Nr. 213 «rschetut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit oem hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schea Untvers.-Buch-u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. FernsprechanschlußNr.51. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Donnerstag 11 ♦ September 1902 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen vezugSPreiAr monatlich 7bPf., viertel^ jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZetlenpreiS:lokolI2Pf, auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem, Teil: P. Wtttko: für „Stadt und Land^ und .Gerichtssaal*: Eurt Plato; für den An- geigenteil: Hans Beck. 3 Iie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Aoraröeiteu für ei» neues deutsches Strafgesetzvnch Unter den Fragen, mit denen sich der deutsche Ju- cistentaa befassen wird, kommt die weittragendste Bedeutung ohne Zweifel der zu, ob eine Revision des deutschen Strafgesetzbuchs in Aussicht zu nehmen ist. Indessen wird man das in dieser Fassuna schwerlich noch als eine Frag e diskutieren. Die Notwendigkeit einer Reform ist gerade von den juristischen Kreise längst bejaht worden." Und so wird jetzt mehr das als das „Oh" der Beratung unterliegen. Der früher in Halle, jetzt in Berlin wirkende Vorkämpfer der sog. modernen ^Kriminalisten, Professor von Liszt spricht in einer Festschrift zu der bevorstehenden Tagung die Meinung aus, daß die Wissenschaft für die so- sorttge Inangriffnahme der Revision noch nicht gerüstet sei. Und zwar bestehe dieser Mangel nach zwei Richtungen hin. Einmal sei die Naturgeschichte des Verbrechens unzureichend erforscht, zum anderen fehle es an einer vergleichenden Zusammenstellung der strafrechtlichen Gesetzgebung der anderen Kulturnationen. Sehen wir, welche Fragen Prof. v. Liszt durch die geforderten Vorarbeiten aus diesen beiden Gebieten beantwortet zu sehen wünscht' Er spricht mit einer Geringschätzung von der sog. klassischen Schule, die „die Ursache des Verbrechens in der Schlechtigkeit des Verbrechers erblickte und von dessen „freiem Willen" erwartete, daß er durch einen plötzlichen, aller kausalen Bedingtheit entrückten Entschluß die Schlechtigkeit in ihr Gegenteil verwandle." Aber auch die italienischen Kpiminal-Anthropo- logen, meint Prof. v. Liszt, haben uns wenig über den Standpunkt der klassischen Schule hinausgebracht. „Denn auch die Zurückführung des Verbrechens auf die natürliche Anlage des Verbrechers ist nichts als eine vorsichtige, zugleich aber kurzsichtige Vermeidung der wissenschaftlichen Fragestellung. Nur daß Lombroso an die Stelle des blinden Optimismus, der seine klassizistischen Gegner kennzeichnet, die Hoffnungslosigkeit eines rein materialistischen Pessimismus setzte. Wenn der Lustmörder nur in Tötung des Opfers geschlechtliche Befriedigung zu finden vermaa, so ist es kindliche Thorheit, zu erwarten, daß etwa durch geistlichen Zuspruch oder gutes Beispiel die sexuelle Perversion verscheucht werden könne. Aber als greisenhaftes Unvermögen mutet uns das Achselzucken des Psychiaters an: Der Mann ist nun einmal nicht anders! Wir wollen doch wissen, warum er so ist, und warum so viele andere sind wie er; wir wollen wissen, warum solche Fälle, die früher ab und zu einmal sich ereignet haben, heute eine stehende Rubrik in unseren Tageszeitungen bilden; wir wollen wissen, warum das beginnende Jahrhundert dreizehnjährige Lustmörder zeitigt. Und wenn wir auf den Alkoholismus des Vaters und die Syphilis der Mutter verwiesen werden, so ist uns auch das kein Trost, sondern wir fragen weiter: warum denn in unseren Tagen die Fälle von Entartung auf erblicher Grundlage sich so erschreckend mehren." Bros. v. Liszt wünscht einen Aufschluß über das auffallende Zusammentreffen eines beispiellos glänzenden wirtschaftlichen Aufschwunges und einer erschreckenden Zunahme der Kriminalität. Er giebt dann Winke und Anregungen, wie die Wissenschaft vorzugehen habe, um zur Beantwortung der hier aufgeworfenen Fragen zu gelangen. Es würde zu weit führen, näher daraus einzugehen. Ganz gewiß ist nun Herrn Professor v. Liszt darin Recht zu geben, daß die von ihm gerügte Lücke in der Wissenschaft thatsächlich besteht. Berechtigt ist vor allem auch seine scharfe Bemerkung: „Tie Herren Elster, Lexis, Conrad und Löning, die Herausgeber des vielbändigen und vielseitigen Handwörterbuchs der Staatswissenschaften, scheinen von der Existenz des Problems selbst nicht einmal eine Ahnung zu haben." Es ist die richtige Adresse, die mit diesem Satze bezeichnet wird. Wie in der Behandlung der sozialen Frage überhaupt, so hat unsere nationalöho- nomische Wissenschaft auch in kriminalstatistischer und kriminalpolitischer Hinsicht so zienilich versagt, weil ihre Vertreter lediglich über eine juristische, nicht aber über eine anthropologisch-naturwissenschaftliche Vorbildung verfügen. Daher das Unbefriedigende ihrer Resultate, daher gerade hier die Kluft zwischen der Studierstube uiid dem Lebensstrom da draußen! Aber ist e<» andererseits nicht bezeichnend, daß Pros. v. Liszt mit seinen Ansprüchen nicht an die eigenen Kollegen herantritt, sondern an die Inhaber der nationalökonomischen Lehrstühle?. Gesetzt nun, die Wissenschaft gäbe uns eine Antwort auf seine Fragen, gesetzt, sie stellte einwandsfrei fest, daß die Zunahme der geschlechtlichen Perversitäten auf eine Verfchlechternng der Rasse (Degeneration- durch ungünstige Blutmischungen, gleichviel ob von Klasse zu Klasse, oder von Nationalität zu Nationalität zurückzuführen sei, oder daß die „erschreckende Zunahme der Kriminalität" oder das Wachstum der Rohheitsverbrechen während der Zeit unseres glänzenden wirtschaftlichen Aufschwunges auf den inneren Wanderungen und der durch >ie beförderten Lockerung der Familien- und Ortszusammenhänge beruhe, wäre durch solche Feststell- ungen wirklich so sehr viel gewonnen für die ^Handhabung gerade des Strafrechts? Würden die Schlüsse, die wir aus solchen Ergebnissen wissenschaftlicher Arbeit zu ziehen hätten, nicht weit mehr unsere Nassen-, unsere Sozial- und Wirtschaftspolitik betreffen? Oder will man aus etwas anderes hinaus? Will mau durch jene Arbeiten eine Rechnung aufmachen über ben Anteil von )e rsönlicher Schuld und Schuld der Verhältnisse, d. h. des .Staates, der Gesellschafr, der Vorfahren usw., also, daß auch das Aia.