Erstes Blatt. Montag 8. September 1903 153. Jahrgang Air heutige Mummer umfaßt 8 Seiten Eine Depesche 10. August da- ameritanischen fragen, selbst Genugthuung verschafft, in einer anderen Beziehung von Interesse, des Wölfischen Bureaus meldet nämlich: Washington, 7. Sept. Ein vom Deutschland hat sich diesmal also, ohne jemand zu Tas ist noch tierter Bericht des Kommandanten des Kanonenbootes ,Machiats" Mc Crea über seine Maßregeln zum Schutze des internationalen Handels meldet, daß, bevor Kapitän Killick, Befehlshaber der haitischen Flotte, zugab, die Blokade sei nicht effektiv, Mc Crea ihm mitgeteilt habe, er sei ebenso mit dem Schutze der deutschen, französischen, englischen, italienischen, spanischen, russischen und kubanischen Interessen betraut, wie mit den amerikanischen. Näher erläutert wird diese Depesche durch folgendes Telegramm der „Frkf. Ztg.": Newyork, 6. Sept. Ein ausführlicher Bericht des Kommandeurs Mc Crea vom amerikanischen Kreuzer „Machiats" zeigt, daß er im Schutze des Welthandels weitergegangen ist als je bisher seitens der Union in den mittel- oder südamerikanischen Unruhen geschehen ist. Mc Crea verhinderte nämlich das Bombardement von Kap Haitien, veranlaßte die schleunige Aufhebung der Blokade und verbot irgendwelche Belästigung oder Unterbrechung des telegraphischen Verkehrs nach den: Ausland. Mc Crea drohte dem haitischen Admiral Killick mehrfach mit Gewalt. Seine Haltung findet Roosevelt's vollen Beifall. Die deutsche Negierung hat Mc Crea ihre hohe Anerkennung für dessen Wahrnehmung deutscher Interessen in Bocas del Poro (Hasenort in Columbia) ausgesprochen. Obwohl die Uebereinkünste der Mächte eine solche gegenseitige Vertretung in vielen Fällen vorsehen, haben wir Deutsche doch alle Ursache, die unerwartet schnelle Erledigung des neuesten „haitischen Falles" durch eins von unseren eigenen Kriegsschiffen mit Genugthuung aufzu- neymcn. Ausland. London, 6. Sept. Tie „Mail" will wissen, daß die Burengeneräle im höchsten Grade unzufrieden über den Erfolg der gestrigen Unterredung waren und sofort abzureisen beschlossen. Es kam, wie telegraphiert worden. Chamberlain weigerte sich, die Friedensverhandlungen wieder zu eröffnen. — Dem „Reuterschen Bureau" wird aus Caracas vom 5. d. M. gemeldet: Tie Aufständischen von Venezuela besetzten die Höhen in der Umgegend von Caracas, unterhielten vier Stunden hindurch ein Feuer mit den Regierungstruppen und zogen sich dann zurück. In der Hauptstadt herrscht großer Schrecken, die Schwierigkeiten mehren sich. Paris, 6. Sept. Tie hiesige Ausgabe des „Newhork Herald" veröffentlicht eine Unterredung mit dem bisherigen französischen Botschafter in Petersburg, Grafen Monte- bello, dem folgende Aeußerungen zugeschrieben werden: ,^Jch habe nicht meine Entlassung nachgesucht, die Regierung hat mich zwar aufgesordert, mein Entlassungsgesuch, em- Deutsches Reich. Berlin, 6. Sept. Im Beisein des Kaiserpaares hat heute die große Parade über das 3. Armeekorps auf dem Paradefeld zu Markendorf bei Frankfurt a. O. stattgefunden. Es fanden zwei Vorbeimärsche statt. Beim zweiten führte der Kaiser das 2. Leibgrcnadier- Regiment vor. Die Kaiserin, welche gestern, 12 Uhr mittags, zu Wagen von Markendorf nach der Stadt zurückkehrte, begab sich zum Frühstück zu der Prinzessin Heinrich XXX. Reuß, während der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnie zurückritt, um auf dem Wilhelmsplatz die Begrüßung durch den Oberbürgermeister entgegenzunehmen. Der Kaiser dankte für den ihm und der Kaiserin gewordenen herzlichen Empfang und leerte den ihm dargereichten Becher auf das Wohl der Stadt Frankfurt. Später begab sich der Kaiser in das Kasino des Leibgrenadier-Regiments, um dort das Frühstück einzunehmen. — Lord Roberts und die übrigen englischen Offiziere, welche der Kaiserparade beiwohnten, kehrten bereits mittags 1 Uhr von dort nach Berlin zurück. Sie äußerten sich ganz entzückt über den liebenswürdigen Empfang seitens des Kaisers und sind auch sehr befriedigt von dem ihnen gebotenen militärischen Schauspiel. Morgen machen die fremden Offiziere eine Fahrt durch den Grünewald. — Die „Kreuzztg." meldet: Anläßlich der Posener Kaisertage schenkte der Kaiser dem Liegnitzer Grenadier-Regiment ein Gemälde aus dem Nachlaß Kaiser Wilhelms L, welches das erste Wiedersehen des Königs mit seinem Regimente am Abend der Schlacht von Königgrätz von Maler Röchling darstellt. Ter Kaiser schenkte ferner eine Bronzebüste Wilhelms I. als jugendlicher Prinz, zur Zeit, wo ihm das Regiment verliehen wurde. , , , — Prinzessin Hem rrch ist von ihrer Erkrankung an den Masern völlig wieder hergestellt. — Ein allgemeiner Delegiertentag der nativ n a l li b e r a l e n Partei foll in den Tagen vom 10. 6ia 13. Oktober in Eisenach abgehalten werden. Aus ihm sollen folgende Gegenstände behandelt werden: 2lll- gemeine Stellung der Partei (Referenten: Aba. Tr. Bauermann und Professor Tr. Kahle). Finanzielle Beziehung der Einzelstaaten zum Reich (Abg. Dr. Sattler). Verkehrswesen im Reich und in den Einzelstaaten (Abg. v. Eynern). Wirtschafts- und Handelspolitik (Abg. Prof. Tr. Paa'che, Abg. Rotlsuß-Ztttau). Fragen der Mittelstandspollicr (Dr. Hugo Böttger, Abg. Tr. Eckels), Kolonialpolttit (Abg. Dr. einigen gänzlich veralteten Kanonen. Die vier Kanonenboote sind im Gefechtswert, den sie im europäischen Sinne eigentlich nicht besitzen, sehr verschieden. Das leistungsfähigste Schiff ist die eben jetzt beim Seeraub ertappte Crßte-ä-Pierrot; sie ist das größte Kanonenboot und mit Schnellfeuergeschützen und Maschinenwaffen ausgerüstet. In der Große kommt sie säst dem Panther gleich und läuft 16 Seemeilen. Die übrigen Kanonenboote, Toussaint l'Ouverture (622t), Saint Michael (850t) und Capois la Mort (260t) sind gegenüber unferm Panther geringwertig. Sie stammen aus den 70 er und 80 er Jahren und sind zum Teil mit Vorderladern und 30-Psündern bestückt. Ter kleine Zweischrauben-Kriegsdampfer Capois la Mort, der etwas größer als unser Tender Hai ist, wurde 1893 gebaut. Die übrigen Fahrzeuge sind Einschraubcnschiffe. Die Besatzung der ganzen haitischen Flotte erreicht nicht einmal die Stärke der Vineta-Besatzung. Die zahlenmäßige Ueberlegenheit der haitischen Flotte spielt also gar keine Rolle. Hasse). Sozialpolitik (Abg. Prof. Hieber, Abg. Hilbck). Organisation und Wahlvorbereitung (Generalsekrelär Patzig, Rechtsanwalt Dr. H. Fischer-Köln). — Die Neuwahlen zum Landtage des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt sind aus den 16. Oktober angeordnet. — Anderslautenden Meldungen gegenüber will die „Schles. Ztg." erfahren haben, daß der Führer der konservativen Partei in Schlesien, Frhr. v. Manteuffel-Krossen, weder Neigung noch die Absicht habe, sich bei den nächsten Wahlen als Kandidat aufstellen zu lassen. — Wie mehrere Blätter übereinstimmend melden, hat der aus dem Krosigk-Prozeß