r Trasse { Ui 0% UHee R I 'nen t laben. Q •Mei» 3L_ W bendsBöhr, ■ Trautmaon. ;he Kurkapelle, ♦ C. Goldmark, • C. Saint-Saens, . R. Schumann. - D« van Goens, > , Fr. Smetana, ;Ueder zu Mk 2.50 in der Musikalien- fur Studierende auch i Preisen zu haben, 1 Uhr. irten 50 Pfg. 316 1 ine II .-1J. ‘ weine: pr.Fl. i . . . 60 Pfg. a ... 90 , . . . . SO , limer . . 120 , feine von 120 ean •he 102, It. 'ärts. iiilZobelis iioleniiiNt o$se alten! Selters gl1 weg 6. Freitag 1V. Januar LSÄL 153. Jahrgang Zweites Blatt. 3 s Gchulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprcchanschluß Nr. 51. Nr. 8 Erscheint tSglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'scheu Unwers.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Nedaktion. Expedition Q Z> Arf Q monatli|75&”iertie Heutige Yummer umfaßt 12 Seiten. Die Reichstagsrede Bülows im Lichte des Auslandes. Wir haben gestern bereits eine Anzahl von in- und ausländischen Preßstimmen über die letzte Rede des deutschen Reichskanzlers wiedergegeben und wollen heute noch ein paar englische, französische und österreichische Aeußerungen hinzufügen. Zunächst auS der englischen Presse: Der „Daily Chronicle" sagt: Ehamberlain thut gut, wenn er bei feinen Reden das Ausland aus dem Spiele läßt. Der „Standard" führt aus: Die Deutschen hätten nicht ein Monopol für Patriotismus. Die „Times" veröffentlicht einen Artikel, in dem sie Chamberlain hinsichtlich dessen Auslassungen über das deutsche Heer verteidigt und uachzuweisen sucht, daß Chamberlain nicht beabsichtige, die Gefühle der Deutschen zu verletzen. Sie erklärt weiter, daß die Hinweise Bülows in seiner gestrigen Reichstagsrede auf die betreffenden Auslassungen Chamberlains alle diejenigen, welche freundlichere Beziehungen zwischen dem englischen und deutschen Volke herbeiwünschen, enttäuscht hätten. Die unionistische „Pall Mall Gazette" bedauert den Ton der Rede. Der konservative „Globe" weist darauf hin, daß das Blatt sich beständig bestrebt habe, zu einem freundschaftlichen Einvernehmen der beiden Nationen zu ermutigen, daß aber die Rede des Reichskanzlers hieran vollständig verzweifeln lasse. Seine Sprache sei absichtlich beleidigend für das ganze britische Reich. Die konservative „St. James Gazette" sagt, die Rede brachte die wachsende Erregung zwischen beiden Ländern in eine gefährliche Sphäre. Die gemäßigt-liberale „Westminster Gaz." meint, die allgemeinen Bemerkungen Bülows seien zeitgemäß, sein Rat, fremde Länder ungeschoren zu lassen, sei ausgezeichnet. In dem Artikel heißt es ferner: Wie dankbar wir für die offizielle Zurückweisung der gegen die britische Armee gerichteten Verleumdungen gewesen wären, die solche Entrüstung hervorgerufen, mißbilligen wir doch jeden Versuch, die Unterlassung desselben zu einer weiteren Ursache des Aergernisses zwischen beiden Ländern zu machen. Die radikalen Halfpenny-Blätter zeigen herzliche Freude über die Zurechtweisung, welche Graf Bülow Chamberlain erteilte. Aus der französischen Presse: Der „Temps" schreibt: Bülow habe als vollendeter Diplomat und Mann von Geist geantwortet. Er habe die Aufklärungen und Entschuldigungen de§ englischen Ministers angenommen, aber gleichzeitig demselben eine Lektion über gute Lebensart erteilt, die umso schneidender wirkte, als sie in freundschaftlichem, kaltblütigem und ein wenig wegwerfenden Ton gehalten war. Auch seine Erklärung bett, die Dreibundfrage war geistreich. Er sagte dem Dreibunde ein langes Leben voraus. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß Graf Bülow Recht hat. Das „Journal des Debats" schreibt über die Chamberlain be- tteffende Stelle in der Rede, die Erklärungen waren zweischneidig ; sie verletzten England und griffen dessen Kolonial- minister am Indem Graf Bülow den von Chamberlain gebrauchten Vergleich als. eine Beleidigung für die deutsche Armee ansah, schloß er sich dem auf dem Kontinent über das Vorgehen Englands im südafrikanischen Kriege gefällten Urteil an und gab Chamberlain eine Lektion über diplomatischen Takt, indem er den Grundsatz aufstellte, daß ein Staatsmann, wenn er seine Politik rechtfertigen wolle, fremde Mächte aus dem Spiel lassen müsse. Neber den die italienisch- sranzösische Annäherung betr. Passus sagt das Blatt, die Frage war nur, ob Italien seine Rechnung bei Deutschland findet, oder ob es mit anderen soviel tanzt, daß schließlich die glückliche Ehe, von der Bülow sprach, gestört werden könne. Die „Libertä" sagt, Graf Bülow habe Chamberlain mit Meisterhand gegeißelt. Die grausame Schärfe Bülows zeigte, wie sehr Chamberlain Deutschland beleidigt habe. Das deutsche Bolk werde die vom englischen Kolonialminister begangene Ungeschicklichkeit nicht verzeihen. „Patrice" hebt den Freiwut und die Entschiedenheit hervor, mit welcher Bülow vor ben Volksvertretern über die heikelsten diplomatischen Angelegenheiten gesprochen, habe nur bemerkt, die Leisetreterei des französischen Ministers des Aeußeren sei nicht geeignet, das Ansehen