Mittwoch 8. Oktober L««» ISS. Jahrgang Erstes Blatt. nwnatl Gchulstratz- 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießcu. Fernsprechanschluß Nr. 81. Hilt 1nDterteU Nr. 836 Erscheint ««glich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kefflschen Landwirt die Siegener Lamilirn- blütter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwerf.-Buch- u.Stein- druckerei (Pietsch Lrben) Rtbaftton, Expedition GietzenerAnzeiger M General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen jährlich Mk. 2JO; durch Abhole- u. Hweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePostNlk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bte Tagesnummer biS vormittags 10 Uhr. ZeilenpretS: lokal 12Pf, auswärts 20 Psg. verantwortlich: für den polil. u. allgem. Leil: P. Wittko- für „Stadt und Land^ und -Gerichtssaal": ttutt P lato; für den Anzeigenteil: HanSBeck. Hin ptiolicher polizeUtcher Mißgriff. Das Reichsgericht Hot -war den Zeitungen das Recht abgesprochen, Anwalt der öffentlichen Meinung zu sein, indem es ihnen den Schutz des § 193 des Reichs ftrafgesetz- buches versagte, wenn sie Anlaß hatten, einen Vorgang der Oefsentlichkeit -u tadeln. Nun, die Blätter werden weiter unter dieser Rechtsprechung des höchsten Gerichtshofes leiden, sie werden aber darum nicht aufyören, Organe der Volksmeinung -u sein. Und als solche können sie gegenwärtig nicht umhin, sich mit der Staatseinrichtung zu befassen, die recht eigentlich für das Volk geschaffen und bis in die neueste Zeit vielfach, und namentlich in unserem preußisch enNachbarlande beim Volke am wenigsten beliebt ist. Wir meldeten gestern bereits von einem höchst seltsamen Vorgänge gele-gentlich, des Wiesbadener Frauenkongresses. Tie dort versammelten Führerinnen der deutschen Frauenbewegung hatten just soeben eine Petition um Aushebung des § 361, Ziffer 6 des Strafgesetzbuches beschlossen, weil er „ein schmachvolles Ausnahmegesetz für das gan-e weibliche Geschlecht" bedeut«. Und gerade am Tage der Beratung über diesen Paragraphen, auf dem die Pon-eiverordnungen über die Festnahme gewisser weiblicher Personen basieren, wurde in dem Kongresse selbst eine zu dem Frauentag abgeordnete Tame infolge eines ganz seltsamen polizeilichen Mißgriffes verhaftet. Wir haben gestern eine kurze Notiz der „Frkft. Ztg." und einen etwas genaueren Bericht des in Wiesbaden erscheinenden „Rh. Courierö" veröffentlicht. Heute liegt nun folgende nähere Auslassung der „F-rkst. Ztg." vor: Wiesbaden, 7. Oft Wie schpn gemeldet wurde, ist gestern nachmittag eine Teilnehmerin und Vorstands- dame deS Frauenkongresses, Frau Hilda von Decker aus Berlin, durch einen uniformierten Schutzmann zur Wache sistiert worden. Tie Dame, eine ziemlich große, kräftige Gestalt mit rötlicher Titusfrisur, trägt das Kostüm des Vereins für Kleiderreform, den fußfreien Rock, dazu einen Fitzhut ohne Putz und hatte gestern ferner ein dunkles, halbweites Mänteljaquet an. Die Tame war frühzeitig auf dem Wege zur Nachmtttaigs- sitzung des Kongresses im Kasinogebäude an der Friedensstraße, wo sich einige Häuser weiter auch das Pvlizei- vräsidium befindet, und ging an hem Versammlungshaus versehentlich vorüver. Im Begriff, langsam znrückKU- promenieren, wurde sie plötzlich von dem uniformierten Schutzmann Tröder halb von rückwärts am Arm gefaßt und im Uwteroffizierston aufgefordert: „Sie, kommen Sie mal mit!" Zu konsterniert, um gleich nach dem Grund zu fragen, oder ihren Namen &u nennen, und auch, weil sie kein Lttifsehen erregen wollte, folgte die Tame ohne weiteres. Natürlich sammelte sich alsbald, also nach der Festnahme, der übliche Menschenschwarm an. Tie Darstellung, die Sistierung sei erfolgt, weil vorher eine neugierige Menschenmenge der Tame gefolgt sei, ist nach den sehr ruhigen und bestimmten Aussagen der Betroffenen falsch Sie hat nicht bemerkt, daß ihr vorher eine größere Anzahl Leute gefolgt sei. Ter Polizist will nach seiner Aussage, ehe er die Sistierung vornahm, nach einem nicht uniformierten Kollegen gesucht haben und erst, als er keinen fand, selbst eingeschritten sein. Er habe die Tame für einen kostümierten Mmm gehalten. Daß diese Annahme falsch war, hätte der Beamte schon auf zehn Schritte Distanz sehr leicht bemerken können. Dem Polizeipräsidium geht eine Be- schverdeschrift zu. In seinem politischen Teile führt dann das Frankfurter Blatt il a. folgendes aus: Woher hat sie (die Polizei) denn im vorliegenden Falle ihre Berechtigung zur Arretierung hergenommen? Tie verhaftete Tame hat nichts weiter gethan, als daß sie in R e f o r m t r a ch t langsam daherschritt. Dem Polizisten mag diese Tracht in seiner früheren Militärzeit nicht bekannt geworden sein; aber niemand kann und wird behaupten, daß sie irgendwie indecent sei und ein polizeiliches Einschreiten rechtfertige. Aber die Ansammlung von Neugierigen! so macht die Polizei gelteird. Sind wir denn soweit gekommen, daß jemand lediglich deshalb verhaftet werden darf, weil sich Neugierige um ihn gesammelt haben? Ter Polizist hätte ohne Arretierung sich überzeugen können, daß nichts Ungebührliches vorgekommen. war. Heute kann die „Frkft. Ztg." melden, daß der Polizeipräsident v. Schenk g-rau. v. Decker zu sich bitten ließ, und sich für den Mißgriff entschuldigte. — Höflicher freilich und galanter wäre es von dem Herrn gewesen, er hätte selber die Tame ausgesucht, um ihre Verzeihung zu erbitten. Wir erinnern uns eines Ausspruches von Bluntschli in seinem Allgem. Staatsrecht (Bd. II, S. 273 ff.): „Ihr (der Polizei-) Beruf ist nicht zu strafen, sondern zu sorgen. Sie sollte ihrer Bestimmung nach die populärste der Staatsgewatten sein, und wir erfahren es täglich, daß sie die unpopulärste von allen ist." Ter berühmte Staatsrechtslehrer sucht eine Erklärung aus der geschichtlichen Entwickelung der Polizei zu finden. Er führt uns ms Altertum und ins Mittelalter, und macht hierbei die folgende Bemrrning (S. 275): „Es kam ein System auf der allgemeinen Bevormundun g und der Vielregiererei, welches die Erwachsenen wie Kinder behandelte und die bürgerliche Freiheit auf allen Seiten einengte." Uns däucht, daß zur Zeit in Preußen wiederum ein solches „System der allgemeinen Bevormundung" Platz gegriffen hat. Kann die preußische Polizei sich, wundern, wenn sie bei solcher Handhabung ihrer Macht sich die Unbeliebtheit auch be£' ordnungsfreundlichsten Publikums zuzieht? Die preußische Polizei ist offenbar von ihrem höheren Beruf, für das Volk in dieser Richtung thätig zu fein, so durchdrungen, daß an an eine Besserung nicht zu denken ist. Wir sehen schon die Zeit kommen, wo im führenden Bundesstaate eine Verordnung ergehen wird, wonach wieder der upgrvßväterliche Nachtwächter umhergehen und ausrufen wird: „Die Glocke, die schlägt zehn, 's ist Zeit zum Schlafengehn." Das ist keineswegs eine Uebertreibung. Tenn zu den Gegenständen der ortspolizeilich^en Vorschriften gehört auch die Sorge für Leben und Gesundheit. Es wird nachgerade eine dringende und drängende Aufgabe, auch auf dem Gebiete der „öffentlichen Ordnung" zeitgemäßen Wandel zu schaffen.