ß der Strafe zu verneg egeoen sind — obwohl, wie der Briefschreiber sagt, „echte evangelische Frömmigkeit ein stetes Ringen um die Wahrheit bleibt". Doch dies ist die theologische Seite der Sache. Bemerkenswerter ist die Erscheinung an sich: daß auch hier lvieder eine „Flucht in die Lesfentlichkeit" stattfmdet, daß die Lessentlichkeit zum Richter angerufen wird in Fällen, die nicht nur ein persönliches, sondern ein starkes öffentliches Interesse haben. Indem die Presse hierbei hervorragend mitwirkt, vertritt sie in der parlamentslosen Zeit das Parlament. Tie zunehmende Inanspruchnahme der Presse beweist das Ver- trauen, das man ihr im Publikum entgegenbringt. Deutsches Keich. Berlin, 10. cept- Der Ka i s e r hat die für nächsten Sonntag geplante Reise nach Wilhelms Hasen aus- gegeben. Ter Monarch wird sich um diese Zeit zur Teilnahme an den Flotten-Manövern in Cuxhaven an Bord der Hohenzollern einschiffen. Nach den Flotten-Manövern gedenkt der Kaiser eine Besichtigung der neuen Hafen- Anlagen in Hamburg vorzunehmen. — Aus London wird uns telegraphisch gemeldet: Nach einer Mitteilung des „Daily Expreß" soll sich Kaiser Wilhelm unlängst einem Spezial-Korrespondenten desselben gegenüber äußerst anerkennend über die seiner Meinung nach unschätzbaren Dienste ausgelassen haben, welche die Miliz während des südafrikanischen Krieges geleistet und eine in sich geschlossene von der regulären Armee gesonderte Organisation der Miliz befürwortet haben. Armee-Korps paßten nach Ansicht des Kaisers nicht für England, wohl aber eine selbständige Miliz, die organisch mit dem Lande verwachsen sei. Der Kaiser habe einen Plan hierfür auf der Grundlage der österreichischen Landwehr entworfen, der vom General stabe au5 gearbeitet fei. Eine Kopie desselben befindet sich in Händen eines schottischen beim Kaiser sehr beliebten Lords, der dem Kaiser bei seinem letzten Besuch in London attachiert war. (Inwieweit dieser Meldung Glauben geschenkt werden darf, muß abgewartet werden. Es wäre jedenfalls das erste Mal, daß der Kaiser einem Korrespondenten einer englischen Zeitung derartige Mitteilungen macht. D. Red.) — Aus Son neu bürg wird gemeldet: Der Kronprinz kehrte heute nachmittag i/23 Uhr im Automobil, das er selbst lenkte, allein aus dem Manöver zurück. — Aus Einladung des Grafen Bülow hat sich Oberbürgermeister W i 11 i n g aus Posen nach N o r- derney begeben. Reichskanzler Graf Bülow, der schon im vergangenen Winter in Berlin und jetzt in Posen mehrfach mit Oberbürgermeister Witting konferiert hatte, widmet der Ostmarkenpolitik, in die er in voller Ueberein- ftimmung mit Kaiser Wilhelm nach Uebernahme der Mi- nisterpräsidentschaft ein kräftiges Tempo gebracht hatte, nach wie vor seine ganz besondere Aufmerksamkeit. Diesem Gegenstände dürfen auch die Besprechungen gelten, die zur Zeit zwischen Graf Bülow und Herrn Witting stattfanden. Es wird noch erinnerlich fein, daß Graf Bülow bereits in seiner großen Januar-Rede im Abgeordiietenhause das Programm seiner Ostmarkenpolitik darlegte. Er forderte und erhielt damals vom Landtage eine Viertelmilliarde. Obj für Oberbürgermeister Wittina eine neue Stellung, ritten vermutet. jedoch vollständig den Regeln der allgemeinen Disziplin unterworfen. Der Kriegsminister kann chm den Aufenthalts- zehn Tage. — Der erste sürMitrowitza ernannte russis ch e eigenen Bureaus näher zu treten. Worms, 10. Sept. Kurz nach 4 Uhr heute morgen schienen alsbald auf dem Schauplatze. Sie fanden bei Als jedoch am folgenden einen äußerst warm gehaltenen Artikel zur Begrüßung des deutschen Kronprinzen. DasBlatt schreibt, man kenne die Gesinnungen und Gefühle väterlicher Freundschaft des Königs Franz Josef für den jugendlichen Prinzen und für diesen werbe, zumal in Ungarn, die Verehrung, die feinem | kaiserlichen Vater dargebracht werde. Freudige Anerkennung zolle man der unverbrüchlichen Bundestreue des deutschen Kaisers und durch die intimen Beziehungen zwischen ihnen und dem ungarischen Könige werde im ungarischen VolkS- gemüte tiefe Dankbarkeit ausgelöst. Es mute wie eine Bürgschaft für die Zukunft des Verhältnisses an, welches das Deutsche Reich und Oesterreich-Ungarn verbindet, daß der erste Weg m die internationale Oeffentlichkeit den Prinzen zu dem ehrwürdigen Monarchen Oesterreich-Ungarns führe. Konstantinopel, 10. Sept. Ter Sanitätsrat erhöhte die Quarantäne für Iper fünfte aus Odessa auf sowie der russische Kommandant der Provinz Mukoen sind Dienstag in der Angelegenheit der Zurückziehung der Truppen und der Rückgabe der Shanhaik- wan-Eisenbahn nach Peking abgereift. — Dieselben werden wahrscheinlich von der Kallerin-Witwe in Audienz kNlpf an £en. Paramaribo (Surinam), 4. August. Heber ein» Kuli-Revolte wird geschrieben: Ende Juni und An- fang Juli brachen unter den britisch-indischen Immigranten der Plantage Alliance und anderer, die am Commewyne- Fluß liegen, Unruhen aus, weil, nach den "Angaben der Arbeiter, die Arbeit zu schwer und der Lohn zu gering war. Militär und Polizei wurden zur Herstellung der Ordnung aufgeboten, und das erste Mal endete die Sache unblutig mit der Wiederherstellung der Ordnung. Am 29. Juli d. I. wurde aber der Direktor der größten Unternehmung der Kolonie, der Zentral-Zuckerfabril, von einer Bande meuternder Kulis erst in den Zuckerfeldern angefallen und dann in der Fabrik auf gräßliche Weife ermordet. 