Nr. 82 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bem kesfischen Landwirt die Siebener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch- u-Stein- druckerei lPietsch Erbens Redaktion. Expedition und truderet: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kkrnsprkchansckluß Nr. 51. Zweites Blatt. 152. Jahrgang Mittwoch 9. April 1903 GietzenerAiMiaer General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eießen vezugSpreiSt monatlich 7b Pf., viertel- jährlich Pik. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen moiivtlich 6o Pf.; durch dlePost Mk.2.— Diertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für »Stadt und Vanb* und ,(Äerlchtssaal":R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: §>anS Beck. Pie öeutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Maldersees 70. Keburtstag. Tie große Geburtstagsdankrede des Grafen Waldersee haben wir gestern bereits im wesentlichen unfern Lesern Mitteilen können. Heute haben wir über den Verlauf des Tages noch einiges nackzutragen. Ter Kaiser ließ dem Grafen Waldersee durch den Kabinettsrat Geh. Regierungsrat Mießner als Geburtstagsgeschenk einen silbernen Tafelaufsatz überreichen. Ter Jlüaeladjutant des Kaisers Oberstleutnant Böhn überbrachte mündlich die Glückwünsche des Kaisers. Gegen 1 Uhr mittags traf gestern ein Telegramm des Kaisers ein. Es lautet: Zu Ihrem Geburtstage sende Ich Ihnen Meine herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Möge Gottes Gnade Sie Mir und dem Vaterlande noch lange in voller Frische erhalten. Wilhelm. Kaiser Franz Josef sandte dem Grafen folgendes Telegramm: Freudig bewegt entbiete ich Ihnen zu Ihrem 70. Geburtsfeste, welches Sie heute in vollster Schaffenskraft und Rüstigkeit feiern, meine herzlichsten und aufrich- tiysten Glückwünsche. Möge es dem Allmächtigen gefallen, Sie noch recht lange Ihrem Kaiser und dem Vaterlande zu erhalten. Ihr Franz Joseph. Es gratulierten f.rner bi. P.irrten Hein.ich und A br cht von Preußen, der Prinzregent von Bayern, der König von Sachsen, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, der Gro ß Herzog von Hessen, der Herzog und die Herzogin von Anhalt sowie zahlreiche andere Fürstlichkeiten, Staatssekretär v. Tirpitz u. a. Das Ostasiatische Expeditionskorps sandte ein Album mit den Bildern sämtlicher Offiziere, auch der ausländischen, die an der Expedition teclnahmen. Eine Offiziersdcputation des 9. Feldartillerie- Regiments in Itzehoe unter Führung des Regimentskommandeurs überreichte Bilder des Offizierkorps und der Kasernements in Itzehoe. Schon früh begannen die Regimentsmusiken mit ihren Vorträgen. Später marschierten die von einer Hebung zurückkehrenden Königs-Ulanen im Parademarsch an der Villa des Grafen Waldersee vorbei. Mittags fanden die Musikvorträge vor der Villa ihre Fort- etzung. Hm 6 Uhr 30 Min. fand in der Villa Familien- >mer statt, zu dem auch einige Freunde des Hauses ge- aden waren. Deutsches Deich. Berlin, 8. April. Ter Kaiser hörte heute im Schlosse die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs des Admiralstabes. Heute Abend nahm der Monarch das Tiner beim Chef des Marinekabinetts v. Senden-Vibran ein. — — Tas Deutschtum des deutschen Reichskanzlers nachzuprüfen, hält der „Vorwärts" „gerade jetzt, wo in Nordschleswig Leute ausgewiesen werden, die seit vielen Jahren als deutsche Unterthanen gegolten haben, wo für jeden unbequemen Nordschleswiger die Staatszugehörigkeit an dem dünnen Faden juristischer Finessen hängt", nicht für uninteressant. Und da findet er denn, daß noch der Vater unseres Reichskanzlers Däne, der Sohn eines dänischen Beamten war und erst 1873 die deutsche Reickszugehörigkeit erlangte. Bernhard Ernst von Bülow, der Vater des Reichskanzlers, richtete am 10. Okt. 1873 folgenden Brief an Bismarck: „Eure Durchlaucht wollen mir gestatten, der offiziellen Meldung meines Dienstantrittes vor allem die Bitte hinzuzufügen, mir das Vertrauen zu bewahren, dem ich diese Stellung und das volle Heimatsrecht im deutschen Reiche danke. Hr. v. Balau hat mich in diesen Tagen sehr zuvorkommend und sehr instruktiv in den Gang und die Pflichten der laufenden Geschäfte eingeführt. Die Tage sind mir aber besonders deshalb nützlich und lieb geworden, weil ich in der Werkstatt sofort Hand und Geist des Werkmeisters in Aktion fand und in deren belebender und erleuchtender Erkenntnis meinen Weg schon finden werde." Graf Bülow soll auch jetzt noch die dänische Staatsangehörigkeit besitzen. — Landtagsabg. Direktor Dr. Krieger in Königsberg ist nach der „Berl. Ztg." als Kandidat für den Posten des Berliner zweiten Bürgermeisters ausersehen — Der Reichstagsabg. Letocha vom Zentrum wird bei den nächsten Wahlen nicht wieder kandidieren. Er vertritt jetzt den Wahlkreis 6, Oppeln. — Die geplante Kundgebung von Mitgliedern der kommunalen Körperschaften gegen die Ge^ treidezölle ist noch nicht zustande gekommen. Es scheint sich eine ganze Reihe von Städten gegen das Projekt ablehnend zu verhalten. Von vielen Städten sind Antworten immer noch nicht eingetroffen, und schon ist in der Presse von mehreren Städten berichtet woröen, daß sie sich gegen das Projekt ausgesprochen haben. — Infolge eines Erlasses des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten über die Aufstellung von Hilf- zügen für Eisenbahnunfälle sind an 249 Stationen Hilfsgerätschaftswagen ausgestellt. Auf die einzelnen Tirektionsbezirke sind die Wagen selbstverständlich verschieden, dem Umfange des Verkehrs entsprechend, verteilt. An einzelnen Stationsorten sind mehrere solcher Wagen aufgestellt. — Eine Versammlung von 2000 Tischlermeistern genehmigte mit großer Mehrheit den von mehreren Verst bänden verfaßten Beschluß, alle Arbeiter, die am 1. Mai feiern, bis zum 5. Mai auszusperren und vor dem 12. Mai in keinem Konkurrenzbetriebe wieder anzustellen. gestrigen Datum Thielen wird beabsichtigt, den Politische Tagesschau. Der preußische Landtag nach den Ferien. Burenkrieg. In liberalen Londoner Kreisen wird behauptet, daß die englische Niedcrlagebei Boschmauskop be - D. B. Hd. meidet uns unter dem aus Berlin: Der Eisenbahnminister v. heute aus Meran zurückerwartet. Er deutender gewesen ist, als amtlich zugestanden wird. Tie Burenkolonne unter dem Kommandanten Albert habe 50 englische Dragoner und Husaren gefangen genommen, aber nach Slbnahrne ihrer Waffen und Munition wieder freigelassen. Herrn Piet D e iv e t, den Bruder des großen Burengenerals, haben wir