Dienstag 8. April 1903 152. Jahrgang Zweites Blatt. SietzenerAMiger General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen Bezn gSpretSr monatlich 75^., oiertel-i jährlich WIL 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel-' jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zetlenprets: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich: für den polit. tu allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und Vanir und ^Gertchlssaal':R.Ditt- mann; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Nr. 81 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unioers.-Buch- tu Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Ker7isprkchanschliißNr.51. Air heutige Hlummer umfaßt 8 Seite«. Dar es Salaam—Mrogoro. Man schreibt uns aus Kolonialkreisen: Ter Bericht der Reichstagskommission über ine ost- afrikanische Eisenbahn-Garantie-Vorlage ist bekanntlich auf den Antrag des Abg. Müller-Fulda zur erneuten Prüfung an die Kommission zurückverwiesen worden. Tre Regierung dürste sich kaum der Hoffnung hingeben, daß die Prüfung zur Verabschiedung des Entwurfs in der laufenden Reichstagssesfion führen wird. Andererseits sind die parlamentarischen Chancen für die Ostafrikababn dadurch, daß die Fortsetzung der Usambarabahn vom Reichstag abgelehnt wurde, bes.ere aetoorben. Zu dem Material, Volitische Äagesschau. Zur süddeutschen Reise des Grafen Posadowsky wird der „Post" aus bester Quelle mitgeteilt, daß der Staatssekretär weder die Absicht noch den Auftrag hatte, sich mit den Regierungen dieser Staaten über jen Zolltarif oder gar über eine Abänderung des- elben zu beraten, lieber den diesbezüglichen Entwurf ei ja schon im vorigen Jahre volle Ueberein- timmung unter den Regierungen nach langen Verhandlungen erzielt worden. Der Staatssekretär habe den Auftrag sich mit den Regierungen der größeren Bundes-Staate, über die Hauptfragen der bevorstehenden Reichs-Finanzreform zu verständigen. An erster Stelle steyt dabei die Z u ck e r - P r ä m i e, die nach den Beschlüssen der Brüsseler Zucker-Konferenz ganz umgestaltet werden müsse. Tie Reise des Grafen Posadowsky sei wohl, als ein sicheres Zeichen dafür anzusehen, daß die Reichsfinanz-Reform dem Reichstage schon in seiner nächsten Session zugehen wird. Ter „Staats-Anz." für Württemberg schreibt: Wie wir vernehmen, hatte die dreistündige Besprechung, die Staatssekretär Graf Posadowsky cun Samstaa mit dem Ministerpräs.deuten und den Staatsminislern des Innern und der Finanzen hatte, im wesentlichen verschiedene Fragen der Zoll- und Wirtschafts-Politik zum Gegenstand, wobei sich in der Hauptsache eine erfreu- iche lieberein st immun g in bett beiderseitigen Auf- afjungen ergab. Nähere Mitteilungen über den Inhalt )er Besprechungen zu machen, verbietet der vertrauliche Charakter derselben. Tie Zolltarif-Kommission des Reichstages, die heute vormittag ihre Beratungen wieder ausgenommen hat, hatte die Absicht, die Beratungen bei Position 44, Weintrauben rc., fortzusetzen. Man ist sehr gespannt, ob die Reichs-Regierung der Kommission einigen Ausschluß gewähren wird über die „Osterfahrt" des Grafen Posa- dowsky. Was da heute die „Post" schreibt, braucht man doch wohl kaum wörtlich zu nehmen. Es ist wohl doch angenehm, daß der Vertrauensmann des Grafen Bülow mit ben Vertretern der Regierungen auch über den Tarif - entwurf sich unterhalten hat, wie gestern ja noch obendrein aus Karlsruhe offiziös gemeldet wurde. Darmstadt hat Graf Posadowsky nicht besucht; die Antwort des Staatsministers Rothe an den Grafen Orio la durfte auch chm genügt haben. Aber niemand weiß recht, was mit der Vorlage weiter geschehen soll; ob die Verbündeten Regierungen wirklich das ganze, erschreckend lange Tableau der Zollpositionen abrollen lassen, oder ob sie kurzer Hand die Kernfrage, die Getreidezölle, zur Ent- scherdung stellen wollen? Das letztere Verfahren ist zweifellos vorzuziehen; ein ungeheurer Zeitaufwand wäre ver- than, bliebe nach Durchberatung des ganzen Tarifs die Reichstagsmehrheit auf dem für unannehmbar erklärten Getreidezoll-Kompromißantrag bestehen. Die „Kreuzztg." deutet in geheimnisvollen Ausdrücken und Wendungen an, daß sie mehr wisse als andere bezüglich des festen und unerschütterlichen Entschlusses der Regierungen, nicht mehr, als geboten, der Landwirtschaft zu bewilligen. Jene Erklärungen seien ja nur in der Kommission, und nicht im Reichstag selbst abgegeben worden; erst dann könnten sie als „bündig und zweifelsfrei festgelegt" gelten. Tie „Kreuzztg." betont, sie stütze sich auf die Tbatfachen, „deren Zusammenhang wir freilich für uns behalten". Also, was die Vertreter der Regierung in der Zolltarifkommission mit den feierlichsten Worten sagen, das ist im Grunde genommen „leerer Schall"? Auch wenn Graf Bülow persönlich erscheint, was bisher nicht geschehen ist, und vor der Kommission dieselben Erklärungen abgiebt? Bei dem Vorhandensein solcher skeptischer Auffassungen haben in der That die Regierungen triftigen Anlaß, die Getreidezollfrage fo rasch, wie möalich, zum Klappen zu bringen. Es ist nicht sehr schmeichelhaft für die Regierung, daß auf agrarischer Seite mit der Möglichkeit des „Umfalls" gerechnet wird. „Nehmt die Erklärungen der Regierung nicht tragisch!" auf diesen nicht eben respektvollen Rat, mit einem Augurenlächeln, läuft die Sache hinaus. Um wirklich Klarheit zu schaffen, diesem nachgerade unleidlich gewordenen Zustande der Ungewißheit ein Ende zu machen, bedarf es vor allem einer klärenden Auseinandersetzung mit dem Reichstag. Die Regierung muß wissen, woran sie ist, wieweit sie auf das Mitgehen des Reichstags beim Zolltarif zählen kann. Wenn dieser Entschluß bei den ministeriellen Beratungen gefaßt sein sollte, dem nutzlosen Hin und Her, einem Diskutieren und Beschließen ins Blaue hinein ein Ende zu machen, so würde das wie eine befreiende That zu begrüßen sein. Zur Ausführung des Willens werden sich Mittel und Wege finden. Man wird bald erkennen, ob die Regierung ganze Aufklärungsarbeit zu verrichten gedenkt. das der Regierung bisher zur Darlegung b:r Notwendigkeit des Schienenweges Dar - es - Salaam — Mrogoro dem Reichstag unterbreitete, dürfte sich in der Folge noch der Bericht des Gouverneurs von Teutsch-Ostafrika, Graf von Götzen, über die Ugandabahn gefeiten. Der Gouverneur ist im März d. I., vermutlich im Auftrage der Kolonialverwaltung, studienhalber auf der britischen Konkurrenzbahn nach dem Viktoriasee gefahren. Tas auf diese Weise gewonnene Material ist für die Beurteilung der auf deutschem Gebiet geplanten Trace, deren Verhältnisse im allgemeinen die gleichen sind, natürlich von Wichtigkeit. Vielleicht gelingt es der Negierung, auf Grund des Berichtes des Gouverneurs, die schon wiederholt ausgestellte Behauptung, die Eisenbahn Dar-es - Salaam— Mrogoro sei eine Lebensfrage für die Kolonie, einleuchtend zu machen. Masseneinwanderung slavischer Arbeiter. Man schreibt uns aus Berlin, 7. April: Aus den den Verkehr mit dem Westen und Süden ver- mittelnoen Bahnhöfen der Reichshauptstadt stauen sich jetzt Tag für Tag große Scharen polnischer