© Nr. 108 ©rschetat tSgttch außer SomuagS. Dem Greßener Anzeiger werden tm Wechsel mir bem Hessischen Landwirt die Gießener Familien- blLtler viermal in der Woche beigdegt Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unwers.-Buch- u.Sleiw- bruderet (Pietsch (fcrben) Reboftton, (Erpebttior und Druckerei: Schulstraße 7, Adresse für Depeschen: «uzetger «leben. yernsprechaoschlilßNr.51. Erstes Blatt. 152. Jahrgang Samstag 10. Mai 1903 /"•"EJ © A O mo*'**75&**‘ert* ▼ pr . jährlich Dik. 2.20; durch GletzenerAnzeiger« - ** General-Anzeiger ** ■** äxä, v für den polil. u. allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ” zeigenteil: Han8 Beck. §ie ycutige 'Nummer umfaßt 16 Seiten. Politische Tagesschau. Zar Rede des Grafen Goluchowski schreibt uns ein Berliner Mitarbeiter: Graf Bülow hat dem Grafen Goluchowski ein Dank- und Glückwunschtelegramm gesandt. Der Reichskanzler ist dem Grafen Goluchowski nah befreundet, was seinerzeit bei dem politischen Osterausflug nach Wien, der Konferenz über die Erneuerung des Dreibundveutrages zweifellos sehr zu statten kam. Die Beglückwünschung eines Redners Pflegt zu erfolgen, wenn dessen Ausführungen entweder besonders glänzend ober besonders wirkungsvoll gewesen sind. Das letztere scheint ja der Fall ut sein, soweit es sich aus der Ferne beurteilen läßt; die Budapester Presse urteilt, nach Versicherung des offiziösen Drahtes, sehr günstig über das Expose des Grafen Goluchowski- Zu einer glänzenden Rede gehört aber doch wohl etwas mehr, als der Graf seinen Hörern und dem mit Spannung horchenden Ausland geboten hat . In keinem einzigen Punkt erfährt man etwas neues; alles, was der Minister des Aeußeren vom Dreibund, vom Zweibund, von den Beziehungen zu Rußland, von den Wühlereien auf dem Balkan sagte, ist oft und besser, in originelleren Wendungen gesagt worden. Die Rede liest sich wie eine Serie offiziöser Aussätze. Zu- aeaeben, daß ein Diplomat nur andeutungsweise und vor- sichtia die auswärtige Politik erörtern darf und manches verschweigen muß, höheren Interessen zuliebe und um keine fremde und befreundete Macht zu verletzen — trotzdem kann eine solche Darlegung interessant sein durch die Art der Auffassung, der Kritik. Da hat Gras Bülow doch ganz anders gesprochen, als er im März d. I. seine große Reichstagsrede zum Etat des Auswärtigen Amtes hielt, worin er auseinandersetzte, daß der Dreibund heute keine politische Notwendigkeit mehr sei. Die Rede des Grafen Goluchowski stützt sich au mancher Stelle auf Reden des Reichskanzlers zur auswärtigen Politik. Es ist eine freundschaftliche uiebenswürdigteit vom Grafen Bülow, dem Grafen Goluchowski eine Glückwunschdepesche zu senden; an und für sich giebt die Rede nur insofern Anlaß zur Befriedigung, daß sie die Uebereinstimmung feststellt mit den Zielen der deutschen Politik. -Deutsches Keich. Be rlin, 9. Mai. Der Kaiser ist gestern vormittag ln Begleitung des Statthalters und des Staatssekretärs v. Köller von Straßburg nach Schlett st adt zum Besuch der Hohtönigsburg abgereist, wo er um 10 Uhr ankam. Er besichtigte das neu angelegte Quellhaus und die Fortschritte, die die Ausräumungs- und Sicherungsarbeiten an der Burg seit seinem letzten Besuche gemacht haben. Nachmittags kehrte der Kaiser nach Straßburg zurück und hielr abends" mit den inzwischen eingetroffenen Ministern Studt und Graf Posadowsky, sowie Exzellenz von Schöne und Professor Luting eine Konferenz ab. — Der Kaiser hat dem Prorektor der Universität Straßburg, Prof. Dr. Spitta, den Roten Adler^Orfden 3. Klasse mit der Schleife verliehen. Die Beisetzungsfeier für den verewigten Prinzen Georg von Preußen fand gestern nachmittag 2 Uhr auf dem Platze vor der Kapelle des Schlosses Rhein stein statt. Anwesend waren u .a. der Erbgroßherzog von Baden und der Oberpräsident der Rheinprovinz Nasse. — Der Abg. Ring hat im preuß. Abgeordnetenhause den Antrag aus Erlaß eines Gesetzentwurfs betr. Schlacht- viehversicberung wieder eingebracht. — Geyen die von der Regierung erlassenen Vorschriften über die Behandlung von Fleisch nahm gestern im Kaiserhof eine sehr zahlreich aus allen beteiligten Kreisen des Reiches besuchte Versammlung von Interessenten der Nahrungsmittel-Branche Stellung. Ein Verbot mache die Wurst-Konserve-Fabrikation unmöglich. Es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Der seitens des hohen Bundesrats ausgesprochene Ausschluß der Verwendung von Borsäure und Borsäure-Salz zum Zweck der Konservierung von Nahrungsmitteln ist durch wirtschaftliche Gründe nicht zu recht- fertigen und aufrecht zu erhalten. D r e s d e n, 9. Mai. In der Zweiten Kammer erklärte Finanzminister Krüger heute, die sächsische Regierung wolle die volle Selbständigkeit der sächsischen Bahnen unbedingt aufrechterhalten. Eine Eisenbahngemeinschaft mit Preußen werde, abgesehen von politischen Bedenken, Sachsen keinerlei wirtschaftliche, finanzielle oder andere Vorteile bringen. — Die Zweite Kammer hat heute einstimmig beschlossen, die Regierung zu ersuchen, mit allen Mitteln zu bewirken, daß der Wettbewerb durch Befahren von Umwegen im deutschen Eisenbahn- güterverkehr aufhöre. Ausland. Schloß Loo, 9. Mai. Da bekannt war, daß die Aerzte mit dem Befinden der Königin zufrieden seien und da auch der Kirchgang des Prinzen Heinrich als günstiges Zeichen angesehen wird, entsprach das heute veröffentlichte Bulletin den Hoffnungen, welche man hegte. Zumal hat der Umstand, daß die Königin den gestrigen Tag gut verbracht bat, große Freude hervorgerufen und auf die Umgebung der Königin einen beruhigenden Einfluß ausgeübt. Prinz Heinrich unternahm nach dem heutigen Morgenbesuch der Aerzte einen Spazierritt. Schloß Loo, 9. Mai. Nach dem heute mittag aus- gegebenen Bericht über das Befinden der Königin ist die Lage unverändert günstig. Schloß Loo, 9. Mai. Die Königin unterzeichnete heute wieder Regierungsakte. Dublin, 8. Mai. Prinz Heinrich und der H e r z o g von Conn aught trafen gestern abend von Cork hierein, wurden vom Lordleutnant empfangen und begaben sich unter Geleite von Kavallerie nach der herzoglichen Residenz. Hongkong, 9. Mai. Ein Brief aus Wutschau berichtet, daß die Au f stä n dis ch en N a nn in g su drei Stunden lang bombardierten. Sie gebrauchten dabei moderne Feldgeschütze. Drei- bis vierhundert Einwohner wurden getötet. Die Aufständischen zogen