kürzlich an dieser Stelle unseren Lesern genügend charakterisiert. Heute wird aus Bloemfontein gemeldet, daß dieser Volksverräter mit Genehmigung Lord Kitcheners ein BurenkorpsinenglischenDieustcn im Gebiete des Oranjestaates gebildet hat! Wer dem Korps sich anschließt, erhält besondere Beihilfen für die Rückkehr auf seine Fann nach Beendigung des Krieges! Trotz dieser englischen Beihilfen wird dieses „Korps" aber zweifellos wenig Anhänger finben! Im englischen linterhause fragte Mae Deagk an, ob die deutsche Regierung irgendwelche Mitteilungen an das Auswärtige Amt oder Lord Kitchener in Betreff der angeblichen Ermordung des deutschen Missionars Heese gerichtet habe. Staatssekretär Cranborne erwidert, an das Auswärtige Amt sei keine solche Mitteilung gelangt und dem Staatssekretär des Krieges liege keine Jnsormation vor, daß eine derartige Mitteilung Lord Kitchener gemacht worden wäre. — Tas wäre eine schwere Unterlassungssünde des deutschen Auswärtigen Amtes, allerdings aber wohl eine Folge der Fruchtlosigkeit aller ähnlichen deutschen Vorstellungen in London. Ter holländische Ministerpräsident Tr. Kuh Pers hat Teutichlaud wieder verlassen und sich nach dem Haag begeben. Vor seiner Abreise hatte noch der Vertreter einer amerikanischen Zeitung eine Unterredung mit ihm, in der Tr. Küppers bemerkenswerte Mitleilungen über Amerikas Stellung zum südafrikanischen Krieg machte. Ter Minister meinte, daß die Verein igte n Staaten zu Gunsten der Buren nicht interve niert hätten in dankbarer Erinnerung der britischen Unterstützung, die ihm England vor und während desspanischen Krieges geleistet hat. Bei Erörterung der Friedensfr,age sagte Dr. Küppers: Die Buren im Felde könnten ihre jetzige Wider- st a n d s f ä h i g k e i t noch aus 10 Jahre erhalten. Die überwältigende Wucht des britischen Heeres müsse fort» fahren, sich auf die Defensive zu beschränken. Tie offensiven Truppen, wie Kitchener sie verwenden könnte, seien kleine Truppenkörper von 1000 oder 2000 Mann, mit denen die Buren jederzeit fertig würden. Waffen, Munition und Lebensmittel würden zur Verfügung der Buren bleiben, solange die britischen Konvois sich bemühen, ihre defensive Stellung zu verlassen und sich gleichzeitig im offenen Felde zu versuchen. Aus Stadt und Sand. Gießen, den 9. Zlpril 1902. ** AzneZ Sorma kommt nach Gießen! Agnes Sorma, heute wohl die größte deutsche Bühnenkünstlerin, deren Ruhm Etat der Eisenbahnverwaltuiig bei den morgen beginnenden Verhandlungen im preuß. Abgeordnetenhause persönlich zu vertreten. Tie Eisenbahnfrage bildet nach dem noch unerledigten Etat die Ausgabe für das preußische Abgeordnetenhaus. Ferner hat sich die Kommisjioli zu beschäftigen mit dem Gesetzentwurf über die juristischen Prüfungen und die Vorbereitung zum höheren Justizdienst. Hoffentlich gelangt dei? ebenfalls in der Kommission befindliche Gesetzentwurf, welcher der Verunstaltung landschaftlich hervorragender Gegenden durch Reklamen ein Ende machen soll, noch in der gegenwärtigen Tagung zur Verabschiedung. Es ist hoch an der Zeit, Geschmacklosigkeiten nach amerikanischem Muster, die ehemals schönen Landschaften vielfach geradezu einen grotesken Charakter verleihen, energisch zu beseitigen und für die Zukunft zu verhindern. Man hat schon zu lange oamit gezögert. Von den Initiativanträgen der Parteien im Abgeordnetenhaus wird insbesondere der Antrag Graf Limburg (kons.) wegen Verstärkung des landwirtschaftlichen Zollschutzes ausgedehnte und bewegte Erörterungen her- beisühren. Tie preußische Regierung wird wobt keine andere Antwortt erteilen, als die hessische, nämlicy daß sie sich außer stände sieht, im Bundesrat für höhere Getreide- und Viehzölle einzutreten, wie im Zolltarifentwurf vorgeschlagen sind. Aber man stellt ja auch diese Anfragen keineswegs, um Auskunft zu erlangen, sondern um „vor bem Lande" zu konstatieren, wie schwer die Regierunge- die .<2 off nun gen der Landwirtschaft enttäuschten. Gras Posadowsky that gestern in der Zolltarifkommission den bitteren Ausspruch, schließlich würden die exorbitant erhöhten Zolltarifsätze vom Auslande nicht mehr ernst genommen werden, was die handelspolitischen Unterhandlungen sehr erschweren werde. Tas war so deutlich als höflich, wenn auch ein klein wenig ungeduldig. Hni zum preußischen Abgeordnetenhaus zurückzukehren, sei erwähnt, daß noch die Interpellation d-s Zentrums wegen Verbots einer öffentlichen Versammlung unter Gebrauch der polnischen Sprache bevorsteht, wobei auch schlechterdings nichrs neues für und wider den Polonis- mus gesagt werden kann. Von den freisinnigen Anträgen sind bemerkenswert der auf Einführung der fakultativen Feuerbestattung und auf Aufhebung der Landestrauer-Bestimmungen gerichtete. Vor Pfingsten soll der preußische Landtag geschlossen werden. Ausland. London, 8. April. Ter frühere liberale Minister Lord Kimberley ist heute gestorben. — Eine heute an die Zollbehörden in allen Häfen gerichtete besondere Verfügung untersagt die Erteilung der gewöhnlichen Eiiifuhrerlaubnis für alle Schiffe, welche mit zollfreien Waren ein - laufen. Tie Regierung betrifft nicht allein Bauholz, sondern alle Waren, welche jetzt zellfrei sind. Man vermutet, daß der Zweck dieser Verfügung ist, die Geheimhaltung der Pläne des Schatzkanzlers zu sichern. Liverpool, 8. April. Hier sind Gerüchte im Umlauf, daß der nächste Etat Vorschläge erhalten würde, d^n Zoll auf Zücker zu verdoppeln. Brüssel, 9. April. Gestern abend kam es nach Schluß einer Versammlung, in welcher der sozialistische Abg. Vandervelte eine aufreizende Rede gehalten hatte, zwischen einer Masse von 1500 Sozialisten und der Polizei zu einem Zusammenstoß. Zwei Polizisten und ein Sozialist wurden verwundet. An einem anderen Punkt der Stadt versuchten die Manifestanten an die Bureaux eines katholischen Blattes Feuer zu legen. Tas Feuer wurde sogleich gelöscht. Ein Haufe Manifestanten zog nach dem Palais des Prinzen Albert. Die Polizei sperrte die Straßen ab, und schritt mit blanker Waffe ein. Drei Manifestanten wurden verwundet. Luxemburg, 8. April. In der heutigen Sitzung der Kammer machte Staatsminister Eyschen folgende Mitteilung: Ter Gesundheitszustand des Groß- Herzogs legt ihm große Schonung auf, andererseits will er eine Störung der ganzen Staatsgeschäfte vermeiden und ernennt darum traft der Verfassung den Erbgroßherzog zum Statthalter. Ter Erbgroß- herzog nimmt die Mission an und läßt die Kammer ersuchen, einen Ausschuß zu ernennen, in deren Hände