NO Zweites Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 10. Dezember 1008 ?=S jX l Afc Att AM litt ♦ aX A A« äS= Bä£ U General-Ameiaer VenktUl Lliizelger äsäiiäjs ■Sä' Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW frfrnh>re)onlrf)lutzNr 51.__V V___________________________________________________________________________________ttwenteil: Han4 Beck. Ke yeuLrge Kummer umfaßt 14 Seiten parlamentarische Iünsminuteu-ZLrenver. Ihfer parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 9. T-ember: .Vorschriften zur Aufrechterhaltung der Ordnung des Verkhrs int Reichstagsgebäude^^ zu veröffentlichen, hat sich Präsident Graf Ballestrem veranlaßt gesehen, im Hinblick auf den ganz, ungewöhnlichen Andrang des Publikums zu den Tribünen. Tiefe einzig dastehende Maß- reaef ist bezeichnender als alles andere für die hochgespannte parlamentarische Situation. Auch die Lofloge wa: heute — zum erstenmal — voll besetzt, und besonders Zahlreich zeigte sich auch hier die Tamenwelt vertreten. Unfen, im Parquet, ging es ruhiger her. Für die Abge- ordieten war das Gefecht um den Antrag Gröber lediglich ein« neue Etappe in der Zvllschlacht. Oben erwartete mal voll eifriger Begier eine ober mehrere Szenen, unten bat man sich an solche schon allzusehr gewöhnt, als oaß die Aussicht auf eine neue „Auflage" besondere Gr- re ging hätte Hervorrufen können. Tas „Vorpostengefecht" leitet? Abg. Singer (Soz.) ein mit dem Versuch, die Ab- setzurg des Antrags Gröber von der heutigen Tages- ordning aus geschäftsordnungsmäßigen Gründen herbeizuführen. Abg. Bassermann (nl.) trat ihm energisch entgegen indem er unter dem Beifall der Mehrheit betonte, dieses neue ,LZerschleppungsmanöver" müsse im Interesse des Zustandekommens des Zolltarifs so schnell wie möglich abgetan werden. Abg. Tr. Pachnicke (fr. 'Verg.) wies sarkasisch darauf hin, daß Herr Bassermann heute länger als finf Minuten zur Geschäftsordnung gesprochen habe, was rach dem „Maulkorb"-Anttag in Zukunft unstatthaft sein soll. Nit 225 gegen 56 Stimmen wurde der Antrag Singer abgelehnt, worauf Abg. Gröber (Ztr.) das Wort erhielt zur Begründung seines Antrags. Er sprach, entgegen seiner Gepflogenheit, von der Tribüne auS. Wuchtig klangen gleich die ersten Sätze in den Saal, in denen er auf die Geschäftsordnung der Frankfurter Nationalversammlung und das Urteil Robert v. MohlS („Tie Geschäftsordnung soll eine georbnetg, beschleunigte und würdige Handhabung der Geschäfte ermöglichens sich bezog und Vergleiche Wischen der damaligen mit der heutigen parlamentarischen Lage anstellte. Heute existiere die Sozialdemokratie, die die Reichstagsverhandlungen für Zwecke der Propaganda benutze und, von dieser Tendenz beseelt, Reichstagsbeschlüsse Lu verhindern suche. Es gebe kein Thema, über das in den letzten Tagen nicht „zur Geschäftsordnung" des Langen und Breiten gesprochen worden sei. Etwas derartiges hätten sich die Verfasser der Geschäftsordnung nicht entfernt träumen lassen. Tiefem „Unfug" müsse ein Ende gemacht werden. (Lebhafter Beifall bet der Mehrheit.) Von einer Proklamierung der Diktatur des Präsidenten könne keine Rede sein. Tie Präsidialgewalt werde nach wie vor unter großen Gesichtspunkten gehandhabt werden. „Wir werden jeber Db- änberung der Geschäftsordnung zustimm en, die eine ordnungsmäßige Erledigung der parlamentarischen Geschäfte bezweckt. Tenn höher als die Form steht uns die Sache!" Donnernder Beifall. Mg. Bebe l (Soz.) beeilte sich, Wasser in den Wein m gießen, indem er behauptete, Herr Grooer habe niemals so schwach gesprochen, wie heute. Abg. Bebel selbst batte diesmal auch nicht feinen besten Tag als Redner. Vielleicht fehlten ihm die Zustimmungskundgebungen seiner Fraktion, die ungewöhnlicher Weise fast ganz ausvlieben und erst am Schluß erklangen; jemehr Bebel sich ereiferte, einen um so auffälligeren Kontrast bildete die fast gelassene Haltung seiner politischen Freunde. Es heißt, daß Bebel privatim gegen den „91 ab au" auf ber äußersten Linken Einspruch erhoben habe — so beobachteten benn bie Genossen eine übertriebene Ruhe. Zur Unterstützung seiner Auffassung, baß der Antrag Gröber u. Gen. „verkehrt", „ab- geschmackt", „lächerlich", „toll" sei, berief sich Bebel auf Urteile ber Presse, auf ben ehemaligen nationalliberalen Abgeordneten £ f a n n, auf früher amtierende Präsidenten und schließlich sogar, mit großer Feierlichkeit, auf die Verfassung, welche die parlamentarische Redefreiheit garantiere. Alles das hörte die Zollmehrheit kaltblütig an und setzte nur ein ironisches Lachen den allerdings auf die Spitze getriebenen Ausführungen über