Frankreichs zu erhöhen. Aus der österreichischen Presse: Die „N. Fr. Pr." sagt: Eine Erklärung von deutscher Seite bett, die durch die französisch-italienische Tripolis-Entente und die Polen- frage verursachte Verwirrung war sehr erwünscht und muß auch beruhigend wirken. Was insbesondere das deutsch- österreichische Bündnis anbelangt, so ist dasselbe die denkbar feIteste Verbindung. Die Zolloerstimmungen und die polnischen Zwischenepisoden vermögen dasselbe nicht zu lockern. Das „Fremdenblatt" schreibt, Graf Bülow habe zur Charakterisierung des Dreibundes sehr wirkungsvolle Worte gefunden und ihn auch historisch sehr glücklich einzureihen gewußt. Deutsches Reich. B e r lin, 9. Jan. Der Kaiser hörte heute die Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des Marinekabinetts und empfing hierauf den neuen Gesandten von Peru in Antrittsaudienz. — Das Kaiserpaar besichtigte beute im Akademie- gebäude das von Professor Hugo Bogel geschaffene große Bild für das Hamburger Rathaus „Der (Senat Hamburgs 1897 betritt die Halle des neuen Rathauses". Später begab sich das Kaiserpaar nach dem Zeughause, um die Burgenausstellung in Augenschein zu nehmen, die der Architekt Bodo Ebhardt im Auftrage des Kaisers zur Wiederherstellung der HochkönigsLurg unternommen hat- — Gegenüber einer englischen Blättermeldung erfährt die „Dtsch. Tagesztg.", daß über etwaige Kaiserreisen nach England bisher keinerlei Beschlüsse gefaßt worden sind; insbesondere soll von mehrmaligen Reisen bisher nicht die Rede gewesen fein. — Auch über das Duell in Jena, worüber wir mehrfach berichtet haben, ist dem Kaiser sofort Meldung erstattet worden. Wie wir hören, fyat auf Grund des Vortrages der Monarch persönlich angeordnet, daß ihm über die Einzelheiten der Affaire, den Gang der militär- gerichtlichen Untersuchung usw. fortlaufend Bericht zu erstatten sei — Zu den durch österreichische Zeitungen verbreiteten Sensationsmeldungen über Verhandlungen zwischen dem Großfürsten Michael von Rußland und dem österreichischen Herrscher, die neue Einverleibungen, Machtausdehnungen und Hoheitsrechte in der Türkei betreffen sollten, erfährt ein hiesiges Blatt auf Grund von Erkundigungen bei der hiesigen türkischen Botschaft, daß diese Nachrichten völlig aus der Luft gegriffen und unwahr sind. (Wir hatten diese Phantasie gleich als solche gekennzeichnet. D. Red.) — In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde der Entwurf einer Verordnung wegen Beaufsichtigung hessischer und bremischer privater Versicherungs-Unternehmungen den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Dem Ausschußberichte über die. Vorschläge zur Abänderung einiger Bestimmungen der Betriebsordnung für die Haupteisenbahnen Deutschlands, sowie den Ausschußberichten über den Entwurf eines Gesetzes über die Verlegung der deutsch-dänischen Grenze au der Norderau und der Kjärmühlen au wurde die Zustimmung erteilt. Endlich wurde eine Nachweisung der Veränderungen int Grundbesitze des Reiches für das Rechnungsjahr 1900 vorgelegt. — Neber die Begebung der vom Schatzsekretär gestern im Reichstage, angekündigten Reichs-Anleihe sind bereits Vorverhandlungen mit parlamentarischen Finanzkreisen ein geleitet worden. Von amerikanischen Banken sollen schon vor einigen Monaten dem Frhr. von Thiclmann sehr günstige Angebote gemacht worden sein. In maßgebenden Kreisen soll man jedoch der Ansicht sein, daß sich die Anleihe, über deren Höhe zur Zeit noch nicht Endgültiges feststeht, bei der heutigen Sage des Geldmarktes ohne Schwierigkeiten im Inlande unterbringen lassen werde- trag auf Einführung einer gleitenden Getreide-, zoll-Skala in der Zolltarif-Kommission des Reichstages einzubringen. Er habe vielmehr vorläufig den Gedanken nur anregen wollen- — Nach dem heute ausgegebenen preußischen Staatshaushaltsetat für 1902 sind die Einnahmen auf 2 614167 144 Mark, die Ausgaben im Ordinarium auf 2 467 457174 Mark, im Extraordinarium auf 146 709 970, Mark, zusammen ebenfalls auf 2614167144 Mark ver-^ anschlagt- — Aus dem Etat des preutz. Finanzministeriums ist zu bemerken: Zum Erwerben und zur Erschließung des Umwallungsgeländes der Stadt Posen, erste Rate 4 Millionen- In der Begründung heißt es: Die Mi-^ litärverwaltung willigte in die Er w eiter un g der! Festungswerke ein. Als Dispositionsfonds des Oberpräsidenten zur Beförderung der Befestigung des Deutschtums in den östlichen Provinzen und Schleswig wird eine Million (gegen Vorjahr 400 000 mehr) ausßeworsen. Hierzu wird bemerkt, die den Oberpräsidenten von Posen, Westpreußen und Schlesien zur Verfügung stehenden Mittel bedürfen erheblicher Verstärkung, um gegenüber der verschärften polnischen Agitation das Deutschtum in geeigneter Weise zu stützen- Auch ergab sich die Notwendigkeit, das Verwendungsgebiet des Fonds auf die Provinz Ostpreußen auszudehnen, um den Bemühungen der großpolnischen Agitation, in diese Provinz einzudringen, entgegenzutreten. Das Extraordinarium des Landwirtschaftsetats