Nr. 35 Erscheint täglich außer SonntagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kcsslschell Landwirt die Siebener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unwers.'Buch-u.Slem- druckerei (Pietsch Erben) Redaktton, Erpeditron unb Druckerei: Hchulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Krrnsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Dienstag 1 1. Februar 19058 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monalUck7bPs., viertel- jähvlid) Mk. 2.20; durch Alchole- u. JweigsleNcn mcmaüicb Go Pf.; durch die Post Vlk.2.— vicrtel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer biS vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Pf* auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Witt ko; für ,Ctadt und Land' und ,GerichtSsaal':R.D»11« mann; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Kine ZSauernprovinz und die KeLreidezö'sse. Wir lesen in der „Korr. des Handelsvertragsvereins": Hannover ist eine der typischen preußischen Sauern- Provinzen Von den 345 000 landwirtschaftlichen Betrieben umfassen 267 000 weniger als ö Hektar, 77 400 von 5 bis 100 Hektar, und nur 650 sind über 100 Hektar groß. Wer auch diese paar Hundert „Großbetriebe" sind vielfach als Bauernwirtschaften anzusehen, da sie zum großen Teil eine Menge ödes Heide- und Moorland umfassen, das für den landwirtschaftlichen Betrieb nicht in Betracht zu ziehen ist. Die nationalliberale Partei Hannovers das Interesse dieser Bauernprovinz an der Erhöhung Getreidezölle durch eine sehr gewissenhafte Enquete feststellen lassen. Sie hat an 250 Vertrauensmänner, d. h. tmrchschnittlich in jedem landrätlichen Kreise an 4, einen eingehenden Fragebogen versandt. Und zwar sind diese Vertrauensmänner meistens praktische Landwirte, manche Mitglieder des Bundes der Landwirte. Die wichtigsten Fragen des Fragebogens sind die, die sich darauf beziehen, ob die Landwirte des betreffenden Kreises Brotgetreide und Futtermittel kaufen oder verkaufen, und wie sie sich zu der Erhöhung der Zölle auf Brotgetreide, und auf Futtermittel stellen. Das Ergebnis der Enquete ist in einer Schrift von I. Flathmann, dem Generalsekretär her nationalliberalen Partei der Provinz Hannover, veröffentlicht worden. Die landwirtschaftliche Bevölkerung der Provinz Hannover macht 51 pCt. der Gesamtbevölkerung aus, übersteigt also bei weitem den für ganz Deutschland geltenden Prozentsatz. Trotzdem führt selbst diese landwirtschaftliche Provinz par excellence mehr Getreide ein als aus. Legt man die Feststellungen der hannoverschen Landwirtschafts- kammer zu Grunde, so würden die Zollsätze des Bundes der Lcurdwirte für Getreide und Futtermittel eine jährliche Mehrbelastung der Provinz von etwa 8 Millionen Mark bcdetllen. Der Nutzen der höheren Getreidepreise würde nur einem verschwindenden Teil der Bevölkerung zu gute kommen. Die Enquste hat ergeben, daß keineswegs eine Gemeinsamkeit der Interessen aller Landwirte vorhanden ist. Großbetrieb und Kleinbetrieb habet: andere Interessen und Wünsche „auch bann, wenn zwischen beiden lediglich ein Unterschied der Ausdehnung und nicht zugleich der Art des Betriebes vorhanden ist". Gerade die wirtschaftlich schwächeren unter den hannoverschen Landwirten würden eine Verteuerung der Futtermittel schwer em- p finiten. So das allgemeine Urteil, $u dem die nationalliberale Enquete kommt. Sieht man sich die Einzeldarstellungen aus sämtlichen 69 Kreisen an, so wird das Gesamturteil nicht etwa odgeschwächt, sondern es erscheint eher als zu milde. Mas zunächst die Futtermittelzölle anlangt, so enthalten die Berichte aus den einzelnen Kreisen mit einer beinahe eintönig wirkenden Uebereinstiinrnung die stereotype Wendung: „Fast sämtliche landwirtschaftlichen Betriebe müssen Futtermittel zulaufen. Eine Erhöhung der Futter- mittelzölle ist man allgemein abgeneigt." Häufig findet sich die Bemerkung, daß namenllich die intelligenteren Landwirte Futtermittel in größeren Mengen zukaufen. Die Kreise, die sich für höhere Futtermittelzölle aussprechen, sind fast an den Fingern einer Hand herzuzählen. Und selbst da, wo man sich nicht direkt dagegen erklärt, ge-schieht es meistens lediglich in der Form des „tolerarr Posse". Charakteristisch ist, daß der Führer des Bundes der Landwirte in Aurich-Wittmund, Dr. Mohlmann, keinen höheren Zoll auf Ätais unb Gerste will, well er biefe Futtermittel zur Blast seiner Schweine zukaufen muß. Nicht ganz so allgemein wie bie Erhöhung der Futter- mittclzöllc wird die der Brotgetreidezölle verurteilt. Aber selbst gegen sie ist eine Zweidrittelmehrheit der hannoverschen Landwirtschaft, nach Kreisen berechnet, vorhanden. Von den 69 Kreisen erklären 42, daß sie keine Erhöhung der Kornzölle wünschen, oder daß bei chneu die überwiegende Mehrheit der Landwirte kein Brotgetreide verkauft. Und selbst da, wo Brotgetreide verkauft wird, sind es nur die großen teilweise die mittleren Besitzer, die auf hohe Zolle Gewicht legen. Der kleine Landwirt ist, von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, dagegen. Und dieser Heine Landmann repräsentiert mehr als Treiviertel der hannoverschen Landwirtschaft. Tie Hannoversche Landwirtschaftskammer hat dagegen zum Zolltarif einen Beschluß gefaßt, in dem in erster Linie ein Mindestzoll von 7,50 Mk. für das Brotgetreide gefordert und ein Heruntergehen unter diesen Zollsatz als „allerschwerste Schädigung der hannoverschen Landwirtschaft bezeichnet wird. Volitische Tagesschau. Für die Buren. Man schreibt uns aus Berlin, 10. Februar: Zur Frage der Hilfssendungen des deutschen Burenhilfsbundes wird die preußische Regierung im Landtag erst bei Beratung des Etats der Auswärtigen Angelegenheiten Stellung nehmen. So teilt die „Rordd. Allg. Ztg." mit. Wie von informierter Seite verlautet, schweben in dieser Sache seit geraumer Zeit Verhandlungen mit England und der zuständigen Reichsbehörde, und es ist anzunehmen, daß die Sendung in Deutschland gesammelter Waren nach den südafrikanischen Konzentrationslagern gestattet werden wird. Uebrigens durfte diese Angelegenheit auch im Reichstage, in dem sie heute gestreift wurde, ausführlich zur Sprache kommen, und zwar ebenfalls beim Etat des Auswärtigen Amtes. Es wäre zweckmäßig, wenn bei dieser Gelegenheit allgemein die Lage des deutschen Handels nach Südafrika einer Erörterung unterzogen würde. Die Regiertmg oerfügt ohne Zweifel über statistisches Material, Konsulatsberichte usw., aus denen sich ein Bild der augenblicklichen Verhältnisse gewinnen läßt. Schilderungen von privater Seite ist zu entnehmen, daß z. B. derVerkehr der