Montag 10. NovembevlNVS ISS. Jahrgang Zweites Matt. Nr.S«4 Grscheft täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kestlschea Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brüh 1'scheu Untvers.-Buch- u.Stein- druckeret IPietsch Erben) Rebafhon, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. 51. . _ Ä vezugdpretSr JBBSM Jtek Ww moilulUch75Ps.,viertel- BB ▼ . . jährlich Ml. 2.20; durch Giehener Anzeigers ** General-Anzeiger " s:.*:» v tox den poltt. u. allgem, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen M?Z V *r " zeigenteil: Han« Beck. Die heutige Hlummer umfaßt 10 Seiten. Politische Wochenschau. Greß en, 10. Nov. 1902. Am letzten Samstag haben in den drei Provinzen des Großherzogtums Hessen die Abgeordnetenwahlen stattgefunden. Wir berichten darüber an anderer Stelle unserer heutigen Nummer in aller Ausführlichkeit. That- sache ist, daß die Nationalliberalen in Darmstadt 2 Sitze, in Friedberg einen Sitz an die Deutsch-Fr ei sinnig en, Grün- berg an die Antisemiten und den Riedwahlkreis an den Bund der Landwirte verloren. Die übrigen Parteien halten ihren Besitzstand. Im Ausland haben die W a h l e n in den Vereinigten Staaten den dort erwarteten Ruck nach der demokratischen Seite nicht gebracht. Wenn auch das Endergebnis noch nicht vorliegt, so entscheidet doch die Thatsache, daß für das Repräsentantenhaus bis jetzt 204 Republikaner gegen 179 Demokraten gewählt sind, die Campagne für die republikanische Partei. — Die Wahlen in Oesterreich haben den Sieg der Klerikalen in Wien gebracht; die einstige Hochburg liberaler Ideen sank in Trümmer, während die steierischen Bauern sich von priesterlicher Herrschaft be- fteiten, indem sie fünf Klerikalen die Mandate entrissen. Im niederösterreichischen Landtage werden 50 Christlichsozialen 28 freiheitliche Abgeordnete gegenüberstehen. Kaiser Wilhelm ist an Bord der ,Lohenzollern" am letzten Samstag gegen 8 Uhr ftüh in Port Viktoria an der englischen Südküste angekommen. Um 11 Uhr 20 Min. traf der Extrazug Kaiser Wilhelms in Dover ein, von wo der Kaiser mit Gefolge nach Shornclisfe weiter fuhr. Wie aus Sandringham verlautet, ist unter den Veranstaltungen anläßlich des Kaiserbesuchs auch eine Pflanzung von Ehrenbäumen in einer besonderen Allee beabsichtigt, an der der Kaiser und andere erlauchte Persönlichj- keiten teilnehmen werden. Näheres über den bisherigen Verlauf des Besuches finden die Leser an anderer Stelle des heutigen Blattes. Heute begeht Eduard VII. seinen 62. Geburtstag und der Kaiserreise werden daher nur rein verwandtschasüiche Rücksichten zu Grunde gelegt. Aber es ist zu berücksichtigen, daß Eduard VH. in Sandringham den Kolonialminister Chamberlain und acht weitere Mitglieder des Ministeriums zum Emvfang seines kaiserlichen Neffen um sich versammelt. Daß deutscherseits der Kaiser offiziell nicht begleitet ist, bleibt zu bedauern, denn man täusche sich nicht in der Annahme, daß während der Zeit des Zusammenseins Wilhelms II. mit seinem Oheim auch die Politik gesprächsweise eine nicht unbedeutende Rolle spielen wird. Es verlautet auch daß man die politische Lage mit einer „gewissen Offenheit" zu besprechen gedentt. Daß man in der Mehrheit des deutschen Volkes darüber besonders erbaut wäre, muß bezweifelt werden. Ganz abgesehen von allen Reibungen, die fortwährend entstehen müssen durch die brüske Art, mit der England auch der berechtigten Kritik irgend welcher seiner Maßnahmen zu begegnen pflegt, ist die Vorliebe unserer Vettern jenseits des Kanals, andern die Kastanien für sich aus dem Feuer holen zu lassen, zu bekannt, als daß man in einer Freundschaft mit ihnen ohne weiteres eine vorteilhafte Situation erblicken könnte. Dazu kommt, daß bei der natürlichen Rivalität zwischen Rußland und England unser Verhältnis zum östlichen Nachbarn durch eine offenkundige Frtzkndschaft mit dem seebeherrschenden Jnselreiche aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gebessert werden würde. Zu wünschen ist nur, daß die nicht unberechtigte Auffassung, als könnten in Sandringham die Engländer irgendwelche Zugeständnisse erlangen, die einzulösen dem verantwortlichen Zeichner der äußeren Politik nicht leicht wäre, weshalb es sich empfohlen hätte, den Kanzler mit an Bord gehen zu lassen, diesmal nicht zur Thatsache werden möge. Für ein direktes Zusammengehen einer Nation mit einer anderen kann bei dem hochentwickelten Bolksbewußtsein unserer Zeit nur auf Grund starker Sympathien der Massen ein dauernder Erfolg verbürgt werden und eine kluge Regierung würde es deshalb als oberstes Prinzip hinstellen, dem Strom der Volksneigung zu folgen, zum mindesten aber wird sie die ausgesprochenen Fehler vermeiden, diesem Strome entgegenarbeiten zu wollen. Und wie denkt das deutsche .Volk im innersten .Herzen über England? — Eine Feindschaft mit ihm ist für uns deshalb noch lange nicht zu wünschen, im Gegenteil, wir dürfen über unseren Herzen den Kopf nicht vergessen und müssen Konflikte mit dem mächtigen Handelsvolke vom wirtschaftlichen Standpunkte aus, wenn angängig, zu vermeiden suchen. Es schien anfangs der vergangenen Woche, als ob der Versuch einiger Parteien, den durch den deutschen Zolltarif geschaffenen allgemeinen und tiefgehenden Konflikts- zustand zu beseitigen, nicht ohne Aussicht auf Erfolg wäre. Friedliche Weisen von Kompromiß tönten aus den Lagern derjenigen Parteien, die bisher mit der Nachgiebigkeit der Regierung in der Zollfrage im stillen immer noch gerechnet hatten. Tas Mene tekel des Staatssekretärs des Innern hatte augenscheinlich hier und da Eingang gefunden und seine Wirkung gethan, sodaß das Organ der sächsischen Konservativen die Erzählung von dem Sperling in der Hand mit eindringlichen Worten wiederholte. Daß die Nationalliberalen beim Abschluß des Kompromisses die lang ersehnte wirtschaftliche Einigung vielleicht gefunden hätten, ließ sie das Signal zum Einlenken besonders verlockend erscheinen. Dem Zentrum mochte auch eine Zentnerlast vom Herzen fallen. Denn das Kompromiß ließ zivar noch viel zu wünschen übrig, durch sein Zustandekommen aber hätte man den verhängnisvollen Streit um den Zolttari' beendigt. Ebenso plötzlich aber, wie sie angestimmt wurde, brach die friedliche Melodie wieder ab und die Kompromiß- Verhandlungen scheiterten, wie man hörte, schon in ihrem Anfänge. Jedenfalls ging die Mehrheit selbst in den Bedingungen für oie.se Verständigung zu weit, als daß die Regierung, ohne sich weiter zu kompromittieren, darin hätte einwilligen können. Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, daß Graf Bülow die eine Konferenz aus der gegenwärtigen Lage wenigstens zieht, auff ein Zustandekommen der Vorlage zu verzichten und langfristige Handelsverträge auf anderer Grundlage abzuschließen. Darauf deuten wenigstens die in den letzten Tagen gepflogenen Unterhandlungen der Regierung mit dem Handelsvertrags-Verein hin, die den Zweck verfolgten, dem Reichskanzler die Unterstützung der weitreichenden Vereinigung zu sichern. Diese Auffassung der Lage läßt das von der Wiener „N. Fr. Pr." veröffentlichte Interview mit Bülow nicht unmögliche erscheinen, wenn es auch darin heißt, daß sich der Reichskanzler von der mittleren Linie des Zolltarifs niemals werde abbringen lassen. Vielleicht hofft der Kanzler immer noch, die Mehrheitsparteien durch solche Erklärungert zu bestimmen, wie diese ihrerseits immer wieder von neuem ver- uchen, durch vorläufiges Festhalten an ihren Forderungen )ie Regierung zum Nachgeben zu bestimmen. Wie es heißt, iesteht in den Mehrheits-Parteien des Reichstages der 'este Entschluß, den Antrag auf Aenderung der Ge- chäfts-Ordnung schon auf die Tagesordnung vom Dienstag setzen zu lassen, obwohl der Präsident Gras Ballestrem vorläufig die Fortsetzung der Beratung des Zolltarifs wünscht. Tie geschäftliche Behandlung des Antrages regelt sich nach den für einfache Anträge geltenden Bestimmungen. Wie § 23 der Geschäftsordnung vorschreibt, bedürfen Anträge, die keine Gesetz-Entwürfe enthalten, nur einer einmaligen Beratung und Abstimmung. Es wird demnach nur einmalige Lesung und Abstimmung stattfinden. Tie vergangene Woche hat dem Freisinn einen herben Verlust durch den Tod des Abg. Heinrich Rickert gebracht. Ließen einzelne der letzten Nachrichten den Zustand des von einem Schlaganfall Betroffenen auch hier und da noch hoffnungsvoll erscheinen, so konnte man aus dem Ton, in dem sie geschrieben waren, dennoch entnehmen, daß an eilte dauernde Wiederherstellung des Erkrankten nicht mehr zu denken war, und am Montag früh schied ein Mann aus der Welt, der lange Jahre hindurch im politischen und parlamentarischen Leben des Reiches eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hat. Als