Erstes Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 10. September 1SV3 Nr. 212 Ursch«r«t tägttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Ver» lag der Brüh l'schen Lntverf^Buch- u.«Stern- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Erpeditüm und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. 51. A A. - Ä Bezugspreis, V «y O monatlich 7bPs., viertel GletzenerAnzelgerW W General-Anzeiger " “Sä’ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ZMZ U zeigenleil: Hans Beck. KeKaMtmachMg. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen. In der Zeit vom 18. September l. I. bis einschließlich 26. September l. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen die Arbeiten des 3. Abschnittes oom 2. Felde obiger Feldbereinigung, nämlich: L 6 Zuteilungskarten, 4 2. 2 Bände Gütergeschosse, 3. 1 Band Zuteilungsverzeichnis, 4. 1 Band GeldauSgleichungSverzeichniS, 5. 1 Band Obstbaumverzeichnis, 6. 1 Band Obstbaumgeschoß, 7. das Protokollbuch zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Samstag, den 2 7. September 1902, vormittags von 10 bis 11 Uhr im Amtszimmer der Groß. Bürgermeisterei Daubringen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und au: Papier in Aktengröße (mindestens % Bogen) einzureichen. Friedberg, den 9. Sept. 1902. Der Großherzogliche Bereinigungskommissar: I. V. Schnittspahn, Regierungsassessor. Politische Tagesschau. Wer geht zur Weltausstellung? Man schreibt uns aus Berlin, 9. September: Tie Newyorker Presse ist mit ihrer Meldung, Prinz Heinrich werde die Weltausstellung in St. Louis besuchen, den Thatsachen vorausgeeilt. Aus Hos- frelfen verlautet, daß die Frage der Fahrt eines Mitgliedes des Kaiserhauses zur transatlantischen Ausstellung noch nicht Gegenstand der Erwägung gewesen ist. Es unKrliegt also einstweilen noch Zwerfeln, ob gerade Prinz Heinrich Träger solcher Mission werden wird. Roch vor kurzem nannten die Newyorker Blätter in diesem Zusammenhänge den Kronprinzen. Ob Repräsentanten anderer eitro- päischer Herrscherhäuser auf der Weltausstellung in St. Louis erscheinen werden, das giebt der amerikanischen Presse keinen Anlaß zu Erörterungen. Selbst „England" läßt fie hier kalt. Daraus folgt, daß den Vorgängen in Deutschland bezw. am Berliner Hofe seitens der Amerikaner das größte Interesse entgegengebracht wird. Es ist baä wohl eine Wirkung der Amerikasahrt des Prinzen Heinrich, tote ein Anerkenntnis der führenden Stellung, die Deutschland im Reigen d.er europäischen Staaten einnimmt. Zu den Kaisenuauövern. Eines der interessantesten Momente des Kaisermanövers wird ohne Frage das Zusammentreffen der beiderseitigen Kavalleriemassen sein. Die Reiterei ist die Lieb- lingstoafse des Kaisers, und es darf angenommen werden, daß der Kaiser auch diesmal in die militärischen Operationen eingreift und die Führung einer Kavalleriedivision in einem vielleicht kritischen Augenblick übernimmt. Aehn- liches ereignete sich vor einigen Jahren, irren wir nicht, bei den Manövern in Schlesien. Damals führte der oberste Kriegsherr in schneidiger Attacke seine gesamte Kavallerie gegen den Feind. Die Manöverkritik entschied damals, daß der Moment für diese Attacke gegeben war. In militärischen Fachschriften wurde auf die verheerende Wirkung des Artillerieseuers hingewiesen, in dessen Bereich die Reiterei angeblich sich befunden hätte. Solche Meinungsverschiedenheiten kommen natürlich bei jedem Manöver vor, schon deshalb, weil es sehr schwierig ist, nachher ein jede Eventualität berücksichtigendes Urteil zu fällen über Operationen, die inmitten des sich fortgesetzt verschiebenden Gesechts- bildes von den einzelnen Heerführern angeorfrnet wurden. Daß die Massenverwendung von Kavalterte unter gewissen Bedingungen auch heute noch zweckmäßig ist, wtrd von keiner militärischen Autorität bestritten. Man darf begierig sein, wie der als Gast des Kaisers im Manöverselde weilende englische Generalleutnant French, bekannt als Reiterführer im südafrikanischen Kriege, die kavatleristischen Evolutionen der beiden preußischen Armeekorps beurteilen wird. «Sein Kollege, Generäl Hamilton, hat ja bereits Veranlassung gesunden, das Pserdematerial zu bemängeln. Vielleicht entdeckt das „geübte" Auge Sir Frenchs Mängel auch an den preußischen Reitern. Nun, dann ist immer noch der britische Höchst- kommandierende Lord Roberts dä Tie „Methode scheint mit sich zu bringen, daß er allerwegen Lob zu spenden hat, damit die kritischen Aeußerungen der anderen englischen Herren ausgewogen werden. Nach dem Berliner Korrespondent des „Daily Telegr." soll Hamilton nur „in sehr reservierter Weise" sich geäußert hoben, ohne ein Urteil über die Parade abzugeben. Tas ist wohl die übliche Abschwächung des Interviews, wenn der Ausgefragte nachträglich die unbehagliche Empsindung hat, sich verplaudert zu haben. Auch Lord Roberts will mit niemand gesprochen haben. Die Berichterstatter, die eine ganze Reihe von Aeußerungen des Lords über Südafrika notierten, sahen also vor und in dem Hotel de Rome in Berlin am hellen Tage einen — Geist, täuschend ähnlich