Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechansttzlusj Nr. 51. -rr. 57 Viertes Blatt. 153. Jahrgang Samstag 8. März 1903 WSietzenerAnzeigerW =£H= l» «wml.an* • 9 ME ■ ’' «Mts- imd Anzeigeblatt für Öen Kreis Kietze« MW v ™ zeigenteil: HanS Beck. Das Baeeelli^sche Mittel gegen Maul- «nd zilauevseuche. Bei Gelegenheit der Feier des achtzigsten Geburtstages von Rudolf Virchow überreichte, wie erinnerlich, Guido Baccelli, der Römische Kliniker und ehemalige Kultusminister, jetzt Landwirtschaftsminister, dem Jubilar eine Denkschrift, in der er mit einem neuen Mittel zur Heilung der Maul- und Klauenseuche an die OeffenUichteit trat Das Mittel bestand bekanntlich in der Einspritzung von Sublimatlösung in die Blutadern — Venen — der erkrankten Thiere. Die Mitteilung erregte schon damals vielfach Erstaunen und Bedenken. Jetzt hat der wisienschaft- liche Hilfsarbeiter Dr. Mießner ini pathologischen Institute der Berliner thierärztlichen Hochschule unter der Leitung des Geh. Medizinalrats Professor Dr. Schulz die Baccellischc Methode einer sorgfältigen Nachprüfung unterworfen. Er veröffentlicht die Ergebnisse seiner Forschungen in der „Deutsch. Mediz. Wochenschrift". Bei dem außerordentlichen Interesse, das die Baccellische Methode in den weitesten Kreisen erregen mußte, ist es notwendig, auch von den Er- gebniffen der Mießner'schen Untersuchungen Kenntnis zu nehmen. Er schreibt in der genannten Fachwochenschrift: „Was die intravenöse Applikation von Arzneimitteln an und für sich betrifft, so ist dieselbe bereits seit dem Anfänge des vorigen Jahrhunderts in der Thierheilkunde im Gebrauch gewesen nnd wird besonders in den letzten Jahrzehnten zur Erzielung möglichst schneller Wirkung der Arzneimittel vielfach angewandt. Die Quecksilberpräparate erfreuen sich gleichfalls seit langer Zett einer umfangreichen therapeutischen Be- > Nutzung, und Hertwig hat bereits im Jahre 1832 einem Pferde Sublimat in die Droffelvene gespritzt. Beim Rinde dagegen ist stets vor Anwendung von Quecksilberverbindungen aus dem Grunde gewarnt worden, weil nach Applikation derselben sich sehr oft Vergiftungserscheinungen einstellten. So sind in der Litteratur zahlreiche Fälle von Merkurialismus nach äußererer Einreibung der grauen Quecksilbersalbe bekannt gegeben, und ähnliche schlechte Erfolge hat man mit der innerlichen Verabreichung größerer Mengen von Kalomcl oder von Sublimat erzielt. Aus diesem Grunde bedient sich Baccelli bei der Anwendung deS Sublimates zur angeblichen Heilung der Maul- und Klauenseuche nur sehr kleiner Dosen. Von seinem Verfahren selbst machte Baccelli auf dem Kongreß zu Pisa am 27. Oktober 1901 die erste Mitteilung. Baccelli, welcher seine Methode gemeinschaftlich mit dem Thierarzte Dr. Croce anwandte, injizierte dann Sublimat in die Vena jugularis (Droffelvene). Diese Einspritzung sollte, sofern das Besinden des Rindes sich nicht besserte, in Zwischenräumen von 24 Stunden wiederholt werden und im allgemeinen nach dreimaliger Anwendung zur Heilung