühlingssymphonie" und den ersten Satz: „Frühlingserwachen", den letzten: „Frühlingsabschied" benennen, und in der That ist sie die lichtvollste und sonnigste seiner symphonischen Arbeiten, „so hochzeitlich und freudig, als feiere Schumann darin seine symphonisschen Flitterwochen". (Louis Ehlert.) Und wie reich ist sie nicht nur an Humor, sondern cyrch an innigstem erotischem Empfinden. (Daß noch nie ein Großer dieser Erde auf die Idee gekommen ist und sich diese wonnevolle Symphonie hat zu seiner Hochzeit spielen lassen! Freilich wie überall, so pflegt auch bei solchen Anlässen eine reichbesetzte Tafel allen andern Genüssen vorgezogen zu werden. So weit sind wir von der wahren Kultur noch entfernt, so tief noch im Materialismus stecken geblieben.) — Aber auch gegensätzlichen Themen ist der zum geeigneten Kontrast nötige Raum, wenn auch sparsam, gewährt. Das in vieler Hinsicht beinahe Beethovcn'sche Larghetto trägt hier das meiste zum Kontraste bei. Es lebt ein tief religiöser Zug darin und klingt in dem wie aus der Ferne herübertönenden Posaunenchor schließlich mit einer stummen vertrauensvollen Frage aus. Wie elektrisiert reißt uns das köstliche Scherzo aus dem Sinnen empor und im Sturm nimmt es uns voll freudigen Humors, voll feinhumoristischer Liebe mit. Es erinnert vielleicht manchen an desselben Meisters köstliches Klavierstück: „Grillen" aus den Phantasiestücken op. 12. Tie beiden Trios kommen vortrefflich zur Wirkung, das erste, wie weiches Wiegen, wie Klingen und Grüßen aus der Ferne, in lieblichen Akkorden, dann näher kommend unb wie tm Wmbe er- schwellend, das zweite voll harmloser, jugendlich freudiger Lustigkeit, und am Schlüsse folgt auf ein seufzerartiges .Ver- - - " ---5 nun ein herrliches VezugSpret», tnonatnch7b Pf^ eiert ek jährlich Mk. 2-20; durch Abhole- u. Zweigstellen monaUtd) 6o Pf.; durch diePost Mt.8.— viertel- jährt auslcht. Veslellg, Annahme von Anzeigen fiii bie TageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. Retlenpret»; lokalILPt, auswärts 20 Pjg. verant wörtlich, für den poltt. u. allgem. Teil: P. Wittko: füt .Stadt und ßanb* und .GerichtSlaal*. Lark Plato, füt den An- zergenteil: HanS Beck. & tt cif«0'' ° r-«> s.'L" * ÄS?W Darmstädter Arief. R. B. Darmstadt, 10. Nov. Noch sind die feuchtfrostigen Herbststürme eifrig bei der Arbeit, das dürre Laub der Bäume in wilden Wirbeln durch die Lüfte zu jagen und schon befinden wir uns sozusagen mitten in der Hochflut der Gesellschaftssaison. Sie hat im ersten Drittel des November bereits einen so gewaltigen Umfang angenommen, daß sie in den eigentlichen Wintermonaten kaum noch übertroffen werden kann. Kein Tag vergeht, an dem nicht mindestens ein Viertel- dutzend größerer Veranstaltungen ab gehalten würden und daneben weisen die Tagesblätter noch ein ganzes Bündel von Kunzerten und Vergnügungen auf. So zählten wir für den gestrigen Sonntag allein vier große Militärkonzerte, zwei Wohlthätigkeitslonzerte, eine Lntherfeier im Saalbau, für den heutigen Montag das zweite große Kvn- zert der Hofmusik mit Felix Berber unb Heinrich Bruns, das Konzert der Liedertafel im Kaisersaal mit Frl. Hofmeister und Hof Opernsänger Birrenkoven, dann die „Seance" des Antispiritistenpaares Laus, das „sensationelle Enthüllungen" aus dem Gebiet des Spirttismus und Ge- dantenlesens, sowie „moderne Wunder" aus der vierten Dimension antünbigt, unb weiter folgen ein großes Philharmonisches Konzert, das erste große Saalbaukonzert des Mozartvereins mit der Dresdener Kammersängerin Mimi Rast, ein musikalischer Voltsunterhaltungsadenb, Konzert und Ball der Vereine Eintracht und Bürgerverein, Konzert des Richard Wagner-Vereins als „Willem de Haan-Abend" und so fort, während ein Reigen von Vorträgen der verschiedensten Art, int deutsch-öfter reichlichen Alpenverein über „Eine Gebirgswanderung von der Zugspitze bis zur Rosengartenspitze", im Goethebund über „Klassische und romantische Poesie" (Prof. Tr. Hamack), im Proteftantenverein über „Die Entstehung der christlichen Kirche", im Verein für Verbreitung von Volksbildung über „Die Kunst, zu hören", im Evang. Arbeiter- unb Haiidwerkerverein über „Die Rechte unb Pflichten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern" usw. ufto. mehr oder minder größere Kreise von Zuhörern zusammen führ en wird. Wer da als gewissenhafter Musik- oder Litteratur- reund auch nur den interessantesten der Darbietungen ’olgen wollte, der würde kaum noch außer Atem kommen. Am schlimmsten sind natürlich die Tageschronisten dran. Im Mtttelpunkt der festlichen Veranstaltungen stand das gestern vom „Allgemeinen Deutschen Schulverein zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande" arrangierte große „Siebenbürgisch-deutsche Fest" im städtischen Saalbau. Es war ein Wohlthätigkeitsfe'st! und ein Freudenfest. Schon seit Wochen waren von feiten einer Anzahl Damen eifrige Vorbereitungen dafür getroffen worden; Verkaufsstände nach echt siebenbürgischer Art, Buffets und Schanfftätten wurden errichtet, in denen schmucke Bäuerinnen ihre meist selbst gefertigten Kunstsachen zum Verkauf anboten ober flottgeschürzte Heben den Becher kredenzten, und Blumenmädchen, Ansichtskarten- unb Loseverkäuferinnen, sowie schöne siebenbürger Sächsinnen vervollständigten das farbenprächtige, das Auge fesfelnde Bild. Die Piöce de refiftance des Abends bildete die Aufführung eines siebenbürgischen Hochzettsseftes, das von Mitgliedern des Hoftheaters arrangiert war, unb höchst effektvoll durchgeführt wurde — soweit das eben bei einem theatralischem Hochzeitsfeste möglich ist. Der Hauptzlveck, ein reicher Ertrag zum Besten der deutsch-nationalen Sache im Ausland, dürfte bei dem ganz außerordentlich starken Besuch des Festes unb ber freudigen Gebelaune voll erreicht worden sein. Noch ein anderes Fest verdient hier besondere Erwähnung: Die Lutherfeier des Evangelischen Bundes. Auch sie hatte eine außerordentlich zahlreiche Beteiligung aufzuweisen, unter den Gästen bemerkte man neben der ganzen evangelischen Geistlichkeit auch den Regimentskommandeur Grafen Westarp mit Familie, Ober- konsistorialpräsident D. Buchner und Prälat D Walz. Nachdem ber Vorsitzende des Vereins, Pfarrer Lic. Waitz, die Versammelten willkommen geheißen uiid zum Festhalten an dem Luthergeifte ermahnt hatte, hielt Prof. D Tr. Paul DrewsausGießen einen anderthalb stündigen Vortrag über „das Tragische in Luthers Leben". Der Redner versteht unter dem Tragischen bei Luther nicht seine großen, schweren Seelenkämpfe, die er zu kämpfen hatte, noch bevor das große Werk begann, auch nicht die furchtbaren Kämpfe mit den feindlichen Mächten um das Evangelium, sondern er erblickt das Tragische in Luthers Leben in dessen Stellung im Bauernkriege (um 1525) und den ohne seine Schuld damit im deutschen Volke Ij er borgerufenen Erschütterungen. Ter Redner zeigte unter häufiger Zitierung von markanten Stellen aus Luthers Schriften, wie „Eine treue Vermahnung in alle Christen, sich zu hüten vor Aufruhr unb Empörung", seine Antwort auf bie „Zwölf Artikel" der Bauernschaft in Schwaben und „Wider bie mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern", wie Luther von dieser Veivegung mit hinein- gerissen wurde, während er Alles daran setzte, den Mutigen Aufstand zu verhindern. Das tragische Schicksal Luthers war: Er hatte zum Frieden gemahnt und dabei den Sturm entfesselt, er hatte für Alle das Beste gewollt und mußte nun von allen Seiten, von dem sich von ihm trenn ent) en Volk, wie von den ihn schmähenden Fürsten die ärgsten Vorwürfe erfahren. Und doch hat er nie etwas getyan oder geschrieben, was eines Luther unwürdig wäre, oder wider das Evangelium verstieße. Er war ein Prophet und kein Tiplomat; auch in der bittersten Zeit hielten ihn sein felsenfestes Gottvertrauen unb fein reines Gewissen aufrecht. Aber niemanb hat auch mehr unter seinem tragischen Geschick gelitten, als Luther selber. Nr. 265 9r1d)etnt täglich außer SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Gtehener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. KotattonSdruck u. Verlag der Brüh lachen Untvers.