sich darauf auf einen Hügel zurück. Aus Eanton wird gemeldet, daß zwei Regimenter nach Nanningfu gesandt sind. — Ueber die Bewegung in Süd-Tschi li lauten die Nachrichten günstiger. Ein allgemeiner fremdenfeindlicher Aufstand nad) Art der Boxerunruhen ist nicht im Gange. In den örtlich eng umgrenzten Bezirken kam es zu Ge- waltthätigkeiten gegen die Missiona re. Die Berichte darüber waren aber nicht frei von Ucbertreibung. Es wird nicht daran gezweifelt, daß die chinesischen Truppen, trotz des verlorenen Gefechts, der Bewegung gewachsen sind, die chren Höhepunkt vermutlich schon überschritten hat. Auch der Aufruhr in den Lluaugprovinzen wird hier ruhiger beurteilt, als in den französischen Kreisen Eantons. Peking, 9. Mai. Bischof Anzer wurde durch kaiserlich chinesisches Edikt wegen seiner Verdienste um die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen den christlichen und andersgläubigen Chinesen der erste Rang knöpf verliehen. Budapest, 9. Mai. Der Budgetausschuß der öfter» reickischen Delegation verhandelte heute das Kriegs- budget. Kriegsminister v. Krieghammer erklärte, die neue Haubitze entspreche allen Anforderungen. Als Material sei Bronce beibehalten, weil die Versuche damit ausgezeichnet ausfielen und weil man Stahl vom Ausland, nämlich von Krupp, beziehen müßte. Ueber die Hohe der Kosten per Neubewaffnung der Arttllerie könne der Minister keine bestimmten Angaben machen. Die Kosten sollen auf drei Fahre verteilt werden. Für einen späteren Zeitpunkt sei auch die Normierung des neuen schmalspurigen Feldgeschützes geplant. Die Lage in Südafrika» Der Termin, an welchem die Verständigung zwischen den Durenführern über die Friedensfrage zu stände kommen soll, ist nach dem „Daily Expreß" noch immer ungewiß Wie dem Blatt gemeldet wird, kann die Friedenskonferenz zu Vereeniging nicht vor Ende Mai stattfinden, da die Führer ihre Kommandos sehr schwer erreichen können; somit ist die Aussicht auf Friedensschluß vor der Krönung König Eduards gering. — „Daily Telegraph" dagegen erfährt aus Brüssel, in Buren kreis en verlaute, Schalk Burger, Delarey, Lukas Meyer und Reitz hätten gestern eine Konferenz unter Milners Vorsitz in Jo- yanrresburg oder Pretoria abhalten wollen. Natürlich fehlt es nicht an englischen Preßstimmen, welche darzuthun bemüht sind,daß unter den Mitgliedern der Freistaaten-Regierungen Uneinigkeit herrsche oder zum mindesten das Bestreben sich immer mehr bemerkbar mache, günstigere Separat ab kommen mit England zu erreichen. So meldet die „Daily Mail" aus Pretoria, Steijn mache augenblicklich energische Anstrengungen, um für den Oranje-Freistaat ein Spezialabkommen zu erzielen, druch welches diesem Lande eine gewisse Unabhängigkeit erhalten bleibt. Er stütze sich dabei auf die Thatsache, daß der Oranje-Freistaat der englischen Regierung vor dem Kriege keinen Anlaß zu Klagen gegeben hat. Unterdessen werden die kriegerischen Operationen fortgesetzt, wenn auch von größeren Waffengängen nichts gemeldet wird. Lord Kitchener telegraphiert ans Pretoria: Die endgiltigen Verluste der Buren in den zuletzt erwähnten Operationen belaufen sich auf 10 Tote und 221 Gefangene; im Bezirk Pietersburg wurde ein Bur getötet und 34 Buren gefangen genommen. — Ein Panzerzug, von Pretoria nach Pietersburg unterwegs, ist entgleist. Ein Leutnant und zehn Mann wurden getötet. Endlich ist es Kitchener auch gelungen, Oikiep zu entsetzen, das 6 Monate von den Buren belagert wurde. Nichts charatterisiert die Lage besser als diese "Thatsache. Wenn es den Buren jetzt noch möglich ist, eine Stadt 6 Monate zu belagern, dann kann es mit den englischen Erfolgen wahrhaftig nicht weit her fein. Die vulkanische Katastrophe aus Martinique. Der Ausbruch des Vulkans P e I e e auf der Insel Martinique dauert immer noch an. Martinique ist nach Guadeloupe die wichttgste der französischen Antillen in Mestindien. Es ist 988 Quadratkilometer groß und hat etwa 176 000 Einwohner. Weniger Zerstörungen wurden bisher durch die zahlreichen Vulkane auf der Insel angerichtet, als vielmehr durch hefttge Cyklone. So war die Insel 1845 und 1891 der Schauplatz einer furchtbaren Verheerung, bei der auch viele Menschen umkamen. Der wichtigste Handelsplatz ist, oder richtiger war, St. Pierre; denn Die Stadt ist samt ihren blühenden Kolonialanlagen durch den Ausbruch des Vulkans Pelee völlig zerstört worden. Sett fünfzig Jahren galt der Krater des Mont Pelee als erloschen. Die Bevölkerung von Saint Pierre vergnügte sich damit, Partien bis zu dem 150 Meter breiten See zu machen, welcher sich in der Krateroffnung gebildet hatte. Das nach würzigen Kräutern schmeckende Wasser dieses Sees galt als Heilmittel. Ta kam gestern die Nachricht, daß der Vulkan wieder ausgebrochen sei und große Verheerungen angerichtet habe. Nach den neuesten Meldungen aber find die Verwüstungen noch viel großer, als es zuerst hieß und die glühende Lava erreicht immer neue (yebiete. Eine Depesche des in Fort de France residierenden Gouverneurs der Insel Martinique, Mr. Montet, zerstört auch die letzte noch gehegte Hoffnung, daß sich ein großer Teil der Bewohner des neueren Teils von Saint Pierre habe retten können. Die Zahl der bisher geretteten Menschen übersteigt n i ch t 33, während die Z a h l der Opfer auf 2o 000 geschätzt wird. Der Kommandant des Panzerkreuzers „Suchet" berichtet aus Fort de France, daß er sich am Tage des großen Ausbruchs Vormittags der Rl)ede von Saint Pierre näherte, aber schleunigst umkehrte, nachdem er 33 Menschen, die sich in furchtbarem Zustande befanden, ausgenommen hatte. Die Katastrophe habe sich um 8 Uyr morgens bei einer selbst für die jetzt dort gewöhnliche Hitze außerordentlich hohen Temperatur ereignet. Die Feuermassen des Kratersees hätten sich über die Stadt ergossen. Alle Sdjiffe im Hafen wären unter Flammenregpn verschwunden. Von: „Suchet" ans habe man des undurchdringlichen Nebels wegen nichts waymehmen können. 