der kriegerischen Gestalt des edlen Lords..... Auf dem Umwege über London erfährt man von hohen Ordensauszeichnungen, die der Kaiser den eng- lischenManövergästen verliehen hat. Trotz dieser Aufmerksamkeiten kann es sich ein Teil der Londoner Presse nicht versagen, das schneidige Vorgehen des beutfdjen Kanonenboots zur Herbeiführung eines größeren und Gesundheit der auf Bauten be- und derjenigen Personen, welche die Die Wahrheit üöer den Unfall der Zarin. Aus Petersburg wird den „M. N. N." gemeldet: Das verschleierte Bulletin, welches der Minister des kaiserlichen Hofes über den Zustand der Zarin hat erscheinen lassen, hat im In- tote im Auslande zu den abenteuerlichsten Gerüchten Anlaß gegeben. Wir können es nicht verstehen, warum nicht offen die Wahrheit gesagt ist, daß dieZarin von ein em t o t en Kn ab en en t b u n b en wurde. .An dem Unglück trägt die veraltete Einrichtung der Peterhofer Schlohgemächer die Schuld. Aus dem Eßzimmer führen mehrere Stufen in ein anderes Zimmer; die Kaiserin, die jeden Tag ihrer Entbindung entgegensah, trat fehl, und dieses Mißgeschick hat zur Zeit das russische Volk seines Thronerben beraubt. Am Mittwoch war der Zustand der Zarin im höchsten Grade besorgniserregend. Auch jetzt ist noch nicht alle Gefahr vorüber, indessen besteht die Hoffnung, daß es der sorgsamen ärztlichen Pflege gelingen wird, die Zarin zu retten. Der Leibarzt Ott, .welcher die Behandlung leitet,, ist von der Außenwelt geradezu hermetisch abgeschlossen. Der Kaiser widmet sich in seinem Pflichteifer, trotz der schweren Sorgen, die aus ihm lasten, der üblichen Erledigung der Staatsgeschäfte, jedoch beschränken dic Minister ihre Vorlagen zur Zeit auf das Unumgänglichste. stehen einer feststehenden Prüfungsordnung den Prüflingen ein festes Lebensziel vor Augen führen." Es wurde folgender Beschlußantrag ' " sammlung erklärt, Schutzes für Leben schästigten Arbeiter Gebäude bewohnen Kirche und Schule. Mainz, 8. Sept. Der Nachtrag jum Schematismus der Diözese Mainz, welcher Ende August erschienen ist, weist einschließlich des Bischofs 326 Tiözesangeistliche nach. Hiervon sind 12 pen- ioniert, 7 beurlaubt und 26 in Unterrichts- und Erziehungsanstalten thätig. Seit der letzten Ausgabe des Person albe- t a n d e s der Diözesangeistlichkeil sind 10 Priester bestärken, dagegen 23 geweiht ivorden. Im Seminar sind in 3*/? Kursen — die Herbst 1902 eintretenden konnten noch nicht aufgeführt werden — 38 Alumnen aus der Diözese, im obersten Kursus nur fünf. Jubllarpriester giebt es sur 3 aktw sind. einstimmig angenommen: „Die Ver und benutzen müssen, ist es dringend notwendig, daß bei konsenspflichtigen Bauten der Bauausführende seine Befähigung zum Baubetriebe nachweist. Die Versammlung beauftragt den geschäftsführenden Ausschuß, in diesem Sinne nochmals eine Eingabe an die Reichsregierung, den Bundesrat, den Reichstag und die Regierungen der deutschen Bundesstaaten zu richten." Die weiteren Verhandlungen wurden auf Dienstag vormittag vertagt. — Der vierte Verbandstag deutscher Milchhändler- vereine wurde heute hier eröffnet. Es waren 29 Vereine durch 60 Delegierte vertreten, lieber die Monopolbestrebungen der Milchproduzenten in verschiedenen Städten Deutschlands wurde berichtet. Die Grundlage dieses Berichtes bildete eine umfassende Darstellung des Berliner Milchkrieges im Herbst und Winter 1901—1902. Auf die verschiedenen, zum Teil ziemlich heftigen Angriffe gegen das Verhalten agrarischer Milchproduzenten, die in der an den Bericht sich anschließenden Erörterung erfolgten, antwortete der Vertreter der Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz, Molkerei-Instruktor Schwarz-Bonn, der davor warnte, die von Berlin ausgehenden heftigen Wogen des Jnteressenkampses auch aus die anderen Gegenden Deutschlands zu übertragen, wo bisher Milchproduktion und Milchhandel in gedeihlicher Weise zusammengearbeitet hätten. _______ „Panther" hämisch zu glossieren. Mit einem großen Aufwand von Emphase, schreibt z. B. „Standard", habe Deutschland etwas ganz Alltägliches gethan Und oie wackeren „Times" lassen sich "ein Telegramm aus Newyork schicken, daß die Vernichtung des haitischen Jnsurgentenschiffes eine Schmälerung des amerikanischen Ansehens und eine wesentliche Erhöhung des deutschen Ansehens mit sich bringen werde. Augenscheinlich ist diese Gegenüberstellung daraus berechnet, die Eifersucht der Amerikaner anzureizen. Nur wird idnesmal der Liebe Müh umsonst sein, denn die führenden amerikanischen Zeitungen erklären übereinstimmend, Deutschland habe niemandes Interessen verletzt, und dem Piraten sei nur Recht geschehen. Ueberdies ist die Regierung der Vereinigten <Äaaten von dem beabsichtigten schritt vorher verständigt worden. Es ist bezeichnend, daß immer wieder von London aus der Versuch unternommen wird, die deutsche Politik als illoyal zu verdächtigen. Und es ist nur komisch, daß dieselben englischen Organe, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit solche Kniffe und Pfiffe gegen Deutschland anwenden, sich Über den „unfreundlichen Ton" der deutschen Presse beklagen