Nr. 159 Erstes Blatt 152. Jahrgang Donnerstag IV.Juli LSOS Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischev Landwirt die Siebener Zamilien- blittter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Nnwers.-Buch°u. Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Erpeditioa und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Giehener Anzeiger General-Anzeiger ö '®v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BezngSpreisr monatlich75Ps.,viertel« jährlich Mk. L20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— Vierteljahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zellenpreis: lokal 12 Pß, auswärts 20 Psg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und Land* und „Gerichtssaal*: Curl Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durch schnütsmarktpreise, einschließlich eines Auf schlags von Fünf vom Hundert pro Monat Juni 1902 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg. betragen Hafer Mk. 20,20, Heu Mk. 8,60, Stroh Mk. 6,90. Gießen, den 9. Juli 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. V.: Dr. Wagner. Gießen, den 5. Juli 1902. Betr.: Remunerirung des Polizeiaufsichtspersonals. Das GroMerzsgliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Zur Remunerirung des Polizeiaufsichtspersonals ist uns auch für das Etatsjahr 1902/03 von Großh. Ministerium des Innern eine Summe zur Verfügung gestellt morden. Wir sehen daher binnen 14 Tagen Ihrem Berichte entgegen, welche Polizeibediensteten Ihrer resp. Gerneinden sich durch besonders gewissenhafte Pflichterfüllung in 1901,02 einer Belohnung würdig gezeigt haben, und wollen Sie hierbei das nachstehende Schema zur Anwendung bringen. In den Berichten ist ferner anzugeben, ob auch das außerdienstliche Verhalten der Polizeibediensteten zu Klagen Anlaß gegeben hat oder nicht. Diejenigen Bediensteten, welche Sie einer Belohnung Nicht würdig erachten, wollen Sie uns ebenfalls unter Angabe der Gründe namhaft machen. I. V.: Dr. Wagner. Na am Aller Dienstjahre Anzahl der pro 1901/02 von bei; Polizei- bediensteten erhobenen Aeußerimg über die Dienstführung Anzeigen Bekanntmachung. Die Prüfung für Hochbauaufseher, Dammmeister und Kreis- straßenmeister im Spätjahr 1902 betr. Unter Bezugnahme auf § 18 der Verordnung vom 20. September 1853, die Vorschriften für die Prüfungen im Finanz- und technischen Fache betreffend, wird hiermit zur Kenntnis der Interessenten gebracht, daß im Spätjahr 1902 obige Prüfung nicht abgehalten werden wird. Darmstadt, den 23. Juni 1902. Großherzogliches Ministerium der Finanzen Abteilung für Bauwesen I. 23.: gez. Poffeiner. Bekanntmachung. Im Interesse einer möglichst frühzeitigen Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsprechanschlüsse spätestens bis zum 1. August an die Kaiserlichen Telegraphenanstalten eingereicht werden, mit denen die Anschlüsse verbunden werden sollen. Verspätet angemeldet und infolge dessen außerhalb des Bauplans herzustellende Anschlüsse können in der nächsten Bauperiode nur dann ausgeführt werden, wenn die Antragsteller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mk. leisten. Uebersteigen jedoch diese Mehrkosten 50 Mk., so wird der wirkliche Betrag derselben eingezogen. Darmstadt, 4. Juli 1902. Kaiserliche Oberpostdirektion Kobelt. Der Kampf um die Städte. Aus der Provinz erhalten wir folgende Zuschrift: Maas, Hessen-Darmstadt! Es wurde etn stolzes Banner entfaltet, in -mächtigen Wellen rauschte es über das Land und ein dankbares Voll jauchzte dem königlichen zu. Und es waren Krieger ausersehen, die es behüten möchten. Sie begrüßten es, und schlugen die Schwerter an die Schilde. Bald aber erhub sich ein Streit, wer es tragen solle. Und die sich mit frohem Ruf um die Fahne des Rechtes geschart, die zuckten die Schilde empor und schlugen sich breite Wunden. Krachend stürzte der Bannerschaft über die Kämpfenden und sein weißes Tuch wurde zerschlissen und zertreten. Da lachten dre Geister der Finsternis, aber dre guten Götter weinten . . . Das direkte Wahlrecht ist angenommen, doch die Städtemandate sind gefallen, obwohl sich in der zweiten Lesung mehr Stimmen dafür gesunden haben. 27 Abgeordnete standen gegen 19, damit war aber die Zweidrittelmehrheit nicht erreicht. Die Vorlage ist damit ohne Hand und Fuß, sie ist nicht durchgedruu gen. Woher kam der Kampf um die Städte? Weshalb wollte man chnen die fünf Mandate mehr nicht gewähren? Und weshalb wollten die Abgg. der freien Vereinigung den Kompromißantrag Wolf annehmen, nicht aber die Regierungsvorlage? Warum war man nun nicht auch einmal oberhessisch-partikularistisch und schlug den zweiten Gießener Lan d ta g s v e r t r e t e r heraus, anstatt daß man den Einfluß Süd-Hessens um drei Abgeordnete zu stärken bereit war? Es läßt sich nicht leugnen, daß eine Einführung des direkten Wahlverfahrens Berücksichtigung der Kopfzahl verlangt, und so hätten mit der Vorlegung des veränderten Systems auch die Wahlkreise neu eingeteilt werden müssen, wie es ja hie und da in den Kammerverhandlungen laut wurde. Ein historisches Recht auf einen oder mehrere Abgeordnete kann es in unserer demokratischen Zeit, wo die Massen wirken, nicht geben. So ist es vom Standpunkte des unmittelbaren Wahlverfahrens nicht zu billigen, daß z. B. Alsfeld mit 4500 Einwohnern einen Abgeordneten hat, und Gießen mit 25000 auch nur einen Vertreter. Wollte man das historische Vorrecht beharrlich als Beweisgrund anführen, so käme man zu seltsamen Schlüssen. Man konnte Gießen den zweiten Llbgeordneten verweigern, )ann aber mußte man Alsfeld, Bingen und Friedberg