Zweites Blatt. 15L. Jahrgang Donnerstag 9. Oktober 1003 «81 ^•Beschaff Nr. SS? •rf^etwi t«gNch außer Sonntags. Dem Gtetzener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem KeMcheu Landwirt die «teyener Familien. Witter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh lachen Unteerf^-Buch- ru Stein- hruckerei (Pietsch Lrben) Redaktion, (trpebitten und Druckerei: Schnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. tzsernsprechanschluß Nr. bl. GietzenerAmeigerW ** General-Anzeiger v ** sskä. V totbenpollt u. allgen^ Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MDZ ** " zetgenteu: Han- Berk, nach ihrem Absteige-Quartier in der Prinz Mbrechistraße sich begeben, wo der Empfangs-Ausschuß zur feierlichen Begrüßung sie erwartet. Tie Versammlung in der Philharmonie erfährt keine Aenderung. Dagegen wird das Fest des BurenhilfsbunLes bereits am Abend des Ankunfttages stattfinden. Das frühstück des Alldeutschen Verbandes ist auf Samstagvormittag im Kaiser Hof festgesetzt. Freitage Nachmittag gedenken die Generale einer Einladung des IrauenhilsskomiteeS zum Kaffee zu folgen. Am Schluß der großen Versammlung in der Philharmonie werden den Generalen durch junge Dttidchen Lorbeerkränze überreicht werden. In Brüssel empfingen die Burengenerale am Dienstagabend eine Llbovdrmng der belgischen Presse und unterhielten sich längere Zeit mit den Mitgliedern derselben. Tie Gaben für das Burenhilfskomitee laufen reichlich ein. Tas Komitee hielt unter Anwesenheit der Generale eine Sitzung ab, um über Mittel und Wege zur Sammlung von Hilfsgeldern zu beraten. Wahrscheinlich wird seitens des Komitees bei den zuständigen Behörden die Erlaubnis nachgesucht werden, im Lande eine öffentliche Kollekte abhalten zu dürfen. Am Montag werden die Generale sich nach Paris begeben und dort wichtige Besuche machen, welche, wie es heißt, in politischen Kreisen Aufsehen erregen werden. Nach Beendigung der Reise in Deutschland kehren zwei der Generale nach Frankreich zurück, um dort eine Reihe von Vorträgen zu halten. Am 26. treffen sie in Nantes ein, um der Einweihung des Denkmals für den BurenLämPfer Oberst Villebois beizuwohnen. Die Burengenerale beabsichtigen alsdann, nach den Vereinigten Staaten zu reifen, wo sie den Abschluß der in der Schwebe befindlichen Verhandlungen herbeiführen wollen. Als am Mittwoch die Burengenerale Tr. Leyds in seiner Wohnung besuchten, trafen sie dort Constantin Me u- nieur, den großen belgischen Bildhauer und Maler, der gerade gekommen war, um durch Vermittelung Leyds die Generale zu ersuchen, ihm eine Porträtsitzung zu gewähren. Tie Generale erklärten aber, daß sie prinzipiell weder Künstler noch Photographen posieren wollten. Ten Generalen wurde am Mittwochnachmittag in Gent ein enthusiastischer Empfang zu teil. In französischen Negierungskreisen wird versichert, man werde dort den Sammlungen der Burengenerale keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Man vertraut ihrem Takt, daß sie alles unterlassen, was den englischen Botschafter zu Vorstellungen veranlassen könnte. Wie verlautet, werden die Generale auch vom Präsidenten Loubet und dem Vorsitzenden des Gemeinüerats empfangen werden. Tie von den Buren in Brüssel veranstaltete Kollekte hat nur den Betrag von 5000 Francs ergeben. Die belgischen Blätter fordern deshalb die Brüsseler Bevölkerung auf, etwas tiefer in die Taschen zu greifen. Das Komitee der in Belgien lebenden Holländer spendete gleichfalls 5000 Francs. Volitische Tagesschau. Der Fall Siam. Eine Einwirkung des soeben abgeschlossenen französisch-siamesischen Vertrages auf die deutschen Interessen in jenem hinterindischen Königreich ist nicht zu erwarten, weil Deutschland dort keinerlei politische Interessen verfolgt. Vom Standpunkte seiner wirtschaftlichen Bethätigung aber kann es den ziemlich weitgehenden Konzessionen, welche den Franzosen vertragsgemäß eingeräumt find, mit größerem Gleichmut gegenüberstehen, als wenn es sich um England handelte. Ueberall in fremden Landen und besonders auch in Siam sind Deutsche und Franzosen besser miteinander ausgekommen, als Deutsche und Briten. Daß England den gelungenen Schachzug Frankreichs ohne weiteres hinnehmen wird, ist unwahrscheinlich. Allenfalls die Rücksicht auf den japanischen Bundesgenossen könnte es zurückhalten. Japan wünscht nämlich nicht, daß das ihm durch Rasse und Tradition nahestehende Siam drangsaliert werde. Doch es erscheint, abgesehen davon, daß zarte Rücksicht niemals die Schwäche englischer Staatsmänner war, der Vertrag Frankreichs mit Siam in der That geeignet, dem Prestige Englands in Hinterindien Abbruch zu thun. Das wird man in London nicht hingehen lassen. Der franz, regierungsfreundliche T.