bekannte Kommandeur des Gumbinner Tragonerregiments, Oberst v. Winter- seld, sein Abschiedsgesuch eingereicht. Kirchheim u. Teck, 7. Sept. Der Berbandstag der Gewerbevereine Württembergs hat einmütig einen Antrag angenommen, welcher die baldige Einführung eines billigen Postcheckverfahrens für ein dringendes Bedürfnis des Gewerbestandes erklärt. Frankfurt, 6. Sept. Im kleinen Saale des Gewerkschaftshauses trat heute Vormittag der dritte Verbandstag des Verbandes deutscher Mietervereine zusammen. Dem Jahresbericht zufolge hat der Verband im abgelaufenen Jahre erfreuliche Fortschritte und einige Erfolge erzielt. Andererseits hat sich der Mangel an Geld und an thatkräftiger Mitarbeit fühlbar gemacht, und manche Gelegenheit, die für die Mieter hätte zum Vorteil gereichen können, mußte deshalb unbenutzt vorübergehen. Für eine gedeihliche Fortentwickelung des Verbandes ist es nach dem Bericht unumgänglich nötig, daß die Beiträge wesentlich erhöht, mindestens aber verdreifacht werden. Das Verbandsorgan weist steigende Auflage nach. Das Flugblatt mit dem Motto: „Miether vereinigt Euch!" ist in einer Auflage von 22 000 verteilt worden. Der Kassenbericht verzeichnet 698 Mk. Einnahmen und 643 Mk. Ausgaben; vorhanden ist ferner ein Sparkassenbuch Über — 22 Pfg. Es hat sich die Ortsgruppe Moabit des Bundes der Bodenreformer um Aufnahme in den Verband gemeldet. A. Damaschke-Berlin stellt den Antrag, der Verbandstag wolle beschließen, daß alle politisch und religiös neutralen Vereine Aufnahme finden, die erklären, auf dem Boden des Verbandes zu stehen und seine Satzungen als bindend anerkennen. Die namentliche Abstimmung ergiebt Ablehnung des Anttages Damaschke mit 28 gegen 8 Stimmen. Es folgt ein Referat des Rechtsanwalts Dr. H o ch st e t t e r - Frankfurt, der in eingehenden Ausführungen diejenigen Punkte beleuchtet, in denen die heute üblichen Miethoerträge von dem Bürgerlichen Gesetzbuch abweichen. Dazu gehört die Bestimmung, daß die Wohnung von dem Mieter in gebrauchsfähigem Zustande zu erhalten sei. Das bedeutet, daß der Hausbesitzer seine Pflicht, die Wohnung zu erhalten, auf den Mieter abwälzt. Kleine Reparaturen seien natürlich ausgenommen. Das Verbot der Aftervermietung an sich bezeichnet Referent aus sittlichen und hygienischen Gründen als nicht unberechtigt, dagegen sei die Bestimmung, daß die anderweite Benutzung der Wohnung zu sofortiger Kündigung berechtige, im Allgemeinen als zu weitgehend. Die Vorschrift, daß schon nach einmaligen Ausbleiben des Mietgeldes Exmission erfolgen könne, sei zu hart. Nach einer längeren Diskussion wird folgende von Dr. Rößler beantragte Resolution angenommen: Der Vorstand wird beauftragt, unter Berücksichtigung bet Verhandlungen des Verbandstages und des vorliegenden Materials ein Formular auszuarbeiten, das den einzelnen Vereinen als Muster dienen soll und beftimmte Paragraphen enthält, die den Vereinen zur Annahme besonders empfohlen werden. Tas vorliegende Material ist möglichst allen Vereinen zugängig zu machen. Es ist den Vereinen nahezulegen, mü den Hausbesitzervereinen in Unterhandlung zu treten, zwecks Vereinbarung eines gemeinsamen Mietvertrages. Als Tagungsort für den nächsten Verbandstag wurde Dresden gewählt. Als Vorort für das nächste Jahr wurde Düsseldorf gewählt. Es wird eine Erhöhung des VerbandöbeitrageS von 4 auf 8 Pfg. pro Mitglied und Jahr beschlossen. Ein Antrag, das Maximum des Beitrages eines Vereins an den Verband auf Mark 200 festzusetzen, wird abgelehnt. Nach Erledigung einer Reihe von Anregungen und Wünschen wird der Verbandstag nach 6 Uhr geschlossen. Ä vezngSpretS, monatlich75Ps^ viertel^ GletzenerAnzelgerW ” General-Anzeiger " ” “SS? V für den polik. n. flöge m, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen ZMZ V " KP zeigenteil: HanS Beck. Nr. 310 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh lttchen Univers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Bekanntmachung. ES wird hiermit zur öffentlichen Kem. äs gebracht, daß die nach § 6 deS Reichsgesetzes vorn 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlages von Fünf vom Hundert, pro Monat August 1902 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg. betragen: Hafer Mk. 20.05, Heu Mk. 7.60, Stroh Mk. 5.00. Gießen, den 6. September 1902. Grohherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Gießen, 4. September 1902. Betr.: Entschädigung für an Milzbrand und für an Rausch brand gefallener Tiere; hier: Ernennung der Schätzer. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosth. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Verfügung vorn 26. o. M. noch im Rückstände sind, erinnern wir an deren Erledigung binnen einer Woche. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Straßenstrecke der Neustadt zwischen Marktstraße und Tiefenweg für den Fuhrwerkverkehr bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 8. September 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ___________________I. V.: Roth.__________________ Haiti. Die Bewohner der reizenden Antilleninsel Haiti haben wieder einmal ihre kleine Revolution. Wieder stehen sich ein paar Prätendenten zur Präsidentschaft mit schwarzen ,-Armeen" gegenüber, zwei Regierungen bestehen nebeneinander, eine in der Hauptstadt Porte-au-Prince, die zweite etwas nördlich davon in der Hafenstadt Gonaives. Natürlich ist während der letzten Wochen wieder eine Menge Pulver verschossen worden, in Kap Haitien, der zweitgrößten Stadt des Landes ist es zu einem blutigen Straßcukamps gekommen, der die einander gegenüberstehenden Parteien auf das Heftigste erbittert hat. Tas wären indessen lediglich die kleinen oder großen Privatangelegenheiten der schwarzen Söhne jener, unter einem so glücklichen Klima gelegenen Insel, wenn sic sich auf chr eigenes Reich beschränkten. Aber seitdem sich die Haitier einige Kriegsschiffe zugelegt haben, begnügen sie sich nicht mit einer Beschränkung auf das eigene Land; schon wiederholt sind sie mit anderen Staaten, speziell auch mit Deutsch land in Kon- fiifte geraten, weil sie die berechtigten und durch das allgemeine Völkerrecht geschätzten fremden Staats- und Handelsinteressen nicht respektierten. Tas hat ihnen schon manche, oft recht derbe Zurechtweisungen eingetragen und ihrem Staatssäckel manche schöne Summe Geld gekostet. Aber es hat den Anschein, als ob sie noch immer nicht verstanden hätten, aus diesen Vorkommnissen und ihren Folgen die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Wie wir bereits berichteten, hat vor wenigen Tagen der Hamburger Dampfer Marcomannia eine Beschlagnahme durch das, die Flagge des Haitischen Prätendenten Firmin führende Kanonenboot CrSte ß Pierrot über sich ergehen lassen müssen. Tabei wurden Waffen und Munitton — geraubt. Tenn einen Akt der Seeräuberei stellt diese völkerrechllich durch nichts zu rechtfertigende „Beschlagnahme" dar. Es war selbstverständlich, daß Deutschland diesen frechen Piratenüberfall durch eine rasche und energische Bestrafung sühnte. Am 2. September ging das Kanonenboot „Panther" nach Porte au Prince ab und hat, ohne sich auf irgend welche diplomatischen Verhandlungen einzulassen, das haitische Kanonenboot Erste ä Piervot angegriffen und in den Grund gebohrt. Ein Telegramm meldet uns darüber : New-Aort, 7. Sept. Nach einem Telegramm aus Kap Haitien wurde das haitische Kanonenboot Erste ä Pierrot durch das deutsche Kriegsschiff Panther an der Hafeneinfahrt Gonaives in den Grund gebohrt. Der Besatzung gelang eS, sich zu retten. L .. Tas war eine schnelle und gerechte Sühne, ine er. fennen läßt daß die großen Jnterelsen, die Deutschland gerade auf den Antillen hat, auss beste vertreten werden. Allerdinas haben wir in jenen Gewässern nur als ein» kiaes Krieasschiff das Kanonenboot Panther. Aber wenn es ^amh ^nur em Kanonenboot ist, so . ist es doch nicht m verackten Der Panther führt zwei 10,5 Zenttmeter- Sckmellseueraeschütze und sechs 3,7 Zeutimeter-Maschinen- Die ^rnnntwaffe besitzt eine erheblich stärkere Feue-wi-kung LN"e ' des Schwesterschifses Iltis, Sie feuert in der Minute 12 bis lo Schuß und durchichlagt nn her Münduna eine Stahlplatte von 28/ Millimeter. Das Gewicht der^Stahlgranate beträgt 14 Kilogramm, das der Pulverladung 2,4 Kilogramm, -tie Flotte der schwarzen Republik Haiti ist dagegen verhältnismäßig schwach. Sie umfaßt fünfemen kleinen Kreuzer und wer Kanonenboots ^er Kreuzer salines, ein 1883 erbauter das stolzeste Schiff, das einzige, das den Panther an Große Übertrifft. Die Beioaffnung besteht aus einem 12 Zentimeter SchneHf euerges^ütz, zwei Maschinengewehren und 146.80 'M 136.50 153.20 132,10 zurück. "HW Limite. Durch je vollkommen varen'GeMften 434.46 36.— 153.60 fi) 115.— . 1435,— I 37.80 [| 30.30 352.40; ris A.-G. Ilosel) loselstrasee 6/12 indlung -u.Civil-Kasinos ■ Auswahl ihre iarweine inen bis zu den der ersten Weinff, turreinheit •ei zu Diensten. i-,Konto. 6196 •evlrls“, Trier. 102.70 - HO.io -2 137.20 46.70 HD Atz rctxe irloöeln geben. Mherck üel, Lchoßgasje. rge -w ihlstesvovM. leudörf«, .. Haut‘iBRl8' Ohrenleid®11 nr. n—ntnost el-r"»' .achten (einer* -chulp-ka . Leicben» ■r, oienP^ Sense,. zur eichen, aber ich erklärte^ daß ich dies nicht tbun könne, weil rch gewissen Persöitlrchketten versprochen Hütte, hier zu bleiben. Man hat mich einfach vor die Thür gesetzt nach zwölfjichriger Arbeit im Dienste meines Landes unb der französisch-russischen Allianz." — Die Nachricht, die russische Regierung beabsichtige, ln Paris, Berlin und Wien eine Anleihe von einer Milliarde aufzunehmen, wird vom Ministerium des Aeußeren dementiert. Die russische Regierung habe der französischen Regierung niemals einen derartigen Plan mitgeteilt. Madrid, 6. Sept. Ter Ministerrat beschloß, den Handelsvertrag in Portugal nicht zu kündigen, aber über Verbesserungen des Vertrages zu ber» handeln. — Offiziös wird tAementiert, daß die plötzliche Reise des Pariser und des Londoner Botschafters nach hier mit internationalen Fragen in Verbindung stehe. In politischen Kreisen ist man aber davon überzeugt. Ein Teil der Presse, namentlich der liberalen, warnt vor dem Abschluß eines Bündnisses mit Frankreich, da frühere Bündnisse stets sür Spanien ungünstig ausgelaufen seien. Belgrad, 7. Sept. Von amtlicher Seite werden die über den Rücktritt des KabinettsWuitsch, also auch über eine Aenderung in der inneren wie in der äußeren Politik Serbiens verbreiteten Gerüchte für vollkommen unbegründet erklärt. — In der heute anläßlich der Agramer serbenfeindlichen Exzesse unter dem Vorsitze des Staatsrats-Präsidenten Georg Simitsch äbgehaltenen, zahlreich besuchten Versammlung, an der auch Nicola Paschttsch, Alexa Iovanowitfch, Lubomir Kaljevitsch, Giga Gerschitch, Panta Sratowitsch, Jovan Avakumowitsch teilnahmen und die angesehensten serbischen Politiker und der Archimandrit Hila- rion Versitsch am Präsidententisch saßen und Simitsch Ava- kumovitsch, Gerschüsch und Universitütsprofessor Zujovitsch die Hauptredner waren, wurde eine Resolution eingebracht, in der die beklageriswerten Agramer Vorgänge aufs nachdrücklichste verurteilt werden unter gleichzeitiger Erklärung, daß das serbische Volt mit lebhafter Teilnahme das Wirken der Agramer Serben beklage, welches auf Stärkung des Nationalbewußtseius, sowie des ökonomischen und kulturellen Leberts der Serben im dreieinigen Königreiche gerichtet sei. Während und nach der Versammlung herrschte musterhafte Ordnung. Aurn Jode Kirchows. Berlin, 6. Sept. Der ,Lteichsanze iger" hebt in einem Nachruf auf Professor Virchow hervor, daß seine Einwirkung sich keineswegs aus einen engeren Kleis von Fachgenossen beschränkte, sondern sich an den Jüngern der medizinischen Wissenschaft,, wie an den ausübenden Aerzten im weitesten Kreise anregend, fördernd und fruchtbringend erwiesen. Und neben seinem Wirken als Mitglied der Berliner Akademie, der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen, sowie neben der Bethäiigung am öffentlichen Leben, machte er jederzeit durch Schrift und Wort, durch Zeitschriften, Vereinen, Versammlungen im In- und Auslande sein Wissen und Können Arideren zugänglich und durch Bekehrung nutzbar. Daneben war er überall bemüht, die wissenschaftliche Erkenntnis in das praktische Leben umzusetzen. Vor allem aber bleibt der Wissenschaft sein Schaffen urwerloren. Ein an Besonnenheit und kritischem Scharfblick unvergleichlicher Forscher, unablässig thätig bis in die neueste Zeit, entfaltete er, dem die Wistenscbaft vom Leben so viel verdankt, in immer gleichem, der Arbeit gewidmeten HandÄn, zugleich echte Lebenstunst. Unvergessen ist, wie er auch die Anstreiigungen der zum 80. Geburtstage veranstalteten prunkvollen Feier zu überstehen wußte. Tragisch muß eS berühren, daß er im Vollbesitz seiner körperlichen und geistigeii Kräfte au den Folgen eines Unfalls vorzeitig das Leben einbüßte. Aber wenn die Wissenschaft mit der ihm engverbundenen Familie trauernd an dem Sarge steht, darf es ein Trost sein, daß die Früchte seines Schaffens erhallen bleiben und der Name Rudolf Virchow als Leuchte der Wissenschaft sortleben wird in fernere Zeiten. Tas Beileidstelegramm des Kaisers an Frau Geheimrat Wirchow lautet folgendermaßen: Potsdam, 6. Sept. Tie Kunde von dem Hinscheiden Ihres Gatten hat Mich mit aufrichtiger Teilnahme erfüllt und spreche Ich Ihnen und den Ihrigen mein wärmstes Beileid zu dem schweren Verluste aus. Aiöge Gott der Herr Sie in Ihrem großen Schmerz trösten und der Gedanke Sie aufrichten, daß den großen Forscher, Arzt und Lehrer, dessen Lebensarbeit der deutschen Medizin neue Bahnen erschlossen, mit der ganzen gebildeten Welt fein König in dankbarer Gesinnung betrauert." Wilhelm Laut der „diordd. Allg. Ztg." lautet das Telegramm des