125 Mann Soldaten und ca- 30 Polizisten er* Heer und Flotte. München, 10. Sept. Das Verordnungsblatt des K r i e g s m i n i st e r i u m s meldet: Der Kommandeur der dritten Division Generalleutnant Ed l e r von Grauvogl ist unter Verleihung des Großkreuzes des Militärordens zur Disposition gestellt. Der Kommandeur der ersten Jn- fantcriebrigabe Generalmajor v. Rittmann ist unter Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur der dritten Division ernannt. B e r li n , 10. Sept. Die provisorische ,,Ostasiatis ch e! Abteilung" im Kriegsministerium, die durch Kabinettsordre vom 16. August 1900 errichtet worden ist, wird nunmehr mit dem 31. Oktober 1902 wieder auf gelb fl. Die Seetransport-Angelegenheiten für die Ost asiatische Besatzungsbrigade werden vom 1. November bet dem Reichsmarineaint bearbeitet, die sonstigen jetzt der ostasia- lischen "Abteilung obliegenden Geschäfte von den übrigen Abteilungen des Kriegsministeriums. Frankfurt a. lo. Sept. In Gegenwart des Kaisers, des Kronprinze.' um) de. sonst hier amvejenoen Prinzen und £i;eiiü*u OMere [erteil fretue nnd. der Arbeiterschaft. Innsbruck, 10. Sept. Der internationale fünft- historische Kongreß nahm beifällig die telegraphische Einladung des Bürgermeisters von Straßburg an, den nächsten Kongreß im Jahre 1904 in Straßburg abzuhalten. Budapest, 10. Sept. Der „Pestcr Lloyd" bringt abgehen. Ter Schaden tst cm lehr oeoeuienoer; oer unut- nehmet: ist versichert. (Erst kürzlich ist die Police wegen Neuanschaffung wertvoller Maschmen um 12 000 Mk. erhöht worden.) Viele fertige Arbeit für Neubauten ist vernichtet. Als Ursache wird Kurzschluß der Starkstromleitung ort vorschreiben und durch eine spezielle Untersuchungskommission die völlige Entlassung jederzeit in Erwägung ziehen i M «r lassen. Der Beschluß des Ministerrats wird von der geg- <4^115 AlÜVI Ulw &UIUI. nerischen Presse als eine übertriebene Strafe hingestellt. Die Gießen, den 11. Sept. 1902. republikanischen Blätter erinnern immer daran, daß der ganze Zur Fleischteuerung. Die Breslauer Fleischer- Vorfall die Reform der Militärjustiz endlich in d"luB mnung beschloß in ihrer gestrigen Sitzung eine Petition bringen müsse. an den Reichskanzler zu richten, solange die Breslauer Haag, 10. Sept. Minister Dr. Küpper |tattetc s))iai:ftpreife für Schweine 42 Nck. per Zentner lebend Geheute nachmittag den Burengeneralen imHotel einen längeren! pid)t ^er höher seien, die Einfuhr russischer Schweine Besuch ab. m der Höchstzahl von 300 Stück wöchentlich zur sofortigen Rom, 10. Sept. Die Vorgänge m Candela (Apu- Schlachtung in Breslau zu gestatten. Von einer Erhöhlien), wo vorgestern, rote erst jetzt nähere Nachrichten melden, ! bcr Fleischpreise rourbe abgesehen. Truppen gegen revoltierende stre ikende Bauern Der Lehrer-Turnverein für das Großschießen mußten, um verroundete Gendarmen vom Tode 3uL gtum Hessen wird gegen Ende Oktober seine dies- retten, erregt großes Aufsehen. Von den Bauern sind sechs I • Hauptversammlung in Darmstadt abhalten. Der noch tot, elf verwundet. Der Fall ist besonders bedauerlich, weil >£ercm luurbc bekanntlich im Dezember 1900 nach dem er ein Echo auf dem Sozialistenkongreß in Imola finden ^u|-ter bc§ badischen Lehrer-Turnvereins in Frankfurt a. M. wurde die Einwohnerschaft durch Feuerlärm aus dem Schlafe geweckt. In der Richtung nach Pfiffligheim zu war der Himmel roth gefärbt, ungeheure Rauchmassen, gleich Wolken, fliegen empor. Allgemein hieß es zuerst, eS brenne in Oertges Brauerei. Der Feuerheerd lag nur zwei Hof- raithen weiter, tm Holzhof des Zimmermeisters Loew in der Alzeyerstraße. Die zweistöckige Werkstatt nut Bureau stand in Hellen Flammen. Man sah sogleich, daß im Heerde selbst nichts mehr zu retten sei, es galt hauptsächlich das Feuer dort möglichst zu beschränken. Denn rechts liegt die Äon- llcroenfabrif Lacher u. Vittel, in deren Hof viele Kisten nahe der Brandstelle lagerten, die ein Uebergreifen des FeuerS leicht gemacht hätten, links ist der Holzhof der jjirma „Rhein. Hobel- und Sägewerke", der wohl am meisten ge- I fährbet war. Thatsächlich rourbe auch bas an ber Grenze Konsul kann sich nicht auf seinen Posten begeben, ba Lagembe Holz sogleich von den Flammen ergriffen“ die Türkei infolge der offen feindlichen Haltung der Al- ist nur dem kräftigen Eingreifen derFeuenvehr zu verdanken, banesen von Mitrowiha und Umgebung, welche keinen daß das Feuer nicht mehr als einen Holzstoß vernichtete. Vertreter der Dlächte in ihrem Bezirke zulassen wollen, Tie Werkstätte des Herrn Loew ist mit vielen Maschinen, das Exequatur bisher nicht erteilt hat. Die Pforte machte öaruntcr cm Elektromotor, zerstört. Bei den LöschungSarbetten Rußland auf die persönliche Gefahr Aufmerksam, welche (etbec Qud) cjn Feuerwehrmann (Jaberg) ernstlich zu der Konsul dort liefe. Unter dem Einftuß der Albanesen- Sckaben aefommen. Beim Einstürzen bet Branbmauer kam Häuptlinge verpflichteten sich die Einwohner von Mltro. » SaU unb erlitt einen Bruch beS Schlüssel, witza, dem Äon)ul fein Haus zu vermieten. Die russische ^averg mir zu # A Dr Gernsheim Botschaft forderte energisch, mit Stellung einer begrenzten bems. Aerztliche Htlsc,war mit b H * V Frist, die Erteilung des Exequatur. und Dr. Gießen gleich zur Stelle. Nach Anlegung eines Washington, 10. Sept. Reuter meldet: Tie Re- Notoerbandes wurde Jaberg in das Spital verbracht, ©egen gierung wird nicht zulassen, daß die Aiiordnung der hatti- 7 Uhr etwa konnte das Feuer als vollständig niedergehallen scheu Regierung, betreffend die Schließung gewisser angesehen werden. Die Militärabteilung, die gegen 6 Uhr von der Partei des Prätendenten Fe r m i n besetzter Häfen, anrückte, konnte ohne in Arbeit getreten zu fein, wieder den Handel mit diesen Häfen störe, wenn nicht die baitiidje I , n Der Schaden ist ein sehr bedeutender; der Unter- Regierung entweder die Insurgenten vertreibt, oder die b } - - - " - - ----------- effektive Blokade aufrechterhält. Tientsin, lu. Sept- Oberst Baron Kopp. Direktor der Mandschurischen Eisenbahn, General Bolkoft, stellvertretender Gouverneur in Mwesenheit des General Alexejeff, gierung Verhandlungen über den Ankauf e O 0 r 1 üert werden, Juden fein dürfen, während dort bisher nur ?wische!?Te"uts^LÜbwest°Asrik° "und Aug°"lo) lug-Äst ? "7 J"'u°trikuli°rten Juden sein burfterL labe. Wie die „Post" ersähet, liegt hier nicht der mindeste Beschränkungen in der Ausnahme von Juden m einzelnen Grund vor, der zu einer solchen Meldung hätte Veran- Fakultäten bestehen nicht. , . lassung geben können. Wien, 10. Sept. Das Eisenbahnmmisterium leitete Chemnitz, 10. Sept. König Georg traf heute nach der „N. Fr. Pr." amtliche Erhebungen über die Lage nachmittag mit größerem Gefolge aus dem Manöver-Ge- ^^d Arbeiterverhältnisse in den Waggonfabriken lande bei Wermsdorf zu mehrtägigem Aufenthalte hier Die Erhebungen ergaben eine bedeutende Reduktion ein. .Die Stadt ist feftlid) geschmückt. Am Bahnhof fanbk Arbeiterschaft großer Empfang durch "bie Militär- unb Zivilbehörben " cnart. unb Begrüßung burch Ehrenjungfrauen statt. Auf bem neustäbtischen Markte begrüßte Oberbürgermeister Beck namens ber Stabt ben König mit einer Ansprache, worauf der König dankte. Ms dem weiteren Wege wurde der König am Hauptpostamt vom Oberpostbirektor Richter, ber mit den Beamten vor dem Gebäude Aufstellung genommen hatte, bewillkommnet. Nachmittags fand im Römischen Kaiser, dem Absteigequartier des Königs Tafel statt, zu der die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden geladen sind. Abends giebt die Stabt zu Ehren bes Königs einen Festkommers. 