N«. 13» Zweites Matt. ISS. Jahrgang Dienstag 10. Ium IDOS ®rf «!iMar n jJjfK W’F” O monat?ic67ä'15f.,Dte«el« aub-r Sonntags. M AKMk M ▼ jährlich 2.20; durch, ää» wa a** A<* AM MWuV*w* «rdenpolit. n. allgem. KMMts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis GiehenZM Ile Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Festgäste. Pfarrer Jung hielt die Festrede; er gab ein aeschichtliches Bild der früheren deutschen Zerrissenheit und der jetzigen deutschen Kraft und Einigkeit, der deutschen Treue, die letztere an Beispielen aus dem chinesischen Kriege beleuchtend. Der Be-irksprüsident R a n s t -Grüuberg überreichte unter entsprechenden Worten drei Ehrentafeln an die Vereinsnritglieder. Die Feier leitete ein von Lehrer Schwartz improvisierter gemischter Chor mit einem wirklich prächtigen Gesänge ein. Run kamen die Volksbelustigungen zu ihrem Rechte. Indischen war aber der ohnehin feuchte Festplatz zu einer Schlmnmpfütze im wahren Sinne des Wortes geworden. Der heutige zweite Festtag hatte besseres Wetter, sodaß die Ortsbewohner und auch noch auswärtige Gäste sich für die Unbilden des ersten Tages etwas entschädigen konnten. Marburg, 6. Juni. Der hessische Städtetag nahm nach einem Referat des Stadtrats Bö dicker-Cassel über die „Stellungnahme zu den auf Aufhebung der kommunalen Verbrauchsabgaben gerichteten Beschlüssen der Zolltarif- Kommission des deutschen Reichstags" einstimmig folgende Resolution an: „Der Städtetag erachtet die Aufrechterhaltung der in dem Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 über die Erhebung der Verbrauchsabgaben seitens der Gemeinden getroffenen Bestimmungen zur Zeir im finanziellen Interesse der Gemeinden noch für durchaus erforderlich und richtet an den hohen Bundesrat uni) den hohen Reichstag die Bitte, den auf vollständige Aufhebung der kommunalen Verbrauchsabgaben gerichteten Beschlüsse der Zolltarif-Kommission die Zustimmung versagen zu wollen." Direktor v. Boden Hausen-Cassel hielt einen Vortrag über die „Gründung eines Städtebund-Theaters", den sich die Versammlung zur Nachricht dienen ließ. Aus Stadt und Zand. Gießen, den 10. Juni 1902. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtver- ordneten-Versammluug Donnerstag den 12. Juni 1902, nachmittags 4 Uhr. 1. Mitteilung. 2. Nachlaß der Frau C. Hensel Wwe. dahier; hier: Zuwendungen an die Stadt Gießen. 3. Feldbereinigung rechts der Lahn; hier: Melio- rattonspläne. 4. Auslosung der zur Rückzahlung kommenden Obligationen der Anlehen vom Jahre 1890 und 1892. 5. Baugesuch der Firma Büttner u. Damm für die Ederstraße; hier: Dispens. 6. Baugesuch des Albert Rahnefeld für die Schanzensttaße; hier: DispenS. 7. Baugesuch des Otto Schaaf für den SelterSweg. 8. Gesuch der Firma Kaufmann u. Co. dahier um Verlängerung der Frist zur Erbauung eines Vordergebäudes am Schiffenbergerweg. 9. Baugesuch des M. Levi; hier: Geländeabttetung für den Seltersweg. 10. Ausbau des Riegelpfad; hier: Kaufvertrag mit Maurermeister Pfaff. 11. Beschaffung von Fußbodenöl. 12. Sttaßenunter- haltung; hier: Lieferung von Pflastersteinen. 13. Reinigung und Heizung der Schulbaracke am Hamm. 14. Arbeiten auf dem neuen Friedhof. 15. Erneuerung des Rahmens um die Pritsche der Lastwage am Neustädterthor. 16. Freilegung des Lagerhauses von Bär und Wetterhahn auf der Margarethenhütte. 17. Den Steg über den Oberhessischen Bahnhof. 18. Veranlagung zur Einkommensteuer; hier: Remuneration der Schutzmannschaft für die Personenstandsaufnahme. 19. Vertrag zwischen Theaterdirektion Kruse und Wirt Jakob Noll, Stadttheater bett. 20. Voranschlag der Realschule und des Realgymnasiums für 1903/4. 