er den vorgeschriebenen Eid leisten will. Die Kammer loste darauf eine Kommission von 7 Mitgliedern. Paris, 8. April. In Charenton entstand bei einer Mähler-Versammlung eine große Schlägerei zwischen Republikanern und Nationalisten. Der frühere Abg. Gaudy, dessen Frau und Kinder der Versammlung beiwohnten, wurde schwer verwundet, ebenso wurden Frau und Kinder des Abgeordneten derart zugerichtet, daß sie nach einem Hospital gebracht werden mußten. Ter Kampf dauerte über eine Stunde. Im ganzen wurden 30 Personen mehr oder minder schwer verwundet. Venedig, 8. April. Reichskanzler Graf Bülow ist heute nachmittag nach Berlin ab gereift. Die Gräfin Bülow ist vormittags mit ihrer Mutter nach Rom gereift. Bern, 8. April. In der Beratung des Z o l l t a ri f - gesetzes lehnte der Nationalrat den Antrag ab, durch den die Bundesversammlung ermächtigt werden sollte, nach Abschluß neuer Handelsverträge oder falls sich deren Slb- schluß als unmöglich erweisen sollte, unter Ausschluß des Referendums einen selbständigen Gebrauchstarif mit niedrigen Ansätzen aufzustellen. Wien, 8. April. Abgeordnetenhaus. Ministerpräsident Tr. v. Koeroer stellt auf Grund authentischer Informationen fest, daß die Meldung von einer angeblichen Spende von 200 000 Mark seitens derRegier -- ung Hessen-Darmstadt für die Zwecke des deutschen Schulvereins in Oesterreich-Ungam jedweder Grundlage entbehrt und auch bereits in aller Form dementiert wurde. Solche Meldungen, die zu agitatorischen Zwecken absichtlich erfunden und verbreitet würden, seien überhaupt mit der größten Vorsicht aufzunehmen. — In Beantwortung einer Interpellation der Abgg. Jaworski und Breiter, betreffend die angeblichen Aus weis un gen polnischer Studenten aus Preußen, betont der Ministerpräsident, daß nach den an zuständiger Stelle einge^ogenen Informationen die der Interpellation zu Grunoe liegenden Gerüchte den Thatsachen nicht entsprechen. Ein allgemeiner Erlaß der preußischen Regierung wegen der Ausweisung slavischer Studenten sei nicht ergangen; es seien nur in Posen und Schlesien in der letzten Zeit einige Relegierungen vorgekommen. Die falschen Gerüchte seien offenbar darauf zurückzuführen, daß vor einiger Zeit 34 junge Leute, zumeist Hörer der Berliner Universität, wegen erwiesener Zugehörigkeit zu unerlaubten Verbindungen, nicht aber wegen ihrer Nationalität, aus Preußen polizeilich ausgewiesen wurden. Bon den Ausgewiesenen seien übrigens nur fünf Angehörige der österreichisch-ungarischen Monarchie^ Sodann wurde eine Resolution gegen die Erhöhung der Holzzölle angenommen, in der auf die steigenden Erträge der deutschen Forsten, auf die Unentbehrlichkeit gewisser ausländischer Holzsorten und auf die mit einer Erhöhung der Zölle verbundene Schädigung gerade der im Kleinbetriebe und Mittelstände thätigen Gewerbetreibenden hingewiesen wird. Mannheim, 8. April. Der Vorstand des Lokalkomitees für den deutschen Katholikentag trat am Samstag zusammen. Ter Vorsitzende der Nednerkommission, Professor Meck, erstattete Bericht über deren Thätigkeit. Tie Vorarbeiten sind bis zur Feststellung der Themata und Einladung der Redner gediehen. Tie bezüglich der Benutzung der städtischen Festhalle aufgetauchten Zweifel sind endgiltig beseitigt. Durch Stadtratsbeschluß vom 4. April ist dem Antrag ftattgegeben worden. Die Festhalle wird dem Komitee für die Zeit vom 24. bis 28. August überlassen. 4550 3525 Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt. A. F. in Gieren. Die S omrnersprosse n, die, wie Sie ja missen werden, besonders bei Menschen mir zarter Haut, blonden und rotlicl>en Haaren und sehr weißem Teint erscheinen, sind Piginentablagerungen in der Haut, die iit Winter abblassen oder Gingrsandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Während unserer Osterferien hat sich jemand in einem anderen Gießener Blatte bemüßigt gesehen, sich als „getreuen Eckhard" der Gießener Steuerzahler aufzuspielen und in jencrZeittmg über unsere Gehaltsverhältnisse eine Notiz erscheinen zu lassen, die uns in den Augen unserer Mitbürger als Leute erscheinen läßt, deren Dichten und Trachten ständig darauf gerichtet ist, den Stadtsackel in übermäßiger Weise in Anspruch zu nehmen. Wenn wir nun hierzu das Wortt ergreifen, so geschieht dies nicht etwa, um damit diesem Machwerke bie Ehre einer Würdigung oder Erwiderung angedeihen zu lassen. Gott belehre l Nur der Umstand, daß diese Angelegenheit überhaupt an die Öffentlichkeit gezerrt worden ist, nötigt uns, auch unsererseits den Gießener Steuerzahlern die Sache darzulegen und ihrem Urteil zu unterbreiten. Und in dieser Hinsicht können wir dem Herrn Einsender jener Notiz nur dankbar sein, denn er verschafft uns so die Gelegenheit, unsere Mitbürger genauer mit unseren Gehaltsverhältniffen bekannt zu machen, und sie dann selbst urteilen zu lassen, ob uns nur die Begierde, der Steuerzahler „Gut an uns zu bringen", bewogen hat, eine anderweite Regulierung unsere- Gehaltsoerhältnisse anzustreben. Für uns liegt die Sache so: Wir erstreben nichts mehr und nichts weniger, als was unsere Kolleginnen bereits haben, nämlich Gleichstellung im Gehalte mit unseren Kollegen an den städtischen Volksschulen der vier größeren Städte Hessens (Darmstadt, Offenbach, Mainz und Worms), da die Lebenshaltung in Gießen schwerlich billiger sein dürfte als m jenen Städten. Während Gießen früher mit seinen Lehrerbesoldungen in Hessen mit in erster Linie stand, ist es in dieser Beziehung im Laufe der Zeit nicht nur von den bereits angeführten Städten, Vermischtes. * Dresden, 8. April. Die Kriminalpolizei hat auf Grund eingehender Untersuchungen fcstgestellt, daß ber neunjährige Sohn eines Straßenl'ehrers in Pieschen innerhalb der letzten zwei Jahre zwei Knaben und ein Miädch en in die Elbe gestoßen und dadurch Deren Tod herbeigeführt hat. Auch in anderen Füllen, in denen Kinder ertrunken sind, dürfte der Knabe nicht ohne Schuld sein. * Stockholm, 9. April. Gestern abend brannte .in ?.cr Ttadt gelegene Hefenfabrik der Stockholmer Bäcrerm erster nieder. Eine cinftürzende Fabrikmauer totetevPersoncn aus der herbeigeströmten Menschenmenge. Acht Personen wurden verletzt. sondern auch von kleineren, wie Bad-Nauheim, Bingen und Friedberg, überholt worden. Eine Zusammenstellung der Gehaltsbezüge eines Lehrers, wie sie während einer vierzigjährigen Dienstzeit nach den jetzt bestehenden Normen in den einzelnen Städten ihm zu- daß ein Lehrer in Gießen in der angegebenen Zeit allen, ergiebt, bezieht: hat gelegentlich der Wahl eines Beigeordneten in Obbornhofen bei einem dortigen Metzger 5 Pfd. Wurst verlangt und erhalten, indem sie wahrhestswidrig behauptete, die Wurst, die für ihre Gäste sei, werde von dem gewählten Beigeordneten bezahlt. Da der Letztere — einer ländlichen Unsitte folgend — in der That an dem Wahltage Bier und Wurst seinen Wählern bezahlt hatte und insbesondere, da in dem Bierausschank der Angeklagten Bier auf Kosten des Beigeordneten an die Wähler ausgeschenkt wurde, so durfte nach Ansicht des Gerichts die Angeklagte des Glaubens sein, daß die Wurstbestellung von dem Beigeordneten gebilligt und der Kaufpreis bezahlt werde — was auch in der Folge geschah. Mangels Vorliegens, einer rechtswidrigen Gesinnung war — unter Aushebung des schöffengerichllicheu Urteils — die Angeklagte von Strafe und Kosten freizusprechen. — Der Taglöhner Friedrich Klees III. von Rendel wird wegen gefährlicher.Körperverletzung und Sachbeschädigung zu eiltet Gesamtgesängnis-- strase von o Monaten 17 Tagen verurteilt. — Der Hcnideksmann Hermann Stern aus Niederwöllstadt war vom Schöffengericht Friedberg von der^ Anklage des Diebstahls sreiaesprochen worden; auf die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung wird der Angeklagte des Diebstahls schuldig erkannt und zu einer Ztägigen Gefängnisstrafe verurteilt, da festgestellt wurde, daß der Angeklagte einem Andern Stroh weggenommen hat und da der Einwand des Beklagten, er habe im guten Glauben gehandelt, durch.die Beweisaufnahme widerlegt wird. — Der Taglöhner Heinrich Sipp el von Willofs wird wegen zahlreicher Betrügereien und eines Diebstahlsversuchs zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe, abzüglich eines Monats Untersuchungshast verurteilt. Leipzig, 8. April. Tas Reichsgericht verwarf die Revision des Staatsaiiivalts gegen das Urteil des Landgerichts II zu Berlin vom 19. Dezember 1901, wodurch Graf Pückler - Klein-Tschirne von der Anklage der Aufreizung zu Ge- wglttätigkeiten gegen Juden sreigesprochen wurde. lid) nicht nur über ganz Europa, sondern bi§ an die Küsten des Stillen Ozeans erstreckt, wird im nächsten Winter uns Gießenern einen ihrer mit schwerem Golde aufzuwiegcnden Abende schenken. Der unermüdliche Vorsitzende unseres Thcatervereins, Herr Prof. Dr. Fromme, ein Theater- enthusiast, wie wir ihn in Gießen besonders nötig haben, hat soeben, wie wir erfahren, trotz aller der vielen Enttäuschungen, die ihm das hiesige Publikum bereitet hat, — wir müssen immer wieder die unbegreifliche Indifferenz gegenüber den Plänen der Deffauer Hofoper beklagen — einen Vertrag mi: Agnes Sorma vollzogen. Er lautet auf ein einmaliges Gastspiel am Samstag, dem 15. November. Die Wahl des Stückes ist vorbehalten. Die berühmtesten Rollen der großen Künstlerin sind das „Käthchen von Heilbronn", „Ophelia", „Desdemona", „Esther", die Erita in Grillparzers „Weh dem, der lügt" und Ibsens „Nora". In der ersten Hälfte des November wird die Sorma, wie kürzlich Berliner Blätter meldeten, in Karlsruhe und Mannheim gastieren und in der zweiten Hälfte in Hannover. So liegt also Gießen ihr geradezu im Wege und diese Thatfache hat Herr Prof. Fromme ausgenützt und mit dem J'up^sario Verhandlungen angeknüpft, deren Ergebnis für uns so erfreulich ist. ** Die Arbeiten für die Kanalisation werden in den nächsten Tagen zur öffentlichen Ausschreibung gelangen und zwar ist vorerst in Aussicht genommen die Herstellung des Hauptsiels, welches die Bahnhofstraße, Lindenplatz und die Wallthorstraße entlang führt. Weiter aber soll gleichzeitig die Rohrleitung zur Aufnahme der Meteorwässer in dem Bezirk Grünbergerstraße, Moltkestraße usw. in Angriff genommen werden. Nach Erteilung des Zuschlages wird mit der Inangriffnahme der Bauten möglichst sofort begonnen. ** Militärdienst nachricht. Durch Verfügung des Generalkommandos wurde der Zahlmeister Luether vom 2. Bat. Juf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116 zum 1. Bat.--Jnf.-Negts. Hessen-Homburg Nr. 166 versetzt. ** Von der Volksschule. Die Leitung unserer Volksschule wird insofern eine Aenderung erfahren, als an die Spitze derselben td.er seitherige Oberlehrer Hahn als Rektor berufen wird. Für die Stadtmädchen- und Stadt- knäbenschule wird dann je einer der Lehrer als Hauptlehrjer bestellt. Dem Rektor liegt es in der Hauptsache ob, die Verwaltung der gesamten Volksschulen zu besorgen, während die Hauptlehrer int wesentlichen die Aufficht in der ihnen unterstellten Schule übertragen erhalten. — In die Volksschule wurden im ganzen in diesem Jahre etwa 320 bis 330 Kinder neu ausgenommen, davon sind 170 Knaben. ** Hessische Landeölotterie. In der heutigen Ziehung kamen, wie uns aus Darmstadt gedrahtet wird, folgende Gewinne heraus: 1000 Mk. 38379 nach Mainz; — 400 Mark: 28 717, 38 218, 38 988; — 300 Mk.: 25 883, 51299; — 200 Mk.: 5754, 20084, 26354, 29926,40597, 52 681; — 150 Mk.: 26 905, 31636, 35 366, 37 224. ** Eine unerhörte Gemeinheit. In der Nacht vom 6. auf den 7. wurden die Thürdrückcr an einer Wirtschaft in der Sonnenstraße in der schamlosesten Weise besudelt, sodaß sich Gäste, die das Lokal betraten, arg beschmutzten. Es ist unserer Polizei gelungen, den Thäter in der Person eines oft bestraften hiesigen Taglöhners zu ermitteln, der nun seiner hoffentlich recht empfindlichen Bestrafung entgegensieht. ** Ein unehrlicher Gepäckträger. Ein gestern Mittag mit der Bahn hier angekommener Fremder übergab einem am Zuge Anwesenden, den er für einen Gepäckträger hielt, seinen Handkoffer zum Tragen. Der Fremde besichtigte kurze Zeit den Bahnhof. Als er sich dann nach dem vermeintlichen Gepäckträger umsah, war dieser mit dem Gepäckstück verschwunden. Trotz aller sofort angestellten Nachforschungen war er nicht aufzufinden. Erst einige Stunden später wurde der Unehrliche in dem Augenblick, als er mit einem nach Wetzlar abgehenden Zug verduften wollte, von dem am Bahnhof dienstthuenden Schutzmann bemerkt und verhaftet. Der Betreffende ist ein Maurer aus Münchholzhausen. Als der Schutzmnnn das Wagenabteil bestieg, entfernte sich der Verhaftete nach der anderen Seite des Zuges, um zu entfliehen. ** Weiblicher Trunkenbold. Eine Fabrikarbeiterin aus Wiescck, von der bekannt ist, daß sie gerne und oft zu tief ins Glas sieht, lag gestern Abend gegen 10 Uhr völlig betrunken in der Löwengasse. Sie mußte mittelst Wagcii nach dem Haftlokal gebracht werden. ** Sonnenfinsternis. Gestern (Dienstag) fand eine partielle Sonnenfinsternis