Nr. 159 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche beiqclegt. Rotationsdruck u. Verlag bu. Brüh lffche^ Unioerj. Buch- u.Stei. btuderct (Pietsch Erben) foeOafm.. Erpedttio». um Druckerei: Schul st ratze 7, dldresse für Depeschen: Anzeiger Gießen, ^ernsprechanschluß Nr. 5L Zweites Blatt. 152. Jahrgang Donnerstag 10. Juli 1903 GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis, monatlich7bPf.,viertele jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- ii. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeUenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für .Stadt und ßanb* und „Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Deutsches Keich. Berlin, 9. Juli. Aus Maud al (Norwegen) wird gemeldet: Die „Hohenzollern" mit dem deutschen Kaiser an Bord hat heute abend das Kap Lindesnäes passiert. — Direktor Heinrich Conried vom Irving Place- Theater in Newyork wurde am Donnerstag vom Kaiser in Travemünde empfangen und brachte drei Stunden auf der „Hohenzollern" zu. Der Kaiser fragte mit größtem Interesse und außerordentlicher Sachkenntnis ttacfy amerikanischen Verhältnissen und beschenkte seinen Gast beim Abschied mit einer goldenen, reich mit Brillanten besäten Dose. — Der Hofstaat des Prinzen Heinrich siedelte, wie man aus Kiel meldet, heute vormittag von dort nach Gut Hemmelmark bei Eckernförde über. Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, die im Kieler Schloß zum Besuch weilte, begab jicty gleichfalls dorthin. — Der Direktor beim Reichstag Geheimrat Knack hat einen Nachtrag zum amtlichen Reichs-tagshand- buch für die lausende Legislaturperiode erscheinen lassen, das mit dem 11. Juni abschließt. Die Fraktionen haben zur Zeit folgende Stärke: Zentrum 105, Sozialdemokraten 58, Deutschkonservative 52, National- liberale 51, Freisinnige Volkspartei 27, Reichspartci 20, Freisinnige Vereinigung 14, Polen 14, Antisemiten 10, Elsässer 10, Deutsche Volksvarlei 7, sonst bei keiner Fraktion 26. Erledigt sind die Mandate des Zentrumsabg. Bayer (3 Oberfranken) und Dr. Lieber (3 Wiesbaden) sowie des Nationalliberalen Friedel (2 Oberfranken). — Im Brausteuergebiete betrug im Jahre 1900 die Gesamteinnahme vom Bier etwas über 40 Millionen Mark, darunter vier Millionen an Uebergangsabgaben von dem aus Süddeutschland zugeführten Bier. Dagegen wurden allein in Bayern aus der dortigen Biersteuer 36 Mill. Mark eingenommen. Auf den Kopf der Bevölkerung berechnete sich im Jahre 1900 die Bierabgabe in Bayern auf 5,87, in Württemberg aus 3,91, in Baden aus 4,33, in Elsaß-Lothriugen auf 2,07, dagegen im norddeutschen Braustenergeb-iat aus 0,91 Mark. Vom Branntwein betrug der Reinertrag in demselben Jahre nahezu 165 Millionen Mark ober 2,95 Mark auf dezr Kopf der Bevölkerung, also knapp die Hälfte Ate Heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Kaiserliche Aeußerungen. Man schreibt uns von geschätzter Seite: Die Verbreitung angeblicher, völlig erfundener kaiserlicher Aeußerungen scheint nachgerade zu einer Spezialität gewisser stoffverlegener Reporter zu werden. Wiederholt sind solche Sensationsmeldungen in schärfster Form amtlich gekennzeichnet worden; von Zeit zu Zeit versucht man es aber immer wieder, die Meinungsäußerung des Kaisers ins Feld zu führen. Denn das ist ein weiterer, mitunter oornicht nebensächlicher Zweck solcher Ausstreuungen, daß sie dazu dienen, gegnerische politische Bestrebungen durch den Tadel des Herrschers in Mißkredit zu bringen, und die eigene Auffassung in ein umso vorteilhafteres Licht zu setzen. Verwunderlicher Weise schlagen Organe der allerentschiedensten, radikalsten Opposition Kapital aus den unverbürgten Kaiserworten — sobald sich diese eben gegen eine Ricktung wenden, die sie selbst bekämpfen. Andererseits findet der Inhalt kaiserlicher Reden fast niemals die Zustimmung der anspruchsvollen Kritiker mit dem „Männerstolz vor Königsthronen". Ein seltsamer Widerspruch Denn in dem Zitieren der (genehmen) Aeußerungen liegt doch der Respekt vor der Autorität ausgedrückt, auf die man sich beruft. In diesem Sinne könnte man's gelten lassen, vom Standpunkte des Monarchisten begrüßen, daß der monarchische Gedanke auch da nicht ganz erloschen ist, wo man ihn nicht mehr vermutete. Schwerer aber wiegt die Gefahr, die aus der Erfindung von Kaiserworten für das Politische Leben entsteht. Es werden dem Herrscher Meinungen zugeschrieben, die vielleicht in vollem Gegensatz stehen zu denen, die er in Wirklichkeit hegt. Nicht immer kann die Richtigstellung rasch genug erfolgen, und so setzt sich eine falsche, eine wissentlich gefälschte Auffassung in der Bevölkerung fest. Der Kaiser läßt es nicht daran fehlen, seine Ansichten über politische, soziale, künstlerische Fragen kundzugeben. Und auch da, wo man nicht einverstanden ist, wird man doch ost gefesselt, und angeregt entweder von der Originalität der Gedanken oder von dem Glanz der Sprache, die den Kaiser zu einem der ersten Redner machen, die unsere Zeit besitzt. An diesen authentischen Kaiserworten, die schon manches Mal den Nagel auf den Kopf getroffen, das klar und prägnant ausgedrückt haben, was vielen das Herz er- füllte, kann man sich genügen lassen. Wer die Presse des Auslandes liest, weiß, daß jede solcher Reden als ein Ereignis betrachtet wird, nicht nur, weil der Kaiser, sondern weil ein Mann von geistiger Bedeutung gesprochen hat. In konservativen Zeitungen, in der „Kreuzztg.", im „Reichsboten", sind Bedenken laut geworden über die politischen Reden hoher Militärs, wie des Generals v. L o e. Auch wir sind der Meinung, daß man bei dem Heerführer den „Sinn für das Dramatische" gern vermißt. Politische Reden gerade von dieser Seite können bei dem Vesten Willen der Diplomatie die kunstvollen Kreise stören. Nicht jeder hat das Wort in der Geivalt. Mer es scheint uns eine seltsame Auffassung, wenn man, wie es geschieht, zu verstehen giebt, eine verminderte rednerische Betätigung oes Kaisers werde die anderwärts vorhandene, lvachsende „Neigung zum Rethorischen" eindämmen. Einfacher ist es doch, die anderen schweigen, wenn sie nicht ganz besonderes der Nation zu sagen haben. der bayerischen Bierbelastung. Der Tabak ist mit 1,17 Mark, der Zucker mit 2,04 Mark auf den Kopf der Bevölkerung belastet. — Die oberbayerische Handels- und Gewerbekammer schloß sich einstimmig der Eingabe der rheinisch-westfälischen