auch das Recht aus einen Vertreter bestreiten. Noch besser aber wäre eine Vorlage gewesen, die uns die Verhältniswahl und eine Neueinteilung der Wahlbezirke gebracht hätte. Dann hätten alle Farbe bekennen müssen und manches Doppelspiel wäre unterblieben. Wie der Greis auf dem Dache in dem schönen Lied von der großen Seestadt Leipzig mag sich mancher Abgeordnete in diesen Tagen vorgekommen sein. Hessen ist ihm viel, sein Viandat aber mehr wert. Im Genüsse einer ausgedehnten „Freundschaft' und Verwandtschaft verzichtet er gern auf die unmittelbare Wahl. Was soll sie auch? da muß man agitieren und Rede stehen, sich heiß bemühen und dem Gegner wehren. Wie viel bequemer ist doch das alte „bewährte" System. Und weil man nicht den starren Junkertrotz besitzt, sich wie z. B. der Abg. Jöckel, dem Bergstrom neuzeitlichen Empsindens offen entgegenzustellen, so verschanzt man sich hinter der Vermehrung der Städtemandate und macht seine Zustimmung zum direkten Wahlverfahren vom Falle der neuen städtischen Sitze abhängig. Das wirkt auf dem Lande. Solcher Abgeordneten dürfte es eine Reihe geben. Wir wollen nicht nennen noch deuten. Es sind Leute, deren Mandat am indirekten 23erfahren hängt. Sie wissen, daß der Schall der Präsidentenglocke am Tage der Genehmigung des direkten Wahlrechts für sie das Totengelaute parlamentarischer Herrlichkeit bedeutet. Sie sind noch weit entfernt von jenem wahren Sozialismus, der das „Jch^ eignen Daseinsrechtes gern begrenzt am „Mcht- Jch' der ihn umgebenden Rechte. Sie sind keine Abgeordneten, sondern Mandats kleb er. Was ist ihnen Volksrecht und Volkswllle, verglichen mit dem Mandat? Was sie unter dem alten System errangen, und noch eben behaupteten, taron hängen sie fest. Sie wollen nicht weichen, darum fort mit dem Störenfried indirekter Wahl- sicherheit. Diese Leute mögen mit sich selbst rechten. Der Kehrreim eines bekannten Rodensteinerliedes dürfte dennoch an ihnen zur Wahrheit werden. Anders liegt die Sache bei den antisemitischen Bauernbünd le rn, von denen ja einige nun doch noch für die Regierungsvorlage eingetreten sind. Für sie kamen beim Kampfe um die neuen Städtemandate tiefere Gründe in BetraH. Sie sind meist mit solcher Mehrheit gewählt, daß sie das direkte Wahlversahren nicht zu fürchten brauchen. Aus der anderen Seite sind gerade aus ihren Reihen ost genug Anträge auf Einführung des direkten Verfahrens gestellt worden, und drittens sind chnen bei den letzten Landtags-wahlen eine ganze Anzahl von Sitzen nicht zu- gesallen, die sie bei direktem System erobert hätten . Es war eine Zeit, wo die Casinokratie der Mittel- und Kleinstädte das politische „£eben" des flachen Landes beherrschte, wo die Reichs- und Landtagskandidaten am Stammtisch proklamiert und von den Bauern ohne vielen Widerspruch gewählt wurden. Derweilen schlief das Land wie der große Krake tief unten im Meere. Wer kümmerte sich viel um den Bauernstand? Man brauchte ihn bei der Wahl, zu Zwecken politischer Herrschaft. Der Bauer aber erwachte. Er gsab nicht mehr „dre breiteste Grundlage" für anderer Herrschaft. Me ungeheure Wucht der moderrren Bauernbünde, die den der Organisation so schwer zugänglichen Landwirtestand zu dem am festesten zusammengeschlossenen gemacht haben, erklärt srch weder aus der „agrarische Begehrlichkeit" witternden Philosophie liberaler Zer- tunaen, noch durch beifallssichere Volksversammlungsschlag- worte gegen den „Brottvucher" und das sekttrinkende Junkertum. , , , . . __ , Zum Verständnisse der Psychologie unserer Tage bedürfen die Massen noch mehr von Stewart Houston Chamberlain uiid Gobineau. Wie ist man denn mit den Bauern verfahren? Was man bei Arbeitern, Beamten, Geschäftsleuten für recht und billig findet, wird bei ihnen bekämpft' Der für den Staat wichtigste Stand ringt schwer um seine Existenz, die dem Stande unserer Kultur und nicht der Rußlands oder argentinischen Raubbaues entspricht. Was schallt ihm icqus den Städten entgegen? Brotwucherer und Fleischwucherer! _ In hunderten von Städten erlassen die Vertretungen gegen den doch in Bezug auf landwirtschaftliche Zölle recht bescheidenen Tarif Protestnoten; Oberbürgermeister Gauß nennt aus dem Städtetag die neue Zollvorlage em Produkt des Hasses gegen die Städte. Die Massen werden in' eine sinnlose Feindschaft gegen den Bauernstand getrieben, obwohl das Inland auch heute noch vier Fünftel der industriellen Erzeugung aufnimmt. Schlägt das Brücken zwischen zwei Königskindern? Kann man es einem standesbewußten Bauern verdenken, wenn auch er nun rauh und stiernackig wird? Und doch müssen die Kriegsbeile ruhen. Stadt und Land sollen nicht feind- lich gegenüberstehen. Wir haben unselige Bruderkriege genug aekämpft. Hat nicht auch der Abg. Köhler dem national liberalen Abg. Reinhart- Worms das Zeugnis ausgestellt, daß dieser jetzt mehr Verständnis für das Bauern--- tum zeige als früher? Muß ein städtischer Abgeordneter ein Feind des Landes sein? Wir meinen: Nein! Und umgekehrt: Ihr in den Städten steht dem Bauernstand nicht verständnislos gegenüber, prüft fein Recht und tadelt nicht nur seine Fehler. Me Zeit muß gewißlich kommen, wo die Not die Einigkeit mit gewaltigen Hammerschlägen härtet auf immerdar. Wer möchte da noch grollend zur Seite stehen? Möchte uns ein Wahlgesetz beschieden sein, auf dessen Boden die Einheit sich findet. Das Werk muß gelingen. Und haben jetzt noch wenige Stimmen gefehlt, um das Gesetz Beschluß werden zu lassen, — in nicht ferner Zeit wird es anders sein. Die Freude am freien Trünke aus dem „Willekumm" neuzeitlichen Wahlrechtes soll uns kein