Reichskanzlers au die Hinterbliebenen Virchows: „Tief ergriffen durch das Hinscheideu des großen Gelehrten, welcher für den Fortschritt der Wissenschaft, wie für den Ruhm der deutschen Forschung Unvergängliches geleistet hat, spreche ich Ihnen und den Ihrigen mein herzliches Beileid aus." Anläßlich des Ablebens Virchows fand heute vormittag eine außerordentliche Magistratssitzung statt, in welcher beschlossen wurde, die Beerdigung des Ehrenbürgers von Berlin am Dienstag vormittag 11 Uhr vom Rathause and auf städtische Kosten stattsinden zu lassen. Aus Stadt und Land. Gießen, 8. September 1902. Mitteilungen aus dem Publikum werden gern enlgegenßenonunen und angemessen honoriert. ** Hofnachrichten. Ter Großherzog traf gestern abend von Schloß Wolfsgarten in Darmstadt ein, besuchte die „Tannhäuser"-Vorstellung im Theater und nahm daselbst in der Pause mit den Battenberg'schen Herrschaften ein Souper. Abends 10 Uhr 6 Min. fuhr der Fürst wieder nach Wolfsgarten zurück. mr. Pfarrer Dr. Grein verabschiedete sich am gestrigen Sonntag nach zehnjähriger Wirksamkeit von seiner Gemeinde: Die Stadtkirche konnte kaum die Vielen fassen, die gekommen waren, um noch einmal den geliebten und verehrten Geistlichen zu hören: sie war in allen Teilen überfüllt. Der Predigt, die einen sichtlich tiefen Eindruck auf die Zuhörer machte, lag das Apostelwort 2. Cor. 13, 13 zu Grunde; sie wird im Verlage der Ricker'schen Buchhandlung im Druck erscheinen und, da sie die Eigenart beß Predigers treffend wiedergiebt, weiten Kreisen ein willkommenes Andenken sein. Zu bem vom Vorstand ber Markusgemeinbe, sowie bem evangelischen Arbeiterverein veranstalteten Familienabend hatten sich außerordentlich viel Teilnehmer eingefunden. Ter große Saal in Steins Garten wies fein leeres Plätzchen mehr auf; alles verlief harmonisch und schön. Reden und Dankesworte, Darbietungen des gemischten Chores des evang. Arbeitervereins, be§ Klein-Lindener Posaunenchores, des Zitherklubs „Alpenröschen", sowie einzelner musikalischer Kräfte füllten den Abend aus. Nach einem kurzen Begrüßungswort des Direktors Dr. Rausch feierte Metzgermeister Pirr namens beß Kirchenvorstandes der Markusgemeinbe in längerer Rebe ben scheidenden treuen Seelsorger, Pfarrer Dr. Naumann sprach im Namen bes Pfarrkollegiums, sowie des Gesamtkirchenvorstandes herzliche Worte, worauf Kommerzienrat Georgi namens der städtischen Verwaltung die hohen Verdienste heroorhob, die sich der Scheidende auf bem Gebiet ber Armenpflege erworben. Herr Ritsert, zweiter Vorsitzenber des evang. Arbeitervereins, brachte dem scheibenden, um den Verein hochverdienten Vorsitzenden den herzlichen Dank sowie die besten Wünsche des Vereins bar, während Pfarrer Euler ber Familie des Gefeierten gedachte. Pfarrer Dr. Grein dankte in bewegten Worten für all' die Liebe, Freundlichkeit und Anerkennung, die ihm zu teil geivorden, worauf ber allgemeine Gesang bes Bunbesliedes bes evang. Arbeitervereins gewissermaßen ben offiziellen Teil der Feier abschloß. Die große Mehrzahl fteilich blieb noch länger beisammen unter musikalischen Darbietungen mannigfacher Art. Kam auch in den Reden mannigfach ber Humor zu fernem Recht, so trug boch ber Abenb — wie ja natürlich — ein wehmütiges Gepräge, alle ühltens: Scheiben thut weh! * * 5. Hessische Landeslotterie. 6. Klasse. Aus Darmstadt erhalten wir telegraphisch folgende Gewinnliste : Eine Prämie von 100000 Mk. fiel auf ben letzten mit 2000 Mk. gezogenen Gewinn auf Nr. 36928 (nach Bad Nauheim), Prämien von je 50000 Mk. fielen auf die vier letzten mit 1000 Mk. gezogenen Nummern 11127 50427 53454 53846, Prämien von je 25000 Mk. fielen auf die acht letzten mit 400 Mk. gezogenen Nummern 8241 17340 38763 39066 41441 48119 49527 54333. Es fielen ferner Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 16840, 3000 Mk. auf Nr. 18630, je 2000 Mk. auf Nr. 1780 5393 7973 27644 42207, je 1000 Mk, auf Nr. 7207 21608 24936 25981 33096 41098. Ohne Gewähr. * * Eisenbahn-Unfall. Der nachts 12.36 Uhr von hier abgehende Berliner Schnellzug stieß in der Nacht von Samstag auf Sonntag beim Durchfahren der Station Lollar auf einen im Fahrgleise stehenden Personenwagen unb schleifte denselben ca. 100 Meter weil vor sich her, bis der Zug zum Stehen gebracht werden konnte. Verletzungen vonReisenden sind nicht zu verzeichnen, dagegen erlitt die Lokomotive bei dem Zusammenstöße schwere Beschädigungen und war zur Weiterfahrt nicht mehr verwendbar. Nachdem von hier aus eine andere Lokomotive entsandt unb ber Zug auf ein anbere» Gleis überführt worben war, konnte derselbe mit ca. 1 Stunde Verspätung die Fahrt fortsetzen. • Der erste Septembersonntag war mit zu ben wenigen Sonntagen bieses Sommers zu rechnen, bie keinen Wetterstrich burch die geplanten Festlichkeiten machten. Sonnig unb boch nicht übermäßig heiß, trocken unb luftig, lub er chon am frühen Morgen bie Wanderlustigen zum Verlassen unserer jetzt im Zeichen der Ferien, Studenten- unb Solbaten- losigkeit stehenden Stadt ein. Diesseits der Lahn war — wenn man von der zu Ehren des Weggangs des Herrn Pfarrers Dr. Grein veranstalteten unb angesichts ber Beliebtheit bes Genannten sehr stark besuchten unb an anberer Stelle be- onbers besprochenen Feierlichkeit in Steins Saalbau absieht — wenig los. — Dafür gab es jenseits ber „Bach" Festlichkeiten in Hülle unb Fülle. Den Neigen ber Auszügler eröffneten die Turner. Das von diesen veranstaltete Wett- turnen auf bem Dünsb erg war so stark besucht, wie selten ein berartigeS Fest vorher, wobei zu berücksichtigen ist, baß bie sonst sich einfinbenbc Lanb- bevölkerung diesmal von ben Kirmessen in Anspruch genommen wurde und deshalb vollzählig — fehlte. Als einwandfreier Maßstab für die Zahl derjenigen, die den Düntzberg erklettert hatten, kann es gelten, daß die für das Besteigen des Aussichtsturmes erhobenen Nickel einen gewichtigen Sack füllten, daß die Vorräte an Eß- und Trinkbarem bald geräumt und schon gegen 2 Uhr sämtliche Postkarten ausverkauft waren. Gut Heil! den Absendern und Empfängern aller Geschlechter. — Von den preußischen Kirmessen, bie nach wohlweislicher Anordnung hoher Behörden auf einmal gehalten werden, nahmen diejenigen in Krofdorf und Gleiberg die Mehrzahl der Besucher vornweg. In Gleiberg war das erste Mal der Tanzboden im Burghof aufgeschlagen; wer sich dort hinreichend vergnügt, stieg hinunter nach Krofdorf, und wer dorthin zuerst seine Schritte gelenkt, nahm auf dem Heimwege noch ein Stück Gleiberger Kirmes- vergnügens mit. Wißmar, Kinzenbach, Odenhausen und wie bie jenseits der rot-weißen Grenzpfähle liegenden Orte alle heißen, hatten ebenfalls zahlreichen Besuch an Kirmesgäslen. — Den Gießener Radfahrer-Verein 1885 befahl ber zum Preistouren-Kontrolltag erkorene Sonntagnachmittag in bie Pebale, und zwar zu einer Tour über Hausen und Steinbach. Besseres Nadlerwetter konnten