____________ ___ Die AeLämp-uug des Mädchenhandels. Frankfurt, 7. Oft. >Tie Deutsch-nationale Vorkonferenz zur internationalen Bekämpfung des LiLdchenhandels nahm heute in der Frankfurt-Loge ihren Anfang. Als Vertreter der Regie, rungen waren u. a- anwesend: Regierungsrat Tillmann vom bayrischen, Ministerialrat Hilbert vom württembergi- schen Staatsministerium, Polizeirat Tr. ^opfs-Hamburg, Oberstaatsanwalt Tr. Hupertz vom preußischen Justizminr- sterium, Polizeipräsident v. Müffling vom preußischen Ministerium des Innern, Kanonikus Tr. Müller-Simonis von der Landesregierung von Elsaß-Lothringen usw. Kammerherr Graf v. Keller-Potsdam, der Vorsitzende des deutschen Nattonaltomitees, eröffnete dieselbe mit einer Begrüßung der zahlreich erschienenen Damen und Herren. Er betonte, daß die Besttebungen interkonfessionell und unpolitisch seien; alle Berufe und Stände Hütten das gleiche Interesse an der Bekämpfung des großen Uebels. Tre Erfolge verdanke man dem Kaiser und den Reichs- und Staatsbehörden. Tie ganze Gesellschaft sei in dieser Frage absolut einig. Hierauf wurde die Tagung eröffnet. Den Vorsitz übernahm Graf v. Bernstorff-Berlin. Weiter nahm die Versammlung die Berichte der Zweigvereine entgegen. Unterstaatssekretär a. D Prof. Dr. v. Mayr-München berichtete über die Thätigkeit des bayrischen Zweigvereins. Sanitätsrat Tr. Maretzki in Berlin sprach über die Thätig- keit des jüdischen Zweigkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels. Ter Verein hat besonders unter den Juden in Galizien gewirkt und Arbeit und Bildung dort verbreitet. 1000 Frauen und Mädchen wurden zu einer Beschäftigung verholfen. Ter Westdeutsche Zweigverein war durch Pastor Dissel- Hof-Kaiserswert vertreten. Er hat hauptsächlich auf Holland und Belgien sein Augenmerk gerichtet. Auch in diesen Lindern wurde der Mädchenhandel von deutschen Staatsangehörigen betrieben, welche die Opfer durch Gesinde- vermietungs - Bureaus zunächst dem Kellnerinnengewerb« zuführen. Eine Ueberwachung des Grenzverkehrs nach Holland und Belgien sei erwünscht. Für den badischen Zweigverein sprach Pfarrer Achtnich- Mannheim. Sodann begannen die Vorträge. Pfarrer Burckhardd Berlin sprach über: „Das Nationalkomitee, die Zweig- lomitees und Vertrauenspersonen in ihren Aufgaben und ihren gegenseitigen Beziehungen". Redner empfahl die Anstellung eines tüchtigen Beruisarbeiters oder Agenten für jedes Nationaltomttee, der, mit juristischer und pvlv- zeilicher Sck)ulung, den einzelnen Fällen des Mädchenhandels nachgeht, sie bis in die betr. Städte verfolgt und dort die Freunde instruiert Redner stellte schließlich einen dahingehenden Antrag. In der 'Diskussion sprachen Geistlicher Rat Dr. Werthmann-Freiburg i. B, Oberrabiner Dr. Werner-München, Frl. Heymann-Hambura usw. Schließlich wurde der Antrag deS Pfarrers Burckharbt angenommen. Professor v. Mayr stellte il a. Anträge, die Regierungen mögen ersucht werden, bei etwaiger Revision der Strafgesetzbücher gleichlautende Grundsätze aufzustellen über die Bestrafung der einzelnen Sittlichkeitsdelikte und ferner den Begriff der Rückfälligkeit derart zu konstruieren, daß auch in auswärtigen Ländern rechtskräftig gewordenen Urteile anzurechnen sind. Redner verlangt eine schärfere Bestrafung der Mädchenhändler. Oberstaatsanwalt Hupertz-Frankfurt a. M. sagt, die Konferenz solle sich darauf beschränken, die Regierungen zu ersuchen, administrativ e PolizeimaßregeIn zu schaffen, welche die Ver- Gießener Madttheater. Die Fee Caprice. •) Lustspiel in 3 Akten von Oskar Blumenthal. Als vor nahezu einem halben Jahrhundert Wilhelm Jordan in Frankfurt seine ersten .lyrischen Lustspiele" schuf, da glaubte er damit die deutsche Komödienlittercttur, die er .nichtsnutzigen und ost auch recht nichtswürdigen Schund" produzieren sah, zu reformiren. Aber lange waren seine schönen Versuche, für das deutsche Lustspiel in dem Bildersaale der Weltlitteratur einen dauernden Platz zu erobern, vergeblich. Jahrzehnte blieben seine geistig und formell so feinen kleinen Versspiele unbeachtet, und spät erst erstand ihm ein eifriger Schüler in dem Frankfurter Großkaufmannssohne Ludwig Fulda, der nach unstetem Herumtappen auf dem weiten Felde der Litteratur seine eigenste Domäne auf dem ihm von Jordan gewiesenen Wege erblickte. Dann kamen weitere Nachahmer, und selbst Bühnenroutiniers vom Schlage der Schönthan und Konsorten gingen in unseren Tagen der von Böctlin geschaffenen Neuromantik unter die Reimschmiede, natürlich ohne dem alten Frankfutter Meister auch nur das Waffer zu reichen. Blumenthal hat bereits im Vorjahre auf den maßgebenden Bühnen Deutschlands mit seinem Reimlustspiel „Die Fee Caprice" einen starten und unbestrittenen Erfolg gehabt, und auch bei uns in Gießen waren die zahlreichen Freunde und Freundinnen des einst so „blutigen" Oskar gestern „entzückt" von den reizenden Versen dieser .doch zu netten" Komödie, und mancher unter ihnen mag eifrig die Frage erörtert haben, ob diese „^ee Caprice" oder Fuldas „Zwillingsschwester", die wir vor Jahresfrist beim Gastspiel der liebenswürdigen Wiesbadenerin Frl. Witte kennen lernten, netter, reizender oder entzückender sei. Wer nicht zum weiten Verehrerkreise Bbumeut!mls gehört und sich z. B. seinen fadesten Witzbold, den Berliner Glühstrümpfler Giesecke auf *) Tie Buchausgabe erschien in der I. G. Eolläschen Buch- handlung Nachf. zum Preise von 2 Mk. seiner Sommerfrische „Im weißen Rößl" nur dann allenfalls gefallen läßt, wenn er so unvergleichlich köstlich dargestellt wird wie von dem vottrefflichen Kaffeler Komiker Schmasow, der giebt wohl zu, daß die Chose von der „Fee Caprice" zwar wirklich ganz „nett" ist, sieht im übrigen aber keine Veranlassung, sich in den „litterarischen" Streit „hie Fulda, hie Blumenthal" zu mischen. Im ersten Akte macht „die Fee Caprice" aller Welt viel Vergnügen. Die Verse sind thatsächlich ganz fein geschliffen, oft mit epigrammatischer Schärfe und behendem Witz zugespitzt; sie lesen sich sogar ganz gut, was Mehrwert ist, und unterhalten gut, zumal sie, nach Jordans klassischem Muster, in moderner Kleidung vorgetragen werden. Aber leider ist auch in den beiden weiteren Akten nicht viel mehr zu hören als glattes Versgeklingel und geschickte Reimspielerei, und so läßt denn füglich die Aufmerksamkeit der anspruchsvolleren Zuhörer mehr und mehr nach. Die Mehrheit aber geht natürlich mit dem Poeten bis zu Ende mit und wird nicht müde, trotz der dünnen, fadenscheinigen Handlung. Blumenthal versteht es aber auch gar geschickt, wenn das Interesse infolge dieses offensichtlichen schweren Mangels zu erlahmen droht, es durch ein niedliches Witzwort, eine überraschende, blendende Wendung oder auch nur durch einen schwcmkattigen