Handelskammer an den Reichskanzler, die Aufhebung der Gericktsserien betreffend, an. Die Kammer spricht sich dahin aus, daß die Gerichtsferien mit den heutigen Rechtsbedürfnissen nicht mehr vereinbar seien. Für das Erholungsbedürfnis der Richter müsse auf andere Weise gesorgt werden. — Ob dem Reichstag der in Aussicht gestellte Entwurf über kaufmännische Schiedsgerichte bereits im Laufe des kommenden Winters zugehen kann, muß zweifelhaft erscheinen, da sich bei der Ausarbeitung der Vorlage größere Schwierigkeiten herausgestellt haben, als man erwartet hatte. Dresden, 9. Juli. Die erste Ständekammer stimmte heute, wie vorauszusehen war, der Erhöhung der Zivil liste und Apanagen glatt zu. Karlsruhe, 9. Juli. Hier hat sich ein Komitee gebildet zur Organisation einer Protestbewegung gegen die Zulassung von Männerklöstern. — Zweite Kammer. Abg. Zehnter (Ztr.) berichtet über den Gesetzentwurf, betreffend die Errichtung der Landwirtschaftskammer, den die erste Kammer dahin abgeändert hat, daß die Grenze der Wählbarkeit bis 2000 Mk. Grundsteuerkapital festgesetzt ist, während die zweite Kammer 1500 Mk. festgesetzt hatte. Die weiteren Abänderungen betreffen das Wahlrecht. Die Kommission erklärt die vorgenommenen Abänderungen nicht für an- nemhbar und beantragt Mlehnung des Entwurfes in der Fassung der ersten Kammer. Das Gesetz wird sodann einstimmig abgelehnt. Stuttgart, 9. Juli. Die Mgeordnetenkammer nahm den Antrag auf Einführung einer fakultativ en Ge- mein de-Einkommen st euer an. Ausland. London, 9. Juli. Im Laufe der heutigen Beratung im Unterhause erklärte Hicks Beach auf eine Anfrage wegen desNiedergangesderbritischenKohlen- ausfuhr nach Hamburg, daß allerdings im Vergleich zu 1900 im Jahre 1901 ein Rückgang cingetreten sei. Die Ausfuhrziffern seien im Jahre 1900 aber weit höher gewesen als in den Jahren 1897, 1898 und 1899. Der Rückgang im letzten Jahre sei eine Folge der ungünstigen Lage der deutschen Industrie gewesen. Er glaube nicht, daß die Abnahme der britischen Kohlenausfuhr nach einem einzelnen deutschen Hafen ein Beweis für die Notwendigkeit sei, die Frage des Kohlenzolles aufs neue in Erwägung zu ziehen. — lieber die Zustande in Pretoria wird dem „Daily Expreß" telegraphiert: Obwohl die T r u n k e n h e i t in der Abnahme begriffen ist und das Rowdytum etwas weniger wild auftritt, so erregen doch.Verbrechen und Gewaltthaten große Furcht. Die Frage der Arbeitslosen wird immer ernster, und die Armut wächst. Viele Kanadier und Australier wünschen zurückzukehren, aber es fehlt an Gelegenheiten, und die Leute find sehr enttäuscht. Man plant die Herausgabe einer in versöhnlichem Sinne geschriebenen holländischen Zeitung. Birmingham, 9. Juli. Der für gut unterrichtet geltenden „Birmingham Post" wird aus London gemeldet, Kaiser Wilhelm beabsichtige, in nächster Zeit König Eduard einen Besuch zu machen, um ihm zu seiner Wiederherstellung persönlich Glück zu wünschen. Er werde nicht notwendigerweise nach London kommen, sondern mit König Eduard auf einer Nacht-Kreuzersahrt in der Nähe von Helgoland zusammentreffen. (?) Paris, 9. Juli. Der Senat nahm die Vorlage betreffend die direkten Steuern an und ferner die Vorlage, durch die dem Afrikaforscher de Brazza eine Rente von 10 000 Francs als Nationalbelohnung bewilligt wird. Desgleichen nahm der Senat die Vorlage betreffend die Konversion der Zchzprvzentigen Rente an. Marseille, 9. Juli. Der Dampfer „Phönix" ist mit einer ganzen Anzahl gefangen gewesener Personen aus Südafrika hier eingetroffen. Rom, 9. Juli. Gerüchtweise verlautet, Präsident Loubet werde im Herbst Rom einen Besuch abstatten. Lemberg, 9. Juli. Wie verlautet, hat die Regierung dem Polenklub die Zusage gemacht, daß vom nächsten Jahre ab die Einführung der polnischen Sprache als Amtssprache bei den Post- und Telegraphen-Aemtern in Galizien erfolgen werde. — Landtag. Im Laufe der Budgetdebatte kommt Wg. Rotter (Demokrat) aus die Vorgänge in Preußen zurück und b^eichnet die hieraus bezügliche Kundgebung des Landtages als angemessen. Der Landmarschall fordert den Redner auf, bei der Sache zu bleiben und die Person des d e n t s ch e n Kaisers nicht in die Debatte zu ziehen. Lettin je, 9. Juli. Die Hochzeit des Prinzen Mirko mit Frl. Natalie Konstantinowitsch findet am Sonntag in Cetinje statt. König Alexander von Serbien entsendet keinen Vertreter zu der Feier. Der serbische Gesandte in Cetinje Oberst Wassitsch weilt bereits mit Urlaub in Belgrad. Die unfreundliche Haltung des Königs Mexander gilt in erster Linie dem Vater der Braut, dem einstigen serbischen Gard ekorn Mandant en Obersten Konstantinowitsch, der als intimer Freund des verstorbenen Königs Milan und des gewesenen milanistischen Mimster- präsibenten Wladan Georgewitsch den König Alexander durch verschiedene Kundgebungen verletzt hat. Peters Mir g, 9. Juli. Das 85. Infanterieregiment: in Wyborg, dessen Chef Kaiser Wilhelm ist, feierte sein Regimentsfest, dem der deutsche Botschafter und sämtliche Mitglieder der deutschen Botschaft beiwohnten. Der Regimentskommandeur Baron Brincken sandte an Kaiser Wilhelm ein Huldigungstelegramm. Colombo, 8. Juli. Gemäß den Weisungen des deutschen Auswärtigen Amtes übernahm der hiesige deutsche Konsul von den englischen Behörden zunächst 55deutsche Kriegsgefangene und schiffte dieselben auf dem heute nach Deutschland abgegangenen Reichspostdamvfer Oldenburg" ein. Auf dem Dampfer „Sultan" werden 7 andere deutsche Gefangene auf ihren Wunsch nach Deutsch-Afrika befördert. Buenos-Ayres, 9. Juli. Die Regierungen von Argentinien und Chile unterzeichneten ein Wkommen, in dem nähere Bestimmungen über die Ausführung der Verträge betreffend das Schiedsgericht und die Einschränkung von Rüstungen getroffen werden, um die Möglichkeit künftiger Verwickelungen zu vermeiden. Die öffentliche Meinung ist über das neue Abkommen befriedigt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 10. Juli 1902. * * Personalien. Der ordentliche Professor in der juristischen Fakultät der Landesunioersität Dr. Ernst Beling ist auf fein Nachsuchen aus dem Staatsdienste entlassen worden. Der Kabinetsfekretär Dr. Eugen Kranzbühler zu Darmstadt ist zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Gießen ernannt worden. * * Die Großh. Regierung soll nach der „Franks. Ztg." erklärt haben, daß sie auf die Beratung der Wahlrechtsvorlage in der Ersten Ständekammer noch in der lausenden Tagung verzichtet. • • Zum Tode des Geheimrats Schiller. Jz auswärtigen Blättern verbreitete Nachrichten, die den Stempel böswilliger Erfindung deutlich an sich trugen, werden jetzt durch folgende jenen Blättern zugegangene Berichtigung ad absurdum geführt: 1) An dem Grabe des vorstorbenen Geh. Oberschulrats Prof. Dr. Schiller ist mit meinem Dorwissen ein Kranz im Namen der L e h r e r u n s e r e r A n st a l t, die unter dem Verstorbenen gewirkt haben, niedergelegt worden. 