-Buch- u.Slein- D ruderet (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Ochnt st ratze 7. 6lbref]e für Depeschern Anzeiger Bietzen. ^ernfprfd)anfdiln6 sJh 51. ruhigen festen Stimmung, bie der schönste Lohn eines starken Vertrauens auf den Sieg des Guten ist. Eine gewisse innige, liebliche Feierlichkeit lebt und webt in dem „Reigen seliger Geister" aus Glucks Orpheus; wir Musikfreunde, denen es selten beschieden ist. Gluck zu hören, wurden wie von Mozarts Geist berührt und es war etwas in dem Hauptthema, was an irgend ein bekannte Melodie Mozarts erinnert. Glucks Orpheus ist aber bereits 1762 in Wien aufgeführt. Er ist übrigens sehr reich an Ballettstücken, freilich nicht an solchen für halb französische Leibesausstattungskunst ober sonstige Pikanterieen nach Art eines abgebrühten — Verzeihung, ich hätte beinahe gesagt „Geschmacks", wo nur von Geschmacklosigkeit bie Rede sein kann — sondern von jener Feinheit unb Grazie, mit ber bie ausdrucksvollen Pantomimen jener Zeit erfüllt waren, keine Schaustellung der sinnlosen Künste des modernen Balletts. Irren wir nicht, so wurde das Ballett aus dem 2. Akt Auftritt 4 gespielt: bie seligen Geister umgeben Orpheus in anmutigem Reigen unb er bittet, ihm Eurydice zurück- zugeben, was auch dann geschieht. Tie Flötenstellen sind also wohl als Orpheus' Bitten aufzufassen gewesen. Mit welch' einfachen Mitteln und doch wie ausdrucksvoll lieblich und wahr wirkt diese Musik! Den Schluß des Konzerts hätte man nicht wirkungsvoller gestalten können, als durch Meister Brahms' Akademische Festo uv er ture. In einer Universitätsstadt erübrigt es sich wohl, den Aufbau derselben aus Stu- dentenliederthemen im einzelnen hier vorzuführen; jeder kennt sie und niemand vermag sich der hinreißenden Kraft dieser Komposition zu entziehen. Wer hat je sonst die Weise: „Was kommt dort von der Höh'" so ergötzlich, wer je sonst das Gaudeamus so schwungvoll gehört, wie es in dieser herrlichen Ouvertüre zu hören ist? Wahrlich, ein frohsinniges, liebenswürdiges und dock» berrlico emires Schlechtes Wetter da draußen und bie Aussicht auf ein ganz wundervolles Konzert im neuhergerichteten Saale! Man sprach davon, baß gut verkauft sei. — Genug, wir haben auch diesmal allen Anlaß, uns nach einem geeigneteren Saale für solche Konzerte zu sehnen — war das ein Gedränge und eine Not, heraus- äUf°Dmyar i>a3 eine herrliche Musik! Tiefe frohe, Wonne- volle unb strahlenbe Symphonie, diese rauf ch^ide und boch auch wieder ernste, fast feierliche akabemijchss Festouver- ture beides Werke reich an starkem Humor und dazwischen Glucks vormozartische liebliche Weisen, emgerahrnt von einem Strauß der wunderbarsten Liederperlen (den Reifenauer meinen wir damit freilich nicht) aus neuer unb neuester Zeit! Wahrlich, wir haben lange kein so treffliches, köstliches Konzertprogramm gesehen. Ein auserlefe- ner Geschmack hat ein solches Konzertprogramm 8U farmen» gestellt unb uns allen, bie wir als Juljorer anwesend sein durften, überreiche Erquickung gewahrt. Schumanns B-dur Symph onieZf fein erstes großes Jnstmmentalmus ikwerk, stammt au» feiner glücklichsten Zeit. Das Jahr 1840, in dem er endlich, nach hartem Kampfe mit Friedrich Wieck, feine geliebte Braut als Gattin heimführen durfte, ist fern sog. ,,rieberjM)r geworden- weit über 100 Lieder unb was für Lieder., ent- 7626 aus. e einen tüchtig Massigen hausbiM. Gg.Meü. I] Lchretuvtchlmg gekost und LH im hach Schisseiungerwetz b6. >] Dieuftidchny wech kochen tonn, bei hohe ^ucht, 2vsmann!ir. 7,. Mdcheu, weÄsdch: chen unb olle hauSck: t, in einen lümen rgleitf) oder 'spater M: tarieDrLel, Liebigs j\ hin tüchtiges, iöl .Mädchen findet bei hc.. iute Stelle bis l.Tezmte. rudwigstraße^. I . » n bach. Dort systems, wie Innungen slch 175 Zwangsnrnungen uttd 1171 eie ^nnangeu auflösten (von letzteren aber 28 zur Umbildung in Zwangs- Innungen), dagegen haben 'ich insgesamt 778 Innungen neu gebildet, also mehr als dreimal >0 viel. Auch die von verschiedenen Seiten behauptete Thctt- fache, daß das Handwerk sein Dasein lediglich von der ,Lehrlingszüchterei" friste, hat sich nach den angestelltea Erhebungen als falsch erwiesen. Auf 48 Millionen Ein-» wohner (in den Bezirken der 63 Kammern) entfallen 1100 000 selbständige Handwerksbetriebe, in denen 900 00Q Gesellen und 350000 Lehrlinge beschäftigt werden. Bei einem Verhältnis von 11 :9 : 3r/z kann also von einer Lehrlingszüchterei im allgemeinen keine Rede sein. In denselben Bezirken bestehen ferner 2564 Zwangsinnungen mit 171000 Mitgliedern, 6271 freie Innungen mit 201 000 Mitgliedern und 1642 gewerbliche Vereine mit 100 000 Mitgliedern. Ferner sind 257 Genossenschaften neugebildet worden. Diese Fortschritte der handwerklichen Organisation finden chre Erklärung in der intensiven Arbeit der Handwerkskammern. Diese wird auch treffend illustriert durch die Angabe, daß 14 161 Gesellen und 3603 Meisterprüfungs- ausschüsse ihres Amtes walten. — Diese Zahlen illustrieren am besten den Stand der Dinge, welcher allerdings den handwerkerfeindlichen Elementen sehr unbequem ist. 8 Butzbach, 9. Nov. Der hiesige Gesangverein Orpheus beging heute hier seine 64. Stiftungsfeier, verbunden mit der Generalversammlung. Die durch ein reiches Mahl gewürzte Feier ist in jeder Beziehung schön verlaufen. ? Lick, 10. Nov. Seit einigen Tagen ist der unter großen Schwierigkeiten neu angelegte Teil unserer Kanalisation nebst dem KläÄecken im Betrieb. So mußte ein Teil der alten Wallbefestigung durchschnitten werden, auch durchzieht der Hauptabschlußkanal den fürstlichen Schloßgarten. Die neue Anlage, ein Werk unseres rührigen Bürgermeisters, funktioniert trotz des geringen Gefälles bis jetzt ganz gut. )( Michelbach, b. Schotten, 10. Nov. Heute sind es fünf Jahre, daß unser Dorf von dem schrecklichen Brandunglück he^mgesucht wurde. Insgesamt brannten zehn Gebäude nieder und sechs Familien wurden obdachlos; ein Kind fand in den Flammen seinen Tod. Des Jahrestages wird alljährlich kirchlich gedacht. () Herchenhain, 10. Nov Gestern fand hier eine ordentliche Visitation des Kirchspiels durch Superintendent Petersen statt. §§ Gedern, 10. Nov. Ein hiesiger Bürger hat unterhalb unseres Städtchens einen sehr rentablen Basältst ein bruch für 5000 Mark an eine Aktiengesellschaft verkauft. Da sich das Material vorzüglich zu Pflaster- und