Scherz neu zu beleben. Die schwächste Seite ist, wie so oft bei Blumenthal, der ja darum auch zumeist einen phantasiebegabteren Hilfsarbeiter bei der Hand hat, die Ersindung. In dieser Hinsicht fällt ihm merkwürdig oft nichts ein und er behilft sich mit Anleihen an anderen, und da es entschieden als am wenigsten strafbar vom Kunstrichter angesehen wird, wenn der Poet sich selber plagüett, so blätterte er in seinen alten Manuskripten nach und holte aus seinem „Probepfeil", den ja s. Z. die Kritck am besten aufgenommen hatte unter allen seinen 30—40 Komödien, zwei Hauptfiguren, den „überlegenen" Raisonneur und Letter der „Jnttigue" und den Klavierspieler Krasinski. Diesen mas- kiette er flugs zu einem symbolistisch-sezessionistischen Wellschmerzdichter um, der sich mit dem Nimbus eines verbannten Freihettshelden zu umgeben weiß und den Damen die Köpfe verdreht, und zwar „haupt"sächlich den der Gräfin Lund. Durch ihre Launen — daher der kapttziös anspruchsvolle. Märchenhaftes verheißende Titel, der übttgenS einem äderen Stücke Feodor Wehls nachgebildet ist, — treibt Gräfin Marion ihren nominellen Herrn und Gebieter zur Verzweiflung. Der Fall wird kritffch, Herr Dr. Blumenthal aber behandelt ihn nach bewährten Rezept. Er schickt den leidenden Ehemann ganz einfach zum Kuckuck in das Land, wo die Zittonen blühn, läßt ihn aber vorher den an allen Ecken und Enden der Weltlitteratur handgreiflich Herumliegenden Rat eines weiseren Freundes befolgen und die Konttole über die Gräfin während der Zeit seiner Abwesenheit einem jener unmöglichen Schwankjünglinge übertragen, die laut Blumenthals „Großstadtluft" die unbequeme Eigenschaft haben, daß ihr Verstand fünf Minuten nachgeht. Der vom Verfasser in kritischer Zeit zum Reisen oerurteitie Graf sagt sich, dieser Fant ist der beste Elefant für meine Frau, die allzusehr unter dem faszinierenden Einfluß des Symbolisten steht. Und er behält Recht. Die possierlichste Obhut wird während der Abwesenheit des Grafen über die schöne Frau ausgeübt und schließlich fechten die beiden kutiosen Verehrer einen Zweikampf mit einander aus. Der angeblich mutige Märtyrer der Freiheit wird als Memme und siebenfacher Familienvater entlarvt, und die Gräfin sinkt reumütig in die rechtmäßigen gräflichen Arme. Das niedliche Geschichtchen, das van einem Gewebe flotter und blinkender Verslein umsponnen ist, würde auch auf den ernsteren Beobachter sympathischer wirken, wenn es nicht wiederholt und namentlich in der sehr prätenziösen, dem Dichter-Grafen Platen nachgeahntten „Schlußparabase" mit der recht deplazietten Pose hoher dichterischer Ueberlegenhett gegen „die Helden der tönenden Phrase", gegen die „wolkigen Scheinpoeten, die verstiegenen Unsinn orakeln", zu Felde zöge. Wenn ein selber mit „papierncn Rosen" Gauklerkünste treibender Schwankfabrikant wie Dr. Blumenthal mit den unter sauberer Hülle verborgenen unsauberen Mitteln der Verdächtigung und Beschuldigung der Gesinnungslumpen eine ganze ihm unverständliche Kunstrichtung, deren oberster 8 des ThoreS ist bereits bis zur Höhe von drei Meter oufge — Kastell Saalburg, 3. Oktober. Die Porta inißtra wird zur Zeit aufgebaut. Der eine Settenturm Aus Stadt und Land. Gießen, S. Oktober 1902. ** Kvnze rt-Verein. Anfang November nimmt der Konzert-Verein, feine, durch den Sommer unterbrochene Thätigkeit wieder auf und tritt lebensfrisch in sein Hl. Jahr ein. Der gute Ruf, den der Verein hinsichtlich einer musikalischen Leitung besitzt, hat es ermöglicht, daß trotz der immer steigenden Ansprüche der Künstler, eine Reihe ausgezeichneter Kräfte auch für das vorliegende Konzertjahr gewonnen werden konnte. Neben dem Altmeister Heermann mit seinen auserlesenen Quartett- Genossen, finden wir die jugendfrische Violinistin Fräulein Str ach e vor, die beim Buff-Strauß-Konzert des vorigen Jahres außerordentlich gefiel. Zu dieser gesellt ich eine der bedeutendsten Sängerinnen Deutschlands, Frau Lili Lehmann, neben der wieder die jugendliche Frl. L e y d e ck e r, eine ausgezeichüete Altistin, zu nennen ist. Das Klavier wird durch zwei Künstler vertreten, der berühmte Pianist Lamont und Frl. Hedwig Meyer, eine hervorragende Beethovenspielerin. Orchester-Konzerte werden mit Kammermusik-Abenden und einer Choraufführung abwechseln, wodurch jede Einseitigkeit vermieden ist. Als Tage sind festgelegt der 9. und 30. November, 14. Dezember 1902, der 18. Januar, 1. Februar und 1. März (9. Symphonie) 1903. lieber das Musikalische wird in allerkurze aus berufener Feder eine Würdigung der Hauptwerke folgen. Die Ve rl o s u n g der Sperrsitze findet am 14. Oktober statt. Neuanmeldungen nimmt Herr Challier jederzeit entgegen. Alles weitere wird demnächst der Inseratenteil bringen. ** Gast spiel des Wiesbadener Operetten- ensembles. Auf feiner erfolgreichen Gastspielreise wird das Wiesbadener Operettenensemble am 9. Oktober auch! unsere Stadt berühren und in Steins Garten eine Vorstellung geben. Auswärtige Blätter, wie der „Rheinische sprachen (Bro. Majestät cm beide christliche Konfessionen cte Erwartung aus, daß alle Geistliche und Laien allerhöchst Ihnen helfen werben, die Religion im Volle aufrecht zu erhalten. Wir wissen in beiden Bestrebungen mit Eurer Majestät uns von Herzen eins und geloben aufs neue, an unserem Teile in Treue gegen das GlaubenS- erbe unserer Väter an der Forderung wahrhaft christlicher Frömmigkeit unermüdet zu arbeiten. Möge der allmächtige Gott auch Eurer Majestät Wirken für sein Reich segnen und alle dahin gerichteten Bestrebungen mit fteudigem Gelingen krönen. Graf Wintzingerode." Heute vormittag fand int Vereinshcmse eine geschlossene Versammlung statt, in welcher der Schriftführer des Bundes, Professor Wttte, den Jahresbericht erstattete. Die Zahl der Bundesmitglieder beträgt einschließlich der Mitglieder der angeschlossenen Vereine 157 000. Direktor Fabasius von der Kolonialschule in Witzenhausen hielt einen Vortrag über die Ziele und Thätigkeit des evangel. Hauptvereins für deutsche Ansiedler und Auswanderer. Hieran anschließend sand eine Konferenz der Diaspora-Anstalt en statt, gleichzeitig eine Konferenz des Gesamtvor- standes und der Abgeordneten der Zweigvereine, in welcher der Jahresbericht sowie der Vortrag des Direktors Fabasius besprochen wurde. Darauf sprach Lehrer Gurfing-Tessen- heim über „Ultramontanismus und Schule". Schließlich wurden die statutgemäß aus dem Zentralvorstande ausscheidenden acht Mitglieder wiedergewählt. Heute abend sanden in der Lutherkirche und Johanniskirche Festgottesdienste statt, die zahlreich besucht waren. In der Lutherkirche predigte Generalsuperintendent Tr. Nebe-Münster und schloß mit dem Wunsche, daß die Festtage die Gemeinde stärken mögen in Treue, vereinigt in Liebe und erhalten in Demut. In der Johanniskirche predigte Tr. Kaiser. In der Abendversammlung im Weidenhof sprach Misswnsdirektor Buchner-Berthelsdorf über die inneren