Arbeiter und Arbeiterinnen. Wer diese um die Frühlingszeit sich zeigende Erscheinung Jahre hindurch beobachtet hat, den will es bedünken, als sei der Zuzug dieser Elemente nie zuvor so beträchtlich gewesen. Daß der deutschen Landwirtschaft derart die so notwendigen Arbeitskräfte verfügbar weden, ist gewiß erfreulich. Andererseits sind die Arbeitsverhältnisse für die heimischen Arbeiter zur Zeit keineswegs günstig, der Wettbewerb der fremden muß sich also für die ersteren in unerwünschter Weise fühlbar machen. Weniger natürlich in der Landwirtschaft, mehr schon bei ben landwirtschaftlichen Jndustrieen (Zuckerfabriken), und am meisten in der gewerblichen Industrie. Daß im letzteren Fall die zunehmende Massen- einwanderung slavischer Arbeiter vom nationalen Standpunkt aus Bedenken erregt, geht aus einem soeben veröffentlichen Beschluß der sächsischen Großindustriellen hervor, demzufolge diesächsische R e g i e r un g aufgesvrdert werden soll, ein sofortiges Verbot der Masseneinwanderung slavischer Arbeiter nach Deutschland zu erlassen. In dem Maße, in dem die slavischen Arbeiter mehr dem Südwesten Deutschlands sich zuwenden, schwindet naturgemäß ihr Wert für die ostelbische Landwirtschaft. Den deutschen Industriearbeitern aber eine solche Konkurrenz erstehen zu lassen, liegt wahrlich kein Grund vor. Man darf gespannt sein, wie die sächsische Regierung sich zu dieser Frage stellt. Vom Burenkrieg. Lord Kitchener telegraphiert aus Pretoria vom 6. April: Burenkommandant Kruitzinger wurde freigesprochen. Er wird als gewöhnlicher Kriegsgefangener behandelt. Das hat zwar sehr lange gedauert, ist aber trotzdem erfreulich. Nach der Auslieferung Methuens war die Freisprechung Kruitzingers eine moralische Pflicht, ja mehr als das, der taktisch ganz unverständlichen Generosität der Buren hätte gleich nach der Freigabe Methuens auch die Kruitzingers erfolgen müssen. Daß aber das von englischer Seite nicht geschehen würde, war, nach allen Erfahrungen, ausgeschlossen. Kruitzinger wird nun wohl das Schicksal des Generals Cronje teilen und nach irgend einer exotischen britischen Insel verbracht werden. Das tragische Schicksal der beiden Helden zu mildern, hätten die Engländer noch immerhin dadurch Gelegenheit, indem sie jetzt Kruitzinger auch die Insel St. Helena als Aufenthaltsort anwieseu, wo sodann Cronje und Kruitzinger gemeinsam ihr Los leichter trügen. Lord Kitchener meldet aus Pretoria: Nach seit dem 31. März eingegangenen Meldungen der verschiedenen Truppenabteilungen sind 17 Buren gefallen, 6 verwundet, 107 gefangen, 31 ergaben sich. Frertchs Mannschaften hatten kein Gefecht. Die im Westen der Kapkölonie stehenden Buren zogen sich nach Norden zurück. Ein kleines Burenkommando aus den mittleren Distrikten der Kapkolonie marschierte auf Barkley East. Seit dem 31. März waren die in Westtransvaal operierenden britischen Truppenabteilungen nicht im Kampf. Burenkommandant Erasmus ist bei Boschhof gefallen. — Das ist ein neuer schwerer Schlag für die Buren. Die europäischen Buren - Delegierten haben aus Südafrika einen Bericht erhalten, wonach die Engländer im westlichen Transvaal gegen eine Reihe protestantischer Geistlicher in grausamster Weise vorgegangen sind. Die Häuser derselben wurden nieder gebrannt, die Kirchen zerstört und ihnen unter nichtigen Vorwänden hohe Steuern auferlegt. Also die englischen Kriegsgreueln nehmen unentwegt ihren Fortgang. Man brennt und massakriert, zerstört und schröpft in gottloser Weise ganz ohne Unterschied und liebäugelt dabei scheinheilig immer wieder mit dem Friedensengel. Im englischen Unterhaus, das am Montag nachten Osterferien wieder zusammen- trat, erklärte der Erste Lord des Schatzes, Balfour auf eine Anfrage, er könne keine Mittheilungen hinsichtlich der Friedensverhandlungen machen. Nach in Amsterdam eingetroffenen Meldungen vom Kriegsschauplatz steht es aber fest, daß die Transvaalregienmg die Initiative zu den Verhandlungen nicht ergriffen hat. Wenn trotz der günstigen Lage der Buren Verhandlungen eingeleitet worden, so sei anzunehmen, daß die englische Regierung, einem höheren Drucke folgend, Konzessionen zu machen bereit sei. In den nächsten Tagen solle der europäischen Buren- regierung ein Kabel zum Meinungsaustausch mit den Bärenführern im Felde überlassen werden. Nach Informationen an angeblich gut unterrichteter Stelle ist eine Entscheidung in den Verhandlungen noch nicht gefallen. Es stehen sich in der Beurteilung der Lage noch immer die beiden Extreme gegenüber, von denen bas eine die baldige Unterwerfung der Buren voraussagt, während das andere noch eine monatelange Fortdauer der Kämpfe in Aussicht stellt. Deutsches Deich. Berlin, 7. April. Ter Kaiser hörte heute bett Vortrag des Chefs oes Zivilkabinetts v. L-ueanus und nahm am Abend bas Diner bei ihm ein. Er empfing gestern vormittag den Präsidenten des Oberverwaltungsgerichtes Kügler. Der Besuch des Kaisers und des Kronprinzen auf dem Schießplatz Meppen erfolgt am 19. 2lpril. Die Abreise des Kaisers und des Kronprinzen nach Bremer- Haven erfolgt am 16. April, die Einschiffung auf dem Lloyddampfer „Kronprinz Wilhelm" und die Ausfahrt in die Nordsee sofort nach der Ankunft in Bremerhaven. — Ter Geh. Rechnungsrat S t e i n b a ch, der bekanntlich in der Afsaire wegen der angeblichen Duelläußerungen des Kaisers zu 3U0 Mark Geldstrafe verurteilt wurde, hat jetzt sein Amt als stellvertretender Vorsteher der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung nieder- gelegt. — Ter Geh. Kanzleirat Schlüter im Reichstags- bitrcait begeht heute das 50jährige Tienstjubiläum. Bureau- bireftor Knack überreichte dem Jubilar den Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife. — Bezüglich des in Amerika aufgetauchten Gerüchtes, der Kronprinz werde den Vereinigten Staaten im Herbst einen Besuch machen, erfährt die „Post" von unterrichteter Stelle, daß dort von einer solchen Reise der Kronprinzen nichts bekannt ist. — Wie das „B. T." aus zuverlässiger Quelle versichern kann, trifft die Amsterdamer Meldung nicht zu, daß die Reise des Ministerpräsidenten Kuyper nach Deutschland mit einer Neuregelung der Zollverhältnisse in Verbindung stehe. Tor Besuch Knypers verfolge thatsächlich nur den angegebenen Zweck, nämlich bas Studium höherer technischer Lehran st alten in Deutschland. — Anläßlich des Todes des Abg. Lieber sind nach der „Germania" auch von den Abgg. v. L.evetzow und Singer Beileidsschreiben eingegangen. — Tie Beratungen des Bundesrats, die durch die Osterfeiertage unterbrochen wurden, werden in dieser Woche wieder ausgenommen. Für Mittwoch sind Ausschußsitzungen anberaumt und für ben Donnerstag ist eine Plenarsitzung in Aussicht genommen. Marienburg, 7. April. Amtliches Wahl^ ergebnis. Bei der am 3. April im Wahlkreise 1. Elbing— Marienburg stattgehabten Reichstagsersatzwahl erhielten von 18399 abgegebenen Stimmen v. Oldenburg, Rittergutsbesitzer in Januschau, Kreis Rosenberg (Westpreußen) (f,on).) 9 205 Stimmen, König, Kaufmann in Elbing (So^.) 4929, Zagermann, Probst in Elbing (Ztr.) 2587, Kindler, Architekt in Posen (freif.) 