-putirte Teloncle zeigte dem Minister des Aeußeren cm, daß er ihn über das französisch-siamesische Uebereinkommen interpellieren werde. Tie Interpellation dürfte gelegentlich der Tebatte über die Genehmigung des Vertrages erörtert werden. Der „Temps" erklärt, durch den Vertrag werde alles beseitigt, was das Verhältnis zwischen Frankreich und Siam feindselig gestalte. Frankreich werde in Zukunft Siam gegenüber eine Politik des Einvernehmens bethätigen können. Die nationalistische „Liberts" veröffentlicht eine Unterredung mit einem Kenner der siamesischen Verhältnisse, wonach dieser erklärte, die beiden Franlreich zugestandenen Provinzen seien arm und fast vollständig öde. Gegenüber dem Vertrag von 1893 bedeute das neue Uebereinkommen einen Rückschritt. Philippinische Greuel. Tie amerikanische „Anti-Jinperialisten-Liga", zu deren Häuptern Karl Schurz gehört, legt von Zeit zu Zerr immer neues Teweismateriac dafür vor, daß die am e r ika nisch e Armee auf den Philippinen sich schändliche Verbrechen habe zu Schulden kommen lassen. In einem Schreiben an den Präsidenten Roosevelt erbietet sich die Liga, b.e Beweise für die Folterung eines Paters Augnpin durch amerikanische Soldaten unter Mitwi^rniig eines Sergeanten und in Gegenwart des kommanrirrenden O f s i z i e rs, und des Arztes des Mili- tärpoftens zu erbringen. Der Zweck der „Wasserkur, nach deren dreimaliger Anwendung das Opfer starb, soll gewesen sein, dem Pater die Angabe über den Verbleib von Geldern abzupressen. An das Publikum ist eine ausführliche Darlegung der Lage auf den Philippinen gerichtet. Tie Liga stellt darin unter Beibringung amtlichen Beweismaterials die Behauptung auf, daß die Offiziere und Soldaten von Anfang an barbarisch gewirtschaftet und unzählige Verbrechen begangen hätten, daß aber der Kriegsmini st er Root jegliche Untersuchung einzelner Fälle gefiissentlich hintertreibe. Die Wahrheit müsse ans Licht gebracht werden, was aber nicht möglich sei, solange der Präsident die Ber- tuschungspolitik des Kriegsministers dulde. Tie Anklagen sind Punkt für Punkt dokumentarisch belegt und der Appell ist höchst sachlich und ernst gehalten, wie das von den Führern der Liga, welche alle hochangesehene Leute sind, nicht anders zu erwarten ist. Nichtsdestoweniger schweigt sich die Presse mit wenigen Ausnahmen darüber auS. Deutsches Keich. B e r l i n, 8. Ott. Aus (Sabinen wird gemeldet: Heute früh besichtigte der Kaiser die Gutswirtschaft, um 10 Uhr wurde die neue Schule in seiner Gegenwart eingeweiht. Sodann besichtigte der Kaiser eingehend die Ziegelei. — Der „N. A. Ztg." zufolge giebt die „Libre Parole" nach dem Madrider „Heraldo" den Inhalt eines Bei- leidstelegrammes wieder, das der Kaiser an die Witwe Zolas gerichtet haben soll. Eine solche Depesche existiere nicht; es gehöre ein ungewöhnliches Maß von Dreistigkeit dazu, um eine scheinbare genaue Inhaltsangabe einer überhaupt nicht ergangenen kaiserlichen Kundgebung schlankweg zu erfinben. — Ter „Lotalanzeiger" meldet heute abend, daß bet erste Botschaftssekretär der hiesigen amerikanischen Botschaft Jackson in Kürze Berlin verlasse, da er zugleich mit dem Botschafter White aus seinem Amte scheide; er sei für die Gesandtschaft im Haag in Aussicht genommen. Hierzu erfahren mir, daß Mr. Jackson allerdings die Absicht hatte, gleichzeitig mit Mr. White Berlin zu verlassen. Er wird aber noch bis zum Frühjahr hier bleiben, um nicht den Anschein zu erwecken, als ob er eine Animosität gegen den neuen Botschafter habe. Mr. Jackson wird atebann einen Gescuidtschiaftsposten erhalten, welchen, steht aber noch nicht fest. Hamburg, 8. Okd Wie ber „H. Korr." aus unanfechtbarer Quelle erfährt, hat Reichskanzler Graf Bülow neuerdings wiederholt der .Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß sowohl die Erhöhung der Minimalzölle auf Getreide, wie die Erweiterung des Minimaltarifes auf Bieh ein Ding der Unmöglichkeit sei. Halle a. S., 8. Ott. Beim gestrigen Empfange der Vertreter ber hiesigen städtischen Behörden, welche eine Eingabe wegen Fleischnot überreichten, gab ber Lan d- wirtschaftsminister von neuem seiner Meinung dahin Ausdruck, daß die Fleischpreise bald von selbst auf den normalen Stand zurückgehen würden. Für Maßnahmen der Staatsregierung würden die Ergebnisse ber eingeleiteten Enquete bestimmend sein. Heer unb Flotte. Zu ber Begnadigung des Leutnants Thieme, der den Apotheker Held in Jena im Duell erschossen, wird neuerdings gemeldet, daß Thieme zum 1. Bataillon des Thür. Infanterie-Regiments 9cr. 94 versetzt worden ist, und bei der 2. Kompagnie seinen Dienst angetreten hat. Tas Urteil gegen Thieme lautete auf zwei Jahre zwei Monate Festung, nicht auf 2y4 Jahre, wie viele Zeitungen berichteten. Tie Verhandlung des Kriegsgerichts, in welcher Thieme verurteilt wurde, fand am 12. Januar d. I. statt, die Begnadigung soll bereits Anfang September (anläßlich der Sedanfeier) erfolgt sein. Somit hätte Thieme nicht ganz acht Monate ber ihm auferlegten Strafe verbüßt. Ausland. , London, 8. Okt- Ten Abendblättern wird aus Tceto* York telegraphiert, Mitchell lehnte den Vorschlag deS Präsidenten Roosevelt mit der Begründung ab, daß er keine ausreichende Bürgschaft biete. Liverpool, 8. Okt. John K e n s i t, der Führer der antiritualistischen Bewegung, ist in der anglikanischen Kirche gestorben. Haag, 8. Okt- In hiesigen unterrichteten Kreisen ist nichts davon bekannt, daß der deutsche Kaiser ber Königin Wilhelmina gelegentlich seiner Reise nach England einen Besuch abstatten werde. Kopenhagen, 8. Okt- Ter Minister des Auswärtigen Teuntzer brachte heute im Landsthina eine Vorlage betreffend Abtretung der dänisch-westindischen Inseln an die Vereinigten Staaten ein und empfahl schleunige Erledigung der Angelegenheit. Ter Präsident setzte die erste Lesung der Vorlage auf den 15., die zweite auf den 22. d- M. fest. Wien, 8. Okt- Ter Reichs rat ist auf den 16. Okt. einberufen. — Wie die „N. Fr. Pr." von informierter Seite erfährt, entsprechen die Gerüchte von dem unmittelbar bevorstehenden Rücktritt des deutschen Botschafters Fürsten Eulenburg nicht den Thatsachen. Budapest, 8. Okt- Tie heutige Eröffnung der neuen Session des Abgeordnetenhauses gestaltete sich äußerst tumultuarisch, sodaß ber Präsident wiederholt mit ber Suspension der Sitzung drohen mußte. Der Abgeordnete der Unabhängigkeitspartei, Barabas,. 