sich die Teilnehmer an der Tour nicht wünschen. — Der Wohlthätigkeitsoerein „Con- tentia" veranstaltete zu Ehren mehrerer Mitglieder, die demnächst einige in der Kaserne frei werdenden Stellen besetzen sollen, am Samstag einen Familienabend auf der „Schönen Aussicht". — Die Gießener „E. B.", Gesellschaft mit unbeschränkter Schwimmpflicht, veranstalteten am Samstag Abend in ihrem Gesellschaftshause an der Lahn das 5. Stif- iungsfest. Nachdem dem augenblicklich hier weilenden alten Aegir in ben kühlen Fluten ein Besuch abgeftattet, ließen sich die Schwimmer in der Festhalle zum fröhlichen, mit Neben unb Liedern gewürzten, sehr abwechselungsreichen Mahle nieber — unb ber Sonntagmvrgen fand bie Teilnehmer natürlich roieber in ihrem Element, unb zwar ba, roo eß am tiefsten ist. *• Die hohen Fleischpreise. Aus Karlsruhe wirb gemeldet: Im Hinblick auf das fortgesetzte Steigen ber Fleischpreise beschloß ber hiesige Stadtrat, bei ben übrigen ber Städteordnung unterstehenben Stabten eine gerne infame Erörterung der Schritte anzuregen, welche zur Beseitigung der einer ausreichenden Fleischversorgung der Städte entgegenstehenden Hindernisse zu unternehmen wären. ** Liebe Freunde, getreue Nachbarn und des gl. Ein Lbstgartenbesitzer in bem Torfe Gensungen war oft von Lbstdieben heimgesucht worben. Um sich nun diesmal vor ihnen zu schützen, wandte er ein etwas seltsames Mittel an. Er befestigte nämlich an einem 'Apfelbaume, um gerade dessen sehr schöne Früchte vor Tieben zu sichern, ein Schild folgenden Inhalts: „Warnung! '2£uf diesem Baume sind etliche Aepfel tätlich vergiftet. Ter Unterzeichnete warnt hiermit- Pk. R, Station Gensungen." Tiefes veranlaßte nun einige „gute Freunde" bes betreffenden R., den Baum beinahe vollständig zu plündern, die noch hängenden, nicht ganz reifen Früchte indes mit Farbe schwarz zu färben! Babenhausen, 5. Sept. Ein ehemaliger Baben- Häuser Bürger, jetzt Farmbejitzer zu Chackwick in Amerika, sandte einen Bries hierher, der seines interessanten Inhalts wegen auch weiterhin bekannt zu werden verdient. Herr Farmer Lang schreibt: Seit acht Tagen versetzt und ein Ereignis, dessen Schauplatz so weit von meiner Farm entern! ist, wie Babenhausen von Frankfurt, in die größte Aufregung. Sechs Räuber brachten in der Nacht durch Schwingeti einer Laterne einen Schnellzug zum Stehen, fünf prangen auf die Lokomotive, der sechste koppelte den Expreßwagen ab und fuhr mit demselben eine Strecke weiter. Tann hielten die Räuber an und erbrach en die Thür öesWagens, wobei der Beamte einen der Räuber nieber- choß. Tie Räuber banden den Beamten, traten ihm aber weiter nichts zu Leide. Hieraus bohrten sie den großen Geldschrank an und sprengten denselben mit Tynamit aus. Tie Deute, die sie machten, waren 100 000 Dollars. Ter angeschossene Räuber wurde von einem feiner Kameraden vollends tot geschossen und aus bie Schienen geworfen. Man glaubt, daß die Räuber über den Mississippi entkommen sind. Nun muß man aber ja nicht glauben, wir wohnten in der Wildnis. Ties ist nicht der Fall. Die Ortschaften und Landstädtchen liegen gut so dicht wie zwischen Babenhausen und Groß-Umstadt .... — Im weiteren berichtet der Briefschreiber über die diesjährigen • Felderträgnässe wie folgt: Es waren alle Erlvp.r> tungen zu einem gesegneten Jahre, aber wir können unseren Segen nicht Heimbringen. Tie biblischen 40 Regentage ind schon lauge vorüber, aber es regnet noch immer, und die Fruchthaufen auf dem Felde keimen und faulen. Uebcr drei Wochen haben wir Heu gemacht. Man glaubt hier, daß die vulkanischen Ausbrüche auf den westindischen Inseln Einfluß auf (unsere Witterungsver hältnisse hätten; eS sähe gerade so aus, „als ob im Erdinnern ein Rädchen gebrochen oder im Weltall gar eine Schraube los sei." Dem mag nun sein, wie ihm will, ich wünschte, wir hätten unsere Frucht im Trocknen. rt. Zölzberg bei Birstein, 6 Sept. Gelegentlich einer Schlägerei kugelten zwei Männer eine sehr abschüssige Stelle herab. Der eine, der am Ende dieser sonderbaren Fahtt das Glück hatte, oben zu liegen, bearbeitete feinen Gegner bann derart, daß ihm mehrere Rippen gebrochen wurden und edlere Teile verletzt wurden. Einem hinzueilenden Manne gelang es, die Gegner zu trennen. Beide mußten dann ihre Zuflucht zum Arzt nehmen. Mainz, 6. Sept. Tas sehr bedeutende Kohlen^ lager der Rhederei und Kohlengroßhatidlung von Adolf Harloff auf ber Gustavsburg ist in Brand geraten. — Seit einiger Zeit wurden sowohl hier als auch in Wiesbaden eine Reihe von Einbrüchen verübt. Gestern gelang es der Polizei, zwei der Einbrecher hier zu verhaften, und fast gletchzeittg wurden von der Einbrecherbande noch wettere zwei Kerle von der Wiesbadener Polizei in Haft genommen. Tie Verhafteten sind bekannte Tieoe und Einbrecher, welche schon häufig hinter Gefängnismauern gesessen haben. Bei dem Emen wurde etti ganzes Arsenal von Brechwerkzeugen vorgesunden, darunter 36 Dietriche und Nachschlüssel, die der Einbrecher in einem eleganten schwarzledernen Reiselöfserchen bei sich führte. Außerdem wurden bei den Verhafteten verschiedene Schmuckgegenstände gesunden, welche von den Einbrüchen der letzten Zett her- rührten. Auch sind bereits mehrere Hehler in Hast genommen, darunter eine Kellnerin. sä. Worms, 7. Sept. Die diesjährige Landeskonferenz der Sozialdemokraten Hessens fand heute hier statt und wurde um ,/110 Uhr durch den Landtagsabgeordneten Ulrich eröffnet. Es wurden folgende Anträge angenommen: 1. Die Landeskonferenz ist mit der Haltung der Landtagsfraktton in allen Punkten, auch in der Wahlrechtsvorlage einverstanden und beschließt, mit voller Energie in allen Landtagswahlkreisen, in denen Neuwahlen stattfinden, in den Kampf einzutreten, um eine bessere Zusammensetzung der Kammer zu erzwingen. Wo die Aufstellung eigener Wahlmänner irgend möglich ist, da hat sie zu erfolgen, anderenfalls sind die gegnerischen Kandidaten zu unterstützen, die eine einwandfreie Zusicherung geben, in der Kammer für bie Einführung des allgemeinen, gleichen direkten Wahlrechtes, ohne reaktionären Kautelen einzutreten. Um ein einheitliches Vorgehen in solchen Fällen zu ermöglichen, werden die Genossen der bett. Kreise verpflichtet, sich mit bem Landeskomitee unb der Fraktion in Verbindung zu setzen. 