1251 und Wagner, Justierst in Berlin (natl.) 415 Stimmen; v. Oldenburg ist somit gewählt. Hamburg, 7. April. Die Direktion der Hamburg- Amerila-Linie teilt mit, daß der Schnelldampfer per Hamburg - Amerika-Linie „Auguste Viktoria" sich zu der großen Flottenparade begeben wird, welche aus Anlaß der Krönungsfeierlichkeiten in England am 28. Juni bei Spithead stattfindet. Ausland. London, 6. April. Ter Handelsausweis für, März weist eine Abnahme der Einfuhr von 5528195’ Pfund Sterling, die Ausfuhr eine solche von 2804055 Pfund Sterling gegen das Vorjahr auf. Tiefe Abnahme dürfte auf die ungewöhnlich hohe Ein- und Ausfuhr zurückzuführen zu sein, bte sich im März vorigen Jahres infolge der damals erwarteten Zollerhöhungen ergab. Marseille, 7. April. Der Generalgouverneur von Jndochina, Toumer, welcher im Departement Aisne füv die Kammer kandidieren will, ist von feinem Posten hier eingetroffen. In einer Unterredung mit einem Berichterstatter er klär re Toumer, Frankreich müsse sich im Orient zu einer Politik thatkrästigen Vorgehens entschließen. Es' |ei Gefahr vorhanden, daß der gegenwärtige vorherrschende? Einfluß Frankreichs in Siam in den Hintergrund gedrängt werde, wenn Frankreich seinen Warnungen niemals Thaten folgen lasse. Bern, 7. April. Ter Nationalrat beschloß einstimmig, in die Beratung des neuen Zolltarifgesetzes einzutreten, und sofort die Beratung der einzelnen Artikel zu beginnen. Wien- 7. April. Bei der Vahl eines Vertreters des Handlungsgehilfen im Gremium des Leiter HandelsstandeS kam es zwischen den Christlich-Sozialen und den. Sozialdemokraten zu einer wilden Wahlschlacht. Tie Stimmabgabe erfolgte ruhig, aber rings um den Prater kam es allerorten zu Raufereien un# Prügeleien zwischen Anhängern der beiden Parteien. Tie Polizei war nicht im stände, dies zu verhindern. Es gab viele Verwundete. Die Nut der Christlich-Sozialen steigerte sich noch, als sie vernahmen, daß ihr Kandidat in der Minorität geblieben war. Ter Sozialdemokrat Pick wurde mit 5618 von 9870 Stimmen gewählt Budapest, 7. April. Ter -b ernna arische Kulturverein ersucht een Ministerpräsidenten tn einer Eingabe, den für den Aagnst aepIantHt Ausflug des Allee u t s ch e n Berbandes noch Südungarn in irgend einer Weise eventuell durch Intervention unseres Auswärtigen Amtes oder durch noch energischere Mittel zu verhindern, da von solchen korporativen Ausflügen auswärtiger nationaler Vereine und speziell des Alldeutschen Verbandes, der seit Jahren gegen die ungarische Staatsordnung agitiere, nichts Gutes zu erwarten sei. (Das sind falsche Beschuldigungen, die gegen den Alldeutschen Verband erhoben werden. Es fällt diesem Verbände nicht ein, gegen irgend welche Staatsordnung zu agitieren. Wenn er mit aller Kraft für die Erhaltung des Teutschtumes im Auslande eintritt, wie andere Vereinigungen, so wird ihm das niemand verwehren können, auch nicht das ungarische Ministerium, dem es übrigens nicht einfallen wird, dieses Verlangen des ängstlichen Kulturvereins zu beachten. D. Red. des „Gieß. Anz.") Konstantinopel, 7. April. Tie russische Regierung suchte bei der Pforte um eine Konzession nach, den Schatt el-Arab und weiter den Tigris bis Bagdad durch eine eigene Schiffahrts-Gesellschaft befahren zu lassen. Die P f o r t e l e h n t e das russische Verlangen unter Berufung aus die bindenden Vertrage mit der englischen Lynchlinie a b, welche dieser mit Ausschluß der Omanlinie, die bereits früher bestand, ein ausschließliches Recht einräumen. Petersburg, 7. April. Gestern fand bei der Auffahrt des Oberpolizeimeisters Trepow in einer der Hauptstraßen Moskaus schon wieder ein Attentat statt. Ein Mann, wie verlautet ein exmatrikulierter Student, sprang auf das Trittbrett des Wagens und versuchte Trepow mit einem Dolche niederzustechen. Er verwundete statt dessen den neben ihm sitzenden Polizei-Direktor. Der Attentäter wurde verhaftet. Er sagte aus, der T o d T r e p o w s sei a u s p o l i t i s ch e n Gründen beabsichtigt. Man befürchtet eine weit verzweigte Verschwörung gegen das Leben Tre- pows. Der Moskauer und hiesigen Presse ist jede Veröffentlichung des Vorfalles untersagt. In Moskau sanden zahlreiche Verhaftungen statt. Newyork, 7. April. Aus Port au Prince wird telegraphiert: Revolutionäre setzten sich in Besitz der Stadt Jacmel (Südküste von Haiti) und hielten sich dort 24 Stunden lang. Sie ließen die Gefangenen aus dem Gesängnis frei und zagen sich dann mit allen Waffen- und Munitionsvorräten, deren sie habhaft werden konnten, auf die benachbarten Hügel zurück. Bei dem Angriff auf die Stadt waren zwei Revolutionäre gefallen und eine Anzahl verwundet worden. Kingston, 7. April. An der Bucht von Montego (Nordküste von Jamaica) haben im Anschluß an Verhaftungen, die die Polizei vorgenommen hatte, ernste Ruhestörungen stattgefunden. Es kam zu einem Kamps zwischen der Polizei und den Ruhestörern; die erstere gab Schüsse auf die Menge ab, durch welche eine Person getötet und drei verwundet wurden; aus Seiten der Polizei wurden 19, darunter der Generalinspektor, schwer verwundet. T4e Regierung hat Polizei- und Militärmannschaften sowie den Kreuzer „Tribüne" nach Montego entsandt. Aus Stadt und Kand. Gießen, 8. April 1902 •* Professor Kornemann Als Vertreter der alten Geschichte ist Professor Kornemann aus Gießen an die Universität Tübingen berufen worden. Es handelt sich zunächst um eine nicht etatsmäßige Stelle. Doch besteht die Aussicht, daß in Jahresfrist eine etatsmäßige Professur dort geschaffen werden wird. Seit dem Tode A. v. Gutschmids ist das Fach der alten Geschichte in Tübingen nur von dem Ordinarius der klassischen Philologie Herzog mitvertreten worden. ** Ernennungen. Der Großherzog hat die Lehramts- Assessoren Dörr zu Rimbach zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule daselbst, Dr. Meyer zu Gau Odernheim zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule daselbst, Reuter und Dr. Waas zu Alsfeld zu Oberlehrern an der Realschule daselbst, Bock zu Dieburg zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule daselbst, Wenzel zu Pfungstadt zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule daselbst, Hirsch zu Oppenheim zum Oberlehrer an der Realschule daselbst — sämtlich mit Wirkung vom 1. April 1902 an ernannt. — Der Großherzog hat den Josef Kern aus Dieburg zum Wärter bei dem Arbeitshaus zu Dieburg ernannt. ** Parlamentarisches. Der Abg. Wolf hat an die Regierung folgende Anfrage gerichtet: „Ist Großherzogliche Regierung bereit, an die Großherzoglichen Kreisämter eine Verfügung dahin gehend z urichten, daß das Turchtreiben von Schafherden nicht hessischer Besitzer durch Teile unseres Großherzogtums im Interesse der Verhütung der Verschleppung von Viehseuchen und der Verhütung dadurch entstehender Flurschäden gänzlich verboten wird." — Ter Landwirt Gustav Gilm er zu Hesselhof, welchem im Herbst vorigen Jahres vom 12. Oktober bis 5. Dezember sechszehn Pferde und zwei Ochsen an einer bis jetzt unaufgeklärten Krankheit zu Grunde gegangen sind, sodaß ihm ein Schaden von, gering gerechnet, 16 000 Mk. erwachsen ist, hat an die