Montag IO* März 1903 Zweites Blatt 153t Jahrgang Im hessischen Landtage kam es in der Berichts- Woche, ebenso wie in der Gießener Stadtverordnetenversammlung, zu einer B öden Wucher- debatte. Der Abg. Dr. Entfleisch, bemerkte, daß in Gießen die Veranlagung des Grundbesitzes Kur Vermögenssteuer^ viel zu hoch sei. In einer ganzen Anzahl von Fällen seien unserer Stadt beim Ankauf von Grundstücken für städtische Zwecke von den Besitzern zu hohe Preise abverlangt worden. Solche Ueberschätzungen müßten seines Erachtens regierungsseitig verhindert werden. Vom Regierungstische aus wurde auf das Recht der Reklamation in solchen Fällen hingewiesen. Der Zentrumsabg. Frenay fand manches an den Kreisblättern des Landes zu tadeln, wurde aber von dem Staatsminister darauf aufmerksam gemacht, daß die Regierung dem nichtamtlichen Teile der Kreisblätter sernstehe. Bezüglich der Revision der Derwaltungsgesetze erklärte der Minister, daß der nächste Landtag sich mit dieser Sache zu beschäftigen Haden werde. Hinsichtlich der Regelung des Submissionswesens liegt ein neuer Erlaß den Handelskammern zur Begutachtung vor. Das Institut der Kreisgeometer hat die Genehmigung dec Kammer gesunden. Eine Vorlage betr. Reorganisation der Gendarmerie steht bevor. Tas Kapitel „Landes-Universität" mit einer Einnahme von 318 350 Mark und einer Ausgabe von 1141985 Mark wurde angenommen, ebenso der Antrag des Ausschusses, an die Regierung das Ersuchen zu richten, im kommenden Hauptvoranschlag die Umwandlung der außerordentlichen Professur für Geographie in eine ordentliche vorzusehen. Bemerkenswert war die regierungsseitige Erklärung, daß in Hessen Realgymnasialabiturienten zum juristischen Studium nicht zugelassen werden sollen. Man beschloß die Errichtung eines Lehrerinnen- eminars in Darmstadt und beim Volksschul-Kapitel regte der sozialdem. Abg. Dr. David an, daß den Lehrern Gelegenheit zum Universitätsstudium und zur Ab- Nr. 58 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- -littter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Univers.-Buch- rnSteiw- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Adrefle für Depeschent Anzeiger Kicken. Fernsprechanschluß Nr. 51. diesenl Vorhaben dadurch, daß verschiedenfach der Versuch gemacht worden ist, eine gelegentliche Anmerkung Conrads mit der Autorität einer Enquete, die thatsächlich gar nich- vorliegt, zu versehen. Ueber solche statistischen Untersuchungen fallen natürlich alle diejenigen her, denen die neuen Zahlen unbequem sind. Solche Widerlegungen machen den Tagespolitiker nervös und grob, wie die „Frankfurter Zeitung" beweist. In ihrer tagespolitischen Befangenheit übersehen die Gegner, daß die Koenig'sche Equete für den Getreidezoll, seine Zweckmäßigkeit und Unentbehrlichkeit, gar nichts beweist. Man kann für die Erhöhung des Getreidezolles eintreten, auch wenn es nur dem Großgrundbesitz nützt. Man kann auf der anderen Seite den agrarischen Protektionismus verwerfen, auch wenn er dem kleineren und mittleren Bauernstände direkte Vorteile bringt. Zum Schluß sind das Glaubenssachen. Das wissenschaftlich Wertvolle der Koenig'schen Arbeit ist und bleibt die Feststellung der Lhatsache, daß eine viel größere Zahl der Bauern am Getreidepreis interessiert ist, als bislang angenommen worden ist. Ich selbst habe mich früher auf die älteren falschen Zahlen gestützt und sehe mich selbst durch die Koenig'sche Zahlen widerlegt. Ich unterschreibe aber keineswegs die Nutzanwendung, die Koenig mit seinem Zahlenmaterial verknüpft hat, und bin z. B. für einen 6-Mark-Zoll, den er für unbedingt notwendig erklärt, um deswillen nicht zu haben, weil wir auf diesem Wege, wie ich fest überzeugt bin, brauchbare Handelsverträge nicht zu Stande bringen. Ich habe diesen Standpunkt bereits vor Jahresfrist öffentlich vertreten, und die letzten Erklärungen der Reichsregierungen in der Reichstagskommission bestätigen vollständig, was ich im Januar vorigen Jahres gelegentlich eines Mainzer Vortrages gesagt habe. Ich lasse aber grundsätzlich meinen Schülern ihre wirtschaftspolitische Selbständigkeit und verlange nicht von ihnen, daß sie in verba magistri schwören. Ich habe deswegen trotz meines abweichenden Standpunktes an zuständiger Stelle befürwortet, daß die Koenig'sche Arbeit als Dissertation zu- gelassen wurde, denn ich erachte sie als eine wertvolle Bereicherung der agrarpolitischen Litteratur. Wenn es der Tagespresse Spaß macht, zu behaupten, daß Herr Koenig „keine Ahnung von den Methoden der nationalökonomischen Wissenschaft" hat, so muß man ihr dieses Vergnügen lassen. Dasselbe hat vor einigen Jahren, als ich für den Mittellandkanal eintrat, die „Kreuzztg." von mir behauptet. Bei anderer Gelegenheit hat mir die sozialdemokratische Presse ein ähnliches Kompliment gemacht, und was die „Franks. Ztg." an- betrifft, so hat sie mich gelegentlich gelobt, bei anderer Gelegenheit aber mir vorgehalten, daß „mein Standpunkt verständiger und würdiger sein könnte". Wir Nationalökonomen müssen uns solche Zensuren geästen lassen, wenngleich es eigentlich zu erwarten wäre, daß die führenden Preßorgane von der Bedeutung der „Franks. Zeitung" sich bei ihren Kritiken etwas mehr Zurückhaltung auferlegen. Mitische Wochenschau. Mit größerer Aufmerksamkeit als die Reichstagssitzungen werden noch immer die Beratungen der Z o l l t a r i f - K o rn- lassen, aber bie Kunst: die Anregung zu neuen Kunstwegen kann nur ourch Einzelne gegeben werden, lind wenn diese Einzelne Fürsten sind, um so besser. Goethe würde in Weimar me zu einer führenden Stellung gelangt sein. Die Gelegenheit, das thüringische Residenznest zu einem Brennpunkt deutscher Renats, aneekultnr zu gestalten, wäre ungenutzt vorüb er gezogen, wenn Karl August erst be Lallen Raten ungefragt hätte, was sie wohl dazu meinten! Nein, auf dem Verwaltungswege lassen sich die heiligen Kamonen nicht kommandieren. ö Es wird offiziös versichert, daß der Grvßherzoq sem warmes Interesse auch weiter der Kolonie schenken wird ober vielmehr all denen, welche in ihr weiter au arbeiten geneigt sind. Die Zukunst allein kann lehren, was wurzelecht an der ganzen Unternehmung gewesen, was infolgedessen auch Bodenständigkeit bewahren wird Die Aufsätze in „Kun st un d De ko r ation" beleben die der „Kolonie" zu Grunde liegenden Gedanken zu einem Zeitpunkt, als diese für die Augen der großen Menge als Häuflein Asche erschien, aus der, wie man glaubte, nimmer eme Phönix steigen würde. Einen Standpunkt, einen partikularen wenn man so sagen darf, nahm allerdings auch die Kochsche „Kunst und Dekoration" ein. Sie brachte alles, gewiß, aber nicht alles Mit gleicher Liebe. Auch der Uneingeweihte erschavcke auf den ersten Blick, wo die Sympathie der Herausgeber zu suchen ist. Olbrich und alles, was auf seine Initiative zurilckzuführen ist, kommt recht kurz davon, wogegen Beh- s^E^^^tiansen, zum Teitauch Habich eine sehr liebevolle Behandlung erfahren. Das ist nun Geschmackssache, wir unsererseits haben keinen Grund, über diesen Punkt mit der Redaktion zu streiten, obwohl wir nicht qam chre 9lnschauung teilen. Vor allem finden wir es nicht richtig daß zumal saft jeder, der etwas zur Ausstellung bergesteuert hat, sogar entschiedene „Outsiders", deren Bilder Dir Ausflrllung der DamDdter Künstler-Kolonie. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") ^sichtlich mit der Fortsetzung unseres Be- rrchts über dre, auch zu einem Buche zusammenaefaüten n^santen und gehaltvollen Aufsätze übn d^ Da^m- ftabte^ Kolonie in der Kochfchen Zeitschrift Kiinü mih Dek°En" etoag ge^eri.1 Senn, f eMen Wochen das Wort zum Thema „Darmstadter Lünstl«! kadome^- etgttrf Hütte die Nötigung, nach der einm ob« anberen Seite hin polemisch zu werden, kaum vermeide können Und wir hegten wirklich nicht den WnnsL uns guterletzt auch noch die Laune «.'der Sa^'^Ä QU. | LU. hatten wir alle möglichen Stadien der ung und Stellungnahme an ims Zuerst im Mai 1JJ1, als „alle Knospen spranaen" st» hochgehende Woge des Enthusiasmus, die nur hier' nnh Skiffe nichthessische Presse, die Häu^ch-n auf är unausgesetzt aufs Korn nahm und ein wahres BelagerungSseuer gegen die niedlichen Sillen er! öffnete die für solchen Festungskrieg nicht gerüstet warm Damals verfielen ihre Inhaber auf die triviale Idee der „lleber-Do Ument-Ausstellun g", damit den hie- figeu Carneval-Komitees vorgreifend und ihnen die bruar-Nahrung entziehend. Es ist charakteristisch, daß Herr Alexander Ko cd dem es um eme ernste Hebung der angewandten Kunst m Sj1” bei bwsen Späßchen nicht mitmachte. Als drille Phase kommt nun die wechselseitige Belehrung und das Kreuzfeuer der Vorwürfe. Wer hat da nun Recht Xr eveutum ist jaso riesigleW! A G J.xnb bannt am schnellsten bei. der 5umd Gesetze und Stenern und Regierungsmaßregeln dürfen allerdings die Bahnen des Könstitutionätismus nicht ver- tisches Ergebnis erwarten; allein der ganze Kampf um den Zolltarif bleibt interessant, ob man nun die Kom- missionsarbeit besonders ernst nimmt oder nicht. Die Regierung scheint ihre Vorlage noch nicht ganz verloren zu geben. Sie bemüht sich nach wie vor, die Landwirte für sich zu gewinnen. Bald erklärt sie durch ihre Offiziösen höhere Getreidezölle für unmöglich, bald sucht Graf Posadowsky die Ueberzeugung fortzupflanzen, daß der Zolltarif nur pro forma; sei, die eigentliche Entscheidung über die Forderungen der Landwirtschaft aber erst bei der Beratung der künftigen Handelsverträge erfolgen werde. Die Kom- misfionsarbeit ist jedenfalls darauf bedacht, möglichst rasch mit den Verhandlungen vorwärts zu kommen. Aber trotz dem frühzeitigeren Beginn der Sitzungen unb trotz den zahlreichen Schlußanträgen hat man erst 30 Positionen von im ganzen etwa 1000 erledigt. Und dabei stehen die Osterferien bevor! Selbst wenn es gelingen sollte, durch die Gewährung von Tagegeldern die Kommission auch im Sommer noch einige Monate in Berlin festzuhalten, ist an eine Beendigung der Kommissionsberatung vor Jahresschluß wohl kaum zu denken. Bis dorthin kann aber noch manches dazwischen kommen. Je länger sich die Beratungen hinausziehen, desto zweifelhafter wird das Zustandekommen des ganzen Werkes. Vorläufig hat die deutsch-konservative Frakllon des preuß. Abgeordnetenhauses einen Antrag eingebracht, dahingehend, die preußische Regierung aufzufordern, im Bundesrat dahin zu wirken, daß dieser höheren Zollsätzen für Ge- t reibe, als sie in der Zolltarif vor läge vorgesehen sind, seine Zustimmung erteilt. Wie sich die preußische Regierung dazu stellen wird, weih mau im voraus, interessante Debatten aber darf man in jedem Fall auch im preußischen Landtag erwarten. zufällig in Künstlerwohnungen hingen, gebucht worden ist, der Verfasser d er „Darmstädter Spiele", W. Holzammer mit einer kühlen Redensart abgethan wird, trotzdem wir hier zur Genüge wissen, daß nicht die „Spiele" durchgefallen sind, sondern die Zuschauer, für welche diese Kost zu fein war. Einen unverhältnisnräßig großen Raum hat die Zeitschrift Kochs den Reproduktionen im Ausstellungsgebäude für Fläch enkun st zuerteilt. Sachen, die im Original öde uni> lächerlich wirkten, (wir ersparen uns die abermalige Aufzählung), gewinnen auch nicht in der un-> farbigen Wiedergabe. Tas große Interesse an den Paul Bürk'schen Wein- karten-Jlluftratiouen können wir auch nicht ganz begreifen. Wir meinen, der Heine beschränkte Faun, aber nicht der große Rauschgott Dionysos habe diese Karten inspiziert. Unmöglich können wir mit Hans Benno Rüt- t en au er (Mannheim) schon darin eine künstlerische Großthat sehen, daß der junge Paul Bürk die Kühnheit gehabt, vor die Augen der Darmstädter Philisterwelt auf den Eingangspylonen nackte Figuren hinzustellen. Diese Figuren waren danach! Einfach langweilig unb fast komisch weil die Ausdruckstechnik mit der Absicht nicht gleichen Schritt hielt. Dankenswert erscheint uns dagegen, daß der Klein- kunst in der Kochschen Zeitschrift in so ausführlicher Weise gedacht wurde. Ter Fenstervorhang, der Wandteppich, die Gurtschnalle, das Tafelbesteck usw. usw. wurden hier mit künstlerischer Feinheit in ihren charakteristischen Süaen vorge uhrt Was man bei der Wanderung durch dis Kunstlerwohnungen und Atelierräume nur so in Bausch SnL?O0en aufnahm, das kann man, an der Hand der Kochschen Zeitschrift, noch einmal mit Muße und Sorgfalt studieren. & K. Ale -eiüige Mimmer umfaßt 19 Serien. Die Geereidezölle und der Bauernstand. Der hiesige Nationalökonom Herr Professor Dr. Bier- mer schreibt uns Folgendes: Wie zu erwarten war, hat die Gießener nationalökonomische Doktordissertation des Herrn Dr. Rudolf Koenig über die hessischen kleinbäuerlichen Betriebe in Bezug auf Verkauf und Zukauf von Getreide, über die der „Gießener Anzeiger" jüngst ausführlich berichtete, in der Tagespreise Aufsehen erregt. Die „Frankfurter Zeitung" hat in ihrem Abendblatt oom 6. März der Koenigschen Arbeit sogar einen Leüartikel gewidmet. Was dort gesagt ist, ist zum Teil schief, zum Teil falsch. Einmal hat Herr Koenig das Buch über die englische Landwirtschaft, daS die „Frankfurter Zeitung" als „recht gut" bezeichnet und ihm deswegen zum Vergleiche vorhält, gar nicht geschrieben. Dieses Buch stammt ebenfalls von einem Dr. Koenig, der aber nicht wie der Gießener Doktorand, Rudolf, sondern F. Ph. heißt. Wenn man zitiell, so rnuß man genau zitieren. Die „Franks. Ztg." nennt des weiteren die Art, wie Herr Rudolf Koenig statistische Schätzungen vorgenommen, „nie dagewesen salopp" und den Wert seiner Konstruktionen leugnet sie. Die „Franks. Ztg." übersieht dabei, daß es etwas Höheres gibt, als die öde Tagespolitik, nämlich die wissenschaftliche Wahrheit. Wie es bei einer Doktordissertation sich ganz von selbst versteht, enthalt die Koenig'sche Enquete im Wesentlichen nur einen kleinen exakt gearbeiteten statistischen Beitrag. Ich habe Herrn Koenig, der eine mehrjährige landwirtschaftliche Praxis hinter sich hat, zu seiner Enquete veranlaßt, nicht etwa um deswillen, um die ganze Getreidezollfrage nochmals aufzurollen, sondern um gelegentliche statistische Angaben in wissenschaftlichen Werken, deren Richtigkeit ich bezweifelle, nachzu- prüfem Mir geht die wissenschaftliche Wahrheck über alles, und dazu sind wir nationalökonomischen Theoretcker da, um bie allgemeine Kenntnis über wirtschaftliche Dinge zu er- weckern. Ohne solche exakte Untersuchungen auf engbegrenztem Gebiete tappt auch die polckische Diskussion im Dunllen. Herr Koenig hat nun eine umständliche unb, wie ich überzeugt bin, durchaus zuverlässige Privatenquete veranstaltet und auf Grund ganz genauer Feststellungen bewiesen, daß die Behauptung, daß in Hessen nur diejenigen Bauerngüter, die über zehn Hektar groß sind, mehr Getreide verkaufen, als einkaufen, also am Getreidezoll interessiert sind, falsch ist. Dieses Resultat ist in hohem Grade bemerkenswert, zum ersten Male ziffernmäßig festgestellt und wissenschaftlich neu. Nicht weniger als 62 Betriebe der verschiedensten Art und der verschiedensten Gegenden sind enquetemäßig untersucht worden, und alle auf diese Weise festgestellten Zahlen sind mit allen Einzelheiten in photographisch treuen Bildern veröffentlicht worden. Dieser Teck der Koenig'schen Dissertation, der eigentliche Haupttell, macht dreimertel der Gesamt- arbeck aus. In dem letzten Viertel verwendet Koenig seine Zahlen, um festzustellen, wie groß die Zahl der bäuerlichen Getreide- zollmteressenten im übrigen Deutschland sein dürfte, wenn man amnmmt, daß im übrigen Deutschland ähnliche Verhaltniffe vorliegen rote nn Großherzogtum Hessen. Herr Koenig betont ausdrücklich, daß es sich hier um Vermutungen und Schätzungen handelt, und daß mit Rücksicht auf eine unzureichende &tteratur FchlsrzrcnM und Schätzungsfehler nicht unwahr- schemlich sind. Da aber Professor Eonrad in Halle und XWO > AW © ÄS GießeimAilzelgerW W General-Anzeiger " ’S Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen zeigenteil: Hans Beck. andere Agrarstattstik-r die früheren falschen hefsifchen Zahlenlmissian verfolgt. Es dürft- zwar wenig- Politiker geben, • ebenfalls zu verallgemeinernden Schlüßen verwendet haben, I die jetzt noch von diesen Debatten unb Beschlüssen ein prak- so war Koenig unzweifelhaft berechtigt, alich seine rich-1 c "■ *" ■- ~ ■ ~ tigen Zahlen analog zu verwerten. Bestärkt wurde er in legung von Prüfungen gegeben werbe, eine Forderung, der die Regierung sympathism gegenüber steht. Das Kapitel „Landwirtschaft" ist auch bereits glatt zur Erledigung gekommen, und endlich bewilligte die Kammer, nachdem die Regierung ihre ursprüngliche Forderung für die Künstler- k o l o n i e zurückgezogen hatte, mit 20 gegen 17 Stimmen den Betrag von 4000 Mark für Kurse, welche die Mitglieder der Künstlerkolonie halten sollen, und einen gleichen Betrag zur Unterstützung von Schülern und Lehrlingen. Die Künstlerkolonie bleibt