9tui' aus den verworrenen Erzählungen der Geretteten wäre der Umfang der Katastrophe zu erfahren gewesen. Der Kommandeur des Kreuzers berichtete noch, daß er am Strande bei St. Pierre Haufen von Leichen gesehen habe. Nach einer Note der „Agence Havas" erhielt der französische Kolonialminister gestern abend 6 Uhr von dem Generalsekretär der Regierung aus Martinique zwei Telegramme, die, obwohl sie in Zeiträumen von über fünf Stunden abgeschickt waren, zu gleicher Zeit eintrafen. In dem ersten Telegramm heißt es, daß der Ausbruch des Vulkans Pelee Saint Pierre in Asche gelegt habe. Der Generalsekretär berichtet weiter, daß er in Abwesenheit des Gouverneurs, der sich an den Ort der Katastrophe begeben habe, sämtliche verfügbaren Schiffe zur Unterstützung der Bevölkerung nach dem Fort de France gesandt habe. Das zweite Kabeltelegramm, das nach wenigen Augenblicken vom Kommandanten des „Suchet" an den Marineminister gerichtet, folgte, bestätigt, daß die Stadt St. Pierre und ihre Umgebung, sowie die Schiffe auf der Rhede durch Feuer regen zerstört worden sind. Der Kommandant teilt dem Minister mit, daß der Kreuzer „Suchet" nur wenige Verwundete in Sicherheit bringen konnte. Er vermutet, daß die ganze Bevölkerung umgekommen ist, unh erklärt, daß er ohne Nachrichten von dem Gouverneur sei. Das Reutersche Bureau meldet aus St. Lucia von gestern nachmittag: Der Dampfer „Roddam" traf ohne Ankerkette von St. Pierre ein- Zwöl f Mann der Besatzung sind tot. Dies zeigt die entsetzliche Schnelligkeit, mit der das Unglück hereinbrach. Der „Roddam" konnte, obgleich er die Ankerkette kappte und mit äußerster Schnelligkeit in See ging, den Flammen nicht entgehen. Infolge des (Ädbebens ist die Kabelverbindung mit der Insel Martinique seit gestern zerrissen. Es dürften noch mindestens 24 Stunden vergehen, bis neue Nachrichten über den Untergang der Stadt <Ä. Pierre ein- treffen können. Der Stationskreuzer „Suchet" begab sich gestern nach Guadeloupe, um Nahrungsmittel aufzunehmen, uns erst nach seinem Eintreffen dort sind weitere Einzelheiten zu erwarten. Der Vertteter der Insel Martinique im französischen Senat, Cnight, weilte seit zwei Wochen wieder in St. Pierre. Man befürchtet, daß er ebenfalls mit umgekommen ist. Er besaß die größten Zuckerplantagen und Rumbrennereien der Insel. Auch der Gouverneur Mout- tet befand sich seit einigen Tagen in St. Pierre und dürfte wahrscheinlich umgekommen sein. Das Pariser Haus Bongen ot hat von dem Verwalter seiner Zuckerplantagen ein Telegramm aus Fort de France erhalten, worin derselbe mitteilt, daß er sich nach St. Pierre begeben wollte, daß jedoch die nördliche Umgegend der Stadt von Asche bedeckt und die Stadt selbst in Staub gehüllt war, sodaß es unmöglich war, hinein zu gelangen. Auch zwei Kab e ld a mp f e r, welche nach Unterbrechung des Kabels nach Martinique fuhren, wurden zerstört. Der britische Postdampfer „Esk" fuhr in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag fünf Meilen von der Küste an St. Pierre vorbei, wurde vollständig mit Asche bedeckt und erblickte in der Ricytung von Stt Pierre nur undurchdringliche schwarze Wolken. Ein Boot wurde ausgesetzt und fuhr nachher an die Küste, sah aber nur staubgefüllte Luft und Flammen. Einer Kabelmeldung der „Frkf. Ztg." zufolge sollen nach ungefähren Schätzungen sogar 40 000 Menschen umgekommen sein. St. Pierre zählte nach den letzten Berechnungen 25 792 Einwohner. Tas europäische Element war sehr stark vertreten. Es erschienen drei französische Zeitungen, Nordamerika, Holland, Dänemark und Spanien hatten Konsulate dort. Frankreich unterhielt außer dem Verwaltungsapvarat und einer Garnison ein Gymnasium, eine Kolonialschule und ein Marinespital. Die Stadt war der Sitz eines Appellgerichts und e’ineä Bischofs. Die Industrie umfaßte besonders die Fabrikation von Rum und Orangenlikor. Die großen Pariser Jmporthäuser hatten bedeutende Niederlagen auf der Insel und erleiden schwere Verluste an Personal und Material. Paris, 9. Mai. Alle Blätter besprechen die Katastrophe von St. Pierre und sagen, dieselbe müsse in Der ganzen zivilisierten Welt einen erschütternden Eindruck Hervorrufen. Das Unglück lasse sich nur mit dem Untergang von Pompeji und Herculanum vergleichen. Unter den wenigen Geretteten sollen sich der Generalprokurator von St. Pierre Triard mit seiner Familie befinden. Der Deputierte von Guadeloupe, Geraull- Richard, richtete an das Kolonialministerium ein Schreiben^ in welchem er eine offizielle Hilsaktiou nnd außerdem die Bildung eines Hilfskomitees anregt. Es heißt, die Regierung werde sofort nach dem Zusammentritt der Kammer eine bedeutende Geldunterstützung für die Insel Martinique beantragen. Aus Kindt und Kund. Gießen, den 10. Mai 1902. ” Parlamentarisches. Der Finanzausschuß hat am Dienstag getagt unb einige spruchreife Gegenstände erledigt. Gestern ist der Sonderausschuß zur Beratung des Antrages Haas, betr. die Errichtung einer hessischen Land- wirischaftskammer, unter dein Vorsitz des Abgeord. Heidenreich zusammcngetreten. Die lebhaft geführten Debatten wurden um halb 2 Uhr nachmittags beendigt und beute früh 10 Uhr fortgesetzt. * * Kreislehrerkonfcrcnz. Die Kreislehrerkonferenz für den Kreis Gießen sand gestern in Steins Garten unter dem Vorsitz des 5lreisamtmanns Dr. Heinrichs statt. Es nahmen Bürgermeister Mecum und Pros. Dr. Fromme als Mitglieder Großh. Kreis-Schulkommission, Medizinalrat Dr. Haberkorn und Kreisas,istenzarzt Dr. König er als Vertreter des Kreisgesundheitsamtes, sowie sämtliche Lehrerinnen und Lehrer oes Kreises daran teil. Nach Eröffnung der Konferenz und Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsitzenden gab Kreis-Schulmspektor Pros. Dr. Lucius die statistischen Mitteilungen über das Schulwesen des Kreises im letzten Jahre bekannt. Hiernach beträgt die Schüierzahl des Kreises 11614. Davon sind 5744 Knaben und 5870 Mädchen, 11 253 ev., 191 kath .Konfession, 143 israel. unb 27 anderen Bekenntnisses. Die Gesamtzahl der Lehrer des Kreises beträgt 196, sodaß auf einen Lehrer durchschnittlich 59,2 Schüler kommen und zwar 48,4 in der Stadt und 62,4 auf dem Lande. Von den 79 Schulgemeinden des Kreises sind 39 einklassig, 22 zwei-, 7 drei-, 7 vier- und 4 mehr als vierklassig. In 75 Schulen tverden die Geschlechter gemeinsam, in 3 zum Teil unb in einer völlig getrennt unterrichtet. Die Fortbildungsschule wurde von 1712 Schülern besucht. Davon waren 1682 ev., 13 kath. und 17 israelitisch. Im Kreise bestehen zur Zeit noch eine Schule mit über 100, 7 mit über 90 und 16 mit 80 und mehr Schülern. An Lehrpersonal traten 20 Lehrer neu in den Kreis ein, während 17 Versetzungen stattfanden, 6 Lehrer definitiv augestellt und 5 pensioniert wurden. — Hierauf hielt Lehrer Fritzel-Gießen