Zweite Kammer eine Vor stellung wegen Gewährung eines St a a tszus chu s s es gerichtet. Er bezieht sich darauf, daß den durch die Maul- und Klauenseuche Geschädigten nach der Regierungsvorlage, rückwirkend für die im Herbst vorigen Jahres erlittenen Verluste, Entschädigungen gewährt werden sollen und hofft, daß ihm, der ohne sein Verschulden so schwer geschädigt wurde, daß er und seine Familie in ihrer Existenz bedroht sind, ebenfalls eine staatliche Unterstützung zu teil werde. ** Von der Schule. Die Osterferien haben gestern ihr Ende erreicht. Mit den bisherigen Schülern und Schülerinnen, die zu neuem Lernen in die altbekannten Klassenräume zurückkehren, traten heute zum ersten Male auch die kleinen A-B-C-Schützen an der Hand des Vaters oder der Mutter den Weg zur Schule an, mit frohem Gesichtsausdruck die einen, denn schon zu Hause hat man in ihnen die Lust zum Lernen geweckt, und sie freuen sich und sind stolz darauf, daß sie nun auch schon zur Schule gehen dürfen; ängstlich und zaghaft die anderen, denen'man, wenn sie unartig waren, die Schule als Schreckgespenst hinstellte und die sich nun leider in ihrer kindlichen Phantasie unter dem Lehrer nur den strafenden bösen Mann vorstellen. Alle aber schauen sich mit einem Gefühl der Neugier und banger Erwartung in den Räumen um, die nun für acht lange Jahre das tägliche Ziel ihrer Wanderung bilden. Aber auch für die Eltern ist dieser erste Schultag nicht ohne Bedeutung. Denn während ihnen bisher die Erziehung ihrer Kinder allein oblag, müssen sic sim von seK an mit der Schule darein teilen. Tie Kinder gehören ihnen fortan nicht mehr in demselben Maße wie bisher. Ter Staat erhebt nun Anspruch Darauf, über der Geistesbildung und Erziehung des Kindes zu wachen. Soll aber das schwere Werk, das Kind zu einem brauchbaren Gliebe der menschlichen Gesellschaft heranzubilden, ersprießlichen Fortgang haben und gelingen, so müssen Schule und Haus Hand in Hand arbeiten, so dürfen die Eltern den Lehrern ihre mühevolle Aufgabe nicht erschweren, sondern sie müssen sie ihnen durch eine entsprechende häusliche Erziehung erleichtern, indem sie vor allem den Kindern zu Hause Achtung und Ehrerebietung vor den Lehrern einflößen, wie umgekehrt diese den Kindern fort und fort den Inhalt des 4. Gebotes zu Herzen führen. Geschieht dies, dann wird und kann der Erfolg nicht ausbleiben^ und was giebt es für Eltern für eine größere Freude, als wenn sie sehen, wie ihre Lieblinge nicht nur körperlich, sondern auch geistig und sittlich fort und fort wachsen! ** Generalversammlung des Land es- vereins akad. gebildeter Lehrer. Samstag, den 5. April, begann in Mainz die 17. Hauptversammlung des Landesvereins akad. gebildeter Lehrer des Großherzogtums Hessen, die erste auf hessischem Boden, Denn die früheren tagten in der „Rosenau" zu Frankfurt a. M. Auch wohnten zum erstenmal Vertreter der obersten Schulbehörde, Geh. Oberschulrat Nodnagel und Geh. Oberregierungsrat Dr. Best, der Versammlung bei. Die Verhandlungen erledigten sich unter der geschickten Leitung des Präsidenten des Vereins, des Oberlehrers Dr. Block- Gießen, rasch und hinterließen den Eindruck, daß nach Inkrafttreten des Beamtengesetzes in den Kreisen der Oberlehrer ein gewisser Zustand der Befriedigung Platz gegriffen hat. Negierungsrat Knöpfel-Darmstadt, der verdienstvolle Statistiker des Oberlehrerstandes, wurde zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. -Neu in den Vorstand gewählt wurde Prof. Denig-Mainz. Als Versammlungsort für das nächste Jahr wurde Gießen erkoren. Für berufs^-- wissenschaftliche Anregung waren zwei Vorträge vorgesehen. Direktor Münch-Darmstadt sprach in klarer, anschaulicher Weife „zur Physik der Sinnesorgane" und Privatdozent Dr. Messer-Gießen behandelte im Lichte der geschichtlichen Entwickelung „die Berechtigungsfrage". Er empfahl Gleichstellung der Realgymnasien und Oberrealschulen mit den Gymnasien in Zulassung ihrer Abiturienten zur Immatrikulation, zu Staatsprüfungen und Promotionen. Von einer Diskussion und Beschlußfassung über seine Thesen wurde auf Antrag des Dr. S e i d e n b e r g e r - Friedberg wegen Wichtigkeit der Sache und Kürze der Zeit >Abstand> genommen. An die Versammlung reihte sich ein gemeinschaftliches Mittagsmahl, woran etwa 130 Personen, darunter mehrere Kollegen aus Preußen und Bayern, teilnahmen. Von den zahlreichen Toasten sei besonders der des Geh. Oberschulrats Nodnagel erwähnt. Nodnagel übermittelte die Grüße des Staatsministers Rothe und des Ministerialrates Eisenhut und betonte, daß die Schulabtei- lung des Ministeriums dem Verein volles Vertrauen schenke, aber auch um das Vertrauen des Vereins bitte. Deshalb begrüße er es freudig, daß man die Behörde zur Versammlung eingeladen habe, und gern seien sie der Einladung gefolgt. Er toastete auf Den Verein. Pvof. Dr. Beck-Mainz plädierte für einen allgemeinen deutschen O ib erlehrertag und schlug Mainz als Versammlungsort vor .Sehr ansprechend war auch ein Toast des Vorsitzenden des Mainzer Lokalvereins, Prof. Dr. Jäger, der auf die geschichtliche Bedeutung der Stadt Mainz hinwies. Ein Abschiedstrunk im „Zunft- und Wappensaal" des „Hl. Geist" vereinigte noch lange eine stattliche Korona. Auch hier fehlte es an ersten und heiteren Reden nicht. * * Oeffentliche Lesehalle. Im März wurden 2177 Bände ausgeliehen.. Von diesen Bänden kommen auf: Illustrierte Zeitschriften 546, Erzählende Litteratur 937 , Vers- dichtungen 34, Litteraturgeschichte 17, Jugendschriften 270, Länder- und Völkerkunde 63, Kulturgeschichte 26, Geschichte und Biographien 85, Naturwissenschaft, Technologie 104, Seewesen 19, Philosophie und Religion 25, Hauswirtschaft 15, Staatswissenschaft 9, Sprachwissenschaft 7, Fremdsprachliches 20 Bände. Nach auswärts kamen 73 Bände. * * Gefaßter Dieb. Gegen einen hiesigen Taglöhner, der kurze Zeit in einem hiesigen Spielwarengeschäft beschäftigt war, lagen dringende Verdachtsmomente vor, daß er aus dem Geschäft Waren von hohem Werte entwendet habe. Eine Haussuchung, die bei ihm vorgenommen wurde, war denn auch von Erfolg begleitet. Man fand einen großen Teil der gestohlenen Waren in der Wohnung des Beschuldigten vor. Er wurde in Haft genommen. * * Verhaftung. Ein hier wohnhafter junger Schausteller, der trotz Verwarnung von Seiten zweier Schutzleute diesen keine Folge leistete, mußte in Haft gebracht werden. Er wird sich wegen Beamtenbeleidigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt zu verantworten haben. * * Die Hauptversammlung des evangelischen Pfarrvereins im Großherzogtum Hessen, die am 22. und 23. April in Friedberg stattfindet, hat folgendes Programm: Dienstag, den 22. April, nachmittags 3 Uhr, Eröffnungsandacht von Pfarrer Z a u b i tz - Offenbach. Jahresbericht des Vorsitzenden, Referat des Schriftleiters, Rechnungsablage des Rechners, Vortrag von Pfarrer Bechtolsheim er - Mombach: Niedergang der sittlichen Lebensauffassung in unserm Volk im Spiegelbild der deutschen Litteratur. Nach gemeinsamen Abendessen ist um 8*/, Uhr öffentliche Abendversamml ung , zu der der Kirchengesangoerein seine Mitwirkung in