9cach bem Kommers hält ber König Cercle । unb nimmt bann einen Fackelzug der Bürgerschaft entgegen. Morgen wirb ber König eine Reihe ber bebeutfam- st en Chemnitzer Fabriken besichtigen. Nürnberg, 10. Sept. Naa) einem Bericht ber sozialdemokratischen „Fränk. Tagespost" aus Fürth hat das bayerische Ministerium in der Fleisch teuer un gs- f r ag e eine doppelte (Enquete veranstaltet. Die eine Umfrage will die gegenwärtigen Fleischpreise unb bie in ben letzten Monaten eingetretenen Erhöhungen, sowie ben Rückgang ber Schlachtung ermitteln. Binnen fünf Tagen müssen die Antworten bei ber Staatsregierung eingelaufen sein. Durch bie zweite Umfrage soll feslgestellt werben, ob die heimische Landwirtschaft den Fleischbedarf des Landes decken kann. Cs soll deshalb der Fleischbedarf der einzelnen Orte ermittelt worden, ferner die Zufuhr von Vieh nach ihrer Herkunft, die Einrichtungen in den städtischen Viehhöfen und Sck)lachthäusern zur Vermeidung von Viehseuchen, die Herttuift von verseuchten Tieren usw. der Ankunft alles ruhig vor. Als jedoch am folm Morgen zur Verhaftung der Rädelsführer gesch wurde, suchten einige hundert Kulis diese zu befreien. Nach fünfmaliger Aufforderung, die Hauer niederzulegen und ftillzustehen, gaben die Truppen eine Salve ab. Sechzehn Kuli stürzten tödlich getroffen, neununddreißig wurden verwundet, der Rest flüchtete eiligst. Von den Verwundeten sind später sieben im hiesigen Militärhospital verstorben. Am folgenden Tage rourbe von ben meisten Kulis die Arbett roieber aufgenommen. Tie Ordnung ist wieder hergestellt, doch hat man sicherheitshalber noch je einen Militärposten von 25 unb 15 Mann auf ben beiden Hauptanlagen stationiert. Eine Untersuchung ist eingelettet und auch eine Kommission ernannt, uni zu ermitteln, ob die den Immigranten auferlegte Tagesarbeit zu schwer unb ber Lohn im Verhältnis zu gering gewesen ist. etwa an ber Spitze der Ansiedelungs-Komi!fünfte Korps die Manöver rn^ ber pmschen miffion, in Frage kommt, ift ungewiß, jedenfalls wird Zielenzig und Me,errtz fort. Von 7 Uhr ab entwickelte ich Graf Bülow denWun sch hegen, Herrn Witting der Ostmark ein großes heftiges Feuergefecht. Ate rote N erhalten. mit Glück zum Angriff über. Tie blaue^Armee wurde in — In der heutigen ersten Vollversammlung des. deut- nordwestlicher Richtung zurückgeb rängt. 2. er Kaiser geben kl scheu Juristentages würbe Prof. Brunn er-Berlin im Manövergelände zu verbleiben und zwar rm Kavallerie- zum ersten Vorsitzenden gewählt. Ter Reichskanzler richtete biwack bei Weißensee nordwestlich von -^^ritz. ^e aus Norderney folgendes Schreiben: Für die freundliche Prinzen und fremben Offiziere lehrten nach Frankfurt Einladuna zu Ihren Verhandlungen sage ich Ihnen besten zurück. Ä _ . ... Tank. Ich bedauere verhindert zu sein, ben Verhand- Berlin, 10. Sept. (Mitteilung bes Kriegvminftte- lungen bes beutschen Juristentags beiwohnen zu fönnen, rium» über die Fahrt der ^ruppentranvportichiffe.) „p i f a und zwar um so'mehr, da ich die Bedeutung des deut- ist am 10. Sept, in Colombo angetommen. An Bord schen Juristentages voll zu schätzen weiß. Ich verfolge I ist alles wohl. daher die Beratungen des Juristentages nut lebhaftem ~ Interesse unb wünsche bemselben besten.Erfolg. Ich habe ^VUzJlUHV* im übrigen ben Staatssekretär bes Reichsjustizamts Wirkl. London, 10. Sept. Die „Morning Post" meldet Geh. Rat Exz. Dr. Nieberbing mit meiner Vertretung bokom 9 b. Mts. aus Pietersburg: Fünf Häuptlinge des auftragt. (Lebh. Beif.) Staatssekretär Nieberbing begrüßte Ooutpanberqqebietes in Transvaal erklärten sich be- n^mens des Rttchskanzlers die Erschienenen, darunter die die Waffen unter der Bedingung abzugeben, baß bie regi-^g " d-mscheu' gLz Ob-rh°upttmg° die Waffen bebalten dürfen. Der Vorschlag befonbere Bebeutung beigelegt, da derselbe gewissermaßen wurde von den Behörden angenommen, anregend und vorbereitend für die prattische Gesetzgebung Paris, 10. Sept. Die im gelingen Mimsterrat de- gewirtt habe. Tas Reichsjustizamt betrachte ben Juristen- schloffene Maßregelung des OberstleutnantsRsmy tag cüs vornehmste Stätte zum Austausch von Gedanken stellt die schwerste disziplinarische Strafe dar, die der Kricgs- über die Fortbildung ber Rechtsanschauungen bes beutschen minifler verhängen konnte. Der Betroffene wirb dadurch Volkes. Ter Juristentag stelle einen fruchtbaren, wahrhaft ^^^r Dienst qestellt, bezieht blos 3/< seines Gehalles, bleibt glücklichen Zusammenhang zwischen idealer Arbeit unb ben1 _ . praktischen Problemen bes politischen Lebens bar. Der Vorsitzenbe Brunner bankte bem Staatssekretär für die begeisternden Worte. — Justizminister Schönstebt schließt sich namens der Justizverwaltung ben begrüßenben Worten Nieberbings an. Durch bas zwanglose Zusammenwirken ber Berufsgenossen in Norb unb Süd, die treue Mitarbeit der Mitglieder von Oesterreich und die unmittelbare Berührung zwischen Theorie und Praxis wurde für die Rechtsentwickelung Deutschlands viel Ersprießliches geschaffen. Die Staatsregierung blicke mit Dank auf bie bisherigen Leistungen bes Juristentages zurück. Der Vorsitzenbe begrüßte alsbann ganz besonbers bie Mitglieber aus Oesterreich unb ber Schweiz, bie, wenn auch politisch von uns geschieden, doch zum gemeinsamen beutschen Sprachgebiet gehören. Nach kurzer Pause begannen