3>ie heutige Kummer umsaßt 8 Seiten. Kie Audieu- der Auren-Keuerale öeim Kaiser. Gestern nachmittag ging uns folgendes Telegramm tmS Be rlin zu, daS wir sofort durch Aushang bekannt gaben: Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In einer Reihe von Blättern wurde behauptet, daß die Audienz der Burengenerale bei S. M. dem Kaiser nunmehr endgültig fest- stehe. Demgegenüber sind wir in der Lage, folgendes mit- zuteilen: Nachdem eS zur Kenntnis Se. Maj. gelangt war, daß die Führer der ehemaligen Burenarmee, Botha, Dewet und Telarey nach. Berlin kommen würden, erging am 18. September der Allerhöchste Befehl, die Generale dahin zu verständigen, Se Majestät sei bereit, sie zu empfangen, vorausgesetzt, daß sie sich, in Deutschland von jeder antienglischen Opposition sernhalten und bei Sr. Majestät durch die Vermittelung des englischen Botschafters sich melden lassen würden. Hierauf erklärte General Dewet für sich und seine Kameraden, daß sie mit den Bedingungen, unter denen ein Empfang bei Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser ftattfinben könnte, einverstanden wären. Nach einer am 6. Oktober aus dem Haag eingegangenen amtlichen Meldung sind die G e n e - rate jedoch inzwischen anderen Sinnes geworden. Sie erhoben jetzt Bedenken dagegen, eine Audienz nachf- zusuchen, erwarten vielmehr eine Berufung durch Se. Majestät dem Kaiser. Demnach ist die Angelegenheit in negativem Sinne entschieden und erledigt." Diese hochofsiziöse Mitteilung bringt Licht in eine Angelegenheit, die durch Meldungen und Gegenmeldungen mehr oder weniger sensationeller Art allmählich geradezu mysteriös geworden war. Wurde doch noch in den letzten Tagen verbreitet, die kaiserliche Einwilligung zum Empfang sei noch nicht ergangen, während jetzt feststeht, daß bereits am 18. September die Generale von der Bereitwilligkeit, sie zu empfangen, in Kenntnis gesetzt wurden. Noch interessanter ist, daß unmittelbar an diese Einladung dieBedingung geknüpft worden ist: Vermeidung jeder antienglischen Agitation und Einführung durch den englischen Botschafter. Man wird sich erinnern, welche lärmende und umgeziemende Sprache die englische Presse führte, als die Nachricht von der Audienz in die Öffentlichkeit gelangte. Londoner Blätter, wie „Standard" und „Times", verstiegen sich zu kategorischen Forderungen, die Audienz müsse, bei der Möglichkeit der Auffassung einer antibritischen Demonstration, unterbleiben, mindestens aber unter Vermittlung des englischen Botschafters vor sich gehen. TaS sei auch, der Standpunkt ber englischen Regierung. Mit diesem heftigen Gerede hat also die englische Presse offene Thür en eingestvßen. Ter Kaiser selbst machte Bedingungen für die Audienz, die den englischen Interessen vollauf gerecht wurden. Noch mehr: es war geradezu ein Akt des Wohlwollens und der Freundlichkeit England gegenüber, daß der Kaiser den Empfang der Burengenerale herbeizuführen gedachte, denn dadurch wurde ja jede anti- englische Agitation beim Berliner Besuch der Burengenerale auf die einfachste Weise verhindert. Daß die Audienz nun unterbleibt, weil die Burengenerale, „inzwischen anderen Sinnes geworden", wie die offiziöse Erklärung sich ausdrückt, eine Berufung durch den Kaiser erwarten, mithin eine Einführung durch den englischen Botschafter ablehnen — das ist' für die Engländer unzweifelhaft ein Nachteil. Denn jetzt besteht allerdings die Gefahr für England nicht sympathischster Kundgebungen insofern, als die Burengenerale fich vermutlich nicht das Maß von Zurückhaltung auferlegen werden, wie sie nach einem Empfang beim Kaiser verpflichtet waren. Am 16. Oktober nachmittags treffen bie Burenführer, unter Abänderung des ursprünglichen Termins, in Berlin ein. Eine Fahrt durch die Stadt ist vorgesehen, feierliche Begrüßung durch den Empfangsausschuß, große Versammlung in ber Philharmonie, die bereits vollständig ausverkauft ist, Frühstück des Alldeutschen Verbandes — kurzum, die Burenführer erhalten vielfach Gelegenheit, sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß hierbei all die Sympathieen, die inan während des südafrikanischen Krieges den tapferen Kämpfern um die Unabhängigieit entgegenbrachte, in elementarer Weise zum Ausdruck gelangen. Ten Behörden wird da eine außerordentlich schwierige Aufgabe gestellt. Vian kann einerseits verstehen, daß unsere Regierung eine h.rausfordernde Kränkung Englands unter allen llmstän- d'n fernhalten will; auf der anderen Seite aber verlangt eine sehr populäre Stimmung auch, ihr Recht. In England sind die Burenführer gefeiert worden, und warum sollten sie in Teutschlanb nicht gefeiert werden? Von den Personen, welche die Vorbereitungen für den Besuch getroffen haben, ist anzunehmen, daß sie sich, der Verantwortlichkeit ihrer Aufgabe bewußt find. Und nur an die von dieser, gewissermaßen offiziellen Seite kommenden Veranstaltungen unb Aeußerungen wirb man.sich in England halten tonnen. Tie Burengenerale sind für sich selbst verantwortlich. Ter Don, den das Publikum anschlägt, entzieht sich der Einwirkung. Es würde leicht das Gegenteil des Gewollten Hervorrufen, würde man etwa um eine Dämpfung dieses Tones sich bemühen. Tas genaue Programm des Berliner Aufenthaltes lautet: Tie Burengenerale werden nach, ihrer Ankunft sofort *•<>■ >» uw. ^-«iMScbMbu^ 'jMtaMat il-Nillth leichten d. u. einen A 14 Pimpfen. I “ Sie sich eine I fOr 85 Mg. In der I Apotheke und Sie 8 Hw Behauptung' B ^fertigt Enden. I urzgeschuitteucs fallhoh per Ltr. 1,80 U ig oon 3 Str. an tu luefett lgwnt grbieuimii|, •rg Bchabeek», ■Tw?1? eou , ,n , ,u . ,ii uScimbti tingeirchn. < M/tAÜoMochttll. 