fordert zur Förderung der Landwirtschaft und Forstwirtschaft 1455 000 Mk-; ferner zur Gewährung eines Darlehns an die Genossenschaft für Viehverwertung in Deutschland behufs Errichtung eines Magerviehhofs in Friedrichsfelde bei Berlin erste Rate Mark 1400000. Zweck ist die Zusammenfassung des bisher örtlich zerstreuten Berliner Magerviehhandels (Pferde, Rindvieh, Schafe, Schweine, Gänse) an einem Ort zum Behuse ausreichender veterrnärpolizeilicher Ueber- wachung, nicht aber Zentralisation despreußischen oder gar deutschen Magerviehhandels. Das gesamte Darlehen wird den Kosten gleich auf 2600000 Mark veranschlagt- — Im Kultusetat des Ordinariums ist eingestellt ein Zuschuß für die Universität Münster, 364842 Mk., da die in Aussicht genommene dortige Akademie durch Angliederung einer rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät zu einer Universität auszugeftalten ist. Für die Universität Münster ist ein Extraordinarium von 77 000 Mk- vorgesehen. Das Extraordinarium des Kultusetats steht zur Untersuchung der Maul- und Klauenseuche 30 000, zum Ankauf eines Gehöftes in Greifswald hierzu 31000 Mk-, zur Bekämpfung der Granulöse 350000 Mk., zu Beihilfen zur Erforschung der Krebskrankheit 10 000 Mk- und zu Versuchen in der Bekämpfung des Typhus 20000 Mark vor. — Das Zentrum brachte im preuß. Abgeordnetenhause eine Interpellation betr. das Eisenbahnunglück bei Altenbeken ein. Die fr eis. Volkspartei zog ihre Interpellation zurück. — Eine von der polnischen Landtags fraktion ein gebrachte Interpellation, die Jazdzewski begründen wird, lautet dahin, ob die Staatsregierung in Anbetracht der Schulvorgänge in Wreschen und im öffentlichen Interesse überhaupt für geboten erachtet, die in Landesteilen mit gemischter Bevölkerung in Bezug auf Religionsunterricht getroffenen Anordnungen einer Aend erung zu unterwerfen. Die Jnterpellatton ist von der Zentrumsfraktion unterstützt. Stuttgart, 9. Jan. In der heutigen Sitzung der Finanzkommission gab die Regierung die Erklärung ab, daß sie den Versuch machen wolle, in dem Abkommen zwischen Württemberg und der Reichspost-Verwaltung bezüglich der Einführung gemeinsamer Postwertzeichen eine Aenderung herbeizusühren. Bekanntlich hat die Mehrheit der Finanzkommission in ihrer letzten Sitzung die Anschauung vertreten, daß die Zustimmung des württembergi- schen Landtages zu diesem Uebereinkommen erforderlich sei, was im Vertrage nicht vorgesehen war. München, 9. Jan. Der verstorbene Dr. jur. Johannes S ig l war 1839 in Niederbayern geboren. 1867 wurde er Redakteur des „Volksboten". Zwei Jahre später begründete er das „Bayer. Vaterland", das er über 30 Jahre lang redigierte. 1893 wurde er vorn bayrischen Bauernbund im Wahlkreise Kelheim als Kandidat aufgestellt und siegte schon im ersten Wahlgang. Im Reichstage spielte er eine mehr komische Rolle. 1898 fiel der Wahlkreis wieder dem Zentrum zu. Dr. Sigl mußte dann infolge geistiger Erkrankung von der Leitung seines Blattes zurücktreten, wurde entmündigt und ist jetzt seinen Leiden erlegen. Er hatte sich lange Zeit durch seine urwüchsige Grobheit und seinen scharfen Witz einen Namen gemacht. Seit einigen Jahren war jedoch sein Stern erblichen. Zum fruchtbaren Politiker fehlte ihm der sittliche Ernst. ** Theater-Verein. Montag den 20. d. Beck aus Köln als Morre'schen Volksstück werk's „Ländliche Hochzeit", eine Symphonie im modernen Styl, für Gießen Novität. Das gesamte Programm fo.roie alles Nähere ergiebt der Inseratenteil, auf den wir hiermit Hinweisen wollen. Die nächste (6.) Vorstellung findet M. statt. In ihr wird Herr Otto „Nullerl" in dem gleichnamigen gastieren. Mit dieser Vorstellung Aus Wadi und Kund. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: ,,Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, 10. Januar 1902. ** Parlamentarisches aus Heffen. Der Abg. Schönberger beantragt, die Zweite Kammer wolle beschließen: Die Regierung gu, ersuchen, von der alsbaldigen Aenderung der Statuten derjenigen Sparkassen, die im Besitze der Rechtsfähigkeit sind, insolange abzusehen, bis der dem hohen Hause bereits vorliegende Entwurf, „die öffentlichen Sparkassen" betreffend, als Gesetz verabschiedet worden ist, und eventuell Vorsorge zu treffen, daß etwa bis dahin erfolgte Statutenänderungen einzelner Sparkassen unwirksam werden, insoweit die fragliche Statutenänderung durch das verabschiedete Sparkassengesetz gegenstandslos geworden ist. — Eine neue Regierungsvorlage betrifft den Gesetzentwurf über die Anlegung und den Betrieb der Dampfkessel, sowie die Einrichtung und den Betrieb von Dampfgefäßcn. Das Ministerium legt jetzt unter Zurückziehung des den Ständen vorgelegtcn Gesetzentwurfs, den Betrieb der Land- und Schiffsdampfkessel betreffend, einen erweiterten Gesetzentwurf mit dem Ersuchen beschleunigter Sachbehandlung vor. * * Ernennung. Der Bergassessor Karl Köbrich zu Darmstadt wurde zum „Bergmeister" und zum Sekretär bei der Oberen Bergbehörde, sowie zum