Reichspostdampfer der Ostafrikalinie trotz Verringerung der Fahrten beträchtliche Ausfälle aufweist. Gegenüber diesen den deutschen Interessen zugefügten Schädigungen ist es gewissermaßen eine Anstandspflicht Englands, wenigstens den Transport der vom deutschen Burenhilfsbunde gesammelten Waren nicht durch Chikänen zu erschweren und die Kontrolle, auf der England wohl bestehen mirb, so milde als möglich zu gestalten. Der Kasseler Hreöerprozeß. VIIL Kassel, 10. Febr. Ter erste Zeuge ist heute Professor Trentgen- Aachen. Er giebt Auskunft über den günstigen Eindruck, den er von dem Werte in Nantes gewann, wohin er als Aktionär im eigenen Interesse eine Reise unternahm, sowie über bie Eindrücke in ber Versammlung am 3. November 1899. Tie Fabrik in Glückstabt hatte feiner Meinung nach eine gesunde Grundlage. Mooren, vereidigter kaufmännischer Sachverständiger, Mitglied des Gläubigerausschusses des Otto'schen Konkurses, sagt, nach dem Mach der Leipziger Bank sei er von Otto beauftragt worden, seine Bücher nachzusehen. Der Eindruck, den er hierbei gewonnen, sei der, großer Verworrenheit- So fand er Eintragungen von 900 000 Mark und dergleichen mehr, die ohne jede weitere Begründung einfach auf die Weisung des Direktors Schmidt gebucht waren. Schmidt hatte offenbar einen faszinierenden Einfluß auf Otto ausgeübt. Schon lange vor dem Krache, habe er, Zeuge, Otto gewarnt, und zu bestimmen gesucht, von Schmidt zu lassen- Die große Versammlung von 1899 bezeichnete Zeuge dem Otto direkt als Komödie. Als er ferner Otto die Wertlosigkeit des Bergmannschen Patents nachgewiesen, habe sich bei Besprechung der „rotierenden Retorte" wieder Otto's Optimismus gezeigt; er glaubte, daß Schmidt doch noch alles zu retten wissen werde lieber die von Otto für die Südsee-Gesellschaft gemachte Schenkung von 500 000 Mark erklärte M., er sei sehr erstaunt gewesen, in Ottos Büchern hierüber keine Buchungen vorzufinden; schließlich habe sich herausgestellt, daß auf Anweisung des Direktors Schmidt das Konsortial- lonto Berlin einfach mit dieser Summe belastet und-nachher abgeschrieben mürbe. Zeuge i st ber Ansicht, daß Otto in seinem Optimismus fähig gewesen sei, fein Todes- urteil zu unterschreiben. Zeuge Vorberg, ehemaliger Buchhalter von Otto, fand einen Brief von 1900 vor, der vom Direktor Schmidt an Otto gerichtet war, worin Schmidt äußert: Ich weiß, daß unsere Ge- f e l l s ch a f t f e st s i tz t. Zeuge B o l l m a n n bekundet: Wir mußten häufig der Leipziger Bank Accepte geben, um ihre eigene Bilanz flüssiger zu machen. Hierauf erfolgen persönliche Auseinandersetzungen zwischen den Sachverständigen Schlieper, Plaut, Taltrop unb Bollmann über Verschiebungen in Bilanzen burch Eingabe von Blankoaccepten seitens Ottos zur Verminberung bes Debitoreukontos und der Bankschuld, worin einstimmig eine strafbare Verschleierung erblickt wurde. Bollmaun will sich aus die Einzelheiten nicht mehr besinnen können. Ferner werden der Fabrikant En g e l h a r dt von hier und Pfarrer Paulus über den Leumund des Mitangeklagten Schlegel vernommen, die Beide demselben ein höchst ehrenvolles Zeugnis ausstellen. Konkursverwalter Fr i e s erklärt, daß er im Geheirnschrant des Direktors Schmidt Briefe usw. fand, aus denen hervorgeht, daß Schmidt sehr viele Darlehen gab, wie er überhaupt gern gab, wo immer er nur darum angegangen wurde; es soll daraus fest- gestellt werden, oaß er das Vertrauen von allen Seiten genoß, und nicht nur seitens der Angeklagten. Der Vorsitzende bemerkt, daß, da Schmidt vorläufig noch nicht hier fei, man mit der Vorlesung der vorhandenen Briefe, worauf die Angeklagten Bezug nahmen, fortsahre. Bankier Pfeifer (Kassel) wollte wissen, daß auch bei der Herkules-Brauerei ähnliche Schiebungen vom Augeklag- ten vorgenommen seien, wie bei ber Trebergesellschaft. Ter Zeuge bestätigte, baß Sumpf eine Transaktion int Betrage von 1/2 Million vornahm, bie der Zeuge nicht für zulässig hielt, die aber von Sumvf befriedigend aufgeklärt wurde. Zeuge Ramm acker, ber 1896 bei dem Angeklagten Otto in Stellung war, bekundet, daß von Otto Zurückbuchungen vorgenommen worden seien. Im weiteren Verlaufe würbe vom Vorsitzenden auf einige Briefe des Direktors Schmidt bermiefen die nur als Kopieen da seien. Man werde daher am besten thun, mit deren Verlesung zu warten, bis Direttor Scylmot da sei, um sich als Zeuge darüber äußern zu können. Verteidiger Dr. Harnier fragt darauf an, ob man ifjn überhaupt noch werde haben tonnen- Der Vorsitzende antwortet darauf, vorläufig tonnen wir mit dieser Möglichkeit rechnen- Es wirb bann in bie Verlesung von Briesen ber Angeklagten fortgefahren, welche durch zahlreiche Wendungen, ausgesprochene Befürchtungen unb dergleichen mehr beweisen jollen, daß bie Angeklagten wohl gewußt haben, baß in der Treberoerwaltung Tinge vorgingen, die nicht zulässig, ja undurchführbar waren. Tie Angeklagten suchen gegenüber dm betreffenden belastenden Briefen eine harmlose, beziehungsweise im natürlichen Laufe ber Dinge liegende Teutung zu geben. So hat einmal Schulze-Dellwig an Tirektor Schmidt geschrieben, daß es ihm Sorge mache, Otto werde nicht schweigen- Hermann Sumpf hat einmal an Schmidt geschrieben, man müsse doch auf bie „Franks. Ztg." erwidern, man könne auf einen Punkt näher eingehen, das Publikum würde dann glauben, daß es mit den anderen Angriffspunkten ebenso niedrig aussehe. Direktor Schmidt hat einmal an Sck)ulze - Dellwig geschrieben, er mochte einen Wechsel in Hohe von 450 000 Aktien acceptieren, um größere Transaktionen zu Gunsten ber Bilanz vorzunehmen. Im Juni ersuchte Schmibt Schulze-Dellwig um Prolongation des Wechsels, weil es schlecht aus sehen würde, wenn ein Bankguthaben über viele Millionen plötzlich abgehoben würbe. In einem Briese vom 15. Mai 1900 an Direktor Schmibt spricht Schulze-Dellwig von unheimlichen Accepten- Es hanbelte sich, wie er jetzt zugiebt, um Accepte in Höhe von 450 000 unb 300 000, zusammen 750 000 Mk. In einem Briese vom 19. Juni 1900 an Schmidt spricht Schulze-Dellwig von Feuilleton. Wilhelm Zordaus 84. Geburtstag. In dem Hause Taunusplatz 20 zu Frankfurt a.M., in dem seit 1848 ber Nibelungenbichter Wilhelm Jordan sein Heim hat, herrschte am 8. b. M. ein außerordentlich reges Treiben. Der greife Dichter trat in fein 84. Lebensjahr. Zahlreiche Freunde, Verehrer und Verehrerinnen des Poeten statteten persönlich ihre Glückwünsche ab. Aus Zehlendorf ber Berlin war mit Familie Augufl Schlmmelpseng, der Schwiegersohn des großen Epikers, der Begründer unb Besitzer ber weltbekannten Auskunftei, aus Mrnberg ber freireligiöse