Gefahren des Missionsbetriebes für die evangelische Mission und Stadtpfarrer Weitbrecht-Wimpfen über die Gewinnung unseres Volkes für den Bund. Im Vereinshause behandelte Missionsinspeltor Schreiber-Barmen den Wettstreit der Konfessionen in den deutschen Kolonieen. Pfarrer Ney-Lixheim entwarf Bilder aus der evangelischen Kirche Lothringens und Pastor Fliedner-Madrid schilderte die Fortschritte des Evangeliums in Spanien. Die Versammlungen waren über» üllt. schirkung der Mädchen ins Ausland verhindern und die Zurückbringung ermöglichen können. Die Anträge von Mayr werden einstimmig angenommen. Pastor Büttner-Bremen beantragt, das Nationalkomitee solle dahin wirken, daß der Internationale Kongreß alle Scbifsahrtslinien ersuche, der Vernichtung des Mädchenhandels ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Auch solle man bestrebt sein, die Auswanderung über deutsche Seifen zu leiten. Professor von Mahr bat den Grafen Keller, dem Kaiser den Dank der Konferenz für die Unterstützung und Förderung der Bestrebungen auszusprechen. Ter Vorsitzende schloß hierauf die Sitzung mit einem Hoch au ben Kaiser. Heute abend fand im „Frankfurter Host" ein von der Stadt Frankfurt veranstalteter Begrüßunas- abend der Mitglieder des Kongresses zur internationalen Bekämpfung des Mädchenhandels statt. Oberbürgermeister Adickes hieß die Erschienenen namens der Stadt Frankfurt willkommen. Das gute und edle Streben des Kongresses begrüße er als ein Zeichen des Idealismus, der in allen Nationen die Flügel regt und sich hier in einem Werke modernster Art bethätigt, modern nach der Empfindung, aus der heraus der Kongreß geboren, modern, da er die Nationen zusammengeführt habe, modern insofern, als auch Frauen sich dazu begeistert zufammengefunden hätten. Redner schloß mit der Hoffnung, daß den Verhandlungen des Konaresjes Erfolg beschieden fein möge. Kämmerchen- Graf v. Keller begrüßte die Versammlung im Auftrage des Kaisers, besonders die Delegierten des Auslandes. Es gereiche dem Herrscher zur besonderen Freude, hier auf deutschem Boden Männer und Irguen aus der ganzen Welt versammelt zu sehen, um eine internationale Angelegenheit von hoher Bedeutung zu fördern, die auch dem Kaiser am Herzen liege und der er dauernd seine Fürsorge widmet. Der Gruß des Kaisers gelte auch der Stadt Frankfurt. Hier sollen ernste Anregungen gegeben werden und in alte Lande hinausgehen; daß sie segensreiche Früchte zeitigen mögen, hofft d er Kaiser. Die Arbeiten des Kongresses seien ein Kampf, ein Bürgerkrieg, in dem die Regierten auf derselben Seite stehen wie die Regierenden, ein Bölker- krieg, bei dem der Sieg des einen Volkes nicht die Niederlage eines anderen bedeute. Redner schloß mit der Hoffnung, daß der Kongreß dazu beitragen werde, die Stunde der Befteiung für die unglücklichen Mädchen zu beschleu- nigeii. Geh. Legationsrat v. Dirksen begrüßte die Versammlung im Namen des Auswärtigen Amtes und im Auftrage des Reichskanzlers v. Bülow. Redner drückte; seine Freude aus, Vertreter Italiens und Spaniens, sowie den englischen Delegierten Mr. William Alexander Coote und den französischen Senator Verenger begrüßen zu dürfen, betonte das Wohlwollen der Regierung gegenüber den Bestrebungen des Kongresses und schloß mit der Mahnung, nicht zu erlahmen trotz der Unterstützung der Regierung. Senator Verenger überbrachte die Grüße der französischen Republik und dankte namentlich dem Grafen v. Keller für die Grüße, die er im Auftrage des Kaisers überbrachte. Lord Aberdeen übermittelte Grüße des Königs von England und hob hervor, in England bringe man der Frage ebensoviel Teilnahme entgegen, wie in Deutsch- land. Er schloß mit feinem Danke an die Stadt Frankfurt für die freundliche Aufnahme. Tann verlas der russische Delegierte Saburoff das Telegramm an den Kaiser. Hiermit war die Begrüßung beendet. Es folgte ein Festessen von 200 Gedecken. Oberbürgermeister schickes brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, der kommandierende Genera? v. Lindequist auf die Souveräne und Staatsoberhäupter der Nationen, die auf dem Kongreß vertreten sind. 15. Geueral-Bersammlung des Evangelischen Bundes tur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen. Hagen i. Wests., 5. Okt. Die Generalversammlung des : Evangelischen Bundes ist unter zahlreicher Beteiligung hier : zusammengetreten. Oberbürgermeister Cuno begrüßte die 1 Versammlung. An den Kaiser wurde folgendes H u l d i - ' gungstelegramm gesandt: < „Ew. Kaiserlichen und Königlichen Majestät bringt i die in Hagen tagende 15. Generalversammlung des Evan- l Bundes uiitertljdnigfte Huldigung dar. Ew. Majestät bezeichneten in feierlicher Weihestunde als hohes Ziel Aller- < höchst Ihres Lebens unter Wahrung der berechtigten i Selbständiakeit für die Einigung der evangelischen Kirchen i Deutschlands zu wirken. In der alten Kaiserstadt Aachen j Courier"" in Wiesbaden, äußern sich in den wärmsten AuS- 1 drücken der Anerkennung über die Leistungen des ■ Ensembles. Daß diese in ihrer eigenartigen Zusammenfügung hervorragend zu fein scheint, darf man wohl auZ dem Umstand schließen, daß das Ensemble von der Kur- direktion in Bad Nauheim mit immer steigenden Ec- 1 folge zu fünfmaligem Gasffpiele gewonnen wurde. -- Die Wanderer &. 9t G. hielten kürzlich ihn; ordentliche Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Hotelbesitzer Mund, gab zunächst einen ausführlichen Bericht über die Thätiakett des Vereins im abgelaufenen Vereinsjahr. Der Rechner, A Krieb, erstattete den Bericht über die Kasse, dem zufolge der Stand derselben ein recht guter ist, so daß die Versammlung beschloß, einen Drunk- schrant zu beschaffen, in welchem die von den Wanderern errungenen wertvollen Preise zur Ausstellung kommen sollen. Bei der Vorstandswahl lehnte der bisherige erste Vorsitzende, Herr Mund, seine Wiederwahl für diesen Posten ab. Infolge dessen war das Ergebnis der Wahl das Folgende: 1. Vorsitzender Aug. Wehn, 2. Vorsitzender Hotelier Mund, Schriftführer Ehr. Kron, Rechner H. Krieb. Es wurde weiter beschlossen, in diesem Winter ein größeres Winterfest abzuhallen, und eine Kommission damit betraut, die nötigen Arrangements do rur- bereiten. )( Jahn feier. Am 15. Oktober, dem 50. Todestag des Turnvaters Jahn, hält die hiesige Turnerschaft eine Jahnkeier ab. Auf dem Programm stehen: Stellen von lebenden Bildern und Dyramiden, Vortrage der GesangS- abteilung, Festrede und Familienunterhallung un Caft ** Gendarmerie-Station. In dem benachbarten Lützellinden ist am 1. Oktober eine GÖidarmerie- Station errichtet worden. ** Sein 25jähriges Tienstjubiläum feierU vor kurzem der Landvrief träger Löffler in Lützellinden. ** Ein beherzigenswertes Wort über Stadtbaupläne. Ter vor einiger Zett aus München nach Stuttgart übergesiedelle Architekt Prof. Theodor Fischer veröffentlicht in einem dortigen Blatt zur Stuttgarter Stadtbauplanfrage einen Aufsatz, der