die praktische Anwendung der Fünfminuten-Frist entgegen. Tie Sache „geht" ja auch auf sozialdemokratischen Parteitagen, mit zehn Minuten Rede-Zulassung. ohne daß um Sekunden gestritten zu werden braucht. Also, dieser Teil ber Einwendungen war nicht stichhaltig, und Bebel hätte besser auf das politische Gebiet seine Kritik beschränkt. Entschieden glücklicher, weil viel präziser und den Kern treffender, bekämpfte Ma. Dr-Barth (Freis. Der) den Antrag Gröber. Vorher hatte Abg. Richter eine lediglich sachliche Erklärung namens der Freisinnigen Volkspartei egen diese „automatische Regelung" zum Vortrag gebracht. Obwohl die Erklärung die Ablehnung seitens der Freis. Volkspartei ankündigte, zeigten sich die Sozialdemokraten -nur mäßig befriedigt. Umsomehr gefiel der scharfe .ton, •ben Abg. Barth anschlug. Barth erinnerte an Simsons -Ausspruch: „Tie Geschäftsordnung ist der natürliche Schutz .der Minderheit" und rief mit aller Kraft den Zoll- ssompromißlem zu, es sei ihnen ja einzig und allein darum m thun, die sachliche Beratung des Zolltarifes unmöglich 4U machen. Trotz des nunmeyr angenommenen Antrags err Abgeordneter, bie fünf Minuten sind um!" Komisches Entsetzen des Mg. Säubert, schadenfrohes Lachen der Mehrheitsparteien, als Herr Säubert sein Material zusammenpackte und zögernden Schrittes bie Tribüne verließ. Auch sonst hielt sich Vizepräsident Büsing streng an die ihm durch die Lex Gröber erteilten Befugnisse, „nach freiem Ermessen" das Wort zu gewähren. Er fragte stets vorher, was die Herren „zur Geschäftsordnung" vorzubrinaen wünschten, und versagte auf die Auskunft hin dreimal oas Wort. Tas trieb dem Mg. Singer die Galle ins Blut. Unwirsch fuhr er Herrn Büsing an: „Wir lassen uns nicht wie bie Schulbuben behandeln!" Der Vizepräsident quittierte mit einem Ordnungsruf. Eine Genugthuung aber brachte der Tag auch der Linken: Es stellte sich heraus, daß das thatsächlich ermittelte Ergebnis ber Abstimmung über bie Lex Gröber (206 gegen 92) erheblich abweicht von dem vorläufig mitgeteilten (176 gegen 125). Die mangelnde Zuverlässigkeit des Mstimmungsmethode Aichbichler wurde also wieder einmal offenbar. Politische Tagesschau. Die Aktion gegen Venezuela. Die dem Reichstag übermittelte Denffchrift des Grafen Bülow wegen oes Konfliks mit Venezuela hat allenthalben einen ganz vorzüglichen Eindruck gemacht. Sowohl die deutsche wie die englische Presse billigt einmütig das gemeinsame Vorgehen Deutschlands und Englands. Die Londoner „Daily News" führen aus, Graf Bülow habe in bemerkenswerter Weise eine vollständige Darlegung der deutschen Ansprüche gegeben. Warum müsse das britische Volk eine gleiche, ins einzelne gehende Erklärung erst fordern? Die „Times" sagen in ihrem Leitartikel: Man müsse hoffen, daß Castro zur Vernunft gebracht werde, ohne daß die deutschen und englischen Schiffe von den äußersten Maßregeln Gebrauch machen mühten und daß Roosevelts offene Worte ebenso wirksam fern möchten als bie Drohung einer gemeinsamen Flottendemonstration. Castro müsse jetzt erkannt haben, daß die zivilisierten Staaten die Geduld verloren haben und nicht gesonnen sind, sich neue Beleidigungen gefallen zu lassen. Ter „Globe" schreibt über bie Sage in Venezuela: Weber die englische noch die deutsche Regierung kann dafür getadelt roeroen, daß sie ihre Zuflucht zur Gewalt nehmen, um den ruhmsüchtigen Tyrannen zur Vernunft zu bringen. König Eduard wie der deutsche Kaiser haben zahlreiche Unterthanen in Venezuela, welche im Namen der Regierung in Caracas schmählich ausgeplündert worden sind. Das Blatt erhebt Zweifel, ob die Anwesenheit der englischen und deutschen Kriegsschiffe genügen wird ohne etn thätliches Eingreifen. Trotz der Erklärungen ber amerikanischen Regierung hoffen die Venezolaner wahrscheinlich immer noch auf die Hilfe ber Amerikaner im letzten Augenblick. Die „Pall Mall Gazette" nennt bie Haltung der Venezolaner eine klare, offenkundige Unverschämtheit, die nur bei einem sehr schwachen Staate, der sich auf seine eigene Schwäche verlasse, möglich sein könne. Dieses Vertrauen fei insofern berechtigt gewesen, als England und Deutschland bisher eilte musterhafte Geduld gezeigt hätten, jetzt sei jedoch der Tag der Abrechnung gekommen. Castro muß die Folgen tragen. Die „St. James Gazette schreibt: Venezuela verfügt noch über Einnahmequellen, die genügen, um unter militärischem Schutze die Eintreibung der europäischen Forderungen möglich zu machen. Der große Bruder (bie Vereinigten Staaten), auf dessen Schutz Venezuela sich verläßt, hat dazu nicht die geringste Lust. Einer unverschämten kleinen Kreatur werden