Bausteinen eignet, soll der Betrieb in ziemlich großem Maßstabe ins Werk gefetzt werden; auch soll eine Stein- llopfmaschine in Thatigkeit treten und das Basaltwerk mittels eines Schienenstranges mit der Eisenbahnstation in Verbindung gesetzt werden. Zum Bau der Nebenbahnlinie wird das Unternehmen eine gute Absatzquelle finden. k. Lauterbach, 9. Nov. Geh. Kirch en rat D. Thomas Stock hat dieser Tage seinen bisherigen Wirkungsort Stockhausen verlassen und ist nach Gießen übergesiedelt. Mit chm schied einer der ältesten Geistlichen Hessens aus dem Dienst der Kirche. Vor etwa 4 Jahren feierte er sei.n 50jähriges Jubiläum, aus welchem Anlaß ihn die evang. theol. Fakultät Gießen zum Dr. th. honoris causa ernannte. Nahezu 50 Jahre har T. Stock in Stockhausen gewirkt und während dieser Zeit etwa 2500 Kinder getauft, 800 Trauungen und 1000 Beerdigungen vorgenommen. Eg. Alsfeld, 9. Novbr. Die Einweihung bei Schulhauses für unsere Gewerbeschule hat heute unter Beteiligung des Regierungs-Vertreters, RegierungSratS Dr. Wagner- Darmstadt, des Vertreters der Großherzogl. Zentralstelle, Regierungsrat N 0 a ck-Darmstadt, sowie verschiedener Gewerbevereine (Gießen war durch Kommerzienrat Heyligenstaedt vertreten) stattgefunden. Von dem bisherigen Schullolale, dem alten sogen. Hochzeitsbau, verabschiedete sich die Schule, deren Leiter, Hauptlehrer Schindel, in vortrefflicher Rede heroorhob, diese Räume hätten die Gewerbeschule in ihrer Kindheit ausgenommen, jetzt müsse die Schule das Elternhaus verlaßen, sie habe sich einen eigenen Herd gegründet. — Das neue Schulhaus wurde bamf durch den Bauleiter dem Gewerbeoereinsvorsitzenden, RÖßner, übergeben, der es öffnete und in dem unteren Saale desselben die Festgäste herzlich begrüßte. In' formvollendeter Rede sprach dann Hauptlehrer Schindel luter die Bestrebungen und Ziele der Gewerbeschulen, und verglich unsere Verhält- Aus Stadt und Kaud. Gießen, 10. November 1902. •* Gedenktage. Am 12. November 1831 wurde zu Maut em in Niederösterreich der Botaniker Anton Kerner, Ritter von Marika un, geboren. Nachdem er längere Zeit als praktischer Arzt in Wien thätig war, wandte er sich dem Studium der Botanik zu. Als Professor der Botanik roirfte er in Ofen und als Direktor der Botanischen Gärten in Innsbruck und Wien. .Das Pflanzenleben der Donauländer", „Schutzmittel der Blüten gegen unberufene Gäste" und fein .Pflanzenleben" sind populäre Werke geworden. 1876 wurde Kerner in den Ritterstand erhoben. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung Donnerstag, den 13. November 1902, nachmittags 4 llhr. 1. Ableben des Großh. Beigeordneten Grüneberg und des Stadtverordneten Dr. Fuhr. 2. Mitteilungen. 3. Baugesuch des PH. Kröck für die Rodheimerftraße; hier: Dispens. 4. Ge- ländeverkauf von Jul. 9tattmann in der Diezstraße. 5. Gesuch des Fritz Teigler um Erlaubnis zur Benutzung städt. Geländes und eines städt. Brunnens. 6. Gesuch des Karl Weber, z. Zt. in Straßburg i. E. um Anlage eines Gleisanschlusses auf Bahnhof Gießen. 7. Vermietung eines Tells der Waldparzelle nördlich der Liebigshöhe als Schliefplatz. 8. Die Räume des Lesehallevereins. 9. Festsetzung von Straßenfluchtlinien für die Grundstücke Seltersweg 63 bis 77. 10. Die Abgabe von Erbbegräbnisplätzen auf dem Friedhof am Nahrungsberg. 11. Die Kehrichtabfuhr in der Stadt Gießen. 12. Vergebung der Holzhauer- und Waldkultur- köhne in den Waldungen der Stadt Gießen für 1903/04. 13. Unterhaltung der städt. Wiesen und Beschaffung von Klee- uni> Grassamen. 14. Kullurpkan des Stadtwaldes. 15. Gesuch des Georg Jtttthsatz um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Schillersttaße 14. 16. Tesgt. des Friedrich Schäfer für Neustadt 1. 17. Desgl. des Heinrich Gratzfeld für die Steinstraße. 18. Genehmigung von Rechnungen. ** Personalveränderungen im Zieichspost- di e n st e. Der Kaiser hat dem Ober-Postsettetär K r ü g e r in Darmstadt bei seinem Scheiden aus dem Dienste den Charakter als Rechnungsrat verliehen. Versetzt wurde der Posta, sistent Seppell von Schlitz nach Witten. Bestanden hat die Postsekretärprüfung der Postverwatter Schirmann in Lich; die Postassistentenprüfung der Postgehllse Mann in Laubach. Gestorben ist der Pvstagent Fahrenbruch in Dortelweil. ** Alpenverein,Sektion Gießen. Der siebente Vortrag im laufenden Vereinsjahre war der eigentlichen Hochtouristik gewidmet; Zahnarzt Jäger schilderte in der vorgestrigen Monatssitzung seine diesjährigen Touren. — St. Anton am Ende des großen Arlbergtunnels war Ausgangspunkt für die Touren im Servall. Die nächste Unterkunft gewährt die in großartiger Umgebung gelegene Darmstädter Hütte (2426 Meter); von hier wird, trotzdem tiefer Neuschnee nicht die Spur eines Pfades erkennen läßt, die Saumspitze (3034 M.) erstiegen. Doch gestatten die fortgesetzt ungünstigen Witte rungsverhält- nisse nur kleinere Unternehmungen, und so wird auf weitere geplante Touren in diesem Gebiete verzichtet. In rascher Fahrt gehts über Landcck nach Prutz am Eingang des herrlichen Kaunserthales. Thalaufwärts führt die Wanderung znm Gepatschhans der Sektion Frankfurt, dessen wundervolle Lage die Reize des Mittel- und des Hochgebirges bereinigt Leider ist nach den Erklärungen der Führer auf die Möglichkeit einer Weißkugelbesteigung für die nächsten Tage nicht zu rechnen, darum erfolgt über das Weißseejoch (2970 M.) ter lieber- gang ins Sangtauferer Thal. Ueber Mals wird das Touristen- und Führerdorf Trafoi erreicht, inmitten eines schimmernden Kranzes von Eisbergen gelegen und überragt von der mächtigen Ortlerpyramide, der gleich die folgende Tour gelten soll. Tas Tadarettathal aufwärts führt der Pfad zur Payerhütte (3020 M.) Ter Aufenthalt in diesem sonst vortrefflich bewirtschafteten Unterkunftshause kann nicht gerade als Annehmlichkeit gellen, denn während die Änrichtungen auf etwa 60 Personen berechnet sind, nächtigen heute über 100 hier oben, die alle das wunderbar klare Wetter herbeigeführt hat. Einen unvergeßlichen Anblick aber gewährt von dem Platze vor der Hütte Die in der hellsten Mondscheinteleuchrung erglänzende Umgebung. Ebenfalls noch beim Scheine des Mondes wird am frühesten Morgen aufgebrochen, und unter günstigen Umständen wird der Gepfel des O r t l e r gewonnen. Unbeschreiblich großartig ist das Panorama, das man von dieser höchsten Zinne Oesterreichs (3902 M.) genießt, und reichlich lohnt süh die aufgewandte Mühe. Ist doch eine eigentliche Schwierig kett nur an der einen Stelle vorhanden, wo nach dem Uetergung über den oberen Kerner der Ausstieg zum Plateau erfolgt. Nach Rückkehr zur Payerhütte, wird dann der sehr interessante Abstieg an den steilen Tabarettawänden nach Salden genommen, von wo aus sofort der Angriff auf die Koni g s s p i tz e (nach Meyer einer der interessantesten, aber zum Teil schwierigsten Berge) beginnt Aus der inmitten eines gewaltigen, vom Monde prächtig beleuchteten Glet- scherzirlus gelegenen Schaubach Hütte wird übernachtet und von hier aus am anderen Morgen der majestätische Gipfel bezwungen. Von der Steinschlaggefahr am sogen. Königs- joch und der steilen Stelle an der „Schulter" abgesehen, zeigen sich im übrigen Dank der sehr guten Schneeverhält- nifje kaum besondere