auch anderwärts Beachtung verdient. Von allgemeinem Interesse find folgende Stellen feiner Ausführungen: „Das ist doch zweifellos und in höchstem Grade bemerkenswert, daß die im 19. Jahrhundert freilich allgemeine Gerade- führung der Straßen den wesentlichsten Einfluß auf die unbefriedigende Wirkung der neuen Stadtteile ausübt... Es ist eine Eigentümlichkeit der alten Kunst, daß man alles Menschenwerk der Natur ein- und unterordnete. Heute ist's das Gegenteil: man will aus- und herausfallen — wie es dem Parvenü geziemt. Wer beobachtete nicht schon das feine Zusammenklingen alter Städte mit der Natur. Ja, sagt man, das ist das Alter! Was die Patina anbelangt, so mag das ein wenig zutreffen. In allem übrigen ist's nichts anderes, als daß die Alten feinfühlig und trotz allen Stolzes beweiben bet Natur sich an p a ßt en. Die Natur iber kennt keine Härten in Farbe und in Formen. Wir jagegen sind durch Schule und vieles andere so verbildet, daß wir die ins Endlose durchgeführte gerade Linie, >ie absolute Symmetrie, für das 9iatürliche, die freie, durch das Gelände und hundert andere Umstände bestimmte Kurve für das Willkürlichste ansehen. Wie sollte dieser Linealgeist, der in einem vollen Jahrhundert sich langsam herausgebildet hat, so schnell verschwinden, daß wir jetzt mit Zustimmung aller freigezogene — ober, wie man das geschmackvoll ausgedrückt hat, wurst ähnliche — Straßen bauen könnten? Ich habe zu so schnellen Rückkehr zu natürlicher Emvfindung lein Zutrauen und glaube, daß wettsichtige Behörden eben auf die Zustimmung „Aller"" vorläufig verzichten müssen, wenn sie derartige Bahnen gehen wollen... In einem Briefe an Lavater nennt Goethe die gerade Linie die der Leblosigkeit, die leichtgeschwungene die der Schönheit. Wie konnten wir nur im Laufe der Zett in eine so blinde Anbetung des Abstrakten verfallen, daß wir der Idee Zuliebe, die mathematische Genauigkett sei ein ästhetischer ' Wert, unsere Städte mit Lineal und Zirkel so ganz verdarben! Kehren mir zur Natur zurück!"" Meister der geniale belgische Poet Maeterlinck") ist, dessen wunderfeine Dichtungen nachzucmpsinden wahrlich nicht Jedem gegeben ist, zu verspotten sich erlaubt, so verdient eine solche üble Unart eine angemessene Züchtigung. Aber wer kann widerstehen, wenn er Reime vernimmt, wie: „singt euch im Sonett an — setzt Fett an"", oder „studierte etwas Jura — ich habe hier Prokura!"" Tie Verse wurden gestern im allgemeinen recht gut gesprochen und besiegelten den Erfolg des Abends, der wohl eine für Gießener Verhältnisse lange Reihe von Wiederholungen des Stückes gewährleistet. Tas Publikum nal)m natürlich das Stückchen mit großem Wohlwollen auf. Die Darstellung war aber auch von Glück begünstigt- Tie Gräfin wurde von unserem Frl. Feige reizvoll und anmutig gespielt; die schwärmerische Richtung, die Caprice für Poesie, Hütte ja vielleicht noch um eine 9hiance mehr betont werden tonnen, aber alles in allem wars doch eine sehr hübsche und abgerundete Leistung. Frl- F. scheint die Ferien sehr trefflich benutzt zu hoben, sie trat uns gestern als eine wesentlich fertigere Künstlerin entgegen. Herr Ger lach sprach den Grasen mit robuster Natur- burschenhaftigkeit recht unkonventionell und ließ manche ihm antiertraute Pointe fallen. Den glücklichsten und ori- ginellsten Eindruck des Abends machte Herr v. Stahl als Eberhard. Just jetzt führt uns Petzet in einem Dortreff- lichen Buche die 1840 er politische Lyrik neu vor Augen. Herr v. Stahl trug die von jener tollen Zett litterar- geschichtlich gefärbte Maske des FreihettsdichterS, wie sie sich ein Spekulant des Märtyrertums wohl zurechtlegen mag, und hielt die Komik der angenommenen Schwärmerei ganz in den Grenzen des Glaublichen; er parodierte nicht und erreichte, daß man nicht über bie thörichten Poeten- matzchen, sondern über die schlauen Hochstaplerschliche des Paradepoeten lachte. Herr v. Stahl scheint uns nach seiner gestrigen in allen Stücken aufs beste gelungenen Talentprobe ein Künstler von gutem Geschmack zu sein, dessen diskrete Art schon am Eroffnungsabende für ihn einnabm und viel Erfteullches ermatten läßt. Herr Ramseyer gab den kommentierenden und te- •). Die Werke Maeterlincks erscheinen z. Z. in einer vortrefflichen deutschen Ausgabe im Verlage von Eugen Dtedenchs m Leipzig. bensklug warnenden Baron mit allerbester Laune. Die klägliche Drolligkeit des kürbereichen Wendelin brachte Herr Z o d e r zu entsprechender knabenhafter Geltung. Er zeigte diesen egoistischen Wächter der Hausehre in einer Art von Geckerei, die durch Naivetät gemildert wird. Die Nebenrollen, darunter eine Dame, die nach 35jähri- ger Ehe das „poetische Bedürfnis" kriegt, waren im ganzen gut besetzt, und die Regie des Herrn Ger lach hatte für recht hübsche Inszenierung — man sah einen ganz eleganten größeren Salon — und munteres Zusammenspiel geborgt. Nur hätte der gesamte Grundton um einige Stufen mehr nach der graziösen Melodie eines spanischen Menuetts gestimmt werden dürfen. Schließlich ist ja aller Reimlustspiele Obermeister Moreto, der Dichter der „Donna Tiana". P. W. — Ter Frankfurter Intendant Emil Claar vollendete gestern das 60. Lebensjahr. Er ist am 7. Oktober 1842 zu Kemberg als Sohn eines Advokaten geboren. Wie die meisten seiner Beruss- genossen, ist auch er erst aus Umwegen zur Bühne gekommen; ursprünglich sollte er Arzt, dann Kaufmann werden. Unter einem angenommenen Namen betrat er endlich gegen den Willen seiner Eltern die Bretter. Sein Förderer war fein Geringerer als Laube, der ihn in's Burgtheater ausnahm und ihn später an das Leipziger Stadttheater, dann als Regiffeur an's Hoftheater in Weimar benef. 1872 wurde Claar Oberregisseur des Prager Landestheaters; 1876 übernahm er die Leitung des Berliner Residenztheaters, und seit 23 Jahren ist er der verdienswolle Intendant des Frankfurter Stadttheaters. Auch als Schriftsteller hat er sich hervorgethan. Seme drei Gedichtsammlungen zeigen von einem beachtenswerten Talent. Dazu kommen eine Reihe von Dramen wie das Lustspiel.Siutson und Delila"', das Schauspiel ,Tie Schwestern"', die Trauerspiele .Shelley"' (1874) und .Königsleid"' (1895). — Gerhard Hanptmann'S neue Dichtung: »Ter arme Heinrich" wird in den ersten Tagen des Dezember gleichzcüig auf den Bühnen des Deutschen Theaters m Berlin und des Hos- burgtheaters in Wien erscheinen. — Berlin, 7. Okt. Der Bezirksausschuß verhandelte heute auf die Silage Pani Heyses und des Direktors des Lesstng- theaters Neumann-Hofer über die Berechtigung des Verbots des Heyse'fchen Stuckes .Maria von Magdala" und entschied, daß dem Anträge bet Kläger gemäß das Verbot auf- zuheben ist. — Coita'schc Handbibliothek. Hauptwerke der deutschen und ausländischen schönen iiutetaxur in billigen Einzelausgaben. Stuttgart, Verlag der I. G. Eoualchen Buchhandlung Nachfolger, G. m. b. H. — Unter dem Sammeltitel .Eotta'jche Handbidliochek" hat die Cotta'sche