Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bekanntmachung, "bett, die Bevollmächtigung deS Staatsministeriums mit der vorübergehenden Vertretung Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs, vom 3. Dezember 1902: Unter Bezugnahme auf den Allerhöchsten Erlaß obigen betreffs von heute wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Vertretung Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs in Ausübung Allerhöchstdessen Regierungsrechte in Angelegenheiten, die nach den Verordnungen, die Organisation der ,'bersten Staatsbehörde betr., vom 15. Marz 1879 und vom . August 1896 autzschließiich zu dem Geschäftskreis einer bet innerhalb des Staatsministeriums bestehenden Ministerien gehören, von diesem Ministerium, in allen übrigen Angelegenheiten von dem Staatsministerium wahrgenommen verden wird. Darmstadt, den 3. Dezember 1902. Großherz oqliches Staatsministerium. Rothe. Dittmar. Gnauth. Valckenberg. Tie Stellvertretung des (tzrohherzogS. Das neueste Regierungsblatt veröffentlicht, wie schon Iburch eine Drahtnachricht im Sonntagsblatte mitgeteilt, einen .allerhöchsten Erlaß über die Bevollmächtigung deS Staats- Ministeriums mit der vorübergehenden Stellvertretung Sr. königlichen Hoheit deS GroßherzogS. Der Erlaß lautet: Ernst Ludwig von Gottes Gnaden Groß- Herzog von Hessen und bei Rhein rc. ic. Da Wir durch eine überseeische Reise für einige Zeit an Ser Erledigung der Regierungsgeschäfte verhindert sein werden, so erteilen wir hierdurch auf Grund des Artikels 10 des »Gesches, die Regentschaft betreffend, vom 26. März 1902 Unserem Staatsministerium Vollmacht, Uns für die Dauer Anserer Abwesenheit auS dem Großherzogtum in der Ausübung Unserer Regienmgsrechte zu vertreten. Wir ermächtigen zugleich Unser Staatsministerium, wegen dieser Vertretung nähere Anordnungen zu treffen, insbesondere auch zu .'bestimmen, daß die Vertretung in Angelegenheiten, die nach ben Verordnungen, die Organisation der obersten Staatsbehörde betreffend, vom 15. März 1879 und vom 1. August 1896 ausschließlich zu dem Geschäftskreis eines Unseren Ministerien gehören, von diesem Ministerium wahrgenommen werden kann. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoglichen Siegels. Darmstadt, den 3. Dezember 1902. (L. 8.) Ernst Ludwig. Rothe. Dittmar. Gnauth. Volltische Wochenschau. Mehr als je waren in der vergangenen Woche die Blicke der Deutschen, ja von ganz Europa, auf den deutschen Reichstag gerichtet. Immer mehr ist's der Zolltarif der die Reichsboten zur Beratung zusammenhalt. Rach sechstägiger Geschäftsordnungsdebatte hat man sich endlich darüber geeinigt, daß der Antrag v. Kardorff, der die en block-Mnnahme sämtlicher 914 Positionen des Zolltarifs vorsieht, zulässig sei. Das war für die Linke der Moment < der wütendsten Obstruktion, der tumultuarischsten Szenen, wie sie der Reichstag noch nie gesehen. Alle Augenzeugen sind darüber einig, daß die Reichstagsberichte nicht im entferntesten imstande wären, ein auch nur einigermaßen anschauliches Bild von dem wiederzugeben, was sich rn diesen Tagen im deutschen Parlament zugetragen. Hat man während der Beratung die Wochen hindurch die Linke, insbesondere durch den unvermeidlichen Singer, die Obstruktion recht fleißig geübt, so war es doch das reinste Kinderspiel, was seit Dienstag geschehen ist. Zunächst Antrag auf Antrag, daß eine solche Verwirrung herrschte, daß kaum noch jemand fähig war, zu erkennen, was der Gegenstand der Verhandlung, was der Kern der » st immun g war. Oder wer vermag sich darinnen zurecht zu finden, was der Mg. Bebel beantragte: „Ich beantrage, über den Antrag auf Nichtzulässigkeit des Antrags über Nebergang zur Tagesordnung die namentliche Abstimmung". Roch mehr solcher Ungeheuer erzeugten die Verhandlungen, zugleich bei ohrenbetäubendstem Lärm, und dadurch war die Phase der Farce durchschritten und der Reichstag selbst zum förmlichen Kampfplatz geworden. Herr Paul Singer, neben Stadthagen die auffälligste Erscheinung_\m Reichstage, als wagemutigster Reiter, als tollkühnster Führer, so wie's sichs gehört, allen voran, und hinter ihm der paukende Chor der Rhabarberleute, der Antrick und Gothein, der-Ulrich und Reißhaus, den Präsidialtisch erstürmend, ins gefährliche Gefecht mit dem Präsidenten eingehend, dieser selbst sich wahrend durch den grellen Ton der Glocke, und über all diesem Kämpfen und Ringen, dem Gewirr und dem Donner, der die Luft erzittern macht, thront Herr Spahn, wie von einem erhöhten Punkte als Sachverständiger den einzelnen Bewegungen und Operationen zuschauend, thatsächlich aber eine Rede haltend, die kein Mensch verstehen kann, bis endlich Herr Singer erlag und das Gefecht abgebrochen wurde. Roch ist er nicht tot, noch will der bewährte Kämpe sich erheben, seine Freunde jedoch tragen ihn fort und unter Bebels Händen giebt er seinen Geist auf — an den Verhandlungen darf er keinen Anteil nehmen. Einer steht zähneknirschend zur Seite, sein Herz ist geteilt und möchte zerspringen angesichts dessen, was sich hier zuträgt. Eugen Richter ist's, der Verteidiger des Parlamentarismus, der eifrigste Vertreter des Freihandels. Keiner Partei kann und wlll er sich mit seinen Mannen, die im Laufe der Jahrzehnte ihm geblieben, anschließen. Das schroffe Gebühren der Linken, mit der er so oft Schulter an Schulter gestritten, widert ihn ebenso an, wie ihm die Rechte mit ihrem großen Eifer, den Zolltarif durchzu- brtngen, unsympathisch ist. Rur einmal hat er sich erhoben, er, der Riese, gereizt durch die Mückenstiche, und