2) Die Großh. Regierung ist mit dieser Angelegenheit weder unmittelbar noch mittelbar befaßt gewesen. Geh. Schulrat Dr. Schädel. ** Der Hessische Landeslehrerverein will seinen Vereinsobmann, den Landtagsabg. Oberlehrer Backes, ehren. Die einen denken dies zu thun durch Herstellung und Verbreitung eines Bildes des Mannes, andere wollen aus freiwilligen Beiträgen eine „Backes-Stiftung" gründen zur Unterstützung kranker Lehrer und Lehrerinnen. Der „Schulbote" tritt für das erste Projekt ein, verschiedene Bezirksoereine für das zweite, das wir eher befürworten können, und das dem Sinne einer Ehrung besser entspricht. * * Das Konzert der Feuerwehrkapelle, das gestern Abend in Röhrles Bierhalle gegeben wurde, erfreute sich eines guten Besuchs. Große Anerkennung verdient die in Uniform erschienene neue Feuerwehr-Kapelle, welche sich durch gut geschulte Leute unter dem Kapellmeister Hermann Weller aus Gießen vorteilhaft auszeichnete. * * Dem Gesangverein Liedertafel zu Lollar ist es gelungen, zu feinem am 13. d. Mts. stattfindenden Stiftungsfest, die Mitwirkung seines Ehrenmitgliedes, des rühmlichst bekannten Kammermusikers Kümmel aus Darmstadt zu erwirken. Kümmel weilt z. Zt. in der Schweiz. - a- Garbenteich, 9. Juli. Vorigen Sonntag und Montag feierte der Gesangverein „Frohsinn" sein 25jähriges Stiftungsfest. 26 auswärtige Gesangvereine waren zu der Feier erschienen. Um 2 Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug, in dem besonders der hiesige Radfahrverein mit feinen geschmackvoll dekorierten Rädern auffiel, durch die schön geschmückten Straßen des Dorfes dem Festplatze zu. Dort begrüßte Präsident Burk die erschienenen Gäste. Pfarrer Sommerlad feierte in beredten Worten die bestrickende Macht des Gesanges und mahnte zur Pfiege des edlen deutschen Volksliedes. Er schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Es folgten dann die Liedervorträge der einzelnen Vereine. § Ost heim (bei Butzbach), 9. Juli. Am nächsten Sonntag und Montag findet hier die von der Umgegend gern besuchte Kirch weihe statt. Bälle werden in den Restaurants von P. Schneider und Konr. Fett abgehalten. Offenbach, 10. Juli. Durch Blitzschlag wurde, gestern nachmittag die im Jahre 1740 erbaute katholische Kirche in Heusenstamm in Brand gesteckt. Der ganze Glockenturm ist ausgebrannt, das Kirchenschiff mit den prachtvollen Deckenmalereien zerstört, während Stühle, Chor und Altar gerettet werden konnten. Der Schaden ist größtenteils durch Versicherungen gedeckt, aber künstlerisch ein unermeßlicher. Worms, 9. Juli. Sch arfe Angriffe wurden gegen den Zentralvorstand der nationalliberalen Partei im Großherzogtum von der am Samstag Abend in Worms stattgehabten Generalversammlung des nationalliberalen Vereins für Worms gerichtet. Reichstagsabgeordneter Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim bedauerte, daß der Zentraloorstand außerThätigkeit getreten sei und es unterlassen habe, in wichtigen Fragen, wie sie jüngst auch die Gerichtssaal. Vermischtes Schmidt an Dr. Gentzsch am 4. März 1901, er sei durch diese Kreditskizzierung ganz mutlos geworben, auch seine dortigen Mitinhaber verlören den Kopf. Ergänzend kommt ein vertraulicher Brief der Trebergesellschaft an das Sekretariat der Leipziger Bank zur Verlesung. Sie schreibt, sie müsse, wenn nicht ihre ganze Arbeit umsonst gewesen sei, einen weiteren Kredit haben. Dann gelangt das Protokoll des Aufsichtsrates der Bank vom 11. März 1901 zur Verlesung. Es herrschte allerseits Einverständnis, daß an dem letzten Beschluß sestzuhalten sei, damit das Kasseler Obligo vermindert würde. Immerhin wolle man dem drv- lPriestersemmars zu Fulda. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Hofmarschall v. Seckendorf hat die Burg Rh ein st ein für den Prinzen Heinrich von Preußen, dem sie von dem verstorbenen Prinzen Georg testamentarisch .-vermacht worden war, übernommen. Der Zutritt zur Burg Meibt dem Publikum genau in der bisherigen Weise gestattet. eilt worden, in dem die bestimmteste Skizzierung des s Kassels ausgesprochen wird. Hierüber schreibt Der Leipziger Baukprozetz XVL *Paris, 9. Juli. Die hiesige Polizei hat bi§ jetzt nicht weniger als 900 Meldungen über ine sicheren Spuren der Entdeckung der Familie Humbert Erhalten, gewissen Kreisen hält man übrigens die Suche nach den Lumberts für ein Seitenstück der Suche nach Arton, deu die Polizei s. Zt. nicht aufsindeu konnte. Es scheint fernem Zweifel zu unterliegen, daß der Aufenthalt der MttglletEr der Familie Humbert der Regierung bekannt sei. Die Furcht vor einem Skandale, in welchen zahlreiche politische Persönlichkeiten hineingezogen werden könnten, sei jedoch fo groß, daß deshalb eine Verhaftung nicht erfolge. * Bologna, 9. Juli. In einem Kaufladen im ßen* trum der Stadt brach heute eine F e u e r s b r u n st aus, bte sich infolge einer Explosion von Petroleumfässern auf. die Nachbarhäuser ausdehnte. Etwa vierzig Personen wurden verletzt. Der Brand wurde in den Abendstunden bewältigt. Der Schaden ist sehr groß. * Sern, 10. Juli. Der Kupferstecher Krause ftürste. unweit Beatenberg ab und wurde schwerverletzt aufgv- funden, nachdem er drei Tage hilflos gelegen hatte. * Budapest, 10. Juli. Der Ortsvorstand Weichste aus Schönau in Sachsen, welcher wegen Unterschlagung; von 54 000 Mark geflüchtet war, wurde unweit Leutschpu - '■ v _ ™ < । oct zwficht. über feine Person zu luuiujui. uumcnuumicu uuw. ^ Loudon, 9. ^uIl Aus ^ureuzo Marques wird S^^ich enthalte die Beuöchmmg ms prakt. A^t ein Vergehen Der Gesamtschaden. ivcldKn die letzte gro^el gcqen die <ÄL^rbeorommg. Die Anklagebehörde bezeichnet den L b r u n ft verursachte, beläuft sich auf eine Million AyaEaglen ms einen gemeinaesährlichen Hochstapler und ehr- terl. Der Brand dauerte fünf Tage. J^eh Charakter, der mlldernde Umftänbe nicht verdiene. Er habe Verbot der