Buchhandlung ein neues Unternehmen m'S lieben gerufen, das die Aufmerksamkeit der LiUeraturfreunde in besonderem Maße verdient. Ter Zweck desselben, die Verbreitung der Hauptwerke der schonen Litteratur durch billige Einzelausaaben zu fördern, ist freubig zu begrüßen, und schon in ben ersten Wummern wird eine Anzahl von Litteratursckätzen bedeutend leichter zugänglich gemacht, als cS bisher der Fall war. So sind Grillparzers Dramen fortan durch diese Sammlung in einzelnen Heften äußerst wohlsell erhältlich. Anastasius GrünS Lenau- Biographie erfdjeint in dem neuen Unternehmen zum erstenmal als selbständige Schrift, vermehrt durch einen Anhang Briefe von und an Lenau, ausgewählt und erläutert von Johanne- Proelß. — Des Grafen Schack Uebersehung der Strophen deL Omar Chajam soll in der hier gebotenen billigen Ausgabe dem genialsten uiid witzigsten «vpruchdichter, den bte orientalische Litteratur aufzuweisen hat, auch m Deutschland die gebührende Verbreitung verschaffen. Tte Namen Goethe, Heine rc. re., die außerdem in der Sammlung vertreten sind, sprechen im übrigen genügend für diese neue vortreffliche Handbibliothek. Große Schrift, scharfer Truck, holzfreies Papier und gute Heftung empfehlen schon äußerlich. Die Sammlung soll fortgesetzt werden, und auch m Zukunft einzelne Schriften hervorragender Autoren, deren ausschließliches Verlagsrecht der Eotta'schen Buchhandlung zusteht, in billigen Einzelausgaben aufnehmen. — Die Ergebnisse der Lverdrnp'schen Rordpol»Expe« dttion. Tie ,St. James' ©OAette' veröffentlicht eine Unterredung mit Sir Elements Markham, dem Präsidenten der Geographifchen Gesellschaft und lllordpolfahrer, über die Resultate der Soerdrup- schen Expedüioil. Er sagt, dieselbe habe thatfächlich unsere Kenntnis der nördlichen Polarregion vom geographischen Stanbvunkte aus vollständig gemacht. Die Expedition habe drei neue Inseln entdeckt; bte eine liegt parallel "zu Ellesmere-Lanb westlich, bie anderen beiben nördlich der Parray-Jnsel. Tiese Entdeckungen, meint Markham, bezeichnen die Grenzen des großen Polar-Lzeans. Die Expedition fand, daß Packeis von !)lorden her gegen die Inseln drückte, während auf der Südseite gewöhnliches einjähriges Eis war. Auf der neuen Insel westlich von Ellesmere fanden bie Entdecker ein Kohlenlager und sie brachten Abdrücke von Fossilien mit, bereit Prüfung man nut großem Interesse ent- gegensieht. Auch wurden Tiefsee-Sondierungen vorgenommen, welche Markham als äußerst werwoll betrachtet. Durch Soer- drup.- Expedition habe man jetzt alles vom geographischen Stanb- puiüte Wiffenstverte erfahren. Markham sagt, er jei überzeugt, daß jcnjeits nur Ozean ist. mauern ' Türme oa bindenden -«-u-rs cmige va graten m fahr alte- 5an aöriW gebessert l fruchtig"" dem wW» m-n zuerst legt, Kanal kqein ist aus gdBW bettel wad dmteckeger fcgtnfltat münzen, 4 «ine Obahell» Zäuerlem konnte ab detSlichte fannilif n fa vier eine» i hem avriL dick mb biesell» ban Ä mi n jbirj barm nun die fc vordeu, dc ftoitt WL die iHv fanb hier tioders eins ,Mn ."rach dicht schön Motto: , eine 9hnr schlossener Muhen \ sidenten i -me schor Xvr Lchlach schweben (jür ba btt Duden dem tzospit Mi 3 Wtru «°Uli m ßitßen Nxhau ' flirte • Mlrnda> • ®tünini i Rlem»ßi • Jten-5 • Trohe • Eeuern • fotzen. ' Ngefa "öS8 " ^angsdor ■'SS. SSn? ‘“"Ben (c । ' Erbach a9en 5 >on£'?*3 Zr (“Wen«/ Menen SZ Z sä w «q "l°Wt ' Rechner ft. * Winter ;euie Lom. bO. Todestaü W eine Men von der Gesangs. n8 un Lass ^Mhbarten ^darmeriL- i,'öaß wir oder,' wie ^'rViM \o Meuen nrcmim und j dir ßuftinu n, wenn sie einem Briese die der Leb- honheü. Wie ne so b/inde iir der Idee no'Mcher o ganz ocr- «wft 'ort über W München °f- Thevdn fcut Lvrü- auch anbei» ^uteresse sind as ist doch -nswert, baß ie Gerade, hsten Einfluß g der neuer ümlichkeit bei «r Natur ein. il: man will Mü geziemt ammenflingen , das ist das das ein wenig »eres, als daß Ltolzes be. . Ae Natur yonnen. Wir dere so ve> gerade Linie, le, bie freie, ibe bestimmte Die PorU e Seitentum Meter * janbbiblioM‘ :emet)men ufs ytutireunbe m dir Lerbreckmg SflS »beulend leichter So sind Gnll m in einzelnen Krüns Lenau zum erstens , e »ne e von -»AA- *■ 'IN- U"2j!chen t öerniere Kennt' e ^/sniean-’- n P^Aseln °SD nete W Dön Abdr< enl, m ^genom"'^' vorge"° 2^, t. Du^tand- aph^Drzeugl. er P fithrt, während an dem andern zunächst ma die Grundmauern fertig smd. Im nächsten Frühjahr werden die Türme daS zweite Stockweck nebst Dach und den sie Der» tindenden Thorbogen erhalten. Die Form wird dieselbe sein, rote die bereits vollendete Porta dextra. Die Umfassungsmauer ist von der Südwest-Ecke bis Porta ßinistra bis auf einige Schlußarbeiten ebenfalls fertig. Der doppelte Wall- pcafcen in genannter Strecke wird voraussichllich im Früh- jirhr erneuert. Hinter dem Prätorium werden zur Zeit die alten Kanäle zur Trockenhaltung des Fundaments — welche Einrichtung schon die Römer hatten — aufgedeckt und auS- ^ebeffert, bezw. neu hergestellt. Dieselben führen die Boden- siruchtigkeit mit dem natürlichen Gefall in nördlicher Richtung nach dem Pfahlgraben zu, ab. Bei den Fundamentsbauten feer Thore sorgt man ebenfalls für Trockenhaltung, indem nan zuerst die Steine schichtenweise stellt oder übereinander lügt, Kanäle führen die Feuchtigkeit in den Wallgraben. Vor kurzem ist man südöstlich vom Kastell an der Usingerstraße auf größere Mauerreste gestoßen, an deren Freilegung gear- toeitet wird. Man vermutet, daß dies eine Villa mit dahinterliegendem Hof ist. Die Arbeiter fanden zahlreiche Gegenstände auS römischer Zeit, so u. a. Bronze» und Silbermünzen, Töpfe, Bronzenadel, Lanzenspitze und dergl. mehr. Eine wahre Geschichte. In dem Dorfe B. in Oberhessen war im Auftrag eines Handelsmanns einem Bäuerlein die einzige Kuh gevfändet worden; dieselbe Konnte aber nicht verkauft werden, weil nach Ausspruch lreS Richters diese Kuh absolut zum Lebensunterhalt der Familie nötig war. Ter Handelsmann sann hin und hier, wie er zu seinem Gelde komme, und endlich schien ei einen Ausweg gesunden zu haben. Er entschloß sich, t»em armen Bäuerlein eine Ziege zu schenken, denn aus biese Weise war für die Kuh einiger Ersatz geschaffen, unb dieselbe konnte verkauft werden. Das Geschenk machte dem Mann große Freude und er nahm es dankbar an. Kurz daraus kommt wieder der Gerichtsvollzieher, um Kim die Kuh abzuholen, denn es war chm mitgeteilt Morden, daß der Schuldner jetzt auch im Besitze einer Ziege sei. Es war aber nur eine große Enttäuschung, welche dem Gerichtsvollzieher zuteil wurde, denn der Bauer war nicht dumm gewesen, und hatte die Ziege, d-ie ihm ja geschenkt worden war, geschlachtet. (—) Heuchelheim, 7. Okt. Gestern abend 6 Uhr f«mb hier die Grün d stein le gun g^u unserer Klein - linder schule statt, wozu sich die Mitglieder des Vereins „Kinderfreund" eingefunden hatten. Pfarrer Glück sprach die Weiberede. Nachdem ein von Lehrer Schneider