2. Tas Landeskomitee in Verbindung mit der Landlagsfraktion wird beauftragt, zur Berichterstattung aus dem Landtage für die sozialdemokratische Presse einen eigenen Berichterstatter zu bestellen und sind die Kosten hierfür, soweit sie nicht von den beteiligten Blättern getragen werden können, aus der Landeskasse zu bestreiten. — Nach längerer Debatte wird ferner em Antrag von Offenbach auf Aenderung der Statuten bett, der Beitragserhebung abgelehnt, em Antrag die Maifeier unter allen Umständen nur am l.Mai abzuhalten, angenommen. Ferner wird folgende Resolution angenommen: „Tie in Worms tagende aus 86 Otten beschickte Landeskonferenz der Sozialdeuiokraten im Großherzogtum Öessen erhebt Protest gegen die von der Reichsregierung getroffenen Maßnahmen zur Erschwerung bezw. gänzlichen Verhinderung der Vie he in fuhr. Ter infolge der Grenzsperre hervorgerufenc Mangel an Schlachtvieh hat bereits eine Fleischtheuerung herbeigeführt, die für breite Schichten des Volkes den Fleischkonsum zur Unmöglichkei Ein Telegramm aus Fort vorhanden sei. Für die gesamte Redaktion verantwortlich,. I. V.: Curt Mrtv. Bffl 19,20 c 12,9° C 19,2° C 11,5° C Die gesamte hiesige Presse gehaltene Nachrufe für ihm chren herzigen Leit- . 102.40 . 92.85 . 102.35 . 92.30 . 100.25 . 99.70 . 103.70 ttän Serakinow, en Offiziers und Niedrigste Höchste Niedrigste 3 % Öberhesaen 4% Oesterr. Goldrente Westdeutsche Bodenkredit- anstatt Köln a. Rh. Die am 1. Oktober l. I. fällig werdenden Zinsfcheine unserer Pfandbriefe werden vom 15. September l. I. ab an unserer Kasse und bei den bekannten Zahlstellen eingelöst. 6236 Köln, im September 1902. Der Vorstand. 3Va% 3"/° 8V.% 3% 372% Reichaanleihe do. Konaols , do. . . Hessen angenommen. Sofia, 8. Sept. Ter rus welcher sich in Begleitung eines , , mehrerer anderer bewaffneter Personen nach Maredouren begehen wollte, wurde verhaftet. Konstantinopel', 8. Sept. Nachdem die Pforte die Garantie der jährlichen Annuität abgelehnt hat, hat die russische Regierung 'ihr Projekt vollständig zurückgezogen und " jede weitere Verhandlung mit der Pforte ofa 6. 6. Telephonischer Kursberichte frankiort ». M., 8. September 1902. gebrochen. Petersburg, 7, Sept, bringt fpaltenlange, herzlich Virchow. „Nowostt" widmet artikel. 4u/q Italien. Rente . . . 4\2% Portugiesen . ,. . ä°/ü Portugiesen..... 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-AnL 47,56 äussere Argentiner 6. Sept. 6. , 7. , 7. „ Morgen nachmittag 3—5 Uhr: Bücher- Aersteigerung. Die Bücher können vormittags besichtigt werden. 6241 Kari Krebs, Buchhandlung, Schulstraße 10. Washington, 8. Sept. de France berichtet, daß für Guadeloupe keine Gefahr 103.50 51.30 31.80 125*40 43.90 Arbeiterbewegung. St. Etienne, 7. Sept. Tie Grubenarbeiter beschlossen in ihrer heutigen Versammlung, durch Referendum festzustellen, ob im Loire-Revier am 12. September der Ausstand erklärt oder brs nach dem Grubenarbeiter-Kongreß verschoben werden soll. Barcelona, 7. Sept. Der Ausstand der Arbeiter der Gasanstalt in Valencia nimmt einen mehr und mehr ernsten- Charaktec an. Die Polizei verhaftete eine Anzahl Ruhestörer. Dre Ausständigen versuchen durch Einschüchterung und Gewalt die anderen Arbeiter von der Arbeit zurückzuhalten. ' ‘ ;-v • Dr.W.Knecht’s Magenbitter iSÄNTIS ist der beste I der Welt. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 8. Sept- Wie ans Posen telegraphiert wird, wurde gestern die im Landeshause gehaltene Po lenrede des Kaisers durch Anschlägen an den Plakat,uulen zur Kenntnis der Bevölkerung gebracht und soll an entsprechender Stelle sämtlichen Bewohnern der Provinz zugänglich gemacht werden. Das polnische Blatt „Qrendow- nik" schreibt, die Rede des Kaisers erinnere nicht an dre Marienburger Redeweise, bestätige aber den Inhalt der Marienburger Rede, da der Kaiser in ihr dieselbe Stellung wie damals zur Polensrage eingenommen habe. Berlin,8. Sept. Wie aus Hamburg telegraphiert wird, sind Kapitän Winz und zehn Mann von dem deut- scheu Segelschiss „N-mnlis" bet dem Sturm ui der Algoa- Bai ertrunken. Nur der zweite Steuermann Straat- mann und zwei Matrosen wurden gerettet. Berlin 8. Sept. Aus Hamburg wird gemeldet: Der Paketdainpser „Westphalia" kollidierte aus der Fahrt von Hamburg nach Montreal unweit von Quebek mit einem Schaoner, der sofort sank. . ^eute sind ertrunken. . Die „Westphalia" wurde beschädigt, tonnte aber die Reise sortsetzen. . Berlin, 8. Sepr. Ter Filial-Leiter der hiesigen Firma Hart u. Co., I. Jäkel in Buenos Aires, der nach Unter» 3% Mexikaner . . . 4,/a% Chinesen . . « Electric. Sohuokert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsgea. . Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden . . . . Gottbardbahn .... Laurahütte..... Bochum ...... Harpen er..... Tendenz: fest. Kitteralur. — Die Völker der Erde. Eine Schilderung der Lebensweise, der Sitten, Gebräuche, Feste und Zeremonien aller lebenden Völker von Dr. K u r t L a m p e r t. Ritt etwa 650 Abbildungen nach dem Leben. 35 Lieferungen zu je 60 Pfg. Lieferung 4—10. Stuttgart, Deutsche Verlagsanftalt. Die auf welle Kreise berechnete Völkerkunde verdient reiches Lob. Durch die fortlausende Ergänzung der Schilderiingen im Text durch lebenswahre Illustrationen wird eine Anschaulichkeit erzielt/ die für ein solches Unternehmen Hauptbedingung ist. Den Völkern von Australien schließen sich die Stämme des malaiischen Archipels, des ausgesprochensten Tropengebiets der Erde, die der Philippinen und der malaiischen Halbinsel an. Auf die Schilderung der Hrnter- indier folgen China und Japan, deren Völkertypen besonders eingehend charakterisiert werden, dann die Bewohner von Korea und der Liu-kiu-Jnseln, die Stämme auf der Insel Formosa und die der Mandschurei und der Mongolei, von Ost-Turkestan und Tibet. In der 10. Lieferung beginnt die Beschreibung der zahlreichen Völkerschaften, die das alte Wunderland Indien bewohnen, mit dem bunten Gemisch der Stämme auf der Halbinsel Vorderindien. Bei volkstümlicher üaltung umfaßt die Darstellung alle Ergebnisse der neuesten wissenschaftlichen Forschungen auf ethnographischem Gebiet. Der Bilderschmuck dieser Lieferungen ist ebenso reich wie mannigfaltig und von künstlerischer Ausführung. _ Geschichte des deutschen Zeitungswesens von den ersten Anfängen bis zur Wiederaufrichlung des Deutschen Reiches von "udwig Salomon. 2. Band. Die deutschen Zeitungen wahrend der Fremdherrschaft (1792-1814). ®r. 8°. 3 Mk. Verlag der Schulzeschen Hosbuchhandlung (A. Schwartz) m Oldenburg. - Eine Geschichte des deutschen Zellungswejens giebt es zur Zell noch nicht. Wiederholt i|t es unternommen worden, eme folche zu schreiben, aber immer wieder ist die Arbeit unvollendet geblieben. Nun entwirft das Buch Ludwig Salomons zu,n erftm Male em großes vollständiges Bild von der Entftehimg und, Entwickelung des deutschen Journalismus und füllt damit eine langst empfundene Lücke m unserer historischen Litteratur aus. Mit dem Zeita ter der Reformation beginnend, wo sich die ersten Keime des Journalismus regen, und dann fortwanderno durch die dustere Periode des 30jährigen Krieges, durch die Frühlingslandschaften der Frrederictani- schen Zell, bis herüber in die sonnige Lichtfülle der Gegenwart, führt der Verfasser uns eine Reihe der nilerestantesten Kultur- gemälde, eine lange Gallerte der eigenartigsten Charcllterlopie vor. Ein ganz neues, bisher nur hie und da gestrenes Gebiet der Geschichte unserer Bildung wird uns dabei erostnet, eme der