einen Vortrag über „den Zeichenunterricht in der Volksschule". Die Großh. Regierung plant eine Reform dieses Unterrichtsgegenstandes in der Volksschule derart, daß das Kumpa'sche System fallen und ein Zeichnen nach der Natur in den Vordergrund treten soll. Zu diesem Zwecke werden Zeichenkurse für Volksschullehrer in Darmstadt ab gehalten. Lehrer Fritzel hat einen solchen besucht und machte durch seinen Vortrag die Versammlung mit den diesbezüglichen Bestrebungen bezw.Neuerungen bekannt. Er behandelte int ersten Teile desselben die Forderungen, welche die Gegenwart an den Zeichenunterricht stellt, zeigte im zweiten Teile, wie die Schule diesen Forderungen gerecht werden kann und ging zum Schlüsse noch aus die Lehrpläne näher ein. Nach Beendigung dieses ebenso interessanten wie schönen Vortrages wurde die Konferenz durch den Vorsitzenden geschlossen und fand nun noch ein einfaches Mittagessen der Konferenzteilnehmer in Steins Garten statt. * * Promenadenkouzett. Wie uns mitgeteilt wird, dauert das Sonntags-Konzert der Regimentskapetle in der Süd- anlagc von jetzt ab nicht mehr bis 1 Uhr, sondern nur noch bis V31 Uhr. Die Zahl der gespielten Musikstücke bleibt dieselbe; jedoch fallen die Pausen zwischen den einzelnen Stücken weg. * * Uebcrbretil-Abend. Vor einigen Monaten hatten wir in Gießen Gelegenheit, ein wirkliches Uebcrbrettl', Fritz Ungers „Buntes Theater" zu sehen. Die Leistungen, die bei dem gestern Abend in Steins Garten von hiesigen jungen Leuten veranstalteten Uebcrbrettl - Abend geboten, wurde, brauchen einen Vergleich mit denen des Unger'schen Theaters nicht zu scheuen, ganz abgesehen davon, daß wir dort berufsmäßige Künstler, hier aber Dilettanten sahen. Alles was aufgcführt wurde, „klappte" vorzüglich. Die humoristischen Vorträge, hauptsächlich die Coupletts des Herrn Euler, verursachten förmliche Lachsalven, sodaß sich die Herren zu mancher Einlage genötigt sahen. Auch die prächtigen Ueber- brettl-Liedcr von Herrn Huber und Kantowsky fanden rauschenden, aber wohlverdienten Beifall. Den Veranstaltern war es geglückt, Fräulein Hohenfels, das geschätzte Mitglied unseres Stadttheaters, zur Teilnahme an den Vorträgen zu gewinnen. Ihr Talent, sich allen Lagen anzupassen, ihr wohllautendes, biegsames Organ, ihre prächtige Toilette ver- chalfen ihr wieder zu einem schönen Erfolge. Besser wäre es gewesen, wenn sie für ihre Vorträge keinen ernsten Stoff gewählt hätte. Das Thcaterstückchen: „Das Versprechen Hinterm Herd" wurde sehr flott gespielt. Auch die Schwierigkeit des Dialekts überwanden die Darsteller mühelos. Als „Ncmbl" errang Frl. Barni durch ihr impulsives, lebensvolles Spiel reichen Beifall. Einen so zahlreichen Besuch wie gestern Abenb hat der große Saal m Stein Garten wohl lange nicht mehr gesehen. Der Saal erwies sich that- sächlich als zu klein, so daß noch der Nebenraum zu Hilfe genommen werden mußte. Gerügt muß aber werden, daß hier und da im Saale geraucht wurde, trotzdem auf dem Spielplan ausdrücklich gebeten wurde, im Saal nicht zu rauchen. Ferner wurden die ab und zu aus dem Zuschauer- raum kommenden Zwischenrufe recht unangenehm empfunden. Die Veranstalter des Abends können mit ihrem Erfolge voll und ganz zufrieden sein. - e- Ans dem Lahnthal, 9. Mai. Die über die Lahn führende Brücke bei N u t t e r s h a u s e u soll, wie wir hören, in aller Kürze dem Verkehr übergeben werden. Es ist dies jedenfalls mit Freuden zu begrüßen, da die Bevölkerung durch die seitherige Sperrung dieses so ungemein wichtigen Verkehrsweges arg geschädigt worden ist. § Butzbach, 9. Mai. Wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ist die Nachricht, daß die Absicht bestände, die Gambrinusbrauerei in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, unzutreffend. 8. Darmstadt, 9. Mai. Morgen wird hier eine große Genossenschaftsbäckerei eröffnet, welche das Geschäft in großem Maßstabe mit Filialen ec. betreiben will. Es sind vier Teilhaber bekannt. Mainz, 9. Mai. Ein schwerer Automobil-Unfall ereignete sich gestern abend auf der Landstraße in der Nähe von Amöneburg. Das Automobil, welches sehr rasch fuhr, kam bei einer Wegbiegnng plötzlich zum Umfallen. Dabei wurde einer der Wagenführer auf die Straße geschleudert und erlitt erhebliche Verletzungen, während eine mitfahrende Dame m die zerschmetterte Glasscheibe siel und sich das ganze Gesicht zerschnitt. Unverletzt blieb nur der mitfahrende Mechaniker, welcher die Verwundeten dann nach Wiesbaden verbrachte. Worms, 6. Mai. Das 2 6. Mittelrheinische Turnfest wird, wie nunmehr definitiv beschlossen ist, vom 2. bis 5. August d. I. hier abgehalten werden. Der in 19 Gaue zerfallene Mittelrhetnkreis vereinigt ungefähr 68 000 aktive Turner, die dem Großherzogtum Hessen, sowie den Bezirken Frankfurt, Aschaffenburg, Marburg, Wiesbaden, Neuwied, Koblenz, Trier unb Kreuznach angehören. Das gleiche Fest wurde zuletzt int Jahre 1886 in der alten Rheinstadt Worms mit bestem Gelingen unb schönstem Erfolge gefeiert. Seit geraumer Zeit sind alle Einzel-Aus- schusse emsig an der Arbeit, um die Vorbereitungen zu treffen, die auch in diesem Jahre ein würdiges und glänzendes Gelingen des geplanten Festes verbürgen. * * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Alfred Held von Butzbach hat an der Technischen Hochschule zu Darmstadt das Examen als Regiernngsbauführer bestanden. — Der Leiter der Schlierbacher Steingutfabrik in Gelnhausen, Direktor Dr. König, zog sich bei den Laboratoriumsarbeiten eine Blutvergiftung zu, an deren Folgen er gestorben ist. — In einem Hotel in Wiesbaden hat sich ein Dr. Saffert aus Koblenz angeblich wegen finanzieller Schwierigkeiten durch Oeffnen der Pulsader zu töten versucht. Er wurde in das Krankenhaus gebracht. Man hofft, ihn am Leben zu erhalten. — Auf dem Bahnkörper zwischen den Stationen Seligenstadt und Hainstadt wurde von Streckenarbeitern int Gemar- kungsgebict Hainstadt die verstümmelte Leiche eines blutjungen Burschen aufgefunden. Der Leichnam, bei dem der Kopf vom Rumpfe getrennt lag, wurde als der am 15. Januar 1887 zu Hainstadt geborene Schlosserlehrling Georg Klein, Sohn der Wittwe des früheren Weichenwärters Michael Klein 4., identifiziert. Der augenscheinlich vorliegende Selbstmord ist aus Furcht vor Verhaftung und gerichtlicher Bestrafung begangen worden. Der 15jährige Selbstmörder hat