Vertreter Danzigs int Reichstage und int preußischen Landtage gehörte er mit zu den Führern der freis. Partei. Zwischen der Hohen Pforte und Italien ist der Konflikt wegen der Beschießung der Piratennester an der Midia-Bay durch italienische Kriegsschiffe noch nicht beigelegt, obgleich nicht anzunehmen ist, daß er weitere Verwickelungen ernsteren Charakters nach sich ziehen wird. Ter Sultan wird eben wieder nachgeben müssen, zumal die Türkei augenscheinlich amch int Unrecht ist, da sie das Ultimatum verstreichen ließ, ohne durch Züchtigung der Seeräuber Italien die gewünschte Genugthuung zu gewähren. Von Venezuela aus wurde ein entscheidender Sieg der Regierungstruppen unter Castro und damit zugleich das Ende der Revolution gemeldet. Doch neuere Nachrichten vom amerikanischen Revoluttonsgebiet stellten die Siegesmeldung als Schwtndel hin. Nach dem neuesten Telegramm hat Castro, nachdem er nach allen Richtungen Truppen ausgesandt hatte, dem Feinde den Rückzug abgeschnitten und sich nach Caracas begeben, um die Regierung zu übernehmen. Ein anderes Telegramm aus Venezuela berichtet von einer Zersplitterung der Streitkräfte der Aufständischen, die herbeigeführt wurde infolge einer Uneinigkeit zwischen Matos tmb* dem General Rolanda, wegen Mangel an SJätnition, wofür Rolanda Matos verantwortlich machte. Rolanda rief alsdann den General Ternandez el Macho zum Führer der Aufständischen aus. Auch auf Haiti sind Unruhen von neuem ausgebrochen und lassen die Forderung um Beseitigung solcher unhaltbarer Zustände im Interesse der dort wohnenden Europäer vollauf berechtigt erscheinen. Freundliche »Botschaft kam diesmal aus England. 8 Millionen Pfund für die Buren wurden im Unterhause bewilligt und weitere Unterstützungen in Aussicht gestellt. Auch rüstet sich der Kolonialminister Chamberlain selbst zur Rundreise durch Südafrika, an die sich nicht ohne Grund Hoffnungen aus ein Wiederaufblühen des zerstörten Landes in absehbarer Zeit knüpfen. Tenn Energie hat Chamberlain selbst zur Rundreise durch Südafrika, an die sich nicht ohne Grund Hoffnungen auf ein Wiederaufblühen des zerstörten Landes in absehbarer Zeit knüpfen. Tenn Energie hat Chamberlain, das muß ihm fein grimmigster Feind lassen, und gewisse Staatsmänner tonnten in dieser Hinsicht von ihm lernen. Politische Tages schall. Zar Abänderung der Geschäftsordnung des Reichstags. Blätter beschäftigen sich mit dem von den Mehrheitsparteien im Reichstage eingebrachten Anträge betreffend Abänderung der Geschäftsordnung. Tie „Kreuzztg." schreibt: Sollte diese Abänderung nicht genügen, so wird man noch einen Schritt weiter gehen und das Stellen von Anträgen auf namentliche Abstimmung überhaupt erschweren müssen. Tie Reichstagsmehrheit ist es jedenfalls sich selbst schuldtg, sich nicht weiter von der Linken narren zu lassen, sondern zu beweisen, daß sie das parlamentarische Mehrheitsprinzip zu lvahren weiß.— Ter „R e i ch s b o t e" drückt den Wunsch aus, daß sich endlich die Regierung und die Mehrheit verständigen möchten, denn der Obstruktion ständen noch sehr viele Mittel und Wege zu Gebot, um die Sache hinauszuzerren. — Die „Post" meint, die Abänderung allein thue es nicht, vor allem komme es darauf an, daß die Mitglieder der schutzzöllne- rischen Mehrheit dauernd vollzählig den Reichstagsver- handlungen beiwohnen. — Tie „Bcrl. N. N ach r" halten eine Vereinfachung der namentlichen Abstimmung nicht für ausreichend, sie meinen, es müßten schärfere. Mittel gefunden werden. Wer sich außerhalb des Gesetzes stelle, wie die äußerste Linke, indem sie die verfassungsmäßige Thätigkeit des Reichstages tot-' schlagen wolle, müsse sich auch Ausnahmegesetze: gefallen lassen. — Tie „Deutsche Tagesztg." erklärt, sie habe gegen den Antrag auf Llbänderung der Geschäftsordnung nichts einzuwenden. Tiefen Fragen gegenüber stehe te auf einem rein akademischen Standpunkt. Sie prüfe sie lediglich darauf hin, ob durch sie eine Förderung der parlamentarischen Thätigkeit erreicht werden könne. Nicht das Interesse des Zolltarifes fei für sie bestimmend, sondern das des Parlamentarismus. — Die „Tägl. Rundsch." würde es für besser halten, wenn man sich in diesen nervösen Zeitläuften die Reparaturarbeiten an der Geschäftsordnung sparen könnte, die ja ohne Frage zu erregten, turbulenten Tebatten führen werden. Von der Trefflichkeit des Antrages der Mehrheitsparteien kann sich das Blatt nicht vollständig überzeugen. — Tie „Ger m ani a" schreibt: Die Obstruktion ist durch den jetzigen Geschästsvrdnungsantrag gewarnt, und sie wird wissen, daß eine geschlossene Majorität nicht gewillt ist, sich auf die Tauer von einer Vtertel- minderheit chikanieren, terrorisieren und vergewaltigen zu lassen. — Tie „Nationa 1 zt g." bemerkt, wenn ohne Beeinträchtigung der Rechte der Minderheit Zeitersparnis möglich fei, so werde die Sozialdemokratie niemanden überzeugen, daß dadurch irgend jemand vergewaltigt werde. Tie Frage sei, ob die Zeitersparnis möglich sei, ohne daß neue Uebelstände hervorgerufen würden. — Tie „V o f s. Z t g." hält den Kampf mit den schärfsten Waffen für gerechtfertigt. Alles, was die Lingke thue, sei. Obstruktion, alles, was die Kartellmehrheit thue, sei sachliche Erörterung. Tas sei eine Ungleichheit der Behandlung! — Tas „B erl. T a g e b l." kann den Antrag nicht lediglich als! einen Schreckschuß für die Linke ansehen. Es glaubt audfo daß es noch lange dauern kann, ehe bieder Antrag zur Beschlußfassung kommt. — Dem „Bö r s e n eou r." zufolge wirb in Kreisen ber Linke der Gebanke erörtert, such zur gemeinsamen Abwehr dieser und ähnlicher Versuche, die Geschäftsordnung abzuändern, vorher zu verständtgen. Deutsches Keich. Berlin, 9. Nov. Ter Kaiser hat dem amerikanischen Botschafter White seine Glückwünsche zum 70. Geburtstage durch den Reichskanzler Grafen Bülow übermitteln lassen. — Tie beiden seltensten Gäste im Reichstage, sind Ahlwardt und Köhler(-Langsdorf). Bis zum 5. November haben über den Zolltarif 20 namentliche Abstimmungen stattgefunden. Ahlwardt yat nur an zwei von diesen 20 namentlichen Abstimmungen teilgenommen. Am 29. Oktober haben im ganzen sieben namentliche Abstimmungen stattgefunden. Bei fünf von diesen fehlte Ahlwardt ohne Entschuldigung. Köhler hat offenbar, wie die „Frs. Ztg." schreibt, bei sämtlichen 20 namentlichen Abstimmungen seit dem Wiederzusammentritt des Reichstages am 14. Oktober ohne Entschuldigung gefehlt. In dem Bericht über die Sitzung am 29. Oktober, in der im ganzen sieben namentliche Abstimmungen statt- gefunden haben, steht zwar verzeichnet, daß Köhler bei der ersten namentlichen Abstimmung auf Schluß der Diskussion über die Mindestzölle für Rindvieh, Schafe und Schweine gestimmt, bei den darauf folgenden sechs namentlichen Abstimmungen derselben Sitzung über die Mindestzölle selbst aber wird er als ohne Entschuldigung feblenb angeführt. Augenscheinlich liegt ein Versehen im amt lichten Bericht vor, denn es ist doch nicht anzunehmen, daß Köhler nur für den Schluß der Diskussion gestimmt und sich alsdann wieder entfernt habe, zumal da Köhler seit dem 23. Mai 1900 an einer namentlichen Abstimmung im Reichstag überhaupt nicht mehr teilgenommen hat. — Ein Nekrolog über Eug en Richter ist in dem in Rom erscheinenden „Giornale d'Jtalia" zu lesen. Tas Blatt hat den Abg. Richter mit dem Abg. Rickert: verwechselt. — Der bekannte Durenkämpfer Oberst Schiel, dessen schönes und hochinteressantes Afrikabuch soeben in glänzender Ausstattung bei F. A Brockhaus in Leipzig erschienen ist, trifft am Mittwoch in Berlin ein. Es sind vorläufig zwer große Versammlungen in Aussicht genommen, in denen er über seine Erlebnisse und Erfahrungen im südafrikanischen Kriege Bericht erstatten wird. — Wie der „Kons." an ber in erster Reihe beteiligten Regierungsstelle erfahren haben will, sind gegenwärtig zwei bekannte Berliner Persönlichkeiten, die in engen Beziehungen zu Handel und Industrie stehen, im Auftrage der Reichsregierung darum bemüht, für eine Verständigung zwischen den ihnen nahestehenden Kreisen und der Regierung über die Z o 111 a r i f v o r 1 a ge Sorge zu tragen. Einer der hierbei in Betracht kommenden Männer, der lange Zeit hindurch an der Spitze gemeinnütziger, gewerblicher Körperschaften stand, besitzt vermöge feiner wirtschaftlichen Arbeiten seit einiger Zeit das besondere Vertrauen des Kaisers, der andere, dessen Schwergewicht nach, der oberschlesischen Industrie zuneigt, steht an der Spitze einest unserer ersten kaufmännischen Unternehmen. Schleswig, 9. Nov. Heute nachmittag wurde hier auf dem Platze vor dem Schbiß Gottorp ein Denkmal des 1875 verstorbenen Generals der Kavallerie Karl v. Schmidt enthüllt. Im