schr jchpn uno sinnig ausgeführtes Gedenkblatt mit dem Motto: ,Fasset die Kindlein zu mir kommen usw." und eine Nummer des „Gießener Anzeiger" in Der» schlossener Kapsel in die Mauer eingefügt, erfolgten die üblichen Hammerschläge seitens des Redners und des Prä- sibenten Kreiling. An die erhebende Feier schloß sich eine schöne Nachfeier auf der Heuchelheimer Mühle. )( Friedberg, 7. Okt. Der Bau eines städtischen Schlachthauses ist geplant. Hebet die Wahl des Platzes schweben zur Zeit Verhandlungen. Die Stadt schlägt vor. daS Schlachthaus an die llstr zu bauen. Gestern haben bie Metzgermerster den Platz besichtigt. Da aber bie Ufa verseucht und hier auch ein Bahnanschluß kaum möglich ist, sind die Metzgermeister der Ansicht, daß man das Schlachthaus nach Fauerbach zu an den Bahnkörper bauen soll. Man ist hier auf den Ausgang der Platzfrage sehr gespannt. — Einer der Dienstältesten — wenn nicht der älteste — Taubstummen-Lehrer Deutschlands ist Herr Landau in Friedberg i. H. Er wirkte seit 1860 ununterbrochen an der Großh. Taubstummenanstalt Friedberg — also fast 43 Jahre — und tritt am 16. Oktober d. I. in den wohlverdienten Ruhestand. Die Kurse an den hessischen Taubstummenanstalten werden mit Beginn des Winterhalbjahrs siebenjährig, während sie seither sechsjährig waren. [—] Nied er-Florstad t b. Friedberg, 7. Okt. Gestern ab ent) verunglückte ein hiesiger Gastwirt, als er mit brennendem Lichte einem Kessel seiner Acetylen-Leitung zu nahe kam. Tas zum Glück geringe Quantum Gas explodierte, die Flamme schlug ihm mit solcher Wucht ins Gesicht, daß er zu Boden fiel. Das Gesicht ist schwer verletzt. (:) Grebenau, 6. Okt. Bei der gestern im Reitschon Lokal dahier abgehaltenen Kirchweih kam es, wie es ja auf einer Kirchweih öfter vorbommt, zu einer Rauferei, bei der ein auswärtiger Bursche eine tüchtige Kopfwunde davontrug. Der Thäter soll von der Polizei bereits „ge- faBt" fein. ' O Bieken b. Alsfeld, 6. Okt. Heute weilte das Amtsgericht Alsfeld mit zwei Gerichtsärzten hier, um die Leiche eines am vergangenen Freitag plötzlich verstorbenen, etwa 80jährigen Mannes zu untersuchen. Derselbe, Wagner mit Namen, hatte zwei Tage vor feinem Tode mit einem anderen hiesigen Einwohner, dem früheren Bürgermeister Netz, in einer Wirtschaft einen Wortwechsel gehabt, wobei er von seinem hitzigen Gegner von der Bank herab auf den Boden gestoßen worden war. Man nimmt nun an, daß der Tod des Mannes eine Folge des erhaltenen Stoßes sei. Für morgen sind verschiedene Leute als Zeugen vor den Untersuchjungsrichter geladen, der ebenfalls hierher kommt. ??Marburg,8. Okt. Zur heutigen Dreijahrhundertfeier der Gründung der Universitäts-Bibliothek in Oxford hat auch die hiesige Universität eine Glückwunschadresse gesandt. Landwirtschaft. Darmstadt, 6. Oktober. Der Herbstpferdemarkt hier bat heute vormittag feinen Anfang genommen und ist, gleich wie in den Vorjahren, gut besucht. In den Vereinsstallungen sind 130 Pferde eingestellt, zur Prämiierung sind etwa 150 Pferde und Johlen vorgeführt und auf dem Pferdemarttplatz sind weiter noch etwa 120 Pferde zum Verkauf ausgestellt. Im Ganzen ist sonach der SDlartt mit etwa 400 Tieren befahren. Bei der um 9 Uhr vormittags beginnenden Prämiierung wurden folgende Preise zuerkannt: 1. Für schwere Reitpferde: Gebr. Heß Söhne, Bocken- heim, ein 1. Preis mu 50 Alk., 2. für leichte Reitpferde: Gebr. Heß Söhne, Bockenheim, ein 1. Preis mit 80 Ml., 8. für schwere Wagenpferde (Carossier): Gebr. Heß Söhne, Bockenheim, ein 2. Preis mit 45 All., Bender u. Strauß, Frankfurt a. M., em 2. Preis mit 45 Mk., 4. für müdere Wagenpferde: Gebr. Heß Söhne, Bockenheim, ein 1. Dreis mit 40 TH., Bender u. Strauß, Frankfurt a. TL ehe Preis mit 20 Mk^ 5. für leichte Wagenpferde: Bender u. Strauß, Frankfurt a. M., ein 2. Preis mit 80 Mk., Albert Nathan, Ober- Ingelheim, ein 3. Preis mit 20 Mk.; 6. für leichte Arbeitspferde: Koch, Maß u. Heimann, Gau Obernheim, ein 3. Preis mit 25Mk„ Heinrich Mafsing, Griesheim em 3. Preis mit 25 Mk., Gebr. Sommerfeld, Darmstadt, ein 3. Preis mit 25 Mk.; 7. für schwer« Pferde: Leopold Neumond, Frankfurt a. M., ein 1. Preis 50 Mk. Arbeiterbewegung. Genf, 7. Okt. Ter Staatsrat nahm heule Kenntnis von bet Antwort der Straßenbahngefellschast, die es ablehnte, alle Aus ständigen zu denselben Bedingungen rote vor dem zweiten Ausstande wieder einzustellen. Ter Staatsrat entließ das zehnte Bataillon und berief dafür das 13. Bataillon und eine halbe Guidenkompagnie ein. Amtlich wird mitgeteilt, die meisten Gewerkschaften beschlossen den allgemeinen Ausstand. Der Tag der Arbeitseinstellung wird in einer Versammlung des Gewerkschaftskomitees am Mittwoch abend festgesetzt werden._______ ■ । । ■ । !■■■■! I ■ ■■■■ I - — ■ Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Höchste Temperatur Niedrigste „ c ktober Barometer aus 0° reduziert Temperatur der Luft 7. 2« 742,4 12^4 7. 9“ 743,4 9,4 8. rjtb 745,8 3,0 Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windricktuna ) • Wttrdstärke Wetter 7,6 71 8W. 2 Bew. Himmel 7,7 88 W 1 sternh. Himmel 5,3 98 8 2 Nebel am >.-7. Oktober 18,0 0 X , 6 .—7. V 7,5° 0. JTX Einfach baff L ferer Verkaufsstellen über den riesigen Abgang Dr. W. Knecht s Magen- L bitter „Sautis". Depeschen und 6 r=i Eilbriefe verlangen schleunigst Aus» & führung der Neubestellungen. Kein Wunder, unser „Säntis" Magen- Kxsk \ bitter ist tatsächlich mit keinem IP i ■ bis heute auf den Markt gebrachten Magenbitter zu vergleichen. Die Wirkung auf den Stoffwechsel wird von Aerzten und Sachverständigen als geradekn wunderbar bezeichnet. Aber bitte, überzeugen Sie sich, machen Sie einen Versuch, Sie werden unsere Angaben bestätigt sinden. — Verkaufsstellen: Apotheken, Drogerien und jedes bessere Kolonialwaaren-, Delikateßgeschäst. Vertreter unserer Firma in Gießen ist CH. Ludwig Thomas, Bahnhofstraße 37. 6210 Dr. W. Knecht & Co., Frankfurt a. M. Darmstädter Möbelfabrik (160 Zimm.