Aussicht gestellt hat und bei der Gäste herzlich willkommen sind. Zwischen den Gesang- und Musikstücken werden ofsizielle Begrüßungen und deren Erwiderungen stattfinden. Außerdem ist ein Vortrag von Pfarrer Fritsch-Ruppertsburg vorgesehen: Die Poesie des Pfarrlebens. Mittwoch, den 23. April, vormittags 8 Uhr, Morgenlektion und Gebet von Pfarrer Schrimpf- Butzbach, Vortrag von Pfarrer Waldeck-Beerfelden: Wie helfen wir Pfarrer unser Volk zur Mässigkeit erziehen? Vortrag von Pfarrer Röschen-Freienseen über Bilderoerkauf und Lotterie zu kirchlichen Zwecken. Vortrag von Pfarrer Köhler-Rohrbach: Die rechtliche Stellung der evangelischen Geistlichen nach Reichs- und Großh. Hess. Partikularrecht. — Pfarrer Röschen liefert den Bericht des Wohlfahrtsausschusses. Besprechung des Vortrags von Professor Schöler-Friedberg betr. Schenkung emc5 Stadtkirchenfensters. Es werden folgen die Jahresberichte der Sterbekasse und der Hilfskasse. Den Abschluß bildet ein gememsames Mittagessen. Sämtliche Versammlungen finden im Hotel Trapp statt. **Mitteldeut scher Viehhändlerverein. Der Mitteldeutsche Viehhändlerverein hielt am Sonntag im „Storch" zu Frankfurt eine außerordentliche Hauhtver- sammlung ab . Von verschiedenen Händlern, die mit geringen Geldstrafen wegen Vergehens gegen die Quarantäneverord- nung ic. belegt wurden, sind im Interesse der Gemeinschaft Prozesse durchgeführt worden, die auch teilweise ein obsiegendes Urteil erlangten. Augenblicklich schweben noch vier Prozesse. Der Verein macht sich nun dahin schlüssig, die Hälfte der Anwaltskosten tragen zu wollen. Stellung gegen das Hausierverbot brauchte nicht genommen zu werden, da das Verbot endgiltig ausgehoben ist. An die Verkehrsinspektionen von Köln, Düsseldorf und Frankfurt sollen Petitionen eingereicht werden um schnellere Beförderung der für Frankfurt bestimmten Kälbertransporte. Voraussichtlich wird im Mai die eine Markthalle des Viehhofes eröffnet; da bisher ein geregelter Verkehr im Schlacht- und Vichhof nicht zustande gekommen ist, so wird der Verein eine Eingabe an das städtische Verkehrsamt richten, damit zukünftig mindestens ein bis drei Händler je einen Stand erhalten. Sodann wurden die Fleischbeschauverhältnisse in Offenbach gerügt und behauptet, es-wäre Zeit, Stellung gegen die Uetier griffe einiger Subalternbeamteix zu nehmen, u. a. komme es vor, daß von 19 Ochsen, diel im ersten Stadium der Tuberkulose erkrankt seien, 13 der Freibank überliefert würden. S. D a r m st a d t, 7. April. Heute nachmittag spielten, von dem Großherzog eingeladen, im Neuen Palais' vor seinem hohen Besuch dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich und anderen Gästen, die Valencianev Künstler-Kapelle unter Direktor Don Carlos Teraza, welche am Samstag mit ihren Vorträgen im Saalbau hier einen großen Erfolg erzielt hatte; auch die hohen Herrschaften sprachen sich äußerst anerkennend über die künstlerischen Leistungen aus. — Heute nachmittag fcegafc. sich der Gro ßh er z o g mit seinen hohen Gästen im Viererzug nach Schloß Wolfsgarten, wo der Thee eingenommen, wurde. Heute abend folgten der Großhei^og und Prinz! Heinrich einer Einladung des „Club". — Morgen abend, 7 Uhr werden beide Herren einer Einladung des Offizier- Korps des Jnf.-Regts. Nr. 115 in dessen Kasino folge leisten. Darmstadt, 7. April. Prinz Albert zu Sch les» wig -Holstein hat Darmstadt gestern wieder verlassen. Darmstadt, 4. April. In Eisenbahnkreisen wird seit längerer Zeit davon gesprochen, daß am 1. Oktober die Eisenbahn-Kontrollen von Frankfurt a. M. und Mainz nach Darmstadt verlegt werden sollen, d. h. sobald die Main-Neckarbahnvorlage angenommen sein wird. Für die etwa in Darmstadt überflüssig werdenden Beamten der Main-Neckarbahn würde der Stadt insofern ein Ersatz geschaffen, als die Stadt für etwa 40 abgehende Familien, deren etwa 200 erhalten würde, und zwar durchweg Kontrollbeamte der Güter- und Personenkontrolle von Frankfurt und Mainz. Frankfurt würde dadurch am 1. Oktober etwa 100 Familien verlieren, Mainz ebensoviel. Birstein, 6. April. Nach der Rückkehr der Erbgroßherzogin- Witwe, Mitte Mai, aus Italien, findet in Weimar die Hochzeit ihrer Schwester, der Prinzessin Olga von Sachsen- Weimar, mit dem Prinzen Leopold von Jsenburg- 23 ir ft ein statt. Nach der „Dorfzeitung" wird die Trauung nach protestantischem Ritus in der dortigen Schloßkapelle erfolgen. — Sämtlichen Mietern des alten Schlosses ist durch Verfügung des Ministeriums am 1. April die Wohnung gekündigt worden. Es laßt sich daraus schließen, daß die Wiederherstellungsarbeiten am Schloß bald in Angriff genommen werden dürften. A. B i n g e n, 7. April. Die Pulverexplosion wird, wie wir aus Abgeordnetenkreisen erfahren, bald nach dem Wiederzusammentritt der zweiten hessischen Kammer Gegenstand einer Interpellation an die Regierung werden. Tie Interpellation wird sich, mit den in Hessen bestehenden polizeilichen Vorschriften über die Aufbewahrung des Pulvers sowie deren Handhabung im Vergleiche mit Preußen befassen. Im Anschluß an diese Interpellation wird der Kammer ein Antrag unterbreitet werden, die Schäden derartiger Pulverexplosionen für die Folge auf die staatliche Brandkasse zu übernehmen. Bei derPulver- explofion, >d'ie im Jahre 1857 in Mainz stattfand und bei der über hundert Menschen ihr Leben verloren haben, ist die Entschädigungsfrage schon einmal angeregt worden, doch liefen damals von allen Seiten freiwillige Hülfsgelder in solcher Höhe ein, daß die Sache nach und nach wieder ein- schlummerte. Alzey, 7. April. Für Altertumsforscher hochinteressante Funde sind im Laufe der vorigen Woche in einem in der Nähe unserer Stadt gelegenen Weinbergsgebiete, das seit einiger Zeit zur Neuanlage umgerodet wird, gemacht worden. Drei mehr oder weniger gut erhaltene Menschenskelette, bei denen wertvolle Beigaben gefunden wurden, sind unter Leitung des Vorsitzenden des Altertumvereins in Worms, Dr. Köhl, blosgelegt worden. Diese Beigaben bestehen aus einigen thönernen Gefäßen, verschiedenen, aus Stein gefertigtem Werkzeug (Hammer, Meißel), Haushaltungsgegenständen (Mahlstein, Messer, Feuerstein) und Waffenspitzen. Die Gräber stammen nach sachkundigem Urteil von Altertumsforschern aus der jüngeren Steinzeit. Sie sind mit die ältesten bis jetzt entdeckten Anzeichen von menschlichen Ansiedelungen am Rhein. Die für die Altertumswissenschaft hochwichtigen Funde wurden samt den Skeletten in das Museum nach Worms verbracht. Frankfurt a. M., 7. April. Der Magistrat hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Jügel'schen Stiftung beschäftigt. Viele Kreise werden, so meldet die „Kleine Presse", überrascht sein von dem Gebrauch, den das Stiftungs- kuratorium von der Stiftung machen will. Es soll nämlich die Absicht bestehen, eine Akademie für Geschichte, Philologie, Litteratur und neue Sprachen zu errichten. Zu diesem Zwecke wäre geplant, das Bürgerhospital käuflich zu erwerben, das dann seinen Platz an der Nibelungen-Allee im Nordend finden soll. Die „Kl. Pr." berichtet noch, daß das Vorhaben im Kuratorium auf Widerstand gestoßen sei, jedoch die Mehrheit des Fünfmänner-- Kollegiums gefunden habe. Wie sich der Magistrat dazu stelle und ob städtische Mittel in Anspruch genommen würden, sei noch nicht bekannt. Gelnhausen, 5. April. Gestern abend wurden die Pferde an dem Gefährt des Prinzen Alfons vonJsenburg- V i r st e i n beim Vorbeifahren eines Automobils vor dem Röther- thor scheu und rasten in vollem Galopp nach der Stadt zu, durch die Röthergasse und Langgasse, wo sie vor einem Haus dienen. Gerichtssaal Verlobte: Johanna Assenheim, Offenbach a. M., und Moritz Telephonischer Kursbericht* Berufe an der deutschen Frankfurt a. 31.. 