bie Abteilungssitzungen ber brei Abteilungen für Strafrecht, Privatrecht unb Prozeßrecht. Die Strafrechtsabteilung nahm eine Resolution an, welche bie Revision bes Straf- recyts als bringenb bezeichnet und Direktiven für die Revision giebt. Heute abend wird ber Juristentag im m'otbn eten^Berlins em prangen" Oberbürgermeister Kirsch-1 wird. Auch Zan ar belli ist schmerzlich erregt, weil er m I mit 52 Mitgliedern gegründet und zählt jetzt bereits deren ner wird die Begrüßungsrede halten. — Wie uns weiter- den nächsten .tagen seine langst geplante Beruhigungsreye k^o. Die Mitgliederzahl ist fortwährend im Wachsen be» hin heute telegraphisch gemeldet wird, waren die nach Unteritaüen antritt. griffen. Auch für Gießen besteht ein eigener Bezirksverein, Mitglieder des Deutschen Juristentages gestern Petersburg, 10. Sept. Der „Regierungsbote" ver- k -rcn Mitgliederzahl fast 20 beträgt. Zweck des Vereins ist abend die Gäste der Stadt Berlin. Im Bürgersaale des öffentlicht neue Bestimmungen über bie DiSziplinar-k>^^,m bcS Turnunterrichts in der Volksschule. Den Rathauses wurden die Mitglieder von dem Oberbürger- gcrichte an allen dem Unterrichtsministerium unterstellten führt LanbeS-Turninspeklor Schmuck aus Tarrn- 9nlnCnpr^nlCanChpn n^id Hochschulen. Darnach sollen die Gerichtshöfe aus Pro- Auf der Hauptversammlung werden u. a. von ben b^Vtabt^eOber- ^sl7r^ LiaLb^^ischln Mo- M^^dem Aufmärsche und Stabübungen nut Musik vor- bürgermeister begrüßte die Versammlung, in der sich auch Ruhestörungen an Hochschulen, ^5 geführt. . Justizminister Sch 0 e n ft e b t befanb, mit einer Ansprache, sessoren, Universilalsbeamten und ^tubenten, sowie gewisse Rödgen b. Gießen, 9. Sept. Unser Krieger- bie in ein Hoch auf ben Juristentag ausklang. Der Vor- Vergehen der letzteren. verein hat dieser Tage die Anschaffung einer Fahne be- K, Professor Brunner, sprach dem Magistrat und — Es bestätigt sich jetzt, daß der Unterrichts- Raffen. Die Weihe findet voraussichtlich im Juni 1903 abtverorbneten feinen Dank aus. Darauf folgte eine minifler, wie schon vor einiger Zeit verlautete, juden-k^^lich beS zehnjährigen Bestehens des Vereins statt. festliche Bewirtung ber Gäste. freundliche Maßnahmen durchzuftihren gesonnen ist. Darmstadt 10 Sept. Der Gastwirtsverein 1 I"Lissabon hatte seiner Zett die aus Deutsch.lcmd So hat er gestattet, baß 10 Prozent Studenten, die,'m s^^,^b £a'nbfreig fcarml’iabt hielt gestern hier gemeldete Nachricht Aufsehen-erregt, baß• fommenbeu Semester an der Universität Odessa immatriku- - diesjährige ordentliche Generalversammlung ab, welche Se?iete« am C u n e n e (Grenzfluß l^rt werden, Juden sein dürfen während dort bisher nur besucht war. Aus dem Jahresbericht ist zu ersehen, zwibschen^Tcutsch^Sü^bwbst-Afrika ^und ^Angola) angekn^üpst 7 Prozent aller neu Immatrikulierten Sg« f«« ?ttS die Thätigkeit beS Vereins resp. beS Vorstandes eine habe. Wie bie „Post" erfährt, liegt hier nicht ber mindeste | Beschränkungen in ber^ Aufnahme von Juden m emz | außerordentlich umfangreiche unb intensive war unb daß bie baburch im Jntereffe beS GastwirtestandeS erzielten Erfolge, bank ber guten Beziehungen zu allen Be- hörben unb maßgebenben Personen sehr segensreiche waren. Eingehenb wurden die großen Nachteile erörtert, welche dem Gaftwlrteftanb durch das neue Gesetz betr. bie Ruhezett des Personals drohen, welche nahezu unhaltbare Zustände gezeittgt haben. Auch das große Auswüchse zeitigende Stellvertreter- wesen, die Vereinswirtschaften usw. wurden einer scharfen Kritik unterzogen. — Um die vielen Nachteile und Ueber- oorteilungen im Stellenvermittlungswesen zu vermeiden, wurde beschloffen, nunmehr der Gründung eines vermischtes. 'London, 11. Leptbr. Rach fünftägigen ununttt* hrochenen Arbeiten ist es gelungen, drei in der vorigen 2vocy» ' “m 6oStaillt« ben CT*«, °H»S b«t S bcrS^. die ^‘biiuiiä Unt“ < »tSafe boi L1?h bei äI f°Nm ie e „,9®n«eit toi -Ä*£ Äg ÄS£ luwber beißeftelit S? ®*s Anlagen stL e , auch eine 06 dre den Jnuni- roet und der Lohn M U- Sept 1902. Breslauer Fleischer« un9 eine Petition ln3e öie Äreslauer ^ntner lebend Genscher Schweine tlich zur sofortigen Lon einet Erhöh, rsehen. tüt das Groß. Oktober seine dies- abhalten. Der noch mber 1900 nach dem s in Frankfurt a. M. )lt jetzt bereits deren :nd im Wachsm be- eigener Beziäsverein, Zweck des Vereins ist r Volksschule. Den chmuck aus Darm- oerden u. a. von den gen mit Mslk vor, . Unser Krieger, y einer Fahne be« lich im Juni 1903 Vereins statt ^aftwirtSoecein ; hielt gestern hier mxnVixno, ok>> xo^e sticht ist zu ersehen, des Vorstandes eine ensivr war und daß Gastwiäestandes er- chungen zu allen Be- hr segensreiche waren, e erörtert, welche dem betr. die Ruhezeit des bare Zustände gezeitigt »iätelliettrete;« üutben einet JW« Nachteile und M» ngSwelen J» i,ec Amndung eines 4 Uhr he^ euerlirm -ms * ch »E *“5 eB es zuerst es» klag nur zwN.H b:“L§ Loew 'N der “11 Heerde V» ’IÄ di- rechts 13 ^he , N ?!' TgeuetS ebergre-I'" L. zir»° c -ist« P I »*’’ der W ach 618 »nb -s iw« e‘?tLetbi>nf« jene«» > Achtete. -<5S - :n ** $ @em*” 9'9« 2 w 41/„% äussere Argentiner —.— | Für die gesamte Redaktion verantwortlich. I. V.: Curt Platv. 124.00 44.00 3Vr°/° 3% 8V,% 3°/o 372% 102.25 92.85 102.10 92.40 100.35 99.70 103.60 103.55 50.50 31.00 3% Oberhessen . . 4-6 Oesterr. Goldrente . Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen 4°/o Italien. Rente . . . 47,56 Portugiesen . . . 8°/. Portugiesen..... 1-6 C. Türken . . . . Türkenlose...... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. Konkursverfahren. Das Schlußverzeichnis in dem Konkursverfahren über das Vermögen des K. F. Nictau zu Gießen liegt zur Einsicht der Beteiligten bei der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts Gießen offen. An Forderungen sind zu berücksichtigen 7865 Mk. 9 Pfg. Die Teilungsmasse beträgt 1003 Mk. 9 Pfg. Gießen, 10. Septbr. 1902, Der Konkursverwalter: Arnold, Rechtsanwalt. 6304 . 27.10 . 93.10 . 92.00 218*70 . 189.00 . 138.60 . 146J.0 . 158.40 . 155.70 . 20.60 . 177.80 . 203.00 . 184.25 . 167.80 3% Mexikaner . . 