5-25M. je nachGrö b^örbe u6erbau.tx.-o lechicrci m V& 1 jü find dcher anri: arm Haberhai Mo 'MJnh. M M erFom ans prim mit Lchleifleisttü n Fertige Dctltto i Mnd Mem M L Mart und M Kiss" [ L^'Aark uni W ' Garantie «c Trw 6 0,1 Frauen dazu nehmen, dann vorenthalten. Beifall.) Der Referent. Es soll man ihnen auch daS Stimmrecht nicht Es ist nur eine Frage der Zeit! (Lebhafter national-soziale Herr v. Gerl ach ist zweiter folgt dann noch eine kurze Diskussion, in der das Eintreten der Frauen für die Sozialde- den der Frauenbewegung in die Parlamente zu verhelfen. Im Uebrigen könnten sie es mit der Politik halten, wie sie wollen. Frau Minna Cauer schließt die Sitzung nach der ironischen Bemerkung, in Frankfurt scheine schon x/, 11 Uhr eine sehr „vorgerückte Stunde" zu sein. AI. Wiesbaden, 7. Okt. Dem Bund deutscher Frauenvereine wurde am Dienstag ein Geschenk von 300 Mk. von ungenannten Freunden überwiesen. Bei der Diskussion der Dienstbotenfrage nahm die Generalversammlung, wie noch nachzutragen ist, die Resolution an, dahm zu wirken, daß den Dienstboten durch gesetzliche Bestimmung jede Woche ein freier Nachmittag und alle 14 Tage eir halber freier Sonntag zugestanden würde. Frau Fürth mokratie empsiehlt, worauf Herr v. Gerl ach im Schlußwort betont, es dürfe den Frauen nur darauf ankommen, Freun- Aus Stadt und Land. Gießen, 9. Oktober 1902. - Die Landtagswahlen rücken immer näher; nur noch drei Wochen trennen unS von der am Mittwoch, den 29. Oktober, stattfindenden Wahlmännerwahl. Stimmberechtigt für diese sind alle hessischen Staatsangehörigen, welche das 25. Lebensjahr zurückgelegt haben und seit dem 1. April dieses Jahres Steuern bezahlen. Die Zahl der zur Wahl des Abgeordneten aufzustellenden Wahlmänner ist in der hessischen Verfassung bestimmt; für je 500 Einwohner ist ein Wahlmann vorgesehen. Ihre Zahl bestimmt das Kreisamt auf Grund der letzten Volkszählung; bei der diesmaligen Wahl beläuft sie sich auf 101. Diejenigen Urwähler, welche dem Gesetz nach als Wahlmänner aufgestellt werden können, sind in der Wählerliste mit einem Sternchen gekennzeichnet. Bei der Wahlmännerwahl entscheidet die einfache Stimmenmehrheit. Am 8. November haben dieWahl- männer den Abgeordneten zu wählen. Die Wählerlisten mit den Namen aller Stimmberechtigten werden von Montag, den 13., bis Mittwoch, den 15. Oktober, zur Einsichtnahme auf der Bürgermeisterei außgelegt. Nachträgliche Eintragungen Wahlberechtigter müssen auf rechtzeitige Reklamationen hin erfolgen. — Aus Ob er-Ingelheim wird geschrieben: In einer gestern Abend in Ober-Ingelheim stattgehabten Besprechung von Wählern wurde beschlosien, den Rechtsanwalt Claß -Mainz als Kandidaten für den Wahlkreis Ingelheim-Finthen auf- zustellen. DaS Mandat soll dem Genannten zunächst ange- boten werden. Dabei ist nicht an eine Parteikandidatur gedacht, sondern man beabsichtigt, den Rechtsanwalt Claß als unabhängigen parteilosen Kandidaten aufzustellen. Zu den Landtagswahlen. Aus Grebenhain wird uns geschrieben: Heute fand hier eine Versammlung der Vertrauensmänner und Mitglieder deS Bundes der Landwirte statt, um zu den Landtagswahlen für den Wahlbezirk Herbstein-Ulrichstein Stellung zu nehmen. Ein Beamter des Bundes der Landwirte, O. Neureuther aus Offenbach, sowie der Gutsbesitzer Schade von Altenburg bei Alsfeld leiteten die Versammlung. Ein Resultat ergab die Versammlung nicht. Es kamen unter mehreren Kandidaten nur Bürgermeister Muth in Salz, früherer Landtags- abgeordnetcr, und Bürgernieister Schmalbach tn Crainfeld, seitheriger Abgeordneter, in Frage. Keiner von diesen beiden wollte jedoch zurücklreten, sodaß die Mitglieder des Bundes bei der Wahl selbst sich für den einen oder den anderen Kandidaten entscheiden muffen. recht stattsinden. Der darf unS nicht unvorbereitet finden. Wir fordern zunächst daS Kommunalwahlrecht. Schul- und Wohnungsinspektion warten nicht minder auf die Mitarbeit der Frau. Meine Damen! Haben wir nicht Frauen, die große Geschäfte leiten oder einen GutSbesitz rc.? Wenn die taugen und große Verpflichtungen auf sich • * Die Eröffnung deS Menagerie-Zirk^ Charles findet erst am SamStag Abend 81/, Uhr statt. * * Gegen die Ar beitslosigkeit. Im Laufe der nächsten Tage findet in Frankfurt a. M. eine Versammlung von Vertretern hessischer und preußischer Städte statt, um über die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit für Arbeitslose zu beraten. Tie Versammlung wurde einberufen, weit die Bedingungen, unter denen Arbeitslose beschäftigt worden waren, in verschiedenen Städten auch verschieden waren. Dies hat dazu geführt, daß in der Preffe und m Versammlungen gelegenttich die eine Stadt gegen die andere auSgespielt wurde, und daß diese vielfach berechtigten Erörterungen zur Verbreitung der Vorstellung gefühtt hätten, die Verwaltung einer Stadt übe geringere Fürsorge als die andere. In diesem Winter trete voraussichtlich die Notwendigkeit der