Ehelosigkeit ergeben haben. Daß hierbei auch manche in das Gebiet des geschlechtlichen Verkehrs fallende Vorgänge berührt werden mußten, ist auf den in dem Buch behandelten Stoff zurückzuführen. Der ganze im Zusammenhang zu berücksichtigende Inhalt der Bücher läßt aber nicht erkennen, daß dem Verfasser daran gelegen hat, etwas, was Achtung und Verehrung erfordert, in verletzender und roher Weife herabzuivürdigen; er ist ferner auch nicht geeignet, das Scham- und Sitllichkeitsgefühl des Publikums, für das jenes Buch bestimmt ist, in geschlechtlicher Be- Paris für 500 Fr. gekauft hatte. Aber weshalb ließen, sich I Sch^t Hergl s. Hem'ürLl beH'- Der Verfasser diese beiden diese iwerteuren ui^zum Teil überflüssigen I Quf historisch-philosophischer Grundlage, also in wissenschast- Artikel aufhalsen? ^m Gefchaftsrotwelsch heißen solche, ckr- Weise, die Lehre der katholischen Kirche von der Ehelos io- tikel „Ausgestopfte zteokodile"; der Wucherer, der beileibe x^it des Priest er st andes als unrichtig darziUhun. Er feinen Verstoß gegen das Gesetz machen möchte, besitzt im beschimpft hierbei nicht die Einrichtung der katholischen Kirche, Hintergründe seiner Geschäftsstube noch einen geheimen sondern erläutert an Beispielen die Folgen, die sich aus dem Verschlag mit ausgestopften Krokodilen, d. h. mit wert- " ' ' losen Gegenständen; wenn er schon sein Geld zu einem | unanfechtbaren Zinsfüße leiht, so nötigt er nebenbei feine Schuldner, ein solches Krokodil für irgend einen Phantasiepreis mit in den Kauf zu nehmen. Wenn der Prinz und seine Geliebte also bei yanias anklopften, war ihnen ein solches Krokodil gewiß, mochte es als abessinischer Tiger ober als Zobelpelz auftreten. Unglücklicherweise ließ sich aber Hamas verleiten, ihnen für ein Darlehen von 8000 Franken volle 10000 Fr. anzuschreiben, und daraus fußt denn die Klage auf Wucher, die gegen ihn angestrengt worden ist. Was sonst die Vergehen des Betruges und | des Hintergehens von Minderjährigen betrifft — der Prinz ist erst 22 Jahre alt — so könnte er sich daraus allenfalls mit der Behauptung aus der Schlinge ziehen, daß er feine I Artikel zu irgend einem Preise verkaufen dürfe; wie er oft ein Tuch, für das er 6 Fr. gezahlt, für 50 Centimes ausbiete, so sei chm auch gestattet, 10 Fr. für einen Gegenstand zu fordern, für den er 50 Centimes selbst ausgelegt habe. Im übrigen aber hat Hanias eigentlich überhaupt noch feinen Heller von dem Paare gesehen; er wurde anfangs auf die Großjährigkeit des Prinzen und später auf den ---z <. R _ , , , ITod des Fürsten vertröstet; und da er sonst ein ehrlicher Der Angeklagte Do d es jagt am,, daß er, abgesehen Geschäftsmann ist unb sich der allgemeinen Achtung erfreut, bau der Beteiligung am ^nterventtonskvnto, einen G e- , er jeine engeren Landsleute wenigstens auf feiner Seite, f a m t ö er l u st von 1930000 M k. in Leipziger Sanlql ^enn das Gericht zu Gunsten des Pumpprinzen und Treberwerten erlitten habe. Angeklagt^ entscheidet, wird es ihm in Zukunft schwer werden, sich eine Besitzer der bekannten Buchhandlung F. Volckmar, habe fast I Geldbezugsquelle in Dieppe auszuthun. Ta der Prinz 134000 m in Bankaktien, unb bu ihn. E°°ndten > eine bekannte Figurund seine Geliebte nahen Vorster und Volckmar hatten ol9 000 Mk. Leipziger Tochter des bekannten Barons Seilliöres ist, so hat Bankaktien besessen, die zusammen einen Mminalwert von> - ’ - - - - - - - ■ «*-«-«•----------- 750000 Mk. hatten, die aus einem Erbe erworben seien. Der Zeuge Bollmann, früher Prokurist in Kassel, ex> ßärt, er habe Schmidt nur in laufenden Angelegenheiten vertreten. In einem zur Verlesung kommenden Briefe des I un äh e,L-1 sssz'Säää ä Ä 0 i werb Um aurubem o m unb 1901 zur Verlesung. In diesem wird die Prüfung des Ab- unverletzt und konnte sich» sofort erheben, fein tmronltidmft eine fortgesetzte Betrugshandlung, davon ausgchend, sckilusses für 1900 zur Sprache gebracht, desgleichen das! Oberleutnant v. Stülpnagel sprang vor und hielt dav Pferd tn ollen Fällen der Kredit lediglich deshalb gewährt worden Gnaaaement bei der Trebergesellschaft. Einstimmig wird fest. Der Kronprinz uni) sein Begleiter konnten den Weg sei, weil der Angeklagte sich als Arzt mit gesicherter Zukunft geriert beicKlossen daß nunmehr der Kredit der Trebergesellschaft zu Fuß fortfetzen. ^be. Durch die Anfertigung von Rezepten nut der Unterschrift: % A-2 w-, 'S! ä ’1 •"1 n l-n" ,S“'?« 3 "«"S" iS. SS.5Ä schasteu und thre Stellung zu dm Aufstchtsraten ^rselben lagltch d« Seuch« zum Opfer s-Men. ^dkch,, über sein- Person zu täuschen., ooroenommen babe. befragt. Sie igtiben hierüber ausführlich AuNchluß. In Verfolg eines Aufsichtsratsbeschlusses ist von ^achienröder gemeldet am 28 Februar 1901 an Exner ein Bries beschrieben und | d c u c r. - diesem der Eutwiirf eines an Kassel gerichteten Brieses j Pfuno e ziehung zu verletzen." Leipzig, 9. Juli. Heute fand vor der Strafkammer unter starkem Andrang des Publikums derPr0 re ß gegen den Herausgeber und den U e b e r s e tz e r der L 0 l st 0 i' schen Broschüre „£) e r Sinn des Lebens", Verlagsbuchhändler Eugen D i e d e r i ch s - Leipzig und den Schillercheater-Direktor Löwen- seid- Berlin statt. Beide Angeklagte waren persönüch erschienen. Die Anklage lautete aus Gotteslästerung. Rach vierstündiger Verhandlung beantragte die Staatsanwaltschaft Bestrafung der Angeklagten nach § 166 des Strafgesetzbuches und Einziehung der Tolstvi'scheu Broschüre! Das Gericht erkannte. wie nicht anders zu erwarten war, aujFreisprechungi beider Angeklagten. Die Beschlagnahme der Tolstoi'schen Broschüre wurde a u f g e h 0 den. Zweite hessische Kammer beschäftigten, eine Besprechung imb Verständigung herbeizuführen. Er fei ganz dafür, -aß sich der Wormser Patteivorstand deshalb beschwerdeführend an die Zentralparteileitung in Darm- Padt wende. Die Parteileitung im Reiche handle ganz sauders. Sie halte bei allen wichtigen Dmgen ihre Besprechungen ab, so auch am 6. Juli wieder, und auf dem alljährigen Delegiertentag werde die Stellung der Partei zu (den politischen Tagesangelegenheiten eingehend erörtert: infolgedessen wisse auch der Reichstagsabgeordnete stets, wie sich die Gesamtpartei zu den einzelnen Fragen stellt, während innerhalb der hessischen Partei AUeI^ben GÄbedürfnis Küssels abhelfen und Kassel befrie- klaren bleibe. Es sei sehr notroenbtg, ben Darmstadter