Wermutströpflein verderben. Es ist junge Kraft und Leben in unserem Hessenland. Des wollen wir alle froh sein. Und es lebe ein solches Leben! Politische Tagesschau. Landwirtschaftslammer und Wahlrechtsreform in Baden. Die Kommission der 1. badischen Kammer zur Beratung des Gesetzentwurfes betr. die Landwirtschaftskammer beantragte, dem von der Zweiten Kammer bereits genehmigten Entwurf die Zustimmung zu erteilen, mit folgenden Aenderungen: Wahl und Ernennung der Mitglieder erfolgt auf sechs Jahre, von den Gewählten scheidet alle drei Jahre die Hälfte aus. Ms zur Neuwahl ebhalten die alten Mitglieder ihre Stellung. Zahl und Änteilung der Wahlbezirke, das Nähere bezüglich des Wahlverfahrens, sowie die Zahl der in den einzelnen Wahlbezirken zu wählenden Mitglieder bestimmt die von der Zentralbehörde zu erlassende Wahlordnung. Im Plenum berichtete Geh. Kommerzienrat Scipio über den Gesetzentwurf. Frhr. v. Güler führte aus: Man ist mit der Vorlage zu rasch vorgegangen, denn das Wesen und der Charakter einer Landwirtschaftskammer sei in Baden noch zu wenig bekannt. Er habe den Eindruck, daß diese Frage bei uns nochnichtreif ist. Wenn das Gesetz erst in mehreren Jahren gekommen wäre, hätte es die Zweite Kammer nicht so beschnitten, wie sie es gethan hat. Die Zweite Kammer hat jtoei Bestimmungen getroffen, die gefährlich erscheinen, cts sind dies die Bestimmungen über das Wahlrecht und über die Ausbringung der Kosten. Die Zweite Kammer hat beschlossen, die Wählbarkeit zur Landwirtschaftskammer an ein Grundsteuerkapital von 1500 Mark zu knüpfen. Ihre Kommission hat nun die Grenze aus 2000 Mark hinaufgesetzt. Trotz dieser Hinaufsetzung werden viele Fabrikarbeiter, die durch ihre Angehörigen nebenher Landwirtschaft treiben lassen, wahlberechtigt. Das ist im höchsten Grade bedenklich Bedenklich ist es ferner, daß die Gewerbetreibenden aus dem Lande, Hühnerzüchter u. a., die nicht Landwirte sind, zur Landwirtschaftskammer wählen sollen. Was es ihm aber durchaus unmöglich mache, für die Vorlage zu stimmen, 'seien die Bestimmungen über die Kosten für die Kammer. Die Landwirtschaftskammer müsse auch hinsichtlich der Ausbringung der Kosten selbstständig sein, wenn sie Bedeutung haben soll Es wäre kein Unglück, wenn das Gesetz zu Fall käme, denn in zwei oder vier Jahren würden wir eine bessere Landwirtschaftskammer bekommen, als wir sie jetzt durch den Gesetzentwurf erlangen sollen. Frhr. v. R ü d t hält die Bedenken des Vorredners für beachtenswert, ist aber der Ansicht, daß man sie zuruck- treten lassen sollte, um das Gesetz nicht zu Fall zu bringen. Minister Schenkel erllärte sich mit den Anträgen der Kommission einverstanden. Darnach wird in die Einzelberatung eingetreten, die eine nur kurze Debatte hervorruft. Das Gesetz findet schließlich in der Ko mmiss i ons f assun g mit allen gegen 1 Stimme — Frhr. v. Göler — Annahme. Das Haus beschließt sodann, von einer Beratung der von der Zweiten Kammer angenommenen Gesetzesvorschläge, betreffend das direkte Landtagswahlrecht und die Minderung der Landtags Wahlordnung, int Hinblick auf den unmittelbar bevorstehenden Schluß des Landtags abzusehen. Kardinal contra General. Das Organ des Mirdinals Rampolta, der „Osservatore Cattolico" schreibt folgendes: „Nach der Aachener Rede des Kaisers die Bonner Rede seines Generals! Man sieht, alles war gut vorbereitet. Kaiser Wilhelm, vertrauend auf die Bekräftigungen seines Abgesandten, bekräftigte, daß der heilige Vater gefunden habe, Deutschland sei das non vlus ultra au religiöser Toleranz. Natürlich machten die deutschen ^acholikeu, die auf diesem Gebiete Gründe zu Zweifeln besitzen, ihrerseits Vorbehalte über die Bekräftigungen des Herrn von Loö. Darauf bekannte dieser Farbe in Bonn. Wie sein kaiserlicher Herr, begann er mit dem Spruch: „Wir Deutschen schämen uns nicht, Gott zu bekennen." Darauf sprach er vom Heiligen Vater, von Frankreichs Heer und vom Kardinal Rampolla. ^soweit es ftch um die französische Armee handelt, bittet jetzt die Pariser Zeitungswelt den „guten" Preußengeneral, gefälligst seine Nase in die eigene Küche zu ftecEen und ganz * W Kolonialpost. tragt Spahn bafitr 3, bezwf. 5 unb 8 Mk. einzuschen. Dieser ,v - - ^..Antrag wird angenommen, nachdem Graf Posadowsky er- lanaen und sehr eingehenden Erörterungen der vielen klärt, daß keine Bedenken dagegen vorlagen. Zu Position <.1- <— c\x-r<— -x;n/,nv, 1572, Kantschuksäden, werden die Sätze der Vorlage anwagen wurden stark beschädigt. Von ewigen genug* fügigen Kontusionen abgesehnr, wurde Niemand verletzt. Der Verkehr ist nicht unterbrochen. Die Reisenden wurden mit dreiviertelstündiger Verspätung nach Königsberg weiter be- fördert. * Paris, 9. Juli. In Montauban ertrank der EomMandant Goudinet vom 20. Jnf.-Regt. und sein 17- jähriger Sohn beim Baden in dem Aveyronslusse. — Heute oder morgen findet zwischen dem Arzt Dr. Pasmette aus Lille und Dr. Bonnet von hier ein Duell statt. Die Ver^ anlassung zu diesem Zweikampf ist eine Zeitungs-Polemik über die von beiden beanspruchte Vaterschaft des ersten In- Aus Stadt und Land. Gießen, 10. Juli 1902. - Äßßt und Alotte I * Eine dunkle Geschichte. In Breslau eröffnete ... » 5.. a v”. f .. Ende 1900 ein Oestreicher ein neues elegantes Cafä im M ilitärdie n st Nachricht. Vollmer, Oberleut-! cij. armäcbft reaen Zuspruchs erfreute. Der nant im Feld--Art.-Regt. von Clausewitz (L Oberschles) Wwner Stll ^rs s^ch S^ch^ Zen ^^s Nr. 21 auf sein Ansuchen von Beendigung fernes rm Julr Besitzer fowoyt wre lerne dieses Jahres äblaufenden Kvinmandos zur Kriegsakademie äußeren staMchen Erschemung nach, sond^n wegen xfycec dis 30. September d. I. zur Dienstleistung beim 2. Großh. nicht gewöhnlichen Lebensschtcksale werteren Kreisen interessant» Hess Drag.