ArbeitSlosenbeschäftigung aufs neue an die einzelnen Städte heran, und eS erscheine daher nützlich, wenn wenigstens die benachbarten Städte dieser Angelegenhell näher treten. Der Konferenz in Frankfurt werden auch die Vertreter Her Städte Darmstadt, Mainz, Wiesbaden, WormS, Hanau, Offenbach u. a. beiwohnen. Gießen wird nicht vertreten fein, da eS hier keine Arbeitslosen giebt. • * Darmstädter Pferdemarkt-Lotterie. Bei der gestern stattgehabten Darmstädter Pferdemarkt-Lotterie fielen drei Hauptgewinne, und zwar der 4., 9. und 16., in die Kollekte von Richard Buch acker hier. n. Schotten, 8. Okt. Nachdem bereits am 7. Sept, dem Kriegerverein in Rainrod zur Feier seines 25- jährigen Bestehens eine Fahnenschleife überreicht worden war, wurde nun anch dem Kriegerverein Ulfa, der ebenfalls zu dem Bezirk „Vogelsberg" gehört, von dem Kaiser eine Schleife verliehen, die nächsten Sonntag den 12. Oktober durch den Kreisrat Geh. Reg.-Rat Schönfeld von hier überreicht werden soll. — Nieder-Ofleiden, 8. Sept. Die wirtschaftliche Frauenschule und somit auch die Kleinkinderschnle hier haben, nachdem ihre Begründerin, die Frau von Schenk verstorben ist, mit dem 1. d. M. ihr Bestehen aufgegeben. Die Wiedereröffnung, die zum Frühjahr nächsten Jahres vermutet wird, ist wohl noch sehr in Frage gestellt. Darmstadt, 8. Okt. Der Großherzog genehmigte, daß das mechano-therapeutische Institut des Dr. Lossen den Namen „Ernst Ludwigs-Heilanstalt" führe. Mainz, 8. Okt. Auf dem am Sonntag, 12. Oktober, stattsindenden hessischen Katholikentag werden sprechen Reichs- und Landtagsabgeordneter Amtsgerichtsrat de Witt aus Köln über „die Wirksamkeit deS Zentrums im Interesse des Volkes", Profeffor und Gymnasiallehrer Jak. May auS Bensheim über „die Bedeutung deS katholischen Studienvereins" und Reichstags- und Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Dr. Schmitt aus Mainz über „die Thätigkeit bet hessischen Zentrumsfraktion und die bevorstehenden Landtagswahlen". — Ein Eisenbahn-Zusammenstoß ereignete sich gestern abend gegen 11 Uhr auf dem Bahnhofe in Kastel, indem eine Lokomotive gegen eine Kette Personenwagen, welche umrangiert werden sollten, ftiefe. Zwei Wagen wurden hierdurch auS dem Geleffe gehoben und einem derselben die Seitenwand eingedrückt. Unglücksfälle sind hierbei nicht vorgekommen. Wegen dieses Zusammenstoßes hatte der 11 Uhr 17 Min. in Kastel ankommende Rheingauer Zug dreiviertel Stunden Verspätung. Worms, 8. Okt. Wie die „W. Ztg." hört, beabsich» tigt Albert Goetschy, Lektor an der Universität Giefeen, hier eine Reihe von französischen VortragS-Abenden zu halten. Mainzer Blätter sprechen sich sehr anerkennend über den Vortrag des Herrn Goetschy auS. Seine Worte reißen mit, schreibt das „Mzr. Tgbl.", man folgte, je länger er sprach, um so mehr mit atemloser Spannung u. s. w. Frankfurt, 8. Okt. Versammlung des Vereins „Frauenstimmrecht" im großen Saal der neuen Börse. Frl. Dr. Anita AugSpurg eröffnet die Versammlung. Nach mehreren Ansprachen kommen die eigentlichen Referenten zu Wort. Zuerst Frl. AugSpurg. Sie führt etwa auS: Ich hoffe daß die Frankfurter Frauen bei allen wichtigen politischen Fragen ihre Stimme erheben werden. Es ist also notwendig, sie mit dem Gedanken deS Frauenstimmrechts vertraut zu machen. Wenn die deutschen Frauen nicht endlich anfangen, für dies Recht zu agitieren, werden sie eS noch in Hunderten von Jahren nicht erreichen, einen solchen Anfang aber wollen wir machen. Dabei sind wir unS bewußt, daß auch die Lösung dieser Frage nur Schritt für Schritt vor sich gehen wird. Im Jahre 1904 wird in Berlin ein internationaler Kongreß für Frauenstimme die Kommission znr Bekämpfung deS AlkoholiS- m u S unter Vorsitz von Frl. O. Hoffmann-Bremen und mit ftxL Adelheid Tinzmann-Striegau als Referentin ihre Verhandlung. Vermischtes. Berlin, 8. Okt. Sonr.iag nacht kenterte auf beul Tegeler See ein Toppclskuller, dcisen Insassen, ein Techniker und ein Ingenieur, ertranken. Tie Leichen sind noch ungeborgen. 15. Gerreral-Bersammlung des Evangelischen Bundes zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen. Hagen, 8. Oktober. Nach verschiedenen Spezialkonferenzen wurde die öfsent- liche Hauptversammlung in der dicht gefüllten Johcmnis- kirche eröffnet. Nach der Schristverlesung aus Epheser 1 übernahm an Stelle des durch Krankheit verhinderten Grafen Wintzingerode Grüber-Hagen den Vorsitz. Stellvertretender Vorsitzender war Konsisborialrat Göbel-Halberstadt. Kousistorialrat Leutschen-Wanzleben hielt die Be- grüßuirgsausprache und gedachte der verstorbenen Mitglieder. Bei der nun vorgenommenen Konstituierung der Versammlung übernahm Göbel den Vorsitz. Ferner wurden in das Präsidium gewählt: Landgerichtspräsident Lang- rock-Hagcu und Fabrikbesitzer Schul^-Hageu. Professor Witte verlas den Worllaut des an den Kaiser gerichteten Telegramms. Sodann folgten verschiedene Begrüßungen. Ramens des evang. Oberkirchenrates von Berlin und des Konsistoriums in Münster überbrachte Konsistorialpräsident Stoctmann-Münster Grüße, namens der Provinzsynode von Westfalen Pfarrer König-Witten, namens des Provinzial- ^erbandes Der „Gustav-Adols-Stistung" Niederstein-Lüden- icheid. Nach dem Tank des Vorsitzenden für die Begrüßungen und nach einem gemeinschaftlichen Gesänge sprach Pfarrer Reischle-Hall, über die Bibel und das christliche Volk. Tie Versammlung gab ihrem Bedauern über die Mi- Nisterialversügung