also unserer Residenz erhalten und wir werden wohl bald neues darüber erfahren. Auf volkswirtschaftlichem Gebiete brachte die Woche ein bedeutsames Ereignis, das, so unvermeidlich es aus die Dauer auch war, doch den zunächst Interessierten recht wenig willkommen ist — die Aufhebung der Z u ck e r a u s - fuhrprämien durch die Brüsseler Konferenz nämlich. Was lange infolge der Uneinigkeit der dabei in Betracht kommenden Staaten ein vergebliches Ziel shiien, ist ganz plötzlich wider alles Erwarten erreicht worden und die Ueberraschung in den Kreisen der Zuckerindusrrie war nicht gering. Die Interessenten setzen alle Hebel in Bewegung, um den Reichstag zur Beibehaltung der Ausfuhrprämien zu veranlassen. Indessen schon die kurze Erörterung, welche die Beschlüsse der Konferenz zu Beginn der Woche im Reichstage hervorriefen, liest erkennen, daß sie damit nicht soirdenich viel Glück haben werden, und da ihnen bis zum Herbst 1903, also saft anderthalb Jahre, Zeir gelassen ist, sich mit den veränderten Verhältnissen und Produktionsbedingungen zu befreunden, so wird ihnen hoffentlich der Heb er gang trotz der großen Umwälzungen, die er iu der Produktion Hervorrufen muß, weniger schwer und opferreich werden, als sie sich das jetzt schon ausmalen. Nach Meldungen aus Newyork ist der Schluß der großen Rundreise des Prinzen Heinrich in der Hauptsache programmgemäß verlaufen. Der große Kommers ehemaliger Stud eilten deutscher Hochschlwlen in, Newyork, worunter zwei Drittel Deutsche und ein Drittel Amerikaner waren, wurde durch den zwar angekündigten, » aber in Anbetracht der Verhältnisse kaum mehr erhosften Besuch des Prinzen nebst Gefolge ausgezeichnet. Der Vorschlag des Prof. Learneo-Philadelphia, eine nationale Vereinigung ehemaliger deutscher Studenten zum Zwecke der Förderung freundschaftlicher Beziehungen beider Nationen zu gründen, fand begeisterten Widerhall. Die Mitgliederliste wurde mit mehreren hundert llnterschristen bedeckt. Die Stimmung der Versammlung war brillant und verspricht einen dauernden Erfolg, nachdem der Boden für derartige Bestrebungen längst geebnet ist. Der Prinz hat durch den Kapitän zur See v. Müller die Erklärung abgeben lassen, daß er von der Reise höchst befriedigt sei. Er wisse wohl, daß er nur einen ganz kleinen Landesterl ganz oberflächlich kennen gelernt habe. Er habe aber doch eine Idee von der Größe des Landes und seiner Hilfsquellen bekommen. Mehr als die Reise-Eindrücke, so erklärt Kapitän Müller ferner, schätze der Prinz das herzliche Willkommen, das chm überall bereitet worden sei und durch das die Bevölkerung gezeigt habe, daß sie die Absicht, die Kaiser Wilhelm bei der Entsendung des Prinzen hatte, verstehe und würdige. Der Prinz bedauere wiederholt, daß er nicht jedem tÄnzelnen danken könne, besonders denen, die ihn mit Musik und Hochrufen bewillkommneten, während er im Bette lag. Nie werde er vergessen, wie das amerikanische Volk ihn überall mit Gastfreundschaft und Sympathie ausgenommen habe. Heute (Montag) Abend giebt der Prinz den Spitzen der Regierung, der Arfmee und Marine, sowie den Vertretern der Eisenbahnen, die ihn während der Reise begleitet haben, auf der „Deutschland" ein Abschiedsmahl. Das ist die letzte gesellschaftliche Veranstaltung, der Prinz Heinrich beiwohnt. Am Dienstag wird die Rückreise nach Deutschland angetrjeten. Die Reise durch die Vereinigten Staaten hat sich aus 4000 Meilen erstreckt. Der Prinz wird die Rückreise mit einem „Uff" der Erleichterung antreten, denn die Strapazen, die ihm auf seiner siebentägigen Eisenbahntour zugemutet wurden, waren derart, daß sie nur eine besonders kräftige widerstandsfähige Natur wie es die des Prinzen ist, ohne Schaden ertragen konnte. Er wird eine Fülle von Erinnerungen nicht nur, sondern auch von Eindrücken aus dem Volksleben mitbringen. Ob durch den Besuch in dem politischen, vor allem in dem wirtschaftspolitischen Verhältnis zwischen Deutschland und Amerika etwas geändert werden wird, das muß der Zukunft überlassen bleiben. Die Aankees sind nüchterne Naturen, die selbst in der Begeisterung nicht vergessen, Wünschenswertes und Notwendiges sorgsam miteinander abzuwägen und genau pi unterscheiden zwischen dem, was ihren Interessen auf dem Weltmärkte schädlich sein, was ihnen Nutzen bringen kann. Die wirtschaftlichen Besetzungen zu Amerika werden sich in Zukunft in erster Linie bestimmen durch das Schicksal, das dem deutschen Zolltarif bereitet wird, in weltpolitischer Beziehung aber dürfte zunächst wohl kaum eine Verschiebung aus dem Aufenthalte des Prinzen in den Vereinigten Staaten resultieren. Das hat Graf Bülow durchblicken lassen, als er letzthin in Auswärtigen Angelegenheiten das Wort ergriff, und es ergießt sich auch aus der Situation im allgemeinen. England hat, wie die neuen schweren Schlappen beweisen, die es in Südafrika davontrug, die Hände noch viel zu sehr gebunden, als daß es seine Politik weniger passiv, wie sie jetzt ist, gestalten könnte. An der jüngst verbreiteten Meldung, daß von den nod) kämpfenden Burenführern Friedensverhandlungen eingeleitet worden seien, ist natürlich, wie auch ganz bestimmt von kundiger Seite veri- sichert wird, kein wahres Wort. Lord Roberts, der seinen kranken Leib, wie es jetzt heißt, demnächst in unsere nächste Nachbarschaft, nach den Heilquellen von Bad-Nauheim, tragen wird, hatte in den letzten Tagen längere Besprechungen mit Salisbury und Chamberlain, deren Gegenstand der südaftikanische Krieg bildete; zwischen der Königin Wil- helmina und der Königin Alexandra hat ferner in letzter Zeit ein reger Briefwechsel stattgefunden. Aus diesen beiden Thatsachen haben findige politische Reporter sofort Friedenskombinationen ertüftelt, die jedes thatsächlichen Hintergrundes entbehren. In den übrigen Staaten hat man zumeist mit den inneren Verhältnissen so viel zu thun, daß äußere Aktionen für absehbare Zeit ausgeschlossen erscheinen. Das gilt zunächst für Italien, Spanien und Oesterreich, für die Balkanstaaten samt der Türkei, wie der verunglückte operettenhafte Putsch in Serbien und die immer lebhafter werdende jungtürkische Bewegung beweisen. In Frankreich aber rüstet man sich zu Neuwahlen und der Präsident der Republik entwirft den Plan seiner Reise, die er demnächst auf Einladung des Zaren nach Petersburg antreten wird. Das sind friedliche Auspizien, die hoch bewertet werden müssen, jedenfalls aber Anspruch darauf haben, als gewichtige Faktoren bei der Beurteilung der Lage zu gelten. Hessischer Landtag. Zweite Hessische Ständekammer. 92. Sitzung. Darmstadt, 8. März. Präsident Haas eröffnet die Sitzung 9.20 Uhr. Am Regierungstisch : Staatsminister Rothe Exc., Finanzminister Gnauth Exc., Ministerialräte Braun und Breidert, Geheimrat Emmerling, Geh. Oberfinanzrat Becker. Es wird mit Beratung des Hauptvoranschlags 1902/03 ortgcfahren. Ministerialrat Braun: Ter Kredit,von 5000 Mk., den man vor fünfzehn Jahren der Landwirtschaft gewährt habe zu agitatorischen Zwecken, habe zu der Entwickelung des genossenschajtlichen Gedankens in einer Weise beigetragen, daß man berechtigt sei zu der Annahme, daß die Gewährung eines gleichen Betrages für das Gewerbe von ähnlichem Erfolge begleitet sein werde. Die Vorlage, 6etr._ die Land- wirtschaftstammer, werde dem Hause demnächst zugehen. Bezüglich der Lagerhäuser nehme die Regierung eine abwartende Stellung ein; auch sei in Hessen für derartige teure Institute kein allzu großes Bedürfnis vorhanden. Hiermit ist die Generaldebatte geschlossen und es erfolgt die Beratung der einzelnen Kapitel. Kapitel 70: Landeskredittasse wird bewilligt. Desgleichen Kapitel 71: landwirtschaftlicher Dispositions- onds mit 3000 Mk. und Kapitel 72: landwirtschaftliches Unterrichts- und Versuchswesen. Das Kapitel: Obstbauschule und landwirtschaftliche Winter- chule in Friedberg wird genehmigt. Zum Kapitel 75: Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft beantragt der Ausschuß: Erhöhung des Sprunggeldes für Deckung von Stuten inländischer Pferdebesitzer, desgl. für ausländiscye auf 15 Mk. und Erhöhung der Einnahme auf 30 400 Mk. Abg. Bähr (fr. w. V.) spricht gegen diesen Vorschlag. Abg. Korell (fr. w. V.) ift ebenfalls gegen diese Erhöhung und glaubt, daß man auf genossenschaftlichem Wege bessere Resultate in der Pferdezucht erziele, und wünscht die Ein- ührung ecknes Fohlengeldes. Abg. Weidner (fr. w. V.) timmt Korell bei und hofft, daß man der