-Regt. (Leib-Drag.-Regt.) Nr. 24 kommandiert. K. Januarius Fischer, so hieß der neue Kaffeehauswirt, war --------—------------- vor nicht langer Zeit österreichischer Hauptmann gewesen, hatte aber eines Ehrenhandels wegen den Dienst quittiert, um nach einigen Kreuz- und Querfahrten mit der frei gewordenen Heiratskautton Breslauer Kaffeehauswirt zu ** Namens des Finanzausschusses der Ersten werden. Seine Gattin Stephanie, die Tochter eines Kammer hat Frhr. v. Heyl einen umfangreichen Bericht östreichischen Feldmarschalllieutenants, die Fischer über die Main-Neckar-Bahn-Vorlage erstattet, bereu Oberleutnant geheiratet hatte, blieb getteulich an seiner Annahme darin zum Schluffe empfohlen wird. Der Be- Sette. Am 28. Januar 1902 wurde Fischer in Breslau richterstatter benutzt diese Gelegenhett zu einer abermaligen ^erhaft et und in Polizeigewahrsam genommen, wett die Lobpreisung der ssÄeußisch-Hessischen Effenbahngemeinschast, an Staatsanwaltschaft in Wien seine Auslieferung wegen Derberen Zustandekommen er ja seinerzeit in hervorragender sachter Erpressung forderte. Der Rechtsbeistand des Ver- Weise mitgewirkt hat, und zu einer abfälligen Krittk an ber ^fteten protestierte gegen die Auslieferung, da in dem ge» Minderheit der Zwetten Kammer, die es unternahm, „an ben gebenen Falle bie dewsch^n Gerichte zur Aburteilung der an- Grundlagen des 1896er Abkommens zu rütteln unter dem geblichen Strafthat zuständig seien. Fischer hatte in Breslau Vorwande, daß die Herbeiführung der Effenbahngemeinschast feinen Wohnsitz und sein Geschäft und hatte von hier aus - •c "— E-rr^”- w—*----- Fw,rnr',’./' |bie Briefe geschrieben, in denen man in Wien, wohin sie ge* *" . Die Staatscm- auch Mmisterialrot Braun gemumt, doch, so schreibt geblichen Vaters und auch aus mancherlei anderen Beweis- der Gewährsmann der „91. Hess- Bolksbl. , *9err.Mitteln die Uebeneuauna gewonnen, daß er ein na tu r- Hfl wie bereits erwähnt, mit einem stxipum. uua ■? jjluj.luuv.ii i Breidert ein wett höheres Tienstalter, somtt auch größere ... T <ö $ Er'berioas sei und diese lieber* M^BEuas-^md 0 Millionen Mark Stammaktien unter Anwartschaft. Ebenso ist cs eine Tatsache, da^ man Herrn Ucher Eohn .^s Erzherzogs « EttmZ^^er Darmstädter Bank und des A. Braun a^ Dorsche!tt>en der noch nicht lange, bestehenben zeugung veranlagte ihn als er m Br^lau m geschastlicye ^^ni^bauienscheu Bankvereins ebenfalls in Abteilung für Aindwirtschasl, handel und Gewerbe in Schwierigkeiten geriet, üch brieflich um Hche an seinen ver- ^Mtiengesellschaft umgewandelt worden. Es erscheint, Darmsradr nicht gern entbehren mochte. Dr. Breidert j rnemtüchen Erzeuger, den Erzherzog, zu wenden. Die Folge hat feine Tüchtigkeit als Verwaltungsbeamter bereits in größeren Wirkungskreisen bewährt. . ♦* Sommerfest des Turnvereins Greßett. Am Sonntag, den 13. b. M. findet, wie beretts durch Plakate angefünbigt, im Philosophenwald das Sommerfest des hte- sigen Tiumvereins statt. Nach den schönen tnrnerrschen Erfolgen des Vereins auf der G-mturnsahrt m Lauterbach, beut Feldbergsest und dem Gauturnfest in Butzbach versprecht doL Programm in turnerischer Beziehung eut sehr reichhattiMs zu werden. Der Abmarsch der aktiven Turner findet nach- mittags 3 Uhr von der oberen Bahnhofstraße statt, der Zug geht dann druch die Stadt nach bem Philosophenwald. k- Langsdorf, 8. Juli. Zur Ehrung des Veto ftorbenen Geheimrats v. Bechtold ließ der OrtA* Vorstand im Prowkollbuch der Gemeinde LangÄwrf einen Beschluß nieberschreiben, in dem von dem Ableben des stau tumiji vmruil uuc^uyvu, xz-p — ..^.Geheimen Rats Mitteilung gemacht und hervorgehoben wird, Notlage befinde, ber nur durch Abänderung der welche seltenen Herzensgaden der, von atten,bte ihn kannten,, ano ^tau-1 Borf'^öesetzgebung abgeholfen werden kann. hochverehrte Mann besaß, tote er jo Sg «« ^berr, so Annahme, b _____ treu, so gerade, mit einem Wort so echt deutsch toar, und ^olltarttkommisfion welch hohe Summe von Wissenschaft und LebMserfahrung f Zolltartslommimon ihm zu eigen war. Es wurde weiterhin beschlossen, den Die gestrige Mitteilung, daß die Mehrheits-Parteien Srtsvorstand zu ermächtigen, der Familie des allverehrten in der Zolltarifkommission beabsichtigen, durch Aenderung ^„^2 die innige Teilnahme des Ortsvorstandes zu Lcmgs- oi» mluu>.utv. --------.der Geschäs^ordnung ein sch leunig er es Fortfchrer- borf guszusprechen. Der Gerichtshof oder die Geschworenen werden daher aller ten der Verhandlungen herbeizusuhren, wird heule von Flensungen, 9. Juli. Gestern abend kurz nach W-chrscheurllchkctt mach über Vergehen, aber nicht einer mit konservativen Kreyen lN Berbln^ng stehenden b ^>r ertrank ein lediger Bergmann aus Lehnheim, über Verbrechen M urteilen habem K^m lemals in parlamentarischen Ko^espondenz dahm erMnzt, daß fürs > bcinl Baden im „Fohlenweideteich", unweit LXÄSfe1 H “Ä treten 'angeILt wer!'en sollL^es?Zeit d°arf der nicht der Staatsstraße von L-Ücke nach Grünberg Obgleich Hstse LtspAcht, so wett auseinanderge- üb?r Seiten, widrigenfalls der^^Vorsitzende^das Mechk hat, in der Mhe war, so war es dochs nicht möglich' ^n äanaem wie in den ich gegenwärtig abspielenden ihm das Wort zu entziehen. Die Korrespondenz Lill weiter Tode des Ettrmkens zu erretten. Die Leiche des bedauems- Verhandlungen. Bei der außerordenttichen Schwierigkett wissen, daß man für das Plenum des Reichstages werten jungen Mannes konnte erst