fofem Deckungen auch von Außenständen gegeben Zentralvorstand zur Erfüllung ferner Pflichten zu bestimmen, toürben Die Ansicht, daß die Bank die Sistierung des Kre- wenn nicht die ganze Partei in Hessen aus-U)^^ an bie Trebergesellschaft wegen des eigenen Geld- einand ergehen solle. Herr Notar Schwarz bedauerte mangels unterlassen habe, weisen die Aufsichtsräte zurück, ebenfalls lebhaft, daß, solange er an der Spitze des Lokal-Hierauf wird die Verhandlung auf morgen vertagt. Vereins stehe, vomZentralvorstand so gut wie nichts - Kefchehen sei. Wucherer uud Verschwender. Fulda, 9. Juli. Der gesamte Vorstand und die Paris, 6. Juli. Alumnen des hiesigen Priesterseminars machten gestern, Die Stadt Dieppe an der normannischen Küste ist eines I v e r h a f t et. " einer Einladung der Land grafin von Hessen folgend, r^önften und fashionabelsten Seebäder Frankreichs; pn Newyork, 9. Juli. Die Vulkane Miravallis und einen Ausflug nach Schloß Adolphseck. DieLandgräfln em- Unterhaltung sehtt es also dort nie. Augenblicklich aber Vieja sind sehr thätig. Menschenverluste sind nicht vor- psing die Besucher persönlich in herzlichster Weise und über- wird den Badegästen ungewöhnliche Kurzweil bereitet durch gekommen, da die Bewohner rechtzeitig flüchteten. reichte jedem Alumnen eine Photographie der Kapelle des einen Prozeß von allgemeinem Interesse: er heißt der * Newyork, 9. Juli. In Samt Joseph (^Wurt) ™ - - - 'Mokodilprozeß; hinein verwickelt sind erstens als Ange- brach ein Aufruhr tm Gefängnisse aus. Dte Straf- ilogter Herr Hanias, Eigentümer eines Allerweltsgeschäfts, finge sprengten die Wand des Gefängnisses mit Dynamtt der Wertheim von Dieppe, und zweitens als Kläger der und suchten zu entfliehen, wurden jedoch von Wärtern durch Prinz Gregorius Sturdza, unb seine Geliebte, das Fräulein Flintenschüsse an der Flucht gehindert. Sechs Sträflinge v. Seillieres. Der Prinz, ein Saufewind, der angeblich wurden dabei getötet. in allen Spielplätzen und auf allen Rennplätzen zu finben ist, heute sich duelliert unb morgen der Bärenjagb in den Iber Pyrenädn obliegt, leibet an einem chronischen Gelbmangel, - ba ihn sein Vater mit einer Wohnung unb einem Jahresgehalt von 40 000 Franken abfinbet. Was ihm aber biesen Gelbmangel doppelt schmerzlich macht, ist sein Verhältnis zu dem schönen Fräulein v. Seillieres, zu deren Füßen er seit seinem fünfzehnten Jahre liegt, denn er ist ein Muster M. Gieße«, 9. Juli. Strafkammer. Straffache gegen Heinrich Haug. (Fortfehung.) Die Staatsanwaltfchaft, deren Antrag wir gestern müteilten, häll den Angeklagten überführt zunächst des Betruges im straftechllichen Rückfall zum Nachteil des Ulrichsteiner Arztes. Diesen habe er durch die Vorspiegelung der falschen Thatsache, er sei Dr. med., und Unterdrückung der wahren, _____. . . daß er nicht approbiert sei, bezw. unter Benutzung des hierdurch der Prozeß auch in der Hauptstadt großes Aufsehen erregt, bervorgerusenen Irrtums über seine Person und Qualität zu einem ■——— ■ Vertragsabschluß veranlaßt, der insofern eine Vermügensbeschä- digung des Arztes enchalte, als dieser Leistungen versprochen habe, denen keine gleichwertigen seitens des Angeklagten gegenüber- I gestanden hätten; über die Minderwertigkeit seiner ärztlichen * B 0 n n, 9. Juli. Dem Kronprinzen ist am Drms- Leistungen sei der Angeklagte bei seiner Intelligenz nicht im ZweifA — — —. •* ** Ä »4 A4«« XKa.m A.« 1 -f.. rrr\ * » < *. . 1 a Leipzig, 9. JuÜ. Auf eine Anfrage des Staatsanwalts Kunz sagt Sach-1"r *atfo mit der Dame unb deren verständiger Plauth-Kassel in B^ug auf die Vtlanz unä ^litJern .-amTn(^. »omohl er wie sie brauchen Geld, sehr den Geschäftsbericht für 1900 aus, es hatte^ im Bericht min-1 unfc) no^’, oiele andere Dinge, wie kostbare bestens gesagt werben müssen, daß dre Bank mit der Treber- un^ Toiletten, und da nun einmal der Fürst, le prince geseUschast in Verbindung stehe und die ^igagements sehr! . beißt weder seinen Beutel öffnen, gewachsen seien. Wie Sachverständiger Bünger ausfuhrt,”n^n 4 fütb bei bei Lotterie-DarlehAÄ-Kasse 9 958000 Kt Xreberd"^Nrf« «Se?e ift’b^« sSSSS wechsel und Effekten verpfändet worden, darunter allem em unterer rba t , ' Dievve der iäbrttch für 5 260000 Treberwechsel, bei anderen Bankinstttuten 5 650 000 ^r G schüf | tz , > be V 9 I Mark Efsetten, darunter H/3 Millionen Leipziger Bankaktien, ^e Million umfchlagt. -Hamas hilf es also,reg^ Die Dividende von 9 Prozent hätte bei einem Risiü) von 80 fr »enn bie g Millionen unbedingt nicht verteilt werden dürfen. Die haft»nur half er ihnen SSerbicnftc an. feer ^^n ber Jahren um 997 OOO^Franfen, also auf 1165000 Fr., I Zeichnungen, die beide den Verletzten darstellen und von nicht verteilt werben dürfen, foudern in bie Reserven gestellt .-^g^n. Für die Käufer auf Borg hatte das Haus Hanias seinem besten Freunde angefertig sind; die eine trägt das werben muffen. Q ™ schon an sich eine besondere, allen Kommis bekannte Be- Datum 30. Mai 1902 unb wurde an diesem Tage aufge- Zeuge Konkursverwalter der sechziger dank, Mch^ I L^bfung; sobald Hcuiias ihnen einen Kunden zuwies mit nommen, während der betr. Studierende mit geschlossenen antmilt Fr ey tag, fagt aus, daß Lei dem Ausbruch d^ ^ Empfehlung: „Bitte, Herrn X. besonders gut zu beJ ober halbgeschlossenen Augen am Klavier phantasierte. — Konkurses der Bank er sich anso.ngs nicht im Klaren war, ^nen", bann wußten sie schon, daß demselben bie Käufe Die Notiz, der in seinem Blute Schwimmenbe fei von' aber bald überzeugt Spesen sei Sache nicht so I anzutreiben waren; für den Prinzen unb einem ,chlrteilsvollftrecker" mit dem Fuße angestoßm wor- fortgehen könne. Er habe ^el^Untemchmungen unter- I«^^in v. Seillieres aber belief sich der Kaufpreis oft den, wobei eine unglaublich rohe Aeußerung gefallen fei, stM, um beten Konkurs abzuhcllten. dem Konkurse v zehnfachen Wert unb mehr. So würbe ihnen ein ist vollständig unrichtig." in Kassel habe vch gezeigt daß ^e Zusümde dchelbst die ^^sches Salonmoblliar im Werte von 1500 Franken zu — ■ benf b ar f aul ft en feien und nur no^ einige Vorräte 3Q 0Q0 ^ranfen ungerechnet; ein Zobelpelz von 1000 Franken ÜtltffpnflhllfL if^nne alte Maschinen und altes Eisen vorhanden 40000 Franken und ein Kronleuchter von 293 Franken UUllsI luU> y3l||rU|Mju|L waren. Auch der S t a n d d e r T 0 ch t e r g e f e l l s cha s - 150Q e^T(mten Der