gewaltig zahlte er heim. Niemand konnte es so thun, wie er, denn sachlich stand er auf der Seite seiner Gegner. Vor seiner scharfen, zwingenden Logik mußten alle verstummen. Er konnte darauf Hinweisen, daß niemand und nichts anders die auseinanderstrebenden Mehrheitsparteien zusammen- aeschweißt und so erst zum richtigen Gelingen des Zolltarifs lhr bestes gethan habe, als die Obstruktion der Linken, die sich dadurch der gröbsten Verletzungen der von ihr stets hochgehaltenen parlamentarischen Freiheit schuldig gemacht. . „Der deutsche Reichstag soll nach unserer Meinung ein Muster sein in korrekten Formen des Parlamentarismus", so schloß der Gewaltige von Hagen seine Rede, m der die ranze Heuchelei des Radikalismus und des nut ihm verbündeten weiblichen Freisinns ans Licht gestellt wurde. Und in der That, nichts macht einen unangenehmeren Eindruck, als meiw Singer sein gefährliches Spiel dadurch zu recht- ertigen sucht, daß er die Sozialdemokratie als dazu berufen erachtet, Hüter der Geschäftsordnung, Stutze des Parlamentarismus, Verfechter des Rechts, des Gesetzes und er Ordnung zu sein, die nicht dazu beitragen will, noch nicht einmal indirekt, die Würde und daS Ansehen deS Parlaments herabzusetzen, wenn Singer seinen Gegnern, die die Mehrheit haben, Vergewaltigung vorwrrft und Ausdrücke entgegenschleudert, wie „die Mehrhcitsparteren hätten die Diktatur des Zollwuchers eingeführt", und der „Vorwärts" in getreuer Nachfolge von den Preßsöwlmgen des Zollterrorismus schreibt. Und dabei geht derselbe Herr Singer in seiner unberufenen Zensorschast so wert, daß er bestimmen will, ob und wie lange ein Redner zu sprechen hat, daß er den Gang der Debatte vorschreiben wrll, und wenn es nicht nach seinem Willen geht, so verfügt er über ein solches Heer lärmender Genossen, daß die Verhandlung abgebrochen und er selbst, der Vorsitzende der Geschäftsordnungskommission, kalt gestellt werden mutz. Unseres Wissens ist ein solcher Fall fett Bestehen des deutschen Parlaments nocb nicht vorgekommen, und der Reichstag hat sich, dank einer revolutionären Minderheit^ noch nie so unfähig gezeigt, wie jetzt, sodaß der Wunsch Richters verständlich wird, wenn im deutschen Reichstag österreichische Zustände einreißen sollten, möchte er nicht fernerhin die Ehre haben, Mitglied dieses hohen Hauses zu sein. , Das englische Parlament hatte im Jahre 1881, durch die irischen Debatten hervorgerufen, ähnliche Verhältnisse, wie jetzt wir in Deutschland, aber praktisch, wre die Engländer nun einmal sind, wurde von der Mehrheit schnell ein Gesetz gemacht, das dem Präsidenten die Macht grob Abgeordnete, die sich nicht fügen wollen, von der wertereii Debatte auszuschließen und zwar von einer Woche bis zu einem Monat. Hierin verrät sich ein ganh gesunder Sinn. Es stellt sich darin ein ganz gesundes Mettel bar, Mienen zu verhindern, die nur zu dem Zwecke arrangiert werden, bte Gesetzgebung lahm zu legen. Die Mehrheit des deutschen Reichstages wird es zunächst mit einem gelinderen Mittel versuchen. Es wird von ihr ein Antrag präpariert, der dem Präsidenten die Vollmacht geben will, Reden zur Geschäftsordnung auf die Dauer von fünf Minuten zu beschränken und auch selbständig zu entscheiden, wieviel derartige Reden zu einer Frage zugelassen werden sollen. Es erscheint uns fraglich, ob man damit das erwünschte Ziel erreichen wird. Unsere ganze Geschäftsordnung ist, dem deutschen Geiste entsprechend, auf Obstruktion nicht zuge- schnitten, denn Obstruktion ist so wenig deutsch, wie ihr - Name. Wenn aber ausländische Gepflogenheiten in deutsche . Parlamente Einzug halten, wird die deutsche Mehrheit, wenn i auch notgedrungen und ihr eigenes Wesen verleugnend, , zu Mitteln ihre Zuflucht nehmen müssen, die der Ver- ■ schleppungstaktik einer Minderheit wehren. Während der deutsche Reichstag einen Hausstreit ganz i ungewöhnlicher Art führt, bei dem die Regierung als . staunender Zuschauer figuriert, erwachsen ihr drüben über [ dem Atlantischen Ozean, in dem nördlichsten Staat des Nr. 2RR Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im W.'wlel mit bem hessischen Landwirt bie Siebener Hamiliew blätter viermal in der Woche betflelegl. !Rotahon6bvucf il Verlag der Brühl 'ichen Ünivers.-Buch- u.Stem- bruderei (Pietsch Erbens Reboftton, Ervedttron und Druckerei: Schulstratze 7. lldresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. z,rnlvrkckanl'tiluß 91 r. 51. Erstes Blatt. 15S. Jahrgang Montag ^.Dezember GlehemrÄnzelgeM M General-Anzeiger v käs i.V.. Fr. Hannern ann; für „Stadt u. Land" und -Gerichtssaal": Curt Plato-, für den Anzeigenteil: Äanß Beck. Zlnler sonnigem Kimmel. Brief aus Italien von E. E. Wo soll ich nur anfangen, um Mr auch nur einen Reinen Begriff von all dem Herrlichen zu geben, das ich inzwischen gesehen habe? Von Botzen will ich nicht ausführllcher erzählen, aber schön war es mit den gewaltigen Bergriesen rings umher und den schönen dunkelblauen Trauben in den Weingärten. Dann der Gardasee? .Hätte ich Dich nur Bet nur haben können, als ich an einem herrlichen, sonnigen Tage auf der tiefblauen, F ut dahinglitt, an fruchtbaren Gefilden und schroffen Felsen vorüber. Auf letzteren sah man oft m schwindelnder Höbe ein Dorf oder ein einsam gelegenes Krrchlem Man begreift kaum, wie die Leute da oben existieret können. Postsachen imd Lebensmittel wurden durch eine Winde vom Schifte aus hinaufbefördert. Jenseits schien sich aber ein Hochplateau anSzudehnen oder allmählia abzr»stufen, so daß den Leutchen dort oben m ihren