Prebiger Ziegler 2c. 2c. erschienen. Aus nah unb fern waren Glückwunschtelegramme unb Glückwunschschreiben gekommen. Otto Ernst, ber Verfasser ber „Jugenb von heute", .Flachsmann als Erzieher" unb ber „größten Sünde", telegraphierte aus Hamburg: Ein goethisch Alter Hüt bem starken Mann nach Recht, Der frei ber Kunst gedient, zu stolz zum Mobeknecht. Der bleibt auch sklavisch nicht m Goethes Alter stehn, Manch musefrohes Jahr wirb er noch weitergehn. Einen längeren poetischen Huldigungsgruß sandte Christian Petzel aus München, der ftühere Chefredakteur der „Allg. Ztg." Ferner telegraphierten Ludwig Fulda unb Rudolf Presber, sowie der berühmte Bildhauer Fritz Schaper. Aus Darmstadt traf von einem jungen Techniker, Georg Fischbach, folgender poetische Glückwunsch ein: Du hast von Deines Wissens reichen Gaben Dem Jüngling viel Willkommenes gegeben. Die Jugend soll nach stetem Danke streben — Giebt man auch gern, so will gedankt man haben. Der Durst'ge darf sich an ber Quelle laben, Unb neugeftädet spürt er frisches Leben Unb fühlt bie Brust sich leicht unb fröhlich heben. Er bankt ber Zeit, bie froh gemacht ben Knaben. Es schallt ein Loblied auf die klare Quelle, Dann setzt er seine Reise rüstig weiter Und lauschet, wie vom Baum bie Vogel singen. Die Wasier murmeln an ber alten Stelle, Gleich wie erfreut, baß ber Wanbrer heiter, Unb Horen feinen Sang herüberklingen. Tie meisten fonstigen Glückwunfchbepefchen gipfeln mehr in Herzensstimmungen. Der treuen Pflegerm des Dichter- greises, feiner Tochter Frl. Emma Jordan, wurden gleichfalls zahlreiche schriftliche Aeußerungen des Tankes zu teil, auch Lorbeern, Blumenspenben, sogar prachwolle Arbeiten von fremben Menschen, als Tank für bie aufopfernde treue Sorgfalt, mit dem sie ihren Vater umgiebt, sodaß er bem beutschen Volke in verhältnismäßiger Rüstigkeit weit über ba§ Patriarchenalter erhalten geblieben ist. Die Unmasse von Zuschriften harrt noch ber Durchsicht. — Die oberen Räume bes Dichterhauses füllen zahllose prächtige unb überaus kostbare Blumenarrangements unb reiche köstliche Gaben von ben Ufern bes Rheins, ber Garonne unb bes Aegäischen Meeres, sowie aus ben Thälern ber Champagne stehen in stattlichen Reihen da, zur Erhaltung ber Lebenskraft unb LebenSfteubigkeit bes Poeten bestimmt von Freimbes- unb Verehrerhänben. Wilhelm Jorban empfing selbst die große Zahl der Gratulanten unb präsidierte in guter Laune der großen Festtafel in feinem Haufe. Seine geistige Regfamkeck ist die alte, unb ber Gesundheitszustand, ber in ber letzten Zeit kleinen Schwankungen ausgesetzt war, wieber so gehoben, baß bie Wünsche, fein thaten- unb ruhmreiches Leben möge noch recht lange währen, allem Anschein nach sich erfüllen werben. Am Montagabend wurde zu Ehren des berühmtesten Frankfurters im Schaufpiclhaufe das dramatische Hauptwerk des Dichters, das reizende Verslustspiel „Durchs Ohr", gegeben. Trotz der großen Anstrengung und Erregung be* findet sich ber Nestor der deutschen Dichter heute, rote mir -einem bösen Artikel der „Franks. Ztg", zwischen dessen Zeilen man vielleicht lesen könne, datz es Spione in der Treberverwaltung gebe. Schmidt möge für einen guten Redner in der Verhandlung vom 23. sorgen. Man könnte nicht wissen, was die Gegner im Schilde führten. Zeuge Bollmann wird vom Vorsitzenden im Anschluß an diesen Brief um Aufklärung ersucht und spricht seine Meinung dahin aus, daß damals Indiskretionen von Beamten der Trebergesellschaft vorgekommen ,ein müßten. Es wird noch eine Reihe von Schriftstücken aus den Akten zur Verlesung gebracht. Bemerkenswert ist noch ein Brief Schmidts an Lchulze-Tellwitz, in dem er demselben Vorwürfe macht, daß er sich hinter seinem Rücken an Tr. Franz-Friedrichstadt wegen Calciumcarbid-Bereitung gewandt habe. Wenn solches" noch einmal geschehe, werde er sein Amt niederlegcn, da solches Vorgehen ihn bei seinen Beamten diskreditieren müsse. Gegen Schluß der Sitzung werden die Sachverständigen über die zwischen den Angeklagren und dem Generaldirektor Schmidt bezw. der Leipziger Bank ausgeführten Wechseltransaktionen befragt. Sie bezeichnen dieselben als Sch e i n- ge sch äste, die einmal als zwischen dem Vorstand und Aufsichtsrai geschlossen unzulässig, und andererseits geeignet waren, den Vermögens stand der Gesellschaft zu verschleiern und eine f a l s ch e Bi l a nz a u f ste l l u n a herbeizu führen. Are Keueralversammtung des Kundes der «Lanörvüte. Berlin, 10. Febr. Die 9. Generalversammlung des Bundes der Landwirte wurde heute Mittag im Zirkus Busch durch den Bmrdesvorsitzenden R o e s i ct e mit einer längeren Ansprache eröffnet. R. berührte zunächst den Zolltarif, dann die Reform des Bvriengcsetzes, von der er sagte, es sei die Reform des Gesetzes, das überhaupt noch nicht praktisch erprobt sei, da die Herren an der Börse sich berechtigt erachteten, das Gesetz zu verhöhnen, statt zu erfüllen. Redner sprach dann über die Rede des Reichskanzlers auf dem Diner des Lan d w i r t sch a f t s r a te s und erklärte, nach dieser Darlegung könnten die Landwirte nun wohl sagen: Wir haben sein Herz erkannt.' Oh, — wie schaurig sieht es darin für uns aus. Tas freundliche Anerbieten des Kanzlers, die Landwirtschaft zu einem gemeinsamen Gange, der zu einer dauernden Verbesserung führt, zu veranlassen, scheint inehr das Anerbieten einer Vernunftehe zu sein, als dem überquellenden Herzen und der Liebe zu entspringen. Die Landwirtschaft aber darf keine unglückliche Ehe eingehen, sie muß daher alle Anerbietungen zurückweisen, die nicht die mögliche Voraussetzung einer glücklichen Entwickelung in sich tragen. Schließlich führte Redner aus, eins habe der deutsche Bauer stets hoch und hehr gehalten, das sei die Treue zu Kaiser und Reich, und ec schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Der nächste Redner, Frhr. v. Wangenheim, erklärte: Er wolle noch einmal kurz auf den Kampf ein gehen, den der Bund jetzt ausfechte. Der Bund wolle keineswegs eine einseitige Begünstigung der Landwirtschaft: aber die Industrie sei eine Stufe höher gerückt, während die Landwirtschaft eine Stufe herabgedrückt worden sei. Man wolle jedoch mit der Industrie zusammengehen. Diese müsse aber der Landwirtschaft entgegenkommen. Wir wollen für die Industrie nicht die Kastanien aus dem Feuer holen. Wir wollen Heimatpolitik, auch vernünftige Weltpolitik, aber nicht auf Kosten der Landwirtschaft. Selbst die Minister versichern uns heute ihres Wohlwollens, treten die Minister aber herdenweise auf, dann heißen sie Bundesrat. Furchtbar wäre es, wenn jemals der Kaiser auf seine Sonern nicht mehr