und die eigene Friedfertigkeit in bengalische Beleuchtung rücken. Ei« Nachspiel. Aus Berlin, 9. Sept., wird uns geschrieben: An amtlichen Stellen in Petersburg scheint man nachträglich die Notwendigkeit zu empfinden, das verbündete Frankreich über die Anwesenheit russischer Ofsizierabord- nungen in Posen zu beruhigen. Gewisse ausländische Zeitungen, so verkündet die „Agence Russe" hätten dieser Anwesenheit eine politische und sogar (!) militärische Bedeutung beigemessen. Umständlich wiederholt die „Agence 9hih'e" die bekannte Vorgeschichte der kaiserlichen Einladung. Kaiser Nikolaus habe dem „lebhaften Wunsch", der „Anregung" Kaiser Wilhelms „wie leicht verständlich" Folge gegeben. Soll das etwa ausdrücken, aus Gründen der Höflichkeit habe der Zar nicht anders gekonnt? Diese kühle Deutung stünde doch in einem auffälligen Widerspruch zu allem, was über die intime Herzlichkeit der Reval er Begegnung bekannt geworden ist. Kaiser Wilhelm hat mit vollem Recht eine politische Bedeutung in der Anwesenheit der rüisischen Offiziere erblickt; und ebenso lag eine ausdrücklich betonte militärische Bedeutung in der Aufhebung der 'Rayoubeschränrung der Stadt Posen, insofern, als dadurch das Vertrauen zum östlichen Nachbar zum Ausdruck gelangte. Der russische Finanzminister Herr v. Witte scheint dergleichen Wschwächungsi-Notizen, die fast regelmäßig deutsch-russischen Freundschaftsbeweisen folgen, inspiriert zu haben. Interessant ist, daß zur selben Zeit die „Nordd. Allg. Ztg." die russischen Gäste nachdrücklich in Schutz nimmt gegen die von mehreren Zeitungen gebrachten ^richte, wonach diese Offiziere einen Mißton in die Posener Festtage — durch angebliches Fraternisieren mit den Polen usw. — gebracht haben sollten. Also auf deutscher Seite will man die Erinnerung an die Kundgebungen deutsch-russischen Einvernehmens möglichst bewahren; auf russischer Seite bemüht man sich, eine Episode ohne Bedeutung aus jenen Vorgängen zu machen. Das letztere mag „verständlich" sein im Hinblick auf die französische Empfindlichkeit— aber es - ist nicht gerade erhebend. Von der Diplomatie. Aus Berkin, 9. September, wird uns geschrieben: Tie Botschafterwechsel sind an der Tagesordnung. Die Vertreter Frankreichs in Berlin und Petersburg sind durch neue Männer ersetzt. Mr. White, der amerikanische Botschafter in Berlin, wird nur noch kurze Zeit fein Amt versehen. Ob Graf Eulenburg, Deutschlands bewährter Vertreter in Wien, die diplomatischen Geschäfte wieder Übernehmen wird, steht bei der anhaltenden Kränklichkeit des Botschafters, die ihn auch in diesem Jahre einen mehrmonatlichen Urlaub nach such en ließ, dahin. Zum Ueberfluß bezeichnete jüngst ein englisches Tepeschenbureau den Vertreter Italiens in Berlin, Grafen Lanza, als amtsmüde. König Viktor Emanuel habe, so hieß es, bei seinem Berliner Besuche das Rücktrittsgesuch des Botschafters widerstrebend genehmigt. In der italienischen Botschaft ist jedoch hiervon nichts bekannt. Graf Lanza hat seinen Souverän nicht nur nicht um Enthebung vorn Amte gebeten, sondern im Gegenteil versichert, daß er sich in Berlin ausnehmend wohl fühle. Deutsches Reich. Berlin, 9. Sept. Die „Berliner Korresp. meldete Nach einer Verfügung des Finanzministers waren Zweifel entstanden, ob das 1896 ün veterinärpolizcilichen Interesse erlassene Verbot der Einfuhr frischen Schweinefleisches usw. aus Rußland sich auf die T u r ch f u h r erstreckt oder nicht. Da als Grundsatz anzuerkennen ist, daß alle veterinärpolizeilich erlassenen Einfuhrverbote stets auch auf die Durchfuhr anzuwenden sind, ließ der Finanzminister die Zollstellen mit der Anweisung versehen, daß Schweinefleisch usw. aus Rußland nach jenem Verbot auch von der Durchfuhr als ausgeschlossen zu erachten ist. — Zur Kölner Erzbischofsfrage wurde hier erzählt, der Kandidat des Kaisers sei der jetzige Abt von Maria Laach, Freiherr von Stotzingen. Zur (Ä- örterung dieser Kandidaturfrage weile als Vertreter des Kaisers der Bischof von Metz in Maria Laach. Auch verhandele der Kaiser darüber auf diplomatischem Wege mit dem Papste. Tie ganze Geschichte wird von der „Südd- Reichskorresp." als eine „müßige Erfindung" bezeichnet. — Der 26. deutsche Juristentag wurde gestern abend in den Räumen der Börse eröffnet. Anwesend waren Justizminister Schönstedt, Staatssekretär Nieder- ding, zahlreiche Universitätsprofessoren, richterliche Beamte u. a. Oberjustizrat Vierhaus begrüßte die Erschienenen namens der Berliner juristischen Gesellschaft. München, 9. Sept- Am 18. und 19. September findet hier ein Kongreß der deutschen Bahuärzte statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Gegenstände: Praktische Prüfung des Farbensinnes mit den beim Eisenbahnbetrieb gebräuchlichen Signallichtern. Die Erkrankungs-, Jnvaliditäts- und Sterblichkeitsverhältnisse der bayerischen Eisenbahnbediensteten. Entwurf eines einheitlichen Formulars für die Untersuchung des Personals in Bezug auf körperliche Tauglichkeit samt Instruktion für den untersuchenden Bahnarzt. Der Alkoholmißbrauch bei dem niedem Eisenbahnpersonal und dessen Verhütung. Ferner: Die Rettungseinrichtungen bei den verschiedenen deutschen Eisenbahnverwaltungen. Düsseldorf, 8. Sept. Im Anschluß an die Tagung der deutschen Baugewerks-Berufsgenossenschaft begannen heute in der städtischen Tonhalle die geschäftlichen Verhandlungen des 17. Delegiertentages des Jn- nungsverbandes deutscher Baugewerks- m eist er. U. a. wurde die Frage der Versicherung gegen Haftpflicht erörtert. Nahezu einstimmig wurde eine Resolution angenommen, worin den Mitgliedern empfohlen wird, sich gegen die Haftpflichtgefahren zu versichern, die ihnen auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen erwachsen, und worin weiter die Uebernahme dieser Versicherung durch die Berufsgenossenschaften als nicht angebracht bezeichnet wird. Es wurde dann über die Frage der Wiedereinführung des Befähigungsnachweises verhandelt. Ta es nämlich notwendig sei, daß jeder „der das Baugewerbe ausübe, auch die damit verbundenen Gefahren kenne, müsse dem Baugewerbe der Befähigungsnachweis wiedergegeben werden. Anderseits werde das Be- Drei Wiener Arbeiter, Heinrich Wien, einer ohne den am ür Prem, Amon Kreiber und Karl Schimschky verirrten sich gestern vom ungefährlichen Akademikersieig auf den ge- fährlichen Gothensteig auf der Rax. 3roei derselben, durch Stricke verbunden, rutschten aus und stürzten ab. Sie sind toi und schrecklich verstümmelt. Der dritte konnte nicht weiter und mußte auf einem alleinstehenden Block die ganze Nacht und den Vormittag, 22 Stunden lang, rittlings sitzen bleiben. Tie Rettungsversuche waren bis jetzt vergeblich. Nach langer Arbeit ist cm Bergführer zu ihm gesprungen, doch können jetzt Beide nicht zurück und man sucht gegenwärttg nach langen Seilen. Niederlage bei Tinaquillo beigebracht. (Nach weiteren Depesche ist das Telegramm Castros Datum. Red.) Die Vernichtung des Grete L Pierrot. Aus Stadt und Land. Gießen, 10. September 1902. — Gesellschaft für sociale Reform. Sonntag 14. Sept, findet im Grand Hotel National zu Frankfurt Main eine Versammlung von Mitgliedern der Gesellschaft soziale Reform aus dem Großherzogtum Hesien statt. des UebergriffS gegen deutsche Schiffe schuldig machten! i tacniaeesl Wenn übrigens hier und da in der Presse die Ange- legenhett dazu benutzt wird, um neuerdings für eine Vermehrung unserer Kriegsschiffe Stimmung zu machen, so muß dem doch entgegengehalten werden, daß wir unsere Flotte nie und nimmer so vergrößern können, daß wir überall in der Welt, wo es vielleicht einmal notwendig werden sollte, eine Schlachtflotte haben. Vielleicht hätte man besser daran gethan, die Zahl der Auslandskreuzer vorher zu vermehren, ehe man an die Vergrößerung der S« w ^erbrecßpr« ein, Verbrecher JWfe» Kurde' ?en iti ^ievierivache Ge- ob ,ln Mann dieses et teilte das zu- in unbeschdl- anmte der Kolli- pleregeftoh. n Wen faßte, 01 vegen unter •eiferen Ermitte- 32 Jahre öltet M schon untei :e SchischthEr. das Verbrecher- -s gememgeslhp en schwersten rrechern zu stem- chsten Arechnung :aftegister werden sofort berichtigt, s Dors an die :i d: Vor einigen ocenobo sämtliche setzen, und strich Da dies in aller noch heute obdach- ie Beispiel des ge- So wurden soeben >e Vacas (Provinz auf Anttag des Luft gesetzt Md »testiert im Namen -ähren, gegen das Rechtes aus nichts ngehenöen Kritik entsetzlichen Lati- Weg, den bisher xrnien!) Q\t. Sin tziz, ist \ hat die gericht- Mat, die Adresse ermitteln. Nicht Prinz zusammen Tochter des Earl der Londoner Ge- ifind der Königin [ Prioatürpelle in i sensationell, falt' a nun bankrollM ah Thulip LiM «er eines immer iten Koh.^"^ bntW°" kr°» des Jahres M tfben TH-°» Ä“Ä"”; UM MH ("Äto I ,folgender- trAss rrk-r» ^^richwngKl S-x»x SxZr.-! I Md-/ vor, 2-e- ^d, °°° Wetter September- Für die gesamte Redaktion verantwortlich: Curt Plato. 103.60 50.70 31.05 748,3 746,9 746,6 Sonnenschein Bed. Himmel Sonnenschein 125.00 44.00 3Va% 3% 8V,% 3°/o 3'/r°/a NE. ESE. N. . 102.35 . 92.90 . 102.35 . 92.40 . 100.35 . 99.70 . 103.75 3% Mexikaner . . 41/b% Chinesen . , Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Komm andit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte ...» Bochum ..... Harpener .... Tendenz: fes 4% Italien. Rente . . . 4%% Portugiesen . . . 3°/. Portugiesen. » . . , 1% C. Türken . . . . Türkenlose ..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 41J,% äussere Argentiner 8. Sept, bis 8. „ „ 85 o fo 3% Oberhessen 4% Oesterr. Goldrente Dachdecker varbeiten aller Art übernimmt in Accord und Tagelohn bei pünktlicher Ausführung zu den billigsten Preisen Fr. H. Schmoll Wollengaße 12. 6332, Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Leibniz KindermehU“^ 1 . 218.80 . 189.30 . 138.70 . 145.00 . 158.80 . 155.30 . 20.60 . 177.80 . 202.00 . 184.50 . 167.80 . 27.10 . 93.00 . 92.50 Telephonischer Kursbericht. Frankfurt e. JBL, 10. September 1902. Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 10. Sept. In dem Prozeß gegen den Direktor Schmidt von der Trebergesellschaft wird nach einem Telegramm aus Leipzig Bankdirektor Exner mit den verurteilten Aufsichtsräthen der Leipziger Bank als Zeuge erscheinen. Berlin, 10. Sept. Ein Telegramm aus Bautzen meldet die Verhaftung eines angeblich aus Berlin stammenden Hochstaplers, der sich Dr. Karl Schulz nennt. Im Besitze des Festgenommenen wurde eine umfangreiche anarchistische Korrespondenz aufgefunden. Fertig- Särge, tannene und eichene, poliert, habe stets auf Lager uno halte mich bei etwaigem Bedarf bestens empfohlen. 5835 Justus Heck Schreinermeister, Asterweg 46. Meralur. Dichter uud Kämpfer. Aus dem Reiche des Z a r e n erfährt man selten Zuverlässiges. Wenn die Berichte die Schönfärberei der Censur passiert und die Oeffentlichkeit erreicht haben, dann sind sie gewöhnlich „nichtssagend" geworden. Die Nachrichten von Ausständen, Unruhen und Attentaten, die sich von Zeit zu Zeit wiederholen, lassen ans Unzufriedenheit im Volke schließen. Wer jedoch eingeweiht ist, wer die Stimmung von heute in Rußland kennt, der weiß, daß das Zarenreich am Vorabend großer Ereignisse steht. Einen interessanten Beitrag zur jungrussischen Bewegung liefert August Scholz durch einen „Dichter und Kämpfer" betitelten Artikel in Nr. 34 der „Berl. Jll. Ztg." Scholz erblickt ein Symptom darin, daß plötzlich in einem Lande, wo es kein Ver° sammlungs- und Vereinsrecht, keine Rede- und Preßfreiheit giebt, aus dem Volke heraus Dichter entstanden sind, die die kühne und freie Sprache der Dichtkunst als Waffe im Kampfe gegen Unterdrückung benützen. Wie vor 60 Jahren im absolutistischen Deutschland erklingt heute in Rußland das „politisch Lied" als „gewaltig Lied". August Scholz führt die Vertreter der jüngsten russischen Litteratur vor, deren interessante Eharakterköpfe die „Berl. Jll. Ztg." im Bilde bringt: den von uns schon mehrfach erwähnten, durch den Diederichs'schen Verlag in Leipzig auch uns Deutschen bekannt gewordenen Maxim Gorki, den genialen Barfüßler-Dichter, Tschechow, den Satiriker und Dramatiker, Bunin, den Lyriker, Andrejew, den Novellisten, WeressLjew und schließlich Skitälez, den sangesfrohen Bauernsohn, der bis vor Kurzem im Gefängnis saß. Die Geschichte der russischen Litteratur liest sich wie eine Märtyrer- aeschichte. — Die „Berl. Jll. Ztg.", die in der Nr. 34 eine große Anzahl interessanter photographischer Aufnahmen aus der ganzen Welt reproduziert, ist durch alle Buchhandlungen für Mk. 1,30 vierteljährlich oder 45 Pfennig monatlich zu beziehen. Einzel- Nummern sind für 10 Pfennig erhältlich. । e n, wegen des Diebstahls in eine G e f a n g n l s st r a f e vv,. -agen unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft verurteilt. — Der Handlanger CH. H. aus Alten-Buseck hatte einen Mann anläßlich eines Wortwechsels mit einer Hacke atem- lich am Arm verletzt. Ter rauflustige Bursche hat feine Thal mit 80 Mk. Geldstrafe eoent. 6 Tage Gefängnis zu büßen. — Fr. F. aus Großen-Linden, der schon recht ost mit dem Strafrichter zu thun gehabt hat, hatte sich heute wieder wegen Hausfriedensbruches zu verantworten. Da ihm aber nur der Versuch des Hausfriedensbruches nachgewiesen werden konnte, dieser aber straflos ist, mußte Freisprechung erfolgen. — Sämtlichen Verurteilten wurden jeweils die Kosten des Verfahrens au,erlegt. — Den Schluß des bis in den Nachmittag hinein dauernden Sitzung bildete eine Privatklagesache. Tie Belerdigungssache der drei Studenten der Veterinärmedizin, über deren Beginn wir bereits berichteten, kam nicht zur weiteren Verhandlung, da der Prwatkläger die Klage zurückgezogen hat. Breslau, 9. Sept. Die Strackammer verurteilte heute den verantwortlichen Redakteur der hiesigen „V o l k s w a ch t", Stadtverordneten Julius Bruhns, wegen Beschimpsung einer Einrichtung der katholischen Kirche, begangen durch eine Besprechung der Aachener Reliquien Verehrung nach dem Anträge des Staatsanwalts zu vierzehn Tagen Gefängnis. 9. Sept. 21,1° C 9. „ 7,3° C Berlin, 10. Sept. Der „L.-A." meldet aus Agram: Von den Teilnehmern an den Exzesien hat die Polizei bisher 1 20 Personen, darunter mehrere Gewerbtreibende, abgeschoben. Desgleichen wurde ein Redakteur zwangsweise nach Belgrad abgeschoben. Von den Verhafteten sind bereits 40 dem Staatsanwalt übergeben worden. Berlin, 10. Septbr. Nach einem Telegramm aus Posen wurde Graf Theodor Zoltowski, Vizepräsident des Posener Provmzial-Landtages und königl. Kammerherr, einer Kammerhcrrnwürde enthoben, weil er erklärt hatte, an den Kaisertagen in Posen nicht teilzunehmen. London, 10. Sept. Die Blätter veröffentlichen Dele«. gramme aus Transvaal, welche die dortige Lage in äußerst chwarzen Farben schildern. „Dily Mail" berichtet aus Johannesburg, daß die Not in der Stabt niemals chlimmer gewesen sei als jetzt. Tie Stabt ist mit Arbeitslosen überfüllt. Infolge des großen Zubranges ist eine bedeutende Verteuerung der Lebensmittel ein getreten. Man plant allen Ernstes die Errichtung von Konzentra- tionslagern für die Arbeitslosen. Brüssel, 10. Sept. „Etoile beige" meldet aus Rom. daß unter der Bevölkerung von Neapel große Aufregung herrscht wegen der neuen Thättgkeit des Vesuv. Am Fuße des Berges sind mehrere Erdstöße verspürt worden. In der verflossenen Nacht schlugen Flammen