Sache näher treten werde. Ministerialrat Braun: Er habe dem Abg. Korell er- :lärt, daß bei Bestimmung der Höhe des Sprunggeldes die Landstände nicht mitgewirkt hätten. Wie er nun aus den Akten ersehen habe, sei dies nicht richtig. Zuerst sei das Sprunggeld im Jahre 1836 aus land ständischen Wunsch festgesetzt worden. Tie Regierung habe damals schon auch die Erhebung eines Fohlengeldes beantragt. In den Jahren 1865—69 sei dies auch geschehen, 1869 sei aber auf Antrag des Freiherrn v. Riedesel ein übereinstimmender Beschluß der Landstände zustande gekommen, von dem Fohlengeld abzusehen und nur Sprunggeld nebst dem Trinkgeld für den Wärter beizubehalten. Die Forderung des Abg. Korell auf Einführung eines Fohlengeldes sei also nichts neues. Bei Einführung der neuen Währung sei oas Sprunggeld auf 5,70 Mk. nebst 0,70 Mk. Trinkgeld festgesetzt worden, und es fei kein Grund vorhanden, oas früher abgeschaffte Fohlengeld wieder einzuführen. Die Sätze, die der Aus- chuß vorgeschlagen habe, würden keinen erheblichen Einfluß auf die Benutzung des Instituts ausüben. Ter Antrag des Ausschusses wird sodann angenommen. Bei dem Titel „Ausgabe" beantragt der Ausschuß: „Herabsetzung der für Förde rung des Obst- und Ge- mü s eb aus geforderten Summe von 16 000 Mk. auf 8000 Mark." Ter Antrag wird angenommen. Bei Titel: Beitrag zum Landespferdezuchtverein wird die Mehrfottwrung von 8000 Mk. gestrichen und sonach nur der seitherige Betrag von 11000 Aik. bewilligt. Bei Titel: Rindviehzucht beantragt die Minorität des Ausschusses: „Erhöhung der eingestellten Summe von 112000 Mk. um 30000 Mk., mithin Bewilligung des Betrages von 142 000 Mk." Der Antrag wird angenommen. Ebenso der Titel Schweinezucht mit einer Bewilligung von 15 000 Mk. Für Titel Ziegenzucht werden 4000 Mk., für Geflügelzucht 3000 Mk. bewilligt. Für Titel Pferdezucht, Landgestüt, Remon- tierungskosten werden unter Abstrich von 6000 Mk. für Remontierung der Beschäler 50000 Mk. bewilligt. Zur Bekämpfung der Reblausgefahr werden 25 000 Mk. bewilligt. Bec dem folgenden Titel: Gewährung von 2500 Mk. zur Hebung des Klein-Winzerstandes an der Bergstraße beantragt Abg. Pitt Han (nl.), diese Summe für das ganze Land zu verwenden. Abg. Euler (nl.) bittet, diesen Betrag nur für die Bergstraße zu bewilligen, da dort der Weinbau in der aller- traurigsten Verfassung sei. Ministerialrat Braun erwidert, daß von diesen 2500 Mark bisher nur 350 Mk. für ein Stipendium zum Besuche der Weinbauschule zu Oppenheim in Anspruchs genommen worden seien. Die Regierung habe ihren guten Miller: gezeigt, aber die Bevölkerung an der Bergstraße zeige wenig Neigung, und er stimme deshalb dafür, den Betrag für das ganze Land zu verwenden. Der Antrag Pitthan wird angenommen. Bei Titel: Pferdezucht A Landgestüt fragt Abg. Korell (ft. w. V.) an, ob die Regierung der Frage der Unterstützung von Genossenschaften naße getreten fei. Ministerialrat Bxaun entgegnet, daß, wenn sich derartige Genossenschaften gebildet hätten, sie and) ans dem landwirtschaftlichen Dispositionsfonds, der aber jetzt von 10 000 auf 3000 Mk. herabgesetzt worden sei, unterstützt unterstützt worden wären. Erst müsse doch einmal eine Hengstgenossenschaft gegründet werden, ehe man sie aus Staatsmitteln unterstützen können. Der Antrag des Ausschusses, 114,700 Mk. für diesen Titel zu bewilligen, wird angenommen. Bei Titel: Fischzucht, Bienenzucht fragt Abg. Köhler- Langsdorf (fr. w. V.) an, ob der voriges Jahr bewilligte Betrag zur Ausbildung von Fischzuchttähf- nikern entsprechende Verwendung gefunden habe. Ministerialrat Braun erwidert, daß der Betrag in der gewünschten Weise verwendet worden sei; Abg. Weidner (fr. w. V.) erklärt bei Schluß der Beratung des Kapitels 75, daß diese Bewilligungen auch entsprechende Verwendung finden müßten. Es folgt der 8. Abschnitt: Bergbau, Handel und Gewerbe. Für Kapitel 76: Bergbau wird der Betrag von 20195 Mk. debattelos bewilligt. Bei Kapitel 77: Kunststraßenwesen, Titel 3: Neubauten :c. beantragt der Ausschuß: statt der vorgesehenen 90000 MH nur 78 000 zu bewilligen. Ministerialrat Breidert: Er bitte statt der 78000 Mk. die geforderte Summe von 90 000 Mk. zu bewilligen. Außer allgemeinen Gründen fei hier auch der Umstand mEr-i Wägung zu ziehen, daß die Provinz Oberhessen bei Auszahlung der Beträge für das laufende Etatsjahr durch eure Klausel int Budget verkürzt worden sei. Jede Provinz habe insgesamt 93 000 Mk. zu erhalten gehabt und vorerst für das Jahr 1900/01 je 30 000 Mk. bekommen. Die übrigen 63 000 Mk. seien nach den bestehenden Bestimmungen nur )ann auszuzahlen, wenn dieser Betrag verbraucht sei. Aus ;ie an sie ergangene Anfrage habe die Provinz Obertassen diese Frage verneint und nie Regierung sei so gc* zwungen gewesen, diesen Restbetrag von 63 000 Mk. unter. )ie beiden anderen Provinzen zu verteilen und Oberhessen ci also um diese 63000 Mk. zu kurz gekommen. Die Regierung beabsichtige nun, Oberhessen schadlos zu hallen, und bitte um unverkürzte Bewilligung der eingeftelllen Summe. Abg. G u t f l e i s ch (freif.): Es sei nicht zu verkennen, daß im letzten Jahre zu viel für Kunststriaßen bewilligt worden sei. Man müsse in Zukunft mehr Stetigkeit in den Lau bringen und mehr Rücksicht nehmen aud) auf vie Frage des Bedürfnisses. Die Verteilung der Summe sei seither zu mechanisch gewesen und dadurch die Bildung weitaus sehender Projekte unmöglich geworden. In Oberhessen sei man mit dem Bau langsamer vorgegangen, um der ärmeren Bevölkerung Arbeit geben zu können, durch diese Verlangsamung aus sozialpolitischen Rücksichten seien der Provinz Oberhessen 63 000 Mk. formell entgangen; er habe deshalb einen entsprechenden Antrag bei Kapitel 128 zu stellen und hätte gewünsckft, daß dieses Kapitel hier gleich mitberaten werde. Für heute wolle er davon ab seh en und werde bei Kapitel 128 auf die Sache zurückkommen. EP bitte um Bewilligung der 90000 Mk. Ministerialrat Breidert; Von den im Kapitel 77 und 128 verwilligtcn Summe werde zuerst der Oberhesien entgangene Betrag abgezogen und dann eine gleichmäßige Ver- eilung unter die drei Provinzen vorgenommen werden. Staatsminister Rothe erklätt, mit dem seitherigen Modus der Verteilung der Summe ohne Weiteres zu brechen, Halle er nicht für wünschenswett. Die geforderten 90 000 Mk. werden sodann bewilligt. Bei Titel 4 Ziffer 2: Besondere Vergütung für die nebenamtliche Leitung der Straßenneubaubehörde für den üblichen Odenwald werden 600 Mk. Vergütung für den Kreisbauinspektor im Kreise Erbach gestrichen. Die Ausgabe unter Kapitel 77 reduziert sich hiernach auf 1198150 Mk., die vom Hause bewilligt werden. Kapitel 78: Handelskammern mit einer Ausgabe von 18 810 Mk. wird debattelos bewilligt. Ebenso Kapitel 79: Förderung des kaufmännischen Fortbildungsunterrichts mit einer Ausgabe von 12 000 Mk. Für Kapitel 80: Handwerkskammer werden 5600 Mk. ohne Debatte bewilligt, Zu Kapitel 80a: Handwerkergenossenschaften und Vorstellung des Verbands deutscher Eisenwarenhändler hierzu beantragt der Ausschuß: Bewilligung der geforderten 5000 Mark sowie die Vorstellung des Vorstands vom Verband deutscher Eisenwarenhändler in Mainz vorerst für erledigt zu erklären. Der Verband der Eisenwarenhändler bittet um Ablehnung der Forderung von 5000 Mark für die Förderung des Handwerkergenossenschaftswesens mit der Begründung, daß der vorstellige Verband eine schwere Schädigung der Interessen seiner Mitglieder in der Gründung von Handwettergenossen- schaften erblickt, ohne daß damit dem Handwerk Votteile erwachsen würden. Hierzu ist eine Vorstellung der Handelskammer in Gießen eingelaufen, die den Antrag des Verbands der Eisenwarenhändler unterstützt. Nach kurzer Debatte wird der Ausschußantrag angenommen. Ohne Debatte werden folgende Kapitel einsttmmig gemäß den Anträgen des Ausschusses angenommen: Kap. 81: Gewerbeaufsicht mit einer Ausgabe von 53 525 Matt, Kap. 82: Dampfkesselprüfung mit einer Einnahme und Ausgabe von 42 820 Matt und Kapitel 83: Aich- wesen mit einer Einnahme von 75 000 Matt und einer Ausgabe von 18 800 Mark. Es folgt die Beratung des Kapitels 84: Central stelle für die Gewerbe und Landesgewerbevereine. Hierzu liegt eine Regierungsvorlage vor: die anderweitige Verwendung des Staatsbeitrags zur Künstlerkolonie betreffend. Hiettn zieht die Regierung den geforderten Beitrag von 20 000 Mk. zur Künstlerkolonie zurück und fordert für Kapitel 84, Titel 2, Ziffer 8: „Unterstützung der Werk- stattlehre von Handwerkslehrlingen und zur Abhaltung von Kursen für Meister und Gehilfen, Kunstgewerblicher Kursus an der Centralstelle", sowie für Kapitel 86, Titel 4: „Sonstige Förderung von Handwerk und Kunstgewerbe, zur Veranstaltung von Fachkursen an gewerblichen Lehranstalten" den Betrag von je 7500 Mk. Der Ausschuß beantragt Genehmigung der Einnahme von 40 365 Mk. und der Ausgabe — nach Zusatz von 4000 Mk. statt 7500 Mk. und Abstttch von 3705 Mk. — im Betrage von 146 810 Mk. Abg. v. Brentano (Ztr.) erklärt, daß er bereit sei, zur Förderung des Kunsthandwerks jede geforderee Summe zu bewilligen. Aber wenn die Regierung beabsichtige, mit dieser Summe Mitglieder der Darmstädter Künstlerkolonie für Abhaltung von Lehrkursen zu bedenken, so werde er unbedingt gegen die Verwilligung stimmen. Das hessische Handwerk werde nicht durch die maßlosen Uebertreibungen der Künstlettolnie gehoben. Redner verliest einen Bericht des „Mainzer Tageblatts", der das „Dokument deutscher Kunst" entsprechend illustriert. Er gebe gewiß zu, daß dies eine fröhliche Ucbertreibung sei, aber diese Auslassung enthalte auch bittere Wahrheit. Er bitte die Regierung um Aufklärung über die beabsichtigte Verwendung der Summe. Ministerialrat Braun: Bezüglich des Schlußsatzes des Abg. v. Brentano könne er erklären, daß die Absicht bestehe, diese Mittel für kunstgewerblichen Unterricht der Mitglieder der Künstlerkolonie zu verwenden. Die Ausführungen des Vorredners seien eine Kritik der modernen Richtung. Aber über den Geschmack sei nicht zu ftreiten. Man solle die Dinge doch auch sachlich betrachten. Die Ausstellung habe zweifellos zur Förderung des technischen Könnens und zur Zuführung neuer Gesichtspunkte beigetragen. In Bezug auf das technische Können habe die Ausstellung auf unseren Handwerkerstand erfolgreich eingewittt. In der Verwendung neuer Normen und Farben und der deutschen Holzarten habe man neue Bahnen gezeigt. Die Arbeiten auf dem Gebiet der Beleuchtungsindustrie zeugten von einem gelauterten Geschmack rnd besonders in den inneren Einrichtungen sei eine neue Mlle von Form und Material vorgeführt worden. Trotz manchen unschönen Beiwerks könne Hessen und Darmstadt stolz auf die Ausstellung sein. Nun sei die Frage, wie das Geleistete festgehalten und nutzbar gemacht werden könne. Hierfür gebe es zwei Wege: Kurse für Meister und eme Anstalt für Ausbildung der Lehrlinge und Gehilfen. Anderwärts, z. B. in Bayern, habe man aus der Ausstellung praktische Lehren gezogen und sei uns berests vorausgegangen, indem man den Prof. Behrends für Abhaltung von Kursen an dem bayerischen Landesmuseum gewonnen habe. Diese eine Thati'ache sei ausreichend, um damit zu beweisen, daß es gut und richtig wäre, wenn wir den gleichen Weg gingen. Mit überraschender Schnelligkeit habe die Ausstellung eine Steigerung des Empfindens der Leistungsfähigkeit bei unseren Gewerktreibenden bewirkt. Dies zeige sich aus den zahlreichen Anmeldungen für die bevorstehende Ausstellung in Turin, zu der Anmeldungen aus allen Gegenden, aus Gießen, Schotten und sogar Weitershain im Vogelsberg eingelaufen seien. Vor zwei Jahren noch hätte man dies nicht für möglich gehalten. Er bitte, die Position zu bewilligen. Staatsminister Rothe: Im einzelnen könne man zwar verschiedener Ansicht sein, aber alle objektiven Urteile gingen dahin, daß auf der Ausstellung in vieler Beziehung Gutes geleistet worden und sie nicht ohne Einfluß auf unser Gewerbe geblieben sei. Er verweise auf ein diesbezügliches Werk im Verlage von Koch zu Darmstadt, dann werde man sich davon überzeugen können. Abg. Ulrich sowie Abg. Noack sprechen für die Be- wAigung der geforderten Summe. Abg. Gutfleisch (freis.): Es handele sich heute nicht darum, über eine Kunstrichtung abzusttmmen, sondern um die Begünstigung und Förderung des Kunsthandwerks. Eine Ablehnung der Vorlage werde man im Lande nicht verstehen können. Der Ausschußantrag wird angenommen und der Antrag v. Brentano auf Streichung der 4000 Mk. wird abgelehnt. Kapitel 85—87 wird debattelos nach den Anträgen des Ausschusses angenommen. Damit ist die 8. Hauptabteilung: Staatsministerium erledigt. Schluß 1 Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 9 Uhr. Aus Siadt und Zand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichenOriginal-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, 10. März 1902. *• Parlamentarisches. Die Abg. Weidner und Wolf fragen bei der Staatsregierung an, ob, und bejahenden Falles, welche Schritte auf Grund der Verhandlungen der Zweiten Kammer der Stände vom Jahre 1898 zur Beseitt- gung bezw. Regelung der Gebühren bezü ge un d Nebeneinkommen der Staatsbeamten gethan worden sind. — Die Abg. Dr. David und Genoffen ersuchen die Regierung um Auskunft über die Arbeitsze itverh ältn isse (Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden, Ruhepausen, Sonntagsruhe, freie Tage re.) der im preußisch-hessischen Eisenbahndienst beschäftigten Beamten und Arbeiter, soweit sie auf hessischem Gebiet stattoniert sind. — In dem Haupt- Voranschlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben für das Etatsjahr 1902/03 wird zum ersten Male der Betrag von 5000 Mk. zur Unterstützung von Rohstoff-Einkaufsgenossenschaften der Handwerker gefordert. Der Verband deutscher Eisenwarenhändler hat dazu in einer Eingabe Stellung ' genommen. Die Handelskammer Gießen schließt sich ' den Ausführungen der Eingabe an. Sie erblickt in einer staatlichen Unterstützung des genoffen- schastlichen Zusammenschlusses, den sie nur dann für berechtigt hält, wenn er aus sich heraus erfolgt und sich aus eignen Mitteln lebensfähig zu erhalten vermag, einen gefährlichen Eingriff ins Wirtschaftsleben, der nur geeignet sein kann, den Konkurrenzkampf innerhalb des Zwischenhandels selbst zu verschärfen. Sie spricht deshalb die Bitte aus, die Zweite Kammer wolle die in Kapitel 80 a des Hauptvoranschlags, geforderte Summe von 5000 Mk. nicht bewilligen. ** Post-Persoualuachrichten. Der Großherzog hat dem Postschaffner Maus in Großgerau und dem Briefträger Fülberth in Neustadt i. Odenwald aus Anlaß ihres Ueber- tritts in den Ituhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen. — Versetzt sind: Postverwalter Mahr von Schlitz nach Ober- Ingelheim, Postassistent Loth von Niederofleiden nach Mühlheim, Schüttler von Rüsselsheim nach Lollar, Seppelt von Friedberg nach Schlitz. — Gestorben ist der Post- verwalter a. D. Conrad in Reichelsheim L d. Wetterau. ** Von der Eisenbahn. Zwischen Gießen und Großen- Linden besindet sich in der Nähe von Klein-Linden ein bewaldeter Höhenzug, Lückenbach genannt, den die Main- Weser-Bahn durchschneidet. Die Instandhaltung der'Böschung dieses Einschnittes hat die Bahnverwaltung schon bedeutende Summen gekostet, denn der Boden besteht aus Lehm und Sand und kommt, besonders bei Tau- und anhaltendem Regenwetter, stets ins Rutschen. Man hat schon alle möglichen Versuche gemacht, den Boden zu befestigen, z. B. durch Anpflanzen von Akazien, Weiden, Kiefern oder durch Einschlagen von Pfählen, die mtt Weiden verflochten wurden. Aber die Anpflanzungen gediehen teilweise nicht in dem schlechten Boden, und die Pfähle kommen mit der Zeit ebenfalls ins Rutschen. Stellenweise sind auch Mauern gezogen worden, so erst im vorigen Jahre. Besonders im letzten Winter ist der Boden gegen die Mauern und über diese hinaus gerutscht, sodaß die Mauern und somtt auch der Bahnkörper z. T. gefährdet sind. Da nun die Bahn noch auf beiden Seiten des Einschnitts ein mehrere Meter breites Gelände besitzt, so hat sich die Bahnverwaltung entschlossen, die Erdmassen an den gefährdetsten Stellen wegzuschaffen'und den Einschnitt dadurch zu erweitern. Die Tannen und Kiefern werden auf dem fraglichen Gelände gegenwärttg gefällt. Dem Vernehmen nach sind die Erdarbeiten an einen Unternehmer aus Kreuznach vergeben worden. Hoffentlich gelingt es den Bemühungen der Bahnverwaltung endlich, den Uebelstand zu beseitigen. ** Ausgrabungen. Zu den Ausgrabungen in der Umgegend von Klein-Linden und Großen-Linden wird uns weiter mitgeteilt: Nicht nur im Distrikt „Fuchsbau" wurden Funde gemacht, sondern auch an mehreren anderen Stellen. So fand man in einer seit Jahren im Betrieb befindlichen Sandgrube an der Straße nach Großen-Linden zu ebenfalls Gräber und mehrere übereinander gelegene Brandschichten. Vermutlich hat man es hier mit einer Opferstätte