Namen des Kaisers von Oesterreich leote der Oberst v. Mechow einen Kranz nieder; die Musik sstiette dabei die österreichische Nationalhymne. Ten Schluß der Feier bildete ein Parademarsch des hiesigen Husaren-Regi- rnents, dessen Kommandeur General v. Schmidt war. Würzburg, 9. Nov. In der gestrigen Generalversammlung des Bauernbundes für Franken und Schwaben kam es zum Schlüsse zu einer Differenz, zwischen dem Bauernbundsführer Redakteur Memminger und dem Direktor des Bundes der Landwirte Dr. Diettrich Hahn. Memminger wandte sich in einem Vortrag gegen das Haus Hohenzollern und verurteilte speziell die Englandpolrtik des Kaisers. Nach einem Ver- standigungsversuch, den Tr. Hahn anbahnte, erwiderte Memminger in ziemlich schroffer Weise, worauf Dr. Hahn ostentativ während der Rede Mernrningers den Saal verließ. Aus Stadt uud Kaud. Gießen, 10. November 1902. * • Gedenktage. Am 11. November 1884 starb der große Zoologe und Weltreisende Alfred Edmund Brehm in seinem Geburtsorte Renthendorf bei Neustadt a. d. O. Bevor er auf den Universitäten Jena und Wien Natur- Wissenschaften studierte, hatte er schon Egypten uud den Sudan besucht. Als Begleiter des Herzogs Ernst von Sachsen- Koburg-Gotha lernte Brehm Abessynien und mit Kronprinz Rudolf von Oesterreich die mittleren Donaugebiete kennen. Seine populären Schriften sind »Das Leben der Vögel* und das umfangreiche, in vielen Auflagen erschienene ,Tier- leben". • • Hofnachrichten. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Am SamStag Abend ist Prinz Ludwig von Battenberg aus Malta resp. London hier eingetroffen und hat im Residenzschlosse Wohnung genommen. Der Groß- herzog und Prinz Heinrich von Preußen kamen am Samstag Nachmittag mit Jagdgefolge mittelst Sonderzuges wieder von Worms zurück. Am Montag früh 8 Uhr fahren die hohen Herren ebenfalls wieder mittelst Sonderzug zur Wormser Jagd und kehren Nachmittags 5 Uhr wieder zurück. — Gestern, Sonntag, folgten die hohen Herrschaften einer Einladung des russischen Gesandten, Fürsten K o u d a - schew zum Diner. Gestern sind Graf und Gräfin Erbach-Schönberg in Darmstadt eingetroffen, sie besuchten mit den übrigen Herrschaften das Theater und kehrten abends 10.15 Uhr wieder nach König zurück. — Großfürst und Großfürstin Sergius werden heute, Montag, einer Einladung des englischen Geschäftsträgers, A. Johnston folgen nnd abends 10.47 Uhr auf einige Zeit nach Italien, zunächst nach Neapel, abreiseu, später aber hierher zurückkehren. • * Staatsminister Budde in Gießen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Budde, traf gestern mit dem Schnellzug 77 abends 5.44 Uhr von Frankfurt a. M. kommend hier ein. Er besuchte eine verwandte Familie und fuhr gestern mit Schnellzug 75 abends 9.56 Uhr nach Berlin weiter. Wie wir hören, soll Minister Budde sich dahin geäußert haben, daß die Pläne für den Anbau des Empfangsgebäudes nunmehr festgestellt und genehmigt seien. Die Einwohner Gießens würden mit der Ausführung des sehr schönen Projektes gewiß zufrieden sein. * * Von der Universität. Unsere Notiz in der Samstags-Nummer, betr. den Fackelzug zu Ehren des Professors Drude, muß dahin berichtigt werden, daß der Vertreter des mathematisch-naturwissenschaftlichen Vereins nicht auf dem Balkon, wie es infolge eines Druckfehlers heißt, sondern vor dem Balkon eine Rede halten wird. * * Auszeichnungen. Zugfüher Range von Gießen erhielt anläßlich seines 50jährigen Dienstjubiläums von dem Großhcrzog das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Der Präsident der Kgl. preuß. Direktion Frankfurt a. M., Tbomv, gratulierte telegraphisch in herzlicher Weise und übersandte dem Jubilar ein besonderes Anerkennungsschreiben für die langjährigen treu geleisteten Dienste unter Beifügung einer Anweisung für eine namhafte außergewöhnliche Reinuneration. " Aus dem Theaterbureau schreibt man uns: Infolge Erkrankung des Frl. Feige gelangt Dienstag anstatt „Kabale und Liebe" Lessings ,Emilia Galottll zur Aufführung. — Da die am Sonntag in Szene gegangene reizende W. Mannstaedt'sche Gesangsposse „Unsere Marine" mit großem Beifall ausgenommen wurde, dürfte eine Wiederholung baldigst erfolgen. — Alwine Wiecke wird in nächster Woche ein Gastspiel am Schiller-Theater zu Berlin absoloiren und tritt dann eine auf 25 Spieltage festgesetztes Gastspiel-Tournöe an, die sie u. a. nach Gießen, Heidelberg, Mainz, Wiesbaden und Bonn führt. Die Künstlerln tritt hier nur einmal und zwar am 20. November als „Ellida" in Ibsens „Frau vom Meere" auf, welche Rolle als ihre bedeutendste Schöpfung gilt. * * Die Idee der Errichtung eines oberhessischen Städtebundtheaters geht ihrer Verwirklichung entgegen. Äußer Gießen und Marburg ist man nun auch allem Anschein nach nahe daran, Bad-Nauheim für diese Idee zu gewinnen, und auch mit anderen Städten noch, die allerdings u. E nur in zweiter und dritter Lösung in Frage kommen könne, sind Verhandlungen im Gange, deren Ausgang der erwünschte zu werden verspricht. Ter Gedanke, ein Städtebund - Orchester mit dem Städtcbund - T h e a t e r zu vereinen, scheint dabei indes leider ganz in Vergessenheit geraten zu sein. Uns aber dünkt ein solcher Plan kaum minder wichtig als der erstere; denn das Musikleben würde zweifellos ganz unendliche Vortelle dadurch erfahren. "Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Wegen des Fackelzuges und Kommerses zu Ehren des Herrn Pros. Dr. Trude findet der zweite Vortrag berclls Mittwoch, den 12. Hlovember 8y* Uhr in der Großen Aula der Universität statt. (Siche Inserat in dieser Nummer.) ** Freie Turnerschaft Gießen. Wie in so dielen Städten Deutschlands, so wurde auch in Gießen in der Arbellcrschast das Perlangen laut, einen eigenen, unpolitischen Turnverein zu gründen, ausschließlich zu dem Zweck, seine Mitglieder geistig uno körperlich zu stählen. Stur von diesen Beweggründen geleitet, hat sich in letzter Zeit in Gießen eine Anzahl, dem Turnsporl Ijulbi ■ gender Männer zusammengethan, und einen Verein gekündet, der gestern seine konstituierende, recht gut deuchte Versammlung abgehalten l-at. Um den Er- chienencn die Dortelle und den Zweck eines solchen Der- eins vor Augen zu fuhren, war ein Turngenosse aus Frankfurt erschienen, der denn auch in einem längeren, mit großem Beifall aufgenommenen Referate die Ent- stehiing der Arbeiterturnoereine und ihre Weiterentwickelung bis zur Jetztzeit schilderte. Es folgte dann die Festsetzung der Statuten. Tie Versammlung legte dem neuen Verein den Namen „Freie Turn er schäft Gießen" bei, und beschloß ferner, daß jede mindestens 17 Jahre alte männliche Person als Mitglied ausgenommen werden kann; Minderjährige können in die Zöglingsriege eintreten. Während die Zöglinge von einem (Äntrlltsgelde befreit sind, unb einen monatlichen Beitrag von 10 Pfg. zu leisten haben, ist für die ordentlichen Mitglieder ein Eintrittsgeld von 50 Pfg. und ein Monatsbeitrag von 30 Pfg. festgesetzt worden- Mitgliederversammlungen sinden allmonatlich, Generalversammlungen jährlich statt. Um auch die event. Minderheit zur Geltung kommen zu lassen, ist nach dem Statut ein Trittel der Mitglieder zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung befugt, während zwei Drittel der Mitglieder eine außerordentliche Generalversammlung beantragen können. Nachdem dann der Vorstand, dessen Stellvertreter und die Revisoren gewählt worden waren, und der Referent noch den Anschluß an die Brudervereine resp. den deutschen Turnerbmrd empfohlen, wurden einige Jnternas erledigt und daun die erste Versammlung geschlossen mit einem kräftigen „Frei Heil!" ** Der evangelische Arbeiterverein Gießen feierte am gestrigen Tage sein zehnjähriges Stiftungsfest. Um 5 Uhr nachmittags sand in der Stadtkirche Festgottesdienst statt, in welchem Pfarrer Küster aus Höchst am Main die Festpredigt hielt. Abends 81/2 Uhr begann alsdann in Steins Saalbau die eigentliche Feier. Nach einem Vortrag des Gemischten Chors „Höre uns Gott, Herr der Welt", dem die Anwesenden mit sichtlicher Hingabe zuhörten, ergriff der Vorsitzende, Pfarrer Eu l e r, das Wort zu einer markigen Ansprache. Er, der gestern zum ersten Male vor versammeltem Verein sprach, gedachte zunächst des von hier geschiedenen Pfarrers Dr. Grein, der jahrelang das Amt des 1. Vorsitzenden in dem E. A V. bekleidet habe, und dem man es mit an erster Stelle zu danken habe, daß der Verein zu dem geworden, was er heute sei. Es sei, so führte Redner weiter aus, feine Kleinigkeit, in einem derartigen Verein (derselbe zählt zur Zeit 333 Mitglieder) als Vorsitzender zu fungieren. Man könne da trotz allen Fleißes und guten Willens nicht den Wünschen aller gerecht werden, auch werde meist den vom Vorstande