statt, die um 2 Uhr 30 Mim 1 nachmittags (mitteleuropäische Zeit) begann und um 3 Uhr 39 Mim zu Ende war. Da hierbei der Mond nur ein ganz schmales Segment von der Somienscheibe ausschnitt — in Teilen des Sonnendurchmessers ausgcdrückt rund sieben Hundertel — und da die Finsternis nur in den nördlichen Polargegenden sichtbar war, entbehrte dieses Phänomen für uns jeglicher besonderen Bedeutung. Eine solche mag es höchstens für die Meteorologen Falbscher Observation besitzen, in bereit Kalender der gestrige Tag natürlich als höchst „kritischer Termin" angemerkt war, der aber nach Falb „mit einer Verspätung von mehreren ■ Tagen zur Geltung kommt." w. Frankfurt a. M., 9. April. (Orig in al-Tel. des „Gieß. Anz.") Der von einem Komitee unter dem Vorsitz des kommand. Generals v. Lindequist am 9. April : int Hyppodrom zu Gunsten des S a a l b u r g f o ii d s veranstaltete Vo r tr a gs'ab end, in dem der Afrikareisende Schilling und Direktor Dr. Schulz-Hamburg Vorträge hielten und dem auch der Gr aßHerzog von « Hessen beiwohnte, hat einen Ertrag von 4u00 Mk. ergeben. ' 2er Kaiser hat diese Summe für den genannten Zweck < entgegenzunehmen geruht. < 550 " " ,', Friedberg. Um nun gleich dem Einwurf zu begegnen, daß ja in den vier obengenannten Städten selbst noch keine Gleichheit im Gehalte be- tehe, ivollen wir gleich bemerken, daß in Mainz der Schulvorstand bereits beschlossen hat (wie auch der „Gießener Anzeiger" kürzlich meldete), den Stadtverordneten Vorlage zu machen dahin gehend, daß die Offenbach-Wormser Normen auch in Mainz zur Einführung kommen; m Darmstadt aber sind die Lehrer hinter ihren Kollegen in Offenbach und Worms um einen so geringen Betrag (jährlich 50 Alk.) zurück, daß es dort wohl nicht einmal einer An- 7400 Mk. weniger als in Offenbach und Worms, 5400 „ „ „ „ Darmstadt, „ Bad-Nauheim, „ Mainz und Bingen, quittierten Beträge ausbezahlt. Außerdem präsentierte der Angeklagte später dem Hotelier eine gefälschte quittierte Rechnung über 15 Alk. für früher gelieferte Fleischwaren, die jedoch bereits beglichen war und daher nicht bezahlt ivurde. Wegen dieses Be- lrugsversuchs, der beiden vollendeten Betrugsdellkte in Jdeal- konkurrenz mit Urkundenfälschung und der beiden Diebstähle erhält der Angeklagte, der noch niehr vorbestraft ist, eine GesamtgesäugniS-^ strafe von 4 Monat und 2 Wochen. — Die Ehesrau Margarethe Wenzel von Obbornhofen war vom Schöffengericht Hungen wegen BetrrigS zu einer Geldstrafe von 10 Alk. verurteilt worden. Sie Gerichtssaal. 21. Gießen, 8. April. Strafkammer. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklagebehörde vertrat Staatsanwalt Reuß. Der Spenglergeselle Ludwig Göbel aus Allendorf wird wegen eines einfachen und eines schweren Dieb- kahls unter Einbeziehung einer früher verhängten Strafe von 4 Monat 2 Wochen Gefängnis zu einer Gesamtgefängnisstrase von 9 Monat 4 Wochen Gefängnis verurteilt. — Ter Dienstknecht Heinrich Lor ey ans Oberschmitten hat sich, völlig mittellos, in einer Wirtschaft in Friedberg Speisen und Getränke für zusanilnen 63Pfg. verabreichen lassen ünd sich ohne Bezahlung entfernt. Wegen Betrugs wird er mit Rücksicht auf seine Vorstrafen zu 4 Monat Gefängnis verurteilt. — Der Metzgergeselle Johannes Kolb aus Hohenzell hat, während er in Gießen in einer Metzgerei bedienstet gewesen war, in zwei Fällen einem Hotelier auf vorherige Bestellung Wurst- und Fleischwaren im Wert von ca. 30 Alk. geliefert, die er seinem Aleister entwenbet hatte. Er legte bei der Ablieferung zwei fälschlich angefertigte, mit der Unterschrift seines Meisters versehene Quittungen vor und erhielt auf Grund derselben die regung seitens der Lehrer bedarf, um aiich bei ihnen die bestehende Differenz auszugleichen. Es kommt für uns aber noch etwas anderes in Betracht. Vor etwa zehn Jahren war man hier in Gießen offenbar der Ansicht, daß in den beiden Städten Worms und Gießen die Verhällnisse, was Lebensführung und dgl. anlangt, etwa dieselben seien; denn damals wurde die alte Gießener Gehaltsskala abgelöst durch eine neue von Worms übernommen — nicht zur Freude der hiesigen Lehrer. Worms hat nun in* zwischen mehrfach und besonders im Jahre 1901 feine Lehrer derart aufgebessert, daß es, wie aus obiger Zusammenstellung ersichtlich, mit Offenbach an erster Stelle steht; Gießen aber ist diesmal dem Beispiel seiner Schwesterstadt, mit der es sich früher auf eine Stufe stellte, nicht gefolgt, sondern hat sich — wie ebenfalls aus der Zusammenstellung ersichtlich — auf den letzten Platz zurück- drängen lassen. Wir hoffen aber zuversichtlich, daß es in nicht all- zuferner Zeit sich wieder an die Seite von Worms stellen wird, denn, ivas vor zehn Jahren recht war, sollte unseres Erachtens heute noch billig sein. — In dieser Hoffnung sind wir angesichts der oben angeführten Thatsachen allerdings um anderiveitige Regulierung unserer Gehaltsverhältnisse eingekommen, da wir nicht vorausseßen können, daß die Provinzialhaupt- und Universitätstadt Gießen gewillt sei, ihre Lehrer schlechter zu bezahlen, als die Städte Darmstadt, Offenbach, Mainz und Worms, geschweige denn als Bingen, Nauheim und Friedberg. Zur Beruhigung der Gießener Steuerzahler und ihres „getreuen Eckhard" erlauben wir uns aber noch folgendes anzufügen: 1. Die durch etwaige Einführung der Worms-Offenbacher Gehaltsnormen ^bedingte auf etwa 6000 Mark berechnete Mehrbelastung der Stadt würde sich nach Lage der Verhältnisse wohl unmittelbar nach der Einführung auf die Hälfte, ja sogar auf ein Drittel des angegebenen Betrags reduzieren. 