führen. Baccelli und Croce wollten bei 52 Erkrankungsfällen 52 Heilungen erzielt haben. Schon nach der ersten Einspritzung ließ das Fieber nach, uud meist war das Rind nach der zweiten geheilt. In Bayern und Hessen, wo zur Zeit die Maul- und Klauenseuche in bösartiger Form herrscht, sind bereits Versuche mit dem Baccelli'chen Heilverfahren angeordnet worden. Soweit bis jetzt bekannt, soll die intravenöse Injektion von Sublimat von den kranken Rindern gut vertragen, der Verlauf der Seuche dadurch aber im Wesentlichen nicht beeinflußt werden. In Bayern sind von 177 mit Sublimat intravenös behandelten Rindern zehn gefallen; in Hessen starben von 243 behandelten 33 — 13,6 Proz. und von 666 nicht behandelten 90 ---- 13,7 Proz. In beiden Ländern ist sogar von weiteren Versuchen Ab stand genommen worden, da sich die intravenöse Injektion von Sublimat als vollkommen wirkungslos gegen die Maul- und Klauenseuche erwies. Hiermit hat sich das bestätigt, was man von vornherein annehmen mußte, denn die Erfahrungen, welche man nach intravenösen Injektionen von Arzneimitteln bei ähnlichen Krankheiten gemacht hatte, berechtigen nicht zu der Hoffnung, gerade von der mit großem Geschrei angepriesenen Einspritzung von Sublimat in die Blutbahn eine heilbringende Wirkung zu erwarten. Sollte sich das Baccelli'sche Heilverfahren wider Erwarten in anderen Versuchen bewähren, so wird es doch nur in geringem Maße und höchstens in den bÜsartigen Fällen von Maul- und Klauenseuche Verwendung finden, da man bei dem milden Verlauf mit den bisher üblichen Mitteln auSkommt, zumal deren Anwendung in einem größeren Viehbestände sich einfacher gestaltet als die umständliche und beschwerliche intravenöse Injektion. Der Werth der Methode wird stets ein beschränkter sein, da das Heilverfahren nicht den Anforderungen, die man heute an eine Seuchentikgung stellt, als deren erster Grundsatz, Prophylaxis der Seuchen anzusehen ist, entspricht." Was ist ZunliM Seife ? SUNLIGHT SEIFE ersten Ranges. Sunlight Seife besitzt sehr hohe Reinigungskraft. Ql Illi |ßUT QCICC eine garantiert reine OUnLlUn I uLIrt und neutrale Seife. Sunlight Seife ist äusserst ausgiebig, sparsam im Gebrauch. Ql |U| IßUT QCICC anch zum Bade und VUHLIOrl I OCJF C zur Toilette zu verwenden. Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege. Hrdenlliche Generalversammlung Dienstag de« 18. März d. Js., nachmittags 5 Uhr, tm oberen Saale des Gemeindehauses (Kirchstraße 9). Beginn dea Sommer-Semesters am 15. April. Höhere Handelsschule! Landau i. Pfalz. Unter Staatsaufsicht fliehende, 1 städt. subv. Lehranstalt. n. Zwei halbjährige Handelskurse fllr Leute ans kenfma™) sehen, industriellen und gewerblichen Kreisen. 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J V ■Mv^' - WP V b I 1 I -f< 't ■ A -W" - I N V.. ■ ) Areitag den 14, d. Ms., nachm. 4 AYr, soll im Stadtknabenschulhaus eine öffeitl. Itüfrao iitr AMIdmMIek stattfinden. Es werden zu derselben die Eltern und Arbeitgeber der Schüler und fonftige Freunde der Schule hierdurch eingeladen. Gießen, den 8. März 1902. 