arrangierten Veranstaltungen nicht das gebührende Interesse entgegengebracht. Er bitte die Mitglieder, int lausenden Winter, in dem u. a. die Herren Kommerzienrat H e y l i g e n st a e d t, Prof. Weimar und Dr- Ko epp e Vorträge zugesagt hätten, und der außerdem noch einige musiialische Tar- bietungen brächte, den Veranstaltungen größere Sym- vathie entgegenzubringen. Redner sprach sodann über die Cterbekasse des Vereins. Dieselbe zählt jetzt ea. 250 Mitglieder. Es sei diese Kasse nicht mit einer Versicherung oder einer Sparkasse zu vergleichen, in der man nur das eingezahlte Geld zurückerhalte, sondern die Sterbekasse sei viel mehr zu bieten in der Lage, da mehrere Mitglieder auf Unterstützung verzichtet hätten, sowie der Kasse sämtliche Ueberschüsse des Vereins von sämtlichen Veranstaltungen mannigfachster Art zuflössen. Schließlich gedachte er noch der „Vereins-Veteranen" na- mentltch des Herrn Schufst, der seit der Gründung das Amt eines „Finanz-Ministers" belleide und hoffte, daß dem Verein zu fernerem Wachsen, Blühen und Gedeihen Glück beschieden sein möge. Tie nunmehr folgenden Ge- sangspicyen des Gemischten Chors, wie auch etliche Solls, letztere durch Zitherbegleitung von feiten des Dirigenten Gernhardt verschönt, legten Zeugnis ab von dem Können und dem Fleiß der Sänger und des Dirigenten. Bedauert wurde, daß der solchen festlichen Gelegenhellen folgende Tanz aussiel. ** „3 ft essch 0 n Feierabend?", so tönte es gestern am hellen lichten Mittag den Schutzleuten entgegen, die zu Zweien die Wirtschaften revidierten, ob etwa Gäste in Be- gteitung von Hunden ihren Frühschoppen machten. Ob diese Kontrolle zu Anzeigen geführt hat, konnten wir nicht ermitteln, doch erfuhren wir, daß die Beamten angewiesen sind, in Zukunft ein scharfes Auge darauf zu haben, daß die Wirtschaften hundesrei sind. Also Vorsicht! Man lasse seinen vierfüßigen Begleiter, wenn man ins Wirtshaus gehen will, hübsch daheim, sonst kostet der Spaß 3 Mark Strafe ohne die Kosten. ** Kurzer Prozeß. Bei einem Handwerksmeister in der Neustadt sprach gestern nach Tisch ein Wandernder vor. Ter Meister gab dem Menschen eine Kleinigkeit, bemerkte aber etwa 10 Minuten herauf, daß eine, gewöhnlich neben ber Thür an der Wand hängende Taschenuhr ver- schwunben war. Ter Bestohlene machte sich sofort auf ben Weg nach ber Polizeiwache, um Anzeige zu erstatten. Ter Zufall wollte es, baß er in ber Mitte ber Kaplansgasse ben Tieb einhotte unb ihn cmfforberte, das gestohlene Gut herauszugeben. Nach kurzem Leugnen griff der Mann in die Hosentasche und gab die Uhr zurück, worauf er als Quittung ein paar schallende Ohrfeigen bekam. Ohne sich aus Weiterungen einzulassen, eilte der Tieb von dannen. st. SelterS, 9. Nov. Dem Molkereibesitzer F. von hier wurden gestern von seinem, aus Schlesien zugewanbctten Fuhrknecht, welcher von ihm mit Einkassierung der Milchgelder beauftragt war, 6 00 Mark unterschlagen. Heute abend gelang es, den Deftaudanten, der flüchtig geworden war, auf der Station Stockheim, gerade als er im Begriff war, mit dem Zuge nach Gießen abzudampfen, dingfest zu machen. Er wurde in8 Gerichtsgefängnis nach Crtenberg abgeführt. -L Gedern, 8. Nov. Mit dem Bau der Teilstrecke Gedern — Grebenhain ist noch nicht begonnen worden, obwohl die Baustrma schon vor einiger Zeit fast alle Baugeräte nach Station Grebenhain hat bringen lasten. Ebenso haben auch schon die staatlichen wie privaten Baubehörden ihre m Grebenhain und hier gemieteten Wohnungen bezogen. Es sollen noch nicht die Pläne von Berlin zurück sein, werden aber jeden Tag ermattet. Viele Arbeiter haben schon vergeblich um Arbeit bei der Bauleitung nachgesucht. Während des Baues wird von einer auswärtigen Firma am Ausgang der Oberwaldstratze eine Kantine m Form einer Baracke erbaut, ebenso in Ober-Seemen. Mainz, 9. 9Lov. Zu dem Selbstmord eines jungen Offiziers wirb noch einiges mitgeteilt. Bei einem Liebesmahl, bas im Ofsizierkasino zu Ehren eines als Bataillonskommanbcur nach auswärts versetzten Majors stattfanb, kam es zwischen dem Leutnant Siebold und dem aus cTner anderen Ai faire bekannten Lttlt. Vogt zu einem Renkontre, bas geeignet war, unangenehme Folgen nach sich zu ziehen. Am nächsten Vormittag war ^ebolb zum Regimentskommandeur bestellt. Gegen 10 Uhr schickte ber in ber letzten Zeit immer schwermütiger gewordene junge Offizier seinen Burschen mit eincny Briefe an seine Eltern zur Post, mit einem anderen zum Obersten. Als der Bursche nach Erledigung dieser beiden Aufträge zurückkam, wurde er von Leutnant Siebold sofort noch einmal fortge- chickt, um ein Fläschchen Bier zu holen. Zurückgekehrt, fand ber Bursche seinen Herrn blutüberströmt aus dem Teppich liegen, den Revolver noch in der Hand. Ein sofort herbeigerusener Arzt legte einen Notverband an uns ließ ben Verletzten in bas Garnisonlazarett bringen. Hier an- gekommen^ hauchte ber junge Offizier, als man ihn aus bem Krankenwagen hob, fein Leben aus. Tie Beerbigung finbet in Frankfurt, bem Wohnorte ber Eltern bes Verstorbenen, statt. Ter Vater bes unglücklichen jungen Offiziers war früher Finanzminister des Großherzogtums Oldenburg. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Von Strolchen überfallen wurde am Samstag Abend im Klosterwald em Fuhrmann aus Holzheim auf bem Heimweg von Lieh. Zuerst begegnete dem Fuhrmann ein Mann, der ihn nach dem Wege fragte, auf erhaltene Antwort versuchte er jedoch auf ben Wagen zu pringen. Ter Fuhrmann schlägt aufs Pferd, der Strolch pfeift und mehrere Gestalten springen von allen Seiten auß dem Wald unb suchen das Fuhrwerk anzuhalten. Nur der Schnelligkeit deS Pferdes verdankt der Fuhrmann sein Entkommen. derartige Ucberfälle haben sich auf genannter Straße schon mehrfach zugelragen. — In Neu-Isenburg stürzte am 8. November abends ein Radfahrer auf der Ortsstraße. Der Fahrer, ein verheirateter Arbeiter, schlug mit dem Gesicht auf die Kante des Trottoirs und verletzte ich Nase, Oberlippe und Wangen äußerst schwer. Em Arzt veranlaßte nach Anlegung eines Notverbandes die lieber- ührung des Verunglückten ins Krankenhaus nach Frank- furt a. M. Kunst und Wist'enschuw DaS großh. Museum iu Darmstadt erwarb, wie man und chreibt, aus dem Besitze der Kunsthandlung von Hermes u. Co. in Frankfurt a. M. ein Gemälde von Ludwig v. Hofmann: „ftrau am Meeresstrande". Christiauia, 8. Nov. Prof. Fritjof Nansen teilt mit, daß im nächsten Jahre eine Expedition unter der Leitung des Kapitäns Amundfen nach Grönland unb ft ä it i g S - iß i l - liamsland abgehen wird, nm von dott den magnetischen Nordpol ausznfuchen. Tann will sich die Expedition weiter westlich begeben, und durch die Behringsstraße zurückkehren. Kapitän Amundfen . wird dort magnetische Beobachtungen anstellen und das Problem der Nord west durch fahrt zu lösen suchen. Tie Expedition zählt acht Mitglieder. Salisbury (Rhodesia), 8. Noobr. Bei Eröffnung der gefeij* gebenden Versammlung teilte der Administrator nut, daß Professor Robert Koch nach Südafrika kommen werde zu Uiuersuchungen über die Rinderpest. Zur Unterstützung der durch die Viehseuche Geschädigten wurden 35000 Pfund bewilligt. Gerichtssaal. M. Gicßcu, 7. Nov. Strafkammer. Den Vorsitz führt« Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Staatsanwalt Hoos. — Der Taglöhner Friedrich Flick von Großen- Linden hat vom Schöffengericht Gießen wegen Sachbeschädigung eine Gefängnisstrafe von einer Woche und wegen Werfens mit Steinen eine Haftstrafe von fünf Tagen erhalten. Seine Berufung gegen das Urteil wird, da er zum heutigen Verhandlungstermin nicht erschienen war, kostenfällig verworfen. — Der Taglöhner Karl Stephan Singel von Busenborn hat in einem Hause zu Aßen- heim unter Drohungen gebettelt und als er das Verlangte nicht erhielt, sich in den Stall geschlichen und dort aus Rache eine Kuh erheblich verstümmelt. Tas Schöffengericht Butzbach hatte gegen den Angeklagten wegen des gemeinen Motivs und der Rohheit in der Ausführung der That sowie wegen der Erheblichkeit der Sachbeschädigung auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahre erkannt. Tas Berufungsgericht bestätigte diesErkennt- n i s und beließ es auch bet ber wegen bes Bettelns erkannten vierwöchigen Haftstrafe — mit der Abänderung, daß die letztere Strafe als durch die erlittene Untersuchimgshaft für verbüßt zu erklären sei. — Ter Taglöhner Wilhelm Tlaae II. von Homberg legte Berufung ein gegen em Urteil des Feldrügegerichts Homberg, wonach sein 13jähriger Sohn und er als haftbarer Vater wegen einer seldpolizeilichen Ueberttetung zu einer Geldstrafe von Mark 7.80 und Entrichtung eines Pfandgeldes von 80 Pfg. verurteilt worden sind. Der Junge war über einen Zaun in einen fremden Garten