2. Schon vor Ostern haben wir, bezw. hat die von uns mit Erledigung dieser Angelegenheit beauftragte Kommission nach eingehenden Erörterungen mit maßgebenden Persönlichkeiten, denen wir mehr Vertrauen entgegenbrmgen als dem Herrn Korrespondenten, beschlossen, unser Gesuch den Mitgliedern des Stadlvor- tandes zwar zugehen zu lassen, zugleich aber angesichts der gegenwärtigen ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse den Herrn Bürgermeister zu bitten, es für dieses Jahr nicht zur Beratung gelangen zu lassen, hoffend, daß es verehrlichem Stadtvorstand später unter günstigeren Verhältnissen doch noch gelingen wird, die Erfüllung unseres Wunsches mit dem städtischen Haushaltsplan in Einklang zu bringen. Gi eßen, den 8. April 1902. Die Lehrer an den städtischen Volks schulen zu G ießen. * Ein Säbelduell hat in Breslau zwischen den ; Reserveleutnants der Artillerie Max Roth und Walter , Hoffmann aus.Reichenbach stattgefunden. Beide Gegner wurden leicht verletzt. * Brände. Ein in Zanzdowitz (Herzegowina) ausge- brochener Brand blieb auf das Holzlager der Firma Gottlieb & Eisle beschränkt. Das Sägewerk blieb intakt. Der Schaden beläuft sich auf eine Million Kronen. — In Pri- miero (Südtirol) brannten 22 Wohnhäuser nieder. Der Schaden wird auf eine halbe Million geschätzt. Händel und Verkehr. VolkLwülschast. Berlin, 8. April. Die Verhandlungen gegen die früheren Leiter derSpielhagen-Banken werden dem Vernehmen nach die zuständige Strafkammer wochenlang beschäftigen, ohne daß jedoch ein großer Zeugenapparat erforderlich wäre. Berlin, 8. April. Die vom Landwirtschaftsminister v. Pod- bielski einberufene Versammlung der Aufsichtsratsvertreter sämtlicher preußischen Hypothekenbanken sprach sich für Bestellung eines staatlichen Kommiffars im Hauptamt bei jeder Hypothekenbank, im Uebrigen für völlige Gleichstellung mit den süddeutschen Hypothekenbanken aus. Minister Podbielski äußerte, die Bestellung je eines Kommissars für einen bestimmten Kreis von Hypothekenbanken und im Nebenamte werde genügen. Stettin, 8. April. Die P u r e O i l E o m p a n y hat von der Stadt Stettin ein größeres Terrain auf vorläufig 25 Jahre gepachtet, um daselbst einen Lagerplatz für Petroleum einzurichten. Man hofft, nach der „Ostseeztg.", mit einer Niederlassung der genannten Gesellschaft den M o n o p o l b e st r e b un g e n der Standard Oil Company beziehentlich ihrer deutschen Zweiggesellschaft wirklich entgegenzuarbeiten. Die vorbereitenden Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Behörden sind abgeschlossen und die Genehmigung zum Ausbau des Lagerplatzes und die Errichtung von Tanks ist erteilt. Die Ausführung der Arbeiten ist an einen hiesigen Unternehmer bereits vergeben. Die Arbeiten auf dem Lagerplatz der Pure Oil Eo. sollen derart gefördert werden, daß der Betrieb noch bestimmt zum Beginn der diesjährigen Petroleum-Eampagne eröffnet werden kann. Hamburg, 8. April. Im Fallissement der Kaffeeimportfirma Neb en, Schultz u. Komp, betragen die Passiva 1 800 000 Mark. Voraussichtlich erhalten die Gläubiger 20 bis 25 Prozent. — Nene Ultimopnpiere. Die Börse benutzt jede Gelegenheit, Favoritspapiere in den freien Verkehr zu ziehen. Neuerdings sind an der Berliner Börse sogar die Aktien der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerksgesellschaft in den Ultimoverkehr gezogen worden, obwohl das Papier noch nicht einmal zur Börse zugelaffen worden ist. Ferner hat man dort in den Akten der Neuen Boden- Akü-Ges. ein großes Geschäft außerhalb der Schranken der vereideten Makler etabliert und schließlich werden auch eine Anzahl von Eassapapieren aus der Eisenbranche im freien Verkehr rege unigesetzt. Es geschieht dies einmal deshalb, weil dies die einzige Möglichkeit bietet, daß das Börsengeschäft nicht völlig eiiischlaft, dann aber auch, weil ein wirkliches Bedürfnis nach Ultimopapieren vorliegt, zumal da die Liste der Ultimopapiere nach Einrichtung der Northern Preferrerd-Aktien und nach der Verstaallichung der verschiedenen Schweizerbahnen nenerbing§ zusammengeschmolzen ist. Zum offiziellen Ultimohandel sind in neuerer Zeit nur die Aktien der Gr. Berliner Straßenbahn zugelassen worden — Hörder Bergwerks- und Hüttenverein. Aus den Kreisen der Verwaltung hört man, daß es für das laufende Ge- chästsjahr keine Dividende giebt. Jin Vorjahre wurden 5 Prozent verteilt. — Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft. Wieder ein Beweis für die noch immer gedrückte wirtschaftliche Lage ist es, daß in der jüngsten Sitzung des Auffichtsrats der genannten Gesellschaft konstatiert wurde, daß die Preise m der Elektrizitätsindustrie immer noch sehr ungünstig sind; das Jahreserträgnis der Gesellschaft wird dadiirch beeinträd)tigt werden. Ferner wurde mitgeteilt, daß die Aufträge für den Bau von Straßenbahnen nur in beschränkterem Maße vorliegen. — Badische Anilin- und Sodafabrik Ludwigshafen. Der in der Aufsichtsratssitzung vorgelegte Abschluß für 1901 weist einen Bruttogewinn von Mk. 10119 722 aus, gegen Mk. 9 828 712 im Vorjahre. Der Aufsichtsrat beschloß, nach Verwendung von rund Mk. 4 Millionen (i. V. 3*/, Millionen) für Amortisationen die Verteilung einer Dividende von 24 Proz., wie i. Vorj., in Vorschlag zu bringen. — Die ungarische Conversiorr» Jnr österreichischen Abgeordnetenhause ist jüngst die Aeusteruiig gefallen, als ob die Aus- iiahme der Barzahlungen seitens Oesterreich - Ungarns noch in weiter Ferne liegen würde. Dagegen hat sich der Finanzminister Lukacs ausgesprochen, der sagte, daß die Valutaregulierung soweit gediehen ist, daß Oesterreich dieselbe nicht behindern kann. Auch iii dem Motivenbericht zum Gesetze über die Conversiou wird Aehn- liches gesagt. In Budapester finanziellen Kreisen wird der Eon- version ein voller Erfolg prognostiziert. Bei der letzten Eonversion im Jahre 1893, als die Kronenrente zum Kurse von 92', Prozent angeboten wurde, hatten 98,2 Proz. der 5proz. Titres-Inhaber in den Umtausch gewilligt. Schon im Frühjahre desselben Jahres notierte die Rente 3 Prozent höher. Wie man einem Fachblatt mitteilt, werden diesmal vorerst provisorische Titres emittiert, welche mit drei HaldjahreS-Eoupons versehen sein werden. Die Ursache hierzu ist auf rein technische Gründe zurückzuführen. ** Deutscher Feuerversicherungs-Schtttzverbarrd. Nachdem die Großh. Handelskanimer für die Kreise Friedberg, Büdmgen und Schotten dem Deutschen Feueroersicherungs-Schutzverbande als Mitglied beigetreten ist, hat dieser Tage auch die Haiidelskammer zu Wiesbaden beschloßen, diesen Verband durch ihren Beitritt zu unterftiiljcn, teils um seine gemeinnützigen, auf die Wahrung der Interessen der Feuerversicherungsnehmer gerichteten Be- trebungen anzuerkennen, teils auch um den Wählern der Handelskammer den für solche Fälle vorgesehenen Rabatt von 33Vs Proz. auf denjenigen Beitrag zu verschaffeii, den Einzelmitglieder dem Verbände zu entrichten haben. Außer den genannten Handelskammern gehören dem seit etwa acht Slonaten bestehenden Schutzver- banbe noch 7 andere Handelskammern, sowie 48 wirtschastliche und industrielle Vereine an. Diesen 57 Korporationen dursten etwa 12 000 Interessenten angeschlossen sein. Auch hat der Schutzver- band, wie wir erfahren, in hiesiger Gegend bereits zahlreiche Einzelnutglieder gewonnen. von selbst verschwinden. Künstlich kann man sie nur zugleich mck der Lautschicht entfernen, in der die Pigmentflecken