21. Reklamation gegen die Anlage eines Bleichplatzes hinter der Wiesenstraße. 22. Lagerplatz für die Sielbaumaterialien. 23. Verpachtung von Lagerplätzen auf' der Margarethenhütte. 24. Geländeerwerb von August Schlesinger; hier: Mietverttag bett, die Wirtschaft. 25. Fluchllinienplan für die Marburgersttaße. 26. Fluchtlinienplan für eine Verbindungsstraße zwischen Frankfurter- und Bahnhofstraße. ** Das Damenkränzchen des Gabelsberger Stenographen-Vereins beging am 7. sein zweites Stiftungsfest durch eine wohlgelungene Abendunterhaltung im Gießener Festsaal (Ccffö Leib). Die Feier wurde ein* geleitet durch eine kurze Begrüßung durch, die zweite Vor- sitzende Frl. A. Haustein; alsdann folgten humoristische Vorträge der Herren Euler und Kantowski, sowie ein von sechA Damen gespielter Einakter und eine von zwei Tum en meisterhaft gespielte humoristische Duo-Scene. Den Mitwirkenden wurde reicher Beifall zu teil Der Ber- bandsvorsitzende Lehrer Zieprecht überbrachtt die Glückwünsche des Verband und überreichte gleichzeitig ein Bild Meister Gabelsbergers, das von dem Mitglied des G. St. V. Adolf Hoß gemalt und dem Damenkränzchen gestisttt worden ist. Der erste Vorsitzende des Damenkränzchens Schi ff nie dankte hierauf und brachte ein Hoch auf das weitere Wachsen, Blühen und Gedeihen des Dameukränz- chens aus. Hierauf folgte ein Festdall, der durch kleine Ueberraschuugen gewürzt, die Festteilnehmer bis zum ftühen Morgen zusammenhielt. — Wie aus dem Inseratenteil zu ersehen ist, beginnt am Montag wieder ein Anfangs-Kursus für Damen. Ta die Stenographie gerade auch in Frauenkreisen sich immer mehr Eingang verschafft und für viele Damen einen neuen Erwerbszweig bedeutet, so wollen wir nicht verfehlen, unsere Leserinnen auch an dieser Stelle auf den Aufcmgskurs nochmals hinzuweisen. § Butzb ach, 9. Juni. Man muß die Feste feiern, wie sie fallen! Dieser Satz 'findet jetzt wieder seine Berechtigung, denn in unserer näheren und weiteren Umgebung haben wir eine Anzahl Festlichketten in kurzer Aufeinanderfolge oder zum Teil gleichzeitig: Am Sonntag und Montag findet in Münster das Sängersest des Hausberg-Wetterauer Sängerbundes, und in Klein-Linden das Stiftungsfest des Gesangvereins «Harmonie statt; am 22. und 23. Juni zu Staufenberg die 25. Stiftungsfeier des Kriegervereins; vom 28. bis 30. Juni zu Kirch-Göns die Fahnenweihe des Turnvereins nebst Dundesfest des Wetterauer Turnerbundes; am 6. und 7. Juli zu Pfaffenwiesbach Fcchnenweihsest des Turnvereins, vom 5. bis 7. Juli zu Butzbach das Turnfest des Gaues Hessen; am 13. und 14. Juli zu Ziegenberg die Feier des 25jährigen Jubiläums des Kriegervereins; vom 19. bis 21. Juli zu Bad-Nauheim der 19. hessische Feuerweh rtag.- An den übrigen Sonntagen bis Ende August finden Kirchweihfeiern in mehreren nahen Ortschaften statt, sodaß mancher, der gern Feste feiert, Sonntags unschlüssig sein wird, wohin er seine Schritte lenken soll. § Ober-Ohmen, 9. Juni. Heute und gestern fand hier die Feier des 25jährigen Stiftungsfestes des hiesigen Kriegervereins statt. In prächtigem Festschmuck prangte der Ort und alle ^Vorbereitungen waren getroffen, das Fest aufs beste zu gestalten. 