sich an einem 4jährigen Kinde schwer versündigt. — In Wiesbaden ist dieser Tage ein Pensionär plötzlich gestorben, ein hochbetagter Mann, der in seiner Kleidung und seiner ganzen Lebensweise den Eindruck machte, als ob er sich mit seiner Pension recht kümmerlich durchschlagen müßte. Umso überraschter wurden seine Bekannten, als sie hörten, daß in dem Nachlaß des Betreffenden über 2000 Mark baares Geld und 141000 Mark in Wertpapieren gefunden worden. Dabei bestand die letzte Mahlzeit dieses „armen Reichen" aus Brod und Blutwurst. Vermischtes. * Berlin, 8. Mai. Ein Kuppel ne st ist, wie wir bereits berichteten, in der Besselstraße, ausgenommen worden. Es werden nunmehr folgende Einzelheiten bekannt: In dem Hause Nr. 13, an der Ecke der Markgrafenstraße wohnte eine „Dame", die sich Rentiere nannte und in Wirklichkeit eine Mädchenhändlerin war. Fräulein Wurst, so heißt sie, stand mit einem Zuhälter Deppel in Verbindung. Beide handelten mit Mädchen, die bereits unter der Aufsicht der Sittenpolizei standen. Von Mädchen, die ihnen gefielen, schickten sie die Photographien nach Hamburg, unb wenn die „Ware" auch dort Anklang fand, so erfolgte der Abschluß des Geschäfts. Jedes Mädchen wurde für einen bestimmten Satz bis zu 150 Mark verkauft. Mit dieser Summe saßen nun die Verkauften bei ihren Käufern in Hamburg von vornherein in der Schuld. Daß da an ein Loskommen nicht mehr zu denken war, ist selbstverständlich. Die Kupplerin würbe jetzt von der Kriminalpolizei festgenommen, ebenso ihr Helfershelfer, der als Reisebegleiter der Mädchen auftrat. * Königsberg i. Pr., 7. Mai. Wie die „Königsb. Hart. Ztg." aus Kor sch en meldet, wurden dort in einem Teiche unweit des Bahndammes die Frau eines Schneidermeisters und ein Telegraphenbeamter als Leichen vor- gefundcn. Die Frau hatte eine Schußwunde in der Brust, der Mann eine solche am Halse. Am Ufer lag ein Revolver. Anscheinend hat der Mann die Frau und darauf sich selbst erschossen. * Esse n, 9. Mai. Gestern nacht brannte die Gummifabrik von Meiswinkel nieder. Der Besitzer und ein Dienstmädchen erlitten bei den Rettungsversuchen schwere Brandwunden. Der erstere ist seinen Verletzungen bereits erlegen. * Leipzig, 9. Mai. Der Senatspräsident am Reichsgericht Dr. Bingner ist gestern gestorben. Seit 1879 war er in diesem Amte, vorher bekleidete er eine Ratstelle im badischen Justizministerium. * Würzburg, 8. Mai. Vergangene Nacht erschoß sich der Student Paul Bock aus Kamburg. Als Ursache wird Lebensüberdruß angegeben. * London, 8. Mai. In Jersey ist gestern Abend ein preußischer Unterthan Karl Semper, alias Major Paul Fischer in einem Hotel infolge einer Auslieferungsordre verhaftet worden; er ist angeklagt, in Christiania, wo er Direktor der Gourock Seilerei-Gesellschaft war, 35 000 Kronen unterschlagen zu haben. Bei der Verhaftung wurden mehrere hundert Pfund St. in englischen Banknoten und eine ansehnliche Menge wertvoller Juwelen bei ihm vorge- fnnden. * New-York, 8. Mai. Schriftsteller Paul Leicester in Ford wurde von feinem Bruder erschossen; Letzterer verübte darauf Selstmord. Gettchtssaat. Marburg, 9. Mai. Der Studiosus der Jurisprudenz, Frhr. v. Dörnberg wurde heute von der Strafkammer wegen Zweikampfes zu 3 Monaten Festung verurteilt. Sein Gegner Gras Oberndorf wird sich vor einem Kriegsgericht zu verantworten haben. Universitäts-Nachrichten. Marburg, 9. Mai. Nachdem nun die Jmmatrikulattonen geschlossen sind, stellt sich heraus, daß der Besuch unserer Hochschule im gegenwärtigen Sommersemester der stärkste ist, den sie noch je gehabt hat. Die Anmeldungen zum Hören der Vorlesungen betragen bis jetzt ca. 1370. Da immer noch Anmeldungen erfolgen, dürfte die Zahl 1400 erreicht werden. Im verflossenen Wintersemester hatte die Universität 1138 Hörer und im Sommersemester 1901 1257. Tie Befürchtungen, die man anfangs wegen des Besuches unserer Universität hegte, und zwar wegen der neugegrünbeten Hochschule in Münster, sind also nicht eingetroffen. Handel und Verkehr. UÄkswirtschast Die Festsetzung der Kokspreise, lieber die Festsetzung der Kokspreise schreibt die „Köln. Ztg.": Die Mitteilung, daß in der Ende dieser Woche stattfindenden Versammlung des Kokssyndikats bei Feststellung der Verrechnungspreise für die zweite Jahreshälfte voraussichtlich eine Ermäßigung der Preise für Hochofenkoks nicht in Frage kommen soll, hat in den Kreisen der Hochosenwerke erneute Verstimmung hervorgerufeu. Zwar wird anerkannt, daß der Absatz an Hochofenkoks im Vergleich mit den Zuständen am Schluß des vergangenen Jahres eine Besserung erfahren hat. Diese Besserung erstreckte sich jedoch vornehmlich auf die großen gemischten Werke am Niederrhein, an der Saar uub an der Achsel, die große Auslandsgeschäfte hereingenoinmen haben. Infolge der dadurch ermöglichten stärkeren Beschäftigung haben bei diesen Werken die Roheisenvorräte wesentlich abgenommen und der Koksbedarf ist bei ihnen wesentlich besser geworden. Im Gegensatz zu ihnen haben jedock die remen Hochofenwerke noch in der ilmfassenden Werse unter Absatzmangel zu leiden. Kohlenaktien. Da die Aussichten für den ferneren Bestand des Kohlensyndikats sich gebessert haben, so hat auch das Interesse für Kohlenaktien wieder zugenommen und es war an der Freitagsbörse eine wesentliche Steigerung der Kurse der Kohlenaktien zu beobachten. — Am 12. d. 9)1 findet wiederum eine Sitzung des Ausschusses des Kohlensyndikats in Sachen der Bewilligung von Ausfuhrvergütungen statt. — Bon der Rerchsbank. Ani2. Jirni wird inHattingen (Ruhr) eine von der Reichsbankstelle in Bochum abhängige Reichs- b a n k n e b e n st e l l e mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Tabak. Während der Berichtswoche trat eine Besserung im Tabakgeschäfte nicht ein, dasselbe liegt nach rote vor sehr ruhig. In Seckenheim rourben einige Parthien von Produzenten an Händler zu Ä 27—28 verkauft. In loser pfälzer Einlage wurden einige kleinere Posten je nach Qualität zu Preisen von Alk. 78—85 umgefetzt. Lose pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine Mk. 9—9,50, gebündelte Mk. 11—11.50. Märkte. Gießen, 10. Mai. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten: Butter pr.Psd. 1,10—1,20 All., Hühnereier 1 Stck. 5—6 Pfg., Gänfeeier 10—12 Pfg., Enteneier 6—0 Pf., Käse vr. Stuck 5—7 Pf., Käs ematte 2 Stck. 0—0 Pfg., Erbsen pr. Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—1,00 Alk., Hühner pr. Stück 1,00—1,50 Mk., Hahnen pr. Stück 1,20—1,80 2)tf., Enten pr. Stück 2,40—2,60 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 66—70 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 2,80—3,50 Alk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 7,50—8,50 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. Äepsel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. ^llSjug ü«s deu ^lMörsgmlsrktzlstera ötr ätaöl Gießen. Aufgebote. Am 2. Mai. Heinrich Pempfer, Friseur in Lollar mit Anna Margarethe Lauber dahier. Am 3. Friedrich August Louis Wilhelm Peter Konrad Benk, Eisendreher dahier mit Auguste Frank hierfelbft. Am 7. Mai. Otto Franz Karl Ludwig Emil Repp, Pfarrverwalter in Mittel-Seemen mit Wilhelmine Karolme Henckel dahier. Am 9. Otto Potzernheim, Kaufmann dahier mit Rahe! Gans hierfelbft. Otto Paul Trinks, Sergeant-Hoboist dahier mit Lina Heß Hierselbst. Eheschließungen. Am 3. Mai. Johannes Rudolph Korrell, Korrespondent in Dortmund mit Ottilie Mickel dahier. Adam Horny, Dienstknecht auf Hof Albach mit Margarethe Diehl dahier. Wilhelm Waden- psuhtz Glaser dahier mit Louise Josephine Henriette Marie Elisa bethc Philippine Belloff hierfelbft. Geborene. Am 26. April. Dem Handelsmann Georg Gustav Bender eine Tochter, Sophie. An: 28. April. Dem Bahnarbeiter Karl Weber eine Tochter. Am 30. April. Dem Lokomotivhilfsheizer Karl Hammel eine Tochter, Marie Franziska. Am 2. Mai. Dem Bierbrauer Edmund Helbing eine Tochter, Anna Minna Florentine Elise Helene. Am 6. Dem Lackierer August Kramer ein Sohn. Am 9. Mai. Dem Maurer Wilhelm Steinmüller ein Sohn, Ernst Gustav. Gestorbene. Am 5. Mai. Katharine Wien, geb. Becker, 76 Jahre alt, Witwe des Leinwebers Konrad Wien dahier. Emilie Hensel, geb. Reitzel, 76 Jahre alt, Rentnerin dahier. Johann Lorenz Settegast, 49 Jahre alt, Agent dahier. Heinrich Sieglinger, 24 Jahre alt, Gemüsehändler dahier. Gingejandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Es ist bereits des öfteren darauf hingewiesen worden, wie notwendig die Einrichtung einiger Bedürfnisanstalten für Damen in unserer Stadt ist. Leider hort man jetzt nichts mehr davon; es scheint, daß der angeregte Gedanke wieder eingeschlafen ist. Je größer aber unsere Stadt wird, um so dringender wird es, daß diesem Mangel abgeholfen wird. Es ist ja für manche andere Sache Geld da. Sollten die Kosten, die der Bau unb die Unterhaltung einiger solcher Bedürfnisanstalten erfordert, nicht auch »roch zu erschwingen fein? Ich hoffe, daß diese Zeilen dazu beitragen, daß der Frage der Einrichtung einiger Bedürfnisanstalten für Damen endlich ernstlich näher getreten wird. Einer für viele. Neueste Meinungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. New-Uork, 9. Mai. Der amerikanische Konsul in Point- ä-Pitre telegraphierte an Staatssekretär Hag, daß gestern früh 7 Uhr St. Pierre in Feuer, Dampf und Ranch gehüllt gewesen sei. 20 Personen hätten sich retten können, 18 Schiffe seien verbrannt und uut allen an Bord befindlichen Personen gesunken. Der amerikanische Konsul von St. Pierre und seine Familie sollen nmgekommen sein.— Die West- india and Pana Telegraph Company teilte der Western Union Telegraph Company mit, 2 Dampfer, welche nach Unterbrechung des Kabels Depeschen für Martinique an Bord hatten, seien zerstört. Die Gesellschaft sei nicht im Stande, festznstcüen, ob die Depeschen vorher abgeliefert seien. Diejenigen Depeschen, welche durch den gestern Abend abgegangenen Kabeldampfer befördert seien, hätten über ihren Bestimmungsort hinausgebracht werden muffen, da das Schiff nicht im Stande war, Martinique an- zulaufen. New-Aork, 10. Mai. Eine Depesche ans St. Thomas meldet: Dir Kreuzer „Suchet" kam morgens in Point-ä-Pitre an. Der Kommandant berichtet, daß am Donnerstag 1 Uhr nachmittags St. Pierre vollständig in Flammen stand. Er habe von den Wracks im Hasen ungefähr 30 mehr oder weniger Verbrannte gerettet. Eine Abteilung wurde in Booten ausge- sandt, um nach Ueberlebenden zu suchen. Sie konnte nicht in die Stadt eiudringen, sah aber auf den OnaiS Leichen liegen. Man glaubt, daß Niemand, der sich wirklich im Augenblick der Katastrophe in der Stadt aufhielt, entkommen ist. Der Gouverneur, der vor dem Unglück in St. Pierre ankam, ist 25.60 Tendenz: fest. Lacherlin MW 37t% 8°/o 3Vto/o 8% 3* i°/n . 101.80 . 101.70 . 44.80 . 28.35 * 112*40 . 44.30 Reicheanleihe <10. Konsole . do . . Heesen 396 Hessen..... 496 Oeeterr. Goldretno . . 4* ,96 Oeeterr. bilbcrrento 496 Ungar. Goldrente , . 4°/ Italien Rente . . . 4*/,% Portugiesen . . . '0/ Portugiesen. . . . 196 C. Türken . . . Türkenloee..... 4°/o Oriech. Monopol -Anl. 4'/, 96 äussere Argentiner 8j/q Mexikaner 4’/« /, Chinesen Electric, bei ackert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , Diskonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdener Bank . Ber iner Handelsgos Oeeterr. StaaUbahn Lombarden , » Gotthar ibnhn . . Lauraliütte . . . Bochum .... Uarpener . . . wahrscheinlich mit einem Obersten der GeneralstabeS and besten Frau umg'kommen. Nach einer Tepesche aus St. Thomas vom 9. Mat schätzt man jetzt die Zahl der auf Martinique Umge- fommenen auf 40000. Rcw-Uork, 10. Mai. Nicht nur St. Pterre mit wenig- fleng 25 000 Menschenleben ist vernichtet, sondern auch Tausende der Bewohner der Umgegend, die zollhoch mit Asche bedeckt ist, sind am Verhungern. Tie Bewohner der umliegenden Inseln flehen die britischen und amerikanischen Kriegsschiffe an, sie aufzunehmen. Die Vulkane aus Dominique find ebenfalls in bedenklicher Tätigkeit. d. Mainz, 10. Mai. (Privattelegramm des „Gieß. Anz.") Ter Großherzog ist vormittags 11-43 Uhr mit dem Schnellzug hier eingetcoffen und setzte nach kurzem Aufenthalt mit Londerzug die Fahrt nach Groß-Gerau fort, um von da zu Wagen nach Schloß Wolfsgarten zu fahren. Bochum, 10. Mai Aus dem Bahnhose Hattingen stieß eine Maschine mit einem Personenzuge zusammen. Fünf Personen wurden verletzt. Luebtheen (Mecklenburg-Schwerin), 10. Mai- Aus dem Bergwerk Jessenitz brach ein Gerüstzufam- men und begrub fünf Arbeiter; zwei wurden schwer, zwei leicht verletzt. , . , , Straßburg, 10. Mai- Der Kaiser hat folgenden Lrlaß an den Statthalter gerichtet: „Um den Bewohnern von Elsaß-Lothringen einen besonderen Beweis meines Wohlwollens zu geben, sowie im Vertrauen auf die Reichs- treue und loyale Gesinnung, welche sich je länger desto mehr in der Bevölkerung des Reichslandcs befestigt hat, und die mir bei meinen wiederholten Besuchen dieser dem Vaterlande zurückgewonnencn Lande in unzweideutiger Meise entgegcngetreten ist, will ich Sie ermächtigen, wegen Aufhebung des § 10 des Gesetzes vom 30./12. 