Schwierigkeiten. Ta wettere Touren in dieser Gruppe durch eintretenden Wttterungswechsel verhindert wurden, verläßt unser Tourist das Ortlergebiet, um sich über den Brenner nach der Nordsette Der Alpen zu begeben, wo im Wettersteingebirge noch einmal die Wanderung ausgenommen wird. Eine Besteigung der Zugspitze bildet Den Abschluß der geschilderten Touren. ** Unbestellbare Postsendungen. Wir erfahren, daß bei der Ober-Postdirektion in Darmstadt folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unfern Lesern zählen, als unbestellbar lagern: Einschreibebrief mit 5 Mk. aus Gießen an Frl. Anna Marie Riechers in Köln (Rhein), vom 1. Februar 1902. Gewöhnlicher Brief mit einem Fingerring, aufgegeben in der Bahnpost Frankfurt- Cassel an Frl. Anna Bähre in Goslar, Georgenberg 11, vom 5. April 1902. Postanweisung über 100 Mk. aus Gießen an Pfarrer Briegleb in Pfeddersheim, vom 29. März 1902. Postanweisung über 5 Mk. aus Butzbach, Empfänger (unbekannt) in Wieseck, vom 7. September 1901. Die zur Empfangnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen vier Wochen bei der Ober-Postdirektton melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Postunterstützungskasse überwiesen, die Briefe aber vernichtet werden. ** P a k e t - A u f l i e f e r u n g. Die von der Post-Verwaltung getroffene Einrichtung, daß den Paketbestellem auf ihren Fahrten auch abzusendende Pakete behufs Auflieferung bei dem Hauptpostamt mitgegeben werden können, scheint immer noch nicht genügend bekannt zu sein ttotz der Bequemlichkeit, die sie namentlich solchen Personen bietet, welche wett entfernt vom Postamt wohnen ober Dienstpersonal nicht zur Verfügung haben. Die Ab- bolung der Pakete aus der Wohnung fann auch schriftlich und gebührenfrei beim Postamt 1 bestellt werden, am besten mittels ungestempelter Postkarte, die in den nächsten Briefkasten geworfen wird. Tie Gebühr für die Abholung eines Paketes beträgt ohne Rücksicht auf das Gewicht 10 Pfennig. *?Zwangsinnung oder freie Innung. Ter Geschäftsbericht des letzten Handwerkskammertages in Leipzig giebt einen interessanten Heb erb lief über die Organisation des Handwerks und läßt einen Fortschritt im Innung sieben erkennen. Es haben sich 63 von 71 Handwerks- und Gewerbekammern zusammengeschlossen. Diese bilden den Deutschen Handwerkskammertag, welcher alljährlich einmal zusammentritt. Die entsprechende Umfrage des Vorortes hat für die Bezirke der angeschlossenen Kämmern ergeben, daß bei einem Gcsamtbestand von 8800 wie sie geboten wurden, eine sehr tüchttge, Dcf^r Anerkennung werte Leistung, die für später noch sehr viel , mehr erwarten läßt. Und wenn wir versucht haben, zu erfa jzfjen, was vielleicht Frl. L. an Stimme und Vortrag iwstlch gebricht, so mag sie uns darob nicht gram sein. Sie selber ft weiß gewiß am besten, wieviel es für sie noch jeden W- ag zu lernen giebt, um nicht zu rasten, nicht zu rosten, fonbc(c:ni die höchsten Ziele in ihrer Kunst zu erreichen. tüchtigsten Leitung kein musterglltiges Orchester für solche Musik. Wge es bald zur Bildung eines Städtebundorchesters ic. kommen! Zudem hat doch eine Militär- kapelle auch zu viele andere Aufgaben. Für die aufopfernde Leistung aber gebührt auch ihr unser Aller Tank! Schade daß Einzelne hier und da ganz versagten; schweigen mir davon. Als Sängerin erschien Fräulein Agnes Leydhecker aus Berlin. Irren wir nicht, so hat sie bereits vergangenen Sommer hier in Beethovens großer Messe gesungen. Schon damals hat uns vor allem der weiche, edle Vortrag entzückt, mochte es d-amals auch scheinen, als entbehre die Stimme ein wenig der zu solchem Werke nötigen Kraft. Auch diesmal konnten wir uns des Eindrucks nicht erwehren, daß es zur Zeit der Stimme noch an jener Aus- aiebigfeit gebricht, die jeden Accent erlaubt Tie Stimme yat recht schönen Umfang, man kann auch nicht sagen, die Register fänden die rechte Verbindung unter einander nicht, und doch ist die tiefere ^age noch etwas unnatürlich flingenb, während die Stimme in der Höhe noch nicht frei von Belastungen $u sein scheint. Doch können die fleinen Störungen, an die wir dabei denken, auch von einer geringfügigen Indisposition hcrrühren. Lim freiesten erschien die Mittellage unb die ganz leichte Kopfstimme. Vor allem aber ist es erfreulich, daß Iräulein Leydhecker offenbar mit ihrem Organ vortrefflich Bescheid weiß und ihm nichts zumutet, was es noch nicht hergiebt^ trotzdem sie in der Auswahl der Lieder keineswegs sich vor Schwierigkeiten gescheut hat. Sie hat eben mit ihren Mitteln und in ihrer Art zu geftallen gesucht; es ist ja doch nur zu natürlich, daß je nach dem Sttmmcharakter auch der Vortrag verschieden sein muß. Gleiche Stimmungen wiederzugeben, gleiche künstlerische, ästhetische Wirkungen hervor- zurufen bedarf es ja doch nicht durchaus gleicher künstlerischer Mittel; Individualität ist doch auch da ausschlaggebend und man soll nicht einseitig urteilen. Wenn man ein Lied gut kennt, ist man ja gar zu leicht in Gefahr, falsch fcu urteilen, wenn e5 nicht so gebracht toirbv wie man sich darin eingelebt hat. Mtt anderen 3)1 iitelu, mit anderem Klangcharakter rc. würde auch Fräuleon Leydhecker die gewählten Lieder in mancher Hinsicht antyerö gesungen haben, deshalb war doch auch ihre Art gut. ° Es waren Brahms' Sandmännchen und das zugegebene Beetthooensche Lied ganz vortrefflich gelungen. Bei Den anderen.hat es mich zu sehr gestört, daß der Gesichtsausdruck der Iftünftlerin dem Gelang sausd ruck nicht adäquat war: er wollte sich der Stimmung nicht recht anpas,en. Sollte Frl-. L. vielleicht kurzsichtig sein? Liegt es daran? Tann ro^ire dem doch wohl dadurch abzuhelfen, daß Frl. L. beim (?‘kfange sich darauf beschränkt, rote man so sagt, nur in si' ch selbst hineinzusehen, um jenen geistigen Ausdruck zu gern-innen, der ProteuS gleich sich jedem Stimmungsgehatt rc. c^nzupassen scheint. Dagegen auf alle sonstige Mimik zu verzichten, insbesondere aber auf den Versuch, um jeden Pretts recht freundlich auszusehen. Wie gesagt, es hat mich eirtjj hierin liegender Mangel so yestort, daß ich kaum wagen u dürfen glaube, über den eigentlichen Gosangsvortrag selb bst einigermaßen richtig zu urteilen. Immerhin hatte audTa der nichts unbedingt Zwingendes für mich und es schlS»»n mir doch, daß da nicht innerlich Erlebtes ober doch Empfaundencs gegeben ward, daß dies vielmehr in verstandesn^-aßiger Bewältigung der Lieder zu ersetzen versucht ward? Solche genügt zwar für die prüfende Analyse, nicht abcE^c für die künstlerische Synthese, dazu gehört inncrllche Skdrtiefung, eigene wahrhafte Empfindung. Lb dazu für eine.» Dame die gewählten Lieder gerade besonders geeignet rorSren? Wie dem auch sei, es waren die Lieder unter allen«, Umständen, so Kunstwerk! — Bald aber werden wir vom hiesigen akademischen Gesangverein Brahms' gewalliges „De utsches Requiem zu hören bct'ommcn .! Wer geht da nicht hin? 7 Zwischen diesen großen Werken erquickten uns die schönsten Lieder. Wiederum Brahms allen voran! Wer konnte sick den Stimmungen entziehen, die diese Lieder atmen? 