gestiegen unb hat dort Erbdeeren entwendet. Wegen ber unerheblichen'Quantität und des geringen Werts der entwendeten Früchte ermäßigte das Berufungsgericht die G e l d st r a f e auf Mark 1.80 und das Psandgeld dementsprecheud auf 20 Pfg. — Ter Arbeiter Jfam d'Aaostini ist der Kör-pervcrletzung mittels eines Messers angeklagt. Da der Beschuldigte bei früheren Vorfällen wiederholt von bem Verletzten gereizt worben ist und sein Vorgehen bei dem heute zur Verhandlung stehenden Vorfall in diesem Zusammenhang beurteilt werden muß, sah das Gericht von der fönst üblichen exemplarischen Bestrafung ber Körperverletzungen mittels Messers ab und erfannte gegen den Angeklagten nur auf eine vier monatige Gefängnisstrafe, auf die ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft aufgerechnet wurde. — Der Arbeiter Adolf Fischer von Hümme ist des im strafrechtlichen Rückfall begangenen Diebstahls angeklagt. Er wird in eine Zuchthausüra'e von 2 Jahren 6 Monaten verurteilt; auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. — Ter Gastwitt Jean Blankenboni aus Bad- Nauheim ist des Vergehens gegen das Schaumwemsteueraefetz, der Heinrich Schüßler, M. I. Köngen, Gustav Aletter und Bernhard Fisch, sämtlich aus Bad-Nauheim, sind der Beihülse zu diesem Vergehen angeklagt. Ter erstgenannte Angeklagte hat 130 Flaschen Schaumwein der Besteuerung dadurch entzogen, daß er sie in verschiedenen Posten zu den übrigen Angeklagten sthaffen ließ. 2icic bestreiten, gewußt zu haben, daß es sich um eine Tefraudation handele. Wenn dem Gericht diese Bestreitung auch nicht sehr glaubhaft erschien, so mußte dennoch mangels Beweises des Gegenteils Freisprechung erfolgen. Gegen den AngeklagtenBlanlenborn wurde auf eine Geldstrafe von 260 9)1 f. unb außerbem auf eine Ordnungsstrafe von 10 Mk. — er hatte unterlassen, von 1 Flaschen ausländischen Schaumweins die Dorgcidjricbcnen ^Btcuer- niarfen anzubringen — erkannt. Tie Einziehung der 130 Flaschen Schaumwein wurde verfügt. Leipzig, 8. Noobr. TaS Utteil im Landesverrats» vrozeß lautete gegen den Schachtmeister Beck auf 5 Jahre 6 Monate Zuchthaus, gegen benKontrolleur Bai 3 Jahre 6 Monate Zuchthaus, gegen den Erdarbeiter Prosergio auf 8 Jahre Zuchthaus. Allen dreien wurden die Ehrenrechte auf die Tauer von 10 Jahren aberkannt. Frau Bai wurde wegen Beihilfe zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem ivurde gegen die Angeklagten auf Zulässigkeit der Polizei- aussicht erkannt. AuS der Begründung geben wir solgendeS wieder: Es ist als erwiesen angenommen worden, daß Beck den Versuch gemacht hat, die Schrapnelzünder C 96 unb 98 an eine fremde Regierung ausjuliejern; ferner hat er den Plan einer Brücke aus- geliefert und versucht, Abschnitte aus den Entfestigungsarbeiten von Metz zu verraten. Nicht erwiesen ist, daß dieser Plan zu denjenigen Singen gehört, bezüglich deren eine Geheimhaltungspflicht bestand. Die beiden anderen Anaeklaaten haben mit mnr Drenze brachte. 378% 47a % Oesterr. tiilberrento 101L0 Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. MöcheMcht llcberjicht der Todesfälle m der LIM Hießen 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr 1 2 1 1 Lungenerweiterung 1 (1) 1(1) Gießen gebrachte Kranke kommen. do. Hessen 11) KD 2 2 101.80 103.30 70L0 31.25 28.30 123.20 44.40 Blasenleiden im Wochenbett 3 4 1 1 e- ne 378% 3% 3% Öberhessen 4% Oesterr. Goldrente . 25L0 . 92.60 . 81.00 . 99.50 . 210.30 . 186.30 . 136.40 . 141.50 . 154.90 . 149.50 . 18.80 . 179.30 . 196.70 . 164.40 . 165.10 Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) -1- Ihr Bericht kommt leider verspätet, wir haben in letzter- Nummer die Angelegenheit bereits gebracht. — Wir bitten auf den Manuskripten stets ihren Namen zu bemerken. Besten Gruß^' Masern Lungenentzündung Blutfleckenkrankhett Typhus Zuckerkrankheit Herzleiden 4% Ungar. Goldrente, . . 4°/u Italien. Rente . . , 4’/2% Portugiesen . . , 3°/. Portugiesen. . . . 1% C. Türken . , . , Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 472% äussere Argentiner . 102.10 . 91.85 . 102.00 . 91.80 . 100.30 . 99.80 . 102.90 Reiohsanleihe do. Der gern gesehene ,Jaffee-Onkel" bringt [6961 Pfeiffer & Dillers Kaffee-Essenz in Dosen in Erinnerung. — Einmal gebraucht kann man sie nie mehr entbehren. Dose 30 Pfg. Telephonischer Kursbericht. h'rankturt ». 10. Ko^ember iyo2. 37,% Konsols 3% 1 — — 1 — — 1 — — 1(D - 1(D - - KD - - 1(1) - - ___________ 1(1) -_______- Summa: 16 (5) 10 (5) 2 4 Anrn.: Die in Klammern gesetzten Zrffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach »schüft. >t erwarb, wie man unb ung von Hennes u. (s0. Ludwig v. Hosmann: Nansen teilt mit, daß unter der Leitung des 1 und Königs-Wil- ck den magnelifchc» Rock dition weiter westlich fe. ehren. Kapitän AmunA, ^'teilen und das Prott i suchen. Sie 6$peten Bei Eröffnung derM slrator mit, daß ßqsor i werde zu UnlerfttÄgen । der durch die Seuche ißt Bruchschaden Unterleibsentzündg. 1 (1) OrW.Knechl's Magenbitter „SÄNTIS” istbelMägen-u.Darmbeschwerden dasvorziiglichsteu.unenlbehrlichste Hausm i Hel. Probef lasche! =erbheäfhich Vermischtes. ♦ Berlin, 8. Nov. Auf Antrag des Vertreters des Fürsten Anton Radziwilll wurde gestern der Generaldirektor Arnolf Noettger verhaftet. Ter Inhaftierte war Bevollmächtigter des Prinzen Radziwill, des Sohnes des Fürsten Radziwill. Es wird ihm zur Last gelegt, den Prinzen bewuchert und betrogen zu haben. * Lemberg, 9. Nov. In einem Hotel hat ein fremder Qtssisscher Student den polnischen Schriftsteller Dr. Jods ko Markiewicz durch einen Revolverfchuß oe r l e tz t. Ter Student wurde verhaftet. * Ein schwerer Mißgriff der Altonaer Polizei. Aus Altona wird geschrieben: In einer vor dem hiesigen Schöffengerichte durchgeführten Verhandlung gegen die Tochter des verstorbenen Kommerzienrats Hein aus Würzburg, geschiedene Frau Rapaport, wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt wurden seitens der Angeklagten und der Verteidigung fast unglaubliche Anklagen gegen die Altonaer Kriminalpolizei erhoben. Das Gericht schenkte diesen Anklagen vollen Glauben, indem es nicht nur die Angeklagte fteisprach, sondern auch die Losten der Staatskasse auf erlegte. Amtsrichter v- Köller führte in der Urteilsbegründung aus, die Angellagte sei .gezwungen gewesen, sich einen Verteidiger zu nehmen, um nicht wieder schutzlos in eine so böse Lage zu geraten, wie die, in der sie sich befunden habe. Frau Rapport, deren Mann Anfang 1899 nach Unterschlagung Don mehreren 100 000 Mark nach Amerika geflüchtet ist, Lagt zur Zeit noch immer gegen die Konkursmasse ihres geschiedenen Mannes auf Herausgabe ihrer Mitgift von 120 000 Mark. Sie hatte sich im vorigen Jahre ein Hamburger Stadttheater-Abonnement auf Kredit gekauft. «Seitens des Theaters wurde in diesem Jahre Anzeige toeaen Betruges gegen die Frau erstattet, well der Betrag nicht bezahlt worden war. Das Verfahren ist von der -Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Tie Wtonaer Kriminalpolizei war ersucht worden, Frau Rapaport zwecks verantwortlicher Vernehmung in dieser Sache dem Amtsgericht zuzuführen, da der Aufenthalt der Frau, die sihren Mädchennamen wieder angenommen und dies der Behörde nicht mitgetellt hatte, in Hamburg nicht festzustellen war. Am 28. Juli wurde Frau Rapaport morgens Lon zwei Beamten nach dem Altonaer Polizeiamt gebracht, ohne daß man ihr Zeit gelassen hatte, ihre primitive Morgentoilette mit einem Kleide zu vertauschen. Im Polizeigebäude wurde die Sistierte einer körperlichen Untersuchung durch den Polizeiarzt unterzogen und für krank erklärt. Sie wurde jetzt zwangsweise, ohne dem Mchter vorgeführt zu werden, ins Krankenhaus gebracht und mußte einen Saal mit 25 Straßendirnen teilen, obwohl der Oberarzt sie für vollständig gesund erklärte. Die Polizei stützte sich nur auf die falsche Diagnose chres Arztes und verlangte das Verbleiben und die Behandlung der Eingelieferten, die noch heute an den Folgen des entsetzlichen Aufenthaltes in der verseuchten Gesellschaft jener Station des Krankenhauses leidet. Nach acht Tagen tvurde sie endlich dem zuständigen Amtsrichter vorgesübrt vnd natürlich sofort in Freihell gesetzt. Jetzt erhob die Polizei Anklage wegen Widerstandes gegen die Staats- Lewall, weil Frau Rapaport die Beamten nicht schnell genug in ihre Wohnung eingelassen haben sollte. Die Verhandlung endete, wie erwähnt, mit einer vollständigen Freisprechung. Gegen die verantwortlichen Organe der Polizei rnnd des Krankenhauses wird der Verteidiger Dr. Revi Straf- »Lntrag wegen widerrechtlicher FrechellÄreraubung, Beleb- chigung, Körperverletzung und Mißbrauch der Amtsgewalt erheben. * Wilderer. Aus Güsten wird gemeldet: Als in »ergangener Nacht im benachbarten Rathmannsdvrf zwei Kvrstbeamte und der Amtsdiener drei Wilderer überrasch- llen und die sich Wehrenden durch Schüsse kampfunfähig «rächten, wurden sie plötzlich von vier Genossen der Wilderer Lb er fallen. Einem Förster wurde das Schienbein zerschossen, dem Amtsdiener ein Oberarm. Sämtliche Wilderer, von denen drei schwer verwundet waren, «enttarnen. _ , *Terbekannteitalieni!lcheMaseagui wurde -in Boston wegen Kontraktbruchs verhaftet. * Die Vernichtung der schweizerischen Plantage Helvetia" in Guate mala beiden letzten ilusbrüchen'des Vulkans Santa Maria erfährt in vollem Umfange ihre Bestätigung. Man hatte das schreckliche Schicksal der Ansiedelung schon befürchtet, doch kam nun erst die traurige Gewißheit, daß etwa 6 00 Personen 2ei der Katastrophe u m g e k o m m e n sind; die Pflanzungen wurden natürlich völlig verwüstet. Kan-millschast. -o- Biebrich, 9, Nov. Auf der am 9.