4%% Chinesen . , Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatebahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte .... Bochum ..... Harpener .... Tendenz: fes TeBephonischer Kursbericht« Frankfurt a. 1H., 11. September 1902. Muftk- Automah erst einige Monate im Betrieb, ganz vorzügliches Instrument, tadellos spielend, mit Garantieschein umständehalber zum Preise von 300 Mark zu verkaufen. 6296 Näh. in der Exped. d. Bl. Eine hocharmige Familien-Tretmaschine mit gebogenem Verschlusskasten (keine Berliner) Mark 56.- King- und Schwingschiffnwaschinen für Familiengebrauch und alle Gewerbe. Sattler- und Schuhmachermaschinen. Carl Graf, Giessen Ladeneingang Schlossgasse. Alle Ersatzteile. 559) Grösste Spezial-Reparatur-Werkstätte. fKine Ü-schueidtge Wiege und V/ 2 Fleischhackmaschiueu sind zu verkaufen 6293 Wallchorstraße 27. D Dr.W. Knech fs Ma gen b Itter SÄNTIS ist der beste derWel!. Neueste Melvungen. Origiualdrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 11. Sept. Die „Darmst. Ztg." meldet die Pensionierung des Vorsitzenden der Direktton der Neckarbahn Geh. Baurats Ernst Altvater, zum 1. Oktober unter Verleihung des Komturkreuzes 2. Klasse des Philippsordens. Wildpark, 11. Sept. Die Kaiserin fuhr morgens 1,30 Uhr von Wildparkstation aus nach dem Manövergelände. Berlin, 11. Sept- Der Bund der Landwirte verbreitet ein Flugblatt: „Die angebliche Fleischnot", in dem der Nachweis zu führen versucht wird, daß ein Mangel an Schlachtvieh und ein ungerecht hoher Schlachwiehpreis nicht besteht. Das Flugblatt kündigt bei weiterer Agitation der Fleischer die eventuelle Errichtung eigener Schlächtereien durch die Landwirte an. Berlin, 11. Sept. Der vor einigen Tagen wegen Hochstapelei und anarchistischer Umtriebe verhaftete angebliche Dr. Karl Schulz aus Berlin, wurde, wie ein Telegramm aus Zwickau meldet, aus der Haft entlassen, da es. sich herausstellte, daß er geisteskrank ist. . Berlin, 1L Sept. Wie aus Lerpzrg gemeldet wird, hat in dem großen Schönefelder Wasserturnu-Unglück die Staatsanwaltschaft gegen die Baumeister Hofmann und Hetzer in Leipzig die Strafuntersuchung emgelettet. Von den im Krankenhause untergebrachten Schwerverletzten sind gestern die ersten entlassen worden. Berlin, 11. Sept. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Newyork: Der amerikanische Vertreter des Präsidentschafts-Kandidaten Firmin erklärte in einer Zuschrift an die „Tribuns, der Creteä Perrot habe bei der Beschlagnahme der „Markomannia" nach einem haitischen Gesetze gehandelt, demzufolge der Küstenhandel und Waffen-Transport von einem zum anderen Hafen Haitis verboten sei. Das Hauptmotiv des „Panther" sei gewesen, die Sache der Firministen zu schädigen, da Firmin eine Frankreich 'und Amerika freundliche Politik verfolgen würde. Die '„Tribüne" bemerkt dazu, diese Sophisterei mache keinen Eindruck. Die amerikanische Empfindlichkeit sei 'nicht verletzt worden, denn der „Pantcher" habe nur gethan, was die „MachiaS" angedroht habe. Gleiwitz, 11. Sept. Der „Oberschl. Wand." meldet: Auf der Gräfl. Ballestrem'schen Grube Brandenburg bet Ruda stürzte die Zimmerung ein. Ein Steiger und vierBergleute wurden verschüttet. Bei den Rettungs- arbciten wurde weiterhin eine Person getötet, ein Steiger und zwei Bergleute verletzt. Zm Verlauf der Arbeiten wurde ein Bergmann unversehrt zu -tage gefördert. „ , London, 11. Sept. Nach hier eingetroffenen Mel- dunaen ist die Situation in Marokko hochernst. -tet ^uiLand der Kabpleu breitet sich impier Dchr 4%% Oesterr. ßilberrento 101.95 4-6 Ungar. Goldrente . . 102.10 Krirskasten der Redaktion. (Anonyme Anfrage« bleibe« unberücksichtigt.) F. Ä. Wenn die Sache wichtig genug ist, ja, sonst nein. Chemnitz. Wir halten ein Bedürfnis nach einem Korb- warengeschäste hier am Orte nicht für vorliegend. Die Zahl derartiger Geschäfte scheint uns der Nachfrage zu entsprechen. Zudem sind die Lebensoerhälttnffe in Gießen als Universitätsstadt durchaus nicht billig. Die Fleischpreise schwanken zwischen 70 und 80 Pfg., die übrigen Lebensmittel sind entsprechend hoch. Am meisten aber dürften die sehr hohen Steuern in Erwägung zu ziehen sein. In Anbetracht dieser Verhältnisse glauben wir Ihnen eine Uebersiede- lung in unsere Stadt nicht allzu sehr empfehlen zu können; damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß ein strebsamer, branchekundiger Geschäftsmann hier seinen Unterhalt nicht finden konnte. Utolin, 10. Sept. Der von der Darmstädter Bank ein- ereichte Prospekt über die Werte der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hüttengesellschast ist heute von der Zulassungsstelle der Berliner Börse genehmigt worden. Die offizielle Notirung wird von der Darmstädter Bank beantragt werden. — Hannoversche Laudesbauk. In einem Telegramm unterer vorigen Nummer hatten wir gemeldet, daß diese Bank in Liquidation treten wird. Die uns nunmehr vorliegenden genaueren Nachrichten über das Vorkommnis lassen erkennen, daß es sich um ein kleines, über Hannover hinaus nur wenig bekanntes Unternehmen handelt. Man darf sich dabei durch den hochtönenden Titel, den es führt, nicht irre machen lassen. In der Bekannt- machung, durch welche die Verwaltung chre Aktionäre von dem Vockommnis unterrichtet, erklärt sie, es sei zweifellos, daß diese Mitteilung ein sofortiges Andrängen der Gläubiger der Gesellschaft zur Folge haben wird, dem ihre liqutben Mittel nicht gewachsen ind. Sie habe daher beschlossen, alle Zahlungen vorläufig zu uMerlassen, bis die Generalversammlung ihre Entschließungen getroffen hat. Sie bittet die Gläubiger, nicht durch Vorgel;en im Klagewege oder durch Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens zur Eröffnung des Konkurses zu zwingen, da sie nach sorgfältiger Prüfung der Sachlage die feste Ueberzeugung habe, daß bet ruhiger Abwickelung des Geschäfts nicht nur sämtliche Gläubiger voll be- riebigt werben, sonbern auch für bie Aktionäre noch ein lieber- chuß verbleibt, währenb im Falle bes Konkurses eine Schäbigung der Gläubiger schwer zu vermeiden fein dürfte. Die am 6. Januar 1899 errichtete Landesbank besitzt ein Grundkapital von 1 Million Mark mit 75 Proz. Einzahlung. Zum l.Juli 1902 sollten die restlichen 