'Ta machte der Himmel einen dicken Strich durch alle Festes Hoffnung en. Ununterbrochen gossen schon am Samstag die Wasserstrahlen wm Himmel. Zu dem Regen gesellte sich gestern noch eine Kälte, die eines Gallüstages nicht unwürdig gewesen wäre. Wenn dessenungeachtet das Fest sehr stark von Vereinen und Festgüsten besucht und allen Unbllden des Wetters zuui Trotze doch einen recht schönen Verlaus nahm, so geht daraus hervor, daß der Verein nichts versäumt hatte um das Fest würdig vorzubersiten, wie auch, daß solche Kriegerfestt sich tief in unser Volksleben eingebürgert haben. In dem sehr stattlichen Festzuge schritten ca. 25 Vereine. Auf dem Fest- tzlatze oegrütztt der VeretnsstLäftdent Rühl Mmeraden und Vermischtes. * Berlin, 9. Juni. Die Frau Minister v. Thielen ist am Samstag abend auf dem Potsdamer Platz von einer Droschke überfahren und am Kops erheblich verletzt worden. * Rostock, 9. Juni. Heute Mittag explodierten Feuerwerksstoffe in der Werkstatt des Feuerwerkers Brenner. Das Feuer war hald gelöscht, Brenner aber verbrannte. * Chemnitz, 9. Juni. Ein vor einigen Tagen im hiesigen Krankenhaus wegen religiösen Wahnsinns untergebrachter «Schlosser versuchte einen Ausbruch aus seinem Zimmer und durch schnitt sich bei dem Versuch an den Fensterscheiben den Hals. * London, 9. Juni. Im Londoner Stadttelle Lambeth, südlich der Themse, wurden gestern ftüh um 3 Uhr dicht vor oer bekannten Doulton'schen Thonwarenfabrik von zwei Arbellern Stücke einer Frauenleiche gefunden. Tie Stücke wurden in eine benachbarte Leichenhalle geschafft und sofort ärztlich untersucht. Die Leiche war in zehn Stücke von unkundiger Hand Zersägt und zerschnitten. Ter Kopf war, um ihn unkenntlich zu machen, zum Teile gekocht, die oberen Zähne fthlten, das Rückgrat war an zwei bis drei Stellen gebrochen und der Rumpf anscheinend auch gekocht. Die Arme und Beine waren geröstet worden, die Hände und Füße fehlten. Vom Thäter fehlt jede Spur. * Agram, 9. Juni. Die bosnische Stadt Prozow wurde durch einen Wolkenbruch überschwemmt. Auf den Straßen wurden große Verwüstungen angerichtet und eine Anzahl Brücken weggeriffen. Der «Schaden ist sehr bedeutend. • New -York, 9. Juni. In Chicago wurde Lukes Hospttal von einem Brandunglück heimgesucht. Viele Patienten sprangen aus dem Fenster. 15 Personen sind tot. — Einer „Sun "-Meldung zufolge fiel ein Regen von reinem Schwefel auf der Prinz Edwards Insel. ♦ Der König von Italien in Lebensgefahr. Dem B T. zufolge entging der König von Italien aestern bei einer Automobilfahrt durch das Sabiner Gebirge einer ernsten Gefahr. Als das Fahrzeug eine abschüssige Sttaße hinabfuhr, geriet es derartig in Schuß, daß es unmöglich war, bei einer Wendung des Weges das Automobil" zu drehen. Dem König gelang es, das Automobil dadurch, daß er es in den Hof des neben dem tiefen Abhang gelegenen Franziskanerllosters einlaufen ließ, zum Stehen zu bringen. * Einen guten Fang machte die Dessauer Staatsanwaltschaft in der Person eines Schwindlers, der sich seinerzeit als Assessor Tr. He bestreit ausgab, dort einlogierte und dann den Uhrmacher Gräfe um vier goldene Uhren von mehreren hundert Mark Wert dadurch beschwindelte, daß er vorgab, er sei dort bei der Staatsanwaltschaft beschäftigt, nnb käme im Auftrage seiner Kollegen, um einige Uhren zur Ansicht auszubitten, davon eine als Jubiläumsgeschenk eines älteren Beamten dienen sollte. Gräfe verabfolgte die Uhren, mußte andern Tags aber die Entdeckung machen, daß er betrogen war. Ten Bemühungen der Behörde gelang es, zunächst zwei der Uhren in Stralsund zu erlangen, wo sie versetzt waren. Der Gauner ist rn der Person des Schreibers Karl Schmidt aus Wetzlar gebürtig, in Bonn ergriffen worden, und dürfte lange Zell kalt gestellt sein, da eine Unzahl Staats- anwaltfchafttn Verlangen nach seiner Bekanntschaft hegen und er auch exemplarische Strafen in Anbetracht des Umstandes zu gewärtigen hat, als er schon über ein Jahrzehnt, zuletzt allein 6 Jahre, wegen Fälschungen und Betrügereien im Zirchthanse zugebracht hat. Wie schlau der Betrüger