heute morgen von Be- der Materie befindet sich die Staatsaiiwaltschsaft, die beim eine ähnliche Einführung plant. wohnern seines Heimatsortes Lehnheim geborgen werden. Der besten Willen nicht in ber Lage war, sich eine Kenntnis Die Zolltarifkommission genehmigte gestern unverändert 9^^ bes Ettrunkenen ist Naumann. Don Dingen anzueignen, bie erst burch jahrelanges Stu- diePos.557, Treibriemen, 5o8.Stocke, Reitpeitschen Cronberg, 9. Juli. Der Großherzog von drum und jahrelange Erfahrung ertoorben werden kann, aus Tierfellen, 559 Sattler- und ^älchnerwaren, lepterea £Uremburg ist heute mittag aus Schloß Königstein an- von vornherein im Nachteil, namerttlich^ der Verteidigung jedoch unter Erhebung des Zolles für lederne Kleider auf ge$oimnen wird einige Tage bei seiner Gemahlin /regenüber, die tron Iiechtsanwätten geführt wird, die oft 250 Mark statt 80 des Entwurfes. verweilen. Heute nachmittag wird auf Schloß Königstein Gelegenheit gehabt haben, sich, mit heiklen kaufmännischen Die Kommission beriet dann die Positronen 5bO, Hand- Geburtstag des Erb gro ßherzo gs von Baden Problemen und schwierigen Fragen des Handelsrechts zuschuhleder, und 561, Handschuhe, ganz oder I gefeiert, der mit seiner Gemahlin gestern an gekommen ist. befassen. Befindet sich doch unter den ^Verteidigern der weise aus Leder. Die Vorlage verlangt für Position ovOfi^. > Angeklagten im Spielhagen-Prozeß ein Justtzrat, der selbst 150 Mk. und für 561 200 ML. Staatssekretär Ettas Posa- VerMlIÄlltö. rum Aufiichtsrat der Spielhagen-Banken gehört hat und dowsky begrünbet diese Erhöhung gegenüber dem bis- ö ! J anefi zu anderen Hypothekenbanken und sonstigen Aktien- heriaen Taris mit der Notwendigkeit des Schutzes des hei- • Berlin, 9. Juli. Ein s chweres Bootsunglück Gesellschaften als Syndikus oder Aufsichtsrat in ttitimen mischen Handwerks gegen die böhmische Konkurrenz, wo gestern Nachmittag auf der Oberspree bei Neu-Zittcnr Beziehungen steht. Man wird nicht behaupten können, die ProduktionsLosten nur halb so hoch als m Deutschland Während eines heftigen Sturmes kenterte em daß die Ausführungen ber zum Teil außerorbentlich seien. Nach längerer Debatte werben bie vmi konservativer 0 besetztes Seegelboot. Trotz ber angestrengtesten tüchtigen und erfahrenen Sachverftäiibigen, die bas Ge- unb fteikonservativer Setteeingebrachten Anträge auf Zoll- R^tunqsarbetten einer Anzahl in ber Nähe beschäftigter Acht zu Rate gezogen hat, zur Entlastung der Angeklagten erhöhuiig abgelehnt unb bie Schlage angenommen^(x warbeiter fanb bie Frau eines Feuerwehrmanns sowie gebient haben, ob sie aber eine ausschlaggebende Wirkung gleichen werben im Unterabschnitt, Kur s chn erw ar en , E ' eine Berliner Dame, bie erst gestern bie hoben werdet muß in hohem Grade zweifelhaft er- die Posittoneu 562 bis 565 nach ber Vorlage angenommen, deren Schwier und eine Bettiner ^n^ ow er,i ^1 scheinen Es haben sich zwischen ben Ausführungen ber ebenso bie Unterabschnitte, Waren aus warmen, bie Posr-! Sommerfrische bezogen hatke, xs y S« tägigen unb mtoanbfrtier^eugen tonen 566 unb 567, fvwie ber Abschnitt Abfälle, fflof 06a • Dirschau 9. Just. Wie tae ,D.Ztg. radM, sst^le Diff^euzen, bie ben objektiven Beurteiler stutzig Zum Abschnitt Kautsch ukw aren 569, aufgelöster fuhren heute Nachmittag unwett bes Rangierbahnhofes zwei machen müssen, ergeben, baß auch bei bem Gerichtshöfe Kautschuk 6 Mk., Posttion 57O, Weichkautschukteig, 8 Mk., Maschinen gegen ben von Danzig emlaufenben Personen-, ernste Zweifel entstehen müssen, bie wahrscheinlich ben Position 571, geschnittene Kautschukplatten 12 Mk., bean- ^r. 549. Drei Maschinen, ein Eilwagen unb ein Pack- AngekllLten zu gute kommen. Es lieht namenttich in bem1 — 9 s R m M B ' " — - ’ - - Spielhagen-Prozeß nicht so ans, als würden bie unendlich und daß für die Verteidigung, der ja die Aufgabe dadurch Ueber die b e s o n b er e Vo r b ildun g v'vn Ko- erleichtert toirb, zuletzt nicht viel zu thun übrig bleibt." ^albeamten ist jüngst im Kolonialrat verhandelt ------- worben. Zutritt zu bieser Laufbahn sollen alle diejenigen Erlttutr Gründunasthätiakeit. haben, welche bas Abit urien ten-Exam en abgelegt an- m unb ihre Militärpflicht erfüllt haben. Bis zum 21. ^-ahre f" unh ungefähr gebeult man bie Eleven in ber Kolonialabteilung Ä er uoch> zusammengetreten ish Er soll in erster Lnie Zün fte sodann nc^ ^stasrgütlichen Dienst bahnstation Vukovar verrvundeten den Stattonsvorstcher mid gegen bas Börsengesetz ferner gegen dre Hohe einem ^nen lehren sollen. Diese vier.Jahre dessen Frau tödtlich 'erschossen deren chahriges Söhnch^ der Bors en steuern zu FÄbe ziehen und gU diesem üt zwei Zeiträumen von je zwei Jahren absolviert, und raubten die Bahnkasse und txrs ganze Stationsgebäude Zwecke zeigen, daß deren verderblicher Einfluß an dem mehrere Monate bauernder Heimatsurlaub ba-1 au§. Die Räuber konnten noch nicht ermittelt werden. 55.