Ausdruck, durch welche die Ausstellung und Verlegung von Altären auf öffentlichen Straßen und Plätzen bei Fronleichnams- und anderen althergebrachten und neu zu g'.enefemigenben Prozessionen widerruflich gestattet und einziger Grund der Versagung die zu befürchtende Störung des Verkehrs und der öffentlichen Ordnung hingestellt wird. Eine zweite Resolution betrifft die Landesverweisung reichsdeutscher und evangelischer Geistlicher in Oesterreich im Widerspruch mit den in Oesterreich bestehenden Gesetzen der Glaubensfreiheit, insbesondere mit der Bestimmung des Paragraph 11 des kaiserl. Patents vom 8. April 1861, nach der den Evangelisch, n die Befugnis gewährt wird, für den Kirchen- und Schuldienst mit Genehmigung des Ministeriums Ausländer, insbesondere Angehörige der deutschen Bundesstaaten, zu berufen. In der dritten Resolution spricht die Generalversammlung Genuathuung aus über bie Ent- schiedeuhc't, mit der die badische Bevölkerung die aus Einführung von Männerklöstern gerichtete Forderung znrückgewiesen hat. Tie vierte Resolution erklärt, die freudige Zustimmung zu den von der preußischen Regierung zum Schutze des bedrohten Deutschtums in den Ostmarren ergriffenen Maßregeln und in der fünften Resolution endlich giebt die Generalversammlung der Hoffnung Ausdruck, daß die auf engeren Zusammenschluß der deu tsch-evangelischen Landeskirchen ge- rid)tetcn Bestrebungen von Erfolg begleitet sein mögen. Künste KtueraL-DersirmmLuog des Kundes Deutscher Krauenvereine. Wiesbaden, 7. Okt. Auf dem deutschen Frauentage erwiderte auf eine Interpellation des Frl. Schnee die Lehrerin Frl. Lisch- newska, die wegen antifemitischer Gesinnung verdächttgt worden sei: 1. daß sie jede konfessionelle Scheidung der deutschen Frauen, sei es in der Frauenbewegung, fei es in den Berufsorganisationen, jederzeit verurteilt und berurteüt hat; 2. daß für sie (Frl. L.) persönlich kein Unterschied besteht nach irgend welcher Seite der Konfessionen, daß sie den Menschen nur als Menschen nach seinem Charakter achte und daß sie 3. bie Mitarbeit der jüdischen Frauen in der Bundessache jederzeit mit Tank anerkannt hat. Namens der Kommission für Handelsangestellte berichtet Frau Biöll-Frankfurt. Auf Antrag von Frl- v. Roy wird eine Resolution gefaxt, wonach der Bundesratsbeschluß wegen Gewährung von Sitzgelegenheit für Ange- st e l l t e nch wirklich durchgeführt und nicht wie bisher von den Geschäftsinhabern vielfach hintergangen und vereitelt wird. Oberst Gall verweist auf Amerika, wo die laufenden Frauen illoyale Geschäfte boykottieren. Frl. Salomon empfiehlt weiße, nicht schwarze Listen, d. h. 'Kennung der Geschäfte, die dem Gesetz Genüge thun. Mit den Vorbereitungen für den internationalen Kongreß in Berlin 1904 wird der Bundesvorstand betraut. Tann erfolgt unter allseitigen Dankesworten Sch lu ß der Generalversammlung. Am Nachmittag wird in der Verhandlung der Rechts- .ommission (Frl. Tr. Raschkel die Notwendigkeit einer reichsgesetzlichen Reform der Gesindeordnungen dis- iutiert. Herr v- Gerlach führt aus: Handelte es sich nur um die süddeutschen Staaten, so könnte man die Verträge sehr wohl den Einzellandlagen anvertrauen. Aber nordwärts des Mains heißt es „Laßt alle Hoffnung fahren". In Preußen und vollends in Mecklenburg würde man die Frage einfach „lächerlich" nehmen. Schließlich wird eine Petition acceptiert, wonach für die weiblichen, durch eine Novelle der Gewerbeordnung zu unterstellenden Handarbeiterinnen" alle vierzehn Tage ein freier Sonntag und jede Oö o che minoestens ein freier 23er 11 a g 8 n a± nt i 11 c. g zu gew ..>ten ist. Sodann eröffnet als letzten Punkt der Tages ung griff bie Regierung aufs heftigste an, weil sie au der LossutH-Feier nicht teilgenvmmen habe. Er kündigte an, daß seine Partei das Zustandekommen des Ausgleichs um jeden Preis verhindern werde. Coloman Szell erwiderte energisch und erklärte, daß, falls die Opposition thatfächlich dem Msaleich Schwierigkeiten bereiten sollte, er sich gezwungen sehen würde, das H sich n^unu für bu M Kellen. — A ballen. lila, fnufttbitdu itwatonum -la Öom hat, -l-uheren t ttntn neuen !Hen und l inten er tb 4ef, Räum« oerwoll ist, Tandelgäng -irepvenhaul Äiitzesliuttt, aber besieht lilsse in dem und emet t ■-'Mit u totftgum -lerdröchei jeboien roh ^tltien! alle Luffrö ?Eu geroom 9 Stobt chrer taitn. Fü '-ommeri ^erkauft. yStmtm üj Sememen be: m Ei । v<‘; KW NW I! Drei Hauptgewinne! Bekanntmachung 7078 7079 . 186.00 . 148.40 166.00 . 158.60 . 80.60 . 179.00 . 208.00 . 178.20 . 17030 Die Eröffuungsvorftellnug sindel erst Samstag den 11. Oktober 7077 4°/u Italien. Rente . . . 4>h% Portugiesen . » < . Portugiesen. « « . . \% C. Türken . . . Türkenlose .... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4'/,5L äussere Argentiner Telephonischer Kursbericht. .Frankfurt ». L., 8. Oktober 1802. Darmstädter Bank . , Dresdener Bank . . , Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatsbahn . < Lombarden . . . < Gotthardbahn . . . , Laurahütte . . . . - , Bochum Harpener..... Tendenz: fest. Gießen, den 8. Oktober 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Weeum-. 103.20 50.60 8L75 122*60 44.10 Nnlversitäts-Nachrnyten. — Professor Friedrich Kraus in Graz hat di« Deruftmg nach Berlin als Nachfolger von Geheimrat Gerhardt » letzt J« » «itzt b*WiOTt aupie V« 9tl5| (£%«!