höre. ALan sei am Werke, eine dunkele Wolke zwischen den Kaiser und seine treuesten Unterthanen zu schieben. Der Kaiser möge die Stimmen der Landwirtschaft endlich hören und den Verleumdungen ein Ende machen. Redner ermahnt zum festen Zusammenhalten des Bundes bis zum letzten Atemzuge, um den schweren Kampf durchzuführen, und schließt mit den Worten: „Treue unserem Gott, Treue unserem Kaiser und Treue uns selber." Rittergutsbesitzer Bock besprach in längerer Rede das B«ör senge setz und kam zu dem Schlüsse, daß an der Getreide-Börse in alter Weise Geschäfte gemacht würden, als ob ein Verbot des Terminhandels nicht vorhanden sei. Er empfahl schließlich eine Resolution, in der verlangt wird, daß Börsengeschäfte, die entgegen den Bestimmungen des Gesetzes, mit Geld- oder eventuell Freiheitsstrafen zu belegen sckrd. Auch diese Resolution wurde angenommen. Direktor Dr. Hahn erstattete den Geschäftsbericht. Am Schlüsse seiner Rede versprach sich Hahn bei Erwähnung des Grafen Bülow und sagte versehentlich Graf Caprivi. Aus der Versammlung hierauf aufmerksam gemacht, verbesserte er sich unter tosendem Beifall mit dem Zusatze, Bülow sei in der letzten Zeit Caprivi so ähnlich geworden, daß eine Verwechselung wohl entschuldbar sei. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor: Der Bund zählte am 1. Februar d. I. 230000 Mitglieder, 18000 mehr als im Vorjahre. Bon diesen gehörten 217 000 dem Klein-Grundbesitz an, und nur 1500 waren Großgrundbesitzer. Von den Mitgliedern wohnten östlich der Elbe 115 000 und westlich der Elbe 135 000. Ferner machte Dr. Hahn Mitteilung über die Anzahl der angestellten Beamten, deren Zahl sich angesichts der wachsenden Geschäfte immer vergrößert habe. L ihn m e r m a n n referierte über den Z o l l t a r i f, der zwar einige thalsächliche Verbesserungen bringe, aber zahlreiche Mängel zeige. Ter Antrag Kanitz sei das zu erstrebende Ideal der Landwirtschaft. Der Doppeltarif müsse auf alle Getreidearten ausgedehnt werden. Zum Zolltarif lag folgende Resolution vor: Die Landwirtschaft als solche hat kein Interesse an langfristigen Handelsverträgen, ist aber bereit, an dem Zustandekommen solcher mitzuwirken, im Interesse der heimischen Industrie. Sie kann das nur, wenn ihr im neuen Zolltarif dasjenige Maß des Schutzes gewährt wird, dessen sie neben der blühenden Industrie gegenüber dem billiger produzierenden Ausland bedarf. Tie Generalversammlung stimmt den wirtschaftlichen Anschauungen zu, welche in der Eingabe des Bundes der Landwirte an den Bundesrat und ben Reichstag am 23. Novbr. 1901 niedergelegt wurden. Tie Vorlage der verbünde t e tl R e g i e r n g e n ist für die deutsche Landwirtschaft nicht annehmbar. Sollte es nicht gelingen, derselben in der Beratung des Reichstages eine Gestalt zu geben, die den berechtigten Forderungen der deutschen Landwirtschaft entspricht, so erwartet der Bund der Landwirte eine Ablehnung derselben. — Die Generalversammlung nahm e i u st immig die Resolution a n. In der Diskussion führte Graf Lim b ur g-Stimm aus: Tas Schicksal des Zolltarifes hänge von der festen Haltung der agrarischen Parteien, also der Mehrheit im Reichstage ab. Ein Glück sei es unter Umständen, wenn die Vorlage abgelehnt werden müsse. Bleibe die Mehrheit -einig und fest, dann werde auch die Regierung nachgeben. Man könne unter den herrschenden Umständen keinen besseren Reichskanzler bekommen, als den Grafen Bülow. Derselbe wolle soweit als möglich der Landwirtschaft helfen, habe aber äum Teil m Regiemngskreisen selbst mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Tie Vertreter der Landwirtschaft im Parlament müßten für eine Verständigung mit den anderen Parteien einrreten, da sie allein ihre Wünsche nicht durchsetzen könnten. Allerdings müsse er sagen, wenn der Tarif nicht verbessert würde, sei es besser, ihn abzulehnen. Abg. Ring-Düppel sprach über den Berliner Milch- krieg und bat um Unterstützung, denn dieser Kampf sei vorbildlich für die landwirtschaftliche Genossenschaftsbildung. Herr v. O l d e n b u r g - Iannschau versicherte, daß, wenn der Zolltarif so, wie er sei, durch gehe, die Landwirt s ch a f t s ch l e ch t e r stehe, als vorher. Man müsse den Kampf fortsetzen, wenn mau auch nicht wisse, wie er ende. Verlängere die Regierung die Verträge von Jahr zu Jahr, so sei das nicht so schlimm, wie eine Bindung auf lange Zeit. Greife die Regierung zu wiederholten Auflösungen des Reichstages, so werde schließlich die Sozialdemokratie obenauf kommen, und alles, was Vaterland, Religion, Monarchie heiße, zu Grunde gehen. (Stürmischer Beifall.) Gutsbesitzer Schindler -Posen führt in urwüchsiger Art Klage über dieBedrückungdesBauernstandes durch die Geldprotzen, die den Untergang der Landwirtschaft wünschen. Zur Wahlagitation bei den nächsten Reichstagswahlen beantragt er, zum Besten des Wahlfonds den Mitgliederbeitrag in doppelter Höhe zu erheben. Jubelnd begrüßt trat Liebermann v. Sonnenberg aus, der zu treuem Festhalten aufforderte und den deutschen Bauern und Frauen ein dreifaches Heil ausbrachte. — Pilgram vom rheinischen Bauernverein erklärte, sein Verein verlange 7,50 Mk. Getreidezoll, werde sich aber auch mit 6 Mk. begnügen. — Reichstagsabg. Dr. Oertel versicherte, wenn es sein müsse, so werden wir mit unseren Leibern den Thron decken und wenn wir unterliegen, dann werden wir nicht untreu, sondern rufen sterbend: „morituri de salutant", trotz alledem und alledem. Es wurden Begrüßungstelegramme verlesen, darunter eins von Schönerer -Wien, unb dann mit Hochrufen auf den Bund uni) die Führer die Versammlung geschloffen. Der Versammlung wohnten ctma 8000 Personen bei. Selbst in den Gängen stand die Menge dichtgedrängt. Aus den Tribünen sah man zahlreiche Abgeordnete. Für die Regierung sind nach der Erklärung des Grafen Bülow weitere Erhöhungen der Getreidezölle linannehmbar — für den „Bund der Landwirte" ist nach den Reden und Beschlüssen der heutigen Generalversammlung der Zolltarif- Entwurf in seiner gegenwärtigen Form unannehmbar. Das ist von beiden Seiten deutlich gesprochen. Aber es besteht doch ein Unterschied in den Erklärungen. Der Reichskanzler trat im Namen der verbündeten Regierungen .auf; der „Bund der Landwirte" hat als solcher nicht die Gesamtheit der Vertreter der Landwirtschaft hinter sich, allerdings wohl die weit überwiegende Mehrheit. Die einmütige Annahme der Resolution über drn Zolltarif-Entwurf ist also vorerst nur ein Stimmungssymptom; allerdings ein sehr nachdrückliches. Trotzdem kommt es nun praktisch darauf an, wie sich die beiden konservativen Fraktionen und die