°-Einrrcht.), Preist, grat. 8821 Eeibniz Cakes § 7020 rau ierrn Allendorf (Lahn) Grüningen Klein-Linden Hermann Otto, Klinikstraße 21. Gastwirt Wagner. yrau ?errn Bekanntmachung. Für das Hospital werden 40 Malter Speisekartoffeln benötigt, deren Lieferung auf dem Submissionswege vergeben werden soll. Offerten mit Preisangabe sind bis zum 14. l. MtS. in Heinrich Schmidt. Wilhelm Wagner IL Wilhelm Sch epp. Ludwig Menz. Heinrich Seipp VIL Kaufmann Wilhelm Strackbein. Jacob Waldschmidt V. Philipp Weber, Gastwirt. Theodor Geller, Gastwirt. Kaufmann Hsaak MicheL Heinrich Krämer I. Hamel Schmidt, Gastwirt. Heuser Witwe. Konrad Rahn. Kaufmann Fink. Kaufmann Dreyfuß. Moses Engel. Philipp Lenz. Ludwig Sommer. Anton Dillmann. Wilhelm Balser. Ludwig Schwarz. Johannes Otto II. Johannes Klotz, Schuhmacher. Jacob Bender. Johannes Schmidt, Kaufmann. Kaufmann Karl Kreiling I. Heinrich Rinn, Kaufmann. Philipp Feuser, Gastwirt. Kaufmann Anton Konrad Müller. Christian Köhler IV. Hermann Kllppsteim Heinrich Schäfer N Gastwirt. Joh. Gg. Niüller Witwe. Amtliche BerkaufSstellen für Postwertzeichen bestehen: in Gießen bei Herrn L. Kalkhof Nachft Westanlage 2. , , „ „ Christoph Bieker, Neustadt 55. , „ „ Frau Bernhard. Wolfslraße 9. , , „ Herrn Conrad Roch, Walühorstraße. , w u u Philipp Stier, Neuen-Bäue. , , » » Jacoo Hengst, Licherstraße 20. , , „ , Heinr. Becker, Löwengasse. , , u u Gustav Sonntag, Neuen-Bäue. , , „ „ Wilhelm Haas, Bleichstraße. , „ w Frau Lehrmund Witwe, Neuenweg. , , „ Herrn Friedrich Weber, Tiefenweg 6. „ Bettenhausen „ , Reiskirchen „ „ Winnerod „ , Bollenbach „ „ Saasen „ „ Lindenstruth „ , Hattenrod „ , Rodheim a. Bieber „ Crumbach „ , Fellingshausen „ Frankenvach „ .» Vetzberg Stembach (Hessen) „ y, Albach „ v Steinberg (Kr.Gießen) ,, Garbenteich bei »Hausen „ Watzenborn „ Alten-Buseck Rödgen Trohe Beuern (Hessen) Großen-Lmden Leihgestern Hörnsheim Heuchelheim Krofdorf Glerberg Lang-GönS Langsdorf Die amtlichen Verkäufer sind vertragsmäßig verpflichtet, stets nmm angemessenen Vorrat an Postwertzeichen zu führen und die ^mjelnen i)tariert zu keinem höheren, als dem Betrage ihres Wertes tn das Publikum abzulassen. Im Allgemeinen hat der Verkauf ocihrend der ganzen Zett, in welcher das Geschäftslokal des 23er- liiajerS geöffnet ist, stattzufinden, jedenfalls aber innerhalb der für len Verkehr mit dem Publikum festgesetzten Dienftstunden der ho stanstalt. Gießen, 3. Oktober 1902. Kaiserliches Postamt L Schäfer. bem Hospitale — SelterSweg 11 — niederzulegen. Gießen, den 7. Oktober 1902. _______Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Bekannlmachuug. Bekanntmachung. An Stelle des aus dem Vorstand der Spar- und Dar- lehnskasie Ettingshausen e. G. m. u. H. freiwillig ausgeschiedenen Karl Wagner von Ettingshausen ist Konrad Seip erster von da gewählt worden. 7030 Eintrag im Genossenschaftsregister ist erfolgt Laubach, am 6. Oktober 1902. Großherzogliches Amtsgericht Für die Großherzogl. neuen Kliniken in Gießen soll die Lieferung nachbenannter Verzehrungsgegenstände auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden: 6693 20 Ctr. Aepfel 600 „ gute Speisekartoffeln 15 ,, gelbe Mäuschenkartoffeln 10 , untererdige Kohlrabi 2 „ obererdige Kohlrabi 10 v Zwiebel 2 , Roterüben 2 „ Meerrettig 10 , Gelberüben 35 „ Weißkraut 150 Stck. Rotkraut 400 „ Wirsing 200 Stck. Lauch 350 „ Sellerie Die Lieferungsbedingungen können auf dem Verwaltungsbureau der neuen Klintten an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 6 Uhr eingesehen werden. Offerten unter Beischluß von Musterproben sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Erüffnungs- termin, Samstag d. 11. Oktober 1902, mittags 12 Uhr auf dem oben erwähnten Bureau einzureichen. Zuschlagsfrist bis zum 15. Oktober 1902. Gießen, 25. Septbr. 1902. Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. Reichspatent, | Zum braten und backen. Hur halb so teuer als Schmalz. D elica H 6814 Deutsches I Versteigerung. SamStag, den 11. d. MtS. mittags 2 Uhr versteigere ich im Pfandlokal, Seltersweg 11, gegen bar: 2 Zugpferde, 1 Vertikow, 1 Schreibputt, Sophas, Kommoden und Kleiderschränke rc., um 81/, Uhr die Ernte von mehreren Trieovierteln. Zusammenkunft am Friedhof. Gießen, den 8. Oktober 1902. 6893 Mulch, Pfandmeister. Man verlange sfe ttSSSSSui Ärztlich empfohlen. In allen Preislagen. Preise auf den Etiketten. Flasche Mk. I.so bis Mk.5.—. Oognao zuokerfrei Mk. 3.—. Vorzüglich fUr Genesende und Zuckerkranke. Haupt-Niederlage türengros u. detail: Ad.Geisse inGiessen Ofenlack wohlriechend, Flasche 30 u. 60 Pfg. Victoria-Drogerie Marktstraßc 5. [6751 | Casseler Schirmfabrik Giessen, Seltersweg 9, gegenüber W, Wirsig. Reparaturen und Neubeziehen schnell, dauerhaft und billigst. Joseph Herz, Giessen Bankgeschäft HeuenToäue 4L Telephon 304. Annahme von barem Geld gegen feste Verzinsung. Check- und Conto-Corrent-Verkehr. Diskontierung von Wechseln. An- und Verkauf von Effekten ausländischen Noten und Geldsorten. 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Da Ausland, Briefe 20, Karlen 10 Pfg. Fluß- und Seefische M. Schulhof Telephon 119. 814 Prompter Versandt nach ausw. MMW ist die Beste? Tanz-Unterricht. Mein Tanz-Unterricht beginnt wieder Montag den 13. Oktober 1902. Gefl. Anmeldungen erbitte ich vorher in meiner Wohnung, Werdengaffe 7. 6227 Roese, Grotzh. Univ.»Tanz» und Kechtlehrer. Theater-Verein. Zu der Freitag den 10. Oktober im Stadttheater ßtatt- findenden Eretaufführung der Novität Das grosse Licht Schauepiel von Felix Philippi haben wir von der Direktion eine grosse Zahl von Tageskarten erworben und stellen diese unseren Mitgliedern zum Einheitspreise von 1 Mark das Stück in beliebiger Zahl und auf beliebigen Plätzen (Proscemumsloge, Mittelloge, Sperrsitz) von Donnerstag an bei Herrn Oh »Hier zur Verfügung. Wir bitten, von dieser Vergünstigung einen recht starken Gebrauch zu machen. Die ersten beiden Theaterverein»-Vorstellungen sind am 24. Oktober: Gastspiel Charlotte Wiehe mit ihrer französischen Gesellschaft (»Noend de Cravate“ — „La Main“ — „Lo Soupjr d’Adien* — „L’Homme aux PoupÄes“), und am 15. November: Gastspiel Agnes Sorina („Nora“). Anmeldungen neuer Mitglieder, sowie Aenderungen in der Zahl der von den Mi.gliedern bisher abonnierten Plätze werden bis Donnerstag bei Herrn Chai 11 er erbeten, da am Samstag die Verlosung der Spemitzo stattfinden soll. 6992 Der Vorstand des Theater-Vereins. Theater in Steins Garten. Donnerstag, den S. Oktober 1902 Einmaliges Gastspiel des Wiesbadener Operetten-Knsembles. (Leitung: Dir. Maxm. Herzog Maxwell.) Buntes Theater Serenissimus in Giessen. (Serenissimus Zwischenspiele.) Lebende Lieder. Mitwtrkende: Frl. Love Alberti, Frl. Schmidt-Frev, Frl. Grete Mllau. Herren: Karl lrbert, Max Sinke, Maxm. 6990 Maxwell, Arnold Jnauer (Hofopernsänger, Tenorist) Kapellmeister Georg Schönfeld. Zur Aufführung gelangen: Lieder, Duette, Gceucu aud den beliebtesten Operetten, sowie die Schlageruummern des Ueberbrettelö alo: ,,Ter lustige Ehemann", „Die Haselnuß", „Die Mufik kommt" usw. ^Sämtliche Nummern Hellern Inhalts und decent. BMF* Ausführliche Programme au der Aasse. Preise der Plätze: Im Vorverkauf bei Herrn E. Lhallier Sperrsitz 1,75 Mk., L Platz 1,50 Mk., II. Platz 0,75 Alk. — Abcirdkasse. Sperrsitz 2,00 Äik., I. Platz 1,76 Mk., IL Platz 1,00 «Dlt, Gallerte 50 Ps. Kaffcuöffuuug 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. iF~ ii. j.i —'iiwn.irrBmT.iisi)iTrTi^(SQn—iminniiij mniM- MpEche, Tischdecken, Bettvorlagen, Vorhänge, Rouleaur, ^A#^v**V%/*^v*»**^,^Z*A/^v***w**^^w*>*^**^**«^^ Steppdecken, wollene Kolter in grotzartiger Auswahl. Th. Briiä, Möbelfabritlager, Innendekoration in geschmadvoNer Ausmachung, 5chIohgaffe-Lckc Aanzlciberg-Vranüplatz. ers--L, -- ss- Täglich frischen 04337 Apfelmost empfiehlt M. 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