mtt dem Stocke Manieren beigebracht. Einigermaßen bemerkenswert ist. daß man in Frankreich über das deutsch-englische Vorgehen gewisse Beklemmungen hinsichtlich ber Wahrung seiner eigenen Interessen in Venezuela hegt. Das offiziöse Journal des Debats" weist nämlich bei Besprechung des Ultimatums darauf hin, daß ein Teil der Zolleinahnren Venezuelas eine Bürgsch-aft für die von ihr vereinbarte Regelung ber Frankreich gegenüber übernommenen Verpflichtungen bilde. England und Deutschland würden zweifellos in mehreren Hafenorten Truppen landen und selbst bie Zölle entheben. Es unterliegt keinem Zweifel, baß die französische Regierung bereits Vorkehrungen getroffen habe, damit die Prioritätsrechte Frankreichs von ben beiden einschreitenden Mächten gewahrt werben. lieber die Form, in der eventuell der Zwang gegen die widerspenstige Republik angewendet werden wirb, ist dem Staatsdepartement ebenfalls vorher schon das Nähere mit- geteitt worden. Gemäß den Erklärungen von Beamten des Staatsdepartements soll in diesem Falle ein gemeinsames deutsch-englisches Landungskorps ein Zollhaus besetzen und festhalten, bis Castro in einer Begleichung der «Verpflichtungen einwilligt. Dem venezolanischen Gesandten in Washington wurde mitgeteilt, baß die Union sich unter keinen Umständen in die deutsch-englische Aktion einmischen werde. Tie Regierung von Venezuela werbe damit zu rechnen haben, daß Teutschland und England mit aller Energie auf sofortige Erfüllung ber Bedingungen ihres Ultimatums halten werben. Ein weiteres Telegramm au5 La Guayra meldet, baß bie venezolanische Regierung noch keinerlei militärische Vorbereitungen daselbst getroffen habe. Taaegen erzählte ein deutscher Offizier der „Sineta" einer deutschen Familie in La Guayra, daß von deutscher Seite eine Küstenblo- kade geplant sei. Aus Berlin wird uns noch von einem besonderen Korrespondenten geschrieben: Die prompte, Antwort Teutschlands int Falle eine5 Widerstandes bei Besetzung eines Zollhauses würde nicht etwa in einer Flotten- Temoustration bestehen, sondern in der resoluten Eröffnung eines Bomb ar dements durch bie Kriegsschiffe., Gutem Vernehmen nach ist die amerikanische Regierung nicht nur von dem Ultimatum vorher in Kenntnis gesetzt worden, sondern auch von allen möglichen Folgen dieser Androhung. Daß unsere Kriegsschiffe in jedem Fall ber Aufgabe gewachsen sind, unterliegt nach sachverständigem Urteil keinem Zweifel. Eine Prügelszene in der französischen Kammer. Tas ftanzösische Parlament ist bis nach Neujahr vertagt, aber zuvor hat es noch einen gewaltigen.Skandal gegeben, bei dem es zu Thätlichkeiten kam. Die Anti- Republikaner warfen dem Justizminister Safle vor, die Verhaftung der Humbertschen Schwindler nicht ernstlich verfolgt zu haben' Als der Minister schroff antwortete, kam es zu einer Prügelei. Der Mgeordnete Sylveton schlug nach dem Minister mit den Fäusten, ber Letztere stieß nach seinem Gegner mit den Füßen. Darüber kam es zu einem allgemeinen Handgemenge, sodaß der Präsident Bourgeois schließlich seinen Hut aufsetzte und die Sitzung zeitweise vertagte. Als nach der Wiedereröffnung der Wg. Coulant neue heftige Anklagen gegen den Minister erhob, beschloß das Haus die Entfernung des Ersteren. Die im Parlaments- Haus stets anwesende Militärwache wurde bereingerufen und Coulant von den Soldaten aus dem Saal gebracht. Er leistete feinen Widerstand, doch mußte das Militär feine ihn umgebenden freunde bei Sette schieben. Während dieser Szene wurde die Verhandlung nachmals vertagt, und nach deren Wiederbeginn entstand abermaliger Krawall, nach welchem der Mg. Sylveton wegen Beleidigung ber Regierung an bie frische Luft geführt wurde. — Im deutschen Reichstage kann man mm sehen, wie es anderswo mit Skandalmachern gemacht wird. Wir wünschen allerdings nicht, daß jemals die Herbeizitierung von Militär oder Polizei in unserem Reichstag erforderlich wirb. Deutsches Reich. Berlin, 9. Dez. Der Kaiser unternahm gestern in Potsdam vor ber Frühftückstafel einen Spaziergang. Zur Frühstückstafel waren geladen: Gräfin v. Lamsdorff- Galagane, Frau v. Scholl und ber russische Marttie-Attacbea Fürst Dolgoruckow. Heute vormittag hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Admirak- stobes. — Wie die „Neue Poltt. Korresp." mitteilt, wird ber preußische Landtag zum 8. Januar einberufen werben. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung vorn 8. Dezember bett. Abänderung der Ausführungsbestimmungen zur Fernsprechgebühren-Ord- nun g. Die Abänderung ist veranlaßt durch Aufnahme des Femdruckbetriebes in diese Bestimmungen. Weimar, 9. Dez. Nach amtlicher Mitteilung in ber „Wennarischen Ztg." verlobte sich der Großherzog mit ber Prinzessin Karoline Elisabeth Ida von Reuß ä. L. Breslau, 9. Dez. Die „Schles. Volksztg." meldet: In der gestrigen Generalversammlmig des katholischen Arbeitervereins zu Breslau wurde folgendes Huldigungstelegramm an den Kaiser gesandt: Gegen 800 im St. Vineenzhause versammelte Mitglieder des katholischen Arbeitervereins zu Breslau hüten Eure Majestät, für die an die Breslauer Arbeiterdeputation gerichteten, den Arbeiterstand hoch ehrenden kaiserlichen Worte tiefemfunbenen Dank sowie die Versicherung unwandelbarer Treue und Ergebenheit huldvollst entgegennehmen zu wollen. Pfarrer Zimb, 1. Bezirkspräsident. Ausland. Wien, 9. Tez. Bei der Abschiedsaudienz des bisherigen deutschen Botschafters Fürsten Eulenburg in Schönbrunn mrterblleb mit Rücksicht auf den leidenden Instand Eulenburgs jeglick^s Cerenwniell. Eulenburg verlaßt bereits morgen Wie». Paris, 9. Dez. Der König vvn Portugal ist gestern abend 7 Uhr Vvn London tonrmenb hier eingetroffen. Er wird einige Tage incognitv hier verweilen und sich dann nach Portugal zurückbegeben. — Gerüchtweise verlautet, es sei in der Dudgetlovr- rnission zur Sprache gekommen, daß einige Pläne von Unterseebooten auf unaufgeklärte Weise abhanden gekommen sind. Wie von Mitgliedern der Opposition erklärt wird, soll der frühere Marinenrinister Lockroy dem Ausschuß gegenüber erklärt ^aben, das Verschwinden dieser Pläne sei dem Erfinder Prctot zuzuschreiben. Bern, 9. Dez. Der Nationalrat genehmigte feilte Nach längerer Diskussion fast einstimmig die Kvn^esswnS- vorlage für den Iuradurch^tich FraSne-Dallorbe als internationale Berbindunas-ZufahrtSlinie zum Simplon. Der Bundesrat erklärte, daß alle anderen Zufahrtslinien, die genügende Garantien bieten (Loetfchberg, Faucille re.), beim Bunde die nämliche günstige Aufnahme finden werden, wie heute FraSne-Ballorb«. London, 9. De-. Tas Unterhaus bewiltiate mit 91 gegen 14 Stimmen einen Kredit in Höhe von 600 000 Pfb- Stert, für «die Uganda-Eisenbahn. Madrid, 9. Dey. In der Kammer verlas Silvela ein Dekret des Königs, durch daS die Kammer vertagt wird. Tie Sitzung wurde darauf geschlossen. — Der Minister des Aeußern erklärte, er habe vereits die Antwort des Vatikans erhalten, könne dieselbe jedoch vorläufig nicht veröffentlichen. — Der frühere Minister Alix ist zum Gouverneur der Dank von Spanien ernannt worden. Derselbe hatte gestern eine längere Konferenz mit Villaverde. Tanger, 9. Dez. Nachdem der Sultan den Stamm der Beni Semmur air Unterwerfung zurückgebracht hat, wurde sein Jöeer vvn einem anderen Stamme angegriffen, der ihm den Weg nach Rabat verlegte. Tie Truppen erlitten sehr empfindliche Verluste und mußten sich auf Fez zurück- ziehen. Newyork, 9. Dez. Nach einer Depesche aud Willemstad proklamierte sich General Rolando, der erste Stabsoffizier von MatvS, zum Führer einer neuen revolutionären Bewegung gegen den Präsidenten Castro. Er hat 1200 Mann gesammelt. Le^ama Beira, ein anderer Rebellenführer, ist mit 1200 Aufständischen in der Nähe von Coro wieder erschienen. Auch im Bezirke von Darquisimedo sind die Aufständischen in großer Zahl wieder aufgestanden. — Der amerikanische Gesandte wird die Interessen Deutschlands und Englands während der Wirren wahrnehmen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 10. Dezember 1902. ** Hofnachrichten. Telegraphisch wird uns aus Darmstadt gemeldet: Die Abreise S. K. H. des Groß- herzogS zu den Festlichkeiten in Delhi erfolgte heute morgen 7.40 Uhr. Die Fahrt geht über Lausanne nach Marseille, wo morgens das von England kommende Schiff eintrifft. Mit diesem kommen der Prinz von Wales und Gefolge. Die Ankunft in Bombay erfolgt am 2. Weihnachtstage. Nach einer vierundzwanzigstündigen Eisenbahnfahrt wird von Bombay aus Delhi erreicht. — Auf dem Bahnhofe in Darmstadt waren zum Abschied erschienen, der Groß für st unddieGroßfür st inSergius,Prinz Ludwig von Battenberg und Prinz und Prinzessin Franz Josef von Battenberg. •• Historischer Fund. Ein für unsere Gegend interessantes Gemälde, welches ehemals im Kloster Arnsburg seinen Platz hatte, ist durch Zufall wieder aufgefunden und vor dem Schicksal der Vernichtung bewahrt worden. Der Antiquitätenhändler Leib sen. hatte durch Zufall gehört, daß im Besitz einer bäuerlichen Familie in Rockenberg vor zwanzig Jahren noch eine Anzahl Gemälde aus dem Kloster Arnsburg sich befunden haben sollen. Er machte sich auf den Weg dahin und ersichr von dem Landwirt, den man ihm genannt hatte, daß vor 3—4 Jahren Maurer vom Speicher herunter zerrissene