gewaltigsten Mächte der Gegenwart, die öffentliche Meinung, sehen wir von ihrem ersten Emporwachsen bis zu ihrem heutigen Einfluß sich entwickeln, ja das ganze mühevolle Ringen und nicht rastende Kämpfen der letzten drei Jahrhunderte zieht m einem eigentümlich scharfen Spiegel an uns vorüber: denn m einer |o umfassenden und erschöpfenden „Geschichte des deuichen Zeuungs- wesens", wie der vorliegenden, bietet sich uns auch zugleich em Spiegelbild unserer gesamten nationalen Entwickelung, -selche Fülle bunten Lebens, welche großartige Entivlaelung unserer Kultur, welches Wogen und Fluten der politischen Bestrebungen, welche wunderbaren Erfolge auf den weiten (Sebieien des Hande^, der Industrie und vor allem der Ersindungen tritt m der Zeuungs- llltercttur in die Erscheinung. Kunst und Wissenschaft. — Die Frankfurter Opernhaus-Konzerte werden in der kommenden Konzertsaison einen bedeutenden Aufschwung nehmen und eine stärkere Anziehungskraft als in früheren Jahren äußern durch die Berufung einer Anzahl der berühmtesten Dirigenten der Gegenwart. Das erste Konzert am 15. Oktober dirigiert Weingartner, der bei dieser Gelegenhell seine 2. Symphonie zur Aufführung bringen wird. Ein weiteres Konzert dirigiert Colonne- Paris, dann folgen Dr. Kunwald-Frankfurt, Richard Strauß und Arthur Nikisch. Für jedes Konzert ist ein fesselndes Programm mit verschiedenen Novitäten aufgestellt worden, auch wirken einige unferer besten Kunstkräfte mit. Rom, 5. Sept. Der 4. internationale Kongreß für Gynäkologie und Geburtshilfe findet hierfelbst vorn 15. bis 21. September statt. Generalsekretär für Deutschland ist Professor Dr. Otto v. F e a n q us-Würzburg. Auf der Tagesordnung steht u. a. folgendes Referat: Pfannen st iel-Gießen: Behandlung der Vorlagerungen des Uterus. macht. Das werkthätige Voll ist infolge des künstlich herbeigeführten Notstandes zu einer Verschlechterung der Lebenslage gezwungen, die in gesundheitlicher und sittlicher Beziehung die schwersten Gefahren mit sich bringen muß. Da die deutsche Viehzucht z. Z. nicht in der Lage ist, den Bedarf an Schlachtvieh zu decken, richtet die Landeskonferenz an das Großh. Staatsministerium das Ersuchen: im Bundesrat darauf hinzuwirken, daß die Reichsgrenzen für Schlachtvieh alsbald wieder geöffnet werden." Da§ gegenwärtige Landeskomitee wird auf Vorschlag Kramer auf ein Jahr wiedergewählt und als Ort der nächsten Landeskonferenz Steinbach L Taunus bestimmt. ' Vermischtes. • Berlin, 7. Sept. Die 4,7 Klm. lange Strecke von Nauen nach Bredow ist wegen Dammrutschung, hervor, gerufen durch wolkenbruchartigen Regen, auf einige Tage gesperrt. • Koburg, 6. Sept. Der Mörder der Brodowsky wurde heute mittag in Heinersdorf verhaftet. Es ist der verheiratete Zimmergeselle Voigt aus Tettau. * Triest, 6. Sept. Heute Nacht bohrte der griechische Dampfer „Agios Trias" bei der Ausfahrt nach Korfu in der Nähe des Leuchtturmes den italienischen Schooner „Fedro" in den Grund. Zwei Matrosen und em neunjähriger Knabe sind ertrunken. Der Eigentümer und 2 Matrosen des italienischen Schiffes sind gerettet. • Paris, 7. Sept. Einer Blättermeldung zufolge hat der Untersuchungsrichter in der Affäre Humbert sehr wichtige Mittellungen erhalten. * Tours, 7. Sept. Hierselbst erschoß sich gestern Abend der General Eaitaignel. Wie behauptet wird, litt derselbe an einer unheilbaren Krankheit. Der General war Kommandeur der Ehrenlegion. * Newyork, 7. Sept. Ein Telegramm aus Kinäs- town (St. Vincent) berichtet: Ein Ausbruch desSou- vrtöre, welcher immer heftiger wurde, begann in der Nacht vom 2. September. Der Gouverneur forderte die Einwohner von Georgetown, Chateau Bebair und anderer Dörfer und Güter im Norden auf, ihre Wohnsitze zu verlassen. Ein neuer schrecklicher Ausbruch trat cun 3. Sept. 9 Uhr abends ein und dauerte bis 5 Uhr morgens, der die Se Insel in eine mit Elektrizität geladene Rauchwolke :e. Ein Kommissar wurde zu Schrff entsandt, um die Ausdehnung der Zerstörung und die Zahl der Opfer festzustellen. berichtete nach seiner Rückkehr, er habe Chateau Bair wohlbehalten gefunden. Fitz Hugher Mate habe sehr gelitten. Tie Einwohner verlassen den Bezirk. Menschenleben sind nicht verloren gegangen. Georgetown ist ebenfalls wohlbehalten. Ter Ausbruch des Vulkans dauere noch immer fort. Tas Schicksal der karaibischen Inseln scheine besiegelt zu sein. Ter letzte Ausbruch hat länger gedauert und ist heftiger gewesen als der im Mai. _________________________________ chlaaung von einer Viertel Million Mark flüchtig geworben war, wurde gestern hier von der Kriminalpolr-et verhaftet. Berlin, 8. Sept. In der Schillersttaße in Char- lottenburg stürzten beim Spielen ein Mädchen von neun Jahren und ein Knabe von drei Jahren aus dem Fenster der elterlichen Wohnung auf das Pflaster. Beide trugen chwere Verletzungen davon und liegen im Charlottenburger Krankenhause hoffnungslos darnieder. Berlin, 8. Sept. Bei den gestrigen internatwnaleu Radwettfahrten in Breslau gewann Willy Arens! den großen Herbstpreis für Mederrad. Hubers München wurde Zwetter und Heerings-Hannover Tritter. Das ebenfalls gestern gelaufene Sttmdenremrerr um den großen Preis von Braunschweig gewann Rvbl. London, 8. Sept. Der „Manchester Guardian* berichtet, daß Hamilton, der Gouverneur von Indien, eine Demission in Aussicht gestellt habe. Die Beirehaltung feines Postens macht er von einer Veränderung im Ministerium abhängig. London, 8. Sept. Nach Meldungen aus Johannesburg bauert die Rückbeförderung der englischen Offiziere und Soldaten auS der Oranje-Kolonie länger wie die auS Transvaal, und zwar infolge Mangels an Transportmitteln. — Die Offiziere des kaiserl. leichten Kavallerie-Regiments ver- anstalteten zu Ehren deS Millionärs Bellh ein großes Diner, well der Betreffende der Gründer dieses Regiments ist. London, 8. Sept. Ein Telegramm auS Schangha bestätigt, daß der anglo-chinesische Vertrag nunmehr abgeschlossen sei. Paris, 8. Sept. In Josao fanden gestern Neuwahlen statt, wobei der Republikaner Loreier gegen den Nationalisten MarnhauS, dessen frühere Wahl von der Kammer für ungiltig erklärt worden war, gewählt wurde. Wien, 8. Sept. Die Temesvarer Universitätshörer, Alexander Tanefen und Nikolaus Ullakowstt aus Krahowen in Rumänien stürzten in den siebenbnrgischen Alpen unweit von Pelas ab und waren sofort tpt. Wien, 8. Sept. Wie die „Sonw- und AiontagK-Ztg."