9tur, wer sie nicht selbst zu entpfinden vermag. Möchten es recht wenige gewesen sein! Weshalb aber mochte unser trefflicher Gast wohl Die beiden ersten Lieder nicht tu umgekehrter Reihenfolge gesungen haben? Mir wttl scheinen, daß dann das wunderbar schone Lied: „Dein blaues Auge" dadurch gewonnen l)ätte, daß seine erlösende beruhigende Stimmung gewissermaßen in innerem, fort- schrertendem Gegensätze zu: „Ach wende diesen Blick' gestanden hätte. Es ist ja textlich fast Vorgang und Folge. Und daraus als Krönung: „Wie bist Du meine Königin— Wer mochte das liebliche Kindervolkslicd: „Sandmännchen" nicht immer wieder gern hören? Wer kennt es und singt es trotzdem nicht seinen Kindern? — Von Den andern Liedern ^^T^gramms ftc^n Wolfs „Heimweh" und Arnold Men- delesohns „Aus dem 3tachtlied Zarathustras" meinem Em- psurden anr nächsten; Liszt's: „Ueber allen Gipfeln ist erschien mir, obwohl ich es sonst gern höre, in dieser Umgebung etwas gekünstelt und gedehnt. Reisenauers „Emkehtt aber steht hart an der Grenze des im Rahmen eines solchen Konzertes eben noch Erlaubten. Die Auffahrung selbst anlangend, so zeugen wohl ^O-stchcnden Ausführungen bereits dafür, daß sie so vortrefflich war, als man nach Lage unserer Verhältnisse TCÄAEen kann. Wie Herr Tr au t m ann unter ^r obwallenden Umstanden solche Leistungen ermöglicht, verdreni immer wieder un,ere vollste Bewunderung. Wir wollen wahrlich niemandem zu nahe treten, und e“ ist in auch kein Geheimnis, daß ünmer auswärtige Künstler herangezogen werden müssen, um den Orchester körper zu verstärken; aber in der That ist dock eine in ihrem Mtt- gllederstande so ständig wechselnde Mttuärkapelle unter der der dortige antisemitische Wahllnann bei der Land- tagswahl in Grünberg ,^imgekippt" sein soll. Endlich Hegt auch aus dem Odenwalde eine interessante Meldung^ vor, und zwar aus Wald-Michel- wnrde Dank des indirekten Wahlbekannt, Dr. Heidenr eich mit 19 Stimmen wiedergewählt, während Pfarrer Blum in Ober-Abtsteinach nur 16 Stimmen auf seine Person vereinigte. Zwei Wahlmänner, von Denen man seither nut Bestimmtheit annahm, daß sie Blum wählen würden, wurden, wie wtt in der „N. B. L.-Z." lesen, noch kurz vor der Wahl derart bearbeitet, daß aie — ganjgegen den Willen ihrer Wähle r — doch noch Dr. Heidenreich wählten. Besser kann das rückständige und veraltete 2Lahl- system wohl nicht charakterisiert werden. Bei direkter Wahl wäre es, dem genannten Blatte zufolge, geradezu ein Tina der Unmöglichkeit, Dr. Heidenreich im dortigen Bezirk durchzubringen. Ganz abgesehen von Dingen, wodurch sich Dr. Heidenreich so viele Gegner schuf, sind die meisten Odenlvälder doch nicht so rückständig, daß sie sich einen Abgeordneten erküren würden. Der ein so eifriger Verfechter des indirekten Wahlsystems, der Weinsteuer usw. ist, wie Tr. Heidenreich iet rohe ■ eint, Universitäts-Nachrichten. — Geheimrat Wilhelm Wundt in Leipzig wird demnächst in den Ruhestand treten. Er hat sich in Heidelberg ein An» wesen gekauft, in das er nach seinem Rücktritt überzusiedeln gedenkt. risse mit denen anderer Länder, besonders Amerikas. Ans 'liefe Verhältnisse ging Regierungsrat Dr. Wagner, der die Trüße der Regierung überbrachte, ein, und teilte Erfahrungen, '»ie er bei seinem Besuche der letzten Weltausstellung gemacht ijitte, mit. — Die Besichtigung der Schulräume hat alle Teilnehmer außerordentlich befriedigt; schöne, große Lehr- ymmec hat Hauptlehrer Schindel uns hier durch seine caftlofe, aufopfernde Thatigkett geschaffen, und die Raum- uerteüung, Beleuchtungsanlage, sowie die Ventilation sind mustergiltig zu nennen. — Bei dem darauf folgenden Festessen wurden von vielen Seiten die Glückwünsche entgegen» gebracht. Unter den Reden ist besonders diejenrge des Regie- omgScatß Noack hervorzuheben, die in teils launiger, tells -°mster Weise die Beziehungen zwischen der Zentralstelle und Den OrtSvereinen behandelte. «rufur^rksarner Bursche. (Im Wartesaal.) Leutnant t ,Keich ich hab' Dir doch befohlen. Da sollst mir ein Dillet »werter Klasse nach Mainz losen, und jetzt bringst Du eines elfter Klasse! Wie kommst Du dazu?" — Bursche: „Sehen Sie, Herr Leutnant, eine hübsche, junge Dame löste gerade vor mir ein Bill et erster Klasse nach Mainz und da wollt' ich nicht, daß mich der Herr Leutnant einen Esel heißt, wenn der Herr Leutnant dann blos ein Billet zweiter gehabt hätte!" SäSS 'DLZ rroÄt? i« i«* MS Ms he 2Bie bell' c Dit? »En, st u g-bKß Vermischtes. • Bon einer der letzten Truppenbesichti- gungen, die der Kaiser vornahm, wird eine hübsche Anekdote berichtet. Der Kaiser ftagte einen Gardisten mach seinem Namen und bekam zur Antwort „Andröe". Andröe?" sagte der Kaiser, „weißt Tu denn auch mein I ÄHn, daß Du einen berühmten Namensvetter hast, den Lndröe, der zum Nordpol gefahren ist?" „Das weiß ich nldft", antwortete der Grenadier treuherzig, „aber unser Herr Hauptmann hat heute früh vor der Besichtigung ge- sirgt, er möchte lieber am Nordpol sein." • Bismarcks Mensuren. In einem Berliner Blatte ®ax dieser Tage behauptet worden, daß Bismarck als Göttinger Korpsstudent eine Abfuhr eingeheimst habe. Jetzt wirb geschrieben: Das Göttinger Paukbuch hat Recht: Bismarck ist nicht »abge stoch en". Er hat allendings von | Biedenweg einen Hieb erhalten, der wahrscheinlich als Abfuhr erklärt worden wäre, wenn er kommentmäßig gewesen wäre. Er wurde aber als »nach Halt" geschlagen, für unkommentmäßig erklärt und damit überhaupt nicht gerechnet. DaS hat ViSmarck bei der späteren Begegnung mit seinem ehemaligen G&egenpaufanten auch ausdrücklich erwähnt. ♦ Frl. Dr. Anita Augspurg veröffentlicht uun- | /niehr das Schreiben, mtt dem sie die Darstellung beantwortet, die der Oberbürgermeister von Weimar kürzlich von chrer Verhaftung durch den Schutzmann Haldrich gegeben hat. Ihre Erklärungen gipfeln in der Feststellung, daß sie in jeder Hand ein Gepäckstück getragen, also schon deshalb nrcht habe den Hut abnehmen und durch die Haare reichen können, und daß der Schutzmann sie „mtt xr brutalsten Gew alt wiederholt am Arm zu packen ich erdreistet" habe. Auf die Frage des Schutzmannes habe sie peinlichst genaue Auskunft erteilt. „Der Schutzmann hat mich nach meinem Namen nicht gefragt, und erst als er nach der Auskunft über meinen Stand: „Tvctor juris", unzweideutig zu erkennen gab, daß der von I ityn beherrschte Bildungsgrad der Situation nicht gewachsen sei, suchte ich fernere nutzlose Erörterungen mit ihm durch die Frage abzukürzen: „Db er etwa die Absicht habe, mich zu verhaftend *Daß die Stadt Dresden vom nächsten Jahre »ä die größte im Deutschen Reiche sein wird, um ganze 500 Hektar größer als Berlin, hat soeben der Lermessungsdirektor Gecke zahlenmäßig erwiesen. Bis b^hin werden allerdings noch einige sehr beträchtliche Lororte der Residenz einverleibt. Hinsichtlich chrer Einwohnerzahl wird sie vom gleichen Zeitpunkt ab (L Jan. L9O3) unter den deutschen (stabten an vierter Stelle r angieren. * Warum die Humberts nicht gefaßt tour» >eiL Die Gründe, weshalb die Familie Humbert nicht zefaßt worden ist, sind aufgeklärt. Der Untersuchungsrichter hatte sich an ein Privatdetektiv- l»ureau gewendet und durch dieses die Humberts und täte Sicherheitspolizei überwachen lassen. Das Bureau war j.edoch dasselbe, das Madame Humbert Jahre hindurch benutzte. Es verriet jetzt Madame Humbert alle Maßregeln der Polizei, und des