Centrumsagrarier mit dem „Bis hierher und nicht weiter" abfinden werden. Zwar geht auch wieder aus den letzten Auslassungen der „Kreuzztg." hervor, daß man im konservativen Lager sich immer noch der Hoffnung hingiebt, Graf Bülow habe nicht sein „allerletztes" Wort gesagt über die Getreidezoll- Forderung. Aber darum muß doch von den Fraktionen ins Auge gefaßt werden, was zu geschehen hat, wie sie stimmen wollen, wenn die Hoffnung täuschen sollte. Annehmen oder ablehnen, eine dritte Entscheidung gibt es nicht. Eine Resolution, die Graf M i r b a ch - Sorquitten der Vereinigung der Steuer- und Wirtschafts-Reformer vorge- geschlagen hat, unterscheidet sich wesentlich von dem Zolltarifbeschluß des „Bundes der Landwirte". Graf Mirbach gebraucht das Wort „Unannehmbar" nicht; er drückt „Befremden" darüber aus, daß die Zollvorschläge für die Hauptgetreidearten selbst hinter den von den Verb. Regierungen im Jahre 1887 vorgeschlagenen Zollsätzen zurückbleiben, und hegt die „zuversichtliche Erwartung" eines „wirksamen Zollschutzes". Diese Erklärung ist viel behutsamer abgefaßt, als die des Bundes, sie laßt die Möglichkeit des Rückzugs offen, falls alle Anträge scheitern. Graf Bülow wird vom „Bund der Landwirte" als „auf- gegeben" betrachtet. „Wir haben fein Herz erkannt — o wie schaurig kalt sieht es dann für uns aus!" so rief der Bundes-Vorsitzende Dr. Roesicke. Frhr. v. Wangenheim machte in seiner Rede undeutliche Anspielungen: z,Man will eine dunkle Wolke zwischen den Kaiser und seinen treuesten Unterthanen schieben." Auf welche Personen oder Kreise soll dies „man" zielen? Vielleicht äußert sich Frhr. v. Wangenheim im Reichstage präziser. Es steht nichts un Wege, die „offenen Worte" unmittelbar an den Kaiser zu richten. Aber auch die offenen Worte werden dem Kaiser nicht sagen, was er nicht schon weiß. Und Graf Bülow hat den Gedanken, zurückgewiesen, daß zwischen dem Herrscher und seinem ersten Ratgeber Gegensätze bestehen in wirtschaftlichen Dingen. Wenn diese Woche vollendet ist, wird in der Zolltarifkommission die Entscheidung gefallen fein über die Getreidezoll-Vorschläge der Regierung. Es hätte zur Abkürzung des Verfahrens gedient, wäre diese Frage zuerst von der Kommission in Angriff genommen werden. Dies ist nicht geschehen, um Zeit zu einer Verständigung der Mehrheitsparteien zu geroinnen. Die Zeit ist dazu nicht benutzt worden. Nun müssen in aller Eite Beschlüsse gefaßt werden. Aus Stadt und Sand. (Der Abdruck der unter dieserRubrik befindlichen Original-Nachrichte», ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet) Gießen, 10. Februar 1902. • ** Ter B^zirks-Lehrerturnvereiu hielt am Samstagnachmittag in der Turnhalle der Stadtknabenschule die erste Uebungsstunde in diesem Jahre ab. Lehrer Zöller- Watzenborn hatte den Stoff für das 3. und 4. Schuljahr bearbeitet. Dieses Pensum wurde z. T. durchgeturnt und besprochen. Zum Schluß wurden die neuen Stabübungen des Haupt- verems vorgeführt, die allgemein gefielen. In der Nachversammlung erstattete der Vorsitzende, Lehrer B a ch - Großen- Linden, Bericht über das erste Vereinsjahr. Der Verein zählt 16 Mitglieder, an fünf Nachmittagen wurde geturnt. Es sind zwei Probelektionen abgehalten worden, je eine in Heuchelheim und Leihgestern. Bei der letzteren hatte der Verein die Ehre, Turninspektor Schmuck in seiner Mitte zu sehen. Der Beitrag konnte ermäßigt werdem Auf der nächsten Versammlung, am 15. März, wird Lehrer Zöller sein Referat beenden. Gleichzeitig soll in dieser Versammlung der neue, für dieses Jahr aufgestellte allgemeine Uebungsstoff verteilt werden. M. Darmstadt, 10. Febr. Am Rosenmontag ging im Hoftheater, bei festlich beleuchtetem Hause nach längerer Pause Görners Märchen „Aschenbrödel" in Szene. Eine schau- und beifallslustige Jugend, teilweise in Maskenkostüm, füllte alle Plätze. Pünktlich um 5% Uhr erschien der Groß- herzog in seiner Loge, an der Hand die kleine Prinzessin Elisabeth, deren Eintritt sofort fteudigst bemerkt wurde. Alle Blicke wandten sich nach iber Hofloge. Generaldirektor Werner erfaßte die Situation und brachte ein Hoch auf die Prinzessin aus, die, einem Wink ihres Vaters Folge .leistend, aufstand und nach allen Seiten hin grüßte. Gerichtssaal. sch. Gieße», 7.Febr. Schiedsgericht für Arbeiter- Versicherung. Den Vorsitz führte Kreisamtmann Dr. Heinrichs. Zur Verhandlung kamen fünf land- und forstwirtschaftliche Unfallverficherungssachen. Die Anna Elisabethe Degenhardt zu Elbenrod will am 31. Mai 1900 von einem Rind einen Trttt wider die rechte Hand erhalten haben. Gegen den die Einweisung in das medico-mechanische Institut des Dr. Lossen zu Darmstadt anordnenden Bescheid der Genossenschaft legte die D. Berufung beim Schiedsgericht ein, das 'nach Einholung weiterer ärztlicher Gutachten die Zurückziehung des Einweisungsbescheids seitens der Genossenschaft veranlaßte. Nun ließ die Genossenschaft die Klägerin gelegentlich einer Rentenreoifion durch die Kreisärzte Dr. N. zu L. und Dr. W. zu A. einer Untersuchung unterziehen, wobei festgestellt wurde, daß die Erkrankung der r. Hand, ivie schon früher kon- 'tatiert, sehr wahrscheinlich als eine chronische Gelenkentzündung anzusehen sei. Tie Genossenschaft lchnte daher jeden Entschädigungsanspruch ab. da weder riachgewiesen noch glaubhaft fei, daß die krankhafte Veränderung der r. Hand durch einen Unfall veranlaßt feine Tochter Frau Dr. Marie Jekel-Jordan, schreibt, ganz frisch; er freut sich mit Dank, sagte er, den Tag noch erlebt zu haben. -o. Geteiltes Leid. Zufrieden spricht Herr Sudermann: „Ihr seht es jedem Sitte an, Daß redlich ich mir Müh' gegeben Mit meinem Stück „Es lebe das Leben!" Glaubt mir, die ihr das selbst nicht wißt, Daß qualvoll oft das Dichten ist. Gottlob, jetzt ist die Qual vorbei, Ich bin vom Sinnen und Grübeln frei; Jetzt, hochverehrtes Publikum, Quäl' du dich mit dem Stück herum!" (Kladderadatsch). Änuf Hamsun: „Sklaven der Liebe". Novellen. Die sechs Novellen des Buches zeichnen sich alle durch scharfen Humor au§.. Die beste Arbeit dürfte die Prairiegeschichte „Zachäus' sein: ein tragikomisches Jntriguenspiel zwischen dem Koch einer Farm und ZachäuS, einem alten, halbblinden Arbeiter. Beide ftehen einander wie zwei Kampfhähne gegenüber, stets bereit, einen Streck vorn Zaune zu brechen. Der Koch besitzt eine „Bibliothek", d. h. em halbzerfetztes Gesangbuch und ein vergilbtes Zeitungsblatt von Anno Tobak. Zachäus aber ist ein eifriger Leser. Wo er nur irgend kann, bemächtigt er sich eines Teiles der Bibliothek seines Gegners, der ihm dafür bei Gelegenheit wieder einen Schabernack