*« ■’Ä“; ■w- jeutii'1 »»"Aschen! ÄV alle 14 ICU VUll J.6UV SJIUU, UU.UlllC. tu* WIKK.I ferkel. Der Handel war ebenfalls sehr langsam. Die Preise für ferkel gingen gegen die der letzten Märkte pro Paar um 5—8 Mk. lerunter, während Einlegschweine und starke Läufer den alten hohen 3reiS behielten. Bei den hohen Preisen der jungen Tiere haben es früher mcht lohnte, Zucht zu genommen. , , , t , - — Die im preußischen Abgeordnetenhause nach hartem «ampw bewilligte außerordentliche Professur für philosoohische Prooaedeutu cm der Universität Bonn, mit der ein Seminar -ur Heranbildung altkatholischer Theologen> wurde mit dem 1. d. M. dem Profesior am allkatholischen bischöflichen Seminar tu Bonn D. L. E. Goetz übertragen. — Anläßlich des 300jährigen Jubiläum« der Bodlryanflch« -----othek in Orford wird die Universität Oxford honoris oauaa - 6 -*■ * , !t---a ßaub- 4i/i% Oesterr. Silberrente 101JL5 4% Ungar. Goldrente . . 101.45 Neueste Meldungen. Origmaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger». Berlin, 9. Okt. Die „Nat. Ztg." meldet: Die Vor- sitzenden des Ostmarkenvereins Tiedemann, Wagner und Raschdau erhoben gegen den Professor Del- brück eine Privat klage wegen Beleidigung. Den Anlaß dazu boten Aeußerungen Delbrücks in einem Artikel gegen die Polenpolitik der Regierung. B e r l i n, 9. Okt. Nach einem Telegramm der „Morgenpost" aus Belgrad kommen aus Semendria Nachrichten über das Verhältnis des Königs zur Königin. Königin Traga wirst dem König vor, datz a: mit ihrer iüngsten Schwester Beziehungen unterhalte. Außerdmr fe, der Hof in einer mißlichen fincutzreUeU Lage, s^xrß der König seiner Gattin das Nadelgeld voü mouatlrch 80000 Franks nicht auszahlen könne. I Berlin, 9. Ott. Der „LoL-An-." nennt alÄ fünf* tigen Oberpräsidenten von Hannover den früheren Polizeipräsidenten von Wiesbaden, jeßigeu Re- aierunaspräsidenten in Mricb, Prinzen RatiVor, und als solchen von Westpreußen den früheren UnterstaatK. sekretär' im ReichHamt des Innern und jetzigen Kurator^ der Universität Bonn Dr. v- Rotten bürg, der geborener BVoO/n Reiohsanleihe . . 102.00 8°/q do. ... 92b0 8‘/.% Konsole .... 101.95 30/0 do 91.90 3l/a% Hessen .... 100.15 8% Oberhessen . . . 99.70 4% Oesterr. Goldrente . . 102.90 Der vierte, neunte und sechszehnte Hauptgewinn der Darmstädter Nferdelotterie fiel in meine stets vom Gluck begunsNgte Hauptkollekte. ,, Ich empfehle Friedberger Pferde oose a Hart I, 11 Stück Mk. 10. Ziehung 22. Oktober d. I. Richard Buchacker, Reuenbäue 11. Dompteur Wes Menagerle-Cirkus. 8% Mexikaner .... 26.46 l’/sVo Chinesen .... 9L80 Electric. Öohnokert . . . 80LÜ Nordd. Lloyd .... — Kreditaktien . . . . j. 816.20 Diskonto-Kommandlt. . . 187.00 Kunst und Wissenschaft. Landet und Verkehr. Rolkswirtschast. e,?/; 'T1 .4; , ax Köln, 8. Oft. Wie die ^iöln.Ztg." meldet, belaufen sich die — Archuett Professor Olbrich, der bekanntlich in Darm- b-e £>aitte des laufenden Jahres vom /rohlensyndi- ^a.dter Küusllerkrelfen eme heroorraaende Stellung emmmmt, hat, Halbzeugverband gezahlten Ausfuhrvergütungen öu roir bereits kurz meldeten, aus der Ausstellung strr moderne ^a t u n«o v a r o, e u üv 8^ bis 4 Mül. Mk. Da ^eloratwe Kunst ^rm den ersten Prers erhallen. Tasgekrönte ^Wesentlichen dieselben Vergütungen auch in der zweiten JahreS- L rrt, das Professor Olbrtch sur dte Ausstellung P'esert stelll erne Le gezahlt werden und mit Wirkung v7m L Juli ab noch die '-ssische Z r mm er ein r r ch tu n g filteren 9®*Luusfubwergütungen des Roheisensyndstats hinzutreten, dürfte sich tö-ite zu benjentgen Ausstellungsobiekten, bte ben größten Teil ber 9 als Gesamtsumme ber für bie Ausfuhr aufge- Ü^ec"^‘sk^e4Xka?S ■’»**« der Betrag »o« "ichlich 8 MMwn-n M°r- X" WÄÄ L ^Ta U8.-. Ä n^er ^»Tu' hmiSgLicht zwe: Juroren entsanbt, wahrenb ben übrigen be- @3 w^ben etroa eine Million Mark Pas- lei ligten Staaten nut Ausnahme haltens nur ie Juror be- Lio’n JeftgefieOi, boch Haden von insgesamt 150 Gläubigern 50 billigt worben war. ^^uf ble beut che Mteilu^ ^^ ^rberungen noch nicht angemelbet, In der Masse liegt eme | tesn 1. Prers elf höchste Auszeichnungen N^n^ae >!l6r^ Äi Lebensversicherungspolice von über 100 000 Mkl außerdem 30 dis letie, 80 silberne Medaillen und gegen 60 Diplome de Merite. ®e* Lq qqq jjtf. Der lll)nkursverwalter schätzt, daß 12—14 pCt. heraus- tent Aus,alle des bch^dsjpruchs kam deulUch daS U^ersewicht [omme,^ Bilanzen seren seit dem Jahre 1893 nicht gezogen roor- ieutschlandS »rrm Ausdnrck. Da das Pretsgerrcht ben. Der Gläubiger-Ausschuß wurde bestätigt. d«: und sich ausschllepirch ar^ praktisch arbertendm Künsllern zu Kopenhaaen, 8. Okt. Das von der Privatbank und der !ri-amensetzte, so darf dieses ^^ 01^ Landmaunsdank namens eines Konsortiums eingegangene Angebot Mc dre deutsche Arbert Wre Letter und die cmSlKh^ndenKräs^ Quf bU neue Kopenhagener Stabtanleihe von A Mill, teilen. — Auch Professor Peter BehrenS hat einen Preis er- Rronen# b ess en Annahme, wie bereits gemelbet, von dem s^nanz- ixi iten. TO..n / n-„™r Ausschüsse empfohlen wirb, bezieht sich auf eine solche mit 3,5 pC4. Köln, 6.Okt. Als Nachfolger WullnerS wu^>e Dental- Verzinsung. Der Kurs bleibt drei Monate geheim. Die Namen ber MutUbirettor Sternbach-Meinrngen zum Direktor beS «on- ^o^ortralteilnehmer werben erst nach berUnterschrift bes Anleihe- erwatoriums gewählt. , riori.uI nertraaes verössentlicht. — DaS Stadttheater in der rheinischen UniverfitätSstadt vernruge» hat, Dank ber Fürs0rge