8. April -Anl. Hochfeine, stilvolle i Einrichtungen | 37»% 3% »Wo 3% 372% 100.75 43.65 28.55 110*40 43.60 Hof-Möbelfabrik und Kunstschreioerei von Ludwig Alter in Darmstadt. Reichsanleihe do. Konsola . do. . . Hessen 4°/j Italien. Rente 47,-6 Portugiesen o°/' Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenlose . . . 4% Griech. Monopol beim Ueberfahren der Haustreppe zum Stillstand kamen. Die Insasien des Gefährtes kamen glücklicherweise mit dem Schrecken 3J/o Mexikaner , . 4 V2 /o Chinesen . , Electric, tick ackert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien , . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Lombarden « . Gotthardbahn . . Lauraüütte . . . Bochum .... Ha rp euer . . . 101.90 92.50 101.90 92.10 100.25 102*90 3% Hessen . . 4% Oesterr. Goldretne . 1902. . 26.55 . 90.30 . 110.40 211*20 . 193.90 . 138.75 . 138.20 . 152.50 . 145.30 . 18.10 < 167.40 . 199.90 . 194.50 . 165.10 4‘,a% Oesterr. Silberrente 101.40 4% Ungar. Goldrente . . 101.15 mit einer gewissen Befriedigung auf die Zeit zurückblicke, so werden Sie es umsomehr verstehen, wenn ich versichere, daß das Jnhr verlief, ohne daß ich nur einen Verlust gehabt und ohne daß ich einen geringsten Rückschlag erlitten habe. Nie werde ich die Tage kurz vor der Abreise vergessen, wie ich die durch mehrere Tage gehenden Ovationen empfing, die tatsächlich nicht gemacht waren, sondern sicki aus sich heraus entwickelten, und die in gesteigertem Maße mir dargeboten wurden bei meiner Rückkehr. Tas waren Ereignisse, die zeigten, daß ich in Hannover wirklich festen Fuß gefaßt habe." Zum Schlüsse gedachte er des großen Aufschwunges Hannovers in jüngster Zeit. „Ich bin dreimal hergekommen, und dreimal wieder von hier geschieden und dreimal weggeseiert tötet. Madrid, 8. April. Ein Wirbelsturm richtete in der Umgebung von Roda großes Unheil an. In Badagoz ging eine Fähre unter, wobei 10 Personen ertranken. Monte Carlo, 8. April. Der 1L W eltfried ens^ Kongreß wurde gestern geschlossen. Die nächste Sitzung findet im Mai 1903 in Wien statt. Budapest, 8. April. Ein gut unterrichtetes Blatt meldet, Kaiser Wilhelm werde in den ersten Tagen des September zur Hirschjagd nach Bellye kommen, wo der Wildstand ungemein reich ist. Bei der Hin- oder Rückfahrt werde Kaiser Wilhelm auch den Kaiser Franz, Joses in Wien besuchen. Temesvar, 8. April. Im Hotel ,Fronprinz" belästigten die Leutnants Holz und Dolwcth zwei Damen, die mit einer Gesellschaft an einem andern Tische sahen. Der Gatte der einen Dame, Buchdruckereibefitzer Jakob Csendes, wies die Offiziere zurecht, woraus letztere die Säbel zogen. Dolweth wurde entwaffnet. Holz dagegen stürzte auf Csendes los, verfolgte den Fliehenden, brachte ihm mehrere leichte Verwundungen bei und streckte ihn dann durch einen wuchtigen Hieb über den Kopf zu Boden. Mit gespaltenem Schädel mußte Csendes in ein Krankenhaus ge- bracht werden. Fiume, 8. April. Gestern ist der 59. Dampfer nnt Pferden für englische Bestellung ausgelaufen. Insgesamt wurden bisher 45 61 1 Pferde für Südafrika eini geschifft. Konstantinopel, 8. April. Hier wurden ein Offizier und ein Zivilbeamter beim Verlassen der Wohnung eines fremdländischen Diplomaten durch Polizisten verhaftet. Nähere Mitteilungen über den Grund der Verhaftung fehlen noch. Washington, 7. April. Der Senat und das Repräsentantenhaus nahmen den Gesetzentwurf betreffend die Abschaffung der K ri e g s st euer n an. Tas Repräsentantenhaus nahm ferner den Gesetzentwurf, bett, dew Ausschluß der Chinesen von der Einwanderung, an. Washington, 8. April. Staatssekretär Hay hat an das amerikanische Bur en Hilfs-Komitee ein Schreiben gerichtet, worin er im Auftrage des Präfidenleu Roosevelt mitteilt, daß dieser eine erste Unterstützungssumme für die Buren im Betrage von 5000 Dollars an den amerikanischen Konsul in Kapstadt abgesandt habe. Chicago, 8. April. Die Stadtvertretung hat durch ihr Oberhaupt den Präsidenten Krüger einladen lassen, der Stadt einen Besuch abzustatten und ihm gleichzeitig mitgeteilt, daß ihm das Ehrenbürgerrecht erteilt werden soll. 758 Etablissement allerersten Ranges Grossh. Hessischer und Kaiserlich Russischer Hoflieferant. Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtungen Auf Wunsch kostenlose ünterbreitnng meiner Haupt-Kollektion. worden. Nun faßt Hannover die Sache diesmal anders auf, indem es mich bei meiner Rückkehr feiert Ich darf wohl nicht fehlgehen, wenn ich darin eine sanfte Andeutung zu erkennen glaube, nun bald mit dem Weggehen auszuhoren. Ta das auch meinen Wünschen entspricht, kann uns bciben geholfen werden." . , , Enschede, 8. April. Infolge des hier ausgebrochenen Ausstandes der Weber ist eine Anordnung ergangen, die Versammlungen von mehr als drei Personen verbietet Die Einordnung wird von der Polizei und Gendarmerie streng durchgefühtt. Die Bevölkerung ist ruhig. London, 8. April. Nach einer Meldung des Reuter- scheu Bureaus aus Willemstad erlitten die venezolani^ dien Regierungstruppen am 3. April bei Caru^ pano und am 4. April bei Elpilar schwere Niedertag e n. Im -e|r)ten Gefecht verlor der General Escalaute 350 Mann, y— Tie Morgenblätter nehmen die Fr er. sprechung Kruitzingers mit Freude auf und drücken die Genugthuung aus, bnr* der Ruf eines der tapfersten Feinde, desjen Mut und Gewandtheit soviel Bewunderung errangen, sich als fleckenlos erwiesen l-abe. Brüssel, 8. April. Eie Explosion in der Nationalbank fand auf der Bedachung der Portierlogeneben dem Eingang zu den Bureaus statt. Mau nimmt an, daß die Thäter eine Höllenmaschine auf das Dach schleuderten. Wie es scheint, war sie nicht mit Dynamit geladen, da die Vorübergehenden einen starken Pulvergeruch wahrgenommen haben sollen. Durch die Explosion wurde die aus Zinkplatten uuo Holzkohlen bestehende Bedachung über dem Sd)lafzimmer des Portiers, der im Bette lag, erheblick) beschädigt. Im Nebenraum lösten sich Kalkstücke von der Deae, aud) mehrere sehr dicke Glasscheiben wurden zerstört. Die nach dem Polizeibureau gebrachten Trümmerstücke bestehen in großen Holzsplittern und durch 5iitze gekrümmten Zmkstücken. Bisher fand man eine Maschine nicht, ebensowenig sind die Behörden über die Art des Sprengstoffes im Klaren. Tie Untersud)ung wird in der eingehendsten Weise geführt. Bisher fand man keine Spur, die zur Entdeckung der Schuldigen führen könnte. Madrid, 8. April. In ganz Mittel-Spanien wütet ein heftiger Sturm, der großen Schaden angerichtet hat. In Rosa Alsazes schlug der Blitz an zwei Stellen ein. Eine