stellvertretenden Vorsitzenden der Aichungsinspektion mit Wirkung vom 1. Januar ernannt. * * Ernennung. Der Großherzog hat den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Friedberg Spanier zum Feldbereinigungskommissär für die Provinz Oberhessen mit dem Amtssitze zu Friedberg ernannt. * * Der 1. Finanz-Ausschuß der zweiten Kamnier ist heute- mnter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Köhler-Worms zur Beratung des Budgets zusammengetreten. Die Beratungen dürften bis Ende ds. Mt. dauern, worauf Anfang Februar das Plenum der Kammer zusammentreten wird. E.Cli. Konzertverein Das 4. Vereinskonzert findet am 13. Januar, abends 6 Uhr, in der Turnhalle statt. Tag und Stunde mußten so gewählt werden, weil die Homburger Städtische Kurkapelle Sonntag durch andere, ältere Derpftichtungen gebunden ist Und die ungünstige Lage der Abendzüge einen späteren Anfang verbietet. Trotzdem dürfte das 4. Konzert ein vollbesetztes Haus vorfinden, denn die Homburger Kapelle ist eine erstklassige musikalische Körperschaft, die den größten Aufgaben gewachsen ist und unter der Leitung Trautmann's wieder Ausgezeichnetes bieten wird. Das Homburger Orchester birgt in seiner Mitte eine, ganze Reihe hervorragender Solisten, für dieses Mal wird der erste Cellist Herr OuShoo^rn uns das berühmte Cello- Konzert von Saint-Sasns zu Gehör bringen. Von Orchesterwerken bietet wohl das größte Interesse G o l d * ** Eine Weihnachtssreude bereitete, wie uns Herr Pfarrer Schoenhals mitteilt, Herr Fernie auch den Bedürftigen in ■ Allendorf a. d. Lahn, indem er durch Vermittlung und i ürsprache seines General-Bevollmächtigten eine Festgabe an ie verteilen ließ. •• Die Gießener Ruder-Gesellschaft feiert, wie wir bereits ; mitteilten am 19. Januar ihr 2 5 j äh rig es Bestehen. , Das Fest wird vormittags lV/2 Uhr durch eine akademische Feier im großen Saale der Loge „Ludwig zur Treue", Gartenstraße 1, eingeleitet. Nachmittags 2 Uhr findet in Steins Saalbau eine Festtafel statt, während der die Kapelle des Jnf.-Reg. Nr. 116 konzertiert. Abends 8 Uhr schließt ich wiederum in Steins Saalbau ein Ball an. - Personennamen im Gießener Adreßbuch. Die Beilegung von Familiennamen ist in Deutschland im Bürgerstande bekanntlich erst seit dem 16. Jahrhundert allgemein üblich. Man wählte meistens als Familiennamen Lokalnamen, Namen von der Herkunft und dem Wohnort, praedikative Namen nach körperlichen oder geistigen Eigenschaften oder nach der gewerblichen oder amtlichen Berufsthätigkeit. Nach diesen Gesichtspunkten lassen sich noch viele Namen unserer hiesigen Einwohner einordnen, obwohl heute die ursprüngliche Bedeutung des Namens ganz verwischt ist. In unserem Adreßbuch ist Bayern, Böhmen, Hessen, Nassau, Schlesien, Schwaben, Schweiz und Weimar vertreten. Nach Wohnorten unseres engeren Vaterlandes weisen die Namen: Allendorf, Allendorfer, Atzbach, Buttenberg, Bieber, Biedenkopf, Dauernheim, Geilhausen (Geilshausen), Hüttenberger, Kinzenbach, Langsdorf, Launspach, Mainzer, Mettenheimer, Lich, Lindenstruth, Nauheimer, Offenbacher, Steinbach, Steinberger, Vetzberger, Vöhl, Weisel. Nach entfernteren Orten benennen sich: Elm, Falkenstein, Geismar, Hamburger, Henneberg, Heyligenstädt, Hochstätter, Katzenbach, Landau, Meininger, Meißner, Metz, Mosbach, Nattenow, Rehme, Rettwisch, Rollshausen, Römheld, Runkel, Stade, Weichsel, Weil, Windecker, Wörth, Wetter, Zell, Es wohnen in Gießen: Demuth, Ernst und Muth, Weise, Willkommene, Starke, Schlichte, Sorgenfreie, Kühne, Große und Kleine, Braune, Grüne, Rothe, Schwarze, Weiße und Schöne, Saure und Süße. Zahlreich sind praedikative Namen nach gewerblicher Berufsthätigkeit vom Bauer bis zum Zimmermann, wobei fast ausnahmslos der Name nicht mehr dem Berufe entspricht. Nur bei Schneider deckt sich in zwei Fällen Name und Berus. Auch giebt es noch Vögte, obschon die alte Stadtverfassung geschwunden ist. In unserer Stadt halten sich dauernd auf Nord und Ost, Frühling (Lenz), Sommer, Herbst und Winter. Verhältnismäßig viele latinisierte Namen finden sich in Gießen, so daß man sich ins Mittelalter versetzt denkt, in dem es besonders bei Gelehrten üblich war, für ihren Namen eine lateinische Form zu wählen. Es sind hier wohnhaft: Bonarius, Buderus, Caesar, Cellarius, Corovinus, Emmelius, Follenius, Gravelius, Gregorius, Lampus, Lucius, Möbius, Möbus, Magnus, Montanus, Malkemus, Malkomesius, Mecum, Melior, Muskulus, Mylius, Pistor, Praetorius, Redenius, Vigelius, Victor, Vossius, Sartor, Sartorius, Scriba, Textor. Auf französischen Ursprung deuten die Namen: Berger, Bourgeois, Burkarde, Challier, Chambre, Collin, Clement, Dickors, Dehaie, Fayet, du Fay, Fourier, George, Gernand, Labroise, Laspeyres, Laval, Lemme, Le Claire, Ouvrier, de Rainville, Rotte, Tichy, Thieriot, Taschö, Thome, Werke. Vor einigen Jahren gab es auch noch: de Amour, Andre, Chantre, Coy, Faure, Fraycinet, Lebedöe, Mersier. Die Träger dieser Namen sind wohl meistens als Nachkommen refugierter Franzosen