^bgen des Bank3eschafts ' -^^n liegt. Sind nun bie vier Jahre verflossen, so * Ein Pastor verhaftet. Wie ein Telegramm aus »rt®. «»äs»?» A ma**j**. einen solck>en zu wählen, m dem sowohl dre Barrken als |0 m ' 1 — b ■ ■■■■■— I Remseld verhaftet worden. auch die größeren Banthäuser wieder ein — allen Augen - --- *' m 90*"*x~* -**«*-*- sichtbares — lebhafteres Geschäft, verbunden mit einer erfolgreichen Emissronsthätigkett zu verzeichnen haben. Eine Reihe von ouAlündischen Anleihen ist in den letzten Wochen glücklich untergebracht worden, und man erfährt soeben, daß die Den t sche Bank auf den Gewinn an der Emission von Wiener Stadtanleihe den Betrag von drei Millionen Mark als Abschlagszahlung an bas Uebernahme- synbikat zur Ausschüttung bringt. Ebenso ist vor wenigen Tagen eine große bosnische Anleihe mit Erfolg zur Zeichnung aufgelegt worden. Aber nicht genug damit — auch auf dem Gebiete der Industrie zeigt sich plötzlich wieder eine lebhafte Grünberthätigkeit. Die Firmen Harby & Co. und I. Loewenherz brachten die Aktten der Akttengesellschaft । Kollmar L Jourdan, llhrkettenfabrik in Pforzheim, Kapttal eine Million Mark, an ben Attrrtt unb erhielten damit einen Erfolg, der an die schönsten Tage ber letzten 'Hausseperiobe von 1897—1899 erinnert. Obgleich im Prv- spett mitgeteOt war, baß bei der letzten Kapitalserhöhung dieser Gesellschaft am 27. Dezember 1900 ein Betrag von 400 000 Mark neuer Aktien von einem Konsortium zu 136 Prozent übernommen worben war, drängte man sich derart danach, zum ersten hier notierten Kurse Stücke zu erwerben, sdaß derselbe a-ft 185 Prozent festgesetzt werben mußte, ein ...... SKwibet fo salfchen Qnung ber Te.lungszisftr beruhe. -.. ________________ ^r ^w/^A^Mchbwemg'°od«r ga? nlcht eüigebämmt v. HepI macht dabei den Versuch, die Bemessung der ^aren, die Erpreffung finden wollte. Wrttm Snb. Was staube M erwarten, wenn burch Ab- Teilungsziffer als durchaus angemeffen und genügend hm- „altschast schloß sich denn auch der Auffasiuna des Rechts, schwächung ber ohnehin aus bekannten Grünben nicht sehr! zustellen. .... Ibeistandes Fischers an unb beantragte gleichfalls die Aus- wirksameii G^etzgebuiig biese Spielsucht noch mehr ent- ** Das Amtsblatt des ^roßh. Ministeriums der Ifieferung abzulehnen. Trotzdem erfolgte auf Anordnung flammt würde. Wetter kommen Tuxfy fvlgeiide Meldungen ustiz 9h:. 17 vom 30. Jmii d. I. enchätt em Uusschreiben I preilßischen Ministers des Auswättigen unb bet über Ihntoanbtiuig von industriellen Unternehmungen in an bie Großherzoglichen Ge^ch^^ betrEssend allgememe Februar dieses Jahres bie Auslieferung «dm «s-g-s USA HK. ^SÄSJSJSM i «SSL L-Ä. «■ ™ «S en Das kommt vom Reden'. seine Aufgabe erschwert haben, aber das iffl, es1 ja eben, ! baß bie Interessen ber Großen unb ber Klemen grunb- ter WW. W b«t beiton großen B°n,»r°z.ff° « die —lungen in Sachen des ^ch die^chMksteLif^^^ Zusimmrenbruches ber Spielhagenbanken unb der das kleine Bankgeschäft b a r n i e d e r l i eg t, Lerpziger Bank nehmen werben, laßt sich freute noch ^aI j^och nicht burch bie Schulb ber Gesetzgebung; nicht übersehen, baß bie Sühne, welche die Verfehlungen Bankgeschäft aber blüht und gedeiht und wirb weder der Angellagten m beiden Fällen fmben m ben ^eicf)Stag ^ch bas Volk bavon überzeugen, baß es sich Berhälttiis zu bem horrenden Umfange der Verluste, den . pit1pr - - - *- ------ MtnrneteSse VHmiftrr, Wmibtairfbeftett biger erhtten haben, stehen drufte, ist eine , . die freute schon in wetteren Kreisen als feststehend erachtet wird. Ju dem Berliner wie in dem Leipziger Prozeß ist zwar eine heillose Mißwirtschaft enthüllt, die offene Absicht schweren Betruges aber bis jetzt bei keinem der Augellagteu festgestellt worden. Höchste Temperatur am 9. bis 10. Juli 27,2° C. Niedrigste „ „ 9. „ 10. , 15^6. Wach- bemusterten Preisanstellungen sehr gern bereit. Hochachtungsvoll Bachenheimer & Schaumberger, Baumaterialien, Biessen. Meteorologische Beobachtungen der Stativ« Gießen. Frauen mtb Dienstmädchen werden gerne hören, daß es jetzt ein Glanzfett giebt, mit dem man viä leichter die Schuhe glanzend machen kann, als mit der bisherigen Schuhwichse. Dieses, Glanzfett hat vor der Wichse den Vorzug, daß es säurefrei ist unt)' das Leder erhält. Dasselbe stellt sich durch seinen geringen Verbrauch nicht teurer wie die bisherige Schuhwichse und ist unter dem Namen Glanzfett Poti in Öen meisten Kolonialwcrrerrgeschäften zu haben. Gerichtssaal. Mannheim, 8. Juli. In dem gestern vor dem Schwurgericht verhandelten dreifachen Mordprozeß wurde die Ehefrau H'errm ann wegen Totschlags zu 13 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust, der Ehemann Herrmann zu 3 7a Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust v erurt eilt. Umverjitäts-Uachiichten. — Aus Heidelberg wird berichtet: An Stelle des verstorbenen Geh. Hofrat Dr. Karl Zangemeister ist Bibliothekar Prof. Dr. Jakob Wille zum Oberbibliothekar an unserer Universitätsbibliothek ernannt worden. Unter seinen Publikationen verdient hervorgehoben zu werden: Philipp der Großmütige von Hessen und die Restitution Ulrichs von Württemberg (Tübingen 1882). Die Privatdozenten Dr. Bruno Schmidt und Dr. Julius Hatsche! sind zu a.-o. Professoren in der juristischen Fakultät ernannt worden. — Die Universität Leipzig hat die Würde des Rector mag- nificentissimus an Stelle des verstorbenen Königs Albert dem neuen Kö nig Georg übertragen. Der König hat die ihm angetragene erste akademische Ehrenwürde übernommen. — Professor Fritz Straßmann ist zum ständigen Hilfsarbeiter bei der kgl. preuß. wissenschaftlichen Deputatton für das Medizinalwesen berufen worden. Er war von 1881—1884 Assistent an der medizinischen Klinik in Gießen. 