1915 Mecum, Bürgermeister.________________Hahn, Oberlehrer. Fahrräder vorjährige Modelle, sowie gebrauchte, gut erhallene räumungshalber spottbillig. Alke Zubehör-, Ersatzteile und Reparaturen billigst bei 1871 Lollar. A. Simon. Ernst Challier (Rudolphs Macht) Giessen. Sieml-GesH für MosiKnrti aller tri. Grosse Auswahl, solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien-Handlung und -Leihanstalt Spezialität: Billige Ausgaben. 960| Achtung! Durch vorteilhaften Einkauf eines großen Postens jg: Sciiuhwaren 5J bin ich in der Lage, so lange der Vorrat reicht, w zu ganz billigen Preisen zu offerieren; z. 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P CD C N b 3 N "E 3 to'c E ev Jo8S Jo« 8?© -Q Ä'4K E o K 'S' e B E N E N E 03 O 05 E er ■2 vQ (9 e « g Q s <1 E S £ Z R JS as ■C cdo^ G » 3 Mi E - S) <=P 03 CD§ S-sr — oi to.E3 .- EN -w cq LZ 5 5 ZE L- ZL OK 5 K s E S's J- 3 Zd £ E E 3 G S G 1D >C- Oft r «s Es O p •• -3 J3 s‘ö’0 -v«ti o •B -ER >b « L CQ *»ß^ wt> a 3 E £■ ___-o ■s£5 «e L 5 S® S-Sä CD ä £ a eO 53 E CQ ciO V V !_> c* A CD E E K'K^r LE- 3 8-3 3 E 3 o 4 a S «ß^CQ E ® 'Jo -p .3 E> 53 »•£ >e fc E S "g QQ 5 E® ®- § * © 5 3 CQ cn . cjEH ti E rÄ.g^" g E <5 E j-.E ' 5-3 ; eJe§‘: e£ « o E s ■y w e O g 2£^P £-_ » 5 a K e S TLZ P g 2 <-> O _2 CD .L-EZA^L- >b 3 e e JS'o •4’*' cd-£-*» »’S 2*> x»®5e- 2 EZ L £ e 13 " e jQ 10 iS CQ .2 -3 Z Z"T >a2 w e jq an an cm ss g g g «n E M> CD « E S 03 E E c y s$ oo « ö o « B Ml an .S.-M 3^0 -~ G Ei «» e* b-ig PK ' JP E 03 •*•«’ s E a s N L) ernt äP K co eo 05 Q ö •£. -O CD E E 03 O 05 03 an 'sP CO jO E E tn ■s-> a> > c p p :O « V p A ?--Q O ro ■c ' u er o UD <3 §5 Q E a> OD E e M o ..«■ öS' -C ES U CQ E a> iSQ C5 "e" K s sr o D O — P CJ ,:Q O P CO S UP Q o e CD •w Z '<0 'S 9 s o a s Ä x> E Q ■€' s o z >b Q E ej ’S -*- •-U» a- — « L E o — "5» —. t=an 3 3 AK 1 ü 3 '5 g > X an u ■%© vs 3 :-P ® \\ CD 3 Z AZ •S'rH :2 r? -=G .EZ SL » g- il :E g 2. C O. C A sB? G) fo _ c Z 6^5 .’S 'C iÖ -»*==' L L rL 2> Q:C5 p p E es CD E sS CQ 3 o CD E -er CQ «> N <* _ 9 § --^ * P--O -2 2 o 8e- »w c •<» 3 Ä • = E :E -— «« r-» E _> Q 'C «5 E CD O 03 o co AjO W i E- Cd 5 C-E-p Äzy a Z'-'A CD s 3 g" L it± A Q §§ - -e p o> VS 3 3 - C P 52 g an • 5Ö s _S_ L'U sr ä 'n E -sr d w ■" Z >e s fC E =3 N u f^= L E o d or 1-1 -* 2R » Q 2.K-L .. Zv u (Dl 3 «d g? -L L 2 .Bp" E «S- Cl> E CD1O lE- CD E - ■ü c S M A 3 - Z Z ® 3 CT E • £ *o -h ® ’E —' <0 3.3 ^-HL. g5-*- 'S VS N s-?H4 o Dort Ag R^-3 \ t SC CD^®»« ■ = Ä - o y o ?ö)3 ° rH'S' CD ^ £■ 5gs c. ös- ’£■ s* -Efjö R 2? R 2 C* E Sä5' (9 «ft K> ^5§S I w o « 27 p "j* Je «LZ Z-* -«A© > »» v T- zQ sSg e p En o y 8" _ 5 O _ _ Q.g =Q0Q ca C-.A E E O :Q *a» E Ä* , , (?) ®ri B . 52- 3 - = c—-.. o S a> o E Ä- S-eS A M> ■£ Z^- 3 5 £*"<£> cT a .E A CS - s <•§ o " r-='S >2 O 3. bi >b E e Z ios 1K mitl mit Ma abh Sic Sic M * M üi bi m da ha W !ömr -»Ai * I im f- ®ent dort das! iobaj intet m; taut xaft Ud EL schi ihr. beit We Nock >,Et sein