zu betrachten, von denen die wenigsten wohl aus den hessischen Kolonien in Offenbach, Hahn, Kelsterbach, Waldorf, Wembach, Rohrbach, Menburg stammen dürften. Die Namen mit der Genitivendung i wie: Adami, Georgi, Gregori, Martini, Petri, Philippi sind entstanden durch Weglassung von Sohn. Die Namen unserer israelitischen Mitbewohner haben wir ausgeschieden, da sie erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts willkürlich meist nach Tier-, Pflanzen- und Ortsnamen gewählt wurden. Die am alten Steinbacherweg ein Gartenhäuschen, um dort angeblich Obdach zu suchen. Er wurde von dem Eigentümer überrascht und verfolgt. Es gelang der Polizei, ihn festzunehmen und zu verhaften. ** Ruhestörung. Eine Anzahl junger Leute verübten in der Nacht vom 7. zum 8. Januar in der Dammstraße ruhe- törendcn Lärm. Sic konnten ermittelt und zur Anzeige gebracht werden. ftische Ursache gehabt habe. Dkcm glaube, daß der Fürst im Auftrage des Königs von Italien die Reise zu dem Zwecke unternommen har, eine Verständigung zwischen Rußland und Italien über Tripolis herbeizuführen. Um dieses Abkommen zu bestätigen, werde König Viktor Emanuel im April d. I. Petersburg besuchen und der Zar diesen Besuch später in Rom erwidern. Cherburg, 9. Jan. Die Kosten für den im Bau begriffenen Panzerkreuzer Henri IV. belaufen sich auf 20 310 179 Frcs. Der Kreuzer soll bereits Ende dieses Jahres in den aktiven Dienst gestellt werden. Madrid, 9. Jan. Der in einen anderen Wirkungskreis versetzte Zivilgouverneur von Zaragoza, der früher gelegentlich der antiklerikalen Wirren auf feiten des Volkes stand, wurde heute mit begeisterten Rufen von den Volks- .massen verabschiedet. Beim Verlassen des Bahnhofs brach die Menge in antiklerikale Ruse aus, erbrach die Thore des Jesuitenklosters und bedrohte die Jnsasssen des letzteren. Die Lage war höchst kritisch, als Truppen die Jesuiten befreiten. Jetzt ist die Besatzung in den Kasernen konsigniert. Die Aufregung dauert fort. Rom, 9. Jan. Der Kuriosität halber fei mitgeteilt, daß der „Mattino" von Neapel das Gerücht verzeichnet, eine Exp edition nach Tripolis in der Höhe von ■ 20 000 Mann werde vorbereitet und werde von Neapel und Brindisi aus erfolgen; Kommandant sei General Mirri und Landungsboote werden im Arsenal zu Venedig hergestellt. B u d a p e st, 9. Jan. Aussehen erregt die heute durch die Kurie erfolgte Annullierung des Reichstagsmandats des liberalen Abg..Grafen Dominik Teleki wegen erwiesener Wablbcstechungen und die Uebergabe der bezüglichen Arten an das Strafgericht. Dem Grafen wurde überdies das aktive und passive Wahlrecht für sechs Monate abgesprochen. Newyork, 9. Jan. Ein Privattelegramm aus Ma-! nagua meldet, in Bogota fei eine Revolution ausgebrochen. Präsident Marroquin sei gefangen genommen. Buenos-Ayres, 9. Jon. Gerüchtweise verlautet, in Paraguay fei eine Revolution ausgebrochen. Präsident Aceval sei von den Aufrührern gefangen. Valparaiso, 8. Jan. Der letzte argentinische chilenische Zwischenfall ist beigelegt. Das am 25. Dezember unterzeichnete Protokoll bleibt unverändert bestehen. Die argentinische Regierung hat auf ihre Ansprüche bezüglich der Grenzregulierung und der Polizei in Ultima Esperanza verzichtet und die Erklärung Chiles, welche sich auf die Gebiete bezieht, in welchen vor 1898 keine Polizei- truppe stand, angenommen. Vermischtes. • Hamburg, 9. Jan. Ein hier in Haft befindlicher 13jähriger Knabe Salomon hat cingestanden, an dem feit, dem 22. Dezember verschwundenen 3jährigen Knaben Emil! Schauer am Hafen ein Sittlichkeitsverbrechen be» gangen zu haben. Der Kleine sei darauf in die Elbe gefallen. Man nimmt an, daß noch ein weiteres Geständnis über den Tod des Knaben nachfolgen wird. Alle Nachforschungen der Polizei nach der Leiche blieben erfolglos. * Heidelberg, 9. Jan. Im Hofe es Amtsgerichts zu Wiesloch erschoß heute Morgen der aus Dielheim stammende Wirt Thome seine Frau und verletzte sich selbst schwer. Er starb auf dem Transport zum Krankenhause. Der Wirt hatte seine Frau mißhandelt urid sich deshalb vor Gericht zu verantworten. * Paris, 9. Jan. Henri Vidal, der Mörder des Frl- Hirsbrunner hat, wie bereits kurz gemeldet, dem Untersuchungsrichter emgestanden, auch eine gewisse Antonie Van Brüsseler, in Tamares bei Toulon ermordet und ebenso einen Mord anfall auf eine gewisse Guinardt in Marse.tlc verübt zu haben. Nachdem letzterer mißlungen war, hatte er s.ch naa) Toulon begeben, wo er die Van Brusscien kennen lernte, mit ihr die Nacht verbrachte und sie bei einem Ausflug ant nächsten. Tkge nach_Lmn/o do. 3V,0/o Konsole . . 3% do. ... 3’/2o/n Hessen . . 3% Hessen . . . 4% Oesterr. Goldrente t ver. Cr * SrunH 1 be>n A*"* d°- ? ÄtanMftua n9enommen L JJiL 170000, ,b,c Ausgaben bai ® '»taftenben gebotene ' |al> 'hn nutet, ßo tm Slugenblii * bes Betete °d°ch «'» mehr, W und über- ® nie ej W&les W, R. Prinz Wwe. Wolf von hiu ^agen, walMd der Verwaltung - Schulverwalter heim versetzt und Samstag den 11. Januar. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heil. Beicht. Sonntag den 12. Januar. Ers cheinung des Herrn. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe. vor und in derselben Austeilung der hell. Kom- Morder Marti« freb der seine Geliebte wahrend einer uchtsszene erstochen hltte. Budapest, 11. Jan. 30 Studenten besuchten gestern ein deutsches 6 af e chantaut und forderten den Besitzer auf, die Vorstellungen einzustellen. Da dieser sich weigerte, entstand ein Streit. Doch gelang es der Polizei, die Ruhe wieder herzustellen. Ein ähnlicher Vorfall trug sich derart zu, daß 3 Studenten in die Wohnung einer Frau Seeburg drangen, bic Eleven für das deutsche Theater unterrichtet, und die Einstellung der Lehrkarfe von ihr forderten. Tie Frau hat Anzeige wegen Hausfriedens- bruchs erhoben. 'Algier, 10. Jan. In mehreren Gegenden herrscht außer- ordentlicher Schneefall. Unter dem Druck der Schneemaffew ind zahlreiche Häuser der Eingeborenen emgestürzt. Berlin, 10. Jan. Durch den Verlauf der gestrige« Beratung der Kommission über die geschäftliche Behcurd- lung der Z 0 l l t a r i f - V 0 r l a g e s ind dte Aussichten auf eine schnellere Erledigung der Vorlage Der», chlechtert worden- Heber den weiteren Arbeitsplan, der Kommission wurde eine Veretnvarung dahin getroffen^ daß die Beratungen täglich fortgesetzt würden mit der Maßgabe, in den späteren Wochen ieoen Montag unb Freitags die Sitzungen zu unterbrechen. — Die Eingabe des Han- dels-Vertrags-Vereins, zur Feststellung der Lage der L a n d w i r t s ch a f t c ine parlamentarische Enquete int öffentlichen kontradiktorischen Verfahren zu veranstalten, weist darauf hin, daß innerhalb der Landwirtschaft selbst,' und zwar namentlich in tleinbäuerlichen Kreisen aus Pommern, Oldenburg, Thüringen, dem südlichen Bayern usw- der schärfste Wwerstand gegen die agrarischen Zollforderungen sich geltend gemacht hat- Bremen, 10. Jan. Das Landgericht verurteilte den schwedischen Baron Helmuth von Wrangel wegen Zweikampfes mit dem hiesigen Kaufmann Gerd ess zu fünf Monaten Fe stun g. Gerdes, welcher Reserve-? Offizier ist, erhielt in kriegsgerichtlicher Verhandlung drei Monate Gefängnis. L 0 n d on , 10. Jan. Aus Pretoria wird gemeldet, daßs die Mehrzahl der Transvaal-Buren beschlossen habe, silch am 15. ds. zu unterwerfen. — Das Amtsblatt veröffentlicht einen Ausruf zur Anwerbung von 9600 Frei-, w i l l i g e n für Südafrika. — Der Schatzkanzler hielt gestern^ abend eine Rede, worin er erklärte, eine Vermehrung der Steuern werde wahrscheinlich notwendig werden.. — Lord Kitchener berichtet, daß die Bure n sich immer noctz großeQuantitätenMunitionausEuropaver> schaffen und verlangt größere Vorsichtsmaßregeln an der? üdafrikanischen Küste. Rom, 10. Jan. Die Rede des Grafen Bülow hat hier einen mächtigen Eindruck gemacht- Die Blätter lassen es nicht an schmeichelhaften Bemerkungen über die Persönlichkeit des Kanzlers fehlen, der in dem großes Stile seiner Rede nur gemildert durch feinen Humor ent die Zeiten Bismarcks erinnert- Die meisten Kommentars erregt der Schluß der Rede- Während die „Tribunal stolz erwidert: Auch wir haben Recht zu erklären, Italien- Hat nunmehr solche Macht erlangt, daß, wie es die Pflicht hat, seine Bündnisse aufrecht zu erhalten, es auch das! Recht besitzt, seine Freundschaften zu suchen, und zu schließen, weil chm weder diese noch jene gleichgiltig sein könne, bemerkt die „Fanfulla" schüchtern: In Sache^ der Frauen hat der weitherzige Zäsar nicht einmal gescherzt- Die Worte des Kanzlers gehen weit über die Wirkung des Lachens, die sie im Parlament erzielten^ hinaus- Wien, 10. Jan. Die Vermählung der Erzherzogin, Elisabeth mit dem Prinzen Otto Windischgrätzs findet bereits am 23. Januar in der Josefs-Kapelle in Wien statt. Budapest, 10. Januar. Zur Rede des Grafen Bülow läßt sich der Pester Lloyd folgendermaßen aus; Wenn der Reichskanzler bei aller Verherrlichung des Dreß- bundes erklärt, daß dieser für Deutschland keine absolute Notwendigkeit mehr sei, so treffe dies ja nicht zu, aber man merke die Absicht und werde dadurch nicht verstimmt. Das sei eine Verwarnung gegen die Versuche, den Dreibunds für die wirtschaftlichen Zwecke der Verbündeten auszunützen. Belgrad, 10. Jan. Die ungewöhnlich milde Witter-, ung hält ungeschwächt an. In einzelnen Landesteilen stehen die Ob st bäume in voller Blüte. Washington, 10. Jan. Nachdem der Kongreß den Antrag abgelehnt hat, welcher dem Präsidenten das Recht ein räum en sollte, in Sachen desJsthmus-Kanals allein zu entscheiden, wurde der Vorschlag betreffend den Bau des Nicaragua-Kanals mit 208 gegen 2 Stimmen angenommen. 