1894 erhielt er dort die außerordentliche Professor sür gerichtliche Medizin an der Universität und die damit verbundene Direktion der Unterrichtsanstalt für Staatsarzneikunde. Im Nebenamte ist Straßmann Atedizinal- assessor beim Medizinallollegium der Provinz Brandenburg. Kunst und Wissenschaft. Mainz, 9. Juli. In der heuttgen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung wurde unter 40 Bewerbern der ehemalige Direktor des Stadttheaters in Barmen, Steinert, zum Theater-Direktor von Mainz gewählt. Unter den Bewerbern befand sich auch Wolzoaen. Moskau, 9^ Juli. Graf Tolstoi, der völlig herge- stellt ist, hat sich nach seinem Landgute bei Tula begeben. „Sie sind für Ihre Linder tot", sagte Konzipist Korodi. — „So ist es recht", erwiderte die Frau, sichtliche erleichtert, „sie sollen es nicht wissen, daß, ich eine Mörderin bin." Hierauf ersuchte die Frau, man möge die Kinder der Haus- besorgerin zur Pflege übergeben. Die Erfüllung dieses Wunsches wurde sür den Fall, daß der Gatte Julius Petro keine Einwendungen erheben sollte, in Aussicht gestellt. Für unsere Damen und Kinder ist das Beste gerade gut genug und es kann nur freudig begrüßt werden, daß es endlich gelungen ist, eine Toilettenserfe herzustellen, welche nach dem Gutachten beroorragenber ärztlicher Autoritäten und Versuchsanstalten allen Anforderungen entspricht. Von einer Toilettenseife verlangt man in erster Linie, daß sie ohne jede Schärfe ist, daß sie selbst die zarteste und empfindttchste Haut nicht angreist, sie soll mild, zart und erfrischend auf die Haut einwirken, höchste Waschkrast besitzen und dabei sparsam und ausgiebig im Gebrauch fein. Diese Vorzüge, welchen man bei anderen Reifen nur vereinzelt begegnete, vereinigt Bacheberle^s hygienische Priskalin-Seife. Auch vom hygienischen Standpunkte aus ist sie die schon längst ersehnte Ideal-Schönheits- und Kinder-Seife, die zu übertreffen nicht mehr möglich sein durste. Zum Preise von. 50 Pfg. pro Stück ist Bacheberle's hygienische Priskaltn-Seife hi allen Apotheken, Drogerien und besseren Coiffeurgeschäften erhältlich. Neben dieser Tollettenseife wird vom Erfinder, Herrn Z. Z. Bacheberle in Renchen, noch eine Rafierseife (Krystall-i Priskalili-Rasierseife) fabriziert, die als Rafierseife die gleichen vor---' züglichen Eigenschaften besitzt, die der hygienischen Priskalinfestv mit Recht als Toiletteseife nachgerühmt merben. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehende« Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegeM^ keinerlei Verantwortung.) Ruttershausen, 8. Jnll 1902. Monate auf Monate vergehen und keine Hänbe rühren ßch hier, um den im vorigen Jahre begonnenen Bau der Brücke über d i e Lahn zu vollenden. Statt den im vergangenen November bis zur Ehanssierung und Anbringung eines Geländers fertig hergestellten Bau auszuführen, legte man einen allen Stea für Den Fußverkehr darüber, und es scheint, daß diese Brücke noch ihrer Vollendung harrt. Durch die hohe Anlage dieser Brücke wurde es notwendig, die unteren Ortsstraßen zu erhöhen, wodurch der Gemeinde Ruttershausen etwa 4000 Mk. Kosten auferlegt werden. Diese Kosten würden von der Gemeinde gern getragen, wenn nur dadurch die starke Steigung nach der Brücke gegen früher mehr verschwände und die ganze Sache zu größerer Zufriedenhell aussiele. So lästig die Umwege über Odenhausen für die jenseits der Lahn wohnenden Grundbesitzer sind, so hindernd fino auch die Straßenarbellen im Orte sähst für die Bewohner des unteren Dorfes. Auch da wird nicht gearbeitet, und wochenlang liegen ine Steine aufgestapelt in den Straßen. St. Handel und Verkehr. Nolkswirtschast. — Frankfurter Börse. Auch heute blieb die Börse wieder sehr still, doch zeigte sich etwas mehr Bewegung. New-Pork scmbte befestigte Kurse, ebenso Wien. Obwohl immer noch über die schlechten Absatzverhältnisse seitens miserer Industrie geklagt wird, so blieben dennoch diese Nachrichten ohne tiefere Wirkung. Da Berlin meldete, daß großes Angebot und keine Nachfrage m Jn- dustriewerten herrsche, so verloren auch hier die genannten Werte wieder das, was sie in der ersten Börsenstunde gewonnen hattm. Bankaktten — besonders Diskortto-Kommandit und Deutsche Bank — angeboten und ca. 1 Prozent zurück. Montanwerte durchgängig; niedriger. Elektrische Aktien zu niederen Kursen angeboten. Deutsche Fonds recht fest, ausländische stettg. — Die Subskription von 20 Dttllionen Mark 4proz. Obligationen der Deutsch-Atlantischen Telegraphen-Ge- s e l l s ch a s t in Köln findet Anfang nächster Woche zu 100y2 Prozent statt. — Die Passiven der Lederfabrik H. Hoffmann in Heidel» berg betragen nach dem Ledermarkt über 700 000 Mark und e& wird eine Q-uote von 70 Prozent erwartet. Die Rheinische Baut sei sür ihre Forderung größtenteils gesichert. Chemnitz, 9. Juli. Die Direktion der sächsischen Maschinenfabrik vorm. Richard Hartmann sieht sich veranlaßt, um der Konkurrenz des Auslands begegnen zu können und Arbellerentlassungen zu vermeiden, bei einzelnen Branchen die Akkordlöhne um 10 bis 15 Prozent zu verkürzen. Ulm, 8. Juli. Leutnant Tietz, seit 1899 Offizier, war der Garnison Gmünd zugeteilt. In der Nacht zum Pfingstsonntag verursachte er im betrunkenen Zustand in verschiedenen Wirtschaften und im Eafö ruhestörenden Lärm und begab sich bann gegen 5 Uhr morgens in Begleitung bes Kaufmanns Naschold auf ben Heimweg. Auf ber Straße bot er verschiebenen Zivilpersonen, so einem gewissen Herber, Ring unb Gelb an. An ber Wache ließ er ben Wachhabenden herausrufen und chm durch seinen Begleiter 1 ML. anbieten. Als der Wachhabende die Annahme verweigerte, rief Tietz: „Ich befehle Ihnen, das Geld zu nehmen!" Und als es daraufhin der Mann, um Skandal zu vermeiden, nahm und sagte: „Zu Befehl, Herr Leutnant!" meinte Tietz: „Das hoffe ich, daß meine Befehle ausgeführt werden!" Dieser Vorfall hatte ver- fchiedene Zivilisten angelockt, die über das Gebühren des Leutnants zu lachen anfingen. Der Leutnant kehrte sich nun gegen die Zivilisten, von denen die meisten, da sie nichts Gutes ahnten, sich schon vorher entfernt hatten. Nur Herder war stehen