—11. d. M. hier abgehaltenen Geflügel-Ausstellung erhielten Gießener Aus- [teilet nachfolgende Preise: E. Rübsamen für gelbe Orping- tons einen Ehrenpreis, für Touloujer Gänse einen Ehren- und einen 3. Preis, für Rouen-Enten einen L, für Pecking einen 2. und einen 3. Preis; Ludwig Hanau für weiße Italiener einen 3. und zwei 4. Preise; Aug. Felsing für welsch. Italiener zwei 2. Pr.; Julins S t o h r für welsch. Italiener einen 2. Preis; I. S ch ä - er III. für Hamburger einen 4. Preis; L. Adam für Eochin, Brahma und welfch. Italiener je einen 4. Preis und für Lans- bahn-Hühner einen 3. Preis. Für Pfau- und Perrückentauben Apotheker S ch w i e d e r zwei 2. und zwei 4. Preise, Für Brief- taubnn Gg. F o r b a ch zwei dritte und einen 4. Preis. Berlin, 8. Nov. In den nächsten Tagen wird den Stadt- »erordneten die Vorlage über die neue städtifche Anleihe in Höhe von 225 bis 230 Millionen Mk. zugehen. Lcivziq, 8. Nov. Die bekannte Buchbrnderer-Aktren- «esellschafl vorm. F.A.Barthel hat den Konkurs angemeldet. Ne Paffwen belaufen sich auf 1200 000 Mk. Die Gesellschaft er- Härt, daß es in Folge persönlicher Differenzen zwhchen einigen der -bauptaktionäre momentan an genügendem Betriebskapital fehlte; nur deshalb habe sich die Gesellschast, um keinen der Gläubiger zu benachteiligen, zum Anträge auf jlonkurseroffnung entschloßen. Der Geschäftsbetrieb erleide durch die Konkurseröffnung nicht die mindeste Störung, da die Konkursverwaltung bereits beschloß, die Fabrik in der bisherigen Weise fortzubetreiben, ihr auch von einem großen Bankinstitute die erforderlichen Betriebsmittel zur Versü- • .«ung gestellt worden seien. Nach den Verhandlungen sei anzuneh- anen, daß das gegenwärtige Provisorium nicht allzulange wahren Toirb. Daß die Insolvenz des Etablissements Barthel mit 250 Mann Personal Aufsehen macht, liegt auf der Hand. Konkurrenz des österreichischen Petroleums gegen die Standard Oil Company. Die österreichischen Petroleumexporteure Hassen es sich angelegen sein, den deutschen Petroleumhandel in feinem Kampf gegen die Standard Oil Company und das mit Lieser verbündete russische Kartell zu unterstützen. Zu diesem Zwecke ßoll die Organisation der österreichischen Petroleumexportfirmen m eine Genossenschaft umgewandelt weichen. Tabak. Im Laufe der Berichtswoche wurden von einem Kabrikanlen in einigen Orten des Neckarthaies ca. 6—700 Zentner 3902er Tabak in bei Preislage von 2)1 L 25—27 getauft. Bis jetzt Eat sich jedoch die Allgemeinheit am Einkäufe nicht beteiligt, da feie Händler die geforderten Preise für diese Qualitäten viel zu hoch Halten. Im vergangenen Jahre war die Qualüät für Zigarren- qemernschaMch die VrOckenplSne zur Kenntnis einer anderen Macht gebracht. Alle drei waren sich bewußt, daß sie dadurch sich des Landesverrats schuldig machten. Einen Teil ihrer Thätigkeit siel ins Ausland, aoer auch im Jnlande sind sie in einer Weise chälig gewesen, daß sich chre Verurteilung wegen Landesverrats rechtfertigt. Frau Bai hat sich der Beihilfe dadurch schuldig gi macht, daß sie die Pläne unter ihren Kleidern verborgen über di tabafe in dieser Gegend eine vorzügliche, solch hohe Preise wurden jedoch nicht hierfür angelegt Für die am Dache hängenden Tabake dürste die Witterung nunmehr sich sehr beffern, da die Tabake durch das anhaltend naffe und feuchte Wetter Schimmel anfetzen und den Glanz verlieren. In alten Tabaken wurden in letzter Woche in Rücksicht auf die Dualität der neuen Ernte, ca. 3000 Zentner 1901er Einlage zu Anfang Mk. 40 von einem Fabrikanten gekauft. Ferner wurden einige kleine Posten entrippter Einlage zu Mk. 82—85 und einige Posten Abfälle zu Mitte Ml. 30 bis Mk. 40 umgesetzt Im Allgemeinen liegt das Geschäft ehr ruhig. In losen vsälzer Rippen geschäftslos, lose feine Mark 9—9.50, gebündelte Mk. 11—12. Getreide. Tas Getreidegeschäft verlief auch in dieser Woche in ruhiger Stimmung. Amerika ist heute Alk. 1 per Tonne billiger wie am Schluß der Vorwoche, Rußland ist behauptet. Roggen unverändert. Gerste unverändert. Hafer unverändert. Mais effektiv gesucht, auf spätere Sichten etwas ruhiger. Die heutigen Notierungen sind: Redwinter II Mk. 124—125. Kansas II Mark 123—123.5. Südruss. Weizen Alk. 120—140. Rumän. Weizen Mk. 124-132. Ruff. Roggen Mk. 103—104. Ruff. Futtergerste Mk. 93. Ruff. Hafer Mk. 106—120. Amerik. Hafer Alk. 115. Laplata-Acais r. t. Mk. 110. Mixed Mais Jan.-Ablad. Mk. 92 per Tonne cif Rotterdam. Märkte. Grüuberg, 8.November. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 15.60 bis 15.75 Mk., Korn 14.04 bis 00.00 M, Gerste 00.00 bis 00.00 Mk., Hafer 13.50 bis 14.00 Mk., Erbsen 15.40—16 Mtt, Linsen 25.30 SDIL, Lein 00.00 DHL, Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00.00 SDlt, Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Alk. - fc. Frankfurt a. M., 8. Nov. (Telegr. Orig.-Bericht des »Gieß. Anz."). Amttiche Slotterungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 453 Ochsen, z.122 aus Oesterreich, 53 Bullen, Irans Oesterreich, 1057 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oesterreich, 286 Kalber, 571 Schafe und Hümmel, 1139 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 70—73 Alk^ 2. Qual. 65—67 DJlt, 3. Qual. 60—63 Alk.; Bullen l.Quall 62 bis 64 Alk., 2. Qual. 58—60 Mk.; Kühe L Qual. 61—62 Alk., 2. Quall 56—58 Alk., 3. Qual. 46—48 Mk, 4. Quall 40—42 Mk., 5. Quall 00—00 Mk. Salbet :L Qualität 80—82 Pfg^ Lebendgewicht 50-00 Pf., 2. Quall 74—75 Pfg., Lebendgewicht 44—46 Pfg., Schlachtgewicht 62—65 Pfg., Schafe: 1. Quall Schlachtgewicht 62—64 Pfg., 2. Qual. 59—61 Pfg., 3. Quall 00—00 Pfg.; Schwellte 1. Qual. 68 Pfg., Lebendgewicht 53 Pfg^ 2. Quall 67 Pfg., Lebendgewicht 52 Pfg., 3. Quall 00—00 Pfg^ Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gedruckt, Ueberstand sehr beb., bei Kleinvieh gut. Alles verkauft. to. Frankfurt a. M., 8. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen ber heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 15.75,-00.00 Kurhessiscyer Alk. 15.75—16.00, La Plata Mk. 17.25—17.50, Kansas Alk. 17.25—17.50, Roggen (hiesiger) Mark 14.50—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—15.75, Franten- felber Alk. 00,00—00,00, Hafer Mk. 14.75—15L5, Alais Mk. 14.00—14.25, Weizenmehl 0 Alk. 25.25—25.75, 2. Qualität Mk. 23.50 bis Alk. 23.75, 3. Qualität Mk. 21^0—21.75, Roggenmehl 0 Mk. 23.00—23.75, L Qualität Alk. 21.75—22.25, Weizenklete Alk. 8.75 bis Alk. 9.00, Roggenkleie SDlt 9ä0—10.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis Alt 10.25, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 00.00—00H0. Alles per 100 Kg. ab hier. Kirche unb Schule. Königsberg llM, 8. Sllov. Der Proviuzialsynode für Ostpreußen, deren Vorsitzender Fürst von Dohna-Schlobitten ist, lag in der heutigen Sitzung ein Antrag vor, ine Provinzialsynobe wolle beschließen: Auf Antrag ber Kreisfynobe Insterburg vom 4. Dezember 1901 auf Bes ertigung bes Duells erneuert bie Provinzialsynode einmütig ihren Beschluß vom 12. November 1896 unb beauftragt ihren Vorstand, benselben zur Kenntnis ber Generalsynobe zu bringen. Dazu stellt ber Synodal-Superinten- bent Leibreiter nebst Genossen folgenben Zusatzantrag: Die ostpreußische Proointialsynode legt bafür Zeugnis ab, baß bas Duell miber Gottes heiliges Wort unb Gebot unb baber Sünbe ist, unb erklärt, baß auf bem Wege ber Verbreitung unb Vertiefung christlicher Erkenntnis feine Beseitigung zu erstreben ist. Unterzeichnet ist ber Zusatzantrag u. a. von bem Vorsitzenben bes Provinzial- lanbtages Grafen zu Eulenbura-Praffen, bem Landeshauptmann v. Branb, Grasen v. Dönhoff, Rittergutsbesitzer v. Seybel-Chilchen, Superintenbenten Dr. Lackner, Lanbgerichtspräsibenten Dr. von ber Prenck, Grafen zu Eulenburg-Gallingen, bem Oderlanbesgerichts- präfibenten von Plehwe. Der Antrag wurde ohne weitere Debatte einstimmig angenommen. 