Aufzählung dieser Aufschläge im - Die Strafkammer des Berliner Landgerichts hat in cken war un gern ein traurig, Ergebnis sei nu ^richtssaal setzte aber bie Krone bas Tigerfell Menelik auf, der Straffache gegen Ferbinand Heigl wegen Verbreitung mimmal gewesen. Wie leichtsinnig bie Gründung mancher ^nias geradeswegs ans Abessinien bezogen haben unzüchtiger Schriften unb Beschimpfung von Em- Dochtergefellschaften vorgenommen, zeige Vygoba, ba» nu 1^. er rechnete bafür bie Kleinigkeit von 6800 Fr. an, richtungen der katholischen Kirche eine "Beschwerde der 3 Millionen gegründet uud bei m eit em Nicht sewst es von Rsvillon in der Rue be Rivoli zu Staatsanwaltschaft zurückgewiesen und bie Beschlagnahme der 3-00000 Mark wert fei. FreYtaa erwähnt bie L hnttP Aber m-sbalb ließen sÜb>Schrist Heigl's: „Das Eolibat^ Gedanken und That- kauften Bantlinaktten, bie von der Trebergesellschaft mit !3 800 000 Mk. erworben seien mit bem Zweck, Bantlin aus 'seinen Unternehmungen herauszudrängen. Die Leipziger Bank habe daraus bis zum Ausbruch des Konkurses 1 Million bar und 600 000 Mk. in Wechseln bezahlt und hat * UeberdenSelb st Mordversuch eines Heidel^ berget Studenten unter sehr eigenartigen Umständen berichteten wir vor einigen Tagen. Zu dieser Angelegenheit schreibt der Prorektor bet Heidelberger Universität, Prost Dr. Buhl, ber „Frkf. Ztg." folgendes: „Die Behörden haben erst durch ben betreffenben Artikel Kenntnis von einem angeblichen amerikanischen Duell ber Heibelberger Hochschule erhalten. Die sofort angefteftten umfassenden Ec- hebungen haben mit voller Bestimmtheit ergeben, daß ent solches nicht ftattgefunben hat. Es hanbelt sich bei dem bete. Stubierenben (bessen Vater übrigens nicht Beamter ist) zweifelsohne um einen Selbstmordversuch, ber in hoch- grabiger nervöser Ueberreizung wegen einer Anzahl Widet- märtigfeiten begangen wurde. Als seine Freunde, die nachmittags noch bei ihm gewesen, ihn abends abholen wollten, erfuhren sie zu ihrem größten Schrecken von diesem Selbstmordversuch, worauf sie (es waten drei) unverzüglich ärztliche Hilfe herbecholten und sich alle nur erdenkliche Mühe gaben, den Schwerverletzten am Leben zu erhalten. Die beiden „Totenmasken" der Duellanten find zwei Kreide- -famit eine Million verloren, ber Wechsel wurde beim Konkurs anZemeldet. Bantlin hat sonach 1 Mill, verdient. Freytag sagt wettet aus, Exner habe alle seine Anlagen bei der Bank belassen. Der Au f s i chtsta t, dessen Hjesarntvermögen er auf rund 8 Mill, schätzt, habe sich auf das Jntervention-skonto mit der Zahlung von 4y2 Millioiien verpflichtet, eventuell mit einer weiteren halben § Million, zahlbar am 31. Dezember 1904. Der Verteidiger Broda stellt fest, daß der Angellagte Dr. Gentzsch 85 000 Mk. Leipziger Bankaktien besessen habe und ein Schuld en konto bei der Leipziger Bank in Höhe von 406000 Mk. aus den verschiedenen Interventions-Kontos gehabt habe, wodurch fein volles Vermög e u e r s ch ö p f t fei. Freytag, vom Broda interpelliert, sagt über Gentzsch aus, er fei ein hochanständiger, ehrenwerter Kollege gewesen, er habe dem Amvaltstande als guter Jurist Ehre gemacht, doch fehle es ihm an einer besonderen Energie; er sei etwas weich. Ein guter Rechts anwalt brauche noch lange nicht ein guter Bankdirektor zu sein. Freytag schätzt den Verlust der Aufsichtsratsmitglieder in den Treberwerten auf ganz kolossale Summen, so habe Sachsenröder allein 300 000 Mk. in Leipziger Bankaktien und Treberaktien besessen. Iftine Stevrmg ol§ Arzt zu Betrügereien und Heiratsschrvindeleien benutzt und sich nicht gescheut, trotz seiner durstigen ärztlichen Kenntnisse und Fähigkeiten diesen verantwortlichen Beruf auszu- Lben. Aus alledem rechtfertigt sich die beantragte vierjährige Zuchthausstrafe sowie der Antrag auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 6 Jahren. Die Verteidigung hält idie Charakterisierung des Angeklagten seitens der Staatsanwalt- schaft für durchaus ungerechtfertigt und die Konstruktion des Betrugs zum Nachteil des Ulrichsteiner Arztes für unhallbar, bei den übrigen Delikten fehle die rechtswidrige Absicht. Der Antrag des Verteidigers geht aus Freispruch, ev. auf Verhängung einer Gefäng- chisstrase. Nachdem der Angeklagte in längerer Verteidigungsrede Hegen die wider ihn erhobenen Beschuldigungen protestiert hat, iwirb das Urteil gegen ihn dahin verkündet, daß er von der Anklage des Betrugs gegenüber dein Ulrichsteiner Arzt und einigen Wetteren Betrugsdelikten freigesprochen, wegen der übrigen ihm zu Last gelegten Strafthaten dagegen in eine Gefängnis- strafevon dreiJahrenuud wegen des Vergehens gegen die .Gewerbeordnung zu SWochen Haft verurteilt wird — abzüglich 2 Monate von der erlittenen Untersuchungshaft. In dem Be- -trugsfalle zum Nachteile des Ulrichsteiner Arztes hiell das Gericht den objektiven Thatbestand des Betrugs für gegeben, verneinte jedoch das subjektive Verschulden des Angeklagten, der nicht das Be- Wusitseiu gehabt habe, daß er durch seine Handlungsweise den Arzt schädige und der davon überzeugt gewesen sei, daß seine Leistungen wertentsprechend seien. Er habe nicht gewußt, daß der Arzt einen approbierten Vertreter suche und es sei nicht erwiesen, daß er den salschen Namen gewählt habe, um zu betrügen; er habe ihn wohl nur gewählt, um sich vor Entdeckung zu schützen. Er sei in ErsiMung seiner Pflichten unerrnüdlich gewesen und habe die Praxis nicht verschlechtert, sondern gehoben. Das Gleiche gelte für die in Wohlbeck angenommene Vertretung. Die Rezepte habe -er Angeklagte nicht in rechtswidriger Absicht mit Dr. Haag unterschrieben unb nicht zum Zwecke der Täuschung von denselben Gebrauch gemacht; es sei vielmehr diese Handlungsweise nichts als eine Konsequenz seines Auftretens als Dr. Haag überhaupt; eine Urkundenfälschung sei damit nicht begangen. Auch als Heiratsschwindler fönne der Angeklagte nicht bezeichnet werdew da er nicht zum Zwecke der Ausbeutung die Bekanntschaften angeknüpst habe, fonbern lediglich, nachdem er verlobt gewesen sei, diese Gelegenheit zu Darlehensausnahmen benutzt habe. Es seien hierdurch nichts als zwei gewöhnliche Betrugsdelikte enthalten. Seine gleichzeitige Annäherung an verschiedene junge Damen erkläre sich nicht aus einer ehrlosen Gesinnung, sondern aus dem Bedürfnis des Angeklagten, auf Abenteuer auszugehen. Was die Betrugsfälle inUlrich-- ftein anlange, so