ber Stabtvater in fernem m Mteßen, 9. Okt. D i e h m arkt. Auf dem gestrigenOchsen- .lsußeren eine wesentliche ^^delserung erfahreru GS hatImar?t roaren 158 Stück Gangvreh aufgefahren. Es fehlte nicht an firnen neuen Anstrich erhalten, ein Arwau gewährt der geschäft- ^^ufern, bie sich aber bei ben hohen Preisen zurückhielten, so baß Men und künstlerrschen Leitung erhebliche ^atzereErlerchtemngen, bQg schleppenb verlies und der Aiarkt erst gegen 7J1 Uhr :n!8em er ein besorweres Dlrektorzrmmer, ern Bureau, eine ^tbllo-1 . einem Ueberstand von 20 Stück abschloß. Bezahlt würben für .HÄ, Räume für Garderobe und Requisiten und, was dewnderS - eine schwere Paare bis 900 Mk., 1. Sorte 800-850 Mk., 2. osctooU ist, einen neuen geräumigen Probesaal bietet In den 700—750 Mt, 3. Sorte 600—650 Aik. Der Schweine- 3 inbelgängen stnb neue hübsche Garberobenhalter angebracht das tt einen Auftrieb von 1200 Stück, darunter ein Drittel rllippenhauL vor der Restauratwn ist mit zahlreichen 3arbmtören ™“V 1 . ... J_.„ ^gestattet, in denen anmutioer Blumenschmuck prangt Vor allem L 2b.ee besteht ber Vorzug bes Wanbels ber Bonner Theaterverhalt- g Me in bem Gewinn einer eigenen, hochbebeutsamen Theaterleitung g mvb eines eigenen Bühnenpersonals, woburch bie bisherige Ab- . kleinere Lanbwirthe, denen es früher nicht lohnte, Zucht zu idhgigleit von ber Kölner Buhne gelöst, ^ne gelegenere Zeit für „iben, seit kurzem Muttertiere eingelegt, um so ben Bedarf an Beginn der Vorstellungen gewonnen und narnentl^) eme ,> jinierbrochene Fortführung der letzteren die ganze Woche hindurch Limburg a. d. L., 9. Oktbr. Fruchtmarkt Durch- ]t yoten wird. Wie vorzüglich dieWahl des neuen Theaterdirektors pr. Maller. Roter Weizen 00.00 Mk^ Weißer Weizen 0 to Beck, dem auch in Gießen wohlbekannten bisherigenlvor- 00.00 All., altes Korn 00.00 Mk^ neues Korn 00.00 Mark, Gerste misslichen Kölner Eharakterbarileller, getrosten war, hat gleich die ß 50 Q[ter Hafer 6.83 Mk., neuer 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., echte Aufführung in der neuen Saison gezeigt, in der fast sämtliche K.' ' nei gewonnenen Kräfte, 40 an der Zahl, von namhaften Buhnen - ■ ■ ■ ■ 2cnbonS. Berlins, Leipzigs, Kölns stammend, eme vielve^prechende 5^thl>tterh£llJ£flUil(L Brobe ifor Tüchtigkeit und Gediegenhett abzulegen Gelegenheit lulvtwtywuij, Q-ibcn Für die Eröffnungsvorstellung war geschickt Shakespeares St. Etienne, 8. Okt. Im hiesiaen Kohlenbecken wurde der Som'merna chtstraum" gewählt worden. Das Haus war G en e r a 1 a u s stand erklärt Ein Zwsichenfall ist bisher mcht uAd erlauft Ein eigenartiges .Theaterjournal" vertrat den sonst gemeldet worden. ... t ifiaemem üblichen Theaterzettel. Die Aufführung selbst darf im Paris, 8. Oktober. Das Nattonalkomitee der G rub e n ar- iCaemeinen als vollkommen gelungen bezeichnet werden. Die beiter hielt heute nachmittag eine Versammlung ab und be- ^ickunqsvollen Lichteffekte bei ben verschobenen Elfenreigen, der «schloß den G en e r a 1 aus stand. Tte Arbeit soll morgen früh , z >anz ber meist neuen Dekorationen unb Kostüme, alles war bazu | niebergelegt werben. Fell-Vorlagen und Fdl-Tepjikltt ar Mm» Olensclii« ß m einteilig und grosser Auswahl dreiteilig Gerichtssaa^ ^.lBibliothek in Orford wird die Universität Oxford h« — Dr. Fritz Friedmann alS Klager. Gine besondere I. ^itel Doclor ber fiitteratur* verlechen an Dr. nach I Anziehungskrast^tte ber Gerichtssaal ber 147. Abteüung betz , Lirektor ber StaatSbibliochek in München, Geheunrat t. Set JttOMCttu ^men EchSff-ngerichlr B«rlin am Mmswg. «^ gelangt- dort « w<|[oI ead;au. ich warn'vor mir 1" In betben ditem hiesigen Cass m der Nacht Artikeln erblickte Dr. Friedmann eine schwere Kränkung seiner per- ob aus den Schießstanden der Unteroffizterschule rn Ett- sünlichen Ehre. Ter Verteidiger Rechtsanwalt Mosse, wies darauf ingen zwischen dem Karlsruher Hochschul-Studenten Rus daß der Kläger wegen seiner ganzen Vergangenheit ber am niw Bliestaftel und dem Studenten Reiß von hier ein wenigsten geeignete Mann sei, um einen Vortraa zu halten, ben | Iss istoleuduell statt, wobei Reiß einen Schuh in ben er als .Mein Evangelium" bezeichne. Der Kläger möge als II Unterleib erhielt und den Verletzungen im Krankenhause _Elown" auftreten, — niemand würbe etwas bag eg en einzuwenden Ä—M U“ fwSuUft- Ä < Änfn; ÄMfunTb8ot eine »»W ‘n0el?iLn6^& ümpelei, Die in Thätlichketten ausartete, als Reiß der unb 0ber' klagte habe in9 Wahrnehmung berechtigter Interessen . nfwrderung, mit Ruf herauszukommen, mtt ben ^Sorten: flehQnbelt, wenn er dies in einer Form, wie sie für ein humoristtsch- ,Qit Ihnen komme ich, nicht raus" nicht Folge leiftete. satirisches Blatt üblich sei, gegeißelt habe. Er beantragt greife Antwort war ein Schlag ins Gesicht. Bemerkens- sprechung. Der Gerichtshof kam zu einer Verurteilung des wert ist noch, daß der Karlsruher S. C. sich pir Zeit in Beklagten zu 100 Mark Geldstrafe, da beide Artckel für jiroerem Waffenverruse mit dem Kösener S. C. befindet, den Kläger zweifellos beleidigend feien. Dem Letzterm sei die Dr.W. 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Ott-ber Tour X: Vi Niederweimar^ Elnhausen- Nin" berg—Kaldern—Marburg. Ab 8,16 Bm. Sonntagsfahrkart' _________Marburg. Gietzener ^tadttheater Frec.aa den 10. Oktober 1902: Zum ersten Male: Das geotze Licht Schauspiel in 4 Auszügen orm Felix Philippi. Anfang 8 Uhr. Ende nach 10^,