Fersennestern doch ganz behaglich zu Mute sein mag. Verona hat auf mich einen unvergeßlichen Eindruck gemacht' Ich kann mir nicht denken, daß^ irgendwo größere Kontraste neben einander existieren. Die Stcch an sich ist düster und schmutzig, aber^ungemein inrieng! offenen Läden, in denen d,e Waren uach alter Sitte bis tief in die Straße hinein ausgeboten werden die Piazza del'Erbe, von stolzen Marmorpalasten emgefaßü ^^Auf diesem Platze spielen sich die Obst- und> Gemüsemärkte:ab, die durch die kräftigen verschiedenen Farben ihrer Pro- butte für die schönste Dekoration s^gen. Verona ist von einer FfttunOmaner umschlossen und ^^se wird durch prachtvolle Thore unterbrochen, besonders zwei derselben haben mir sehr gefallen. Sie sind ganz> auS Quadersteinen, in der einfachen, maßvollen Art b^r ^lrena erbaut. Der berühmte Sanmichele hat die schönsten $$ore herrlichen Paläste der Skaliger erbaut. Ja, die skaliger — sie haben mir in Verona viel zu sschaffen gemacht, sodaß ich jede Nacht von ihnen träumte, und am lleosten gleich ihre Familienchronik studiert hätte. Ein fftoiIjetf, furchtbares Geschlecht sind sie gewesen. Der Urahn, der Freund und Beschützer Tanie's, erwarb großen Ru )in und machte Verona weit und breit gefürchtet. Schon bei Lebzeiten läßt er sich einen schlichten Sarkophag mit schönem, einfachem Monument darüber errichten und darin ruht er noch heute im Angesichte Veronas, und in der Rühe birtr nicht weniger aber oft höchst verrücktet Nachfolger. Da ist einer, der hat Mord auf Mord, fretltch andererseits auch Ehre auf Ehre gehäuft und sein Grabdenkmal wirkt wie ein eigentümliches Bekenntnis! Ob der trotzige Geselle schließlich doch, Gewiflensbisse fühlte und sich quasi durch dies öffentliche Sündenbekenntnis in Stein mit seinem Gott versöhnen wollte oder ob der Künstler auf eigene Hund für ihn diese erschütternde Beichte ablegte i Du glaubst nicht, wie viel einem solch Stein zu raten aufgiebt? Da i-st u. a. ein Relief: „Kain und Mel", worin nach alter Tradition Kain mit den Zügen des ge- waltthätigen Skaliaers ausgestattet ist. Wieder hieß man denselben stolzen Skaliger reumütig knieen vor der Mutter des erbarmens und endlich erblicken wir ihn stolz zu Roß, das Antlitz jedoch bedeckt mit Helm und Visier — die Dolk-sage meint, weil er die Züge des Brudermörders vor seinem Volke verbergen wollte. Alle die Monumente zeigen im Aufbau und in den Details eine zauberhafte Schönheit und das Eisengitter, das dies eben erwähnte Grabmal einschließt, ist in feiner Art wohl kein geringeres Kunstwerk als das Denkmal an sich. Die stolzen Paläste der Skaliger schmücken noch heute bie Stadt, und ihre trotzigen Burgen liegen hie und da im Lande zerstreut. Und dann die Arena! Wie nur die Römer von ihren herrlichen gymnastischen Uebungen bis zu den Gladiatoren kämpfen sinken konnten. 20—30 000 Menschen soll die Arena haben fassen können. Noch sieht man die finsteren Felsenlöcher, in denen die Gefangenen, andere, in welchen die Bestien untergebracht wurden. Padua hat mir auch sehr gefallen. Ich lernte einen liebenswürdigen alten Professor der dortigen Universität kennen, der hat mir Fresken gezeigt, die, wie er meinte, die Reisenden selten zu sehen bekämen, herrlich, sage ich Dir. Engel in zart blauweißen Gewändern mit leuchtendem Goldschmuck auf grauschwarzem Grunde. Am meisten haben mich aber bi: Fresken Mottos interessiert. Giotto muß einen beig. ^.nbc« Ehrgeiz gebabt haben, aber trotz seiner männlichen energischen Pinkelführung verrät er oft ein fast frauenhaft zartes Empfinden. Jeder Aufgabe weiß er den Augenblick abzwzewinnen, in dem er das tiefste seelische Empfinden hineinleaen kann. Er war ja mit Dante zu gleicher Zeit in Padua und der Gedankenaustausch mit dem gelstesgewaltigeii Freunde mag ihm manche Anregung gegeben haben, aber er hätte doch nicht so unsagbar vieles in seine Bilder hineinlegen können, wenn er selbst nicht den Blick besessen hätte, der bis auf den Grund der Deelen dringt. Wünsche Dir doch zu Weihnachten einige Photographien nach den Fresken aus Santa Maria d^Areoa, etwa.,Joachim bei den Hirten", „die Heimsuchung", „die Verkündigung" und wenn Du sie bekommst, so achte doch auf das tiefe Gefühl, mit bem sich Giotto in die Lage und Stimmung der ein zelnen Personen versetzt: darin ist er ganz einzig. Hätte ich Dich nur mit in Venedig gehabt. Hier bleibt einem ja erst recht nicht das wehmütige Gefühl erspart, das einen übermannt, wenn man bie stolze Vergangenheit Italiens mit der Gegenwart vergleicht. Ich weiß, es soll noch ein ungeheurer Reichtum tn Venedig aufgespeicbert sein. Der Fremde, der einige Wochen hier weilt, sieht davon wenig. Mehr als irgendwo sonst drängt sich einem hier das Gefiihl auf, daß die Stadt hauptsächlich von den Fremden lebt. Durch den Unverstand und den ungebildeten Geschmack, namentlich der reisenden Amerikaner, ist das Kunstgewerbe hier direkt beeinflußt und begnügt sich meist mit schlechtem Kopieren alter Kunstwerke. In den alten stolzen Marmorpalästen Hausen Krämer oder Hotelbesitzer. Wer trotz allem? — Venedig behalt seinen Zauber! Die Fabrten nach dem Lido oder auf dem Eanake granbe an all den herrlichen Marmorpalästen vorüber, die Spaziergänge auf dem Markusplatze beim Mondenscheine, wenn sich die Kontureir der Markuskirche oder bie eleganten Spitzenborduren der Procuratien von dem schwarzblauen Rachthimmel abheben — das alles wird mir unvergeßlich sein. Die Tauben auf dem Markusplatze hätten Dir Spaß gemacht. Sie kommen zu Hunderten, wenn man sie