25 Proz. eingezahlt sein. Loudon, 10. Sept. Das Hauptquartier des Ocean- t r u st s ist aufgeschlagen worden. Die Bureaus befinden sich in dem Hause der White Star Line. Der Direktor der Eyland-Linie, Wilde, ist ztim Generaldirektor ernannt worden. Das Syndikat hat beschlossen, die Geschwindigkeit der Schnelldampfer herabzusetzen, um bie Ausgaben zu verringern. Auch bie beutschen Linien ollen bieses Vorgehen gebilligt haben. — Wie aus Newyork gemeldet wird, beziffert sich die Zahl der Trusts in den Vereinigten Staaten einer Statistik zufolge auf 287. Dieselben verfügen insgesamt über ein Kapital von 6972 448 851 Dollars. New-Aork, 10. Sept. Das Repräsentantenhaus von Euba nahm bie Vorlage an betreffend bie Aufnahme einer Anleihe von 35 Mill. Dollars, für welche teilweise bie Zölle verpfändet werden. Die Vorlage wird nunmehr dem Senatskomitee vorgelegt werden. Märkte. Gieße«, 11.Sept.Marktbericht. AufdemheuttgenWochenmarkl kosteten: Butter pr.Pfd. 1,20—1,25 Mk., Hühnereier pr. St. 6—8 Pfg., 2Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00-00 Pfg., Enteneier 0—0 Pfg., Käse vr.Stck.5— 9 Pf., Käsematte 2 Stck.0—OPsg., Erbsen pr. Liter 19 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubenpr. Paar 0,65—OPO Mk., Hühner pr. St. i 00—1,40 Mk., Hahnen pr. Stück 0,60—0,90 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,30 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfimd 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—70 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,00—7,50 M., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 6,00—7,00 Mk„ Milch per Liter 18 Pfg. Aepsel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Limburg a. d. L., 10. Sept. Fruchtmark t. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.41 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., altes Korn 00.00 Mk., neues Korn 10.50 Mark, Gerste 8.50 Mk., alter Hafer 9.40 Mk., neuer 6.80 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. aus. Es wird b'esürchrer, daß es kaum mehr gelingen dürste, die Aufrollung der marottanischen Fvag.e für längere Zeit hintanzuhalten. London, 11. Sept. Sämtliche Morgcnblätter beschüf- tigen sich mit den Verhandlungenzwischen Chamberlain und den Bur en gen er al en. Sie et rennen amtlich die friedliche Haltung Chamberlains an. Marseille, 11. Sept- Ter italienische Kreuzer „Liguria", befehligt von dem Herzog, der Wbruzzen, ist gestern nach Barcelone abgedampft. Barcelona, 11. Sept. Die Behörden haben sich in einem Schreiben an den Minister de§ Innern gewandt, um von diesem die Aufrechterhaltung des Belagerungszustandes zu verlangen. Man erwartet Truppen zur Ver- tärkung der Gendarmerie. Saragossa, 11. Sept- Die Ueberschmem- mun gen nehmen ab, bas Wasser geht zurück. Bis jetzt sind keine Personen-llnsälle zu verzeichnen gewesen, aber der Materialschaden ist ungeheuer. Ganze Ldndstrecken sind versandet. Tie Ernte ist v ernichtet- Auch viele Häuser drohen einzustürzen. Wien, 11. Sept. Der Kaiser Franz Josef be- giebt sich heute Vormittag nach Sasvar zur Teilnahme an ben großen Manöoern, wo auch der deutsche Kronprinz als Gast des Kaisers heute eintrifft. Groß-Berczkerek, 11. Sept- Der hiesige Vize- Stadthauptmann Berkes wurde wegen Leichenraub zu einem Monat Gefängnis und Verlust seines Amtes verurteilt. Derselbe hat einer plötzlich am Herzschlag verstorbenen Frauensperson, welche zur Feststellung ihrer Identität auf die Stadthauptmannschaft gebracht wurde, ihre aus 60 Kronen bestehende Barschaft entwendet. Petersburg, 11. Sept- Die „Nowoje Wremja" äußert ihre Genugthuung darüber, daß^die Gerüchte von einem angeblichen Kabinetts- und Systemwechsel in Serbien ein rasches und offizielles Dementi erfahren haben und bezeichnet Oesterreich als Hauptquelle der Jn- triguen des Kabinett Wuitsch. Washington, 11. Sept. Die amerikanische Regierung wird mcht erlauben, daß die Verfügung der haüiani- schen Regierung betreffend die Schließung verschiedener Häfen, welche von den Anhängern Firmins angedroht wirb, burchgeführt werde, weil hierdurch der Hanbel beeinträchtigt wirb. Eine Note der Union-Regierung verlangt von Haiti die Unterwerfung der Aufständigen. Gerichlssaal. E. Gieße«, 10. Sept. Ferien st rafkarnrner. Sitzung vom 9. September. Den Vorsitz führt Landgerichtsbirektor Dr. Günaerich, die Änklagebehörbe vertrat Staatsanwaltschaft Hoos. — Zuerst würbe gegen ben Landwirt Peter Habermehl II. von Schwarz verhandelt. Es war ihm zur Last gelegt worben, als Rechner ber genannten Gemeinbe etwa 1000 Mk. innerhalb der letzten Jahre unterschlagen zu haben. Auf Grund ber Vernehmung von Zeugen unb Sachverständigen würbe festgestellt: Der Angeklagte bekleibet seit etwa 12 Jahren bas Gemeinberechner-Amt m Schwarz unb gab lange keinen Anlaß zu Klagen. In letzter Zeit wurde er indessen ein solcher Trinker, daß Beschwerden laut wurden, unb ber Bürgermeister von Schwarz bas Kreisamt Alsfelb um Bestellung eines anderen Gemeinderechnrs er uchen mußte. Bei einer daraufhin vorgenommenen gründlichen Kaßenrevision ergab sich zuerst sogar ein Ueberschuß, später aber ein Defizit von etwa 1000 Mk. Eine große Unordnung in ben Büchern wurde konstatiert. Indessen tonnte eine unredliche Handlungsweise des Angeklagten nicht fest- gestellt werden. Tie Sachverständigen waren ber Ansicht, baß sich das Manko auch auf bie durch bie Trunksucht des Rechners her- beigeführte Unordnung zurückführen ließe. Auch bie Vermögens- Verhältnisse unb die seitherige Führung des Angeklagten waren nicht derart, baß sie zur Annahme einer strafbaren Hanblungs- weise des Beschuldigten drängten. Im Hinblick auf dieses Beweisergebnis sprach ihn bas Gericht frei. — Die Hausburschen Wagner und Engel von Bab°Nauheim werben wegen Vergehens roiber bie Sittlichkeit ersterer a u 5, letzterer zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. — Lorenz Kuta aus Waniow würbe beschuldigt, am 9. August 1902 zu Utphe zwei Arbeiterinnen aus ihren Kisten mit Erbrechens Geldbeträge gestohlen zu haben. Der Angeklagte gesteht heute diese Thal in vollem Umfang zu. Er will das Geld entwendet haben, um Schulden zu bezahlen. In