spielt. Die gegenseitigen Sticheleien steigern sich mehr und mehr und nehmen einen immer ernsteren Charakter an. Das Ende ist, daß Zachäus seinen Feind, den Koch, totschießt. Es ist alles bis ins kleinste hinein mit einem fein abgetönten, über den Dingen stehenden Humor erzählt. Ernster gehalten ist die Spielergeschichte „Vater und Sohn"; grotesk wirtt „lieber das Meer", eine prächtige Schilderung seekranker Zwischendecks- Passagiere; im „Erzschelm" schließlich zeichnet Hamsun einen Menschen, der mit sich selbst und der ganzen Welt fertig ist und dem nichts weiter als ein beißender Cynismus, als ein lautes Lachen über die Wunderlichkeiten des Lebens geblieben ist. Aus Frankfurt a. M. wird geschrieben: Reinhardts Operette „Das süße Mädel" hatte bei ihrer Erst-Aufführung im Opern Hause einen großen Erfolg. Darstellung und Ausstattung waren glänzend. — Die Universität Heivelb-erg ist bre emsige deutscher Zunge, welche den künftigen Presse-Jüngern Schulung und Anleitung zur Berufsthätigkeit gewährt. Wie seit mehreren Semestern, so liest auch kommenden Sommer der außerordentliche Professor der Geschichte, Dr. Adolf Koch (aus Mutterstadt in der Pfalz), ein einstündiges, öffentliches Kolleg „Geschichte der Presse und des Journalismus in Deutschland" und hält daneben in je zwei Wochenstunden „ Praktische Uebungen zur Einführung in die Journalistik". — Aus Wien wird berichtet: Sudermanns „Es lebe das Leben" hatte im Burg- theccker einen durchgreifenden Theatererfolg. Es erscholl wiederholt Beifall bei offener Szene. Nach den Aktschlüssen wurde der Verfasser lebhaft akklamiert und mußte vier bis fünfmal erscheinen. Frau Hohenfels als Beate war ergreifend. — Mathilde Seraos Scheidung. Wie aus Rom berichtet wird, hat die berühmte italienische Dichterin Mathilde Serao, die Verfasserin des Romanes „Riccardos Abenteuer" (bei Albert Langen in München) einen Scheidungsprozeß gegen ihren Mann, den Herausgeber des „Mattino" in Neapel, Scarfoglio, eingeleitet. Mathilde Serao wirft ihrem Manne vor, sie in die Neapler Skandale hineingezogen und sie kom- promcktiert zu haben. sei vielmehr handle es (ich um Rheumatismus. Ter eingelegten Berufung konnte das Gericht nicht stattgeben. Es kam auf Grund des sehr ausführlichen Gutachtens des Gerichtsarztes, Kreisarzt Dr. Römqer zu G., zu der Ueberzeugung, daß die Erkrankung der r. Hand nicht auf traumatischem Wege durch einen Unfall herbei- aeHifan ist daß vielmehr die Leränderungen am r. Handgelenk und anft, Ta'mnen eine Fortentwickelung der bereits an der linken fxxnb und dem Schultergelenk aufgetretenen rheumatischen Erkrankung sind, daß es sich also um eine chronische Gelenkentzündung handelt, wofür die Genossenschaft, die der T. für einen angele lickenirüheren Unsall eine 50prozentige Rente gewährt, nicht auf • rkommen hat. — Herrn. Koch VI. von Alsfeld erlitt am 24. Jan. 1901 beim Laden von Langholz einen Unfall. Tic Genossen- schast lehnte den dieserhalb geltend gemachte,i Rentenansvruch ab weil nch der Unfall nicht tm land- und forstwirtschaftlichen, sondern im Fuhrwerksbetrieb ereignet habe. Ter eingelegten Berufung mußte der Erfolg versagt werden, da nach den seitens des Gerichts angestelllcn Erinittlungen Koch's Fuhrwerksbetrieb einen solchen Umsang annimmt, daß er als landwirtschaftlicher Neben- betrieb nicht angesehen werden kann.— Tie Wilhelmine Bänder zu Langsdorf will nch am 28. Juni 1901 beim Heumachen einen Bruch zugezogen haben. Ten Rentenanspruch lehiite die Genossen schaft ab, well der Bruch nicht unfallsweise entstanden fei. Dieser Anschauung trat das Gericht bei. Es handelt sich bei der Klägerin um em krankhaftes Leiden d.h. der Bruch hat sich aUmähd) gebildet und ifl, wie dies bei jeder anderen Krankheit der Fall ist, bei Erreichung der Entwicklungsgrenze ausgetreten. DerAustrilt des Bruches, der zufällig bei der Arbeit erfolgte, hätte, wie dies ärztlich zugegeben wird, auch bei starkem Husten, Springen usw. erfolgen können. Die Anzeichen für einen plötzlich d. h. unfallsweise entftanbenen Bruch lagen sonach nicht vor und demgemäß verwarf das Gericht die Berufung. Ter Umstand, daß bie Klägerin, wie dies fast durchweg der Fall ist, von dem latent vorhandenen Bruch früher nichts gespürt hat, ist belanglos. — Karl Petri von Hattenrod wurde am 17. Juli 1899 von einem Rind gegen eine eiserne Pumpe geschleudert und will sich dabei eine Quetschung des rechten Oberschenkels zugezogen haben. Dre Verletzung nahm allmälich einen ernsten Charakter an, und am 17. Juli 1900 mußte das rechte Bein in der Klinik zu Gießen im Hüftgelenk abgenommen werden. Die Genossenschaft lehnte den Entschädigungsanspruch mit der Begründung ab, daß es als unwahrscheinlich bezeichnet werden müsse, daß die Erkrankung mit dem Unfall vom 17. Juli 1899 in ursächlichem Zusammenhang stehe. Tas Gericht kam jedoch zu anderer Ansicht. Es nahm aus Grund der vorgenommenen Ermittlungen und des Gutachtens des Sachverständigen, Kreisarzt Tr. Königer, ben Beweis für den Zusammenhang der Erkrankung des Oberschenkels mit dein Unfall als erbracht an und verurteilte die Genossenschaft, dem Kläger für die Zeit vom 16. Okt. 1899 bis 17. April 1900 eine Rente von 60 pCt., vom 18. April 1900 bis 17. Juli 1900 eine solche von 85 pCt. und vom 18. Juli 1900 ab bis auf weiteres eine solche von 100 pC t. zu zahlen. Außerdem wurden der Genossenschaft die Kosten des Verfahrens einschließlich der Vertretungskosten des Klägers zur Last gelegt. — Georg Steinacker zu Kirtorf hat sich am 21. Juni 1900 eine Fingerverletzung zugezogen. Der angeordneten Einweisung in das medico-mechamjche Institut von Dr. Lossen zu Darmstadt leistete St. keine Folge. Mit Bescheid vom 25. März 1901 lehnte die Geiwssenschast den Entschädigungsanspruch als unbegründet ab, da feine die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigende Unfallfolgen Aurüdgeblteben seien. Auf erhobene Berufung verurteilte des Gericht die Genossenschaft zur Zahlung einer Idprozentigen Rente für die Zeit vom 20. September 1900 bis 28. Februar 1901. Vermischtes. ♦ Königsberg, 9. Febr. Ter canb. med. Benno Bobrik, der Sohn des Generaloberarztes und Divisionsarztes Dr. Bobrik, ist einem traurigen Geschick zum Opfer gefallen: eine Blutvergiftung, die sich der junge Mediziner bei der Arbeit auf der Anatomie zugezogen hat, ich nach der „Köuigsb. Hart. Ztg." wider Erwarten r ö d t l i ch verlaufen. * Duellierende Heizer. Ein Duellant aus China wird an Bord des in diesen Tagen von Ostasien in Bremerhaven cintreffendcn Lloyddampsers „Prinzeß 3rene" ein- treffen. Es handelt sich uni einen Heizer, welcher