9. „ — 3,00 c. olge einer großen drücke mußten die Station aussteigen egen. Die ganze auszubessern. Stadtverordneten von 42 bewilligt kochgas zu l W L, haben Stadtv. emgereicht, der im :eit gegenüber den Frage einer allge- e wünscht. — Auf rtells soll hier am in stattfinden, ttag beehrten bet iergius die Ausfuhr. - Die hier lutigen Frühstucks- n wohnender Fab- zkeitsoerbrechen chsenen Knaben aus wurde durch die Fabrikant war bei rußte die Elternju qeblich um mit chm ant begab sich nach 7 M Verhaftete hen Verbrechens zu von tklenö ist m „iedergebrannt. , ben M-rM Gießen, 9. Jan. Ein frecher Bettler von hier, der Leute, die ihm nichts geben wollten, beschimpfte und sogar Drohungc gegen sie ausstietz, wurde gestern vom Schöffengericht mit 4 Woch. Hast bestraft. ’ Frankfurt a. M., 9. Jan. Der 1856 ui Berlin geborene Zahntechniker Sigmsund» Gruttmann, der schon wegen allerlei Betrügereien und Hochstapeleien sowohl im Gefängnis wie im Zuchthause gesessen hat, wurde heute von der hiesigen Strafkammer wieder wegen Betrugs zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte sich auf die Annonce eines Kaufmanns, in der dieser Geld suchte, gemeldet, fich ihm als Arzt vorgestellt und ihm für 10 000 Mk. Accepte abgeschwindelt, auf dte er ihm Geld verschaffen wolle. Geld erhielt der Kaufmann zwar keins, aber die in Umlauf gefetzten Wechsel wurden chm pünktlich präsentiert. Auch in Wiesbaden hat der Hochstapler einen Betrug zum Nachteil eines dortigen Hoteliers verübt. .n H-k * * >"9 b“ "Mnsport M r-ftzL ei Ä Arbetterbewegung. Bad-Ranhcim, 8. Jan. 33 Arbeitern, die zum Tell schon 30 Jahre in der Boeing'schen Fabrik feuerfester Produkte hier be- fchästigt waren, wurde heute gekündigt. Handel und Uerkehr. Uolkswittschast. Konkurs der Kasseler Trebertrocknuvgsgesellschaf wird tn Ergänzung des gestrigen Berichts geschrieben: In de Gläubiger-Versammlung gab der Kmrkursverwalter eine Ueber-- sicht über den Stand der Konkursmasse. Daraus möge hervorge-- hoben werden, daß — nach völliger Rückzahlung des aufgenommenen Betrichsvorfckuffes — zur Zell rund 1250 000 Mk. Aktiv- Bestand bei Banken hinterlegt und gute Ausstände aus den noch laufenden Geschäftsbetrieben mit rund 760 000 Mk. vorhanden sind. Die Konkursmaffe der Aktiengesellschaft hat hiernach dermalen über etwa 2 Mill. Mk. Bestand zu verfügen. Hierzu werden noch die zur Zell im Einzelnen noch nicht feslzustellenden, aus den 5lonkurs°- massen betr. das Vermögen des flüchtigen Direktors der Treber- trocknung Adolf Schmidt und der in Untersuchungshaft befindlichen Auffichtsräte Hermann Sumpf, Arnold Sumpf, Otto, Richard Schlegel usw. demnächst zu erlangenden Beträge kommen. Jnwie- lveit aus den noch im Uebrigen in Verhandlung befindlichen umsangreichen und schwierigen Abwickelungen mll Banken, Tochter- gesälschaften nnb ausländischen früheren Geschäftsvertretern sich noch Vorteile für die Maffe ergeben werden, läßt sich zurzeit noch nicht sagen. Aus den erwähnten Mitteln müssen etwa 750 000 Mk. berechttgte Forderungen — insoweit solche sich nicht infolge Be- strellung erledigen — zur Befriedigung kommen und entfällt der Rest auf ca. 180 Mill. Mk. Forderungen im Uebrigen. Mannheim, 9. Jan. In der hiesigen Börse fand heute eine Versammlung der süddeutsch en Kleinhändler statt. Die Verhandlungen betrafen Meinungsverschiedenheiten, die sich zwischen den Händlern und Mühlen inbezug auf die Berechnung des Bruttogewichtes (mit oder ohne Sack) gebildet hatten. Die Harrdler waren sich vollkommen einig, auf ersterer Forderung (Berechnuitg incL Sack) bestehen au müssen. Ein endailtiger Beschluß konnte jedoch nicht zu Stanoe kommen, da sich einige pfälzische Mühlen den Forderungen der Händler widersetzten. Die Viktoria hat ihren Geschäftsbetvieb wiederum durch Aufnahme einer Branche erweitert: „der Haftpflicht- Versicherung in allen Kombinationen". Neben den bisher schon üblichen Formen bietet sie die lebenslängliche Haftpflichtversicherung aegen Wochenprämien die höchstens drei Jahre zu zahlen sind. Jedem wird es dadurch leicht gemacht sich gegen die Folgen der Haftpflicht zu decken, die durch das neue Bürgerliche Gesetzbuch erheblich für jedermann erhöht ist. In der Lebensversicherung hat die Viktoria die Versicherungs-Bedingungen auf ganz wenige, kurze und sofort verständliche Paragraphen verkürzt. Sie nennt diese Polize Weltpolize, weil sie ohne Einschränkung auf der ganzen Welt, auch in den Tropen, ihre Giltigkeit behält- Schon nach einjährigem Bestehen ist diese Polize unanfechtbar- Diese Polize bedeutet für das deutsche Lebens-Ver- ficheruugs-Wesen einen eminenten Fortschritt, der um so machhaltiger wirken wird, als er von einer so potenten Ge- -fellschaft auSgeht, wie es die Viktoria ist. Ltmbnrg a. d. L., 8. Jan. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 14X13—00.00 Mk., Weißer ^Weizen 00.00—00.00 Mk., Korn 10.22—00.00 Mk., Gerste 9.11 bis 0.00 Mk., Hafer 7.65—0.00 Mk., Erbseir 00.00—00.00 Mk., Kartoffeln 0.00-0.00 Mk. Höchste Temperatur am Nieorigste u „ munion. , , 8 Uhr,: Die zweite hell. Messe. , „ 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21/z Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag, den 11. Januar 1902. Vorabend: 4S0 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr. Schrifterttäruug Sabbathausgang: 526 Uhr. Wöchentliche Uelmficht der Todesfälle in der Stadt Gieße«. 