und bemalte Leinwand geholt haben und Kaffee damit gekocht hätten. Leib frug dann eindringlichst, ob man nicht wüßte, wo sonst im Dorfe noch alte Leinwandbilder vorhanden seien, doch wurde diese Frage verneint. Der zwölfjährige Sohn des Hauses aber erklärte, daß cntf dem Speicher sich noch ein großer bunter Leinenfetzen befände, mit dem man eine Lücke der Bretterwand des Taubenschlages benagelt hätte. Leib begab sich in '-Begleitung des Knaben nach oben und entfernte sorgfältig diesen sogenannten Fetzen; er bemerkte sofort, daß es sich hier um ein zwar arg beschädigtes, immerhin aber vielleicht um ein interessantes historisches Gemälde handelte, und erwarb dasselbe. Herr Leib hat sich mehrere Wochen damit beschäftigt, die Riffe der Leinwand sorgfältig zusammenzufügen und daS Gemälde in kunstvoller Weise zu renovieren, und seine Mühe wurde auch reichlich belohnt. ES handelt sich nämlich um ein meisterhaft gemaltes Portrait deS XIV. AbteS vom Kloster ArnSburg. DaS Bild trägt die wohlerhaltene Unterschrift: Helvica« Abbas XIV., ÄrMbnrgensie 8. e. Theolog. Doctnr. HelvicuS war in den Jahren 1274—1290 Abt vom Kloster ArnSburg und starb am 24. Juni 1290. Durch ein eigen- artiges Verfahren, daS Leib angewendet, sind die Farben des Gemäldes in überraschender Weise wieder hervorgetreten und zeigen jetzt einen Eharakterkops. Herr Leib beabsichtigt, daS Gemälde wegen seines historischen JntereffeS demnächst im Provinzial-Museum auSzustellen. ** In Amerika verstorbene Hessen. In Newark, Katharina Dor st er geb. Deinß aus Gundersheim, G4 I., Charles Kauter aus Wimpfen, 42 I. In Fair- maint, Henrv Kappel auS Ober-Ingelheim, 44 I. In Detroit, Michael Henry Orth auS Hessen-Darmstadt, 95I In Newyork, Karl Landwehr auS Hessen-Darmstadt, 55 I. In Brooklyn, Christ. B r u n n e n, geb. Schanf aus Lorsch, 38 I. In Washington, Heinrich Brock auS Dingen, 72 I. ** Bei der herrschenden Kälte erscheint eS an- fltyigt. die frierenden Menschenkinder darauf aufmerksam ju machen, daß jeder beständig feinen eigenen Ofen mit sich herumträgt. DaS ist der Körper mit jeiner Eigenwärme. Nur muß man es verstehen, diesen Cf en zu heizen und feine Wärme aukzuspeichern. Tie Entwickelung der Eigenwärme von innen heraus ist überdies viel zuträglicher, als die dicksten Mäntel imb Pelze Sic wird angeregt durch Speise und Trank, welche der Verbrennung in besonderem Maße dienen, und durch Bewegung Erstere bestehen in Fetten, Celen, Zucker und dergleichen, denen in der Sommerhitze der Magen von selbst widersteht. Weniger bekannt ist die wärmende Eigensclxrtt des Zuckers. Dem wärmenden Grvy fügen wir des Wohlgeschmacks wegen Zucker bei: allein in noch ganz anderem Maße thun das die russischen Postkutscher bei dem Rum, um bte innerliche Wärme zu heben. Außer in Rußland wird in dem kalten Schweden wohl der meiste Zucker verbraucht. Hier steht die Zuckerdose beständig auf dem Tische, und $roax nicht nur für den Thee: man versüßt auch die Suppen. daS Gemüse und sogar da§ Fleisch ohne etwaiaen Nachteil für die Ge- lundheü. Sehr wichtig für die Erhöhung der Körperwarme ist auch die Bewegung. Wer den ganzen Tag in der Stube zubringt, dem wird bald die gutgeheizte Stube zu kühl. Sobald er nur einen weiteren oder schnelleren Gang draußen gemacht hat, empfindet er beim Zurückkehren die wohltätige Wirkung einer mir mäßig geheizten Stube. Wen der Beruf zwingt, jeden Morgen, auch beim schlechtesten und kältesten Wetter, einen Weg zum Geschäftslokal zu machen, der hat schon dadurch einen wesentlichen gefunb- yeitlichen Vorsprung vor den Stubenhockern, die immer frieren. Bewegung deS Morgens, an jedem Tage, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter ist da? Radikalmittel zur Erhaltung der Gesundheit. Es schützt vor Frieren und Dient st) am besten zur Abhärtung. 0 Darmstadt, 9. Dez. DaS seinerzeit vvn dem frühere« Beamten deS Städtischen Elektrizitätswerks Eugen Schäfer an die Stadtverordnetenversammlung gerichtete Schreiben, in dem sich Genannter über seine angeblich grundlose Dienstentlassung aus dem städtischen Dienst beschwerte und Lichtblicke auf das dunkle Treiben in diesem städtischen Betriebe warf, erhielt heute sein gerichtliches Nachspiel, indem sich Schäfer wegen Beleidigung vor dem Schöffengericht zu verantworten hatte. Zahlreiche Zeugen waren zur Verhandlung geladen, zumeist Beamte des städtischen Elektri«tätNverks, die sich größtenteils in scharfer Weise über das Der halt en deS Direktor Meyer gegen Schäfer avssprachen und deren Aeußerungen auf cm nicht schönes Verhältnis von Vorgesetztem und Untergebenen schließen ließen. Ter