Untersuchungsrichters, und' | sto konnte Madame Humbert noch einige Tage in ihrem ,z tzause in der Gegend des Park Monceau versteckt bleiben ■i iinb dann sich ruhig in Barcelona einschiff en. • Blutiges Eifersuchtsdrama. In Paris hat enter besonders schrecklichen Umsuinbeu auf offener Straße ter Weinreisenbe Julien Germain seine 31jährige Frau getötet, bie sein Vermögen verschwendet und chn dann erlassen hatte. Er war nachmittags mit seinen drei Ämtern, die er jeden Sonntag aus der Wohnung der Mutter abholen durfte, im Cirkus gewesen und hatte dott bereits einen Revolver in der Tasche gehabt. Um 1/28 Uhr sahen boie Passanten eine Frau, die entsetzt vor einem Manne flüchtete, der sie mit einem Revolver bedrohte. Drei Kinder Uesen dorn Beiden weinend und »Mama, Mama" rufend nach. Ehe die Paffanten eingreifen konnten, gab der Mann fün Schüsse auf die Frau ab, die tot zu Boden fiel. Die Maffe warf sich auf den Mann und suchte ihn zu lynchen. Au ter Wache nannte er sich Julien Germain und erzählte seine Geschichte. * Ein schauderhaftes Verbrechen ist mKopen- hiagen entdeckt worden. Die Leiche einer etwa 50- j ihrigen Dame wurde mit durchschnittener Kehle am Hafen gefunden. Verschiedene andere Wunden, bie sich an ter Leiche fanden, deuteten darauf hin, baß ein ernstlicher Kampf zwischen bem Mürber unb seinem Opfer vorausge» Wngen war. Die polizeiliche Untersuchung ergab, baß bie Leiche ibentisch ist mit ber Damenschneiderin Wittwe Jör- V-nsen, der Slutter einer Kopenhagener Schauspielerin und ytoeier Söhne. Einer der Söhne, ein Dekorationsmaler, ter als eine unsympathische Person geschildert wird, wurde wegen verschiedener verdächtiger Umstände verhaftet. Er hpt die entsetzliche That eingestanden. • London, 10. Roo. Die Abendblätter melden aus Kapstadt vom 10. ds.: Eine Feuersbrunst in East London richtete großen Schaden an. Dreißig große Grundstücke im Mittelpunkte ber Stabt finb ein Raub ber Flam- nr.en geworben. * Petersburg, 9. Nov. Die geschiedene Frau von ßistohlkors, mit ber sich Großfürst Paul kürzttch ]j! 6 it trauen lassen, ist eine Tarne in reiferen Jahren. Ein -: etwa löjähriger Sohn von ihr besucht das hiesige Pagen- terps. Sie gehört einer armen polnischen, angeblich gräflichen Familie an. Oberst von Pistohlkors erbte in den 80 er Jahren von dem Millionär Baron Stieglitz ein g-roßes Vermögen. Er soll nach der Scheidung von seiner Aau ihr eine ansehnliche Summe überwiesen haben. D )) ins?1-' ° lediglZ, h 4 ben der Nr;« . Aangverein Or. '"ftungsfeier ^8 ist ber unter ' E miierei ga, 1 un Betrieb, t ft durchschnitten Wfaial benE 'J? unseres M des geringen \ heute sind 1 tat .schrecklichen .,önsge,amt brann. rlren wurden obdach. 1 leinen Tod. Tes gedacht. stern fand hier eine els durch Super- :c Bürger hat unter» rentablen Basalt, -ne Wiengesellschaft -zuglich zu Pslaster- t> in ziemlich großem auch soll eine stein« und das Bchltwerl der Eisenbahnstatim Bau der Nebenbahv e Wsatzquelle finba h. Kirchenrat nen bisherigen Ab nach Gießen üt-- c ältesten Geistlift Bor etwa 4 Jcha aus welchem MH zm Tr. th. hcwris ii L Stock in stock- af etwa 2500 liinder Beerdigungen borge- Einweihung de chule hat heute unt irs, Regierung^ ters ber Großhu^ irmliabi, foroie «• durch KommerzMM iben. Von dem , hochzeitstm, ^ab- nwtlehm Sandel, ,e Säume Men ie -d- sch „s m-d- b«m *®> »*"5aale .L die BcslrrbuN;S Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft Stettin, 10. Nov. Die Stadtbehörden haben sich mit der Ausnahme eurer neuen Stabtanleihe für Stettin beschäftigt unb für die nächsten Jahre den Bedarf auf 21 Millionen Mark ermittelt Ungefähr 8l/< Millionen Mark entfallen auf die Vororte. Nürnberg, 10. Nov. In einer in, München abgehaltenen Sitzung des Finanzkonsortrums ber Schuck er t-Gesellschaft, in welcher der letzte Finanzplan der Schuckerl-Gesellschaft unter ber Kontinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen zur Vorlage gelangte, rourben bie von den beiden Gesellschaften für den Ausbau aller ihrer Unternehmungen benötigten Kredite zunächst auf bie Dauer von fünf weiteren Betriebsjahren unkündbar zur Verfügung gestellt. Auf eine Bestellung von Sicherheiten wurde angesichts ber befriedigenden Mitteilungen der Vorstände der beiden Gesellschaften fettens des Bankkonsorttums auch weiterhin verzichtet Insolvenz der Norddeutschen Bersichernngs- und Renten- bank, Hamburg. Gegen die Direktoren Dr.Serrius und Horn ist ein Strafverfahren eingeleitet worden. Die Bank ist m Zahlungsschwierigkeiten geraten; es wurden Unterschlagungen Angestellter m Höhe von 140000 Mk. ausgedeckt. Zn den Veruntreuungen beim Schlesischen Bankverein, Breslau. Der Defraudant Heinke hat sich erschossen. Die unterschlagenen Effekten sind ausschließlich eigene Effekten des Bankvereins. Tie Kundeudepots, zu denen Heinke keinen Zutritt hatte, stimmen nach Betrag und Nummern. Elektrizitäts-Gesellschaft vorm. Schuckert, Nüruberg. Die aus Warschauer Blättern übergegangene Angabe, daß bie Schuckerl-Gesellschaft bie Konzession für die elektrische Beleuchtung von Warschau nicht ausüben werde, erweist sich als aus ber Lust gegriffen. So wenig die Schuckert-Gesellschaft gegenroärtig geneigt jein mag, sich in neue und umfangreiche Engagements einzulassen, so handelt es sich doch in diesem Falle um ein groß angelegtes Projekt, auf das natürlich keine Gesellschaft ohne weiteres und vorzeitig verzichten würde, zumal wenn dadurch eine Konventionalstrafe von Rbl. 200000 verfällt. Im letzten Geschäftsbericht ber Schuckerl-Gesellschaft wurde mitgeteilt, nachdem die Verhandlungen der Russischen Gesellschaft Schuckert u. Eo. in Petersburg mtt der Stadt Warschau abgeschloffen sind, seien nunmehr auch die Vor- arbetten für den Bau des Werkes in dieser Stadt in bie Wege geleitet Gleichzeitig berichtete bie Eoutinentale Gesellschaft, daß nach Kunst Md Wissenschaft Die soeben erschienene Nr. 45 der .Freistatt, trit Wochenchrist für moderne Kultur4 in München, enthält u. a. .Die Glühhitze^, ein Zwischenspiel von Heinrich Lautensack. Die Aufführung dieses Stückes bei den Els Scharfrichtern, dem bekannten famosen Münchener Ueberbrettl, wurde von ber Zensur verboten. Im Anschluß hieran seien seuchtftöbliche Gesellen aus bie köstlichen musikalischen Scherze von Wedekind, Bierbaum rc. rc. aufmert- am gemacht, die im eigenen Scharsrichter-Verlage zum Preise von Mk. U>0 erschienen sind. Namentlich Wedekinds Balladen sind von geradezu schauerlich groteskem Humor. Sein »Eh da mon dieu, mon Dien“ hat überhaupt nichts Gleichartiges in der deutschen Litteratur und fft auch musikalisch äußerst wirksam. Dieser wunderliche Frank Wedekind, ber Dichter des »Kammersängers" und des Dramas »So ist das Leben" (Verlag von Alb. Langen in München) ist wahrllch eine ber originellsten litterarischen Erscheinungen unserer Tage. — Neue Kuustlitteratur. Das Stovember-Heft ber »Kunst" (München, Bruckmann, Preis vierteljährlich 6 Mark), hat nach- lehenden Inhalt: Zum Jubiläum des Vereins für Original-Radierung in Blümchen (mit 12 abbildlich mitgeteilten Proben aus den bislang erschienenen zchn Jahres-Blappen des genannten Vereins); Tie Bedeutung der Amateurphotographie für den bildenden Künstler, Louis Tuaillons Denkmal des Kaisers