sich in China der Tvdtung eines anderen Heizers schuldig gemacht hat. Beide Kameraden waren in bittere Feindschaft geraten ,die sie schließlich in einem regelrechten Pistolen- zweikampfe zum Austrage brachten. Als der eine der Duellanten tot auf dem Platze geblieben war, wollte sein Gegner über Bord springen: er wurde jedoch noch rechtzeitig verhindert und in Eisen gelegt . Nunmehr sieht er seiner Aburteilung entgegen. * Mutter und Sohn. In Straßburg kursiert folgende hübsche Geschichte: Der Sohn des ehemaligen Notariatsgehilfen Fix von hier, war vor 16 Jahren als 17 jähriger Jüngling nach Frankreich gegangen, und dort in die Armee eingetreten, um auf Avancement zu dienen. Er wurde Offizier und war als solcher jetzt mit in China Dort hatte er Gelegenheit, zwei deutschen Waffengefährteii in einem Gefechte das Leben zu retten. Voll Dankbarkeit frngten die deutschen Offiziere den französischen Kameraden, als sie hörten, daß dieser ein Elsässer sei, ob sie ihm sich durch etwas erkenntlich zeigen könnten, und dieser erwiderte, er habe nur einen Wunsch, seine alte Mutter, die in Sand bei Exstein in dürftigen Verhältnissen lebe, dort noch einmal zu sehen. Wenn es möglich sei, ihm die Erlaubnis auszuwirken, sich eine zeitlang im Elsaß aufhalten zu dürfen, ohne daß er dort als Fahnenflüchtiger sestgenommen würde, so geschähe ihm damit ein großer Dienst. Bald nach der Rückkehr aus China erhielt Fix eine Ordre, durch welche ihm eilt sechswöchiger Urlaub nach' Sand gewährt, zugleich aber eröffnet wurde, daß ihm laut Mitteilung der deutschen Behörden auf diese Zeit der freie Aufenthalt im Elsaß gestattet sei- In dem Dörfchen Sand aber, wo Monsieur Fix jetzt bei seiner Mutter zu Besuch weilt, fand er ein Schreiben aus des deutschen Kaisers Militärkabinett vor mit 600 Mark, einer Summe, die bei seiner Niclftgestellung zur Aushebung von seinem mütterlichen Vermögen zur Strafe beschlagnahmt worden war. Man kann sich denken, welche Freude das geschilderte Ereignis bei den Beteiligten und in den Kreisen ihrer Freunde und Bekannten verursacht hat. Wie erzählt wird, soll bei der Angelegenheit der Generalfeldmarschall Graf Waldersee, an den die vorerwähnten deutschen Offiziere sich gewendet Hütten, bei dem deutschen Kaiser der Fürsprecher für den im französischen Heere dienenden Elsässer Fix gewesen sein- * Ein Paar Anekdoten von.Pap st Leo XIII erzählt ein französisches Blatt: Leo XIII. hat es augenscheinlich gern, daß mau schnell arbeitet. Er fand seit langem, daß seine Privatbibliothek stark in Unordnung geraten war und er ließ schließlich seinen Biblithekar holen. „Mein Herr", sagte er zu ihm, „wieviel Zeit werden Sie brauchen, um mir alle diese Bücher dort in Ordnung zu bringen?" „Fünfzehn Tage wenigstens, Heiliger Vater", erwiderte der Angeredete. „Ach, acht Tage werden durchaus genug sein. Halt, ich will Ihnen selbst beweisen, daß Sie es schneller machen können." Und sich zu einem Diener wendend, gab der Papst den Befehl, eine Leiter zu holen. Der Bibliothekar fragte sich, was der greise Papst,bei seiner Gebrechlichkeit damit ansangen wollte. Als aber die Leiter gebracht war, sagte der Papst: »Hetzt, mein Herr, werden Sie hier« bleiben, bis diese Bibliothek geordnet ist. Der Diener wird die Thür zuschließen, und man wird Ihnen zur gewohnten Stunde Ihre Mahlzeiten bringen". Sechs Tage später war alles in Ordnung. Aehnlich erging es einem der Kämmerer: des Papstes, einem Spanier, der ein halbes. Dutzend Sprachen beherrschte, aber niemals ein Wörtchen Englisch gelernt hatte. „Wieviel Zeit würden Sie nach Ihrer Meinung daran icenben, um Englisch zu lernen?" fragte ihn eines Tages der Papst Leo. „Ich glaube, daß fünf Nionate mir genügen würben, Eure Heiligkeit", antwortete dieser, augenscheinlich stolz auf seine Geschicklichkeit- die fremden Sprachen zu lernen. „Fünf Wochen, wollen Sie sagen! Gehen Sie und machen Sie sich sofort ans Werk"'. Fünf Wochen lang arbeitete der Kämmerer Tag und Nacht; er halte drei Lehrer, die sich ablösten, und wenn er nachts schlief, so träumte er auf englisch. Am ersten Tage der sechsten Wock)e ließ chn der Papst rufen; er eilt herbei und findet Leo XIII. in der Gesellschaft einiger fremder Priester. „Diese Herren sind Engländer, und ich rechne auf Sie, daß Sie uns als Dob- metscher dienen werden." Spielplan brr vereinigten Frankfurter StabttHeater. Opernhaus. Mittwoch, ben 12. Febr., abends 7 Uhr. 5. Abonnement- Konzert. Toimerstag, den 13. Februar, abends 7 Uhr.*) „Figaros Hochzeit". Freitag, den 14. Febr., abends 1,8 Uhr. „Der fliegende Hollander". Samstag, den 15. Febr., „Das süße Mädel." Sonntag, den 16. Febr., nachm. 31/, Uhr. „Das Nachtlager in Granada." abends 7 Uhr. „Hänsel und Gretel." Hierauf: „Cavalleria rufti- cana". Montag, den 17. Febr., abends '/,8 Uhr. „Der polnische Jude." Außer. Ab. Schauspielhaus. Mittwoch, ben 12. Febr/) »Alt Heidelberg". Donnerstag, den 13. Febr., abends 71/, Uhr. „Mamsell Tourbillon". Freckaa, den 14. Febr. „Hamlet". Samstag, den 15. Febr. „All Heidelberg." Sonntag, den 16. Febr. nachm. 31/, Uhr. „Lumpacwaga- bundus". 7 Uhr. „Alt Heidelberg". Montag, den 17. Febr. „Die größte Sünde." •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Ansteckungen beim Rasieren sodaß eine Bartflechte entsteht sind schon so häufig vorgekommen, daß bei vielen Herren eine berechtigte Sorge davor besteht. Wer sich mit Lbermeners Herbaseife rasieren laßt, entgeht diesen Ansteckungen, weil Oberweyers Herbaseife laut vielen Zeugnissen ein bewährtes Mittel gegen alle Haar- und Bartkrankheiten ist. Zum Beispiel schreibt Herr B. in Remscheid, daß er mit der Wirkung der Hcrbaseife gegen seine Bartflechte und Gesichtsausfckläge sehr zufrieden ist. Bestandtelle 90° 0 (Seife, 2% Salbei, 3°/. Arnica, 1,5°/. arab. Wasserbecherkraut und 3,5% Harnkraut. Zu haben per Stück Mk. 1.25 in allen Apotheken und Drogerien oder durch den alleinigen Fabrikanten I. Gioch in Hanau a. M. Hochfeine, stilvolle । Hof-Möbelfabrik und mh - » ■ j Kunstsohreioerel von Einrichtungen | ää 758 Etablissement allerersten Ranges. Grossh. Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtungen Auf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner Haupt-Kollektion. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die Gebühren des Holzmessers Heinrich Balser auf 30 Pfg. pro Festmeter sestgeseht worden sind. Gießen, den 8. Februar 1902. 