Anbetracht dieses Geständnisses unb seiner Jugenb würbe er wegen schweren Diebstahls mit 6 W o ch e n G e f a n g n i s bestraft, auf die 4 Wochen ber erlittenen Untersuchungshaft angerechnet werden. — Auch wurde auf Einziehung mehrerer falschen Geldstücke erkannt. , Frankfurt a. M., 10. Sept. Eine schwere Strafe verhängte heute bie hiesige Strafkammer über bie bisher unbescholtenen Metzgermeister Adam Lotz unb Jakob Lahr dahier. Die beiben hatten mehrere Monate hinburch ben an ber bekannten Wurstfab^k von Bauer beschästtgten Metzgerburschen Nikolaus Götz unb Abam Scharr Schinken, welche biefe ihren Dienstherren entwenbeten, bas Pfund zu 70 Pfg. abgekauft unb in ihrem Laben verschnitten. Die beiden Metzgermeister erhielten wegen gewerbsmäßiger Hehlerei je 1 I a h r Z u ch t h a u s und wurden sofort verhaftet. Die zwei Metzgerburschen wurden zu je 6 Monaten Gefängnis ver- urteilt. Arbeiterbewegung. Berlin, 10. Sept. Die Berliner Klempnermeister haben sich in einer öffentlichen Generalversammlung gestern nut dem Streik beschäftigt und ihre Bereitwilligkett erflari, einen Normallohn von 55 Pfg. bie Stunde zu zahlen, lehnen aber einen Mindestlohn ab, solange nicht eine entsprechende Mindestleistung der Gesellen gewährleistet wird. Um nicht diejenigen Mcfiter, welche ihre Werkstätten geschlossen haben, ,gegenüber dem unkolle- zialen Verhalten anderer Meister nicht rwch mehr zu schädigen, wurde die seinerzeit beschlossene allgemeine Sperre aufgehoben, da es an arbeitswilligen Kräften nicht fehle. ________________ Handel und Verkehr. Uolkswirlschast. Berlin, 10. Sept. Die Aktien ber Deutsch-Luxemburgischen 8erglverks-Gefellschaft sind zum Hanbel an ber hiesigen Börse zu- jeiallen worden. i« der Mhe von Blakeney verschüttete Grubenarbeit« zu retten. Die Aerzte hoffen dieselben am Leben zu erhalten, obgleich sie infolge der Entbehrungen und der schlechten Lust sehr schwach sind. Sieben Arbeiter wurden als Leichen auf- gefunden. • Brüssel, 10. Sept. Ein von seinem Geliebten ver- laffeneS Mädchen stürzte sich mit seinem Kinde in den Kanal. Die beiden Leichen wurden heute geborgen. • Paris, 10. Sept- In dem Gewölbe der Bank von Frankreich wurde ein Diebstahl von Goldmünzen im Betrage von einer Viertelmillion entdeckt. Die Polizei ist der Ansicht, daß nur Beamte der Bank den Diebstahl ausgeführt haben können. 'Madrid, 10. Sept. Die Ortschaft Alameda ist vollständig überschwemmt. Die Mehrzahl der Einwohner rettete sich auf die Dächer und Bäume. Das Waffer steht in der ganzen Ortschaft über einen Meter hoch. 'Arad, 10. Sept. Wallachische Zigeuner steckten in der vergangenen Nacht eine Scheune in Brand, in der zahlreiche Wallfahrer übernachteten. Acht Personen kamen in den Flammen um, neun erlitten schwere Ver- letzungen. KÜustMb WiffenschajL Mainz, 10. Sept. Die hiesige Theatersaison wird tommenben Sonntag, ben 14. b. M. eröffnet unb zwar mit ber Oper .Tannhäus e r". Als zweite Aufführung finbet am Montag „Zar unb Zimmermann" statt, welcher Oper am Dienstag als erste Schauspielaufführung „Don Carlos" folgt Weiter kommen in ber gleichen Woche noch zur Aufführung „R e - naissanc e", „Der Raub ber Sabinerin ne n", „D i e lusttgenWeiber von Winbsor" unb „MeinLeopolb". Als nächste Opernaufführungen finb alsbann „DieHugenotte n", „Der T r o u b a b o u r" unb ,,Fibeli o" in Aussicht genommen. Borbereitet werben zur dalbigen Aufführung „Die M e i st erginge r", „Der schwarze Domino" unb bie Operettten-No- oität „Das süße Mäbe 1", sowie Subermanns Drama „Es lebe bas Lebe n". — Z« Virchows Tode. Der Präsibent bes Reichstages hat aus Anlaß bes Ablebens Professor Virchows an Frau Geh. Rat Virchow folgenbes Telegramm gerichtet: „Das beutsche Vaterlanb hat burch bas Hinscheiben Ihres Herrn Gemahls einen feiner größten Gelehrten unb Forscher verloren. Mit Ihnen, gnäbige Frau, unb ben übrigen Hinterbliebenen betrauern b i e Vertreter des beutschen Volkes biesen unersetzlichen Verlust. Im Namen bes beutschen Reichstages, bem ber berühmte Verstorbene eine Anzahl Jahre als Mitglieb angehört hat, unb in meinem eigenen Namen spreche ich Ihnen hiermit bie tiefgefühlteste Teilnahme aus. Der Präsibent bes Reichstages, Graf von Balle- ^ Hamburg, 10. Sept. In ber heutigen Schlußsitzung bes 13. internationalen Orientalistenkongreffes wurde als Ort für bie Abhaltung bes nächsten Kongreffes Algier gewählt. UnioerMls-Nachrichteu. Marburg, 10. Sept. Die Immatrikulation für bas am 15. Oktober beginnende Wintersemester an hiesiger Universität ist wie folgt festgesetzt : Für Theologen am 15., 21., 27. und 8L Oktober, Juristen am 16., 22., 28. Oktober unb 3. November, Mebiziner am 17., 23., 29. Oktober unb 4. November, Philosophen am 20., 24., 10. Oktober und 5. November. Außerdem haben sich bie an ben oorstehenben Tagen Eingetragenen zur endgültigen Immatrikulation im Samstag den 8. November, vormittags 11 Uhr, in ber Uni- oersttätsaula einzufinben. Alle nach bem o. November einlaufenben Meldungen müssen direkt schriftlich bem Herrn Kurator ber Universität vorgelegt werben. Die Belegung ber Vorlesungen muß bis spätestens 12. November erfolgt fein, fönst wirb bas Lemester als Studienzeit nicht angerechnet. ätecWtieti kauft man am besten und billigsten beim Fachmanns, der auch ein reichhaltiges Lager unterhält in Fabrikaten von: H. Koch & Co., Akt.-Gesellsch., Bielefeld. G. Winselmann, Altenburg. Tittel & Niess, Saalfeld. Eine erstklassige, hocharmige Tretmaschine (Präzisionsarbeit) mit gebogenem Verschlusskasten mit bjähr. Garantie, das Feinste am Markte Mark Für die vielen Beweise aufrichtiger, herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres guten, unvergesslichen Sohnes Carl Cullmann Gerichtsaccessist sagen tiefgefühlten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Oberstleutnant Cullmann uu» der Rittergasse ist eine Wol »ung zu verm. Zu erjr. Mäusbu-g 12. 5797] 3-Zininier>vvhnung mit Zubehör zu vermieten. __________Hammstraße 27. 5798] Schtffenbcrgerweg 62, II, 3-Zimnienvohnung per 1. Oktober zu vermieten. Joh.G. Pfaff, BiSmarckstr. 32. 6081] 3-Zinunerwohnung zu vermieten. 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