Angeklagte schiebt auch den Grund seiner Entlassung nur auf den Direktor Meyer, der ihn, wo er gekonnt hätte, chikaniert hatte. Das Gericht erkannte auch auf Freisprechung, indem es annahm, daß Schäfer in Wahrung berechtigter Interessen sich an die Stadtverordneten-Bersammlung gewandt und zu feiner Rechtfertigung diese Angelegenheiten berührt hätte. WormS, 8. Dez. Das HauS Cornelius Heyl veranstaltete 1 „W. Z." am vergangenen Samstag abend in dem DereinShause der Fabriken, zu Nhren seiner diesjährigen Iu bi la re, wie alljährlich, unter Mitwirkung deS Gesang- und Instrumentalvereins, sowie deS Knaben- chorS der Firma, eine größere Feier. Sie fand unter dem Vorsitze des Dr. Freiherrn von Hehl statt und galt dem Jubilar mit SOjähriger Dienstzeit Valentin Decker aus Horchheim; den Jubilaren mit 40jähriger Dienstzeit Valentin Hofrichter auS WormS, Joh. Sturm aus Herrnsheim, sowie einer Anzahl Inbilare mit 25jähriger Dienstzeit. Marburg, 9. Dez. Zu dem von uns gestern telegraphisch gemeloeten Drandunglück in Niederkleen wird noch geschrieben: Am 8. Dezember abends brach auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise in der Scheune des Landwirts Wieder Feuer aus, welches sich in einem enggebauten, zusammenhängenden Straßenviertel mit solcher Schnelligkeit verbreitete, daß sich alle Löschversuche als vergeblich erwiesen, zumal auch empfindlicher Wassermangel herrschte. Dis 2 Uhr morgens waren bereits 17 Gebäude ein Opfer der Flammen geworden, und noch war es nicht gelungen, des Feuers Herr xu werden. Zehn Familien waren bis dahin obdachlos geworden, und das hastende Retten der Habe, das Jammern der Kinder, das Schreien und Brüllen des geretteten und verbrannten Viehes waren wahrhaft erschütternde Szenen. Gegen Mitternacht, bis zu welchem Zeitpunkte es fast windstill gewesen war, erhob sich ein deftiger Ostwind, welcher das wütende Element zu neuem Toben entfachte, und Däuser, die bis dahin gerettet erschienen, wurden so plötzlich von dem Flammenmeere erfaßt und verschlungen, daß Die Bewohner, die an Rettung ihrer Habe bisher kaum gedacht, in der Schnelligkett kaum chr Leben retten konnten; es ist das um so beklagenswerter, als einer der Abgebrannten nichts versichert hat. Die Feuerwehren von SchweinSberg, Amöneburg und Kirchhain, welche ihr Bestes thaten, waren zuerst am Platze. Die verwüsteten Wohnstätten und das brennende Hausermeer gewähren einen unbeschreiblich traurigen Anblick. Wiesbaden, 8. Dez. Am SarnStag abend gegen 11 Uhr hat sich der Friseurgehilfe Karl Becker in der Rheinbabn- straße verschmähter Liebe halber mit drei Schüssen m den Mund getötet. Vermischtes. • Köln, 9. Dez. In verfloffener Nacht haben sich hier vier Personen daS Leben genommen: ein Commis, ein Mechaniker und zwei Schiffskellner. AuS hinterloffenen Briefen geht hervor, daß sie alle wegen Stellenlosigkeit in den Tod gegangen sind. * Berlin, 9. Dez. Das „B. %.fl meldet tufl New- Pork: An dem Neuban des Lloyddocks in Hoboken wurden durch den Einsturz eines Gerüstes zwei Personen getötet und sieben verletzt. • Oberstdorf (Oberbayern), 9. Dez. Bei einer Tour auf btt M aedeler Gabel wurden gestern nachmittag 4 Uhr zwei Touristen auS München, der Postadjunkt Knüsel und der Veterinär Gebhard, von einer Lawine überrascht und getötet Die Leichen konnten bisher nicht geborgen werden. Ein anderer Tourist wurde von einer später niedergehenden Lawine erfaßt und 30 Meier weit weggeschleudert, konnte sich jedoch retten. • London, 9. Dez. Der französische Poftdampser „Nord* traf gestern, von Calais kommend, wenige englische Meilen vorDover einen 90—100 Fuß langen Walfisch an, der, viel Wasser auSspritzend, in westlicher Richtung schwamm. Der Walsisch tauchte direkt unter den Dampfer, als derselbe herankam. Bei Calais haben sich Robb en emgefunben. Da dieselben den Fischen schädlich sind, hat man Torpedoboote gegen sie auSgeschickt. 'Bukarest, 9. Dez. Während der heftigen Schnee - stürme, die in den letzten Tagen wüteten, wurden ans der unteren Donau viele Dampfer »nd an 200 Getreidefchlepper von Treibeis umschloffen und froren ein. Virl Schaden ist angenchtet. Im ganzen Lande stören ncflge Schneemaffen den Verkehr. * New-Bork, 9. Dez. Die kanadische Zeitung .®Iaee Bay Gazette* erklärt: Marroni konnte feine Verbindung mit Europa erreichen tmb hat den größten Teil der Apparate m Tadle Head demontiert und eingepackt. Es hetßt, ein starker Strom habe die 91 n* o rate b«(d)äbigt; auch wird erklärt, die Apparate seien versuchSteise anbc* eingerichtet worden als diejenigen in Poldhu und diese« Arrangement habe sich nicht bewähtt. 