zu thun. Auch Knochenüberreste fand man. Vor Eintritt der warmen Jahreszeit kann hier nicht gearbeitet werden, da der Boden sehr wasserreich ist. Mehrere Urnen von ziemlich einfachen Formen, zertrümmerte Gefäße und zerstreut liegende Scherben wurden ebenfalls zu tage gefördert. Der letzte bedeutende Fund wurde hier anfangs Februar gemacht. Es war eine vollständig erhaltene Urne, die ungefähr zur Hälfte in einer Thonschale stand. Seitdem wurde in der Sandgrube öfters gegraben, jedoch ohne bedeutenden Erfolg. Man hat nach verschiedenen Richtungen hin Versuchsgräben gezogen, besonders in der Richtung, die eine deutlich erkennbare Brandschicht hat; aber man fand blqß Scherben. Die Sandgrube befindet sich im Wald nach Großen-Linden zu und zwar direkt links von der Frankfurterstraße. — Zu einer anderen Fundstelle gelangt man, wenn man vom Bergwerk (Oberhof) die Bergmannschneise in westlicher Richtung einschlägt und dann links in einen teilweise abgetriebenen Eichenschlag einbiegt. Hier wurde ein kreisrunder von Steinen gebildeter Ring von annähernd 5 Meter Durchmesser entdeckt, in dessen Mittelpunkt ebenfalls aus Steinen ein Kegel aufgeschichtet liegt. Von dieser besonders interessanten Stätte werden photographische Aufnahmen gemacht. Auch zahlreiche Bronzegegenstände sind hier gefunden worden. ** Der kaufmännische Verein veranstaltete am Samstag Abend in den Räumen unseres Stadttheaters eine Abendunterhaltung mit reichem Programm. Vergnügungslustige Männlein und Weiblein hatten sich zahlreich eingefunden. Die orchestralen Vorträge unterbrachen zwei kleine Einakter, dargestellt von Mttgliedern unserer Theatergesellschaft. Kadel- burgs Schwänklein „In Zivil" ist ursprünglich als eine Art Festspiel für ein Offizierkorps verfaßt worden und ist seitdem ein beliebtes Gelegenheitsstück. Eine zu wohlthätigen Zwecken veranstaltete Matinee im Berliner Lessingtheater machte s. Z. die milttärische Farce weiteren Kreisen bekannt, und der große Heiterkeitserfolg, den sie damals ganz unschuldigerweise davon trug, ist ihr bis auf den heutigen Tag treu geblieben. In der That ist das Stückchen überlustig und amüsant. Es brachte die rechte Feststimmung, fröhlichen Geist, der die Darstellung unter der Regie des Herrn W o i s ch belebte, der selber die komische Charge des Regimentskommandeurs- Burschen mit all der Dummdreistigkeit, die diese merkwürdigen Bühnenlebewesen auszuzeichnen pflegt, spielte. Außerdem gab es noch eine Art Reif-Reiflingen en miniature, ein paar höhereOsfiziere und eine niedlicheNaioe, sämtlich gefällig,dargestellt von den Herren Zoder, Leßmann und Hertzog und Frl. v. A s p e rn b u r g. Dann tischte man noch einen verspäteten tollen Faschingsscherz auf, eine Possenreißerei von höchster Ausgelassenheit, „Hohe Gäste", nach deren Autor niemand fragt und die man im Laufe des Abends schnell vergaß. Es wird da eine Exzellenz mit einem Elephanten verwechselt und mit Zucker und Mohrrüben gefüttert. Hier wirkten mit Aufopferung neben den schon genannten Herrschaften noch Frl. Hohenfels und die Herren Sand or und Schneider mit. Inzwischen war es eine Stunde vor Sonntag geworden und die jungen Damen und Herren kamen endlich zum ersehnten Tanz, dem sie sich alsbald mit Hingebung widmeten. Der Abend hat seinen Zweck voll erfüllt. ** Gleichmäßiges Format der Briefumschläge. Schon wiederholt hat die Post darauf hingewiesen, von welcher wesentlichen Bedeutung für die prompte Beförderung der Briefe die Verwendung eines gleichmäßigen Formats der Brief- kouverts ist; gleichwohl werden Briefkouverts noch ost in den mannnigfachsten Größen und den eigentümlichsten Formen verwendet, besonders von Damen. Man benntze für gewöhnlich nur viereckige Kouverts mittlerer Größe — das gebräuchlichste Geschäftsformat ist 12:15 Zentimeter groß —, klebe die Marke in die rechte obere Ecke, schreibe unten rechts deutlich den Bestimmungsort nieder und unterstreiche ihn. Wer seine Kouverts mit einem Vordruck für die Adresse versehen läßt, der lasse auch gleich ein Feld für die Marke und einen starken Strich für die Angabe des Bestimmungsorts unten rechts mit vordrucken. Die Befolgung dieser Winke liegt auch im Interesse des Absenders selbst. Aur Irage der KetreideMe erhalten wir aus unserem Leserkreise folgende Zuschrift: Man muß eine Behauptung nur oft wiederholen, daun wird sie schon Gläubige finden. Der Parteiwahnwitz stellt die gewagtesten Hypothesen auf und erntet dröhnenden Beifall. Seit 40 Jahren drischt mau auf den Junker los, der 3 Flaschen Sekt auf einmal austrinkt und in der ars amanb-i besser wie der Sultan zu hause ist. Seitdem Bismarck den Blutegel des Freihandels vom Deutschen Reiche losriß, klagt die Börsenpresse, die „volksfreundliche", über die 25 000 Großbesitzer, die da allein den Nutzen von den Getreidezöllen haben — von den andern (Viehzöllen rc.) schweigt man sellfft- verftändlich — und bejammert die von ihr fa sehr geliebten Bauern und Handwerker, die nun mit Weib und Kind dem Hungertod entgegen wanken. Tuberkulose, Kindersterblichkeit, Landflucht, Steuern — „Agrarier" an was bist du nicht schuld? Und unser Zeitungspublikum glaubt es. Mögen 87 Prozent der Mitglieder des Bundes der Landwirte Kleinbauern, nur i/2 v. H. aber Großbesitzer sein — einerlei, er ist der Junkerbund. Mögen sich Bayern, Württemberger, Rheinländer, Hessen, Badener, Elsässer für Hochschutzzoll ausgesprochen haben — ganz egal, der Getreidezoll nützt nur den Ostelbiern! Esklingt gut, wird immer noch geglaubt, damit basta! Wie liegen aber die Thatsachen - Von der deutschen Kulturfläche umfaßt der Besitz über 400 Morgen 21 Proz., der unter 8 Morgen 5 Proz. Das übrige ist Bauernland. In diesen 74 Proz. Bodenflache liegt heute wie ein ft der Schwerpunkt der Getreide- prod^uktion. Der Großgrundbesitz besteht meist aus Ter Bauernstand hat in erster Linie ein Interesse an den Zöllen, die 3 Millionen Betriebe unter 8 Morgen sind nur zum Teil Berufsbetriebe. Mit diesen aber arbeitet die Presse der Linken in der Agitation und treibt Brunnen- bergiftung. Ein kleiner Bauer der südlichen Wetterau von 16 Morgen (4 Hektar) vermag 70—80 Ztr. Getreide auf den Markt zu bringen, mindestens aber 50 Ztr. — Tie Verkaufsfähigkeit geht aber in einzelnen Fällen bis zu 3 oder 4 Morgen herab. Wie liegen nun die Verhältnisse im Vogelsberg? Hier kommt gerade der Kreis Lauterbach in Betracht, den Profi Conrad ans Halle anführt, indem er behauptet, der Getreideverkauf beginne in diesem gebirgigen Telle erst bei 10 Hektar (40 Morgen). Tas ist unrichtig. Die Möglichkell des Getreideverkaufes geht hier nach meinen Feststellungen bis unter vier Hektar herunter. Ein landwirtschaftlicher Nebenbetrieb in Vaar von 3 dreiviertel Hektar verkaufte z. B. 25 Ztr. Getreide. — Die Getreideproduktion aber ist abhängig von der Frage der Rentabilllät und wie Dr. Heim richtig sagte, vom Schienenwege. Man verschaffe der Landwirtschaft Absatz und günstige Preisbildung, dann wird es sich zeigen, daß das deutsche Bauernland der Aufgabe gewachsen ist, eine weit größere Bevolkerungszahl wie die heutige mit Brot und Fleisch ausreichend zu versorgen. Heute verfüttern aber viele Bauern der traurigen Preise halber ihr Getreide oder bauen nur ihren Bedarf. Man gebe darum den „Agariern" darum die Möglichkell, mehr produzieren zu können, sie werden den Beweis nicht schuldig bleiben. — Es ist viele Sünde am deutschen Bauerntum wieder gut zu machen. — F. Fr. Werner, Lauterbach. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Sächsische Biehversicheruugs-Bauk in Dresden. Obwohl die allgemeine geschäftliche Notlage auch im Jahre 1901 anbauerte, ja sich sogar erheblich verschärfte und dadurch den Viehbesitzern die Versicherung ihrer Tiere recht erschwerte, wenn nicht ganz unmöglich machte, und obwohl ungünstige Witterungsverhalt-- nisse gleichzeitig dezimierend auf die Tierbestände wirkten, hat die Sächsische Viehversicherungs-Bank, wie chr neuester Rechenschaftsbericht zeigt, doch wiederum ein gutes geschäftliches Resultat im vergangenen Jahre erzielt und uiwerfennbare Fortschritte gemacht. Sie hat ihre Schäden zur vollen statutgemäßen Quote regulieren und ihre Garantiemittel noch verstärken können, sodaß ihr am 31. Dezember 1901 ein vollständig schuldensteies, lediglich für künfttge Schäden reserviertes Vermögen von über 344 000 Mk. zur Verfügung steht. Die Prämien-Einnahme betrug im Jahre 1901 925 886 Mk., die bezahlten Schäden incl. Erlös 723 872 Mk., das Versicherungskapital 28 312 359 Mk. — Die Gelder der Bank sind in durchaus sicheren Wertpapieren angelegt — Bekanntlich versichert die Sächsische Viehversicherungs-Bank nur * u festen Prämien. Prämien-Nachschüsse oder Erhöhung der Prämie während der vereinbarten Versicherungsdauer sind vollständig auS= geschlossen. (Vergl. das heutige Agenten-Gefuch.) Zpielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 11. März, abends 7 Uhr: „.Fidelio." Schauspielhaus. Dienstag den 11. März, abends 7 Uhr: Zum ersten Male: „Wiederfinden." Auszug aus -cn KircheMHers -er Statt (Sif^nT Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 5. März. Matth äusgemeinde. Enrll Theodor Mißler, Wirt zu Gießen und Marie Gäde, geb. Konrad, Witwe des Messellchmieds Aools Hermann Gäde. Lukas gemeinde. Den 1. März. Josef Emil Georg, Fuhrknecht zu Gießen und Elisabethe Schlau, Tochter des Landmanns Johann Veit Schlau III zu Eppenrod. 6. Dr. Karl Phllipp Theodor Raffer, prakt Arzt zu Worms und Anna Dorothea Bertha Mathilde Paula Kraft, Tochter des Rechtsanwalts Friedrich Kraft zu Gießen. Johannesgemeinde. Den 2. März. Adam Wettach, Kaufmann zu Gießen und Marie Melchior, Tochter des verstorbenen Stadtrechners Karl Melchior zu Friedberg. Militärgemeinde. Den 1. März. Friedrich Wilhelm Stüber, Sergeant im 2. Großb. Hess. Jpf.-Regt. (Kaiser Wichelm) Nr. 116 und Marie Margarethe Kreiling, Tochter des Bauamtsgehilfen Jakob Kreiling LLL zu Gießen. Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 2. März. Dem Buchhalter Peter Castein eine Tochter, Klara, geb. den 1. Dezbr. Markusgemeinde. Den 2. März. Dem Taglöhner Friedrich Schmerle eine Tochter, Charlotte, geb. den 3. Januar. Dem Taqlöhner Johann Martin Amend eine Tochter, Emma, geb. den 5. Januar. Dem Schneider Christian Sauer eine Tochter, Luise Susanne Elisabeth, geb. den 24. Dezember. Dem Ober-Pastassiftent Hölscher ein Soyn, Heinrich, geb. den 22. Januar. Dem Kaufmann Friedrich Emil Bender ein Sohn, Albert Michael Rudolf Georg Johannes, geb. den 3. Februar. Dem Tapezier Christian Arnold ein Sohn, Ernst. Ludwig Georg, geboren den 19. Januar. Dem Fuhrmann Friedrich Leschke eine Tochter, Luise, geb. den 29. Dezember. Lukasaemeind e. Den 2. McÜH. Dem (ü sen reher Rudolf Wolf eine Tochter, Emilie Wilhelmine, geboren vcn 30. Januar. Ein unehelicher Sohn, Hans Hermann August. geb. den 7. Februar. Johannesgemeinde. Den 2. März. Dem Taglöhner Karl Strack ein Sohn, Johann Ernst, geboren den 23. Januar. Beerdigte. Markusgemeinde. Den L März. Crnil Loos, Goldarbeiter, ein Witwer, 65 Jahre all, starb den 26. Febr. Lukasgemeinde. Den 5. März. & ermann Fuhr, Kaufmann, 26 Jahre cdt, starb den tz. März. Johannesgemeinde. Den 28. Februar. Johanette Heinz, Tochter des verstorbenen Landwllts Christian Heinz, 59 Jahre alt, starb den 26. Februar. Friederike Scharmann, geb. Herd, Witwe des Buchbinders Ludwig Schav- mann, 73 Jahre alt, starb den 26. Februar. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 10. März, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Johannesevangelium Kap. 15, von Vers 18 an: Der Haß der Welt gegen die Junger, die Sendung des Geistes. Pfarrer Dr. Staumann. Wieskaken öer Neöaklwn. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt. R. W. Gewiß muß der K a i s e r seine Privatreisen bezahlen, aber fein Gefolge ist im Dienst. Folglich stehen den Leuten und Herren je nach Rang Kilometer- und Tagegelder zu, welche die Hofkasse von den einzelnen Ressorts — Kriegsministerium, Auswärtiges Amt — erhebt und mit in die Fahrt- ko sten steckt. S. Ehegatten können nach heutigem Recht ihre güterrechtlichen Verhältnisse stets durch Vertrag regeln, insbesondere auch nach der Eingehung der Ehe den Güterstand aufheben oder ändern, und zwar sogar dann, roenn nach den bisherigen Gesetzen ein Ehevertrag unzulässig sein würde. (§§ 1432 ff. Bürgerlichen Gesetzbuches und Art. 200 Abs. 2 des Einführungsgesetzes.) Der Ehe- vertrag muß bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile vor Gericht oder vor einem Notar geschlossen werden. Die durch den Ehevertrag entstehenden Koften bestimmen sich nach der Größe des beiderseitigen Vermögens. Sie sind verhälttiismäßig nicht sehr erheblich. Schiffsimchilchlen. Norddeutscher Lloyd. In Gstßen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 7. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Poftdampfer „Dresden", Kapitän F. v. Letten- Petersen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angefonunen. Lieferung von Lehrmitteln für die Volksschulen. Zur Gewährung freier Lehrmittel an den Volksschulen werden Or baS kommende Schuljahr annäherrrd erforderlich: 4000 Stück Realienbücher, w 1000 Schiefertafeln mit Sch w ämrnchen, sowie eine größere Mei für den Handarbeits-- 1971 400 1000 1000 30 300 150 80 140 140 140 600 500 200 Schreibhefte mit Schoner und je 2 Löschblättern, Gros Stahlfedern, Großherzoglttye Bürgermeisterei Gießen. Mecum. terialien für den Handarbeitsunterricht im Stadtmädchenschul-- gebäude auf der Westanlage bis zum 15. L Mts^ vormtttags von 11 bis 12 Uhr, offen. Angebote — zu welchen Formularien bei den beiden Oberlehrern erhältlich fmd — sind bis spätesterts 20. l. Mts., vormittags 10 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen einzureichen. Gießen, am 7. März 1902. Federhalter, Feder-- bew. Griffelkasten, Zeichenblocke, Bleistifte, Radiergummi, -envucher, .ische Geschichten, 200 Gesangbücher, 40 Bibeln, Reue Testamente, Katechismen, Atlanten, sowie eine größere Menge von Materialien unterricht in der Stadtmädchenschule. Die Lieferung dieser Bedürfnisse soll im Wege schriftlichen Angebots und vorbehältlich der Verteilung größerer Lieferungen , zu Leiterbämnen rc. geeignet. Die Zusammenkunft ist morgens 9 Uhr auf der Kreisstraße Gründerg—Weickartshain, oberhalb der Hospitalwiese bei Stammholz-Nr. 526. Vorg^eigt wird nur das Holz in den Distrikten Boben- HLuserkopf und Steinrütsche, alles andere Holz wird mittags nnvorgezeigt verkauft und wollen Käufer dasselbe vorher einsehen. Nähere Auskunft erteilt Forfftwart Büttel in Grünberg. Grünberg, am 8. März 1902. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. 1990 Holzversteigerung. Freitag den 14. März sollen in den Zimmerischen Waldungen zu Winnerod, Distrikt Petersgrund, Eichköpfel, Eichwald, Neuhof und Buchwald versteigert werden: 76 rm Buchen-Scheit. 175 , Buchen-Prügel. 48% , Nadel-Prügel. »7 w Buchen-Stock. 35^ rm Nadel-Stock. 486 , Buchen-Neiser. 68 , Eichen-Reiser. 40 , Nadel-Reiser. Nutzholz: Stämme: Eichen-Schnittholz, 1 Stück fm H Bohnenstangen: Fichten 6900 Stück, Buchenlangwieden 25 Stück. 2 5 24 25 25 8425 1,15 2,49 1,92 2,17 1,28 2,17 Fichten- Kiefern Eichen Inhalt. w n M mit r i Stang en: Eichen „ Lärchen „ Fichten 54,38 „ 4 rm Buchen-Scheit, 8i/2 rm Nadel-Prügel, 3 rrnBuchen- Stock, l1/« rm Nadel-Stock, 12 rm Buchen-Reiser, 6 rm Nadel- Reiser, im Distrikt Burgwald, werden nicht vorgezeigt. Zusammenkunft vormlltags */,10 Uhr am Eingang der Straße Winnerod—Saasen in den Petersgrundwald. Winnerod, den 7. März 1902. Sames. 1945 Visitenkarten liefert rasch and billigst Brähfsche üniv^Druckerei. Für einen Teller Suppe genügt die der Größe einer Grbse ent- sjprechende Menge Siris, um dieselbe wohlschmeckend und kräftig machen. 1913 Zu haben bei Carl Sehwaab. Versteigerung. Dienstag de« 11. März ds. IS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: L stlberueHerren-Remoutoir- Uhren, gold. und silberne Dameu-Rüren, Halskolliers in Doubl«, gold. Brochen und Ohrringe, 5 Mille Cigarren, 2 Tische, mehrere Bilder, 1 Sofa und 30 Kilo franz. Stahl; 2. 1 Break, 2 Rollwagen, Damen- Regen- und Sonnenschirme, Korsetts, diverses Porzellan und Möbel aller Art, sowie 190 Malter Kartoffeln, 2 Faß Sauerkraut und 8 Ctt. rote und gelbe Rüben. Die Bersteigeruug zu 1 findet bestimmt, zu 2 teilweise statt. 