52. Woche. Vom 22. bis 28. Dezember 1901. Sterblichkeitsziffer: 18,06, nach Abzug von 4 Ortsfremden lO,O4n/oo. ^Einwohnerzahl: angenommen zu 25 900 (inkl. 1600 Mann Militär). Kinder vom 2.—15. Jahr 1 in den Wald lockte und sie dort niederstach. Der Grund der That war in allen Fällen die Beraubung der Opfer. Die Van Brusselen hatte aber nur einen Ring bei sich, den der Mörder sofort versetzte- Er versuchte auch, die Wohnung seüies Opfers in Toulon auszuräumen, fand sie aber verschlossen, und konnte nichts ausrichten- Bezüglich der Hirsbrunner gestand Vidal, er sei an dem betreffenden Tage mehreren Frauen gefolgt, mit der Absicht, sie auszurauben. Auf dem Bahnhof Hube er die ihm völlig unbekannte H- gesehen, die allein in den Zug nach Monte Carlo stieg- Er verübte im Tunnel die Mord- that, warf den Leichnam auf die Schienen und sprang selbst aus dem Zuge, als dieser bei einer Krümmung seine Fahrt verlangsamte. Außer 20 Fr. raubte er seinem Opfer Uhr und Kette- Die Untersuchung ist weiter damit be- jchäftigt, festzustellen, ob Vidal auch die früheren in derselben Gegend an Frauen begangenen und noch nicht ausgeklärten Verbrechen auf dem Gewissen hat-__________ Meratur, Wissenschaft und Kunst. Guy de Maupassant, Gesammelte Werke, frei übertragen von Georg Frhr. v. Ompteda. 20Bände ä 2 Mark oder 80 Lieferungen ä 50 Pfg. Verlag von F. Fontane & Co. Berlin W. 33. Es liegen jetzt die ersten fünf Bände der zwecken Serie dieser des öfteren gewürdigten Gesamtausgabe Maupassants vor. Sie bringen zunächst in drei Bänoen Die großen Romane des ftanzösischen Meisters „Stark wie das Leben" und „Hans und Peter". Die Bände 4 und 5 bringen Novellen und eine Fülle satirischer und überwiegend heiterer kurzer Erzählungen. In der vorzüglichen Ueberfetzung Omptedas läßt man sich immer aufs neue fesseln von der geistvollen und unerschöpflichen Kunst Maupassants. — In 5 Bänden soll das Unternehmen abgeschlossen sein und schon jetzt, nachdem die stattliche Reihe von 15 Bänden vollendet ist, bart gern anerkannt werden, daß die Uebertragung ins Deutsche aufs beste gelöst worden. Nach einer Meldung aus Petersburg hat der russische Maler Piasetz ki, der das russis ch e Kaiser- paar auf seiner letzten Reise nach Frankreich begleitet hatte, dem Zaarenpaar die Gemälde vorgelegt, welche den Empfang des Zaren und der Zarin in Dünkirchen, Compiegne, Reims und bei der Truppenschau in Betheny dar- stellen- Der Zar sprach dem Künstler seine Zuftiedenheit über die Gemälde aus- Letztere werden demnächst in Rußland ausgestellt- Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im 1. Lebensiahr: Lungentuberkulose 1 —* —— Knochentuberkulose 1 (1) 1 (1) —1 Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) — Herzentzündung 1 1 — Neublldung 1 1 — Gehirnentzündung 1 (1) 1 (1) — Altersschwäche 1 1 — im Wochenbett 1 1 — Blasenkatarrh 1 (1) 1 (1) — Summa: " 9 (4f ' S (4) — Meßen T JRt ließen MllMche ü GM G M >111811 Cw WVwJ8e Rickftih-17 Cassel. wosrmafe F» Lsl^zssw L Co. Cassel. 396 Erstes und größtes Sortimentsgeschäft am Platze! MT Auf sämtliche Artikel unseres gesamten Warenlagers geben wir bis innf weiteres IO We WW ns tit bisherigen greife itrtaf« wir ji md unter KlikasWisei: Uns : ■ smei i- und Kinder ■Konfektion Hüte, garniert a. angarniert, sämtl. Pelzwaren Einen großen Posten Teppiche, prima fiunliföf, Bettvorlagen, Gardinen, Tischdecken. Einen grossen Posten Kleiderstoffe. Bstauutmachung. ÄSetr.: Die Ausführung der Verordnung betr. das Gewerbe der Gesindevermieter und Stellenvermitüer. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die pxm der Gesindevernneterm HeßLer dahier beanspruchte »Gebühr beträgt: 1* für Vermittelung eines Dienstboten au eine Herrschaft m Gießen ...... Mk. 5.— 2. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts . . . Mk. 5.— -wovon der Dienstbote jeweils ML 2— zu entrichten hat. Gbeß-en, am 9. Januar 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Aj«eiik Men-AOlt, Stuttgart I Versicherungs-Gesellschaft auf volle Gegenseitigkeit für I Lebens-, Nenteu- und Kapital- (Aussteuer-, Militär- 8 dienst- und Alters-) Versicherung. Gegründet 1833. — Unter Kgl. Württemberg. Staatsaufsicht. Mer Hewiu« kommt arwschließc. de« Mitglieder« d. Ar statt zu gut. Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß wir die seich er von Herrn Eberh. Metzger innegehabte Haupt-Agentur an Herrn Albert Wallenfels, Kaufmann, Marktplatz 17 in Hieße«, übertragen haben. Die Geueral-Ageutur: Darmstadt, 10. Januar 1902. August Berbenleh. Auf Vorstehendes hofl. bezugnehmend, enrpfchle ich mich zum Abschluß von angeführten Versicherungen. Die Anstalt bietet bei längft bewahrter und anerkannter Solidität jedem bei ihr Beteiligten bedeutende Vorteile. Zur Abgabe von Prospekten re., sowie zur Erteilung jeder gewünschten Auskunft bin ich gern bereit. Gießen, 10. Juruar 1902. 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