Person wurde getötet. Auf dem Guadiana ging in der Nähe von Badajoz ein Fahrzeug unter. Zehn Leichen sind geborgen. In der Nähe von Cartagena wurden vier Arbeiter in einer Grube infolge eines Erdputsches ge-. deutlich präzisiert; alle die Momente, welche sich infolge icchrelanger Erprobung als gesund und fruchtbar erwiesen haben, sind im cmne altbewährter methodischer Grundsätze glücklich verwertet- die unter einzelnen Unterrichtsfächern als Hilfsmittel angegebenen Werke sind ein nicht zu unterschätzender, willkommener Fingerzeig. Im zweiten Teil ist der Lehrstoff sowohl den gesetzlichen Vorschriften als auch den Bedürfniffen angepaßt und klar und zweckmäßig dargcstellt, indessen stets so, daß der selbständigen Thätlgkeit des Lehrers keine unnötigen Schranken auserlegt werden, ihr vielmehr möglichst freier Spielraum gelassen ist. Als besonders angenehm muß es empsunden werden, daß die mit sachverständigem Urteil angeslrebte Uebersicht schon äußerlich durch die Zerlegung der einzelnen Jahrespensen m 4 Abschnitte — mit a, b, c. d bezeichnet — zu Tage tritt. Im dritten Teil wird der Fortbildungsschule gedacht und auch hier em zu sicherem Ziele führender Weg gezeigt.. Erhöhte Bedeutung erhalt das Werk vollends durch die beigesugten 10 Tafeln, die auf Schritt und Tritt den praktischen Schulmann verraten. Um die,es i willkommene Hilfsmittel nun stets vor Augen zu haben, sollten es Lehrer wie Schulvorstände gerade in Anbetracht des letzt wieder beginnenden neuen Schuljahres nicht versäumen, diese näseln vielleicht im Schulfaale unter Glasverschluß auszuhängen-, denn aus diese Weise würde der Lehrplan dem jungen Lehrer taglaglid) als Wegweiser, dem älteren aber als willkommener Ratgeber 4’/2% äussere Argentiner —.— Tendenz: ziemlich fest. Universitäts-Nachrichten. . Es scheint dem österreichischen Unterrichtsministerium nun doch Familien Nachrichten. gelungen zu sein, den L e i p z i ß e r Physiker Prof. Ludw. B o l tz- Verlobte : Johanna Affenheim, Offenbach a. M., und Moritz mann wieder nach Wien zuruckzusübren. Die »Wiener Zeitung ™ ^armftabt schreibt: „Die Schwierigkeiten, welcher sich dieser für die Wienerst , —— Universität so wertvollen Berufung entgegenstellten, sind nunmehr beseitigt und die Bedingungen für ein ersprießliches Wirken Boltz- itlElUllHUllL manns geschaffen. Professor Dr. Boltzmann hat sich auch ver- , , ° pflichtet, künftig keine Berufung an eine andere Universität anzu- Orrginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers, nehmen, und wird seine Vorlesungen am 1. Oktober beginnen." Berlin 8 Avril. Seit 6.30 Uhr früh herrscht hier Mü Rücksicht auf die Thatsache, daß saft alle in den letzten Jahren p rfinVef aH erfolgten Berusungen deutscher Gelehrter auf östeneichische Lehr- Steinau Kreis Schlüchtern), 7. April. (Amtlich.) stühle abgelehnt worden, legte die österreichische Regierung wohl ® iein au vjetui > j,• . . f a<>hprfiruc6ieä schon um des moralischen Eindrucks willen den größten Wert da- Heute abend gegen 11 Uhr eitt glei st 19 öinin.4ttpff?nr rauf, Herrn Boltzmann zur Rückkehr nach Wien zu bewegen. —I eine Achse am Tender des DZn ges Nr. 1 unrnttieivar Aus Jena wird geschrieben: Von den 59 Landwirten, die im ver- nachdem der Zug den Bahnhof Steinau durchfahren hatte, flossenen Wintersemester an der hiesigen Universität studierten, Ter Zug wurde zum Stehen gebracht und nad) Steinau haben 8 das Diplom-Examen gemacht, 6 sind promoviert worden, -urückaezoaen. Er fuhr bann auf einem anderen Geleise mit Der neuernannte Tirektor des Landwirtschaftlichen Instituts, Pro-19 j/ stunde Verspätung weiter. Personen sind nid)t verletzt feffac E d 1 c r wird Betriebslehre imb alle Title der Pflanzenpro- & . ift geringer Schaben am Geleise entstanden, dukttonslehre, Prof. v. Nat husrus Taxatwnslebre und allge-1 «wiuc», uiuxr ^Virhc im meine und fpezielle Thierzuchtlehre, einschließlich Molkerei, vertreten. Hannover, L AP^tl. 2 ffnh*irrfipn (int (entert — Ter Greifswalder Professor der Rechte Dr. P. Krück- säale des alten Rachause» von deit stadbi,chen Kollegien mann ist zum Professor Ordinarius an die zu gründende Juristen- ein Festrnahl zu Ehren des Grafen Wal der s e e Fakultät in Münster berufen worden. — Äls Prioatdozenten veranstaltet. Anwesend waren Generalleutnant Moltke, wurden mgelaffen und zwar Dr. Othenio Abel für allgemeine Flügelabjutant Oberstleutnant Bühn, bie Spitzen der Zivil- Paläontologie und Dr. Rudolph B r o t a n e k für englische Sprache Militärbehörden, Fürst Henckel-Tonnersmark, General- x und Litteratur, sowie Dr. Rudolph Matzenauer für Dermato- Wallin u a. Bürgerworthalter Wegener brachte logie und Syphilis an der Universität m Wien, ferner Dr. . err f V, ®a4feE au§ Stadtbtteklor Alfred Kastil für Worbte an ber ben^en Unioexlität inh™ dreifaches Hmwah aus d^r Kaiser aus. StadwEvr Prag, Med. Tr. Ludwig Schmeichler für Hygiene und Phy- Tramm feierte den en Walders ee. In einer Orwroer siologie des Auges mit besonderer Berücksichttgung der technischen ung sagte der Generalfeldmarschall u. a.. „öie: Ijaben Berufe an der deutschen technischen Hochschule'm Brünn undTr. meiner Thätigkeit in Ostasien anerkennend gedacht. Ich Paul Kucera für pathologische Anatomie an der Universität in habe sehr viel Neues dort erlebt, beispielsweise das Zu- Le mb er g; schließlich Ferdinand Henrich für Chemie an der sammenwirken unter einer, wenn auch losen Ober- Universität in Graz. — In Kasan ist der Mineraloge Friedrich s i t u n a Id) stand mit allen großen Nationen der Welt 3tl“n; R°I-N am 28 Marz un 88. Leb-nZIahr- geftorben. Er ttrivatim und amtlich in Beziehung, und konnte auch >mr!t° stn 1868 als rn Prot-ll°r an der dorngen Unwersttat. dem wunderbaren Bolt der C h i n e s e n, das niemand ^777 7 recht verstand, amtlich und privatim verkehren. Ich war Llueramr. darum auch nach Kräften bemüht, cs zu studieren und - Lchrstoffvertcilung für die Boltsschul-N H-ff-us, aus kennen zu lernen, aber ich schied Mit der Uebotzeugung, Grund der Ministerialverordnung vom 2. Dezember 1874, die Ein- baß rch darin nicht we11 tarn, und mit der ferneren teilung der Volksschulen in Klassen und Abteilungen und den Lehr- Ueberzeugung, daß alle s o g e n a n n t e n K e n N e r C l) i - plan betreffend, in Lehrerkonferenzen besprochen und in den Schulen n a s China gar nicht kennen. Ich fand drüben erprobt, mit einem Anhang über die Verteilung der Lehrstoffe in und hier bei ber Rückkehr reiche Anerkennung. Wenn der einfachen Fortbildungsfchule und 10 Wandplänen für die ein- fä. also gern in Gedanken bei diesem Jahre weile und bis vierklassigen Schulen — entworfen und herausgegeben von • ■ ö ------—c "•**1'*- Prof. Dr. A. Lucius, Großh. Kreisschulinspektor zu Gießen. — Unter diesem Titel ist soeben — so schreibt man uns — ein Werk erschienen, das als Resultat einer fast zehnjährigen Erfahrung und Erprobung wichtig aenug ift, um einer kurzen Besprechung unterzogen zu werden. Es erweist sich als ein vorzügliches Hilfsmittel für den Lehrer, als eine willkommene Gabe, tue ihn vor Ver-1 irrungen und unsicherem Umhertappen, sowie