Friedrich für Bremen (ein Aufsatz von Dr. Gustav Pauli, dem Direktor der Bremer Kunsthalle, sich gegen die Bedenken richtend, die sich dagegen erhoben haben, daß Tuaillon den zweiten Kaiser des neuen Reiches in einer antikisierenden Jdealgewandung barstellen will. Angegliebert ist bie darauf bezügliche Erklärung des StünftlerS selber); Louis Eorinth (14 prächtige Abbildungen nach Werken dieses geistvollen und originellen ostpreußischen, jetzt in Berlin thätigen Malers, von einem Essay Hans Rosenhagens begleitet, dessen Mutter der Künstler u. a. porträtiert hat); Die Turiner Ausstellung: Die Sektionen Holland und Amerika (34 Abbildungen, Text von W. Fred); Kreselder Künstlerseide (10 Abbildungen) ; Die Ausstellung »Die neue Fraueutracht" in Berlin (eine textlich sehr umfangreiche Veröffentlichung mtt 26 Abbildungen) ; endlich ein Nachruf für Patriz Huber in Darmstadt. Tas Alice-Denkmal in Darmstadt, geschaffen von Pros. L. Habich, wird durch zwei Illustrationen veranschaulicht. Dem Heste vorangestellt ist eine Original Radierung von Heinrich Wolff, »Unterhaltung" betitelt, was auch eine hochinteressante Neuerung bei der »Kunst" bedeutet, denn einer graphischen Driginalarbeit so wertvollen Charakters wie sie eine Radierung darstellt, sind wir in diesen Monatsheften bislang nicht begegnet »Die Kunst" ist, allem Anschein nach, immer darauf bedacht, sich selbst wieder von neuem zu übertreffen. „Turin 1902" ist ein sehr schon ausgestattetes, außerordentlich stattliches Lieserunaswerk betitelt, dessen erstes Heft soeben (im Verlage von Ernst Wasmuth, Berlin) erschienen ist. Es sollen veröffentlicht werden von der internationalen modernen Kunstgewerbeausstellung in Turin, der ersten ihrer Art, die charakteristischen- Außen und Innenarchitekturen, die der Ausstellung ihr Gepräge aufdrückten. Wohl um diese Schöpfungen eingehendem Studium zu erschließen, erscheint das Werk in großem Format von 32:48 Etm. Die erste Lieferung bringt 10 Tafeln in Farbenlichtdruck nach Naturaufnahmen; zum Beginn drei Blätter vom Hauptgebäude der Ausstellung, das der italienische Architekt Raimondo d'Aronco aufgesührt bat, womit man Gelegenheit erhält, die italienische „Moderne" kennen zu lernen. Sie erscheint stark in Abhängigkeit vom Wienertum und hat nichts gemeinsam mit jener anderen Wiener bezw. Darmstädter Art Olbrichs. Doch ist diesem stark auch an Rokoko erinnernden Kuppelbau eine festlich-heitere Wirkung nicht abzusprechen, und wenn sich die lebhaft bewegten Silhouetten ber weißen Figuren und Gruppen vom blauen ttalienischen Himmel abhoben, mag sich das Werk d'Aroncos nicht übel ausgenommen haben. Dann zeigt uns die Anfangslieferung den deutschen Repräsentationsraum mit der Büste des Kaisers in einer Nische von H. Billing in Karlsruhe, das sehr reizende „hessische Z i m m e r" und das Schlafzimmer von dem Darmstädter Olbrich, der bekanntlich den ersten Preis in Turin erhalten hat, ferner ein schönes und solides Buffet aus bem Speisezimmer von Robert Oräans, die von der Pariser Wettausstellung und aus den Kunstzeitschristen schon bekannten Räume von Bruno Paul und Bernhard Pankok (Herren- und Rauchzftwner) und ein interessantes Detail aus dem Raume von Kreis in Dresden. Jedenfalls verspricht das Werk, von dem dem die Einzelliesenmg 7 Mk. kostet, ein modernes Prachtwerk allerersten Ranges zu werden, das zum diesjährigen Weihnachtsseste wohl auf dem Gabeniische zahlreicher ernster Kunstfreunde gefunden werden wird. Wir gedenken auch der weiteren Lieferungen entsprechende Erwähnung zu thim. langen schwierigen Verhandlungen die Konzeffion für eine Licht- und Krastzeittrale in der Stadt Warschau erteüt wurde, und zwar an die Russische Schuckert-Gesellschaft, mit der die Continental« gemeinsam das Projekt verfolgt habe. Für dieses Unternehmen: beabsichtige die kontinentale, eine besondere Gesellschaft ins Leben zu rufen; sie habe hierfür im In- unb Auslanbe Sozien gesunden, so daß ihr eigenes EngagemeM mir ein beschränktes sei. Die Der» wattung des Schuckert-Unternehmens hätt auch jetzt noch das Warschauer Geschäft für aussichtsvoll und die Finanzierung ist ge- ichert. Die .Konstituierung einer besonderen Gesellschaft soll in den nächsten Tagen erfolgen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik flehend« Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) „Billiges Brot"! Unter diesem Stichworte wurde vor Kurzem ein Eingesandt in Ihrem geschätzten Blatte veröffentlicht, welches mcht unerwidert bleiben kann. Einsender dieses unterhält säst schon ein Menschenalter Beziehungen zu den Bäckern von Gießen und Umgegend und darf sich schon gestatten, nachdem die Brotfrage in Ihrem geschätzten Blatte mehrfach erörtert worden ist, eine Lanze für unsere Bäcker zu brechen. Es wdrde bereits schon gelegenttich einer lanbroirt- chastlichen Versammlung behauptet, daß die diesjährige» Getreidepreise nicht rm Verhältnis zu den Brotpreisen stünden. Der damalige Referent hat aber augenscheinlich übersehen, daß der größte Teil der diesjährigen deutschen Ernte, namentlich im Storben Deutschlands beschädigt ist, und daß infolge dessen backfähiges Roggenmehl nur durch Beimischung von russischem Roggen, bad» fähiges Weizenmehl nur durch Beimischung von russischem oder amerikanischem Weizen herzustellen ist. Amerikanischer oder russischer kleberreicher Weizen ist gerade um den Zoll von 3»/, Mark pro Sack teurer, als hiesiger kleberarmer Weizen, muß aber oon Öen Mühlen trotzdem gekauft werden, um einigermaßen backfähige Mehle Herstellen zu können. Roggenmehl kostet dieses Jahr zirka ÖO Pfg. pro Sack mehr, Weizenmehl dagegen 50 Psg. pro Sack weniger als voriges Jahr um die gleiche Zett. Einsender daff aber ruhig behaupten, und sämtliche Aiüller und Ääcke^ also sämtliche Sachverständige, werden mit ihm einverstanden sein, daß trotzdem jeder Sack Mehl Mk. 1—IV, pro Sack relativ teurer ist, als voriges Jahr, weil wegen des geringen Klebergehattes der Mehle nicht so viel Gebäck aus dem gleichen Quantum gebacken werden kann, wie im Vorjahre. Einsender dieses weiß, wie sehr ein großer Teil der hiesigen Backer ringen muß, um die Familie ehrlich durchzubrmgen unb der Verbindlichketten gerecht zu roexöen. Hoffentlich hat das hiesige Publckurn so viel Einsicht, daß es einem Manne, der zu der Zeit, wo andere Menschen schlasen, arbeiten und schaffen unb im Schweiße seines Angesichts sein Brot verdienen muß, das Letztere auch neidlos gönnt. Im Vergleich zu anderen Städten, wie Darmstadt, Frankfurt, Köln usw. ist der hiesige Brotpreis ein sehr niedriger, obgleich diese Städte Mehle billiger beziehen, als Gießen, und bie Hefftellungskosten dort kaum hoher sein düfften, als am hiesigen Platze. 