füttert, setzen sich einem auf die Schultern, auf die Hände, und lassen sich Zeit, die Körner nchig auszupicken. Wmi-derbar «steht durch das Anschauen der Kunsll werke das alte Venedig vor einem. Der Dogenpalast. Vxt-> Piobef lasche M.LÜberall erhältlich Pfeiffer fit Dillere Kaffee-Essenz Niederlagen überall! Fabrik Horchhei » bei Worm» a. Rh. Dergkanve der norwegische Dichter BjSrnfterne Björnson geboren. AlS Atüarbeiter, dann als Redakteur bedeutender Zeitungen begann er seine Schriftstellerlaufbahn. Nachdem seine „Bauernnovellen* bedeutenden Erfolg erzielt hatten, versuchte er sich m dramatischen 'Arbeiten, in denen Der Dichter einen ausgesprochenen Realismus vertritt, der im Verein mit seiner nordischen Natürlichkeit einen kühnen, kraftvollen Charakter verrät. Gestern traf nun an hiesiger Bürgermeisterei die Nachricht ein, daß derselbe auf dem Felde bei Gravclolle, auf dem er im Jahre 1870 im ersten hessischen Jägerbataillon suh DaS eiserne Kreuz erworben und dem Tode kühn in das Luge geschaut, erschossen ausgefunden sei. "Die Allgemeine Sterbekasse Gießen hielt am Sonntag nachmittag ihre 13. Generalversammlung. Wie aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden, Schneidermeister Pfaff, ersichtlich, hatte daS letzte Jahr ein günstiges Ergebnis sowohl in Bezug auf Zugang neuer Mitglieder, wie der geringen Zahl der Sterbefälle. Die Mitgliederzahl hob sich von 989 auf 1120, ausschließlich der seit dem 30. Nov. erfolgten Anmeldungen. 12 Mitglieder schieden durch Tod, 2 durch freiwilligen Austritt aus. Der vom Kassierer Bruch- Hauser erstattete Kassenbericht verzeichnet an Einnahmen 3732 Mark 29 Pfg., an Ausgaben 3u93 Mk. 78 Pfg., so daß 638 Mk. 51 Pfg. dem Reseroefond überwiesen werden konnten. Letzterer beträgt z. Zt. 5007 Mk. 42 Pfg. — Während seines 13jährigen Bestehens hat der Verem 126 Lterbefälle unter fernen Mitgliedern gehabt und wurden hierfür an 15 Mitglieder L 75 Mark, an 15 L 100, an 24 a 120, an 23 ä 150, an 10 ä 170, an 14 ä 185, an 13 & 200 und an 12 ä 210 Mark, in Summa 18 365 Mk. auSgezahlt. Die Sterbekasse ist wieder in der angenehmen Lage vom 1. Januar 1903 ab, das Sterbegeld von 210 auf 230 Mark zu erhöhen. Das Eintrittsgeld beträgt für eine Person: im Alter von 16—25 Jahr Mk. 1, im Alter von 25—30 Jahr Mk. 1.50, im Alter von 30—35 Jahr Mark 2.50, im Alter von 35—40 Jahr Mark 4.—, im Alter von 40—45 Mk. 7.—. Bei der Aufnahme ist außerdem noch em Sterbefallbeitrag von 25 Pfg. zu bezahlen. Für jeden Sterbefall eines Mitgliedes ist der Kasse ein Beitrag von 25 Pfennig zu entrichten, welcher durch den Kassenboten gegen Quittung erhoben wird. Zur Auskunft in allen Fragen sind die Herren Schneidermeister Georg Pfaff, Wall- thorstraße 25, Schuhmachermeister Seidewand, Teufelslust- gärtchen 20, Bureau-Vorsteher Bruchhäuser, Wolfstraße 8, bereit. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder, Seldewand, Bock, Müller wurden wiedergewählt, von den ausscheidenden Mitgliedern des Aufsichtsrats dre Herren Schneko, Fourier, Müller, und an Stelle der erkrankten Mitglieder Volz und Gemmecker die Herren Holtberg und Linker neugewühlt. Den ausscheidenden Mitgliedern wurde der Dank der Versammlung für ihre Mühewaltung ausgedrückt, und nachdem seitens des Aufsichtsrats der richtige Befund der Kasse bekundet, dem Kassierer Entlastung erteilt. Nach längerer Debatte über interne Angelegenheiten der Kasse wurde die Generalversammlung geschloffen. Krüskasten Ser Redaktion. (Anonyme Anfragen bleibe» un berücksichtigt.) E. U. Z. Sie müssen die Anfrage wiederholen, ohne fit nützen uns auch die Statuten nichts. ckUlü Hloöt nilö Land. Gießen, den 8. Dezember 1902. '* Gedenktage. Vor 70 Jahren, am 8. Dezember 1882, wurde zu Kvckne m Oesterdalen tn einsam wildem JIii p Vpi «Innung wird geregelt wenn Sic nach jeder Mahlzeit **LaufmännischerVerein. Auf den heute abend im Cafs Lett» statt find enden Vortrag sei an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht. Derselbe wird behandeln: Was ist ein geologisches Zeitatter — Bestimmung der Dauer eines solchen — die Länge der früheren Zettalter — die Ursachen der Veränderung — kurzer Rückblick auf die rüheren erdgeschichtlicheu Epochen — Stein kohlenzett — Die Zeit der Riesenechjen — die Zett der Entstehung der großen Gebirge — die Alpen, Apenninen, Himalaya — in welchem geologischen Zettalter leben wir — die Verteilung der Kontinente und Ozeane auf Erden und ihre Ursachen — wirkt die Kraft, welche jene Verteilung beringte, noch weiter — Katastrophentheorie — allmähliche Veränderung — die letzte Eiszeit — Anzeichen der nahenden Veränderung — vulkanische Katastrophen — Krakatau Neuseeland — Vesuv — Martinique — die erlöschenden Geys er im Aellowstonepark — Erdbeben — Vogtland — Folgen Derselben — Sinken der Küsten — der Campanile in Venedig — der Rückgang der Gletscher auf der nördlichen Halbkugel — die Gefahr, webche der Erdoberfläche vom LÜdpole droht — Klimaändcrungen — AuSsterben ganzer lieraattungen — die Nervosität des Zeitalters tc. 0 Lindheim, 7. Dez. Vorige Woche fand hier der Schluß des -weiten halbjährigen Kursus unserer Haus- altungsschule und die Entlassung der Schülerinnen tatt. . Für den Monat Dezember bleibt die Anstatt ge- chlossen, um am 3. Januar 1903 mit einem neuen Kursus wieder eröffnet zu werden. !? Dauernheim, 6. Dez. Der wohlhabendste Bürger I. C. von hier entfernte sich vor ungefähr vier Wochen infolge einäetretener Famttienzwistigkctten von seiner Familie, angeblich um nach Amerika auszuwandcrn. Kirchliche Kachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 8. Dezember, abends 8 Uhr, Bibelftunde im Konfirmandensaal der JohanneSkirche. Tert: Psalm 103. Äurrer Euler. Die Pfarrer und Kirchenoorstände der vier Kirchen« Semeinden bitten chre Gemeindeangehörigen, ihnen auch in diesem ahre Gaben zur Ehrrstbescherung der Armen spenden zu wollen. Solche Gaben wolle man freundlichst den Pfarrern oder Kirchenvorstehern jeder Gemeinde übermitteln. Auch die Gemeinde- ichwestern sind bereit, Gaben entgegen-unehmen. füdamerikanischen Kontinents, Ausgaben, die sie zur Wachsamkett zwingt. Präsident Castro, vielleicht der größte Deutschenhasser, der in den letzten Jahren fast stets in Revolution sich befindlichen Republik Venezuela, weigert sich, den durch die letzten Unruhen an deutschem Eigentum verursachten Schaden durch Geldentschädigungen auszugleichen. Es waren bescheidene Ansprüche, Die die deutsche Eisenbahn- aesellschaft und die Diskontooesellschaft erhoben, nichtsdestoweniger aber sieht sich die deutsche Regierung genötigt, «der Beugung des Rechts und der Billigkeit durch Gewalt «ttgegenzutreten, und zwei Kreuzer haben Befehl erhallen, jich seebereit zu machen, was in ungefähr 14 Tagen geschehen fein wird. England befindet sich in ähnlicher Lage, toie Deutschland, aber es ist imstande, sofort vier Kriegsschiffe in die südamerikanischen Gewässer in See gehen zu lassen, und zwei andere werden in kürzester Frist folgen. Das läßt wieder einmal unsere Schwäche zur See erkennen And das einzusehen, ist es nachgerade Zeit, damit wir Besserung erfahren und in den Skano gesetzt werden, unseren Forderungen mehr energischen Nachdruck zu verleihen. Dem Präsidenten Castro selbst scheint es nun aber doch etwas ungemütlich zu werden. Denn er soll wirklich Die Absicht haben, seinen Verpflichtungen nachzukommen, vorausgesetzt, haß er die Gelder aujzutreiben vermag. Die Forderungen Deutschlands sollen über 15 Mill. Dollars, also über 60 Will. Mart betragen, England will 10 MiU. Dol. ein stecken. Eine andere amerikanische Kundgebung hak die Löelt- politik beschäftigt, eS ist die dem Kongretz der vereinigten Maaten zugegangene Botschaft des Präsidenten Roosevelt, die als umfangreiches Aktenstück Die innerpolttijche ünd wettpolttische Lage der jungen Republik darsteltt und demgemätz höchst bezeichnend ist und manchen auch für und wichtigen Passus enthält. Besonders beachtenswert ist, >was Roosevelt vom Zolltarif spricht. Er sagt. Die Erfahrung habe gezeigt, daß das große Gedeihen oes Landes zich stets unter einem Schntzzolllarif entfallet habe. Besser lei es, zcttweilig lleine lledelstände im Tarifwesen zu er* trugen, als rasche und ruckweise Aenderungeti vorzuneyrnen. A«ui es auch wünscheneSwert sei, bei Festhattung des Prinzips dessen Durchführung Den L^ränderungen Der natio- B.en BeDürsnisse anzupassen, so sei doch als Richtschnur zuhalten, daß der Grundgedanke des ganzen Tanfjppems fei, für Die amerikanisck>en Geschäftsttiteressen mindestens öolle Gleichheiten mit denjenigen des Auslandes cherzustellen, sodaß der Zoll die höheren amerikanischen Arbeitslöhne mehr als ausgleiche. Das ijt eine Aussprache, die den Freunden des deutschen Zolltarifs höchst willkommen ist. .Ter Ausstand des SchiffspersänalS in Marseille den Engländern sehr willkommen zu sein. Die die künftige Gelegenhett zur Beorderung von Löaren und Reisenden ausnutzen. Ä Schiffe liegen im Hafen ohne jede Bemannung. Für den Postverkeyr und die Beförderung Hon Militär muß Die Staatsmarine herangezogen werden. Do ist Die ohnehin schon Durch verschiedene Umstäiich- jchlechte Lage des großen Mittelmeerhajens recht tritijai uuD wird, wenn nicht bald ein Ausgleich, zu stände kommt, bedenkliche Erscheinungen Lurucklasseu Tie anfängliche, so- wohl auf fetten der Rheder all auch auf fetten der Arbeiter große Hartnäckigkeit scheint einer versöhnlicheren Stimmung Platz zu machen, denn die letzten Meldungen bringen Die Rachsucht, Dag Admiral Rouoier mit dem Aä- jiDenien und dem Sekretär Des Ausstandes eine Besprechung gehabt habe, Die auf eine pttedllche Lösung der rigteiten hoffen läßt. Während der König von Po rtu g a l in England wellt Mahrscheinlich um (eine überseeischen Besitzungen zu ver- f^^rn, ist eine Minister kris is ausgebrvchen und Jier Ministerpräsident vertzweifell daran, die Streitigkeiten bis zur Wiederkehr des Königs beseitigen zu können. Alle Wett ist erstaunt Darüber, Dag Der König bei solch schlechter Nackricht nicht sofort feine jsbofser zur Heimreise packt. Mahrschemlich geftiU es ihm in England, wo man, wenn man will, auße vor deutlich liebenowürdig sein kann, so gut, öaß er die Lösung Der Schwierigketten erst abwartet. Auch im benachbarten Spanien hat das Ministerium seine Demission einaereicht und hat sich der junge König 24 Stunden Bedenkzeit ausgehallen. Den Regierungen in Italien und Griechenland scheintA auch nicht sonderlich aut -u gehen, denn Dort hat ein starker' Kampf gegen verschiedene Vorlagen, besonders gegen Daß Ehe jscheidungSgesetz begonnen, und hier haben Die Neuwahlen nur Gegner der Regierung in Die Kammer gebracht. Leibniz üiscuiis Za haben bei Hofl. J. koux, Sdiereweg Do. 25. 