'WilkeSbarre, 9. Dez. In einer Grbe südlich von WilkeSbarre, die der high WilkeSbarre -Gesellschaft gehört, erfolgte eine Explosi on, durch welche 3 Arbeiter ibr Leben eingebüßt baden sollen Miverlltäts-Nachrichtcn. - Zn« Kurator der Universität Halle ist der Hallttckez Zch/ zufolge bet Cbervegterungsrai Tleger in Gumbmnn ernannt worden. ArbriterlitMtMig. Havre, 9. Dez. Die arbeitslosen Seele te nen stickten, die Seeleute mehrerer Teinv^er rur Sinstellupc der Arbeit ru verleiten. Der Berfuck n*ar jedoch erfolglos, te T'oluet mußte einichreiten. Ein Volireikcnnmislar wurde r-cnvrnct. Tic Bureau? der SckisftabrtSgelellfckaften werden militärito bcmadit. Marselve, 9. Dez. Die einaeickrtebenen Seeleute iiPnnnc?, ünfiftbe*, Arle? und Saint Ravbael benodmcbtiaten ic Rom' Mission der Ausständigen, daß sie dem Ausruf Folge leben ,md die Arbeit eingestellt hätten. Perpiauau, 9. Tcl Tie Genossenschakt der Mmnereser- triften von Collioure trat dem Marseiller AnSstan dei. ^arii, 9. Tez. Ter Mimfterrat befehäftigte sich nit dem Matrosenstreik in Marseille und beauftragte ben tbmmil Rouvier, die auSständiaen Matrosen und die SckiRahrraetct"- sckastcu im Namen der Regierung zu ersuchen, ein Schiedaericbt imii'nehmen. (BeriditefaaL Mannheim, 9. Dez. Die Strafkammer verutteikte heue de». Direktor der Aktiengesellschaft Kit Kaffeekonservirung, Sicmimd Feitler und den Ingenieur Otto Wendelmuth roeacn Tak1i>'n. (Anonvme «nftogeu bleibe» uuberStkslchtistt <8. tO. Tie privatrechtliche Seite Ihres Vereins re- : f«b nach den Bestimmungen des neuen D. G.-V. Ta Sie ber nicht in da? Pereinircgifter haben ein tragen kaffen, so beß keine RecktSfähigkeit, eS sinden vielmehr auf ihn die Vors<ßr> ,e über die Gesellschaft ^Inmenbtmg iB. G.-B. § 705 fgj: * ic VeremSsatztmg gilt al? Gesellsckast-vertrag, den jede« neue Ritglird bei seinem Eintritt mit allen übrigen schließt. Im Vro^etz rnt ber Verein zwar passive aber nickt aktive Partcifäh'gkeit, b.h. tr kann al? solcker verklagt werden lauck Widerklage erbch-i»; iQ ^eqen den Verein ein Urteil ergnngen, so ist ZwgnaSvollst'rc'nii tn daS Vereinsvermögen möglich. Ter Verein als solcher kann jedoch nicht k lagen, sondern nur die einzelnen Mitglieder. Wer im Namen deS Vereins Rechtsgeschäfte vornimmt (flnul, Tlietf'1- c >, haftet immer persönlich, wenn mehrere bandeln, so habet jeder für daS Ganze. Die Haftring tritt auch dann ein, wem die handelnde Person Vollmacht vom Verein hatte. Im Uebrigen verweisen wir Sie auf die oben zitierten deS B. G.-D. über die Gesellschaft, wobei zu beachten tft, daß die Satzung h. B. out ad 19) den dispoütioen Bestiminungen des B. G.-B. voritfil — Tie eingefanbten Stgtuten können Sie sich in unserer Trve- ditron umirfgeben Igffen. » ilenelte ätlciininani. Originaldrahtmeldungen des (Hicftcncr Anzciger. Mainz, 10. Dez. Auf der Sttecke Mainz-WormS wurde hertte von dem nach WormS 9.30 Uhr abgehenden Zuge ein Vorarbeiter ergriffen und zermalmt. Berlin, 10. Dez. Die gestrige Erklärung des ?lbg. Bassermannirn Reichstage, daß seine sämtlichen Freunde für den Antrag Gröber auf Abänderung der Geschäft« ordnuna stimmen würden, hat, wie die „Nat.-Ztg " hört, bei mehreren Mitgliedern der nationalttberalen Fraktion Erstaunen hervor gerufen. Tie AbftimmungSlisten werden ergeben, daß einige Nattvnalliberale an der Abstimmung nicht teilgenommcn haben. Berlin, 10. Dez. Nach dem „Lok.-An-." kann bet Empfang deS Fürsten Eulenburg im schändrunm. Schloß zur Mfchiedsaudienz als eine besondere Auszeichnung angesehen werdrn, da der Kaiser Audienzen nur tn der Hofburg zu erteile» pflegt. Der Kaiser ?ttanz Joser schenkte dem Fürsten ein großes Portrait in Oel. Berlin, 10. Dez. Ein parlamentarischer Verickt- erstatter schreibt: Mit dem Entschluß, den Dorsis in ber Geschäftsordnungskommission deS Reichstages niederzulegen, ist der Aba. Singer einer von ber Reich« tagSmehrheit geplanten Resolution zuvorgekommen, die siä) gegen sein weiteres Verbleiben im Amte aussprechen wollte. — Zum Vorsitzenden der GeschästSordnungskommifion wird nach der allgemeinen Stimmung der Mitglieder zu urteilen der bisherige stellvertretende Vorsitzende Abg. Rören ftt wählt werden. — Die Mehrheit des Reichstages will die Dechnachts-Ferien spätestens am 19. Dezember einlreten lassen. Sollte es iyr gelingen, die Zolltarifvorlage in »weiter und dritter Lesung früher zu erledigen, so würden Die Vei hn ach tö feri en eher ein treten Berlin, 10. Dez. Die vor einigen Tagen Derbretteten Gerüchte, wonach Freiherr von Eckhardtstein bestrebt sein soll, eine nette Partei zu Gunsten eines spe i.llcn kaiserlichen Programm- zu gründen, werde von zuständiger Seite als Erfindung bezeichnet. ES handelt sich lediglich darum, daß Baron von Eckhardtstein für du kommenden Landtagswahlen eine Kandidatur alS Mitglied der nationalliberalen Partei übernehmen wird, (vir haben von der unsinnigen Mitteilung, die den Stempel der Erfindung an der Stirn trug, trotzdem aber von gcwiffen Blättern mit Wohlbehagen breit getreten wurde, überhaupt keine Notiz genommen. D. Red.) Aschaffenburg. 