habe der Angeklagte nicht von vornherein betrügerische Absichten gehabt. Nachdem jedoch im Laufe der Zeit seine Schuldenlast angewachsen sei nnb er trotzdem noch stets neue Schulden kontrahiert habe, habe er sich sagen müßen, daß er nicht in der Lage sei,"sie alle zu bezahlen, in diesem Augenblick habe sich seine betrügerische Absicht eingestellt. In 27 Fällen, die das Gericht als eine einheitliche Handlung ansah, sei mithin der Thatbe- ftand des Betrugs ergeben. — Das Gericht vermochte, ohne die Schwere der Verfehlungen des Angeklagten zu verkennen, denselben nicht als den gemeinen Hochstapler und Verbrecher anzusehen, als welchen ihn die Anklagebehörde hinstellte. Der Angeklagte sei ein Opfer seines Leichtsinns und ferner Abenteuerlust, vor Allem aber feiner mangelhaften Erziehung. Er habe sich redlich bemüht, die Lücken seiner Schulbildung auszusüllen, er habe verschiedentlich versucht, das Maturitätsexamen zu machen und ernstlich gestrebt, sich medizinische Bildung anzueignen. Wesentlich durch den Mangel an den erforderlichen Schulzeugnissen sei er an einem regelrechten unb abschließenden Studiengang gehindert worden. Nicht nur sein Leichtsinn, sondern zum großen Teil unverschuldete Umstände hätten seine Bemühungen, sich herauszuarbeiten, scheitern lassen. Arrs diesen Erwägungen heraus gelangte das Gericht zur Zubilliguug mildernder Umstände und zur Verhängung einer Gefängnis,trase, bei deren Ausmaß die Rücksälligkeit und Schwere der Strafthaten belastend ins Gewicht fiel. Darmstadt, 9. Juli. Wegen Zweikampfes mit tätlichen Waffen, bezw. Kartellträgerer hatten sich der Rittmeister a. D. Egbert v. Simon aus Eharlottenburg, sowie dessen Schwager, der Kaufmann Hans Edmund Kirchhofs aus Berlin vor der Strafkammer zu verantworten, v. Simon hatte am 28. v. M. mit dem Hauptmann v. Meien an der Gehspitze einen Zweikampf auszufechten, wobei sein Schwager als Kartellträger fungierte. Da der Ehrenhandel auf hessischem Gebiete zum Austrag gekommen und auch zur Anzeige gelangt war, wurde die Affaire dem Darmstädter Gericht zur Aburteilung überwiesen. Dieses verurteilte v. Simon izu 4 und Kirchhoff zu 3 Monaten Festungshaft. heute und morgen hier. Mit den Derbandstagen ist ine Enthüllungsfeier des Denkmals Raiffeisens verbunden. Vertreten sind sämtliche 4000 Vereine aus allen Gauen Deutschlands. Eine größere Zahl von Reichstagsabgeordneten ist auch anwesend. Sport. Butzbach, 8. Juli. Wie uns nachträglich nritgeteitt wird, ist bei dem T u r n f e st e der 1. Preis der Unterstufe an Wilhelm Schmidt nicht in Lauterbach, sondern in Lannsbach, unb ferner ist ein zweiter 17. Preis mit 523/8 Punkten noch an Karl Möser- Grünberg gefallen. Arbeiterbewegung. Mainz, 9. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Im benachbarten Kostheim traten 43 Maurer in den Aus st and wegen nichtbewilligter Lohnforderungen Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Wetzlar, 9. Juli. Auf der Tagesordnung der am 18. Juli hier stattfindenden Handelskammersitzung steht u. A. eine Eingabe der Handelskammer Gießen über den Petroleum-Kleinhandel durch die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft. Märkte. Gießen, 10. Juli. (Viehmarktbericht,) Der dies- wöchenttiche Viehmarkt hatte einen Austrieb von ca. 1400 Stück Rindvieh, darunter etwa 100 Stück Gangochsen und 300 Stück Kälber. Der Schweinemarkt wies einen Austrieb von 8—900 Stück auf. Der Handel in Milchvieh war bereits am Vormarkte überaus lebhaft und dürften m den Ställen vor Beginn des Marktes wohl 2—300 Stück Kühe, meistens schwarz-bunte und Simmen- thaler Waare, abgesetzt sein. Der Markt wurde von Käufern vom Rhein und Main besucht, die Kundschaft von der Sieg fehlte ganz, während diesmal auch ansehnliche Geschäfte für die Provinz gemacht wurden. Der Handel in Fahrvieh war ebenfalls gut, während der Vorrath an Kälbern zwar Nehmer fand, aber nur zu den gedrückten Preisen des letzten Marktes anzubringen war. Der Schwernemarkt hatte wie immer nur einen lokalen Charakter, doch wickelle sich der Handel bei guten Preisen schneller ab, als dies bei den letzten Märkten der Fall war. Es wurden gehandelt: Kühe frischmelkend und tragend (Preise per Stück) besonders schwere Exemplare 480—525 Mk., 1. Qual. 400—450 Mk., 2. Qual. 350—375 Mk., 3. Qual. 275—300 Mk.; zweijährige Rinder 200—220 Mk.; Gangochsen (Preise per Paar) 1. Qualität 800 bis 900 Mtt 2. Qualität 700—750 Mk. Gehandell wurde (pr. Ctr. Schlachtgewicht) ältere fette Kühe 42—44 Ml^ fetteRin° der 60—63 Mk^ Kälber L Sorte (über 50 Pfuud schwere Tiere) 59—62 Mk., 2. Sorte (zwischen 40 und 50 Pfund schwer) 55—57 Mk., 3. ©orte (leichtere Ware) 50—52 Mk. Die Preise für Schweine stellten sich das Paar: Ferkel, 8—10 Wochen alt, 40 bis 45 Mk., 12—14 Wochen all 55—68 Mk^ 18—20 Wochen alte Thiere 75—90 Mk. Es verblieb mir wenig Ueberstand. — Nächste Markttage 22. und 23. Juli. Limburg a. d. L., 9. Juli. Fruchtmarkt. Durch- schntttspreise pr. Matter. Roter Weizen 14.80 Mk., Weißer Weizen 14.70 Mk., Korn 11.94 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 9.15 Mk., Erbsen 0.00 Mk^ Kartoffeln 0.00 Mk. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgeseüschast. Sabbctthseier am 12. Juli 1902. Freitag abend 745. Samstag vormittag 800. Nachtag 4. Sabbatbausgang 950. Wochengottesoienst: morgens 680 Uhr, abends 780 Uhr. Krieskasten der Redaktion. (Auouhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) K. B. Sie müssen sich an das Bezirkskommando, hier, Seltersweg, wenden. Kirche und Schule. Köln, 9. Juli. Der „Köln. Ztgll zufolge gestattete der Kultus- mürifter dem Verein Mädchenaymnasiunll in Köln auf dessen Eingabe durch einen Erlaß, daß der Verein zunächst versuchsweise einen sechsjährigen Lehrgang für Mädchen einrichtet, der zu den Zielen des Gymnasiums führt. Die Anstatt ist dem königl. Provinzialschulkollegium zu unterstellen unb soll die Bezeichnung „Gvmnasialklassen für Mädchen" führen. Die aufzunehmenden Schülerinnen müssen die Reife für die Oberstufe der höheren Mädchenschule nach dem Lehrplan vom 31. Mai 1894 nachweisen unb beim Beginn des Schuljahres bas 12. Lebensjahr vollendet haben. Universitäts-Nachrichten. Marburg, 9. Juli. Vergangene Nacht starb im Mter von 35 Jahren infolge eines Schlaganfalls der außerordentliche Professor der Theologie, Dr. Richard Kraetzsch- mar. Er war seit 1894 hier als Privatdozent und vorher in seiner Vaterstadt Leipzig Oberlehrer an der 2. städtischen Realschule. Im vorigen Jahre wurde er außerordentlicher Professor. Sein spezielles Fach war alttestamentliche Exegese. Landwirtschaft. Neuwied, 9. Juli. Der Generalverband ländlicher Genossenschaften Raif f ei s en'scher Organisation tagt Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 10. Juli. (Ottg.