> von wohlinformierter Sette erfährt, erfolgt die Einberufung des Parlamentsin der ersten Woche deA Oktober. . ™ Stuhlweißenburg, 8. Sept. Dre hiesigen Maurer beschlossen gestern, heute in den Streik zu treten, falls ihnen nicht zehnstündige Arbeitszeit und Lohnerhöhung bewilligt wird. Belgrad, 8. Sept. Gestern fand unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Simie eine Protestversammlung, gegen die Vorgänge in Agram statt. Es wurde eme die Ägramer Demonstrationen scharf verurteilende Resolution Eisenbahn Zeitung. Schierstein, 5. Sept. Elektrische Bahn Biebrich- Schierstein. Wie die ^Schierst. Ztg." aus zuverlässiger Quelle erfährt, haben am letzten Montag erneute Verhandlungen zwischen hiesigen Gemeindekörperschaften und der Süddeutschen Eisenbahn- Gesellschaft vor der Kgl. Regierung in Wiesbaden betreffs des Baues der elektrischen Straßenbahn Biebrich-Schierstem slattge- unden, welche das Resultat zeitigten, daß nunmehr alle noch be- tandenen Differenzen beseitigt sind. Mll dem Bau wird jedenfalls noch diesen Herbst bezw. Winter begonnen werden und dürfte der Betrieb imnächstenFrühjahr zweifellos eröffnet werden. — So ganz zweifellos scheint uns das doch nicht zu sein. Das Arbeiten geht ja fix, aber so fix doch nicht. 4 ‘ % Oesterr. tiilberrento 102.20 4% Ungar. Goldrente . . 102.30 Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. Grünberg, 6. Septbr. Fruchtmarkt. (Durchschnitts- preis pro 100 Kilo.) Weizen 15.20 bis 16.40 Mk., Korn 14.00 bis 00.00 M, Gerste 00.00 bis 00.00 Mk., Hafer 13.64 bis 14.00 Mk., Erbsen 00.00—00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 00.00—00.00 Mk., Kartoffeln 0.00 bis 0.00 Mk. fo. Frankfurt a. M., 8. Sept. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amlliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 15.50—15.75, Kurhessischer Älk. 15.75—16.00, La Plata Mk. 16.50—17.50, Kansas Mk. 16.50—17.50, Roggen (hiesiger) Mark 13.75—14.25, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—16.00, Franken- selder Mk. 00,00—00,00, Hafer Mk. 14.50—15.00, Mais Mk. 12.50—00.00, Weizenmehl 0 Mk. 25.25—25.75, 2. Qualität Mk. 23.25 bis Mk. 23.75, 3. Qualität Mk. 21.25—21.75, Roggenmehl 0 DU. 28.00—23.50, 1. Qualität Mk. 21.75—22.00, Wettenkiele AU. 8.75 bis Mk. 0.00, Roggenkleie Mk. 9.50—10.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mt. 00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 8. Sept. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe £ftanben: 512 Ochsen, 200 aus Oesterreich, 68 Bullen, 7 aus Oesterreich, 789 Kühe, Fersen, Stiere ufTb Rinder, 3 aus Oesterreich, 266 Kälber, 223 Schafe und Hümmel, 967 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1.Qualität 68—70Mk., 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Quai. 60—62 Mk.; Bullen l.Qual. 59 bis 61 Mk., 2. Qual. 55—57 Mk.; Kühe 1. Qual. 65—67 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk., 3. Qual. 52—54 Mk, 4. Qual. 43—45 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität80—82 Pfg.,Lebendgewicht 50—00 Pf., 2- Qual. 75—76 Pfg., Lebendgewicht 45—47 Pfg., Schlachtgewicht 62—65 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 64—66 Pfg., 2. Qual. 60—62 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 70-00 Pfg., Lebendgewichts Pfa.,2.Qual. 69-00 Pfg., Lebendgewicht 54—00 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfa. — Geschäft: bei Hornvieh mittelmäßig, bei Kleinvieh gut. Alles verkauft. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 27.20 92.80 92.80 218*70 189.20 138.50 145.00 158.25 155.00 20.25 177.40 202.00 184.50, 168,30 Zpiehckm der «rrürrgtrv FranLprrLer Stadüheater. Lperuhauö, Dienstag den V. September*)r.DaS Nachtlager in Granada." Hierauf- Ballett-Divertissement. Mittwoch den 10. September: 7Die Großherzogin von Gerolstein". Donnerstag den 11. September: »Die Hugenotten." Freitag den 12, Septemder: ,^as Glöckchen des Eremiten." Samstag den 18. September: „Xann- häuseü und der Sängerkrieg aus Wartburg " Sonntag den 14. September: Zum ersten Male: .Don Pasquale". Komische Oper in 3 Akten von G. DontteUr. TexUtch-musikalrsche Neubearbeitung von Otto Julius Brerbaum und Wllhelm K eeseld. Hieraus zum ersten Male: »Hwrschen zwei Feuers Ballett m einem Aufzuge von Eugen Brüll. Musir von Josef Bayer. Schauspielhaus. Dienstag den 9. September*): »Die rote Robe." Mtttwoch den 10. September: .Die zärtlichen Verwandten." Donnerstag den 1L September, abends halb 8 Uhr: ^Alt-Herdelberg." Freuag den 12. September: Maria Stuart". Samstag den 18. September: Dramen - Zyklus zum Abschiede vom allen Schauw'elhau,e. 18^Adend. Heinrich Laube (geb. 1806, gest. 1884): .Graf Essex." Sonntag den 14. September: .Graf Eß ex." Montag den 15. September: .Flachsmann als Erzieher." Dienstag den 16. September: .Der Erbförster." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffeutlicheu Fahr- oder Fußwegen einfricdigeudcn Heaeu in jedem Frühjahr dis zum 1. März auf 1.25 Meter Höhe und 0,50 Meter Brette zurückzuschueideu und im Laufe des Monats September die neuen Schößlinge wiederholt zu beschneiden oder zurück zu binden baben,; wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 31 des Feld- strafgesetzes mit Geldstrafe von 1—10 Mark bestraft werden. Gießen, am 4. September 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi. 6198 öchste Temperatur vom 5. Sept, bis September Barometer aus 0° reduziert der Lust Absolute Feuchttgkett Relative Feuchttgkett Windrichttmg Windstärke Wetter 6. 2” 748,6 18,6 11,9 76 W. 2 Bed. Himmel 6. 926 749,6 16,2 12,2 87 W. 2 Bed. Himmel 7. 735 750,9 12,8 9,5 87 w. 2 Bew. Himmel 7. 2M 752,0 18,8 9,0 56 E. 2 Sonnenschein 7. 935 753,3 14,7 10,4 84 NE. 1 Bed. Himmel 8. 1^63 754,0 8,3 7,6 93 N. 1 Nebel sagen herzlichen Die familitn H. Kkuder Gießen, den 8. September 1902. Für die vielen Beweise herzlicher Verluste, unserer lieben Ailanz am 31. Januar 1902. Aktiva. JL $ An ausgeliehenen Kapitalien a. gegen Hypotheken ' 48258.74 b. gegen Schuldscheine 165158.18 o. gegen Güterkaufgelder 333287.11 d. gegen Immobilien 24267.70 e. gegen Wertpapiere nach dem Kurs am 31. Ian. 1902 37579.60 An Kassenvorrat inkl. Vorlagen 14970.09 An Ausständen 27873.77 An Mobilien nach 1 O^/,Abschreibung 175.77 651570.96 Passiva. JU $ Per aufgenommene Kapitalien 631925.93 Per Geschäftsguthaben der Mitglieder 5322.49 PerNachlaß für noch nicht fällige Güterkaufgelder 1500.— Per Reservefond 11044.03 Per Reingewinn 1778.51 651570.96 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1900 64 Während 1901 gingen zu 3 67 Während 1901 gingen ab 2 Daher Stand der Mitglieder Ende 1901 65 Lang-Gönö, den 1. September 1902. 6254 Tim- und Leihkch eiWtr. Een. mit nnbeschr. SnflH. Der Direktor: Der Rechner: Der Kontrolleur: Henrich. Wagner.I. W agner. WW-Erffnilg unh -EHskhtmg. Mache hiermit allen werten Damen die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heutigen Tage ©dF" 6 Neustadt 6 einen Dainenfrisiersaloi» mit separatem Eingang eröffnet habe. Ich empfehle mich bestens im Kopfwäschen vernüttelst meiner neuen vtcler'fcheu Deutschen Trocken-Apparate, ferner im Frisieren nach Wunsch. Um geneigten Zuspruch bittet 6248 fron D. Schnecke. Mache hierdurch bekannt, daß mit dem heutigen Tage folgende Gemüse täglich frisch zu haben find: Prima Maare. 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