1973 Born, Gerichtsvollzieher. Submission Für die Großh. psychiatrische Universitäts-Klinik sollen für das Rechnungsjahr 1902/03 auf dem Wege öffentlicher Submission vergeben werden: 1. Lieferung von: Backwaren, Fleischwaren, Spezereiwaren, MUch, Butter und Eier, Bier, Eis, Wein, Mineralwasser, Bürstenwaren und Toilettegegenstände, Porzellan- und Glaswaren, Emaillewaren, Schreibmaterialien, Kleider für Pfleger, Schuhe für Kranke und LtttWHttAtnWkAaenW» Bei der heute vor Großherzoglichem Polizeiamt vorgenommenen Auslosung von Schuldverschreibungen des zum Bau hiesiger Herberge zur Heimat aufgenommenen Anlehens wurden folgende Nummern zur Rückzahlung am 1. März 1902 bestimmt: I. Von Lit. A ä 50 Mark: Nr. 10, 20, 33, 35, 36, 38, 47, 48, 49, 60, 67, 75, 76, 77, 80, 82, 85, 90, 94, 96, 100, 101, 104, 105, 106, 107, 121, 122, 124, 125, 126, 127, 130, 134, 139, 143, 150, 153, 155, 162, 178, 183, 194, 199, 211, 216, 220, 223, 225, 232, 324, 325, 333, 345, 349, 351, 352, 356, 358 und 359, zusammen 60 Stück ä Mk. 50.— ---- Mk. 3000.—. II. Von Lit. B ä 200 Mark: 9tt. 3, 10, 16, 21, 29, 43, 85, 94, 96 und 155, zusammen 10 Stück ä. Mk. 200.— == Mk. 2000.—. Die Besitzer dieser Nummern werden hiermit aufgefordert, den Bettag gegen Rückgabe der Schuldverschreibung mit Coupons vom 1. März d. I. an bei dem Bankhause Aron Heichelheim dahier zu erheben. Gießen, den 27. Februar 1902. 1698 Der Vorstand: Prof. D. Stamm. Pfarrer Schlosser. übertrifft an Wohlgeschmack, Würze und Ausgiebigkeit die amerikanischen Fleischextrakte, tostet aber nur die Hälfte. Zu haben bei 1913 Phil. Herrmann. Ftzdodmnjilch BcrnßeiMsMe, U C; über Nacht trocken, hochglänzend. $piritn$!a(fi(ir6e, C' sofort trocken, hochglänzend. Gust. Walter, Musdurg 13. Personal, ca. 800 Ctt. Nußkohlen; 2. Das Reinigen der Personal- und Krankemväsche (ge- ttennt oder zusammen); 3. Das Reinigen des Küchenherdes und der Oefen; 4. Das Leerfahren der Senkgruben und das Fortfchaffen des Kehrichts; 5. Die Abgabe von Knochen und Gespül. Die für die Lieferung gütigen allgemeinen Bedingungen (Erlaß der Großh. Ministerien v. 16. 6. 93) und die speziellen Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Ver- waltungsbüreau offen. Offerten sind versiegell und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 1850 15. März 1902, vormittags 11 Uhr, auf dem erwähnten Büreau abzugeben. . Der Zuschlag erfolgt bis zum 26. März 1902. Gießen, den 4. März 1902. Großh. Direktion der psychiatrischen Klinik, (gez.) Sommer. Submission. Für die Gr. neuen Kliniken in Gießen sollen pro 1902/03 auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden: a) Die Lieferung von: 1. Backwaren und Zwieback, 2. Fleischwaren, 3. Spezereiwaren und Verbrauchsgegenständen, 4. Kaffee, 5. Butter und Eier, 6. Milch, 7. Bier, 8. Schreibmaterialien, 9. Maschinenöl und Putzwolle 10. Bürstenwaren und Scheuertücher, 11. Seife, 12. Eis, 13. Porzellanwaren; b) Das Reinigen des Herdes und der Oefen, die Reinigung der Personalwäsche, die Entleerung der Kehrichtgrube, die Abgabe von Knochen, Gespül, leeren Oel- und Weinfässern, leeren Flaschen und Lumpen. Die Bedingungen können auf dem Verwalttmgsbüreau der neuen Kliniken an den Wochenagen nachmittags von 3—5 Uhr eingesehen werden. Proben der unter a 3, 4, 7, 8, 9, 10, 11 und 13 bezeichneten Gegenstände sind nebst den verschlossenen Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Samstag dem 15. März, mittags 12 Uhr, auf dem obenerwähnten Büreau einzureichen. Zuschlag erfolgt den 20.März 1902. 1855 Gießen, den 5. März 1902. Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. Mchmkns. In dem Gemeindewald zu Fronhausen an der Lahn sollen Donnerstag den 13. März 1902, von vormittags 10 Uhr ab, 61 Stück Eichenstämme von 5 bis 12 m Länge, 30 bis 53 cm Durchmesser mit zusammen 71,37 fm Inhalt, in dem Distrikt Lichteeiche, sowie 12 Stück Fichten- und Kiefernstämme von 3 bis 12 m Länge, bis zu 51 cm Durchmesser mit zusammen 3,79 fm an Ort und Stelle öffenllich verkauft werden. Der Anfang beginnt in dem Distrikt Lichteeiche. Fronhausen, am 7. März 1902. Der Bürgermeister. ______N. Gerhardt. 1981 Holz-Lwßchemg Fürstlich Solmfische Oberförsterei Hohensolms. Freitag den 14. März 1902, vormittags 9 Uhr. Zusammenkunft am Fürstl. Distr. Eber- steiu (bei Holz Nr. 1). Buchen: 7 rm Knüppel, 410 Wellen. Kiefern: 10 rm Knüpp., 250 Wellen. Um 11 Uhr im Lokale der Wwe. Geller zu Frankenbach, aus Distr. Eulersgruud: 2 Kiefern - Bauholzstämme. 5 Fichtenstangen 2. Kl. 5 rm Kiefern-Knüppel und 180 Kie- fern-Wellen. Aus Distr. Jsfelscheid: Buchen: 24 rm Scheit und Knüppel, 2550 Wellen. Eichen: 56 rm Knüppel, 112 rm Stockt)^ 3120 Wellen._______________1986 Versteigerung. Dienstag, 11. März d. I., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Ba^ahlung: 1. silb. Herren Rernontoir-Ubren, goldene und silb. Damenuhren, Hals-Colliers in Doublö, goldene Brochen nnd goldene Ohrringe, 5 Mille Cigarren, 2 Tische, mehrere Bilder, 1 Sopha, 30 Kilo Stahl. 2. 1 Sopha, 1 Kommode, 1 Nähmaschine, 1 einthür. Kleiderschrank und diverses ' Porzellan. 1754 Die Versteigerung zu l findet bestimmt, zu 2 teilweise statt. Born, Gerichtsvollzieher. Die echten 1859 Würinger ChristianWallenfels 17 Marktplatz 17 am Kriegcr-Aenkmat. Telephon 262. Gegründet 1826. ussboden-i I M Anstrich mit Hochglanz, rasch trockn., in Dosen und lose, ernpf. AdoBf Bieler1983 Victoria-Drogerie, Marktstr. 5. Real-10 HmdcksWe (Privatschule mit Pensionat) in Marktbreit a. Main. Die Neifezeugnisse berechtigen zum einjährig-freiwilligen Dienste. — Aufnahme-Alter 10—16 Jahre. 1525 Prospekte durch J. Damm, Rektor. Die Einlösung der am 1. April 1902 fällig en Zin*scheine unserer Hypotheken - Pfandbriefe erfolgt von» 16. Jöarz 19058 ab äusser an unserer Kasse, Hamburg, Hohe Bleichen 18, bei den sonstigen bekannten Zahlstellen und allen Pfandbrief- Verkaufsstellen. [1989] Die Direktion. Gr. Technische Hochschule zu Darmstadt Abteilungen für Architektur, Ingenieur wesen, Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie (Elektrochemie und Pharmaci e), Allgemeine Abteilung (insbesondere für Mathematik und Naturwissenschaften), Kursus für Geometer I Klasse. Prüfungen zur Erteilung des Grades eines Diplom-Ingenieurs und der Würde eines Doktor-Ingenieurs. Besondere Prüfung für Ausländer, Reichsprüfung für Pharmaoeuten und Nahrungsmiitel-Chemiker. Staatsprüfungen im Hochbau-, Ingenieurbau- und Maschinenbaufache (Gegenseitige Anerkennung der Vor- und ersten Hauptprüfung in Hessen und Preussen). Zulassung der Studierenden zu den Staatsprüfungen im Hochbau-, Ingenieurbau- und Maschinenbaufuche in allen deutschen Bundesstaaten. Beginn des Studiums im Herbst oder zu Ostern. Aufnahmen vom lö. April an. Beginn des Unterrichts 22. April. Programme gegen Einsendung von 60 Pfg. [1968] Das Rektorat, fliessen. Giessen. Markt-Anzeige! 3m erß« MM ich KiW,U.Mz kommt der 1978 In bekannter Güte wirb verkauft: 3 Meter Mari 1 Mack Ferner: n Alles waschecht! 1 Aegenheitöknns prächtige Muster, 3 Meter für 1 Mark. 1 1 1 1 1 1 1 ca. 500 „ 500 „ 500 Ersin Sächsischer 1 Mark-Bazar Hochachtend E. Volland, Sachsen-Weimar. „ 500 Dieter Bett-Satins 4 Kücheu-Haudtücher, grau, . 3 Stubeu-Haudtücher, weiß, < 1 Normal-Hemd . . ♦ < 1 Herrenhemd . . . . , 1 Unterhose...... 6 Linuentücher, gesäumt . 1 Trägerschürze..... 6 Wischtücher..... Rest zu zwei Frauenschürzen, 2 Meter lang . . . . Rest zn zwei blauen Männer- Meter Belourbarcheut m „ Hemden-Flauell /H „ Manilla-Biber D in allen Farben M Erste Sächsische 1 Mark-Mazar wieder mit Riesen-Auswahl in Bojen, Biber, Schürzen, Minnen, MöbelkreD-Restern. schürzen, 2 Meter lang . 1 „ einen Posten tanoMncjoje nMnrbim w ■■■■■■ ■■■■■■ ■■■■■■ MM MM MM WM will ■ #otel Einhorn, Montag, Mitt- " vl Will Slvl vH ■ ■ woch, Freitag 81, Uhr. Thema: „Sabbath oder Sonntag?" — „Gottes Siegel (Malzeichen) oder das Malzeichen des Tieres?" — „Christus oder der Mensch' mit der 666?" (Offenb. 13). Eintrüt frei. Pred. H. G. Baumann. [0994 £o$e der Großherj. Zcss. Kaadeo. Folterte empfiehlt Arrchhäildler BCrebs 1793 Gießen, Schulsttaße 10. RmkelMchmeii echte Obern- und Eckendörfer empfiehlt 1982 Karl Kaufmann, Bahnhofstraße 11. Qu verkaufen: 1 Kiirderschlitten, 'V 1 Schaukelpferd, 2 größere Vogelkäfige. 1 Strohmatte (1:2 m groß). Ludwigstrahe 36, HL Pfer-sS, schwere, schwarze Stute^ 6jährig, fromm und zutzfest, für Land- wirtschaft und Zucht vorzüglich geeignet, zu verkaufen. 1977 Gotthilf Röhrle, Marbgstr. 7. 1979s Ein gebr. Emmericherj Kugel - Kaffeerösier von 40 Kilo, Handbetrieb, mit neuer Kugel, billig zu verkaufen. Näheres Schanzeustratze 3. 0u veckaufen: Schreibsekretär, -V Kommode, 4 Stühle, Tisch mit 2 Klappen (Nußb.). 0989 Zu erfragen in der Exped. Kuhmist zu Verkäufer:. 0980 v* Wallthorslraße 28, IL I r p K H In 11 h l c W gebe. * Die ! aussc die e. Absiä Hang 9twie| gebem selbst aus • M wolle uC£ Wte ( M.6 Nh »i «Hie St &•* m tie *