8uam caiqae! So« auch dem Bäckefftande, welcher nicht das kleinste Kontingent zu den Steuerzahlern Gießens stellt. Wegen TierquLleret ist man gerichtsseitig in letzter Zett mtt harten Strafen vorgegangen, und das von Rechtswegen. Der Fahrweg von der Linds bis zur Höhe der Burg Gleiberg ist aber in so miserablem Zustand, daß er für die Gespanne, die nach oben müssen, z. B. für Bierfuhren zur größten Quälerei wird. Vor einem halben Jahre hat die Generalversammlung des Gleiberg-Vereins beschlossen^ den Weg restaurieren zu lassen, da die Mittel hierzu von einem Gönner des Vereins diesem zur Deffugung gestellt wurden. Bisher aber ist an dem unwegsamen Fahrweg nichts gebessert worden. Mehr Licht konnte bei bem Abgang des Abendzuges, de» besonders zahlreiche Gießener Ausflügler zur Heimfahrt benutzen, an der Hattestelle Schiffenberg herffchen. Es ist erstaunlich, daß bei dem Andrang, ber gewöhnlich Sonntags abends zum Zuge 7 Uhr 17 Minuten auf Schiffenberg vorhanden ist, und bei der egyptischen Finsternis iwch kein Unglück passierte. Giselükahn-Zeitung. ? Vom Bahnbau Butzbach-Li ch. Mit dem Bau ber langersehnten Bahn geht es nur langsam vorwärts. Gegenwärtig werden noch immer Berntessungöarbeiten undi Abänderungen vorgeuonrrnen. So durchschneidet die Linies imKlostertoaldbeiArusburg den reizenden Peter- fee, ein kleines liebliches Wiesenthälchen, in seiner ganzen Länge, zmn großen Bedauern aller Natur-, freunde. Wie man hört, soll im neuen Jahre mit deui Bauarbeiten begonnen werden. SpidploH der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Mittwoch den 12. November"): Zum erftenmate: ,$>om* röschen". Märchen in einem Vorspiel und drei Akten (fieben Bildern) von E. B. Ebeling-Filhös mtt Mustt von E. Humperdinck.^ Donnerstag den 13. November: Zum efftenmale wiederhott.^ »Dornröschen". Frettag den 14. November geschlossen. Samstag den 15. November: „Die luftigen Weiber von Windsor". Sonntag den 16. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Die schone Helena." Abends 7 Uhr: »Dornröschen". Montag den 17. Nov^ geschlossen. •) Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. en „Kerr Rektor, meine Klasse ist teer!" so klagt der Herr Lehrer. „Die Schülerinnen sind faft: alle krank und die Entschuloigungszettel lauten fast alle aleich: Anna hustet; Elsa ist heiser: Martha hat einer Eatarrh — und so fort durch bie ganze Reche." — Der Rektor schüttett ben Kopf. „Hm r macht er; »das! kommt bavon, wenn bie Kinder bei dem naßkalten Wetter schwatzend und mtt offenem Munde in die Schule laufen. Empfehlen Sie doch den Ettern, sie sollten den Kleinen eine Schachtel von Fay s echten Sodener Mineral-Pastillen kaufen und ihnen stets ein paar mit auf den Weg geben. Die werben wie Bonbons gelutscht, haben eine sehr günstige Wirkung auf den Magen unb bann halten bie Kmber den Mund geschlossen; vor allem aber bekämpfen bie Pastillen jeben und jeden Eatarrh gründlich und damit wird auch ernsten Krankheiten vorgebeugt. Die Schachtel kostet L nur 85 Pfg. 6824 ^ind S ie maden Im d en d, in u ie in • ----------------- ■ de>-:Wahj dß.i;Speisen vorsichtig sein, versuchen Sie es mi t Dr.Knectits Magen bitter,,San hsV- die Wirkung ist eine ganz überraschende. Grosse Flasche . M.2,5O.Probeflasche1,00. Überall erhältlich. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß die Herren Kart Euler, Wilhelm Löber VI Heinrich Noll VII und Karl Steinberger als Mitglieder des Wiesenvorstandes ernannt und verpflichtet worden sind. Ließen, am 29. Oktober 1902. 7867 Gcoßherzogluye Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Aus den Zinsen der Friedrich Heyer von Roseufeld'scheu Stiftung sollen am Todestag des Stifters — 21. Dezember — 67 UJit 20 Pfg. an solche evangelische, würdige Stadtarrne verteilt werden, welche selbst in Gieren geboren sind und deren Eltern und Großeltern ebenfalls dorten zur Welt kamen und daselbst das Bürgerrecht inne haben oder hatten. Anmeldungen zum Bezug dieser Zinsen sind auf dem Armenamt bis zum L Dezember 1902 zu erstatten. Gießen, den 6. November 1902. 7875 Grofjherzoglm-e Bürgermeisterei Gießev- Mecum. Bekanntmachung. Aus der Minna Ketl-Vogt-Ltiftnug sind für das Jahr 1902 drei Gaben von je 70 2)lt. an drei in Gießen wohnhajte, würdige und bedürftige Handwerker oder deren Witwen evangel. Konfession zu vergeben. Bewerbungen haben bis längstens 30. Sto- vember d. I. bei der unterzeichneten Behörde, Zimmer Nr. 4, zu geschehen. Gießen, den 6. November 1902. 7876 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Bekanntmachung. 186 Mark Zinsen aus der Stiftung der dahier verstorbenen Elisabeths Schmidt sind zu gleichen teilen an vier bedürftige, unbeschoüene, ledige, in Gießen lebende Dienstmädchen im Alter über 50 Jahre und vier arme Witwen aus Gießen nach der Auswahl des Stadtvorstandes zu vergeben. Anmeldungen zum Be- «uge derselben haben bis zum 10. Dezember 1902 unter Beibringung des erforderlichen Nachweises bei der unterzeichneten Stelle zu geschehen. Gießen, am 6. November 1902. 7874 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Kelsiug Eheleute zu Gießen sind die diesjährigen Zmsen und zwar: 171 Alk. 43 Pfg. an zehn in Gießen geborene würdige Arme und 34 Alk. 29 Pfg an fünf würdige Witwen zu gleichen Teilen zu vergeben. Anmeldungen hierzu haben lus zum 10. Dezember auf dein Büreau der unterzeichneten Behörde — Zimmer Nr. 4 — zu erfolgen. Gießen, den 6. November 1902. 7877 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Annerod für 1903/04 liegt vom 12. d. MtS. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf hiesigem Bürgermeistereibüreau offen. Annerod, den 6. November 1902. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 7880 Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß wir mit dem heutigen Tage eine besondere Abteilung für Spar-Kinlagen errichtet haben. ES können bei unL gegen Aushändigung eines Ein« lagebucheS Geldbeträge in beliebiger Höhe täglich vor- mittagS von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr eingezahlt werden. Der ZinSgeunß tritt sofort ein und zwar bei einvierteljähriger Kündigungsfrist mit 31/, Prozent. Gießen, am 28. Oktober 1902. 7571 $«it für NM Md Wit. Reserve». Devoütenkalse Hießen. 22./. Millionen Mk. Bankgebäude: JohauueSstraße 1. Hießener Gisverein, e.A. t Tahrcsbeitiaz 2 Mk. EintMzck 1 Mk. Derselbe wird von dem Vereinsdiener Adolf Schwan im Laufe nächster Woche erhoben werden. Wir machen darauf aufmerksam, daß jeder Quittung eine Beikarte (nicht übertragbar) beigefügt wird, daß aber weitere Beikarten gegen Ausstellung des mitfolgenden Bezugsscheines und gegen Entrichtung von 50 Pf. pro Stück gefordert werden können. Steif arten können nnr für die HauS- ftandSmitglieder der engeren Familie verlangt werden und sind nicht übertragbar. Mißbräuchliche Benutzung dieser Karten zieht zunächst den sofortigen Ausschluß aus dem Verein nach sich und wird gegebenen Falles gerichtlich verfolgt. Die Bezugsscheine und Eintritts beikarten sind beim Vereinsrechner, Herrn Alex Kuhr, Schottstraße 10, sowie beim VereinSdiener und an der Kaffe am Eisplatz erhältlich. Gießen, den 5. November 1902. 7817 Der Vorstand. Ferd. Nennstiei Wöbelhandlung. Mockstraße 8. Polster- und Kastenmöbel poltert nob lackiert tu jeder Preislage. Spezialität: Betten und Polstermöbel in eigener Anfertigung. 7878 Ueberuuhmc vollständiger Ausstattungen. Ausstellung Düsseldorf 1902 Goldene Medaille.. Gasheizöfen ►Vertreter an fest allen Pläbzen, K, KW W M «<»:.■ ■■St - ■fe. ähwaschin« kauft man am ben'en und billigsten beim Facb- manne, der auch ein reiohbaitiges Lager unterhält in Fahr katen von: H. Koch & Co., Akt.-GesellBch., Bielefeld. G. 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