1871, betr. die Einrichtung und Verwaltung (sogen. Diktatur- Paragraph d. Red.) mit dem Reichskanzler in Verbindung zu treten, den ich ermächtige, einen entsprechenden Gesetzentwurf dem Bundesrat vorzulegen. Sie wollen diesen meinen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis bringen." London, 10. Mai. Reuter meldet aus Barbados vom 9. Mai: Auf der Insel St- Vincenz erfolgte eine furchtbare Eruption, infolge deren auf Barbados Telephonischer Kursbericht« Frnnhilirt a. M.. 10. Mai 1902- 101.60 92.25 101.70 92 10 99.80 io£go 101.80 . 89.30 . 99JL0 '. 210*60 . 184.10 . 136.00 . 139.10 . 152.60 . 142.00 . 14.10 . 167.00 . 202.50 . 197.00 . 166.25 Wundsein der Kinder hat schon mancher Mutter ruhelose Stunden bereitet, obwohl sie immer dafür sorgte, daß sic ihrem Liebling Lmderuna verschtistte durch Puder oder Salben, aber leider nut geringem Erfolg. Der Erfindung von Oberweyers Herbaseise ist es gelungen, den Rindern gegen Wundfein ein sicheres Mittel zu geben, dies werden alle Muller mit Freude deslätigen, die ihre Kinder nut Oberweyers Herbafeise waschen. Ein Versuch nut Obermeyers Herba-Seye wird jede Muller von dem raschen Erfolg überzeugen. Cbcrmenerä Herbafeise isl zu haben m allen Apotheken, Drogerien und Par- sümerien oder vom Fabrikanten I. Gioth, Hanau a. M.— Straßen, Bäume und Häuser zollhoch mit vulkanischem Aschenstaub bebeett sind. Der Aschenregen dauert fort. Paris, 10. Mai. Der Vulkan hat ut der Nacht vom 3. zum 4. Mai mit seinen Eruptionen bego n n e n und große Lavamassen ausgespieen. 9)tan hiet die Eruptionen erst für unbedeutend, aber am 3. Mai erfolgte der erwähnte große Ausbruch, wobei die Fakwrei zerstört wurde. Am 6. Mai telegraphierte der Gouverneur an den Marineminister, daß der Lavastrom die Insel stark bedrohe. Bordeaux, 9. Mai- Kolonialminister Tecrais er klärte vor der Abreise nach "Paris einem Interviewer, der letzte Satz der Depesche des stommanbanten des Kreuzern „Suchet" lasse ihm einige Hoffnung, denn der Kommandant sagte, er gehe, um Lebensmittel zu suchen. Tas heiße zweifellos, zahlreiche Einwohner hätten sich in Voraussicht des Unglücks an sichere Orte gefluchtet und der „Suchet , der sie nicht anderswohin schaffen konnte, beeile sich, für sie Lebensmittel zu suchen. Rotterdam, 10. Mai. Ein Gynäkologe erklärte, das gefährlichste Stadium der Krankheit der König im Wilhelmine sei nunmehr überwunden, weil in drei bis vier Tagen nach der bewirkten Geburt keine andauernde Verschlimmerung eingetreten und ein plötzliches Sinken der Kräfte nicht mehr zu erwarten ist. Auch erscheint jetzt wieder die Vorleserin der Königin im Krankenzimmer. Athen, 9. Mai- Die Diebe, welche in der kgl. Villa zu Tekelia eingebrochen waren, sind gefaßt worden. Es sind fünf Gendarmen vom Wachtkommando der Villa. Die gestohlenen Gegenstände, teils von hohem Wert, wurden wiedergesundcn. Newyork, 10. Mai. Der Kapitän des ohne Anker und Kette in Santa Lucia eingetroffenen Dampfers „R o d - d am" mußte ins Hospital gebracht werden. Beinahe die gesamte Mannschaft des Dampfers ist tot oder schwer verletzt. Elf Mann sind bei St. Pierre über Bord gesprungen und ertrunken. — Der englische Dampfer „Es k", der gestern nacht St. Pierre passierte, ist in Santa Lucia eingetroffen. Tas Schiff war mit Asche bedeckt, obwohl es in einer Entfernung von fünf Meilen von der Küste vorbeigesegelt ist. Das Schiff setzte ein Boot aus, dessen Bemannung so nahe als möglich ans Land zu kommen suchte, aber keine lebende Seele sah, sondern nichts als Flammen . Unerreichter Insectentödter! Kaufe aber nur in Flaschen/wo Plakate aushängen. Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittmann. von 85 Pf9- bis 82 Mark. 3499 Reiche Auswahl. Steter Eingang von Neuheiten. Neuheiten in hochmodernen Blöseo und Bissen-Hemden Auffallend billige Preise bei nur guten Qualitäten in Folge gemeinsamen Einkaufs mit circa 200 Geschälten. 3653 Gießen, den 10. Mai 1902. le0ante, ehe wirt Lull ein 3632 empfiehlt sich 3620 statt, wozu Allendorf a. d. Lda. Am 11. Juni d. I. findet im Saale des Herrn Gast- ■ÄÄ- KliPck-MMW KMK Von dem heute vormittag erfolgten Hinscheiden des Kameraden Joh. Bell, Ahnmler i. P., setzen wir die Kameraden geziemend in KennMiß. Tie Beerdigung findet Aiontag den 12. Mai, vormittags 10' 2 Uhr, vom Sterbehause, Licherstraße 59, aus statt. Zusammenkunft daselbst 10 Uhr. 3654 Der Vorstand. Carl Germer in Heuchelheim Garantie für guten Gang und höchste Leistung. Reparaturen gut und billig. Costumes - Röcke werden, um zu räumen, mit 20% Rabatt verkauft. SKolterhofi Söhne, Bahnstation Allendorf. N.B. Für gute Speisen und reine Weine ist bestens Sorge getragen. Hochachtungsvoll Ludwig Lull. Wetzlar a. d. Lahn. Die von mir in der Langgaste D 37 betriebene MM-, PsrzcllN- unb NsimtiihMllnil ist mit Laden, Wohnung und Lagerräumen per 1. Juni auf längere. Jahre zu verpachten. Durch feine günstige Lage ev. auch zu jedem anderen ©e- schäft geeignet. Näheres durch 3634 Theodor Michel, Wetzlar. israelitischer Ball ausgeführi vom Marburger Jägerbataillon, ergebenst einladet Das Komitee. Gesch w. Aron Korsetten-Hans Seltersweg 89. Giessen. Seltersweg Wir empfehlen als letzte Neuheit: Frack Korsetts (gerade Form), Reform- und Sport-Korsetts Gurt-Korsetts für Damen mit starkem Leib und Hüften Umstands- und Nähr-Korsetts nach ärztlicher Vorschrift Kinder-Korsetts und Geradehalter in allen Formen. Ferner führen ein grosses Lager in Unterröcken, von den einfachsten bis zu den eleean-esten stets vorrät'g.352 Arbeitsnachweis der Stadt Meßen Gartenstraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Ter Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dicustbvteu und Lehrlingen) unentgeltich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 2 Schlosser, 1 Fuhrknecht, 1 Hausdiener, 3 Taglöhner, 1 Knecht, 1 Erdarbeiter, 1 ^chlosser- lchrling, 1 Dienstmädchen, 1 Lausmädchen, 1 Flickerin. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Spengler, 1 Krankenpfleger, 1 Schuhmacher, 4 Schrcmer, 1 Steinbrecher, 1 Fuhrknecht, 1 Schlosserlehrling, 2 Dienstmädchen. Total-Ausverkauf in 3641 Mcrn, Nolinen, SandMln, me^fln. Mufilmckn rc. zu bedeutend ermäßigten Preisen. Franz Eyserbeck, Bahnhofstr. 61. Bessere Stellung, höheren Gehalt! Zeugnis, eoent. Diplom und kostenlosen Stellennachweis sichern sich Herren und Damen durch Erlangung kaufmännischer Wissenschaften int unterzeichneten Institute. — Die Unterrichtskurse ui Buchführung, Schönschnell- jchreiben, Rechtschreiben, Eorre- ivondenz, Wechsellehre, Rechnen, Stenographie, Maschinenschreiben Sprachen rc. bieten die günstigste Gelegenheit zur raschen und gründlichen Ausbild-- ung zum tüchtigen Bureau- Beamten, Buchhalter, Correspon- denten, Kassierer, Maschinen- schrciber rc. Dabei wird jeder Schüler einzeln, seiner geistigen Befähigung Rechnung tragend, behandelt und keiner entlassen^ solange in den unterrichteten Fächern das Erstrebte nicht erreicht ist. Circa 5000 Empfehlungen aus allen Kreisen der Bevölkerung Rheinlands und weit über dessen Grenzen hinaus stehen zur Verfügung. 3644 Anmeldungen zum Unterrichte werden tägl. entgegen genommen. Beckers Handels-, Lchreib- und Sprach-Lehr-Jnstitut, Gießen, Bahnhosstr. 39. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Schaaf ~ Todes-Anzeige Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser innigstgeliebter Gatte, Vater, Schwiegervater und Großvater Johannes Bell nach langem, schwerem Leiden sanft in dem Herrn entschlafen ist. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Elise Bell, geb. Mucker. Zur Anfertigung von Pumpen ja Hol;- uud EjsknkollÜrolrtioll Mer Fahrräder in den verschiedensten Preislagen. Adler Fahrradwerke vorn. Heinrich Kleyer Frankfurt a. M. Spezialitäten: 8622 Fahrräder, Motorfahrzeuge und Schreibmaschinen. Vertreter in Fahrrädern für Giessen u. ümgebg.: Fl*. Krogmann, Fahrrad-Handlung, GiCSSCn. Die Beerdigung findet Montag den 12. d. Mts., vor. mittags lO’/g Uhr, vom Trauerhause, Licherstraße 59, aus statt. Bekanntmachung. Bom 14. Mai ds. Js., vorm. 5 Uhr ab fahren auf Bahnhof Gießen die Züge von uud nach Weblar uicht mehr au dem bis- herigeu alten Bahnsteig ein bezw. aus. Dieselben werden voudiefem Zeitpunkt ab au dem ueneu »II. Bahnsteig auf der Lber- hessischen Leite eiugeführt uud von dort abgelasseu. Ter Ab- bezw. Zugang zu diesen Zügen wird durch den neuen Tunnel auf Lberhefs. Bahuhofsseite (111. Treppe) vermittelt. Gießen, 7. Mai 1902. Großh. Hess. Eiseub.- Betriebsinspettiou 1. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und Montag: fafdßitrfltifdj 50 psg. LchvmküM 56 Pfg. 89. 3636 ausgeführt von der 2534 Anfang Va5 Uhr 'Antwerpen^ edition d. Bl 02147 an Lindenplatz 12 Größtes und leistungsfähiges Konserven Depot am Platze! Murcia-Blutorangen Ad. Bieler. 1523 150 Morg Wetterau. 02146 Atzbach Nr. 158 Sonnenschirme 1.25 3648 Wilders Mstigk Gklesrnheit für Wimraikure! Grossartige Auswahl Billige kreise Cassel ir Schirm Fabrik Gebrüder Berdux Filiale: |oJldamgTer von um 15. Juni rniS- stlHM. MSI Grtiueberg, Rendant elegante Neuheiten vom einfachsten bis hochfeinsten. ßA^^Auskunst erthelleni ükü Stm Knie in Antwerpen, Ioh. Ir. Schegs in Sirjeu, K KiippKkin in Isngsdorf. (2Ber schnell u.billig Stellung sind.will,verlange pcrPostkarte die „Deutsche DaKau;eupost"Eßlingen. N. d. Js. Rosenbaum, 3623 Bergweg 24, Frankfurt a. M. 2 junge frischmelkende zu verkaufen Steins Garten. Sonntag den 11. Mai: ' 8647 Grosses Konzert KanSeim Oie sonst mit dem Vorurteil ein, daß nur hohe Preise gute Waren verbürgen, so versuchen Sie es einmal zu PSisigstesi mit unseren garantiert prima Qualitäten zu niedrigsten Preisen am Platze Unsere äußerst gestellten Preise lassen eben anderswo einkalkulierte Zugaben, Rabatte oder andere anlockende Bonifikationen nicht zu, bieten aber einzig und allein die sichere Gewähr, daß Sie am vorteilhaftesten Ihre sämtlichen Backartikel und Zuthaten besonders Ihren 3633 Haushaltkaftee sowie nur erstklassige Gemüse- und Obst-Konserven zweifellos einkaufen bei Kleines Wohnhaus 8 Zimmer, Veranda, Garten, nebst allem Zubehör, der Neuzeit entsprechend eingerichtet, zu 23000 Mark sofort zu verkaufen. 1118 Näheres bei H. Wiun, Hof- mannslraße 14._________________ 5>ast neue Hellnußbaum. Schlaf- Vf zimmer-Eiurichtung wegen Mangel an Raum zu verkaufen. 8581 Goethestraße 23, 111. Reisszeuge in grüßter Auswahl empfiehlt 2865 Emil Schmidt _____16 Neuenweg 16._____ Entzückend! ist ein zarter, weißer, rosiger Teint, sowie ein Gesicht ohne Sommersprossen und Hautuu- reiuigkett., dah. gebrauche man: Nadcöeuler ^itieumitch-Seife Schutzmacke: Steckenpferd. ä St. 50 Pf. bei: P. J. Mobs u. ZmWigcs Wohlihrnis mit Stallung, Remise, großem Hof uub Garten in schöner Lage aus freier Hand zu verkaufen. Näh, in Ser Exp. d. Bl. 8104 E" Motorwagen Benz, "Mr viersitzig, 5)albverdeck, 2Bremsen, vollständig neu hergestellt, mit neuen Vollgummireifen versehen, 3 HP., Motor, Wasserkühlung, elektrische Zündung. 9 und 18 Kilometer pro Stunde fahrend, ist durch Ankauf eines grötzereuWageus übrig u. wird sehr billig ab- u°Xcn'Broeg,$UrbBr!|. 2herrüciieüüterfeU 450Morg. i. Taunus m.Milchw. ££ViBla^ in hübschem großen Ort, Nähe der Stadt Gießen, mit 7 Zimmern, Obst- und Gemüsegarten in gesunder freier Lage, sehr gut als Sommeraufenthalt sich eignend, ist wegzugshalber alsbald preisweck zu verkaufen. Gest. Offerten nur — von Selbstreflektanteu — unter K. 25114 an Haseusteiu & Vogler A.-G., Gießen erbeten.________________________3637 lLrstklassiges Dameufahrrad, Vroenig gebraucht, zu verkaufen. Näh. Ludwigstr. 11, Htrh. nachm. 8cbruilWFiihmiizu"L kaufen. Näheres Braudgasfe5. Konistroh, Han^nisch, zu nertaftn. in Heuchelheim. Einige Hundeck Zentner verkauft 02140 UlUIJ Wilh. Kitz, Steinstraße 82. .E" Ein Kreissägebock, iteA vollständig neu, neuester u. bester Konstruktion, mit 2 Sägen von 95 und 55 (Zentimeter, 1 starker 2-Soänner, Göbel, und 1 starker Voroerpstua ist preiswert zu verkaufen bei Emil Pfaff, Kinzenbach. Eintritt 35 Pfg. Im Stricken u.Anstricken von Strümpfen empfehle ich mich angelegemlichst SLrickgarnesbkstkGllalMrnl habe ich stets vorrätig. KGSBT Preise billigst. ~®a Ernestine Höpfner Grüubergerstraße 17. epochemachender Wimgen Teilhaber gesucht. Offerten unter ■ to 1 ■ M ■ K 4 "fiC, f 'S ft B ■ ‘tf- -1- ■ i ■u< - 1 •n!