aus dem Krater. Mächtige Tampfsäulen erhoben sich über dem Vulkan. Triest, 10. Sept. Nach Meldungen hiesiger Blätter sind im Garnisonsspitat zu Tara große Defraudationen entdeckt worden, die schon seit langem systematisch betrieben wurden. Ein höherer Offizier soll bereits verhaftet worden sein und eine Anzahl weitere Verhaftungen bevorstehen. Kapstadt, 9. Sept. Im Parlamente hielt Minister- Präsident S p r i g g eine Rede zum B u d g e t, in der er au^- führte, daß die projektierten Eisenbahnen sich bald rentieren würden. Die Eisenbahnen wiesen in den letzten zehn Jahren einen Reingewinn von 10 Millionen Pfund aus. Im Jahre 1900 seien Güter im Werte von 19 Mill., 1901 im Werte von 23 250000 Psd. verzollt worden. Diese Ziffern zeigten eine beständige Zunahme des Reichtums und des allgemeinen Gedeihens der Kolonie. Die Ausfuhr der kolonialen Er- zeugnisse habe auch erheblich zugenommen. Die bestehende Schuld belaufe sich auf 38 Mill., wovon der ganze Betrag mit Ausnahme von 6 Mill, zu öffentlichen Arbeiten, die mehr als die Zinsen einbringen, angewendet wurde. Am 1. Juli 1902 habe die gesamte Debetbilanz für die letzten zwei Jahre 2192 000 Psd. betragen. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 19 224000, das Gesamteinkommen auf 17 030 000 Psd. Der koloniale Kredit sei gut. Die letzte Anleihe sei zu 96 drei Viertel Prozent ausgenommen. Für das kommende Jahr wurden die Einnahmen auf 10 350 000 Pfund geschätzt. Wahrscheinlich aber würde infolge der Zurückziehung der Truppen künftig weniger Geld im Lande sein als früher. Ter Ueberschuß für das laufende Jahr werde auf 286 227 Pfd. veranschlagt, doch sei möglich, daß diese Summe durch nachträgliche Forderungen sich vermindern werde. Der Beitrag für die Marine sei von 30 000 auf 50 000 Pfd. erhöht worden. Die Kriegsfosten seien auf 18 Mill. Pfd. veranschlagt und sollen durch Verkauf derjenigen Obligationen gedeckt werden, die von dem damaligen Freistaat als Zahlung für Eisenbahnbau an die Kolonie überwiesen wurden. Höchste Temperatur vom Niedrigste „ „ strafen von 5—60 Mr. wegen mrordentllcher Führung der Handelsbücher. Berlin, 10.Sept. Die »Voss. Ztg.' meldet aus Hannover: Die Hannoversche Landesbank stellte ihre Zahlungen ein. lieber die Hälfte des Akttenkapitals soll verloren ein. Der Generalversammlung soll die Liquidatton vorgeschlagen werden. Der Vorstand glaubt, bei ruhiger Geschäftsabwickelung würden alle Gläubiger voll befriedigt werden. Nürnberg, 9. September. Die Nürnberger Aktienbrauerei vormals Henninger erzielte in den 11 Monaten des Geschäftsjahres 1901/02 bei günstigem Geschäftsgang ca. 1000 Hektoliter Mehrabsatz. Die Dividende wird jedenfalls nicht geringer ausfallen, als die vorjährige dreiprozentige. Eine genauere Schätzung erklärt die Direktion derzett für unlhunlich. Mailand, 9. Sept. Der Bau des S i m p l o n iunnels wurde im August um weitere 346 Meter gefördert, sodaß letzt 12 916 Meter fertiggestellt sind. Wien, 9. Sept. Das Eisenbahnministerium leitete die Bestellung von 470 Wagen alter Art ein. Die Herstellungskosten betragen rund 3,9 Millionen Kronen. Sämtliche österreichische Waggonfabriken iverden unter Bekanntgabe des Bedarfes aufgesordert, entsprechend dem Arbeitsbedürfnisse gemeinsame Vorschläge für die Verteilung der Lieferung dieser Wagen zu machen. Rcwyork, 9. Sept. Es wird eine weitere Goldverschiffung von einer Million von Australien nach San Francisco gemeldet, wovon die eine Hälfte am 15. September, die andere am 6. Oktober ankommen soll. — Aus Mailand schreibt man der „B. B.-Htg." über bte Italienische Rentenconversion: Ter hohe Preisstand der alten 4proz. italienischen Rente und derjenige der demnächst erscheinenden neuen 3>/tproz. und der fortgesetzte Rückgang des Goldaufgeldes, das sich auf zirka >/r Prozent ermäßigt hat, lassen m den heimischen Blättern die Frage wegen der angeblich nahe bevorstehenden Convertirung der ersteren nicht zur Ruhe kommen. Wie weit dabei die Phantasie mitspielt, geht aus einem überall verbreiteten Telegramm hervor, wonach der italienische Botschafter in Paris, Graf Tornielli, bestrebt sei, in den dortigen Regierungskreisen die Pläne des Schatzmeisters nach Kräfteii zu unterstützen. Dazu bemerkt die „Perfevercmza" treffend: Unseres Erachtens ist die Zinsfuß-Herabsetzung der Rente eine Operation delikater Art, daß sie mit künstlichen Mitteln nicht vorzubereiten ist. Dieselbe hängt lediglich von der Lage des internationalen Geldmarktes und von dem blühenden Stande der italienischen Finanzen ab. Nur diese beiden Faktoren können die natürlichen Verbündeten des Schatzmeisters sein. Tie „Sribuna" will wissen, ohne öementirt zu werden, daß im November mit der in Rede stehenden Transaktion begonnen werden soll, und daß die betreffenden Verhandlungen mit dem Pariser Bankhause Rothschild bereits zum Abschluß gelangt seien, ©o bedeutend auch — wenn diese Notizen auf Wahrheit beruhen — das Geschäft zu sein scheint, so schrunwft es doch bei näherer Betrachtung wesentlich zusammen. Bekanntlich ist der größte Teil der Rente nach Italien zurückgeströmt, und