8536 Gerichtssaal. R. B Darmstadt, 6. Dez. Tas Schwurgericht Denin teilte am Freuag Die Elisabeth Gockel aus Zeilhard zu zwei Jahren, deren Mutier zu vier Jahren Gefängnis während der Vater Gockel freigesprochen wurde. — 2t m heutigen verhandelte das Schwurgericht gegen den Karouffel besitzet Geisel aus Ober-Ramstadt wegen Urkundenfälschung. Ter Angeklagte, der in sehr bedrängten Verhältnissen lebt, Vater von mehreren Kindern ist, hat die Lteueiaumung. bw ihn erst neben dem Wandergewerbeschem besagte, seinem Gewerbe nachzugehen, verfälscht, indem er aus der für das Jahr 1901 ausgefleüten Quittung überall 1901 in 1902 abänderte. Als er von einem revidierenden Gendarmen nach seiner Quittung beiragt.wurde, uet* tröstete er ihn, ging nach Darmstadt und hat, sich für seinen Bruder ausgebend, die Steuer für den Kreis Tarmsiadt bezahlt. Die iss» Ichivoreuen sprachen ihn schuldig, jedoch mit dem Bemerken, daß es nicht als erwiesen anzusehen sei, daß er sich durch diese öalschmrg einen Vermögensvorteil verschaffen wollte. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von vier Wochen und drei Tagen. Sprelpttm der vereungteu Frankfurter tztadtthealer. LpcrnhauS. Dienstag den 9. Dezember'): .Samson und Delila'. Mittwoch den 10. Dezember: »Die Fledermaus'. Tolinerstag den 11. Dezember: .Ter Troubadour." Freitag den 12. Dezember geschloffen. Samstag den 13. Dezember: .Die Hugenotten.' Sonntag den 14. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Tie Regiments» tochter." Abends 7 Uhr: „Ter Freischütz.' Montag den 15. Dezember: Zur Erinnerung an v. Beethovens Geburtstag: „Fidelio*. Dienstag den 16. Dezember: Zum ersten Male: „Die Zwillinge." Komische Cper in 3 Auszugem Text nach Shakespeares „Was Ihr wollt", Musik von Karl WeiS. Schauspielhaus. Dienstag den 9. Dezember'): „Im bunten Rock.' Mittwoch den 10. Dezember: „ttm bunten Rock." Donnerstag den 11. Dezember, abends halb 7 Uhr: „Faust", 1. Teil. Freitag den 12. Dezember: Zü Bjornsterne Björnsons 70. Geburtstage: „lieber unsere Kraft.", 1. Teil. Samstag den 13. Dezember: „lieber unsere Kraft." 2. Teil. Sonntag den 14. Dez., nachmittag halb 4 Ubr „Alt-Heidelberg". Abends 7 Uhr: „lieber unsere Kraft." 2. Teil. Montag Den 15. Dezember: „Im bunten Rock." •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. ®p'ui Gläschen P1_W. Knechfs । Maqciibitter,.Säntis zu sich .....1 nehmen. Grosse flasche M.2.50 mit Den Gemälden von Tüttorello, Paolo Veronese, Tizian u. a. ist eigentlich ein großes historisches Museum. Alle Deldenthoten Der Republik und ihrer Dogen sind dort verherrlicht. Die Markuskirchc selbst wirkt ja wie ein ein* >tgti Denkmal für inc Herrlichkeit langst vergangener ^eit Wenn man rn Die Kirche hineintrttt, ist sie fast punkel. Hat das Auge sich Dann an Das Dämmerlicht gewöhnt, so sieht man hie unD Da eine Kapelle mit Herr- lidicn Statuen, Den großartigen Hochaltar mit seinen Skulpturen, Den reichen MosairsustböDcn und endlich Die farbenprächtigen Mosaiken, welche DaS gar^c Gewölbe der Kirche bcDeden. Äm liebsten saß ich ftunDenlang ganz wie Die Sonnenstrahlen kosenö Über fie Mosaiken strichen, einzelnes scharf heroorhevcnö, an- >ctt* roiebeE ganz im Tämmecticht laHcnD, bid ich endlich golden DaS Himmels- atmolbc über mir und gleich Bisionen glitten Die einzelnen ©galten und Gruppen Darüber hin. Tie Licbtekfekte und Die Farben spiele in Den Dämmerigen Kirchen sind überhaupt einzig. ' Tie aiien Venetianer wüsleu Doch ein cinygcS Volk gerocfcrt [ein. ^ic fügen sich feiner Regel, sonDern stellen ?ur alU* ch« eigene Regel aus. Büc sie mit Der Gotik mngehen! Ich lab irgenbnw Daß ihre Spitzenfabrikanten so hoch- gehalten würben, baß sie den Rohlle, Die im goldene »uche verzeichnet waren, fast gleich standen. Ta habe ich ost gedacht s.e haben in ihrer Archllektur gewiß nickü lobkommen Mimen von ihren reic^n, anmutigen Spitzen- muftern. Ter Zusammenhana mit Dem Maurischen mußte diese Vorliebe ja nur bestärken. Tiefe entaudenDen gotischen Vogen, Die Turckbruchmuster, die leichtm phantasti- sa)cn Säulen, die Kapttäle mit Dem Blällergeranke pai"len yor-üglich Dun dcharakü'i Der Stsdi. Tie Seit war viel z» kurz für much, um alle Schätze tnu onnähernb heben Ku können. SS giebt ja kaum eine Kapelle, in Der man nicht etwas Interessantes fänDe. UnD bat man eine WanDeräug Durch oerschieDene Kirchen gemacht, kehrt man immer wieDer -ur AlaDemte unD zum wuseo civico Kurück — so hat man im Geiste JahrhunDerte mit den Benetianern Durchlebt. Giovanni Bellini, Gen-- tüe Bellini, Earpaccio, Giorgione, Lima, Tintoretto, Boni- sazw, Paolo Vevonese, Tizian lernt man wohl nirgenDs |o gründlich kennen all hier. Unh hier auch lernt man erst völlig begreifen, wie Dies? Gewaltigen in ihrer be- lonbecen Art mit RaturnottvenDigkeit arll Der eigentttchen Umgebung hervorgegangen sind. Um nur etwas Aeußerlichas hervor-uheben: Die glühende Farbe unD Der herrliche GvlDton, Die allen Bene- tianern eigen sind, erscheinen einem als Das Naturgemäßeste, |obaß> man erst einige Male eine GonDclfahrt auf Dem Eanale aranbe unternommen hat. In Der Luft flimmern Die goldenen Töne und mischen sich mit Den verschiedenen Farben auf Dem Wasser und in Den Ge>- bäuben. Tie Freude an Der Musik, Die so oft in Den alten Bildern zum Ausdruck kommt, an stolzen Pro. Zessionen, an Blumen und Früchten und festlick geputzten scohen Menschen — eS findet sich alles auch heute noch unter den jetzigen Xknehantm. Tie Bettler, Die Bvni- fatz io und andern Künstler gern ix ihren Gemälden aiu bringen, sieht man noch auf Schritt rrnd Tritt mit derselben dramatischen Geste auf Den Straßen spazieren und die Madonnen von Giovanni Bellini mit Den Duffen Kopftüchern, Die Haupt vnd Schullern umhüllen, sieht man noch dutzendweise unter Den Frauen Des Volkes. Nur ärmer ist alles geworden, viel ärmer, und Die arofjen Meister selbst fehlen und werden in Venedig wohl taum -um -wetten Male erstehen. Ich möchte sagen, die LiebenSwürdiglett, Der F«hsinn tmD Die Farbensreude sind ben Nknetianem atblicbcn. aber Würde und Hoheit sind mit der allen stoben Pracht begrabe«. Ter Abschied von Der allen Zauberin Der Adria wird mir sehr schwer; von Florenz aus horst Tv mehr von wir! — Nachdem Tolstois „Auferstebung" öranwwümt worden ist, hat sich nunmehr em russischer Komponist deS SwffeS bemächtigt. Anton ArenSky arbeitet jetzt an der „Vertonung" eines dem genannten Roman entlehnten Librettos. Bestrafte Theaterkritik. Vor einem Berliner Schöffengericht fand am 3. dS. dre Verhandlung über die EhrenbeterdigungStlage der Schauipielerm des Leffing-TheaterS Frl. Grete Mener geaeu den Theaterkrüiker der Täglichen Rundschau, Herrn Karl Strecker, statt. Strecker Halle in einer Kritik über eine Aufführung dob „Same Kobold" Frl. Meyer em „Flußpferd" genannt Ta» UrtM lautete auf 100 Mack Geldstrafe. Außerdem wurde der JUagetr Die Publikatlonsbefugnrs emgeräumt. Als die feinste Waage der Wett wurde junqft in den ße* ungen eine kürzlich m der Bant von England ausgestellte Waage gerühmt, die mit em Zehntel Milligramm Genauigkeit wägt, bei den königlich sächsischen Hüttenwerken, Mulden Hütten und^ Halsbrücke, sowie an der königl. Bergakademie zu Freiberg in Dachse» sind jedoch, wie uns gemeldet wird, Femkornwaagen von Milligramm im Gebrarrch. Sw 6nden zur Born ahme der Gold- und «Silberproben Berweiidnng nnb sind eme achtungswerte t!e«stung deutscher Femmechanik. Gesetzliche Regelung de» Küsse«». Eine aus,erst nn* tige, für weitere Kreise interessante Vorlage ist laut New' Hocker Telegrammen in der Gesetzgebung des Staates Virgin« «mqbracht worden, um dem allgemeinen Rußen Einhalt zu thun. Urheber des Entwurfs ist em Dr. Ware, der m semer Heunat als Autaruäl auf dem Gebiete deS Gesu»idheuswefens gerühmt wirb. Tre Vorlage verwirft das Küsten als gernemgesährlich, weil eS das sicherte Mutei ^ur Ucbertragung ansteckender Krantheiten, besonders auch dcr Tubeckulose und der Diphterie, se,. Um An- Ncckung zu oerhüteii, bciimmt die Vorlage, daß Niemand das Knßrecht gentesen soll, der oder die mcht nn Besitze emes ärztlichen Zeugmiies ut, worin d,e streit, »r von allen ansteckenden Jlraiu*- henrn beitätiqi wirt'. Uebeiirciungen werden nn crifen Falle mu ^1 Alk. Glldvutzc rm 2t»rtwehoiung»faüc nvt oevdoppettec Stral« belegt. en 3-* O 2 X 5 6# *e Cb* e x K w » N E E& L re r-» CS «a CQ E E & N 8 ES« 5Q SS c 2 2 6» ff L ff c s 8? .2 § S ff e B-ö E SN S»®”® 'O ö(;> Ö-Q B rte s cd «a c o '-* S E s 3 a j 1 TL CS B Q a 6^ L> «ES Lff 5 E g 9 L ®« 5 kZ o E *3 L L 3 «» E Sf V «j w S c C -'S 5 L 2 2N »ff •e* '- K R E l23 E 'S 3 T 8- E L E S ■K «n ff-g N §8 tiC ««5 Sa & *v* 5® CQ s L ff -L «ft •=■8? E E N E 2.® «a es (£) äs S «ft 8 S s 8 »l S-^JSSn £® L LÄL S SGS ® EM L> E c 1 8 S E E ex» ti5 N E ff 2?@ 6Q - CD es CO C <55 -e S -e ß53-5*§ E “ t« E feJ E> L = 5$ 3 ff **© 5#- g? s N L «60 1 3 'S g ff ® ff «ft L E -^©^ «ft © K4 ff’S § ast A T-L 4* E D ca, es« »> _ T — «ft _ «S u S* S-ta S E 3 ff e> «s Q & n> a «Z ZK^A ff E • § « X ff »ff L Z Sv . r> E S M t, 3.E ti -- at>9' «5- ®e 3 «* 3 5 © wä^Ss £83ä L L - E 5 2 F w 8 «V B NN «a =Ö «ft = 5 SS« L L §ss$; ■r~ ä w s e ö> - «2. « 2 E §r~ O X> 3 CD § SQ 8S « e *e -ff 5® 5 >b o Q O ~ r =§ffl N = e-a-E B E - £ E B rs o® -3 o 'ff'ff _. 3 ^2"ges3äS- e ‘rrü 'S a S o c ä=”»5 :®äB® ? *1 to 3 o.B »i 4 § " «3 g § G ,CW w » o ^§. 2 E^d B E«o t»ÄdOvö aäß = © p-® e s - 8 .*§ e’S »3 I K- 1 F 43 05« e a>B e _ E Cft-C' g‘GZ= ° Xcö S>55 e- -O ^et5'6-5 *, . 3V 'S S o = _.§ E-S^N QXE-E 8S CO X c 53 .3 «» s 1 L-k Ä . ° E k.E S gS 8 S I r- W 5«^e •a 3 ti iff Et» CO o 05 t A 8 s 3 _ ö *e 31 «ft 3 1 L o Q »'ff - e- , JQ Q CD " 0.^-3^ NN o y> 9 bd 8 'S 3 £rj3 <5-^0 ©°° . a» ZZ L A «ft -s Z-° Q £ «ft s 3 o CQX7 *i_a o i-f gN " - .8888 P ü ©X) E 3 H^s äic ’E ec-2 so- « Lff 3 LN ’S .SS gSs cn E-^-C^eo ull - — jO e -ä-? ss5ä 3 3 Ä Ä o 5'C“ . "S 2 £ AM 3 3 ca H " uQ o & §.E- DZL _ f Z '- tS1 Z§2 .2 t: JO ® E E E 3 L - = o C P O --® s C 3 ff o <35 N 2 JO * §2 e 3 Eos (fe 53 8E.EE*» IfJIt Or/e^ o2 53 03- «e© c ~ Eff53 JS'S 3'3 «iE. Q 3 3 a s 3 m Sg?2 L .s;'L w 3 . o o L « »?M ff<^ S s A S GZ ei a g C7 o es *-» ?3 E «o ff'» 5-» G^N-3 » 3 3 Jo E *S «ff- LAt» tjöw o-tLff o s ZZL. 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Chor: Der Akademische Gesangverein Orchester: Die Kape'le des Infanterie • Regiments und andere geehrte KOn-fler. Programm. 1. Präludium und Fuge D-moll) für Orgel (Herr Hempel.) 2. SopraneoH Tri. Hohe t): a) Bist Du bei mir . . • , . b) «ei sbll....... 8. Präludium und Fuge fF-dur) für Orgel (Herr Hempel.) Aißner Nöhiuaslhiueu bildeu die slhöußcu Weihuachts-Keslhcuke. Gritzuer NahMschiueu sind in Gießen allein zu haben bei der General-Vertretung Deutsche Wähmaschinen-KeseHschaft 001 er wirklich tadellos ruhen vH und seine Gesundheit fördern will, fmtfe nur 8444 van Galen’s auf Körpergewicht stellbare H-Mate auch in hervorragenden deutschen Krankenhäusern im Gebrauch. Unentbehrlich für Kranke. Fabrik: fao Galei k Terlinden, ReeS a. Rhein. (Untere Firma hat niemals Beziehungen zu der Firma G. Terlinden in Oberhausen gehabt.) KhristbksihtriilliiiicrAtiilkilldtr-BeiiiahriiHiilt 9lm 4. Advent-Sonntag, den 21. Dezember d. I., soll die Christbescherung für die Kinder unserer 9lnfto(t stattfinden. Wir haben in diesem Fahre über 200 Kindern die Bescherung her- zrrrichten und den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstü^en, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch Geldgaben, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden zu wollen. Eine Lifte zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgehen. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu laffen: Frau Rechtsanwalt Grünewald, Liebigstraße 21; Frau Johanna Haas, Ostanlage 31; Frau Rechnungßrat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7; Frau Professor Leist, Ostanlage 36; Frau Bürgermeister Mecum, Löbcrstraße 28; Frau Pfarrer Naumann, Cüdanlage 8: Frau Luise OttenS, BiSmarckstrnße 11; Frau Lina Schwall, Ostanlage 36; Fräulein Luise Wortmann, Dammstraße 88. Auch die Schwestern unserer Anstalt find bereit, Gaben an- zunebmen; man wolle freundlichst beachten, daß es die Kleinkinder- schulschwestern sind Diczstraße 15. Gießen, den 10. November 1902. Versteigerungsanzeige. Mittwoch, beu 10. d. MtS., vormittags 8'/, Uhr am fangend, werden im Gasthause .Zur Krone" In Bad-Nauheim folgende Pfänder öffentlich meistbietend gegen bare Zahlung versteigert: 6 kompl. Betten, 4 Nachtschränkchen, 3 Chaiselongues, 4Zimmer- tepviche, 5 Bettvorlagen, 4 Tische, 4 Tischdecken, 5 Waschkommoden, 6 Spiegel, 5 Kleiderschränke, 10 Stühle, 6 Gardinen mit allem Zubehör, 5 Waschgarnituren, 5 bandtuchständer, 1 Sopha, 2 Pianinos, 4 Lüster, 1 Schirmständer, 18 Kleiderleisten, 1 Billard, 1 Regulator, 7 Lambreguins, 1 Barometer, 1 Flaschenkühlständer, 2 auSgestopfte Enten, 8 eiserne Schirmständer, 1 Wäscheschrank, 18 weiße Plümeaux- bezüge, 18 weiße Ktffendezüge, 24 Handtücher, 12 Betttücher, 48 weiße Tischtücher, 820 Servietten, 36 Gläiertücher, 24 Kellnertücher, 12 Chefschürzen, 48 farbige Tischtücher, 100 gr. Messer, 60 kl. Meffer, 60 Suppenlöffel, 60 Gabeln, 24 Theelöffel, 9 Vorlegelöffel, 9 Kaffceplatten, 12 Zuckerblättchen, 2 Tbeestebe, 1 Pfeffermühle, 1 vuillier, 1 Porzellanschrank, 2 Schüsselgestelle, 1 Fleischklotz, 2 Küchentische, 1 Hackbrett, 1 Mesierputzmaschiue, 1 Dezimalwage, 1 EiS- kiste, 86 tiefe Teller, 96 stäche Teller, 160 ovale Platten, 6 Saucier, 26 EinportionSschüffelchen, 15 Suppenterrinen, 5 Porzellanplatten, 16 Emailtöpfe, 5 Brattöpfe, 10 Bratpfannen, 1 Ablaufbrett, 3 Schneidbretter, 10 emaillierte Kasserollen, 1 Hackbeil, 1 Fleischmaschine, 1 Bohnenschneidmaschine, 1 Gasuhr, 1 Eisichrank, 800 Liter Weißwein, 50 Fl. verschiedene Weine, 30 Büchsen Erbfen-Konserven, 30 Büchsen Scwreidebohnen, 12 Büchsen Carotten, 12 Fl. Rotwein lSt. Julien), 9 Fl. Weißwein (Brauneberger), 9 Fl. P,ersparter, 20 Fl. Niersteiner Riesling, 12 Fl. Moselblümchen und Scharlach- berger, 20 Fl. Winkler-Hasensprung, 8 Fl. Niersteiner, 6 Fl. Cognac, 2 Fl. Bonekamv, 2 Fl. Champagner Luginsland. Die Versteigerung findet voraussichtlich bestimmt statt. 8531 Wedel, Gr. Gerichtsvollzieher. Akademischer Gesangverein Giessen. V Mittwoch den 10. Dezember 1902 nachmittag M/, Uor: Lichtschein im iiessien Dunkel. Her »ergreifen de WegensStze im Sinderkrüppelhetm zu «ngcrbnrg, vftpr. 180 verkrüppelte Kinder, 2 bis 16 Jahre alt, aus allen Gegenden Deutschlands, darunter viele gliederlos, mit eiternden Wunden, andere taub, blöde imb blind zugleich, eine Auslese unsäglichen JammerS — und doch dieselben die fröhlichsten Wesen der Welt, weil liebreich gepflegt. — Die Anstalten, die ärmsten von allen, in ärmster Provinz, mit Bauschulden und Gnmdschulden, zugleich die reichsten durch Zahl hilstoser Psteglinge (außer 180 Krüppelkmdern noch 230 alte Sieche) erheben kein Pstegegeld, thun alles nncutgeltltch in schrankenloser Barmherzigkeit. Wer sendet unS um die Weihnacht rtueu Lichtstrahl in daS Dunkel unserer Krüppelwelt? Alle, die sich gesunder Glieder erfreuen, mildherzige, edle, mite Mitmenschen, werden inständigst und herzlichst gebeten, durch Liebesgaben unfern Kräppelchen eine fröhliche Weihnacht zu bereilen. Auch geringste Gabe höchst willkommen. 8532 «ugerbnrg, LftPr., Kinderkrübvelheim. Hrnan, Superintendent. 12 Steinstraße 12. Hühneraugen vertreibt man fchmerzloS und sicher durch Hlihneraugenringe, Hühneraugen - Tinktur, Hühner- m,genplatten, Hühneraugen- pflnfter, L>ühneraugenbänder von Otto Schaaf, Adler-Drogerie, Celtersweq 39. 8367 Treibriemen, aus prima Kern- leder, automatisch gestreckt, empfiehlt Johann Dippel, 8409 Sattlerei Wetzlar. Man verlange Preisliste. Referenzen am Platze. Lederwaaren große Partie billigst 8601 Arieftaschen Zigarrenetuis Portemonnaies. Mittwoch den 10. Dezember 1902, abends ‘/J) Uhr, im BereinSlokal (Feidel). Vortrag des Kameraden Selzer über: Die Belagerung der Gesandtschaften in Peking. Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. — Die Mitglieder der zur Krieger-Kameradschaft .Hassia" gehörigen hiesigen Vereine find kameradschaftlichst eingeladen. 8540 Prima Kognak | Soezialmarke, garantiert, franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per Literstafche 2 Mk., ist der preiswerteste und beliebt wegen feines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten meine ftanzösischen Kognaks unter Originaloerschluß als die besten, welche der Aiarkt bringt. E. Dort, Wallthorstr. 45. Äl$ praktische Geschenke für den Weihnachtstisch empfehle Sopha-Kissen. Reizende Neuheiten in Satin, Velvet und Seide. 8383 Ft'iSs Ä mrm*!«. Spezial-Geschäft für Betten und Schlafzimmer-Einrichtungen. Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Buchhandlung Wilhelm Schumann, Lciplig- Langeftraße 22, bei. 8529 84161 1 flammige licht • Znglamve zu verkaufen. Wallthorstraße 48, 1. Oftgkriii'kkiikch (ßirfiri. Per 1. 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