10. Dez. Bei den gestrigen Gerne in dewahlen siegte mit großer Mehrheit die von dem Zentrum ausg?stellte Liste, obwohl noch niemals eine so heftige Gegenaaitation »u verzeichnen war. wie dtes- mal. Drei andere Listen stellten in der Gegnerschaft Natto- nalliberale, Demokraten und Anhänger der freien Bürger ^Bereinigung auf. Diese Kandidaten konnten jedoch gegen die Zentrumsliste nicht durchdringen. Die Beteiligung war so stark wie nie zuvor. ES fielen auf daS Zentrum 8236 und auf die übrigen Parteien 3075 Stimmen. Aschaffenburg, 10. Dezember. In Stockftadt bei Afchasjenburg erstickten gestern, wie der „Beobachter am Main" meldet, vier Kinder des Arbeiters Tietz, während seine Fran ihm da» Essen brachte. London. 10. Teh. Der hiesige ve»e-olanisck^ Konsul gab in einem Interview her Ansicht Ausdruck, daß er noch Holle. daL ** nicht zum äußersten kommen und daß . n5"an v* * 64 A, * r®"”obteeiL(i eUl Ächkjtz äfe «wmlwT i?UfeT0S ?,qie,i ie i*»1 6* A - «urkilie ”>nmI ** idjt fdm Cfilir„ itrtf), Bawiijp. otrtanbh», h iriedrich tzE wirb? jm( )hre5 ^erti-j 9. Ta Sie irh Io hi ibn die M ■?. J 705 ' i jfM neu? 5- > ^roieffeihe tyflfeil, hi er/toi rflaoe iMr ."? ^WOiwfc'M ; 'm 18 to ton nen^W«. Vn nf W(Mp.i taibetn, so W W: - 5 S.M.übr: fiitnq h. M. dd ritl: in unfern t \\. ner AnM gReie/xSeriS 0 ch chheckn »rmfiltnt. cklärmz W A Mg bn fl#if : „EL fflittfa 'S* h#tW9*1 SZ 6*$«* 6U,^5fi0tt 'C ■>» CwF #*•£? & ledige"' I" E »!'«i! «rtS * int» hich । « Ivllt"' -,«!< K-'S i -v«r. äs 'Ifl / l-f öt* $ * „ Telephonischer Kursbericht« Frank fort a. 10. Dezember 3V,®/o Koneole 9 X OborheBsen Darmstädter Möbelfabrik (160 Ztmm.-Einricht.), Preist. grat 8821 Leibniz Biscuits Lahes-Tabrilt J '^mächtt sollten bedenken, daß Venezuela dnrch den Auf. |M derartig geschwächt worden sei, daß es nuU in der !!Lg,i Ware, den ganzen Betrag der Forderung auf «rrmal .uSezaHlen. Würden sich die Mächte mit einer Abschlags- Täflung von 100 000 Pfund begnügen, so wäre die Ange- l lAnheit erledigt. (Zu solchen Verhandlungen ist «.letzt ;i ipät. Ta hätte Präsident Castro früher von seinem 1 itogtn Pferde herabsteigen müssen. D. Red.) London, IO. Tez. Die liberalen Blatter legen dem 1 'Hülfe des Abgeordneten Charles Ber es sor d große Be- ikiiuna bei. In dem Briefe erklärt sich der Abgeordnete ,,ö Gegner der Regierungspolitik in der Zucker frage. Madrid, 10. Tez. T'er Ministerrat wird sich iitle mit der Finanzlage und dem Budget beschäftigen, rr Unter-Gouverneuer der Bank von Spanien Hütte gestern ittf? längere Unterredung mit dem Juanzmmistn bett. 1(6 Syndikat des Gvlkxinkaufes. Tre Ansicht der Minister den diese Angelegenheit ist noch nicht bekannt Lissabon 10. Dez. In Anbetracht der außerordent- Ifjen Entwickelung des Verkehrs auf der von Lauren z o sDrquez nach dem Transvaal führenden Eisenbahn, die den Gütertransport tarnt zn bewältig vermag, beab- sichtigt die portugiesische Regierung den Bau einer wetteren Bahn nach dem Innern. Rom, 10. Dez. Der diplomatische Agent und General- Konsul für'Sofia beging heute morgen Selbstmord. Wi. n, 10. Dez In Galizien sind mehr als 200 Gehilfen am Apothekerstreik beteiligt Die sozialdemokratische Partei hat für Frertaa eine Versammlung nach Lemberg einberufen. Da die Streikenden von den deut- scheu und tschechischen Pharmaceuten Oesterreichs die Zu- icherung erhalten haben, daß während der Tauer des Ausstandes keiner einen Posten in Galizien annimmt, ist die Situation der Apothekenbesiker unhaltbar. Angehörige aller möglichen Berufsstande werden von den Besitzern zur Aushilfe herangezogem Sofia, 10. Te^ Nunmehr greifen auch die offiziösen Blätter die Türkei auf das heftigste an. Dulgaria bezeichnet die Reform-Vorschläge als völlig wertlos und appelliert an die Großmächte um Intervention. Sofia 10. Tez. Gestern wurden drei Emigran- ten-Offiz'iers mit dem Range eines Brigadiers zu GeneralstabSchefs von Infanterie-Tivisionen ernannt. Markts!rasse 2 Zu eihnachts - Geschenken Sonnenstraße 25. Groeae Auswahl 8594 in Christbaumschmuck, sehr billig, Lametta, Lichtern und Lichlerhaltern. Achtung! Schaufenster! 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