ein ansehnlicher Prozentsatz befindet sich im Besitz frommer Stiftungen. Letztere können nicht gut in ihrem Zinserträgnis geschmälert werden und dürste man ihnen gegenüber denselben Weg emschlagen, den man bei Schaffung der inneren 4'/,proz. Rente betreten. Ob die überwiegende Menge der ausländischen Besitzer sich mit 3*/2 p(£t. begnügen wird, steht dahin; ansehnliche Summen aus diesen Kreisen dürften daher aller Wahrscheinlichkeit nach zur Rückzahlung gelangen. Der Zinsgewinn, den der Staat selbst bei vollständigem Gelingen der Konversion erzielt, ist demnach kein allzu großer. Derselbe soll, wie verlautet, zur Abschaffung der drückendsten Abgaben, namentlich zur Herabsetzung des unvernünftig hohen Satzpreises, Verwendung finden. An die Inangriffnahme der so notwendigen Steuerreform auf gründ der Konversion ist gar nicht zu denken. Ist. wie gesagt, die Ersparnis iw den Ausgaben keine sehr große, so ist der moralische Nutzen, den Italien aus dieser Transaktion zieht, um so bedeutender. Eine Bewertung seines Kredits auf dem internationalen Geldmarkt mit 8'/,pEt. kennzeichnet jedenfalls die wirtschaftlichen Fortschritte, die das Land im letzten Jahrzehnt gemacht hat, aufs deutlichste. 4VJ1% Oesterr. Biiberrente 102.00 4% Ungar. Goldrente . . 102.10 ■«- Noah s Amme wußte es scholl, b-ftnde^L Menschen in einer guten Verdauung besteht, u. daß kleine Magenverstimmungen, wenn unbeachtet ge- • lassen, ernste und schwere Krank- TA i heiten im Gefolge haben können. Sonderbar, — alle wissen es und doch geschieht so wenig — Appetitlosigkeit, Verdannngsschwäche, Stuhlträgheit, mangelhafter Stoffwechsel, im ersten Stadium, — versuchen Sie es mit Dr. W. Knecht's Magenbitter „Sautis". Sie werden die wohlthätige Wirkung bald kennen lernen. Zu haben in allen feineren Kolonialwaren- u. Deli- katessen-Geschäften. Wo keine Verkaufsstellen durch die Fabrik. 6210 Dr. W. Knecht & Co., Frankfurt a. M. aber entschieden, daß er auf Anfordern eines zuständigen Beamten jederzeit absteigen muß. Der Angeklagte wurde demgemäß m einer Geldstrafe von 3 ML, eoent. 1 Tag Haft, verurteilt. — Der Ingenieur H. zu Gießen war beschuldigt, ohne polizeiliche Erlaubnis aus seiner Hofraite am Schiffenbergerweg in den Nachbargarten mit einem Tejching geschossen zu hcwen. Ter Beschuldigte erklärte, er habe lediglich fein Gewehr ui den Boden entloben wollen, während ein kleiner Zeuge behauptet, er habe bte Schrotkörner mannshoch in der Luft fliegen gesehen (!) Das Urtell lautete auf 10 Mark Geldstrafe, eoent. 2 .uige Haft. - Der Schreinerlehrling H. aus Alten-Buseck war des Betrugs und des Diebstahls angeklagt; er soll seinem Meister einen Revolver gestohlen und durch Vorspiegelung falscher Thatsachen Vorschuß ab- aelocu haben. Er wurde von der Anklage des Betrugs freite s p r o ch ________ n':~t*•* von 10 T Arbeiterbewegung. Berlin, 9. Sept. Eine allgemeine Lohnbewegung der berliner Glätterinnen ist in Vorbereitung. Zwei gestern ab- gehaltene Plätterinnenversammlungenbeschlosfen, zur Durchführung der im Jahre 1900 vor dem Einigungsamte des Gewerbegerichts sestgefetzten Löhne die nöthigen Schritte zu thun. Tie vereinbarten Akwrdsätze sind infolge der ungünstigen Geschäftslage wesentlich heruntergegangen. Gegen die Konkurrenz der Dampfwaschanstalten, die Preise unb Löhne drücken, will man gemeinsam mit den Arbeitgebern, den Plättanstaltsinhabern vorgehen. Innerhalb Berlins bestehen etwa 100 Dampswaschanstalten. Köln, 9. Sept. Der Maurer-Ausstand ist nach vierwöchiger Dauer beendet. Es arbeiten 800 Maureraesellen unter den neuen Bedingungen, d. h. 70 Prozent der vor Ausbruck des Ausstandes in Köln überhaupt beschäftigten Maurer. Die Lohnkommission bezeichnet das Ergebnis der Lohnbewegung als durchaus befriedigend. Nürnberg, 9. Sept. Infolge Beschlusses einer Metallschlager- oerfanimlung wurde heute in mehreren M e t a l l s ch l ä g e r e i e n die Arbeit niedergelegt. Die übrigen Arbeiter haben die Kündigung eingereicht, nachdem die Unterhandlungen der Meister mit dem deutschen Metallarbeiterverband wegen des Lahntarifs gescheitert sind. Foggia, 9. Sevt. Gestern abend traten in Candela 400 Landarbeiter infolge Lohnstreitigkeiten in den Aus st and und besetzten die Ausgänge des Ortes, um andere arbeitswillige Leute zu hindern, sich auf die Güter zu begeben. Die Gendarmerie versuchte die Ausständigen zu überreoen, die Freiheit der Arbeit zu achten, aber die Ausständigen griffen den Gendarmeriewachtmelster an und verwundeten ihn schwer durch Stockschläge. Tas ankommende Militär wurde mit Steinwürfe empfangen, wodurch mehrere Soldaten verletzt wurden. Dem Gendarmeriewachtmeister und einem Gendarmen wurden die Gewehre entrissen. Das Militär sah sich genötigt, Feuer zu geben, wodurch fünf Personen getötet und zehn verwundet wurden. Es sind sofort weitere Truppen und 150 Gendarmen nach Candela entfanbt worden. Die Angreifer des Gendarmeriewachtmeisters wurden verhaftet. New-Uork, 9. Sept. Der pennfylvanifche Gouverner Stone hatte eine Konferenz mtt Morgan wegen Beilegung des Koh- e n st r e i k s. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Gießen, 8. Sept. Zum Petroleumhandel wird uns geschrieben: Es hat in den letzten Jahren nicht gefehlt an Aufklärungen durch Fachleute, über die Gefahren, die dem Petroleum- Handel — und dadurch dem Händler wie dem Konfumenten — von amerikanischer Seite drohen, und dies wurde in dankenswertester Weise durch die Preffe auch in den weitesten Kreisen bekannt. Ohne daher das bekannte Verfahren der Amerckaner nochmals zu schildern, sei nur auf das Endziel der amerikanischen Kapitalisten hingewresen, das dahin geht, der Deutsch-Arneri- kanifchenPetroleum-Gesellfchaft zunächst durch billige Preise und Anbietung aller möglichen Bequemlichkeiten für den Händler Einführung zu verschaffen. Bezüglich der Mittel und Wege hierzu ist diese Gefttlschaft nicht allzu wählerisch, denn nach dem Grundsatz: „Der Zweck heiligt die Mittel" laßt sie diese Mittel auch sehr zweifelhafter Natur fein. Wird die Deutsch-Amerikanifche Petroleurn-Gesellfchaft die Abnehmer erst durch ihre Abfüllvorrichtungen gebunden haben, fo diktiert sie die Preise und steckt den bann überhaupt unberechenbaren Nutzen ungeschmälett selbst ein, während der Kaufmann zum Handlanger herabsinkt. Daß sich vorstehende Ausführung bewahrheitet, geht heute schon daraus hervor, daß genannte Gesellschaft beispielsweise für Gießen und Umgegend — einem, ihr heiß bestrittenen Terrain — Petroleum pro Liter zu 15 Pfg. liefert, wahrend sie sich in ihrem neuen, erst einige Tage alten Okkupationsgebiet, dem ehemals hessischen Hinterlande (Gladenbach rc.) 16\2 Pfg. bezahlen läßt. Ihre Skrupellosigkeit geht hierbei fo weit, daß ihre Vertreter die unwahre Behauptung aufstellen: Die Grossisten m Gießen, Marburg rc. könnten überhaupt kein amerikanisches Petroleum mehr liefern. Dies ist selbstverständlich nur eine plumpe Falle, um leichtgläubige Geschäftsleute schneller gefügig zu machen. Hat die Gesellschaft nun ihr Ziel erreicht, fo wird der Detaillist überflüssig, und die Lieferung des Petroleum dürfte dann zweifellos direkt an den Konsumenten erfolgen. Hiermit wäre bann das Monopol für die Deutfch-Amerikanifche Petroleum-Gesellschaft in Deutschland vollständig und aus unserem Vaterlande wandern Summen nach Amerika, deren Entbehrung ganz enorme wirtschaftliche Nachteile auf allen Gebieten mit sich bringen muß. Jedenfalls wäre es nunmehr an der Zeit, daß die d e u t s ch e R e g i e r u n g für die Steuerkraft ihres Volkes eintritt, und dem selbstsüchtigen Treiben des amerikanischen Kapitals Einhalt bietet. Allen, zunächst in Betracht kommenden Geschäftsinhabern ist dringend zu raten, im Interesse ihrer Selbsterhaltung und chres Ehrgefühls, alle Annäherungsversuche der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft und deren Anhang, auf das Entschieden st e zu rückzuweifen. Essen, 9. Sept. Die thatsächliche Einschränkung des Kohlen- I y n d i k a t s im August betrug 20.55 Proz. gegen 23.37 Proz. im Juli und 15.57 Proz. im August v. Js. Halle a. S., 9. Sept. Die Deputation der Mans seid er Gewerkschaft beschloß, für das erste Semester des laufenden Jahres eine A b f ch l a g s a us b eu t e von fünf Mark pro Kux mszuzahlen. Halle, 6. Sept. Ein verkrachter sozialdemo- lratifcher Konsumverein. Der Konsumverein in Sandersdors b. Halle a. S. ist mit einer Schuldenlast von 8300 Mk. zusammengebrochen. Die Llktiven beziffern sich auf nur 2800 Mk. Trotzdem der Verein schon seit Jahren mit einer Unterbilanz arbeitete, wurde er noch durch Fälschung 2er Jahresbilanz und Verkettung von 6pCt. ^Dividende" zehatten. Infolgedessen erhietten die Vorstandsmttglieder Geld- Versteigerung. Donnerstag den 11* d. MtS., nachmittags 3 Uhr, /ollen dahier Neuenweg 28 1. Haus- u. Küchengeräte aller Art sowie 1 Oeronomiervagen, 2. 2 Mille Cigarren und 3. 1 Nähmaschine zwangsweise gegen bar versteigert werden. Gießen, 10. September 1902. 03916 Seipel, Gerichtsvollzieher. Die Lieferung des Holz- bedarfS unserer Gruben soll für die Zett vom 1. Januar 1903 bis 81. Dezember 1903 vergeben werden* Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der Holz- iorten und der ungefähren Be- oarsSmengen können aus unserem Büreau Hierselbst eingesehen oder auch von uns bezogen werden. Offerten auf den ganzen Bedarf oder für den Bedarf einzelner Gruben oder auf die Lieferung bestimmter Holzarten find in verschlossenen, mit der Aufschrift „Holzlieferung" versehenen Couverts bis spätestens dcu 21. September 1902 bei uns einzureichen. 6279 Weilburg, 9. September 1902. Krupp sche Bcrgverwaltuug. WWilMM Neues Sauerkraut Neue Gurken Prima neue holländische Vollheringe empfiehlt 6288 Karl Eichmann Lderstratze 1. Nordanlage. Hasen 7NO Schiller stets frisch geschossen bei 03917 _____Wildprethändler Ebel. — .Rheinisches TechnikumBingen Höhere Fachschule für Maschinenbau u.Elektrotechnik Progr. frei Direktor Hoepke. MMMMM Im Stritten u.Anstritken von Strümpfen empfehle ich mich angelegenilichst KLrickgarnelbkßevuglltatell! habe ich stelS vorrätig. 0T Preise billigst. Ernestine Höpfner Grünbergerstraße 17. 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