1277 Großherzvgliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. fitfttuno von Slrfl^nbaumatttifllien. Die Lieferung der zur laufenden Unterhallung der städtischen Straßen im Rechnungsjahr 1902/03 erforderlichen Decksteine aus Basalt, des Kieses aus der Lahn und des Basallgruses soll, wie nachstehend beschrieben, in 13 Losen öffentlich verdungen.werden und ist Termin hierfür auf Mittwoch den 19. Februar d. I., vormittags 11 Uhr, anberaumt Bezirk Lose n UI n iv v m vi VII a) Decksteine (Basalt): cbm Lagerplätze: 125 Marburgerstraße, Verlängerte Schottstraße. 400 Alter Viehmarkt. 300 Rodheimerstraße. Bei Bichlers Hardt. An der Kropbach. Am Gleibergerweg. 345 Wolfstraße und Eichgärten, Grünbergerstraße, Alter Rodgerweg. 235 Licherstraße, Schiffenbergerweg, Erdkauterweg 557 Ludwigstraße, Verlängerte Wllhelmstraße. 320 Erednerstraße, Mittelweg, Pumpstation. VIII 350 b) Mes aus der Lahu. Arn Schlachthaus, Weserstraße. IX 350 Am Friedhof, Realschul-Grundstück (Stephanstraße). X 350 Pumpstation, Klinikstraße, Erednerstraße, Mittelweg. c) Basaltgrus. XI 100 Am alten Biehmarkt. XU 150 Am Friedhof, Realschul-Grundstück (Stephanstraße). XIU 100 Mittelweg (Ecke Credner- und Klinikstraße). Die Bedingungen liegen während der Tienststunden auf unserem Büreau — In den Reuenbäuen Nr. 43, Zimmer Nr. 2, Schreib- l'tubfy — zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum obengenannten Termine verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bei uns einzureichen. Seim Angebot von Material aus unbekannten oder neu angelegten Stembrüchen sind Steinproben aus diesen mit den Angeboten emzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 8. Februar 1902. 1255 Das Ltadlbauaml: Schmandt. Die ßemcinöejagö zu LanOois soll am Samstag, 15. Februar 1902, nachmittags 3 Uhr auf dem Rathaufe zu Langsdorf auf 6 Jahre ab- tellungsweise verpachtet werden. Circa 2952 hessische Morgen Feld, 1700 hessische Morgen Wald (eüvas Wasserjagd). Langsdorf, 4. Febr. 1902. Großh. Bürgermeisterei. Köhler. 1062 Jagdverpachtung. Samstag, 15. Februar l. I., nachmittags 3 Uhr, soll auf dem Bureau unterzeichneter Bürgermeisterei die der Gemeinde Trohe zustehende Jagd unter den im Termin bekannt zu gebenden Bedingungen verpachtet werden. Trohe, 8. Februar 1902. Gr. Bürgermeisterei Trohe. Schmidt. 1221 Hoßversteigerung am Donnerstag den 13. d. Mts., nachmittags von 1 Uhr ab in der Wirtschaft Kreiling zu Odenhaufen. Es kommen zum Verkauf: Nadelholz: 25 Stämme = 8,75 fm, 3 Stangen 1. Kl. — 0,27 Im, 36 rm Nutzholz (Kiefern), 15 rm Knüppel, 2 rm Eichen-Scheit. Buchen: 54 rm Scheck, 118 rm Knüppel, 14rm Stöcke, Reiserzusammen663rw. Tas Holz liegt in den Distt. Sackbendel, Hohewald, Stoßkopf und Neueschlag, Gemeinde- Wald von Odenhausen. 1243 Krofdorf, 9. Februar 1902. Ter Bürgermetsler: Lichtenthäler. Holz - Versteigerung. Versteigert werden: Montag den 17. 1. Mts., vormittags 10Vr Uhr, aus den Tomanialwalddiftrillen Dörrenberg, Borkhards, Bauwald und Kißnersrothskopf der Forstwartei Stornsels: Stämme: 7 Eichen von 25—33 cm mittL Durchm., 9—15 m Länge — 5,50 fm, 32 Fichten von 15—25 cm mittL Drchm., 12 bis 20 m Länge — 14,35 fm, 2 Lärchen von 21 und 33 cm mittl. Drchm., 18 und 21 m Länge — 2,42 fm, 3 Kiefern von 24 und 29 cm mittl. Durchm. uhb 18 m Länge — 3,11 fm, 2 Buchen von 44 und 50 cm mittl. Drchm. und 5 m Länge =1.74 fm (Wagnerholz), 1 Buchenabschnitt (Krümmling), zu Schlittenkufen geeignet, 3 Birken von 25 cm mittl. Durchm. und 6—7 m Länge = 0,92 fm, 2 Linden von 24 und 28 cm mittl. Durchm. und 4 m Länge = 0,43 fm; Nutz knüppel: 15 rm Fichte (3 m lana); ferner Scheiter: 501 rm Buche; Knüppel: 328 rm Buche, 36 rm Eiche; Reisig: 523 rm Buche, 100 rm Eiche, 31 rm Weide re.; Stöcke: 150 rm Buche, 3 rm Eiche, 8 rm Nadelholz. Tas mit Kalk gespritzte Holz, ebenso die Nutzknüppel mit blau unterstrichenen Nummern werden nicht versteigert, das im Kißnersrothskopf und sonst zerstreut sitzende Holz wird nicht vorgezeigt. Beginn der Versteigerung mit den Fichten-Stämmen in den Rabenköpfen, an der Hungen-Schottener Straße, auf welcher Straße das Holz auch zumeist abgefahren werden kann. Weitere Auskunft erteilt der Forstwartaspirant Schäfer dahier. Eichelsdorf, den 9. Februar 1902. Großherzog ttche Oberförsterei Eichelsdorf. Trautwein. 1266 Kekaimtmachung. I Jagdverpachtung. Das Haus Maigasse Nr. 71 DerDomanialjagddezirkNr. 2 ist per 1. März 1902 zu vermieten. Nähere Auskunft erteilt das Armenamt — Bürgermeistereigebäude Zimmer Nr. 4. Gießen, 21. Januar 1902. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Wolff. 824 umfassend die fiskal. Waldgemarkung Ostheimerwald mit 308 ha Wald und Wiese ca. 9 km von Butzbach auf den nordöstlichen Ausläufern des Taunus gelegen, soll Mittwoch den 26. Februar, nachmittags 2'/3 Nhr, im Gasthof zum Löwen in Butzbach auf weitere 12 Jahre abermals verpachtet werden. Pachtliebhaber, deren Qualifikation nicht notorisch vor- ltegt, wollen sich längstens innerhalb 14 Tagen hierüber bei der unterzeichneten Ober- försterei ausweisen, von welcher auch weitere Auskunft erteilt wird. 1268 Butzbach, 10. Februar 1902. Großh. Hess. Oberförsterei Hoch-Weisel. Schlotterer. Brennholz- Versteigerung. Freitag, 14. Febr. l. F., von vormittags 10 Uhr anfangend, kommt in den Waldungen der Gemeinde Albach in den Distrikten Buchwald und Stangenheege nachstehendes Brennholz zur Versteigerung: 1267 80 rm Buchen-Scheitholz, 130 „ Buchen-Knüppelholz, 4000 Wellen Buchen-Reisig, 30 rm Buchen-Stockholz, 40 „ Eichen-Knüppelholz, 1500 Wellen Eichen-Reisig, 40 rm Eichen-Stockholz, 10 0 Nadel-Knüppelholz, 500 Wellen Nadel-Reisig, 12 rm Nadel-Stockholz. Zusammenkunft auf dem Vicinalweg Albach - Hattenrod am Eingang des Waldes. Albach, 10. Februar 1902. Großh. Bürgermeisterei Albach. ________Balser.________ Versteigerung. Mittwoch den 12. Februar, nachm. 3 Uhr, versteigere ich in Gemäßheck hcmdelsaesetzlicher Seftimmung für Rechnung, den es angeht, auf dem Hüttenwerk Hirzenhain-Lollar zu Lollar 20 Tons Buderus Gießerei-Roheisen la. dünner Masseln gegen Baarzahlung. 1245 Born, Gerichtsvollzieher in Gießen. EinpfkIffMgen Cigarren Cigaretten und 994 Tabak in reicher Auswahl Georg Adami s Frankfurt erstraße 9. Plimii LchMineschMlz per Pfund 64 Pfg. empfiehlt 0530 D. Ullrich, Schloßgasse 7. Kreppet täglich frisch bei 242 Friedrich Noll, KoMcker. Aetos. Kopf-und Kaarwasser das beste der Welt. Reinigt die Kopfhaut und erhöht chre Thätigkeck, wirkt stärkend auf den Haarwuchs und verhütet das Ausfallen der Haare. Dieses Haarwasser, nach langjähriger Erfahrung heraestellt, ist als das denkbar beste Kopfwasser erprobt und anerkamü. 1249 Flasche 1 Mark 50 Pfg. nur allein zu haben 1249 Adler-Drogerie Seltersweg 39 Otto Schaaf. 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