aussichtslosem Experi-! mentieren in den einzelnen Unterrichtsfächern bewahrt. Die übersichtliche Anordnung, der stufenmäßige Fortschritt, die mit Geschick' getroffene Auswahl des Stoffes lassen sofort den praklischen Schulmann erkennen. Das Werk selbst ist in vier Hauptteile gegliedert: 1) Methodische Vorbemerkungen, 2) Lehrsioyverteilung für ein- und mehrklassige Schulen, 3) Anhang für Fortbildungsschulen, 4) zehn Tafeln, enthaltend 10 Lehrpläne für die einzelnen Volksschulllassen. Im ersten 2Leil sind die Anforderungen der Mechodik scharf unb davon. •» Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. Ter Bauer Sarnrn aus bem Kassel benachbarten Niederzwehren, der dem Liebhaber seiner Tochter auf der Straße auflauerte, schoß auf diesen in der Timkelhett, traf aber dessen Freund, den Bahnarbetter Hornburg, der sofort tot war. — In Hanau erschoß sich am Samstag abend der noch nicht 18 Jahre alte Goldarbetter Henß. Er unterhielt mit einem MLdchen ein „Verhältnis", das dieses löste. Der junge Mann unternahm Wiederannaher-1 ungsversuche und versuchte für Samstag abend eine Zusammenkunft herbeizuführen, jedoch ohne Erfolg, ^a erschoß er sich in dem Flur des Hauses, rn dem das Mädchen wohnte. — Ter Kaufmann Johann Zehnter aus Fran kfürt a. M. der seit Jahren für ern Breslauer Haus reift, und durch ein Halsleiden nervös geworden war, hat sich in einem Hotel in Berlin erschossen. — ^n Fulda ist ber Tomdechant, Generalvikar und apoftolrsche Protonotar Engel im Atter von 72 Jahren gestorben. — „Auszug aus dem Standesamtsregister in Frankfurt vom 26. März findet sich unter „Aufgeboten' : „Süßmann Zwetschkenstttl, (Ä-eschäfttrciscnder, mtt B ulnc < $ Darmstadt, 7. April. Die Strafkammer verurteilte heute Affenkraut, beide dahier". ^ie find (ur emMrder 9^alJ^’Len Schreiner Peter Josef Heil aus Kelsterbach, 35 Jahre alt, Me schön wird es kttngen: „Blume Zwttschkensttel, geb. 1^ Frau und Sachbeschädigung zu neun Affenkraut." — Der Frankfurter Messe, die jetzt §u g)l^natcn unö eine Woche Gefängnis. Der Angeklagte hat ferne Ende geht, wird von einem Berichterstatter das Zeugnis ^m Tage nach ihrer Riederkunft^am 24. Februar ohne ausaestellt, daß sie einen „im ganzen ziemlich zufrieden- besondere Veranlassurtg mit einem schweren Fußsd)emel geschlagen, stellenden" Verlaus genommen hat. Wie immer ist auchI\0 daß sie schwer verletzt aus dem Bett^^unbekleidet zu emer be- Mal auf dem Steinqutmarkt ein lebhafter Umsatz freundeten Familie im Haisie fluchtete. er Arzt stellte fest, dag »r'ipG mnrbcn __ In Mainz wurde der Artillerie-Ge- die red)ten Augenlider stark gefd)wollen waren und am Augen- erzrelt wordcm jn Äatn; rouioe ranu | nbj^ 6er ftnodjeniplittet fehlte; Ijmter bem rechten freite Gotz, als er mit einem Wagen zur Acunsiena)e -rau c,uc 4 Zentimeter stark blutende Wunde, das hinausfuhr, von seinem Pferde, das rechte Schultergelenk war stark angeschwollen und die Haut dort abgeschleudert, und überfahren. Gotz, der schwer verletzt dunkelblau gefärbt. Heil brach nach ferner Verhmtung aus in das Lazarett übergeführt wurde, starb kurz darauf. bem Gefängnis aus, indem er den Schließkloben ausrtß und ben ..== 111 Riegel verbog, aud) den Wandverputz beschädigte; er hängte eine Thur aus, stieg auf den Speicher, deckte einige Dachziegel ab und gelangte so ins Freie. Später erivisck)t und m das .Hastlokal Ui * Koni st 7. April, ^n der letzten Nacht wurde ein Langen verbracht, ist er den Gefängniswärtern nochmals entwichen, Einbruch in bie Synagoge verübt. ,^e ’?ur‘5en D a s^Kric g's g e r ich t' ii? Spezia verurteilte in contumaciam den erbrochen, die Diebe erbeuteten jedoch keine Brertgegenstande.tt^heren Schiffsleutnant Bonaeeorsi zu zwanzig Jahren * Danzig 8. April. An Kohlendunst erstickten Gefängnis wegen Entwendung gewisser Festungsplane m uv Dorf Großzündcr bei Danzig ein Chans,erarbeite- unb ,elnC-$Äau/7. Aprll. Zur Annahme des van R-lln wenige-Mmm-n. seinerzeit abgelehnten Baron'schen Vermächtnisses zur Er- finnbttriltldlflft richtung eines nach vegetarischen Grundsätzen zu lei- ö H . ... tenden Kinderheims ist, wie der ,Bresl. Generalanz." Manöverschädcu. Ser preubdche ßanbn)u-t|cbaft§mmi|tei SSÄ bie Genehmigung des Königs erteilt feü'Ä“ U worden. Lande abschlägig beschieden. In dem Bescheid heißt es: „Daß * Brüssel, 7. April. Heute abend 10 Uhr erfolgte es st, der Natur der Verhältnisse liege, wenn die Landgemeinden im Gebäude der Nationalbank eine heftige Explosion, einschließlich der kleinen Städtk- durch.^inguEe^ng mehrmAn- durch die jedoch lem großer Schaber. -Ngerichtet wurde. Es ist niemand verletzt worden. Anscheinend liegt em Ver- -rt ^en größten Städten, ersck)eint nid)t zutreffend. Den Antrag au brechen vor. «Gewährung des Servises der Klasse A für alle aus Anlaß der * Zürich 7 Avril. «Infolge Schneeschmelze werden Truppenübungen eintretenden Quartierleistungen kann das Kriegs- wiederum Lawinestürze gemeldet die besonders im Kanton ^msterium^^t^rw°-.-m !°^w°mger^°^d- Glarus großen Schaden angerichtet Haden. I roelcntlid) erhöht worden sind." » Hungertyphus und Waldbrände in Ruß- Oldenburg i. Großh., 7. Avril. In der Landwirt- land. Im russischen Gouvernement Ufa ist infolge Miß- schastskammer wurde von oem ^nmermttgliw Muller- ernt- in 79 Dörfern der Hungertyphus bei: ^t)ce,nbc^n^gu™8ecipitiner §unbe" flauen,“b.e täglich Hunderte dahmrafft. Die bisher entsandte arathcf)C|&r^nafperrc gegen die Einführ fremden Viehes Hilfsexpedition des Roten Kreuzes ist ungenügend. Im e i n z u s ch r ä n k en oder a u f z u h e b e n , beschließt die Olden- Ussuri-Gebiet herrschen enorme Waldbrände, die mehrere burgische Landwirtschaftskammer, den Vorstand zu ersuchen, bei der 7n nnn rninrncn iimfaffen Großh. Staatsregierwig darauf hmwlrken zu wollen, daß letztere 10 000 lorgen uinfasscii. | veterinären und viehzüchterifchen Interesse gegen solche Aufhebungen energisch Stellung nimmt" Doering’s bleibt allzeit die beste! 40 Pfg.. per Stück. v.„ A ■ E Eulen Seife Italien i Sagan in Sen frei. S andere tie Po most in bis U 20 Pro 20 M. Most z 10 Ml berichte der Hai fuhr Di berhmi die rh 6inf4 toeinen, Hm, (t Antrick t Antrick weis, da llnterbin! FLjjttN, trauben »bei We allgemet Mittags Wangenf str bie Seit Dom auf 305 btt llnte Lemerku stampfte Lie ich der 7|abo Lik M Mtvei uchex em A erBerü err °Edenk Noßtze, jn . ÖtQf 'N tat Nuttg S; ?,A W«et - 1‘! bett' frl?* außer *y -r-'-A -ra-tereii j^aftton und ■ e»”1 Hbtefie f «njdfl dustrieerz Sotroeine Holle zui losten gel dem $ei' tere mü Trauben. Petitionen rarifsütze Herben, M eine verbrauch gegeMen Nita leinet fchen^! iielbeini Italien Str Zeitung kanzl. »Oje •Nen Jundesl ■i-ie tztg Aanae Höllerur »ichtd derha guten < Güterversteigerung Laden auf hiesigem 2850 (tainfad) möbliertes Zimmer zu vermieten. Neustadt 47. 2440s Möbliertes Zimmer zu vermieten. Licherstratze 7, Hl. sLine saubere Lauffrau sucht Stelle. Wallthorstraße 67. 2 gut möbl. Zimmer zu Denn. 2716 Asterwcg 6, L 1,80 Mk. 1,35 M. Montag sollen die den >N)öbllerles Zimmer zu verm. Näh. 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