geblieben und dieser wollte den ßeuhiant ins Wachzimmer schaffen. Herder entfernte sich aber, unb Tietz eilte chm, seinen Säbel herausziehend, nach und schlug ihn mit dem Säbel übers Genick. Auch bedrohte er den Zivilisten mit E r st e ch e m Inzwischen waren die befohlenen zwei Mann der Wache herbei- gekommen. Tietz befahl nun: „Einer vorn, einer hinten — ohne Tritt marsch!" ging selbst mit gezücktem D egen nebenher, und so wurde Herder, der berellwillig mitging, zur Wache gebracht. Dort ließ Tietz das Wachbuch herbeibringen und schrieb die Namen der Zivilleute, die sich wieder eingefunden hatten, in dasselbe ein. Herder beantragte nun, es möchte auch eingetragen werden, daß ihn der Offizier mit dem Säbel geschlagen hatte. Das machte ben Leutnant stichig. Er hieß bie Wachmannschaft hinausgehen, sagte dann zu Herder, er habe sich jetzt eines Vergehens schuldig gemacht, und riß das Blatt mit dem soeben vollzogenen Eintrag aus dem Buch. Nach dem Verlassen bes lokals fuchtete er vor ben Zivilisten mit bem Säbel herum, gab auch einem eine Ohrfeige unb ging dann spektakelnd heim. Aus biesen Vorfall hin würbe Tietz untersagt, bis auf weiteres ein öffentliches Lokal zu besuchen, ein Befehl, bem ber Beklagte nicht Folge gab. Weller würbe festgestellt, baß Leutnant Tietz zwar betrunken war, aber nicht berart, baß eine freie Willensbestimmung ausgeschlossen gewesen wäre. Tietz würbe vom Kriegsgericht zu 3 7, Monaten Gefängnis und zur D i e n st e n l a s s u n g veriirteilt. London, 9.Juli. Prinz Franz Joses von Braganza erschien heute roieberum vor bem Poliz eigericht von South- wark. Er ist zusammen mit einem Burschen von 15 Jahren eines Sittlichkeitsvergehens angeklagt. (Unser Leser erinnern sich früherer Berichte von einem währenb ber Vorbereitungen zur Krönung auf Abwege geratenen Prinzen. D. Reb.) Zwei anbere junge Leute finb ber Beihilfe angeklagt. Der Fall wurde heute öffenllich verhandelt. Hmiptzeuge ist der Hauswirt, der ein Loch in die Thür schnitt, beobachtete, was vorging, unb bann bie Verhaftung ber Angeklagten bewirkte. Der . berühmte Anwalt Sir Ed- ward Elarke verteidigt ben Prinzen mib stellt in Aussicht, bte Mitangeklagten des Versuchs der Beraubung des Prinzen und der Erpressung an demselben zu überführen. (ttKtr die Verhaftung und Auslieferung Fischers. Dieser wurde im Wiener Landesgericht von anderen Häftlingen streng gesondert, wurde allein zum Spaziergang geführt und stand unter besonderer Bewachung. Nach einiger Zeit wurde Fischer auf das Gutachten einiger Aerzte, daß er an fortschreitender Gehirnerweichung leide und sein Zustand gemeingefährlich sei, aus dem Gefängnis in die Landes-Irrenanstalt übergefuhrt, wo er vermutlich seine Tage beschließen wird. * Eine Frau fie auch in der Halsgegend mehrere Schnitte gethan, war sie mit ihrer mörderischen Arbeit, welche int ganzen fünf Minuten in Anspruch genommen hatte, fertig. Das Messer war derart scharf geschliffen, daß chr das Abschneiden der Füße im Nu gelang. Die Frau erklärte, keinerlei Komplizen zu haben; sie habe den Mord ohne Vorbedacht ganz allein verübt. Frau Petro, die Tochter des ungarischen Großgrundbesitzers Stephan v. Bartock, verbrachte ihre Jugend bei einer in Budapest an einen Tischler verheirateten Schwester, bei der sie auch die Bekumtschaft des Tischl-ergehUfeu Petro machte. Sie heiratete denselben vor etwa fünf Jahren, und mit der Mitgift, die mehrere tausend Gulden betrug, übernahm das Paar ein Wirtsgeschäft, das aber bald wieder gesperrt werden mußte. Der Mann trat nun wieder in Arbeit, die Frau betrieb eine Auskocherei. Vor der Behörde gab der Mann jetzt zu Protokoll, daß er mit feiner Frau in Hader lebte, und die Absicht hatte, sich von ihr schcüden zu lassen. Eine Leibesdurchsuchung, die während des Verhörs an Frau Petro vollzogen wurde, führte zu der Auffindung von 1550 Kronen, die sich in einem Strumpf der Mörderin befanden. Erdei hieß früher Fliegelmann, hat sich also magyarisiert. Von der Leichenhalle des neuen israelitischen Friedhofes im Rakos-Kereszturer Hotter hat das Leichenbegängnis des ermordeten Juweliers Alexander Erdei stattgefunden. Zur selben Zeit wurde die Mörderin .Esther Petro dem Landgerichte eingeliefert. Sie machte die Fahrt nach dem Justizpalais im grünen Zellenwagen, lieber die letzten Stunden, die die Mörderin bei der Polizei zugebracht hat, werden folgende Einzecheiten bekannt: Frau Petro wurde von ben Polizeiärzten untersucht, doch fanden biefe außer enter hochgradigen Nervosität keinerlei anormale Symptome vor, die aus eine Störung ber Gehirn- thätigkeit Hinweisen würben. Uebrigens wirb die Petro von ben Gerichtsärzten einer längeren eingehenben ärztlichen Untersuchung hinsichtlich ihres Geisteszustandes unterzogen werden. In den späten Abendstunden verlangte die Petro, zu bem das Verhör leitenden Konzipisten geführt zu werden, da sie chm etwas zu sagen wünschte. Man willfahrte dem Wunsche der Frau. Im Zimmer Korodis brach sie in Weinen aus und klagte, daß sie wegen ihrer .beiden kleinen Kinder keine Ruhe finden könne: „Mein Gehirn zermartert sich in Geankert über das Schicksal ber armen kleinen Wesen". Der Beamte erklärte, baß man ben Kinbem bie That ihrer Mutter verheimlichen werbe: errichtet haben. Durch unsere Beziehungen mit nur allerersten Häusern der Branche sind wir in der Lage, mit billigster Offerte bei Lieferung nur guter Ware ö,6nen Z11 üor'Alleinverkauf der berühmten BeCkumCI* - Gemelli - FahHk wurde uns für Giessen und Umgegend übertragen, worauf wir besonders Hinweisen. 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