7ter. Den Dorsch Mr 2Int(agd)d)brbe vertrat ebritffyid von Qtoieny legen ib roegen Wröens M tjaVtm. Lüne Berufung men Derhmdlungslerinm itfen. - Der Laglöhntt ■ in einem bauje zu Wen- Z er das Verlangte nicht dort aus Rache eine Kuh icht Butzbach ha"e gegen Wiivs unb der Rohheit .gen der Erheblichkeit bet r-aie von einem Jahre er- igte dies Erkennt' . "des Bettelns erkannten nderung, daß die letztere ei-'is W-tz LSS )Uu9moröen ist und reizt woMN , m lung Itehen e» ba§ werden ye|Itafung ^l03d) unb erkann e mers a. ßejängni» 'tnlöna Öfl aufge- 2 3°h^rechte g*® WA 35^5 50 & u^^^en Steu^ finZ-ehE §ti Lande^^ c^ahre "" «eck oui. qqnh16 k^eurSa'b>.gio «ör£Lrbellet *1W ut .^wurdenL dre>e _faU La i»» ?' flößet C au'^elzünv jeser"' »rung Aruck%^eile" ,ner festig""/Plang Neueste Welliuiigen. Originaldrahtmeldrmgcn des Gießener Anzeiger. Frankfurt a. M., 9. Nov. Gestern sprang eine 24- Jahre alte Frau Namens Alaria Bonifer in der Hasengass^ aus einem Fenster des 3. Stockes in bett Hof und ertiitl lebensgefährliche Verletzungen. In der Lttosicaße stürzt^ ich ebenfalls gestern vormittag die 24 Jahre alte Franz Klara Lebbecke aus dem 3. Stock ihrer Wohnung auf diel Straße unb war sofort toll London, 10. Nov. Mehrere Morgenblätter lenken die Aufmerksamkeit auf die Nachrichten aus Shanghai betreffend die angebliche Haltun g Deutschlands in der Frag? des Dangtse-Thales. Tie Blätter bemerken, daß der B e f u ch Kaiser W i l h e lm s in England die Vorsicht gegenüber Teutschland nie schwächen dürfe. — „Taich Mail" erinnert daran, daß Deutschland einen Geheimvertrag mit China abgeschlossen haben oll, um das deutsch-englische Llbkommen über das Jangtse- Gebiet abzuändern oder völlig zu annullieren. Brü is s e l, 10, Nov. König Leopold hat auf pet> sönliche Rechnung Uvei an den töiliglichjen Palast anstoßende Gebäude gekauft, welche wegen des geplanten Umbaues; des Schlosses niedergerissen werden sollen. Paris, 10. Nov. Ein Fin anz-Skandal scheuch große Ausdehnung anzunehmen. Bis jetzt sind 26 Personen verhaftet. Wien, 10. Nov. Ter Sonn- und Montags-Zlg. zufotM koursieren in dortigen diplomatischen Kreisen sensationelle Gerüchte über bevorstehende wichtige Ereignisse am belgischen Königshofe. König Leopold soll von einer bedenklichen geistigen Störung befallen sein die ganz zu besonderenEntschließungen führen könne. Jnsolg^ der kritischen Situation sei der Graf von Flandern, der sich am Krankenlager feiner Tochter in Mendelbu^g Tirol befindet, telegraphisch zur schleunigeit Rückkel^x uaj£fr Brüssel veranlaßt worden. Taß König Leopold sich mit Rücktrittsgedanken trage, hält das Blatt fj^ weniA glaubwürdig. Von anderer <Äite verlautet über Angelegenheit nichts. Newyork,9. Nov. M a s o a g n i wurde gegen Hinterlegung von 10000 Dollars freigelassen., ileber den Fall wird morgen verhandelt werden. Ungetellte« Beifall gestrigen Kostprobe im Geschäfte des Herrn L. Kalthof Nächst., H. Erle, verabreichten Proben von Maggi's Gemüse- und Kraft-Suppen. Durch praktische Vorführung seitens des anwesenden Vertreters der Firma konnte man sich überzeugen, wie zweckmäßig diese Suppen nicht nur für die Hausfrau, sondern auch für alleinstehende Peiffonen sind. Aus einem Würfel für 10 Pfge. erhält man auf die einsachste Weise, lediglich durch Austochen m Wasser, 2 Teller vorzüglicher, vollständig fertiger Suppe. Allgemein wurde bereu reiner, natürlicher Geschmack anerkannt. Durch mehr als 30 Sorten, wie Reis, Grünkern, Erbs, Tapioca-Julienne rc. ist für angenehme Abwechslung gesorgt. Wir zweifeln nicht, baß sich biefes vorzügliche Produtt bald den ihm gebührenden Platz in der Küche sichern wird und' nwchten nicht verfehlen, auf die beiden noch stattfindenden gleichen Veranstaltungen hinzuweisen, nämlich am Dienstag, den 11. ds. bei1 Herrn Christian Wallenfels, Marktplatz 17, und am Donnerstag, den 13. ds. bei Herrn Adolf Lenard, Franksurterstraße. 43. Woche. Vom 19. Okt. bis 25. Okll 1902. Einwohnerzahl: angenommen zu 26 400 (inkll 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 32,12, nach Abzug von 5 Ortsfremden 22,08 °/co. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene:^ , hn _ vom^ tiniitiq. 7r pickte T5 btt noch tt Itinjm ? lieB nä. 'S” «es °r>- bet ©tej'ä'WS btä P;n > , ien routbe bemann öu§ »«” «Ken Leiie» aus «Matten. $ut üut)i'mann fein H au^ genannter ^Neu-Isenburg ^QbIal)iet auf der ^.Arbeiter, schlug -rottoirs und verletzte Aschwer. An Arzt Verbandes die Ueber. kenhaus nach Frank- 3u/q Mexikaner ' 4%% Chinesen) ' Electric, tiohuc^^t Nordd. Lloyd ! Kreditaktien * Diskonto-Kom^andit. Darmstädter Dresdener Ban^ Berliner HandGiaoLa ‘ Oesterr. Staats üahn ", ’ Lombarden . Gotthard bahn . * * * Laurahütte . . ' Bochum .... * Harpener ..... Tendenm matt. khriBeschermlgberKltiMiider-BeVilhrliLstlilt Am 4. Advent-Lountag, den 21. Dezember V. I., soll die Christbescheruug für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben in diesem Jahre über 200 Kindern die Bescherung her» zunchten und den Weihnachtstisch mtt Gaben zu decken. Um oies zu können, wenden rotr uirs wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstatt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn unb dergleichen, besonders aber auch Geldgaben, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden zu wollen. Eine Liste zrw Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgehen. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachteii Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu laßen: Frau Rechtsanwall Grünewald, Liebigstraße 21; Frau Johanna Haao, Ostanlage 31; Frau Rechmmgsrat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7; Frau Professor Leist, Ostanlage 36; Frau Bürgermeister Mecum, Löberstraße 23; Frau Pfarrer Naumann, Südanlage 8: Frau^ Luise Ottens, Bismarckstraße 11; Frau Lina Schmall, Ostanlage 36; Fräulein Lnise Wortmann, Dammstraße 32. Auch die Schwestern unserer Anstatt sind bereit, Gaben an- ziinehmen; man wolle freundlichst beachten, daß es die Klelnkinder- schulschwestern sind Diezsttaße 15. Gießen, den 10. November 1902. Der Vorstand der Kleintinderbewahranstatt. Dr. Naumann. 786T Spielman drr vrrrimgten Frankfurter Stadllheater. Renes Schauspielhaus. Dienstag den 1L November*): Zu Schillers Geburtstag: In neuer Einstudirung und Jnszenirung: „Die Piccolomini". Vorher: .Wallensteins Lager." Mittwoch den 12. November: In neuer Jnszenirung: .Minna von Barnhelm". Donnerstag den 13. November, abends halb 8 Uhr: .Die zärtlichen Verwandten". Freitag den 14. November: .Wallensteins Lager". Hierauf: „Die Piccolomini". Samstag den 15. Noveinber, abends halb 7 Uhr: .Faust", 1. Teil. Sonntag den 16. 9lm>ember, nachmittags halb 4 Uhr: Auf Verlangen: Wiederholung der Festvorstellung zur Eröffnung des neuen Schauspielhauses. Abends 7 Uhr: .Die zärtlichen Verwandten". Dtontag den 17. November: .Es lebe das Leben." ♦) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. / Gießen, den 9. November 1902. 7859 Carl Nowack 7626 Hoheazollern. 7833 Handlung. Preis 1 Mark. M 21 Jahren nicht mehr hier Orpheum Orpheum Plakate. Orpheum Orpheum 05044 BI er- 4868 " 04948] Schon nwbL Ai zu permtcten. Braiidgaye immer 8, II. II. 35 3.60 28 (Offene Stellfii rcrnnctnngen Sh'llcib^rl'iidjf AWWicH Bit verkaufen ll er steile Blich C.VcrlHnLC'he ,,Allg. Vakanzrnllste“ Mannheim.wr ZLlodewatenhuus. Spezial - ScidevhauS. Peter Berg, Braudp Hochachtungsvoll Die Direktion Jedes Glas von Moekopf’e extrafein. Tafelseof, rheinischer Delikates»-Senf, superfein. Tafelsenf, trägt auf Kapsel od. Deckel diese eingetragene Schutzmarke. ist xu haben in den 05008| (Sm tüchtiges, solides Dienstmädchen findet bei hohem Lohn gute Stelle bis I. Dezember. Lndwtgstratze 73. S.ucbe einen tüchtigen, -uvec- ö lässigen Hauöburschen. 7866 Gg. -ebstrctt. Die Ueberführung der Leiche au den Bahnhof erfolgt am 11. d. MtS., vormittags 10 Uhr, vom Trauerhause, Nordanlage 12, aus, die Beerdigung nachmittags 3 Uhr in Elpenrod. Bei Drüsen, Scrofeln, englischer Krankheit, Hautausschlag, Gicht, Rheumatismus, Hals- und Lungenkrankheiten, altem Husten, zur Stärkung und Kräftigung schwächlicher, blutarmer Kinder giebt es nichts Besseres als eine Kur mit meinem beliebten, ärztlicherseits viel verordneten in unserer Turnhalle, bestehend in Konzert, turnerischen Aufführungen, GesangSvorträgen vom Sängerchor des T. 23., Theater, lebenden Bildern uub Tanz. Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Nur Mitglieder haben ZutrüL Sonntag, den 16. Novbr., A usflug nach Dutenhofen, Jagdschlößcherr. Abfahrt nach- mitüngs 3 Uhr 25 Mm. 7863 Eduard Rieger, Asterweg 3. Schönes Beretusloral per 1. Dezember zu vergeben. Turnverein. Samstag, den 15. November, abends 8 Uhr Jedes Original-Gefäss (Fass, Kübel, Bütte, emaillierte Eimer etc.) trägt diese eingetragene Schutzmarke. neuernd, Appetit anregend. Hebt die Kirperkräfte in kurzer Zeit Allen ähnlichen Präparaten nnd neueren Medikamenten vorzuziehen. Geschmack hochfein und milde, daher von Gross und Klein ohne Widerwillen genommen. Letzter Jahresverbrauch circa 100000 Flaschen, bester Beweis für die Güte und Beliebtheit. Viele Atteste und Danksagungen darüber. Preis 2 n. 4 Mk., letzte Grösse für längeren Gebrauch profitlicher Man hüte sich vor Nachahmungen, daher achte man genau beim Einkauf auf die Firma des Fabrikanten Apotheker Labusen In Bremen. 7122 Zu haben in allen Apotheken. Hauptniederlage In 6Hes*eu: Univ.-Apotheke znm gold. Engel; In Frankfurt: Löwen- und Einborn-Apotheke; In Cassel: Löwen-Apotheke. 7864 Der Vorstand. Todes-Anzeige. Heute morgen entschlief im 84. Lebensjahre nach längerem, mit Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater GestWast für Erd- n. MerkuM Gießt» II. Vortrag Mittwoch, den 12. November 1902, 81/* Uhr in der großen Aula der Universität. Herr Dr. Max Friederichsen (Hamburg): Reise in den centralen Tiön-Schau und den dsungarischen Ala-Tau (Russisch- Centralasten). Mit Lichtbildern. Karten für Nichtmitglieder in der Ricker^schen Buch- 05026] MobL Zimmer zu vermieten. Lstanlage 31, part. Lahusen’s L Leberthran (Bestandteile: 0,2 Eisenjodür in 100 Teilen ff Leberthran) Dor beste und wirksamste Leberthran. Wirkt blutbildend, Säfte Bekanntmachung Dienstag, den 18. November L IS. nachmittags präcis 3 Uhr soll auf dem hiesigen Renteibureau die dem Fürst!. Hause SolmL-Hohen- solms-Ltch in den Gemarkungen Oberbessingen und Mühlsachsen zustehende Wetterfischerei in zwei Abteilungen auf sechs Jahre öffentlich verpachtet werden. Lrch, am 10. Novbr. 1902. Fürstliche Remet. Kretling. 7857 ^cmWaftrotn^ricDritbMIintrt zu feinem heutigen Geburts- tage ein dreifaches poch. 05049 skntlglltfN^ ichwarzc-Hüuvchen vullUllslN weißer etreifen um den HalS, auf d. Namen „Dolly" hörend. Abzugeben Landgrafen- straße 5, II. Wioerrechtl. Aneignen wird strafrechtL verfolgt. 0o047 Zwei Pferde z« verkaufen 7802 (unter 12 Pferden die Dahl) bei H. Wi««, Frankfurter!tr. 52. 4832] 5—6- Zimmerwohnung zu vermieten. Stephaustr. 11. Derr Dietrich Christ. Die trauernd Hinterbliebenen: Lehrer Schneider und JamMe ß. Ad. Koch und KamUie. Modelleur, durchaus bewandert in Gyps- arbeit, gesucht. Meldunaen mit Lohnanlprüchen unter Nr. 7855 an die Expedition ds. Blattet-. Moskopf’s Trauben-Senf mit der Traube. Cframilienlogti sofort zu verm. IJ 7861 Neustadt 30. Grefzcner ^tadttheater. Dienstag, 11. November: 1. Volksvorstcllung. ßmilifl Kalotti. Ein Trauerspiel in 5 Akten von G. E. Lessing. Eintrittspreise: Loge Mf. 1,—» Saal 40 Pf., Gallerte 20 Pf. Anfang 8 Uhr. Ende gegen 11 Uhr. Friedrich Hflagnus WcidkNgaffe 10 Zöeideogasse 10 empfiehlt fein reichhaltiges Lager in Schuhwaren für Wer, S'amen und Semn Gummischuhe Wiuterschuhe zu billigsten Preisen. 7862 M und Bade-Apparate Lyras, Lustres, Ampeln, Kronen moderne,« Stils Schirme, Tulpen, Cyllnder, Biacker und Stifte. Glühstrümpfe haltbare und von höchster Leuchtkraft I. Qual. pr. St. 45 , pr. Dtzd. 4.80 JL, pr. 1U0 8t. 36 jbL 5925] Neubau Wilhelmstr. 12 inb elegante Herrs cyastswohn- ungen von 7 und mehr Zimmern ju vermieten; desgl. Wichelm- traße Nr. 6: 4- und 5-Zimmer- Wohnungen; beSgL Wuhelmstr. Nr. 8: 6- und 7-Zimmerivohn. Birkenstock & Schneider. 7775] Schöne 2-Zimmerwoh- nung mit Küche u. Wafferlettuna, Lchloßgaffe 15 zu verm. Näh. Lmdenplatz 3 (Ligarrengeschäst). 4778] «oethestraße Nr. 1», Neubau, ist der mutiere Stock bestehend aus 5Zimmern, Küche, Badezimmer und Mansarde per sosort zu vermieten. Näheres Goechestr. 21. Prima Fpkiskliarwffcln Magnam bonnm billigst frei ins Haus 7215 Hlei der Verlosung d. Spiegels, -O welche am Samstag aus der Polizeiwache stattfand, fiel derselbe aus Nr. 53. Atl-rlch Lücker. Dieser vorzügliche rheinische Tafelsenf meisten einschlägigen Eogros- und Detail-Geschäften. Verkauf nur an Wiederverkäufer. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Morgen: 7868 Zlhmkineveilüi 54 Psg. ILchaufeuster-veleuchtunge- Ernrichtnng, 6 eiektruche Glühlampen nm Neusilber- Nestektoren und Gasrohren, sind billig zu verkaufen. 05051 renz L 7 Nur noch 1 einige Tage ' das Riesen-November-, , Programm. J Für einen 17 sichre allen $t(in=nni) wird Stellung gesuchL Näheres aus dem Armenamt Gießen. 6187 Junges Fräulein sucht in ihrer freien Zeit lohnen- öen Nebenverdienst. Gest. Offert, unl. 05048 an die Txped. d. BL 6if älteres HlÄödjen, u. Bügeln bewandert, sucht 6teile in besterer Familie. Cffert unL Nr. 05024 an die Exped. d. Bl. Wasserleitungsartikel, Closets Elektrische Klingeln, Telephone, Feuermelder. Komplette Anlagen unter Garantie, lieparaturen. 5865 Carl Graf, Giessen 11 Kirchenplatz 11. Ladeneingang Schlossgasse. Eigene Metalldreherei und Armatur enfabnkatioa. 7846] Schretnerlehrling gc- suchL Kost und LoqiS im Hause. _________Schiffenbergerweg 56. 05045] Dienst»Ldchen, welches etwas kochen kann, bet hohem Lohn gesucht. Hosmannstr. 7, II. 05020] Mädchen, welches büraer- lich kochen und alle Hausarbeit versteht, in einen kleinen Haushalt für gleich ober später gesucht sirau Marie Brücl, Liebigstr. 81. vorläufige Anzeige. Den hochgeschätzten Bewohnern von Gießen und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß in nächster Zeit daS Mechanisch Theater von H. Warst hier eintrcßn wird, um einen kurzen öyklus von Vorstellungen u geben. Die Unterzeichnete wird bestrebt sein, feinen Besuchern nach wie vor recht angenehme Stunden zu bereiten. Alles Nähere durch weitere Annoncen, Flugzettel und Billiges Angebot in BallSddoi per Meter 68 Pfennig- , . 85 , . 90 . ht wundervollen -lbendfarben. 6178] Beletage, besteh, aus sechs Zimmern, Badez., gcr. Korridor und allem Zubehör, in meinem Neubau Bismarcks!r. 38 zu verm. Näheres Löberstraste 10, I. Südanlage 3 ist eine tL Wohnung im Hinterhaus e ankinderl.Leutez.verm. 6771 chSueHZimmcr.Wohnuug, Parterre, nut Leucht- u. Lochgas sowie Gartenanteil per sofort zu verm. [7035] Asterweg 57. Näh, b. Gebr. Zutt, Steinstr.84/86. 4678] In meinem erkauften Hause Grünbergcrstraße 5 sind Parterre- sowteBeletaae, neu her- gerichlet, 6 Zimmer, Badezimmer und allem Zubehör, per sofort zu vermieten. A. Host««««, Wehsteinstr. 40. schöne ö-Zimmer-Wohnung '*■' mit allem Zubehör per sofort zu vermieten. 4766______Ludwigsplotz 14. 4777] SüdarUage Str. 11, Ecke Goethestraße, ist die Parterre- Wobnungchestebend aus 6 Zimmer, Küche, Badezimmer und 2 Mansarden, per sofort zu vermieten. _________Näh. Goethestraße 21. 3pf. Gasmotor noch im Betrieb, mit allem Zubehör, billigst abzugeben. 7850 von Münchow'jche Hof- und Universitäts-Druckerei, Gießen, Johannesstr. 4. Wolfshund, junger, 7 Wochen alter, zu ver- 'ausen. Licher|tr. 7, II. 05043 05046] Nelles, neu möbliertes Zimmer, nicht teuer, zu vermieten. Neubau Neu|tadt 12, II. 6962] Schön mödl. Zunmer per sosort zu vermieten. Neustadt 1, Ecke Bahnhofstr. 7611] Schön möbl. Zimm. z. verm. Dammsrr. 32, I, 9tähe 9tordanl. btmge lliöbl. jimmct ? zu vermieleii. Hotel Einhorn. 7711] Großes, unmöbl. Zlmn»er zil verm. Slephanslraße 12. 04977] MöbL Zimmer zu vermieten. Bleichstraße 13, III. 050351 Luchllge Buglerm nimmt noch Kunden in und außer dein Hause am Südanlage 23, Nebenh. Schneiderin nimmt billigst ö Arbeit an, auch Ausbesiern. 05063_______Wolkengaffe 26. Mersekte Schneiderin nimmt noch -4^ Kunden auch nach auew. an. 06062__________Lteinstraße 27. ^letchnnnge» aller Art werden V sos. bill. anae'erL, auch werd. Bauleit. und Abrechn, übernonr. 05055 Bleichstraße 81,11. 05040] Aichr. Arb. tonnen Kost u. lUrgis erhalten. Wolkengaffe 26. 04903] Großes, schön möbl. Zimmer zu verm. Liebigstr. 72, pt. 7561] Gut möbL Zimmer m vermieten. Stephan|traße 32, III. 7323| Möblierte Zimmer zu vermieten. Bergsrr. 17, pari. 7135] Schöne freundl. möbL "Zimmer zu verm. Seltersweg 68. Ibrtfle t eatetfl ßmilvnlt frU* auve' Sie stovno»« lag der Unrofd-'5 ptudtrdl jtefrtfnon imd «eh Das an Ta schem fil Sie alle Uncherzi' beabsicht^ aufforder schkineS l vohnot Ansang i wetbesche unter Bi oodtfltn öanbt W Äuhai 12. Au icrifs, von 4 trag g anweis! Ni der Ar durch l'W cie h so flto liefen 1 ii tmpenb daneben von fron sür den ccolhau zm bei da» fcoi meister „&anc Ihitbül banienl Tunens harmon 2-ojart Na,i, e und des Wtf und so shiedew -,liine tz Mlensi usche } über,,' ^rrdre im irve und P Cch Nun fh haben c * 0r lehnen ^binmk S un ? iuic bei t'«tn ci auet !>> Mellt1 ™ d« feilen ”*» «ii l‘ünben ttste {