-Tel. des „Gieß. Anz.") Die Erste Kammer der Stände ist heute unter dem Vorsitz des Grasen Schlitz zusammengetreten und tritt den Beschlüssen der Zweiten Kammer bis aus den nachfolgenden bei. Der Antrag des Abgeordneten Möllinger, die Erteilung von Wirtschaststonzessionen wurde entgegen den Beschlüssen der Zweiten Kammer abgelehnt. — Die Kammer setzt ihre Beratung morgen früh 10 Uhr fort. — Die Zweite Kammer der Stände, unter Vorsitz des Präsident Haas stimmt dem Antrag des Ausschusses, das Gesuch des Stadtvorstandes zu Butzbach betreffend den Ausbau der Realschule daselb'stz in eine Oberrealschule zu. Der Großherzog wird morgen vormittag 11 Uhr den Landtag persönlich schließen. Das Diner findet nachmittag 4 Uhr statt, Alzey, 9. Juli. (Orig.-Tel. des „Gieß. Anz.") In Albig wurde ein löjähriges Dienstmädchen, das das zehnjährige Kind seiner Herrschaft mit Salzsäure vergiftete, verhaftet. Das Kind liegt an schweren Brandwunden danieder. Berlin, 10. Juli. Die Veröffentlichung der kaiserlichen Verordrrung wegen Inkrafttretens der noch nicht geltenden Bestimmungen des FleischbeschangesetzefM zum 1. April 1903 dürfte in den nächsten Tagen erfolgen. Ueber die noch ausstehende Veröffentlichung des Branntwein steuerges!etzes wird berichtet, daß an der Ber^ zögerung nur äußere nicht ins Gewicht fallende Umstände chuld sei em London, 10. Juli. Die drei Million en PfuuÄ Sterling, die den Buren zum Wi^eranfbau ihren Farmen überwiesen werden sollen, werden von dem Ergebnis der Steuer auf die Goldminen gedeckt und nichH von den englisch en Steuerzahlern entrichtet werden. Die Nachricht hat in den Minenkreisen von Bloemfontein große Aufregung verursacht. London, 10. Juli. Die begonnenen Mariue-Mv^ növer geben einem Teile der Oppositionspresse Gelegenheit, die Thatsache zu kommentieren, daß entgegen benr Herkommen den Journalisten keine Einladung zu den Manövern zugegangen ist. ,^Qaily News'" erklärt, daß wenn der Aiarineminister so gehandelt habe, er feine Gründe dazu hatte und nicht wolle, daß.die Nation über die traurige Lage der Marine aufgeklärt werden Die, ministerielle Presse bezeichnet die Nicht-Einladung ohne' Kommentar. London, 10. Juli. Lord Knvllys, der PrivatsekreMf des Königs, erklärte einem Vertreter der St. James Gazette, über den Tag der Krönung sei noch absolltt nichts endgiltiges beschlossen . Der König werde sich in der Krönungsangelegenheit durchaus nach, der Meinung der Aerzte richten. Diese haben bis jetzt jedoch keinerlei Gutachten darüber abgegeben und solange sie dies nicht vermögen, wird auch mit irgend welchen Vorbereitungen» nicht begonnen werden Eine Ankündigung darüber werde' wahrscheinlich, innerhalb einer Woche erfolgen Auch über eine Abreise des Königs von Loudon sowie über eine etwaige Seefahrt mit seiner Gemahlin ist noch nichts äep schlossen worden — Der Fortschritt der Besserung Chamber l a i n s hall sehr befriedigend an Charleroi, 10. Juli. In Manage wurde in der Nacht vom 8. zum 9. d. M. ein Dynamit-Attentats gegen die Wohnung des Bürgerme isters Boursier verübt. Zwei Patton en wurden von der Straße aus auf das Dach des Hauses geschleudert Die Explosion erfolgte nm 21/2 Uhr und zerstörte einen Tell des Daches. Der Bürger» meister, der noch nicht schlief, fand eine weitere Pattons mit brennender Lunte. Es gelang ihm, sie zu löschen. Dis Behörden glaubten den Attentätern auf der Spur M ferm Der Bürgermeister hatte vor der Explosion eine Gruppe, Personen auf der Straße reden hören und in letzter Zett mehrere Drohbriefe erhalten. Man glaubt daß das Attentat aus Rache dafür verübt wurde, daß der Bürgermeister, während des Generalstreikes jede öffentliche KmrdgebunL untersagt hatte. Bern, 10. Juli. Im hiesigen Parsoneuba-huchos. brach heute nacht Feuer aus, welches die Dienstwohnungen und die Bedachung der Haupthalle zerftötte. Der Bahnverkehr erleidet keine Unterbrechung. Wien, 10. Füll. Aus Saloniki wird gemeldetr Ein Berichterstatter, der die von dem Erdbeben heimge- suchten Dörfer bereiste, erzählt, der Mittelpuntt des Erdbebens sei bei Guvesno gewesen, wv- man die ersten nicht beachteten Erdstöße am 22. Juni spürte, denen dann stärkere am 23. und 28. folgten. Seitdem ist der Boden nicht zur Ruhe gekommen Da die Bevölkerung auf der Hut war, forderten die sehr starken Stöße vom letzten Samstag keine Opfer an Menschenleben Nach dem Stoß um 4 Uhr 21 Min. stiegen eine halbe Stunde lang Dampf und siedendes Wasser aus der Erde. Risse von 25 Meter Tiefe sind jetzt noch zu sehen Die Bevölkerung kampiert weiter unter Zellen Auch in Saloniki dauert die Bewegung fort. Bloemfontein, 8. Juli. Der Basutohmrplling Joek wird verräterischer Haltung während des letzten Krieges bezichllgt und soll in Masuru vor ein Kriegsgericht wegen Hochverrats gestellt werden. Ein Infanterie-Regiment ist mit einer Batterie nach dem Basntoland abgegangen, um einem eoent. Au fstand vorzubeugen Kapstadt, 8. Juli. General Lukas Meysr ist nach Europa abgereist. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. M., 10. Juli 1902. 3ya% Reichsanleihe . . 102.40 30/0 do. ... 92.85 3V,°/o Konsols .... 102.20 3te Serfteigcrurlg findet 0c- stimatt statt. 5022 Geißler, Gerichtsvollzieher. öiills zm Millbewohukii Neue Hofländer eingetroffen. 3519] Großer Steiuweg 23 ließen, den 10. Jull 1902. 5058 15. Stiftmiiyfcll BHl'sche Inlckerei Gießen, den 10. Juli 1902. 5057 Räder Reparaturen. zu vermiete». 4815 Garantie. LPaute Dünger bitt abzugeben. 5021 Westaulage 44. Fst Cabliau Fst. Seehecht Fst. Rotzungen per Pfund 60 Pfg. per Pfund 36 Pfg. Fst. Lahnhecht Fst. neue Vollhering per Pfund 80 Pfg. per Stück 10, 12 und IS Pfg. 5032 Gg. Appel. Wöblierteä Zi mieten. S< Fest-Programm i 4708 9lordanlage 3. ■ r—ySatnotflg den 12. In [B\ Sommerfest iu Sterns Garten. Samstag den 12. Juli Herrn 02987 Ratten u. Mäuse-Tod' ____ NMMrWMß WWGWche Ntlleii-Wlnliit (Offene Stillen .Icrtniclmitjen iHictiU'lndji’ Allerbeste Harken. Am 9. 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