enthalten sind, und zwar durch Sublimatumschläge. Aber mit dieser Hautschicht kommen nach einigen Wochen auch die Sommersprossen wieder. Neueile Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 9. April. Die Tag ebücher, welche der verstorbene Zentrumsführer Dr. Lieber hinterlassen hat, enthalten wertvolle Beiträge zur deutschen innerpolrtr- schen und parlamentarischen Geschichte des letzten Viertel- fahrhunderts und insbesondere des lebten Jahrzehnts. Darin ist auch die Thatsache verzeichnet, daß dem Dr. Lieber nach Durchdringung des ersten grundlegenden Flottengesetzes die Wahl zwischen mehreren hohen Aemtern gestellt worden ist. Das Angebot ist übrigens nicht von dem damaligen Reichskanzler Fürsten Hohenlohe aus- gegangen.seld o r^, 9 ^1. Hier ist der Italiener Bernardino Frattode verhaftet worden. Tie Verhaftung hängt mit der Ermordung der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich zusammen. Frattodr ist Anarchist und befand sich zur Zeit des Mordes in der Schweiz, von wo er mit andern Italienern ausgewresen wurde. ,, London, 9. April. Trotz der Erklärungen Balfours im Unterhause, er besitze über den Verlauf der Friedensverhandlungen keine Nachrichten, behaupten die die heutigen Morgenblätter, daß die Verhandlungen einen guten Verlauf nehmen und der Abschluß des Friedens erhofft werden könne. (?) Eine amtliche Bestätigung dieser optimistischen Auffassung fehlt noch. London, 9. April. Nach Meldungen aus Buluwayo ist dort gestern die Leiche Cecil Rhodes eiinge- troffen. Die Beerdigung auf den Höhen von Matoppo erfolgt Donnerstag. — Das Kriegsamt sandte an Lord Kitchener ein Telegramm mit der Aufforderung, Kruitzinger mit Schonung und Entgegenkommen zu behandeln. — Einer Mitteilung des Kriegsministeriums zufolge müssen der bisherigen Verlustliste ui der Schlacht am Hartflusse 6 Tote und 49 Verwundete hinzugesügt werden. London, 9. April. Der Dampfer der Allan- Linie „H u r o n i a n", der am 11. Februar von Glasgow nach St. John abgefahren ist, um Heu für Südafrika zu landen, ist mit seiner Besatzung von 70 Mann verschollen. — Der deutsche Schooner „Helene", der von Bremen nach Plymouth unterwegs war und am 9. März bei der Insel White gesichtet wurde, ist in Plymouth nicht eingetroffen. Man befürchtet, daß das Schiff mit der Mannschaft vor drei Wochen auf der Höhe von Portland untergegangen ist. Paris, 9. April. In der Gegend am Faubourg St. Antoine wohnt ein Friseur namens Legrand mit Frau und einem sechsjährigen Söhnchen. Gestern früh verließen Legrand und Frau das Haus. Legrand kehrte nach einer Stunde zurück und stürzte nach einer Weile mit dem Rufe: „Man hat meinen Sohn ermordet" bleich und verstört heraus. Nachbarn, die herbeieilten, fanden den kleinen Sohn blutbedeckt im Bette liegend. Der Kops war durch einen Schnitt vom Runrpfe getrennt. Am Boden lag ein blutiges Rasiermesser. Der Vater wurde als des Mordes verdächtig verhaftet. Konstantinopel, 8. April. Der neue Exprcßdampfer der deutschen Levantelmie „Therapia" ist mit 80 Touristen hier angekommen. Der Dampfer hatte trotz des stürmischen Wetters eine ausgezeichnete Fahrt und bewährte sich vorzüglich. Morgen Abend findet an Bord der „Therapia" ein Essen statt, an dem teilnehmen der deutsche Botschafter Frhr. TeQephonischer Kursbericht . 102.00 I 2’/o Mexikaner 3>/,% Konsole 3V2o/o 3% do Hessen 92.10 100.10 . 111.40 43.50 . 102.70 101.50 . 101.15 . 100.70 . 43.50 . 28.55 3°,o 3‘s% Nordd. Lloyd . » Kreditaktieu , . Diskonto-Kommandi Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oc-sterr. Staat-bahn Lombarden . . Gottharibahn . , LaurahQtto . . . Bochum .... Harpener . . . . 26.41 . 90.11 . 109.0T 21L4( . 18ft.2i . 137.y . 137.1' . 151.7(. . 143.20 . 18.60 . 167.52 . 199.52 . 192.70 . 1644)0 Reichsanleiho do. . 92.45 4*/2 h Chinesen . . 102.00 Electric. 8cl uckert 3% Hessen . . . . 496 Ocsterr. Goidretne . . 4' ,96 Oesterr. Silberrente 496 Ungar. Goldrente . . 4°/ Italien. Rente . . . 4'6 96 Portugiesen . . . Portugiesen. . . . . 196 C. Türken . . . Türkenlose...... 4% Griech. Monopol -Anl. 4'/, 96 äussere Argentiner v. Marschall, der Generalkonsul, die zur Botschaft gehörend« Personen, die im türkischen Dienst stehenden deutsche Offizm» und Beamten, die Direktoren der anatolischen Bahn, Mitglieder der deutschen Kolonie und Vertreter der Presse. Am Donnerstag erfolgt die Abfahrt nach Odessa. Peking, 8. April. Der russische Gesandte Lessac, Kmg Tsching und Wangwcntschao unterzeichneten heute der» M and sch urciv ertrag. Die Schlußparagraphen bestimmen, daß die Ratifizierung binnen 3 Monaten zu erfolgen habe« Die Russen schlagen vor, sie wollten die Eisenbahn der Chinesen dann zurückgeben, wenn die Engländer die nnlllarisch, Verwaltung der Eisenbahn in Tschili aufgeben. Der britisch- Gesandte verhandelt mit dem Direktor der Eisenbahnen übe' eine Uebercinlunft, nach der die britischen Interessenten ar der Leitung der Bahn und an der Kontrolle der Einnahme^ und Ausgaben nach der Wiederübergabe an die Chinesen b» weitgehendem Maße beteiligt werden sollen. __ Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstrafie 2. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Bauschlosser, 2 Hausburschen, 1 Taglöhner, 1 Bureaugehilfe. Nachfrage der Arbeitgeber: 3 Lauffrauen, 1 Laufmadchen, 1 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Friseur. Bekanntmachung. Bei den am 12., 14. und 15. April 1902 im Hofe der alten Kaserne am Brandplatz slattsindendcn Krühjahrs-Kontroüversammtungen haben aus der Stadt Gießen zu erscheinen: am 12. April, vormittags 8 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebotes, sowie Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1894 und 1895 eingetreten sind: am 12. April, vormittags 10 Uhr: Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1896 und 1897 eingetreten find; am 12. April, nachmittags 2 Uhr. Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1898, 1899, 1900 und 1901 cingetreten sind, sowie sämtliche tut' Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden entlasseneil Mannschaften der Infanterie; am 14. April vormittags 8 Uhr: Wehrleute I. Aufgebotes der Infanterie, welche in den Jahren 1889 und 1890 eingetreten sind; am 14. April, vormittags 10 Uhr: Wehrleute I. Aufgebotes der Infanterie, welche in den Jahren 1891, 1892 und 1893 eingetreten sind; am 14. April, nachmittags 2 Uhr: Sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fußartillerie, Pioniere und Verkehrstruppen (Eisenbahn-, Telegraphen- und Luftschiffertruppen); am 14. April, nachmittags 4 Uhr: Sämtliche Reservisten des Trains (einschließlich Krankenträger), Saniläts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehllfen, Ockonomiehandwerker und Marmemannschaften, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften der Spezialwaffen; am 15. April, vormittags 8 Uhr: Wehrleute I. Aufgebotes aller übrigen Waffen; am 15. April, vormittags 10 Uhr: Ersatz-Reservisten der Jahrgänge 1889, 1890, 1891 und 1892; am 15. April, nachmittags 2 Uhr: Ersatz-Reservisten der Jahrgänge 1893, 1894, 1895 unb 1896; am 15. April, nachmittags 4 Uhr: Ersatz-Reservisten der Jahrgänge 1897. 1898, 1899, 1900 und 1901. Befreiungsgesuche sind durch das Hauptmeldeamt einzpreichen unb müssen behördlich beglaubigt sein, können aber mir im dringendsten Notfall genehmigt werden. Die Leute haben tn bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen. Die Militär- papiere (Paß mit eingeklebter Kriegsbeordnung unb Führungsatteft) muffen zur Stelle sein. Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Milrtärgesetz. Gießen, den 7. April 1902. 2870 Großherzoglicye Bürgermeisterei Gießen. _______________Mecum. ___________ Bekanntmachung. In das hiesige Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen unter Nr. 142 die Firma „Heuer und Plitt" zu Lollar; Inhaber: Georg Plitt und Ferdinand Heuer, Kaufleute daselbst; offene Handelsgesellschaft seit 1. April 1902. Gießen, am 4. April 1902. 2851 _______________Großherzogliches Amtsgericht.______________ Kredit-Verein Heuchelheim. Eingetr. Genossenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. Es wird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß der Vorstand und Auffichtsrat beschlossen hat, den Zinsfuß für alle Einlagen bei unserer Kasse und zwar vom 1. Juli d. I. ab auf 33/i Prozent zu ermäßigen. Diejenigen Einleger, welche mit dieser Zinsreduzierung nicht einverstanden sind, werden ersucht, dies bei unserer Kasse anzuzcigen, es wird alsdann Rückzahlung des Kapitals am l. Juli d. I. erfolgen. Heuchelheim, den 8. April 1902. Für den Auffichtsrat: Heinrich V o l k m a n n II.2859 v/i )WTTTeT37T sind besser als aue rchnUryen Proüune. Gur Bersuch Überzeugt. Zu hadert bei Eroii Bender, Neustadt 53. Bekanntmachung. Freitag den 11. April, nachmittags 2l/< Uhr, wird an Ort unb Stelle das Abfallholz aus den städtischen Anlagen am Oswaldsgarten, am Viehmarktplatz, auf der Südanlage, im Lerchen- wäldchen, am Lutherberg, au der Licherstraßc und auf dem ^rledho, am Nahrungsberg öffentlich meistbietend versteigert. — Dre Zu- fammenkunft ist am Reustädterchor. Gießen, den 5. April 1902. 2869 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Alle noch rückständigen Rechnungen über die zur Unterhaltung der städtischen Gebäude, Straßen u. s. w. im Rechnungsjahr 1901/02 ausgeführten Arbeiten und Lieferungen sind bei Meidung der Nichtberücksichtigung bis längstens den 1. Mai d. I. in doppelter Ausfertigung bei uns einzureichen. 2837 Gießen, 7. April 1902. Das Stadtbauamt. Schm andt.______ Submission. Für die psychiatrische Klinik soll die Lieferung von 100 Centnern guter Speisekartoffeln auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die für diese Lieferung gil- tigen allgemeinen Bedingungen (Erlaß der Großh. Ministerien vom 16. Juni 1893) und die speziellen Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerten sind versiegelt mit entsprechender Aufschrift versehen und unter Beifügung von Probekartoffeln bis zum Samstag den 19. April 1902, vormittags 11 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis 26. April 1902. 2868 Gießen, am 8. April 1902. Großh. Verwaltungs-Tirektion der psychiatrischen Klinik. I. V.: Dr. Dannernann. Submission. Für das Großh. Kollegien- haus Ludwigstraße 23 und die Großh. Üniversitätskanzlei Bismarckstraße 22 soll für das Rechnungsjahr 1902/03 auf dem Wege öffentlicher Submission die Entleerung der Senkgruben vergeben werden. Die Bedingungen liegen auf unserem Bureau Bismarck- slraße 16 offen und sind Offerten verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 12. April l. I. daselbst abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 19. April l. I. Gießen, den 3. April 1902. Großherzogliche akademische Administration^ - Kommission. In Vertretung des Kanzlers; Hansen. 2745 Iie HchmstciMng vom 4. April in der Ober- örsterei Schiffenberg ist genehmigt. Die Abfuhrscheine ’önnen vom 15. April an bei den zuständigen Hebestellen bezogen werden. DieUeberweisung des Holzes erfolgt Mittwoch den 16. d. Mts., morgens 8 Uhr. 2860 Gießen, den 8. April 1902. Gr. Oberförsterei Schiffenberg. Hey er._________ Versteigerung. Freitag den 11. April, nachmittags 2x/2 Uhr, werden in dem Bieker'schen Saale Neustadt 55 dahier nachverzeichnete Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 1 Chaiselongue, 1 großer Küchenfchrau^ mit Glasaufsatz, 1 Sofa, 1 Nähmaschine, eine Partie eingerahmte Bilder, eine Partie Herrenkleider, sowie ein Faß Sherry. 2858 _________I. A.: Schneider. Versteigerung. Donnerstag den 10. April d. IS., nachmittags 2 Uhr, werden im Pfandlokal Sellers- weg 11 gegen Barzahlung versteigert : 1. Kommoben, Sofas, Schränke, Spiegel, Wanduhren u. a. m. 2. 1 Revolver, 1 Flobert, eine Blendlaterne, 1 Schraubenschlüssel, mehrere Messer, 2 Meisel, 2 Stöcke, 1 Mili- tärmütze unb Koppel. Die Versteigerung unter 2 finbet bestimmt statt. 2601 Gießen, den 1. April 1902. Johann, Pfandmeister. Donnerstag den 10. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, sollen dahier Neuenweg 28 Haus- uud Küchengeräte aller Art zwangsweise gegen bar versteigert werden. 2367 Gießen, den 9. April 1902. Seipel, Gerichtsvollzieher. Für einen Teller Suppe genügt die der Größe einer Erbse entsprechende Menge Siris, um dieselbe wohlschmeckend unb kräftig zu machen. Zu haben bei 2707 Carl Schwaab. ' i' Gemüse re. Bin Donnerstag den 10. April den ganzen Tag, eventl. auch Freitag den 11. April auf Bahnhof Gießerr anwesend mit zwei Waggons folgenden Inhalts: •Kotfiraut, Weißkraut, Wirstng, Zwickeln, gelö« Fiüven, Weerrcttig, Sellerie, Iorree, Spinat, Aepsel, hochfeine Apfelstncu, ßitronen, Wallnüsse, Kopfsalat, Kirnen, Mumenkoyl, eingemachte ^reißclveeren, gemischte Höstmarmelade 2C. 2C. 2C. , Gebe alles zu den billigsten Preisen ab und bitte um geneigten Zuspruch. ^866 Christ. Klein, Altenkirchen (Western,.) b Z Fische u. 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