zu Werke ging, beweist der Umstand, daß er in Stralsund eine der Uhren durch einen Dienstmann versetzen ließ, und als dieser zu lange ausblieb, einfache verduftete, da er wohl polizeiliche Benachrichtigungen befürchtete. * Von einem tragisch en Ser geanten duell wird aus Italien berichtet. In der italienischen Armee schlagen sich nicht nur die Offiziere, sondern auch die Unteroffiziere und «Sergeanten. Wegen irgend einer Lap- palie gerieten am «Samstag in Turin zwei Artillerie- «2ergeanten in Streit und traten an zum Zweikampf. Die Namen der Beteiligten sind Cateno aus Rom und Casali aus Frosinone. Im Eifer des Gefechtes entfiel dem ersteren der «Säbel und, um ihn aufzuheben, blutte er sich rasch, wobei chm die Spitze der zu Boden fallenden Waffe mitten ins Herz drang. Er war sofort tot. VniverjUAs-Anün lchten. Darmstadt, 6. Juni. Nach dem soeben ausgeaebenen Per- onalverzeichnis der T e ch n i s ch e n Hochschule (Rektor Pros. Dr. Schering) für das Sommersemester 1902 zählt die Anstalt jetzt 1733 Hörer (1803 im letzten Wintersemester), darunter 1394 Studierende und 281 Hospitanten. Den einzelnen Abteilungen gehören an Hörern an: für Architektur 185,, Jngenienrwesen 237, Maschinenbau 477, Elektrotechnik 577, Chemie 146, der allgemeinen Abteilung 53. Von der Gesamtzahl waren nach der Staatsangehörigkeit: 432 Hessen, 557 Preußen, 136 Bayern, 32 Elsaß-Lothringer, 30 Sachsen, 29 Hamburger, 18 Württemberger, 16 Badener u. s. nx, erner aus dem Auslande: 188 Russen, 87 aus Oesterreich-Ungarn, 25 Schweizer, 25 Norweger, 15 Niederländer usw. An der Hoch- schwe wirken im gangen 31 ordentliche Professoren, 8 Honorar- re. Professoren, 31 Lehrer und Privatdozenten, 37 Assistenten. — Akademie für Sozial- und Handelswifseufchasteu. Frankfurt a. M. Ein neuer Lehrstuhl für Statistik und V e r s ich e r u n g s w i s s e n s ch a s t ist durch Beschluß des Großen Rats an der Akademie errichtet und dem Direktor des städtischen statistischen Amtes Professor Dr. Bleicher übertragen worden. Dieser vertrat schon bisher die Versicherungswissenschaft an der Akademie und leitete das dafür emgerichtete Seminar. Zu diesem Versicherungsseminar wird nunmehr ein ft a t i st i s ch e s Seminar hinzukommen, denr die reichen Materialien des städtischen statistischen Amtes zur Verfügung stehen werden. Professor Dr. Bleicher hat einen von der königl sächsischen Regierung an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf als Direktor des königl. statistischen Burealls in Dresden infolge der ihm von der Akademie gemachten Anerbieten abgelehnt. Marburg, 7. Juni. 9lad) vorläufiger Feststellung smd im laufenden Semester in Marburg immatrikuliert 1362 Studierende (1054) (1231). Davon sind aus dem vorigen Semester geblieben 686, neu immatrikuliert 676. Die theologische Fakultät zählt 148 Studierende (91, 117), dazu 13 durch Erlaubnis des Rektors zum Hören von Vorlestmgen berechtigte Personen, Sa. 161, die juristische 413 (318, 363) und 6 Hörer, Sa. 419, die medizinische 210 (203, 239) und 10 Hörer, Sa. 220, die philosophische 591 (473, 481) und 37 Hörer, Sa. 628. Die Zahl der Vorlesungen hörenden Danien beträgt 4 (6, 6) im Verhältnis zu anderen Universitäten außerordentlich wenig). Aus denr Großherzogtum Hessen stanimen 25 Studierende. Die Befuchszifser hat gegen den Stand des vorigen Sommersemefters erheblich zugenommen, in der theologisches Fakultät um 37 (30 Prozent), in der juristischen um 50 (13,6 Prozent), in der medizinischen ist eine geringe Abnahme zu verzeichnen, um 22 (9 Prozent), in der philosophischen beträgt die Zunahme 106 (20,2 Prozent). Knick und Wissenschaft. — Die „Historische Kommisston für Hessen und Waldeck", welche zurzeit neben drei Stiftern und 45 Patronen 80 Mitglieder zählt und unter der Leitung des Professors v. d. Ropp-Marburg steht, hat den Bericht über ihr 5. Geschäftsjahr erstattet. Neue Arbeiten sind im letzteren nid)t begonnen, die zahlreichen früher beschlossenen und in Angriff genommenen aber in der Mehrzahl eifrig gefördert worden. Unter der Presse befindet sich der von Prof. Tangl-Berlin besorgte 1. Band des Fuldaer Urkundenbuches, und das Urkundenbuch der Stadt Friedberg, das Dr. Foltz als 1. Abteilung eines „Urkundenbuches der Wetterauer Reichsstädte" bearbeitet. Demnächst beginnen wird der Druck der beiden Chroniken des hessischen Chronisten Gerstenberg, die Dr. Diemar in der Abteilung ? Chroniken voll Hessen und Waldeck" herausgiebt; in Vorbereitung rst die Ausgabe der 3. Lieferung des Hesslschen Trachtenbuches, wovon in den Jahren 1899 und 1900 die beiden ersten von Prof. Ferdinand Justr besorgten Lieferungen erschienen. Mit der Fortsetzung der „Hessischen Landtagsakten" des 16. Jahrhunderts ist Dr. Glagau unausgesetzt beschäftigt, der 1901 den bis 1521 reichenden ersten Teil dieser Publikation veröffentlicht hat. Vorbereitet wird durch Dr. Jürges die Ausgabe der Waldecker Chroniken; durch Geh. Archiorat Könnecke die mtttel- alterlichen „Landgrafenregesten"; durch Archivrat Reimer das hessische Ortslexikon, von welchem ein Probedruck einiger Artikel schon vorgelegt werden konnte; endlich durch Dr. Buchenan- Weimar ein umfassendes hessisches Münzwerk. Dagegen mußte die Absicht, den 1. Band der „Urkundlichen Quellen zur Geschichte Landgraf Philipps deS Großmütigen" als Festgabe zur 4. Centenarseier der Geburt Philipps 1904 erscheinen zu lassen, infolge der Versetzung des Bearbeiters Prof. Brandt in einen anderen Wirkungskreis aufgegeben werden; andererseits ist beschlossen worden, zu dem erwähnten Gedenktag eine die bildlichen Darstellungen des Landgrafen wiedergebeilde uub erläuternde «Schrift herauszugeben, deren Bearbeitung Prof. v. Trach und Geh. Archiorat Könnecke übernommen haben. — Eine Haudzeichnnng Kaiser Wilhelms II., welche einen Entwurf für ein Grabdenkmal darstellt, befindet sich unter den Ernmerungsgegenständen, die neuerdings dem Hohenzollern- Mufeum in Berlin überwiesen worden sind und im Zimmer des Kaisers Aufstellung gesunden haben. Die Zeichnung zeigt ein Denkmal mit ruhender Frauengestall und reicher Ornamentik und weift die ebenfalls von der Hand des Kaisers herrührende Inschrift „Ent- wurfsskizze zu einem Grabdenkmal für Frau v. Alvenslcben-Neu» aattersleben 20. 12. 1900. Wilhelm." auf. Ebenfali: in diesem Zimmer hängen in schweren Holzrahmen die Originalplatten zu den vom Kaiser entworseneir und von Prof. Knacksun alisgefi'lhrten allegorischen Bildern: .,Völker Etiropas, ivahret Eure heiligsten Güter." „l'ax. Niemand zu Liebe, Niemand ju Lewe", ,.Dem Andenken Kaiser Wilhelms des Großen" unb „In hoc ti^no vincos“. Zu dem weiteren Wandschmtuk des neuen Zimrners Kaiser Wilhelms II. gehört auch eine photographische Ausnahme der Reifeprüfung des Kronprii,zen in Plön am 22. Februar 1900. Leipzig, 9. Juni. In dem Künstlerprozeß Geygei> Klinger sind riach Mitteilung des Rechtsvertreteos Klingeos, Justizrats Dr. Broda, die Einigungsverhandlungen gescheitert. o W i® 1 p p 3 o CP* er S) ’S:' CD - tO ro er 15V s o o $3 O: er s CD CO Z p p p s er S“ P 3 er zz P er « c » r-i er- p er pp- <- 3 n>3 i* g~ *5» P — P= P CP sp — " - >-> CT ■ r- 3 3 p Ä-* 3" CP ~ c,. » 3 & pl CP ro ro" P: er* SS ro ro ro « 15V O"

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